Nr.Zgz.37.Z»»M!. veznqSprriS z B!rtr>t!!hrt.SS.!!0I!l„m>maN.SSI>Ml. frei ins öirus. oorous-nhldar. Polt- oeiug Monatlich 8.— Mk. ertl. 8u- fUttunOsqebüljt. Unter!?«ui|banb fixt i'eutlchloiiö und Oesterreich- Ungarn Lv— Mi, für Oos libttgt■äfualanb bei täglich ernmoL Zustellung 23— M. Postxestellungen nehmen an Däne» mar!'Sllanb ii"emburg. Zchtveben, Tscheche-Slaxoakol und eie Schweiz. rinzexragen n bie Bost-Zeitungs- Preisliste. Ter.Borwärts" mit der Sonntagsbeilage.Polt tu Seit* erichexnl Wochen» äqlich-wexmai Eonxuags einmal. Telegramm-Abreste .Aozialdexnatrol Berlin'-. argen-Ansgabe Berliner OolKsblstt ( 2® Pfennig} Anzeigenpreis: Sie ochtgcisallene SlonratcillezeHe kost». 2, SO ll!., Teuerungszuschlag SO0/» „f'.lcine Anzeigen-, das irtt- gebruckie Wort 75 Pfg.(zuläffig zwei fettgedruxtte Worte!, jebes weitere Worx 50 Pfg. Stellengesuche und Kailasstellenaixzeigen das erste Dort 65 Pfg, ,ebes weitere Dort 40 Pfg. Worte übet 15 Buchstaben zählen für jiDci Worte. Teuerungszuschlag 50V ganxilicn- Anzeigen, politische und gewerkichaftliche Vereins- Anxeigen 2,— Ml. bie Beile ohne Ausschlag. Zluzeigen für die nächste Nummer müssen bis S Ahr nachmittags xm Dauvtgeschält, Berlin SW 03. Linben- stratze 8, abgegeben werben. Deöffnet von 8 Uhr sriih bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdcmokratlfcben Partei Dcutfcblande Neöaktisn und Expedition: SW. öS» Lindenstr. Z. xrernivrerheri Amt-Mortnvian. Rr. l.', 2 iNt— lai V7. Freitag, den 7. Mai IVÄ0 vorwärto-verlag G.m.b.£>.» SW. 68, Linöenstr. 3, sfernitircrfier: Amt Moriiipia«. Nr. 217SZ— S4. Tie ReichSkorfsrenH der Sozialdemokratischen Partei nahm gestern die Reso-liition Adolf Braun und Gen. nach Hinzufügung einiger Sätze, die sich auf die Frauen und die ländliche Bevölkerung beziehen, einstimmig an. Die Entschließung hat nunmehr folgenden Wortlaut: Die ReichSkonserenz der TozialdemokratisKen Partei Deutschlands ruft die Parteigenossen und.Genospnnsn zum Wahlkampf auf, der da? Sckiicksal der deutschen Republik entscheidet. Nur die Einigkeit de? werktättgen Polkez, der Ztopf- und Handarbeiter, der Männer und Frauen kann die freiheitliche Perfassung unseres BolksstaateS vor neuen reaktionären Anschlägen schützen und bie po- litischr Gleichberechtigung zur sozialen Gleichberechtigung erweitern. Ter geeinte Wille der geistig und körperlich Schaffenden ist stark genug, sich mit den Mittel» der Demo- ! r a t i e siegreich durchzusetzen und die Arbeit aus dem Joch de S Kapitals zu befreien. Dazu bedarf eS vor allem auch der Mitarbeit der ländlichen Bevölkerung, der Landarbeiter und kleinen Bauern, deren Be- frcinng ans vlelbundertjähriger Unterdrückung erst durch die Ne- publik eingeleitet wurde. Im Kampf gegen den widerspenstigen Großgrundbesitz müssen die in der Laadsiedelung getroffenen Maßnahmen schnell durchgeführt nnd entschieden gefördert werden. , Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands führt diesen Wahlkampf unter der Parole der Einigkeit, in der allein die Kraft liegt, und mit dem Ziele, am 6. Juni eine sozialdemokratische ReichStagSmehrheit zn er- ringen, die den Bestand der demokratischen Volks. repub lik und ihren Fortschritt zur s» z i a l i sti f ch e n»er. bürgt. Bon dem Wunsche erfüllt, den Kampf nnr gegen rechts führen zu müssen, ist die Partei auch zugleich bereit, ihre alten Grundsätze, Sozialismus und Demokratie, als ein «nircanbareS Gebilde nach allen Seiten hin zu verteidigen. Tie Befreiung der Republik von den letzten Resten m i l i» ta ristischen Geiste», die Durchdringung aller Be- h ö r d e n mit r e p nb l i k a n i s ch e m W i l l e n, die Beseitigung der Klassenjustiz, die wachsende Anteilnahme der Arbeiter und Angestellten an Führung nnd Kontrolle der P r» d« k t i o a, die Ucbernahme der reifen Betriebe in die gemernwirtschaftliche Verwaltung, der Ausbau eine? freien Schulwesen», Hebung der ge. samten B o l k? k u l t n r— da» alle? wird desto geringeren Widerstand finbrn, je stärker die Sozialdemokratische Partei an» dem Wahlkamp! zurückkehrt. Im Kampf hex Sozialdemokratie gegen Reaktion und Kapitalismus, nicht im Streit der sozialistischen Richtun- gen fällt die Entscheidung über unsere Zukunft. Die Frauen werden diese Entscheidung ausschlaggebend be» einslusscn: an ihnen wird eS liegen, ob der Weg zurückgeht in die dunkle Vergangenheit, die unsere Gegenwart beschattet, oder vor. wärt? in bie lichte Zukunft. Dieser großen Verantwortung muß sich jede Frau am Wahltag bewußt sein. Tie Sozialdemokratische Partei will ein Deutschland, da» sich an Freiheit seiner politischen'Einrichtungen von keinem Lande � übertreffen läßt und doS durch praktischen S» 5 i a l i S. mns dem Wohle de? arbeitenden Volkes im eigenen Lande und � in der ganzen Welt dient. Sie will ein Deutschland, da? unter voller Wahrung der Selb st Verwaltung»nd Eigenart aller Stämme von unerschütterlichem Einheitswillen beseelt ist. Rur diese» Drutschland wird den notwendigen Kampf auch gegen fremden Kapitalismus, Militarismus und Imperialismus- mit geistigen und moralischen Mitteln siegreich durchführen nnd sich aus den drückenden Fesseln des Friedens von Ber. s a i l l e s wieder befreien. Die ReichSkonserenz fordert bie Parteigenossen und Ge- nos sinne« auf, in diesem Sinne den Kamps zu führen für die Einigung de» ganzen schaffenden Volkes auf dem Boden der sozialdemokratischen Grundsätze. Befreiung a n s den Banden bürgerlicher, kapitalistischer Anschauungsweise, aber auch Ueberwtuduug aller Zersplitterung im Lager der Arbeiterbewegung sind die Vorbedingun. gen für den Sieg der Arbeit durch den Sozialis. m u?. Die Neichskou ferenz der Sozialdemokratischen Partei, die am Donnerstagmittag ihre Beratun. gen schloß, bot ein Bild, das in der Arbeiterbewegung— ! leider!— etwas ganz Ungewohntes geworden ist. Sonst i schlagen Splitter und Trünmer, wie in einem Wahn der Se l bftze rst ö r u n g, gegeneinander, homerische Wut- gefechte zwischen den Führern werden ausgefochten, mit den gröbsten Kraftworten wird dabei nicht gespart. Faßt man alle diese gegenseitigen Anschuldigungen zusammen, so gibt es keinen Menschen in der ganzen Bewegung, der nicht schon als„Scheinsozialist",„Verräter", ,�udas",„Lockspitzel" ent- laivt, an den Pranger gestellt ,gestäupt und gebrandmarkl worden ist. Die gemeinsamen Feinde der Arbeiterbewegung, � Reaktion und Kapitalismus, aber reiben sich hohnlachend die Hände und zitieren:„Einer dieser Lumpenhunde wird ! vom andern abgetan". In eine ganz andere Welt hat uns die Reichs- ' konferenz der Sozialdemokratischen Partei geführt. Eine landereMusik wurde hier gespielt als jene allzu bekannte � der hundert Lärmtrompeten, die von einem anscheinend Wahn- ! sinnigen Kapellmeister dirigiert werden. Selbst bei der AuS- ; tragung sachlicher Trsferenzen trat das Bestreben hervor. «jede gegenseitige Verhetzung und Verketzerung zu vermeiden und dem Meinungsgegner menschlich gerecht zu werden, so entschieden man auch seine Fehler und Irrtümer tadelt-:. Man darf annehmen, daß diese Tonart den Massen besser klingen wird als jenes gewohnte Schimpstonzert, das alle menschlichen Ohren zerreißt. Dieses Bestreben, nicht zu zertrümmern, sondern zusam- menzusasien, mochte bei den Richtungsgrenzen nicht Halt. Die Reichskonferenz bekundete den festen Willen der Partei, den Sehnsuchtstraimi aller denkenden Arbeiter zu erfüllen und die Einigkeit wiederherzustellen, ohne die, wie jeder noch Ueberlegimgsfähige sieht, ein Sieg nicht möglich ist. Die Sozialdeniokratii'che Partei tritt in den Wahlkampf ein als Trägerin jenes großen Einheitsgedankens, der in allen nicht völlig verwirrten Arbriterköpfen lebendig geblie- ben und der heute mächtiger ist als je zuvor. Dieser Wille zur Einigkeit des Ganzen trat besonders in der Ablehnung des Antrags Kaul-Offenbach hervor, jene Stelle der Resolution Braun zu streichen, in der der Wunsch der Partei, den Wahtkamps nur gegen rechts führen zu können, ausgesprochen wird. Durch die Verwer- fung jenes verfehlten Vorschlags, die gegen ganz wenige Stimmen erfolgte, hat die Reichskonferenz den Willen der Partei, ihren Wahlkampf tunlichst nur gegen rechts zu führen, noch einmal unterstrichen, sie hat zugleich durch die unveränderte Annahme jener Stelle bekundet, daß die Verteidigung der Grundsätze der Partes nach allen Seiten in keinem Fall vernachlässigt werden darf. Wir können, ohne die uns anvertrauten Interessen der Arbeiter- bewegung preiszugeben, nicht die Ueberzeugnng preisgeben, daß Demokratie und SoxioliSmus eine un- trennbare Einheit bilden, daß sie, wie Scheidemann sagt«,„zusammengehören wie Form und Inhalt, wie Körper und Geist". Die Probleme der Einigkeit und der Demokratie hängen tiefinnerlich miteinander zusammen. Solange die Arbeiter» bewegung einig war, hätte man eS geradezu für' eine Schande gehalten zu glauben, die Bewegung sei außer- stände, die Mehrheit d?S Volkes für sich zu gewinnen und mit den Mitteln der Demokratie zum Sieg zu gelangen. Erst als die Zersplitterung einsetzte, und jeder Führer jede? Grüppchens versprechen mußte, diesem werde eS gelingen, für sich allein nnd im Kampfe g»gen die anderen Gruppen den Sieg zu erringen, erst jetzt schienen die Wege der Demo- kratie verrammest, begannen die Pläne und Versuche, in ver- zweifelten Sturmanläufen einer Minderheit zu erobern, waS doch nur das Ganze in geschlossenem Aufmarsch erreichen kann. Tie Zersplitterung der Arbeiterbewegung wurde zur Ursache ihrer Schwäche, ein Zeichen dieser Schwäche war die Abkehr der Gruppen von der Demokratie. Es ist kein Zufall, daß die Abneigung gegen die demokratischen Methoden mit der zunebmenden Kleinheit der Gruppen nach 'links hinüber wächst, daß sie sich mit ihrer zunehmenden Größe vermindert, und daß die Sozialdemokratie, die ein- ßisse groß? Partei der Arheiteabelvegiing. bei der auch darum die einzige Hoffnung der Arbeiterklasse liegen kann, unverrückt an der Zuversicht festhält, daß der Sieg des Sozia- liSmus durch die Gewinnung der VolkSmehrheit und n u � durch sie zu erreichen ist. Heute geht durch das ganz« arbeitende Volk der Schrei nach Einigkeit. Der Ekäl vor der gegenseitigen Zerfleiscl'ung ist allen, die sich nicht ein Gewerbe aus ihr machen, bis zum Halse heraufgestiegen. Die Einsicht, daß die Trümmer einzeln nichts vermögen, das Ganze aber. ' wiedervereint alles vermag, drängt sich siegreich in den Vordergrund. Und dieses Gefühl für den Willen der Massen gab der Reichskonferenz auch jene Stimmung starker Zuversicht, die ihre Verhandlungen von Anfang bis �zum Ende beseelte. Die Partei«ist den Arbeitern zu: Hier sind die starken Wurzeln Eurer Kraft! Ihr wollt die ; Einigkeit, wir wollen sie auch, helft sie zu vollbringen, in- dem Ihr in unsere Reihen tretet! Wenn im Interesse der Bclvegung etwas zu bessern ist, dann ist e? vor allem a n der Partei und i n der Partei zu bessern. Wo es aber zu kämpfen und zu stimmen gilt, gilt es für die Sozial- ldemokratie zu kämpfen und zu stimmen.„Im Kampf 1'der Sozialdemokratie gegen Reaktion und Kapitalismus, ' nicht im Streit der Richtungen fällt die Entscheidung über i'unsere Zukunft!" � * Die Reichskonferenz der Sozialdemokratischen Partei Deiitschlands hat auf Antrag der weiblichen Delegierten ein- stimmig folgende Erklärung gegen die Verwendung schwarzer ! Truppen in Deutschland beschlossen: Wir Protest irren gegen diese dem deutschen Volke an- getane Schmach, der Tausende wehrloser Frauen und Mädchen zum Opfer fallen. Wir warnen die fiegrcichrn Völker vor der Anwendiing einer Waffe, die sich im letzten Ende verderdcnbringend gegen die gr- samte weiße Rasse wenden wird. Wir rufen auf alle Männer und Fronen der zivilisierten Erde, inSdesondere»nsere Genossen nnd Genossinnen jenseits der deutschei» Grenze; wenn eS Euch Ernst isi mit Eurer Srhnsiicht, daß der Bölkerfriede den Bölkcrhaß bcsieze, dann tretet ein mit allcr Kraft für die Zurückführung der farbigen Truppen au» den besetzten Gebieten, deren Verwendung ein Schlag ist gegen Versöhunng und Verständigung der gequälten Menschheit. Der große französische Streik. Im ganzen unverändert. Pnri»,(5. Mai. iT.U.) Die Lage war gestern im ganzen wie am Dienstag. Die Verhaftung der Führer rief nirgends Zwischenfälle bervor. Pari», K. Mai. fWTB.) Nebrr die Strritlagr liegen folgende H a V a» Nachrichten vor. In Bordeaux hat sich die Lage bei den Hafenarbeitern wesentlich gebessert. In Baleneirnne» haben sich die Eisenbahner der Bewegung angeschloffe«. Die Bergarbeiter haben beschlossen, dir Arbeit fortzusetzen. JnLeHavre haben die M e t a l l a r d e i t e r au? Solidarität mit de» Eisenbahnern den Streit beschlossen. In Tonlo« hat eine Anzahl von Arbeitern d«S Arsenals gestern abend sich für den Streik erklärt. In Lille haben die Eisenbahner die Wiederaufnahme der Arbeit für heute erklärt. Paris, st, Mai.(WTB.) Die E. G. T. hat die R r t a l l- «nd Banarteite» von Pari» und Umgegend aufgefordert, nicht in den Streik zn treten, sondern rrst den Befehl der Leitung ab- zuwarten. Dir Brrha.ftnngen werde» fortgesetzt. Man spricht von der Verhaftung de» bekannten sozialistischen Agitator» Versen i l. Räch„Echo de Pari»" sin»<6 Eiseiibahixarbcilcr entlassen worden, gegen zehn wurden Strafverfolgungen eingeleitet. Loriot verhaftet. London, 5. Mai.(WTB) Reuter meldet aus Paris: Das Mitgliep des sozinlistischeit Parteivorstands, Loriot, den Lenin zum.Vertreter der Sowjetregierung in Westeuropa" ernannte, ist beute unter der Beschuldigung einer Verschwörung gegen die iiineie Sicherheit bei Staates(?I) verhaftet worden. Em neues parteib!att in �sllanö. Seit dem ersten Mai erscheint in Rotterdam unter der Leitung des bisherigen Sekretärs der holländischen Partei, Genossen Matthysen, eine neue große Tageszeitung, der „V o o rwaa r t S". Das gewaltige Anwachsen der sozialistischen Bewegung in der großen holländifcksen Hafenstadt hatte die Gründung eines besonderen Parteiblattes dort wün- sehenswert erscheinen lassen. So besitzen unsere holländischen Genossen nunmehr zwei große Tageszettnngen„He t V o l k" in Amsterdam und ,LZ o o rw a a r t s" in Rotter- d a m. Wir wünschen dem an einem Festtafle der Internationale zum ersten Male erschienenen''Bruderorgan, dem uns eine besondere Ramensverwandtschast womöalich noch inniger verbindet, eine glückliche Zukunft und ein erfolg- reiches Wirken zum Wohle des holländischen und des internationale« Proletariats- Korruption! Kapitalistisch-reaktionärer Zeit?«gs-«ttb Maudatskampf. Ä! onatelang hat die reaktionäre Presse über angebliche Korruption der Regierungsparteien und„Schicberrcpublik* geheutr, wobei sich herausstellte, daß ihre Gewährsmänner gewerbsmäßige Ehrabschneider und b e r u f s- mäßige Verleumder wie Herr Rhodin und Konsorten waren. In Wahrheit sitzt die Korruption an einer ganz anderen Stelle. S ch w o r i« d u st r i e l l c Kriegs- ge Winne r haben die„München- Augsburger Abendzeitung", haben den„Berliner Lokal- Anzeiger" und den„ T a g" gekaust, haken„Post" und„Berliner Neueste Nachrichten" zu einem gemeinsamen Interessenorgan verschmolzen. Herr Hugo S t i n n e S, der rheinisch- westsälische Stahlwerks- und Gruöcnmagnat, kauft ganz im stillen eine Berliner Groß- driickerci nach der anderen mit zugehörigen Blättern, erst den Büxen st ein- Konzern, dann„Deutsche Allgemeine Zeitung". Hunderttausende von Zeitungslcscrn sollen auf diese Weise ganz unmerklich an die schwerindustrielle Intercsscnpolitik verschoben werden, ohne daß sie ahnen, in welcher Weise ihr Blatt den Besitzer ge- wechselt hat. Aber nicht nur Zeitungen kauft der Großkapitalismus, sondern auch Mandate. Tie Deutsche Volks- Partei versteigert sie meistbietend an kapitalkräftige �nter- essentengruppen. Für 1500ü0 M. kauft die Spirrtus- i n d n st r i e bei der Deutschen Volkspartei einen sicheren Reichstagssitz, und die Lederindustrie will oder soll das gleiche tun, weil die Deutsche Volkspartei in erster Reihe im Kampf gegen die Lederwirtschaft stand und dadurch den Wucher i» schuhen aufs wirksamste unterstützte. Das sind Erscheinungen kapitalistischer Korruption, die zum Himmel stinken. Aber diese Erscheinungen finden sich nicht im republikanischen, sondern im monarchistisch- reaktionären Lager. Sie finden sich bei denselben Leuten, die diese politischen Schiebergcschästc schon zu Wilhelms Zeiten mit der größten Virtuosität getrieben haben und sicherlich nicht zuletzt deswegen die Monarchie zurückersehnen, weil sich in ihr daS politisch-großkapitalistische �chiebcrgeschäft viel nngestörterund ungenierter mit Hilfe hoher und höchster Behörden vollziehen ließ. * In dem Ankauf der Norddeutschen Buchdruckcrei durch den Stinnel-Konzeru erfahren wir noch von gutuinerrichteter Seite: Die Angelegenheit wird daurch besonders interessant, daß der Ler- lag Reimar Hobuing kürzlich aucti eine Industrie- und H a n- delszeitung gegründet bat. ein Organ, daS über die Wirtschaft» lichen Tagesereignisse informieren soll und das dabei auf die Mit- arbeit der Behörden angewiesen ist. Mit einer Reihe von Ministerien sind Verträge in dieser Richtung abgeschlossen wor- den. daß die betreffenden Acmtcr der Zeitung das notwendig Nachrichten- und Zn formationsmater ia l k o st e n l o S liefern, und zwar in einer Weife, die der Industrie- und Handslszeitung auf 12 Jahre hinaus ein Borzugsrecht nu der Belieferung mit amtlichem Material gibt. Wir erleben also das groteske Schauspiel, daß eine Regierung, die sich immerhin in grundsätzlicher Gegnerschaft zur Deutschen Volkspartei bis heute befunden hat, in ihrer Publikation vertraglich abhängig ist.von einem industriellen Konzern, der sie auf das s ch ä r f st c b e k ä m p f t. Es dürfte nur noch eine Fräge der Zeit fein, daß dieser Ankauf der Zeitung sich auch auf den An- kauf anderer Regicrungsfunktionen ausdehnt, wenn StinneS überall so viel Glück hat wie bei dem Verleger Hobbing. Der Kreisblatts kanöal. Den..V. P. N." wird geschrieben: Deutschnationale Blätter entrüsten sich darüber, daß an die preußischen Kreisblätter das Ersuchen gerichtet worden ist. die Rede des Ministerpräsidenten Braun bei der Landiaaseröfftrung nach dem Kavp-Pntsch im Wortlaut abzudrucken. Es ist wohl 1 eichst- Mrchitektonifthe Zukunftsmusik. Von John Schikowski. Die Väter der gegenwärtigen jungen Generation bsben den Augiasstall gereinigt, den die Großväter in der Kunst hinterlassen bwtten. Es ist ihnen gelungen, in der Architektur und im Kunst- gcwerbe den verlogenen Dekorationsprunk zu beseitigen und dem Material wie der ehrlichen konstruktiven Arbeit Achtung z« verschaffen. Ehrlichkeit und Wahrheitsliebe find schützbare moralische Quali- täten, aber sie begründen an fich n�b keine ästhetischen Werte. Die junge Generation fand im wesentlichen einen reinen und— wie der Landmann sagt—„garen" Acker vor, der bereilt war, neue Saat aufzunehmen. Und sie erinnerte sich daran, daß die Architek- tur nicht nur ein nützliches Handwerk ist, sondern das; sie sozusagen zu den Künsten gehört, in denen stets auch die frei schaffende Phantasie ein entscheiidendeS Wort mitzureden hat. Tie künstlerische Einbildungskraft wieder in ihre Rechte«inzufetzen, wurde das. all- gemeine Ziel, dem die junge Generation zustrebt. In der Baukunst verfolgt sie dieses Ziel, obivohl sie sich be- wußr ist, daß die Not der Zeit gerade auf dtesem Gebiet alles Schaffen auf das wirtscheftlich Notwendigste einschränkt und dem Spiel der Phantasie nur einen karg bemcsseyen Raum läßt. Aber die Vertreter der Jungen sind der Meinung, man dürfe das Ziel trotz- dem nicht auö dem Auge verlieren, und wenn man seine Ideale nicht in der Praxis verwirklichen stönne, so müsse man sie'doch im schöpferischen Traume bis in alle Einzelhetten ausgestalten und das Neue, das in Stein, Eisen und Glas nicht zu realisieren sei, wenigstens auf dem Papier entstehen lassen. Nun liegt allerdings die Zrage nahe: Warum betätigt ihr euer Können nicht zunächst in de: Läsung der bescheidenen Aufgaben, die heute aktuell sind, in der .Herstellung von Nutzbauten, Wohnhäusern, Siedlungen? Darauf pflegen die jungen Architekten-zu antworten: Die Phantasiekunst, die wir erstreben, kann in prattischen Nutzbauten nicht zum deut- lichen Ausdruck kommen; außerdem lehrt die Geschichte, daß überall, wo ein baukünstlerischer Stil entstand, dieser in Monumental-- bauten, in Domen und Palästen zuerst sich verkörperte und erst von hier aus die niedere Architektur und das Kunstgewerbe be. fruchtet hat. Ties ist der Standpunkt der jungen Architekten, die in einer vom ArbeitSrat für Kunst in den Räumen des G r a p h i. schen Kabinetts(Kurfürstendamm 282) veranstalteten AuS- stellung„Neue» Bauen" vertreten sind. Gezeichnete, gswschte, gemalte und plastisch modellierte Entwürfe führen uns in eine phantastische Märchen- und Dunderwelt. die wir uns in Stein, Beton, Eisen und farbigem GlaZ verwirklicht denken müssen. Alz Volts Häuser, Kultgebäude, Fest, und Musikhallen soll ein Teil dieser geträumten Bauten dienen, andiwe werden einfach.Phan» verständlich und bedarf auch für einsichtige Poliiiker, die nicht auf dem Baden der Koalition stehen, keiner besonderen Begründung. das; die preußische Staat? regierung es für notwendig ansah, der großen Masse der auf die kleine Provinzpresse angewiesenen Leser nach dem Tohuwabohu der Kapp-Woche und den sich damals ständig widersprechenden Nachrichten den offiziellen Standpunkt der preu- ßi'chen Regierung darzulegen. Auch gegenüber der Beamtenschaft auf dem flachen Lande war das unbeding: erforderlich, zumal ja die Parlaincntöberichte auch der größeren Zeitungen auö Raummangel immer nur Auszüge aus den Ministerreden geben. Die alte Re- gierung hat die amtliche Presse durch schärfsten Druck geknebelt und für iure innerpoUtiseben Zivecke eingespannt, die republikanische Regierung, die in der Durchführung der Preßfreiheit so weit ge- Aufruf an öle Krauen! Am 6. Juni sollen wir Frauen durch unseren Stimm- zette! zum zweiten Male mitentscheiden über das Geschick unseres Volkes nud Vaterlandes; über unsere vnd unserer Kinder Zukunft. Eine große Verantwortung ist unS mit dem Wahlrecht in die Hände gelegt. Nun kommt es darauf au, daß wir uns reif erweisen, sie z» tragen. Nicht uiedcrdrückeu und belaste« soll unS die Zeit uud uusere Pflicht, sondern stolz und froh soll uns uuser Recht werden lasse«. Weil Vergangenheit und Gegenwart so dunkel des Leben jeder eiuzeiuen Frau beschatten, muß die Zukunft hell und sonnig werden.. Sie wird er, wenn wir unserer cigeuen Kraft vertrauen; wenn wir deu Mut uud den Willen haben, auf der beschrittcr.en Bahn zum Sozialismus weiter zu gehen. Wir wollen die verantwortungsbewußte Freiheit im Geistes- und Wirtschaftsleben der Völker. Wir wollen den Frieden und die Bölkervcrsöhunug. Wir wollen das Glück auf Erden. Darum wollen wir den Sozialismus! Sozialismtts ist Mcuscheuliebe und McuschhcitSdicnst. Ter Weg zu diesem leuchtenden Ziele ist beschritten in der Verfassung der deut scheu Republik. Wer mit nns will, daß er nicht wieder verschüttet wird, daß wir vor- wärts gehen trotz aller Hemmungen und Hindernisse, der wählt am 6. Juni die Liste der Sozialöcmskratijchen Partei deutschlanös. Marie Jucharz. ni Uli i iäiiiiwiiiiiiiiwi loin'iiissiiiriliTiwiM ganoen ist, daß sie die scharf reaktionäre.Haltung eine? großen Teils der amrlickien.KreiSblätter hingenommen ha:, soll aber nach Ansicht unserer Rechtsradikalen nicht einmal die Möglichkeit haben, die politische Programmrcde des Ministerpräsidenten bei einem entscheidenden und dedeulsamea Anlaß durch den anulichen Kreis» dlatlapparat der Bevölkerung mitzuteilen! Mit solche« demagogischen Rlätzchen macht sick» die reaktionäre Presse nur lächerlich unp auch die Hitze de? Wahl kämpfe? sollte sie in istrem eigenen Interesse vor ähnlichen Entgleisungen bewahren. Wozu wir nur zu sagen haben, daß dieser offiziöse Schrieb viel zu milde ist. Die schamlos gegen die Republik hetzenden KreiZblatts chmic rer gehören in hohem Logen hinausgeschmissen. Was täten die Konservativen mit Krersblattverlegcvn und-redak- teuren, die gegen ihr« Rezierung schrieben? Man sollte bei weiterem Widerstroben die Druckereien der Kreisblätter wechseln. .Heute erhält der Staat Druckereien lebensfähig, die die dreckigsten Sudelwischc gegen ihn herstellen. wkeöerauffteöung Guftüv Kochs. Hanau, 6. Mai.(Eigener Drohlbericht dsS„Vorwärt»".) Die Kreistonferenz Hanau-Gelnhäuien bestimmte den Genossen Gustav Hoch wieder zum Neich-iagskaudidaicu. Die Neichsschnlkonferenz ist nunmehr endgültig auf die Zeit vom IT— 19. Juni 1020 festgesetzt. Sie wird am erstgenannten Tage vormiltagü 10 llhr im Reichstagsgcbäude eröffnet." tasten" oder„Formphantasien" genannt. An der technischen Aus- führbarkelt de: Entwürfe' ist kaum zu zweisÄn, da man heute im Eisenbeton ein Material besitzt, in dem sich ungefähr alle denk- baren Architekturformen gestalten lassen. E? ff.azi sich also, welch stllbildenter Wert ihnen beizumessen ist. Und da stehe ich de: Leistung recht skeptisch gegenüber. Ich sehe architektonische Gebilde. die an»ndifche und altmexikanische Formen sich anlehnen, und ich sehe absolut Neues in Gestalt von Riesenschnecken und gigantischen Kristallen, aber ich sebo nichts, von dem ich sagen könnte: hier spricht ein klarer, fruchtbarer Formwille, dem man die Kraft zu- trauen dürste, allmählich auch die schlichte bürgerliche Architektur in seinen Bann zu zwingen und einen cinbeulichen Stil zu be. gründen, der letzten Endes im einfachsten Gebrauchs mübel zum Ausdruck kommen könnte. Ter Grund die-es VersagenZ liegt meine? ErachtenS in dem verfehlten AuSzangspunkt. Wenn der Stil der Gotik, der Re. naissance, des Barock usw. sich irtrllich zunächst in kirchlichen und fürstlichen Prunkbauten verkörpert haben sollte, so kann das für die Gegenwart nicht maßgebend sein. Denn wir leben in einem dem». kratischen Zeitalter, und alle», lrxzs geschaffen wird, hat direkt und und unmittelbar der Masse zu dienen und muß sich den Bedürfikissen eines armen kültturhungrigen Volkes anpassen. Nicht von oben her, nicht durch utopische Projekte für Luxusbo.ien der Zukunft läßt sich heute eine künstlerische Revolution durchführen, sondern sie muß, wenn sie Lebensfähiges zeugen und im Empfinden des Volkes WuxzÄ fassen will, von unten einsetzen. Um der gelähmten baukünstlerischen Phantasie neuen Schwung zu verleihen und Schaffenden wie Genieftenden letzte Ziele zu vom ArbeitSrat für Kunst in den Räumen des G h r a p h i- von Bruno Taut. Hans und Wassili L u ck h a r d t, S ch a r o u n und K r a y l nicht nur Wagemut und ehrliche Be- geisterung sondern auch urwüchsige Begebung und selbst Genialität bekundet, gewiß ein wertvolles Hilfsmittel. Als praktische, stil- schöpferische Vorarbeit für da?, was die Gegenwar: zu vergangen ein Recht hat, kann man sie aber nicht gellen lassen. Grabfe-Abrud im Lesstug-Muscum. Im März 1314 erließ Herbert Eulenberg einen Aufruf zur Sammlung für«in Grabbe- Denkmal. Jetzt erfuhr ein im' Lesstno-Ruseum zahlreich erichi:. neue» Publikum, daß auf diesen Ruf hin innerhalb 6 Jahren— ganze 1ö!X) M. zusammengeflossen sind! Für einen Dichter, der Gewaltiges barg und gab! Dieser Zand sollte nun ein Grabbe- Abend im Lessing-Mufeum stärken. Das ZiÄ war gut, das Dä- barene aber leider reichlich verfehlt. Mit der Gepflogenheit der Leitung, dir Abendthemen de» Museums auch musikalisch passend zu ergänzen, konnte man zwar auch diesmal einverstanden sein. Die zeitgenössischen Fnunde GrcKics, Albert Lortziug uud Herbert Burgmüller, kamen zu Gehör. Aber wo blieb Grabbe selbst? Einen Borrrag Wer ihn und sein Werk sprach Paul Friedrich, und e» gab einen Prolog und einen Aufruf. Eine„Grabbe-Predigt" Wasche Mfc für dk 9eamtev. Der Ausschuß zur Beratung der Beamte nbesoldungs- g�e s e tz e bat sich, wie den„P. P. N." milgeteill wird, in seiner Sitzung vom 6. Mai e i n st i m m i g dahin emschieden, daß d?e iin Mantelgesetz enthaltenen sieben Gesetzesvorlagen a n ci e n o m in e n werden mit der Begrildung, daß sie einheitlich mit Wirkung vom I. April löLl) in Krofi treten. Diese Gesetze sind alsbald noch Wiederzusammsiiiriit der preußischen Landesversammlung im Juui 1320 einer Nachprüfung zu unierziehen, wobei die rück- wirkende straft vom 1. April 1920 ab beizubehalten ist. „Poieiirepubli? Gbersthlesien�. Die„Schlesiiche Bolls zeilung" verösfenilichl neu« Dokumente, auS denen daS Zusammenwirken des polnischen Volksabslimmungs- kommisiariatS(Korsaniy) mit der polnischen militärischen Ausstand?- organisatlon hervorgeht. Herr Kortanly wurde übrigens letzthin beschuldigt, in Deut'chland Agent deS zarischen Rußland gewesen zu sein. Bon seiner Erwiderung ist uns noch nichts bekannt. In Zeuthen brachten, nach einer BreSlauer Meldung der „Voss. Ztg.", Vcrirelrr der polnischen Regierung den veriamtnelieu Vertrauensmännern die Anerkennung der schon im Februar ge- gründeten„illegalen Polenrepublik Oberschlesieu" durch die War- schauer Regierung zur Kenmnis und erklärten, die Warschauer Rcgienm.i sei jederzeit zu uülllärische« Eingreifen bereit, um da« „urpolnische Oberschlesien" von der„verörschenichen Sickerbeits- wrhr" zu beireien. Es soll auch ein Eingabensturin an die Enieuu- koinmission organisiert werden, damit die Sicheiheitswehr abgeschafft und durch eine polnische Truppe ersetzt wird— damit man uu- gestört arbeiten könne! Paritälisch vorgenommene Feststellungen über die Meuterei im Beuthener GerichtSgefängmS, bei der schwere Verbrecher ent- kommen sind, haben als Ursache die Verzögerung der Untersuchung der Slraffälle infolge des Richter st reiks ergeben. Die„Freiheit", die eben noch die deutschen Kundgebungen iu Oppeln usw. ausschließlich dem Nationalismus aufs Konto ge- schrieben hatte, veröffentlicht nun einen eigenen Bericht auS Oberschlesien. Hiernach verprügelten die deutschen Siäöre- bewohnsr in den polnischen Demonstranten vom Lande einfach die LedeilSmittelWucherer, unter deren Ausplünderung sie jahrelang gelitten haben. ES wird da auch berichtet, daß je mehr in Deutschkand gegen das Junker- und AuSbeuterlum Front gemacht werde, desto größer die Zahl derjenigen wird, die über- baupt keine Abstimmung über Oberschlesiens künstiges Schicksal wollen. Aber diese Abstnnmung ist durch das Machtgcbot der Entente vorgeschrieben, man wird ehr nicht entgehen, und darum gilt eS. alle Kräfte zmammeuziffasssn und auch eine Polmk zu betreiben, die die Volksmebrheit in Oberschlesien für Deutschland gewinnt. Das Vorgehen der Polen im Berein mit den innerem und wirffchofilichen Zuständen in den von ihnen bereits gewonnene» deutschen Ländern arbeiten nach di-ler Richtung. Brüchen sO.-Schll), 6. Mai iWTB.) Äorfanty nimmt in der „Grenzzeitung" zu der deutschen Note Stellung und schreibt u. a.t „Schlotternde Angst und helle Verzweiflung über den sich vollziehenden Verlust Oberschlesiens für Deutschland treiben die deutschen Kreise wiederum auf den ihnen seit langer Zeit bekann kr» Weg der Fälschung und Irreführung der öffentlichen Meinung. Konanty spricht dann weiter seine BefriodigMig auS, daß end- lich ein Forum geschaffen werd:. um die deutschen An schuldig!:n aar einer objektiven Prüfung zu unterwerfen und die polnische» Geheimdokumente als mit amtlichen Geldern fabrizierte F ä l- s ch u n g c n festzustellen. Er könne der deutschen Regierung schon beute erklären, daß sie bei der Gelegenheit ihr blaues Wunder erleben werde. Denn er werde nicht verfehlen, hierbei den Deutsche» die mit Wissen und Willen der deutschen Regierung inszenierten Verbrechen und Umtriebe in Oberschlesien zu enthüllten." Hierzu bemerkt WTB: Der WutauSbruch dcS Herrn Äorfanlh in der„Grenzzaitung" ist durchaus verständlich. Der Gedanke, das; einem die geheimsten Pläne so beweiskräftig vor der breitesten Ocssenilichtat enthüllt werden, würde wahrscheinlich auch weniger aggressive Naturen als Herrn.Korfanty aus der Fassung bringen. Mit um so größerer Ruhe sieht man deutscherseits seinen Ent- hüllungen entgegen. Z"»l iglil-t-JI. 1___________ i,. ,11. von Fritz GberZ reihte sich an und am Schluß stand eine dramatiicha Szene nach dem Grabbe-Schatterchild Eulenbergs: die ebenfalls von Fritz Ebers verfaßte Szene..T«r sterbende Grabbe". Also wo blieb Grabbe? GrabbeZ Dichtergeist? Im Programm war ursprünglich eine Rezitation aus des Did.ers Drama„Marius- und Sulla" angesetzt, aber sie unter- blieb: man opferte sie jener„Grabba-Predigt". Siatt dem Pud-i- tum Gelegenheit zu geben, mit einem zeugenden Werke deS Dich, :ers tisser bekannt zu werden wurde eS mrt einem Sammelsurium von Grabbe-Anekboten unterhalten._ Daß dieZ willkürliche Ge, füge rein Zitaten aus Werken und Briefen und auf Pav'arschnitzcln! medergekchriebsnen Einfällen Dichter und Volk nicht näher brachte. betvicS die Heiterkeit,' die die Ausführungen.begleitete, peinlich genug. Auch die Slerbeizcne gab ketu Bild, st zrn ein Zerrbild. Wobei aber zugestanden stin mag, daß Paul B' s schau, pielsri'che Leistung in der Hauprroll- für vieles enffchät.:. Man ließ de» Abend hinter sick mit dem immer wieder hervorbrechenden Wunsch. daß Berliner Bühnenleiter sich endlich auf ihre Pflicht Grabbe gegenüber besinnen mögen. Auch da S MariuS-Fragment läme� dabei in Betracht, hat Stellen, die gerade heust verstanden würden: die Senatsizsne, in der die Gegensätze der Bevorrechtigten und der Besitzlosen aufeinanderprallen. me. Lekirgntrg zur ZlnSblkdung vou Jugendamtsnugeftellten. Bei dem am 17. ffiai beginnenden Lehrgang können noch einige An« meld un gen bcrücküchllgt werden. Boriusützung abgeschlossene ak.r. d-misch- BUdung oder gleichwertige. Umgehende Anmeldungen beim Be- rusSavil für«lademtker. Franifurt a. M., Uiiioersität. Ter Meiueckesche Mönuerchor, der wiederholt bei unteren Vnrtei- veranttaklungen. zuletzt am 1. Mai. mitgewirkt hat, veranstaltet am L. Mai, abends 8 Ubr. in der Hochlchuie für Musik. Egarlottenbirrg, Hardenberg-, Ecke Fasanenstraße, ein Konzert, auf welches wir unsere Parteifreunde aus- llierkom machen. Die Si»g-2!kademie veranstaltet am 8. Mai-ine Wiederholung der Alisfubrung von Hahdn« Jahreszeiten. Di- Aulsührnnq findet zu», Beilen des neugezründeteu Hillswerls für deutsche Musik und Musiker stalt. Ter lZckffachtenmaler flari Röchling, der wie Anion o Werner soudei und in Kleinem wn'üichtcijsroakr zu malen vtrsl.rnd. ein treuer Diener der wildsmäntschen Kun'lwünsche war und zahlreichen Osfizlerkafinos SrieeK- geist aus Leinwand lieserte. rir, hö Jahre alt, in Berlin geüorberi. Tie Ä-eiellichaft für Erdiunde wird in allgememer Sitzung am 8. Mai. abend- 7 tlhr. un Sdunjtg-wcrbe.Wul-um(Prinz�Ilbrecht-Slr. 7t einen Vortrag mit Lichtbildern von Kavitänleutuant Straebler über ein» Reise von C v i n a n a ch O st- T u r k e j» o n während deS Krieges hären. Eine„Tentfche Gesellschaft für Wauiligenieurwesen- ww'd« in einer Berliner Beriammstog h.x lührcndcn Vertreter diese» Faches inner- halb des Vereins dcul!ch."r Ingenieure aus allen Teilen Demschlands und au» dem befreundeten Ausland gegründet. Die Gesellichast oerfolgt ledig- lich wissenschaftliche Zwecke und nvll an dem Wiederaufbau unieres Wirt- ichaftsleben« durch Austausch von Ersabrungen usw. taliräsiig mitarbeite». Zum Barsitzenden wurde einstimmig Pros, de Thicrrh gewählt. Die im Infi, int für praktische Psvck.alojrie im Monat Mai stattfinden- den Uebungsn zur Lchulung des ÄedächMisfeS und oer Beobachtung de- ginuen für Erwachsene yrVtag abend» 7iä> Uhr, für Sinher Dienstag, naw- mittagS 3 ich Uhr. Änsragen an Dr. Moll, Berlin W. 12, Sursürsicn- damm 45,, IK 233 ♦ 37. Jahrgang Seilage öes vorwärts 5reitag, 7. Mai?H2H Einwoknenvehr-�rsatz. Die Preukiscbe Landesversammlung bat am DonnerSiag die Wahl dcS Abg. Fran� HackS(Soz.) im Hammel» sprung mit 138 Stimmen der beiden sozialdemokratiiiben Gruppen und der Demokraten gegen 121 Stimmen des Zentrums und der Necvien für gültig erklärt. Bei den Abstimmungen über die Anträge zu öen Ew.wohnerwshrea wird nur der demokroliscbe Antrag angenommen, won�h ein an die staatliche SicderheilSpoli,ei angelehnter Orts- oder Flurschut» 5U schaffen ist, der nicht zu paneipolili'chcn oder veriassungS- lvidrigen Zwecken mistbrancht werden kann, und ferner eine Ber- stärkung der staatlichen Sicherheitspolizei unier Uebernahme der bisherigen kommunalen Sicherheitspolizei in den Industrie- gebieten eintreten soll. Für diesen Antrag und für einen Zu- sgtzantrag der Teutichnalioiialen, nach dem die OrtSwehr auch nicht parteipolitisch zusammengesetzt werden darf, stimmen die Rechte, das Zentrum»nd die Demokraten, dagegen alle Sozialisten. Der Gesetzentwurf über die Abänderung einiger Borschriften de? Genieindeabgabeiirechts wird in zweiter und dritter Beratung angenommen; ebenio ein Ausschutzantrag, wonach eine reichSgei'ey- Iiche Borschrift erlassen werden soll, in der die einen Versicherten behandelnden Aerztc allgemein für befugt erklärt werden, den Or- ganen der reichsgeietzlichen sozialen Versicherung über Art der Krankheit, Zustand und Behandlung des Versicherten Auskunft zu erteilen. Das Krüppelfürforgegesetz wird nach zustimmenden Erklärungen der Abgg. Drl Wey!(11. Soz), Dr. Schmittmann(Ztr.). Prau Pöhlmann(D. Vp.>, Dnllmer lDnat.l und Dr. Ecklestmann2 Uhr: Kleine Anfragen, BesoldungSvorlage, Ab- fchaffilng der finanziellen Adelsvorrechte. Schlutz S3/« Uhr._ GroßSerlw Tuberkulosebekämpfung. Die in Berlin seit langem bestehenden AuSkunftS- und Fürsorge stellen für Lungenkranke, die Untersuchung und Rarerteilung kostenlos gewähren, haben in neuerer Zeil ihre Tätigkeit aus den sogenannten Mittelstand beschränkt. Seitdem erstreckt sich diese Tubeikulosesürsorge aus die nicht marken» �lebenden Einwohner Grotz-BerlinS mit Ausnahme von Char» lottenburg, Schöncberg und Lichtenberg, die eine eigene Fürsorge für den Mittelstand haben. Den bei der Reichsversicherungsanstalt iür Angestellte versicherten Personen und ihren Familien, die gleich- zeitig Jnvalidenmarken kleben, steht die Wahl zwischen dieser Für- sorge der Auskunftsstellen und derjenigen der LandesverstcherungS- «utstalt Berlin frei. Wir entnehmen dem nnS jetzt vorliegenden Tätigkeitsbericht für 1S19, dag 6082 Personen in der Tuberkulose» , ü r s o r g e standen, darunter 3S51 Erwachsene(1318 Männer, 2633 Frauen) und 2121 Kinder. Unter den Erwachsenen waren folgende Berufe vertreten: S93 höhere, mittlere und untere Reichs-, Staats- Gcmeindebeamie und-angestellte. 820 selbständige Kaukleute, bötz kausmänniiche, Bank» und Versicherungsangestellte, 504 Hand» werksmeister. 91 Hausangestellte und Heimarbeiterinnen. 38 Schrift» stcller und Künstler. 33 Ingenieure und Techniker, 1 Prediger, 1 Rechtsanwalts 757 ohne Beruf(Witwen, Halbwüchsige lloer 14 Jabren, sonstige Ledige). Die Füriorgeschweftern machten lö 352 W o hnungSbesuche, hauptsächlich um die ansteckenden Tuberkttlösen von den anderen Familienmitgliedern in der Wohnung abzusondern und über Behandlung deS gefähilichen Auswurfs, der Leib- und Bettwäsche, des Etz- und TrinkgcschirrS zu belehren. Da die Beschaffung eines besonderen Zimmers für die Kranken zuweilen auf pekuniäre Schwierigkeiten stieß, wurden Mietszuschüsse gewährt, im ganzen nur 1112 M. Zur häuslichen Pflege der Kranken wurden 11 735 M. gegeben. Aus dem Ausland kamen einige Nahrungsmittel spenden, nicht nur von Ausländsdeutschen, sondern auch von Engländern und Amerikanern, besonders von Quäkern. Unter Anerkennung dieier Hilfe weist der Bericht auf die Wirtungen der Hungerblockade hin und sagt:.Leider wird der Schaden, dem unier OO-Milliouen-Volt durch die Hungerblockade ausgesetzt werden sollie, erst in vielen Jahren ausgeglichen werden. Wir können unseren Feinden aus eigenster Anschauung bestätigen, daß die überaus grausame Maßregel der Blockade ihren vollen Erfolg an Vernichtung von Leben, Gesundheit und Kultur gehabt bat." Verschickt wurden 324 Perionen in Heilstälten, 237 in Heimstätten, 197 in Walderholungsstärren, Landaufenihalte und Ferienlolonien: 61 wurden Kranlenhäuser» überwiesen. Die für Heil-, Heim- und Walderbolungsstätlen aufge- wendeten Gelder beliesen sich auf 210 813 M. Davon konnte das Zentralkomitee der Aiiskuiisis- und Fürsoroestellen aus eigenen Mitteln nur 19 397 M. zahlen, tvährend 102 457 M. von Behörden, anderen Vereinen usw. und 88 959 M. von den Patienten selber auf- gebracht wurden. Aus Mangel an Mitteln lonnten manche Kuren nicht gewäbrt, andere nicht verlängert werden. Auch infolge Steigerung der Pflegesätze in den Heilstätten scheiterte mit zu- nehmender Hänfigkeil die Verschickung an den Kosten. Ebenso mußte wegen Geldmangels der Zuschuß für die Familien oft geringer be- messen werden, als wünschenswert gewesen wäre. Das Zentralkomitee spricht in dem Bericht die Bitte auS, daß mehr Geldzuwendungen von privater Seite ge- macht werden möchten. Das ist allerdings sehr nötig, solange nicht >— was das beste wäre und allein durchgreifende Abhilfe brüchie— sie F ü r s or g e t äti g k e it domStaat oder den Ge« mein den übernommen wird. Nur nebenbei weist der Bericht auch auf diesen Weg hin, der aus allen Schwierigkeiten her- ausführen könnte. Die Fürsorgestellen für Lungenkranke haben Sprechstunden: Posistr. 19/11 an den Werktagen(außer Sonnabend) 10'/»— 12 Uhr, außerdem Dienstag und Toiincrstag 3—5 Ubr; Luisenstraße 132 iCharilö) Montag, Dienstag, Donnerstag, Freilag 4—6 Ubr. Praktische Handhabung der Höchstmietenverordnung. Vom Wohnungsverband wird unS geschrieben: Da über die Wirkungen der Höchstmietenverordnung des WobnungsverbandeS Groß-Berlin noch vielfach Unklarheiten vor- Händen sind, seien die Grundzüge der Verordnung hier kurz wiederholt: Für Wohnungen mit Ofenheizung ohne Warm« wafferversorgung gilt folgendes: Ist die Miete monatlich zu zahlen, so ermäßigt sich ab 1. Mai d. I. die Miete auf den Betrag der Friedens miete 1914 plus 20 Prozent, falls die durch Vertrag oder Entscheidung des MieteinigungSamte« festgesetzte Miete höher war. Betrug letztere weniger als die FriedenSmiete plus 20 Prozent, so ist die bisherige Miete weiter zu zahlen. Bei v i e r t e I j ä h r l r ch er Mielzahlung tritt die Er- Mäßigung erst am 1. Juli ein. Bei Wohnungen mit Zentralheizung oder Warm- Wasserversorgung ist zu unterscheiden, ob die letzten Preisverein- barungcn vor oder nach dem 2 5. Juni 1919 getroffen sind. Im elfteren Falle findet die Verordnung des Wobnungs- Verbandes zunächst überhaupt keine Anwendung, sondern es bleibt bei den Bestimmungen der Verordnung vom 22. Juni 1919. wonach auf Anruf deö Vermieters das Mieteinigungsamt mit Rücksicht aus die Mehrkosten iür Koks den Mieizins er- höhen kann. Ist die letzte PreiSvereinbarung nach dem 25. Juni 1919 getroffen, io kommt die Höchstmietenverordnung des WohnilngsverbandeS zur Anwendung. Nach derselben hat a b 1. Januar d. I. eine Trennung der sogenannten reinen Grund- miete von den Kosten für Heizung bzw. Warmwasserversorgung zu erfolgen. Die reine Gr undmiete berechnet sich in der Weise, daß von der Friedensmiete für Zentralheizung 7'/z Proz., für Wa>m- Wasserversorgung 2'/z Proz. abgezogen und zu dem Restbetrag 20 Proz. hinzugezählt werden. Da die Feststellung deS am 1. Januar d. I. vorhandenen Koksbestandes im allgemeinen jetzt nicht mehr möglich sein wird, hat man sich vielfach schon dabin ge- einigt, die Trennung der Grundmiete von den Kosten für Koks erst ab 1. April d. I. vorzunehmen. Fahrpreisermäßigung für die Siedler. Wie wir vor einigen Tagen berichteten, bat die Eisenbahn- Verwaltung eine neue Fahrpreisermäßigung für die Kolonisten und Siedler in der Umgebung Berlins gewährt, die bereits vom 15. d. Mts. ab in Kraft tritt. Zur Erlangung der Fahrpreisermäßigung wird vorausgesetzt, daß die Inanspruchnahme der Fahrpreisermäßigung 25] Segen der Eeöe. Roman von Knut Hamsun. Doch sie sahen keinen Ingenieur, da beruhigten sich ihre Herzen l nieder und fühlten einen wahren Gottesfrieben nach der Spannung. „War gestern eine Frau hier?" fragte der Vater.— „Ja."—„Die Frau von drunten? Habt ihr sie gesehen, als sie wegging?"—„Ja."—„Hatte sie eine Ziege bei sich?"— „Nein," sagten die Kinder.„Eine Ziege?"—„Hatte sie nicht eine Ziege bei sich, als sie wieder heimging?"—„Nein. Was für eine Ziege?" Jiak überlegte und grübelte noch, und am Abend, als da? Vieh von der Weide zurückkam, zählte er die Ziegen zu- erst: eö waren sechzehn. Er zählte sie noch einmal, zähibe fünfmal— es waren sechzehn Ziegen. Keine fehlte. Jsak atmete erleichtert auf. Wie war das zu verstehen? Clinc, das Nindvieh, hatte wohl nicht auf sechzehn zählen können. Er sagte in ärgerlichem Ton zu ihr:„Was faselst du denn. cS sind ja sechzehn Ziegen!"—„Sind es sechzehn?" fragte sie unschuldig.—„Ja."—„So. ja ja."—„Ja, du bist mir ern guter Rechenmeister."— Darauf erwiderte Oline ruhig und gekränkt:„Nun. wenn alle Ziegen da sind, dann hat Gottlob Oline keine von ihnen aufgefressen. Ich bin recht froh ffir siel" Sie verwirrte ihn mit diesem Streich und brachte ihn dazu sich die Sache aus dem Kopf zu schlagen. Er zählte nun den Viehstand nicht mehr, es fiel ihm auch nicht ein, die Schafe �u zählen. Natürlich war Oline nicht so schlimm, sie führte ibm gewissermahen das Hauswesen, versorgte sein Vieh, sie war nur sehr dumm— aber dodinch schadete sie sich selbst und nicht ibin. Mochte sie dableiben und Nvrterleben. sie war nicht mehr wert. Aber es war düster und freudlos, in einem solch'n Leben der Jsak zu sein. Die Jahre waren vergangen. Jetzt war GraS über dem Hausdach gewachsen, ja sogar dos Scheunen dach, das mehrere Jahre jünger war, stand grün. Die Eingeborene des Waldes. die Feldmaus, hatte längst im Vorratshaus ihren Einzug ge» halten. ES schwirrt? von Mei'en und anderem Gevögel auf der Nnsiedlung. auf der Halde gab es Auerhähne, ja auch Krähen und Elstern waren herbeigekommen. Aber das Merkwürdigste hatte sich doch im letzten Sommer begeben, da waren nur durch solche Reiiende erfolgt, die Eigentümer oder Pächter eines Griuidslückes bis zu 1000n den nächsten Tagen voraus- sichtlich ab Mitte nächster Woche bei den Fahrkartenausgaben zu haben sein. Generalversammlung des Vereins Arbeiter-Jugend Groß-Berlin. Auf der Gemral Versammlung waren 109 Delegierte von 50 Abteilungen vertreten, von denen 25 von den Partciorgani- sationen delegiert waren. Genosse Rüdiger gab den Geschäftsbericht für das Geschäfts- jähr 1910/20. Die Zahl der Abteilungen ist von 17 auf 50 gestiegen, die M i tg l i e d e r z a h l hat sich von 1816 auf 2800 erhöht, die Zahl der Funktionäre von 280 aus 650. Der S ch u- lung der Funktionäre dienten Vorstände- und Kassierer- konfereuzen sowie Hclfcrkurse. Auch die Mitarbeit der Er- wachsen en konnte gesteigert werden; zu ihrer Information sau- den m der letzten Zeit regelmäßige Konserenzen statt. Wichtige Arbeit ist ans dem Gebiete der Bildung gclefftet worden. Es fanden 494 Vorträge mit 13 219 Besuchern statt, die sich besonder? stark auf' Volkswirtschaft, Geschichte, Literatur, Natur- wiffenschaft, Jugend und Arbeiterbewegung verteilen. Diskussion?- abende über dieselben Gebiete fanden 254 mit 6665 Besuchern statt. Außerdem fanden 20 Lichtbildervorträge, 24 Museenbesuche statt, auch die Treptower Stern- warte wurde häufig besucht. Für die weibliche Jugend fan- den 49 Mädchenabend« statt. An größeren Veranstaltungen fanden 7 Schul entlassungs-, 2 Revolutions-, 8 Weih- nachts-, 2 Herbst- und 1 Jahreswendfeier, 4 Theatervorstellungen und 3 Nachmittags- konzer te statt. In den 8 Jugendweihen, die im Berichtsjahr stattfanden, empfingen insgesamt 850 Kinder die Weihe für ihren Eintrstt ins Leben. In 13 Abteilungen bestehen Bibliotheken mit 1134 Büchern. An Broschüren und Jugendsdiristen wurden für 14 000 M. umgesetzt. Die Zahl der Spiel- und Unterhaltung?- abende war naturgemäß die größte, es fanden 970 S p i ek abe nd e m i t 27 567 Besuchern statt. Zur Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten wurden 310 Mitgliederversammlungen abgehalten mit einer Besucherzahl von 8928. Der Arbeit für den Jugendschutz wurde besonder« Auf- merksamkeit zugewandt. 250 Jugendliche holten sich vom Jugend- sekretariat Rat und Auskunft und in 15 Fällen übernahmen wir Vi« Vertretung vor dem Gcwerbegericht. Lohnforderungen zu stellen lehnten wir a b, da die? Sache der Gewerkschaften ist. Zur Agitation wurden sechs öffentliche Versamm- l u n g e n, davon ftinf in den Vororten, veranstaltet. Außerdem wurden über 200 000 Flugblätter verbreitet. Ter Redner ging dann auf die Einigungsfrace mit den frnks- radikalen Organisationen ein und empfahl die Annahme zweier Anträge, die zur Errichtung einer Arbeitsgemeinschaft gegen die Reaktion mit der„Proletarierjugend" und „Freien Fugend" ausfordern. In der Diskussion wurde mit ganz geringen Ausnahmen für die Errichtung der Arbeitsgemeinschaft mit der„Pioletarierjugend" und„Freien Jugend" eingetreten. Besondere Wünsche wurden auch für den Ausbau der Organisation geltend gemacht. Geklagt wurde. daß sich leider viel zu wenig Parteigenossen an der Arbeit be- teiligen.'__ Möven von der Meeresküste herausgeflogen und hatten sich auf diesem G-rundstück im Oedland niedergelassen. So be- kannt lvar die Ausiedlimg unter der ganzen Schöpfung ge- worden. Und was meint ihr, welche Gedanken in Elesens und dem kleinen Sivert aufstiegen, als sie die Möven sahen? O es waren fremde Vögel von weit l>er, und sie waren nicht sehr zahlreich, aber es waren doch sechs Stück, weihe Vögel, alle ganz gleich; sie spazierten auf den Feldern umher, bisweilen bissen sie Gros ab.—„Vater, warum sind sie hergekommen?" fragten die beiden Biirschchen.—„Weil sie auf dem Meere einen Sturm eravarteten."— �Ach wie sonderbar und geheim- nisvoll war das mit den Möven I Und vieles andere Gifte lehrte Jsak seinen Kindern. Sie waren jetzt so alt, dah sie in die Schule gehen sollten, aber die Schule war drunten im Dorfe, viele Meilen entfenut und nickst z überreichen. An den Sonntagen hatte Jsak den Kindern selbst das Abc beigebracht, aber irgendeinem höheren Unter- richt war er selbst nicht gewachsen, nein, dazu war dieser ge- borene Lanidmaim nicht geschaffen. Dar Katechismus, die biblische Geschichte lagen deshalb ruhig auf dem Wandbrett neben den Ziegenkäseu. So wie Jsak die Kinder heranwachsen ließ, muhte er wohl denken,� Unkernftnis in BuchweiSheit sei für den Menschen bis zu einem gewissen Grad eine Kraft. Beide Jungen waren ihm eine.Herzensfreude; Jsak mußte oft daran denken, wie ihre Mutter, als sie noch ganz klein waren, ihm verboten hatte, sie anzufassen, weil er Harz an den Händen habe. O Harz das Reinste auf der Welt! Teer und Ziegenmilch und zi'm B'ispiel Mark— sind auch gesund und vortrefflich: aber Harz, Tannen harz— o schweigt I Ja, da gingen also die Kinder in einem Paradies von Schmutz und Unwissenheit umher; aber es waren hübsche Kinder, wenn sie sich ein seltenes Mal wiffchen, und Klein-! Sivert war geradezu ein Prachtkerl; aber ElefeuS war feiner � und tiefer angelegt.—„Ja. aber woher können die Möven\ wissen, daß ein Sturm droht?" kragte er.—„Sie haben die � Wetterkrcmkheit," antwortet der Vater.„Aber auherdem sind sie nicht mehr wetterkränk als die Fliegen." fuhr er fort,„was j sie auch haben mögest, ob sie Gickst bekommen oder ob ihnen schwindlig wird oder so etwas.?lber schlagt nie nach einer Fliege, denn dann wird es nur schlimmer bei ihr," sagte er. „Vergeht das nicht, Jungen! Die Brenne ist von anderer Art, sie stirbt von selbst. Ganz unversehens kommt die Brems« im Sommer eines Tages daher, und hast du nickt gesehen, so ist sie auch wieder verschwunden!"—„Wo bleibt sie?" fragte Eleseus.—„Wo sie bleibt? Das Fett erstarrt in ihr, und dann bleibt sie liegen!" An jedem Tag mehr Gelehrsamkeit: Wenn die Kinder von hohen Felsblöcken heruntersprangen, sollten sie die Zunge gut im Munde behalten, damit sie ihnen nicht zwischen die Zähne komme. Wenn sie größer würden und für die Kirche einen guten Geruch haben wollten, sollten sie sich mit etwas Rainfarn, der auf der Halde droben lvuchs, einreiben. Der Vater war voller Weisheit. Er erzählte den Kindern von den Steinen und vom Feuerstein, und daß der weihe Stein härter sei als der graue, aber wenn er einen Feuerstein fand, muhte er auch einen Feuerschwamm suchen, den er in Lange kochte und aus dem er dann Zunder machte. Dann schlug er Feuer damit. Er erzählte ihnen vom Mond und sagte, wenn sie mit der linken Hand in die Mondsichel hineingreifen könnten, dann sei der Mond im Zunehmen, könnten sie das aber mit der rechien tun, dann sei er im Abnehmen.»—„Vergeht das nicht, Jungen I" Ein seltenes Mal ging Jsak indes zu weit, und da wurde er sonderbar und unverständlich: einmal kam er mit einem Ausspruch daher, der darauf hinauslief, es sei leichter für ein Kamel, in den Himmel zu kommen, als für einen Menschen, durch ein Nadelöhr zu gehen. Ein anderes Mal, als er ihnen von dem Glanz der Engel berichliste, sagte er, die Engel hätten die Sterne statt Beschläge an die Absätze ihrer Schuhe genagelt. Das war ein guter, treuherziger Unjerricht, der auf die Ansiedlung paßte, der Schullehrer im Dorf drunten würde darüber gelackx'ff haben; Jsaks Kinder dagegen nährten ihre Phantasie ziemlich stark damit. Sie wurden für ihre eigene enge Welt erzogen und unterrichtet, was hätte besser sein können h Beim Schlackst en im Herbst waren die Jungen höchst neugierig: für die Tiere, die geschlackstet wer- den sollten, hattten sie große Angst,>md ihre kleinen Hrzen waren tief betrübt. Da mußte nun Jsak mit der einen Hend das Tier festbalten und mit der andern zustechen, und Oline rührte das Blut um. Jetzt wurde der alte Bock herausgeführt, weiß und bärtig war er. die beiden kleinen Burschen standen an der Hausecke und guckten hervor. „Das ist doch ein abscheulicher Wind heuer," sagte EleseuS und wendete sich ab und wischte sich die Augen. Der kleine Sivert weinte offenherziger, er konnte sich nickst beherrschen, sondern rief:„Ach. du armer, akter Bockl" fFortt folgt.) Der vorgelegte Statutenentwurf vmrt>e mit geringen Seniberungen angenommen. Der Derein hat sich hcmnt ein auf die Selb st Verwaltung der Jugendlichen deruhendeS Statut ge- geben. Die Resolutionen, die den Bezirksvorstand und den Haupt vor- stand beauftragen, eine Arbeitsgemeinschaft gegen die Reaktion zu bilden, wurden gegen einzelne Stimmen angenommen. SÜ» Vorsitzender wurde Genosse Walter Rüdiger, als Jugendvcrtreter zum Bezirksvorstand die Genossen Heckmann, Tuest. Völkel, Gotthardt und Genossin Scholz, von der Partei die Genossen Menz. Münkle, Kuttig, Eiilinger und die Genossin Fichtel. als Jugendvertre:er zum Hauptvorstand, die Genossen Rüdiger, Turß, Schaper, Kilian und die Gen-ossin KlageZ gewählt. Aufhebung der untersten Vorschulklasse. Den.P. P. 9?.' wird von zuständiger Stelle mitgeteilt: Ein soeben autgegebener Eilast deS Ministers für Wissenschaft, Kunst und Vollkbildung vom 28. April 1820 bestimmt, dost die unterste Borschulklasse an denjenigen staatlichen höheren Lehranstalten, an denen eine anderweitige Veiwendung bzw. Unterbringung der de» lroffenen Vorschullehrer möglich ist..schon von Ostern d. I. ab uicbt weiter fortgeführt wird. Die Ausnahme von Knaben in die zehnte Klaffe der Luzeen ohne Unterschied, ob tS sich dabei um eine städtische oder private Anstalt handelt, ist vom gleichen Zeitpunlt ab grundsätzlich nicht mehr zulässig._ Flammentod zweier Schwester«. In der ehemal« Mendeloschen Heilanstalt für Nerven- und Ge- müt«tranle in Pankow brach in der Nacht zum Freitag Feuer au«, dem die beiden 24 und 22 Jahre allen Schwestern Bingen aus der Neuen Friedrichstrahe zum Opfer fielen. Die beiden Mäd- chen waren dem Morphium verfallen und von den Eltern nach der erwähnten Anstalt gebracht, lln, von diesem Laster befreit zu werden. ES wird angenommen, daß die Schwestern sich heimlich Zigaretten besorgt und dieselben entgegen der Hausordnung geraucht haben. Wahrscheinlich sind sie in der Unglücksnacht während de« Rauchens eingeschlafen. Um 12 Uhr bemerlren Angestellte, dast au« dem Bingenschcn Zimmer helle Flammen herausschlugen. Nach ein- slündiger Löscharbeit fand die Feuerwehr in dem völlig auSge- brannten Zimmer die Leichen der betden Schwestern vor. Zur Beachtimg! Wegen der bedeutend erhöhten Portogebllhren sind wir nicht in der Lage, Mannslripte zurückzusenden, denen kein Porto beigefügt ist._ Munition für den Wahlkampf ist nicht in letzter Linie Geld. Ungeheure Dummen müssen aufgebracht werden, um z. B. die im Preiie so hoch gestiegenen Druck sacken herstellen zu lasten. Pflicht aller Parteimitglieder und Flennde ist e« daher, unanS- gesetzt sür die Stärkung d e« W a h l f o n d« zu wirken. In der letzten Versammlung der 2. Abteilung brachte eine Teller- iammlung lOL Mark. Allen Abteilungen, die in der glücklichen Lage sind, ihre Vm'ammlungen in Sckulaulen us«. abhalten zu können, deren Mitglieder al'0 keine Ausgaben für Getränke zu machen brauchen, kann da» Beispiel nur zur Nachahmung empkohlen werden, d. h. auch alle anderen Genossinnen und Genosten können ohne jede Einschränkung ihrem Sammeleifer freien Lauf lassen. Unter dem Verdacht de« Vntermorde« wurde der Sohn de« in einer Wohnlaube in Mahlsdorf ermordeten Zigarrenhändler« Röder verhaltet. Er lebte mit seinem Bater. weil dieser mit keiner beabsichtigten Verheiratung nicht einverstanden war, in Zwist. Um 2 Uhr am Nachmittag de« Mordtage« hat er mit einem Rade da« Laubenarundstück verlassen. Weitere Anhaltspunkte für seine Täterschaft liegen nickt vor. Sin der Volkshochschule Grost-Berli« beginnen am Freilag. den 7 Mai ioliiende V�rtiogerkircu: Im Aulaged. d. Univ., Höriaal 3, Stoller- �ranz-Josepb-PItii!, abends 7 Ubr. Prof. Dr. Richter; Asiatische Kulturr eligionen.— Anatom.-Biolog. Jnft. d. Univ., Phiiippktr. IS, obendS 7 Ubr. Prof. Dr. Poll: Abitammunngtlehre.— Land- iwrisch. Hochich., Invalid cnstr. 42, abends Uhr, 3)1. Grunwald: Einführung in Marx' ökonomisch« Lehren.■— Lulsenllaht. Aynin., Gleinisti. i9, abends 7 Uhr. Dr. Rieffett: U e b« r den Zu- fammenbang vonLefb undSeele.— Königslädt. Oberrcab fchule, Pasleurstr. 44'4S, abends 7 Ubr, Dr. Ffnn: Ehemle in Natur und Industrie.— Treptow. Realgvmnafwm, Neue Krugallee 6, abends 7 Ubr, Dr. Nestriepke: Einführung in die ötonomifchen LehrcnvvnKarlMarx.— Landrichter Rüben If est, nachdem er am Lst. April verdfndert war. am 7. Mai, abend» 6 Uhr, im Friedn-Real- gymnaiium, Miltenwaider Str. 34/37, über Rechtsfragen des täglichen Leben». Saiten an den belamiten Verkaufsstellen in der Stadt und an er Abendkasse. Gefangeneabeiräte sind an allen gröberen Strafanstalten zu bilden. Sie sollen neben den staatlichen Verwaltungsorganen on der Uebsrwackung de« Slrafoollzug« beteiligt sein. Sit sind befugt, die. Anstalten zu besichtigen, von allen Einrichtungen der Anstalten Zdennliiis zu nehmen und sich von der angemessenen Unter- bringung, Beschäftigung und Beköstigung, sowie von der Vorschrift«- mähigen Behandlung der Gefangenen überhaupt zu überzeugen. Für Berlin letzt sich der Gefangenenbeirat au« 8 Personen zu- lammen, die von der Berliner und Lichtenberger Sladtverordneten- vermmmlung gewählt sind. Von unserer Panei gehören die Ge- nossen Rüben. Köthener Str. 17, und L u i ck h a r d t. Dchulstr. 28. von den Unabhängigen Stadtverordneter Urich, Wiesenitr. 43. und Frau WnigelS Liiauerstr. 14, dem Beirat an. Sein WrrkungSkref« erstreckt sich auf folgende Anstallen: UniersuchungSgefängm« Moabit, Zellengefängni« Moabit, Strafanstalt Plöyrnsee, Strafanstalt Tegel, Siadlvoglei, AmiSgericktSgesängniS Lichtenberg und Frauengefängni« Barnimstrahe.— Es liegt an unseren Parteigenossen, den Betrat in seiner Tätigkeit zu unterstützen und ihm Beschwerden usw. zu- kommen zu lassen. Die Strafen für daS Fahren in höheren Wagenklassen als die Fahr karte bezeichnel. sollen nach einem Beschluß de» ReichSratS von S auf 20 M. und auch die Zuschläge von 1 M. auf S M. erhöht werden. Dreptow-Sternwarte. Sonntag 3 Uhr:.Au« Grotzstadtmanern in den Schwarzwald', 2 Ubr:.Im Land« der Schwarzen", 7 Ubr:.Durch den Schwarzwald in« Dcrnautal". Dienstag 7 Uhr:.Di« Sternbilder und praktische Anleitung zu ibrec Auffindung"(Vortrag mit Lichtbildern von Dir. Dr. Archcnhold). Himmelfahrt 8 Uhr:.Polarsagden"(See- iöwen. Remitiere und Elche), 5 Uhr:.Aus Grohstadmiauern in den Schwarzwald", 7 Uhr:.Da« bayerische Hochland und die KSnigichlSNer. Sonnadend 5 Uhr:.Vom Monte Rosa zur afrikanischen Küste". Be- obaÄtungen mir dem grozen Fernrohr könne» täglich bei klarem Wetter von Eintritt der Dunlelveit an in» 11 Uhr abend» vorgenommen werden. tübrungen durch da» astronomische Muieum finden täglich in der Zeit von Uhr nachmittag« dl» 8 Uhr abend» statt. Im Poittiertehr mit dem Freistaat Danzig und dem Memelgebiet müssen d'« Pakete künstig von einem stalisttschen Anmeldeschein, von einer ZoLinhaitSerilärung in deutscher Sprache und einer AuSsuhrerklärung be- gleitet sein. Zu den Paletkaitcn find die Bordrucke für den Ausland«» verkehr zu oerwenden. Postpakete au« den genannten Gebieten werden den zustandigen Zollftellen zur Verzollung und Prüfung der Emfuhrsähig« kell zugeführt. Britz. Wer hat die Schwindsucht? Einen guten Erfolg für unsere Partei brachte hier ein« Lgltation«veriammIuNg für da» Krankenpflegepersonal. Nach Referaten der Genossen G u t s ch m i d t und Renner wurden 20 Ausnahmen für unsere Partei gemacht. Ein guter Anfang, dem hoffentlich bald weitere Beitritte folgen. Lichtenberg. Stadwerordnetenversammlung. An Stelle deS ausgeschiedenen unbesoldeten Stadtrais Koch(Bürgerl. Fraktion) wurde der Lehrer Schott von der Demokratischen Partei als unbesoldeter Stadtrat in den Magistrat gewählt. Di« U.-S.-P.- Fraktion erhob Anspruch auf die Besetzung dieses Posten» und be- gründate ihn damit, daß die Bürgerst Fraktion viel zu stark im Magistrat vertreten sei. Sie zählte hierbei auch die besoldeten Magistratemitglieder hinzu. Für die S.-P.-D.zraktion gab Stadtv. Arndt die Erklärung ab, daß seine Freunde sich auf den Boden des Gesetze» stellen, wonach die unbesoldeten Stadträte auf Gri.'nv Ixt Derhüllti bu 1.c gT ruhst werde» muffen und die be- salbe ten Magistratsmitglieder hierbei nicht berücksichtigt werden dürfen. Eine Politik der Vergewaltigung der Min- d e r h« i t können wir nicht gutheißen. Mehrere Beschwerden über schlecht« Kohlenbelieferung seitens der Kohlenhändler geben Anlech zu einer lebhaften Aussprache, woran sich Vertreter aller Parteien beteiligten, die die Kohlenstelle in Lichtenberg und auch die Reichskohlenstelle einer scharfen Kritik unterzogen. Angenommen wurde ein. Antrag, der die LebenSmittelmrier- s'.-chungtkommisslon mit der Nachprüfung deS LeschwerdematerialS be- auftragt«. Bei der Besprechung der Anfrage das Vorsitzenden der UntcrsuchuogSkommiffion, de« Stadtv. Klüsen er,.warum die Städtischen Werke immer noch mit dem Kaufmann Fritsche Geschäft« machen, trotzdem Stadtverordnetenversammlung und Magistrat beschlossen haben, keine Geschäfte mit genanntem Herrn zu machen", kam tS zu einer scharfen Auseinander» s e tz u n g mit dem Vertreter der Stadt. Werke. Direktor T r«- muS. Letzterer stellte fest, daß ihm der Befchlußdes Magistrat» nicht offiziell zugestellt worden, sondern in den Akten liegen ge- blieben isst Tic Stadtvv. Dr. Schmidt, Arndt und M: e l: tz wandten sich mit aller Deutlichkeit und großer Schärfe gegen da» Verhalten de« Magistrat» und forderten, daß derartige Beschlüsse mit größter Beschleunigung allen Dienststellen zugestellt weiden müssen. Dtrekwr TremuS mußte fich den Vorwurf einer groben Fahrlässigkeit gefallen lassen. Stadtv. Klüsener stellte noch fest, daß Herr Fritsch« zwer Tage nach seiner Anfrage beim Ma- gisirat an die Städtischen Werke 21 001) M. für schlechtes Oel zurückgezahlt hat. Ein Antrag betr. Gewährung einer Auf- wandsöntschädigung in Höhe von 20 M. an den ZeniralbetciebSrat wurde angenommen. Die MagiftratSvorlag« betr. Erhöhung de» Betriebsfonds der Städtischen Werke um 2 Millionen Mark wird angenommen; ebenso die Borstwe betr. Erhöhung deS Wasserpreises auf vö Pf. für den Kubik. meter ab 1. April d. I. Di« Vorlage betr. Einrichtung einer Speisung für unterernährte Schulkinder, werdende und stillende Mütter wurde angenommen mit dem Abänderungeantrag, daß nur die Kinder auS den höheren Schulen für jede Portion 22 Pf. zahlen sollen, wogegen die Kinder aus den Gemeindeschulen unentgeltlich gespeist werden sollen. Di« zur Herstellung de? Mahlzeiten erforderlichen Waren werden vom American Friend» Service Committee(Quäker) unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Die 22 Pf. sollen zur Deckung der laufenden Unkosten dienen. Die Vorlage, wonach den Arbeitern des Rieselgute« Tasdorf ein Lohnvorschuß unter Anrechnung auf die in Aussicht stehende Lohnerhöhung gezahlt werden soll, wird angenommen. Ebenso die Vorlag« über.den TeilschiodSspruch des gemeindlichen Zentralausschusses für Tarif- angelegenheiten vom 16. April betr. die Löhn« der städtischen Arbeiter und Arbeiterinnen. Dem Aujjuste-Vik» toria-KrankenhauS in Lichtenberg wurde für daS Rech- nungkjechr 1913 eine Beihilfe von 166 800 M. und für 1920 eine Beihilfe von 800 000 M. bewilligt. Die Vorlage betr. Erhöhung de« Gaspreise« wird zur nochmaligen Beratung d«r Werks- deputation überwiesen; dagegen die Vorlagen betr. Erhöhung der FriedhofSgebühren und de« Licht st rompreiseS angenommen. Ein Antrag der U. S. P. betr. Auflösung der Einwohnerwehren, Sammlung der Waffen durch die städti- schen Behörden und Ausstellung einer OrtSwehr wird angenommen. Lichterfelde. Di« Gemeindevertretung erledigte alle Punkte der Tagesordnung bis auf de» letzten m einer Stunde. Der letzte Punkt betraf den Antra« unserer Fraktion, daß am 1. Mai die Arbeit in den GemeindebureauZ und-betrieben ruhen und in den lebenswichtigen Betrieben Sonntagsdienst geleistet werden soll. I ö k e 1 von der Rechten behandelte in svöttischer Weise den Maigedanken und«klärte, daß die jetzige Regierung in späteren Zeiten als.Schieberrsaierung bezeichnet werden würde. Lehrer Gantzer(Dem.) lehnt« die Maifeier ab. Schöffe Dr. L e n g n e r wandte sich gegen den Beschluß der Gemerndatbeiter, die Arbeitsruhe auf jeden Fall durchzuführen— möge die Ge» meindebevtretung beschließen wie sie wolle— und bezeichnet bfcs als T a r i f b r u ch Ter Bürgermeister erklärt, daß ex sich um die Gewerkschaften nicht kümmere und daß jeder Arbeiter und jeder Angestaffte, der am 1. Mai nicht zur Arbeit erscheine, die Folgen selbst zu tragen haben werde. All« Hinweise unserer Be- nossen, daß man die Arbeiterschaft gezwungen hade, Karfreitag, Bußtag und ander« Tag? gegen rbren Willen zu feiern und daß es außerordentlich unklug sei, etwas hindern zu wollen, was man absolut nicht bindern könne, nützten nicht». Der Gemeindevor- stand, die Rechte und die Demokraten stimmten in holder Eintracht gegen den Antrag, der auch mit großer Mehrheit abgelehnt wurde. Daß die Rechte und der Ge mei ndevorstand nicht? zugelernt hatten, wußte man, und von den Demokraten war man auch auf allerlei vorbereitet; daß aber«in so fortschrittlich gerichteter Poli- ttker. wie eS Dr. Paul Michaeli« ist. der sich auch während und noch der Kapp-Wocke als aufrechter Demokrat erwiesen hatte, so stimmen würde, hat« niemand für möglich gehalten. Nowawes. Gemeindevertretung. Außer der Tagesordnung kam eine Denkschrift des Betriebsrat? der Buchdruckerei Imberg u. Leslon. NeubabelSberg, zar Besprechung, da genannte Firma trotz voller Beichäfligung zum 15. Juni den Betrieb schließen will. G.-V. Lorenz(Soz.) verurteilte scharf diese» Verhalten, da auch an Papier und sonstigem Belriebtmaterial kein Mangel sei. Die Gründe seien familiärer, finanzieller und polilt- scher Natur. Ter augenblickliche Valutostand reize die Inhaber zum Einzelverkauf. Die Maschinen gehen an eine Dresdener Maschinenfabrik und von dorr vermutlich in« Ausland. Durch die Stillegung würde ein Personal von 120 Personen arbeitslos, da« der Erweraslosenfüriorge zur Last fällt. Die Regierung bade bis jetzt noch nickt« getan, um diese Berschacherung der Be- triebSmittel zu verhindern. Der Redner beantragt die Wahl einer Kommiision, die mit dem Ministerium in Verbindung treten soll. Gewählt werden außer dem Stzndiku« Rosenrhal die Gemeintcvrrireter Karpu«, Quappe. Neumann jun. und Lorenz.— Die Gemeindevertretung erkennt aber die Rotlage der Potsdamer SchanspieihauSmitglieder an und Überweist der Genoffenschait Deutscher BühnenangehZrig« 7000 M.— Ablehnend be'chieden wird ein Gesuch der VolkSspend« für vertriebene Ausländsdeutsche um Gewährung eine« Beitrages mit der Begründung, daß die««ine Angelegenheit deS Staate« sei und nickt der einzelnen Gemeinden. — Die VerpflegungskosteniSye im Oberlin- krankenhause sind wie folgt erhöht: für Erwachsene täglich 7.b0 M., für Kinder unter 10 Jahren 6 M., für Personen bi« z« 14 Jahren 6.50 M.— Mit dem neuen Lobntarif für die Gemeinde- arbeiter erklärt sich die Vertretung einverstanden. Grofz-Verliner Lebensmittel. Berkin.-Ab heute auf l? 2. Karten bi» auf weitere» Liter voll, milch. Dt« übrige Belieserung bleibt unveränderi. Hruuig»dorf. Heule«00 Gramm Haferflocken(A 14). GroZ-6er!mer partewachrichttn. Heute, 7. Mai: 18. Abt. 813., 819., 820., 824. und 825. Bezirk. 8 Uhr bei Hesse, Memeler Str. 88: Zusammenlunft. Jungsozialifitiche vrretutduug(«. P. D).«V« Uhr p ü n k t I i ch yuristtsche Sprechstunde. Lindeniir. 8: ArbeltSgemeinIchaft.Malerraliftilche NeichjchlSauffaffunz".— 8 Uhr: Zusammenkunft der Wanderleiter.— Ort«. gruppe Wilmersdorf. iS-sangSfaal der Hlndenburgichule, Äm Seepark: Vortrag über.Henri Barbusse", öelanntaab« der Wand«. rangen morgen früh.— Ortsgruppe Lichterseld«: 8 Uhr fiel Kynaft, am Bahnhof Botauifcher Garte«, Vorlesung von Heine«.Wtntermärchen". Morgen, 8. Mai: ArbeitSgemeinschasr iozinldcmokratticher Lehrer und Leb?«» rinueu. 5 Upr: Sitzung. Togesordnmig: Da» sozialdemokratisch« Schulprogramm Referenten: Hönnike und Dr. Lohmann/ Zlrbettogemeinschart Süd- Ost. 14. Zlbt. 7 Uhr..Reichen- berger Ho,": verfarnmlung der Parteifunktionäre und Betriebsver- lrauensleute. Schmargendorf. 8 Uhr im.SchützenhauS": Zahlabend. » 14..«16 1. Genossen und Genossinnen, welche nicht Gelegenheit laben, die DSblerliften einzuieben, können köre Namen In dem Lokal von .«trüger. Engeluser 13, und Radke, Akte Jakobstr. l. Ecke Jnfei'ir., sowie Im Zigarrengeichäst von Roman Fifcher, Sedaslianstr.»2, einzeichnen, damit die Wählerlisten für fie eingesehen werden können. « �llgenüveranftaltunsea. Heute V* Uhr: Gharlottenburg. Rosinenftr. 4: Mitgliederversammlung.— König«. Wusse: baiiseu. Gemeindeschule, Kirchplag: Mitgliederversammlung. Neukölln-Süd. Äogatstt. 53: Mitgliederversammlung.— Nord- Cft, Ehrisiburger Str. 14:>?.:ündungSseier.— Prenzlauer Vorstadt. Fensel, Danziger Str. 25: Mftalicdervcriainmlung.— Tchönebarg. Rubens-, Ecke Hauptstraße: Mstglieoerversammlung.— Süden. Gemeindsschul«. WilmSstr. 10: Mitglleeerversammlung.— Dreplow-Banmschuleutnea. Slsenftr. 8: MttgUederverfammlung. Vorträge, vereine unä Versammlungen. Die entschiedenen Schvlresormer balte» ihr» am Mittwoch angekündigte öfientltche Pcrfammlung eist am Sonnabend, den 15. Mai, 7 Uhr In der«Ibrechtsir. 20, ab.■— Zeniralderbaod der ArbeitStnvalkden» Bezirk Nordwesten. Berlammlung Sonntag ff, 10 Uhr, Gemewdefchul«, Tuimstt. 8s. Bezirk Norde» UI. 10 Uhr.Schul« EberSwalder Str. 10. Mitgliederversammlung. Gäste willlonunen.— Bund heimatstreuer Ostpreusten. Bezirk Norden. Heule 7 Uhr Versammlung im Schiller- Lyzeum, Pank. Ecke vöttcherstraste.— Arbeiter- Samariter. Bund. Kolonne Eöpenick. Sonnabend 7. StistungSsest im Slaolteveater. Di« Parteigenossen werden ersucht, sich recht reg« daran zu beteiligen. Sport. Der italienische Leichigewichtsmeister Mariotti stellt fich am Frei- tag. den 14. Mai. abermai« im Zirka« Busch seinem Gegner Richard Naujocks. Die Berliner Boxergemeinde wird also wieder«inen wegen seiner technischen Feinheilen außerorvemlich inieresianlen Kamps zu sehen bekommen. Am gleichen Abend treffe» sich Prenzel und Wiegert ebenfall« im Revanchekampf. Michael Kampa wird im Kamps« mit den: ehemaligen holländischen Altmeister im Schwergewicht M o r e l i S zu zeige» haben, ob die in ihn gesetzten großen Hoffnungen berechtigt sind. Ter Vorverkauf beginnt bereit« heute an der ZtrkuSkaffe. Hoffentlich hat die Direltion Borsorg« getrosten, daß daS Sportpubtikum diesmal nicht wieder in so u n« verschämter Weise von den wilden Händlern über« Ohr gehauen wird. Fußballstädtekampf verlin— Lndapest. Im Stadion kommt am Sonntag, den 16. Mut, nackm. 5 Uhr, der mit großer Spannung erwartete Fußbavstüdlekamps Berlin— Budapest zum»u«trog. Cauna erhielt am Start von E h m b a l einen so heftige« Schlag gegen die recht« Kniescheibe, daß diese zerschmettert wurde. Die Stute wurde erschossen. Rennen zu Verltn-Karlshorft. Donnerstag, 8. Na!. I.Tempel» hofer Jagdrennen. 12000 M.. 8400 Net. 1. Smwurf Göffler). S. No«- kal«(Benndorf). 8. Berber((Srambauer). Ferner liefen: Kurzkehrt(4.). Bieder- mann II(angeb.), S üb erlüge:(ausgebe.). Toto: Steg 21; 10, Play 16. LS: 10. 2. Preis von Lilienhos. 18 000 M..«800 Meter. 1. Fusla- nella(P. Lewicki). 2. Narwal(Schuldi). 3. El'chen(Ackermann), siemer Uesen: Tieasried II(4.), Funkspruch(ges.), Qneida(ausaebr.). Toto: Steg 3«: 10. Platz 18, 40: 10. 3. Kramsla-Erinnerung»- rennen. 20000 M. 4200 Meter, l. Oslry(Hr. it. v. Westerobagen). 2. Minor(Frhr. v. Berchem). 3. Hunding(Hr. Dierig). Ferner liefen: Taft Tata(4.), Luch«(5.), Stella 0. Toto: Steg 18: 10, Platz 13, 17: 10. 4. Poseidon. Hürdenrennen. 15000 M., EOOO Meier. 1. Ferne (Wegen er). 2. Goidiecle(H. Scholz). 3. ZabSrern(Ackermann). Ferner liefen:«ignorelli(4 ff Erbschleicher(5.), Wetterscheide(S.). Minorea(7.). Geheimttp, Pulwa. jSeebrügg«, Heinz ll, Eilberlugel(aef.). Toto: Sieg 38: 10, Ptatz 18, 58, 15: 10. 5. Jagdrennen der Vierjährigen. 80 000 M., 3i00 Meter. 1. Digitalis(H. Teichmann). 2. Marmolata (Friedrich). 3. Sorsar(Edler). Ferner liesen: Lollo(4.), HanSwursl(5.). Freda(ges.). Tow: Sieg«0: 10. Platz 25, 44: 10. 8. Dodlsabrl«. Jagdrennen. 15(Xv M., 4200 Meter. 1. Durchbruch(Hr. o. Falken» hausen). 2. Honoed(Frhr. o. Berchem). 3. Barbar(Hr. Ä. o. Vettern» Hägen). Ferner Uesen: Iser(4.), Eharley« Eousur(5), Salb. frieden(6.), Peredur. Tow: Sieg 28:10. Platz 11, 11, 15: 10. 7. Blumenhos-Jagdrennen 12 000 M.. 3400 Meter. 1. Symbal (Etnstnger), 2. Kürasster(Negener), 8. Algebra(Steffen». Feiner liesen: Primaoera(4.), Qstmark II(6), Sphinx(6), Midmut. Denkmünze. Dem- dart(auSgebr.j, Tescheria(auSgebr.). Grundherr(auSgebr.s, Lauua(stehen» gebl.). Toto: Sieg SS: 10, Pia, 14. 18. IS: 10.' Arbeiter-Radfabrerderelu„Gross-Berltn�. Sonnlag früh 8 Uhr Ketzin a. H., Hotel Schwarzer Adler. Nachm. 1 Uhr Wannsee, Fürfionhos. Start: Mariannenplatz._ Mus ailsr Weit. Verhastmig von Autodiebe«. Von der Ueberwackung an der Grenzsperre bei Stuttgart wurden am 8. Mai zwei Personen beanstandet, die sich durck große Geldausgaben verdächtig gemacht halten. Sie entpuppten sich alt die Krasiwagensübrer August Grefe auSAnnaberg in Preußen und Karl S o b o l a au« Braunschweig, die nach der Besetzung von Frankfurt a. Main aushilfsweise bei der Polizei angestelli waren und den Kraftwagen deS Po lizeipräsidenten unterschlagen hatten. Mit dem Erlös waren sie geflüchtet. Ei» Erdbeben i» Mitteleuropa? Die Erdbebenwarte in Jugenheim. Hesien, verzeichnete am 5. Mai nachmittag« ein kurze«, trästige« Europa-Bebeu. Der Herd liegt vermutlich in der Schweiz. Die Entfernung war etwa 400 Kilometer. Der einträglichste Beruf in Frankfurt a. M. dürste der der Bettler fern. Bei einer polizeilichen Streife wurden, wie uni tedrahtet wird, am Donnerstag verschiedene Bettler, die trotz aller Larnvngen nicht von der Straße verschwinden wollten, festge- trouunen. Bei der Feststellung der Tageeemnahmen fand man bei dem einen 259,68 M., dann folgte der zweite mit 146 M., der dritte verfügte nur über 98 M. Tageseinnahmen. Wer möchte bei diesen Einnahmen seinen Beruf nicht wechseln? Schlaftraukheit im fftheinland. ES mehren sick im Rheinland« die Fälle von Schlafkrankheit, die offenbar von de» schwarzen Truppe» eiugeschlcppt worden ist. AuS Gernsheim sind jetzt wieder zwei Fälle bekannt geworden; in dem einen bandelt e« sich um eine 45 jährige Frau, die fich bereit« seit drei Wochen ständig i» bewußtlosem, schlafähnlichem Dämmerzustande befindet. Erschrcstung deS Zarenwörder« durch die Lolschrwipeiu Wie halbamtlich in Warschau mrlgeteill wird, ist der on der Ermordung de« Zaren Nikolaus in Jelaiermenburg beteUlgt» Poirednizki, der nach Warschau geflüchtet und in der dortigen Zitadelle längere Zeit eingekerkert war, von den Polen an die rote Front gebrockt worden, wo er den Bolichewist«» in die Hände flel und von ihnen wegen Hockverrat« erschossen wurde. RLetteraaSstchte» für da« mittlere«»rddeu»l»laud d«S «onnadend mittag. Meist bewölkt, ziemlich lühl mit Regeufälle» i-t mäßig e« jüdweftlicheu Würden. öriefkasten der Redaktion. M. 14. Wir rolen, ti keinem privaten Wufläufet zu flSedaflen, lortiem der Peichtbank zuzufübren. die den Tageskurs bezahlt: dadurch wird der für untere Gelamtwirttchaft ntlige©oiöfonM genärft.— aSo- Zt. ttW. Nein, Sie müssen sich mit dem«utor in Verbmdimg ietze». — Ll-J. US.«uStuüst erha.tcnSi« vom Gen. Waller Rüdiger, Bellevuestr.7 — O. C. IB. vergär beit —£>. H. 8L. Sie find 34.— 1. Stwa 30" 0firen SinknmmenSverKältnisserr leih er kinnen Tie vorgehen. Sachen beiinden sollt«, leistuug zurücksordern. 2. Luch erverband l Bochum, Wierrelhcmser Strohe»S— tO. isenwarengeschäst können Sie der«ringmaschiae sordern.— O. BIO. Lner, TharloUenburg, Leibnizstr. 42, ....... Herrn Pfarrer W. 13. Vorsitzender Eufta» Died X' in Verbindung Klopstackstr. 25.— KdZ!' «. 8- au» ioL Am 3. Mai verstarb unser hochvertürter Dezernent Herr Stadtrat Emanuel Wurm M. d. N.. im Alter von 63 Jahren. Wir verlieren In ihm einen gerechten Vorgesetzen, dessen Andenken uns unvergessen bleiben wird. Die Bureauhilfskräfte, Boten und Diener des Magistrat Berlin. Abteilung Hauptkartenamt. Bekanntmachung betreffend die Auslegung der Reichstagswählerlisten in Berlin kotier. Lemke. 1318b Stach der Bestwmnma de» Herrn RUcheminifier, de» Innern sollen die Wählerlift cn für die Wahlen zmn Deutschen Reich». ♦occ 8 Xaao laita. und mdot vom 9. bis einschliehlich IS. Mai 1920 zu jedermann» Einsicht öffentlich aualiegen. Wir geben hiervon der Berliner BevSllerung mit dem Hinzufügen SCennmi», datz die Auslegung an den genannten Tagen, und zwar:. an de« Wochentage« von mittags 12 Uhr biS abends 7 Uhr, an den beide« Sonn» tagen und am HimmelfahrtStage von vor- mittags 19 Uhr bis nachmittags S Uhr in den am Schlutz dieser Bekanntmachung autgei ilhrten SS Au»- leaesiellen erfolgen wird. Di« Aufstellung der Wählerlisten ist nach dem wohnungosionde»an Nlllle April 1920 erfolgt. 5�; berechnet llt�eder�deutsth« Re!ch»ang«hörige männlichen ») am Wahltag«, dem S. Juni 1929 da» ZV. Lebensjahr vollendet hat, also am 0. llunt 1900 oder frfther gebaren ist,..„ b) nicht entmündigt ist und nicht unter Vormundschaft ober Pflegschaft steht, c) sich am Wahltag« nicht l» Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte befindet. Für M'.Utärperfonen ruht bae Wahlrecht, deOgleichen für am S. Zuni 1020 In Saft befindliche Personen. Wer die Wählerlisten für unrichtig oder unvollständig HM, kann dies binnen S Jonen nach dem Beginn der Auslegung, also bis ipälesl-ns IS. Mal 1920, schriftlich anzeigen oder unseren in den Auslegestellen anweienden Beamten mündlich ZU Protokoll erklären, muß aber die Betveismittel sür die Richiigleit seiner Behauptungen, soweit diese nicht aus öffent' llcher Kenntnis beruhen, beibringen. Zur Begrünbuna einer nachträglichen Aufnahme in Me Wählerliste ist— abgesehen von etwa tonst noch erfordertlchen Urtunden— entweder der Mleteerlrao. die letzte StenerqntKnng. dl»«ebnrtenrtnnde oder die polizeilich doscheintgto wohnnngoonmeldnng ooezn- Um ein« glatte Abwickelung der Auslegung der Asten zu ermögstchen. wirb empiohlen. mit der Ewstchtnahme nicht vi» zum letzten Auelegungstag, zu warten. Sozlaldem. Baölvereln Ueuköiln(S. P. D). Den Mitgliedern die trau- rige Nachricht, daß unser Senoste SM ksrvd 60. Se�irt. 8. Adteii-ug j verstorben ist. 239/13 Ehr» feinem Andenken I Die Einäscherung findet 1 am Freitag, Den 7. d. Mte., I nachm. 4 Uhr. im Krema. 1 torium Treptow- Baum- I ichulenweg, Kiesholzstraße, I statt. Um rege Betetligung er» > sucht Der Borstana. Sozlsliieinc /rst. Verein KcrIIn(Z.P.V.j Unser Mitglied, Tischler keoSoi' Wandel wohnhaft Reich enderaer Straße 61 IV, ist°m Z.SÜai an Herzschlag verstorben. Chre seinem Andenken. Die am 1.' auf dem Tbomaskirchhof, Hermannitraße. /i-chüe.ch, Beteiligung erwor-et 109/17 Oer Borstand. Sozlaidcm. Bahlvcrein RcuKälln(S. P. v). Den MilgUedern die! traurig» Ratbricht, daß| uniei« langjährige De-• nossin, Frau Agnes Lother 23. Bezird IN. Abteilung. oerstorden ist. Ehre ihrem Andenken! Di« Einäscherung swdet am Freitag, den 7 d. M., mittag, VI, Uhr. im Stf. | matonum Treptow. Baum- 1 | schuienweg-Siefholzslr, statt. I l Um rege Beteiligung er- 1 sucht 239 12! Der vorflnnd. «Verzeichnis der Auslegestellen für die Reichstagswählerlisten 1929. Flt, die«tadtvezirk« Sp-ziolni-st Dr. med. ÖrOtering Haut-, Harn-, Unterlelbsleid b.kldnn.u. Frauen, Blutunters. IsvaildeastraBe 35, töckc ChaubSeesir.. Stett bbf. Spr 11-1 u. e'/j-d1/», Sonnt 12-1. CbcNjcmdeü in qnt dezahlta, jedoch nur fochrnndsoa chelmordel» gibt«SD Wilhelm Born. cherrenhewbenfabeltatlon, Berlin. Friedenau. Tnnnno-Steotze C._, iMlle U�bMWSSlMl kaufen «4et höchstes?axe»pretS Mcklerftr. S» LVrauIelftr. 72 Ästtchaelkirchplatz 1 Warfchauerftr. 1 8 Pintschftr. 1V! sticutiHtn: Liberdastr. 4 Hermannplatz 4 Böhmischeftr. I«. t» g;.-N-r; ar.1 | Kaffee » xedr p. PJd. M. 29, äO »»»•>» tt 31»25 33,25 Jones St Co. »ERLIS c 2. Wen» Prlediftcbstr. 47. „ Korden 4976. Vtrsaud a. p. Naciiiahme. preis®. Plur, Wiener Sit. X— 6 Kupfer M. � Messing M. 8n— M. Mg— per Kilo l nicht bis! Zinn Qußcksiilier Sämti. Metalls Piatin Go!d- Sllbzf* abfsiSe Zahngebisse keuft zu rleclg äolien Preisen in unseren 6 Einkaufssielien Metall- Zentrale I. Brunnenstr. Ii I am Rosenthaler Platz| 2. 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Direktion Max Reinhardt Oeatsetaea Theater. Uhr,«um I.Male: Candida. lonnabd. TV«: Dame Kobold. Kammerepte:«. � Die ßfielise öerPanäora kmnabend V/t'- Stella. Lxr. Schanaptelhan» KarlstraBe. Der» eißetl elland(22�.,3.A.) .Sonnabend 7 Uhr: ier weiße tlelland(23.A�3. A.) Thealer I. d. ISniggrätzerStraSe /t8: Die große Katharina. Vorher: Mit dem Feuer spielen. RoraMienhaiis '/� U.: Der Herr Minister. (Leonhard Haskel.) Borllaer Theater .8 Uhr; Der letite Walier mit Fritxl Massarr usw._ Cen trnl-¥heater 7v.u.: Fränleln Puck. OCHtBehca OpernUnua 7 uhr: Boccaccio. VI« Trlbllne 7V. u.: Franziska. Frledr.- Willi elMBt.Th. S�DerHntniwljepSpJiiPClil. Klelnca Theater. r/jUhr. Der Snob mit Albert Basiermann. Kl. Hchausplelhans. L'hV: Die Flarrtiansköfflödie. iaLomlwche Oper 7 W Eine Balinacht. Uhr; T/t Uhr I.nstBplelliaas Arnold Rleck in Zwangsetoraartierüng. Sfctropol-Xheatep. u'? Im weißen Höss'l veaeB OperettcnhnnB p/.u.: Die Dane ToniZirtfis Sfcnes Yolbatbeatcr w.JeBFüflerEarainasow Mehlllor-Theat. Chnrl. vi, U.: 2x2= 5. TUnlln-Thenter uKr: Amor auf Reisen Th.nm* ollen doiTpIata � Eine lacht im Paradies. Theater öesWestens $1 Max Pallenberg m Famiiie Schimek. Theater 1. d. Alt. Jakohstr. (früher Eden-Theater). �DietersebvonlPasliiie. Wnllner-Thenter Tisu.tHeria q. Bajazzo oastspiei Dem. Jadlowker. Morc.: Anale Cura-llummel. Walhalla- Theater. 7-/, uhr: PosEre Bagdaienen Trianon-Theater. Bahnhol Erledricnstraße. Täglich V,8 Uhr: Ida Wüst in; yinrrha Sonnt, t: herrsch. Dieaer ge ges. Residenz- Theater. Stadtbahn JannowitibrücKe. Untergrundbahn Klosterstr. Täglich V�Uhr: Die RascIMs Sonntag 4 Uhr, kleine Preise: Per(gnte Knf._ Rose-Theater. V/t Uhr: Das Lied der liebe. Casino-Theatcr Lothrlngcrstr.ß?. Tägl.'/.SU.: Neu! Nenl Der Sensatloni-Schla.er Onkel Cohn VoiksstDck In 3 Aufzügen. Sonntags1/, Uhr: Morlt«. �FoliesCaprice� Eck. Friedrich- u. 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D e f c T H«•« o ss eile h c J d e 2 a Mensch Hauptdatslellar: Dorsch/ Xonstcniin/ GrünJng SCftl»er-Tlt«/ Harimann/ Dlepelmann Spannendes Schauspiel in 4 Akten. Opfer des Fluehs. Grotes Filmdrama In 4 Akten. Hauptrolle: Magda Sonja. 6.30. bietet die nächste Zukunft. Eine tiefgreifende Aenderung unseres gesamten Wirtschaftslebens, ein gewaltiger Umschwung unserer Industrie und des Handels steht bevor, und es werden überall geschulte Kräfte gesucht sein. Angehörige technischer Berufe und Handwerker sollen nicht versäumen, ihre Kenntnisse und Fertigkeiten der kommenden Zeit anzupassen, um leiizunehtncn an dem wirtschaftlichen Umschwung, der naturgemäß das Ergebnis des i e waltigen Ringens sein muß. Das beste Mittel, rasch und gründlich ohne Lehrer, durch einfachen Selbstunterricht eine gründliche Ausbiiduag in technischen Wissenschaften zu erwerben, sind die technischen Selbstunterrichtswerke„System Kar» nack'Hachteld". 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Beamten- und Arbeiter-Un;er- ; stutz.-FonüS.. t Hypotheken... Nicht aogehob. Dividente... Gläubiger einschließlich Anzahlungen... Bürgcchafts-Ver- pfllchtungen ! 7951087,30 Vortragsposten i(Interims-Kont) Erforderliche , Rücksteil.... Gewinn aus 1919 2041913,80 M. ' einschl. Vortrag aus 1918 j 160879,08 M.. JK 12000000 2200 0 0 1500000 600000 90000 1430531 60 300006— 15444 19198499 4666713 66000 2202792 79 442»9 951! Gewinn- nnd Yerlnkt-Rechnang' 1010. Die In der heutigen Generalversammlung auf 12 Proz. festgesetzte Dividende für 1919 gelangt von heute ab bei der Aahalt.Dessanlschen Landesbank in Dessau, ,„ Berliner Handels-OeseUschaftlnBerlln, ,„ Deutschen Bank in Berlin, „„ Dresdner Sank in Berlin, , dem A. Schaafthausen'scben Bankverein in Köln und Düsseldorf, ,„ Bankgeschäft A. Levy, Köln gegen Aushändigung des Gewinnanteilscheines für 1919 zur Auszahlung. 152/7 Berlin, den 4. Mai 1920. Der Vorstand. Deutsebe Sspläürle!- ßankÄktieQgeseliseb.S8rlin. Vermögensaufstellung am 31. Dezember 1919. Der Aulsichtsrat. Dr. Hine, Vorsitzender. Der Vorstand. 152|5 Schadt. Dr. Merckens. Plälin Quecksilber liöcbsten Tagespreis Fi ätiil Tagespreis! ie Ziepiiis taspiMM] Trapp, KcmmandanteRstr.itO I! ! nnr links! ' Moritzplatz 5722. !!! GettM llit lebe•Bertlache. HSchfte An» ftutispcelfe tür Piandscheine, SriConttn,(SolbgeoenftänOe. Teppiche. Bücher usw. Wölfl, Friedriclmr.tl III. Öde Jlodiftr. NstsNs Äupfet, Sfotjafi, Blei, Messing, Zwl, Zinn, Laaennetall usw. tauft zu umiberbtefb. Tapespr. Sntfermenn, Clfafser Str 9. oora Ii. Narben 4601. 126,3 6 Geschäftswagen ein- unb zweispännig zu fahren, bisher lür Flaschen- unb ffaß. Iransparl, Arbeilsgeschlrre, Fuftsrhslen, Stailufenfitien abzugeben DerfrledsgescNsrliaff für Srennctelerjcnanl'I« in. 6 tz., Bariin O 34,»omlnlCTXr Sfeaha 43- 57 12 �tLiiev�gedäte� loonaaMs.w-oxmxM.icrnrrnooPOg (Slernier NM-MMilll. der an sauberes Arbeiten ge. wilbnt ist, wirb sas. elnaeüeUt. Eivflromachonllifie Werf- Pi5:t«n Karl vlcrmar.n. Jtic6ctsd)8octuelÖc. Brfietenstr. 2. l!2Ib Portier 13176 sucht Jlnef, Prenzlauer Str. 4L Zu möglichst baldigem Eintritt wird für die„Volks- wacht" in Trier ein Redakteur zur Bearbeitung der Land- nachrich-.en gesucht. Derselbe hat zeitweise den politischen Redakteur zu vertreten.— Bewerbungen sind mit Angabe d-r bisherigen Tätigkeit an G. Reese, Trier, Nagelstiaße 10. zu richten. Verlag d.„Volkswachl", Trier. Erstklassige WegenlacklefEr J werden nttlonat Mribungen tat Einltellimgsdureau. [Nationale htomobilgesellsch., A.-G. , Kerlin-Oberschöneweide, Ostendstr. 1-S.* AEG LokofflotMabrik Hennigsdorf fudit zum sofortigen Stmritt 610® Ton Mttrk 350 an I Jackett« Anzüge Cutaways, Paletots, Hosen, Kostüme, Mäntel, aus prima Stollen selbstpefertlgt. Ferner große Auswahl in Pelzwaren zu bekannt billigen Preisen im bekannt billigen preisen Im Leihhaus Moritzplatz 58a} Die während des Kriege« inegal erschienenen Spoctafnabrlefe sind soeben in Buchform nen »rschlcaea. X296b* Spartakusbriefe prela*t, (Yeraungeher: SL p. V. Spariafusdnnd). fn beziehen: «rdeller-Sruhhanblang. Berlin, Annen str. 1. Buchhanvlunii der R- JJ. 0„ TicutdUn, IDortheffr. 66. Buchhandlung Sechü,& da., Berlin, tiugnflftc. 60. «. BcKieißbcebei, euncfrOfn, SW!!!MlttU.SlCbais.5lCWette. "gcrisnlidic Borslellimtt in unserer Ardeueramiahoie. Tor i. Zeituflgs-Zenliala(Z.Z.) Aktien-Gesellschaft stem Botenfrauen ein Schäftsstellen Jerusalcmer Str. 5/ch Ptinzenstr. 31. Straße 4z, Lausitzer Platt 14/15. Steglitzer Str. 37 Petersburger Platz 4, Oreifenhagener Str. 22. Acker Straße 174, Wattstr 9, Markussir. 36, Immanuel kirchstr. 24, Wiihelmshavener Str. 48.- Char iottenburg, Sesenhelme: Str. I. Kaiserdamm 101 Tauroggener Str. II.— Lichtenberg, Wartenbcrg- straße 1.— Neukölln, Neckarstraße 2, Siegfried strafe 28/29.- Wilmersdorf Gasteiner Str 12.— Remickendorf-Osi. Provinzsfraße 56.— Treptow. Qramenz, Kiefholzstr. 412.— KünlgswusterhausenJ Baumann, Luckenwelder Straße 5. D!- Kovferenz in Spa. Die Deutschen nur alS Zuhörer? B e r l U, 6. Mai. l g n e r behandelt, der alt, Bataillons-VertrauenSmann beim 6. Reichkwehrreai nwirt am 13. März wegen feiner kapvfeindlichcn nrd verfassungstreuen Haltung in Haft genommen, 21 Tage darin rengebslten und erst infolge der Reröffenilichungen im..Vorwärts" 'aas der Haft entlassen wurde. Aber nicht nur ans der Hart, son- dint auch ays der Truppe! Trotz wied-rhoker Beschwerden beim RcichSwehrmmifterium war die Wüidcremstellung IlzngrS bisher nicht zu erreichen, ilber zur Scham und Schande wüffen nur auch nottc«n. daß I nicht in oer Privatinduitrie unters kommen kann, weil offenbar lehr kurzsichtige und verhetzte A r- b s i t« r sich w e i g e r n. mit dem.NoSksgardisten" zusammenzn- arbeiten. Wenn in fakber Weise non tztadikalcn Leute k-opkattiort werden, �o.e unter Au-opserung idre? Perjon in der Reichswehr für du tcpu&l-.faiiijiVe(Zdcc perni/i; haben, dann sollen iie sich allerdings nicht wutiderw, wenn zuverlässig republikanische Elemente in der Reichswehr immer seltener werden. Eins ist jedenfalls sicher: I. befandst sich- n größter Not und weder die lltegieruug noch d.e Arbeiterschaft hilft ihm dafür, daß er sich in den Kapp- Tagen aufgeopfert hat. Vielleicht tragen diele Zeilen dazu bei.' beide Teil« an ihre moralische Pflicht zu erinnern.- Vom gcrichsrat bcao standet und an die National uersammluna' zurückverwiesen wurde die Bewilligung po»% Million Mark für die Universität Franifurt am Main. Wir haben zu dem Bericht unseres DonnerStag-AbendblatteS noch folgende Ausführungen nachzutragen, die wir vort nur kurz erwähnen konnten: Genossin Juchacz(Parteiverstand): Wir brauchen für den Wahl- kämpf Optimismus, weil ein gewisser Mut dazu gehört, nicht gagen rechts, wohl aber gegen links. Wir müssen gewiß fachlich gegen links voregehcn, aber nach meinen letzten Erfahrungen fiirdet man sehr wohl Verständnis, wenn man auf Sie groß« historische Schuld der Unabhängigen hinweist und den Wählern klar macht, imß wir alle nur Produkt der Verhältnisse sind. Dazu müssen wir eS auch fertig bringen können, unsere bisherige Politik zu verteidigen. Nat>ve:wig'st eZ vor allem bei der Wichtigkeit der Frauenstimmen» auf die Psycho- logie der Frau einzugehen. Wir Sozialdemokraten haben jähr- zehntelan-z allein für die Frauenrechte gekämpft, d.ii mutz immer wieder ih.ien gesagt werden, aber wir müssen ur.8 hüten, daß sich die FtüÄre deS Kampfes nicht gegen uns wenden. Wir�müssen lernen. die Dmnolratie praktisch zu handhaben, denn mit schönen Worten für die Freiheit der Frau ist es nicht getan._ Bei der heutigen all- seiiiqen Eutbebrur.g worden die Frauen ja leicht verbittert und nn- sachlich, dann ist es an uns, ihnen zu zeigen, was daran schuld trägt, Wie es kam und kommen mußte. Dabei braucht man ihnen nickt unerfgllbarc ZickunftSbilder an die Wand malm, aber Zeigen muß man ihnen, wie weif e? schon besser geworden ist und wie weit eZ noch besser wird. Ich bin ssewiß, die Dlekrzaol der Frauen wird sich dieser Einsicht nicht verschließen und wir können gerade durch die Stimmen der Frauen, denen wir zur politischen Freiheit der- Holsen haben, einen neuen Sieg erringen.(Lebhastcr Beifall.) Lcetz-Dortmund: Meines ErachtenS hätte kein Tropfen Blut fließen müssen zur Beseitigung der reaktionären Herrschaft. Wir haben sa mit dem Eeurralsireik dasselbe erreicht, wie d'e Genossen im Ruhrgebiet mit ihrem bewaffneten Kampf. Ganz ungeheuerlich aber war cS, daß die Kämpf- später noch weiterginaen gegen die verfassungstreuen Truppen. Das ist reaktionäre Politik schlimmster Art.(Sehr richtig I) Gerade bei der Lichtschlag-Trupvc hat Nooke recht gehabt, denn ein großer Teil von ihr hat sich gcweigert, im Dienst- der Kapp-Lüttwttz sich gegen die Regierung Ebert-NoSke mißbrauchen zu lassen.- Dir reaktionäre Rede TrimbornS im Reichstag war nur möglich nach den Putschen von links. An der Trimbarn-Rede sieht man die reaktionäre Wirkung der Politik der Putschisten Uns ist unverständlich, wie sich unsere Barmer Freund« von den Unabhängigen in dieser Weise haben ins Schlepptau nehmen lassen.(Zustimmung.) Ad. Braun(Parieworsiand): Wir schreiben heute den S. Man In einem Monat schon wird gewählt. Diese kurze Spann? Zeit gilt eS auszunützen, um die Massen aufzurütteln und für den Sozia- stikmus zu begeistern. Gerade ich. der ich schon vor und zur Zeit der Partei,'palt ung mehr für die Einigkeit gearbeitet habe, als sonst einer, muß beute sagen, daß ein« Einigunn mit den Unabhängigen auf Jahre lssnauS unmöglich erscheint. Wir sind eine einige eefchlossene Partei, aber die Unabhängigen nicht. Die sind zerrisse», einer traut dem andern nicht. Mit wem fall man denn auf der anderen Seite ver» bandeln? Mit Däumig oder Crispien oder der Frau Zietz? Zum Bündnis aehört auch die BündniSfähigkeit, und di« sv rechen wir den'Unabhängigen ab. Je stärker di« Sozialdemokraiie aus dem Wahlkampf bervtftgeht, desto bündnisfähiaer werden wir sein. E'ne starke Sozialdemokratie ist auch der stärkste Hebel für die Einigung. Wir Alten haben den Glauben an die Partei nicht verloren.(Leb- hafte? Beifall.) Zioehle-Franksurt a. M.: Wir haben viel»u viel von der Eini» gnng geredet. Für die Unabhängigen hat Dittmann sogrr gegenüber der internationlacn Huh?mav?kommission in den Tagen der schlimmsten Not, als Kapp mit Gewalt die Regierung gestürzt hatte, fedeS Verhandeln mit uns abgelehnt. (Hört, hört!) Die Unabhängigen wollen keine Verständigimg mit uns, sie bekämpfen uns schürfe« als die Reaktion. Wir müssen das Erfurter Programm in den Mrtlelpunkt des WahlkautpfeS stellen. Ein Schlußantrag wird angenommen. Bauer(persönlich) bestreitet gegenüber Pietsch, in Areslau einen kappistisSen Beamten wieder eingesetzt zu haben. Die Untersuchung hat nichts an Schuld ergeben und die Wiedereinsetzung erfolgte unter Zustimung oer zuständigen Vertretungen der Arbeiter. In der Breslauer Parleiorganisation aber scheint jetzt ein arges Durchein. ander zu beri schen. Obwohl mich die Partei mit dem Minister- und Reichstanzleramt betraut? und obwohl ich mit großer Mehrheit an zweiter Stelle auf den Wahlvorschlag gesetzt worden bin. fordert die dortige Orgar-iiation jetzt meinen Rücktritt.(Hört, hört!) Im Schlußwort empfahl Scheidcmann zunächst die Ab- lehrrnng des Antrages Kaul- Offenbach(Dtreichung der Betonung des Kampfes gegen rechts). Der Antrag müßte den Tindruck er- wecken, als ob wir den Kampf gegen rechts nicht mit der notwendigen Entschiedenheit sühnen. Es wäre politisch sehr unklug, über unseren Kampfs gegen rechts auch nur die geringst? Unklarheit aufkommen zu lassen.— Den weiteren Inhalt des Schlußwortes haben wir schon im Abendblatt veröffeutliäst. Sch-idemaun schloß mit den Worten:- Unsere Fahne ist nein, unser Wollen ist gut, wir wollen heraus aus dem Jammer und lsS von der Knechtschaft deS Persailler Vertrages.(Beifall.) Zu alledem tomumu wir aber nur durch ein« Die Straßenbahner unö Zer Schieüsspruch. Eine von Tausenden besuchte Massenversammlung der Straßenbahner, die am Donnerstag abend den großen Saal de? Neuen Welt füllt«, nahm Stellung zu dam Üb«? ihre Lohnforderungen gefällten Schiedsspruch, dessen Inhalt wir bereits mitgeteilt haben. Daß die bewilligten Lohwätz« auch nicht entfernt ausreichen, um unter den heutigen Verhältnissen eine Familie zu erhalten, darüber herrschte nur eine Meinung. Deshalb kam denn auch die lebhafteste Unzufriedenheit mit dem Schiedsspruch allgemein zu« Ausdruck. In ernsten Erövterungen wurde die Frage berührt, ob und durch welche Mittel eine zeitgemäße Aufbesserung der Löhne durchgesetzt werden könne. Nachdem der Dchiedsspruch vorlag, bah-n die Vertreter der Straßenbahner mit dem Aufsichtsrat verhandelt, um eine Über den Schiedsspruch h i na u sg eh e n d c L ohu a u f b e s s e- r u n g zu erlangen. Schaum bürg. Obmann de? Arbeiteraus- schusses, der über dürfe Verhandlungen, berichtete, sagte. eS sei nicht möglich gewesen, auch nur die gcrrngsten Zugeständnisse zu «reeich-n. Ter Aufsichtkrat Hobe d'S Vcrochtigrng des Stand», Punktes d-.r Arbeitnehmer anerkannt, abor erklar:, daß ihm die Mittel fehl-n, um di? Forderungen»u- bewill-gear Ml« Bemühwn» gen. Kredite aufzunehmen, seien gescheitert, die Baaken geben kein Gelh her, weil ihnen die gegenwärtige Situation zu unsicher scheine. Tie Erpsse Vcrttner Strakenbah? st?he tatsächlich va? dem Vanrrott. Der Beirieb müsse eingeschränkt iperden, infolgedessen kamwi demnächst 61S Angestellte zur Entlassung. Wenn di« Straßenbahner über die Köpfe irrer Funktionäre hinweg streiken wollen— sagten die Herren im AufsichtSrat—, sollten sie es tun. öS könne nicht mehr bewilligt werden. Da? Straßenbabnunter- nahmen fei kaputt, dos werde auch die öffentliche Meinung ein sehen. Die Leitung der Straßenbahnevargr.nrsation hält einen Streik unter den gegenwärtigen Verhältnissen für aussichtslos. Wig Politik der Ofsenheit und Ehrlichkeit. Eine solche Politik wollen wir treiben. So laßt uns in den Kampf ziehen in der frohen Hoffnung, den Sieg zu erringen Auf, Sozia» listen, schließt die Reihen. Die Trommel ruft, die Danner wehen, ES lebe der Kampf! Es lebe der Sirg!(Stürmischer Beifall.) In der Abstimmung wird die Einschließung in der au leitender Stelle veröffentlichten Form unter Ablehnung des Antrages Kaul einstimmig angenommen. Nach Annahme des Protestes gegen die Schmach der Verweri» düng schwarzer Truppen in Deutschland wurde noch beschlossen, das Vressebureau der Partei für den Wahlkampf zu erweitern-, eine Kommission von fünf Redakteuren soll mit dem Parieivorstaich das Erforderlich« veranlassen. Gewählt zur Kommission für Vorbere-ttung der Aufstellung der Reicks(ist? wurden: L ö b e- Breslau ri63 Stimmen), Me.erfeld» Cöln(144), Finder- Nürnberg l12S>, Eggert- Dresden ftOI), Steinmaher- Stuttgart(löl), Kröger- Rostock(100), K l u p s ch« Dortmund(86). Abgegeben wurden ISO Stimmzettel, davon 11 ungültige. Nun folgte Uhiß SchwßWdrt: Wir ziehen mit Zuversicht und mit der Festigkeit die das Be- wußtsei» einer guten Sacke verleibt, in den Kampf. Unsere Konfe» renz hat begonnen mit einer Auseinandersetzung über die� Richtigkeit unserer bisherigen Politik aus einem bestimmten Gebiet. Dies« Auseinairdersetzung hat sich dann ausgedebn! auf die verschiedenem politischen Streitfragen der letzten Jahre. Wir haben erörtert, was unter den schwierigsten Verhältnissen des letzten FahveZ geschaffen werden konnte, und wir haben besvrochen, was im neuen Reichstag der Erfüllung barrt. Wir haben offen ausgesprochen, was versäumt worden ist, und wir haben insbesondere aus der Rode unseres Reichskcm'lers erfahren, waS an der rauben Wirklichkeit scheitern muhte. Wir rufen von hier aus den Arbeitern des KopfeS und den Hand zu, daß sie selbst am 6. Juni darüber zu entscheiden haben, was von unseren Forderungen und Wünschen erfüllt werden kann. Bielleicht wird nicht alle unsere Mübe belohnt werden. Aber der Gang der G-schichte hat die deutsche Sozialdemokratie i« eine Lage gebracht, wie sie sckwierigcr gar nicht z» denken ist. Nach dem Zusammenbruch unseres � Landes, nach der Schwächung durch den langen Krieg fiel ibr die Mitverantwortung an der Leitung des Reiche? zu und wurde damit d« schwersten Be- lasinngSProSe cusocscot, der jemals eine Partei ausgesetzt war. Wir waren uns von Anfang an darüber klar, daß wir die Jnter- essen unserer eigonei! Variei wurden opfern müssen, um die Jnter- essen des ganzen Volles wahrzunehmen. Oft genug haben wir sehenden Auge? Dinge beschlossen, die unS unpopulär machen. mußten, von denen wir wußten, daß sie uns Anhänger kosten müssen. Aber wir konnten nicht anders handeln. Wir sind noch weiter gegangen. Wir haben Personen auS unseren Reihen ovfern müssen, Vorkänrvfer dop Arbeiterbewegung, die sich im jahrzehnie» lanaen Mühen Nomen und Ansehen bei khren Klassengenossen er» worden hatten. Parteigenosse«, die in Ebren grau geworden war«». haben ihren Ruf und ibr Ansehen auf? Spiel gesetzt, oft in der sicheren Erwartung, daß di: Dache nicht gut ausgehen würde. Aber wir haben die undenkbaren Aemter, das Reichswehrmimsterium, NoichSkommissawat«. Landratsposten und Polizeipräsidien besetzen müssen, obwohl wir mit A> Proz. Ge- wißboit wußten, daß nach einem halben Jahre eine in fahr, zehnte- langer mühevoller Arbeit errungen« Posstion in der Arbeiterbewe-, gnng aufs Spiel gesetzt und daß der Träger in der schlimmsten Weise beschimpft werden würde. Wir mußten aber die Männer auf den Platz stellen im Interesse unsere? ganzen Volkes, auch im Interesse der Männer, die nachher so wüst geschimpft baben. Möge ein günstiges Geschick unsere Bruderparteien vor gleichem Schicksal bewahren, sie würden sonst die gleichen Erfahrungen machen. Wir haben offen zugegeben, daß wir Fehler gemacht haben. Wo sind Irrwege gegangen, die wir später selbst nicht begriffen haben. Da? wollen wir ruhig zugeben. Welche Partei hätte in gleicher Lage nicht noch größere Fehler, gemacht! Wir haben die Fehler erkannt und sie werden sich nicht wiederholen. Aber es waren sämtlich Fehler der Takt!:, unsere Grundsähe haben wir Hochzehalten. Re» wibli! und Demskrati« sind nirgends in besserer Hut als bei der Partei, die vom ersten Tag« ihres Bestehen», an eine republikanische Partei war. Di? Arbeiter haben nun zu wählen zwischen reiner DemonstrationSpolitit und einer Polt'ik des positiven Dch äffen?» die allein zur Berwirkf'chunp unserer Ideale führt. Den Mutlose!- rufen wir zu: O Ihr Kleingläubigen, warum seid Ihr so furchtsam! Wir haben da? Sozialistengesetz, die Septennatswahlen, den Bülow». block und den Kriea überwunden, und wir geben jetzt mit fester Zu, versicht und mit KampfeSfreude in die Mahlschlacht. Wir kämpfen für die deutsche Sozialdemokratie, di« trotz alledem der Schutz und bor Hort der Arbeiterklasse ist und der Wegweiser deS internationalen Vroletar'al? wieder werden wird. Die deutsche Sozialdemo» kratie. sie lebe hoch! Die Konferenz stimmt begeistert dreimal in den Ruf ein. Ihre Verhandlungen sind damit beendet. Schluß 1 Uhr. mitgeteilt wurde, bat am Mittwoch eine Sitzung der Funktivnäre der Straßenbahner den Schiedsspruch»it 78 gegen 41 Stimmen angeuommeu und beschlossen, die endgüllige Entscheidung über Annahme oder Ablehnung de? Scksiet�ipruches durch Urabstimmung herbeizuführen. Tic Funktionäre haben ibre.Haltung durch Aar? ahme einer Resolution begründet, in der aesagt wird, der Schiedsspruch entspricht nicht im entferntesten �«n berechtigten Forderungen der Angestellten. Aber nach gründlicher Prüfung der schwierigen Fincmzlaze der Verkehrs Unternehmungen kann die Ablehnung des Schiedssprüche? utckt empfohlen werden. ES ist auch zu prüfen, ob durch einen schwere Opfer fordernden Kampf eine stellung mit den Anbetteln der anderen städtischen Betriebe, ge, schweig« denn noch darüber hinausgehend« Verbesserungen erreicht würden. Eö so? aber mtt allen zu Gebot« stehenden Mitteln auf Gleichstellung mit den Arbeitern der anderen städtischen Betriebe, ge- tischen Arbeiter hingewirÄ werden. Da eine Stillegung des Verkehrs schwere Folgen haben würde, ggpen sich die Angestellten du Hoffnung hin, der Arbeit aeberverband werde ihre schwere Not- läge onerkennen und den letzten Weg zur Verständi» g unq n'cht ablehnen. Tie VarbandSleitung nr.d der Arbetta» auHschuß werden beauftrag!, ir diesem Sin«; nochmals Stellung zu der Angelegen he tt zu nehmen. In der mehrstündigen Dichussüm ging es manchmal sehr leb. baft zu. O r t m a n n, der Bezirksöorsttzsnde des Transport- ardaiterverbandeZ, wurde durch Schreien uni Pfeifen am Reden ge- hindert. Mit allen gegen einzelne Stimmen wurde beschlossen, den Schiadoivr'.'ch uni»? dam Bvrbchalt anzunehmen, daß di« am Sonn- abond staufindende Beriamutlung des ZweckvamadeS Wroß-Bertin den VerkehrKangestellton den gezahlten Vorschuh all»'Teuerungszulage zuspricht. Sollte das nicht geschehen, dann sind die Funktionär« beauftragt, Mittel und Wege zu find n. um oen VerkehrSangestell. wn di« Existenz Möglichkeit zu schaffen. Für den Fall de» Kampfes erklären die Versammelten, ihn solidarisch durchzuführen. Wenn de? Schiedsspruch angenommen wich sollen bis zum IS. Mai neue Lohnford er uugen aufgestellt und bis zm» 1. IM erledigt werdeu. EewerGhastsbelvegung tvas geht unter öen öetrlebsräten vor! An allkn LitfaßsSulQU führen auf ssrof-en, zu Versammlungen emladonden Plakaten die Äfa und die Betriebsräte- zentrale in der D'ünzstrahe einen stillen, aber erbitterten Kampf um die Betriebsräte. Leider wird es den S. P, D.-Betriebsräten nicht erspart bleiben, in diese neuen Auseinandersetzungen hinein- gezogen zu werden. ES ist ein Jammer; bedeutet doch dieser neue Streit nichts weiter als neuen überflüssigen Bruderkampf. In den letzten Wochen und Monaten sing man so langsam an. sich gegen- seitig zu verstehen. Sin versöhnlicher Zug ging durch die Massen in den Fabriken, die feindlichen Brüder achteten sich wieder gegen- seitig als gute Kollegen und Genossen. Und nun, wenn nicht alles täuscht, sollen erneur alte Wunden wieder aufgerissen werden. Wie ist das möglich und was ist vorgegangen? Genossen beider Richtungen aus den Reihen der Betriebsräte versuchten mit Erfolg eine Aussprache der beiden Betriebsräte- zentralen, der S. P, D. und U. S. P. D., herbeizuführen. Die erste gemeinsame unverbindliche Besprechung fand am 30. April in der Münzstrahe statt. Vertreten waren die Parteien'auf der einen Seite durch die Genossen R. Müller, Malzahn, Neumann, Wegmann und Stolt, auf der anderen durch die Genossen Brolat, Gräber, Vogt und Reinknecht. Dieser ersten Aussprache folgte dann am 4. Mai eine zweite, zu' der dann auf Drängen der S. P. D.-Vertreter die Gewerkschaftskommission hinzu- gezogen war. Der Plan der Zusammenfassung der Betriebsräte, der für die Genossen aus der Münzstrahe für ein gemeinsames Zusammen- arbeiten der verschiedenen Richtungen mahgebend ist, hat folgende Gestalt: Es wird eine BetriebSräteorganisation aufgebaut. Mitglieder der Organisation sind alle auf Grund deS Gesetzes gewählten Be- triebsräte. Diese Organisation muh völlig selbständig in ihrer Bewegungsfreiheit gegenüber den GeWerk- schaften und volitischen Parteien sein. Gesichert wird der selbständige Charakter der Organisation durch eigene Fi- nanzierung auf Grund von Beiträgen, die die Ar- bcitnehmer aufzubringen haben. Eine der Hauptaufgaben der neuen Organisation ist die Durchführung aller grohen poli- tischenAktionen. Zu diesem Zweck soll allerdings die Leitung durch Vertreter der Gewerkschaften und politischen Parteien er- gänzt werden. Die Vertreter der S. P. D. hingegen verwarfen die Idee einer selbständigen Betriebsräteorganisation. Sie sind für eine Zu- sammenfassung der Betriebsräte, die aber nur gemeinsam und i n vollster Uebereinstimmung mit den gewerkschaft- lichen Organisationen der Arbeiter und Angestellten durch- zuführen ist. Die Finanzierung kann auf dem Wege des Umlage- Verfahrens von den freien Gewerkschaften getragen werden. Die Durchführung groher politischer Aktionen muh den politischen Parteien und gegebenenfalls, wie bei der letzten Kapp-Revolution, den grohen Gewerkschafts- bänden vorbehalten bleiben. Abgesehen von den beiden wichtigen Punkten der selbständigen Finanzierung und deS alleinigen Rechtes der Durchführung aller grohen politischen Aktionen wäre, allerdings immer gemeinsam mit den Vertretern der gewerkschaftlichen Organisationen,«ine Einigung auf«in gemeinsames Programm möglich gewesen. x Der kameradschaftliche Ton, der den ganzen Verhandlungen ein wohltuendes Gepräge gab, konnte nicht verhindern, dah alte, tiefe Gegensätze auch leider heute noch nicht zu überbrücken sind. Jetzt haben die Betriebsräte und ihre Wähler dcrS Wort, und wir hoffen, dah bei diesen Auseinandersetzungen gleiche Ruhe und Sachlichkeit geübt wird, damit bekannte häßliche Erscheinungen der Vergangen- heit nicht von neuem auftauchen und die letzten Endes doch einmal sich verwirklichende Einigung der Arbeiter nicht von neuem er- schweren. » Da§ BetriebZräteftkretariat der S. P. D. wird in der kommen- den Woche in einer Versammlung der Betriebsräte eingehenden Bericht über die Verhandlungen erstatton. Wir erwarten, daß unter den gegebenen Umständen unsere Genossen vom Besuch der Be- triebsräteversammkung im ZirkuI Busch Abstand nehmen. Dämmernde Erkenntnis. Vom Ortskartell der A f a wird uns nachfolgendes Schreiben des als sehr radikal bekannten Redakteurs des Fachblatte« des Zen- tralverbandeS der Angestellten Paul Lange mit der Bitte um Abdruck überwiesen. Wir kommen dem Ersuchen um so lieber nach, als der Brief erkennen läßt, wie die Hyperradikalen bemüht sind, die Zersplitterung in die Reihen der Gewerkschaften zu tragen. Lange schreibt: Nächsten Sonntag werden zwei BetriebSräteversamm- I u n g e n tagen, die der Betriebsrätezentrale und der Afa sArbeitS- gcmeinschaft freier Angestelltenverbände). Von einem Kreise meiner Parteigenossen war ich ersucht worden, bevor die Afa ihre Versammlung einberuien hatte, in der von der Betriebsrätezentrale einberufenen Versammlung ihren Standpunkt über die Aufgaben politischer Arbeiter, äte zu vertreten. Nach- dem sich herausgestellt hatte, dah diese Rede nach Lage der Sacke im wesentlichen eine ablehnende Kritik an der Haltung der Betriebs- rätezentrale selbst sein mühte, die ihr Tätigkeitsgebiet immer mehr auf rme Konkurrenz mit den Gewerkschafte» einstellt, habe ich es für zweckmäßig gehalten, dah von feiten meiner Pariei jemand spricht. den man nicht etwa auf Grund seiner Stellung einer Befangenheit den Gewerlschasten gegenüber verdächtigen kann. Ich habe daher recht- zeitig auf daS b e st i m m t�e st e versickert, daß ich in der Versammlung der B e tr i e b S r S t e z e n t r a l e nicht sprechen werde. Am Donnerstag erschien nun trotzdem auf Grund irgendeines VeriehenS das Plakat, in dem ich als Redner, und zwar nicht als solcher von meiner Pattei, sondern merkwürdiger« weise ol« Gewerkt chastsbeamter genannt werde. Nach dem Plakat hat die Versammlung die Ausgabe. Entwürfe für die Arbeitsordnung mir Richtlinien für Einstellung und Entlassung ent- gegenzunehmen. Damit nimmt die Betriebsrälezentrale Abschied vom Gedanken des politischen RäleiystemS und isieht sich aus den Boden rein gewerkichastlicher Tätigkeit zurück. DaS kann ich weder als Parteigenosse noch als GewerkschaslSmitglied für richtig halten. Soweit die Betriebsräte gewerkschaftliche Aufgaben zu erledigen haben, können sie dieö nur mit den gewerkschaftlichen Organisationen tun. In diesem Gedanken stimme ich mit der Afa überein. Für die Berwirrung in der BetriebSrätezentrale zeugt auch die Tat'ache, dah der von D S u m i g herausgegebene.Arbeilerrat, Organ der Arbeiter- und Betriebsräte Deutschlands" jetzt offizielles Publrkationsorgan des sogenannien»Freien AngestelllenverbandeS" ist. Warum? Offenbar nur, weil dieser Verband kräftig auf di« Afa schimpft. Dieser»Freie Lngrstelltenverband" stellt in einem Fkngbkatt klar, dah daS Kapital niemals nach den Grundsätzen der kommlm'.stischen Lehre mtSzuschalten sei, sondern, dah eine gerechtere Verteilung der Güter des Produktionsprozesses herbeizuführen ist". Dieser Verband will eine Verschmelzung aller Angestelltenverbände(auch der Blauen und Gelben) herbeiführen und eine eigene Partei aller Angestellren gründen. Dieser Blüdfiu« wird dann von Däum'g und seinen Freunden durch ihre Protektion des»Freien AugestelltenverbandeL" als— wahrhaft revolutionär hingestellt. Berlin, den S. Mai 1920._(gez.) Paul Lange. Aur Lohnbewegung lm öaugewerbe. Die bereit? stattgefundencn zweimaligen zentralen Verband- lungen der verbände der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer des Baugewerbes baben bisher zu keinem Ergebnis geführt, als dah auck die Arbeitgeber versprachen, bis Ende Mai einen neuen Tarif« vertrag zum Abschluß bringen zu wollen. Inzwischen macht sich eine andere Tendenz bemerkbar, die darauf schließen läßt, dah daS Unternehmertum de? Baugewerbes den Ablchsuß des Tarifvertrages mit der Absicht verzögert. Zeit zu gewinnen. Die gewonnene Zeit soll nickt etwa zur Klärung der strittigen- Punkte dienen, nein, sie soll benutzt werden zur Bearbeitung der öffentlichen Meinung, und man gebt dabei nicht ungeschickt vor. So wird jetzt die Meldung verbreitet, dah die Ziegeleien und sonstigen Baumaterialienfabriken ibre Betriebe schlichen wollen, weil die Produktion sehr teuer und zu besütchten sei, für ibre Produkte keinen Absatz finden zu können, da ja die Arbeitgeber des Bau- gewerbe? wegen Unrentabilität ihre Betriebe schließen wollen. Die Unrentobilität der Baubetriebe sei schon seit langem vorbanden, müsse aber ob der neuen Forderungen der Bauarbeiter für das Baugewerbe zu einer direkten Katastrophe führen. Was will man mit dem Ausstreuen solcher Gerüchte erreichen? Man will die Bauarbeiterschaft in der Oeffentlichkeit als das Karn'ckel hinstellen, da« die Schuld daran trägt, wenn die Wohnungsnot nicht behoben werden kann: im Grunde genommen will man nickts andere? als keinen eigenen Raub dahinter verbergen. Diese Behauptung wird am besten durch die Tatsache bewiesen, dah die Material- und Baupreise im Durchschnitt um daS 12— lösache, die Löhne der Bauarbeiter aber nur um daS 4— öfacke und vonf 8. April 1920 ab erst um das S— Zfacke gestiegen sind. Wenn früher der Lobn- anteil der Bauarbeiter IS— 18, heut' aber nur 9— 10 Proz. des DaupreiseS ausmachte, so ist eS nickt schwer, die wirklichen Ver- teurer deS Wohnungswesens zu ermitteln. Die Stillegung der Ziegeleien verdient indessen besondere Beachtung. Einerseits findet die Stillegung statt durch die Nichtbeliekening mit Kohle— Reisig, Torf und Braunkohle sind kein Ersatz für Steinkohle, mit der man nur einwandSsrei Ziegel brennen kann. Aber diese Gelegenheit benützt man, um die mit Kohle nicht belieferten stillgelegten Ziegeleien abzubrechen, die Maschinen zu entfernen und, wenn möglich, ins Ausland zu der- kaufen. Auch auf diesem Gebiet findet der Ausverkauf Deutsch- landS statt, und dies zu einer Zeit, in welcher in Deutschland Hunderttausende kein Dach über dem Kopf haben. Und um diesen Raub am deutschen Volk weiter ungestört betreiben zu können, werden die Forderungen der Bauarbeiter in den Vordergrund gerückt._ Der Konflikt im öerliner öankgöwerbe. Der Allgemeine Verband der Deutschen Bankbeamten ver- anstaltete gestern nachmittags nach Bureauschluh eine Bankbeamten- Versammlung in den Germaniasälen, die außerordentlich stark be- sucht war. Der große Saal muhte schon lange vor Beginn deS Referats gesperrt werden. Es fanden in allen verfügbaren Räumen des Hauses und auf dem Hof Nebenversammlungen statt. Trotzdem muhten noch mehrere hundert Personen umkehren. Der Leiter deS Allgemeinen Verbandes, Benno Marr, referierte über daS Tbema»Vor der Entscheidung". Er gab eine Vor- oeschichte der neuen Bankbeamtenbewegung, verwies auf die Teilstreiks im Reiche und griff in Verbindung damit den Deutschen Banlbeamtenverein sehr scharf an. Mary verteidigte dann nochmals die Forderungen des Allgemeinen Verbandes. Dieser verlangt eine Wirtichastsbeihilfe, die für Verbeirutete 2300 M.. für Ledige 2100 M. und für Lehrlinge 1200 M. betragen soll. Bis zur Reichsiarif- reglung wird für jeden Monat vom 1. Mai ab ein Viertel der ge- nannten Summe gefordert. Der Verband beschloh ferner, daß bis Montag, den 10. in allen Betrieben die Abstimmungen vor- genommen werden müssen, da an diesem Tage um S Nhr nachmittags das Ultimatum an die Bankleitungen ablaufe. ES wurde in allen Versammlungen«ine Entschliehung angenommen, in der Kenntnis genommen wird von den in allen Teilen des Reiches ent- brannten Wirtschaftskämpfen der Bankbeamten, denen der Gruh brüderlicher Solidarität entboten wird. Ferner wird Kenntnis ge« nommen von den Bemühungen des Allgemeinen Verbandes, die im Baukgewerbe zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern bestehenden Differenzen auf friedlichem Wege zu regeln. Die Versammlung ist sich bewuht, daß die bis zur Uneriräglichkeit gespannte wirt- schaftliche Lage nickt nur im Reiche, sondern auch in Berlin angesichts der Haltimg der Bankleitungen die so- fortige Anwendung der schärfsten Kamvfmittel erfordert, sowohl im Jnteresie der gesamren Bankangestellten, als auch zur Unierstützuiig der bereits im Kampf Stehenven. Die Versammlung fordert die Angestellten der Großbanken in Berlin deshalb auf, zu dieier Notwendigkeit ohne Ausichub in Betriebsversammlungen Stellung zu nehmen und daran anschließend in den Betrieben mittel» geheimer Abstimmungen endgültige Beschlüsse zu fassen, ES wird erwartet, dah da» Ergebnis dieser geheimen Abstimmungen den Allgemeinen Verband in die Lage setzen wird, die Ülusruiung des Streiks vorzunehmen. Der Allgemeine Verband wird von der Versammlung beauitragt, zu Dienstag, den 11. Mai, eine öffenl- liche Versammlung einzuberufen, in welcher die Bankangestellten- schaft ihre Parole erwartet. Der Gärtnerstreik erfolgreich beendet! Der Streik der LandschaftSgärtner Grch-BerlinS ist nach 2t/,wöchentllcher Dauer beender. Die Arbeit kann bei allen Firmen. welche die festgelegten Sätze anerkennen, ausgenommen werden. Die Lohnforderungen find fast restlos durchgedrückt. Ueber die Bezahlung der Streiktage geben gesonderte Verbandlungen vor dem SchlichtungSauSichuh vor sich. Bei den Verhandlungen vor dem Demobilmachungskommissar muhten die Unternehmer folgende Lohnsätze anerkennen: ab I« t. ab IS. S ab 18. 9 1 Jahr in der Branche tätige Gärtner.. 5.1b 5.75 6— M. Jüngere Gärtner.......... 4,65 5,25 6,50, 1 Jahr in der Branche tälige Arbeiter.. 4,65 5.26 5 60, Jüngere Arbeiter.......... 3.90 4.60 5—» Gartenfraucn........... 2,76 3,- 3,25, Landzulage für Ledige pro Tag l5 M., für Verheiratete 20 M. Diese Sätze gehen noch teilweiie über die im ersten SchicdSipruch erreichten hinaus. Da« sind Lohnerhöhungen von 30—60 Prozent. Streik der Angestellten in der photographischen Kunstdruck-Judustrie. Nach woch-nlangen vergeblichen Tarifverhandlungen mit dem Arbeitgeberverband der pholographiichen Kunftdruck-Jnvusirie sehen .fich die Angestelltenorgauisationen gezwungen, den SchUchtungS- a ii«schuh anzurufen, Dieker hat am 29. April einen Spruch gefällt, welchen die Arbeitgeber bis jetzt nicht akzeptiert haben. Die An- gestellten haben deshalb in einer Vollversammlung am Mittwoch beschlossen, von gestern DonneiSlag ab, in den Streik zu treten und diesen solange durchzuinbren, bis der Tarifvertrag in allen seinen Punklen zum Abschluß gekommen ist. Wirkungen des Binticnschifferftreiks. Magdeburg, 6. Mai. Infolge des Streik« der Binnenschiffer liegen in Magdeburg 200 Lastkähne und Schlepper fest, mit insgesamt 130 000 Tonnen, darunter 20 000 Tonnen LebenSmiuel, die dem Verderben ausgesetzt sind. » Im SchiffahrtSstreik Ist bis jetzt keine Aenderung eingetreten. Auf Veraiilasiung deS Berliner Oberbürgermeisters Wermuth bat das Reichswirtschaftsmiiiisieriuni sich mil dem Arbeiigeber- verband der Binnenschiffer in Verbindung gesetzt und bat für den heutigen Freitag vormittag eine Verhandlung ailberaiimt, um zu versuchen, eine Klärung der Lage herbeizuführen. Mit den Arbeil« nehmern ist es bis jetzt noch z» keinen Verhandlungen gekommen, so dah eine Beilegung de§ Streik« vorläufig noch nicht abzusehen ist. „Die Ameise", das VerchcmdSorgam der Porzellan- und ver- wandten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands, teilt in ihrer neuesten Nummer mit, daß sie eine Auflageziffer von 59 906 er- reicht habe. Frisrurgebilfen zur SonntagSkontrolle: Sonntag, g Mai, vor. mittags 81/» Übt, Zrcstpimlt für tic SoniitagSrubebelvegurig m solgcndcn Bezirken: Zentrum: ElilabethNr. 30(Paflagci. Friedricbbadt: Georgen- straste 24'Babnhof). Waischniicr Bifltfe: Warichauer Str. 61, Südweben: Belle-Allianceblatz S, Bayrisches Viertel: Martin-Luiber-Str. 78. Chnrloiten- burg: Savipnyplatz(Stadtbahnboaen). Jeder muh mitarbeiten, auch die schon lange die Sonntagsrnbe Kaden. Ortsvcrwaltung Groh. Berlin. Zentralverband der Angestellten. F a ch g ru v p e>8 b(Privat- bandelslehrer): Mitglieder- Vcriarr.mlung am Sonnabend, dm 8. Mai, 7 st. 11br. Restaurant Rathmann, Wilhelmstr. 118. Wirtfehafi WirtschaftSfragen auf der Reichskouferenz. Der sozialistische WirtschaftSpolitiker muh mit Bedauern fest- stellen, dah die Reichskonicrenz, trotzdem die heutige Zeit als Periode schwerster wirtschaftlicher Notlage gekennzeichnet ist, sich mit dem großen Wirtschaftsproblem nicht ausreichend be- schäitigt hat. Bedeutet Sozialismus Vergesellschaftung der Produktionsmittel, io muh die Erreichung dieses ieles auch den Kern aller großen sozialistischen Diskussionen ilden. Genoffe Grötzsch-DreSden sagte auch zutreffend: Vor allem haben wir unS mit wirlschafilichen Problemen viel zu wenig beschäftigt. Uns fehlt ein wirtschaftliches AktionS- Programm. Zwangswirtschaft oder freie Wirtschaft? Wie steht eigentlich die Partei zu diesen Fragen? Wo sind die Anfänge einer Planwirtschaft? Unsere Genoffen wollen doch wenigstens den guten Willen dazu sehen. DaS wirtschaftliche Durcheinander dieser Tage ist kaum zu überbieten. Wir müssen die Bor- arbeiten für die Errichiung einer meihodischen Planwirtschaft leisten, bisher baben wir unS mit plolonischen Bekenntnissen be- gnügt. ES kommt nicht darauf an, diesen oder jenen Großbetrieb zu sozialisseren, wir müssen vielmehr aus allen Gebieien eine neue Wirtschaftsform zielbewußt und methodisch vor- bereiten. Wo ist die Beschäftigung der Partei mit diesen Fragen? Wir müssen erleben, daß sich bürgerliche Politiker in der »Voisischen Zeiiung" und in der»Frank'urter Zeiiung" mehr mit diesen Problemen beschäftigen als wir. Die Reichskonferenz mühte eine Kundgebung an die Partei ergehen lassen, aus der die Genossen unseren festen Willen entnehmen, der Wirtschaftsanarchie ein Ende zu setzen. Wenn G r ö tz s ch auf di« zielbewußte Politik der.Vossischen Zeitung" in bezug auf die Herstellung einer organisierten Wirtichalt hingewiesen hat, so dürfen wir für unS in Anspruch nehmen, dah wir die Forderung, soziale Trusts zu schaffen, unentwegt propagieren und die Vorzüge dieser UnternehmungSsorm gegenüber den andern, auch den sogen. Selb st Verwaltungskörpern nachzuweisen dauernd bemüht find. Der T r u st ist kein SozalisierungSexperiment. sondern die vollkommen st e UntenlehmungSform, zu der der GrohkapitaliSmuS bis heute gelangt ist, er verbürgt den h ö ch st e n Grad der Wirtschaftlichkeit, weil er Verfügungsgewalt über alle Betriebsmittel besitzt, er allein bietet wirksam Schutz für die deutschen Produktionsmittel gegen die Ucderfremdung» die in gefabr- drohender Weise fortschreitet und die Arbeiterschaft zu Sklaven deS AuslondskavitalS zu machen droht. Vertrustung der Wirtschaft bedeutet die S o z i a l i« s i e r u n g in einer technisch ohne weitere« durchführbaren Form. Treten wir also in den Wahlkampf mit den Forderungen: Schutz der demichen Produktionsmittel gegen den Aus- verkauf an die Fremden. Schutz gegen Vernichtung durch profitsüchtige Abriß« Unternehmer. Rationalisierung der Wirtschaft nach best- erprobtem Verfahren durch Schaffung sozialer Trust?. Dann zeigen wir den deutschen Arbeitnehmern einen gong- baren Weg zur Durchführimg der S o z i a l i s i e r u n g, die der deutschen Wirtichaft das höchste Maß an Kraft und LeistungS- fähigkeit verschaffen wird. Das Kapital hat den Trust geschaffen, kann eS ihn also be« kämpfen? Gewih nicht. Wir aber ringen der tavitalistischen Ge« sellschaft die Waffen gegen uns aus den Händen, wenn wir ihr eigenes Kind auf unser Panier setzen.—astT. Die Frankfurter Ledermesse. Frankfurt a. M.. 6. Mai.(Eig. Drabtbericht des.Boow.".) In der Generalversammlung des Verbandes deutscher Lederindustrieller stellt« der Vorsitzende Syndikus Dr. Cratz-Offenbach a. M. fest, dah der Verlauf der gegenwärtigen Frankfurter Messe die Aussteller sehr enttäuscht habe. ES seien wenig Käufer vorhanden und Aufiräa« würden außerordentlich'napp erteilt. Ter Absatz sei infolge deS Wechselkurses nach dem Ausland schlecht und stockend. Auch der Direktor der Frankfurter Mehgescllschaft bestätigt, daß die Frankfurter Messe unter einem ungünstigen Stern in bezug auf die deutsche Lederindustrie stehe. Die geschäftlichen Hoffnungen seien nicht eingetroffen; schuld daran sei die flaue Konjunktur. Ein englisch-kanadischer Ricscntrust. Die endgültige Zusammen- fassung der Stahl-, Kohlen- unv ScdiffsiNteressenten im Dominium ist zustandegekommen. Die Leiter der größten be- teiligten Unternehmungen der neuen, mit einem Kapital von 509 Millionen ausgestatteten Britischen Reichs-Stahl- gesell schaft haben den Voischlag der britischen Jnteressenien angenommen, mit ihnen eine Jnteressengemeiuschafl einzugeben. Unter den beteiligten Geiellschatien sind zu nennen: Die Dominion Stiel Corporation, die Nova Scotia Stahl- und Kohlengesellschast. kanadiiche Schiffahrtslinien und acht andere konadilche. baupijächlich SchiffahrtSgelellschaslen. Einschränkung deS LcdcrhandelS in der Tschechoslowakei. Am 1. Mai wurde in der Tichechoilowalei der freie Lederhandel wieder eingeschränkt. Pressemeldungen zufolge sollen die Preise auf 84 Kr. für 1 Kilogramm RindSbaut und 46 Kr. für 1 Kilo- gramm Kalbshaut festgesetzt werden. Verantw. kttr den redaktwn. Teil: Trtur gicklc«, Cbarlotlendurg: für Anzeigen: . K locke, Berlin. Bering: Borwüris-Berlag®. m. b. 6., Berlin. Druck: Bor. rts-BuSdruckerei u. Berlaa-anstalt Paul Sinzer u. Co. Berlin, Lindenktr. L Cietj» 1 vctl«,e.