Nr.SVS. S7.Katzrs. B erteil ährt. 11.— TOUnweefl-l/—*t frei m» Haus, voraus zahlbar. Post» crzug. Monatlich 7,— Mk, r�tl. Zu» ilsllungsgedllhr. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 10.2> MI» für da» übrige Ausland 14 50 Ml, bei täglich einmal. Zustellung lZ50 Ml. Postbestellungen nehmen an DSnemart. Holland, unremdnrg, Schweden und die Schweiz. Sin- getragen in die Post- Zeitung«- Preisliste. Der»Vorwärts� mit der Sonntag«» beilage.Boll a. Zeit" erscheint wachen- täglich zweimal. Sonntag» einmal. Telegramm-Adreffe: �Sazialden-otrat Berit«-. Morgen-Ausgabe Devlinev Volksblstt »»-> ( 20 Pfennig� Anzeige«pretS: Die achtgespalten« Nonparelllezekle lostet 2.S0 t0!.,Zellernng«zuschlagS0«/a. »kleine Anzeigen-, das fctt- gedruckte Wort 75 Psg.(Mlässig zwei settgedruckte Worte), jedes weitere Wort S0 Pfg. Stellengesuche und SchwMellenanzeigen das erste Wort 65 Pfg, jedes weitere Wort 40 Pfg. Worte über lS Buchstaden zählen für zwei Wort«. Teuernugszufchlag S0°/» Familien- Anzeigen, politisch« und gewertschaftliche Perein»- Anzeigen 2,— ME. die Zeile ohne Ausschlag. Anzeige» für die nächste Nummer müssen bis 5 Ahr nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin SW 68, Linden- strahe 3, abgegeben werden. Geöffnet »on 9 Uhr srüh bis s Uhr abends. Zentralorgan der Ibzialdemokrati fchen Partei Deutfcblands Reöaktion und Expedition: SW. 6$, binden str. Z. �erufprrcher: Amt«ioriuplah, Nr. RS» g«—»S» i>7. Mittwoch, den S1. April 1VÄ0. vorwärts-verlag S.m.b. h., SW. HS, Lindenstr.Z. Fernsprecher: Amt Moritzplast, Nr. 117 SU— 51. Die örei Tendenzen in San Remo. Nitti— Lloyd George— Millerand. L o n d o«t, 20. April. daß die Nationalver- sammlung nicht auseinandergehen dürfe, ohne Deckung für die Mehrausgaben geschaffen zu haben. Die großen V� r m ö g e n müßten noch schärfer herangezogen werden. Abg. Dr. P a ch n i ck e(Dem.) meinte, die sofortige Zahlung des Reichsnot- opfers sei nicht raffam. Wir seien bereits an der Grenze d�r Trag- fähigkeit angelangt. Helfen könne nur eine erhöhte Arbeitolciswng und die Gewährung langfristiger Kredite durch das Ausland. Post- minister GicSberts teilte mit, daß durch die zu rrlvarletiden weiteren Lohn- und GehaltSaufweiidungen sich der Fehlbetrag der Postverwaltung aus 1,4 Milliarden Mark er- höhen dürste.> Das Programm des neuen Außenministers. Einem RedaKionsmitglied unseres Blattes gewährte der neue Außenminister Gen. Dr. Adolf Köster eine Unterredung über seine Ziele und sein Programm. Auf die Frage, ob der airswärtige Kurs n-ickst von ganz bestimmten Voraussetzungen in der inneren Politik abhängig sei, antwortete Dr. Köster: ,Jn der Tat ist niehr denn je eine klare energische demokratische Politik im Innern die Vorbedin- gung für ein erfolgreiches Wirken nach außen. Rück- sichtslofeSäuberung sowohl der bewaffneten Macht, wie auch der Verwaltung, Unschädlichmachung alter beamteten Personen und Kreise, die nicht willens oder sähig sind, die wilhelminischen Anschauungen abziilegen, das sind die erstenVoraussetzungen für eine fruchtbare außenpolitische Arbeit. Zugleich aber darf dielser Ruck nach links uns nicht aus den Bahnen der demokratischen Verfassung bringen, denn auch darin würde eine schwere Schädigung der außenpolitischen Interessen Deutschlands ltegen. Das Ausland hat nur Vertrauen in das Deutsch- land der Koalition. Ebenso wenig wie die Entente eine Kapp-Regierung geduldet hätte, ebenso wenig würde sie eine Diktatur des Proletariats bei uns gestatten. Letzteres hat sie uns bereits in den ersten Wochen nach der Revolution zu verstehen gegeben, als wir die diplomatischen Beziehungen zu Sowjetrußland wieder aufnehmen wollten, und in dieser Hinsicht hat sich ihrs Politik bis heute nicht geändert. Selbst wenn also einige unserer Freunde die Idee einer reinsozialrstischen Regierung, die sich auf keine parlamentarische Mehrheit stützen könnte, mit ihren Grundsätzen zu vereinbaren vermöchten, auch dann müßten wir diesen Gedanken ans außenpolitischen Gründen" von uns weisen: denn wir brauchen mehr denn je, zumal um den Frieden von Versailles zu erfüllen, Kre d i te, die einem Deutschland der Diktatur des Proletariats eutweder über- Haupt nicht oder bei weitem nicht in dem Maße ge- währt würden, wie einem Deutschland der demokratischen Koalitionspolitik. Im übrigen sind alle Fragen der auswärtigen Politik mit unseren innerpolitischcn Verlfältnissen eng verknüpft. Eine der nächsten Aufgaben meines Amtes wird sein, durch Verhandlungen die Räumungen der Maingau- st ä d t e sobald wie möglich herbeizuführen. Dieses Ziel wird aber nur zu erreichen sein, wenn aus der äußersten Rechten und auf der äußersten Linken alles vermieden wird, was ge- eignet ist, den Scharfmachern links des Rheins neue Argumente und Vorwände in die Hände zu spielen. Ein neuer Putschversuch von rechts wäre womöglich ein noch größeres Verbrechen an unserem Vater- lande als der vom 13. März, denn er würde den vollständigen Zerfall unserer Reichseinheit diesesmal zur unrettbaren Folge haben. Ich verweise hierzu noch auf die gestern durch die hiesigen Vertretungen der Alliierten überreichte Kol- lektivnote. Was die anderen Extreme anbelangt, so wäre es notwendig, daß sie nicht alle Exzesse, die auf kommunistischer Seite oder vielmehr unter kommunistischem Deck- mantel geschehen, blindlings decken und die zum Eingreifen gezwungene Reichsregiernng militärischer Machenschaften und arbeiterfeindlichen Neigungen bei der Entente den un- zieren. Tie letzte Rede M i l l e r a n d s in der Depu- tiertenkammer ist in dieser Beziehung sehr lehrreich. Di« ganze Argumentation des französischen Ministerpräsidenten nxir nur stichlialtig, wenn er beweisen konnte, daß nnsier Ein- marsch ins Ruhrgebiet wirklich./überflüssig und gefährlich" gewesen sei. Und um dies zu beweisen, konnte er sich nur ans die Angaben stützen, die Braß und seine Freunde in Koblenz vor der Rheinlandkommission gemacht hatten. In dem Bericht der Rheilandkommission heißt es sogar, daß die von Braß geführten Delegierten erklärt hätten, die Besetzung Frankfutts und Darmstadts durch die ftanzösifchen Truppen habe in den Arbeiterkreisen, namentlich in Hagen und Düsse!- dorf, ein Gefühl der Erleichterung heworgerufen. Unter diesen Umständen wird es einem in der Tat sehr schwer gemacht, für Deutschlands klares Recht einzu- treten und Schutz vor fremder Vergewaltigung zu erlangen, wenn eigene Volksgenossen, vielleicht ohne sich die Tragweite ihres Schrittes und ihrer Worte vorher genau überlegt zu haben, uns den Marschall Foch auf den Hals hetzen. Es muß von jedem Bürger der deutschen Republik verlangt wer- den, daß unabhängig von seinen innerpolitischen Anschauuu- gen er sich der uns alle gemeinsam drohenden Gefahren und der uns allen gemeinsam auferlegten Verpflichtungen be- wüßt bleibt. Frei von jedem Chauvinismus, frei von jeder „burgfriedlichen" Ideologie müssen wir alle Volkskräste, die willigen und die bisher widerstrebenden, zusammenfassen. Das ist sowohl ftir den eigenen wirtschaftlichen und geistigen Wiederaufbau, als auch für die Erfüllung des Friedensver- träges notwendig. Nr. 203 ♦ 37. Jahrgang Vellage öes vorwärts Mittwoch, 21. �ipril 1020 GroßSerlm Ein befonüerer verfammlungsschutz. Bevorsteheude Aufhebung des Ausnahmezustandes. Der Polizeipräsident, Genoste Richter, wird an die Leitungen aller Parteien folgendes Schreiben richten: .Ich beabsichtige für die bevorstebende Wahlperiode besondere Einrichtungen �u treffen, die die Verfassung smäßige Ver- sammlungsfreiheit sicherstellen. Verschiedene Ereignisse in den letzten Monaten baben gezeigt, daß Versammlungen aller Parteirichtunge» von radaulustigen Elementen gestört und ge- sprengt loorden sind. Diese Vorkommnisse haben in der Oeffent- lichkeit berechtigtes Aussehen erregt. Die in der Wahlbewegung naturgemäß gesteigerte Anteilnahme aller Bevölkerungskreiie am Versammlungsleben, serner die bevor st ehendeAushebung des Ausnahmez u st andes, nach der auch vielfach mit Ver- anstaltungen unter freiem Himmel zu rechnen ist. läßt einen be- sonderen Ver sammlungS schütz als wünschenswert er- scheinen. Bevor ich dahingehende Maßnabmen treffe, lade ich Ver- treter aller Parteirichlungen zu einer Aussprache ein. die den Zweck haben soll, die Wünsche der Parteien in dieser Richtung zweckmäßig zum Ausdruck zu bringen und die Einrichtung praktischer Matz- nahmen zu ermöglichen.�_ SoZialistlsche Silöungsarbeit. In der am Sonntag im Jugendheim, Linderrstr. 3, unter der Leitung des Gen. W e i m a n n tagenden Konferenz der Bildungsausschüsse der S. P. D. Groß-Berlins gab Genosse H o r l i tz eine Uebersicht über die Arbeit des Bezirks- bildungsausschusses Groß-Berlin im verflossenen Halbjahr und er- öffnete einen Ausblick in die Zukunft. Durch intensive Arbeit mußte aus dem Trümmerfeld, das durch den Krieg und die Spaltung der Arbeiterschaft verursacht war. Neues aufgebaut werden. Um Ganzes sür die Bildungsarbeit zu leisten, ist es nötig, all« Schichten der Partei dafür zu interessieren. Leider macht sich hier eine Lücke be- merkbar, da die Kreise der Intellektuellen teilweise noch nicht richtig auf die Biidyngsaufgaben eingestellt sind. Darum muß es unsere Pflicht sein, die große Zahl der neuen Mitglieder in Arbeitsgemeinschaften für diese Aufgaben vorzubereiten. Bei der künstlerischen Betätigung läßt sich der B. B. A. von dem Ge- sichtspunkte leiten, nur das wahrhaft Gute und Schöne zu bietwt, das alles Schlechte besiegt. Di« wissenschaftlichen Veran- staltungen dagegen sollen der Arbeiterschaft die großen Zusammen- hänge des wirtschaftlichen und politischen Lebens klar machen. In diesem Sinne hat die„Sozialistische Bildungsschule* gute Arbeit geleistet und eine große Reibe von Kursen, zumeist mit aktuellem Thema, veranstaltet. Wenn auch zweifellos«in großer Bildungshunger innerhalb der Arbeiterschaft vorbanden ist, so muß sich der B. B. A. auf Grund der gemachten Ersahrungen in Zukunft hüten, zuviel solcher Kurse ins Leben zu rufen, zumal jetzt mit einer Hochflut von Gründungen auf wissenschaftlichem Gebiete zu rechnen ist. Zu er- wägen ist für die Zukunft, ob nicht unter den Teilnehmern an den Kursen eine Differenzierung nach Altersstufen und nach der Vorbildung vorgenommen wird. So sollen für die Jungsozialistische Vereinigung und auch für die Vereinigung für Gymnasiasten besondere Kurse eingerichtet werden. Redner geht dann auf die künstlerischen Veranstaltungen deS verflossenen Halbjahres ein, besonders auf die mit großem Beifall aufgenommenen Festkonzerte, Märchennachmittage und Theater- Vorstellungen. Für das kommende Winterhalbjahr find wieder 5 große.Konzerte geplant, ferner eine Engels- und Dehmcl-Feier und sonstige wertvolle Veranstaltungen. Sodann geht der Redner auf die grundsätzliche Stellung des B- 35. A. zum L i ch t s p i« l ein. Dem Kmoelend kann nur abgeholfen werden durch die Sozialisierung der Roh- f i l m i n v u st r i e. Zum Schluß fordert er auf, bei allen Bildungs- ainvlchtungen in den einzelnen Orten sich vom Sekretariat des B. B. A., Lindenstr. 3, beraten zu lassen. Nur durch innige Zu- sammenarbcit wird etwas Gutes und Ganzes entstehen und daraus den Teilnehinern Mut und Kraft zum Kampf erwachsen. Genosse W e i m a n n gibt einen Bericht über die Volkshoch- f ch u le und über die T ä t i g k e i t d e s B. B. A. darin. Wenn sich anck noch einige Mängel im Aufbau. Lehrplan usw. vorfinden, so muß man doch sagen, daß die Leistungen der Volkshochschule die volle Anerkennung deS B.'B. A. finden. In der Leitung dieses neuen UniernehmenS bat man volles Verständnis für die Anregungen und Wünsche der Arbeiterschaft. Die einzelnen kleineren Volkshochschulen, die heute noch über Groß-Berlin verstreut find, müssen nach und nach in der einen Volkshochschule konzentriert werden. Hier müssen die örtlichen Bildungsausschüsse ihren Ein- flutz geltend machen. Dann berichtet der Redner üher den Groß- Berliner Ausschuh für volkstümliche Kunstpflege, dem Vertreter der S. P. D.- und 11. S. P. D.- Bildirngscrusschüsse, Vertreter der Freien Volksbühnen und der Gewerkschaften ange- hören. Der Ausschuß hat den Zweck, die gemeinsamen kulturellen Interessen der gesamten Arbeiterschaft Groß-Berlins gegenüber den Kunstunternehmern, Theater- und Saalbesitzern usw. zu ver- treten und hat nach dieser Richtung hin schon wertvolle Arbeit ge- leistet. Besonders bemüht er sich, die Theaterfrage in einem die Arbeiterschaft befriedigenden Sinne zu lösen. So ist da? K ro l lsche Unternehmen durch Vertrag mit dem Staate bereits der Volksbühne verpachtet und wird Anfang 1920 unter Mitwirkung der künstlerischen Kräfte beider StaatStheater mit seinen Vorstellungen beginnen. Weiter besteht de? Plan, eine Voltsoper mit etwa 3000— 4000 Plätzen einzurichten. Diese Bestrebungen finden unsere volle Unterstützung. Darüber hinaus erstreben wir die Zusammen. Sozialöemokratl'stber verein Serlin. Heute 6 Uhr für alle zur S. P. D. ssthöreude« Partei- fnuktionäre, Betriebsvertranensleute, Angestellten- and Beamten- Vertreter: Allgemeine Funktionärkonferenz im Deutschen Hof, Luckauer Straße 15. Tagesordunng: Unsere nächsten politischen Aufgaben»nd die Einigung der Arbeiterschaft. Referent: Genosse Dr. K o e l i tz. Mit- gliedsbnch und Answeiskarte vorzeigen. Die Ordentliche Generalversammlung findet am Sonntag, den 16. Mai, vormittags 16 Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engelufer 15, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Jahresbericht. 2. Neuwahl des Vor- standes. 3. Stellungnahme zur ReichStagswahl(Aufstellung der Kandidaten). 4. Anträge. fassung aller ernsthaften BildungSbestrebungen durch ein k o m m n- nales Volksbildungsamt Groß-Berlin, daS wertvolle Kulturarbeit leisten und Hand in Hand mit den bestehenden Organi- sationen arbeiten müßte. Die Diskussion bewegte sich im Sinne der Referate. Die Tätig- keit des B. B. A. wurde allgemein anerkannt und auch die Richtlinien für die kommende Mldungsarbeit wurden gutgeheißen. Zum Schlüsse wurde folgende Entschließung emge- nomine n: „Zur Förderung unserer Bildung sarbeit und Erfüllung unserer künstlerischen Aufgaben haben sich im Lause unserer jahrelangen Tätigkeit feste, allgemein gültige Grundsätze entwickelt, welche innerhalb der gesamten Partei Anerkennung gefunden haben. Durch die neuesten historischen Ereignisse hat sich die Zusammen- setzung der Partei wesentlich verändert. Große Kneif« der Jntellek» tuellen sind der Fesseln ledig, die sie früher am Eintritt in unser« Reihen hinderten. Diese Schichte. t. als Träger wertvoller geistiger Kräfte, der Partei dienstbar zu machen, indem wir ihnen die Grundsätze und Richtlinien unserer BildungSarbeit vermitteln und den Weg ebnen zum Verständnis der Psyche de? Arbeiters, be- trachtet die Konferenz als eine dringende organisatorische Aufgabe des Bezirksbildungsausschusses. Das soll durch besondere Zu- sammenkünfte in regelmäßigen Zwischenräumen erreicht werden. Weiter erkennt die Konfereuz an, daß auS den gleichen Gründen von Zeit zu Zeit in bestimmten Bezirken kleinere Besprechungen mit den örtlichen Bildnngsausschüsson stattfinden sollen, um die Beziehungen dieser Ausschüsse zur Zentrale möglichst innig zu ge- stalten. Di« Äonssrenz erwartet weiter, daß alle Genossinnen und Genossen, die in den Bildungsemsschüssen tatig sind, ihre ganze Kraft zur Verwirklichung der großen Aufgaben freudig zur Ver- fügung stellen."'_ Der Bericht des Grost-Berliner SluSschuffes. Der 17.(Groß-Berliner) Ausschuß der Landesversammlung hat den gedruckten Bericht über seine Verhandlungen der Landesver- sammlung überreicht. Dem Bericht sind ein« schematische Uebersicht über die Verfassung und Verwaltung der Städte London, Paris, Wien und New D o r k, ein« Uebersicht über die sinan- ziellen Verhältnisse der Groß-Berliner Gemeinden und sonstige Unterlagen sowie ein« Zusammenstellung de? Gesetzentwurfs mit den Beschlüssen des Ausschusses in zweiter Lesung beigefügt. Die Beschlüsse des 17. Ausschusses in erster Lesung haben wir bereits mitgeteilt. Aus dem ausführlichen Bericht über die zweite Lesung ist hervorzuheben, daß im Anschluß cm die Beschlüsse des Brandenburgischen Provinziallandtages von ver- schiedenen Seiten auf die Wünsche und Lebensbedürfnisse der Pro» vinz nachdrücklich hingewiesen wurde; man befürwortete die Bildung einer Oberprovinz Berlin-Brandenburg oder die Zusammenziehung Berlins und der Provinz zu einem Zweck- verband für bestimmte Aufaben. Von sozialdemo- k r a t i s ch e n und demokratischen Vertretern wurden hiergegen Bedenken geltend gemacht; auch Unterstaatssekretär Dr. Freund wandte sich dagegen. Schließlich wurde folgender Antrag als neuer § 4a einstimmig angenommen: „Bei der Auseinandersetzung(zwischen Berlin und der Provinz) kann durch Vereinbarung zwischen der neuen Stadigemeinde Berlin und dem Provinzialverbmide der Provinz Brandenburg, insbe- sondere zur Vermeidung einer Auseinandersetzung in Ansehung bestimmter Gegenstände, die Ueberftagung einzelner k o m m u- na lex Aufgaben an eine von beiden Kommunalverbänden zu bildende Körperschaft öffentlichen Rechts(Zweckverband Berlin- Brandenburg) stattfinden. Die Rechtsverhältnisse dieses Zweck- Verbandes, iasbesonder« der von ihm zu erfüllenden kommunalen Aufgaben, find durch ein« Satzung zu regeln, die der Vereinbarung der Beteiligten unterliegt. Die Festsetzung der Satzung des Zweck» Verbandes bedarf der Bestätigung durch das Schiedsgericht. Die Aufficht de? Staates über die Verwaltung der Verbandsangelegen- heften wird in erster Instanz von dem Qberpräsidenten, in höherer Instanz von dem Minister deS Innern im Benehmen mit den sonst zuständigen Ministern ausgeübt.... Die Beamten deS Zweck- Verbandes haben die Rechte und Pflichten von Provinzialbeamten. Im übrigen bleibt die Regelung der in diesem Paragraphen be- handelten Angelegenheiten einem besonderen Gesetz vorbehalten." Nach dem Vorschlag des UnterfiaatSsekretärS setzte der AuS- schuß als Ueberschrift des Gesetzes fest: Gesetzentwurf über die Bildung einer neuen Stadtgemeinde Berlin. Der Ausschuß beantragt:„Die Verfassunggebende Preußische Landesversammlung wolle beschließen: 1. Den Entwurf eines Gesetzes über die Bildung einer Stadt Groß-Berlin nach den Be- fchlüssen des Ausschusses in zweiter Lesung anzunehmen; 2. die zu der Vorlage eingegangenen Eingabe,: als erledigt zu er- klären." Berichterstatter des Ausschusses fit Genosse Bruns. Vor- aussichtlich wird die dritte Lesung de? Gesetzentwurfs schon auf die Tagesordnung der Sitzung am Freitag dieser Woche gesetzt werden._ Vom Amtsschimmel. Aus Kreisen der Kriegsbeschädigten geht uns folgender Notschrei zu: Trotzdem durch Verfügungen und Verordnungen von. Reichs wegen immer und immer wieder auf schnellste Erledi- g u n g von Rentenanträgen und Hinterbliebenenbezügen usw. auf- merksam gemacht wird, vergeht oft Jahr und Tag, bis eine einzige Sache erledigt ist. Es ist keine Seltenheit, daß Kriegsbeschädigte seit ihrer Entlassung aus dem Jahre 1918 noch keinen Bescheid über�ihreVersorgung haben. Wohl hat man ihnen Renten- Vorschüsse bewilligt, diese haben, da die Erwerbsbeschränkung noch nicht anerkannt ist, nur eine begrenzte Höhe. Ein Heilder- fahren zur Gesundung kann nicht eingeleitet werden, da die Unterlagen teilweise verlorengegangen sind und neue nicht be- schafft werden können, weil die Zeugen nicht mehr vorhanden oder in alle Winde verschlagen sind. Viel trauriger liegen die Sachen bei den Kriegerwitwen, Kriegseltern und bei denen, wo der Mann vermißt ist. Hier sind uns Fäll« bekannt, die jeder Beschreibung spotten. Was durch den BureaAtratismuS für Elend heraufbeschworen wird, fit kaum zu beschreiben. Bei denen, wo das Rentenverfahren erledigt ist, hat es mit den Sonderunter- stützungen keinen Verzug, während man die anderen, wo das Ver- fahren schwebt, damit bestrast, daß man ihnen die Unterstützung, die ihnen von feiten der Kommune gewährt und vom Reich teil- weise zurückerstattet wird, e n t z-k e h t und die davon Betroffenen der Verzweiflung in die Arme treibt. Geht man der Sache genauer nach, findet man, daß cm verschiedenen Stellen noch reaktionäre Herren sitzen, die eben kein Verständnis für soziale Fragen haben rntd einfach antworten:.Das geht mich n i ch t s a n." Es ist an der Zeit, daß diesen Herren mehr Ver- antwortlichkeitsgefühl eingeimpft und der Bureau- kratenfchimmol etwas mehr in Trab gesetzt wird. 13) Segen öer Cröe. Roman von Knut Hamsun. Dann sprach er von Jiaks Hofangeleffenheit uwd stufte; „Ich habe die Sache gleuh weitenbeförHert und sie warm einpiotzlen. Sellarrraa ist em hübscher Name. Eigentlich hättest du das Land umsonst haben sollen, aber wenn ich das geschrieben hätte, wäre der Staat unverschämt geworden und hätte seinen eigenen Preis angesetzt. Ich habe fünfzig Taler geschrieben."—„Ach so, habt Ihr also nicht hundeot Taler ge- schrieben?"— Der Schultheiß runzelte die Stirne und über- legte, dann sagte er:„Soviel ich mich erinnere, Hab ich fünfzig Taler geschrieben."■■ f „Wohin reist Ihr jetzt? fragte Jsak.—„Nach Bester- Kotten, zur Familie meiner Frau."—„In dieser Jahreszeit? Das ist ein böser Weg. um da hiniiberzutonmien."— ,,O es wird sckion gehen. Kannst du mich nicht ein Stück weit be- gleiten?—„Doch. Ihr dürft nicht allein gehen." Sie erreichten die Ansieblung, und der Schultheiß über- nachtete in der Kammer. Am Morgen nahm er wieder einen Schluck aus seiner Flasche und sagte;„Ich ruiniere mir gewiß den Magen auf dieser Reift." Sonst war er ganz wie bei seinem letzten Besuch, wohlwollend entschieden, aber etwa- aufgeregt und mit seinem eigenen Schicksal beschäftigt; viel- leicht war das aber gar nicht so trostlos. Als Jsak sagte, nicht die ganze Halde sei angehäuft sondern nur ein kleines Stück davon, nur ein paar Felder, gab der Schultheiß die überraschende Antwort:„Das Hab ich wohl verstanden, als ich damals hier saß und schrieb. Aber mein Fuhrmann Brede verstand nichts davon, er ist ein Esel. Das Ministeriuni hat ein? Art Tobelle. Wenn nun auf so einer großen Lcmdstrccke so wenig Heulasten und so wenig Kartoffeltonnen geerntct werden, dann sagt die Tabelle des MinisteriumZ.�das sei elender Boden, billiger Boden. Ich bin auf deiner Seite ge- Wesen, und ich verpfände gern meine Seligkeit aus dieses Schelmen stück. Ja, zwei- bis dreitausend solcher Männer, wie du einer bist, sollten wir hier im Lande haben." Der Schultheiß nickte und wendete sich dann an Inger:„Wie alt alt ist der Kleinste?"—„Jetzt ist er dreiviertel Jahr alt."— „Und ist es ein Junge?"—„Ja."— „Aber du mußt dich ins Zeug legen und deine Hofange- jegenheft so rasch wie möglich in Ordnung bringen," sagte der Schultheiß zu Jsak.„Es ist noch ein Mann da, der un- ' gefähr auf halbem Wege zwischen hier und dem Dorf kaufen will, und dann steigt der Boden im Wert. Kauf du nur zuerst, dann mag der Preis nachher steigen. Du aber hast dann doch etwas von all deiner Arbeit. Du hast dem Anfang gemacht hier im Oedland." Dft Leute waren ihm dankbar für seinen Rat und fragten ihn. ob er denn nicht selbst die Angelogenheft zum Abschluß bringen werde. Er antwortete, er habe nun das Ssinige dabei getan, es komme jetzt nur noch auf den Staat an.„Ich reise jetzt nach Bestorbotten und kehre nicht mehr hierher zurück," jagte er geradeheraus. Er gab Inger eine Mark, aber das war wirklich zu viel. „Vergiß nicht, meiner Familie im Dorf etwas zum Schlachten mitzubringen, ein Kall» oder ein Schaf, meine Frau bezahlt dir's. Nimm auch ab und zu ein paar Ziegenkäse mit, meine Kinder essen ihn so gern," sagte er. Jsak begleitete ihn übers Gebirge; auf dem Kamm lag fester, hartgeftorener Schnee, man konnte also gut mar- schieren. Beim Sfbschied bekam Jsak einen ganzen Taler von ihm. So zog denn Schultheiß Geißler fort und kehrte nicht mehr ins Dorf zurück. Die Leute sagten, es sei ihnen einerlei; nian hicft ihn für einen unzuverlässigen Menschen und einen Abenteurer. Nicht, daß er mcht genug gewußt hätte, er war ein wohlunterrichteter Mann, der viel gelernt hatte, ober er tat sich zuviel darauf zugut und verbrauchte anderer Leute Geld. Es wurde ruchbar, daß er auf ein scharfes Schreiben vom Landrat Pleym hin durchgebrannt war; aber seiner Familie geschah nichts Böses, sie bestand aus der Frau und drei Kindern, und die blieben noch längere Zeit im Dorfe wohnen. Uebrrgens dauerte es nicht lange, bis die fehlenden Gelder von Schweden aus geschickt wurden, die Schultheißen- familie war dann nicht mehr als Pfand da, sondern blieb aus freiem Willen, weil sie es selbst wollte. Für Jsak und Inger war dieser Geißler kein schlechter Mensch gewesen, im Gegenteil. Gott mochte wissen, wie sich nun der neue Schultheiß zu der Sache stellen würde, ob am Ende das ganze Geschäft mft der Ansiedlung noch einmal gemacht werden mußte! Ter Landrat schickte einen von seinen Schreibern nach dem Torfe, das war der neue Schultheiß. Er war ein Mann in den Vierzigern, der Sohn eines Vogts und hieß Heyer- dahl; er war zu arm gewesen, um studieren und Bernnta: zu werden, aber er hafte auf einer Gerichtsstiche gelernt und war da schon seit fünfzehn Jahren Schreiber gewesen. Da er niemals Geld genug zum Heiraten gehabt hatte, war er Junggeselle; der Landrat Pleym hatte ihn von seinem Vor- gänger geerbt und gab ihm dasselbe armselige Gehalt, das er vorher bezogen hatte. Heyerdahl empfing sein Gehalt und schrieb weiter. Er wurde ein mißmutiger, vertrocknc�r, aber zuverlässiger und rechtschaffener Mann, war dabei auch, so- weft seine Begabung reichte, sehr tüchtig zu den Arbeiten, die er einmal gelernt hatte. Jetzt, wo er Schultheiß geworden war.�stieg sein Selbstgefühl bedeutend. Jsak faßte sich ein Herz und ging zu ihm. ..»Dft Sache Scllanraa— ja, da ist sie, vom Ministenum zurückgekommen. Die Herren wollen über vieles noch Stuf- klaru-nxi haben, das Ganze ist ja von der Hand dieses Geißlers der reine Durcheinander," sagte der Schultheiß.„Das Königliche Ministerium will wissen, ob da vielleicht große berrliche Muttebeerenytoore auf dem Platze sind. Ob es Hochwald ist. Ob sich möglicherweise Erz? und verschiedene andere Metalle in den Bergen ringsum finden. Es sei ein großes Gebirgswasser genannt, ab es Fische da gebe. Dieser Geißler hat allerdings einige Aufklärungen gegeben, aber es ist ja kein Verlaß auf ihn, ich muß hier alles von ihm genau durchgehen. Ich werde also sobald wie möglich auf deine Ansiedlung nach Sellanraa hinaufkommen und alles untersuchen und es einschätzen. Wieviele Meilen ist es hin- auf? Das Königliche Ministerium will, daß die Grenzen ordentlich abgeschritten werden."—„Es wird sehr schwierig sein, di� Grenzscheide vor dem Sommer abzuschreiten," sagte Jsak.—„Ach, es wird sich schon machen lassen. Wir können das Ministerium nicht bis zum Sommer auf Antwort warten lassen." versetzte Heyerdahl.„Ich komme in den nächsten Tagen hinauf. Bei derselben Gelegenheit soll vom Staat aus auch noch an einen anderen Mann Siedlungsland ver- kauft werden."—„Ist das der Mann, der ans halbem Wege vom Dorf bis zu mir herauf Land kaufen will?"—„Das weiß ich nicht, aber vielleicht ist er es. Ein Mann von hier übrigens, mein Taxator, mein Anttsdftner. Er hat schon bei Geißler wegen des Kaufs angefragt, aber Geißler hatte ihn abgewiesen und gesagt, er könne ja nicht einmal zwei- hundert Ellen umgraben. Da hat der Mann an das Land- gericht selbst geschrieben, und jetzt ist mir'dft Sache zur Be» gutachtung übergebeul," (Forts, folgt.) Mehr denn je brauchen wir jetzt das Vertrauen deS Nuslandes, dieses ist die Vorbedingung sür eine Revision des Friedensvertrages. Das Mitzlrauen, welches angesichts mancher unerfreulichen Vorgänge in Deutschland in den letzten Monaten nicht immer unbegründet war, ist die Hauptnrsache der fortwährenden Verwicklungen, die den Tag der Revision imnrsr weiter verschieben. Namentlich in Frankreich ist das Mißtrauen Deutschland gegenüber so grenzenlos, daß allein das Wort..Revision" als ein Zeichen des schlechten Willens und der Hintergedanken des der Erfüllung des Vertrages von Versailles gedeutet wird. Auch hierin dürfen wir nichts unterlassen, was zur Beseiti- gung oder wenigstens zu? Linderung dieses Mißtrauens bei- tragen könnte. Und deshalb erkläre ich: Ich erblicke in dem Friedensvertrag von Versailles eine Tatsache, die wir durch unsere Unterschrift feierlich anerkannt haben. Diese Tatsach? müssen ivir auch offen und mutig anerkennen una jederzeit der Versuchung widerstehen, im Hinblick auf gewisse darin enthaltene glatte Unmöglichkeiten eine D e k l a- mationspolitik zu verfolgen, die ihren Zweck g ä n z- lich verfehlt. Wir müssen uns innerlich fest entschließen, den Vertrag, so wie er ist, zu erfüllen, und, da wo sich diesem unserem Willen unüberwindbare Widerstände entgegen- stellen, müssen wir trachten, unter Vermeidung allzu häufigerProt? st noten durch offene Ausjhrache einen Ausweg zu finden oder manchmaf auch eine Linderung her- beizuführen. Nur so kommen wir zum großen Ziel, das uns im Interesse nicht nur Deutschlands, sondern der ganzen Welt vorschwebt, zu einer weitherzigen Revision des Ver- sailler Vertrages." Unser Mitarbeiter machte hier den Neichsminister Dr. Köster darauf aufmorksam, daß am vorigen Mittwoch im Laufe einer sehr offenen Aussprache zwischen oem französischen So- zialistenführer R e n asti d e l und dem Elen. Scheide mann .letzterer unter lebhafter Zustimmung Renaudeis ähnliche Ge- dankengänge entwickelt hatte, die in der Formel gipfelten: ..Revision durch E r f ü l l u n g". Tr. Köster meinte hierzu, so sehr er an die Zukunft der. franzfischen Sozialisten- Partei glaube, so wenig könne man auf ne als auf einen positiven Machtfaktor in der gegenwärtigen SUu- ation zählen:„Unser. Ziel muß aber sein, die Zustimmung zu dieser Formel Scheidemanns, die a u ch m e i n e F o r m e l ist, nicht allein von den oppositionellen, sondern auch von den regierenden Faktoren in Frankreich zu erlangen. Wir müssen die mißtrauischsten unserer Gegner zu der Er- "enntnis bringen, daß wir gewillt sind, den Friedensvertrag zu erfüllen. Und wenn auch Millerand von dieser unserer festen Absicht überzeugt sein wird, dann wird der Tag der Revision nicht mehr fern sei n". Der wah!üuf?uf üe? Unabhängigen. Der Sin» des Rätesystews. Der jetzt erschienene Wahlausrirf der Unabhängigen ent- bält neben sehr vielem, dem auch die Sozialdemokratische Partei ohne weiteres zustimmen kann, die folgende Stelle: Durch die politische Vorherrschaft der ArSeiterNasse, di« Di ktatur dcS Proletariats, ist dieses Ziel allein zu er» reichem Die arbeitenden Menschen, die Träger der Wirischaft, die Erzeuger deS gesellschaftlichen Reichtums, di« Förderer der Kultur sollen auch die verantwortlichen Träger aller staatlichen und gesell- schastlichen Ein Ächtungen und der politischen Gewalten sein. DaS ist dar Sinn des RäteshstemS, du rch das erst das Selbstbestimmung? recht und die Selbswerwaltung der arbeitenden Menschen in Betrieb, Gemeinde und Staat verwirklicht wird. Die Diktatur des Proletariats ist der politische Ausdruck ftrr die lieber- nähme der politischen Macht duirch die Anbsiterllasse, ist oin lieber- gangSstcchium für die Zwischenzeit vom Kapitalismus zum Sozia- liÄmus, zur Verwirklichung der sozialistischen Gesellschaft, in der die sozialistische Demokratie zur vollen Geltung kommt. Auch diese Formulierung bedeutet gegenüber früheren Zoiegesang vor öen Wahlen. Die Alldeut schnationaleu: Denkst du daran, mein treuer Bundesbruder, an jene Zeit, da wir den Kapp gesandt? Schon griff er kühnen Geistes nach dem Ruder, das Gottes Rat bestimmt sür unsere Hand: schon schwang die Hoffnung ihre» Rosenflügel, da kam ein Blitz und schlug das Werk zu Brei. Zwn steh» wir kummervoll am Schinerzenshügel— es rückt und rückt der Tag der Wahl herbei. Die deutschen Volksnationalliberale o: Ich denke dran, o tapf'rer Kampfgefährte, dir blitzt der Säbelknauf im Wappenschild, doch trage ich auch manche innere Werte, Besitz und Bildung bring ich. wenn e» gilt, Wcitzt du nicht mehr, wie Alte wir und Knaben zum frischen Krieg geführt mit Sang und Klang 7 Wir müssen nur den Mut zum Leugnen haben, vielleicht gelingt unS noch einmal ein Gang. Beide: Wir sind des Vaterlandes echte Hüter— zurück in deine Schranken, Arbeitsmann, für dich die Pflichten und für uns die Güter— euch, Bürger, rufen wir besonders an: 'Steht fest bei Uns, sonst freffen Bolschewisten mit Haut und Haar euch auf zum Fcühstücksbrot, stimmt sorglich und bedacht für unsere Li'sten, Gewinn und Reichtum winkt bei Schwarz-weitz-rot I _ S ch l a r a s f. Lenegalneger im G-ethehau»! Im Pariser„Popiflaire" schreibt Georges P i o ch:„Die Senegalncger haben in Frankfurt das Geburtshaus Goethes besetzt. Bis zum heutigen Tage wart« ich vergeblich, daß ein Mitgliod der Partei der Intelligenz gsge« diese unnütze Besetzung oder vielmehr gegen die Herausforderung, die ebenso odiös wie lächerlich ist, protestiert. Ich erwarte, daß sich die Partei der Intelligenz vereinigen wird, um zu ftagen: Wer ist dieser Kretin, ob Hauptmann, Major, Oberst, General oder Mar'chall, der es für gut befunden bat, im Goeihehauö Schwarze einzulogieren? Schwarze, die besonders hervorragend in dem Mut sind, alles zu V e r n i ch t en; die sich dadurch auszeichnen, daß sie Seuchen(verolcs) verbreiten. Wer ist der Bösewicht, der Spaß- ' vogel, der Sadist ä la Clemenceau oder noch bester, der Tropf (niais), der sich bemüht hat. Frankreich in seiner Vergangenheit, in seinem Renommee zu entehren?" Pioch sagt, er habe gelesen, daß Napoleon I. de» ftan- zösiswen Truppen anbesohlen habe, als sie Weimar besetzten» wo Goethe gewohnt habe, dem deutschen Dichter die größten Ehren zu erweisen. Gr exLärt, er habe eines Tages dem Goethehans in Frank- ein? gewisse AZschwächung. Wäre gesagt, daß die Diktatur des Proletariats auf gewaltlosem Wege erstrebt wird durch die Demokratie, die politische Gleichberechtigung aller, so wäre nur noch zu fragen, ob für eine solche verfassungs- mäßige Machtstellung der Arbeiterklasse noch der Ausdruck Diktatur am Platze ist, mit dem man gemeinhin den Begriff einer Gewalt herrjchast verbindet. Wenn später von„Akttonen der Masse" gesprochen wird, so bleibt wiederum die Frage offen, ob diese Aktionen aus der Basis der politischen Gleichberechtigung oder aus einer andern vorgesehen sind. Für die Sozialdemokratische Partei bestehen solche Fragen nicht. Sie vertritt ohne alle Umschweife den Grundsatz derpolitischenGleichberechtigung, und sie kann die Gewalt nur als ein Mittel anerkennen, die Gleichberech- ttgung gegen Gewalt zu verteidigen. Sie ist der Uebcrzeu- gung, daß es zunächst einmal gelingen muß, die Mehrheit des Volkes zu einem Bekenntnis zum Sozialismus zu bewegen, bevor man an die viel schwerere Ausgabe, den Sozialis- mus zu verwirklichen, herangehen kann, daß der Sozialismus nur durch das Volk selb st verwirklicht werden kann, und daß jeder Versuch, ihn dem Volke aufzuzwingen, den schwersten Schaden für die Sache bringen müßte. Dunkel wie zuvor bleibt � der„Sinn des Räte- s y st e m s". Die unabhängige Parteileitung hätte die Pflicht gehabt, doch etwas näher auszuführen, wie sie sich dieses Räte- system vorstellt. Spricht man vom Rätespstem. so denkt man zunächst an die russische Sowietverfassnug, die uns wahr- haftig kein locke rüdes Ziel ist. Die Unabhängigen wollen aber die Towjetverfassung auch nicht, sonst wären sie Kommnnihen. Der unahhängige Wahlauftuf zeigt keine klaren Wege und Ziele, sondern ist das' Produkt einer vermittelnden Diplo- nvatte. Entweder� man ist Sozialidemokrat oder man ist Koinmunist! Die Unahhängigen glauben in der Mitte am sichersten zu gehen— aber es g i b t keine Mitte! « Amsterdam, 20. April.(Meldung des Hvllandsch NieuwSburcau.> Der Kölner Vertreter des„Amsterdamer Handelsblad" berichtet über eine Unterredung mit scheidemann in Kassel. Nach Scheidema-nns Ausftrsiwig gehört ein Zusammenarbeiten der M e h r h e i t s s o z i a l i st e n und der Un ab- bängig-n bei den WaWen zu den M ö g l i ch k e i t en. Beide Gruppen haben bei der Bekämpfung der Reaktion von rechts m viel gemeinsame Interessen, um all« Sonder- Interessen nicht hintansetzen zu können. DaS bedeutet noch keineswegs eine Verschmelzung der Parteien durch die Wahlen. Die Voraussetzung für diese Zusammen-arbeit wäre natürlich, daß die UiieShängigen ihr Leipziger Programm ändern. Scheidemann meint, daß das Zentrum Interesse daran zeigen müsse, gegen die Reaktion vorzugehen, um nicht allen Einfl-uß aus die Arbeiterschaft zu v e r l i e r e n. Im all- gemeinen könne angenommen werden, daß das Ergebnis der Wahlen eirie gewisse Verschiebung nach links und nach rechts zur Folge haben werde. Das Zentrum für Entfthlußfreiheit. Aus dem Reichsausschuß des Zentrums meldet die „Germania": WaS die Zukunft anlangt, io herr'cht Einmütigkeit darüber, daß die Fraktion vollständige Entschlnstfreiheit besitzt und daß die Teilnahme des Zentrums an einer künftigen Koalition abhängig sein wird vom Ausfall der Wahlen und von der Möglichkeit, ein Koalitionsprogramm zustande zu bringen, welches eine gedeihliche Führung der deuti'cke» Politik gewährleiste. Dasselbe gilt natürlich für die Sozialdemokratie, deren Stellung zum Zentrum besonders auch davoil abhängen wird, in ivelchcr Gestalt diese sehr verwaudlungssähige Partei auS den Wahlen hervorgehen wird. Koalitionen macht man nicht aus Begeisterung, sondern nur, weil es nicht anders geht. Vielleicht geht es das nächste- mal anders! furt einen Besuch crbgcstattiet, und der Konservator habe ihm erzählt, es sei jüngst«in Franzose in Begleitung von Landsleuten dagewesen, und habe im Kreise seiner Freund« das Wort ergriffen, um inbrünstig in einer ebenso lyrischen wie knappen Sprache zu ihnen zu sprechen von Goethes Leben, seinem Werk, seinem Beispiel und seiner Unsterblichkeit, und der gelehrt« Beamte, der ihm da? berichtete, habe hinzugefügt: Niemais habe ich so innig von unserem lieben Goethe sprechen hör« Und Pioch fügt hinzu:„Ihr habt berausgefuniden, daß der Franzose, der so würdig das Haus de? Olympiers okkupierte, JaureS war. Unser« militärischen Cbess haben, wie ihr euch denke» könnt, viel mehr Genie, ein Genie ganz anderer Art und damit auch ein anderes Verfahren, um Frankreich und seine Victoire beliebt zu machen." Schließlich sagt Pioch, er wolle die Militärs noch auf etwa? aufmerksam machen, darauf, daß Schopenhauer in Frank- furt gewohnt habe. Vor allem aber auch in Bonn auf daS Haus, in dem Beethoven geboren wurde. Auch hier werde ein« Nouba, d. h. ein Detachement Senegalneger, selbst den wider- spenstigsten Alldeutschen zeigen, daß Frankreichs Sieg ohne Grenzen sei. Das wird am Ende noch Pioch erfahren müssen. Denn in dem Frankreich MillerandS regiert nicht der Geist von Pioch— aber der vo» Foch! Die schönsten französischen Gedichte ß�gen den Krieg, die wäh- rend deS Krieges geschrieben wurden, werden jetzt zum Buch ver- eint erscheinen lim„Sablier" in Genf) und Romain Rolland hat ihnen ein Geleitwort gegeben, daS die Dichter des Buchs wie eine Verkörperung der Schicksalsschwere und aller seelischen Em- pürungen- jener Blutjahre, die Rolland.Jahre de? Knechtschaft" nennt, vorüberziehen läßt. Die Worte des großen Werbers edelsten Menschentum? münden aus in einen Ruf nach Deutschland hinüber: .In diesen fünf Iahren war ich bemüht, die Franzosen mit jenen hingebungsvollen Seelen hekairntzumachen, die bei ihren deutschen Feinden sich gegen den Krieg erhoben. Heute wende ich mich zu den Deuiichen und fordere sie auf. die zu hören, die bei unS die gleichen Leiden getragen und sie durch gleiche Hoffnung überwanden. Wie auf den Ahen-dmahlSbi ledern der alten Renaissancemeister die Apostel am selben Tisch sitzen, aber jeder träumt vor sich hin und sieht nickt den anderen, so hahen durch fünf Jahre Frankreich und Deutschland Seite an Seite das gleiche Brot brüderlichen Leidens gegessen und haben es nicht gewußt. Mögen sie es doch heute endlich wissen! Es gibt keine Grenzen ftir da-S Sejben. Es gibt auch keine für die Liebe..." So soll auch die? Buch sich der Arbeit Rollands kür die Ver- söhnung von Deutichland und Frankreich,„für die menschlich? Ein- heit" einfügen. Nottvendcgst« Arbeit, schwerste Arbeit. Di« Gegen- wart aber musiziert zu dem LiebeSruf des Tolstoi Frankreichs immer noch satanisch-grelle Töne. Aber Rolland mahnt:.Brüder aller Länder, und vor allem, ihr Diehter, die ihr das Licht eurer Nationen seid oder sein sollt, eint eure Hände! Wir find all« au? einem Vaterland." Wir ehren sein unermüdliches Werk. Geld umsonst! Im„Daily Expreß" wird folgende Geschichte er- zählt, die da gutes-stück Gegewvartsspicgel darstellt. Em junger Das Neichsversorgungsgefetz. Tie Renten der Kriegsbeschädigten»nd Hinterbliebenen. Der Nationalversammlung ist der Entwurf des Gesetze? über die Versorgung der Militärpersonen und ihrer Hinterbliebenen bei Dienstbeschädigung zugegangen. Dieser Entwurf stellt die Versorgung der Kriegsbeschädigten und Kriegs- Hinterbliebenen zum Teil auf völlig neue Grundlagen. Der Unterschied zwischen Kriegsdienstbeschädigung und Dienst- beschädigung fällt weg. Zur Anerkennung einer Dienstbeschädigung genügt die Wahrscheinlichkeit des ursächlichen Zusammen- Hangs der Gesundheitsstörung mit dem Militärdienst. Den Beschädigten steht Anspruch auf Heilbehandlung, Körper- ersatzstücke, orthopädische und andere Hilfsmittel zu, ferner haben sie Anspruch auf unentgeltliche berufliche Ausbildung zur Wiedergewinnung ober Erhöhung der Erwerbsfähigkeit. Die Grundrente beträgt bei einer Minderung der Erwerbs- fähigkeit um 20 v. H. 480 M., um 30 v. H. 720 M., um 40 v. H. 960 M., um 50 v. H. 1200 M.+ 120 M. Schwerbeschädigten-- zulage, um 60 v. H. 1440 st- 240 M., um 70 v. H. t630 st- 360 M., um 80 v. H. 1920 st- 480 M., um 90 v. S. 2160 st- 600 M., bei völliger Erwerbsunfähigkeit 2400 st- 720 M.. Beschädigte, die zuletzt einen Beruf ausübien, der erhebliche Kenntnisse und Fertigkeiten erforderte, erhalten eine Ausgleichzulage von einem Viertel bzw. der Hälfte der Gebübririsse. Blinde erhalten V o l l r e n t e. Für Kinder werden Kinderzulagen in Höhe von 10 v. H. gewährt, auch für uneheliche Kinder, wenn sie vor Anerkennimg der Dienstbeschädigung erzeugt wurden. Außerdem erhalten bilf. lose Beschädigte ein« Pflegezulage von 600 M. jährlich, bei dauerndem Krankenlager 900 bzw. 1200 M. Eine Abstufung der Rente nach dem Dienstgrad des Beschädigten findet nicht mehr statt. Das Sterbegeld beträgt je nach der Ortsklasse 150— 300 M. Die Rente wird noch 3 Monate nach dem Tode an die nächsten Ver- wandten weilergezahlt. Die Witwe des Verstorbenem erhält als Hinterbliebenenrente 30 v. H. der Vollrente, die erwerbsunfähige Witwe 50 v. H. der Vollrente. Waisenrente erhalten sowohl eheliche wie u n- eheliche Kinder. Sie beträgt, falls die Mutter noch lebt, 15 v. H., andernfalls 25 v. H. der Vollrenie des Verstorbenen. Vater, Mutter, Großvater und Großmutter des Verstorbenen haben im Fall der Bedürftigkeit Anspruch auf Eltern re nie. Sie beträgt für die Eltern zusammen 30 v. H., für Vater oder Mutter allein 20 v. H. der Vollrente des Verstorbenen. Zu allen Renten auf Grund des Gesetzes wevden in den Orts- kläffen A bis D Ortszulagen von 10 bis 20 v. H. gewährt. Hat der Beschädigte ein Jahreseinkommen von mehr als 5000 Mark, so tritt mit der steigenden Höhe des Einkommens«in teilweises Ruhen der Rente ein, bei einem Einkommen von 14 000 M. oder mehr ruht sie gänzlich. Dies gilt jedoch nicht von Schwer- beschädigtenzulage, Ausgleichs-, Orts- und Pflegezulage.» DaS Gelctz enthält ein ausdrückliches Verbot an die Ar- beitgeber, die Versorgungsgebührnisse zum Nachteil de? Be- schäftigten ganz oder teilweise auf sein Arbeitseinkommen a n z u- rechnen. Gegen Arbeitgeber, die dagegen verstoßen, können die Schlich tungsauSschüsse angerufen werden. Gegen den jetzt bestehenden Rechtszustand bringt daS Gesetz zweifellos große Fortschritte, wenn es auch nicht sämtlichen Ansprüchen gerecht wird. Generaiftreik im Elsaß. Grundsätzlich beschlossen. Straßburg, 20. April. De.Freie Presse", das sozialistische Organ von Straßburg, veröftentlicht heute eine Notiz, in der der Präsident der lokalen Arbeiterorganisation die Sozia- listen davon unterrichiet, daß die Verhandlungen zwischen den Industriellen und Arbeitern in Lothringen zu keinem Er» gebniS geführt haben. Hierauf sei grundsätzlich der General- streik beschlossen worden. Amerikaner hatte vor dem Kriege 10 000 Dollar geerbt und mit dem Gelde eine Reise nach England, Frankreich, Spanien, Italien und Deutschland gemacht und dort je 400 Pfund Sterling, 10 000 Fran- ken, 5000 Pesetas, 7000 Lire und 12 000 Mark ausgegeben, tvorauf ihm noch 500 Dollar übrig blieben. Nach dem Krieg erbt er wiederum 10 000 Dollar und entschließt sich zu einer nochmaligen Reise nach obigen Ländern. Er berechnet den Währungsunterschied und verteilt sein Geld nun wie folgt: England 633 Pfund Sterling, Frankreich 36 000 Franken. Spanien 3800 Pesetas, Italien 27 000 Lire, Deutsch- land 185 500 Mark. Er geht zum Wsebiler und verschafft sich die verschiedenen Geldsorten gemäß obigem Verzeichnisse und beschließt, in Deutschland zu bleiben, bi? die Währung wieder normal ist. So tritt er seine Reise an und findet, daß, obschon die Preise überall hoch sind, er mit seinem Geldvorrat gut auskommt. Nur in Spanien wird fem Geld knapp, und er kürzt daher seine Reise dort ab. In Deutschland läßt er sich mit 185 500 Mark nieder und wartet jrm dort, bis die Währung wieder normal ist. Dieses Ereignis tritt nach Verlaus eines Iabres ein, und nackdem er 85 500 Mark ausgegeben hat. Mit 100 000 Mark in der Tasche geht er zum Geldwechsler und erhält 20 000 Dollar ausgezahlt, also das Doppelte der Summe, mit der er seine Reis« antrat; und außerdem hat ihn sein langer Urlaub keinen Pfennig gekostet. Mathematische Borkurse find für die Studierenden eingerichtet worden, die erst jetzt aus der Gefangenschaft zurückgekehrt sind und die jetzt im Sommerhalbjahr das Studium an der Technischen Hochschule zu Chavloitenburg beginnen wollen. M« wesenllichen Teile des Primanerpensums sollen wiederholt und geübt werden. Diese Kurs« beginne» schon in der nächsten Woche und lausen bis Anfang Juli. Auskunft bei der Auskunstsstelle der Technischen Hochschule(Zimmer 157) sowie am schwarzen Brett(Abteilung für Allgemeine Wissenschaften).__ Theater. Ter Sbaw-Strindberg- Abend deS Thealers i« der.Königgrätzer Straße ist aus den 27. April festgesetzt worden. Volksbühneu-Konzert. Im IS. und letzten Konzert de« Verbandes der Freien Volksbühnen, das am 2. Mai, mittags 18 Ubr, im Theater am Bülowplatz stattf'mdet, wird Conrad An sorge Werke von Ltszt, Stuberl, Veetboven und Chopin zum Vortrag bringen. Karten zu 1,50 M. ketnschl. Kleiderablage) bei Vreilkopf u. Härtel. Polsdamcr Str. 21, in den Wa-enhällsern von Tietz. Volksbübnenbuchhandlung, Köpenicker Str. 68, und in der Gclchästsnclle Linlenstr. 227. Der Uwktnrz der Rechtschreibung wird am 27. April in einer Versammlung des Bundes stir deutitc Schrift zu Berlin-Stezlitz und des Berliner Korrektorenvereins im Zenvalinsiilui für Erziehung und Unlcrricht bekämpst werden. Für letztgenannten Berein spricht Korrettor Fülle. Die Einstein-Tbeorte wird beul« abend von 5 Uhr ab in derA lten Urania. Invalidenstr. 57-63, in populär- wissenschalUichem Vortrag« auS Anlaß der L'ebhaber- Astronomen- Generalversammlung besprochen. Im LebrervereinsbauS wird abends der Erfinber G a n S w i» d t seine Ein- wände gegen die Theorie darlegen. Der»üuste Arno- Holz> Abend findet heute abend 7st, Ilhr in der Berliner Sezession statt. Gedichte auS dem.Buch der Zeit" und„Dafnis- Lieder" werden vorgetragen, teil« in Vertonungen von Georg Stolzenberg. Der Erfinder der RapSfchen O-neckfilberlampe, Prof. August Raps, ein Schüler Hclmholtz', und Leiter des Werner- Werke« bei Siemens u. Halste, ist SS Jahre alt, gestorben. Er hat Verdienste um die Schwachstromtechnik. SeusationSmeldunge« über TruppevstnFkS. Unter der sensationellen Ueberschrift:.Streikende Reichswehrtruppen"' glaubt die.Deutsche Tageszeilung' berichien zu dürfen, dab die Treptower Regimenter und die W a ch e in der D i r ck s e n st r a ß e, in den Streik getreten seien. Es soll sich dabei um Meinungsverschiedenheiten wirt- s ch a f t l i ch e r Natur handeln. Diese Nachricht ist, wie die P. P. N. erfahren, falsch. Nichtig ist allein, datz durch die zu- ständigen Bertrauensleute der Truppen mit der zuständigen Stelle des Reichswehrministeriums über eine bereits, bestehende Zulage verhandelt wird. Ei» durchaus legaler Vorgang. Kein Truppenteil ist in den Streik getreten. Auch die .Treptower Regimenter' sind es nicht. Diese schon darum nicht, weil in ganz Treptow ein einziges Bataillon steht. Dir VeklcidungZst.'lle des Magistrats teilt mit: Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die im Umlauf befindliche» B e r e ch- tigungs scheine auf Kommunalware, die bis zum 3t, März ausgestellt worden sind, mit dem 30. April d. I. ihre - Gültigkeit verlieren. Vom 1. Mai 1920 kann die Neuausfertigung in den bekannten Ausfertigungsstcllen nach Maßgabe der vorchan- denen Ware beantragt werden. Die neuausgefertigten Schein« verlieren ihre Gültigkeit mit Ablauf deS auf die Ausstellung fol- genden KalcndermonatS. Der Zentralverein für Schlllerwanderungen hielt Freitag seine Mitgliederversammlung ab. Der Geschäftsbericht ergab ein sehr erfreuliches Bild über die Tätigkeit des Vereins im der- flossenen Jahre. Rund 5700 Volksschulkinder aus Groß-Berlm konnten zu drei- bis achttägigen Wanderungen in die Mark, an die See und in die Mittelgebirge gesandt weiden. Damit hat der Verein die Höchstleistung erreicht, lieber 160 000 M. sparten die Kinder unter Leitung ihrer Lehrer und Lehrerinnen für die Wanderungen. DaS neue Geschäftsjahr stellt den Berein vor große Schwierigkeiten. Die Preise für Quartiere und Verpflegung und für die Eisenbahnfahrt sind gewaltig gestiegen. Trotzdem muß der Verein seine Leistungen, wenn irgend möglich, noch steigern; denn mehr als je bedarf unsere Jugend körper- licher Ausbildung und Kräftigung; auf ihr allein beruht unsere Zukunft. Ssin Portcmonuatc mit Inhalt wurde in der am Montag im Me- sellschastshauS, Hackeschcr Markt, stattgefundcncn Vollveriammiung aller in den Hotelbctriebcii beschäftigten Handwerker, Maschinisten und Heizer gesunden. Dasselbe stehi dem Verlierer im OrtSbureau deS Zentralver- bandcS der Maschinisten und Heizer, Berlin 80 IS, Engeluser 15, L Tr,, Zimmer 27, in den GeschäsrSstunden von 0— 5 Uhr zur Beisügung. Postpakete nach Lstprcustcn können nunmehr wieder befördert werden, da Güterzüge durch den polnischen Korridor durchgelassen werden; die Lriespost geht aus dem Seewege. Neukölln. Volkshochschule. Anmeldungen für den spani- schcn Sprachkursus im Vierteljahr Avril-Juni werden noch bis Sonnabend im Rathause Zimmer 218 von 10—1 Uhr entgegengenommen. Zahlreiche Meldungen erbeten, da der Kursus nur bei einer Mindestteilnehmerzahl von 20 Hörern eingerichtet werden kann. Der am 25. April angesetzte Ausflug deS LyzeallehrerS Kusch» zigk— Reihe 23— findet nicht nach Dahlem(Botanischer Garten), sondern nach dem Gr u n e w a l d statt. Treffpunkt 9 vormittags Bahnhof Grunewald. Schönrberg. Die freie Turuerfchast veranstaltet heute abend L Uhr in der Turnhalle Räiherstraße, einen öffentlichen Turnabend. Mariendorf-Südenbe. Die GemrUrdevertretersitzung wird vom stellvertretenden Gemeindevorsteher Genoffen Waldheim eröffnet mit der Mitteilung, daß der Bürgermeister Holle den bewilligten Urlaub angetreten hat und in Elbing in den Staatsdienst einge- treten ist.— Kämmerer Stech erstattete Bericht über den Abschluß d«S HaupfetatS für 1913, Tiner Einnahme 6on 2 631 TOS,?! Dt steht eine Ausgabe von 2 845 023,32 M. gegenüber; mithin ein Ver- waltungsüberschuß von 186 680,09 M. Diese Summe soll von der neuen Anleihe abgesetzt werden.— Für diejenigen Gemeinde- beamten, die beim Kapp-Putsch beteiligt sind, soll ein Untersuchung?. auSschuß von 7 Gemeindevertretern eingesetzt werden; auf Beschluß der Gemeindevertretung werden gewählt: 3 Vertreter der S. P. D. (die Genoffen Deinert, Rostock und Mnte), 2 U, P., 1 Demokrat und 1 Bürgerlicher.— Eine längere Debatte zeitigte der Antrag auf E r h ö h u n g d e s S ch u l g e l d e s für die höheren Lehr- anstalicn. Richter(U. S. P.) will statt 246 M. 360 M. Schulgeld erheben. Er begründete dieses mit de» hohen Kosten, die der Ge- meinde durch diese Anstalten entstehen. Daß es Standesschulen sind, in denen die Schüler gegen die organisierte Arbeiterschaft mobil gemacht werden, Hab« der Generalstreik bewiesen. Die Schul- ordnung müsse revidiert werden. Beschlossen w'rd, daß das Schulgeld für das 1,. Quartal 1920 mit 240 M. berechnet wird; mit den Nachbargemeinden soll in Verbindung getreten werden, ob ein« Erhöhung des Schulgeldes angebracht ist.— Der Gemeindearzt fordert zum Anbaus von Medikamenten zur Bekämpfung der in den Schulen auftretenden Krätze die Summe von 200 M., die be- willigt wird,— In Anbetracht der großen Preissteigerung der Friscurgeschäfte wurde beschlossen, eine Gemeinde-Haar» schneide st übe«inzurichten. Der Preis für Haarschneidcn be- trägt für Kinder 30 Vf., für Erwachsene IM.— Auf Antrag unserer Genossen wurde beschlossen, den 1. Mai als Feiertag zu begehen. Ebenfalls zugestimmt wird der Anregung unseres Genossen Kaphun, baldigst eine Vorlage zur Errichtung eines Ge- meiudefriedhofes zu machen. In einem Artikel der„Mariendorfsr Zeitung' wird seitens des MieterbundeS das WirtfchaftSamt an- gegriffen, beim Generalstreik den Landbrotbäckern die Ausfuhr von Brot unterbunden zu haben. Genosse Huhn als Leiter und Genosse M.'weS als Beamter des WirtschaftSamtos erwiesen die Behaup-tungcn als leeres Gerede. ?ugenAveranftaltungen. Heute Uhr: Zentraljugendheim, Linden str, 3. Literaturabend.— EbarlaHen, bürg. Rosinenftr, 4. Diskulfion: DaS Erfurter Programm,— Erkner. Adlerftr. fSchulbaus), Vortrag: Ein Grenzabentcuer,— Groß Lichler- felde. Albrechtstr. 14», Vortrag: Rätesvllem.— Lichtenberg. Parkaue 10. Vortragsabend,— Prenzlauer Vorstadt. Lokal Fensel, Dan- ziger Str. Lb. Vortrag: Geschichte und Wesen des Kapitalismus.— Rolentlial. Gemeindeschule, Kastanienallee. DiStussionsabend,— Rolenthaler Vorstadt. Schule Bergstr. SL. Bortrag; Wie soll man wandern?— Südosten. Wranqelsw. 128. Vortrag: Körperpflege.— Dempelbof. Jugendheim, Lyzeum, Germaniastr, S/7. Haupweriammtung: Neuwahl deS Vorstandes,— Westen. Kurfürstenftr. 141. Diskussion: WaS bringt daS Betriebst ätegesctz der arbeilenden Jugend?— Wilmers- dorf. Oderrealschule, Am Seepart. Vortrag: Die Sntstebung des Proletariats. Groh-Berliner Lebensmittel. Berlin. Die Gültigkeit der Einfuhrzusatzlart«» ist am 1. April er- loschen. Tteglifc. Anmeldung: 800 Gramm Welzen küchenmehl(92 A). HermS dorf. 3 Stück Heringe(3). Groß-öerlkner partewachrichten. Heute, 21. April: 15. Slbt. 8 Uhr: stunktionärfitzung. Blumenftr. 88. NrdeitSgemetnfchaft fozialdem. Lehrer. lIJb Uhr: Besprechung im Lehrerhaus. Zimmer 4, Steglist. 8 Uhr: BezirkSabende in den bekannten Lokalen. Mariendorf. 7>/z Uhr in der Schulaula, Kurfürstenstrafi«: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: Stellungnahme zur KreiSgenerawerfamm- lung: Wahl von Delegierten: die kommenden Wahlen, Dcmpclhof. 7>i, Uhr: Frauenabend im Musilsaal de» Realgymnafium», Kailerin-Augusla-Stratze. KaulSdvrf. 7'/, Uhr bei Schwarz: AutzerordenUtch« Mitgliederversammlung. Morgen, 22. April: 15. und IS Abt. 7 Uhr, Aula, Jfslandftr. 10: Miigllederversamm- lung, Gen, Ernst Heilmann spricht über:.Die polittscher Lage'. 27. Abt. 7 Uhr: Augerordentllche Mttgltederversammlung In der Schulaula, Rupptner Str. 48, Aussprache über die politische Lage. SV. Abt. 7si, Uhr bei Eheling. Carmen- Ghlvasw. 22: Sitzung samt- licher Funktionäre und BetriebsoertrauenSleute. Schwerhörigen. Gruppe. 7 Uhr in der Taubstummenschule. Markus- ftratze 4g, Hof linlS, 2 Tr.: Versammlung. Tagesordnung:.Die volitische Situation und die kommenden Wahlen'. Rescrent: Genosse Weide, Schwer. hörige Parteigenossen, Gewerkschastier und»VorwärtS'ieser find dazu sreund. lichst eingeladen. AriedrichShageu. 7'/, Mr: Frauenabend Scharnweberstr, III. Ge- nossin Splidt: Wie wir's schaffen. Vorträge, vereine unü Versammlungen. Heute 7 Uhr im Festsaal g,— Ortsgruppe des Arbeiter-Sportkartell Lichtenberg. Lyzeums, RatbauSstr.: Allgemeine Mitgliederversammlung, Wilmersdorf des Bnndes der techn. Angestellten. Donnerstag >/,8 Uhr im Augustahos, Augustastr, 1: Außergewöhnliche Monatsoersamm- lung,'1,7 Uhr: Erweiterte VorftandSsitzung. Mus aller Velt. Ter Milchpranger. In der.Ostthüringer Zeitung' war dieser Tage die folgende Anzeige zu lesen: Bekenntnis! Unterzeichnete erklären hiermit, daß sie die Einwohne r- schafl Aumas in gemeiner Weise geschädigt haben, indem sie die Milch mit Wasser zersetzten. Ich, Lina Triller, habe 1lt Wasser zugesetzt. Ich, Otto Förster, habe V« Wasser zugesetzt. Ich. Jakob Schwarz, habe eS am toll sten getrieben, habe•/« Wasser zugnetzt. Wir erklären hiermit, daß diese» nie wieder geschehen soll. Triller, Förster, Schwarz. Ganz freiwillig scheinen Fräulein Triller und die Herren Förster und Schwarz dieie Anzeige nicht aufgegeben zu haben. Schade, daß das Rezept, mit dem sie zum ehrlichen Milchhondel erzogen wurden, nicht bekannt ist. Alle deutschen Mrlchtrinker hätten Interesse daran...._ Zuchthäuslerausbruch. Aus dem Zuchthaus in Strregau sind der.Schles. Ztg.' zufolge 19 Schwerderbrecher entwichen, darunter zwei, die zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt sind. Die Flüchtlinge waren nur notdürftig bekleidet. Es handelt sich um Verbrecher, die kürzlich aus dem Rohrgebiet nach Striegau über- führt wurden. Auch aus dem Landcshuter Gefängnis sind ein Straf« und ein UntertuchungSgefangener entkommen, die den Gefängniswärter überfielen und fesselten und sich der Schlüssel bemächtigt hatten._ Sriefkasten der Redaktion. P. W. K. Die Wattezeit braucht nicht erfüllt zu sein, wenn die Vor- auSsetzungen deS Art, KS deS Emf-Ges. zur R,V,O, vorliegen.— R. H, Sie müssen zunächst die Entlcheidung über Ihren Einspruch abwarten; erst dann lönnen Sie weiter vorgehen.— A. B. 3. Nein.— M. W. 73. Zum Einkommen gehören auch Etnlünste aus Kapitalvermögen, DaS Ver- mögen wird zuiammsn gerechnet.—®.&. 100. 1920.— T>. 68. 1. Das Geld gehört den Gaswerken. 2. Ja.— G. P. t. Nein, dt- Wahlen zu den Lettiebstälen müssen, soweit dies noch nicht geschehen_ ist. unverzüglich vorgenommen werden.— H. K. Bis 31. März 1919, Wetteransfichteo für da» mittlere Siorddentschiaud bis Douucrstag mittag. In den Tagesstunden warm, zeilweffe etwa» aus- llarend, jedoch überwiegend bewölkt. Im Westen ziemlich zahlreiche, östlich der Oder mehr vereinzelte, im allgemeinen geringe Regensälle. (tätung! Die Arbeitsgemeinschaft der Gastwirtsangestelltm verbreitet— anscheinend zur Irreführung der Oeffentlichkeit— durch die Presse und ver- mittelst Flugblätter wissentlich unrichtige Darstellungen der Vorgänge, welche dem mutwillig vom Zaun gebrochenen Streik voraufgingen. Die unterzeichneten Arbeitgeberverhände sehen sich daher zu nachfolgender Feststellung veranlaßt: 1. ES ist unwahr, daß die Arbeitgeberverbände die Anerkennung deS vereinbarten Tarifvertrages ablehnten. Wahr ist vielmehr, daß die A r b e i t n e h m e r in den vereinbarten Tarifvertrag, nach welchem seit dem Januar 1920 die Löhne bereits bezahlt werden, textliche Bestimmungen hineingebracht haben, welche im Wesentlichen zu einem vom ReichSwirtschaftSministerium gefällten Schiedsspruch, dem sich beide Parteien unterworfen hatten, im Gegensatz stehen. Trotz viel- facher Ersuchen der Arbeitgeberverbände ist eine entsprechende Abänderung nicht erfolgt. Berlin, den 19. April 1929. 2. Es ist unwahr, daß die Arbeitgeberverbände die Verhandlungen mit den Arbeitnehmerorganisationen ablehnten. 3. Es ist unwahr, daß die Arbeitgeberverbände sich nicht bereit erklärt haben, hinsichtlich wirtschaftlicher Forderungen entgegenzukommen. Wahr ist vielmehr, daß die Arbeitgeberverbände, als sie die im An- schluß an den Generalstreik in erster' Linie gestellte Forderung auf Ent- lassung der Arbeitswilligen während der Streittage ablehnten, gleichzeitig und mit größtem Nachdruck erklärten, über die wirtschaftlichen Forderungen in Verhandlungen treten und diesen soweit irgend möglich nachkommen zu wollen. 4. Die auf gewerkschaftlicher, also rein wirtschaftlicher Grundlage stehenden Angestelltenorganisationen verschweigen ge- flissentlich, daß sie auch heute noch mit den wirtschaftlichen Forde- rungen solche politischer Natur, welche über die bestehenden gesetzlichen Be- stimmungen hinausgehen, verknüpfen. _ "Ä' -4, _ Juteressenverband des Gastwirtsgewerbes und verwandter Betriebe G. B. Berein Berliner Hotelbesitzer E. B. Gaftwirts-Jnnung zu Berlin. Gaftwirts-Jnuuug des Kreises Teltow und der Stadtbezirke Schöneberg, Neukölln und Wilmersdors. Provinzialverband Berlin des Dentschen Gastwirtsverbandes C. B. 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Koml»ohe Oper J&: Wenn fracen träninen bnstsplelhaas Arnold Rteck in uk ZffanpnMartieFnng. Metropol-Theater. 7 ühr: Schill. AieaeH Operettenhau« Mia Werber als Gast in 7v. u.: Die kleine llobeiL Xene« Volkfitheater TV,.- Die Bfüiler Rsraniasow SchiUer-Tbeat. Charl. 3 Uhr: Der Meineidbaiier. 'v.u.- DleYerloreneToeliter Thalia-Theater uh'r Amor auf Reisen Th.am Mollendorfplatx ZV« Uhr: Narzis». 7>/. Uhr: JDcr�ttrgcfTeßß: Theater des Westens 'V.u. Die Frau Im Hermelin Waliner-Theater Uhr Eine Ballnacht. WalhÄlIa-Theater, uhfjier Rastelbinder Trianon-Theater. Bahnhof Frledrichstratie. Täglich Vrf Uhr: pyrrha Sonntag 4(kleine Preise)- Herrschatll. Diener te«. Residenz- Theater. Stadtbahn JannowitzbrGcke. Täglich Uhr: Die Raschlioffs von Hermaan Sudermann. Sonntag 4 Uhr« Der gute Ruf. Rose-Theater. 3 Uhr; Maria Stuart« Vit Uhr; Das Lied der Liebe. Gasino-Theater Lotbrlagerstr.37. Tägl.'/�U.: Nur noch bis Dienstag. 27.: 8in alter Sünde? Ab Mittwoch, 28. April: DerSchla-er alLVolksstücke; . Oukel Cohn. , Sonntag 3',, Uhr: MoHti. I RIENT Volksbühne Theater am Bülowplatt. 7-/.- Der Liebestrank Lesslag-Tlieeter. 'V. uhr: Pygmalion. Donnerstag 7: Peer Gynt« Freitag 7�«: Pygmalion. ßeatsi'ties Ränstier-TöEaler A7v' u'rf Menagerie (Adalbert, Götz, Haack.) I Theater am KottbuierTor Tel.: Moritzplatz 14814. Jeden Abend 7V, Uhr; SUie-Sätiser. Horst, Ruselli, R Schrader.Seidel, Schubert, Ries» Rathke, B.walden, EugenBeckera.Gast Sonnt, nehm. 3 U. ermäßigte Preise. tt Blfithgen.Konzert tl Beginn 7.1« Uhr. Vorverk. 11— IV, u. 4— 6 Uhr. Reitlisl!a!l.-T}iESter Mab. 7'/, u.conntogf nachm. 8 Uhr: Stcttincr \(�k Säuger. \\vl Na»minags «• ermä! igtrTZrri 1 RilmlruI�M!/" FHrt in St.Moritz[ 1 Morg.Pllrt inSt.Morltz j APOLLO | 71/, Theater T1/,! j Direkt James Klein" Das Welt-Rfitsel | Die emz. Gedanken- 1 Icsarin der Welt i Vorsieht ki; IDespraeheHi Felephonfreuden mitf jValy iirn)ictni| Marga Eindt h Jlrkcnis |..ensations-Akrobat und weitere April- IVsrietfi-SessütißD.! 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Hodorff, l Berlin, Kalberger Str. 28/2». Zlrroen- n. Snochen- hantentzündnng geheilt.— 9. Frau Prenh, pantow. Damerowstr. 64. Lnngenbloteo in vier Tagen vollständig geheilt.— Ii). Frau 0. Herz-| mann. Schöneberg, Feurig straße 61. Eiternde I Fistel nach BUnodarraopcroÜoa geheilt.—| 11. Herr ff. Ritter, Friedenan, Sponhelzstraße 68. Bon Rntegelentleiden geheilt.— 12. Frau , IL Rofjrmofer, Berlin, Breslauer Str. 1. SCites lö sahriges Herzleiden gehellt.— 13. Herr j TO. Mahner, ReinIEendorf-west.«ntonienstr. 3. I Stiesecceteifernng geheilt.— 14 Frau y. Hagel, 1 • Sachsenhansen bei Oranienburg i. Marl Anterk.- i VIntnngen n. Reroenteiden geheilt.— 16. Frau Äw. Zritschler. Berlin, Marienburger Straße 48. varmgeschrnnlst geheilt.— 16. Frau de» Herrn Inspektor» 0. Heinrich, SerNn-Zriedrichsfetde, TOngeroiehhof. Ben Seb.. Rnitknng geheut. — 17. Herr Eri: � RI< äerr Erich Volk, Verl! Bon 21 leren- nnd Blaseni \ allgem Slcftaur. Jonelberget Str. 15. Wasserjncht, rltn, Honelbetq WDMM nleiden, Va . großer»chwüche geheilt.—15'Frau ________, Hering,?.:! n. Schijnhauser Alle» S7. Den Aaiedomscher Rrantheit geheilt.— 19. Frau E. popp, Berlw>Licht»»berg, Särinerftr. 16. Bon chro». Leiden. Herztchmöche nnd perstopsnvg ' lt.— 2d. Herr«. Schtablh, Berlin, Tapribi» 24.«an SeiichtsInpNs geheilt; vorher ...... obium erfolglos behanbelt.— 2L Herr A. y«ll- tolg, p-BorNgwalde, Srnstfir. 26. Bon Magen- ! geschmntst, Verstopfung und Rervenschn-üch« geheilt,— 22 Herr BlUdihiinbier Ellert, Berlin, Dreisenhagener Straße 26. Bon gtchttsch-rhenma- tischen Schmerzen in Bein und Fußgelenk geheilt.— 23. Heer(Battroirt C. TOtchaetis, Ehor- (Ottenburg, Wallstr. 87. Bon chronischem Leber- leiden nnd Gelbsucht geheilt.— 24. Frau TO, Rnorr, Bertln-Licktenberg, Scharnwebersti.62. Von Herzschwäche, Leberonschmellnug gehellt.— 26. Sohn Paul be» Weichensteller» Herrn Wilhelm Hasfner, vertin-westend Beamtenhan». Von schwere« veinleide» geheilt. Bem sollte ab» genommen werden. DOr" Briefliche Original-Anerkinnungrn von I geheUter Patienten stehe» im Wartezimmer : Anstalt aus Wunsch zur Ein ficht!— Srirennte �est gebündeltes eltuogzpzplei' über höchsten Tagespreis Imift Sonptgeichäit: Berlin SO 33, Cnvryftraße 38 Tel.: Msritzplaß 792 und Reutölln 9406 Zweigstellen: Pücklerstraße 33, Wrangelstraße 7S. Post» und Bahnsendungen werden der Reihenfolge nach prompt erledigt. Willy Seydlltz. Behanblnna.räume für Dame» und Herten 1— Sprech- nnd Behandlungezeit: 6—1, 4— 7>/, Uhr, Somrtag und Feiertag:»— l Uhr.* Hetlonstaltsbesther Professor P. Mistelsky approbiert Im«uslond Berlin SO 10, BrUekeastraße 10b am Bahnhof Jnnno witzbrück». JllteQebisse atteh zerbrochene bis tOOO R. Eiszeine PlatinstiMae 700 8-103 M.proZa!i]i Platin, Brennstifte, Kontakte, Bruchgold nnd ßruchsilber, sowl« ganze Gegenstände und Juwelen, katrft wreit Ober Tagespreit täglich außer Sonnabends und Sonntags 3. Kerz, Tehrbelliner Str. 12 Vorderfaaas Unk«, parterre. 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Danksagnug. ffiir die vielen Beweise herz- Inner Teilnahme anlaßlich des Binscheid cns meines geliebten Tohnes sage ich hiermit meinen herzlichsten Dank. 1247b Wm, Berfa Saaras Willibald-Alexis-Etr. 3. Spezlalarzt 3r. med. ßrfitering Haut-, Harn-, Unterleibsleid. '.Männ.u. Frauen, Blutunters. nvftlldenstraße 33. Ecke Chausseestr, Stett. Bhf. Spr. U-l u. 41/j-6Vj, Sonnt. 12-1. Spezialarzt Dr. med. WockenfaB FlMrlCllStF. 120 burgerTör >pr. II— I, 5—7, Sonnt. II— 1 üani- u.GIutnntersuchang Feste Preise: Wker kg. 9,00 M. Estgaß 7,00.. 5, SO „„ Tasche, Bellealliancest.98 angenbeckst.4. Ecke Elbinger iVarschcuer Str. 79, und ■'ilmersdf., Berahardstr. ISa. Hspliitep litsmillisS- liidustrie G. m. b. H. •rünCZ, NeueProraenad.I ikbaus am Bahnh. Börse. Einladung zur ordentl. Ausschuß- fitzuug der Betriebs- krankenkasse der Stadt- gemeinde Berlin am Zreifag, den 30. April 1620, abends Vsß Uhr. im Sitzungssaal Nr. 65 des Rathauses zu Verlin, König- straßs 15/16, Eingang Illdcn- straße, linker Aufgang. Tagesordnung: 1. Abnahme der Iahrescech- nung 1919. 2. Beitragserhöhung und Festsetzung neuer Lohnstufen. 2. Bcrschiedenes. Anfragen oder Beschwerden, zu deren Erledigung Akten- einsicht oder anderweit« Fest- steSungeu erforderlich sind, müssen mindestens Z Tage vorher beim Dorsttzeaden de» Vorstandes eingereicht werden. Vor der Sitzung findet um 4 Uln: in demselben stimmet dieubliche Vorbesprechung unier den Ausschußmitgliedern statt. Berlin, den 17. April 1929, Der vorsthende des Vorstandes der Botricbs- krankenkasse d. Stadtgemeinde Berlin. 263/7 B. B.: Timme. W.SrkskWkmWe Der SM WW-WllMg. Am Donnerstag, den 29. April, abends 6 Uhr, findet in der Ehamissoschule am Barbarossa- plag eine Ordentliche Ausschußfitznng statt. 283/9 Tagesordnung: I. Verlesen des Protokolls der ordentlichen Ausschnßsttzung vom 16. November 1919. 2. Nochbewilligungcn z. Haus- haltsanschlng 1919. 3. Jahresbericht für 1919 und Abnahme d. Iahresrechnung. 4. Anstellung von Beamten auf Grund der Dienstordnung. 5. Neuregelung der Grund- löhne und Herauffetzung der Verstcherungsgrsnze. (Satzungsänderung.) 6. Äassenangelegenheiten. Me Sitzung ist nicht öffentlich. Der vorstand. f. Krukow, Vorsitzender. ritz Scnß, Sdiristfllhrer. ° xenes erstkl. Fabrikat. B agerbesoch erbeten Iß Erfinder •nen sich zur Anmeldung Verkauf ihrer Erfindungen, n eines Patentfachmannes. und 4us!cunit kostenlos! o lg: u. a. Verlaus eines -nies durch unseren Mit- a r b e i t e r sür' SSS SW Jl. , Erdniann& Co., •lin, Käniggrätzer Str. 71. Mwm\ bestät. d. Neils. Wirkg. von i jDrlsÄHanssalbel i cei Hautausschi, Fiecht,, : liautjuck.. bes. Beinschad, I Kranipfadern der Frauen 'und uergi. 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Infolge der Verordnung über Heraulsetzung des Drundlobns und Auedehnung der Detstchsrungspflicht in der Krankcnoersiche- rung vom 1 April 1920 hat der Vorstand in seiner Sitzung vom 19. April 1920 die 9. Abänderung zur Satzung beschlossen, die Montag, den 2«. April 1920, in Kraft tri«. Big zur Genehmigung der Satzungsabänderung durch das Obcrvsrstcherungsamt setzt der Vorstand die nach§ 1 der erwähnten Verordnung erforderlichen Aendernngen de» Grund- lohn» usw. vorläufig wie folgt sest: Der Grundlohn wird von 10 M. auf 30 M. erhöht. Die verstlherungspflichtigen Mitglieder werden in Ii Stufen eingeteilt. Die Beiträge, die stets für volle Wochen erhoben werden, betragen 6 Prozent des Grundlohns. An Krankengeld wird gewährt illr>eden Kalendertag in Stufe 1: 2,40 M, in Stufe 2: 3,6 i M, in Stufe 3: 4.60 M., in Stufe 4: 6,00 M., in Stufe 5: 7.20 M., in Siufe 6: 9,00 M., in Stufe 7: 10,80 M., in Stufe 8: 12,60 M. m Stufe 9: 14,40 M.. in Stuf- 10: 16,20 M, in Eiufe U: 16 06 M. Das Sterbegeld betrögt den 30sachen Betrag des Grundlohns. Druckexemplare der 9. Abänderung werden vom 26. April 1920 an im Kassen- lokal, Hmikestr. 4, ausgegeben. 1246b Der Vorstand: A. Vogel, Vorsitzender. R. Freund, Schriftführer. H�kzeugiTiaschSnen neu und gebraucht DrehbBnke mitLcit- u.Zugspindel in verschiedenen Größen. Bohrmaschinen für Kraft- und Fußbetrieb, FrSsraaschinen, horizontal, vertikal und universal. Revolverbänke in verschiedenen Größen, Exzenter- und Friklionsspindel-Pressen, Schraubenr.utomaten, Randschleifmaschinen, universal, Mechanikerbänke und so weiter verkauft preiswert ab Lager Felix Kohls, Berlin S 14, Alte Jakobstr. 6G. _ Tel.: Amt Moritzplatz 12072, 12073. Ankauf Juwelen Margraf& Co. � Kanonlersir. S MobeMusstelSung 100 kompl. Zimmer-Einrichtuagen in künstlerischer Durcharbeitung stehen in meinen Ausstellungsräumen zur Besichtigung bereit— Kataloge werden nicht versandt. 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Die Berbandsmitglieder müssen noch mehr wie bisher zur Stärkung de» Verbandes beitragen. Putschisten, gleichviel von rechts oder von links, suchen und finden gerade bei den Unorganifierten ihre HilfStruppcn. Alles muß deshalb getan werden, um die uns noch Fernstehenden aufzuklären und dem Verbände zuzuführen, denn dieser ift der beste Schutzwall gegen die Reaktion. Dieses erfreulich unzweideutige Bekenntnis der Ler- trauensleute der größten deutschen Bergarbeiterorganisation für die Demokratie, gegen die Diktatur von rechts und links, gegen die Zerstörung der Reichseinheit ist von großer inner- und außenpolitischer Bedeutung. Sicherlich steht ein erheblicher Teil der Bergmannsdelegierten parteipolitisch auf dem Boden der U. S. P. D. Die ein- st i m m i g e Annahme der Vorstandsrcsolution ist darum noch besonders beachtenswert. Die� Reichsregierung wird die Forderung der Sozialifierung des Bergbaues zu verwirklichen haben.___ öetriebsratswahlen im Ruhegebiet. Münster i. Westf., 20. April.(Eigener Drahtbericht des«Vor- wärtS'.) Die Wahlen zu den Betriebsräten sind, trotzdem an einigen Orten die Gewerkschaften gegenüber den letzten Wahlen eine Stimmeneinbuße erfahren haben, im großen und ganzekr zugunsten der gewerkschaftlichen Verbände ausgefallen. Die Wahlen zeigen, daß besonder« der alte Bergarbeiterver- band bei den Arbeitern«inen starken Rückhalt hat. Ein Teil der Wahlen, besonder««in großer Teil derjenigen, die während der Zeit der Unruhen vorgenommen wurden, werden wahrscheinlich für ungültig erklärt werden müssen, da bei ihnen erhebliche V e r« st ö ß e gegen die Bestimmungen des BetriebSräiegesetzeS vor- gekommen sind.—(Sollten sich etwa f o die Shndikalistensiege in «elsenkirchett erklären? Red.) Der belgifthe /lbftimmungsterror. Protest der Nationalversammlung. Die Nationalversammlung überwies am DienStag zunächst alle Anträge gegen die Preissteigerung einem besonderen Ausschuß von 28 Mitgliedern. Anfragen. Abg. Deglerk(Dnatl.) erbebt Eliisvruch gegen die Ernennung des prallischen Arztes Köbisch zum R e i ch s k o m m i s s a r in Breslau. Die Regierung läßt erklären, daß eine solche Ernennung verfassungsmäßig zulässig sei; wenn dabei auf die Zugehörigkeit des Dr. Köbisch zur Demokratischen Partei hingewiesen wurde, so gcsibah das zur Beruhigung der durch den Kapp-Putsch aufgeregten Bevölkerung.(Lachen rechts.) Inzwischen ist die Angelegenheit erledigt, da eine RegierungSkommisjion ernannt und die Bollmacht für erloschen erklärt worden ist. Auf eine andere Anfrage«eilt Reickskommissar Stücklcn mit, daß der Rücktransport jede? ein- zelnen Gefangenen aus Sibirien 30 000 M. kosten würde. Ein Sckiff mit Lebensmitteln für die Gefangenen in Rußland ist unterwegs. Der Rückiransport auck der letzten Gefangenen wird bis Herbit laufenden Jahres erwartet. Abg. v. Graefe(Dnatl.) verlangt anläßlich der Erschießung de? Patrouillenführers Lt. Gros Keinem ein entschiedenes Vorgehen gegen derartige französische Uebergriffe. Die Regierung erwidert, daß sie in Pari» eine Noie über- reicht bat, worin fie verlangt, daß die schuldigen französischen Soldalen alsbald zur Verantwortung gezogen werden, und daß ihr von der erfolgten Sühne Mitteilung gemacht wird. Auf der Tagesordnung steht dann die Interpellation aller Parteien mit Ausnahme der Unabhängigen über öie belgischen Uebergriffe in den Kreisen Eupen und Malmedh. Di« belgischen Behörden sucken systematisch und terroristisch da? Abstimmungsergebnis zu be- einflussen. Abg. Dr. Meerfeld(Soz.) begründet die Interpellation: Im Friedensvertrag ist zwar nichts Genaues über die Art der Ab- stimmung gesagt, aber Clemenceau hat ausdrücklich eine freie un- beeinflußte Abstimmung zugesagt, zuletzt noch als Vorsitzender im Ausschuß am 3. Juli 1919:«Die volle Freiheit der Abstimmung soll gesichert werden.' Nach allen Meldungen aus Eupen und Malmedy ist aber die Abstimmung, wie sie dort gehandhabt wird, nur eine heuchlerische Posse. Namentliche Listen liegen au«, in die die AbsiimmungSbetechtigien sich eintragen müssen; diese Listen liegen aber lediglich in den beiden Städten Eupen und Malmedy, sodaß der gesamten Land- bevölkerung die Teilnahme an der Abstimmung geradezu unmöglich gemacht wird. Außerdem liegen die beiden Listen nur täglich von 2—4 Nhr nachmittags aus, so daß innerhalb der vorgeschriebenen S Monate bestenfalls ei» Drittel der Stimmberechtigteu fich ein- tragen könnte. Außerdem suchen die belgischen Kommissar« seden, der fich einirägt, in der unerbörtesten Weise zu beeinflussen. sie arbeiten mit Drohungen und Nötigungen, um die Deutsch- stimmenden einzuschüchtern(Hört, börtl), sagen, man werde ein Exempel statuieren und einige Deutschstimmende auf ein paar Tage einsperren.(Unerhört!) Noch schlimmer ist aber die wirtschaftliche Drangsalierung derjenigen, die den Mut haben, fich zum Deutichtum zu bekennen! Da« beste Mittel ist hier die Be- »achteiligung bei der llmwechselung des deutschen Geldes in belgisches, sowie bei der Verweigerung von Vergünstigungen. DaS bestätigt ausdrücklich der Erlaß der belgischen BesayunqSbehörde vom 23. Februar 1920, der endet:„Ausgeschlossen diejenigen Per- sonen, die die Listen gegen die Abtretung an Belgien unterzeichnet haben.(Hört! börtl) Dabei haben die beiden Kreise eine fast rein deutsche Bevölkerung. Der belgische AnnerioniSmu« streckt aber seine Hände nach dem ganz rein deutschen ffireiie Monschau au«, nur weil die Bahn Kalterherberg— Staberau den Belgiern sehr gelegen kommt. Gegen all diese Vergewaltigungen müssen«vir von dieser Stelle aus flammenden Protest erheben und da? Gewisse» der Menschheit anrufe». (Sehr richtig I) Die gequälte Bevölkerung sieht die Abgeordneten der Nationalversammlung an, ,u helfen, und ist jetzt spontan in einen allgemeinen Generalstreik getreten, Arbeiter. Bürger und Beamten halten zusammen, um ungehinderte freie Abstimmung zu erzwingen. Ein christlicher Gewerkschaftssekretär wurde verhastet und nach Belgien verschleppt(Hört! börtl) und ein DemonstrationS- zug mit blanker Waste auseinandergetrieben, lllnerhörtl) Wir dank«� den treuen Bewohnern der gefährdete» Kreise, versprechen ihnen die volle Unterstützung de« ganzen deutschen Lölkes und verlangen von der Regierung, daß sie niemals diese schamlose Vergewaltigung deS Selbstbestimmungsrechtes zuläßt, sondern daS Gewiffen der Welt anruft und im Namen der Gerechtigkeit von Belgien die Einhaltung des SelbstbestimmungS- rechtes durchsetzt.(Lebhafte« Bravo I) Rcichsminister deS Aeußern Dr. Köster: Ich habe ein Jahr lang mitten in den schweren Kämpfen, die unseren Brüdern in den Grenzlanden durch den Friedensvertrag aufgezwungen worden find, gestanden, und solange ich politisch denken kann, babe ich als Sozialdemokrat immer an den großen Wert der Selbstbestimmung geglaubt. Gerade darum bekenne ich bier, daß daö deutsche Volk und besonders das Volk an unseren Grenzen, die uns durch den Friedensvertrag aufgezwungenen Ab stimmungen und ihre Resultate niemals als rein nationale Eni- scheidungen anerkenne» kann(Sehr richtig l), auch deshalb nicht, weil sie alle stattfinden in einer Zeit, in der unser Land wirtschaftlich und seelisch gebrochen am Boden liegt, weil ste nicht staltfinden zwischen Nation und Nation, sondern zwischen einem ge- schlagenen und einem flegreichen Lande, zwischen hohen Steuern und niedrigen, zwischen Hunger und Sattheit. Die ökonomische Fragestellung bringt in allen Grenzländern tausende um ihre Exiffenz bangende Männer und Frauen in die tragiicksten Herzens« konflikte, weil die einfache Frage des Herzens, ob Deutsch oder Dänisch. Belgisch oder Polnisch, durch die Zeit der Abstimmung und durch die Bestimmungen des Friedensvertrages in ein rein ökono- mischeS Kalkül verzerrt und umgefälscht wird.(Sehr wahr!) Am schlimmsten liegen die Dinge in Eupen und Malmedy. Zum Protest geggn die nationale Vergewaltigung ist die Bevölkerung dorr am l4. April in den Generalstreik getreten. Die Belgier haben neue Mnschinengewehrabteilungen in den Krei« geworfen, die Lage ist äußerst ernst und beunruhigt auch in hohem Maße die anschließenden Gebiete, besonders Aachen. In Belgien hat bis zum Waffenstillstand auch kein Mensch an die Annexion dieser rein deutschen Gebiete gedacht, nur der Militarismus im Verein mit erner Handvoll Großkapitaliftcn und Kriegsgewinnler hat diesen Plan in die Welt gesetzt. Die Stimmung der Bevölkerung ein- ichkiehlich der Wallonen Malmedys ist aber rein deutsch. Bei einer Umfrage stimmten auf dem Land« 7000, in der Stadt 12 000 für Deutschland, nur 400 für Belgien, und die« allein im Kreise Mal- medy. Die im Friedensvertrag vorgesehene Abstimmung ist so eigenartig, daß fie den Namen eigentlich nicht verdient. Erst nach dem SouveränitätSübergang ist der Bevölkerung eine Protestkundgebung gegen den neueu Herrn gestattet. Der Artikel 34 deS Friedensvertrages öffnet der Willkür Tür und Tor. Wir fordern dagegen Garantie für eine unbeeinflußte Abstimmung. Der belgische Oberkommisiar äußerte fich, aus der Bevöllecung von Eupen und Malmedy wolle er ein diszipliniertes und arbeit- samcs Volk machen.(Hört, hört.) Der belgische Kreiskommissar hat Sffentlich erklärt, er werde den ersten, der zur Abstimmung komme, die Treppe hmuuterwerjen. Die anderen Versprechungen der Alliierten flud xcicht erfüllt worden. Beschwerden hallen leinen Eriolg. Unsere Noten wurden nicht beantwortet. Auch an den Völkeibuisd sind die Anklagen ge- richtet worden. Die Regierung wird die'Vorgänge in Eupen und Malmedy stets mit größter Ausmerlsamkeit verfolgen und sich ihrer Pflichten bewußt bleiben. Im Kreise Monschau lebt nur eine ein- zige wallonische Familie mit sieben Köpfen. Die Grenzsestsetzungs- kommisfion hat Belgien die Bahnlinie mit einem Drittel des Kreises zugesprochen. Damit hat die Kommission ihre Befugnisse über- schritten. Die Reichsregierung wird alles tun, um eine gerechte Abstimmung herbeizuführen. Sie wird mit allen Mitteln für eine Aenderung des Beschlustcs der Konimission eintreten und sür Verluste, die den Bewohnern von Eupen und Malmedy im Verfolg der Abstimuiung zugefügt werden, aufkommen. Der Völkerbund kann nur entscheiden, daß die beiden Kreise zu Deutschland ge- hören.(Lebhafter Beifall.). Präsident Fehrenbach stellt fest, daß die gewaltige Mehrheit des Hauses hinter diesen Erktärungen stehe.(Lebhafter Beifall.) Die Interpellation über den Durchgangsverkehr nach dem Osten wird auf Mittwoch vertagt. TS folgt der Gesetzentwurf über den Schutz See parlamentsgebäuöe. Danach dürfen innerhalb des befriedeten Bannkreises dieser Ge- bäude Bersammlungen unter freiem Himmel und Umzüge nicht stattfinden. Abg. Koene»(U. Soz.): DaS vorliegende Gesetz schränli die Freiheit ein, die dte Veriastung dem Volle bringen sollte. Wir stimmen gegen dieies Gesetz, mit dem Regierung und Parlament sich gegen Arbeiterdemonstrationen schützen wollen. Diese National- Versammlung ist doch auch nur da§ Produkt einer Mastenaklion, und solche Massenaktionen gebe» über solche Fetzen Papier hinweg. Ein solches Verbot, daß der Reichstag ein besonders heiliges Gemct sei, hat selbst Preußen-Deutichland nicht gekannt. Das blieb den, revolutionären sozialistisch-repitblikanischen Deutschland überlasten. Da» ganze Gesetz müßte den Namen führen „Lex Lüttwitz", denn er und seine Hintermänner wollten den 13. Januar, und für ihn und die Leute seines Schlages ist dieses Gesetz aus der Seele gesprochen. Gibt eS ihnen, wie fie hoffen, doch noch reckt oft Gelegenheit, wirksam mit ihren Maschinengewehc.-» das Parlament und das Vaterland retten zu könne».(Sehr richtig! bei den U. Soz. Lachen bei der Mehrheit.) Nicht die organistenk Arbeiterschaft, sondern die Lüttwitz- und Regierungsipitzel trage» Schuld an jenen Vorgängen, denn fie brauchen solche Momente ja um ihre Notwendigleit zu beweisen. D>eS Gesetz ist eine üble Erb schalt auS der unseligen Zeit, als Lüttwitz und Noske, Heine uad Ernst am Rud�xr waren. Reaktionäre Kundgebungen dursten rubia stattfinden, wie es so deutlich die Vorgänge beim Untersuchung-- auSschuß bewiesen, der sich nicht mehr zu tagen gettaute, weil jene Herren sich außerstande erklärten, die Garantte sür seinen Schutz gegenüber den reaktionären Schreiern zu übernehmen. Wir lehnen dieses Ausnahmegesetz gegen die Arbeiter, gegen die Proletarier als Ganzes ab.(Sehr richtig? b. d. U. Soz.) Reichsjustizminister Dr. Blunk: ES ist nicht antisozialdcmo- kratisch, sondern die Vollendung der Demokratie, daß die Vertreter de« Volke» bei ihren Beratungen und Beschlüssen gegen jeden äußeren Druck mit allen Machtmitteln de» Staate» geschützt werden. (Unruhe und Widerspruch bei den ll Soz.) Die Demokratie muß park und entschlossen sein, mit den Mißbräuchea aller Art von Be- einflustung auszuräumen. Abg. Krü-cr(Soz.): Das Volk hat ein Recht daraus, daß seine Vertreter»»gestört arbeiten können. Auch beim revolutionäre» Rätekongreß erregte eS allgemeinen Unwillen, daß andauernd Deputationen ein- drangen. So kann man nickt verhandeln, daß einlach jeder mit- spielt, denken Sie an manche Groß-Berliner Stadtverordneten- Versammlungen und die dortigen Lärmszenen I Und selbst, wenn man annimmt, daß die Vorgänge vom 13. Januar durch Provo- zierung hervorgerufen worden wären, dann tragen die Freunde KoenenS daran Schuld, daß fie den Boden für die Provokateur« vorbrreitet haben und nicht durch enisprechende, vertrauenswürdige Führer diese Vorgänge unmöglich gemacht haben(Sehr richtig!). Wir wollen ja gerade, daß solche Provokationen und Hetzereien und besonders, wenn c» Spitzel find, wie Herr Koenen meint, kein Betätigungsfeld finden. und darum können wir dieies Gesetz nicht im geringsten ein arbeilcr- feindliche», undemokraiischeS Ausnahmegesetz nennen, sondern im Gegenteil ein Gesetz zum Schutze der Demolratie.(Beifall.) Da» Gesetz wird darauf in erster und zweiter Lesung a»ge- nommcn. Es folgt die zweite Lesung eines Gesetzes zur Verlängerung von Patenten und Gebrauchsmustern. Wenn ein Patent oder Gebrauchsmuster während des Krieges nicht in einer seiner wirtschafllrchen und lech- nischen Bedeutung entsprechenden Weise bat ausgenutzt werden lönnen, so kann seine gesetzliche Dauer verlängert werden. Die Vorlage wird nach zustimmenden Erklärungen der Ab- geordneten Burlage(Z.), Bershofen(Dem.) und Rleßer(D. Vp.) angenommen. Auf der Tagesordnung steht dann das Gesetz über die Erhöhung üer Postgebühren. Verbunden damit wird auch die Vorlage über das Bayerisch- Postregal.» Reichsposiminister GiesbcrtS empfiehlt die Vorlage. Die Ver- teuerung des VcrlehrS ist sehr beklagenswert, da fie den Wieder- aufbau deS wirtschaftlichen Leben» erschwert, aber angesichts der Steigerung aller Preise, der schlechten Valuta und de» Jahres- defizits von 1344 Millionen Mark notwendig. Die jetzige Borlage soll IV, Milliarden einbringen. Neben der Sparsamkeit im Betrieb muß eine größere Arbritsleiftung„nd er- höhte � Arbeitslust eintreteii. Jede Einnahmequelle muß ausgenützt werden. Ueberflüssig« Arbeitskräfte müste» trotz der Bitterkeit dieser Maßnahme entlasse»«erden. Das i» der Vor- läge veranschlagte Defizit von 835 Millionen Mark wird sich trotz der neuen Tarife a»f 1.4 Milliarden Mar? erhöhen. Besonders im Ferniprech- und Telegrapbenverkebr sind die Materialpreise außer- ordentlich gestiegen. Das der Postverwaltuna zu gewährende Dar- lehn der Telephomeilnehmer ist notwendig, sonst müßte eine noch weitere Erhöbung der Gebühren erfolgen. Die Vorlage ist ei» Zeichen der jchweren Not, ober sie muß getragen werden. Darauf»erden die Borlageu de« Hau» hallSauSschuß über- wiesen. Mittwoch 1 Uhr: Interpellation Lker den Durchgangsverkehr nach Ostpreußen. Paienlgejetz, Befitzsteuer, Reichsausgleichsgesetz. Schluß nach ö Uhr. vom FALLT JEDER HAUJFRAU WENN JIE UNSERE PREISWERTEN ANGEBOTE - O" VERFOLGT.-- Weiße Bohnen ��DDDMM�ixhe Ben M. 1�' Braune■■- gebnKaffeepfdBI Acker•••• ßetradekaffee-Sl95! Belke Erbten"�M�W��Wre>n�WXakao«AIZ! aMimiaKakao mZucker» 24! fei'nstBrßcMerTßß,,2o| preußische Lanöesversammlung. IS«. Sitzung. Dienstag, den so.«pril Ivso, nachmittags Z il h r. PrSfident Leinert eröffnet die Eitzun� mit einer scharfen Er- klärung gegen die Behinderung der Abgeordneten in Oberschlcsicn dinch die Interalliierte Kommission in der Ausübung ihrer Mandate. Dieie Verlegung des Friedensvertrages! wie auch deS Selbst- bestimmungsrechls muh den schärfsten Protest hervormfen. sLebhafte Zustimmung.) In schwerer Weise greift die Entente auch in Eupcn-Matmcdy in das Selbstbestimmungsrecht der Bevölkerung ein. Die zwangsweise Einführung der Frankenwährung bedeutet besonders für die Arbeiterschaft eine katastrophale wirtschaftliche Schädigung, ebenso die Wegnahme der wichtigen Eisenbahnlinie. Der infolge dieser Zustände ausgebrochene Generalstreik ist eine gewaltige KuMzebung im deutschen Sinne. Dafür spricht die LandeSversastWmng der deutschen Bevölkerung ihre Sympathie aus verlangt die�ofortige Freilassung der infolge des Streiks Ver- hafteten. Wohl erworbene deutsche Rechte und deutscher Boden dürfen uns nicht geraubt werden. Was deutsch ist, soll deutsch bleiben.(Lebhafter, anhaltender Beifall.). Ueber die Forlführung des Mittellandkanals soll dem Hause baldmöglichst eine Vorlage zugehen. Der Ersatz für die Plünderungen in Hamborn wird vorläufig aus preußischen Staatsmitteln bestritten, bis die Angelegenheit durch die ReichSgesetzgebung erledigt ist. Nächste Sitzung Mntwoch 12 Uhr:' Verreichlichung der Eisen- bahnen.— Schluß 4 Uhr._ Thüringen unö Coburg. Vereinigung von Kleinstaaten- Der R e i ch s r a t hat am Dienstag die Gesetzentwürfe über das Land Thüringen und über die Bereinigung Coburgs mit Bayern angenommen. Dos Land Thüringen wird preußische Bestandteile nicht umfassen. Sieben bisherige Kleinstaaten, Sachsen-Weimar« Eisenach, Sachsen-Meiningen, Reuß, Altenburg, Gotha, Schwarz- burg-Rudolstadt und Schwarzburg-SonderShausen werden in Zukunft den Staat Thüringen bilden, der 1684 824 Einwohner zählt. Im Reichsrat wird dieser Staat durch zwei Stimmen vertreten sein, während bisher jeder Kleinstaat eine besondere Stimme hatte. Da- durch verkleinrrt sich auch die Zahl der preußischen Stimmen im ReichSrat, die nach der Verfassung nur drei Fünftel betragen dürfen. Das Gesetz über Thüringen wird voraussichtlich schon am 1. Mai in Kraft treten. Für die Angliederung Coburgs an Bayern sind noch gewisse Verhandlungen erforderlich. Die Wahlkreiseinteilung. Der verfafsungsausfchuß der Nationalver- f a m m l u n g nabm die Einteilung der Wahlkreise und der Wahl- kreisverbände im Reiwstagswahlgeietz vor. Unter anderem wurde die von einer Anzahl von bayerischen Abgeordneten verlangte Zu- sammenfassung ganz Bayerns zu einem Wahlkreisverband abge- lehnt. Es bleibt bei zwei Verbänden.— Weiterhin wurde zur Frage der ReichSbeiträge für die Stimmzettel ein von allen Parteien mit Ausnahme der Deutschnalionalcn unterstützter Antrag Waldstein(Dem.) angenommen, wonach das Reich an die Vertrauensmänner der Kreiswahlvorschläge einen Betrag zahlt, der nach der amtlich festgestellten Zahl der auf den Vor- schlag entfallenden gültigen Stimmen bemessen wird. Die Reichsregierung bestimmt im Einvernehmen mir Reichsrat und Reichstag nach jeder Wahl die Höhe des Einzelbetrages. Die Wahlordnung bestimmt, �durch welche Maßnahmen die Beschaffung und insbesondere die Beförderung der Stimmzettel»rleichtert wird. Die Deulschnationalen stimmten gegen den Antrag. Zu dem Gesi�zentwurf über die Wahl des Reichspräsidenten, der vom Ausschuß angenommen wurde, entstand noch eine längere Debatte über die Frage, wie es mit der Wahl in den Abstimmungs- gebieten bestellt fein werde. SchließliK wurde auf Antrag deS Ministers Koch die Bestimmung angenommen, daß der Wahltermin dem neuen Reichstage zu überlassen sei. Der Gesetzentwurf über den Volksentscheid und die Vorlage über den Staatsgerichtshof sollen nach übereinstimmender Auf- fassung des Ausschusses dem neuen Reichstag zur Eledigung vor- behalten bleiben. GswerMastsbewegung �ln Sie werktätige Bevölkerung Serlias. Arbeiter! Angestellte! Beamte! Der verbrecherisch Anschlage der Kapp-Lüttwitz und Kon- sorien vom 13. März hat in vielen Teilen des Reiches eine Reihe von Opfern gefordert, deren Angehörige zu unterstützen — unbeschadet der Verpflichtung des Reiches— die erwerbstätige Bevölkerung als Selbstverständlichkeit ansehen muß. Noch ist die Zahl der Opfer nicht zu übersehen, aber schon müssen wir feststellen, daß die Not in den Kreisen derjenigen die durch den Putsch ihreS Ernährers und ihrer Existenz be- raubt sind, täglich wächst. Schnelle Hilfe tat not! Darum wenden stch die unterzeichneten Organisationen an die gesamte Werktätige Bevölkerung mit der Aufforderung zur schleunigsten Sammlung von Geldern für die Unglück- lichen Opfer. Zeigt abermals Euren oft bewährten Opferstnn. Ebenso einmütig, wie wir bereit waren, die Reaktion niederzuringen, wollen wir auch in unserem Eintreten für die bedauernswerten Opfer sein. Gebe jeder nach seine« Kräften! Schnelle Hilfe, doppelte Hilfe! Sammellisten sind bei- den den unterzeichneten Körper schaften angeschlossenen Gewerkschaften erhältlich, sowie bei dem Vorsteher der Kommission, AdolfBaer, BerlinS 0., M a n t e u f f e l st r. 72, an den auch sämtliche Geldsendungen zu richten sind. Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend: gez. Rusch. Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbände(Afa), Ortsgruppe Berlin: gez. NörpeL Soziale Kommission der Groß-Berliner Ortsvereine des Ver- bandes der deutschen Gewerkvereine(H. D.): gez. H. Rokittke. Ortskartell des Deutschen Beamtenbundes: gez. Beyer. Der Kampf um Sie Macht bei Sen SuchSruckern. Man schreibt uns: Der Verband der Deutschen Buchdrucker ist die Gewerkichast, die schon vor dem Kriege den größten Prozentsatz der Berufsangebörigen in ihren Reihen vereinigt hatte und daher nach der Revolution nicht den schweren Erschütterungen ausgesetzt war, die die übrigen Gewerkschaften zu erdulden hatten. Aber schließlich ließ der Ruhm der Rätediklatoren in den übrigen Ge- werkschaften auch einige unruhige Buchdrucker nicht schlafen, und sie mühten sich, unter der Parole.Rätediktatur und Jndustrieverband* Lorbeeren zu ernten. Der Kampf gegen die auch im Buchdruck- gewerbe sehr hartleibige Unternehmerschaft wurde unter steter An« pasiung der Kampfesweise an die Zeiterfordernisse ohne Maulhelden« tum fortgesetzt und war mindestens ebenso erfolgreich, wie die in Szene gesetzten Kämpfe der.revolutionären� Gewerkschaften anderer Berufe, die schließlich nach längerem Streik doch die Verständigung mit dem Arbeitgeber auf dem Verhandlungswege suchen mußten. Als die Oovofition im Buchdruckerverband diese Entwicklung sah, nahm fie schließlich Zufluchr zu den Methoden, die im Bruder- kämpf der politischen Arbeiterparteien einen traurigen Rubm er- warben hatten. Wüstes Geschimpfe auf die Bonzen, persönliche Verunglimpfung der Andersdenkenden. Niederbrüllen der Gegner in den Versammlungen find traurige Denksteine auf diesem Wege. Die Generalversammlung, die in Kürze in Nürnberg stattfindet, wird ihre Hauptaufgabe darin zu sehen haben, dieser Entwicklung Einhalt zu tun durch klare und unzweideurige Stellungnahme zu der Streitfrage:.Räteiystem oder Tarifgemeinschaft'. Mit dieser Frage be- schäftigte sich auch eine Versammlung, der Berliner Buchdrucker, die am Montag, den 19. April, im großen Saal des GewerkschaftshauleZ tagte» Trotz des strömenden Regens waren die Kollegen vollzählig er- schienen, um die Ausführungen Graßmanns zu dieser Frage zu hören. In einstündigen Ausführungen entwickelte der Referent die volkswirtschaftlichen Grundlagen, auf denen wir aufzubauen haben, um uns vor Rückschlägen zu bewahren und die Kampfkraft der Ar- beiterschaft zu erhalten und zu stärken. Er verwarf das.revolutio- näre Rälesystem', weil es nur ein Schlagwort sei, unter dem sich niemand etwas vorstellen könne, und entschied sich für positive Ge- Werkschaftsarbeit. Die Ausführungen des Oppositionsredners Barbknecht waren nur geeignet, die Richtigkeit des Graßmann« schen Referats zu unterstreichen. Er führte einen geradezu unglaub- lichen Eiertanz auf und suchte alles daS abzuschwören, waS er noch vor ganz kurzer Zeit gepredigt hatte. Kollegen, jetzt liegt bei Euch die Entscheidung! Sendet die Vertreter zur Generalversammlung, die Euch die Gewähr bieten, daß sie nicht fruchtlosen Experimenten das Wort reden, sondern zu positivem Handeln schreiten. Die Generalversammlung des Vereins hat am Mittwoch, den 14. April, 42 Kollegen vorgeschlagen, die geschlossen diesen Stand- Punkt einnehmen-, wir empfehlen Euch aber, um jedwede Zersplitte« rung unserer Stimmen zu vermeiden, nachfolgenden 25 Kollegen Eure Stimme zu geben: 36 Massini, Albert 42 Siebler, Adolf 22 Albrecht. Rudolf 43 Nimmer, Neinhokd 40 Ebel, Max 44 Stolt, Emil 34 Schleffler, Hermann 49 Krüger, Karl 4 Fränkel, Albert 54 Edling. Max 8 Gröning, Adolf 57 Stern, Richard 13 Uebe, Adolf 59 Lenz, Richard 23 Huf, Gustav 64 Zwirner, Georg 23 Grams, Artur 67 Pötsch, Georg 32 Maraun. Ernst 68 Schneider, Ernst 33 Voigt, Theodor 72 Klein. Wilhelm 37 Barth, Richard 75 Stönner, Karl 39 Efftröm, Alfred Diese 25 Namen find auf dem ofstziekken Stimmzettel stehe« z» lassen, alle anderen Name» aber zu streichen, damit die Stimm« zettel Gültigkeit erhalten. Die hier nicht besonders empfohlenen 17 Kollegen habe««ach näherer Rücksprache im Interesse unserer Sache ihr Einverständnis mit dem Zurücktreten von der Kandidawr erklärt. Materialausgabe findet bis zum Freitag, 23. April, täglich im Restaurant Pfefferberg, Kochstr. 34(neben Scherl) in der Zeit von 6—7 Uhr nachmittags statt. Jeder Betrieb muß zur Stelle sein. Der Streik im Gastwirtsgewerbe. In fünf Versammlungen berichteten am Dienstag vormittag die Vertreter des Kartells der im Gastwirtsgewerbe vertretenen Arbeit- nehmerorganisationen über die Verhandlungen, die Montag abend im Hotel Esplanade stattgefunden haben. Aus den Ausführungen der Redner war zu entnehmen, daß die Arbeitgeber die Be- zahlung jeder Beschaffungsbeihilfe verweigerten, auch wenn deren Höhe von Fall zu Fall durch eine paritätisch zusammengestellte Kommission bestimmt werden sollte. Die Generalstreiktage sollen nur bezahlt werden, wenn das durch einen Beschluß der National- Versammlung bestimmt wird. Betreffs der Teuerungszulage seien die Arbeitgeber geneigt, die Forderungen für die großen Hotels, Luxusgeschäfte und Weinstuben zu bewilligen, bei Bierwirtschaften aber sei ihr letztes, als Ultimatum bezeichnetes Angebot nicht über 4V M. im Höchstfälle(für die ohne Kost und Wohnung Angestellten) hinausgegangen, während die Gehilfenschaft 45 M. forderte. Die Versammlungen beschlossen, der wirtschaftlichen Notlage der An- gestellten wegen auf ihren Forderungen zu beharren und den Streik fortzusetzen._ Lohnvewegrmg miter den Angestellten der Gold-»nd Silber- waren-Detailgeschäfte. Der Zentralverband der Angestellten hat eins große Anzahl Groß-Berliner Firmen aus den Juwelen». Uhren-, Gold- und Silberwaren-Detailgeschäften vor den Schlichtung S« a u S s ch u ß Groß-Berlin zur Anerkennung des Tarifvertrages laden lassen. Alle Angestellten, die von den zu diesem Zwecke statt- gefundenen Versammlungen keine Kenntnis hatten, werden ersucht, sich unverzüglich an die Fachgruppe 13 ck des Zentralverbandes der Ange st eilten, Berlin, Belle-Alliance-Slr. 7/16, zu wenden. Buchbinderverband: Vertrauensleute in den Buchbindereien, Buch- druikereien und GeschästSbuchfabiiken! Freitag, den 23. April 1926, nach- mittags'/zS Uhr, im.Alexandriner", Alexandrinenftr. 37a: Ver- trauensmännersitzung. Tagesordnung: Bericht überdaS neue Lohnabkommen. Das Erscheinen aller Vertrauensleute ist unbedingte Pflicht l Die Branchenleitung. Tamenftrohhutarbeitcr und-arbetrerinneu. Am Frelt-q abend 5 Uhr: Versammlung. Gewerkfchaftshaus, Saal 1. Zcnrralverband der Angestellten. Versammlungen am Donnerstag, den 22. April 1926. Fachgruppe 1a(Angestellte der Reichs-� und Staats- bcbörden): Abends 7 Uhr,.Neue Philharmonie", Cöpenicker Straße 9ö— 97 (Bericht über ReichStarifverbandlunqen).— Fachgruppe 4(Sektion der BelussgenoffenschastSangestellten): ÄbendS 6 Uhr,.tzaverlands Festfäle", Neue Friedrichstr. 35(Stellungnahme zur Erhöhung der GebaltSzufchläge). — Sektion der Krankenkassenangestellten: Nachmittags 4 Uhr, im ,Ge- werkschastsbauS', Engeluser 15.— Fachgruppe 11(Angestellte der Holz- rahmensabrikation). Oeffentliche Versammlung abends ö Uhr, im.Alexan- drwer*, Alexandrinenftr. 37a(Unsere Forderungen und das Verhalten! der Arbeitgeber).— Jugendliche BetriebsvertrauenSleute Vollversammlung abends 7 Uhr, im.Verbandsbureau", Lelle-Allianc«- Straße 7—16._ WirtfiHaft Organisierte Leimbewirtschaftung. Der ReichSrat nahm eins Verordnung an über»Kollektivverträge und Bildung von b e« rufständigen Beiräten auf dem Gebiete der L e i m w i rt- schaft. Danach wird die Zwangswirtschaft beseitigt. Die Pro- duzenten aber werden zu Kollektivverträgen verpflichtet. Zum ersten Male werden auch für Außenseiler, die den Organisationen nicht beigetreten find, die Verträge verbindlich gemacht, und zwar durch Entscheidung des Reichswirtschastsgerichts. Preispolitik in Amerika. Wir entnehmen einer Reutermeldung aus New Uork:.In der Jahresversammlung des Stahl« t ruft es sagte der Vorsitzende Gary, der Stahltrust halte die Preis« niedrig, um nach Möglichkeit die Teuerung der Gegenstände des täglichen Bedarfs einzudämmen." Wir empfehlen dem Eisen- wirtschaftsbund, der in diesen Tagen das Licht der Welt erblickte, dieses Wort zur Beherzigung. Die bisherige Praxis der Eisenindustriellen schlägt dieser lapidaren Forderung ins Gesicht. «erantw. für den redaktion. Teil: Artur zickler, Tharwttenburg: fiir Anzeigen: Ih.«locke, Berlin. Verlag: Borwärts-Berlag<8. m. b. S.. Berlin. Druck: Vor- wärts-Buchd ruckerei u. Berlagsan stall Paul Singer u. Co. Berlin, Linbenstr. 3. Hirrz» 1 Brilage._ »« betonnt«®tttimnopf),.®cl(t)oft Y. Stiel). Friedrichstr. 235, Pähe Markthalle. gibt kostenlos fiir eine zerbrochene oder abgespielte Schallplatte eine Dost Nadeln tür 2 eine guterhaltene Platte für 4-ine neue Parhöplatte sür 5 ein Plattenalbum(25 cm) für 6 eine neue Nadelplatte für 10 eine neue Schalldost für 30 elnrn guterhaltenen Trichtcrapparat