Itr.aiä. 37.3ol|rmonatl.7,— Mt. frei ins Saus, voraus zahlbar. Post» vezug Monatlich 1,— ML, exll. flu- ltellungsgedühr. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 10 2> ME. für das übrige Ausland 14 50 ME. bei täglich einmal. Zustellung 12 50 ME. Poftoestellungen nehmen an DänemarE,'Holland. Uutemburg, Schroeden und sie Schweiz. Ein- getragen in die Post- Zeitungs- Preisliste. Der»Vorwärts� mit der Sonntag» beilage.Boll u. Zeit' erichenu wachen- illglich zweimal. Sonntag, einmal. Teleqramm-Adresse .Sozialdemolrat Berlin-, Morgen Ausgabe Verlinev Volksblakt ( 20 Pfennig� Anzeigenpreis: Die achtgespaltene Nonpareillezeile kostei 250 M., Teuerungszuschlag 50°/» Kleine Anzeigen-, das lett- gedruckte Wort 75 Pfg. lzulässtg zwei lettgedruckte Wortes, jedes weitere Wort 50 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 55 Pfg. jedes weitere Wort 40 Pfg. Worte Uber 15 Buchstaben zählen iür zwei Worte. Teuerungszufchlag 50°/» Familien- Anzeigen, politische und gewerEschastliche Vereins- Anzeigen 2/— ME. die Zeile ohne Aufschlag. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 5 Ahr nachmittags im dauptgeschäst. Berlin SW 68, Linden- ftrabe S, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der rozlaldemokratircben partei Deutfcblancb Reüaktion und Expedition: SM. öS, Lindenstr. Z. Zernfvrechcr: Amt Morinvlav. Nr. 1.11 i>0—!Zl 97. Montag, den Ä«. April 1»««. vonoarls-veriog G.m.b. y., SM. HS, Linöenstr. Z. Fernsprecher: Amt Moritivlah, Nr. 117 52—31. Sie Austeilung der Türkei. In San Nemo ist dem langsamen Zersetzungsprozeß der Türkei, der etwa in der Mitte des vorigen Jahrhunderts ein» setzte, ein gewaltsames Ende bereitet worden. Das osmonische Reich als selbständiges Staatswesen hört auf zu sein; die Ententemächte übernehmen Kleinasien. Die Hauptinteressen- ten bei der Liquidation sind England, Frankreich, Italien und Griechenland. Rußland, Deutsch- l a n d und Bulgarien, dw vor bem Kriege einen starken Teil ihrer auswärtigen Politik in der Türkei festlegten, schei- den aus. Die Vereinigten Staaten von Amerika lehnen das Mandat über Armenien ab. Im Punkt 12 der 11 Punkte Wilsons, die auch die Ententestaatcn sich zu eigen machten, als sie das deutsche Waffenstillstandsangebot an nahmen, heißt es: „Den türkischen Teilen des jetzigen osmanischen Kaiserreiches soll eine ungefährdete Selbständigkeit sichergestellt werden; auch die anderen Nationalitäten, die jetzt unter türkischer Herrschaft stehen, sollen ihres Lebens gesichert werften, und es muß ihnen eine vollkommene und unbehinderte Entwicklung in autonomer Hinsicht ermöglicht werden." Im Vertrauen auf diesen Punkt legte die Regierung der Vereinigten Staaten dem Obersten Rat das Projekt einer Neuordnung Kleinasiens vor, das mit den Wilsonschcn Grund lätzen in allen Teilen übereinstimmte. Es wurde von den Ententestaaten glatt abgelehnt. Denn so sehr man die 14 Punkte Wilsons als Rettungsanker und Lockpfeife wich kommen hieß, so wenig war man in Wirklichkeit geneigt, die imperialistschen Pläne, mit denen man bereits in den Krieg eingetreten war, zugunsten eines Programms über staatlilber Art aufzugeben. Als Grund für die Ablehnung des amerikanischen Projekts gab man jetzt offen Gebeimver- t r ä q e an, die bereits vor Annahme der Wilsonschen Punkte zwischen den Ententemächten zustande gekommen waren. Der e rste dieser Geheimverträge, der französisch englische, fft nie bekannt geworden. Jedoch kann man auf Grund der Preßfehden, sowie offiziöser und offizieller Aeuße runaen mit einiger Gewißheit fesfftellen, wie etwa man sich in London und Paris in die Beute zu teilen gedachte. England kam es vor allem darauf an, sich den Korridor zwischen Aegvv- ten und Indien zu sichern. Denn hatte man die Landbriicke, so war der während des Krieges mehr als einmal gefährdete Seeweg nach Indien, der Suezkanal, ein für allemal vor An> griffen gesichert. Und so legte man denn Hand auf M e s o v o � t a m i e n, dieser durch die Bagdadbahn dem europäischen Ver� kehr nähergebrachten Ebene, in der einst deutsche Einflüsse den britischem Plänen ein Dorn im Auge waren. Arabien, kulturell weniger beachtenswert, aber fiir die künftige Kap Kuweitbahn, die. ein einheitliches englisches Dominium von Südafrika bis nach Asien vorbereiten foll, von Notwendigkeit, wurde als englische Einffußfphäre vorgesehen. Um P a lä siina dageaen. dos einerseits mit auf dem Landweg Britisch- Aftika— Britisch-Jndien liegt, andererseits von dem katho tischen Frankreich mebr aus Presfiae, denn aus Wirt- schaftlichen Gründen zum Objekt imperialistischer Erpansion ansersehen ist. entbrannte ein hartnäckiger Kampf, der zu dem Kompromiß geführt hat, diesen Mutterboden jüdischen und christlichen Geistes zu einem selbständigen zionisti» schcn Staat zu machen. England hoffte hierbei wgbrschein- sich nicht zu kurz zu kommen, während Frankreich mit Syrien, das man am Ouai d'Orsaye ebenfalls schon lange im Auae bat, vertröstet wurde. Nun ist es ein einen Ding mit dem JmveriaffsmuS: eine Futereffensphäre verschlingt die andere, und so möchte denn Enaland, um das Stromland des Euphrat und Tiaris zu .sichern, dgs syrische Vorderland mit feinen beguemen Anlage- Häsen nicht gern aus der Hand geben. Versuche, Frankreich durch Kompensationen in Anato Ii en zu beftiedigen, schlugen febl: infolgedessen ist die syrische Frage auch beute noch ungelöst. Es bat den Anschein, als versuche Enaland Frankreichs Interessen am Rbein gegen die klein- asiatischen Jnfereffen ausZufvielen. Auch scheint man an der Themf? die nicht zu unterschäbenden autonomen Beftrebnnaen in Svrien, die als letztes Ziel ein selbständiges syrisches Staatswesen mit e'n°m Monarchen an der Spitze im Auge haben, kiinstfich zu nähren. Klar sind Italiens Anfsiniche auf kleinasiatifche Distrikte. Sie beruhen auf einem Gebeimvortrag zwischen Italien und den Berbandsmächten vom 26. Uvril Isil.si, der neben anderem den Lohn JtalWs für seinen Eintritt in den Krieg im voraus festlegte. Er sieht vor: .Ftolien soll den gleichen Anteil an dem Becken des Mittel- meer? ehalten wie Enaland. Frankreich und Rußland und zwar in dem Teil, der an in« Provinz Adalia erenzt. Sollte terri- toriale Unversehrtheit der asiatischen Türkei für einen weiteren Aeitaknchmtt ausrecht erbalten werden, so sollen bei der Abarenzung de? Einflußsvbären die Interessen Italiens in gleicher Weise be- rücksichttat werden." Die Konferenz von San Rano hat sich beeilt, den Distrikt Mindestens örei Milliarden jährlich. NlilleranSs Vorschlag. Paris, 25. April.(W. T. B.)„Echo de Paris" be- richtet aus San R e in o, Ministerpräsident M i I l e r a n d habe als Z a h l u» g s s y st e m der von Deutschland zu lei- stenden Entschädigung allmählich steigende Jahres- Zahlungen auf 3V Jahre empfohlen, keine Jahresz.ihlung solle jedoch geringer als 3 Milliarden sein. Einigung zwischen Englanü unü Frankreich. Amsterdam, 24. April. Wie Reuter aus San Nemo meldet, gab Llovd George bekannt, daß das Ergebnis seiner Besprechung mit Millcrand in einer gemeinsamen Er- k l ä r u n g niedergelegt werden wird, wonach Frankreich und Eng- land übereingekommen sind, daß die Bestimmungen des Friedens- Vertrags über die Entwaffnung durchgeführt werden sollen, und daß der Gedanke einer Besetzung des rechten Rhcinufers und des Ruhr- gcbiets durch Frankreich verworfen wird. Das Schicksal Palästinas. San R em o, 24. April.(Reuter.) Die Konferenz beschloß, daß in dem türkischen Friedensverträge eine Erklärung BalfourS einzufügen ist, die bestimmt, daß Palästina eine nationale Heimstätte für die Juden werden foll, die sie gleichen Rechte wie die Araber und die Juden in anderen Ländern haben werde. Washington, 24. April.(Renter.) Die Bereinigten Staaten haben die Unabhängigkeit der Republik Ar. m e n i e u formell anerkannt. Nitti über Deutschland. Paris, 24. April. Der italienische Ministerpräsident Nitti hat Havas zufolge Vertretern der französischen Presse erklärt, er betrachte daS Friefteusproblem nicht nur vom italienischen Stand- Punkt aus, sondern vom Standpunkt ganz Europas. Der Krieg habe ein« beträchtliche Herabminderung der Erzeugung Europas im Gefolge gehabt. Augenblicklich seien noch 300 Millionen Menschen gewissermaßen fiir das wirtschaftliche Leben der Welt untätig. Diese Lage könne ohne Gefahr nicht länger dauern. Man müsse deshalb Europa zum Frieden und zur Ar- beit zurückführen, das sei ein gemeinsames Interesse aller Notionen. Das einzige Mittel, dieses Resultat zu erzielen, sei, die Sieger und die Besiegten zu vereinen. Er begreife die Ge- fühle Frankreichs, aber Italien helfe Oesterreich, damit es nicht Hungers sterbe. Aehnlich müsse man gegenüber Deutschland verfahren. Dieses Land habe weder ein« Flotte noch Rohmaterialien. Sein Wechselkurs stehe schlecht, es bliebe ihm nichts mehr als seine Maschinen, seine Organisatton und die Arme seiner Bewohner. Ihnen müsse man die Möglichkeit geben, zu arbeiten und zu leben ivnd dadurch auch das Mittel, ihre Verpflichtungen zu erfüllen. Wenn man das nicht tue, werde Deutsch- land notwendigerweise dem Bolschewismus oder dem Militarismus verfallen. Wenn man sage, Frankreich zweifle an den pazifrsti- schen Gefühlen Deutschlands, so wolle er dies« Besorgnis annehmen und deshalb sei er mit Frankreich einig über die Notwendigkeit der deutschen Entwaffnung.__' Schärfere Tonart m Frankreich. Bei den Eisenbahnern. Paris, 26. April.(W. T. B.) Der Kongreß der Eisenbahner hat mit 196 298 Stimmen gegen 123 912 Stimmen bei 13 130 Ent- Haltungen das Verhalten des ehemaligen Berwaltungsratcs ge- tadelt, so daß Bidgaray mit seinen Kollegen sein Amt niederlegte. ES wurden neue OlewerkschaftssekretLre gewählt, die die schärfere Tonart vertreten. Es wurde eine Tagesordnung angenommen, daß, da die Regierung nicht für die aus Anlaß des letzten Eisenbahner- streiks gemaßregelten Beamten eintreten wolle, ein sofortiger Aus- stand ins Auge gefaßt werde, der mir dann beendigt werften soll, wenn folgende vier Punkte angenommen würden: 1. Verstaatlichung, 2. Wiedereinstellung der Gemaßregelten, 3. Niederschlagung aller strafrechtlichen Verfolgungvn, 4. Anerkennung des Gewerkschastsrechts. Die Annahme erfolgte mit 171 637 Stimmen gegen 147 282 Stimmen bei 13 593 Enthaltungen. Momoirssoan erklärte, eine sofortige Arfteitseinstellung solle nicht heißen: morgen vormittag. Man müsse dem neuen Verwaltungsrat Zeit lassen, sich einzu- richten, die Ausstandsleitung zu bestimmen, seinen Geschäft ssüh- rendcn Rat zu wählen, kurzum sich zu organisieren. Sofort bedeute: in k-ü r z e st e r F r i st. Der Streik in Clsaß-Lothringen. Entwaffnung des Militärs. Wie der„Matin" aus Diedenhosen meldet, sind alle Fabriken mit Ausnahme einer einzigen, gegen die sich Kundgebungen ricki- teten, stillgelegt. An verschiedenen Orten seien die Soldaten von Ausständigen angegriffen worden. Man habe ihnen die Gewehre abgenommen und diese vernichtet. Die Truppe besitze keine Pa- tarnen.(?) In Diedenhosen selbst hätten Ausständige mit der roten Fahne die Stadt durchzogen und revolutionäre Lieder ge. sungen. Die Bewegung sei nicht wirtschaftlich, sondern revolu- tionär. Laut„Temps" haften die gewerkschaftlichen Arftefter Straßfturgs heftigst gegen die Amoesenheit einer marokkanischen Division pro- testtert, derselben, die aus Frankfurt zurückgezogen wurde. Nach Meldung aus Metz ist der Eisen bahnerstreikin Lothrin- gen allgemein. Die Züge Paris— Nancy gehen nur bis Pagnh._ Karl Minster verhastet. Frankfurt a. M., April.(Eigener Drahtbericht des„Vor- Worts*.) Ein Rcl der Kommunistischen Arbeiterpartei Deutschlands, Ernst König aus Düsseldorf, wurde Sonntag mittag nach Beendigung einer Versammlung, in der er über.Massenmorde im Ruhrgebiet* gesprochen hatte, von der Kriminalpolizei sestgenom- m>en und in S ch u tz h a s t gebracht. Bei der Feststellung der Personalien stellt« sich heraus, daß der Festgenommene den Namen König sich seit Monaten fälschlicherweise beigelegt hatte. In Wirk- lichkeit heißt er Mi n st er. Er war bei den Nnruhen in Düsseldorf im April 1919 hervorragend beteiligt. Es scheint sich nach dieser Meldung um den bekannten Heraus- geber des.Kampf" zu handeln, der. ein Mtgründer des Sparta- kusftundes, im Krioge nach Holland geflüchtet war und sich als amerikanischer Bürger bezeichnet. Die Schutzhaft dürste danu wohl nur die Turchfiihrung der Ausweisung zu sichern haften, wenn nicht etwa Minster noch alte Gerichtssachen zu erledigen hätte. Diktatur oüer Mehrheitsherrsthast? Zunehmende Einsicht der U. 3. P. heit In einem Artikel zum„Wahlkampf" schreibt die„Frei- Wir wissen, daß die Frage der Verwirk.ichunZ des Sozial!?- mus nicht dadurch gelöst werden'änn, doß Sie Mehrheu der ab- gegebenen Stimmen sich sür den Sozialismus entscheide!. Wir wissen, daß die Nutznießer des kapiiasiitische» Systems sich niemalsfreiwillig dem Willen der sozialistische« Mehrheit fügen werden, daß vielmehr die Diktatur de» V r o l- l a r i a l 5 notwendig fein wird, um die Herren and die Parasiten Ser lr- stehenden Gesellschaftsordnung ans ihren Machtpositionen hcrars- zudrängen. Aber ein MehrhcitSvotlim für den EojialiSmiiS schafft nicht nur freie Bahn für den letzten Endkainvf gegen den Kapitalismus, er verschafft unS auch reale Machtpositionen, von denen heraus wir gegen Feinde des Proletariats vorstoßen können. Man beginnt also zu erfe/inen, daß eine Tiktatur, hinter der kein Mehrheitsvotum steht, ini beften Fall ein Koloß auf tönernen Füßen ist. Ohne Mehrheit keine Macht! Mit der Mehrheit hat man aber die lezale, die versasjungsniäßiae Macht, und will sich die Minderheit ihr nicht fügen, so hat nian das Reckit und die Möglichkeit, sie ihr fühlbar zu machen. Wird dieser Gebrauch des MehrheitswillrnS noch als„Diktatur" bezeichnet, so fft daS eine Diktatur, �egen. die die Zozialdemo- kratie nie etwas einzuwenden �te, und alle« löst sich in ein Spiel mit Worten auf. von Adalia neben einzelnen Inseln der aegäischen Inselwelt Italien zuzusprechen. Unverhältnismäßig gut kommt Griechenland in dem Vertrag weg. Sein Traum wird erfüllt: ein Großgriechenland vom PelePoneS bis Konstantinovel. wenn man sich auch davor hütet, ihm die Wacht über den Bosporus und daS Mandat über die alte Kaiserstadt zu übertragen. Wie damals steht sein Machtzuwachs in keinem Verhältnis zu seinen Leistungen, aber er liegt durchaus auf dem Wege der Ententepolitik, die Griechenland als Wellenbrecher gegen Bulgarien ausgezeichnet gebrauchen kann. Fgssen wir daS Ergebnis zusammen, so verliert die Türkei Syrien. Palästina, Arabien. Mesopotamien, Armenien(das mit Einschluß von Trapezunt ein„selbständiger" Staat unter Kontrolle eines Mandatärs des Völkerbundes werden soll), Thrazien und Smyrna. Fügen wir noch hinzu, daß die Finanz- gebarung der Rumpftürkei ebenfalls auf die verbündeten Mächte iiberkommt, so erkennen wir, daß der türkische Staat als Politischer Begriff au? der Landkarte gelöscht ist, und daß Kleinasien in ZUkunst dasselbe sein wird, wa? Afrika schon vor dem Kriege war: das Ausbeutungsobjekt kolonialpolitischcr Kapitalisten. Die Vereinigten Staaten machen diesen Kurs nicht mit. Wie in der europäischen, ist auch in der kleinasiatischen Frage der Geist Wilson? dem alten Geist de? Imperialismus unter- legen. IM Mfmarfth zum Wahlkampf. Kreisgeneralversammlung für Teltow-Seeskow. In der am Sonniag in'der Bockbrauerei abgehaltenen Gene- ralversammlung des Kreises Teltow-Beeskow sprach Genosse Franz Krüger über die Reichstagswahl. Er führte aus: Schon au? rein praktischen Erwägungen, insbesondere aber auS grundsätzlicher Gegnerschaft müssen Wir unS gegen die Diktatur wcrtden. Nach längerer Begrünidung hierzu verweist Krüger darauf, daß gerade durch unsere Ablehnung der Diktatur bei dem Kapp-Putsch hier in Berlin weiteres Blutvergießen vermieden wurde.— Entschieden haben wir uns bei dem Wahlkampf zu wenden gegen rechts. Wir haben hierbei auch der Hindernisse zu gedenken, die unS Koalitionen mit bürgerlichen Parteien bei unseren Arbeiten im Parlament bereiteten. Bezüglich unserer Stellung zu den Unabhängigen müssen wir uns gegen jede Unklarheit wenden. Bei den Einigungsbestrebungen kann die Personensraye gar nicht in Betracht fojjrmen, haben doch z. B. Scheidemann und NoSke oft genug erklärt, sie wollten einer Einigung nie im Wege stehen. Auch ich habe mich oft dahingehend geäußert. Unter Hin- weis auf die Ablehnung der Unabhängigen vn Sachsen, an der Regierung teklzunchmen, und auf den Konflikt Breitscheid— Zentralkomitee in der„Freiheit" erläutert Krüger die Stimmung in den Reihen der Unabhängigen. Er sagt: Wir werden den grund- sätzlichcn Kampf mit den Unabhängigen weiterführen müssen, aber verschwinden mutz die Gehässigkeit und da? gegenseitige Herrunterreißen. Da? Zusammenarbeiten, wie es in den einzelnen Orten der Fall sein soll in gemeinsamen Ausschüssen, gemeinsamen Versammlungen usw. ist jetzt im Wahl- k«mps ein Ding der Unmöglichkeit, denn darunter leidet unsere �rganisationsarbait. Die Einberufung von Sitzungen hinter dem Rücken der Kreisleitung und die Durchführung der dort vertrete- Ktn Anschauungen schädigt die Organisation und den Wahlkampf > schwer. Die Frage nach einer rein sozialistischen Regie- runy ist zu bejahen, wenn wir eine sozialistische Mehr- heil erlangen. Wir kennen die Fehler einer Koalitionsregierung. Für das zukünftige Programm unserer Parlamentsarbeit muß es uns darauf ankommen, die bekannten acht Punkte, die von der Gcneralstreikleitung ausgestellt wurden, soweit sie noch nicht durch- geführt sind, zur Wirklichkeit werden zu lassen. In längeren Ausführungen erläutert der Referent dann feine Stellung in der Mililärfrage und weift die Anschuldigungen zurück, als ob er un- zählige Vertrauensvoten der Berliner Funktionäre für Noske der- anlaßt habe. Er sagt serner: Unsere Aussichten für den Wahl- kämpf sind gut. wenn wir sie uns nicht selbst verschlechtern. Von einem Abmarsch unserer Genossen zu arideren Parteien kann gar keine Rede sein. Im Gegenteil, gerade jetzt kommen Anmeldungen in Messe». Wenn wir in den Wahlkarnps gehen mit dem Willen znm Lieg, fcwn werbe» wir auch einen Sieg erringen I In der Diskussion begründet Thiele-Alt-Glvenicke einen Antrag, der verlangt, daß die Ab- »eovdneten mit ihren Wählern stet� in engster Krhlung bleiben. Er sagt: Viele von unseren Abgeordneten haben tatsächlich die Fühlung mit den Massen verloren. Bei den Vorkommnisse» in den östlichen Vororten hat der„Vorwärts" kein Wort der Aufklärung gebracht, trotzdem wir uns mit Berichten fast die Finger wund schrieben. Möglich-Steglitz: Die.Koalitionsregierung war ein Gebot der Vergangenheit, aber sie ist ein unnatürliches Bündnis. Es ist an der Zeit, dem«in Ende zu machen. Noske war unser Unglück. Der cncT�ische Charakter unserer Partei, der die Poliitk in Deutschland in der Vergangenheit vorwärts schob, ist gebeugt worden. Das muß anders werden. Wir müssen die Erringung einer rein so- zialistischen Mehrheit und damit einer rein sozialistiischen Regierung erreichen. ' E w a ld- T« mpechof: Wenn die Konventikelwirtschaft, wie sie von einer Reihe von Genossen jetzt betrieben wird, so weitergeht, so bedeutet da? eine schwere Gefahr für die Partei. Wenn es Sie Verhältnisse erfordern, so müssen wir, auch wenn es noch so schwer fällt, in eine Koalitionsregierung eintreten. Wir dürfen hierbei nicht nach der Stimmung der Massen schielen. Cohen-Nowawes: Große. Meinungsverschiedenheiten bestehen in der Partei. Die Opposition holt ihre Kraft aus dem Willen und den Ansichten ixt großen Masse der Genossen, die mit der Politik ' der Vergangenheit nicht zufrieden sind. Sollen wir im Wahlkampf sagen, daß alles in Ordnung ist? Das können wir doch beim besten Willen nichi! Fehler kann ein jeder machen, aber wenn Führer eine so falsche Politik treiben, dann haben sie nach den offensichtlichen Mißerfolgen eben abzutreten. Was ist denn seit der Revolution im Sinne des Sozialismus geschehen? Nichts, rein nichts! Wie wichtig sind z. B. die WirtschastS- rät e. Mchls geschah, um sie einzuführen. Wir müssen eine der- nünftige, aufrichtige sozialistische Politik führen, dann werden wir auch die Massen bei unserer Partei halten und die sozialistische M e h r h e i t Z Partei bleiben. Kölitz-Zehlendors: Was Krüger heute gesagt hat, war nichts als eine persönliche Verteidigung. Ich habe mich in früheren Iah- ren gern mit den Gegnern herumgeschlagen. Aber unter den Heu- tigen IItn standen fällt es einem allerdings manchmal schwer. Mit dem Schlagwort Demokratie wird ein direkter Unfug getrieben. Auch wenn wir wirklich nur 48 Prozent der Wähler hinter uns hätten, so wäre dos doch sicher die Mehrheit der Kopf- und Hand- arbeiter. Laue-Wilmersdorf: Wir Wilmersdorfer werden nicht für eine Liste stimmen, auf der an erster Stelle Krüger steht. Das System Noske-Krüger ist jämmerlich gescheitert. In keinem anderen Lande der Welt wäre es möglich, daß Leute, deren Politik so jammervoll Schiffbruch gelitten, wieder das Vertrauen der Wähler verlangen würden. Goldschmidt-Charlottenburg: Den Grund der Ovvostiion hat Krüger verkannt. Kein Führer kann sich halten, der die Meinung der Massen nicht hören will. Von der Minderheit in der Partei muß jemand an aussichtsreicher Stelle auf die Liste kommen. An die Spitze aber können wir keinen besseren stellen als Eduard Bernstein. Haß-Treptvw: Den größten Fehler begingen wir, als alle Kritik an unseren leitenden Kreisen unterbunden wurde. Auch der„Vorwärts" hätte sich, al. unsere Genossen in die Regierung eintraten, nicht als Regierungsblatt fühlen sollen. Gerade durch Vertretung der Ansichten der Arbeiterschaft wäre die Regierung gestützt worden'. Eine sozialistische Mehrbeit kann nur erzielt wer- den, wenn die sozialistischen Parteien Rücksicht darauf nehmen, daß der Kamvf nach rechts die Hauptsache ist. Genossin Dranglei-Schöneberg: Wir haben vor allen Dingen aufmerksam zu machen auf die Schädlichkeit der reaktionären Par- teien. Ed. Bernstein: Es ist nicht alles geschehen, was geschehen konnte, und manches ist geschehen, was nicht gut war. Zum Knti- sieren haben wir also das Recht. Bei der Reichswehr muß viele? geändert werden. Am liebsten würde ich gar keine sehen. Wir brauchen aber eine republikanische Macht. D-e heutige demokra- tische Republik hat das Recht, denen, die sie stürzen wollen, mit energischen Mitteln entgegenzutreten. Die allgemeine Ilnzu- friedeniheit, die durch das Volk geht, ist verständlich, aber nicht l>e- rechtigt. ES ist eben nicht alles durchführbar; auch die Pla.rwirt- schast Wissells wäre nicht durchführbar gewesen. Freilich mußte in der Landwirtschaft mehr geschebon. Unsere Jndu- strie wird in dem großen Umfange nicht bestehen können. Die Industriearbeiter werden damit rechnen müssen.. auSz.iwandern oder auf das Land zu gehen. Bezüglich der Ablieferung der Landesprodukte muß energischer vorgegangen werden. Wer da seine Pflichten nicht erfüllt, dessen Grund und Boden ist zu ent- eignen. Ein Teil unserer Genossen hat sich verleiten lasien, die Demokratie zu unterschätzen. Das ist ein Misstrauen in die eigene Kraft. Wir sind Schritt für Schritt vorwärts gekommen und erstarkt. Diesen Weg werden wir weiter gehen. Auch für die Zukunft könnte eine Koalitionsregierung wiederkommen. Aber nicht die Koalition war das Schädigende, sondern die Schwäche einzelner unserer Genossen. Wir sostten uns in oer Frage ter Koasttion nicht die Tür verrammeln. Auch eine rein sozialiitrch: Regierung wird keine Wunder verrichten können und von den bestehenden Zu- ständen abhängig sein. Bei dem Wahlkinrps müssen wi: den Wählern zeigen, was bisher schon erreicht ist. Dann wird auch die Be- geisterung eintreten, die uns zum Siege sübren w:rd. Die Diskussion wird durch einen Schlußantrag beendet. Genosse Krüger wendet sich im Schlußwort gegen eine Reche von Vorwürfen der Diskussionsredner und stellt sie richtig. Nach Erledigung einer Reche von Anträgen erfolgte die Aufstellung der Kandidaten entsprechend einem Vorschlage von Neukölln derart, daß erst ein Spitzenkandidat gewählt wurde, und zwar in der Person des Ge- nossen Ed. Bernstein. Genossin Ryneck wurde ftir die zweue Stelle der Liste bestimmt. Entsprechend der Stimmen zahl, die die übrigen Kandidaten erhielten, erhielt die Liste solzende Reihenfolge: Ed. Bernstein, Elfriede Ryneck, Franz Krüger, Karl Wer- muth, Ernst Dalibor, Johannes Hag, Max Cohen, Dr Bcndincr, Gertrud Scholz, Adele Schreiber, Emil Woldt, Robert Pohl. Zur Reichskonferenz wurden delegier: Genossin Gertrud Scholz, Neukölln, und Genosse Hensche., e-inr-endorf. Ferner beschloß die Generalver amwlung, die Entschädigung der Kassierer von 2 aus 5 Prozent zu erhöhen. NieSerbarnim zum Wahlkampf. Am Sonntag tagte in Lichtenberg die Generalver- sammlung des Sozialdemokratischen Wahlvereins Nieder- b a r n i m, um sich mit der bevorstehenden Reichstagswahl zu be- schästigen. Der Vorsitzende Genosse Lehmann eröffnet die Tagung und gibt zunächst einen Bericht über da? verflossene Geschäftsjahr. Unsere Hofsnungen, die wir auf Besserung unserer Zustände setzten, haben sich nicht erfüllt; diejenige Partei, die nur kritisiert, ist immer im Vorteil. Das wissen die Unabhängigen und darum halten sie sich von der Mitarbeit fern, um als die feinen Kerle dazustehen. Uns rühmt man nach, wir leiden an der Schwindsuckt; tatsächlich find auch Teile unserer Mitglied- schaft mit den Verhältnissen unzufrieden. Dem Bericht des Vor- sitzenden ist zu entnehmen, daß allein dreizehn Ortsvereine keine Abrechnung eingeschickt haben. Die Zahl der abgerechneten Beitragsmarken ist fast dieselbe wie im Vorjahr. Es wurden ab- gerechnet � 83 000 männliche und 27 000 weibliche Beitragsmarken. Schönwalde ist der U.S.P. beigetreten und hat leider in der Aufregung vergessen, seine Beiträge vorher an uns abzuliefern. Redner erörtert in sachlich ruhiger Weise die S ch w i e r i g k e i- te», unter denen der Kreis arbeiten muß, besonders die Taktik der U.S.P. ist ganz dazu angetan, uns recht vorsichtig zu machen. Di« Einrichtung der Landbezirke hat sich überall bewährt, trotz der Ueberlastung einzelner Genossen. Der Genosse Quast ist als Agitationsleiter angestellt. Die Frauenkonferenzcn, zu der Niederbarnim 3 Vertreter delegiert, haben sich durchaus be- währt. Lichtenberg hat sein eigenes Sekretariat und das übrige Dvei-Viertel-Gebiet bearbeitet der Genosse M ö b u s. Eine Kreiszeitung einzuführen wird zur unaufschiebbaren Not- wendigkeit. Die Verhandlungen darüber zerschlugen sich, und da der„Vorwärts" nicht die gebührenden Rücksichten aus die Struktur unseres Kreises nehmen kann, ist die Gründung einer eigenen Zeitung heute notwendiger als je. Das Ableben des Genossen Schönberg ehrt die Vcrsamm- lung in der üblichen Weise. ,Einige Anträge, die sich auf die Agitation beziehen, kom- men zur Debatte. Der Vorsitzende bittet um Anregungen,- die fruchtbar für den Kreis werden. Den Bericht der Preßkommission gibt Genosse Meyer: Die Preßkommifsion hat sich wiederholt mit inneren Redaktionsfragen beschäftigt, und klar zum Ausdruck ge- bracht, daß der„Vorwärts" kein„Jugendheim" ist und nicht Ge- nassen als Redakteure einstellen darf, denen jede praktische Parteierfahrung abgeht. Die Ausgaben sind immense ge- stiegen. Redner belegt dies mit Zahlen. Wir müssen Wert dar- auf legen, wenigstens einmal am Tage unsere sozialistische Tageszeitung zu erhalten. Das ist besser als zwei Ausgaben am Tage und sie nicht bezahlen können.(Zustimmung.) Unaufhörlich arbeiten wir an der Heranziehuno neuer journalistischer Kräfte, um die„Vorwärts"redaktion durch tatkräftige Mitarbeit provin- zieller Kräfte aufzufrischen. Genossin Scheibenhuber berichtet über F r a u e n a g i- tation: Wir haben Verluste zu verzeichnen, aber in einigen Orten auch gewonnen. Die Agitation war in letzter Zeit reger; eS gibt noch viel zu tun. Zu allen Wahkzrbeiten müssen die tzanns?ohst: Der junge Mensch. MittagSvorstellung in der„Tribüne". DaS Stück erschien in Buchform schon vor mehreren Jahren. Warum man es jetzt nachträglich noch auf die Bühne brachte, ist unerfindlich Daß des Verfassers„Goabbe" seither aufgeführt wurde und feinen Namen einem weiteren Publikum bekannt ge- macht, kann doch kein Grund sein, ganz unreif, tastende Versuche auszugraben, die in dem, was sie erstreben, durch jenes spätere Werk, soviel dasielbe sonst zu wünschen übrig läßt, i« jedem Fall weit überholt sind. Grabbe, dessen zerrissene, Ekstasen und Zynismen bunt durch- einanderwürfelnde Genialität einer ungestümen Jugeudlust ge» waltig imponiert, Hai auch bei diesen Szenen Pate gestanden. Alles soll Stimmung und Gefühl, soll Eingebung und Intuition de? Augenblicks sein, die sich an keine Schranke bindet. Man kommt «uf solchem Wege am Ende leicht dazu, auch in der Forderung, daß sich die Vorgänge deS Dramas zu einer Handlung, die Aeußerungen der Personen zu einem in sich motivierten Charakterbild zusammen- schließen sollen, mir«inen Phi li sterans pruch zu sehen, der dem Walten des freien Genius Zaum imd Zügel eines klügelnden Berste nie S anlegen möchte. Der Zug. zur Formlosigkeit, der in den Dramen der jüngeren Generation so charakteristisch, vor allem in der Tendenz sich äußert, die in den Akten fortschreitende Handlung durch eine Reihe lose gefügter Difcer zu ersetzen, tritt hier in einer Steigerung� aus, die schon ins Parodistische umschlägt. Die dramatische Einheit dieses, wie der Theaterzettel«s nennt,„ekstatischen SgenartSmuS" be- schränkt sich darauf, daß in den verschiedenen Bildern«in und derselbe Jüngling ailnocchselnd schwärmende und melancholische Be- tr«chwngen über deS Lebens Schalheit anstellt. Man könnte die meisten dieser Szenen ebensowohl in' irgendeiner anderen Reihenfolge spielen, ohne daß der Zuschauer bei der Planlosigkeit des Ganzen es merken würde. Und ebenso verworren ist die Sprache. Sie will gehobener Ausdruck des Gefühls und der Stimmung s-in, und meint dabei, jener engen Anschmiegung an das ge- «ebene Milieu und den Moment, um welche es dem naturalisti- ichen Stil zu tun war, entraten zu können. Die Wirkung, die er- zielt wird, ist die umgekehrte: statt einer Erhöhung der Resonnanz m der Phantasie des HörerS die völlige Ernüchterung. Das Wort. daS aus dem Innern strömen, das Innere farbig wiederspiegeln soll, endgleist in wurzellos pathetischem Schiwall. Da wird z. B. in dem ersten Bilde(nach dem Vorspiel in der Schule) ein schwangere? Mädchen, dag ein Freund dem jungen Menschen zufuhrt, von diesem wie eine Heilige in hymnischer Begeisterung gepriesen. Da heißt'S ein Leuchten gehe von ihr aus, ioo sie erscheine, da sei im weiten Raum Feiertag und Märchenatem. In der nächsten Szene begegnen wir dem Helden in einem Freudenhaus, wo er sich mit demselben Ueberschwang nur in anderer Richtung äußert. Dann wieder treibt er sich wie eine Art Diogenes/ der Menschen sucht, in einer Bahnhofshalle herum und bringt die eilige» Passanten durch philosophische Fragen, warum sie es denn so eilig haben, zur Verzsveiflung. Nächste Stativ« ist »ine Nervenheilanstalt, in die man den Extravaganten eingesperrt hat. Von dort kommt er dann in ein Berghotel, in ein Spital und endlich auf den Friedhos. Die originell frappante Kirchhofs- szene aus Wedekinds„Frühlings Erwachen" hat unverkennbar da- zu die Anregung gegeben. Aber das Burleske der Wedekindschen Pointe ist hier bei Iahst ins Deklamatorische gewendet. Der be- graben« Jüngling steht als Lebendiger neben seinem Grab und hält sich eine hoffnungsvolle Leichenrede. Nun sei der junge Mensch dahin,«in anderer tatig schassender werde an seine Stelle treten. Dann steigt er von der Bühne ins Parkett und rust die Zuschauer enthusiastisch auf, die abgeschiedene Jugend mit mächtigem Applaus zu feiern. Ein Zischen war die Antwort. Der große Fleiß, den die Regie an da? figurenreiche, aber den Schauspielern nirgends wirklich lohnende Aufgaben stellende Stück gewendet, vermochte an dem Eindruck quälender Verworrenheit nichts zu ändern._ Conrad Schmidt. „Die schöne Galathee", Suppe» komisch-mythologische Oper, in der„Neuen Welt" in der Hasenheide, am heiter-sestlichen Abend „Bunte Buhn e", veranstaltet vom Groß-Berliner Bezirks» bildungSauSschuß S. P. D. Die Familie hat Empfang. Die Familie von da draußen, wo die Gärten der Vorstadt sich dehnen, die Familie, die tausende Köpfe zählt. Die Arbeiterfamilie empfing heut« die lächelnde Muse. Wie freut sich das Alter in der„Neuen Welt", wie zieht es die Jugend-zur Jugend, wie hebt eS die Seelen zur Kunst!„Du heilige Kunst, du kamst vom Himmel her, auf Cherubschwingen stiegst du zu uns nieder, du bvingst uns GotteSodem, Wundermar, und Him- melschöre, Posaunen schallen wieder. Du heilige Kunst, du dringst in manche? Herz, und gibst ihm wieder neue, frische Triebe, du hinderst oft den großen Erdenschmerz, und bist noch keuscher, reiner wie die Liebe. Du heilige Kunst, du kommst vom Himmel her, ganz leise, wie die Lenzesblüten sprießen, du bringst der Welt daS Schönste— und ein Meer voll Töne wogt zu unseren.Füßen." Ein Meer voll Töne musizierte das Berliner Tonkünstler- örchester unter seinem Dirigenten(Dr. Ernst Jokl) aus Suppes Oper„Die schöne Galathee. Und die kalte Marmorstatue ver- wandelte sich zur lebendigen, dürstenden, küssenden, prächtigen Galathee(Frau Wolf). Darüber freuten wir uns mit dem ge- hingen ulkigernsten Pygmalion(Haberditzl) und wunderten uns des so spröde tuenden, aber lüstern wissenden Auges genießenden Ganhmeds(Frau Quandt), welche Augen den vorzüglichen, vergeb- lichen Enthusiasmierer Mydas(Siebenbach) um all seine Hoff- nungen brachten. Wenn auch die eifernde Kunst die schöne Galathee wieder zu Stein zuruckverwandelte, uns blieben noch die so beiter gestimmten Zwischenszenen einer reizenden Künstlerin(Rest Langer), sowie ein allgemeines Tänzchen im wogenden Saal. Der Genuß Wird nachhalten und uns wird es nicht ick»! oerfällen, abermals und immer wieder in diesem duftenden Frühling die lächelnde Muse zu rufen ins eigene pflichtenbeschwerte Leben, zu dienen der lebendigen Liebe. Mit diesem Geist will der Bezirks» Äldungsausschuß'die große Arbeiterfamilie erfüllen und wir wollen� es ihm danken.,_ aa* „Da» Feld" nennt sich«ine j»ünstlmg«nossenfchast, die vor rmtm Jahre zum Zweck gegenseitiger Unterstützung und zur Schaffung von Verkaufs- und AuSstellungsmüglichkeiten gegründet wurde. Die Ausstellung, die die Genossenschaft am gestrigen Sonntag im großen Reitsaal des MarstallS eröffnet hat, soll ausschließlich diesem öko- nomischen Zweck dienen, und man kann den Veranstaltern immer- hin das Zeugnis ausstellen, daß'es ihnen trotzdem gelungen ist, den übelsten Kitsch fernzuhalten. Neue Größen sind hier nicht zu entdecken. Wer aber über die nötigen Mittel verfügt, der wird unter den Gemälden von Nieffche, Borchard und Holstein und den Graphiken von Johanna Metzner, Fricke und Pelsner manchen ge- fälligen Wandschmuck erwerben können, dessen er sich jedenfalls nicht zu schämen braucht. js. Zum hundertsten Male:„Die Pfarrhauskomödie". DaS hätte man dem armen Heinrich Lauten sack, der nachträglich noch als Kriegsopfer erlegen ist. gönnen mögen, daß er solch Jubiläum erlebt hätte! Er, der als stiller, feiner Künstler sich mit Kabaretts und KinoS herumschlagen mußt« und von der Zensur noch zuguter- letzt von der Bübne ferngehalten wurde. Nun, sein Schicksal ist ihm in seiner Art treu geblieben; denn wie man hört, hätte er von den materiellen Erträgen doch nicbtS abbekommen. Dichterlos. Klerikale und andere"Sittlichkeitsschnüffler haben gegen das „Skandalstück", das das Liebes- und sozusagen Eheleben der katho- lischen Pfarrhäuser beschaut, Entrüstungsstürme entfacht. Lauten- sack, der wie einer die Schönheiten des Katholizismus liebte, hätte oarüber gelächelt. Er hat zwar kräftig, ja derb die Dinge beim rechten Namen genannt, vom uralten Recht des KomöviendichterS, den Kontrasten des Lebens(besonders den heuchlerischen) Gelächter abzugewinnen, wacker Gebrauch gemacht; aber im Grunde ist doch nur das rein Menschliche dieser absonderlichen Beziehungen zwischen dem Pfarrer, dem die Kirche die Ehe v e f bietet und die Natur' g e- bietet, und seiner Köchin ausgestaltet. Niederbayrische� Bauernart ist dabei von einem feinhörigen Sohn deS Landes für die Literatur gewonnen worden, und über alles Stoffliche, da? die Oberfläch- lichen lockt, erhebt sich allverstehender Humor und- freie Menschlichkeit. DaS Doppelpaar ist mit Jlka Brüning und Eidgar L i ch o, Lucie H ö f l t ck und Ernst P r ö ck I(wie bei der Premiere) besetzt. Es ist eine Lust, zu verfolgen, wie frisch und urwüchsig ihre Dar- stellung noch nack so vielen Wiederholungen ist und wie wenig die Routine vergröbert hat. Im Kleinen Schauspielhaus,' wo jetzt die Psarrhauskomödie gespielt pürd, wird man noch viele Abend« des armen Lautensack gedenken können, wenn man ihn nicht über seinem Werk vergißt.— r.' Themcr. Am 27. April Franl Wedekinds Kindertragödie„Früh- lings Erwachen" in einmaliger Aufführung im Deutscücn Theater. Ernst Deutsch zum erstenmal wieder als Moritz Stiefel, Wendla und MelcMor Gabor von Carola Toelle und Josef Ewald. Ter Vollsbühnenvcrcm in Zchlendorf läßt am 28. April vom Mär- kischen Wandcrcheater Shakespeares„Was ihr wollt" ausführen, als erste Vorstellung, die ein von E. W. Trojan verfaßier Prolog, den Rolf Gunold vom Zesfingtkievter spricht, einleiten wird. Ein Alfred. Kerr-Abeno Wirt) Krtle Mai von der Buch- und Kunst- Handlung Reuß uud Po Sack»«ranstaltet. Rose Liechtenstein von der Vollsbühne trägt vor, zum Teil Unveröffentlichtes. Ter Verein Münchener Volksbühne zählt jetzt 80 000 Mitglieder.' Schirin und Gertraude, eine neue heiter« Oper von Paul G r a e n e r, wird am 2S. Apttl am Sächsischen Landescheater In Sresde« uraufgeführt. i. Frauen herangcholi werden, dafür müssen die Genossen sorgen. Nednerin appelliert cm die Versammlung, die Frauenversammlungen am S. Mai zu machtvollen Demonstrationen für unsere Ziele zu machen.-' In der Diskussion nimmt alS erster der Genosse Sasse lBernau) dcsZ Wort und kritisiert die Tätigkeit des Bezirksvor- standes, besonders des Genossen Franz Krüger, den Redner als„Schieber" bezeichnet. Wir müssen noch immer mit neuen Putschen rechnen. lZurus: Den schlagen wir wieder nieder.) Wir baben in Bernau schweres Arbeiten mit den Unabhängigen und sind sehr schwach an Kräften. Quast ist keine geeignete' Kraft für den Kreis.— RamZbrock: Wir müssen uns freimachen von seder unabhängigen Agitotionsmcthode; jeder Mensch ist ein Produkt der Verhälwisse. Wir haben Ziffern gewonnen, aber wenig Kämpfer. Wir müssen unseren Mitglie- dein immer sogen: Ihr müht euch bemühen, unsere sozialistischen Aufgaben zu begreifen, müßt Tag und Nacht arbeften an euch selbst. Redner wendet sich scharf gegen die Ohrenbläser in der Partei, die keine andere Aufgabe kennen als verdiente Parteigenossen her- abzusehen. Die Wählerzeitung findet im Redner einen wärmest Befürworter; er bittet um- Annahme.— Mühlmann s Pankow) empfindet es als einen Uebelftand, daß unsere parlamen- tarisch tätigen Genossen so selten für Versammlungen zu haben sind. Die Abgeordneten haben die Fühlung mit den Mas- s e n verloren. Wir wollen wissen, nach welchen Grundsätzen wir regiert werden. Im. selben Sinne spricht Schmidt Mei- nickendors-Ost). Wir haben durch den örtlichen BildungSausschutz beschlossen, die Maifeier gemeinsam mit der- ll.S.P. zu begehen. Möge für ftüchtige Referenten in der Wahlzeit gesorgt werden. In der weiteretr'Diskussion nimmt Abg. Hermann Müller daS Wort. Die Vorwürfe, die hier gegen einige Abgeordnete er- boben wurden, sind unberechtigt. Mehrere Abgeordnete sind überlastet, da sie nebenher noch manche Lehrtätigkeit auszu- üben haben. Die' Noskcpolitir kann nicht in Bausch und Bogen verdammt werden; vieles konnte nicht geschehen, weil die Verhältnisse zu stark waren. Ohne die Reichswehr hätten wir keine Demokratie, ohne Mannes- zucht kein Heer und ohne Offiziere keine Manneszucht. Redner verteidigt die Haltung der Fraktion und des angegriffenen Ge- nassen Krüger. Rozolts(Borsigwalde) warnt vor dem Eil- schrittStempo in Sachen der Einigung und fordert den aus dem Rhodin-Scheidemann-Prozeß bekanntgewordenen Genossen Baumeister auf, sich zu äußern.(Baumeistcr hat in- zwischen den Saal verlasse».) Wu schick, vom Bezirksvorstand, geht auf die in der Debatte esthobenen Beschuldigungen näher ein und macht den Unabhängigen den Vorwurf, den Kapp-Putsch mit veranlaßt zu haben, eine Folge des Boykotts der ReichSwehranyehörigen sei. Weite Kreise haben den Sinn des Sozialismus noch nicht begriffen; darum ist die Einigung? fta�e eine Zeit frage. Der Abmarsch nach links ist doch nur auf die wirtschaftliche Lage zurück- zuführen, nicht auf Fehler unserer Partei. Mit Mut und Zuversicht in den WahAampf, dann werden wir die alten bleih-n.(Bravo!) Ein Schlußantrag wird angenommen. In der Abstimmung wi rd ein Antrag Pankow angenommen,„den Kreisvorftand in seiner bisherigen Zusammensetzung wiederzulwählen", mit folgen- dem Zusatz:„Die Gefahr von rechts wächst von Tag zu Tag. die Sicherung der Republik wird immer gefährdeter. Wir erwarten, daß sofort erforderliche Maßnahmen getroffen werden, um wirksamen Schutz bis zur Beendigung der Wahlen zu haben, auf daß diese in Ruhe und Ordnung vollzogen werden tonnen. Nur durch da? Prinzip der Demokratie ist die Republik wirksam ge sicherst Wir fordern unsere Abgeordneten beider Häuser aus, in agitatorischer Weise wie früher ihre ganze Kraft zur Verfügung zu stellen, und er- warten, daß sie unserem Rufe umgehend Folge leisten." Angenommen wird ein Antrag Cb.-rschöneweide:.Für die Dauer de? WahlbampfeS in den Landkreisen Teltow und Nieder- bcrnim eine Wahlzeitunq herauszugehen und 2 Sekretäre neu- einzustellen, die ihren Wohnsitz inmitten des Kreises zu nehmen haben." Der Kreisvorstand wird wiedergewählt; als Ergänzungsmitgliedcr die Genoffen K r e u t le i n- Reinicken- dorf-Ost und Krämer- Niedcrschönhausen. Die Mitglieder der übrigen Körperschaften wurden mit einigen Ausnahmen wieder- gewählt. Neu in den Bezirksvorstand tritt Spickermann» Lichtestverg ein. Zur Reichskonferenz wurden die beiden Vorsitzenden delegiert. Zum Punkt: Stellungnahme zur bevorstehenden ReichstagSwahl gibt der Vorsitzende einige praktische Fingerzeige. Die Aufstellung der Kandidaten geht in einer gemeinsamen Sitzung der in Frage kommenden Wahlbezirke vor sich. Der Vor- stand schlägt die bisherigen Inhaber der Mandate, Wissel!, Hermann Müller und Genossin I u ch a c z wieder vor. Dem wird zugestimmt. Ramsbrock, der in der Versammlung vor- geschlagen wird, lehnt ab zu kandidieren. Aus Antrag Schwarzburger wird die Vervollständigung der Kandidatenliste' dem Kreisvorstand' überlassen. Landeskonferenz in Sachsen. Dresden, 22. April.(Eigener Drahtbericht de?„Vorwärts".) Hier wurde heute in Anwesenheit von Vertretern der R e i ch s d tagSfraktion und des ParteivorstandSvertveterS Molken- buhr die LandeSvcrsammlung der Sozialdemokratischen Partei 2 a ck> s e n s eröffnet. Sie erweckt angesichts des Rücktritts der sächsischen Regierung besonderes Interesse. Die zu- rückgetretcnen Minister waren auch zugegen und griffen zum Teil in die Verhandlungen ein, die zeitweise sehr lebhaft wurden, na- wentlich infolge der Angriffe, die die Vertreter der sogenannten Chemnitzer Richtung gegen die Regierung geltend machten. Nach einem Bericht de? Genossen Kindermann über die Lage in Sachsen begründeten die Genossen S ch e r f' g- Riesa und Dr. Schwarz- Chemnitz Anträge, die auf eine besondere Demokratie mit Borherrschaft der Arhesterklaffe, ierner aus Durchführung einer Demokratisierung der Verwaltung und durchgreifende alsbaldige S o z i a l i s i e- r u n g gerichtet waren. Dabei wurde der Regierung von dem erst vor kurzem der Partei beigetretenen Dr. Schwarz Mangel an Tatkraft und verschiedene Unterlassungen vorgeworfen, auch gegen die R e i ch s r e g i e r u n g Vorwürfe erhoben, sowie ein Zu- sammengeben mit den Unabhängigen gefordert. In der gleichen Richtung bewegte sich auch die Kritik deS Genossen Land- tagsabgeordneten F e I l i s ch- Chemnitz, der auch den Parteivor- stand angriff und behauptete, die Partei habe in Sachsen dadurch das Vertrauen der Massen zum großen Teil verloren, daß die Re- gierungen in Sachsen und im Reiche eS unterlassen hätten, Forderungen des Erfurter Programms durchzuführen, die sich hätten verwirklichen lassen. Im übrigen trat er für eine Annäherung an die Unabhängigen ein. Gegen die Vorwürfe wandte sich mit Schärfe und unter dem lebhaften Beifall eines großen Teils der Landesversammlung der frühere Reichswehrministsr Genosse NsSk«, der insbesondere auch eingehend darlegt«, daß di« gegen ihn selbst gerichteten Vorwürfe, den Kapp-Putsch durch Unterlassung von Abwehrmaß- nabmen gegen rechts verschuldet zu haben, völlig hinfällig seien. Er wies unter Zurückweisung der Chemnitzer Kritik nach, daß viel mehr getan worden war, als man sin allgemeinen an» nähme, andererseits aber nicht alle Forderungen, welche die Chemnitzer ausgestellt hätten, unter den jetzigen Verhältnissen zu ver- wirklichen wären. Man täusche die Genossen im Lande, wenn man den gegenteiligen Glauben erwecke. In der weiteren Debatte wandten sich mehrere Redner gegen die Kritiker aus Chemnitz und dem Vogtlande, während der Mi- nister des Innern, Genosse Uhlich, eingehenv auf die gegen seine Regierungspolitik gerichteten Angriffe einging und aus-' führt«, daß eine auch nur teilweise Ersetzung von Beamten durch Sozialdemokraten ohne erforderliche Vorbildung erheblichen Schwierigkeiten begegnet. Nur allmählich werde man die angestrebte Demokratisie- rung der Verwaltung erreichen können. Durch gewalt- same und übereilte Eingriffe schade man mehr. In der weiteren, teilweise sehr lebhaften Debatte, an der sich u. a. die Genossen Reichstagsabgeordneter K a h m a n n, Land- tagsabgeordneter Nitzsche, die Genoffen Losereit(Chemnitz) und P u d o r(Leipzig) sowie der Reichstagsabgeordnete B e t I e beteiligten, wurden die aufgeworfenen Fragen lebhaft umstrftten. Zum Schluß wies Genosse Molkenbvhr die Angriffe der Chem- nitzer gegen den Parteivor st and zurück und hob hervor, daß die Klagen darüber, daß nicht? getan worden sei, zum guten Teil unberechtigt waren. Wer frühere Agitationsreden durchsähe und vergleiche, was heute erreicht sei, werde finden, daß mehr als die Hälfte von dem erfüllt sei, was man früher gefordert habe. Nach- dem Molkenbuhr unter'Zustimmung geendet hatte, wurden die Verhandlungen auf Montag vertagt. Nach Beendigung der Aus- spräche über die Lage in Sachsen soll am Montag in einer vertrau- lichen Sitzung die Frage der Regierungsneubildung be- sprachen werden, öaöischer Lanöesparteitag. Karlsruhe, 22. April.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Der außerordentliche Landesparteitag nahm einen kraftvollen Ver- lauf. Die Organisation zeigt eine starke Steigerung: 323 Orts- vereine vereinen 41 440 Mitglieder, darunter 2290 weibliche, wobei noch 80 Ortsvereine aussieben. Der Parteitag stellte sich hinter die Ausführungen des Referenten Reichstagsabg. Geck- Mann- heim, der die Bedeutung der kommenden Wahlen als Schicksalsstnnde für Deutschland und Europa präzisierte. Hierbei, können wir stolz auf die bis- herigen Leistungen unserer Partei hinweisen, die Deutschland durch Schaffung der Berfassung und wenn auch nur notdürftigen Wiederaufbau von Wirtschaft, Verkehr und Volksernahrnng vor dem Chaos bewahrte, wahrend wir das heutige Elend den Kriegs- Hetzern der wilhelminischen Zeit und den Kriegsverlänge rern, also jenen Parteien verdanken, die mft heuchlerischer Demagogie uns für das nationale Elend verantwortlich machen. Eine Wiederkehr des alten Shstsms ist eine politische und wirtschaftliche Unmöglich- keit und würde schließlich zur Zerstückelung und zum totalen Zu- sammertbruch des Reiches führen. Wir verlangen deshalb«ine Säuberung der Reichswehr und der Aemier von reaktionären Elementen. Wer auch d-ie Gegner von links haben uns in der Wiederanfrichtung unserer Witifchast um viele Moyate znrückge- warfen. Lassen wir uns nicht als Prügelknaben behandeln. Ihren ünsinnigen Ideen gegenüber gibt es für uns nur einen Grundsatz, nämlich die Demokratie als Politik auf der Basis des Mchrheitswillens mit dem Zwecke der Erkämpfung des Sozialis- mus. Innerpolitisch fordern wir die Sozialisserung der reifen Be- triebe. Demokratisierung der Verwaltung und Aufteilung des Groß- grundbesives, außenpolitisch die Wiederannäherung der Völker. Zur Reichskonserenz wurden entsandt: Strobel, Schöpf- lin, Riedmüller, Reinbold, Marum und Genossin Fischer.. Als ReichstagSkandidaten wurden einstimmig.aufgestellt: Geck- Mannheim. S ch ö p f Ii n- Karlsruhe, R i e dm ü ll e r- Emmen- dingen, S t o ck- Heidelberg, G r a f- Pforzheim, Kießlich- Lörrach, Sch i efe rde ck e r- Villingen, S t r o b e I- Mannheim, Blase- Mannheim, M a i e r- Heidelberg ustv.- Auf die Reichs- liste ist Kriegsgerichtsrat Genosse Volley- Freiiburg zu' setzen. Bom französischen Kriegsgericht in Frankfurt a. M. wurde der Ehsmiker Dr. Hugo Huetz aus München zu 12 Tagen Gefängnis verurteilt, weil er am 7. April eine französische Militärpevson be- droht haben soll, ferner der Arzt Dr. Euler wegen Beleidigung und Bedrohung einer franzöfifchen Schildwache zu 10 Tagen Ge- fängnis. lieber einen„Umschwung in der Ukraine" hatten wir in un- serer Freitagabend-AuSgabe auf Grund ums zugegangener Jnfor- mationen.und vorgelegter Schriftstücke berichtet. Inzwischen ist di« gegnerische petljurafreundliche Seite ebenfalls mit Informationen und Schriftstücken an uils herangetreten und widerspricht den angeführten Mitteilungen aus das Entschiedenste. Es war bisher nie unsere Absicht, uns in diese ukrainischen Mönch- und Rabbi st reitigkeiten einzumischen. Wir haben in diesem speziellen Fall um so weniger Veranlassung, von dieser Richtlinie abzuweichen, als es sich hier außerdem um einen Streit um die Kasse dreht, während das ukrainische Land selbst größtenteils in den bolschewistischen Händen der Rakowski- Regierung liegt. Wir geben daher von der Tatfache des petl- jurafreundlichen Einspruches Kenntnis und betrachten damit den Fall als erledigt. Die Wirde raiifbauftagc. In einem Artikel über den Wieder- aufbau Novdftankreichs wurde kürzlich hier gesagt, daß Deutsch- londs Lieferungen von Frankreich in entwertetem Papiergeld be- zahlt würden, während Deutschland diese Beträge später in Gold zurückzuzahlen habe. Nach einer offiziösen Notiz der„D. A. Z." ist dies ein Irrtum. Es sei zu unterscheiden zwischen Leistungen für die Wiedergutmachung, die gutgeschrieben, und Leistungen für den Wiederaufbau aus freien Verträgen, die bezahlt würden. Diese Bezahlung sei keine Kreditierung und werde von Deutschland nicht zurückerstattet._ OeroeeLschastsbowegung Zum Brauereiarbeiterstreik! Eine am-gestrigen Sonntag in den Jugendsäken, Rofenthcrler- strahe 36, stattgefundene Funktionärversammlung der streikenden Brauer« iarbeiter-rahm den Situationsbericht der Streikleitung entgegen. Wie H o d a p p mitteilte, ist der Streik restlos erfolgt. Di« Streikenden sind gewillt, bis zur Erfüllung ihrer gerechten Forderungen im Streik auszuharren. AIS hauptfächlichste Streit- punkte sind bezeichnet worden: Die Erfüllung der Forderungen. des Fahrpersonals und die Verkürzung der von den Unternehmern auf drei Monate festgesetzten Geltungszeit für die Lohnsätze. Nach ein- gehender Debatte wurde der am Freitag gefaßte Beschluß aufge- hoben, wonach das Füttern der Pferde verweigert wird. Di« Versammlung beschloß gegen etwa 12 Stimmen: Die Streikenden sind bereit, die Notstandsarbeit des Pserdesütterns aus- zuführen, wenn die Arbeitgeber sich bereit erklären, die Technische Nothilfe aus den Betrieben fernzuhalten bzw. wo diese schon in Tätigkeit getreten ist, auS den Betrieben'herauszuziehen. Di« Betriebsräte sind beaustragt, zur Regelung dieser Ange- legenheit sofort mit den BetriebSleftungen in Verbindung zu treten. Die Versammlung beschloß weiter, daß die Streikenden kein Interesse daran haben haß die in den Brauereien Friedrichshain und Deutsche Bierbrauerei in Pichelsdorf lediglich mit Ab- rißarbeiten beschäftigten Arbeiter in den Streik treten bzw. im Streik verharren. Im übrigen wurden die bisheigen Maßnahmen der Streikleitung gutgeheißen. Die nächste Funkftonärvers ammlung findet am Dienstag, deti 27, April, nachmittags 3 Uhr, in den Jugendsälen, Rosenthaler Straße 36, statt. Die Streikleitung befindet sich im Verbandsbureau der Brauerei- und Mühlenarbeiter, Zahlstelle Berlin C. 24, Jkulack-' ftraßo 10 l. Fernsprecher Amt Norden 4518. Mastregelungen im Gastwirtsgewerbe. � Trotz Uebereinkommens der beiderseitigen Orzaniigtionead nach Beilegung des Kampfes im Gastwirtsgewerve sämtliche Stü*- kenden wieder einzustellen, liegen bereits Fälle vor, ivonich Unternehmer Maßregelungen vornehmen. Der Inhaber der Kaum«- säle, Teltower Straße, Herr Freyer, sucht sich, wie uns vom Der- band der Gastwirtsgehilfen mitgeteilt wir\ unter dem Vprlvand, daß Saffonschluß sei. von der Wi�dereinstellung eer Angestellten zu drücken. Dabei ist festgestellt, daß die Säle bereits Hs Mitte Mai besetzt sind! Für- Sonnabend waren vom ArheitsnachweiS AuS- Hilfskellner, bestellt. Als dieselben aber ihre vor ber Tür stehende» arbeitslosen Kollegen faben, lohnten sie die Arven ab. Der Herr Geschäftsführer Tiein läßt bei den jetzigen Ge'chäiten seine zwei Jungen, 14 bis 16 Jahre alt, mit bedienen. Ebenso arbeitet ein Hausdiener mit. Gro&Berlin Gegen jeöe �tbschwachung öer Höchftmieten- verorönung. Eine Mieterkundgebung. In 30 vom Miei erVerband Grotz-Berlin einberufe nen Versammlungen erhoben am gestrigen Sonntag die Mieter schärfsten Protest gegen die fortdauernden Versuche, ein« Berwässeruilg der Höchstmieten-vererdnung herbeizuführen. Gege» die Höchstmietenverordnung haben die Hausbesitzer unter&*- weis aus die gestiegenen Kosten der Reparaturen, von denen sich aber viele bisher zu drücken verstanden, mit einem Streik ge-' droht. Sie wollen, wenn die Höchstmietenverordnung nicht boseftigt oder mindestens abgeschwächt wird, zwar nicht die Annahme der Mieten verwoigern. aber die Zahlung ihrer Abgaben und Steuern einstellen. Der Mieterverband will, wenn die Hausbesitzer zu diesem Pressionsmittel greifen oder auf andere Weise ihre Forderungen durchsetzen, die Mieter zu einem Gegen streik aufrufen, zur Einstellung der Metezahlungen. Wie nötig der Mieterschutz durch Höchstmietenfestsetzung ist, dafür wurden in den Versammlungen von den Referenten und auch von den Diskussionsrednern lehrreiche Proben beigebracht. Die Mietesteigerungen gehen manchmal ins Userlose, und auch bei Entscheidungen.der Mieteinig-ungSämter drängt sich nicht selben die Frage auf, ob das noch Meterschutz ist. Allen Versammlungen wurde eine Resolution vsrgtleGt, die überall(meist ohne wesentliche Aeniderunge»)»»Uen»««-e» wurde. Sie sagt hauptsächlich folgendes: Di« Mieter protoKrvre« gegen alle direkten oder indirekten Verwässorungen der Höchst- mietenverordnung und bedauern, daß die vielen Versprechungen des WohnungSministerS bisher nicht gehalten worden sind. Den Aus- bau der"Höchstmirtenverordnung wollen sie unterstützen, wenn er zielbewußt den Weg zur Sozialisier ung von Gr'und und Boden einschließlich Wohnungswesen geht.. Nicht zu- lassen werden sie Mietesteigerungen über 20 Proz. der Friedens- miete hinaus, auch nicht Veränderung der Friedensm-iete, es sei denn in ganz außergewöhnlichen Fällen. Sie fordern rü ck w i r- kende Anwendung der Verordnung vom 1. Januar 1320 ab und MieterauSschü'sfe zur Kontrolle der Verwendung de? Repa- ratnrkostenznschlagS. Dem Wohnungsverband Groß-Berlin sprechen sie stärkstes Mißtrauen aus. Sie verurteilen aufs schärfste die willkürliche und einseitige Auslegung der Verordnung durch die Mieteinigungsämter._ Die Groß-Brrliner Hausbesitzer erhoben am Sonntag schon wie- der einmal energischen Einspruch gegen das„ungesetzliche" Vorgehen des Potsdamer Bezirksausschusses, der sich der ihm gefetzüch obliegenden Pflicht zur sachlichen, unparteiischen Prüfung der tot- sächlichen' Verhältnisse entzogen haben soll,„in letzter Stunlde er- suchen die Groß-Berliner Hauswirte den WohlfahrtZm-inister nochmals seine, durch die Gutachten einer großen Anzahl namhafter Rechtslehrer und Praktiker für ungesetzlich erachteten Verordnung aufzuheben und damit.den Potsdamer Beschluß zur Vermeidung einer Katastrophe sofort außer Kraft zu. setzen". Mißglückte Gefangenenbefreiung in Tegel. Eine Bande von sieben bis acht Köpfen versuchte in der Nacht zum Sonntag gewalt- sam in das Strafgefängnis zu Tegel e: n z ud 1 1 n g en, um die Gefangenen zu befreien. Als sie durch vorzeitige Gnr- deckung ihres Streiches daran gehindert wurden, ergriffen sie die Flucht mit einem bereitstehenden Au t o mo b? I, mdem sie durch Schüsse aus die Beamten diese daran hinderten, sie iwsiter zu verfolgen. Die Erntttlelungen dahingehend, ob die Bande mit ein- zelnen oder mehreren der Gefangenen in Verbindung gestanden hat, oder ob diese sämtliche Gefangenen befreien wolltest, sind sofort eingeleitet worden. Bolkshochschulc Lichtenberg. Dr. R. Petonie beginnt heut« abend 7 Uhr im Rcform-Realgymnasium einen LichtbilderknrfuS über:„Entstehung und Gewinnung der Kohle".' Alt-Glienicke. DaS LcbenSmittelamt teilt mic' Sämtliche Einwohner, welche ihre Kohlenkarten bei uns haben eintragen lassen, wollen bis Dienstag, den 27. d. Mis„ während der Geschäftsstunden von 9— 1 Uhr telephonisch oder persönlich angeben, ob sie die Kohlen frei HauS geliefert hahcn wollen. Groh-Berliner Lebensmittel. Feuer und nicht Fluß heißt daS Süchwort der in dieser Woche gültigen Brotkarte. Steglitz. Anmeldung von 250 Gramm Marmelade<19). 250 Gramm Graupen(21), 250 Gramm Teigwaren(22), 250 Gramm Peluschken(93A). Verteilung von 5Q0 Gramm Marmelade, 125 Gramm Graupen, 125 Gramm Teigwaren. Tempclhof. 125 Gramm Weizengrieß(10), 125 Gramm Teigwaren (IS). Für«0- bis 70jährige 250 Gramm Teigwaren. 250 Gramm Gersten- flocken und 1 Paket KckS. Für über 70jährige 250 Gramm Teigtvcwstr. 250 Gramm Grieß und 2 Pakete Keks. Kinder im 5. und 6. LebcnZkkchrc erhalten für den Monat A-ml 500 Gramm Teigwaren, 350 Gramm Dago und 1 Paket Keks. Der Gemeinde steht eine gering« Menge Dpeifestrup zur Vertilgung: soweit der Vorrat reicht, werden aus Liier und 14 Liter Krankenvollmilchkarlen je Vi Pfund ausgegeben. Anmeldung: 500 Gramm weiße Bohnen(58). Friedrichsfcwe. 250 Gramm weiße Bohnen(HauShaliSkatte), 250 Gramm Marmelade(U), 250 Gramm Kartoffemchl(P). 250 Gramm Backobst(Q). Ab Montag ein Riegel Waschseife(4), ein Stück Toiletten- seife fK). Als Ersatz für ausgefallene Kartoffeln ZOO Gramm Hülfen- stückte(d— g). Johannisthal. 250 Gramm Marmelade(14), 250 Gramm Teigwaren (18),«in Päckchen Milchsaßspeise(008). Sonderausgabe(«109). In der Gemeindeverkaufsstelle ftir Kriegsbcschäoigic 2 Pfund Grieß. 2 Pfund Haferflocken(5). Für alte Leute 250 Gramm Haferflocken(5). Hroß-Sediner partemachrichten. Hcuse, 26. April; Steglitz. 8 Uhr im Ghmnasium. Heesestraße: Lefscntliche Eerstmun- lnng. Rescrent: Genosse Äecrfeld-Köln über:.Deutschlands Schicksals- stunde".'' Morgen, 27. April: 1Z. Abt. 714 Uhr Sitzung der Funktionär- und SeiriebZve»ran«s- leuie bei Kaftan, Gitschiner Stt. 02. Der Zahlabend am SS. April fällt auS. 20.— 32. Abt. 7- Uhr cckends bei Blesstn. Stargarder Sir. 3, Sitzung der Abtellungsleitungen. Helfer und Kontrolleure zur Maifeier sind eben- falls eingeladen. Achtung! Vcrwaltungsbcamte! SW Uhr Versammlung aller Beamten und Hilfsarbeiter der Reichs- und Staatsschuldenverwaltung in den Konzertsälen, Kommanvantenstr, 58/59 Achtung! Beamte aller Verwaltungen! 7 Uhr Bellevuestr. 7Il, Rede- Übung. S.P.D.-Altionsausschuß der A.E.G.-Bctriebc. SM Uhr Aula, Sophiengymnasium, Weinmeisterstr. 15, Versammlung sämtlicher Obleute und Vertrauensleute.' Kaulbdorf. 7% Uhr öffentliche Versammlung in der Turnhalle Adolf- itraße. Genossin Juchacz, M. d. N., spricht über die politische Lage und die Stellung der Frauen bei den kommenden Reichstggswahlen. Iugenüveranstaltungen. Sozialistische Schülcrfetlion. IM Uhr, Jugendheim, Lindenstr. Z, Z. Hof links, 3 Treppen, Vortrag des Genossen Dr. Kantorowitz:.Die Weltanschauung des Sozialismus und die Aufgaben der intellektuellen Jugend". Vorträge, vereine unü Versammlungen. Verein der Sozialdemokraten aus dem ehemaligen Oesterreich �Ungarn. ~1. Mai, vorm. 9!� Uhr, Versammlung bei Schulz, Elisaberhstr. 30. Rcichöhund der Kriegsbeschädigten, Bez. Charlottenburg: Z. Mai, Volkshaus, Rosinenstr. 4, vorm. SM Uhr, Generalversammlung. Hcimatstrcuc Oberschlcsier Ortsgruppe Osten. Dienstag, m Uhr, in den Andreasfestsälen, Andreasstr. 21, Mitgliederversammlung. Sport. Radrennen im Olhmpiapark. Das Starten des Weltmeisters R ü-tt im Viererkampf gegen Bader, Lorenz und Stabe hat der Olympiabahn trotz des andauernd trüben Wetters den erwarteten Massenbe-such gebracht. Die Sensation des Kampfes bestand in der einwandfreien Niederlage Walter Rütts. Den ersten Lauf konnte Rüir zwar knapp vor Lorenz gewinnen, in den weiteren Laufen wurde er aber von Lorenz und Stabe auf den dritten und vierten Platz verwiesen. Bader feiorte im vierten Lauf einen Ausroitzersieg, weil seine weit schnelleren Rivalen keine Nei- gung verspürten, die Verfolgung aufzunehmen. Di« Dauerfahrer bestritten den Helenen- und den großen Fortunapreis über 40 und 60 Kilometer. Im Helenenpreis hatten, abgesehen von Pawke, alle anderen Fahrer unter Radschaden zu leiden. Pawke hatte infolgedessen schon auf halbem Wege den ansehn- iiichen Preis sicher in der Tasche. Der große Fortunapreis mutzte des«insetzenden Regens wegen kurz nach dem 10. Kilometer abge- läutet werden. S a w a l l, der aufgehende Stern am Radfahrer- hlmmel, lag beim Abläuten des Rennens in flotter Fahrt an der Spitze vor Weiß, Rosellen, Patvke und Bauer. Die Fortsetzung des Rennens sowie ein ausgefallenes Entschädigungsfahren für Flieger findet am Dienstag nachmittag. 5% Uhr, statt. Die gelösten Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit. Ergebnisse: Viererkampf, 1200 Meter. 1. Lauf: 1. Rütt 2 Min. 13 Sek., 2. Lorenz. 3. Stabe, 4. Bader. 2. Lauf: 1. Lo- renz 2 Min. 20 Sek., 2. Stabe, 3. Rütt, 4. Bader. 3. Lauf: I. Lorenz 2 Min. 14. Sek., 2. Stabe, 3. Rütt, 4. Bader. 4. Lauf: 1. Sud er, 2. Stabe, 3..Lorenz, 4. Rütt. Klassement: 1. Lorenz 7 Punkte, 2. Stabe 9 Punkte, 3. Rütt 11 Punkte, 4. Bader 13 Punkte. —„Helenenprei s", 40 Kilometer: 1. Pawke 34 Min 13 Sek.. 2. Bauer 950, 3. Rosellen 1370, 4. Weiß 2510, 5. Sawall 8550 Meter zurück.— Prämienfahren, 1200 Meter: 1. Schwab 5 Mini 37 Sek., 2. Kudela, 3. Abraham, 4. Stolz, 5. Rudel.— Vorgabefahren, 1600 Meter: 1. Rudel 2 Min. 5 Sek., 2. Schwab, 3. HäuÄer, 4. Kendelbacher, 5. Münzner, 6. Schulz. Rennen zu Mariendorf. 1. Preis von Bindow, 9000 M. 1. Willkür. 2. Die Beste, 3. Miß Gregor, 4. Manhartav, 5. Queck- silber I. Tm.: Sieg 41:10, PL 15, 12.— 2. Emizrö Rennen, 9000 M. 1. Prinz Wainseott, 2. Treuherz, 3. Anfang, 4: Anklang. Ferner liefen: Junker I, Fröhlich, Seestern I, Erick I, Arcbe, Handstreich, Erbschleicher, Paul B., Albanier, Mar? III, Blumen- mädchen W., Fafner Woodline, Carlchen lauf zurückgezogen. To:.: Sieg 36:10, PL 23, 16, 22.— 3. Dabendorferrn- Rennen, 7000 M. 1. Infanterist, 2. Erlaucht, 3. Sieglinde I, 4. Langko. Ferner liefen: Tamara, Omasco I, Clara I, Mitrowica, Diomedes, Norus, Fism, Weddigen, Brabant, Cladium(lahm zurückgezogen. Tot.: Sieg 111:10, PL 26, 16, 25.— 4. B u d d e a b r o ck-? r- innerungs-Rennen, Ehrenpreis und 25 000 M. 1. Edel- tochter, 2. Pute, 3. Eilzug, 4. Pistole, 5. Sigurd. To:.: Sieg 30:10, PL 10, 10.— 5. DodN-Rennen, 11 000 M i. Edelstein II, 2. Firn. Ferner liefen Flott, L. St., Prinz-Rcgent. ToL: 17:10. — 6. Draufgänger-Rennen, 17 000 M. 1. Draufgänger, 2. Mücke, 3. Peter I. Ferner liefen: Longino sr., Dornröschen II, Doppeladler, Long B., Jeffries, Breton, Osterfriedrich, Emigre. Tot.: Sieg 63:10.— 7. Preis vom Grunewald, 9000 M. 1. t Dr. Quetz, 1. t Crocus, 3. Prekusa, 4. LeuchtkugeL Ferner liefen: Hanfe-Stadt, Haubitze, Melusine, Odysseus. Dünaburz, Li- banon. Tot.: Sieg 91, 35:10, Pl. 35, 23, 11, 13.— S. Pute- Rennen, 13 000 M. 1. Kusa Dillon, 2. Hartenfels, 3. Araeer, 4. Berthold. Tot.: Sieg 25:10, Pl. 16. 16. Wetterbericht bis DienStagmittag. Ziemlich kühl, überwiegend bewölkt, mit öfter wiederholten, im Norden, besonders an der Küste, vielfach starken Regenfällen und frischen westlichen Winden. Verantw. für den redaktion. Teil: Brwr giikler, Chvrlvttenbur»: für Anzeige Th. Slocke, Berlin. Verlag: Borwärts-Verla« ffi. m. b. S., Berlin.~ Wärts-Buckdruckerei u. Berlaasanitalt Vaul Singer u. Co. Berlin. Druck: Bor- Lindenstr. 8. Auch die sauberste Mutter *. ist der Gefahr ausgesetzt, daß ihr Kind aus der Schule gelegentlich Ungeziefer mitbringt. Sie kann es aber — Ungeziefer nebst Nissen— sofort durch Kopf- und Haarwasser Pfeifferol radikal beseitigen. Dabei schäumt unser Haarwasser prächtig, reinigt die Kopfhaut von Schinnen, befördert den Haarwuchs und macht das Haar voll und locker. Flasche 4,— M. und 6,— M.. überall zu haben. Z'srasiten-IäiiiinLiit geg. Körper- n. Kleiderläuse, Fi.ch— u.6,— M- Tricresoi-Puder Pfeifferol gegen Flöhe, 3,— M. Bantcreme Pfeifferol, Tube 3,50 M. Frosfcreme Pfeifferol, in Tub?n und Dosen 4,— M. Wan«entod Pfeifferol, Flasche 3,75, 5,50, 9,— und 11,— M. Apolheker Otto Her& Pietiler, N. 65, Schul str. 17. CmusSnsck»Baretten Haben Sie Kopfschmerzen! 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