Ur.S07.37.Ia!srg. Bezugspreis: B°rt«»Shr>.Zl�-Mt.inonaN.7.-Mt. frei ins Haus, voraus zahlbar. Polt- oezug; Monatlich 7,— Mb, exkl. Iu» aellungsgeoühr. Unier Kreuzband für Loutfchland und Oesterreich- Ungarn 102'i MU, für das übrige Ausland >450 Mb. bei täglich einmal. Zustellung 1250 lllt, Postoeftellungen nehmen an Dänsmar! Holland, �uremburq, Schweden und die Schweiz. Ein- getragen w sie Post- Zeitung»- Preisliste. Oer.Vorwärts� mit der Sonntags- bellage„Volt u. Zeit* ericheint wochen- liiglich zweimal. Sonntags einmal. Telegramm-Adreise �Sozlalosmorral Berlin*. Morgen Ansgabe Berliner Oolksblntt ( 20 Pfennig � SluzeiaeupreiS: Die achtgespaltene Nonpareillezell« tostei 2. M M., Teuerungszuschlag 50% »Kleine Anzeigen*, das Kit- gedruckte Wort 75 Pfg.(zulässig zwei iettgedrulve Worte), jedes weitere Wort 50 Psg. Stellengesuche und Schlasllellenanzeigen das erste Wort 65 Psg. jedes weitere Wort 40 Psg. Worte über 15 Buchstaben zahlen' siir zwei Worte. Teuerungsznschlag 50°,'» Familien- Anzeige� politische und gewertschastliche Verein«» Anzeigen 2,— Mk. die Feile ohne Aufschlag. Anzeigen für die n ä ch st e Nummer müssen bis» Ahr nachmittag» im Hauptgeschäft, Berlin SW 63, Linden- sirahe 3, abgegeben werden. Deöffnet von S Uhr scüh bis 5 Uhr abends. �entratorgan der rozialdemokrati feben parte» Dcutfcblatids NeSaktion und Expedition: 607.6$, Lindenstr. 5. Fernsprecher: Amt Morrftvia«, Str. l.�l NO— 151 U7. Freitag, de»»3. April 1920. vorwäcts-veriag G.m.b. H., EW. SS, LiaSenstr. S. Fernsprecher: Amt Moritivlatt, Nr. 1I7SZ— Sil. Die Räumung öer neutralen Zone. Eine öeutsche Note. B e r l i«, 22. April. In einer von dem ZZorsitzenden der deut- schen FriedenSdelegation in Paris dem Präsidenten der Frieden?- kommisiiou übergebrnen Note ist darauf hingewiesen worden, daß infolge der bis zum 21. April durchgeführten Verminderung die K o p f st ä r k e der Truppe« in der S0-Nilomet«r-Zone die zu- lässige Zahl nicht mehr übersteigt, daß nur noch die Zahl der Verbände um 10� I n f a n t e r i e b a t a i l l o n e und 10 Batterien überschritten ist. Die weitere Verminderung dex Verbände ist im gegenwärtigen Augenblick nicht angän. g i g, da die Durchführung der polizeilichen Maßnahmen in den stark bevölkerten, dicht beieinandergelegenen Ortschaften eS befon- der? vorteilhaft erscheinen läßt, kleine Verbände zu verwenden. Unter diesen Umständen hat die deutsche Regierung gebeten, daß die zulässige Truppenzahl entsprechend frü- Heren Anträgen lediglich nach Köpfen bemessen werde. Bezüg- lich der Artillerie ist um Belassung von 11 Batterien in der Sss-Kilometer-Zone gebeten worden. Di« deutsche Regierung glaubt, daß sie mit den am 21. April vorhandene« Truppen die Ordnung aufrecht erhalten kann. JuSbesondere rechnet sie mit der Hoffnung, südlich der Ruhr ohne gewaltsame? Ein. schreite« zu geordneten Zuständen zu kommen. Sie muß aber mit besonderem Er« st und im Bewußtsein ihrer B e r a n t- Wartung immer wieder darauf hinweisen, wie wichtig eS ist, immer wieder für die Ruhe, Sicherheit und Ordnung in dem Ge- 'biet einstehen zu können, da? den Kern des deutschen in» dustriellen Leben? bildet. Werden ihr in dieser Hinsicht die Hände gefesselt, so muß sich unvermeidlich jede Störung der Ruhe auf da? ganze ReichSgebiet übertragen. Da- durch wird das Land immer wieder an den Rand de? Ab- grund? gebracht, und dadurch würde auch die Erfüllung der Bestimmungen de? Friedensvertrage? gefährdet werden. Dem Vorsitzenben de? interalliierten Neberwachungs- auSschusse? für das Landheer, General Rollet, ist außer- dem eine genaue Nebersicht der Truppenverbände in der Hst-Kilometer-Zou« übermittelt werden. B e r l i n, 22. April. Wie W. T. B. erfährt, bestätigt es sich, daß dem Präsidenten der Friedenskommission eine Denkschrift iibergcl�n worden ist, die sich mit der Stärke deS uns nach dem Friedensverträge verbleibenden HeereS beschäftigt. Die Frage der Beibehaltung deS Großen G e n c r a l st a b e S ist in dieser Denkschrift jedoch nicht berührt worden. §ür Zuziehung deutfchlianös in San Nemo. Ein englisch-italrenischer Vorschlag. Paris, 22. April.(WTB.) Wie der Sonderberichterstatter de?„Matin" meldet, haben Nitti und Lloyd George Millerand den Gedanken nahegelegt, die deutsche Regierung zur Teil- nähme an der Konferenz von San Nemo einzuladen. Beide hätten sogar die Anwesenheit de? deutschen Reich? kanzlerS für wünschenswert erklärt, um dir zukünftigen poli tischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit dem ehemaligen Feinde in sachlicher und umfassender Weise zu besprechen. Der Korrespon dent bemerkt, man könne sich die Wirkung dieses Vorschlage? au Millerand leicht vorstellen._ Um die Türkei. Die Spannung mit Amerika. San Remo, 22. April. Der Oberste Rat fuhr heuZe m der Prüsmog dcks FrielderrsvertragS? mit der Türkei fort. Er regelt« die Grenzen des neuen Reiches, ohne aber die abgetrennten Gebiete zu verteilen, wie dies schon gegenüber den anderen foindlichsn Mächten getan wurde. Paris, 22. Zlpnil. Wie die„TimeS" aus Row Dork meldet, hat die Weigerung der Konferenz von San Remo, die von Wilson gegenüber der Türkei vorgeschllagen« Politik anzunehinien, Wilson zur Veröffentlichung einer Erklärung veranlaßt, in der der Präsident betont, er beabsichtige, von jetzt an seine An sichten den alliierten Mächten so lange nicht kundzugeben, bis der amerikanische Senat den Friedensvertrag ratifiziert habe. HavaS meldet au? Washington: Da? Staatsdepartement hat den amerikanischen Botschafter in Rom aufgeforderte an der Konferenz von San Ronio teilzunehmen, ohne sich jedoch an der Debatte zu beteiligen. Die Geheimverträge. London, 22. April. Bot Besprechung de? FriedenSvertragoS zwischen Oesterreich und Italien im Oberhause sagte Lord Milner, eS sei den Abmachungen, die beim Eintritt Italiens in dem Krieg seinerzeit abgeschlossen wurden, zuzuschreiben, wenn nicht unerhebliche deutschvölkische Elemente unter italienische Herrschast gekommen seien. Mit dem vollkommenen Ruin Oester reich? müsse, nachdem die Donau Monarchie nun einmal so zer- stückelt sei, gerechnet werden, trotz der Hilfe, die die Alliierten Oesterreich angcdeihen ließen. Reichsparteikonferenz. Dir Reichskonferenz wird am 5. und 6. Mai in Verlin im Herrenhaus stattfinden. Der Varteivorstond erwartet, daß alle Bezirke ihre Ver- treter entsenden, so daß die Reichskonferenz mit 180 bis 200 Delegierten auS dem ganzen Reiche, mit Portcivorstand und Kontrollkommission, Parteiausschuß und 10 Delegierten der Reichstagss raktion, zusammen etwa 230 bis 275 Teil- nehmer, ein klares Bild der Stimmung der sozialdemo- kratischen Arbeiterschaft imd ein berufenes Organ zum Aus- druck ihrer Wünsche und Forderungen sein wird. _ Das Referat über den einzigen Punkt der Tagesordnung: „Die politische Loge imd die bevorstehende Reichstagswahl" hat Genosse Philipp Scheidemann. Neue Meutere» üer Chrharüt-Leute. Eine Erklärung Gehlers. In der Nationalversammlung hat gestern der Reichs- Wehrminister G e ß le r die aufsehenerregende Mitteilung ge- macht, daß eine Abordnung der Marinebrigvde aus Munster bei ihm war und unter Drohungen die Zurücknahme des Haftbefehls gegen Kapitän Ehrhardt und seine Belassung an der Spitze der Truppe forderte. Der Minister fügte dieser Mitteilung hinzu, er hoffe, daß der Haftbefehl gegen Ehrhardt inzwischen ausgeführt worden sei. Von der Verwirklichnug dieser Hoffnung ist unS zur Stunde leider noch nichts bekannt. Aber auch die Abordnung, die mit Drohungen an den Reichswehrminister herantrat und ans diese Weise einen gewaltsamen Eingriff in die Disziplin und die Rechtspflege versuchte, scheint nach den Mitteilungen des Herrn Reichswehrmimsters nicht verhaftet worden zu sein. Es scheint, daß diese meuterische Abordnung ebenso ungefährdet im Reichswehrministerium aus- und eingehen kann, wie bis vor kurzem wenigstens ihr Meutcrerkapitän i Untersuchung öer Kieler Vorgänge. Kein kompromittierter Offizier darf wieder eingestellt »verde». Berlin, 24. April.(MTB.) Im Reichswehrministerium fand heute unter Borfitz de? ReichSwehrminifierS und in Anwesenheit de» Unter st aatSsekretärS sowie deS stellvertretenden Chefs der Admiralität eine Besprechung statt mit den Bertretera der Marinedehirde« von Kiel und Wilhelmshaven, ferner der »lden burgischen Regierung und mit dem derzeitige« Zivilgouverneur von Kiel. ES wurde festgestellt, daß die einander widersprechenden Meldungen über die Zustände in den Marinegarnisonrn, wie fie vielfach verbreitet werden, nur dir Gemüter im ganzen Bolle erregen und eine objektive Beurteilung trüben, die wünschenswerte Entwicklung der Verhältnisse zu einem ordnungsmäßigen Dauerzustand eher erschweren. ES herrscht zurzeit sowohl in Kiel wie auch in Wilhelms- Häven Ruhe und Ordnung. Alle Teile sind sich darüber klar, daß auf die Dauer ohne Offiziere ein regelrechter Dienstbrtrieb nicht möglich ist. ES herrscht indessen auch darin Ucbercinstimmung, daß kein durch die Ereignisse kompromittierter Offizier zum Dienst wieder zugelassen werden darf. Die Untersuchung der Vorkommnisse in der Marine wird durch das UntersuchuugSamt deS WchrniinisterinmS mit großer Be- fchieunigung und nur durch dieses durchgeführt. Ein p a r l a m e n- tarischer Ausschuß prüft und begutachtet die UntcrsuchungS- ergebnisse, deren Veröffentlichung dann sofort erfolgen wird. « Der Bürgermeister von Kiel, Dr. Lindemann» der in den Putschlagen die Interessen der Kopp-Regierung in Kiel verlrat. wurde in Hamburg verhaftet. Der holländische Kredit. 200 Millionen Gulden. helsserich auf hohem Pferd. In Hannover ist Herr H e l f f e r i ch, der es offenbar nicht vertragen kann, daß durch den Kapp-Putsch die Ocffent- lichkeit so lange von der Betrachtung seiner Unfehlbarkeit ab- gelenkt worden ist, mit einer großen Programmrede an die Oeffentlichkeit getreten, der sein Leibblatt, die„Post", trotz allen Papiermangels drei volle Zeitungsseiten widmet. Wir nehmen an, daß Herr Helfferich wieder einmal im Voraus Flugschrist Nummer soundsoviel der Deutschnaiionalen Volks- Partei geredet hat. Herr« Helfferich suchte der üblen Lag?, in welche seine Partei durch den Kapp-Putsch geraten ist, dadurch zu ent- gehen, daß er von vornherein mit der hochmütigen Miene deS Anklägers austrat, was ja sein Spezialberuf ist. Die Haltung der Deutschnationalen in den Kapp-Tagen will er vergeffen zu machen suchen, indem er eine neue, stark auf die Lachmuskeln wirkende Theorie aufstellt: Der Militärputsch sei durch die Deutschnationale Volkspartei vereitelt worden! Weil diese Kapp und Konsorten die Gefolgschaft versagt hätte, sei der Putsch zusammengebrochen; des Generalstreiks— der fromme Herr Bankdirektor sagt „des gottlos proklamierten Generalstreiks"— habe es gar nicht bedurft. EL ist schwer, dieser dreisten Behauptung gegenüber ernst zu bleiben. Auch der Dümmste weiß, daß die Deutsch- nationalen sich bedenkenlos Kapp an den HalS ge- w o r f e n hätten, sofern es diesem geglückt wäre, den Wider- stand des Volkes gegen die Militärrevolte niederzuwerfen. Die vorsichtig abwartende Haltung eines Teits der Deutsch- nationalen, aber auch nur eines Teils— eS sei erinnert au die jubelnd-stürmischen Zustimmungskundgebungen der o sl- preußischen und m i t t e l's ch l e s i s ch e n Deutschnationalen— ist lediglich darauf zurückzuführen, daß diese Leute dem Erfolg des Abenteuers mißtrauten. Aber s i e waren es sicher nicht, die auf diesen Mißerfolg hinge- arbeitet haben I Das zeigt schon die ganze Art,. wie Herr Helfferich auch jetzt noch über die verbrecherischen Taten der Putschlents schonend den Mantel seiner starken christlichen Nächstenliebe breitet. WaS habe denn Kapp gemacht? Er habe sich nur auf den Boden der Verfassung gestellt und diese gegen die Regierung geschicht! Wirklich, ein idealer Ver- sassungsschützer, der mit 5000 Schwerbewaffneten in Berlin einzieht, die Regierung für abgesetzt, die National- Versammlung für aufgelöst erklärt, der den Befehl gibt, jeden Streiksposten und jeden, der gegen ihn redet, an die Wand zu stellen, der nicht nur sämtliche Zeitungen verbietet, sondern auch noch anordnet, vandalisch die Druckereien zu zerstören, in denen ihm mißgefällige Sachen gedruckt werden. Solche und ähnliche Proben.verfassungstreuer Ge- sinnung" haben Kapp und Lüttwitz in den 120 Stunden ihrer Herrlichkeit zu Dutzenden gegeben. Aber Herr Helfferich redet von einer„sinnlosen Angst vor den Militär?,. die gar nicht so gefährlich waren, die sehr wohl mit.sich reden ließen". Doch derselbe Helfferich, der verurteilt, daß man nicht sich mit den Rebellen auf gütlichem Wege geeinig! habe, wodurch die Regierung zeitlebens der Sklave der Rebellen geblieben wäre, erhebt die heftigsten Anklagen, daß die Regierung das ielefelder Abkommen mit den bewaffneten Arbei- tern des Ruhrgebiets geschlossen und sie wie eine anerkannte kriegerische Macht behandelt k)abe. Seltsamer Widerspruch! Den meineidigen Lüttwitz sollte die Regierung als gleich- berechtigte kriegführende Macht anerkennen, aber die durch die Lllttwitzsche Rebellion ausgelöste Gegenbewegung, an der zum größten Teil wirkliche Schützer der Verfassung beteiligt waren, die sollte ohne dm Versuch einer ftiedlichen Lösung sofort im Blute erstickt werden. Hier ist der Prüfstein, an dem sich zeigt, daß die Deutschnationalen trotz allen Geredes innerlich nicht auf feiten der Verfassung, son- dern auf feiten des Rutsches stehen. Alles Unglück rührt nach Herrn Helfferich natürlich von der Revolution her. Von seiner Schuld an der KriegS- Verlängerung weiß er nichts. Er erinnert sich auch nicht deS Mannes, der 1915 den U-Boot-Krieg auf das schärfste be- kämpfte und 1917 zu ihm aufstachelte, indem er„nach- wieS", daß der U-Boot-Krieg in sechs Monaten zur Nieder- werfung Englands führen würde. Der Mann hieß H e l f f e» rich. Vor wenigen Tagen hat Graf, Bernstorff vor dem Untersuchungsausschuß nochmals betont, daß seiner festen Ueberzeugung nach die Wilsonsche Friedensvermittlung Anfang 1917 zu einem erträglichen VerständigungSfrieden hätte führen können. Aber unter der Aegide Helfferichs wurde Wilson wenige Wochen, nachdem er von deutscher Seite zu seinem Vor- Haag, 22. April.(Korrefpondenzbureau.) In der Zweiten eifrig ermuntert worden war, mit dein Faust schlag Kammer ist eine Denkschrift der Minister für Finanzen, Landwirt- jdes uneingeschränkten U-Boot-Kriege? mitten wie bis selbst......._______________________________________ Der Zustand der Hilflosigkeit, in dem sich der Reichs-! schaft und auswärtige Angelegenheiten, betreffend da? mit der I in feiner Ärmittlungsäktion zurückgewiesen und" zum Kriege wehrmlnisier befindet, bietet der Welt ein unerhörtes Schau-, deutschen Regierung geschlossene Abkommmen über Ge-! gegen Deutschland provoziert. Das hat Herr Helfferich ver- spiel. Was gedenkt der Minister zu tun, um diesen für ihn, � Währung eine.? Kredites von höchstens 200 Millionen gaffen! für die Regierung und das ganze Volk unwürdigen Zustand! Gulden und Versorgung Holland? mit Steinkohlen und ahn- zu beseitigen?" j lichen Erzeugnissen eingegangen. Und auf derselben Höhe steht Helfferichs Geschichtsdar- stellung, wenn er der Regiexung Max hon Baden— Scheidemann zintt Vorwurf macht, daß sie ihr Regime mit einem..Hilferuf an Wilson" begonnen habe, anstatt mit einem Appell an die (nach Helfferich) ungebrochenen Kräfte des deutschen Volkes. Von wem ging denn die Forderung aus, daß innerlxilb 24 Stunden ein Friedens- und Waffenstillstandsangebot unter allen Umständen in die Welt gesetzt werden müsse? Der Mann, der nicht einmal die Umbildung der Regierung abwarten wollte, sondern stürmisch verlangte, daß sofort und ohne jede Verzögerung das Friedensangebot herausmüsse, war der intime Freund und politische Bundes- gen-osse H e l l f f e r i chs. Sein Name ist L u d e n d o r f f. Herr Helfferich möge in den Erinnerungen des Grafen H e r t- l i n g nachlesen, wie Ludendorff unangemeldet zum Kaiser hineinstürmte und schroff erklärte, nicht länger warten zu können. Er möge in den Erinnerungen des Prinzen Max von Baden nochlesen, wie dieser sich gegen das Verlangen Ludendorfss sträichte, weil er ein so hemmungsloses Verlangen nach sofortigem Frieden als politisch katastrophal ansah, weil er wußte, daß dies die Kapitulation bedeute. Max von Baden wollte erst ein Pazifistisches Regierungspro- gramm entwickeln und dessen Wirkung auf das Ausland abwarten. Aber Ludendorff war es, der schrie: Sofort Frie- den, sonst könne er für nichts garantieren. Natürlich redet Helfferich auch über den Valutajammer, über den er keine Worte verlieren will. Er hätte doch in diescnr Zusammenhang sich schon ein paar Worte über einen Berliner Millionär leisten können, der seine Villa in der Hitzig- straße unter Ausnutzung des niedrigen Valutastandes an einen holländischen Margarinefabrikanten verkauft hat. Kennt Herr Helfferich diesen Mann? Uni des rednerischen Erfolges willen bestrebte sich Herr Helfferich auch ein wenig antisemitisch, was gerade ihm besonders gut steht. Auf den Erfolg konnte er stolz sein. Sowie er den Namen irgendeincSAolitischcn Gegners nannte, mochte es der deutsche Minister Mayer- Kaufbeuren oder der russische Diktator Lenin sein, erscholl aus seinem Auditorium prompt der Zwischenruf:.Lirde" und Herr Helfferich mußte dann mit sauer-süßer Miene berichtigen, daß dies nun gerade kein Jude sei. Auch sonst mochte ihm manchmal etwa? schwül zu Mute werden, wenn er kaum mit großer Mühe den friedlichen und legalen Charakter der Deutschnationalen Partei nach- gewiesen zu haben glaubte, und dann bei der nächsten Nennung der Regierung der freundliche Zunif„Aufhängen!" er- tönte. Herr Helfferich möchte die Rcchtsbolschewisten gern von seinen Rockschößen abschütteln, aber sie heften siel, an seine Sohlen, sie sind, um mit Heine zu reden— di e Tat von seinen Gedanken._ Seecktsche Säuberung. Wie er sie auffasit. WTB, meldet: Auch der Hauptmann Hahn vom persönlichen Stab bei ReichStvehrministerimns ist, wie der Major von Gilsa, beaurlaubt worden. Wie wir erfahren, stehen weitere Perso- nalveränderungen in der Heeresleitung, sowie auch in den Personalämtern bevor. Der persönlich« Stab deS ReichSwehrminste- riums soll ganz aufgehoben werden, da man von dem Gedanken ausgeht, daß der persönliche Stab nur eine Wieberholung des Reichswehrministeriums sei und als solcher durch die Verkleinerung des Heeres überflüssig werde, irgendwelche Differenzen sollen bei der Beurlaubung nicht mitspielen. Beide Offiziere haben lediglich einen längeren Urlaub beantragt, um sich zu er- holen. Major v. Gilsa will sich nach Oberbayern begeben und auf Wunsch des Reichspräsidenten später einen Posten in der Sleichswehr übernehmen. Soweit die Meldung des WTB. Ihrem ganzen Stil merkt man bereits das militärische Vertuschungs- und Bemäntelungssystem an. Ueber die Notwendig- feit des persönlichen Stabs mag man denken wie man will: im Augenblick führt die Beseitigung der wenigen zuverlässig verfaffungstreuen Offiziere aus der Umgebung des Reichswehr- Ministers nur zu dessen weiterer Einkapselung. So ?m Ruhrgebiet. Reisebilder von Artur Zickler. Der V-Zug gleitet durch die Nacht, im Federn gedämpft, schlagen melodisch die Räder. Ich habe das Licht abgeblendet und starre in di« Dunkelheit. Rosiges Bogenlampenlicht bellt selunden- lang in» Abteil. Minden. Jetzt bin ich wieder auf roter Erde. Bald werde ich die Feuer flammen sehen, rote Glut in düsteren Burgen der Arbeit, werde die Sirenen heulen hören und die Seil» räder werden wie das ewige Schicksal ianzen. Wie ernst... Ich bin noch so jung und eS ist doch schon so lange her. Vor fieben Jahren. Tag« und Nächte vor ven Oese», Leben zwischen Schlaf und ArbeitSqual. Wir schanzten und schwitzten und froren. Aber wir waren jung und rrotzig und glaubten an den Tag. der bald kommen mußte, Mai- tag der Menschwerdung aller Menschen. Dann sollten frei die Feuer wehen und Brot sollte für alle da sein... Da kam der Krieg. Wir sind ander« geworden und nicht bester. Wir denken aneinander vorbei. Alles verstrickt sich in un- seliger VerwirrniS. Wir denken durch Gewehrläufe. ES ist noch lange hin, bi« wir durch Freiheit glücklich werden. < SS wird Morgen. DaS schöne westsalische Land im ersten Frühling. Arbeiter wandern auf schwarzen Straßen den Zechen zu. An den Masten ziehen die Seilwagen über die Felder. Langsamer wie einst. Aus den Schornsteinen blakt der Rauch. Dünner als einst. Deutschlands Lunge arnret schwächer. Hamm. Drüben, ganz im Grün, liegt ein Friedhof. In einer Ecke braunaufgefurcht wie ein frischer Acker ein Mastengrab. Die Holzkreuze noch frisch. Die Opfer des Bürgerkriegs. Bergleute mit harten Händen. Reichswehrsoldaten, junge Bauernburschcn aus Oberfranken oder dem Allgäu. Am Bahnhof Stahlhelme mit Horn- brillen drunter: zeitsreiwillige Studenten. Strahenbahnfahrt nach Hörde. Kanrpiwagen der Eppleute fahren spazieren..Wer an den Wagen herantritt, wird erschossen!" Unv der unvermeidliche Toten- köpf. Soldatentrupps führen Verbastete. Eine Frau, ein Mädchen, ein Kind und zwei Männer, die mit erhobenen Händen marschieren müssen. Zwei Arbeiter auf dem Wagen fluchen vor sich hin, Eine Frau sagt:.Das ist doch nicht nörig, wohl!" Nun sehe ich auch schon die Hochöfen der.Phönix', wo ich vor fieben Jahren geschafft hatte. Ich gehe die Hochofenstraße ent- lang nach der Kolonie Felicitas. Trete durch da» kleine Gärtchen in da» HauS meiner Wirts teuts von damals. Ob fie mich noch kennen werden? Vor mir steht die Frau. Sie lächelt:„Kiek mal an. der Artur!" Die ältesten Kinder kennen mich auch noch. Der Wirt ist noch nicht lang von d« Schicht heim, ab« vir wollen gern ein Stück sehr wir den Kur? deS Herrn von Gilsa bekämpft haben und noch bekämpfen— diese Entfernung geschieht nur zu dem Zweck, um noch weit schädlicheren Einflüssen die Tür zu öffnen. Tie Behauptung, daß persönliche Differenzen bei der Entfernung Gilsas und Hahns nicht mitspielen, er- klären wir nach unserer Kenntnis der Dinge schlankweg als eine Unwahrheit. Herr von Seeckt macht die Bahn frei für seine unumschränkte Alleinherrschaft. Wohin sie führen wird, ist noch nicht abzusehen. Aber wir warnen, warnen dringend! Viel notwendiger als die Auflösung des persönlichen Stabs erscheint uns übrigens die Beseitigung gewisser N a ch r i ch- ten-Abteilungen im Reichswehrmtnisterium, die ganz unkontrolliert auf eigene Faust Politik treiben. Schlupfwinkel öer Reaktion. Wie dringend erforderlicki es ist, die gründliche.Reinigung' nicht nur im Reichswehrministerium, sondern auch in den dem Kultusministerium unterstehenden Verwaltungsbehörden vorzunehmen, beweist folgende Tatsache, um deren Veröffentlichung wir gebeten werden.. In einem wiffenschaftlichen Institut in Dahlem hatten dort beschäsligle Arbeiter die Entdeckung gemacht, daß in einem Keller unter Brettern der st eckt 1ö Gewehre aufbewahrt wurden. Der Keller gehört zu einer Abteilung, dessen Vorsteher am 13. März d. IS..aufatmete" und wie auch ein anderer höherer Beamter seiner Abteilung diejenigen Arbeiter mit Entlassung bedrohte, die sich am G e n e r a l st r e i k beteiligen wollten. Der Betriebsrat hielt sich für berechtigt und verpflichtet, die Direktion zu veranlassen, die Waffen zu entfernen; gleich- zeitig aber auch Sicherheit zu verlangen, daß dieselben nur an solch« Stellen abgeliefert werden, die zum Empfang berechtigt sei. Natürlich wurde dieses Ereignis wieder zu einem Vorstoß gegen den Betriebsrat seitens der Direltion benutzt, die sich mit solchen.revolutionären" Einrichtungen nicht abfinden kann. ES kam daher zum Ausdruck, daß der Betriebsrat zu seinem Vor- gehen nicht berechtigt sei. Jnfolgedesten hat er auch weiter keine Kenntnis über den Verlauf der ganzen Angelegenheit erhalten. E« konnte nur noch festgestellt werden, daß in einer anderen Ab- teilung des Institutes weitere 10 Gewehre und«a. 1200 Patrone» entdeckt wurden, von denen der hier in Frage kommende AbteilungSvorsteher keine Kenntnis hatte. Sämt- liche Waffen und Munition sind am 16. d. MtS. von einem Leutnant Zellin der Einwohnerwehr Dahlem abgeholt worden, der durch fein überaus.forsche«" Auftreten einen nicht gerade an- genehmen Eindruck hinterlassen hat. Nnterlastza aber hat er daS Abholen eines Maschinengewehres, das sich einige Häuser weiter in der Villa desjenigen AbtrilungSvorstchcrS befindet, der dir erwähnten Gewehre beschafft und in Verwahrung halte. Ob nun endlich Herr Haenisch, der bei wiederholten Beschwerden diese Leute immer wieder in Schutz genommen hat, endlich einmal zum Besen greifen wird? Der Fall zeigt, daß die bewaffnete Reaktion immer noch ihre Schlupfwinkel findet, in denen fie unterzukriechen vermag. Es ist höchste Zeit, daß hiermit gründlich aufgeräumt wird. Im übrigen ist in vorliegendem Falle nicht nur das K u l t u s- Ministerium als vorgesetzte Behörde jenes Instituts, sondern auch der R e i ch s w e h r m i n i st e r als höchster Vorgesetzter deS Leutnants Zel.lin. desten Verhalten mehr als eigenartig berührt, zum energischen Einschreiten verpflichtet. Kopps Zlugschiebung. Ausweis nach Hamburg. Wie eS möglich war, daß die Flugpolizei in Johannisthal daS Flugzeug der.Deutschen Luftreederei' mit dem ehemaligen Ltn. Jüterbog als Führer und Kapp als Ladung fahren ließ, wird folgendermaßen erklärt: .Am 10. 4., vormittags um 11.40 Uhr, wurde von der Flug- kontrolle Johannisthal einem Apparat der Deutschen Luftreederei Starterlaubnis nacb Hamburg gegeben. Die deutsche Flug- kontrolle gibt die Genehmigung zum Fluge im Auftrage des Ministeriums des Innern durch Beamte der Sicherheitspolizei au«. Die Beamten haben einsprechend den Anweisungen, nach denen die Beausfichtigung lediglich auf sahrtechnische Beobacbiungen sich zu erstrecken hat, die Kontrolle ausgeführt. Da die Maichine in allen Punkten entsprechend den Vorschriften ausgerüstet war, und da die von der Deutschen Luftreederei ausgestellten Fahrtausweise spazieren gehen..WaS scggfte nu tau Spartakus." Was soll man da ieggen? Wir gehen durch den Abend. DaS Werk tost und faiicht, glüht mit hundert Lichtern und wirft seinen Feueratem in die sternenvolle Nacht. Der Bergmann ist tot und jener ist tot. Der ist auch ge- fallen und der hat nur noch ein Bein. Arbeit und Hunger, Tod, Krieg, Revolution und wenig Freude. Nur die Kinder... « Im vergischen Land. Hagen. Am Bahnhof zwei Mann der Arbeiterwehr. Sonst ein seit Jahren ungewohnter Anblick: keine Soldaten. In Barmen sehe ich sechs bewaffnete Arbeiter vom Ordnungsausschuß. Freundliche ältere Leute. .Ich möchte zur Roten Armee.'.Dann geh zum Kleinen Werth 9, da ist sie.' Ich gehe zum Kleinen Werth 9. Da ist da« Bureau deS Zentralrat», der am gleichen Tage noch ausgelöst wurde. Im Vor- zimmer finde ich die Rote Armee. Die Männer find ausnahmslos ohne Hemd, welche haben Stroh um die Beine gewunden. Hosen zerriffen und Jacken entzwei. Hunger haben fie alle miteinander. Und warten. Drinnen diktiert einer. »Da« Proletariat wird die Ketten, die ihm von neuem an- gelegt werden... angelegt werden... Komma... zerreißen... Punlt.' Einer schaut verzweifelt vom Fenster her..Quatsch l' Sie warten und starren vor sich hin. * Münster. Sitz de« ReichSwevrkommandoS v. Watter. Stahl- Helme mit Hornbrillen drunter. Am Bahnhof schreien zwei Plakate riesigen Umfang? den verdatterten Bürger an: Der Antichrist ist dal Willst du. daß deine Frau und deine Kinder... hu... und dein Eigentum... bubu... so tretet, Hannoveraner. Lipper, West- falen sofort in das Zeilfreiwilligenbataillon... Münster ist ein altes Dunkclnest. Die dortige ZcntrumSpresie ist dreimal so reaktionär wie Kapp, Und schwindeln kann sie. o heiliger Ignatius von Loyola! Da steht an der Spitze eines solchen Papier«: Neuaufmarsch der Roten Armee im Bergischen Land. 85000 Mann unter Waffen. Ich muß an da» Vorzimmer des Barmer Zentrolrat« denken, Dann lese ich weiter, daß der Oberst von Baumbach in Essen er- klärt hat, wen» er da» Standrecht nicht bekommt, geht er nach Hause und überläßt eS der Regierung, Ruhe und Ordnung... Ja, ja, der Bolschewismus. » �. Wieder im Werk. Im Schein glühender Stahlblöcke treten scharf die Konturen der Walzhütte hervor. Wie erzene Cytlopen stehen die Säulen und spielen mit Kranketten wie mit Schmuckgehängen. Dumpf rollen die Walzen, donnernden Fluch brüllt da« Eisen. Schlangengleich bäumen glühende Schienen über die Walzenstraßen, und Männer stehen und springen mit Zangen und Stangen, im Schweiße glänzen ihre Gesichter. Heilige Arbeit! Heilige Arbeit! des Führers und Begleiters in Ordnung waren, stand dem Flug nichts entgegen. Zu einer Kontrolle der Personolpapiere und der Insassen ist nur die Kontrolle bei solchen Maschinen berechtigt, die für das Ausland bestimmt sind. Auf dem Fahrtausweis war jedoch von der Deutschen Luftreederei ausdrück- lich daS Endziel Hamburg angegeben.' Wir sind erstaunt, daß die Flugpolizei nicht mit dem Bild deS steckbrieflich gesuchten Verbrecher« versehen Wae. UebrigenS konnte am 10. April jeder Leser illustrierter Zeituuacn den Kapp schon kennen, ganz abgesehen davon, daß dieses Korpe'iiidentengesicht schon im Kriege viel abgebildet worden war. einmal, als Bethmann von dem Piraten der öffentlichen Meinung sprach un-hn der Beamten- stellung enthob, dann, als Kapp die Baterlandt ra'ei gründete. UebrigenS wird doch wohl in JohaiiniSi'r' nur ein amtlicher Reiseausweis respektiert werden. Welche: Fälscher hat ihn angefertigt?_ Die sächsische Regierungskrise. Rücktritt des Kabinetts Gradnauer. Dresden, 22. April. Die Meldung über den bevorstehen- den Rücktritt des sächsischen Ministerpräsi- deuten Dr. gradnauer bestätigt sich. Mit dem Ministerpräsidenten wird verfassungsmäßig das gesamte Kabinett zurücktreten. Es darf als sicher angenommen werden, daß das neue Kabinett wiederum einKoalitions- kabinalt sein wird. Der zurückgetretene Ministerpräsident Dr. Gradnauer wird bis zur Neuwahl seines Nachfolgers und Bildung des neuen Ministeriums die Arntsgeschäste fort- führen. Dresden, 22. April.((Sief. Drahtbericht des.„Vorwärts".) Neber die Gründe fernes Rücktritts befragt, erklärte der sächsischo Ministerpräsident Genosse Dr. Gradnauer unserem Bericht- erstatter: Ich habe bereits seit längerer Zeit die Absicht gehabt, wegen meines durch Uelberarbsituing sehr erschüttertem GesundhettS- zustandcS zurückzutreten. Seit einiger Zeit sind innerhalb der Sozialdemo- kratischen Partei ziemlich lebhafte und absprechende Urteils in einigen Fragen über die Politik der fficgierung geäußert worden. ES bezieht sich das hauptsächlich auf die Fvaye der Demokra- tisiernng der Verwaltung. Dies« MeinungSverschieden- Horton sind nach metner Ansicht nicht übermäßig groß und sie wären wohl zu überbrücken. Dazu aber wäre es notwendig, innerhalb der Parteiorganisationen eine sehr Ulorfassende AufklärungStätigkott zu betreiben, und zu dieser Arbort bin ich gegenwärtig körperlich nicht imstande. Es fehlt mir imd den andern sozialdemokratischen Mintstern die Möglichkett, mit den Massen der Partei- genossen diejenige Fühlung zu haben, die notwendig wäre, mn rhnen die Richtigkoit unserer Politik in jeder Beziehung klar zu legen. TarauS haben sich diese Schwierigkeiten ergeben, zu deren Uaberwindung ich gegenwärtig wegen meines Gesundheitszustandes nicht beitragen kann. Auf die Frage noch der Richtigkeit der Meldurrgen, daß in Sachsen die Bildung«iuer rein sozialistischen Regie- rung versucht werde, antwortete Genosse Gradnauer: Die Per- suche, mit den Unabhängigen zusammen eine Reyterung zu bilden,. werden in der sozialdemokraditchen Fraktion von vornherein al» nicht auSsichtSvoll angesehen, und zwar deswegen, weil wir wissen, daß die Unabhängigen keine Neigung haben, in die Regierung einzutreten, und daß sie aus Forderungen bs- stehen, die wiederum für die Mehrhsi tSsozualdemokrotie unannehmbar sind. ES ist also mit der Wahrscheiulichkeit zu rechnen, daß eine neu« Koalitionsregierung weiterarbeiten wird, di« sich aus Sozialdemokraten und Demokraten zusammensetzt. Wenigstens ist zur Stunde ein anderer Weg in Sachsen nicht zu sehen. Schließlich erklärte Genosse Dr. Gradnauer, die Angaben der Rechtspresse, wonach fern Rücktritt mit den Vorgängen im Vogtlande zusammenhänge, für vollkommen unzutreffend. Die sächsische Regierung hat tu dieser Sache keinerlei Verzögerun- gen eintreten lassen, sondern lediglich: Nickt das Reick soll die Kosten der Wohnungen tragen, iondern die Gelder müssen aus den Auslands- überschässen entnommen werden. Der Redner beantragt, diese Wobnnngsfüriorge auch auf den Kalibergbau auszudehnen, wo 4000 Wohnungen fehlen. Reicksarbeitsminister Schlicke: Da die Ausführung dieser Wünsche aui grotze Schwierigkeiten stötzt, können wir froh sein. wenn wir für den Kohlenbergbau die nötigen Wohnungen herstellen. Abg. Mumm(Dnat.): ES gebt nicht an, datz man uns jetzt auf einmal mit solchen Anträgen überrascht. Abg Henke Mramm Hülsensrücht« (176 bis 17?). Auf Abschnitt 18 der Zusatzkalte für Kriegsbeschädigte 1 Psd. Kerstcn flocken(18). An Personen, wzlche 65 Jahre alt, 1 Psd. Syrup in de» Gemcmdeladen. Sroß-Serliner Parteinachrichten. Heute, 23. April: 31. Abt. 7'/, Uhr Sitzung sämtlicher Funktionäre und BetriedSvev» trauensleute bei Koldichmidt, Stotpische Str. 36. Jnngsozialtstische Vereinigung S. P. T. Beginn einer neuen ArbeitSgemeinschast. Matertaliflische Geschichtsauffassung im Saal der Juristischen Sprechstund«, Lwdenstr. 3. Ansang 5»/, Uhr. Teilnehmer wer- den noch ausgenommen.— L i ch t e r f e l d e 8 Uhr, Restaurant Kynaft. Bahnhof Botanttcher Garten. DiSiusfionsabend.— Wilmersdorf 7'/, Ubr im GesangSsaal der Hmdenburg-Schule, am Secpart. Bortrag. Eisenbahner. jii>crbeausschutz! Die Sitzung des WerbeauSschusse» im LehrervcreinShau«. Alexandcrplatz. fällt aus, dafür 61/, Beisammlung in Fredersdorf a. d. Ostbahn. Abfahrt S.34 ab Schief. Bahnhof. Postioerbeauoschust. 7'/, Ubr Veilammlung aller der S. P. D. an- gehörenden Pollangestellten in Kellers Festsälen. Bergstr. 68. Eharloltenburg. 7 Uhr Versammlung der 9., 10., 12., 13. und 14. Gruppe Aula der 14. Gemeindeschule, Pastalozzistr. 40.> Morgen, 24. April: 18. Abt. 318., 320., 324. und 325. Bezirke. 8 Uhr bei Heese, Memeler>wtr. 63. LS. Abt. 7 Uhr bei Eichler, Gollnowstr. 13, Funkffonärkonferea». Arbeitsgemeinschaft sozialdemokrattscher Lehrer n»d Lehrer. innen. ll,S Uhr im Sitzungszimmer 245, Stadthaus, Eingang Unter- grundbabn Klosteistraße. Tagesordnung: Arbeilerreattion gegen sozialistische Lehrer(Dr. Stölzel). Wir bitten die Mitglieder, Material w der Sitzung beizubringen. Fredersdorf(Ostbahn). 7'/, bei Heine, Schwarzer Weg: Oeffentliche Volksversammtung. 1. Vortrag deS Genossen E h r i cke über die» politische Lage. « IS. Abteklung. Die Funktionärfitzung findet bei Scholz, Wallner- Theater-Straße 20, statt._ öilüungsveranftaltungen. Bildungsausschuft Groft-Berlin. Sonnabend 6 Uhr..Bunte Bühne", Reue Welt, Hasenbeide 108— 114. Romantisch-mythologische Oper»Die schöne Galatbee" von Supps. Rokoko- szcnen und Moritaten von Frau Resi Langer. Eintrittskarten zu 3,30 M. — Sonritag 3 Ubr. Thealer»Tie Tribüne":»Die Wandlung" von Ernst Toller. Eintrittskarten 3.50 M.— Kleines Schauspielhaus:.JettAen Gebert", nachmittags 3 Uhr, Eintrittskarten 2 M. Di- Verlosung der Plätze tn beiden Tdeatern beginnt um 2'/, Ubr. Karten für alle drsi Per- anstaitungen im Bureau deS BUdungSauSschusseS, bei allen AbteilungS- sührern und an der Kasse. Sozialistische Bildnngsschule Charlottenburg." Der letzte Bor» tragSabcnd des RednerkurjuS findet am Freitag, 30. April, statt. Jugenüveranftaltungen. Heute Vz® Uhr: Charlottenburg. Rosinenstr. 4, BolkSbauS. Bortrag:»'uieroen und Vergeben der Wellen".— Lichtenberg. Parkaue 10, Leseabend:»Wilhelm Tell".— Mahlsdorf. Gemeindeichule Waldersee straßc, DrSlickssonS« abend.— Moabit. Gemeindeschule Turmstr. 75, Vortrag:.Entstehung de» Proletariats".— Neukölln-Süd. Nogatftr. 53, Diskusfionsabend: .Di- Arbeiter-Jugend".- Pankow. Wollankitr. 131. Zeichen'aal der Knaben-Mittelschule, Literartschcr Abend:»Maria Stuart".— Spandau. Oberlyzeum. Askaniecring. Vortrag:.Wie soll man wandern?"— Süden. W lmsftr. 10, Leseabend:.Ernst Toller: Die Wandlung".— Drcptow-Baum schul enweg. Effenstr. 3. Vortrag:.Die deutsche Arbeiter- bcweaung".— Wedding. Lütttcher Str. 38, wissenichattlicher Vortrag.— Weistenlee. Woelckpromenad« 1(Ledigenheim), lyrischer Abend.— Mariendorf. Aula. Gymnasium Kaiserstrane. FrüblinqSseier der Arbeiter» jugend. Kirrten a 75 Pf. an der Kasse. Die Arbeitereltern und schul- entlassene Jugend, insbesondere auch die zu Ostern inS Erwerbsleben ge» treten« arbeitende Jugend ist hierzu besonders herzlich eingeladen. Vorträge, vereine und verfammlunaen. Verband sozialistischer Lehrer and Lehrerinnen. Donnabend 6 Uhr im Ratbaus, Zimmer 63: Sitzung.— Arbeiter- Radfahrer- Bund.Solidarität", Ortsgruppe Verli», II. Abtg. Sonntag früh 7 Ubr: Fahrt um den Liepnitz-See. 1 Uhr naibmiitagS nach Bernau (Rest..Waldkaier"). Sämtliche Slart«: SW., Fontanepromenade 18.— Allgemeine Famtiiensterbckaffe. Sonntag: Zahl- und Suinabmelag von 2—6 Uhr in den Rcstauranl« Gerichtstr. 12/13 und Adalbcrtflr. 34. Sport. Rennen zu Karlshorft. 1. Elsen-Jagb-Renneu. 15 000 M., 4200 Meter. 1. R-senkönig (Dhhr), 2. Fretlauf lW. Plülchke), 3. EidcrS Glorie(BikmarckX Ferner Uesen: Ostrh<4), Tivoli(S), Hagelichlaq, Exzctsior(auSgebr.). Tot«: Sieg 55:10, Platz 14. 14, 12:10.— L. Wilmersdorfer Ja»d-Rennen. 15 000 M.. 3400 Meter. 1. Lallo(Walter Müller), 2. Hclopia(Wodke), 3. Siegfried II(W. Pliffchke). Ferner liefen: Marmolato<4), Jutta 11(5), Balaletka(6), Slota Lipo. Toto: Sieg 50: iv, Platz 18, 14. 20: 10.— 3. Wuhlheide- Jagd- Rennen. 15 000 M.. 3800 Meter. 1. Eormoran (Freese), 2. Durchbruch(D. Fallenbausen), 3. x-onved sFrhr. v. Berchem). Ferner Uesen: Stochod(i), SonntagSmädel(5), Dser(6). Toto: Sieg 22: 10, Platz 20. 22: 10.— 1. Preis von Friedet chsfeide. 12 00V M., 3200 Arier. 1. Märchen(Kränzlein). 2. Rohrdommel(Streit). 43. Mar- donius(Friedrichs. 1-3. Gratulation(E Weber). Ferner licsen: Küraiiicr(5), Primadera(6). Eibschletcher. Tromveter. Toto: Sieg 144: 10, Platz 22, 13: 10. 20(MardoniuS), 8(Gratulation).— 5. Hürden-Renne» der Vierjährige». 35 000 M., 3000 Meter. 1. Hanswurst(Dyhr), 2. Freda (Johnson), 3. Kims(Falke),.rerner Uesen: Fuitanella(4). Toto: Sieg 18: 10, Platz 11, 13: 10.— 6. Preis vom Jürgensee. 16 000 M.. 3600 Meter. 1. Nbewprcußen(Glaser!, 2. Demetrius so. Falkenkmusenl, 3. Josjolda(Frbr. o. Lerchem). Ferner liefen: Gogo(4>, El Diablo(5), Polonia(g-s.) Toto: Sieg 22: 10. Platz 17, 40: 10.— 7. Preis von Königsberg. 12 000 M., 3000 Meter. 1. Ferne(Wegener). 2. Heimchen, 3. Heimat(Walter Müller). Ferner Uesen: verber(4). Siübezaht(5). Triumph II(6), Violetta, Elsaß. Mechow. Harem. Goioseele. Orianne. Wehrmann II, Landstreicher, Schipper. Wendekreis, Gernegroß(ges.), Pension(angeh.), Fatme(ftehengebt.). Total: Sieg 401: 10. Platz 40, 17, 22: 10. Gerichtszeitung. Ein neuer Prozeß des Rektors Bock. Tcr ehemalige Rektor Bock don der 40. G-meindeschule ist seinerzeit wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen an mehreren seiner Schülerinnen zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt woroen. obivohl er stets seine volle Unschuld �beteuert hatte. Nach seiner Verurteilung lieh er eine Broschüre über den Gang des Prozesses und die Rolle, die Kriminalkommissar Toussaint gespielt, erscheinen, die, wie er sagt, nach seinem JSunsch eine Anklage gegen ihn verursachte: er wollte zeigen, dah in unzulässiger Weise auf die ihn belasten- den Mädchen eingewirkt worden sei Vier derselben widerriefen dann auch ihre eidlichen Bekundungen, freilich haben sie später, als sie die Folgen ihrer Handlung fürchteten, den Widerruf abermals widerrufen. Im Februar 1916 kam eS wegen der Broschüre zu einer mehrtägigen Verhandlung gegen Rektor Dock, die aber vertagt werden muhte, weil B. erkrankte. In einer neuen Hauptverhandlung am 17. Mai v. I. wurde dann infolge der Amnestie vom 3 Dezember 1918 das Verfahren eingestellt. Rektor Bock ruhte aber nicht: er sandte dasselbe Flugblatt„Prak- tiken eines Berliner Kriminalkommissars" aufs neue an den Polizeipräsident Ernst mit dem Bemerken, dah er alle äusserst schweren Beschuldigungen gegen Toussaint wiederhole und um einen neuen Strafantrag wider sich bitte. Diesem Er- suchen ist nunmehr entsprochen worden. Bock hat diesen Weg, sich anklagen zu lassen, gewählt, weil er hofft, dah er dadurch in den Stand gesedt werden wird, den Wahrheitsbeweis für die von ihm behaupteten unzulässigen Machenschaften des Herrn Toussaint in dieser ganzen leidigen Angelegenheit fuhren zu können. Dl« neu« Bei&atHtiWfl, 6k sehr vmsangretch werde« WWR, 6« wehe als 30 Zeugen zu vernehmen sind, wird in der ersten Hälft« des Mai unter Vorsitz deS Landgerichtsdireftors W e x vor der 5. �Straf- kammer des Landgerichts III stattfinden. Die Verteidigung keS Angeklagten werden die Rechtsanwälte Bahn und Wolsgang Heine bzw. der Sozius des letzteren, Rechtsanwalt Dr. Kalle n- bach führen._ Mus aller Welt. Rückblick. Als wir noch ein Schim banse w a' n Da fuhr noch keine— Wannseebahn. Die südslawische Gewaltherrschaft in Kirnten. Lorenz Muratz in Greuthen kaufte in Völkermarkt ein Pferd und lieh eS gegen Rüden, wo er zu Hause ist, treiben. Er selbst ging einige Zeit später nach. Im Gasthaus Fischer in der Nähe von Rüden kehrte er ein, zwei südslawische Gendarmen waren anwesend. Bei Bezahlung lieh er auch das Geld sehen, welches er schon in der Tasche hatte. Es war schon gegen Abend. Nach einiger Zeit gingen die Gen- d a r m e n ihm nach und wollten ihn anhalten. In der Angst, dah sie BöseS gegen ihn im Schilde führten, fing er an zu laufen; denn fie konnten ihn sa schon im Gasthause kontrollieren, wenn er ihnen verdächtig vorgekommen wäre. Die Gendarmen schössen ihn nieder. Sie nahmen ihm dann das Geld ab und erstatteten die Anzeige, Lebend wurde der arme Mann nach Bölkermarkt gebracht, wo sich niemand um ihn kümmerte, sodass er verbluten muhte. Bis auf das Hemd ausgezogen, wurde er dann bestattet. Nach Aussagen seines Vaters hatte er noch 40 000 Kronen bei sich, die Gendarmen be- Haupte» aber, nur 80 000 Krön««? die' restlichen 10 000 Kronen find verschwunden. Der Papiermangel der Zeitungen in Budapest hat einen solchen Umfang erreicht, dah die Blätter nur noch in vier Seiten Umfang erscheinen und die Nummer 2 Kronen kostet. DaS Jahresabonne- ment stellt sich ab 1. Mai aui 600 Kronen. Draußen am Wall von Sevilla...„Daily Erpreh" meldet au» Madrid: In Sevilla griffen fünf gut gekleidete Banditen einen Güterzug an in der Hoffnung, die Aufmerksamkeit der Wache, die den Hofzug schützt«, von dem eigentlichen Vorhaben abzulenken. In der Tat stürzte sich auch eine andere Gruppe von Räubern auf den Hofzug, worin sich wertvolle Teppiche und Goldgeschirr befanden, und eS kam zu einem Feuergesechte.bei dem ein Wachtposten schwer verwundet wurde. Schliesslich wurden die Banditen zurück- geworfen, sie entkamen aber alle in bereit gestandenen Kraft- wagen. Ei» Wirbelsturm tötete in Birmingham(Nordamerika) 160 Menschen. Der Schaden beträgt viele Millionen Dollars. Sriefkasten üer Neöaktwn. K. K. 100. Wir haben Ihr Schreiben mit Randbemerkungen dem ReichSprästdenten übermittelt.— H.<8. Fenner, Berlin, Zimmer fit. 34. — PS. D. 201. Werken Sie sich an die„Arbeiter- Schwimmzeitung', Neukölln, Hermannstr. 176.— P. 52. Arbeitsgemeinschaft der Mietervcreme Gross-BerltnS, Wilmersdorf, Ludwigkirchplatz 12. HauSarztvercin (O. Wölke) Brunnenitr. IVO.— G. 20. Wenden Sie sich an eiue Bank oder lassen Sie sich die betreffende Nummer des„Retchsanzeiger" schicken, die die Ziehungsliste enthält.— W. 500. 1. Ja. 2. Nein. Wolf. Der Reichspräsident konimt als höchste Instanz in Frage.— N. 488. Da können wir uns nicht hineinmischen: vielleicht handelt es sich um eine Tätigkeit ohne Verantwortung.— Ewat 99. Diese Löhnung?« Verhältnisse sind uns nicht geläufig. JUg% Kommt am Sonntag; in die Versammlungen! 17 ILM W il wK• Beachtet die Anschlagsäulen! Mieter-Verband Qroß-Berlin «KSe-HS«««»SSa, er Ihrem Abteilung«. tv fllyrer, dem Denoffen EILckwiinschc zur SU. Motoren bis V« PS, Kabel, Litze Ankauf- Verkauf W. Hagedorn, Xadutr.«VA. Zenti. 12655 Arbeiter, Handwerker, Kann jeder praktisch Jeder AsGG» A jeder NTTGs ß arbeitende der für seine Arbeit, sllr seinen Beruf besonder» vorteilhaft geeignete Kleidung nötig hat, kaust diese bei der bekannten Firma Ardeikkleiaung 4 ZerulsklÄSung Alexanderftr. 12.— Rosenthaler Strafte KS.— Landsberger Allee 448.— ZfcnlilMlii: Bergftr. 0«. Reelle billige Preise, erprobte solide Q.«alitätrn, guter Titz, richtige Machart, beste Verarbeitung, gröftte AuSwabl. neues Gesicht Det ein, Ige lffitg|nr Beseitsgang an,'rfefl'Jiunrtralsfelten,bortn(5d. pidtlnJUIttsTer danb vollftSndig« Stneue,vng d t Sesichtsobrthaiil mit der seit fafl 30 Zeht. glänzend bewährten u. ärztlich empfohlenen Schälkur VIe neue«esichMhost erschein, danach In»olltommenee Zlelnhelt, b'steit van allen Haulfeelern. Mark>8,00 nebst lvuch mit erprobten Zlatlchlägen kostenfrei. Otto Reichel, Berlin 43 SO, Slsenbahnftr.* Spezlalhaoä für biologische Haut, — BPh Schänhestäpfieg»— WW> der Altmetallb. lAltmelalleJ ? Lumpen," | Papier, i Eisen- kauft ständig s ~ zu höchsten Tagespreisen st -»n poanien ioacsptetien 5 ■ u. Samueisohn,■ Berlin 0 26, I NaanynstraBe 38, I M anderOraniRnbrllcke M WM Mr,ritynl e>UI0 I.Etigi. I.EUje Kaufe flM ' M.115,- per Oramm] und Zuwelen zu höchsten �TagespreisenJ iFrlsilriclistr. 188, nnr 1. JEitage I.EIagi I.Etaje Kaffee gebr. p. Pfd. m. 29,50 M 31,25 m ,, m ,, 33,25 Jones& Co. BERLIX O». Neue Prledrlchstr. 47. Norden 4976. Versand a. p. Nachnahme. Trotz Preissturzes zahle ich für: Kupfer per kg 11,— Rotguß„„ 10,— Messing„, 6,— Blei n 9 3,— Alteisen„„—,70 Zeitungspapier 1,60 Frift Behrens, BlumenstraBe 71, Eck* MarkuastraBe. PreuB, Sni»nc«f(c. Vertrauensvolle Auskunw t £au&/ims Sazsä&e �teder Von ARTUR ZICKLER Eine Auswahl seiner besten Spottgesänge Preis 4 Mk. Zu betleben dnreh den Verlag Vorwärts, Berlin SW., Undenstr. 2 oder Geschäfts' stellen der Zeltnngszentrale(Z.Z.) Gute ÄnMquItäten An- und Verkauf ALTKUNST Q. m. b. B. . Wilbelmatr, 40 A Juwelen Pe r I e i An- und Verkau Margraf& Co. ü m b. H. KanonlerttraBe 9 Tauentzlen- str, 18 A. InHppllCCfp 33— vl»-a.Tk» dor Markthnlle— AUUI CÖMir. Oü, uhit die höchsten Tagespreise für Rnpfer, Messing, Blei, Zink dsw. Telephon: auesfirst 9033 Ml-UMi eigene Fabritatiou, nur erstklassige«Larautie.Werke, in jeder gewünschte« Aus- führung offerieren billigst «ein:. Wie. Berli«, Kochstraste 11. Tolephon: SnrsSrst 9033 Alte Gebisse auch alnzelne Zihaa 6— 20 iVL2II*k wo Echtheit festgestellt ist, Knopfstiftzlhne die Hälfte 2»» Platln-Brennatlfte asw."TBQ zahle die höchsten Kreise.• Zaimteelin. LaboratoriDin Rosenzweig, Oranienburger Str. SS, hochp. zw. Artillerie- II. Priedrlchstr.— Einkaut von 9—6 Uhr. ntiiaiirsMiiiMen Vollkommen unaoh&dllohe« und arfoloralchataa I Mittel gegen Fettsucht und(iberm&sslge 1 Korpulenz, aaob ohne Einhalten einer bestlmmtao I OUt Keine starkwirkenden Arzneimittel, keine Behlld- drOse enthaltend. Nloht abführend.— Leicht bekSmmlleh. Oratls-Broschäie versendet anf Wunsch Elefanten- Apotheke, Berlin SW. I9\ Amt Zentrum 7192. LHpxigtT Str. 14(DSnhqffplati) Hornhaut, Ballen und Warzen beseitigt man schnell, elcher and achraerzloe mit KUKIDOT in vielen tausend Pillen glänzend _ � rV 1" � bewährt== Prell Mk. 2,10. in a"en desteren Drogerien erhältlich. nichts anderes aufreden, es gibt nichts Kurt Krlsp, Magdeburg. 87/6 Lassen Sie sich Besseres.— Hersteller GearDndet 1876. MöbeNPabrik Rob. Seelisch BERLIN 0 112. Rigaer Str. 71-73» 3 Minuten vom Bahnhof Frankfurter Allee, ezcpflelilt gute preiswerte MBbel. Einrichtungen in Jeder Preislage. Ganz besonder« grolle Auswahl in Schlal-.Speise-.Woiin-.llerrenziininern jedem Geschmack entsprechend,* 154 Mutterriume. Lagerräum. 66960 Ml. gr. Versand nach allen Plätzen Dentacblands. Besichtigung lohnend, atme Kaufzwang. Gekaufte MSbel können beliebige Zelt kostenlos lagern. Wochentag« von k>/,— 7 Uhr geBHnet. Fest gebündeltes eiluogzpzpjer über höchste« Tagespreis kauft Hauptgeschäft: Berlin SO 33, Cuvrystraße»8 Tel.: Moritzplatz 792 und Neukölln»405 gwUgftellsU! Pücklerftraste 33, Wrangelstraße 72. Post» und»ahnsendungen werden der Neihenselge nach prompt erledigt. VVUIzr SeydUtg. Zu haben in allen einschlägigen Geschäften; direkt nur an Wiederverkäuler Schramberger ührfedern- (abrik, G. m. d. Schramberg(Würltbg.). Elektromotore Gleichstrom:: Drchstrom kauft f» Trauringe Dukatengold 900 «old 883 gest. von 90 1 14 kar. Dold 5S5 gest.,» kar. t. pr. Stck. stets oorrSiig am Lager. � Ankauf �_ alles Gold, Silber. Ma nnö Brillanten, f Mino�a, Berlin O 17, Grüner Wea 69.» Wwv Telephon; Alexander 24 30. Tuchversand zu Engros-Preisen. Muster gegen 3,05 M. Voreinsendung oder Nachnahme. 558D' ttz. Schnlo«, Tuchversaud,«ottdu», Gpremberger Strasse 2. Kupfer— Hessing Oueeksitber-Siei-Zuik W zum höchsten Tagespreis SehulzendorferStr.E Keine Wanze mehr. Kammerjäger Bergs Radikalmittel „NICODAAL". Erlolg'verbiflltend.— Restlose Vertilgung. DAL- Beste Zeit zur BrutveVnichtung."WA Kinderleicht anzuwenden, altbewährt. Doppelpack M. 4.— Verkauf: Alle Warenhäuser A. Werthetm. Schmirgelleinen, Natnr- stahl, Präoer, Reibahlen, Gewindebohrer, neue, kauft zu allerhöchstenTages- preisen. Händler Extrapreise. O Henschcl,# Moabit, Rostocker Str. 22. Lcinif 62/€o* Schellack kauft jedes Quantum Drogerie ftttt), Berlin, Andreasstr. 75. Telephon: gönigstadt 8109. Berlin» 9. Llnkstr. l«. lei. l-iftzow 3705 und SS1S, Feste Preise; Kupfer kg. 9,00 M. Rotguß.. 7,00„ Messing„ 5,50„ Tasche, Bellealliancest.stB Langenbeckit.4, Ecke Elbinger Warschauer Str. 79, und Wilmersdi., Bernhardstr. I5a. Kaninfelle, Oasen-, Ziegen» u. Rehselle, UUlbwore tauft zu höchsten Tagespreisen jedes Quantum Rodert aunM.ftürfdjnennstr. Berlin, Motzstr. 6C. 1* !!!Geld!!! für lebt Wertsache. Höchste Ankaufspreise für Pfandscheine, Brillanten, Goldgegenstiinde. Teppiche, Bücher Usw. Voll!, Priedrlchstr. 41 IN. Ecke stochstr. ligaretten AfrOtl in verschiedenen Ulua Preislagen. t Bezugsquelle s.Sasiipirte h. Msuhelmer, Mi Bergmannstr. I< n.Krenzberg). r9toch ist's fldtO flnpfec, Messing, Zinn, Siel. Sneckfilber. »altttstabl kauft wieder* zu erhöhten Preisen nur Metallschmelze prlnzessinnenstr. IX, �ubenWcrthdimPkottgp� Isolierten Kupferdraht, Litzen und Wactisdraht, kauft höchstzahlend• ingenlcurbureau Schllchting Berlin W 9, Llnkstralle IC. Tel.: Lüttow 3705 und 8518. von Hant-, Harn~ und CnterlelbHlcldcn, ohne Berufsatörung. AufkläreiMe, belehrende Brosohüre für 1 Mi. portofrei in verschlossenem \ Umschlag' ohne Äuldruok durch Spezialarzt Dr. med. Dammann, Berlin II, Potsdamer Straße 123 B. Sprechzeit': 9—11, 2— 4, Sonntags 10— 11. Oberlasäesgerichtsrat �eÄänMprLU Potsdamer Str. IIS(Lützowstralle). Langjährige Eriahtungen. Stral-, Zlvilprozeste— Ehe-, Alimenten-, Vertrauenssachen. Gesuche, Verträge. Mäßige Honorare. Dir. Pabiach. Tel.; Lfltzow 2494.__» Säle frei!"�i j Fttr Versammlungen, Vereine dsw. | Residenz- Festsäle, LsÄrir Oranien*■ Festsäle, Naunjnstraße?? Central'Festsäle, am» jakobatrase 32 Kellers Konzertn. Festsäle, M To I [Berliner Vereins- uiöiiz.-Säle, Kos�ieasl7� Pernsp�Tiöritzplatx 101 55, 7324, Alex. 5294. r'Th3ater,iichtspie3e etc. 1 Wfcaoof0300octooax>cPOcgaxxiaooQaooaooooott«y>r!rr)r�frwxaa3nnoBdB Opernliaus. Die Frau ohne Schatten Anfang 5 Uhr. Schaospielhaas. Alkestis. _ Anfang 7 Uhr,_ Direktion Max Reinhardt Oeutwohe» Theater. 7v3u. Dame Eooold. Sbd. 7: Himmel und Hölle. Kauimerspleie. 7>/2 uhr: Stella. Sbd. 7Vj: Büchse derPandora <*r. 8chaaapielhaas Karlstraße. 7: Der weiße Heiland(8A,3.A.) Sonnabend 7 Uhr: Derweille Heiland(9, Abt., 3.A.) Theater 1. d. KtejgrStzsfStraße 'i,i Uhr:„Sie", Sonnabend: König Nlcolo. Stg.; Schlott Wettcratein. Komödienhaos Minister (5S»x Pallenberjf) Berliner Theater 7 Uhr: Der letzte Walzer. Frlfil Massary, Otto Storm, Hans Wasemann usw. ventral Theater tv.u,: Fräulein Pack. nentsehea OpernhsnK 7 uhr: Der Freischütz Die Tribüne iv. u.: Franziska. Eden-Theater. vi, u.: Die Dollarprinzessln Sfg. z Uhr:„U. A. w, g." mertr.-WUhcljnat.Xh. P/zöllf: Evchen tlumbrecht Klelnex Theater. VI, Uhr:„1913" mit Albert Bassermann. Kl. Mchanatpielhahfl. uhr: Die Plarrliauskoinöilie. Homlaehe Oper Jhr: Wenn Franen träumen Stg. SV«: Schwarzwaldmädel. liDataplelhana Arnold Riecfc In ZwanssslBDaaptierrag. Metropol-Theater. 7 Uhr: Sybiil. äonntagnachm. 3 Uhr: Cbarleys laute m. Thielscher Sieaea Operettenhan» Mia Werber als Gast in 77, a: Die kleine Meli. Stg. SV,; Bte Dame rom Zirkus Ufenc« Volkatheater 77.uiir: Das Paradies Schill er-Theat. Charl. v/,u.: Dlererlorenelceliter T halla-Th eater uh': Amor auf Reisen Th.am KollendorTplat» TV. Uhr: JOefftOPgCfte� Theater de» Westen» Letztt Vorstellungen 7«/.u.:DleFrau!fflierraelln Stg.37»ühr: Die lustige Witwe Wallner-Theater uhr Eine Ballnacht. Stg.SV.-.Qelaham.MiaWerber letzte Vorstellung Walhalla-TfaeBter. �DerRastelbinder Trianon-Theater. Bahnhol Prledrichstraße. Täglich V,8 Uhr: JSgrrha Sonntag 4 fkleine Preise): Herrachaftl. Diener ges. Residenz-Theater. Stadtbahn JannowitzbrQcke Täglich V�Uhr; Die RaschliGffs von Hermann Sudermann. Sonntag 4 Uhr: Der gute Ruf. Casino-Theater Lothrlngcretr.37. Tägl.�SU.: Wur noch bis Dienstag. 27.: Sin alter Sünder Ab Mittwoch, 28. April: Derschla er all.VolksstOcke: Onkel Cohn. Sonntag VI, Uhr: Morl«. Adi-Haus Taubenstr. 34— Ztr. 1052 Küto Blank Eilsen Baek C1III Pronlo Heins Hertwig Plp n. Eckita Henry Wölfl Ciiesei Eve Pnnl Rflckmann Kbtchcn Esten * Pohley» Adi El e bans Meisterquartett Jtdoq gteban II. Weine, ff. Küche Mocca, Tee, Schokolade W Anfang 7 Uhr EH Volksbühne nÄU 7 Uhr, zum 1. Male: Rätkchen m Heilbrosn. Lessing-Ttieatär, vu uhr: Pygmalion. Sonnabend 7 Uhr, z, I.Male: Frau Warrens Gewerbe. Sonntag 7Va Uhr: Frau Warrens Gewerbe» Deutscbes Rfinstler-Tbeater A7v' uhrf Menagerie (Adalbert GOlz. haack.) 7 V, Theater 7'/.! | Direkt James Klein j Das Welt-Rätsel | Die einr. Gedanken lescrin der Welt. I Vorsieht heil Telephonfreuden mllj |Va]y Arnhelii Hargn Eändt h Arkonis | Sensations-Akrobat.| und weitere April- Ifariet�eBSstifflJ Sonntag 3V, Uhr j.Erwachs.l Kind frei Eck. Friedrich- tr. LinienttraBe - Täglich ,7V,:— Die abgetretene Freu Zwangs« Inquartlerung. Oh dieser JVowack! mit Ferdinand Orünecker in den Hauptrollen. Sehatlu Jauch im Großen Schauspielhaus, Karl Str.- Schilfhauerdamm Telephon: Norden 8643. Wl c der an f treten Paul CJraetz Oscar Sabo Anita Berber Mady Christians H. v. Wolzogen Knrt Wolowskl u. a. Musik.Lelt: Friedr. Holländer. Beginn S'/h Konzertheg. Vi, v. Unter d. Linden 22/23 Dir. M. S o Ii m a n Ztlrautführungej�� Die Tragödie eines gelben Mannes. Aufsehenerregendes Drama in S Akten. M Die Seele des Bettes" Lustspiel in 3 Akten. Hauptrolle: Albert Paulig. S EHR En 57. 53- 5 V Allabendlich 7 Uhr: a 3 Schwestern LOck Lieselotte Tom Jersey Trade u. Ilse Annie Witkens Schulhoff Walter Stelner „Der zerbrochene Spiegel" (Ocbr. Schwarz) Paul Steinitz Kapelle Mundi Neumann. Am Flügel: E. Hentschel. Potsdamer Str. 38 Cranfführnng; t Der große Wi dwestiilm Ein Abenteurer. Außerdem das Lustspiel Romeo und Julia Im Schnee mit Lotte Neumann. Turmstr. 12 Die Abenteuer der Marquiee rKBnigsmarlt Alexanderplatz-Passage Friedenau, Rheinctr. 14 BieBerrind.Welt WWW 8. Teil. WWW Ense-Theater. TV, Uhr: Das lied der Liebe. Theater am KottbnserTor Tel.; Moritzplatz 14814. Jeden Abend VI, Uhr: 8Ute-Sänger. Horst, Ruselli, R.Schrader.Seidel, > Schubert, Riess Rathke, B. Waiden, EugeaBcckera.Gast Sonnt, nehm. 3 U. ermäßigte Preise. it BIüthgen-Konzert:i Beginn 7.10 Uhr. Vorverk. II— IV, u. 4— 6 Uhr Reiehsliall.-TliMtEr Mab. 7V, it. Sonntags nachm. 8 Uhr: Stettiner Sänger. Nachmittags erma�tePrci i Cireasßasci Heute Mim Bös* Freitag 11111 kämpfe. Morg. sowie tügl. TVa Uhr: Bas gp. Circns-Progr.! und die erfolgreiche Pamominre » Winter- Garten Täglich 7.15(Ihr: Variete-Spielplan Rauchen gestattet! Sport-PalaL«! Da» gröfite Kmo der Weif Potsdamer Str.72• Hochbahn BAlowstr. ■ WM» usm. Des großen Erfolges wegen verlängert 4. Woch«! Sie Tänzerin Sarberlna nach dem gleich.»inigsn Roma» mn Paul Für dw Film In 7 Abteilungen ro»i Verfasser oeaiteitet X Lyda Salmonowa Wochentage; 7 und 9ßU Übr/ Sonntage; 4 Übr Vorverkauf II bl» 1 Ühr 0VeA6TT6/V� vissAr®® Mozartsaat am Nelleadorfptati Das eiow fmdl Saneattsa*- Film In< Akten HAUPTROLLBN Loo Hol!/ Harry Ltedtke Ragie:Heinx KarlHaliand Kammerltchtsplcle am Potsdamer Platz > U.T KarfOrstantiamin 26 U.T Nollendorfplatz 4 Die drei Tinza der Mary Wilford Ein Akenlenrerfllm In 8 Akten mit Grtta GWner/ tlswig Kartau Friedrich Fehdr/Hertnnnn Valfentin U.T Frledrlohstrasse 186 U.THaaonhcide 28 JPa.tl02a.c5e Behansplel in 6 Akten In den Hinptrollen WM Zern/ Me SgnSrsS/ eoarttö SM /MM ViejiSiMM/ M Bajd? U.T Alexanderplat* U.T Weinbergsweg 16 U.T Schensberg, Haupt« tx. KohBfcSesfei's Töchter Ltita,iel mit Henny Porten Emil Janninss Regle: Ernst L u b 1 1■ c h Di© xxalt Tr»üoert s&en Sehatsplol I n 4 Ikten Wocbeniog,»h 7 Vbr/ SsnntzgZ: Bsginn 4 Uhr Die Nacht der Entscheidung Versiegelte Lippen Leonttue Kuhnberg Mmelve SrlshMkevlasie der Stadl SM. Berlin, den 20/ April 1S20. Bekanntmachung. Auf<5 rund des z 3 der Derordnunq der Reichsregierung über Heraulfetzung der Grundlöhne und Ausdehnung der Per- stcherungspsticht in der Krankenversicherung vom L April 1920 fReichsgefekbiatt Rr. 65 Seite 483 ff) wird der Grundlohn wie folgt fistg-fetzt: für Stufe a auf.... IM. , die 1. Stufe auf... 2 2. , 3. 'I ''l :* ,10. .11. .1k 4 « 8 IS 12 15 18 21 24 27 SV Di« Mitglieder werden hiernach in 13 Stufen eingeteilt. In Stufe a gehören alle ohne Snlgelt beschäftigten Lehrlinge 1 2 3 4 5 « 1 < 9 10 11 u , Kaffenmitgl. m. einem Gntgeit 2 M. i. 10 12 15 18 21 24 27 b. 2,01. - � 1'Ol. .... S.01. .»... NJl. . 00 00 10,0» ..... 1201 ..... 1501 .... 18,01 *»»■ 00 21,01 :::::ät.s7„ für den Arbeitstag Der Beitrag beträgt wie bisher 6 vom Hundert des Grund- lohns, für Dienstboten 5 vom Hundert. 283/11 Borstehende Bekanntmachung tritt am 26. April 1920 in Kraft, von diesem Tage an sind die Beiträge nach der vor» stehenden Lohnstufeneimeilung zu zahlen und werden nicht, wie bisher, höchstens bis zu einem Entgelt von 10 M, sondern bis zu einem Entgelt von 30 M. für jeden Arbeitstag berechnet Der Vorstand. R. RLraberg, Borsttzender. A. Schmlt, Schriftführer. Bekanntmachung für die Aldelkgeder der Mraietoev grlskraakevkasie Auf Grund der Verordnung über Herauffetzung des Grund. lohne« und Ausdehnung der Berstcherungspfflcht in der Krankenverficherung vom 1. April 1920 treten mit Wirkung vom 2«. April 1920 folgend« Aendeningen in Kraft(Reichs- gefehbl. Ar. 65). AI»«bf. l nnv H erhalten folgende Fassung: I Die baren Eeistunaen der Kasse werden nach einem Grundlohn bemessen. Als solcher gilt der nach der vtrschtedenen Lohnhöh« Nufenweis« festgefetzt» durdischnittlfche Tagesentgelt der Kassenmitglieder bis SO M. für den Arbeitstag. stur Festsetzung de, Grundlohne, werden die Mitglieder in folgende Stufen geteilt: 1. Ohne Entgelt befchllftigte Lehrlinge...... A"Stufe 2. Mitgiieder m. einem Arbeitsverdienst b. einschl. 2 M. 1. Stufe S. 4. 5, 6. 7. S. 9. 10. IL 12. 13. über 1 8, 4. 5. 6. 7. & 9. ia IL 12. II. Hiernach wird der Grundlohn bis auf weiteres festgesetzt: Für die 1. Stufe einschl. der A-Stufe auf 2 M. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. N. 12. 4 6 0 10 12 15 18 21 24 27 30 | 4««»f. I I. X«il erhält folgende Fassung: f. Di» Kassendelträge werben auf 6?ro� __ des In fr 19 festgesetzten Grundlohn« festgesetzt. Sie betragen für den Arbeitstag: Für die A-Stufe '" i '' i. "" i ,.»- *' 7 »», » M 8. 9 ::i 12 Durch obengenannte Berorbnung t Berstcherungspfflcht Nir Betriedsdeamle. z Angestellte in ähnlich gehobener Slelluno Befthäftigung ihren Hauplheruf bilbe!, Lehrlinge. Gehilfen und Lehrlinge in if'v �: 48. «0. 72. 90. 108, 12«. 144, 162, 180. ist auch die(Stenze der erkmeister und andere lämiitch, wenn diese ndlungsgehiifen und otheten, Biihnen- und Orchestermitaiieder ohne Rücksicht auf den Kunstwert der Leistungen, sowie für Lehrer, Erzieher und Schiffer auf 20 000 M. pro Jahr festgeietzt. „rveiler, Gehilfen, Gesellen, Lehrlinge und Dienstboten md nach wie vor ohne Beschräntung der Verdienstgrenze ver- Wir ersuchen nunmehr die Herren Arbeitgeber, unverzüg. fich fpäiestrns aber bis zum 28 April sämtliche bei ihnen de- schästigten Personen, ioweit sie bisher versicheruitzgspffichtig "efor MMIflwiai waren, auf grünen Ummeideformularen, soweit sie durch die neue Verordnung versicherungspflichtig werden, auf weißen An- meldelormularen genau nach Namen, Geburtstag und-ort, lo- des Verdtenste» der Kasse milzuteilen. Die Formulare �BMariW��"aste:...... 1«°, Vesträa« für April dt» einschließlich 25. April berechnen werden, da die dahin die alten Sätze gelten, während wir für die Mai» berechnung die Tage Pom 26. April nach den neuen Sätzen mit einrechnen werden. D» Vorstand. 0. Richter, Boesttzenber. 28312 Trotz da pßen fntutnrzes zahle ich noch Immer lOr Kupfer 10,— Messing 6,— Rotguß 7,— Blei... 3,— Aluminium 10,— Nickel 18,— sowie Zinn und Quecksilber nilpphamipTi Cfn I die höchsten Konkurrenzpreise ullüi stC! Ijvl 011. 1. Verein der Berliner Buchdrucker und SchrifigieOer. Achtung! Achtung!-w® Vertrauensleute und Druckereikassiersr! Die Auszählung der Stimmzettel zur Wahl von 25 Deie- legierlen zur 10. ordentlichen Generalversammlung des Verbandes darf nicht in den Druckereien erfolge-, wie die Gauversammlunp vom 14. April beschlossen hat, sondern die Feststellung des Wahlresultats kann nur durch die gewühlte Kommission erfolgen. Die 5. ordentliche Verbandsgencralversammlung in Dresden beschloß: „Die Feststellung des Wahlergebnisses nach Druckereien, Orten und Bezirken ist unzulässig�. - Nach diesem Beschluß müssen wir uns richten. Die Vertrauensleute werden daher ersucht, die Stimmzettel kurertlert und verschlossen mit der Aufschrift der Firma und der Anzahl der abgegebenen Stimm» zelte! auf dem Bureau, Engelufer 14 I. abzuliefern oder am Donnerstag, den 29. April, an die Kommission im Ce- werkschaftshaus, Engelufer 14/15, Saal I, woselbst von nachmittags 2 Uhr ab die Stimmzettelauszählung stattfindet. Die Kollegen werden ersucht, sich recht zahlreich an der Auszählung zu beteiligen. Die Kollegen derjenigen Firmen, zu denen der Kassenbote nicht kommt, werden ersucht, sich die Stimmzettel von der Verwaltung abzuholen. 29/17_ Der Ganvorstand. Ein neuer Beruf ist heute die Sorge von Tausenden, die durch diesen entsetzlichen Krieg ihrer bisherigen Tätigkeit, ihres Leheiis- berutes beraubt sind. Allen, die nmlerncn mtissen, empfehlen wir daher, unzesäum: ihre Vorp' renung zu treffen, die Allgemeinbildung zu heben, Examen oder Prüfungen nachzuholen, fehlende kaufmännische oder banktechnische Kenntnisse zu ergänzen, eine landwirtschaltl. Fachbildung zu e<- werben oder technisches und fachwissenschaltl. Können zu vervollkommnen. Verlangen Sie daher noch heute unsere 52 S. starke Broschüre N 84 über die Saibstunterrichts- melhode Rnstln oder für technische und tachwlsscnschaf». liehe Bildung die 80 S. starke Broschüre K OS Über das System Kamack-Htchfeid kostenlos und portotrel. Stand und Beruf bitten wir anzugeben. BonneO& Hachtcld, Verlagsbochbandlang, Potsdam. Stellenangebote fWOUWO— CflOflflfl» I. Monteur i! für Wasserflugzeuge. der gleichzeitig erfahrener k�lux�euxkukrer|| sein mich, für Uebersee gesucht. Angebote unter D. 82 an die Hauptexpedition des »Borwärt»" erbeten.» »»»»»»»»»»»»»»»»»»»»««»O»»»»»» Reisende, Agenten, Händler, Kolporteure, Hausierer usw. für Schiagerartifel Grotz-Berlin gesucht.... 07/19 Tietcke& Bernhardt, W 37, stietenstratze I, vormittag« 9—11 Uhr melden. »»»»»»»»»fr»»»»»»»««»S»»«»S»»»«i jMWeSMWMWsskl! als ftolonnenffihret sucht sofort Panzer A. G», Berlin BT SO. 87/11 i Für Teiephonapparat- Montage wird tüchttger. erfahrener 584D' MT Einrichter gelernter Mechaniker, per sofort gesucht. Borstellung zwischen S und 3 Uhr Betriebsdureau, Hauptstr. 9, Ii. Hof, 3 Treppen. Dr. Georg Seibt, Fadrit elektrischer und mechanischer Apparate Berlin-Schöneberss. Reisende verlangt Zlgarettenlngcr. DrrgüinnnNr 1. I Treppe. Mehrere tüchtige Langhobler ver sofort gesucht. 5551 Fritz Werner, «kHongef-aschnft. Berlin• Merlenfelbe, Steno tstpifltn, perfekt und oertrauenswürdia, wirb gelucht. 536® Schrtftl. Off. unter ö. 52 an die Haupiegped.d Vorw erbeten. Beikiic!!? 8s!!ZWkzl�ls finde» tostenlo»>ede gewünickte Slelluna durch Ardeilsuachwei» der Stadt Berlin, Adteiiun, stir Hausangestellte, Sorm-nnstr, 13 Metze Batmtzsf BIrfe). Sich- hornftr, 1(Am Ootsdem erpletz), Soppenktr. 1(Rehe Strelever- platz), Belle«llisnceplatz5, Paul- strasie I«Am Kriminalqericht), Friedrichftr. 112(Am Oranteu. durgerTor), Iäaerftr. 11(Unter» gruudbahnhof Friedrichstritze). Geöffnet 3—7.>26 5 Aukwarterlnnen � {jntcinplohlene, lür Privat nnd Bnroan, tüchtige Wasch- und Reinemachefrauen. Arbeitsnacbweis d, Sladt Berlin, Abf. f. Hausangestellte Helle-AIHance-PI 5, Mpl 1409 Vermittig kostenl. Ot-ö-fn 8-7 Zeitungs-Zenlrale(Z.Z.) Aktien-Gesellschafi stem Botenfrauen ein m den ot- schäftsstellen.>46/13' Jerusalemer Str. S/6. Prlnzenstr. 31, Birwald- straße 42, Lausitzer Platz 14/15, Steglitzer Str. 37. Petersburger Platz 4,OreitenhagenerSir.22. Ackerstraße 174 Waustr. 9, Markusstr. 36, Immanuel kirchstr. 24. Wilhelmshavener Str. 43.— Charlottenburg, Sesenhelmer Str. l, Kaiserdamm 101, Tauroggener«. U-— Lichtenberg, Wartenberg- Straße 1.— Neukölln, Neckarstraße 2, Siegfried- straße 28/29.— Wilmersdorf Gasteluer Str. 12.— Reinickendorf-Ost. Provinzsfraße 56.— Treptow, Gramenz, Kiefholzstr. 412.— Falkenberg, Salz mann, Gartenstadtstraße 10(für Alt- Glienicke). CüiUoux vor dem Urteil. Tie Verteidigungsrede. Pari?. 22. April.(MTB) Die Plaidoher? im CTaiHaux« Prozeßwurden gestern abend beendigt. Nachdem der Berteieiger Caillau�' die juristische Unmöglichkeit dargelegt hatte, die vom Generalstaatsanwalt angeführten Artikel 77 und 7g de? Strafgesetz- buche? gegen Caibaux zur Anwendung zu bringen, weil e? sowohl ein Einverständnis mit dem Feinde wie einen Verrat a»S Unvorsichtigkeit nicht gebe, nahm Caillaux selbst daS Wort zu einer Verteidigungsrede, die nach dem„Matin" auf die Zuhörer einen so starken Eindruck machte, daß dir Tridünen in starke» Beifall anS- brachen. Caillaux verteidigte in warmen Worten seine Politik von 1911 und lehnte die Behauptung ab, dast ein Politiker in Kriegs- zeiten nicht berechtigt sein sollte, eine andere Politik als die Regierungspolitik zu betreiben. Er habe die wirtschaftlichen Folgen eines Krieges schon im voraus erkannt. Niemals Hab« er Unterredungen mit dem Feinde gehabt und niemals daran gedacht, Frankreich von seinen Alliierten zu trennen. Auch heute wieder würde er seinem Lande demokratisch« Steuern auferlegen, um die Entwicklung einer Pluto- kratie zu verhindern. Caillaux erllärte. er könne nicht glauben, dah im Senat der Republik die Gerechtigkeit nicht trium- phieren werde, und schloß mit den Worten: Urteilen Sie mich ab. » Paris, 22. April. Der Oberste Gerichtshof sSenats hat mit 213 gegen 28 Stimmen den Antrag de» GeneralstaatSauwaltS, Caillaux auf Grund der Artikel 77 und 79 des Strafgesetzbuches zft verurteilen, zurückgewiesen. Ter Oberste Gerichtshof prüft »uumehr, ob andere Artikel des StrtfgefetzbucheS gegen Caillaux angewendet werden können. Generalstreik in Glfaß-Lothringen. Frankfurt a. M., 22. April. sEigener Drahtbericht des „Vorwärts") Der angetünbigte Streik in Elfatz-Lothringen ist an». gebrochen. Eisenbahner, Post und Presse streiken auch. Alle Abge- ordnete» Lothringen? haben sich mit Hackspill» dem Direktor der „Tothriagischcn BolkSzeitung", der seine Sympathie für die Sache der streikenden Arbeiter erklärte und darauf in„Ungelegenhelten" kam, solidarisch erklärt. Der Vereinigung der einheimische« Lehrer» die sich auf die Seite der Streikenden stellte� wurde ein nachgesuchter Empfang beim Generalkommissar perweigert. Die Direktionen der Werke lehnen Verhandlungen mit den Gewerkschaften a b. Bon 39 zu den Verhandlungen auf der Metzer Präfcktur geladenen Industriellen waren nur 7 erschienen. �ntibolschewistisihe Inöustrieritter. Unter dieser Ueberschrift kritisierten wir in der Montag-Morgen- auSgabe de?.Vorwärts" einen Aufruf des Verbandes gegen den Bolschewismus. W'e uns der Geschäftsführer des Ver- bandeS, Herr Dr. Laster, an der Hand urkundlichen Materials mitteilt, geht diele Kritik von falschen Voraussetzungen auS. Der Verband ist nicht erst auf Grund des Kapp-Putfche«, sondern schon im Dezember v. I. gegründet worden. Die namentlich aufgeführ- ten Unterzeichner des Aufrufs haben diesen tatsächlich unter« schrieben, wolür uns die Originalunterschriften vor- gelegt worden sind. Der von uns glossierte Aufruf wurde Ende F-bimir verfaßt, gelangte aber infolge de» Kapp-Putsche« n i ch t z-ir Verbreitung, wurde vielmehr infolge der veränderten Situation durch einen anderen Aufruf ersetzt, der kräftige Worte der Ver- urteilung gegen die unverantwortliche Militärdikiatur findet und in seiner Tendenz zeigt, daß der Verband nicht wie andere anti» bolschewistische Bereinigungen die Aufklärungsarbeit über da« Wesen des Bolschewismus in einseitig-reaktionärem Sinne leisten will- Insoweit wird unser« Kritik hinfällig.— Nichtsdestoweniger bleibt natürlich unser sachlicher Standpunkt bestehen, daß eS jetzt in elfter Linie den Kampf gegen die reaktionäre Butschgefahr gilt und daS Augenmerk der Arbeiterschaft hierauf gerichtet sein muß. Gewertschaststommijston und Sicherheitspolizei. Nach den zwischen der Regierung und den Arbertervertretern getryffenen Vereinbarungen sollen bekanntlich organisiert« Arbeiter in die S i ch e r h e i t S weh r eingestellt wer- den» um diese zu einer republikanisch zuverlässigen Trupp« umzu» gestalten.— Mit dem Stand dieser Angelegenheit beschäftigte stq am Donnerstag abend eine Plenarverfammlung der Berliner Ge- werkfchaftskommission. VollmerShauS berichtete: UnS ist zugestanden, daß wir in jede der vier Kommando stellen der Berliner Sicherheit? wehr einen Vertreter der Gewerkschaften entsenden. Dir haben vier Personsn dazu vorgeschlagen, aber der Polizeipräsident Richter hat» ohne mu den Gewerkschaften Fühlung genommen zu haben, andere Leute auf diese Posten gestellt und die von un» vorgeschlagenen sind ausgefallen. Dies Verhalten des Polizei- Präsidenten trägt nicht zur Ueberbrückung der Gegensätze innerhalb der Arbeiterschaft bei. Etwa 2990 Personen haben sich zum Eintritt in die Sicherheitswehr bei uns gemeldet. ES sind aber nur 800 Stellen bei der Sicherheitswehr frei. Ich wollte 590 Per- fönen zur Auswahl vorschlagen, aber eS scheint, daß im Polizei. Präsidium Gesinnungsschnüffelei getrieben wird, und daß s o z i a- l i st i s ch e Arbeiter nicht eingestellt werden.— Zur Säuberung der Reichswehr haben wir noch nichts unter- nehmen können. Dort steht die Reaktiv« wieder in voller Blüte. GS werde» immer noch Werbungen vorgenommen und Zeit- freiwillige eingestellt. Fritz Schmidt führte aus: UnS wurde gesagt, daß die Entente die Aufstellung von Orts wehren nicht zuläßt. Di« am Generalstreik beteiligt gewesenen Gewerkschaften verlangen, daß ihre Vertreter direkt mit den Vertretern der En- tente verhandeln. Diese Forderung hat auch Franz Krüger bei den Verhandlungen mit großer Energie unterstützt. Darauf hat auch Minister S e v e r i n g zugesagt, diese Forderung im Kabinett zu unterstützen. E. ist nicht angangig, daß nur die Vertreter des Auswärtigen Amtes mit der Entente verhandeln. Wir wollen den Ententevertretern klarmachen, daß die Heeresstärke erst herabgesetzt werden kann, wenn vorher Ortswehren aufgestellt sind und die Reinigung der Sicherheitswehr gesichert ist. Wenn die Ententevertreter nickst zu Verhandlungen mit unS bereit sein sollte», dann werden wir unS auf einen Notenwechsel, mit dem man die Angelegenheit zu erledigen glaubt, nicht einlassen. Wir wollen auch der Entente gegenüber als Arbeiterver- treter auftreten. �Unser Verlangen, auch in den Disziplinarau»- schüssen der Sicherheitspolizei vertreten zu fein, ist abgelehnt worden. Polizeipräsident Richter erklarte,«r könne keine Nebenregierung in diesen Fragen zulassen. WS wir dann verlangte!,, einen Ver- tratet der Gewerkschaften in das Werbebureau der Sühecheitsvehr aufzunehmen, wurde auch daS abgelehnt.— Dir wollen auch Einfluß auf die Verwaltung der Waffendepots haben.— Nachdem unsere Vertreter in den Kommandostellen der Sicherheitswehr nicht angenommen find» haben wir keine Veranlassung, die Sache noch weiter mitzumachen.— Legten soll erklärt haben, wenn unsere Forderungen nicht erfüllt werden, stellen wir Arbeiter- bataillon« auf. Das ist auch unsere Meinung.— Ferner bemerkte der Redner, die von Gewerkschaftsvertretern beabsichtigte Aufklärung der Sicherheitsmannschaften sei durch die Kommandostellen verhindert werden.— Daß immer noch von reaktionärer Seite betrieben« Werbestellen für die Reichswehr bestehen, dafür gab der Redner ein Schreiben des Leiter? des Werbeamts V gn den Arbeitsnachweis de� Bäcker vom 20. April bekannt. Meier teAte mit, in Spandau habe die Arbeiterschaft die Aufstellung einer Sicherheitswehr soweit vorbereitet, daß sie jeden Augenblick erfolgen könnte» aber der Magistrat habe seine Zustimmung versagt. Rusch: WaS Legten gesagt hvben soll, da? werden wir tun. Di« ireuen Herren in den leitenden Stellen haben nicht das Ver- trauen der Arbeiterschaft. Wir werden ein« Kommission einsetzen, die sich an militärische Fachleute wenden'soll, um auS denen, die sich für de» Emrtritt in die Sicherheitswehr bei uns flcmeldet haben, Arbeiterbataillone zu formieren. Die Arbeiter- fchaft ist bereit, die Republik zu schütze«. In der weiteren Aussprache wurde» die entschiedensten Maß- nahmen gegen all« reaktionären Machenschaften befürwortet, insbesondere auch die Aufstellung einer Arbeiterwehr, falls die Forderungen der Gewerkschaften hinsichtlich der Sicher- heitswehr nicht erfüllt werden. Weiter wurde betont, die Aus- stellung von OrtSwehren müsse ebenso wie sie in Bayern durchgeführt sei, auch in Preußen möglich sein. Folgende von Rusch namens deS Ausschusses empfohlen« Re- folution wurde einstimmig angenommen: .Das preußische Ministerium des fsmern gab durch den Geheimrat v. PrieSdorf den Gewerkschaften die Zusicherung, Vertrauensleute der Gewerkschiften m die Gruppen und Kommanidostäbe der Sicherheitswehr einzureihen, um den reaktionären Einflüssen entgegenzuwirken und das Vertrauen zwischen Polizei und Bevölkerung herzustellen. Dieses verspreche« ist gebrochen. Der Polizeipräsident von Berlin hat die Vorschläge der Ge- werkschaften nicht berücksichtigt» vielmehr entgegen den ge- gebenon Zusicherungen die oben genannten Stellen eigenmächtig besetzt. Die Verantwortung für die Folgen ablehnend, fordern wir alle in die Sicherheitswehr eingetretenen Gewerkschaftler auf, ihre Wünsche und Beschwerden nunmehr der GewerkschaftSkom- Mission Berlins und Umgegend direkt zu übermitteln. Der Ausschuß der Gewerkschaftskommission wird beauftragt, den Bünden beschoeNdesührend Bericht zu erstatten. Ferner wird eine Kommission zur Vorbereitung der Auf- stellung der Ortswehr eingesetzt." Hierauf erledigte die Versammlung noch einige rein yewerk- schaftlich« Angelegenheiten. Beschlossen wurde, den Beitrag der Gewerkschaften für die Kommission auf 1 Mk. pro Mitglied und Jahr festzusetzen. Mitgeteilt wurde, daß an der ArbeitSruhe am L Mai auch die Straßenibahner teilnehmen werden, so daß der Betrieb der Stratzenboihn ruht. Auch im übrigen soll die ArbeitSruhe so weit durchgeführt werden, daß nur die lebenswichtigen Betriebe aufrechterhalten werden. M a t u f ch k e ersuchte die Arbeiterschaft, die Friseurgehilfen, die jetzt für die Sonntagsruhe kämpfen, dadurch zu unterstützen, daß sie die Friseurgeschäfte an Sonntagen nicht in Anspruch nehmen. Legreiflich ist es, daß die Verteidiger Joachim Albrechts auf die Revision verzichtet haben. Aber was tut der Staats- anw alt? ZeitungSverbvt. DaS Kappisienblatt.Ostpreußische Zeitung' wurde durch den Reick-»- und Staatskommissar wegen Nachdruck eines Aufiatze« von Dr. Heinrich I l g e n st e i n.Hochverehrter Herr Müller" bis zum S. Mai einschließlich verboten.— In der Bibel aber stehet:.Du sollst dem Ochsen, der da drischet, nicht das Maul verbinden." Staötverorönetenversammlung. Der erste Mai als städtischer Feiertag— Eine 2W.Millio«t»t. Anleihe der Stadt Berlin. Vorsteher Dr. Wehl gedenkt ehrend der großen Verdienst« des verstorbenen Stadtültesten, früheren Stadtrats Max Weigert. Vor der Tagesordnung bringt Ladendorff(Dem.) zur Sprache, daß die Einwohnerschaft der Karlstraße darüber in großer Erregung ist, daß auf dem Grundstück Nr. 12 in einem Schuppen große Mengen Benzin ganz frei lagern. Ein Ma- giftrarSmitglted sagt Ermittelungen zu. Zu einem Bericht de» Rechnung SauSschusseS bemerkt Ritter (Soz.): In diesem Bericht, und zwar im Jahresabschluß der Hauptstifwnyskasse für 1917, sind unter.Verschiedenen Wohltätig- keitSfondS der Kasse I" aufgeführt U>ie regelmäßigen Beiträge Seiner Majestät de» Kaisers" und die„Geschenke Ihrer Majestät der Kaiserin". (Hört, hört! und Heiterkeit.) DaS ist ja an sich eine sehr nett« Dache; wir haben aber seit November 1918 keinen Kaiser und keine Kaiserin mehr, sondern sind ein« Republik. ES ist sehr charakteristisch, wie in den Bureau» gearbeitet wird seitens der Beamten, für die die Vorgänge der letzten Zett gar nicht zu existieren scheinen. Man hätte vom„früheren Kaizer" usw. sprechen können. Den Bericht haben unsere Kollegen Löser, Merten und Hermann Müller unterschrieben; die gehören nicht der Rechten an, sondern sind gut« demokratische oder linksradikale Republikaner. Sie haben nicht gewußt, was sie taten! (Hetterkeit.) Referent L�se r: Der Bericht war sehr eilig und hat un» nicht vorgelegt werden lönnen, sonst hätten wir da» wahrscheinlich moniert. Zur Verhandlung steht zunächst der Antrag der beiden sozialdemokratische» Parteien:.Ten Magistrat zu ersuchen, falls der 1. Mai nicht als vtationalfeiertag erklütt wird, am 1. Mai Sonntagsdienst für die städtischen Beamten, Angestellten und Arbeiter anzuordnen und in allen städtischen Schulen den Schulunterricht auszusetzen." Frank(Doz.): Unser Antrag ist eingebracht in vollem Ein. Verständnis mit der großen Mehrheit der städtischen Arbeiter und Angestellten und auch der Berliner Arbeiterschaft und der Ber- liner Bevölkerung überhaupt(Widerspruch rechts). Gleichviel, wie die Entscheidun« über den in der Nationalversammlung eingebrach. ten Antrag ausfällt, wir treten auch hier für die Feier deS 1. Mai durch ArbeitSruhe ein. In diesem Jahre wird in ganz Deutschland am 1. Mai ganz überwiegend ArbeitSruhe herrschen; der 1. Mai soll der Völkerversöhnung, der Völkerverbrüderung gewidmet sein.(Lachen rechts.) Mit Ihrem Lachen beweisen Sie nur, daß die Kriegs» Hypnose Sie noch beherrscht. Die Zeit ist hoffentlich nicht mehr fern, wo auch der letzt« Widerspruch hier und in anderen Körper- schaften gegen die Maifeier verstummt. Lewin(Dem.): Erklärt sich die Nationalversammlung nicht für den allgemeinen Feiertag am 1. Mai, so müssen wir den Antrag ebenso Ablehnen wie«, Vorjahr. Für tim parteipoli- ' tische? Symbol, für eine einseitig« parteipolt» tische Demonstraiion haben wir nichts übrig. Auch Wirt» schaftspolitische Erwägungen stehen entgegen. Streiter(Bg. Vgg.) polemisiert in fast einstündigen Au?» ftihrungen unter immer stärker und allgemeiner werdendem lär- mendcn Widerspruch der Mehrheit, die ihm da» Durchdringen mit seiner Stimme immer schwerer macbt, gegen den Antrag. Die vor- jährige Maifeier sei überaus kläglich verlaufen; er(Redner) Habs die Aufzüge mit den roten Fahnen dazu benutzt, um seinen Kindern einen gründlichen Ekel vor dem einzuflößen,� wa? sich Sozialismus nenne. Die angebliche Völkerversohnung sei Völker- Verhöhnung, siehe Frankfurt und das Saargebiet. Was für einen Inhalt wolle man diesmal der Maifeier geben?(Zuruf: DaS geht Sie gar nicht» an! Stürmisch: Heiterkeit.) Statt der Freiheit seh» ich nur Frechhett, statt Gleichheit Feigheit, statt Brüderlichkeit Lüderlichkcit. Von den städtischen Beamten und Angestellten würden hoffentlich am Sonnabend ein Fünftel ihre Schuldigkeit tun; man wolle sie bier lediglich zu einer Demonstration zwingen. Der letzte Berliner Generalstreik sei der elendeste aller Streiks gewesen. Unter einem gewaltigen Aufgebot von Zutaten(hii'ter denen Herr Streiter wahrscheinlich seine eigene geistige Armut verbarg. D. Red.) sucht er dann das Mißverhältnis aufzuzeigen, da» zwischen dem Ueberschwang der Maifeicrapostel und dem kümmer- liehen Ergebnis der Maifeiern bestehe. K r a a tz(U. Soz.) tritt dem Vorredner mit Schärfe entgegen. Die Maifeier fei ein von d«r Arbeiterschaft errungenes Recht. Dem Wortlaut de? Antrages hätte sich sogar ein „Streiter" anbequemen können. Riedel(Z.): llebcr den Antrag viel Worte zu verlieren, ver- lohnt sich nicht, da wir UNS gegenseitig doch nicht überzeugen werden. Wir lehnen den Antrag ab. Erst müssen die französischen Arbeiter Vernunft annehmen. Die Sozialdcmokrati' sollte davon abstehen, die christlichen Feiertage zu sabotieren. Cassel lDem.l: Die Kosten eines solchen DtadtfetertagS würden 2 Millionen übersteigen. Die Argumente des Herrn Streiter find nicht die unteren. � Koch(Bg. Vgg.): Herr Streiter hat i.e Idee der Völkerver- brüderung auch keineswegs lächerlich machen wollen. Leid(U. Soz.) erhält um M>8 Uhr da-'. Schlußwort. Auf da? niedrige Niveau der Art der Diskussion dem Herrn Streiter zu folgen erklärt er ssch außerstande. An ein«„Vcrmießuna" der katholischen Feiertage denke die Arheiterschaft nickt. Nicht die Sozialdemokratie, sondern die Sippe des Herrn Koch habe die Völkerverhetzung betrieben Der Antrag Weyl— Barkowski wird gegen Demokraten und Rechte angenommen. Die Vorlage wegen Aufnahme einer neuen Anleihe von 200 Millionen Mark wird genehmigt. Di« Errichtung eins? städtischen Kleingarten und SiedlungSamtS wird beschlossen, nachdem ein auf- schiebender Antrag der Demokraten in der Minorität geblieben ist Ein zv'eitcr gemeinsamer Antrag BarkowSk i— W e h I will den Magistrat ersuchen, in Gemeinschaft mit der Stadtver- ordneten Versammlung einen Ausschuß von IS Mitgliedern ein- zusetzen, der die Fälle untersucht, in denen städtische Beamte, Lehrer und Angestellt«, besonders solche in leitenden Stellungen. für die Kapp, und Lüttwitz-Regierung Partei er- griffen haben»der gar gegen verfassungstreue Beamte. Lehrer, Angestellte und Arbeiter vorgegangen sind. Solche Personen stich zur Verantwortung zu ziehen. Herrmann(Soz.): Di« Antwort auf den Putsch war dm Generalstreik, dem auch ber Deutsche Beamtenbund beitra» der sich damit das Vertrauen der Bevölkerung wiederaewann. An 15. März hat der Magistrat eine Aufforderung an die Beamtenschaft erlassen, auch unter den veränderten Verhältnissen ihre Tätigkeit unverändert fortzusetzen. Die Beamtenschaft bedauert diesen Beschluß außerordentlich. Auch wir sind ftir den Weitet» betrieb lebenswichtiger Betriebe, aber der Begriff muß ge- mru definiert werden. ES sind von Vorgesetzten Untergebene wegen Dienstverweigerung zur Verantwortung gezogen und«S sind Strafen angedroht worden. Sollen die verfassungstreuen Beamten nicht geschützt, sollen jene Bedrohungen und Maßregelungen nicht gesühnt werben? Herbst(U Soz.) macht einige Beamte namhaft, die gegen Angestellte und Arbeiter in der vom Antrag charakterisierten Weise vorgegangen sind. Seine Ausführungen stoßen ebenso wie die de» Vorredners bei der Rechten auf lärmendenWiderspruch.— Nack einer weiteren Bemerkung deS Redners habe auch Düraor- meister Dr. Reick« den Streikbrechern Straflosigkeit in Aussicht gestellt. Bürgermeister Dr. Reick«: Die an dem MagistratSbeschl-w geübte Kritik ist nicht berechtigt. Tie Fragen allgemeiner Poftftk gehören nicht vor die Gemeindebehörden. Tatsächlich wird tetzt weniger und schlechter gearbeitet.(Große Unruhe.) Di« Beamten mußten folgen, wenn der Magistrat sie zur Bckäti- gung aufrief. Für Wasser, Licht» Elektrizität, Lebensmittel mußten wir sorgen. Ein Erlaß der ReichSrpgiernng zum Generalstreik existiert nicht: nur einige Minister haben ihren Namen baftir hergegeben. Unser Zweifel an der Existenz deS Erlasses war alfo berechtigt. Der Magistrat hat nur seine Pflicht getan, und die Beamtenschaft, die mit ganz verschwindenden AuSnclsmen dem Rufe gefolgt ist, hat nicht Tadel, sondern unfern Dank verdient. Gegen pflichtwidriges Verhalten der Beamten ist nicht eingeschritten wor- den.(Widerspruch bei der Mehrheit.) Untersuchung gegen die Putschparteigänger ist natürlich zulässig, sie darf aber nicht zur Ge, sinmingSschnüffelei führen. Insoweit ist der Antrag akzeptabel. Dte erwähnten Verstöße erscheinen durchaus übertrieben. Di« Aufficht über die Beamten steht dem Magistrat zu, die Formulierung d-S Antrage? wäre daher für ihn unannehmbar: gegen die nach dem Antrag« Cassel zu beschließende Einsetzung einer gemischten Depu- tation haben wir nicht» einzuwenden. Die Antragsteller erklären sich mit dieser Aenderung e i n v e r« standen. Dr. Saltzgeber(Z.) lehnt den Antrag ab. Unter dem Titel der Gerechtigkeit dürfe nicht Unrecht geübt werden. Cassel: Wte sind dagegen, daß diejenigen, die nicht gearbeitet haben, nachträglich zur Verantwortung gezogen werden. Ebenso- wenig aber dürfen solche verfolgt werden, die in lebenswichtigen Betrieben weiter arbeiteten. Rur die Fälle der Teilnahme an dem hochverräterischen Kapp-Nnternehmen gehören vor da? Forum. Koch: Mit Hochverrat" werfen setzt am meisten die um sich, die durch Hochverrat an die Macht gekommen sind. Aus dem Vieh- hos bat man 6 Arbeiter gemaßregelt, 4'davon sind heute noch nicht wiedereingestellt. So wirkt der sozialdemokratische Terror. Weise(U. Soz.) stellt im Schlußwort fest, daß das Vor- geben Reick«? nicht im Einklang mit dem gestanden hat, was in den Kapp-Tagen auf dem Spiele stand. Buch über Herrn Koch und feine Stellungnahme in jenen Tagen und in einer Rede am vorigen Donnerstag werde noch weiteres verlauten. Von Ge- sinnungSschnüffelei sei keine Rede. Bürgermeister Dr. Reick«: Ich habe nur Beschlüsse de? Ma- gifiratS und der Personalkommission ausgeführt, auch bezüglich der Bezahlung der Streiktage. Koch: Ich habe am Donnerstag gerufen, wie ich auch heute wieder rufe: „Fort mit der Republik!" (Lachen bei der Mehrheit.) Der«odrftzterte Antrag Wehl— BarktevStzi w-ird mit graßer Mehrheit angenommen. Die übrigen Gegenstände werden abgefttzt. Nächsten Mitt- woch soll eine außerordentliche Sitzung stattfinden. Schluß nach S Uhr. UebersthiUe öer viehhanöel- verbände. Die Preußische LandeSversammlung beriet am Donnerstag zunächst den Gesetzentwurf über Krüppelfürsorge. Wg. Dr. Schmedding sZ.) äußert Bedenken gegen die Vorlage. — Abg. Zimmer Breslau(Soz.) stimmt zu und beantragt lieber- Weisung an den Bevölkerungkausschuß.— Abg. Dr. Schlußmann (Dein.): Bisher wird, in der Volkswohlfahrt leider viel zu langsam gearbeitet.(Zustimmung.) Gegen eine Bcrschlcvpung der Vorlage werde» wir unS enliÄieden wehren. Menschen reparieren ist wichtiger als Siraßen reparieren I(Beifall.)— Abg. Koch-Oehw Hausen(D. Rat.) lobt die christliche Liebestäligkeit für die Krüppel fürsorg«.— Abg. Dr. Wcyl(U. Soz.): Infolge der KriegSkranl besten nimmt die Zahl der Krüppel ganz besonders zu. In der Fürsorge für sie dürfen Finanzfragen keine entscheidende Rolle spielen. Ein Vertreter deS WohlfahrtSministeriumS: Die Initiative sozialer Wohlfahrtspflege bat das Reich. Die private Fürsorge hat Tüchtiges geleistet und soll mit der staatlichen Hand in Hand arbeiten. Die Vorlage geht an den Ausschuß für BevölkerungSpolitik. Der Gesetzentwurf über die Bestellung vo» Reichsratsmitgliedern wird nach kurzer Debatte dem BerfassungsauSschuß überwiesen. Es folgt die Beratung der Nachweisung über die Höhe und die Verwendung der Ucberschüffe der preustischen ViehhandelsverbSnde. Sie haben insgesamt 110 330 000 M. ausgeteilt; davon rund 41'/» Millionen zur Förderung und zum Wiederaufbau der Viehzucht, über 6 Millionen zur Beschaffung von Futtermitteln, nahezu 10 Millionen zur Bekämpfung von Tierseuchen und Förde rung der Viehverficherung, über 4 Millionen für Bodenver besserungen, über 35 Millionen zur Förderung Wissenschaft� licher Institute und Hochschulen und über 14 Millionen an Kommunal- verbände für Schlacht- und Kühlhausanlagen und zur Verbesserung der Fleisch- und Milchversorgung der Bevölkerung der Großstädte und Jndustriebezirke. Abg. Sprenger(Z.): Es ist ein Skandal, daß Fleisch und Leder durch die ViehhandelSverbände verteuert werden; wir verlangen gründliche Beratung der Vorlage durch einen Sonderausschuß von 21 Mitgliedern. Abg. v. d. Osten(Dnat.): Die Ueberschüffe der Viehhandels- verbände betragen viele Millionen mehr als die in der Vorlage auf- geführten 110 Millionen. Darüber haben wir schon einmal vergeb- lich Ausklärung verlangt. Abg. Peters-Hochdonn(Soz.): Alle unsere Maßnahmen müssen darauf gerichtet sein, uns vom Auslände in der Lebensmittel- Versorgung möglichst unabhängig zu machen. Die Ueberschüsie der ViehhandelSverbände sollten der Bervilligung ausländischer LebrnS- mittel dienen. Abg. Westermanu(Dem.): Die Zwangswirtschaft sollte man aufheben; denn sie steht doch nur auf dem Papier.(Beifall rechts und bei den Demokraten.) Die Kriegsgesellschaften verdienen den Namen„Lebensmittelverteuerungsgesellschaften'. Die Ueberschüsie der ViehhandelSverbände müßten zur Verbilligung ausländischer Futter- mittel und für landwirtschaftliche Forschungsinstitute verwandt werden. Nach kurzen Bemerkungen der Abgg. Held(D. Vp.) und Klaußner(U. Soz.), der die Aufhebung der Zwangswsttschast ab- lehnt, wird die Vorlage dem Hauptausschuß überwiesen. Freitag. 12 Uhr: Kleme Anfragen, Gesetzentwurf Groß- Berlin.— Schluß 4 Uhr. de? Generalstreiks die Verhandlungen um eine Woche vertagt werden mußten. Der Fachkongreß wird, wenn er die Erwartungen seiner Einberufcr erfüllt, den Grundstein legen für die Schaffung einer Einheitsorganisation der gastwirtschaftlichen An gestellten, womit sich die Zahl der dem Allgemeinen Deutschen< werkschaftSbunde angeschlossenen Organisationen zwar um zwei vermindern würde, dafür aber der bisherige Verband der Gast wirtsgehilfen. oder wie sonst der Einheitsverband der gastwirt. schaftlichen Angestellten heißen wird, mit einer Mitgliederzahl von 100 000 und darüber wird antreten können. OewerMastsbewegung *400 000 Mitglieder des Deutschen HolzarbeiterverbandeS! Der Deutsche Holzarbeiterverband hat, wie die„Holzarbeiter- Zeitung" in ihrer Nummer 17 vom 24. April mitteilt, seine Mit- gliederzahl auf 400 000 gesteigert. DaS dritte Hunderttausend war im Juni 1919 erreicht; binnen zehn Monaten hat also der Verband seine Mitgliederzahl um 100000 gesteigert. Nach dem stürmischen Aufschwung in der ersten Hälfte deS vorigen Jahres hat eine Zeit langsamen. aber steten Wachstums eingesetzt, das immer noch anhält. Be- merkenswert ist die andauernde Zunahme der Zahl der w e i b- lichen Mitglieder, um so mehr, als gerade die Holzindustrie während deS Krieges einen starken Zustrom weiblicher Arbeitskräfte hatte, die nach Kriegsende zum großen Teil die Betriebe wieder verlassen haben. Also trotz verminderter Zahl der Beschäftigten ein starker Zustrom zur Organi. s a t i o n. Ende September 1913 zählte der Verband 20 8(53 weib- liche Mitglieder; Ende März 1920 waren eS 46 734. Auf die weiblichen Mitglieder entfallen etwa 12. Proz. der Gesamtmitgliederzahl._ Die Einheitsorganisation der GastwirtSgehilfen. Ein Fachkongreß der gastwirtschaftlichen Angestellten, soweit sie durch ihre Organisationen auf freigewerkschastlichem Boden sieben, tritt am 27. April in Leipzig zusammen, nachdem infolge Lohnbewegung derTransportarbeiterinderTextilbranche. Eine gutbesnchte Mitgliederversammlung der Textilbranche deS Deutschen Transportarbeiter-VerbandeS nahm Stellung zu der Haltung der Arbeitgeber-Verbände zu den eingereichten Lohn- Forderungen. Der von der Versammlung an Stelle des als Sek- tionsleiter gewählten Kollegen Wolter neugewählte erste Branchen- leiter Kollege K u S k e, gab Bericht über den Stand der Lohn- bewegung. Die Mitteilung, daß die Unternehmer auf Grund des eingereichten Lohntarifeö, der einen Lohnsatz von 250 M. für männ- liche Arbeitskräfte vorsieht,- Verhandlungen ablehnen, löste eine minutenlange Entrüstung aus. Sämtliche Versammlungsteilnehmer forderten erneut die volle Erfüllung des eingereichten LohntarifeS, um wenigsten« einigermaßen mit ihren Angehörigen in der fetzigen überaus schweren wirtschaftlichen Lage das Leben fristen zu können. Eine im Sinne dieser Ausführungen gehaltene Entschließung, in der die Versammelten sich verpflichten, mit den ihnen zu Gebote stehenden Mitteln die Anerkennung des Tarifes zu erzwingen, fand einstimmige Annahme. Zur Streikbeendigung im GastwirtSgewerbe. Bei der am Donnerstag vormittag in sechs Versammlungen vorgenommenen Abstimmung über die neuen Lohnvereinbarungen im GastwirtSgewerbe wurden für die Annahme der Bestimmungen 9235 Stiinmen abgegeben, während 1281 Gastwirtsangestellte iür die Fortführung des Streiks votierten. In zahlreichen Lokalen wurde die Arbeit sofort nach der Abstimmung aufgenommen; die allgemeine Aufnahme der Tätigkeit erfolgt heute. Abschluß der Lohnbewegung der Handelshilfsarbeiter im Einzelhandel. Vor überfüllter Versammlung der Handelshilfsarbeiter und -arbeiterinnen berichtete P o l l m e i e r vom Transportarbeiterverband über die Lohnforderungen und Verhandlungen mit dem Arbeitgeververbaud im Einzelhandel, Letztere haben sich nach stundenlangen Verhandlungen zur Zahlung folgender Lohnsätze pro Woche ab 1. April d. IS. bereit erklärt: Weibliche Jugendliche 40 bis 100 M., Vackerinnen und Fabrstnhlführerinnen 145 M.. Reine- mache- und Totlettenfrauen 127,50 M., männliche Jugendliche 60 bi» 150 M., Handelshilfsarbeiter über 20 Jahre 200 M. Nach einer längeren Altssprache wurden die Sätze anerkannt. Zur Frage des 6-Ubr-LadenschlusseS war die Versammlung sich dahin einig, daß die Möglichkeit besteht, auch für die Sommer- monate den 6-Uhr«Ladenschluß einzuführen. Es sollen VerHand- lungen mit den in Frage kommenden Instanzen eingeleitet werden. Die Versammlung Mahm folgende Resolution an: Die Handelshilfsarbeiter und-arbeiterinnen beauftragen die Verbandsleitung, sofort mit dem Reichsarbeitsamt in Ver- Handlung zu treten betr. die Einführung des 6-Uhr-LadenslblusieS. Desgleichen wenden sich die Versammelten an da? kaufende Pu- blikum um Unterstützung, Einkäufe nicht nach 6 Uhr vorzunehmen. Nach Vorschlag der Versammlung soll ferner über eine Bei- tragSerhöhung, in der ersten Klasse von 2,50 M., welche von den Delegierten der Generalversammlung angenommen, in der nächsten Branchenversammlung Beschluß gefaßt werden. Achtung, Fabrikarveiter. Die Arbeiter und Arbeiterinnen der chemischen Fabrik Roland, Reinickendorf. Eichhornstr. 20, sind wegen Nicht- anerkennung des Tarife? für die chemische Industrie in den Streik >etreten. Vor Arbeitsannahme in diesem Betrieb wird gewarnt. Zllle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands. Zahlstelle Groß-Berlin. Urabstimmung in den Brauereien Grost-Berlins. Die Betriebsräte und Vertrauensleute der in den Brauereien in Frage kommenden Organisationen beschlossen am Mittwock in einer Versammlung naib einem Bericht H o d a p p S vom Verband der Brauerei- und Mühlenarbeiter, das Lohnanizebot der Unter- nehmer den Kollegen in den Betrieben durch eine gebeime Ur- abstimmung zu unterbreiten. In der Hauptsache handelt es sich um daS Tourenfabr personal. Während diese Arbeiter- gruppe wöchentlich 220 M. Lohn verlangte, wollen die Bauereien nur 180 M. geben. ES soll dem Fahrpersonal zwar 220 M. Einkommen pro Woche garantiert werden, jedoch soll dieser Lohn erst durch den Bierumsatz erzielt werden. DaS Fahrpersonal ist der Meinung, daß angesichts der gewaltigen BierpreiSerhöhung, die die Brauereien vorgenommen haben, kein Vorteil aus den ge- ttährten Provisionssätzen zu erzielen ist, da voraussichtlich der Bier- umsatz erheblich zurückgehen wird. Wesentlich zur Ablehnung des Angebotes trägt mit bei, daß die Unternehmer ihr Angebot davon abhängig macken, daß die vrauereiarbeiter in den nächsten drei Monaten überhaupt keine Forderungen mehr stellen. Mit Recht stehen die Bertrauenlleute und Betriebsräte auf dem Standpunkt, daß sich angesichts der verworrenen wirtschaftlichen Lage eine solche Zusicherung nicht geben läßt. Die Abstimmung selbst soll heute in den zum Tarifgebiet ge- hörenden Brauereien und Bierntederlagen vorgenommen werden. DaS Ergebnis soll in einer heute, Freitag, abends 7 Uhr, in den Jugendsälen, Rosentbaler Straße 36. stattfindenden Vertrauens» männervcrsammlung bekanntgegeben werden. Sollten mindestens zwei Drittel für Ablehnung sein, dann ist das Angebot abgelehnt und würden dementsprechend die betreffen- den Arbeiter in einen Streik eintreten. Achtung, Bauarbeiter. Wir weisen darauf hin, daß der Reichsverband für das deutsche Tiefbaugewerbe(Ortsgruppe Groß-Berlin) in der am 21. April statt- gefundenen Versammlung der Tiefbauunternehmer nachträglich den in Hannover getroffenen Vereinbarungen zugestimmt hat. Da« nach ist vom 6. April für alle im Tiefbaugewerbe beschäftigten Gruppen eine Lohnerhöhung von 1,25 Mark pro Stunde zu zahlen. Die Nachzahlung hat am 24. April zu erfolgen. Sollten sich bei einzelnen Firmen wegen der Nachzahlung Schwierigkeiten er- geben, so sind diese sofort im Verbandsbureau zu melden. « Wir fordern unsere Kollegen hiermit auf, sich an den Samm» lungen für die Opfer der Revolution recht rege zu be« teiligen. Sammellisten sind erhältlich im Bureau deS Deutschen Bauarbeiterverbandes, Zimmer 51. Deutscher Bauarbeiterveraand. Tarifbewegung in der chemischen Industrie. Seit Anfa-ng dieses Monats haben die Organisationen der An- gestellten mit den Unternehmerin der chemischen Jnd-ustrie über den Abschluß eines Tarifs verhandelt. Nachdem sich die Parteien über einige Punkte, besonders über die Einteilung der Berufsgruppen verständigt hatten, scheiterte die Weiterberatung an der Gehalts- frage. Das Angebot der Unternehmer blieb hinter den Forde- vungen-der Angestellten sowie hinter den Erfordernissen der Teue- rungZzeit so weit zurück, daß eine Verständigung nicht möglich war und die Verhandlungen abgebrochen wurden. Mit dieser Sachlage beschäftigte sich am Dienstag abend eine von der AvbeitSgeme-cnschast freier Angestelltenverbände nach KKemS Saal einberufene stark besuchte Bers-ammluny der in der chemischen Industrie Angestelltem Der Referent Kaspar schilderte den Ver- lauf der Verhandlungen und empfahl, vor der. Anweisung von Kampftnaßnahm-en alle Mittel der friedlichen Lösung zu versuchen und zunächst den Schlichtu7«iSausschuß anzurufen, was auch die Ar- boitgeber getan haben.— Einstimmig wurde folgende Resolution angenommen: „Die versammelten kaufmännischen und technischen Angestellten der chemischen Industrie �iroß»Berlins nehm-on von dem Gehalts- angebot des ArbeitgebervmbandcS Kenntnis. In voller Einmütig- keit mit ihren Organisationen lohnen sie dieses als durchaus unzu- länglich ab und bedauern, daß die Arbeitgeber so wenig Verständnis für die wirtschaftliche Notlage der Angestellten bekunden. Sie fvr» dern, daß für alle Angestellt« ohne Unterschied de>S Geschlechts zeitgemäße Mindestgrundgehälter festgesetzt werden und lehnen eine unterschiedliche Behandlung der verheirateten und ledigen Angestellten grundsätzlich ab. Sie beauftragen ihre Or-. ganisationen, sofort wirksame Maßnahmen zu ergreifen, ihre durch-' auS gerechton Forderungen durchzusetzen, und bringen ihren ge- chlosfenen Willen zum Ausdruck, bis zu deren Verwrvklichung alle gewerkschaftlichen Mittel anzuwenden. ZnttraUterband oer Angestellten. Fachgruppe 12(Sektion: KlaS und Keramik) Verlammlung am Freitag, den 23. April er., 7 Uhr abends (Stellungnahme zu der Antwort der Arbeitgeber)„Neue Philharmonie', Köpenicker Str. SS/97. Zur Bankbeamtenbewegnng im Reiche wird der Allgemeine B-r. band der Deutschen Bankbeamten in zwei großen öffentlichen Bankangestellten- Versammlung Sonntag, den 25. April, vormittags 10 Uhr in der Brauerei Königftadt, Schönhauser Allee 10/11 und der Neuen Philharmonie, Köpe- nicker Straße 96/97, Stellung nehmen. Referenten find die Herren Marx, Scholz, Stolpe und Teichmann. parteinachrichte«. Eine Konferenz der Parteifunktionäre für den Bezirk Hagen- Schwelm beschäftigte fich auch u. a. mit den Einigung«- bestrebungen der beiden sozialistischen Parteien. ES wurde be« 'chlossen, dem Parteivorstand der S. P. D. folgende Unterlagen zur Beurteilung der Stimmung im Unterbezirk als Material für die Verhandlungen, die ein Zusammengehen mit der U. S. P. in den kommenden Wahlen betreffen, zu unterbreiten. „Wir begrüßen ein« Zusammenarbeit mit der U. S. P. D. bei den kommenden Wahlen vom Gesichtspunkt einer entschloffenen Stärkung der Macht der sozialistischen Hand- und Kopfarbeiter. In unserem Bezirk ist die U. S. P. D. von dem in Leipzig aufgestellten Aktionsprogramm offen abgegangen. Abgesehen aber von allen prinzipiellen und praktischen Gründen, die gegen ein Zu« sammengehen im Wahlkampf sprechen, glauben wir es ablehnen zu müssen, daß unsere Partei von neuem die U. S. P. direkt um ge« metnsame Aktion anseht, noch viel weniger aber verdiente führende Genossen evtl. Bedingen der U. P. D. für das Zusammengehen opfert. Sollte die U. S. P. D. geneigt sein, ohne Zusammengehen den Kampf gegen uns wirklich zu unterlassen, so werden auch wir zu gleichem bereit sein.� WetteranSsschte» für daS mittlere Norddentschland bis Sonnabend mittag. Nachts recht kühl, in den Tagesstunden etwas wärmer, zeitweise heiter, meist' trocken, bei mäßigen nordöstlichen Winden. Verantw. für den retaktion. Teil:«itui Rickl«,«.nur Th. Siecke, Berlin. Verlag: VorwSrts-Verlag S. m. b. wärts-Buchdruckerei u. Verlaasanlialt Paul Eingcr u. Hier»» 1 Vellage. Tharlottenbura: für Anzeigen: Berlin. Druck: Bor» Berlin. Lindcnstr.». Moderne Damen:Bekieidung Kleiderröcke in souden Stoffen......... 79.- 96— 105.— Voilekleider in weiß............ 195.- 269.- 275.— Straßenkleider j�X0116;?artt �nnen und gut« �_ 7 j 5_ 765_ Covertcoat-Paletotsin flotten Formen Abendkleider in woue, elegante Formen, beste stofle 800.— 898.— 9o0.— 275.— 359.— 395.— 415.— 465,— Seidenkleider für Nachmittag und Abend..... 375.— 450.— 540.— Seidenmäntel imprägniert, in verschieden. Farben 365.— 495.— 575.— Voilekleider verschiedenartig gemustert,, 1 36.— 145— 174.— VoileblUSCn weiße, sehr preisw. 46.— ScllOßblllSe gepunkte Voile 63.— »» ,»«»»»»»»»>-»»»»»»»»»«1»»»»»»»»»»»»,»»»» t,«'»»»«»»»»»» IM»» WM»»»»»»»«»», ck»»»»»« j Ganz(lesonders niacl!e ich auf meine Spezialabteilung fflr Kinderbekleidung aufmerksam ♦ Ständige Ausstellung der neuesten Modelle im I. Stock| wamre**-.«mv: »IN»»«»»»»»»»« nSBMlNKMtWW V Modehaus Jriediäuder ♦ Schoneberg Hantitstrasse 149