|tr.329.37.|«l)«9- Bezugspreis: V jrteliciljrl. 25 50 JJli*, monatl. 8.50 Mu frei ms öaue. voraus zahlbar. Post- oezug. MonaUicn 8,— exkl. Zu- 'teUunqs�edühr. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 117» dJlU für das übrige Ausland i6— Mi., bei täglich einmal. Zustellung ~ jJlt. Post Bestellungen nehmen an Danemar? Sottgnö,-urembutg. Lchweden and ne Schwerz. Eingetragen in die Vost->eitungs- Preisliste. Oer �Vorwärts" mit der Sonntags- deilage �Volt ru Zeir" er,cheml wocken- 'äglich zweimal. Sonntags einmal. Teiegramm-Adresie .Sozialdemokrat Verlia- Morgen'Ausgabe Verlulev Volksblstt � 20 Pfennig} Anzeigenpreis s ®IC«»«gewaltene Nonvareill�eile toftii 2.50 M.,Te«er»mgszuschlag 50»/» _ÄU".ne Anzeige»-, das fett* g«druckt?®«t 75 PIq. tzulässtg zwei ieNgsdruckt« Wort«?, iedes weitere Sori 50 Psg. Stellengefckche und Schlafftellenanjeigen das erst« Wort 65 Pig„ iedss«eitere Wort 40 Pfg. Worte über tö Buchttaben zählen für .am Motte. Tenerunqs.tnschlaq SO»/,. Familien• Anzeigen, volitische und qeweritchaftlsche Benins- Anzeigen 2.— Mi. die Zetir ohne Aufschlag. Ameigsn für die»ach st e Ntnnmer müssen bis S Apr nachmittags im danvtgesckiäst, Berlin SW SS, Linden- itratze S, abgegeben werden. Deöffnet »an S Uhr früh bis 5 Uhr abends. Zcntralorgan der rozialdcmokratifchcn parte» Oeutfchlands lteöaktion und Expedition: SW. HS, Lindenstr. ö. -zernivrrrtieri Amt ivioriltpla«, Str. 1.'»» t>0— ISl 97. Mittwoch, de» 5. Mai 1»£0 vorwärts-verlag G.m.b.H., SW. H8,£indcnflt.3. Zrernivrrcher: Amt Morinvian, Ar.»17 5!!— 54. Ewige Besetzung öes Maingaues! TU. Genf, 4. Mai. Der„Temps" meldet, daß der französische Ministerrat am 1. Mai die letzte deutsche Note über die Räumung Frankfurts und des Maingaus ab- gelehnt habe. Es wurde die prinzipielle Geneigtheit Frankreichs erklärt, die besetzten Städte der neutralen Zone zu räumen, sobald die rückständigen Vertrags- Verpflichtungen durch Dcurschland erfüllt seien.— „Journal des Dcbats" meldet: Frankreich beantragte beim Rat der Verbündeten, die Besetzung Frankfurts fort- dauern zu lassen, bis die Verpflichtungen des Versailler Ver- träges erfüllt seien. In dem Ang-enblick, wo die Besetzung der neutralen Zone des RnhrgebietZ auf das vorgeschriebene Maß verringert wird, diese Ankündigung! Die verbündeten Deutschnotivnalen und Nationalbolschewisten müßten Millerand zu ihrem Ehrenpräsidenten ernennen!�_ Deutschlanös ewige Schulüknechtschast. Shylock Poincars gegen Schuldbegrenzung. In dem tlbon kurz angedeuteten„Marin'-Artikel schreibt der Präsident der Wiedcrgulmachungskommission unter der Ueberschrift .Die Stimme der Ruinen', es scheine ihm. dag man besser in Diximuden, in Dpern, in Reims oder in Verdun eine Konferenz abhalten könnte, die der Ausführung des Friedensver- trageS gewidmet sei, als in Spaa. Poincars erörterte die Frage, ob die Festsetzung der deutschen Schuld von Frankreich angenommen werden könne. Deulschland befinde sich wirtschaftlich in der kritischsten Phase seiner Geschichte. Es werde sich aber wieder erheben, weil es be- wunderungswürdige Eigenschaften der Arbeit und Disziplin habe und gleichzeitig auch ein starkes nationales Gefühl. Aber heule eine Festsetzung der Wiedergutmachungsschuld anzunehmen zu einer Stunde, wo Deulschland am niedrigsten stehe, in der es ihm gelungen sei. sich kränker erscheinen zu lassen, als es sei. riskiere man da nicht, die Zukunft mit Rabatt zu ver- kaufen oder zu ernten, bevor die Behren gereift feien? Jedenfalls widersprächen die Grundsätze, die in den Ar- tikeln 233 ff. festgesetzt seien, der Festlegung, die lS19 von den Amerikanern und den Engländern vorgeschlagen und schließlich ab- gelehnt worden sei. Heute daraus zurückzukommen, bedeute eine Abänderung des Vertrages, der von den Kammern angenommen und dadurch ein Staatsgesetz geworden sei, das nicht ohne Parlament abgeändert werden könne. Wenn man heute die Frist, die man Deulschland gewährt habe, um Voischläge zur Ab- deckung seiner Schuld zu machen, verlängere, so sei das wiederum eine Revision. die man vorschlage, und es scheine nicht möglich, sie ohne parlamentarische Genehmigung gutzuheißen. Deutschland habe also den Alliierten eine Mindestsnmme von hundert Milliarden Goldmark versprochen, ohne späteren Festsetzungen vorzugreifen. Von diesen hundert Milliarden seien sechzig Milliarden sofort fällig. Es sei sicher erlaubt, erneut nach einer Zahlungsweise zu suchen, wie etwa steigende Jahresraten, und indem man sich die endgültige Festsetzung vorbehalte, nehme inan besser auf die augenblickliche Lage Deutschlands Rücksicht, und man könne ihm auch durch An- leiben Helten, sich wieder aufzurichten, seine Schuld gegen Frankreich zu begleichen und auch seine Schulden bei den Neutralen zu liejui- dieren. Frankreich wünsche ebenso wie seine Verbündeten, daß Deutsch» land sich wirtschaftlich wieder erhebe, und. wünsche auch mit ihm wieder normale Beziehungen aufzunehmen, aber dies alles unter der einen Bedingung, daß Deutschland an Frankreich bezahle, was es ihm schulde. Man wolle nicht, daß in 1ö oder 20 Jahren, wenn Deutschland wiederausgeblüht sei, die armen Leute des französischen Nordens und Ostens immer noch auf den Trümmern ihrer Heim- stätten weinten. Was Poincars mit all dem will, ist klar! Nicht der Oberste Rat. der schließlich dock nicht über die Tatsachen hinwegsehen kann, soll Deutschlands Schuld festsetzen, sondern das französische Parla- ment mit seiner Mehrheit von einsichtslosen Fanalikern soll Deutsch- lands Schuldknechtschaft verewigen... die Streiks in Frankreich. Verhaftungen und Schlägereien. Paris, 4. Mai. Die Lage bei den E i s e n b a b n en ist un- verändert, die Angestellten d.-r Handelsmarine streiken zumeist, die Bergarbeiter fast überall. Inzwischen sind zahlreiche weitere Verhaftungen in der Provinz vorgenommen worden. Ein Verhafteter wurde in Decazeville von 500 Streikenden Wied« aus der Haft befreit. Auch in Marseille kam es wegen der Verhaftung eines StreiksührerS zu Schlägereien, bei denen acht Polizisten verwundet wurden. Jn Clermont F e r r a n d streiken 12 500 Kautschukarbeiter. Es kam zu Schlägereien vor einer Fabrik, Militär mußte eingreifen. Es gab zahlreiche Verwundete. Die meisten Fabriken wollen den Betrieb erst wieder aufnehmen, wenn die Behörden die Freiheit der Arbeit schützen können._ u. S. fi. gegen Linkssozialismus. Dem Führer der französischen Sozialistenpartei Jean Longnet ist die Einreise nach Nordamerika als lästigem Ausländer verweigert worden. Der bekannte irische Streikagitator Jim L a r k i u ist wegen .anarchistischer Verbrechen' zu der unbestimmten Strafe von 5— 10 Jahre» Zwangsarbeit verurteilt worden. öaltifche Wahlen. Litauen und Lettland. * Die Wahlen zur litauischen Verfassunggebenden Versammlung baben folgende? Ergebnis gehabt: 69 christliche Demokraten, 29 demokratis che Bolkssozialisten. 13 Sozialisten, ö Juden. 3 Polen, 1 Deutscher, 1 unparteiischer Arbeiter, zu- sammen 112. Das lettische Parlament, das jüngst gewählt wurde, wobei die Sozialdemokraten mehr als ein Drittel aller Sitze erlangten, weist folgende Parteizersplilterung auf: Sozialdemokraten 67, landlose Agrar-Partei 3. Bauernbund 23. Leltgallen 17, katholische LettgallenS, RegierungsparteiS, Christlich-Nationale 3, Kleinwirte 2, Deutsche 3. Demokratischer Verein 6, radikale Demokraten 3, Russen 4. Jüdisch-Bürgerliche 6, Lettgallische Volkspartei 1, Zeire- Zion 1 und Polen 1._ Pommerellens Wahl zum polenreichstag. Bromberg, 4. Mai.(Deutsch-polniicher Pressedienst.) DaS Er« gebnis der Wahlen zum polnischen Reichstagnd Laufsenbergs zurückwUst, die den K.-P.-T.-Führer Paul Levi als englischen Agenten bezeichnet. Die K. P. D. lehnt es ab, bürgerliche Gerichte anzurufen, sie fordert Wolffheiin, Laufenberg aus, binnen acht Tagen ibre Anschuldigung öffentlich zu beweisen._ die§rau als �Unkraut". Geheuchelte Fraurufreundlichkeit der Teutschnationalen. Getreu ihrem Programm der Lüge, erlassen jetzt die Deutschnationalen auch einen Wahlaufruf an die Frauen, in dem sie sich die weitestgehenden Frauenforderungen zu eigen machen. Die Frauen sollen vergessen, daß es die jetzigen Deutschnationalen waren, die bis zum Tage der Revolution unter dem Schlachtruf„Die Frau gehört ins Haus" auch gegen die allerbescheidensten Frauenforde- r u n g e n gestimmt haben, daß es die Dcutschnationalen waren, die der Frau jede Teilnahme am öffentlichen Leben unter Hohn- und Spott Worten auf die angebliche weibliche Minderwertigkeit versagten.„Die Frau soll zu §ause bleiben und Strümpfe stopfen", das war noch vor zwei ahren ein beliebter Ausspruch derselben Leute, die sich jetzt vor- Frauenfreundlichkeit kaum lassen könne,:,— n ach dem nämlich die Frauen gegen ihren Willen durch die Sozial- demokratie das Stimmrecht erlangt hatten und damit ein entscheidender Faktor des öffentlichen Lebens geworden sind. Daß die frauenfeindliche Gesinnung der Reaktionäre hinter der Maske demagogischer Wahlaufrufe nach wie vor fort- besteht, zeigte ein Ausspruch des deutschnationalen Wort- führers und Schriftleiters der„Deutschen Zeitung" Abel aus Berlin in einer Versammlung der Deutschnationalen Partei in Halle. Ihm entschlüpfte, als er über die politische Stellung der Frauen sprach, folgendes beachtenswerte Geständnis: „Die politischen Frauen sind, wenn sie vereinzelt ! sieben, die Blumen auf dem Kornfeld. In!>rößerer Anzahl wirken sie aber als ein lästiges Unkraut!" Dazu klatschte be- zeichneuderweise die Versammlung st ü r m i s ch e n Beifall. Wieös? nichts! Der„Lokal-Anzciger" haue gemeldet— von„unterrickileter Seite" natürlich—, daß ein Verfahren gegen den Admiral v. Trotba vor dem Reichsmiiitärgericht seine vollkommene Unschuld am Kipp-Pulsch ergeben bar, daß daran'hin das Verfahren gcaen Troiba inederaeicvlagen und seine Entlastung aus der S-chutz- Haft verfüg« worden sei. Die„Post" iügte dem hinzu, daß„der sozialistische Verleumdungsfeldzug gegen Admiral v. Troiha nunmehr aufgedeckt" sei. 12 Stunden darauf muß der„Lokal-Anzeiger"— von noch un'.errichtcterer SeAe I mitieilen, daß vor dem Reichsmiliiär» gerichl überhaupt kein Verfahren gegen den Admiral v. Trotha wegen seiner Teilnabme an, Kapp-Pntsch und ebenso kein Ber- fahren betreffend SchntzhaU stattgefunden Babel— Mit der„Aufdeckung des sozialistischen Verleumdungsseidzuges" war es einmal wieder nichts. Rollenverteilung im Reichsernährungs- Ministerium. Zu dieser Notiz in Nr. 192 vom 15. April 1920 teilt uns in Vertretung des Ministers Dr. Huber mit, daß die dort erwähnten beiden Beamten, Geh. Rcgierungsrat Dr. A u g u st i n und Re- gierungsrat Dr. Moritz ihm dienstlich erklärt hätten, datzffie an dem Kapp-Unternehmen in keiner Weise beteiligt gewesen seien. Beide hätten gleichzeitig gebeten, gegen sie eine Disziplinar- Untersuchung einzuleiten und Anzeige beim Obcrreichsanwalt zu erstatten. Es sei zunächst dem Oberreichsanwalt Mitteilung gemacht zur Einleitung eines Verfahrens gegen die Genannten, und je nach dem Ergebnis der Untersuchung würbe das Disziplinarverfahren gegen beide angeordnet werden. Wir müssen dazu bemerken, daß dienstliche Erklärungen der Angeschuldigten nach den bisherigen Ersahrungen in unseren Augen vollkommen wertlos sind. Aus den Ausgang des Verfahrens sind wir gespannt. Revision im Prozeß Hiller. Der Prozeß gegen den Oberleut- nant Hiller, der kürzlich in der Berliilinasverbandlung vom Ober- lriegSgericht wegen der tödlichen Mißhandlungen des Kriegs- freiwilligen Helmhake zu zwei Jahren Gefängnis und Dienstcntlastung verurleilt worden ist, wird auch noch die dritte und letzte Instanz beschäftigen, da Hiller Revision an das Reichsmililärgericht einlegt, Erzberger Reichstagskandidat. Die Konferenz der Bezirksleiter des Zentrums in Württemberg hat am Montag mit 39 gegen 1 Stimme die Aufstellung Erzbergers als Reichstagskandidat beschlossen.— Wie uns aus Frankturr a. M. gedrahtet wird, ist in Zürich eine Alliengesellscbail„Allgemeine Presse nach- richten" gegründet worden. Das Aktienkapital beträgt 599 999 Franken. Einziges Mitglied des Verwallnngsrates ist Dr. Georg Steinmarder. Rechtsanwalt in Zürich, der Generalvertreter Erzbergers. Man nimmt an, daß Erzberger hinler dieser Gründung stebt. Das monarchische Privileg, keine Zölle zu zahlen, hat die Rhcinlandskommljsion sich und allen Angehöligen der Beiatziings» armee bewilligt. Deutschland aber, dem die Einnahmen entzogen werden, soll zahlen, zahlen, zahlen. Der tapsere Landgerichtspräsident. Am Tage des Kapp-PulscheS ließ der Landgerichttpräsident K a r n a tz in Königsberg auf dem Landgericht die schwarzweißrote Flagge hissen. Als setzt daiauihin eine Untersuchung gegen ibn eingeleiler wurde, suchte Herr Karnatz -die Schuld aus den Kastellan abzuwälzen, der jedoch nur auf Befehl des Präsidenten gehandelt hatle. Nackidem dieie Ausrede fehlgeschlagen ist, beruft sich der tapiere Landgerichtspräsident auf seine Unantastbarkeit als Richter. Dabei kann jedes Kind erkennen, daß hier keine richterliche, sondern eine rein ver- waltungstechntiche Maßnahme vorliegt.— Dieie Helden- hastigkett ist man bei den Deutichnattonalen nun nachgerade gewohnt, wenn sie für ihre Taten einstehen'ollen. Aber... wenn demjenigen oder derjenigen, der oder die am meisten entwickelt ist als Mensch, es nicht gelingt, den Einfluß zu gewinnen, der ihm oder ihr zukommt? Dann zweifle ick an der vorgeschrittenen Entwicklung und rate ihm oder ihr ernsthaft an, sich weiter zu entwickeln. „Offiziere", ein Schattenspiel in acht Bildern von Hans Wesemann, wurde im Rosetheater aufgeführt. Die Ten- denz dieser durchaus losen Aufeinanderfolge von Bildszenen ist, daß ein großer Teil der Offiziere am schließlich endgültigen Zu- sammenbruch des Heeres selbst die Schuld trägt. Wesemann stellt den Offizier dar, wie er unter dem Einfluß seiner Moral, die keine ist. gedankenlos mit dem Soldaten als einem empfindungslosen Ding hantiert, ihn ins Feuer jagt, verkommen läßt urtd bei allc- >dem sein eigenes Wohlergehen nicht vergißt. Er läßt, was wich- tiger ist, einen Blick in die langsam fortschreitende moralische Zcr- rütlung des Osfizierkorps werfen. Hin und wieder ein sym- pathifcher Zug, ein Besinnen und Aufrütteln, das aber im Drange des Verfalls im Sande verläuft. Nur im Schlußbild zeichnet er den Offizier, der die Last der Veranttnoriung nicht mehr länger tragen kann, der sich hochwirft gegen den verbrecherischen Wahnsinn, der noch im Angesicht des Zusamenbruchs immer neue Massen dem Tod in die Arme wirft. Höhepunkte dieser Auffassung der Kriegs- Wirklichkeit sind„Das Kriegsgericht" und die Szenen„Beim Stabe". Künstlerisch wertvoller die Szenen..Der Tote" und„Im Unterstand". Hier klingen Töne an, die van stärkstem Eindruck sind. Das Rosetheater hatte unter der Spielleitung Willi Stephans mit seinen bescheidenen Mitteln das Beste sehr ge- schickt herausgeholt. Die Szene„Im Cafe Anglais" war eine an dieser Stätte ungewöhnlich gute Leistung. Neben Willi Stephan in der Roll« eines Generalleutnants wären Fritz Staudte zu nennen und Willi W a l d c ck als betrunkener Zahlmeister in einer Nebenrolle. Die übrigen Darsteller leisteten ebenfalls Gutes. Das Publikum spendete zum Schluß starken Beifall. K. Das Schicksal eineS Erfinders. Zu den tragischen Ersöheinun- gen des Leibens gehört der Erfinder, der vergeblich für seine Ideen kämpft. Zu schwerem Leid ist heute verdammt, wer nicht das Kapital besitzt, leine Pläne selbst auszuführen oder nicht imstande ist, deren wirtschaftliche Nützlichkeit sofort augenfällig nachzuwe,- sen. Welcher Dornenweg war dem Gedanken der lenkbaren Luft- schiffe beschieden. Einer seiner unglücklichen Vorkämpfer, Max Müller, ist in diesen Tagen, 78 Jahre alt, gestorben. Er war ein armer Schneidergeselle, der sich schon in den 79er Jahren des vorigen Jahrhunderts mit dem lenkbaren Luftschiff beschäftigte. Im Jahre 1881 legte Müller dem Lesterreichischen Ingenieur- und Archilektcnverein einen fertigen Plan vor. Danach sollten zum ersten Male die Lenkwerkzenge von der Gondel auf den Schiffskörper verbracht, dieser verstefft und in drei Kammern ge- teilt werden. Es war derselbe Grundgetzonke. mit dein Grax Zeppelin s-ebenzebn Jahre spater die Lenkbarkeit erreicht hat. Müllers Projekt wurde zu den Akten genommen; aber es fand sich kein Mensch, der dafür einen Pfennig opfern wollte. Jahr- aus jahrein warb der Erfinder erfolglos. Ihm, dem kleinen, kümmerlich lebenden Handwerksmeister, gelang es nicht, sich Zu- trauen zu verschitffen. Als sich Müller, nachdem Zeppelin �1998 die Lenkbarkeit des Luftschiffs bewiesen, wieder an die Oeffent- lichkeit wandte, war die Sache enffchieden und der arme Teuiel von Erfinder erst recht erledigt. Ein Krösus in Mannheim, dem damals die Sache vorgetragen wurde, meinte„Was wollen Sie noch? Wir haben ja schon das lenkbare Luitschiff!" Müller beschäftigte sich dann mit dem Flugzeug und stellte das Modell eines sturzfreien Apparates her. Auch damit ging e« ihm wie mit dem Luftschiff. Seinem Leben leudstete kein Stern. lind doch blieb er ein immer rübriger Kopst In den 7ger Jahren hat er einmal ein Sd)ad!spiel für drei Personen erfunden, das anfangs viel Aufmerliamkeit erregt« und dann doch vergesse� wurde. Am 12. April erlag er im Versorgungsheim Lainz in Wien einem Herzschlage. Sein Leben, an bitteren Enttäuschun- gen reich, soll bis in die letzten Stunden voll unausrottbarer Hoffnungen gewesen sein. Werden die Umwälzungen unserer Zeit in der Stellung der Gesellschaft zu den Erfindern einer Entwicklung Bahn geben, die der Nittzlichlcit des Schaffens solcher Naturen entspricht. Hier liegen Pflichten, die noch von keinem Verantwortungszwang ge- regelt sind. Deutsche Kinotechnischc Gesellschaft. Eine für die deutsche Kmo- industrie wichtige Körperschaft dieses Namens wurde am Freitag in der Technischen Hochschule zu Charlottenburg in? Leben ge- rufen. Die Gesellschaft will die führenden Ingenieure des beut- scheu Kinoapparatebaues sowie die leitenden Filmteckmiler zu gegenseitiger sachlicher wie wirtschaftlicher Förderung und Unter- stützung verbinden, dieses Gebiet der Technik in engste Beziehung zu den besten Vertretern der deutschen Wissenschaft setzen, um hierdurch die Methoden und die Erzeugnisse der deutschen Kino- technik, z. B. des Apparatebaues, in neue Bahnen zu lenken und um diese dem Auslande, besonders Amerika gegenüber, gleichwertig zu macken. Die allmonatlichen Sitzungen der Gesellschaft finden im Hörsaal des photochemischen Laboratoriums der Technischen Hochschule zu Ckarlottenburg statt. Organ der Gesellschaft soll die Zeitsdirist«Die Kinotechnik" sein. Gegen die Lnstbarkeitsbeurr wird im ynteresle der Berliner Bühnen am S. Mai, vormittags 10'/, Uhr, im Metrovoltheater eine Vetsammlung der an den Bühnen wirtschä-tlich interessierten Organisationen protestieren. Theater. 7.m Leising-Theater übernimmt R o i a Berten« vom 6 Mai ab die von ihr zuerst gespielte Rolle der Frau Warren m Shaws„grau Barrens Gewerb-". Vorträge über Zeitungeweien und Zeilungspraxis, mit lemi- naristiicken llebungen. bält vom 10. Mai ab Moniags und Donnerstags von« bis 5 Ubr Dr. Otto B ö h l i n g- r am Ottentalischen Seminar der Unversität. Anmeldungen persönlich im Seminar, Dorolheenstr. 7. Tie Staatlichen Museen sind vom Mai ab täglin von 0— � n6r geöffnet. Der Reinigung wegen bleiben das Alle, das Neue und da» Kunst- gewerbe-Muscum jeden Montag, das Kaiser-griedrich. und das Bötkeriunde- Museum jeden Dienstag geichlossen. Es ist alio von jetzt ab a n d e n Reinigungstagen sowobl ans der Muscumsinsel als auch m der Prinz. All» echt- Straße täglich mmdesteu« e i u Rujeum oft«». Nr. 2SH ❖ 37. Jahrgang Seilage öes vorwärts Mittwoch, S.Mal GroßSerlw vor öem Zusammenbruch. Die Erhöhung des Strahenbahntarifes auf min- destens 70 Pf. scheint zur unabwendbaren Tatsache werden zu sollen. Der nach langen Verhandlungen beim Reichsarbeits- Ministerium gefällte Schiedsspruch des Schlichtungsausschusse? für die L-ochnregclung der Angestellten der Großen Berliner bringt für das technische Personal eine Lohnerhöhung um 1 Mark pro Stunde. Die Schaffner und Fahrer erhalten eine Zu- läge von monatlich 275 M. Ihr Gehalt beläuft sich nun- mehr auf 823— 875 M. im Monat. Zln Stelle der bisherigen Brot- und Kartosselzulage soll eine Kinderzulage von 1 2 M. pro Kind und Woche treten. Eine aus sechs Personen be- stehende Familie des Straßenbahnschaffners würde also monat- 1 1 ch 1 0 8 3 M. zur Verfügung haben. Die Große Berliner wird hoffentlich nicht behaupten wollen, daß man davon auch nur die rationierten Lebensmittel kaufen, geschweige denn aus- kommen kann. Es befremdet uns daher auch keineswegs, daß die Arbeitnehmer, nach der Meldung einer Lokalkorrespondcnz, ent- schlössen sind, den Schiedsspruch abzulehnen. Sie stellen For- derungen. die den Lohnerhöhungen der städtischen Ar- bciter entsprechen. Diese Lohnerhöhungen würden eine jährliche Mehrbelastung von stebcnzig Millionen Mark bedeuten. Der Aussichisrat der Großen Berliner wird sich heute mit diesem Schiedsspruch beschäftigen und gleichzeitig darüber entscheiden, wie hoch die etwaige Tariferhöhung sein wird. Die letzte Tariferhöhung hat bereits einen Verkehrsrück- gang von 12 Proz. hervorgerufen, derselbe dürfte sich, wenn der neue Tarif kommt, aus 2 5 Proz. erhöhen. Wir haben schon wiederholt betont, daß wir diese automatische Fahrpreis- erhöhung keineswegs als die Lösung der Deckungsfrage be- trachtan. Der Verkehrsrückgang wiegt die Mehveinnahme bei weitem aus und vergrößert trotz der Fährpreiserhöhung da« Defizit erheblich. Kann man sich denn tatsächlich nicht zur Ein- führung des Staffeltarifs entschließen? Wir ver- kennen keineswegs die Schwierigkeiten, die der Dnrch- führung dieses Planes entgegenstehen. Bei ei-nigevmaßen gutem Willen und vor allem im Angesicht des unvermeidlichen Zu- sammenbruches des Straßenbahnüerkehrs aber kann und m u ß er eingerührt werden. Wir können uns bei der Preispolitik der Großen Berliner nicht des Eindrucks erwehren, als wolle man den Gedanken der Kommunalisierung in Mißkredit bringen. Wichtiger als das, erscheint uns aber zur Stunde die Aufrechterhaltung unseres Straßenbahnverkehrs. Das ist nicht allein mit der Ankündigung der Entlassung von tausend Ange- stellten und mit.der Erhöhung der Arbeitszeit ge- schehen. Dazu ist auch nötig, daß man endlich einmal in den maß- gebenden Stellen anfängt zn denken und nicht automatisch nur immer die Fahrpreise in dem holden Wahne, damit dem Zusammen- bruch zu entgehen, erhöht. Womit man Geld herausschinden will! i Reich, Staat und Gemeinden brauchen Geld— das wissen wir ' alle. Wir wundern uns nicht über die Steigerung der Steuern, I Abgaben und Gebühren, wenn wir sie aueb nicht in Freuden bin- nehmen. Doch man soll nicht Geld aus Kleinigkeiten her- � auszuschinden suchen, wenn der Ertrag im ganzen für das Ge- meinwesen wenig bedeutet und den einzelnen die neue Last schwer drückt. Zu den„Finanzmaßregekn" solcher Art gehört'die Erhöhung der Gebühren für Pitz- und Beerensammler, für Raff- und Lese holz s ammler und für Wald st reu- sa m m l e r. Im Regierungsbezirk Potsdam hat die für die Staats- forsten angeordnete Neufestsetzung dieser Gebühren zu crner tüch- tigcn Schröpfung der Sammler geführt. Die Höchstgebühr für Pilz- und Beerenscheine pro Fahr steigt bei Rentenempfängern, Ortsarmen, altersschwachen unt arbeitsunfähigen Personen und schulpflichtigen Kindern von* M. auf 2 M., bei allen anderen Personen von 5 aus 10 M. Be. Waldarbeitern unp ihren Ange- hörige» soll die bisherige Vergünstigung(sie zahlten nur 10 Pf.) auf Grund des im vorigen Herost geschlossenen Tarisvenrags jetzt wegfallen, wie die meisten anderen Sondervergünstigungen für sie. Für Raff- und Lesehoizscheine steigt die Höchstgebühr pro Karre im Sommer von 1 aus 3 M.. im Winter von 3 auf 0 M., pro Hand- wagen im Sommer von 1,50 auf 5 M., im Winter von 4.50 auf 10 Mark. Ferner wird die Höchstgebühr für Waldstreuscheiuc pro Kubikmeter erhöht bei Sammeln aus Beständen von 1 aus 3 M., bei Sammeln von Gestellen von 30 Pf. auf 1 M. Die Sätze steigen, wie man siebt, bei Pilz- und Beerenscheinen auf das Dovpelte, bei Raff- und Leseholzscheinen auf das Doppelte bis Dreifache, bei Waldstreuscheinen auf das Dreifache. Schon sinh Klagen an uns gelangt, daß die Gebührenerlöhung Raubmord an einem Zigarrenhändler. Der 47 Jah:e alle Z'garrenhändler Map R ö d e r anS der Muskauer Straße 49 besitzt in der Werdestraße ö zu Mablow ein Laudengrundstück. Dieusiag luhr er ww gewöhnlich dort hin. um die Frühjabrsarbeilen ausmiühren. Nach Geschäils'chluß kamen auch ieine Angehörlgen. AIS sie das Laubeiiaruiidnück betraten, bot sich ihnen ein furchibarer Anblick. I» der Laube lag Röder tot in einer großen Blullache. Ein sofort hlnzugcru'ener Arzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen. Er ist von einem Raubmörder erschlagen worden. Von der Tal selbst hat niemand etwas gesehen. Was geraubt worden ist, steht noch nichl fest. Von der Mahlower Polizei wurde sofort die Berliner Polizei benachrichligt, die noch gestern abend Beamte an den Ta'on enliandle. die genaue Feststellungen machten und die Verfolgung des Tälers ausnahmen. da, wo sie bekannt gemacht worden ist, begreiflicherweise großen Verdruß erregt. Sollen wir glauben, daß eine so starte Schröpfung wirklich nicht zu umgehen war? Mangel und Not, die der Krieg über uns gebracht �hat. zwangen zu weitest- gehender Verwertung auch der geringsten Schätze des Waldes. Die bedeutende Erhöhung der Gebühren wird vielleicht manchen ver- anlassen, sich von dieser in den Kriegsjalren so sehr empfohlenen und auch fetzt noch recht notwendigen Samnieltätigkeit fernzuhalten. Der Gesamtheit wäre hiermit wahrlich nicht gedient! Entscheidung, vor die er bei den Wahlen gestellt ist, nicht schwer fallen. Er will nicht in Knechtschaft zurücksallen, sondern freier Mann bleiben. Er wünscht aber auch nicht neuen Bruderkrieg. sondern eine Regierung der Ordnung und der Arbeit und deS sozialen Gedankens, die sich auf den Willen der Volks» mehrbeit gründet. Darum wird er für die Sozialdemo- kratische Partei stimmen. iSlürmischec Beifall.) Die Dislussion ergab volle Uebereinstlmmung mit den Aus- führungen des Reiercnten. Alle Redner belonlen die Notwendigkeit entschiedenster Unterstützung der Sozialdemokratie. In einer Schluß- anspräche betonte der Vorsitzende Albinus, daß die sozialdemokrati- schen Polizeibeamten keine Untergrabung der Disziplin aiistreben, aber allerdings den irüheren Kadavergehorsam für unwürdig eines freien Mannes halten. Wie wählt der Beamte? Eine vom Verein iozialdemolralischcr Polizeibeamten Groß- Berlins gestern nach Happoldts Brauerei(großer Saal) einberufene öffentliche Versammlung der blauen, der grünen und der Kriminalpolizei erörterte die Stellung- nabme zu den Retckistagswahlen. Genosse Franz Krüger geißelte in seinem Referat die Verlogenheit der rechtsstehenden Parteien. die trotz eigener Schuld an dem verbrecherischen Kiieg ieine sibwere» Folgen gegen die jetzige republikanische Regierung ausznsvielen versuchen. Die notwendige Reiorin des drückenden Friedens- Vertrages wird um so eher erreicht werden, je klarer bei den RcichstogSwahlen am 6. Juni zum Ausdruck kommt, daß d i e Reaktion in D e u t s ch l a n d erledigt ist. Noch rechnen die .Deulschnationale Volkspartei* und die.Deutsche Volkspartei* auf die Beamten, obgleich gerade diese in den Zeilen der Monarchie bei erbärmlichen Gehältern unter rücksichtsloier Knechtung und Ent- rechtung zu leiden hatten. Die Polizeibeamten. die früher gegen die Arbeiterklasse mißbraucht wurden und bei ihr sich verhaßt machen mußten, können am ollerwenigsren die Wiederlehr jener Zustände wünschen. Erst in der sozialistischen Republik, die bei der g e i a m- ten Beamtenschaft wie beim Heere jedem Tüchtigen den freien Aufstieg ermöglicht, kann auch der Beamte zu seinem Recht kommen. Der Beamte, der bei den Reichsragswoblen >ür eine der rechtsstehenden Parteien stimmen ivollle, würde sich selber das Messer an die Kehle ietzen. Er kann auch nicht für das Gegenstück der monarchisti'chen Putichmacher stimmen, nicht für eine Partei, die eine Diklatnr von links aufrichten möchte. Die Sozial- demokralen hätten in der Regierung mehr erreicht, wenn sie nicht leider infolge des unzulänglichen Ergebnisses der Wa'ilen zur Nationalveriammlung an die Koalition mit bürgerlichen Parteien gebunden gewesen wären. Wird im neuen Reichstag die Macht der Sozialdemokratie gestärkt, dann wird sie ihrem Ziele näher kommen.(Zustimmung.) Dem Beamten kann die Zum Wahlkommissar für die Berliner Stabtverordnetenwahlen ist Magistratsrat Dr. Rieß ernannt worden. Die Fahrpreisermäßigung für Kolonisten urid Siedler wird am 15. d. M. in Kraft treten. Sie gewahrt den Siedlern und Kolo- nisten in der Umgebung Berlins unter bestimmten� Voraussetzungen bei Benutzung der 4. W a g e n k l a s s e auf Entfernungen bis höchstens 4 0 Kilp meter von der Stadtgrenzc Berlins eine 50 Proz. betragende Fahrpreisermäßigung. Uober die näheren Bestimmungen, die erst in einigen Tagen er- scheinen, werden wir noch berichten. Das Städtische Jugendpflegcamt läßt im Monat Mai für die Kinder der Oberklassen der Gemeindeschulen im Anschluß an die im Winter für denselben Kreis gegebenen Philharmonischen und Müthner-Orchester-Konzcrte das Schauspiel„Wilhelm Teil* im Schillertheater zu Charlottenburg aufführen. Die Veranftairang solcher Darbietungen erfolgt alljährlich, und zwar mit der Absicht, den aus der Gemeindeschule abgehenden Kindern Anregungen zum weiteren Besuch von Kunstmusikvorträgen und klassischen Bühnen- Vorführungen mit auf den ferneren Lebensweg zu geben. An die Kriegsvrrsicherten der Volksfürsorge richtet der Vor- stand die dringende Aufforderung, alle Ansprüche an den Kriegs- resertesonds bis zum 17. M a i und solche an die Kriegs v e r- sicherungskasscn bis zum 1 7. I u n i bei der Hauptgeschäftsstelle der Volksfürsorge. Hamburg 5, zu melden. Später? Niel- düngen müssen unberücksichtigt bleiben. Die Korporativteilnehmer haben dementsprechend ihre Maßnahmen zu treffen. Für Ver- mißterklärte gelten dieselben Fristen und müssen die Anspruch- erhebenden von den Behörden, wo die Verkustlisten auSliegen, eine Bescheinigung fordern, daß der Betreffende als vermißt in den amtlichen Verlustlisten stecht und diese mit den übrigen Papieren der Volksfürsorge einsenden. An der Bolkshochschule Grost-Bcrlin beginnen am Donnerstag folgende Vortraasreihen i Älnlageb. d. Univ. cdöriaal 3, Kaiscr-Fi cnrz- Joscph-PIatz, abends 6'I, Ubr, Pros. H. Cunvw: G e s ch i ch t e der neucrenMcscllschaits-undStaatslehre.— Landivirtichait- liche Hochschule, Fnvalidenstr. 42. abends 7 Ubr, Dr. Schede: Erl ch i- I ch e K n n st st ä t t e n.— Königstädt. Oberi callchule, Paitcurnr.-U/s' abends 8 Uhr, Dr. Sternberg! Vom Wesen des geschichtlichen Lebens.— Trcbtolv. Ncalgyinnasium. Neue Krugallee L, abends 8 Uhr. Dr. Geiger. Rechtsfragen des täglichen Lebens.— Frledr.- Realgymnasium, Mitlenwalder Slr. 34/37, abends 7 Uhr. Dr. Pilzer: Ucbungcn im Bestimmenvon Blütenpflanzen Karlen an den bckannlen Berkaussstellen in der Stadt und an der Agendkasse. Das Siadtfuhramt hat feine Dienstränmc nach dem Marstall- g e b ä u d e verlegt. Freibad Müggelsee. Die Eröffnung des BadeS erfolgt am Sonn. tag. den 8. Mai. Wochentags wird das Bad um 8 Ubr und Sonntags um 7 Ubr morgens gcössnct. Tos Bad bleibt bis enischlicßlich 12. September an Sonn- und Wochentagen geöffnet. Treptow- Baumschulenweg. Die Gemeindcoertretiiilg bewilligte die L o h n b e i h i l j e für Arbeiter und nichtstän. ige Angestellte iür April nach den Berliner Sätzen; die Einriwinng einer Sckiulzahntlinrk(im Hernie Elienstr. 8) und die Anstellung eines hauptamtlichen Schularztes wurde im Grund- iatz beichlosien Die Durcknührung soll zum 1. Juli 1920 angestrebt werden. Die Ouäker-Speisuug von rund 800 untereniährien Schulkindern und einigen werdenden Müttern in Form einer Früh- stücksmahlzeit wird sofort eingerichtet. Die Gemeinde richtet an die betell'gten Eltern den Appell, hierzu je nach ihrer w'rlichnfl- lichen Leistungsiähigken einen Beirrag direkt an die Gemeindekasse 23! Segen öer Cröe. Roman von Knut Hamsun. Oline sagte:..Was das betrifft, so werde ich meine Holz- schuhe wobl noch abnützen. Ich habe nicht geglaubt, daß es so große Eile hätte, meine eigenen Holzschul)« durchzulaufen." — Sie sprach leise und gedämpft, aber sie kniff die Augen halb zu, o sie war klug und schlau I„Die Inger," sagt sie, „der Wechselbalg, wie wir sie genannt haben, ist unter mei- neu Kindern umhergegangen und hat da in all den Jahren dies und jenes gelernt. Jetzt haben wir den Dank dafür. Wenn meine Tochter in Bergen einen Hut trägt, dann tut das Inger vielleicht südwärts da drunten auch, ja vielleicht ist sie nach Trontheim gereist, um sich einen Hut zu kaufen, haha!" Jsak stand auf und wollte hinausgehen. Aber jetzt war Oline das Herz aufgegangen, und sie zeigte, wie schwarz es war/ ja sie strahlte wahrhastig Dunkelheit aus, sagte, keine von ihren Töchtern habe ein Gesicht wie ein feuerspeiendes Raubtier, könne sie gern.sagen, aber deshalb gehe es ihnen auch ganz gut. Nicht alle hätten Geschick dazu, Kinder um- zubringen.—„Jetzt nimm dich aber in acht!" rief Jsak, und um sich recht klar verständlich zu machen, fügte er noch hinzu: „Du verdammtes Weibsbild!" Aber Oline nahm sich nicht in acht, nein.„Haha!" sagte sie und sah zum Himmel auf und deutete an, daß es eigentlich übertrieben sei, mit einer solchen Hasenscharte herumzulaufen wie gewisse Leute. Man könne auch darin Maß halten. Jsak war wohl froh, als er endlich glücklich aus dem •ftanfe draußen war. Und was blieb ihm anderes übrig, als Oline Lederschuhe zu verschaffen! Er war ein Ansiedler im Walde, und war nickt einmal so weit den Göttern ähnlich. daß er seine Arme über der Brust kreuzen und zu seinem Dienstboten sagen konnte:„Geh!" Eine so unentbehrliche Haushälterin wie Oline war in Sicherheit, sie mochte sagen und tun, was sie wollte. Di? Nächte sind kühl und es ist Vollmond, die Moore erstarren so weit, daß sie zur Not einen Mann tragen, de: Tag taut die Sonne sie wieder auf und macht sie ungangbar. Jsak wanderte in einer kühlen Nacht ins Dorf hinunter, um Schübe fiir Oline zu bestellen. Er hat zwei Ziegenkäse bei sich für Fran Geißler. Auf halbem Woge nach dem Dorf hat sich nun der neue Ansiedler niedergelassen. Es war woh' ein vermöglicher Mann, da er.Zimnierleute vom Dorfe bestellt hatte, die ihm sein.Haus bauten.� und dazu noch Tagelöhner, um ein Stück sandiges Moor für Kartoffeln umzugraben; er selbst tat nichts oder nur wenig. Ter Mann war Brede Olsen, Amts- diener und Gerichtsbote, ein Mann, an den man sich wenden mußte, wenn der Doktor geholt oder bei der Pfarrfrau ein Schwein geschlachtet werden sollte. Brede Olsen war noch nicht dreißig Jahre alt, hatte aber schon vier Kinder zu ver- sorgen, außer seiner Frau, die eigentlich auch noch ein Kind war. Ach, Bredes Vermögen war wohl nicht so sehr groß, es warf nicht so sehr viel ab, Topf und Pfanne zu sein und zu Auspfändungen zu fahren: jetzt wollte er es mit der Lano- Wirtschaft versuchen. Für seinen Hausbau hatte er auf der Bank Geld aufgenommen. Sein Grundstück hieß Breidabluf, Schultheiß Heyerdahls Frau hatte ihm diesen herrlichen Na- men gegeben. Jsak geht an der Ansiedlung vorüber und nimmt sich nicht Zeit hineinzugehen, aber so früh am Morgen es auch ist. am Fenster stehen schon dichtgedrängt die Kinder und schauen heraus. Jsak eilt vorüber, er will beim nächsten Nachtfrost schon wieder hier zurück sein. Im Oedland draußen hat ein Mann gar viel zu bedenken und sich zu überlegen, wie er es aus die beste Weise einrichtet. Er hat zwar jetzt gerade nichl so übermäßig viel Arbeit, aber er hat Heimweh nach den Kin- dern, die daheim bei Oline zurückgeblieben sind. Während er so dahinschreitet, muß er unwillkürlich an seine erste Wanderung hier denken. Die Zeit fft dahinge- gangen, die beiden letzten Jahre sind sehr lang gewesen: vieles ist gut gewesen auf Sellanraa, aber etwas ist schlimmer ge- wesen, ach ja, Herrgott im Himmel! Nun war also eine neue Ansiedlung hier entstanden: Jsak erkannte die Stelle gut wieder, dies war einer von den wirtlichen Plätzen, die er auf seiner ersten Wanderung untersucht hatte, aber dann vorbei- gegangen war. Er war hier näher beim Dorf, jawohl, aber der Wald war nicht so gut; es war hier Ebene, aber Moor, die Erde war leicht umzubrechen, aber das Entwässern war schwierig. Ter gute Brede hatte noch keinen Acker damir, daß er den Moorboden umgrub. Und was sollte das heißen, wollte denn Brede einen Schuppen hinten am Wohnhaus an- setzen zu Geräten und Fuhrwerk? Jsak sah ein Fuhrwerk unter offenem Himmel gerade vor dem.Hause stehen. Er macht seine Besorgung beim Schuhmacher, aber Frau Geißler ist weggereist; da verkauft er seine Ziegenkäse an den Händler. Am Abend geht er heimwärts. Es gefriert immer mehr, so daß man leicht übers Moor gehen kann; aber Jsaks Gang ist schwer. Gott mochte wissen, wann Geißler nun wiederkam, da seine Frau verreist war, vielleicht kam er nie wieder. Inger war fort, die Zeit verging. Er geht jetzt auch auf dem Rückweg nicht zu Bredes hinein, nein, er nwcht einen Bogen um Breidablick herum und kommt so ungesehen vorbei. Er will nicht mit Menschen reden, er will nur weitergechsn. Noch immec steht Bredes Fuhrwerk im Freien.> Ich möchte wissen, ob es da stehen- bleibt? denkt Jsak. Na, jeder hat das Seine! Jetzt hat er ja selbst, er, Jsak, ein Fuhrwerk und einen Schuppen dazu, aber es ist deshalb doch nicht besser gegangen, sein Heim ist nur halb, einmal war es ganz, jetzt ist es nur halb. Als er bei vollem Tageslicht so weit gekommen ist. daß er sein Haus auf der Halde droben sehen kann, wird ihm leichter ums Herz, obgleich er müde und matt ist nach der zweitägigen Wanderung. Die Gebäude stehen noch da. Rauch steigt vom Schornstein auf, beide Jungen sind im Freien, sobald sie ihn sehen, stürmen sie ihm entgegen. Er geht hinein, in der Stube sitzen zwei Lappen. Oline steht übermscht von der Bank auf und sagt:„Was— bist du schon wieder da?" Sie kocht Kaffee auf dem Herd. Kaffee! Kaffee! Jsak hat es wohl schon früher bemerkt: wenn Os-Anders oder andere Lappen dagewesen sind, kocht Oline sich lange Zeit nachher in Ingers kleinem Kessel Kaffee. Sie tut es, wenn Jsak im Wald oder auf dem Feld ist; und wenn er un- erwartet heimkommt und es sieht, schweigt er. Aber er weiß, daß er jedesmal um ein Bündel Wolle oder einen Ziegenkäse ärmer geworden ist. Deshalb ist es sehr gut von Jsak, daß er Oline jetzt nicht packt und zwischen seinen Händen zer- schmettert für ihre Niedertracht. Ja, im ganzen genommen versucht es Jsak in Wahrheit, ein immer besserer Mensch zu werden, was er auch dabei im Sinne haben mag, ob er es um des lieben Friedens willen tut, oder weil er hofft, Gott werde ihm dann Inger früher zurückgehen. Er hat einen Hang zum Grübeln und abergläubisch zu sein, selbst seine Bauern- schlauheit ist treuherzig. Jetzt eben im Herbst hatte es sich gezeigt, daß das Torfdach ans seinem Stall aus das Pferd herabzusinken drohte, da kaute Jsak ein paarmal an seinem Bart, aber dann lächelte er wie jemand, der einen Svaß ver- steht, er richtete das Dach aus und stützte es mit Sparren. Kein böses Wort entfuhr ihm. Ein anderer Zug: Das Vor- ratshaus, in dem alle seine Lebensmittel imtergebracht waren, stand nur an den Ecken sozusagen auf hohen steinernen Füßen. Nun kamen durch die große Oefsuung in der Mauer kleine Vögel ins Vorratshaus hinein, flatterten darin herum ltnd fanden den Weg nicht mehr hinaus. Oline klagte, die kleinen Vögel pickten an den Eßwaren herum, liefen auf dem Speck hin und her, ja, sie täten auch das, was noch schlimmer sei, darans. Jsak sagte: J&a, es ist auch schlimm, daß die armen Vogelein hereinkommen und den Weg nicht mehr hinausfinden!" Und mitten in der strengen Arbeitszeit brach er Steine aus und füllte die Mauer damit auf. Goff mochte wissen, was er sick dabei dachte, ob er hoffte, er werde, wenn er sich so gut aufführte, Inger schon in der nächsten Zeit zurückbekommen. (Forts, folgt) 1 \n stiften. Die einzelnen Portionen werden nicht Bezahlt, eine Aegenleistunz sür die Unkosten dieser hochwertigen Speisen ist jedoch lerechifcrtiiit, da die dabei»ichlbeteiliplen Kinder für die bisherige infackcre Schulspeisung iäglich 10-20 Pf. bezahlen müssen. Die ffrage dieser Speisung soll demnächst neu geregell werden. Zur Feststellung der Vorgänge in der Gemeinde beim Kapp»Putsch wurde ein llntersuchungSauSschutz, bestehend aus dem siemeindevorstand und sechs Gcmeindeberordnelen, eingesetzt. Der Bürgerblock erklärte, sich an dessen Arbeiten nicht beteiligen zu wollen, da diese einer gesetzlichen Grundlage entbehrten. Grost-Berliner Lebensmittel. Berlin. Die Vollmilchlarlen sür Juni werden sür die Kinder im nrftc» und zweiten Lebensjahre am 10. und lt., sür die Kinder im sünsten nd sechsten Lebensjahre am 14. und 15. Mai ausgegeben. Jedoch sind 'cn Haushaltungen, denen Karten sür verschiedene Äilcrsswsen zustehen, ämtlichc Milchlartcn an einem Tage auszuhändigen. Pantow. Löil Gramm Marmelade(lg). Tegel. 250 Gramm Haserflocken(21 und 22), 250 Gramm Kunsthonig(19). Herursdorf. 250 Gramm Weizenmehl(24). Jol'annicthal. 350 Gramm Graupenmehl(510), 250 Gramm Mais- locken(Sil). Sonderausgabe(512), 250 Gramm Marmelade(21). In der 4emeindeocrkaussstelle 1 Päckchen Süßstofs(613). Filr Kinder 250 Gramm Undergersteninehl(614), 200 Gramm Vuchwcizenmchl(615). Groß-Serlmer parteinachrichten. Heute, 3. Mai: 2. Abt. 7 Uhr, Fugendheim, Lindcnstr. 3. 2. Hos III, Dr. Kantoro- ätz:„Die sühren wir den Wablkamps erfolgreich?" ' 21. Abt. Tie irrtümlich für Dienstag angezeigte AbteilungSversamm- ung findet beute 7 Uhr bei Stessen, Landsberger Allee 150, statt. Lichterfcldc. 7'/, Uhr Mitgliederversammlung im Realgymnasium drakcstr. 72. Borsigwalde. 7>/, Uhr: Fraucnabend bei JaschinZki. Neue Ernst- lrasic 5. Res. Genosse Meise. Wittenau. 7st, Uhr: Frauenabend bei Schulz, Hauptstr. Morgen, K. Mai: 39. Abt. 7 Uhr Abtellungsversammlung bei Bergcr, Lewetzowstraße, iZcke.Jagowstranc. Werbeausschust der Eisenbahner. 6 Uhr, Rosenthaler Hos. Rosen- thaler Strafte. Versammlung der Bezirks- und Strccken-Vertraueiisleute owie aller tätigen Genosien. Alt-Glicnicke— Falkenbcrg. 7'/, Uhr: Fraucnabend bei Klingen- rerg, Grünauer Str. 29. Ref. Genosse Dr. Zynalkowski:„Hygiene«. vortrage, verelne unü Versammlungen. Reichsbund der Kriegsbeschädigten. Donnerstag, 7>/, Uhr, in Schöncbcrg. Aula der Hohenzollcrnschule, Helzigcr. Ecke Eiienachcr Strafte. Vortrag des Redalteurs Pfändiier:„Was bringt uns das neue Militär- vcrsorglingsgcsetz".— Bund der techn. Angestellten und Beamten. Qrtsvcrwaltuiig Dsten II. Donnerstag 71/, Uhr, Brauerei Pfcfferberg, Franksurtcr Allee 313. Bortrag des Kollegeu Münk:„Die Grundlagen der Sozialisicrung«.— Arbeiter- Samariterbiind Wetstensee. Heute 7 Uhr in der Gemeindetlirnballe, kleiner«aal, Kursus.— Douriften-Berein »Die Naturfreunde«. Donnerstag Versammlung,'1,9 Ubr. Ohmstr. 2. Sonntag Bernau— Helllec— Bernau. Ab Stetliner Vorortbahnhos 6.40.— Ein Jahr austenpolttiicher Arbeit in der Deutschen Republik lautet das Tbcma, über das Genosse Rauscher, Pressechef der Reichsregie- rung. am Freilag 3 Uhr, im Landwehrlasino. am Zoo, auf Einladung der Geselljchast sür Ausbau und Werden spricht.— Bund entschiedener Tchulreforincr. Mitgtiederoersammlung, Donnerstag, 7 Uhr, Atbrccht- stratze 20: Oesienttiche Versammlung, Sonnabend, 7 Uhr, Albrechtstr. 20. Sport. Waldlauf der„Freien Turuerschaft Berlin" in Pichelsberg. Am letzten Sonntag legte obiger Arbeiterturn- und-sportverein Zeugnis von seinem Können und sportlichen Betrieb ab. 161 Läuter und Läuferinnen stellten sich dem Starter und die einzelnen Sirecken wurden von den vielen Zuschauern mit regem Interesse verfolgt. Erwähnt sei noch, dag sich auch die»Alten Herren* am Lauf beteiligten. Nachfolgend die bauptsächlichsten Resultate: Männer(über 35 Jahre), 560 Meter: 1. Felix Kauf, 35 I., 1,38% Min.: 2. Willi Garz. 41 I., 1,41� Min.; 3. Karl Lufsly. 45 I.. 1,43 Min.— Männer(18-35 I.). 3000 Meter: 1. Moritz Kohl. 28 I.. 10,35Vs Min.; 2. Willi Butler. 22 I., 11.0 Min.; 3. Erich Engelbrecher. 19 I.. 11,33 Min.— Frauen(über 18 I.), 500 Meter: 1. Anna Tillwig, 19 I., 2.16'/, Min.: 2. Anna Heher, 29 I., 2,17 Min.: 3. Gertrud Schulze, 28 I., 2.17'/, Min.— Junge Mädchen(14-18 Jahre), 600 Meter: 1. Herta Stremvel. 16 I., 1.445, Min.: 2. Chart. Piesker, 17 I. 1.46 Mm.: 3. Frieda Utzfeld, 15 F., 1.47�/, Min.— Jugendliche männliche(14—18 I.), 2000 Meter: 1. Erich Jäger. 17 I., 7,52 M.: 2. Konrad Backhaus, 15 I., 7,53�/, Min; 3. Bruno Bleuel, 17 I., 7,64 Min.— Knaben, 500 Meier: 1. Alfred Eicke, 12 I., 1.36 Min.: 2. Heinrich Utzfeld, 13 I., 1,37 Min.: 3. Hans Paschen. 13 I.. 1,40 Min.— Mädchen, 500 Meier: 1. Eliiabeth Pasenau, 14 I., 1,52 Min.: 2. Wallt Am» berg, 10 I.. 1.52'/, Min.; 3. Helene Karz, 12 I., 1,54 Min. 32000 M. Ucbcrgebot, das höchste, das je auf deutschen Bahnen abgegeben worden ist. wurden am Montag für O u a n z erzielt, der mit 80000 M. eingesetzt war, aber erst für 62000 M. von seinem Stall zurückgekauft werden konnte.— Am Montag betrug der Totalis atorumsatz auf der Grunewaldrennbahn 5037223 M� Mus aller Welt. Sicherheit im Saargebiet. Am 27. April wurde der Kaufmann Leo Heimann in einer Stratze in Saarbrücken van vier französischen Zivilisten gegen die Brust gestoßen und zu Boden geworfen. Da keinerlei Meinungsstreitigkeiten vorausgegangen waren, forderte Heimann die Franzosen auf, mit zum nächsten Polizeiposten zu kommen. Bei dem Verhör dort verweigerten sie ihre Namens» angabe. Als der Schutzmann sie daraufhin mit zur Wache nebmen wollte, kam ein französischer Soldat vorbei, der den Schutzmann aufforderte, die vier Franzosen wieder freizulassen. Da es den deutschen Schutzleuten verboten ist, entgegen den Weisungen französischer Militärangehöriger zu verfahren, mutzte der Schutz- mann die Franzosen laufen zu lassen.— Völkerbundsregime! Schleichhändler terror. In Waidhosen an der?>bbs, Nieder- österreich, stürmten etwa zweihundert Bauern das Bezirksgericht, drangen in dasselbe ein, bewarfen den im Verhandlungssaal an- wesenden Richter mit Kruzifix und Leuchter und er- zwangen so die Freilassung des wegen Schleichhandels tags zuvor verhafteten Bauern sohnes Zopani. Es wurden fünfund-- zwanzig Gendarmen in Waidhofen konzentriert, welche die Ver- Haftung der Rädelsführer vornehmen sollen. Opfer eines Grubenbrandes. Zu dem Brand auf dem Wilhelms- schachl II bei Zwickau wird gemeldet, daß bis jetzr vier Mann von den neun eingeschlossenen Bergleuten als Leichen geborae» sind. Die Reltungsveriuche dauern fort. ES besteht keine Hoffnung. sie noch lebend aufzufinden.... öriefkksten üer Reöaktwn. Seder rtlr den Briefkasten bestimmten Anfrage Wae man einen Buchstaben anc sine Rummer bei. Briefliche Auskunft wird nickt erteilt. Eilige An. fragen trage man in der Juristischen Sprechstunde Lindenstr. 3. I. Hai par- terre link», vor. Schriftstücke und Verträge find mitzubringen. I. B. 24. 1. Ja. 2. Nein. 3. Ailsbesseruiiuen können Sie jederzeit fordern.— C. R. 53. 1. Nein. 2. Kommen Sic mn Unterstützung ein. — B. S. 9. Ja.— 9JI, 4. Ja.— Ausweis 19. Wenden Sie sich an das Polizeirevier bczw. Polizcipräsidwm. wo Ihnen ein Pap ausgestellt wird.— B. 1885. 1. Nein. 2. Unbekannt. Auslritrsertlärungen nehmen die Amtsgerichte entgegen.— H. 10. 1. Wiederholen Sie Ihre Frage unter Angabe der Art der Tätigkeit der Hebamme. 2. Nach Matz- gäbe der Dienstanweisung und den Vorschriften des Hebammen-Lehrbuchs. 10HSS0KSESSSSSSSASS l\ *1 l| 1 i Aufbau und Werden Gesellschaft für praktische Volksaufklärung I Freitag:, den Mai 1920, abends 8 Uhrs Vortrag von Ullrich Rauscher ■ Ministerialdirektor,' Pressechef der Reichsregierung Thema: Ein Jahr außenpolitiseher Arbeit in der deutsehen Republik Lokal:LandwehrsKasino am Zoo Untergrund- und Stadtbahn-Haltestelle Zoologischer Garten Eintritt frei! 164Kf ferrückl sind alle Preise nach unten, trotzdem zahle ich pro Kilogramm für iupfer.... 11,— I RotfjnB.... 8.— llumlniam., lO,— Mc»«iiig...<1.— tlei..... 2.50(Zink..... 1.5« Alteisen 0,70. Größere Quanten Extrapreise! Behrends, Blumenstr. 71. Streng reell! Solanoe Annonce läult! Kupfer.•• 12 Mk. pr. kg Messlag•• 6«,„„ n nr W n ßman natr.2� Äits Gebisse bis 3000.— M. Auch einzelne Zähne von 7.00 bis 20.G0 Ttl. jedoch kein Zahn unter 7 M.(Langstifte) wo Ecniheit festgestellt. Knopfstiftzähne die Hälfte. ZaMeelmiseti. 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Es enthält nur wirksame Salze. Es ist angenehm zu nehmen. Seine Wirkung besteht in der Beseitigung der Schmerzen und der Anschwellung sowie in dem Geschmeidigwerden der Gelenke. Gichtosint ist unschädlich und wird von Männern, Frauen und Kindern gut vertragen. Das Alter hat dabei nichts zu tun. Gichtosint ist jedem zu empfehlen, der an Reißen in den Muskeln oder Gelenken oder an Gichl leidet. Sobald Sie sehen, daß die Probe kur Ihnen gut tut, werden Su gern eine Monatskur aus de nächsten Apotheke beziehen. Weger der Gratisprobe aber müssen Su direkt schreiben an das General-Depo Viktoria- Apotheke, Berlin A 29 Friedrichstraße 19. Gichtosint ist auch in anderen Apotheken zu haben. ünium ■Tyjr'-» aupnocfc X uqao l Theater>lichtspiete etc. 1 Opernhaus. Tristan und Isolde. __ Anfang S'/a Uhr._ Schauspielhaus. Othello. _ Anfang 7 Uhr._ DireKtion Max Keinnardt OcutBches Theater. 7V, u.: Dame Rohold. Donnerst T1/,: Dame Kobold. Kammeraplele. ?'/, Uhr: Stella. Donnerstag T'/jf Stella. Gr. Schauspielhans Karlstraße. 7. Der weißeHeiland(20A,3.A.) Donnerstae 7 Uhr: Der weiße Heiland 121. A..3 A.) Thealer 1. d. KdniggrätzerStraOe V,8 Die große Katharina. Mit dem Feuer spielen. Komödienhaus Der Herr MiniStCF (Lieunhard Jlaskel) Berliner Theater VaS Uhr: Der letzte Walzer mit Fritzl Massarj.Otto Storni, Hans Wassmann usw. Centml-Theiiter w, u Fräulein Puck. Dentsrhefi Opernhauo« 7 uhr: ßsr Walfenseiiniiel Dlo Tribüne 7v. u, Franziska. Frlrilr.-WUhelniKt.Th. L'.'DerautmacherSr.Düreiil. Kleinen Theater. 7v. uhr: Der Snob mit Albert Bassermann. Kl. Nchaunplelhaun. 7V. Uhr Die PiaiTliauskoniöiiie. KomiMche Oper uhf Eine Balluacht. I.iiHtHpielhau. Arnold Riech in TU- Uhr oin.ujj MetropoI-Thi-aterT u1� Im Weißen Röss'l Seuen Oneretten iiauM 7v. u.rDieDanie vom Zirkus Xene» Volhntheater Tl,_____________ Schiller- Thon:. Chart. 7-/.u.- Die verlorene Tocbter Thailn-Thentcr uh': Amor auf Reisen Th.am Aiollendorfplntr. 3>/«: Marie, d. locht, d. Reglm. £1 Eine üaelit im Parailies. 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Frau: ffi. Blöbocn, Cöpenick, Augusie-Biktariaftraße 24. I gerz.. Leder- u. Nierenleiden wlederhalt ge-! bessert.— 4. Herr S.«naie. Rchaur., Etznr- lotlenburg, Huiienftt. 12.«hranischer Mmei- ohrkvlarrh geheilt.— S. Frau Grn.iberg. Wri-! henfee, Lmbenallee Z. Von schwerem Asthma befreit.— S. Frau m. Znste. Berlin, Nollenoori- strage 40. i. Nhenwatismn» geheilt.— 7. Herr> E. Ehrhardt,«r.-Lichtecfelde, Ringstraße 52». � Chronisches HAftgeleniieiden wiederhast er-! svigreich behandelt.— S. Frau E. chodarff. i Berlin, Kolberger Str. 28/29 Nernen- n.«Iirvchea-- hnntenizündung geheilt.— 9. Frau vrenh' Pankow, Dlunerowstr. 54. Lnagendlnten in vier Tagen vvllständig gehellt.— 10. Frau ffi. Herz mann, Schönederg, Feurigllratze 61. etiler*» Fistel nach BlinbOacmopecatlon gehellt.—. 41. Herr E.»ifter,»tiedenau, SponhoUftcohc 56 Bon SniegeleaNeiden geheilt.— 42. Frau> A. Nohemaser, Berlin, Bresianer Str. 1. gtiies! 15 jähriges Herzleiden geheilt.— 13. Herr' M. Anhner, Beini-endars-west, Antonicustr. 3.: ttieservereileenng geheilt.— 14 Frau y. Gagai, 1 Sochfenhaufen bei Oranienburg i. Mari Ituie«!.- Blnlnngen n. Nervenleiden geheilt.— 45. F-uu I i Ww Zritschler. Berlin, Marienburger Straie 48. Varmgeschwulst geheilt.— 4». Frau des Herrn � , Insvettoro O. Heinrich, Berl>n-Zlri«drich»seihe,; »agerniehhas. Bon«eb.-»ni�nng geheiii.: 17. Herr Erich vaik, Berlin, Haveldcrger Str. 15.! I Bon Nieren- und Mlnfeoleide*. Wasser sacht; | allgeni. graher»chwäche geheilt.— 43 Frau> Reslaur. Hering, Berlin, Echönbeuier Allee 87. Ben 1 Basedowscher Kransheil geheilt.— 49. Frau, E. Popp, Beriin-Lichtenberg, Eärlnerstt. 10. Bon chron. Leiden, Herzfchwäche and Berstapfnng � ■ gehellt.— 2b. Herr lt. Schlabilz, Berlin. Caprivi-! j Nrage 24. Bon Geflchiswpus gehellt; vorher mit Nabium erselglos behanbelt.— 24. Herr A. Y»>- j ! mia. B.-Borstgwalde, Ernststt. 25. Bon IKk»«*-! geschwnlst. Verstopfung nnd Nervenschwäche i geheilt,— 22 Hrrr Mlchhiinbler Erkort, Berlin, 1 Dreiienl, agener Straße 26. Bon gichtlsch-rhenmn- lischen Schmerzen in Bein unb Fuweienk ge-> heilt.— 23. Herr Gastwirt G. Michaetis, Chor-! toklenbnrg, Wallstr.»7. Bon chronischem Leder. � leiden und»elbsvcht gehellt.— 24. Frau Mt., Knorr. Berlin-Lichtenberg, Echarnweberstr. 62. Bon! schwerem Beinleiden geheilt. Bern sollte abgenommen werben. Ms?- Briestiche Orsginal-Anertennunge* ve» uns aeheiller Pet.evten stehen im Wartezimmer ber Anstalt aus Wunvh zur«»ficht!— Getrennte I BehaublunasrSume skr Kamen und Herren!— Sprech, imb Behaablnngszeit: 8—1, t—T/i Uhr, Sonntag und Feiertag:»—1 Uhr.» HeNanstaitsKassher Professor P. Mastelsky approbiert im Ausland Berlin SO 10, Briickemsdraße 10b am Bahnhot JannowltzbrOcke. ÄmlWiaCCfP tz?— vis-a-vis der Marltthalle Alllll Cudill. JJ, xahlt die höchsten Tagespreise Ki Kupfer, Messing, Blei, Zink ns 30 Jahre einzig bewährt! 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Ortskrankenkasse Qr das Uuchdruckgewerbe ■u Berlin. .ufQrund der Verordnung der teichsregierung vom 1. 4. 1920 tat derVorstand in derSitzung /om 26. 4. 1920 beschlossen, m§ 16 zwölf Lohnstu:en mit lolgendem Tagesempelt fest- mselzen: bis 2,50, 4,50, 6,50 1,50, 10,50, 12,50, 16,—, 19,—, 12,—, 25,—, 28.—. und über J8,— M. Der Grundlohn zur Berechnung der Kassenleistungen beträgt täglich: ,50, 4,—, 6,—, 8,—, 10,— 12,—, 15,—, 18,—, 21,—, 24.—, 27,—. .10,— M. Im§ 44 beträgt demnach der Beitrag bei 6 Proz. des Grundlohnes bei sechstägiger Beschäftigung: 0,90, 1,44, 2,16, 2.S8, 3,60, 4,32, 5,40, 6,48, 7,56, 8,64, 9,72, 10,80 Mark, bei siebentägiger Beschäftigung 1,05, l.eS, 2,52, 3.36, 4,20, 5,04, 6,30, 7,56, 8,82, I0st)8, 11,34, 17,60 M. Lehrlings ohne Entgelt gehören in Stufe A mit einem Wochenbeitrag von 27 bezw. 30 Pf. im§ 2 ist die versicherungspflichtige Grenze für Angestellte von 5000 M. auf 15000 M. heraufgesetzt. Diese Abänderungen treten mit dem 10. Mal 1920 In Kraft. Berlin, den 3. Mai 1920. Der Vorstand Max Ebel, Hermann Olberg, Vorsitzender. Schriftführer. l'Stfs-ßtanwe für die Gewerbe der MlermWm- WMM zu Berlin. Slks-SMeMe für die Gewerbe der MINMW!« WMM lediuuitmiedullg. Die am 24. April d. Zs. er- folgte Bekanntmachung über Heraufsetzung bezw. Berlinde- i.ung der Grundlöhne und Veränderung der Stusenein- teiwng vom 14. April 1920 vleibt bestehen, tedoch mit der Maßgabe, daß die neue Grund- lohn- und Stuseneinfetlung nicht am 26. April 1920. sondern am 10. Mai 1920 In Ärast tritt. Ferner teilen wir mit, daß der Reid)srat die Vcr- gd)cntngsgrcnze endgültig auf '.6000 M. pro Jahr mit Mrkung vom 10. Mai 1920 sestgefekt hat. 145/1 CT. ull Bocafe. Vorsitzender. Srlj Zinse, Schriftführer. Mm. SttslMke«' lasse SvWillZv. öLksvlltMsedllvg. Zur Ergänzung unserer Be- 'gmitmachung vom 23. April er. i. adieu wir daraus aufmerksam, .mß durd) Belchluß des R' ichs- ats vom 23. April d. Z. die Versicherungsgrenze Mr Be- . tute, Angestellte usw. nicht '0 000, sondern 15000 M. be- ■ agt und zwar nicht mit blirkung vom 8. Mai, sondern nit Wirkung vom 10. Mai 1920. Die bereit» eingereichten Ncu- neldungen werden wir vom 10. Mal d. I. gelten lassen. Wegen der binteilnng der chrund löhne verbleibt es bei inscrer Bekanntmachung, nur 'Nit der Maßgabe, daß die iehöhung der Grundlöhne nicht vom 26., sondern vom 27. Apri! 1920 In Kraft tritt. Wir ersuchen die Arbeitgeber nunmehr, so schnell wie mög- !ich die noch ausstehenden Um- und Anmeldungen bewirten „u wollen. 284/18 Oee vorstand. ®. Richter, Vorsitzender._ Ügetn. ölislrönlea- iüsse W-MkelArg. öellSMtmseduog. Auf Grund der Verordnung betr. die Heraufsetzung der Verficherungspflicht tritt die Erhöhung der Grundlöhne mtt dem 2. Mai 1920 in Kraft. Ferner ist die Erhöhung der Bersicherungspfiicht durch Be- schluß de» Reichsrat» vom 29. April 1920 auf 15000 M. festgesetzt worden. 145/6 Diese Bestimmung tritt am Montag, den 10. Mai 1920, in Kraft. zu Berlin. Arn Freitag. 14. Mal 1920. nachm. 6 Ahr, findet im Aelchenberger Hof, Herrn Fahrow, Reichenbcrger Straße 147, die Ordentliche Ausschuhsitzung statt, zn welcher die Vertreter der Arbeitgeber und der Ver- ficherten hierdurch eingeladen sind. 145/2 Tagesordnung: 1. Abnahme der Jahres- rechnung für das Geschäftsjahr 1919 und Bericht des Rech- nungsausfchusses. 2. Satzungsänderung der zz l, 2. 15, 16, 57, 70, 86, so- wie Anträge von Ausschuß- Mitgliedern. S. Verschiedenes. ver vorstand, Emil voeske, Vorsitzender. Fritz Zinke. Schriftführer. llei' Baeti-, Seliieser- unil Zttgelilecker-Iiiiiiiiig ii.■ zu Berlin.. II Einladung zur ordentlichen AUSMUß-SlWvg am Montag, den 10. Mai 1920, abends 8 Uhr, im ReslauranlWoll schläger, Berlin SO.,«dalbcrtstr. 21. Tagesordnung: 1. Borlage der Iahresrech- nung für 1919, Bericht des Rechnung»- Ausschusses und Enilafiung des Borstanbe». 2. Satzungs-Aenderung. 8. Berfchicdencs. 145/8 ver vorstand. Georg Krebs, Vorsitzender. Allgm. öltsttatikM' lksse Llli.'cilkjkellvtts. kellSlllltmsvdvllg. Zu der am Mittwoch, den 12. Mai d. I., atzend» 7 Uhr, lm Xaffelllokal, Magdalenen- straße l« I, stattfindenden ordentlichen Ausschuh-Sitzung lade ich hiermit die gewählten Delegierten ein. Tagesordnung: 1. Abnahme der Jahres- rechnung des Vorjahres und Bericht der Revisoren. 2. Acnderung der Kh 1, Abs. 2, 19. 20, Abs. 1, Rr. 1. 2 und 48. 8. Acnderung de» K 2 der Dienstordnung. 145/7 4. Kasienangelegenhettcn. ver vorstand. O. Settel, Voesitzender. Spezialarzt Dr. med. WockentaB Frledrichslr.m Sonnt. ll— 1. Snphilis, Hani-, Frauenleiden, Blutuntersuch. Echnellc.stchere.schmerzlolcHeilg. ohne Bcrussstorung. Trilzahlg.� >. Elsge Llupfer 1.1,30 Aluminium 10,- Messing 0,50 Blei 0,- undAegfliver sowie die Ii d c h n t e n Ii.onkurrenzprei«e LettlauerStr. 98«»d Odcrberger Str.I. voliskönilig geheilt wurde ich, obwohl selbst ärzt- iiche Hiise vergebens war, durch Ihr Speztalmtttet von metner Flechte. Jedem, der daran leidet, empf. ich dringend Ihr Mittel. Rathaum, R. S... Reicheis FIed)teniiiittel mit Epczialfeise säst 25 Jahre glänzend bewährt li.garanncriuilschädl LL 10,00. Zur gletchzeitlgen inneren Kur Reichel» Saltarin- Blutreini- ungsvulver Sch. M. 8M. Otto MtcUniS�ifnbcinlttA' tilae mrmmmrOaritm und Dielen.. Loals XVI. Scblafzimmer Joseph DreyfsS Kurfurstendamm 213 Steinplatz 53 55.• Alte Gebisse Zahn 8 ZK. kauft Edelmetalisciimslze BlumenstraKe 88. Allgememe Ortskraukenlmjse Kerlin Wilmersdorf, «olf-r-Alleo 173a. Bekanntmachung. Auf Grund der Beiordnung der Reichsreglerung über die Heraufsetzung der Grundlöhne und Ausdehnung der Ver- stcherungspflicht wird der Grundlohn wie folgt festgesetzt: für Stufe A auf. 1 M. 4 5 6 7 8 9 10 11 12 Die Mitglieder werden in folgende Stufen eingeteilt: In Stufe A gehören alle ohne Entgelt beschäftigten Lchrlinae. „„ 1„ Äafsenmitgt. mit einem Entgelt bis 2M. ., 2,,... von üb. 2-4„ . w* /tun 4 6„ H» H H H n° /, m H tt H** iA—JS* pf ff ff tf ft ff 10— 12„ ff ff ff m m ff 12—15„ ff ff tf mmn»g " ff ff ff ff f, jg-iö gg gg tt tr tt rr tt_ tt tf ff tf ft rt tr � tt » um*** 24— 27„ .._.., m. al« 27, für den Arbeitstag. Der Beitrag bettägt wie bisher 6 vom Hundert des Grund- lohn». Diese Bestimmung tritl mit dem 3. Mal 1920 in Kraft Bon diesem Tage ab sind die Beiträge nach der vor- stehenden Lohnstufen-Einteilnng zu zahlen und werden bis zu einem Entgelt von 80 M. für den Arbeitstag berechnet. Die Versichcrungsgrenze ist nunmehr endgültig auf 15 000 AI. mit Wirkung vom 10. Mal ö. 3e. festgesetzt. Von diesem Tage ab muffen daher alle im ß 165, Ziffer 2-5, benannten Personen sowie Schiffer zur Krantentaffe gemeldet werden, wenn ihr Verdienst odige Summe nicht Übersteigt Gietchzeitig machen wir noch darauf aufmerksam, daß nach einer Veröffentlichung des hiesigen Versiäiernngsamts vom 80. April 1920 in der Derlin-Wiimersdorfer Zeitung Nr. 94 der Wert der Sachbezllgc für den Stadtkreis Beriin-Wümersdors erneut festgesetzt worden ist. Durch diese Erhöhung kommt ein großer Ten der bisherigen Mitglieder, weiche Sachbezllge er- halten, ebenfalls in eine andere Stufe. Den verehrt. Arbeitgebern geht demnächst ein Rundschreiben mit näheren Angaben zu. Berlin-Wilmersdorf, den 3. Mai 1920. Der Borstand. Z. A.: R. Engelhardt, Vorsitzender. 145/8 Allgemeine Ortskrankenkasse Berli n-Friedenau, Ahelnslratze 9. Bekanntmachung. Aus Gcimd einer neuen Verordnung der Rcichsrcgierung■ über Herauf! etzung der Grundlöhne und Ausdehnung der Per- I sichernngspflicht in der Krankcnversidierung vom 29. Aprii 1920 treten auf Beschluß des Vorstandes vom 20. April 1920 am 3. Mal 1920 nachstehende Aendecungcn in Kraft. Der Grundlohn wird wie folgt festgesetzt: Für die a- Stuft..... 1,-807. "'J;...... 4I' ff»f**••••• A" *' ß...... Jg" tt ,/ n. ff•• 9•• i<5,— H 7 15— tt„„•♦••• au.„ H.---» . ,9....... 21,—. .„10....... 24.-. '.11-...... 27.-. .,.12.„..... 30,-„ In Siufe a gehören alle ohne Entgelt beschöfiigten Lehrlinge Mlgemefne ottz-UranIieüIiaifs fül' liowäwez unä llmgegeml. Bekanntmachung. Der Kaffenvorstand hat in seiner Sitzung am 28. April folgende» beschioffen: Zur Festsetzung des Grundlohn» werden die Mitglieder in folgende Lohnstufen eingeteilt: Obne Entgelt beschäftigte Lehrlinge...... Mitglieder mit einem Arbeitsverdienst bis M. 2,— von Li. 2chl bis M. 4,-........ H. LOl rt tt 5,—........ rr tr ö,01.. 8,— . tr 8,01. ,, 10,—*•••«««• ., 10,01.„ 12,-........ .. 12,01.. 15,—-------- .. 15,01.. 18,— ,„ 13,01„„ 21,—........ _. 21,01.. 24,—-------- 24,01,„ 27,-......•, 27,—........ I CAkxar.of A, tz. vd- kür Haut», Harn-, Binsen-, � vnlerleidsleiden. nervöse Scbväolie, spezie'l veraltete Bälle, Salvnrsan-Kuren, k/rln- u, Blutumersueliunzen. Separates Damenzimmer. Erste und älteste Hell-Anstalt Löser. Siufe A : I „ 3 : t ll „ 9 . 10 „ II . 12 Über: Hiernach wird der Grundlohn bis auf weiteres festgesetzt auf 1.50 M. Für Stufe A auf. *" 2;! ,. 3•. .. 4.. "" 6* "* 7 1! "" 8« ♦ *„ 9•• -':; "" 13,• 2,- 4,— 6,— 8,— 10,- 12,- 15/— 18,— 21,— 24,— 27,— 30,- An Beiträgen werden zunächst weiter 5>/z Proz. de» Grund- lohn» erhoben. Sie werden wöchentlich berechnet und betragen: bei 6 Arbeitstagen bei 7 Arbeitstagen für Stnle A .. 1 M, 4 5 6 7 8 9 10 11 12 0,50 0,65 132 1,93 2,64 3,30 3,96 4,95 5,94 6,93 7,92 8,91 9,90 M. 058 0,77 1,54 2,31 3,08 3.85 4,62 5,78 6,93 8,09 9,24 10,40 11,55 Vorstehende Aenderungen treten mit dem 8. Mai 1920 in Kraft. Diejenigen Arbeitgeber, die die Lohnaufstellnngen noch nicht zurückgesandt haben, bitten wir, dies umgehend nachzuholen. vor vorstand. 284 19 K. VII». 1. Vorsitzender F. Klug, Schriftführer. ![ Kasseninilgi. mit ein Entgelt ,„. von 8,01 tr tt tt tt. 4.0 t ...«.ot ..... 0.01 .... 10,01 . tt tr tt tt 12.01 . tt tt tt tr 15,01 tt.... 18,01 , 21,01 . 24,01 bis 2,— M „10,-. H i2#_ � " 15,—" „18,-. ,21,-. „24,-„ „ 27,— „mehr als 27,—" für den Arbetlstvg. Die Kaffenbeiträg« werden für alle Versicherlen ans sechs Hundertstel des im h 19 festgesetzten Grundlohns bemeffen, sie betragen: --------_ jjjr girbtitgtag In Stuft a .. 1 '' :' 6 ft ff„ "" 8 :: J :: .12 5 P. 12. 24„ 36, 43. 60. 72, 90. 108. 126. 144. 162. 180. darauf verwiesen Zur Vermeidung von Irrtümern wird baß die Verordnung vom 1. April 1920, wonach die Hödffb grenze der Versicherunaspflicht von 5000 auf 20 000 erhöht wurde, durch Beschluß der Rasionalverianimluna rückgängig gemadst und nunmehr auf 15000 M, lesigesetzt. Diese Verord- nung tritt mit Wirkimg vom 10. Mal 1920 in Kraft. Dtesenigen Arbeitgeber, welche bisher die Ausfüllung und Rücklendung der von uns erhaltenen Formulare noch nicht bewirif haben, werden nunmehr um schleunige Erledigung gebeten, 284,20 Berlin-Friedenau, den 8. Mai 1920. Ter Kafsenvoritand. Otto Aekermann, Walker Aflrich, Vorsitzender. Echriilführer. M««1 Ziehung 8.-11. Mai BBi Ziehung 19.-21. Mal WZ» iKeimsfätten- Oeutseliländs�eGile-| | Qeld-Sotterie Qeld-fiotterie| B Hauptgewinne von Mk:- B 75000 30000 usw. n lose zu Mk. 3,30 1 Porto u. Liste Mk. 1,— extra Hauptgewinne von Mk: g •75000' 30000 Lose zn Mh. 3,30 Porto u. Liste Mk. 1— extra Eine keine Briettasche mit 6 Heimstätten- und I 5 Deutsctalands-LoscndSM. einschl. Porto u. 2 Listen I 1 Gustav Haase Kaclilg., Berlin NO 48 1 Neue Königstr. 86 und Neanderstr. 38. Telegr.-Adr.: Glücksgott, Berlin. Die während de» Krieges Illegal erschienenen Lparlaiusbrlefe sind soeben in Buchform neu erschienen. 1298b' Spartahusbridc preis M. 5.— (Herausgeber: fl. J5. v. Spartakusbund). Zu beziehen: Arbelfer-Euchhandlnng, Verlln, Annenskr. 1. VnchhanSInng der S. p. D., Jleufödn, zvarfhestr. 69. vnchhondlnng Seohos& So.. Oertin, ülugusfslr 60. Bilanz am 31. üezemoer 1919. Aktiva. Kassa Konto... Bank-Konto... Debitoren-Konto. Waren Konto... Maschinen U.Werk zeuge.,. M.|P 127.4: 32 60,32 2101- 79113 oO 2C63 35 ----— Passiva. 4n;cil-Kunto... Darlehn-Konto.. Kreditoren-Konto. Reserveiond- Konto Gewinn u. Verlust Konto.... M. Pf 213 50 54709 20 3441,0 610(— 5221 iö: llo5ö,|72 1 135641?, Mitgliederzahl am 31. Dezember: 7. tin etreten keiner. Ausgetreten keiner. tkrrag der Hallsumme 213,80 M. Mithin haben sich Haftsumme und Geschäftsguihaben nicht verändert. 1 olb „Jflähslfatsrlk Osten", Eiu�eiragene Genossen-.hat: mit beschränkter Hafipiilcht. Auj£. Tatsch. P, Palleren. 'ä'> .Yen! Äeu. Golsbers, TascheGboch lSr Monteure etektrlÄCher Beleuchtungsanlagen, oö Auilaie. Mit 224 AbDilüungen....... Mk. 10.8Ü ÜWands Inaemeur-Kaleuder. (lieim Verlag vergriiienl...... Mk. 10— Vietz ll. Erfurt, SilfslmcSi für Elektro- prakiiker. 2 teile(scnwach- und Starhsirum) in i ttd......■......... Mk. 18— Reichhaltiges Lager technischer Werke, neu und antiquarisch. 6U2D Akadcnilsetie ßuehhaDdlung S. Seemann i». Dir. Löser senior,-Spe'jal"Arzt 1 I>r. Skottl. Nnr Boseatlialer Str. 69-70 Emiernt persönlich umer Garantie Muttermale undWarzen Sprechz. 10-Ö. S. 10-12. Mittw. geschL " v' Cul51er,Kaiserstr.4,!l,NäheAlex.-PI. isccxxxxxicyxxaaajk: o«030-x>oacx»cpcxx3cxxx»ooocx3croocxx pgrron rKTrrygTrvy�m-tz-gw.wgQ teiienasigefoole oaocxxxxxxxxxxrtoooc»-. ocooccoxxxxxxxxxsxxxxxxaoSKß Werkmeister sflr Setfensabrlkattvn: G t. Zur Anglieberung an eine größere auswärtige Blech- emdallageu- und Mafchinensabrik mit eigener großer Blech- und Pavierdruckerei, Pappemballagen- und Gummifabrik sowie äiemisäier Fabritanlage wird ein absolut ttlchttger Fachmann gesucht- welcher, gestützt auf iangiährige Erfahrung, die Fa- britation von Seifen, Seifenvuioer, Zohnpaiten, Zahn- � waffer, Schuhcreme, Bohucrmaffe, Metallputzartikei 5 einrichten und teuen kann. Perivulidie Vorstellung rcsp. a Rückiprackie erwliiffcht, Angebote erdeten an Max Rühl. X M Berlin SO. 47. Hornftr. 10.(Amt Liitzow 8210) 5 IllgelliLlli oder Techniker mit Kenntnissen im Maschinen- ober Sch isisbau gesucht. Offerten unter 16 2O8 an AIr»-Haascnsicln& Vogler, Berlin W 38. 86 18 'H-SSS- Erstklassipe Wageniackierer werden verlangt. Meldungen im Einstellungsbureau, i Mionsie MooioMigeseiiacii., Ä.-G.,; ) Perlin-Oberschöneweide, Ostendstr. 1-5. »«MGHSSSN SSSS»«« L S SZ0HSÄ SÄO i Leder-Auktis». co, 55 000 StiJo Leder (Sohl- und Vacheleder in ganzen Häuten, Hälfte», Hälfen sind Seiten>owtc Roßschilder und ähnttchc» in allen Starten, ein- geteilt in Lose von 20>-800 Kilo) werden wir am Mittwock), den 12. Mai, vorm. S'/z Uhr, im Lehrer oerein»Haus, Berlin, Rlexanverplatz. öffentlich meistbleiend versteigern. 600D Das Leder kann am 8,, 10, und 11. Mai von 8—4 Uhr an unserem Lager am Magerviehhof, Vahnliation Fr>edrid>sselde- Ost von sedermann bestchrigt werden VorraisiistkN werden am Lager und im Aukuonsfaal ausgegeben. Berlin, den 3. Mai 1920. Deutsche Lcder- Aktiengesellschaft i. Liqu. mm, i4. M i92o. 10 Ahr vormittag». werden wir aui unserem Hof: Verna N. DJ«. 22-24 etwa 5 0 Pferde und Maultiere, s°wi° eine Stute mit kräftigem Fohlen sreiwilltg versteigern lasten. 186/18 illpeiiiL Beriioer ßmnilius-AkiiEn-Gesellseliali Berlin W 8, Krausen ftr. 10. Ulte Gebisse auch zerbrochene bis 1000 ZK. Eitizeliie FialiDSiiltzaiise vod 8J0-1S0 M. doch nicht unter 8,10 M. pro Zahn. ADE Platin, Brennslllte, Kontakte üsw.h.tao,- pr.Gramin Bruchgold und Bruchsilber, sowie ganze Gegenstände kamt weit Uber Tagespreis täglich von 9—8 Uhr 3.Kevz, MrbetlinerStr. 52 Vorderhaus links, pari,# Sonnabends geschlossen! Spezial- Arzt für Haut-, Harn-, Unterleibsl., Frauenleid., spez. veraltete hartnäckige Fälle, Schwäche; Salvaisan-Kuren.— Urin- und bluruntersuchungen, Licht- und Finsen-Behandlung. Durchleuchtung, Höhensonne, Bestrahlungen. Getrennre Wartezimmer für Damen und Herren i d. ärztl. Heilanstalt Löser, Mümstialls 9, In unterer Verwaltung ist die Stelle des Stadtkämmercrs am 1 Juli d. I, zu besetzen Die Anstellung erfolgt nad) de» In der Slädteordnung für die besoldeten Alagiftratsmitgliedcr vorgcsehcnrnVeftimmungenauf 12 Jahre, Da» ruhegehalts- berechtrgte G halt war bisher auf 150 0 M, fteiaend alle drei Jabrc um je lOOli M. bis auf 18000 M, jährlich fest- gefetz:. Daneben wurde eine Teueiunaszulage von COoO M, und Kinberzulage von 600 M jährlich für jedes Kind ge- währt. Die Festsetzung de, neuen G>ha>ts auf der Grund- läge der staatlichen Besvldungs- refoem bleibt der Bereinbarung mit dem Bewerber vorbehalten Die Uebrrnahme dcfo.deler Nebenämter ist nicht gestatte: Bei Dienliunjähigielt wird ein durch Ortsstatui geregette» Ruhegehalt gezahlt. Geeignete Bewerber werden ersucht, ihre Bewerbungen unier Betiügung eine» Lebenstauf» an den Unter- zeichneten— Kneiphöfisches Rathau»— bis zum 31, Mai 1920 einzusenden, 130/10 Königsberg, Pr., 30 April 1920. Der Stadtverordnetenvorsteher. Grohhobler eingearbeitet im Werkzeug- inenbau, sofort verlangt 605D Carl Hasse& Wrcde, Berlin N 20, ChriftlaniaftrJ 16a. ma' von Gesucht auf sokort oder später: 1 Itisitmi-tlavlletÄelii'e?. t l!e?.'Si'tieIe!s!'Li'. der da» Dewerbclehrcrtemlnar besucht od. ähnliche Vorbildung hat und für alle Fächer befähigt ist(Mehrzahl dor Schiller Mclallarbelter) Beide Lehrer haben zusammen den gesamten Unterrirbt(tanfm. 18 Std.. ge» werbt 80 Std.) der Hiesigen Fortbildungsschulen zu über» nehmen, Gehalt 2700—5100 M, und Teuerungszulage nach ftaat» lichen Sätzen. Reuregeluna wie im Reiche. 608D Nordenham, 29. April 1920. StaMmoqlflenf. Tüclitigen Automaten- Einrichter für Schubert& Salzer- Au'omaten verlangt R. Frisfer Akt.-Ges. Bln.-Oberschönewelde Iiiwwiiiiiiii I«a--7~S7E£ Norden 3795 Tüchttge Reinemachefrauen, Waichirauen tolienlos zu er- fragen im Arbeitsnachweis der Stadt Berlin, Rückerstratze 9. <8-8.1_ 136/11 Wir suchen für unser Hauptbureau zum sofortigen Antritt eine durchaus lg07b perfekte Stenotypistin. Kenntnis ionstiger Bureauarbeilen erforderlich. Rur auf belle Kral! wird refletiiert. Srbrlftiiche Bewerbungen mit Angabe der Gehallsanfprüche sind bis zum 10, Mai in unserem Bureau, Mngnzlnstr, 6 7, einzureichen. ver vorstand des veutschen Texlttnrdelter-Verbnnde». !ö!!>i!fg8-!ölilfsie{LI) Aktien-Oesellschalt stellt Botenfrauen ein IN den Ge schättsstelleh 146/18* Jerusalcmer Str. 5/6, Prinzenstr. 31, Bärwala- straSe 42, Lausitzer Platz 14/15, Steglitzer Str. 37, Petersburger Platz 4, Qreifenhagener atr. 22, Acker straße 174, Wattstr. 9. Markusstr. 36, Immanuel- kirchstr. 24, Wilhelmshavener Str. 48.— Charlottenburg, Sesenheimer Sir 1, Kaiserdamm 101. Tauroggencr Str. II.— Lichtenberg, Hartenberg- straße 1,- Neukölln. Neckarstraße 2, Siegfried vtreße 28/29,— Wilmersdorf Gaste ner Str. 12.— Reinickendorf-Osi. Provinzstraße 66,— Treniow, Gramenz, Kiefholzstr. 412.— Falkenberg, Salz mann. Gartenstadtstraße 10(für Alt-Glienicke). Der sächsische Regierungswechsel. Dresden, 4. Mai.gener Drahtberickt des.Vorwärts".) Die Volkskammer des Freistaates Sachsen nahm beute die Wahl des Ministerpräsidenten vor. Von 9V abgegebenen Stimmen entfielen auf den srüheren Kultusminister Gen. B u ck 63 Stimmen. Die Unabhängigen gaben weihe Siimmzettel ab. Die Konservativen stimmten tür ihren früheren Fraktionsvorsitzendcn Hoffmonn. Genosse Buck erklärte sich zur Annahme des Amtes bereit und dankte für das ihm entgegengebrachte Vertrauen. Ter Präsident der Volks- kammer. Gen. Fräsdorf, widmete dem zurückgetretenen Minister- Präsidenten Gen. Dr. Gradnauer den Dank und die Anerkennung für seine opferreiche Tätigkeit an der Spitze der Regierung in den 14 schweren Monaten._ Selbsiauflösung ües Chemnitzer Vollzugs- rotes. Chemnitz, 4. Mai. In einer gestern abend unter Leitung des Kommunisten Oubisch abgehaltenen Vollsitzung der am 14. März gewählten Betricbsdelegierten wurde die Auflösung des bis jetzt be- stebenden Arbeiterraies und damit auch des Bollzugsrates gegen 3 Stimmen beschlossen. Sozialöemokratische Kanöiüaten. In Chemnitz-Vogtland. Chemnitz, 4. Mai.(Eigener Drahlbericht des.Vorwärts".) Eine am Montag in Chemnitz abgehaltene gemeinschaftliche Konserenz der Sozialdemokratischen Bezirksvcrbände Cbemnitz-Zwickau stellte für den Wahlkreis Cbemnitz-Zwickau-Plauen einmütig als Kandidaten für die Reichstagswahl folgende Genossen auf: Stücklen. Meier- Zwickau, Herm. Molkenbuhr, Minna Schilling- Döbeln. F e l I i s ch- Cbemnitz. F ri e d e l- Chemnitz. Jungnickel- Annaberg, H a r t s ch- Mylau, Schmidt- Reichenbach, Müller- Chemnitz. Helene W a g n e r- Chemnitz, Oh w a l d- Chemnitz, Elise Stark- Wilkau, R i ch a r tz- Schönheide. Vorschläge in Rheinhessen und Frankfurt. Mainz, 4. Mai.(Eigener Drahlbericht des.Vorwärts".) Die Parieikonserenz für Rheinhesien stellte den Genossen Dr. Eduard David wieder auf. Als weiterer Kandidat wird Beigeordneter L ü ck e l- Alzey aufgestellt. Frankfurt a. M., 4. Mai.(Eigener Drahtbericht des.Vorwärts".) Der Sozialdemokratische Verein Groh-Franksurt beschloh, Frau Tesch, die einstimmig nominiert wurde, und Eugen Kaiser, der 404 Stimmen erhielt, dem Bundesparteitag für Hessen-Nassau vor- zuswlagcn. Auherdem erhielten Dr. Ouarck 311 und Universiiäts- Professor Pape 218 Stimmen. Der frühere Abg. Dr. Sinzheimer bat eine Kandidatur abgelehnt. Eine Konferenz des Wahlkreises Höchst a. M.- Usingen-Homburg v. d. H. stellte als Kandidaten an Stelle des zurückgetretenen langjährigen Abg. Brühne den Bezirks- sekrelär Paul Röhle als Kandidaten auf. Deutsibnationaler Verfassungsschutz. Mit allen Mitteln suchen unsere Nationalisten die Blicke der Wähler von ihrer schweren Mitschuld«, dem Kapp-Putsch abzulenken. In einem zurzeit in den Berliner Vororten ver- breiteten Flugblatt gehen sie sogar soweit, gegen Sozial- demokraten und Demokraten den Vorwurf zu erheben, sie hätten gegen die Militärputfchlsten nicht genug getan. Die Proklamierung des G e n e r a I st r e i k S ist ihnen offenbar als z u wirkungsvoll gehörig in die Knochen gefahren, und so mahnen sie die Wähler, nicht für die Parteien zu stimmen, die zum Ge- neral streik aufriefen. Was sie selbst zur Beseitigung der Mi- litärherrschaft und zum Schutz der Verfassung taten, lassen sie aller- dings unerwähnt. Ihre Erinnerung an das alte, wiederholt von Bebel zitierte Sprichwort: Nur die allerdümmsten Kälber Wählen ihre Schlächter selber" dürfte auch manchem der rechtsstehenden Wähler noch zur rechten Zeit die Augen darüber öffnen, auf welcher Seite sich die S ch l ä ch- ter des Volkes aufhalten, auf der Seite derer, die uns in den Krieg gehetzt haben, die durch das Attentat auf Erzberger, den A d l o n- Skandal, den H i lle r- Prozeß und zahllose andere Ereignisse uns um den letzten Rest unseres Ansehens gebracht haben oder auf der Seite derer, die feit nunmehr 18 Monaten darum kämpfen, in Deutschland ein gleichberechtigtes und freies Volk zu schaffen. Zronzö'sisck bepnaüigt und öeutscb verhastet. Wiesbaden, 4. Mai.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Ter von dem französtschen Kriegsgericht in der bekannten Polizei- affäre Mitte März zu sechs Monaten Gefängnis verurteilte Kom- munist Rieth, der angeblich Torten ermorden sollte, ist jetzt von der französischen Militärbehörde begnadigt worden. Aus Ver- anlassung der deutschen Behörde ist er sofort wieder ver- haftet worden, weil gegen ihn ein Verfahren wegen Erpressung an dem früheren Polizeidirektor Dr. Thon schwebt. Dänisib-üeutscker Notenwechsel. Ueber Nordschleswig. Berlin, 4. Mai.(W. T. B.) ifcie däniiche Regierung hat am 27. April dem deutichen Vertreter bei der Internationalen Kom- Mission in Flensburg durch den Generalsekretär Herrn Bruce mit- geteilt, daß sie von ihrem Recht nach Artilel 109 des Friedens- Vertrages, die erste schleswigsche Abstimmungszon« bei einer Mehrheit sür Dänemark nach erfolgter Abstimmung durch ihre Ver- waltungs- und Mililärbebörden besetzen zu lassen, nunmehr Gc- brauch machen wolle. Für die miliiärische Besetzung ist der 5. Mai vorgeiehen. Tie däniiche Regierung will die höheren Beamten in allen VcrwaltungSzweigen(Post. Telegraph, Telephon, Ei'eubahn, Justiz usw.), mit alleiniger Ausnabme der Zoll- Verwaltung duich eigene Beamte ersetzen, ist jedoch bereit, die geiamte Zivilvcrwaliung zu übernehmen, falls die deutsche Regierung alle ihre Beamten zurückzieben will. Ferner wird Dänemark im Einveriländnis mit der Kommiision die militärische Beietzung der ersten Zone durchrühren. D>e Note erklärt, daß die dänische lllegierung b'ermit im Namen der Internationalen Kommission bandele. Als Antwort hierauf ist am 3. Mai in Flensburg duich den deutschen Vertreter eine Antwortnote überreicht worden, worin die Ein- beziebung der Richter unier den Begriff Verwaltungsbehörde als gegen den Wortlaut des Arlikels 109 des Friedens Vertrages verstoßend abgelehnt wird. Tie deutschen Richter werden also weiter in Funktion bleiben müssen, während die deutsche Regierung von dem dänischen Anerbiclen Gebrauw macht und die eigentlichen V e r>v a l l u ii g s b e a in l e n sämtlich, alw nicht nur die höheren, ihre Tätigleii mit dem Tage der Uebernahme der be- treffenden Verwaltungszwe'ge durch die Dänen einstellen läßr. T-er grundsätzliche Standpiinlt der deutichen Antoor-- note ist der, daß in der Uebernahme der Verwaltung der ersten Zone keineswegs eine Uebertragung der Hoheitsrechle an Dänemark zu erblicken ist, sondern daß die dänischen Beamien lediglich als gleichzeitige Organe der Internationalen Kom- Mission fungieren. Zollverwaltung und Währung bleiben unver- ändert deutsch als Ausdruck der durch die Besetzung nicht berührte* deutschen Souveränität. Flensburg, 8. Mai. Massenversammlungen der Arbeiterschaft ganz Schleswig-Holsteins am 1. Mai protestierten unter Hinweis aus das Abstimmungsergebnis und unter Berufung auf den Ver- sailler Vertrag gegen die Jnternationalisierung der zweiten Zone. In einer längeren Entschließung heißt eS:.Die aus Deutschen und Dänen bestehende sozialdemokratische Arbeiterschaft NordichleS- wigs auf beiden Seiten der Grenze wird jedem, der es jetzt noch unternimmt, nationalen Haß, Ländcrhunger oder gewalfame Grenz- verichiebung zu predigen, rücksichtslos und schonungslos entgegen- treten. Jeder Versuch, hier einen internationalen Staat zu schaffen. wird mit alle» Mitteln von allen Sozialdemokraten und der ge- famien Aibeiterichaft bekämpft werden. Die, die es angeht, seien gewarnt. Zur Befreiung der Völker an der deutich-dänischen Grenze von unnützer Qual und wirtschaftlicher Verelendung fordern wir vom Obersten Rat der Entente die schnellste endgültige Festlegung der neuen Grenze mit dem Rufe: Macht ein Ende, ein Ende, ein Ende I" Unsere Diplomaten. Ein Beitrag zur Reform des Auslandsdienstes. Unsere diplomatische Vertretung im Auslande ist eins der ain wenigsten rühmlichen Kapitel in der Geschichte Deutsch- lands der letzten Jahrzehnte. Schon während des Krieges war man sich darüber im klaren, daß unser auswärtiger Dienst einer energischen Reform an Haupt und Gliedern bedürfe, und eine der wichtigsten Aufgaben des neuen Deutschlands war es, diese Neuordnung durchzuführen. Daß die Reaktiv- näre und heimlichen Monarchisten, die bis zum Tage der Selbstbefreiung des deutschen Volkes den Auslandsdienst für sich gepachtet zu haben glaubten, diese Aufgabe nach allen Regeln der Kunst sabotieren würden, konnte nicht zweifelhaft sein. Hier mit wachem Auge und starker Hand die Zügel in der Hand zu behalten, ist eine sehr ernste Pflicht des Aus- wärtigen Amtes. Wir unterbreiten hiermit der Regierung einen Auszug aus den: Brief eines Mexiko-Deutschen, der auf unsere auswärtige Vertretung in Mexiko ein mehr als merkwürdiges Licht wirft. Es heißt da: .. Sie schrieben:.Die frühere Wilhelmstraße peitscht weiter die Welt gegen uns auf." Davon können wir uns hier auch über- zeugen. Die hiesige„Deutsche Kolonie", in der die Grotzkaufleute natürlich tonangebend sind, führen hier auf eigene Fairst lustig das deutsche Kaiserreich weiter und erfreuen sich dabei der rückhaltlosen Unterstützung offizieller deutscher Roichsvertreter in Gesandtschaft und Konsulat. Am 27. Januar veranstaltete eine hiesige katho- lische Kirche eine feierliche Messe zu Ehren des Ex- k a i s« r s, zu der außer den gesellschaftlich führenden Krefien der deutschen Kaufmannschaft auch Herren und Damen der Gesandt- s ch a f t und des Generalkonsulats in corpore erschienen, trotz ihres Diensteides auf die neue republikanische Verfassung, die sie offenbar nur für einen Bierulk ansehen.(Nebenbei: die Teil- nehmer jener Kaifermesse waren fast alle nominell Pro- testantenl) Sogar ein soeben angekommener Gesandt- schaftsattache ist fanatischer Reaktionär und Monarchist; e r sieht das einzige Heil für Deutschland in der Massenerschietzung sämtlicher sozialistischer „Volksverführer". Ueberhoupt bemühen sich die hiesigen offiziellen Vertreter der„Deutschen Republik" nach Kräften und mit Erfolg, eben diese deutsche Republik sowie das gesamte nach- novemberliche Deutschland:» Verruf zu bringen..." Wir richten an die Regierung die Anfrage: Hat das Aus- wärtige Amt von diesen Dingen Kenntnis erhalten und welche Schritte gedenkt es zu unternehmen, um derartige Vorkomm- nisse durch Vertreter der Republik Deutschland unmöglich zu machen?_ Besetzung mit tzinüernisien. In Zentralainerika ist es schwieriger. Amsterdam, 4. Mai,(W.T,B.) Nach einem Berilbt der„Times" aus Panama kam es in der Stadt Panama zu einer feindlichen Kundgebung gegen die Regierung der Vereinigten Staaten wegen Beschlagnahme der Insel Taboga am Eingang des Kanals. Der U. S. Ä,- Oberbefehlshaber General Per! hing, für den ein Empfang vorbereitet war, mußte wegen der drohenden Haltung der Menge unter Bedeckung umkehren. Die Menge wurde durch Polizei zerstreut.— Die Besetzung der Insel Taboga war gemäß dem Vertrage von 1904 erfolgt, der den Vereinigten Staaten das Recht gibt, für die Zwecke des Kanals Teile des Grundgebiets von Panama zu enteignen._ Schießereien in Maüriü. Madrid, 4, Mai. WTB. Wegen der Verhaftung von Arbeitern am vergangenen Montag ist es hier zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen, wobei von beiden Seiten geschossen wurde. Die Arbeiter stürmten die Zentral- halle und zerstörten die Auslagen. Zwei Arbeiter wurden ge- lötet. Nachdem zahlreiche Verhaftungen vorgenommen worden waren, wurde die Ruhe wiederhergestellt. Entente und Sowjctrufiland. Harmsworth sagte im Unter- Emilie, er glaube, daß mtsächlich ein italienisches Kriegsichiff nach Nowoiossijsk gefahren fei. um eine bessere drahtlose Verbindung mit Rußland herzustellen, aber nicht zu dem Zwecke, um diplomatische Beziehungen zu Sowjetrußland anzuknüpien. Ein Vertreter der russischen Räleregierung sei nicht in San Remo gewesen. Die Anerkennung des Sinnfeincrpnrlaments beschloß die Ge- meindcbehörde von Dublin mit 33 gegen 5 Stimmen, Das Siml« semetpailamenl wird als rechtmäßig gewählte Regierung ves >i ischen Volles aiicrkai'iil und die Verpftichliing übernommen, alle auf die Gemeindebehörden von Dublin bezüglichen Erlasse zur A u s r ü b r u n a zu bringen. Die Paßgcbühren für Emreiien noch Deutschland sind ganz enorm erhöht worden. Wenn das in den Ländern mit hochstehender Valuta geschieht, so ist daran nichts auszusetzen. Daß aber in Wien von Deutschösterre ichecn 230 Kronen für die Ein- reisebewilligung nach Deut'chland gefordert werden, sollte man doch nicht für möglich halten. Auch dauert es gewöhnlich Monate, bevor die Betr-yilgilng erteilt wird. Sieht man unsere Volksgenossen so ungern im Reiche, von dem sie nur fremdes Machtgebot fernhält?! Richtigstellung. Unsere Frankfurter Drahtmeldung in der Aus- gäbe vom 1. Mai enthielt einige Hörfotler. Ter Oberbürgermeister lst nicht Mitglied der Sozialdemokratischen Partei, er hat zur Frage der Arbeitsruhe in den städtischen Belrietben auch nicht ge. sprachen. Die Arbeitsruhe wurde z.var von den Stadwerordneten gcg-n dte Stimmen der beiden sozialdemokratischen Fraktionen ab- chdem fubr am/l Mai keine Sfraßenstabn. Wivtftfyaft Weltmarktpreis und Sozialismus. Die Weltmarktpreise sind die aus dem internatio» n a l e n Angebot und Nachfrage sich an den Welthandelsplätzen bildenden Markt Konkurrenzpreise. Bei Monopolen können sie auch Weltmarktsmonopolpreife sein. Die Weltmarktpreise werden von dem Ausfall der Ernten, von der Spekulation usw. stark beeiusl-ußt und schwanken erheblich. Die Unterschiede zwischen den Inland produkttonspreisen und Welt- Handelspreisen werden durch Einfuhrzölle oder durch Aus- fuhrzu schösse(Exportbonifikationen, Liebesgaben usw.) aus- geglichen. Bis 1879 exportierte Deutschland Getreide nach Eng- fand, dann änderte sich das Bild, Getreidezölle behinderten die Einfuhr billtgeren Auslandsgetreides nach Deutschfand» der deutsche Getretdepreis begann über den Weltmarktpreis zu steigen, während der Fnfandzuckerpreis durch Ausfuhrver- gütungen den Weltmarktpreis herabdrückt«. Schon vor dem Kriege verkauften deutsche Syndikate Sifenerzeugnisse mit dem Mittel der Ausfuhrrückvergütungen unter dem Jnfandpreis in das Ausland. Das Land der Weltmarktpreise war England, das als Freihandelsland alle Waren mit Ausnahme von Tee, Alkohol, Tabak zollfrei hineinließ. In allen anderen Ländern mit Goldwährung lagen die Jnfarrdpreise um die Einfuhrzölle höher als die Weltmarktpreise, in den Vereinigten Staaten z. B. bis zu 43 Proz., in welcher Höhe der Wertzoll von den Einfuhvwaren erhoben wurde. Der„Preis" fit der in Geld ausgedrückte Tauschwert, Das Geld des Weltmarktes fit Gold. Betrug der Weltmarktpreis für eine Ware z. B. 1395 M,, so bedeutete das, daß der Wert dieser Ware gleich 500 Gramm Gold war. Auf dem Weltmarkt heißt es: Welche Meng? Gold gibst du im Tausch gegen diese War«? Wenn nun ein Volk kein Gold als Geld oder Gelddeckung be- sitzt, sondern sich Schuldscheine aus Papier druckt und diese in Tausch gibt, und diese Schuldscheine lauten nicht auf eine b e- stimmte Menge Ware, also z. B. mangels Gold auf eine be- stimmte Anzahl von Pfunden Kohle, dann bestimint sich der Tauschwert solcher nicht direkt durch Ware gedeckten Gutscheine nicht mehr nach der ausgedruckten Wertzahl, sondern nach der jeweiligen Kaufkraft, die sie noch auf dem Gesamtmarkt besitzen, also nach dem Verhältnis zu dein jeweiligen verkäuflichen Warenvorrat. Die Valuten ändern sich fortwährend, wie die Kurszettel der Börsen der Welthandelsplätze zeigen, die Warenpreise tun das- selbe. Nur eine Größe, eine Gleichung, bleibt sür uns bestehen, nämlich die Tatsache, daß sich auf dem Weltmarkt Waren gleichen objektiven Wertes tauschen, unabhängig davon, aus welchem Lande sie stammem. In London hat eine Tonnc Hafer oder Kohle aus Frankreich, Rußland oder Deutschland, wenn sie von gleicher Güte sind, den gleichen Wert(genau so wie Gold), mag auch der Hafer, an Gold gemessen, in den drei Ländern selbst durchaus verschiedene Preise haben. Wenn ein Ei in Holstein 75 Pf., in Ostpvsußen 60 Pf� in Brandenburg 90 Pf kostet, aus dem Berliner Markt bildet sich fürgleichgroßeun: frische Eier ein Einheitspreis, sagen wir 1,40 M., gleichgültfi wo sie hergekommen sind. Das Charakteristikum des Markt Preises fit eben, daß er ein Einheitspreis ist. Der Wert messer braucht nicht Gold zu sein. Ein getreidereiches Land kann daher Brotgetreide, ein fischreiches Land bestimmte Fische,«in kohlenreicheS Land be- stimmte Kohlen zum Wertmesser, zum Taifich�tel machen und sagen, daß alle Warenwerte an dem Tauschwerte eines Zentner Förderkohle zu messen seien, d. h. also z. B. l Pfd. Butter= 50 Pfd. Kohle, 1 Paar Herreifitiefel= 5 Zentner Kohle usw. Wir wären also durchaus imstande, das gesamte Papiergeld und die Fordevungen in Markwährung außer Kurs zu fetzen und zu sagen, fortab gelten als Zahlungsmittel nur noch Gutscheine auf bestimmte Mengen Kohle, denn die Kohle ist ebenso ein Produkt der Arbeit wie das Gold. Gold fit völlig wertlos, solange es in der Erde liegt. Der Wert, den es er- hält, ist nichts anderes als der Kostenwert der zu seiner Herstellung als Handelsware aufgewendeten Arbeit, deren Wert wieder ans den zur Erhaltung des Arbeiters notwendigen Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen entsteht. Mag die fapita- listische Gesellschaft soviel« Papierzettel drucken als sie lustig fit, es wird der Tag kommen, an dem die Arbeiterschaft ihre eigenen Gutscheine der Arbeit als Tauschmittel ausgeben wird, mögen sie auf eine bestimmte Menge Kohlen oder sonstige Arbeitsprodukte lauten. Ein Bergwerk, das kein Geld hat, kann Gu t s ch e i n e auf bestimmte Mengen Kohle, die es fördert, seinen Arbeitern als Lohn geben, die mit diesen Gut- scheinen alle anderen Waren zum Lebensunterhalt eintauschen. Eine Zuckerfabrik, eine Spinneroi oder Weberei, ein landwirtschaft- licher Betrieb kann das gleiche tun, letzterer z. B. Gutscheine aus bestimmte Mengen Korn. Die Hauptsache fit nur, daß überall reale Tauschwerte laufend erzeugt werden. Wird die W ä h rung auf Kohle gestellt, dann wird eben jede Arbeitsleistung gegen Kohle oder Gutscheine auf Kohle abgegolten. Die Wirt- schaftsgesellschaft braucht nur soviele Gutscheine als Geld, um alle Tauschfunktionen gerade vollziehen zu können. Wird mehr produziert als verbraucht wird, dann sammeln sich oben Schätze an, Vorräte, Reserven, die als Unterlage, als Deckung für die Ausgabe neuer echter Gutscheine, echten Papiergeldes dienen können, also echte Pfandscheine darstellen. Jedermann kann aber auch einen Schuldschein ausstellen, indem er verspricht, aus z u k ü n f- t i g e n Ersparnissen, aus dem Ertrag seiner Arbeit'die Schuld zu zahlen. Stirbt er oder wird er arbeitsunfähig, dann ist ein solcher durch Gegenwartswerte nicht gedeckter Shuldschein wertlos. Er kann aber aus einer Zwangslage heraus mehr schriftlich versprechen, als er selbst bei voller Arboitskrast je abzuzahlen im- stände ist. Was lver vom einzelnen gesagt ist, gilt auch von der Wirt- schaftsgesellschaft, vom Staat. Er kann echtes und unechtes ausgeben. Wer wfij.n, daß hcute auf dem Laude vielfach Geld rr nicht genommen nv:d, sondern Karwffoln, Eier usw. mir gegen Waren, Stiefel, Stoff, Garn usw. getauscht werden. Wenn gesagt wird, daß stoffloses Geld(Papiergeld ohne Deckung) Wert erhält, weil eben Nachfrag« nach ihm besteht, so kommt dies daher. weil der Arbeiter unid Beamte eben nur solches stoffloses Geld bekommt und gar keine anderen Tauschwerte besitzt, der Landwirt, der Fabrikant, der Bergtverksbesitzer über Tauschwaren verfügt und daher auf Geld verzichten und auch Dienste mit Bodenerzeugnissen bezahlen kann. Es fehlen nicht nur für die mehr als 60 Milliarden Papiergeld die realen Deckungen, sondern auch sür die 200 Milliarden Reichsschulden. Solange der Schuldner die Wechselzinsen bezahlt und der Gläubiger prolongiert, steht das Kredttgebäude. Weigert sich aber der Schuldner, die Zinsen weiter aus seinem Lohn zu zahlen, so stürzt das Kreditgebäude, weil bei 75 Proz. des Volles und mehr die Pfändung fruchtlos aus. fällt. 200 Milliarden Kriegs- und Revolutionsgewinne, die die kapitalistische Oberschicht verdient hat, soll die proletarische Unter- ><> ck>t dem Ertrag hrn Arb-rt terz'nsen. Hinzu kommen noch ungezählte Mvm-rHen Kri egSentschädigung, die wiederum allem die Arbeit'nden durch Leistung eines Tributs abiragen sollen. Bestand bei den Nomaden der Reichtum eines Mannes in Vieh, so besteht er heute in Produktionsmitteln, Boden. Werkzeugen, Maschinen, Fabriken. Inventar und Waren oder in Guthaben, in Forderungen. Kriegsanleihen sind F o r- derungen an das Reich, Bankguthaben sind Forderungen »u eine Bank. Sparkassenguthaben Forderungen an die Sparkasse, Renten sind Forderungen z. B. an die LaiibeZversicherungs- anstalten, Hundertmarkscheine sind Forderungen an die N.ichsbank. Keine Regierung vermag den Papiergeld- u m l a u f so zu regeln, daß nur gerade soviel da ist, als ge- braucht wird, um den Tauschverfehr aufrechtzuerhalten, weil Papiergeld gehamstert werden kann. Tarin liegt eben die grossartige Bedeutung des S t o s s g e! d e s, sei es Gold.- Kohle, Korn. Ist zuviel da, sinkt der Preis. Sinkt er unter die Pro- duktionskosten. hört automatisch die Produktion auf, bis der Grldüberfluss verschwunden ist. Die Produktionskosten des Papier- geldeS liegen aber bei den ersten Pfennigen, so tief also kann das Papiergeld im Wert sinken, daß es nicht mehr lohnt, es zu drucken. Der Mangel an volkswirtschaftlicher Schulung täuscht das Bürgertum und läßt es nicht sehen, daß wir uns im Fusam- menbruch des Kapitalismus befinden. Der Wein in den Schläuchen fault, weil zuviel Wasser zur Fälschung hinzugctan wurde; er wird täglich dünner. Die Angleichung der Jnlandpreise an die Weltmarktpreise unter Berwendung der Papier- mark als Weidmesser bedeutet verstärktes Zupumpen von Wasser in die alten Schläuche, damit der Wein(das Geld- kapital) noch schneller fault. Fe schneller es gelingt, die Vergesellschaftung der Produktionsmittel durch Bildung von Aktiengesellschaften und die Vertrustung dieser Gesellschaften durchzuführen, d. h. d i e A r- bcitsgemeinschaft zu organisier em. desto leichter und störungsloser wird sich die Umstellung der kapitalistischen in die sozialistische Wirtschast vollziehen können. Diese Per- ge'ellschmfiung bedeutet die Umwandlung der kapitalistischen Unter u ehmer in Wirtschaftsführer, denn zwischen Kapital und Arbeit ist eine Versöhnung, eine friedliche Ar- beitsgemeinschaft, undenkbar. Nur wirtschaftlich gleich Starke und Freie können Arbeitsgemeinschaften bilden. Es ist klüger, ein baufälliges Haus umzubauen, wenn man während der Bauzeit kein anderes Obdach hat, anstatt eine Mine hineinzu- werfen und aus dem Trümmerhaufen mit hungernden Bauarbeitern neu aufzulmucn. Aufgabe des kommenden Reichstags wird es sein, mit dem Mittel echter sozialistischer Wirtschasts- Politik diesen Umbau vorzunehmen, damit ein neues Haus der Gleichen und Freien entstehe. Dr. Alfred Striemer. OewerMastsbewogung Der Schiedsspruch im Väckcrgewcrbc. Die am 22. April eingeleitete Lohnbewegung der Bäckerei- arbeiter und-arbeiterinncn fand ihren Aöschluss durch folgenden vom Schlichtungsausschuss Gross- Berlin gefällten Schiedsspruch unter Zustimmung des Jweckverbandes der Bäckermeister Gross- Berlins, der Vereinigung der Brotfabriken Gross-Berlins, der Freien Vereinigung der Brotfabriken Gross-Berlins, der Freien Vereinigung der Bäckermeister Berlins und Vorort« und dem Zen- tralvevband der Bäcker und Konditoren und verwandten Berufs- genossen Deutschlands(Aohlstelle Berlin). Der Lohn der in den Bäckereien Gross- Berlins beschäftigten Bäcker erhöht sich ab 3. Mai 1920 auf 265 M. für die in Gross- betrieben, aus 265 M. für die in Kleinbetrieben beschäftigten Bäcker und auf 155 M. für die weiblichen Hilfskräfte. Für etwa gewährte Kost und Logis sind 16 M. für den Tag für Bäcker und S M. für weiblich« Hilfskräfte in Ansatz zu bringen. U«bersiund«n sind mit 6,56 M. für männliche und mit 3,96 M. für weibliche Hilfskräfte, Sonntagsarbeit ist mit 8 M. je Stunde für Bäcker und mit 4,86 M. für weibliche Hilfskräfte zu bezahlen. Männliche Aushilfen erhalten pro Tag 56 M., weiblich« pro Tag 25 M. An Verkäuferinnen ist bei freier Kost und LogiZ einschließlich Wäsche, die mit 9 M. pro Tag anzurechnen sind, eine Bargeldent- schädigung von 136 M. zu zahlen. An Lehrlinge ist eine wöchentliche Entschädigung von 5 M. im ersten, von 16 M. im zweiten und von 15 M. im dritten Jahre zu zahlen bei freier Kost und Logis. Ew Beschluß über die Kontingentierung des Mehles in Ver- biridung mit der Lohnfestsetzung ist nicht erfolgt. Zum ersten Male wurden die Lehrlinge sowie auch die Ver- käuferinnen bei dieser Lohnregelung berücksichtigt. Letztere er- hielten eine so schlechte Entlohnung, daß der jetzige geringe Satz noch 166 bis 266 Prozent Erhöhung ausmacht. Ter Hamburger Kellncrstreit dauert fort. Hamburg, 4. Mai.(Eigener Trahtberilbt des.Vorwärts'.) Ein vom SchlichlungsauSkchuss gcfällicr SchiedS'pruch wurde von der Versammlung der streikenden Ganwiitsgehilsen abgelehnt. Die Nellner beharren auf ihrer Forderung nach aussertarislichen Teuerungszulagen. Der Streik ist vollständig. Ausser den, Ge« werlschaftSbauS, desien Restaurant im Betriebe ist, sind nur das „Atlantik-Hotel' in Hamburg und der.Kaiserhos' in Altona geöffnet, doch muffen sich die Gäste selbst bedienen. Auch die lleinsten Lokole sind geichlossen. Schiedsspruch im VersichcruugSgewerbe. Durcb das Vorgehen des Zentralverbandes der Angestellten ist nunmehr auck am 4. Mai von den? besonderen Schlichiungsausschuss ein Schiedsspruch geiälll worden für die Angestellten in den ProvinonSgenera lagenturen. Dieter Schievssprucki ver- pfliwtet die Provisionsgciicralagenlen, den Angestellten d-eielben GehallSznlagen und Nnchzablnngei! zu gewähren, die iür die An- geslelllen der Geicllschaftt!' durch die Vereinbarnng vom 27. März festgesetzt sind. Für die be'evt«» Gebiet« ist ausdrücklich festgeieyl worden, dass die besonderen Abkommen durch dieien Schiedsipruch iiuvt belührr werden lollen. Ttichwalil im Verein Berliner Buchdrucker und Schrrftgiefzer. Die VerlranenSlcuic des Vereins Berliner Biichdrncker. die aur dcnr Boden der pialtilchen G> werkichaiidarbeii sieben, waren am TicnSlag abend veriamnieli. NM zu der Siichwabl der Deleaierten zur Generalversamnilnng Slillniig z» nehmen Trotz wiedcrbolier Aufforderung baden die.Kollegen bei der Wabl der Delegienen keine Disziplin geübt, und isr daher eine Sliwwahl eiforderlicb. Es sind noch 17 Kollegen i>u wählen, und darf unier keinen Umständen wieder eine Zersvlilterung eintrelen. Die nacdslebcndcn 17 Kollegen sind geschloffen zu wäblen: Huf, Guslav: Ebel, Map; Maraun, Max; Barth, Richard; Nebe. Adolf; Zwirn er, Georg;©rö»rng. Adolf; E ck st r ö m. Alfred; S i e b l e r, Adoli; Lenz Richard; Voigt, Tbeodor; Frankel, Albert; Schneider, Ernst; Pön'ch, Georg; Krieger, Karl; Stell, Emil; Freudenreich. Karl. Stinimzeltel, die niebr oder weniger Namen enthalten, sind ungültig. Kollegen, hallet DisziplinI Die Parole lautet: Für die Er- h a I�ru n g u n d den Ausbau d e S Verbandes. MaierialmiSgabe: Miliivock, DonnerS'.ag und Freiiag von 5 bis 7 Uhr»achiiiiitag im.Pfefferberg', Ziminerstr. 34(neben Scherl). Drohender Streik in de» Kunststeinfabriken. In den Knnststeiiibelrieben R>oss-Berlins wird es voraussichtlich zum Streik kommen, denn die Aibeiigeber der Brar.che vertraten bei den Verhandlungen zwecks Abichlnss eines LohniariseS einen Standpunki, wie er wobl seilen von Arbellgebern eingenomnicn wird. Die Kunslsteinarbeiler haben zurzeil einen Slundenlobn von 5 56 M. und wollten aiir dieser Grundlage den Tarif bis 31. Mai abschliessen. Die Herren irngen den vericuerlen Lebensverbällnissen Rechnung, indem sie den Arbelluehmern einen Slnndenlobn von 4,55 M. anboten, also einen Abzug von 6.95 M. pro Stunde. Tie Aibeiler sind entschlossen, sich das unier keinen Umständen gefallen zu lassen. Sie lebnen jede Veraniwortung kür die Folgen ab und ersuchen alle Arbeiier auf die Kuiiststeinbetrieve ein wachsames Auge zu haben. Ter sz-ilui streik beendet. Die E nigungSverhandliingen am 3 Mai lübrten zu folgendem Eigebnis: Der Zentralverban' der Film- und Kinoangehörigen erllärr den Sirei! in allen Betrieben für beendet. Die Arbeit wird am Morgen des 5. Mai überall wieder aufgenommen. Der Arbeiiaebei verband der Filniindusine nnd die ihm angeschlossenen Ver- bände lassen aus- Anlass des SlreikS keine Manregelungen stallfinden. Sliillige Fälle sollen vor einer parilätischen Kommlssion unter Vorsitz des Neierenlen imReichsarbeiisminisierinm Dr. Tiburtius entschieden werden. Die Verbandliingen Über Abschlnss eines neuen Tarifvertrages werden unverznalich aufaenommen werden; die neu zu vereinbarenden Lohnsätze sollen sofort in Kraft treten. Achtung! Entlassene Eisenbahner! Alle anlässlich der Werlstaltschliessung nach dem 1. Mai aus dem Eisenbahndirnsr entlassene Kollege», die Miiglieder des Deutschen Eisenbahncr-BerbandeS nnd ab 1. Mai noch arbeirsloS sind, wollen sich in der Zeil vom 4. bis 6. d. M. im Bureau der Lrteverlval- tung. Berlin 80 26, Beihanienuser 16 I, in eigener Aiigelegenheii melden. Bureanslunden von 9 bis 12 und von 2 bis 5. Die Arbeits- loienkarte nnd Miigliedsbnch sind zur Legilimalion mirzubringen. Orlsverwaltung Berlin des Deutschen Eisenbahner- Verbandes. Lohuvcrhandlungen im Rrichspostininisleriuni. Wie die.Tele- grapheli-Union" meldei. wird im Re>chsvosim»iisterium über eine Gehalteauibesserung der Postbilfslräfte verbandelt. Der Dent'che Transportarbeiterverband brachte eine Erhöhung um 46 Proz. der Grundlöbne m Vorschlag. Zur Lohnbcwegnng der Markthelfer. Am Moniagabend iand eine überfüllie Milgliederversammlung der im Dculichcn Transporlarbeiler-Verband organinerlen Marli- belfer, Packer uiw. stall, die sich mir der Neuregelung der Löhne ab 1. April veichäfligte. P o d u b r i n vom Transvortarbeiler-Verband berichiele über den Gang der Verbandlniigen. Die Arbeitgeber hätlen für Marklbelser, Packer usw. über 2 wandten Betrieben. Freitag, den i. Moi. abends 7 Uhr. im Lokal von F. Wegen er. Sendet« stiasse 30(am Sviltelmarlti, wichtige Versammlung. Die Ange- sl c l 1 1 c n a u s I ch ü s i e obiger Firmen werden gebeten, genaniilc BeruiS- kolleocn aui die Veiiammlung ailsmerksam zn machen. Sichtung. Afa-Sliitglieder! V.m DonneiStag. denk. Mal, nachm. 5'/, Uhr, findet im Schultbeissausschank. Neue Iatobstr. LS/2ö, eine Ver« saii mlung der kausmännischen nnd techinschen Angeslellten nn» der Werk- melkler der dem Schnssverband sür FeinmeNantk und Optik angclchlossenen Betriebe statt. Tagesordnung:„Im Kamps um unleren Toris.' Freie Aussprache. Arge Ii eilte, erscheint in Massen! Aka- Utirglieder der Geldschranktiiduitrie. Mittwoch, den 5. Mai, abends 7 Uhr im Zimmer 16 des ZenlralverbandcS der Angestellten, Berlin 81V Sl, Belle-Alliancestr. 7/l6, Lerlammlung der Mitglieder obiger Branche. Afa-Mitglieder der GeiunddeitSiiidustrie. Donnerstag, den 6. Mai, aoends 7 Ubr in Haoerlands Feiijälen, Neue Fricdrich-Str. 35, Veiian'mluiig sämtlicher Mitglieder der obigen Branche. Frisrurgenilfcn! Tonnerslaa, den S. Mai. abends 8 Uhr, Emgel- ujet 15, Veisamiiilung:.Wte siebt'S mit dem Tansvertiag.' Zenrralverbaud der Fleischer. Brzirlsverianimlunge»: am Donnerstag, abends&'l, Uhr, Cdarlottenburg, PoUShauS, Nosineiislr. 3; abends 7 Ubr, Schöneberg- Steglitz in Swöneverg, Feurigffr. tS, unweit Ringbabnbos; abends 7 Uhr, Pankow-Nieder- schönhausen bei Engel, Pankow, Mübleniir. 45. Freitag, abcndS S's, Uhr, Spandau, im alten Ratskeller, am Markt; abends 7 Ubr, Rcinickendors— Tegel— Wittenau bei Pähl, Reinickendorf, Provinzstr. IlZ. Zrntralverband der Tlngestellten. Fachgruppe 3a. Angeiielltcn- röte der Kriegsorganisationen. Versammlung aller irelgewerlschalllich organisierten Angeiiclltenräte, Mittwoch, den 5. Mai, 5 Uhr, im Fiiriien BlUow, Potsdamer Sir. 42. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirk Gross-Lcrlin. Mineraiwaflerarbeiler,-arbeitciinnen und-Ii. chcr I Donneisiag, den ö. Mai, abends 7 Uhr: lKruppenversammlung im Englijirieii Hos, Alexnnderslr. 27b. Tagesordnung: Die Antwort der Albeitgeber aus unsere Lohnsordcruligen. Disluifton und Beschlusssassung. Parteinachrichten. Die Maifrier-Entschliehung der saarländischen S. P. D. fordert ausser der Revision des Friedensdiktals: 1. Errichtung eines Saar- Parlamentes, fteieS Wahlrecht zu allen Körperschaften nach deutschem Muster, 2. Aufhebung der Beschränkung politischer Rechte, 3. direkte Gesetzgebung durch das Volk, 4. Selbstverwaltung, Wahl verantwvrilicher Behörden durch das Volk, 5. Freiheit in Wort und Schrift, freies Versammlungsrecht, Pressfreiheit, 6. Zu- rückziehung der farbigen BefatzungStrupoen sowie des sran- zösischen Militärs nach 8 36 des Friedensvertrages, 7. Beseitigung der französischen Polizei- und Kriegsgerichte, 8. Durch- Prüfung aller Urteile des französischen Polizei- und Kriegs- gerichts, besonders solcher aus Anlass der Unruhen am 7. Oktober 1919, S. allgemeine Amnestie mit Ausnahme von Wucherern und Schiebern. 16. R ü ck k e h r a l l e r A u s ge w i e s e n e n, 1l. schärssle Bekämpfung des Wuchers und Schleichhandels sowie des Schieber- Wesens, 12. Beschaffung ausreiehender Lebens- und Bedarfsmittel. schärfste Erfassung aller Nahrungsmittel und Beschlagnahme ver- weigerter landwirtschaftlicher Erzeugnisi«, 13. Sozialisicrung der vor- handenen und Schaffung neuer Wohnungen, 14. Sozialisierung der Produktionsmittel und der zur Sozialisierung reifen Betriebe, 15. Einführung des BetriebsrätegesetzeS, 16. Beschaffung von Rohmabcrialien iür Industrie und Gewerbe, 17. ausreichend« Versorgung mit preiswertem Hausbrand und Kohlen für die Industrie._ ?ugenüveranftaltungen. Heute 1ltH Uhr: Eöpenick: Stipvekohl, Schönerlinder Str. 5. Vortrag:„Zweck und Ziele der Arbeiterjugend'.— Frtedrichsbagen: Schal nwebersirasse 165». Milgnederversamnilung.— Gr-Lichterfelder Albrechtitr. 14a. Miiglieder« veriammlung.— Kaulsdorf: Adolistr.(Gemeindeschule). Vortrag:„Der neue Reichstag'.— Ltebiendera: Parkaue 16. Milglicderveisammiung.— Mablsdorf: Valderieestrasse. Mitglieder versammüinq.— Martendarf» Lyzeum. Ringiirasse. Milgliedeiveriammlung.— Rosenibal: Kastanien» Allee iKemeindeichule). Mligliedcroersammlung.— Rosenthaler Vor- jradt: Bergstr. öS. Milgiieberverlammlung.— Südosten: Biangelitr.>28. Mitgliedei Versammlung.— Teinpelnof: Lyzeum, Germania'lr. 6/7. Mit- gliederveffammlung.— Wcdding: Lütlicher Str. 38.'/,7 Ubr. Mitglieder« veriammlung.— Westen: Kunürilenslr. 141. Mltgiiederoecsamnilung.— Wilmersdorf: Oberrealschule. Am Scepark. Mitgliederoerjaimnlung. Werreranslichten rür � das oirtllere Storddeurichland bis Donnerstag mirrag. Etwas tühler, zeitweise heiter, meist trocken bei iiiässigcn nordwestlichen Winden. Beraniw. stir den redaktion. Teil: Artur stickler, Cbarlotienburg: kür Anzeigen: ry.«locke, Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlaq«. m. d. s.. Verlin. Druck: Vor- wiirls Buchdruckerei u. Verlaa-aniiatt Paul Singer u.«o. Berlin. Lindenftr. S. 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