Nr.219. 37. Jahrg. BezsaSpreiS: S zrisImiLLlZo 8L0 i/It. frei ins yms. oor�us'.a�Iöcz. Pvn» Bin-ng ätmutlid) 8,— Sil, erfi. 3o« (teüunssfleöüflr. UuierStreujScitb für De«ichwiij> und Oefterreicb'lUijani 1175 äRt« für das üfcttge Änsland 16.— fliCbeitäcltd) intmoURuftellmtg Ii.— Mi. PoliZesteÜiiilzen nttfmeB cm Sänewart öolllmd.-u�ctr.burg, Sdnoeden neb die Schweis. Ein» gerragen in die Vofd- zeitunzs» Preisliste. Der„Borwarts" nit der Sallmag»- beilage»Dsli u. Reit"«ttAchtt rrschen- Uiglich jaseataL Sormtazs ciianaL Teiegramal-Abreff«: «Sajialbematral Berlin". Abend Ausgabe Berliner Dolksblntt ( 20 Pfannig} AnzeiaenvreiS: Die ä�tgefpaliene Nonpareillen eile loste i 2 50 M., Teuenmgszuschlag 50«/». „ftlsine Anzeigen", oas tett- sebrnäte Wort 7ö Pfg. lzuläfsig zwei iettgebruckte Worte), febes weitere Wort SO Pfg. Stellengesuche und Schlafftellenanzeigen das erste Wort 65 Pfg„ icbes weiter, Wort 40 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 50%. Familien-Anzeigen, politische und gewerkschaftliche Vereins- Ameiqen 2,— Ml. die fieüe ohne Aufschlag. Anzeigen für die nächste Rununer müssen bis S Ahr nachmittags im chauvtgefchäft. Berlin SW SS, Linden- striche 3, abgegeben werden. Deiiffiwt oon S Uhr früh bis 5 Uhr abend». �entralorgsn der rozialdeirsohrattfcben Partei Deutfchlands Reüaktisn und Expedition: EW. 08, Ändenstr. 3.- Zhernfvrecher: ilmt Mortt-vla«, Nr. 15190—15197. Donnerstag, den Ä9. April I9Ä9 Vorwäcts-Verlog G.m.d. h.» EW. 08, Lindenstr.3. Zhernfvrecher: Amt Moritivln«. Nr. 117 53— 51. Neuer Terror in Ungarn. Lange hörte man nichts aus Ungarn., dieser Brutstätte gswalttätigstör Reaktion. Aber die Verhältnisse sind dort nicht besser geworden. Das arbeitende Volk wird weiter unterdrückt. Uns geht folgender Notruf zu: Wien, 29. April.*$<>8 TerrorMcnregime t»rr ungarischen Konterrevolutio» verbietet jede Regung der Arbeiterschaft a m erste« Mai und beabsichtigt, eventuell mit den blutig st en Mitteln sogar die übliche« Festveranstaltungen zu unterdrücken. Der ungarischen Arbeiterpress« ist es von der Zensur der- boten, auch nur mit einem einzigen Worte zur Maifeier aufzu- rufe«. Wir ersuche« Sie, die Arbeiterparteien aller Länder von dieser neuesten Gewalttat des weisen Terrors, der nach Herrn Lloiid George und seinem ungarischen AertraucnSman« Herr« Hohler überhauvt nicht existiert, dringendst Z« verstän- digen und die Brüderparteirn zum besonders scharfen Protest am ersten Mai aufzurufen. Die ungarische« Mitglieder des Internationalen BureauS: Ernst Garami. Emanuel Buchinger." Ws bitter ernst es mit der Androhung der..blutigsten Mittel" geweint ist und wie schamlos die ungarische Regie- rung arbeitst, mag eine vertrauliche Zirkularverordnung des ungarischen Oberkommandos beleuchten, die einem Korrespondenten der„Frankfurter Zeitung" in die Hände fiel. Das Aktenstück trägt die Nummer 476/VI vom 2L. März und ist an das Kommando der Auslandsgruppen gerichtet. Die Verordnung lautet:. Punkt 3 der Verordnung üher die Belohnung für die Erfassung bzw. Unschädlichmachung der.zufolge ihrer kommunistischen Tätigkeit im Ausland befindlichen Personen wird folgenderuiaßen abgeändert:„Bela Khun. Joseph Po- gany, Franz Göndör: 250 0 Kronen für jeden smzclnen Volkskommissar usw." Diese Beträge sind nach der Bestmigung dessen, daß die Bedingungen dar Belohnung erfüllt worden sind, sofort auszuzahlen. Der Stellvertreter des Generalstabschefs: Janky. Diese Verordnun gbewcist. was die Regierung Horthys wiederholt bestritten hat, datz die ungarische Regierung im Auslande Kommandos zur Entführung politischer Flücht- iinge bzw. Mörderzentralen für die Unschädlichmachung von solchen unterhält. Den bisherigen Beweisen dafür, daß die Versuche, die von der deutschösterrcichischen Regierung inter- nierten ungarischen Volkskommissare zu vergiften, auf Ver- anlassung der Regierung Horthys erfolgt sind, gesellt sich setzt die oben wiedergegebene Geheiniverordnung hinzu. Ter Unterfertiger, Oberst Janky, ist der Schwager Hör» t h y s. Es ist selbstverständlich, dost die Sozialisten aller Länder eins sind in der Entrüstung über eine Regierung, die auch h�ute noch, nach\\'.z Jahren Weltkrieg, mit diesen Mitteln des finstersteA Zarismus arbeitet. Wir hoffen, daß sich diese Regierung damit selbst das Grob gräbt und daß die Stunde nah ist, in der auch der ungarische Arbeiter wieder seiner Ueberzeugung freien Ausdruck verleihen kann. Kandidaturen. Spas „Man wird verständig sein." Paris, 28. April. L l o v b G e e- r u c erklärte eitlem Bcrickt- erstatter des„Daily Graphic" in San Rcmo, in Spa würden »lilitäris» e, wirtschaftliche nnd finanzielle Klauseln erärtert«erde«. Die Alliierten seien entschlossen, darauf zu beharren, daß Deutschland den ehrliche» Versuch mache, in unzweideutiger Weise die Veriragsklauseln auSzusührrn, aber man werde verständig sein. Erhoffe, daß die Berhand- lungen von Spa edcns» fruchtbar an gute» Ergebnisse» werden würden, wir die von San Rewo. Neubilöung des ferbiftken Kabinetts. Paris, 29. April. Nach einer Radismellmng aus Belgrad hat der serbische Gesandt« in Paris, Wesnttsch, de« Austrag erhallen, ein neues Kabinett zn bilde«, und ihn angenommen.— verkebrsftreik in Krankreich Z Paris, 29. April. Die Vereinigung der Genossenschaften der Ei senb ahner Hot mit 28 gegen 24 Stimmen den Beschluß gefaßt, am 80. April um Mitternacht in den Streck ßti treten. Seit gestern vormittag verhandelt der Vcrwaliungs« auSschuß des Allgemeinen ArbeiterverhandeS C. G. T. mit den Delegierten der Eisenbahner, oh dieser Beschluß gutgeheißen werden kann und ob die C. G. T. sich mit dem Streik einver- standen erklärt. Ist doch bei dem letzten Kongreß der Eisenbahner eine Tagesordnung angenommmen worden, in der erklärt wird, der Streik könne nur proklamiert werden nach vorherigem Ein- Verständnis mit dem allgemeinen Arbciterver- bände. Im Laufe des hentigen Tages wird die Entscheidung über den BerkehrSstvcik erwartet. Zu bemerken ist. daß der Streck- beseht von der neuen Leitung der Eisenbahn schon seit zwei Tagen gegeben worden ist._ die Loslösung Noröschleswigs. Kopenhagen, 28. April. In der bemigen Sitzung de« nord» fchleSlvigschcn Ausschusses des Reichstages teilte der Ministerpräsident mit. daß die d äni ich e Besetzung der ersten Zone am 5. Mai beginnen würde. Dann machte er diö Mitteilung, daß der dänischen Gesandtschaft in Paris zwei Sackverständig« als Ratgeber für die nordjckleswigsche Frage leigegeben worden seien. Ferner wurde der Burcauches im Justizministerium Lundb y« der Natkonalkommiisiort in Flensburg als Bertreter der dänischen Rc- gierung zugeteilt. Rendsburg, 28. April. Die Internationale Kom- tn i s N o n s ü r R o r d s ch l e S w i g bat laut.Rendsburger Tage- blatt" mitteilen lassen, daß ihre Tätigkeit vor frühestens drei Monaten nicht beendet lein würde. Die Uebergabe der Staafshoheit an die in Bclrackit kommenden Staaten Deutschland und Dänemarl aus Grund der Entscheidung des Obersten Rates in Paris könne detirnach vor etwa Mitte bis Ende Juli nicht erwartet werden. Es steht nunmehr bestimmt fest, daß Schleswig» Holstein am« Juni nicht für den Reichstag wählen kann. Voraussichtlich werden die Dahle« hier erst Anfang No- vembcr stattfinden können. Miniiierkrise in Spemen. Der spanische Ministerpräsident überrelchw dem Könis die Demission des Kabinetts, die dieser annahm. waffenlagsr' auf Rügen ausgehoben. „Tor Landschutz" alH Werkzeug der Gegenrevolution. Auf Rüge» ist gester« ei« beträchtliches W�ffcudrpot anS- gehoben worden. Es konnten zirka 1909 Karabiner, 120 M a- schinengewrhre, eine Anzahl von Armeepistolen nnd anderes Material beschlagnahmt werden. Der Führer des dortigen Land. s ch« tz« s, dem auS den beschlagnahmten Akten nachgewiesen werden konnte, daß er die Waffen und auch Kleidungsstücke zu verschie- ben versucht hat, wurde verhaftet. Der Landschutz ist auf. gelöst word:n. Soweit er zuverlässig ist, wird er von der Stet- tiner Sicherheit? wehr übernonim?« werden. Gleichzeitig erfahren wir, daß in de« letzten Tagen Teile der in Pommern He- findlicken nnd auf den Güter« verteilten Baltikumtruppcn nach Recklinghausen abgewandert sind.. Oer geräumte Oänhoim. Interessante Trnppenverschiebungcn. Die„Deutsche Tageszeitung" frohlockt darüber, daß unser vor einigen Tagen nach dem Dänholm entsandte Mitarbeiter dort keine großen Truppenmassen mehr angesunden hat. Die Sache hat thre volle Richtigkeit. Wie wir nämlich inzwischen erfahi-en haben und der„Deutschen Tageszeitung" hierdurch mitteilen, sind die auf dem Täaholm versammelt gewesenen Truppenmasscn inzwischen nach andere« Konzcntratirnspunktcn abgeschoben worden. Der Abtrans- Port begann vor etwa 14 Tagen und ging teils nach dem M u n st c r- l a g e r. teils nach Recklinghauscn, teils nach O st« Preußen. Die Truppen wurden dorthin mit Ausrüstung und Berpflegiing entsandt, um zu neuen Formationen zusammengestellt zu werden. Vorpommern hat für die Organisatoren des neuen Putsche? nur die Rolle einer vorläufigen Samnckungsstätte gesp:elt. sie haben'hrc Leute inzwischen nach Gegenden abgeschoben, wo sie noch ungestörter zu arbeiten hoffen. Oaperns Schulen am 1. Mai. München, 29. April.(T. U.) Das Kultusministerium gibt bekannt, daß am 1. Mai an den bayerischen UnkerrichtSanstal- ten der Unterricht nicht auszufallen'bat. � Wir erwarten mit Bestimmtheit, daß, falls ein soz-alistifcher Lehrer oder Schüler die Schule an diesem Tage nicht besuchen sollte, keinerlei Maßregelungen vorgenommen werden. Der Generalstreik in Lothringen ist b e e n d e t. Die E i s e n- b a h n e r beichlosien. am Mittwoch morgen die Arbeit wieder auf» zunehmen. Tue Postang estellien sind schon am Dienstag abend in die Arbeil getreten. Die Zeitungen von Metz, die mit Ausnahme des.Lorrain" und.Meisin" während des Streiks nicht herausgegeben weiden konnten, erscheinen wieder. Auch aus dem Industriegebiet wird volle Wiederaufnahme der Arbeit gemeldet. Ein erfahrener Parteigenosse schreibt uns: Gar seltsame Kandidaturen und Nicht kemdidaturen kann man jetzt beobachten. Leute, die, wie der alte Rektor K o p s ch, bei den Wahlen zur Nationalversammlung als abgetan betrachtet wurden, an deren Aufstellung niemand dachte, erscheinen jetzt in der Kandidatenliste der Demokra- tischen Partei an aussichtsvollen Stellen. Andere, die schon im scharfen Gegensatz zum alten System standen, als Wilhelm II. glaubte, daß das Volk so dachte wie die eklen Speichellecker um ihn, die O u i d d e und Vers Hofen, werden nicht mehr �aufgestellt. Die Deutschnationalen glauben, daß Herr Dr.'Helf ferich oder sein Geld oder seine Bankbeziehungen ihnen im künftigen Reichstage nützen könnten, dagegen soll Graf P o s a d o w s k y, einer der kenntnisreichsten Männer der Nationalversammlung, ein ge- schnlter und geachteter Politiker und Redner, nicht mchr für den Reichstag als Vertreter der Deutschnationalen in Frage kommen. Doch wir wollen über die Kandidatenlisten der b ü r- g e r l i ch e n Parteien lieber erst sprechen, wenn sie ganz vorliegen. Wir möchten heute prüfen, was unsere Parteigenossen bei der Ausstellung der Kandidaten unserem Erachten nach in den Vordergrund ihrer Erwäg un- gen vor ihren verantwortlichen Entscheidungen zu unterlassen und zu beachten hoben. Es spielen bei der Aufstellung von Kandidaten für die gesetzgebenden Körperschaften gar manche Triebkräfte mit. Wir sehen dabei vollkommen von den Kandidaten ob. die oft nicht kritisch genug gegen sich selber fein mögen, die durch Ehrgeiz oder durch den Trieb, auf höherer Stelle für die Partei mehr als in ihrem bisherigen Kreise wirken zu können, ihre Kandidaturen selbst für notwendig erachten. Wir sehen gänzlich von einzelnen Personen ab, wir wollen nur die tatsächlich vorhandenen und die in den Vordergrund zu stellenden Gesichtspunkte bei'der Kandidatenaufftelluing prüfen. Kandidatursn können freilich nur schwer von den Per- fönen getrennt werden. Deshalb wird die Rücksicht auf bis- herige Vertreter oder die Furcht, mit der Aufstellung rech- nendz Genossen und Genossinnen zurückzustoßen, oft all- stark geübt. Nur zu höuftg wurden auf den ernd' msn Genossen a llz uv i e l e Aemter und mit Pss' ver- | bundene Ehrenstellcn gehäuft, so daß er selbst bei größtem Eifer und bei äußerstem Fleiß nur einen Teil seiner Pflichten erfüllen kann und dadurch innerlich zerrissen und unzuftieden wird. Zuletzt vermögen sie nicht zu leisten, was sie nach dem Bertraiben der Parteigenossen innerhalb der Arbeiterbewe- gung schassen sollten. Gar viele Parteigenossen wurdest durch die ihnen aufgebürdeten Aufgaben frühzeitig erschöpft. Solange die verschiedenen Aufgaben innerhalb eines einzelnen Ortes gestellt waren, wuchsen die Schwierigkeiten, ihnen zu genügen, noch nicht ins Ungemessene. Wenn aber zu großen und wichtigen Aufgaben im HeimatSorte noch eine den Menschen ganz in Anspruch nehmende Tätigkeit in der Reichshauptstadt hinz>ugcstellt wird, so ergeben sich ebenso für die Wirksamkeit im Heimatsorte wie für die im Reichstage Störungen, die zur V e r n a ch l ä s s i g u n g eines Teils oder aller Pflichten ausschlagen. Nun sind wir freilich an Talenten und Arbeitskräften nicht so reich, daß ibir uns den Luxus von tausend Berufs- Parlamentariern in den Dcrtretungskvrpern des Reichs und der Länder leisten können. Abet man kann aus der bis- herigen Tätigkeit der Abgeordneten, aus der Zahl der Sitzun- gen und Abstimmungen, denen sie ferngeblieben sind, doch Prüfen, ob es im Interesse dieser Genossen liegt, daß sie wieder mit einer Pflicht bedrückt werden sollen, der sie doch nicht ausreichend genüg«! würden. Wir wissen, daß persönliche und lokale Erwägungen bei der Aufstellung der künftigen Abgeordneten nur zu oft den Ausschlag geben. Dazu gehört die Auffassung, daß man einen braven Parteigenossen, der jahrzehntelang 'eine Pflicht getan hat, mit einem Mandate sichtbar vor aller Welt Dank und Anerkennung aussprechen müsse, datz man niemanden kränken wolle, der schon ein Mandat ausgeübt hat._ Der örtliche Gesichtskreis oder der eines Bezirks geben in den meisten Fällen bei der Aufstellung der Kandidaturen den Ausschlag. Wir würdigen all diese Gesichtspunkte und wir kenne« die Schwierigkeiten,� sich über diese den Parteigenossen s« naheliegenden Erwägungen hinwegzusetzen. Aber zuletzt ist der Reichstag doch nicht dazu da, daß seine Mandate etwa wie Orden und Geheimratstitel al? ZluSzeichnunge« behandelt werden. Die Arbeiten im Reichstage erfordern besondere Fähigkeiten, Fleiß und Hingabe. Vo» den Leistyngen unserer Fraktion hängt die Erfüllung Wünsche der Arbefterschast ob: deshalb sollten alle persönlichen, freundschaftlichen, örtlichen und mit dem Bezirke zusammenhängende« Gesichtspunkte bei der Auswahl der- parlamentarischen Vertreter zurücktreten. E? 5»rs nicht S'cn ZkuSschlag gechen, daß' m einer Das„B. T." rsickt also von dem höchst unklugen Beschlutz der demokratischeij Fraktion, deren Politik es sonst vertritt, ab. Ebenso deutlich uijd in einer Wessi, die den Demokraten nicht angenehm in den Ohren klingen dürste, wird die Fraktion in der Presse der Nichtbezahlimg der Streik- tage getadelt: Zu dem Generalstreik, der für die Niederringung deS Kapp- Putsche» unentbehrlich war, haben Demokraten und Zentruni gemeinsam mit der Sozialdemo- k r a t i e ausgerufen. Da sie. dem dringlichen Gebot der Stunde folgend, diesen Aufruf erlassen haben, mutzten sie unseres Erachten? auch den weiteren Schritt tun und für die Bezahlung der Streiktage stimmen. Durch diese Stellungnahme zieht daS demokratische Organ mit die logische Konsequenz aus der von seiner Frak- tion seinerzeit dem Streik gegenüber eingenommenen Hol- tung. Wenn nun das„B. T." unsere entschiedene Stellung- nähme beiden Fragen gegenüber als„Wahlagitation" be- mangeln zn müssin glaubt, so möchten wir erwidern, dah wir in dieser Frage nicht seine durch Fraktion srück- sichten gebundene Marschroute einzuschlagen brauchen und daß uns schließlich die ganz« Angelegenheit näher am Herzen liegt als ihm. Marx unö öas Erfurter Programm. Heiteres vom Wahlkampf. Was unsere Gegner mitunsir für Argumente im Kampf gegen die Sozialdemokratie vorbringen, bewies eine Rede deß Parteisekretärs H e e g e r von der„Deutschen Volkspartei", die dieser am letzten Sonntag in K r e u z an der Ostbahn hielt. Den Soziali»- m u 8 aller Richtungen,»auch den gemäßigten", erklärte er als Bolschewismus. Als geradezu klassisch muß folgender Satz bezeichnet werden, der soviel Worte, soviel Unrichtigkeiten ent- hielt und wohl auch bei seinen Parteifreunden schallend« Heiterkeit auslösen dürfte. „Marx hat da« Erfurter Programm in der S t u d i e r st u b e vor hundert Jahren geschrieben." Marx starb bekanntlich 1883, das Erfurter Programm entstand 1801— also acht Jahre nach seinem Tode- und wenn Marx da» Erfurter Pragramm wirklich vor hundert Jahren ge- schrieben hätte, so wäre er, da sein Geburtsjahr 1818 war, gerade— 2 Fahre alt gewesen, als er da» Programm abfaßte. Eine Leistung, die auch bei einer geistigen Größe vom Rang« eine» Marx etwas unwahrscheinlich anmuten dürfte. Wenn wir schließlich erwähnen, daß der kluge Volksparteiler dsi staunenswerte Kunde mitteilt«, NoSke habe erklärt:..lieber ein Diese Mundarten unterscheiden sich von den mittel- und ober- deutschen dadurch, daß sie die zweite Lautverschiebung smit einer AuS- nahm«, siehe weiter unten) nicht mitgemacht haben; d. h.: p, k. l wurden im Inlaut und Auslaut nicht zu f fff. pf), ch, tz ssi. ß), und im Anlaut wurden p und t nicht zu pf und z. sDaneben find noch kleiner« Abweichungen; in der Behandlung der übrigen Konsonanten gehen das Mittel- und Hochdeutsche auseinander, weshalb diese un- berücksichtigt bleiben können.) Zwei gelispelte Zahnlaute, dem stimmhaften und stimmlosen th im Englischen entsprechend, und die im ganzen bochdeutschen Sprachgebiete im Anlaut zu d, im Inlaut unter verschiedenen Bedingungen zu d oder s stt) wurden, erlitten dasselbe Schicksal auch im Niederdeutschen snur im Inlaut finden sich Abweichungen).(So daß also für bochdeutiche» t und d meist, im Inlaut durchweg niederdeutsch d steht: dun. denke— tun, denken.) Wir finden demnach im Berlinischen Appel usw. (also keine Vereinfachung auS Apfel I), dun, doof(=- taub), det usw.") DaS g wird im Berlinischen je nach der Stellung verschieden ausgesprochen: im Anlaut immer, im Inlaut»qch e, i(bezw. ä. ö. ü), r und l wie j; im Inlaut nach o. o, u wie das Zäpfchen r. Steht das g im Buslaut oder vor stimmlosen Konsonanten, so wird e» entsprechend j und Zäpfchen--- r zu ch in ich bezw. ach. Die Aussprache im Inlaut nach a, o, u als Zäpfchen>-» r ist ein Erb- teil aus dem Altgermanischen(im Niederländischen wird g in jeder Stellung so ausgesprochen). Die moderne Sprachforschung nimmt an, daß die Aussprache des g als Reibelaut die ursprüngliche ist und sich erst daraus der jetzt von uns im Hochdeutschen gesprochene Berschlutzlant entwickelt bot. Die Vokale sind im Niederdeutschen(weniger im Berlinischen) auch meist ursprünglicher al» im Hochdeutschen. Boom, glooben ljlooben) sind nicht an» Baum, glauben»verunstaltet", sondern dieses lange o entspricht mittelhochdeutschen ou, das mit Beginn de» Neuhochdeutschen zu au wurde. Auch niitlelhochdeutscheS langes u(l>) wurde zu au. blieb im Niederdeutschen meist ü(HÜSi); im Berlinischen ist eS ebenfalls zu au geworden.(Es heißt also Hau«, auS. blau usw.; aber Boom, loofen usw., weil eben das neuhochdeutsche au auS zwei verschiedenen Lauten entstanden ist.) Nebrigens wurde nur das lang« u zu ou. kurzes u blieb u. So erklärt sich auch das Wörtchen uff(drusf, rufi). Infolge Unbetont- heit im Satz« wurde im Berlinischen und in verwandten Mundarten lls zu uff. fli wurde im Hochdeuticheo regelrecht zu auf; uff aber mußt« uff bleiben. Da« lange e in Berne, een usw. entspricht dem altsächfischen *) Ueber da» Verhältnis der neuhochdeutschen Schrift- und Umgangssprache find leider auch in LeSmkreisen noch ganz falsche Vorstellungen verbreftet. wie da» kürzlich zu den Mundarten er- schikncne Puch: Nickel, Entwicklung der Sprache und Heilung ihrer G-biechen(Ali-? Natur und Gcisteswelt) zeigt. kaiserliches Teutschkanh als hen Sozialismus"? un8 Scbeidemann habe sich für«Diktatur des Proletariats" ein- gesetzt, so dürft« da« genügen, um unseren Genossen zu zeigen, mit welchen Gegnern wir es in diesen Leuten zu tun haben. Nur über meine Leiche! Rittmeister Rrviger als Leicher.mülser II. Rittmeister N e v i g e r vom 4. Reiterregiment in Potsdam hat, wie wir seinerzeit meldeten, eine Anzahl seiner Untergebenen ent- lassen, weil sie an einer Versammlung.des Republikanischen Führer- bundeS teilgenommen haben. Herr Neviger befindet sich noch heute im Dien ff. wahrend die Gemaßregelten zum Teil arbeitslos auf dem Pflaster liegen. Einem von diesen, der seine Wiedereinsiellung forderte, erti.irte der famoss Rittmeister, da« giirge nur über feine, des Ritt- meisterS Neviger Leiche! Hoffentlich sind die Untersuchungen über den Fall so weit ge« diehen, daß der Z y I i n d e r h u t, der ja zu einer Leichenfeier nötig ist. recht bald auf dem Kopf des RitrmeisicrS a. D. Neviger prangt.__ Der neue Stimmzettel. Da« neue Reichstagswahlgesetz, da» am Freitag die dritte Lesung passiert, änderte auch den S t i m m z e t t e l. Es wird bei der nächsten Wahl nicht mehr not to endig sein, alle Kandidaten auf ihm zu benennen. Es genügt durchaus, wenn einer aus der aufgestellten Lille auf dem Stimmzettel stebt. Er gilt dann für die ganze Liste, auch kann die allgemeine Partei- bezeichnling aus dem Stimmzettel genügen. Wichtiger als dies« Bestimmungen ist der Wegfall der bis- herigen Anordnung, daß der Stimmzettel auf geglättetem weißen Papier gediuckt werden muß. Diese Bestimmung hat längst ihren Sinn verloren, seiideni die Abgabe de? Stimmzettels im undurchsichtigen Kuvert vorgeschrieberi ist. So wird bei den kommenden Wahlen der Stimmzettel auf ZeitungSpapier gedruckt werden können und wird dann trotz des hohen Papter- preiseö doch nur einen Bruchteil eines Pfennig« kosten, während die auf dem bisher vorgeschriebenen geglätteten weißen Pcpier mehrere Pfennige gekostet hätten, was neben der sonstigen Vergrößerung der W a h l k o st e n eine ganz außergewöhnliche Verteuerung der Wahlvorbereitungen hervorgeruien hätte. Die«Quelle üer Ehrabschneiöerei. Bor einigen Tagen war unser RedaklionSmitglied Genosse Kuttner genötigt, sich gegen eine gemeine Verleumdung unab« hnngiger Blätter hier in einer persönlichen Erklärung zur Wehr zu setzen. ES handelte sich um die Anschuldigung des Mordes. Wir haben un« jedoch inzwischen überzeugen müssen, daß die Unab- hängigen nicht die Urheber, sondern nur die hineingelegten Nach- beter der Verleumdung find. Die Urheber sitzen in genau derselben Ecke. auS der schon so viel Niedertracht und Gift gegen die Partei geipritzr worden ist. es sind die durch EcheidemannS Klage schon einmal bloßgestellten Hintermänner des Ehrabschneiders Rhodiu. Houptmatadore find in diesem Fall Georg D a v i d s o h n und Alex Schweizer, ein Angestellter der Korrespondenz SochaczewSki, zurzeit Funktionär eines Berliner Bezirks»' Schweizer har an die Tessauer Parteigenossen, die Genosse Kuitn« eine Kandidatur angeboten batten, Verleumderbiiefe mit der An- schuldigung de? Mordes und anderen auf ähnlichem Niveau stehen- den Behauptungen geschrieben, Davidiohn Hot die Verleumdung i» einem Brief an unser Görlitzer Parteiblatt borgetragen. Zwei Tag» nach Abgang der Schweizerschen und Davidsohn- schen Verleumderbriefe tauchte die Notiz in der unabhängigen Press« aus. Ueber den Zusammenhang wird wohl niemand im Zweifel sein. Streikschkuß in Magdeburg. Der T t r o g e n b a h n e r st rg sk ist nach ISlägiger Dauer beigelegt. Den Arbeitnehmern wurde vom SchlichtungSouSschnß eine Lohnerhöhung zugebilligt; die V e- zah�ung der S lreiktoge wurde abgelehnt. ----------------- J-J---_ i.--SSM langen e, das seinerseits aus oltgermanischem ai hervorgegangen ist. Dieses ai wurde im Althochdeutschen zu ei(noch im Mittel- hochdeutschen e«i gesprochen), mit Beginn des Neuhochdeutschen wurda die« ei wie ai ausgesprochen. Wein, weit, Eile usw. haben auch' im Berlinischen ei, da diese« ei auf mittelhochdeutsches lange» i(i) zurückgeht, das im Neuhochdeutschen(auch im Berlinischen u. ä.) regelrechr zu ei(gesprochen ai) wurde. DaS Berlinische steht aber nun nicht für sich allein, sondern e» unterliegt fortwährend dem Einflüsse deS Hochdeutschem Fast jeder, der Berlinisch spricht, spricht auch Hochdeutsch; und viele Berliner. die nur Hochdeutsch als Umgangssprache verwenden, sprechen doch auch bisweilen etwas Berlinisch. Dazu kommt, daß die meisten Berliner gar nicht in Berlin geboren sind. Daher konnte und kann sich das Berlinische nicht rein erholten, sondern eS zeigt in seinem Wortschatze verschiedene Sprochstufen. So haben wir wohl Proppen, Appel. Knopp; dann aber Fcrd, Flaume und ähnliche Wörter, lpo da» Niederdeutsche ebenfalls p hat. Auch wird in manchen Wörtern lange»« bezw. o gesprochen, wo man ei bezw. au erwartet. Nur in wenigem ist da? Berlini'che in seinem Lautwandel fort« geschritten. Die wichtigsten Aenderungen sind: g wird(wie bereit» oben gezeigt), in vielen Fällst! wie j gesprochen, ä und. ö werten zu e, ü zu i; die Endung er zu a, ren zu an(io daß also Oogen [g Zapfchen-rj durchaus nicht mit Ohren verwechselt wird, da letztere« unterdes schon zu Oan geworden ist). Die gegebenen Proben mögen genügen, um zn zeigen, daß daS Berlinische keine Verunstaltung de? Neuhochdeutschen ist, sondern zum größten Teil eine selbständige, vielfach auf älterer Sprachstufe stehende Mundart ist. Der ukrainische Nationalchor begeistert« unter der Leitung SineS temperamentvollen und feinsinnigen Dirigenten Koschyz in r Singakademie seine LandSleusi und gab auch den deutschen' Hörern immer wieder Anlaß zu aufrichtigem Dank. Für den musi- kalischem Bürger Allrußlands gibt e» keinen höheren Kunstgenuß als ukrainische Lieder, und auch uns Fremde berücken sie durch ihre schwermütige Tiefe und reizvolle Klangfülle. 10 Frauen und Männer au? dem Lande der großen scrrmatischen Ebene ziehen nun durch die Welt, und wo' sie ihre Stimmen so unvergleichlich zu- sauimenklingen lassen, wird ihre» Lande? gedackl werden, da» vou uns durch«uren geineinsamen Feind getrennt ist.— bn. Konrad Vnsorge wird im Robmen de« Verbände» der Freie« v o l l« b ä b n e n am 2. Mai. mittag» 12 Ubr. im Tbeater am Luiowplatz Werte von Lifzt, Ebopin, Schubert und Deetbevin zum Vortrag bringen. Karten zu t,k0 W.(einschl. Kleiderablage) noch in beschränkter Anzahl an der MitlagSkasse. Theater. Leo Al�ch« Operette»Di« Strobwitwe' wird während der Ferien vom 1. Juli biS IS. August im Staatlichen SchaU- ? p i e l b a u S zur AussÜbruna gelangen..Leiter de» Unternehme»» ist Gustaf Bergmann, da«(rudere Mttglied der StaatSoper. de? Tsö fit üen Karpathen. Berufungsverhandlung im Prozetz Heller. Vor dem OS-rirkgsgericht des früheren 3. Armeekorps wurde beute der Fall H e l m h a k e, der bekanntlich schon einmal das Kriegsgericht beschäftigte, in der zweiten Instanz verhandelt. Be- kanntltch war der Assessor Hans H i l l e r. der bis vor kurzer Zeit bei der ReichSentschädigungsstclle beschäftigt war, jetzt aber bis zur Erledigung deS Versahrens vom Dienst suspendiert ist, an- geklagst den Tod des Gardesusiliers Helmbake in den Kar- p a t h s n durch unmenschliche Behandlung des schwerkranken Ssl- taten verschuldet zu haben. Helmhake wurde, obwohl er an der Rubr litt, ivegen.eines geringfügigen Vergehe ns von Hitler miß- bandelt und nnt Arrest in einem finsteren, mit Waffer. ze- füllten E r d l o ch bestraft. Während seiner Strafe erhielt Heim- hake keine Nahrung und verstarb nach wenigen Tagen. In der ersten Verhandlung vor dem Kriegsgericht wurde Hill« von der Anklage der Mißhandlung mit todlichem AuZganz fr e ige- s V r o ch e n. Wegen dern«in neues Taae- blatt„Die WilmerSdor-er Volk» zeitung" hm-a'.,» dß- bereits viel Anklang gefunden hat. Verein Vrbsiteringenb sStrelauer Pi-:te?1. seilte Erkitming Ws JugendbeimS in der 229.' Gemeindeschule Naglersst. 8, Zimmer 7.>/,8Mr. Wine Veriammlung ezencaliger fSeldeiienliabne? liudet e-n Kreitaa,« Wr, im Kriege» neremSlauie. CSansseestr. 94 sAanzerssaall. stait. Der Bundesgg'.-ßl'enb� weicht über das Thema: ,Die Forderungen der Feldeiienbatner im Lichte der Sossalvolitik". Reichsbnnd der Kriegsbeschädigten. Bez. kl Osten. Hente 7 Nbr. Restaurant„Zum Bürgerhos", Aüstriner Platz tv, Vortrag. SessenverteUimg. Groß-Ser!me? yartewackricktea, Gewerischaitsmitgliedrr l Die Direktion d-S Zentral-T�eater» hat vom 1. Mai ad lür all« Tage EintriitSkartm zu außerordentlich stark-r< mäßigten Preiien für die Operette„Fräulew Ruck' zur Versügung gestellt. Die Karten können von beute ab jeden Nachmittag von 5—7 Udr im Bureau, Engeluser 15, 1 Trepp«. Zimmer 15, in Empfang genomm« werden. dle fifa gegen öie Zersplitterung öer Setriebsräte. In Aaber-landS FsirfiLe» jsAm etnc überfüllte Bsrsammlung ier in- det 2tfa vrganifisrxen Anyeirelltenräie m>d Betriebsräte . ÄaH-SevkniK-grundlegeiS StcAung zur Zufamm« nt assung -der Betriebsräte- Der erste Referent, Frist Schmidt, .führte unter«nrderem sus, ine Zusammentassung der Be- triehSräte«ine unbedingte Noavendigkei-t ist. daß auch die Zu- fammenfaffunz in Industriezweigen ref-p. Fachgruppen nicht nur - mierläfstich. sondern in erster Linie erforderlich ist. Die Aufgaben der Betriebsräte stnd nicht nur wirtschaftlicher, sondern hervor- raoend Politischer Natur. Die Erfüllung der Kontrolle in bezug auf die technische und kaufmännisch? Lkitunz der Betriebe, die Usberwachung der Produktion,«ine Kontrolle dar Einkaufs- und - BerbnifKpreiie. ein« Festirellurrg des ZUttofcexdisustes im Jmersffs hoc Konsument«'., eine Mitbefiimmetna i» der Preisgestaltung kann in der allgemeinen Richtlinie der Tättzüeii der Berriebsrute mir durch eine Zusammen iafsung nach Industrie» zweigen ermöglicht werden. Die TurchWrung und praktische Anwendung dieser Grundsäste zieht stveifelsirei ungeheure Alassenkämpfe nach sich Die tlnternehmer werden gegen die praktische Durchführung dieser Grund faste ihre ganze onzani- schorische Kraft gegenüber den Aroeitern unv Angestellten in An- Wendung bringen. Die Träger eines solchen KampieZ, der daraus entsteht, können nur die Masten sein. Ms eine solche Masten- organisaiion, die beute noch schlagkräft'z zum Kampf ist, stellt sich die Gewerkschaftsbewegung dar. Das hat zur Evidenz der lestte Generalstreik bewiesen. Schon aus diesem Grunde, allein , mutz eine Zusammenfassung der Betrieboräte durch dir gewerkschaftliche Organisation und ihre Zentralinstanzen erselgen. Eine zu diesem Zweek geschaffene Einrichtung, die Be- triebSrätezentrale,?st im Begris». eine b e s o u d e.r e Organi- sation neben Partei und Gewertfchasi zu errichten und vertritt dabei den Standpunkt, datz dies? neue Organisation berufen und berecktigi sch, aW> ErÄcheidmrge» bei der Erfüllung der Aufgaben der Betriebsräte z« treffen. Tagegen mutz en t. schieben Verwahrung ern-gelegt werben. Die Vericcher der Bstr!chsrStszenivale stich Mwerkschaftlich und politisch geschulte Seit«, die ebenso wie jeder andere Gswerkschastts- und Parteigenosse nicht nur das Recht, fandern auch die Pflicht halfen, innerhalb d.ren Organisa.. WW der au�estM-n Grimdfätze völlig mit den Verirerorn der Le- rrieSsräie-en-irale Worein, sind jedoch der Meinung/ daß eine gute und schnelle Lösung dieser Au'gahrn nur auf dem Boden der bestehenden gewerkschaftlichen Organ isaiion vor ! sich gehen, kann. gahenkreis, namentlich in lezug aui die' Ausbildung rate. Die Angestellten seien-nfolge der Fvnklionen, die sie je� schr.ch in der Betrieben ausüben, in erster L'me berufen, die Führung dgr Betriebe zu üöernehmT.i. Dazu ist Vor- ez?-! durch sine Zusammensttflung innerhÄb der GewerkschaitSil gelöst S werden Vnnon, trril dazu den Gewerkschaften Zeit und Kraft" mangelt. Cr wünschte, datz die Gewerkschaften nur in Lohn-- und Tarrstraaen mit den BsiriebsrÄeu estvaS zu tun haben. Alle dar- üher'hinäÄ-gebendsn Aufgaben sollen autzerhalü der Gswe«Maf- »en stShandsl». werden.> Nörvel wies int-b« sondere darauf bin. datz der Abschluß der 'hsutigen Versammlung sich zu einem Wendepunkt in der, ganzen Rätebeweguna gestalten könne. Es müsse heute entschieden werden, ob man kür eine weitere Zersplitterung der ÄrbeitorbSwegung oder für eine Stärkung und den Ausbau der ve- rcits' vorkandenen Kambiorgantsation der ArSeiwebmer eintreten wob«. Wegmann Hai in seinen Artikeln in der»Krbiheii" selbst darauf hingewiesen, datz die von ihm beabfichiigie Organisation das Doroild füx Deutschland sein solle. Demgegenüber kann nicht genug hWtn�gehqSen werden, daß die. orpanisawrtschen VorSe- dingungon der Betriebsräte für ganz Deutschland in d«'n G«« ü>>rkschäfre.n bereits gegeben sind. TuS diesem Grunde empnehlt er die möglichst cinstimmige Annahme der von ihm eingebrachten Resolutton.' Einige andere DiSkussionZradner vertraten den Standpunkt WbmS. Im Schlußwort machte Schmidt darauf aufmerksani. datz die Gewerkschaften, der Arbeiter innerhalb der örtlichen G e w e r k- schaftskartelle eine Zusammenfassung der Betriebsräte vor- nehmen, ebenso wie e? die Ahr tut. Bei Durchsetzung des Mit- besiimmungSrechtS bei Tariftragen wären die Gewerlichasten gs- zwangen, von sich aus eins Zusammenfassung der Betriebsräte vor- zunehmen, und es bedrut- eine Verschwendung und Zer- spliiierung der Kampfkraft der Arbeiter- und Auge- srelltsnbeweguna, wenn wegen irgendwelcher Epeziaftragen immer wieder neue Organisationen gebildet würden. Alle Aufgaben der Betriebsräte, auch diejenigen politischer Natur, sind Ausgaben, d i e die Gewerkschaften erfüllen müssen und werden, und wir verlangen, datz die Vertreter der BetriebSrätezentrale dies endlich einsehen werden und ihre Töttgtett innerhalb der Ge- werkschaften und Parteien in Zukunst entf alten. Gegen zwei Stimmen, bei zirka 1000' Anwesenden, wurde folgende Resolution angenommen: »Die am 26. April 1920 in Havertotds Festsälen versammelten Betriebs- und Angestellienräte aller Branchen, welche in der Afa organisiert sind, erklären: 1. Es ist Aufgabe der politischen Parteien, den Betriebsräte- gedanken zu fördern und durchzusetzen, 2. Aufgabe der Gewerkschaften ist es, die Betriebsräte auf- zubauen und auszubauen, 4. sodann Einarbeitung und Erweiterung der Befugnisse teilung der Aunktionen zur Ausfüllung des Betriebsrätegesetzes, 4. sodann Einarbeitung und Erweiterung der Befugnisse derselben. Ter A. D. G. B. und die Afa sind Spitze norganisa- tianen und die örtlichen Kartelle-derselben haben d« Aufgabe, die Betriebsräte gemeinsam und die Angestellten- und Ilrbeirerräte getrennt zu erfassen. Die Betriebsrätezentrale sowohl als auch das Sekretariat der Betriebsräte der S.P. D. lehnt die Vsrsammlungim Interesse der Einheit der R ä i e b e w e g u n g a b." Eine zweite Resolution, welche für die Zusammenfassung der Betriebsräte in der Betrisbsrätezenirale«intrat, würbe mit der gleichen Mehrheit abgelehnt. Die Stellungnahme der Versammlung zur Maiseier wurde durch die früher veröffentlichte Resolution gekennzeichnet.__ / verbanöstag öer Schuhmacher. Nürnberg, den 27. April 1920. Am 2. Verhandluugstage wurden auf Grund der verschiedenen Anträge nach wehende Beschlüsse gefaßt. Gegen 88 Stimmen' wurde ein Antrag Leipzig angenommen, der die Haltung de: Re- daktion und der Leitung wäbrend der Kriegszeit billig:. Einstimmig angenommen wurde der Zusatz, datz auch in dör Zukunft der Ver-- band im.Sinne des Klassenkampfes geleitet wird. Weil:r wurde! beschlossen, datz die Delegierten zum GewerkichastSümgretz sich zur W-chl stellen müssen, während der VerbcmdSvorsitzende und der Redakteur, ohne sich zur Dabl zu stellen, daran teilnehmen sollen. Ein Antrag auf Zufamme nschliatzung zu einem Lederarbeiterinduftrie-! verband wurde dem Vorstand überwiesen. Der Nürnberger Antrag,. der die Neutralität der GÄverkschaften verwirkt, wurde durch diel Debatte als erledigt betrachtet. Zu den verschiedenen Anträgen auf' chaffung einer Beilage für Frau«: und Jugendliche erklärte der Vonstand, datz dieses mfolge der ketrschenden Baviernvt technisch ustht möglich sei. Doch soll den Frauen und Jugendlichen wie auch den Betriebsräten im Fachblatt selbst mehr Rechnung getragen werden. Am 3. Berhiindlinigstag? referierte H ö l te r m a n n- Nürn- berg über die' Frankfurter Verbandlimgen wegen Abschluß eines neuen R e: ch s l o h n t a r i f e s für d'e Schuhindustrie. Er sagte,■ datz-infolge der über die Schuhindustrie durch den Preissturz auf! dem Häutemarkt hereingebrochenen Krise ein ungünstiger Stern über.den Verhandlungen stand. Trotzdem sei eS gelungen, die zahl- reich.m Verschlechterungsanträge der Fabrikanten zurückzuweisen' und den hputige.n Zeilverhältnissen entiprechende � Verbesserungen i der Löhne herbeizuführen. Nach einer regen Aussprach- wurde dem' � fisch Re-chstaxif einwütig zugestimint. Desgleichen wurde ein Beschlutz gefaßt, daß bei Abschluß von Tarifen dahin gewirkt werde, datz die gesetzlichen Feiertage wie die Arbsitstaga enuohnr werden. dke Cinhektsorgankfation km Gaftwlrtsgttverbe. Der zurzeit in Nürnberg tagende Fachkongretz der frei- gewerkschaftlichen GastwirtSgehilfenverbände hat die Zusammenfassung der drei am Kongreß beteiligten Organisationen zu einer Ein- heitSorganisalion beschlossen. Die namentliche Abstimmung ergab, datz sich von 191 Anwesenden 168 für, 23 gegen die Ein- hritSorgauisation erklärten. Durch diesen Beschluß gehen der.Ver« band der GastwirtSgehilfen, der Bund der Hotel-, Restaurant- und Cafs-Angestellten und der Verband der Köche in eine gemeinsame Organisatian auf. An die Angestellten der Gcsnndheitsindustrie! Die Alä hat von dem ihr laut K 19 des Tarifvertrages zustehenden Recht Gebrauch gemacht und für die Zeit ab 1. April 192S TeuerungSzusckiläge zu den bestehenden Lohm'ätzsn gefordert. Die Unternehmer haben diese Forderung nrn einem derartig geringen Gegenangebot beantwortet, daß eine Verhandlungsbasis überhaupt nicht mehr vorhanden war und nunmehr eine Schiedsstelle di« strntigen Fragen entswerden soll. Aus einzelnen Betrieben find an die unterzeichnete Afastelle Mitteilungen gelangt, die die Kampf- bereitickiast der gesamten Kollcgenscbaft erkennen lassen. Wir ersuchen die in den Afaverbänden organisierten Angestellten, vorläufig das Ergebnis der Verhandlungen vor dem Schlichtung'« auSschuß. Montag, den 3. Mai, abzuwarten. In einer Donnerstag, den 6. Mai. abends 7 Ubr, in Havellands Fesifälen, Neue Friedrich- straße Nr. 35, Zimmer 3. siatlfindenden Branchenversammlung der Afaoerbände wird näheres berichtet und weiteres beschlossen werden. Arbeitsgemeinschaft freier Lngestelltenverbände, OrtSkartell Groß« Berlin. �__ Tie Angestellte» im Gasttvirtsgewcrbe nnd der 1. Mai. Um den aus Partei- m:d Gewerkschafisireisen vielfach gc« äußerren Wünschen, die Maifeiern auch festlich zu begehen, nach« kommen zu können» wird am 1. Mai die Arbeit in allen Be- trieben aufrechterhalten. Anderslautende Meldungen ent- behren jeder Grundlage. Verband der GastwirtSgehilfen, Ortsverwaltung Groß-Berlin. Tic Funktionäre der TranSPortarveiter in den Reichsbetriebe» nahmen am 26. d. Mts. unter anderem Stellung zu der Frage de» 1. Mai. Einstimmig wurde beschlossen, gemeinsam mit dem inter« nationalen klassenbewußten Proletariat, die Arbeit an diesem Tage ruhen zu lasten und den 1. Mai als Feiertag zu betrachten. Ju einer Mitgliebervcrsemmlnng des Verbandes der Buch- und Strindruckerei-HilfSarbriter und-arbeiterinnrn berichtete G rohmann über öie Erbebung der Extrabeirräge für die Organisation. Gleichzeitig mit der Erhebung des vom Verbandsvorstand festgesetzten Extrabeitrages wurde die Erhöhung der Streikunterstützung auf das Doppelte der bisherigen.Sätze beschlossen. Auch der Orstsvor- stand mußte eine Erhöhung des Ortszuschlages um das Doppelte festsetzen. Nach kurzer Debatte wurde ein Antrag Moritz, den er- höbter Lrtsbcirrag vom nächsten Zahltage ab zu streichen, um nach dem Barbairdsiage erneut an die Mitglieder heranzutreten, abgelehnt und der Antrag des Vorstandes angenommen, wonach der er- höhte Oriszuschlag bis zum. Verbandstage beibehalten wird. Sodann beschäft igten sich die Anwesenden mit den zum Verbandstags ge- stellten Anträgon. Eine Kommission bat die Anträge ausgearbeiiet und in vier Sitzungen mit dem Ortsvorstands durchberatcn. Die Gesamtvorlagc der Anträge zum Verbandstage wurde von aen Ver- sammelten mit kleinen Aendernngen angenommen. Zur Wahl der Delegierten waren'zwei Listen eingereicht. Auf Antrag Reicherts wurde beschlossen, die Wahl in der Versammlung nicht vorzunehmen und den Willen der Gesamtmitglicdschaft durch eine II r w a h l festzustellen. Zum Schluß der Versammlung wurde noch darauf hingewiesen, daß für den 1. Mai auf strikte Einhaltung der Arbeits- rühe zu achten sei._ Deutscher Transportarbeiterverlianb sHandelshillSarbciter und -mScilerinnen aus allen Betrieben der Tertil-/ Ledcrbranche und Be> kleidilngsnidwtne I Ilm Freitag, den 89. April, abend«'/,6 Ubr, im großen Zaal der BSSowbrauerei, am Prenzlauer Berg: iSroge Branchen- Versammlung. Tagesordnung i Bc, ichterllaltung über die statt- gefundenen Tarijverbandwngen und Bc'djiußfatsiitig. Lcrantw. für den redet! ion. Teil: Srwr glckler, Lharlottenburg: fttr Anzeigen: Th. Stocke. Berlin. Terlag: BornzZets-Berloq S. m. b. S.. Berlin. Druck: Dar- wSrts.Bnchdruckerei u. Berlaasanitalt Paul Einaer u. Cr>. Berlin Lindenftr. 3 SM«««» IMöllS. Uli!» SV.SS Sutdenstraße 2. Im ToühanZe Von Artur Zickler. «iblwerl»«en erzenen idrleder.s«ruf denl Achern-Nho- und irn 5jrrenZansr. Sin Bach disnensch ersabter Nahrst-it, brandenarkt es mit dem'.'tut soziaiistisch» nr-nfchlichzr Srwumrt, de- Tragödie die unrrbintliche PrnwliM des»risg--. De- Leser siihlt sich den. rur- glüötichstkn der Opfer des Kri-»-?. den S-iftkogefwrten. "'' in lSrperlicher Ztichi. Preis?M» M. | Oberlanöesgericlitsrat i Potsdamer S'r. r.ä(LOlzQwittaSe). Langjährige E Rccntsberafung '. zu sprechen W>»W>W>»WWW>>>U> W W Ertahrunoen, ! Stral-, �lvllproresse— Ehe.,»imenten, Vemauens. Sachen. Gesoche. Verträge. Mäfiige Honorare. Dir. Fobisch. Tel.: Liinow 2494. Buelidraekcrel GesciilftsMeher Kartenregister ier!inSW,Lii!dei!straS8]8. Fernapr.: Moritzp!. 2J<1.• Kleine finseison im„Vorwärts" sisiä l>iSSig und crfoigjrelchl WWMUWWMWK!� Stoffe zur Damen- und Herrenbekleiduns | Futterstoffe/ KnSpie| Kciifektign i fü: Damen u. Mädcli. MaBattenlßung. 8. |5 Kolter Sir. 5| i-S?" Nur allein IKunstsplelcPianos und Flügel M Vlrtuola! B. ermöglichen gleichreitige Wiedersähe der"stücke«J g nach Auffassung d. Künstlers u. Selhstnüancierung JJ Rftmfllidf A.sfr.. 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