Nr.S41. 37.Iahrg. Bezugspreis t V irtellohru 25.50 Jiu nionatl.850 3Kt frei au öau» ootaus lablbat. Poft- oeiuq iilonatlid, 8,— MI. erfL Ru* fteUunqsiiebübc. Un:et RrembanS für SeutldjlanD und Oefiemidi- Ungarn 1�,— Mi. iüt da» abrigi Ausland bei laglich einmal. Suüeüunr 20— X Paft Zeilellungen neiimen an Lüne» mar--onano n-embutg, schweben, Tschecho-SIowakei r.nb sie Schweiz. smgtlragen n me Paft- Teilung»- Preislilte. Oer.Barwärts* mit der Sonntag» bcilage.Boll u. Seit" eticbemi isodien- iaglich itoeiniol. Sonntags einmal. Abend Ansgabe Telearamm-Ädeesie �Sozioldemotrat Verli«-. berliner Oolltsblnkt ( 20 Pfennig) Anzeigenpreis: Sie achigeipaliene Nansareillezeile kastei 2 50 M.,TeiierungsznichIag50'V<>. afiletn« ilnzcisen", das irtt- gebructie®btt 75 Big.(zulaiTig zwei tettgednidte Warte), iedes weilere . Bon 50 Big. Siellengeluche und Schlafliellenanzeigen das erste Wort 85 Viz.. iedes weitere©an 40 Pfz. Warte über 13 Buchstabe» zählen iüt iroei Worte. Teuerung»zuschlag Wo. Familien-Anzeigen, colitiichc nnb gewerlichastliche Vereins■ Anieigen 2,— Ml. Die Seile ohne Ausschlag. Anzeigen liir die nächste Nummer mitlfen bis S Ahr uachmiitag« im öanntgeschäil. Berlin Sffi 88, Linden» ftcoge 3, abgegeben werden,(fieoffnet aan 3 Uhr sriih bis 5 Uhr abend«. Zcntra\orq Pen aus dem nentralen Gebiet zurückgezogen worden sind. Ein französischer Kontrol.lofsizicr in Begleitung eines deutschen OsfizicrS bat sich in das neutral« Gebiet begeben, um die Richtigkeit dieser Erklärung nachzuprüscu. München, 11. Mai.(TU.) Ncichswesirminister Tr. Gestler erklärte den„Münch. N. N." zufolge, seit dem Ist. Mai stände nur noch die vorgeschriebene �ahl von 2st Bataillonen, Ist Schwadronen und 2 Batterien in der n c u t r a l c n Z o n e. Es werde nun ungesäumt von der Entente dieRäumungFrankfurtsundderübri» gen Orte verlangt werden. Gerade im Hinblick auf die be> vorstehenden Verhandlungen in Spa habe die Rcichsrcgicrung daö gröstte Gewicht darauf gelegt, diese Truppen aus der neu» traten Zone hcrauszunchmen. verdrecherlifte üer Entente. Berlin, lt. Mai. In Verfolg der Zusicherung in ihrer Note vom 16. Feliruar eingehend und im einzelnen die Straftaten eines jeden, der cin�S Kriegeverbrechens verdächtigt wird, zu sam- mein, zu veröffentlichen und der deutschen Ncgiernng mifznteilcn, haben die Alliierten der Reichsrcgierung heute mit einer Note die erste Name nsli sie übcrsandt. Tie Liste wird sofori dem Oberrcichtanwalt llbergeben und sobald die einzelnen öfters ungenau wicdergcgchcnen Namen identifiziert sind, verössentlicht werde». Deutsch-üänisches Handelsabkommen. Kopenhagen, 11. Mai. Zwischen den dänischen Fisch. verkaufsgenossenschaften und den deutschen Be»! Hörden wurde ein Abkommen getroffen, wonach die dänische Fi schauSfuhr nach Deutschland teilweise wieder ausge-' nommen wird. Das Abkommen betrifft die Ausfuhr des diesjährigen FrühjahrSheringsfangeS. Es bestimmt, daß Dculsch.! land für die eine Hälfte des Betrages der Ausfuhr einen drei- jährigen' Kredit und für die aindere Hälfte einen vier» jährigen Kredit erhält. Deutsck'lariid verzinst den Betrag und stellt als Sicherheit deutsche Staatsschuldpapiere. Dänemark gegen Schutz üer Minüerheiten. Tcutschcr Vermittlnugsvorschlag abgelehnt. Berlin, 11. Mai. Amtlich. Ter deutsche Gesandte in Kopen- Hagen hat dem dänischen Außenminister den Vorschlag gemacht, daß zwischen Deutschliind u-nd TLncmark ein Abkommen zum Schutze der gegenseitigen Minderheiten abgeschlossen wird. Der dänische Minister des Acußcrcn hat diesen Vorschlag abgelehnt. Houernaufstanö in Z)olen. Kopenhagen, II. Mni. Das hiesige wcißruthruischc Prcsscburcau meldet: Nach den letzten Nachrichten ist in Weiß. ruthcnien ein Vaucrnanfruhr auSgcbrochcn, der namcnt- lich im Gouvernement Minsk verbreitet ist. Die Bauern erheben! sich gegen die polnischen Gutsbesitzer und gegen die polnische Gendarmerie. Viele Gutsbesitzer sind gc-! flüchtet. Das polnische M.litär unterdrückt den Aufruhr mit grau- I samcn Mitteln. U. a. hat die polnische Artillerie drei Dörfer vcr- nichtct. Dieser Baucriiausruhr ist nicht auf bolschewistische Ideen zurückzuführen, er ist ein natürlicher Protest gegen die Politik, die Polen im besetzte» Gebiet von Weißruthenic» geführt hat. Das Vehlergebnis in Grauüen?. Granden», 11. Mai.(Deutsch-Poln. Pressedienst.) Nach dem polnischen amtlichen Wahlergebnis im Wahlkreise Grandenz wurden 7 Polen und 4 Deutsche gewählt. Auf die Liste 2(Bereinigung des deutschen Volkstums) fallen 4 Abge. ordnete, von dru polnischen Parteien erhielten die Nationale Ar» heiterpartei(Liste 1) S Abgrordncte und der Nationale Bolksvcrband (Liste 3) 2 Abgeordnete. Hinter der Liste 2(Vereinigung deS deut» scheu Volkstums) stehen 82 Proz. der deutschen Stimmen. Die Liste 4 (Deutsche Arbeitsgemeinschaft) konnte kein Mandat erringen. Deutsck!anü und Sowjetrußlanü. Keine deutsche Beteiligung an einer Lsfcnsive. Ein Vertreter der unabhängigen.Leipziger Volks- zeitung hat den Reichsminister des Acußercn, Genossen Dr. Köster, darüber befragt, ob die deutsche Regierung offiziell oder moffiziell von dem anscheinend konzentrischen Vorgehen gegen Sowjetrußland Kenntnis habe, das jetzt mit der polni'cl-ukrainischen Offensive begonnen hatte. Genosse Dr. Köster erklärte: '.Die Nelchsregierung ist weder offiziell noch i n o f f i» z i e l I von den etwa in Frage kommenden Regierungen oder von sonst irgend welchen maßgebenden Stellen über ein von diesen beabsichtigtes konzentrisches Vorgehen gegen Sowjetrußland unterrichtet worden. Wir haben auch keinerlei Nachrichten darüber, ob die Polen diesen Aufmarsch aus eigener Initiativ« unternommen haben oder ob sie sich dabei in Gemeinschaft mit dem einen oder dem anderen der russischen Randstaaten wissen." Auf die weitere Frage, ob von feiten der Entente irgend welche Anforderungen offizieller oder inoffizieller Art an die deutsche Re. gierung gerichtet worden seien, sich an diesem Unternehmen zu be» teiligcn und waS die deulfche Regierung tun würde, wenn ein solche? Ansuchen an sie gerichtet werden sollte, erwiderte der Mi» nisrer:.Auch von feiten der Entente ist weder offiziell oder in- offiziell irgendeine Aufforderung an die deutsche ReichSregierung gerichtet worden, sich an einem Unternehmen gegen Sowjctrußland zu beteiligen. Wäre solche Aufforderung an uns gelangt, so hätte eigentlich niemand von vornherein sich im unklaren befinden können über die Haltung, die die ReichSregierung gegen- über einem derartigen Ersuchen einnehmen würde. Sie werden sich erinnern, daß damals, als bei un? angefragt wurde, ob Deutsch- land sich an einer Blockade gegen Sowjetrußland beteiligen würde, die ReichSregierung darauf verwieS. daß sie es mit ihren Grund. sähen nicht für vereinbar halte, sich eines Mittel» zu be- dienen, unter dem das deutsche Volk selbst viel« Jahre auf das Bitterste leiden mußte. Diese Erklärung gab die deutsche Regie- rung nicht nur ab. weil sie fest entschlossen ist. die Gcfttze der Menschlichkeit zu achten, vielmehr urd vor allem auch darum, weil � sie unter allen Umständen sich zu dem Gnindiatz bekennt, daß jede? Volk feine inneren Angelegenheiten selbständig zu erledige» hat. l Ebenso wenig wie das deutsche Volt wünscht, daß ausländische Machtkaktoren auf sein« innere Entwicklung Einfluß nehmen, ebenso wenig beabsichtigt die deutsche Regierung auch nur das ge- r i n g st e zu tun. was da» russische Volk als eine Mitbeein- flussung seines Schicksal? empfinden könnte." Auf die weitere Frage über die Beteiligung unverant» wortlicher militärischer nnd politischer deutscher Kreise an diesem Unternehmen gegen Sowjctrußland erklärte Dr. Köster, daß nach den vorliegenden Meldungen keine auch nur halbwegs crnstznnchinende Stelle mit diesem Vorgehen in Vcrbin- dung stehe. Gegen irgendwelche Versuche von Abenteurern würde unverzüglich eingeschritten werden. Die Wahlparole ües Zentrums. ..Ter ftfeind steht rechts und links." Die„Germania" veröffentlicht in ihrer heutigen Nummer einen interessanten Spihvrtikel über die wahlbaktisckie Haltung des Zentrums. Die Wahlparole wird dort mit folgenden Worten festgelegt: Die Sozialdemokraten haben die Pairole ausgegeben:.Der Feind steht rechts" und die Rechtsparteien antworten mit dem Kampfruf:.Der Feind steht link S." Nicht ganz so einfach ist die Stellung der M i t t e l p a r t e i e n, für die die Parole nur lauten kann:.Der Feind steht rechts und links." In ihrem Kampf gegen links sieht die Zentrumspartei ihr vornehmstes Ziel darin, eine sozialdemokra- tische Mehrheit im künftigen Reichstag zu verhindern, die von der„Germania" als ein„Unglück" bezeickmet wird, weil sie die Gefahr einer„einseitigen Klnssen- Herrschaft" heraufbeschwöre. Die Zentrnmspartel will sich deshalb in erster Linie gegen die„radikale linke Opposition" wenden, aber auch gegen die Mehrheits sozial- demokratie, von der gesagt wird: Es wäre gewiß verkehrt, den Kampf gegen sie etwa in Rücksicht auf die bisherige Zusammenarbeit mit dem Zentrum zu vernach- lässigen und zu versäumen, den prinzipiellen Gegensatz zwischen de» beiden Parteien mit aller Klarheit bei der Wahl herauszuarbeiten. Das gilt mit entsprnliendcr Umstellung auch von u n- s e r e r Haltung gegenüber dem Zentrum.— Gegen die Deutschnationalen predigt die„Germania" euer» gischen Kampf, da auch jene die Errichtung einer ein- seitigen Herrschaft erstreben und hierbei immer radikaler werden. Der„Dnitschen Volkspartci" solle doS Zentrum„volle Aufmerksamkeit" schenken, da man bei dem Uebertritt neuer Kräfte von rechts und linkS überhaupt nicht wissen könnte, welche Richtung in ihr die Oberhand gewinnen wird.., Natürlich betrachtct die„Germania" die Existenz des Zentrums selber in möglichster Stärke als eine Staatsnot- wendigkeit. worüber wir anderer Meinung sind. In den Schlußworten des Artikels gelangt eine gewisse Unruhe' wegen der SpaltungSbestrebungen im Zentrum zum Ausdruck.' demokratlfthe Wirtschaftspolitik. System Gothein. Jeder unserer Gegner hat eine Blöße, die er im Wahlkampf schamhaft mit einem Feigenblatt von Redens- arten zu bedecken sucht. Bei der äußersten Rechten ist es die innere Politik, die Stellung zur Verfassung. Bei unseren Koalitioiisgenosscn vom Zentrum ist es die Kulturpolitik, bei den Gegnern auf unserer Linken ist es ihre ablehnende Hai- tnng zia Demokratie. Was uns als Sozialdemokraten am meisten ir.l.ressier� die Wirtschaft und ihre Or- g a n i s a t! o n. dos gerade ist der wunde Punkt bei unseren anderen Koalitionsgenossen, den deutschen Demokraten. Dies beute festzustellen, ist wichtiger als je. Der jüngst erfolgte Uebertritk einiger fortschrittlicher Ladenhüter zur Deutschen Volkspartei und die Abschiedskunbgebnng dieser Herren konnte zu einigen Mißverständnissen Anlaß geben. Die Mugdan. Wiemer und Genossen haben erklärt, das Quantum von Sozialismus, das die Deutsche demokratische Psrtei neuerdings verabreicht, übersteige ihre Kräfte. Einigen Außenseitern der demokratischen Presse bietet dies den will- kommencn Anlaß, ibre von marxistischer Beimischung unver- fälschte Spczialmarke von Sozialismus feilzubieten, in der Hoffnung, dieftr, wie sie meinen,„wabre Sozialismus" werde der Demokratitchen Partei die Schleusen öffnen, durch welche ihr die Wähl-'rmassen aus allen anderen Parteien zuströmen. Wir wollen uns heute mit jenen„Gemeinwirtschaflkrn" sachlich nickst streiten und dabei auch nicht untersuchen, in welchem sachlichen nnd ursächlichen Znsammenliang ihre kon- kreten Pläne und Vorschläge mit dem Programm unseres Ge- nossen Wissel stehen. Wir wollen nur einmal unsererseits imtenilchen. welchen Niederschlag diese angeblich gemeinwirt- schaftlichen Ansätze in den offiziellen Auslassungen und den letzten Taten der Demokratischen Partei gefunden haben. Ter demokratische Wahlaufruf des geaenwär- tia-ui Vorsitzenden Senator Dr. Petersen ist hierfür da« nächstliegende Objekt. Dieser Wablanfruf� bat über alle Ge- biete der inneren und äußeren Politik sowie der Kulturpolitik eine Menge zn sagen..Hinsichtlich der Wirtschaftspolitik be- schränkt er sich jedoch in der Hauptsache ans folgende Sätze: „Die ErtraaSfähigleit der Volkswirtschaft beruht auf der freien Entfaltung persönlicher Tüchtigkeit und schöpferischer Unter- nehmungSgeisteS. I m Interesse des loirtschaft- lichen Gedeihens deS ganze. i Volke» lehnen wir jede Wirtschaftsform ab. die diese wesentlichen Kräfte des-AusstiegS bureaukraiifch einengt." DiS ist nun gerade daS Gegenteilvon Gemein- Wirtschaft. DaS ist der alte Geist mdividnalistischen Händ- lertums, der gewiß zu seiner Zeit vor langen Jahrzehnten der volkswirtschaftlichen Entfaltung schätzenswerte Dienste geleistet hat der aber längst vor dem Kriege durch die schöpfe- rischen Kräfte der Wirtschaft sechst überwunden worden war. Kein Wunder, daß einig' ehrliche Vertreter dieses versteinerten GlaichenSbekenntnisses ihrer Großväter sich auch gegen private Kartelle, die natürliche Ausgeburt des frei- wirtschaftlichen Systems nnd den ersten Ansatz bewußter Wirt- schaktsregelitna— zunächst im kapitalistischen Sinne— wenden. Das ist der Geist, der den Freisinn lange vor dem Kriege schon in seiner politischen Aktionsfähigkeit gelähmt hat, der Geist. gegen den ein Naumann Jahrzebnte seines Lebens in hoffnungslosem Kampf verbrauchen mußte. Ans diesem Geiste sind die sogenannten„Grundrechte" in der Verfassung entstanden, in denen allen Bürgern das Paradies auf Erden versprochen ist— ohne daß man freilich eine Instanz geschaffen hätte, bei der man dieft Ansprüche einklagen könnte. Dies nt aber zugleich der Geist, der in nnzäbligen Reden und Ans- sätzen deS demokratischen FübrerS Gothein seine klarste Prägung gefunden hat. der mit Mitteln nnd Mittelchen im Sommer vergangenen Jahres gegen die Pläne des damaligen Reichswirtschaftsministers und ietzwen Reichstagskandidaten für N'iederbarnim, Genossen Rndolf Wissel!. Sturm lief und seitdem jeden Versuch bewußter Wirt'chaftSregelnng zn bintertre'bcn versucht hat. Dieser Geist hat fortgewirkt in den langen Perbgndlungen über das BetriebSrätegesetz, wo die- selben Demokraten, die beute für daS„volle soziale, politische und wirtschaftliche Recht der Arbeitnehmer" eintreten, sich auch die geringfügigsten Konzessionen nur mit äußerstem Widerwillen abringen ließen. Schließlich ist dies der Geist, der ans der geradezu unglaublichen Aus- lassung GotbeinS über daS Zustandekommen der Gewcrkschasts- Vereinbarung anläßlich der Beileaung des Generalstreiks svricht. Gotbein brinat es fertig, bier bei dem wichtigen Punkt der Soziasisiernng van Koble und Kali in all"? Ooftentlichkoft(„Berliner Tageblatt" vom 3. April 1920 Nr. 153) zu erklären: „Da wir Z'el und Zweck dieser Forderung nickt zu erkennen verinockten, dielten wir u rS anck nickt gebunden, sie in uns«. rer Fraktion nackdrücklick zu vertrete n." Nnd am Ende seiner Auslasftmgen meint er. um Deutsch- land den dringend notwendigen Frieden wiederzngeben,„habey wir geglaubt, in Worten nachgeben zu dürfen". TvS ist ein Verfahren, fnS sich nur aus einer bis zum Fanatismus gesteigerten Manchester-doktrinären Auffassung er- klären, aber nicht entschuldigen läßt. Wie die Worte, so die Taten des Systems Gothein. Unverändert hielt Herr Gothein, wie viele seiner Parrei- , freimde, an der Frechmdelslehre fest, obwohl die verzweifelte Lage der Valuta ihre absolute Unmöglichkeit bewiesen hat. ??och heute wissen maßgebende Führer der Demokratischen Vartei keinen Unterschied zwischen Zwangs- Wirtschaft und öffentlicher, selbstverwal- t en der B ew i r t s cha f t u-n g. Mit großer Mühe nur konnten unsere Genossen verhindern, daß die L e i m b e w i r t. s ch a f t u n g im April aufgehoben und auf diese Weise dem Scheidemandel-Konzern ungeheure neue Summen an Gc- Winnen zugeführt wurden. Ebenso verhielten sich die Demo- kraten gegenüber der Teer- und der T o r f w i r t s ch a f t, nicht anders auch bei der E i s e n w i r t s ch a f t. Hier stinim- ten die Demokraten zusammen mit der Rechten und dem schwerinduftriell beeinflußten Teil des Zentrums die vom NeichswirtschastSminister vorgeschlagene Regelung im Dezem» ber 1313 nieder, und Ende März, nachdem die Schwer- indnstrie Unsummen eingesteckt und die ganze Volkswirtschaft in die schwerste Zerrüttung gebracht hatte, war es wieder Herr Gothein, der die Schwerindustrie im ParGment und in der Ocffentlichkeit bis zum legten Moment gestützt hat. Wir sind weit davon entfernt, anzunehmen, daß das auS persön- liebem Interesse erfolgt ist. Herr Gotheim ist in p o l i- tischen Fragen zum Unterschied von manchen seiner Par- . tei genossen ein zuverlässiaer Demokrat, in Wirtschaft- sicher aber ein unbelehrbar starrer Freihandelsapostel. Um so mebr beweist diese.Haltung der Gotbeim-Demokraten, daß eine Klärung der Anschauungen innerhalb der Partei in dm wich! i gstenWirtschaft sfrngen noch nicht erfolgt, ja vielleicht sogar unerwünscht ist, da man durch die Ber- tuschung der Gegensätze sowohl die Produktions- wie d'" Handelsinteressm Vertretenz« können hokft. Eine solche Partei aber ist zu praktischer wirtschaftspolitrscher Ar- beit unfähig. An der Spitze der Vcrliner demokratischen Wahlliste steht als Nachfolger des verstorbenen Friedrich Naumann Herr Eärl Friedrich von Siemens Vielleicht ioll dieser Name den Systemwechsel in der wirtschaftlichen Ausfasinng zum Ausdruck bringen, von dem weder Taten noch Warte bisher etwa? haben verspüren lasten. Wir haben gewiß keinen Grimd, für einen Vertreter des Großunternehmertunis Propaganda zu maeben. Politische Ehrlichkeit aber zwingt unS. zu erklären, daß tat- sächlich das Unternehmertum mancher Gewerbezweige bedeu- tend mehr Verständnis für die Forderungen der geaenwärtigen WtrtschaUslage gezeigt hat al? das bisher bei den Demokraten herrschende Händler tum. Zweifellos ist das mit aiif ihre der- iönliche Pmühruna und sachliche Zusammenarbeit mit den Per- tretern dcS Sozialismus in den Arbeitsgemeinschaften zurück- zuführen. Und wir können im? vorstellen, daß eine Bürger- Ii che Partei mit politstch freien Anschammaen auch ihrerseits r-uf das Unternehmertum eine günstige Rückwirkung zeitigen sörmte. Dann aber muß zuerst ein für allemal Schluß gemacht werden mit dem System Gothein. Man wird erst an den künftigen varlamenta- ri schon Taten sehen können, ob die zeitw'iligen Spaziergange der demo'ra tischen Presse ins Reich der Gemeinwirtschast der Anfang einer zielbewußten Politik ihrer Partei sind. Dafür aber besteht keine Aussicht, nachdem man dieselben Männer. die früber die organisierte Wirtschaft bekämpft haben, schon Wieda- mit ReichstaaSkandidaturen betraut, bat. Die Wähler müsten e« sich überlegen, ob sie sich für eine vierjährige Reise einem Schiff anvertrauen wollen, dessen Ziel man nicht kennt.__ Jammer um öas LegalitZtspduzkp. Gegen wen wurde es verletzt? In der„Deutschen Zeitung" echebt ein Rechtsanwalt Ernst Böttper einen lauten Klageruf wegen der Verfügung des Justizministers B l u n ck, der bekanntlich angc- -im— gysry"-.'.>«— m.i_ i.".1,1,1_...>.1.ssss Die Linotppe-Masthsne. Don HanS Natone!. Ich steh« an einer ZeitungSsetzmaschine und sehe zu, wie der Wann daS Gerippe der Zeitung ant flüssigem Blei gießt. Und ich denke: Wann wieder ist die Zeitung so heiß wie jetzt? Jetzt glüht jede Zeil«. Ich höre die Matrizen rauschen wie da» Riefeln eines Wassers und sehe sie in beständigem KreiSlauj! fließen, von oben nach unten, von unten nach oben. Der Setzer erklärt eS mir. und ich sage:»Genau wie Ihr Blut." und er nickt. Er wirft in den Tießkessel, in dem das flüssige Metall brodelt, «ine.Handvoll Bleizeilen. Bleizeilen, auf denen in feiner Schrift etwa? gemeißelt steht. Ich nehme ihm rasch«ine Zeile auS der Hand und lese:.... unauslöschliche« Schandmal Frankreichs für ewige Zeiten..." Und ich denke: Wer das wohl geschrieben hat? Und an was er wohl gedacht hat, als er es schrieb? vielleicht an den Ubendschoppen', vielleicht an Skat; vielleicht, wie er Geld in« HauS bringt für Fvau und Kinder! vielleicht an da« Glück,«in stiller, anständiger Mensch zu sein... Und ich lasse die Zeile in den Gießkessel sinken. Gi« krümmt sich in der Glut des flüssigen Metalls und flieht dahin.... für ewige Zeiten..." Ich möchte gerne wissen, welche Zolle jetzt au« disfer Zeile wird, und was einst emZ dieser, und so fort in alle grausige Ewigkeit... Ich fühle, wie ber Augenblick dieser Maschine meine Augen weit aufreißt, Die einige Zwecklosigkett deS Getriebes, dieses so lange dumpf und albdruckhaft gefühlte DraufloSgaloppieren von Vergänglichkeit zu Vergänglichkeit, von Verwesung zu Verwesung, von MmgcnAatt zu ,Margcstblatt: hier weht eS mich an, hier steht eS körperhaft vor mir. .Und die Zelle, die ich da hineinwarf, war früher eine andere und ist jetzt eine neue Zeile geworden? Und vielleicht stand einmal auf ihr:... Tie deutsch-französische Annäherung ist ein bleibendes Unterpfand für das nachbarliche Zusammenleben..." .Das mag'chon sein." O ewige« ChaoS. »Unsereins macht sich dabei keine Gedanken. Was die Herren da vorns schreiben, wird heruntergesetzt und nachher wieder ein« gsschmolzcn. Davon lebt unsereins und die Familie." Ich liebte mir dafür das Ewig-Leere. Die Arbeit im Elternbeirat. Aller Anfang ist schwer. Erst muß das Tappen im Dunkeln erfahren haben, was Straucheln und Stoßen heißt, che die Augen tm Dämmern spüre», in dem ein ! orbnet hat, daß die Staatsanwaltschaft nicht gegen diejeni- � gen einzuschreiten habe, die im Marz die Waffen ergriffen ! hätten, in der Ueberzeugung, damit die versa ssungs- .mäßigeRegierunggegendenPntschderKapp und L ü t t w i tz zu schützen. Herr Böttger sieht darin eine Verletzung des geltenden Legalitätsprinzips, � wonach die Staatsanwaltschaft verpflichtet ist, gegen olle ihr zu Ohren kommenden strafbaren Handlungen einzu- schreiten. Tatsächlich liegt hier keine Verletzung des LegalitätS- Prinzips vor, weil keinVerbrechcn vorhanden ist. Denn wer für die rechtmäßige Regierung gegen Meuterer kämpft. übt in solchen Augenblicken einen Akt staatsrechtlicher Notwehr aus. Der Bluncksche Erlaß verhindert nur die Einleitung ungerechtfertigter und überflüssi- ger Anklagen, deren Motiv nur politische Nachsucht reaktionär gerichteter Staatsanwälte sein könnte. Wir erinnern uns aber allerdings an Fälle, wo bedenk- lich vom Legalitätsprinzip abgewichen worden ist, ohne daß damals freilich die„Deutsche Zeitung" den geringsten Einspruch erhoben'hätte. Als im Herbst v.J. die B a l t i k u m e r in offener Meuterei sich weigerten, den An- ordnungen der Regierung Folge zu leisten, da wurde ihnen beim Zusammenbruch ihres Abenteuers durch den Admiral H 0 p m a n n als Regierungskommissar Straflosigkeit zugesagt. Wir haben damals darauf hingewiesen, daß djeses Versprechen rechtsunwirksam war, weil nach der ReichSversassung Amnestien nur durch Beschluß der N a t i 0- nalversammlung erfolgen können. Die Straflosig- keit wurde damals sogar auf den Meuterer Roßbach aus- gedehnt, der entgegen ausdrücklichen Befehlen, mit b e- w a f f n e t e r Gewalt sich Bahn brechend, aus einer deut- scheu Garnison mit seinem Detachement nach dem Baltikum abmarschierte und— dort angelangt— einen Befehl erließ, der eine offene Verhöhnung der Regierung darstellte. Auch gegen die Meuterer vom 13. März ist das Legalitätsprinzip nicht voll angewendet worden, da man bloß die Führer der meuterischen Tnkppen zur Verantwortung ziehen will. Strafbar gemacht haben sich aber alle. die überhaupt an der Meuterei teilgenommen haben, denn kein Soldat darf dem Befehl zu einem Verbrechen Folg" leisten. Nach strengem Recht muß z. B. jeder Angehörige der Marincbrigade Ehrhardt wegen Hochverrats und Meuterei unter Anklage gestellt werden. Wenn eS der„Deutschen Zeitung" und Herrn Rechts- anwalt Böttger wirklich um die strenge Aufrechterhaltung des Legalitätsprinzips zu tun wäre, so müßten sie in erster Linie dagegen Widerspruch erbeben, daß eS bei diesen w i r k- lich vorliegenden Verbrechen nicht volle Anwen- duna gefunden hat. Daß sie aber gerade hier schweigen, wo wirkliche Straftaten begangen worden sind, dagegen über seine Verletzung jammern, wo gar nichts Straf- b a res begangen wurde, beweist deutlich, daß ihr Geschrei nicht dem gekränkten Rechtsgefühl, sondern blinderPar- te i l e i d e n s ch a f t entspringt, die durch RechtSverdrehung und mit Hikfe reaktionärer Klassenjustiz an dem politischen Gegner ihr Mütchen kühlen möchte. Von Ebert bis Strefemonn un) KarSorff. Mus; das deutsche Bürgertum untergehen? Heber dieses Thema svrach gestern astend Geheimer Regierung?- rat Georg Eleinow- Er wies auf die Illusionen hin, in denen sich das Bürgertum wiege, und stellte ibncn die Kraft als die Parole des Ä-ben« gegenüber. Herr Cleinow behauptete, daß wir in Deutschland auf geradem Wege dem russischen Kommu- n i s m u S zustrebe» und vor einer Hungersnot ständen. Hin- sichtlich der monarchischen Frage hält eS Herr Cleinow für taktisch besser, diese noch zurückzustellen. Die Politik der heutigen Mehvhci'Srcgierung g'qubte er als.Angstpolitik" be- zeichnen zu müsscru Schließlich forderte er Rücksichtnahme auf die schwer verletzten Gefühle der rechtsstehenden BolkSgenossen und Bil- Zurechtfinden möglich wird. Da ist eine gutführende Hand will- kommen. So darf man denn gewiß sein, daß die Ratschläge und Anregungen, die Genosse Dr. Rich, Lohmann jetzt in seiner vom Verlag der Buchhandlung vorwärts veröffentlichton Schrift »Die Arbeit im Elternbeirat" erteilt, Tank ernten werde». Denn waZ sozialdemokratische Elternbeiräte eigentlich zu leiste» haben und wie Dedeutendes sie in ihrem engen Kreis« wirken können, ist manchem der Erwählten nicht ohne weiteres klar. Die Schrift Loh- mannS aber faßt ihren Stoff mit so sicherem Griff an, daß sie wohl überall als«in tüchtiger Rothelfor empfunden werden wird. Ihre dreißig Seiten heben den Wert eine? guten Buche«, und als Leitfade» schulpädagogischer VollSpraxiZ stellt sie eine wesentliche Bereicherung unserer sozialdemokratischen Literatur über Erziehung dar. Si« kann dem Tasten der Elternbeiräte ein festes Schreiten vermitteln, denn sie zeigt dar Arbelt dieser Erwähtlen, in welchen Grenzen, durch welches Tun und aus welchem Geiste sie allein fpuchtkmr wirken kann. ElternbeiratSwerk ist Werk aller Eltern. Es bedeutet den Anbau eines neuen, fcemokrattschen Verhältnisses von Volk und Schule, und da? wird von Lohmann mit dem Wissen und Wollen des Praktikers, der die Möglichkeiten erbragsichere» Schaffens kennt, entwickelt. Sein AktionZsührer der Schulreform- arbeit, die von den Eltern und ihren Räten geleistet werden kann, gehört also durchaus unid schnell in jedermanns Sand. Es geht um unserer Kinder Gesundung an Körper und Geist. li Unsaubere» au» b«m»«rlhter Puchhanbcl. Dekannte Ursachen bewirkten eine Verteuerung deS VucheS, die in den letzten .Monaten bedenklich getvorden ist Ein guter Roman von durch- schniiilichem Umfang ist gebunden kaum unter IS bis AI Mr zu haben; dann ist daS Papier noch schlecht und der Einband aus Pappe. Trotzdem werden aber Bücher ernsteren Inhalts sehr stark gekauft, und da die Auftageziffern infÄge dir Papierknapp- hell gering sind, sind viele Ausgaben ost monatelang vergriffen. lRur für eine Flut blöder oder lüsterner Modezettschllsten ist stets genügend gutes Papier vorhanden.) Nun ist dem Buchhandel ja her große Umsatz und rxge ver- dienst gern zu gönnen, abschon die oft lächerlich geringen Ge kälter der Angestellten nicht gerade vom stzialin Gewissen der Inhaber Zeugnis ablegen. Leider macht sich aber feit ein paar Monaten'« wachsendem Maße ein unanständiges Gebaren selbst bei vornehmen Behandlungen bemerkbar, daS sich allmählich als ein System kundtut, da» nicht scharf genug bekämpft werden kann. Man kaust Heiute«in Buch in drei Geschäften zu drei verschiedenen Preisen, und es ist hier nicht etwa von seltenen oder vergriffenen oder gesuchten Ausgaben die Rede, sondern von Werken, die all. gemein im Handel sind. SincIaitS„Demian" strh ich für 9,50 und für 11,50 M.: d>en„Heiligenhof" von Stehr für 21 und für 29 M. am gleichen Tag? lalle Preist ohne Zuschlag). Nun werden die Buchhändler behaupten,«L handle sich um verschiedene Liefe. rungen. Wäre e» nur an d«ml Aber die Buchhändler scheinen Gefallen gefunden zu haben am Konlnrrenzgeschäft. Hat einer erkundet, daß ein Buch bei her(stet» schlechter gebundenen) Neu. aufläge etwa 10 M. mehr kostet, so werden die Preis« auf den dung einer großen Aufbaupartes— von E h e r t bis Strefe» mann und K a r d 0 r f f. Wir haben über diese neue Parteigründung, deren Vorsitz Herr C I e c n 0 w wahrscheinlich zu übernehmen sich Huld- vollst bereit erklären würde, mit dem Genossen Ebert noch n:cht gesprochen. Wir können aber schon heute versichern, daß er auZ den Reihen der Sozialdemokratie nicht ein einziges Mitglied für diese neue Partei erhalten würde. Orientiert sich daS Bürgertum in dem von Herrn Cleiqow angegebenen Sinne, dann allerdings möcksten wir die in der Ueberschrift gestellte Frage au- vollem Herzen bejahen! �ÜlsrhanA zum Nachöenken. Mit diesen„nachdenklichen" Worten wird nicht etwa eine Rürselecke eingeleitet, sondern diese Ueberschrift trägt viel- mehr ein deutschnationales Flugblatt, das in Berlin und Vororten in großen Massen verbreitet wird. Es enthält in geistlpser Weise eine Zusammenstellung von Aeutzerungen von Parteigenossen, aus denen aus die schwere Schuld der No- vemberrevolution geschlossen wird. Besonderen Eindruck sollen folgende Worte des Genossen Scheidemann machen: „ES ist falsch, wenn man heute alles, was vor dem 9. No- vember lag, als schlecht und reformbedürftig bezeich- nen wollte. Wir harten ein vorbildliches Post- und Eisenbahnwesen, wir hatten eine unbestechliche B«- amtenschaft, wir halten Arbeitsfreudigkeit im ganzen Volke." Wir versichern die deutschnationaken Fkugblattschreiber, daß Scheidemann mit dieser Ansicht nicht allein steht, sondern daß sie in der Sozialdemokratie die durchgehend herrschende ist. Eine niederträchtige Lüge aber ist eS. wenn unsere Monarchisten eS so hinzustellen suchen, als habe die Revolution diese Einrichtungen zerstört. Die vernichtenden Wirkungen des Krie-/ g e s, in dessen Dienste der gesamte Verkehr gestellt wurde, auf die V e r k e h r s m i t t« l zu übersehen, kann einzig und allein einem deutschnationalen Agitator unterlaufen. Die gleiche Arbeitsfreudigkeit aber werden wir nur dann wiedergewinnen, wenn sie nicht einem arbeitsbereiten Volke von einer kriegshetzerischen und volksfeindlichen Cligue durch Arbeitszwang und Ausbeutung ver» ekelt wird, sondern wenn das Volk die Bestimmung seiner selbst erhält und die Arbeit nicht mehr im Dienst einer pri- vilegierten Schicht verrichtet. Zu diesem Erfolge aber soll un» der 6. Juni verhelfen! Wie im Nunsterlase? gehetzt wirü. Ehrhardtsche Tchimpftöne. Da» nachstehende Zikular gelangte vor wenigen Tagen im Milnsterknger zur Verlesung. Jeder Kommentar erübrigt sich. l. ES würde ein gemeine? und infames Verbrechen fein, wenn man die höheren Schüler und Zeitfreiwilligen von der Reichswehr ausschließen würde, denn nur diese allein haben sich bewährt, die Ruhe aufrechtzuerhalten und namentlich in den letzw» 13 Monaten die ReichSregierung gestützt. 2. Ein« Regierung, welche die höheren Schüler und die Zeit- frelwilligon von der Reichswehr ausschließt, begeht damit das gemeinste Verbreche» gegen daS Vaterland. Nur eine Regierung, welche au? ZuchtHZnSker» und Verbrechern bestehen würde, wäre zu solchen Handlungen fähig. 3 Sollte die Reg:erAng die größte Schwäche zeigen, sich durch die Gewerkschaften dränge» zu lassen, deren unverschämte, ver- brrcherlsche Forderungen zu erfülle», dann würde daS deutsche Vaterland nur durch eine» Putsch von rechts zu retten sein. 4. Jeder anständige und ehrliche Mensch wird zugeben, daß in den Arbeiterkreiftn nur noch ein kleiner Prozentsatz zu zählen ist, welcher zu den anständigen Menschen gezählt werden kann, während ein recht hoher Prozentsatz, wie daS die Verhältnisse im Nuhrgebiet bewiesen haben, doch zu dem Abschaum der Menschheit und zu de« Huchthgi'Slern gehört. 5. Nur Bn'brechrr und ehrlose Halunken werden e» nicht einsehen wollen, daß die linken Parteien durch ihr jetziges Verhalten noch orhandenen alten Exemplaren rasch umgezeichnet. Daß dies nicht Vereinbarung ist, geht daraus hervor daß diese Unsitte nicht überall angetroffen wird! Aber selbst dicS genügt den Betrieben'?» nicht. Ein« Reibe von Buchhandlungen, deren Ruf solche Machemchaften nicht verstehen läßt, gibt dem Käufer, der vcn'm Bücke vermerkten Preis liest, im Augenblick, d» er zum Kaufe entschlossen ist, plötzlich an, der Preis sc! falsch, nicht mehr gültig und betrage jetzt... ja, oft geradezu ha» Doppelte. Eine Kant-Ausgabe iInsel) kostete vro Band 12 beim Ansehen, 24 M., wenn man sie erstehen wollte; eine vollständige Schiller-Ansgafe etwa 130 M. im einen, 260 im zweiten Augenblick Dagegen mutz Verwahrung eingelegt werden. Die'e Spekulation ist unrein und sollie von einem Stande, der bisher kaut. männisch vornehm« Tätigkeit übie, selbst ausgerottet werden. ES bandelt sich rnch' um Vergeßlichkeit. Diese Bücher liegen eben von früher und wurd-on vom Verleger billiger geliefert. Den Kauf vorzncntholten, ist moralisch»nsauber und liirlstisch unstatthatt- Weil aber die Mehrzahl der Käufer klei» beigibt und lieber vom Kaufe absteht, als ihr Recht vertritt, soll auf diesen Mißstand energisch hingewiesen werden, einmal, um ihm zu steuern, sodann, um die Käufer zu warnen. boo. Ein neuer ErmüdungSmesser. Zur Diagnose der Ermüdung nach Musllarheit hat Ernst Brezmo einen neuen Apara/j konstruiert. über den er ün..Archiv für Htzgiene" berichtet. Der Pal» mograph besteht au» einem viereckigen Holzrahmen mit einem durch die Mitte gezogenen Ouerborz, m dessen Mittelpunkt sich ein kleines Loch befindet. Vor diesem Loch Hangt ein Nina, der durch Spiralfedern an den vier Ecken des Hm'zrahmenS befestigt ist. Die Versuchsperson muß nun versuch'», mit einem Stift durch den Ring zu treffen. Gelingt ihr die? nicht, so bewegt sich der Ring entweder nach der Seit« oder»ach ob>» oder nach unten, wobei die Bewegungen durch einen fl»gebrachten Schrei bbcbel genau rnifge» zeichnet werden. Bei den Ver uchen. die Brezina an geistig orbei« teade» Personen sotvie an öandack eitern mit dem Apparat an- stellt«, ergab sich, daß geradlinige Hairdbewegungen niemals ganz korrekt ausgeführt werden. Wenn die Hand oder ander« MuSkcl. gruppen des Körpers der Versuck"Person vorher körperlich« Arbeite» ausgeführt haben, so wi> dadurch eine Größenzunabme der Abweichungen hervorgerufen. Wer jahrelang berufsmäßig schwer« körperliche Arbeit ausführt, büßt daourck mehr und mehr die Fähig. keit ein, die geradlinigen Bstvegungcn auszuführen. Auch durch zeitweilig ausgeführt« Arbeiten wi>d eine Abweichung hervorge» rufen; sie verschwinde! aber»ach Ruhe alsbald wieder. ck Armin T. Weener wird am IS. Mal Im.Rhclngald" für dt» Deut'ch-Anr.enische Eklelllchnft rniter dein Titel»Armenien I n d«'« Dichtung" armenische Dichlunge» in denllch-r Sprache, sawie eigene Dichtungen leien. Unsere Leser wissen, daß Wegner nährend de» Krieges al» DanitüiStoldat im Eupbratgebiei das armenische Volk in seinen surcht- baren Leiden sab. Sein tiesmenschliche« Buch»Der Weg ohne Heimkehr- bezeugt di« Wirkung, dl» dies Erleben auf ihn ausübt».(Karten bei WertheimO We Reichst auswählen uirm8gstch machen wollen. (5. Jeder Deutsche, der nicht ganz verblendet und dem Idioten- tum verfalle» ist, kann doch heute schon klar genug übersehen, daß die Reichsvegierung gar nicht daS ernstliche Bestreben hat. die ReichstagSwahlcn zustande zu bringen, sondern, daß«S ihr auschernend viel lieber ist, wenn die Ncgicrung, sei eö mit oder ohne Revolution, den Radikalen in die Hände gespielt wird. 7. Sollten die radikalen, linksstehenden Elemente und sonstigen Verbrecher mit einem neuen Streik zur Erpvesiung politischer Rechte drohen und die Reichsregierung die Gemeinheit begehen, einem solchen Gesindel nachzugeben, dann ist den deutschen Land- Wirten zu raten, ebenfalls in eine» Streik einzutreten und rS abzulehnen, an eine Stadtverwaltung Waren abzugeben, dahingegen aber den einzelnen Bürgern, welche sich noch zu den a n st ä n» digen Menschen zählen und mit den Landwirten Hand in Hand geben, Waren zu liesern. ?. Als ein gemeines Verbrechen muß eS angesehen werden, wenn man den Reichswehriruppen vorschreibt, die Rot- gardisten, Kommunisten, russischen Juden und ähn« lichen Pöbel festzunehmen. Vorstehende Elemente gehöre« nicht mehr zu der Menschheit, sondern find nur noch zum Sieh zu zählen und sollte man einen derartige» Mob doch einfach nieder- mähen lassen als Gefangene zu machen. Früher oder später wird ja doch dieser Pöbel immer die Berbrecherbahn wieder betreten. polnische Sozialpolitik. Arbeiter zu Knutenhieben verurteilt! Don gut informierter Seite erhalten wir folgende Mitteilungen: Ter neugeschaffene polnische Staat befindet sich in einem Kampf auf Leben und Tod. Es ist ohne weitere? anzunehmen, daß die Herausforderung des gesamten RussentumS— und als eine solche wird der Vorstoß gegen die B o l s ch e w i st e n in der Ukraine angesehen werden— nicht ohne weitere schwere Folgen für Polen bleiben wird. Während so an der polnischen Ostfront eine Zeit schwerster Verwickelungen bevorsteht, sollte man annehmen, daß die Polen wenigstens im W e st e n ihres neuen Staates gemäß den Bestimmungen des Friedensvertrages den Deutschen voll« Gleichberechtigung und Berechtig e i t widerfahren lassen. Aber weit gefehlt. Der polnische Imperialismus scheut sich auch hier nicht, die Rechts der nationalen Minderheit zu verletzen. Di« soeben vorgenommenen Wahlen in Pommercllen haben ja mit aller Deutlicheit gezeigt, wie stark das Deutschtum trotz allen Gegendrucks daselbst ist; trotz aller Polonisie- r u n g S m a ß n a h m en hat die Stadt Graudenz eine deut- sche Zweidrittelmehrheit aufgewiesen. In den abgetrete- nen Gebieten WestpreußenS und Posens sind die maßgebenden Träger der Selbstverwaltung größtenteils, trotzdem sie das Ler- trauen der Mehrheit der Bevölkerung besaßen, hinweggefegt und durch landfremde polnische Männer ersetzt worden. Die polnischen Machthaber weisen einen erschreckenden Mangel an sozialem Verständnis auf. Sie suchen nicht nur der Arbeiterbewegung, vor allem den Gewerkschaften, durch allerhand schikanöse polizeilich« Vorschriften Schwierigeiten zu bereiten, sondern nehmen auch vielfach direkt für die Arbeitgeber Partei. Ihr« Maßnahmen gegen Land» arbeiter, die bessere Lebensbedingungen zu erlangen suchen, erinnern vielfach an die Methoden der Leibeigenschaft. So wurden z. B. im Kreise Löbau t. Westpr. streikende Landarbeiter, die eine geringe Lohnerhöhung gefordert hatten, zu je 25 Knuten- hieben verurteilt und gezwungen, den Rittergutsbesitzer auf den Knien»m Wicdcrcinstellung zu bitten! Der Mangel an sozialem Verständiris wird im besonderen Maße durch die P o s e n e r K r a« walle am 26. April illustriert. Angesicht» der sich ständig der« schlechternden Lebensverhältnisse hatte die polnische Regierung den Eisenbahnern in Posen eine KOprozentig« Lohnzulag« bewilligt, die aber vom 1. April d. I. an wieder in Abzug gebracht werten sollte. Infolgedessen bemächtigte sich der Eisenbahner eine gewaltige Erregung, die angesichts der Anwesenheit des zuständigen Ressortministers im Posener Schlosse zu schweren Zusammen- stoßen mit den Truppen führte, bei der e» eine größere Reihe An der Schwelle der Gegentvart war die letzte VormirtagSver- anstaltung im StaatStheater genannt. JuKuS B ab, der den Ueberblick über den organischen Zusammeichamg von sozialem und gei it e Sgc ich ichtlich-em Ausbau der deutschen Dichtkunst gab, nannte Hebbel den ersten Proletarier der Kunst, der nicht nur in geistigen, sondern auch körperlichen Nöten in bitterster Armut Kämpfer war, und der e-in Steger wurde, weil er eine krafterfüllt« Einigkeit von Realität und Sehnsucht bildete. Nach Hebbel und während der Jahrzehnte, da Hebbel selbst fast vergessen schien, kam die phili- strös« Literatur zur Blüte, die die Wichtigtuerei des Geldsackbürgcrl, der ohne geistiges Streben im Alltag verharrt«, mit verblüffender Genauigkeit wiedergab. Mit Richard Dehme! und Gerbart Haupt» mann erscholl Anfang der neunziger Jahre der Weckruf aufg«- scheuchten Gewissens und leitete eine neue, innerlich noch nicht ab- geschlossene, formal noch schwankende Dichtkunst ein. di« die Menschen aufrief, Menschen zu werden, nicht nur Mensch zu sein. Ans dem sehr reickcha lügen Programm sei Tilla Durieux' in geistiger und körperlicher Beseelung vollendet« Wiedergabe der Traumerzählung der Judith erwähnt. Ludwig Hardt sprach Nietzsche, Dehmek und Liliencron. Nietzsche sprach er sehr zurück- baltend. etwas nervöo, ohne daß man sonderlich bewegt wurde. Da di? Zeit Jdrängt«(man wollte noch eine Szene aus Hauptmann» „Hirtenlv-d", Fontane umd Wilhelm Busch zu Gehör bringen), hemmte eine bureaukratisch« Hand Ludwig Hardt schließlich am Weitersprechen: man zag wider seinen Willen den Porhang vor. War eine Kürzung vonnöten. hätte man lieber den sogen. G-sang vermißt, der Wagner und Richard Strauß nahezufithren versuchte. Di» Beethoven.Slbende des Berliner volkSckor». die durch den Kopp-Pu!!» verhindert wurden, finden nunmehr am 17. und t8. Mm, abends« Ubr im aro-en Saal« der.Reuen Welt", Hnsendeide. statt. Die für den lü. Mörz gttöstrn Karten gelten für den 17. Mai, die den IS. März gelöilen(ilr den 18, Mal. Zur Sluiiübruna gelangen: DI» Ruinen von Athe n�und die IX. Symphonie. Mitwirkende! Das LIiühner-Hrchcslcr in einer Stärke von 82 Mann unter Leiknng von Dr. Srnst Zander, Jolii- Frau Tbannev-Cffer, i>da Hailh zur Nirden, Rudolt vqubeitthal, Martin Abend- roih lLreslauer Stadiover). Sämtliche Karlen lind uergrifien. Theater. Volksbühne. Yn Abänderung de» Splelplanes Donners- tag, Ilj, Mai..1 Uhr:»Der Licbislrank'': 7 Ubr:»Da« Kälhchen von Hell- bron!:-', streüall, 1s. Mai, 7'/, Uhr, zum 2ö. Male:.Bhges und der Riiig". -t- Die Aeudelt»Prinzessin Friede ist mit der das Neue Operetten- hau» seine Iommerspieizeit eröffnet, ist von Leo Asch»»' tomponiert. Die lUnoftellung der Briefmarken- Entwürfe im Kunstgewerbe- Muier-m ist bis zum>b. Mai verlängert worden. Auch die Entwürfe der neuen baheriichen Postwer.'zeichcn liegen jetzt au«. Max Seliger, der fast zwei Lahrzednte lang die staatliche Mademi« für nraoblich« Künste und Buchgewerbe IN Leipzig höchst verdienstvoll iellete, ig,»5 Jahre alt. gestorben. Gtrliauiens Eainuilung voigeschtch'licher Funde aus FrirStand ist durch Stiftung an das Berliner Museum jür Völlerlunde übergegangen. Olsbauien bot die höchst wertvollen Stuck« lerne: z«n in den achtziger Jahren out der'rleiiichen Inf et Amrune feldfl ousgearaben. an»«rabhügeln der älteren Bronzezeit, dle dann in der Latsne-Zell endlich auch von den LSilingern, die noch In geschichtlicher Zeit an der Leicheuoerbrennuttg sesl- hliltcu. wieder benutzt wurden. von Toten und Verwundeten gab. Der Bevölkerung der A b st i m m u n'g s g e b i e t e Oberschlesiens, Masurens und West Preußens dürften die angeführten Tatsachen deutlich zeigen, waS das neue Polen ihnen zu bieten hätte. Der verschärfte BelagernngSzusiand ist auch in den RegierungS- bezirken Düsseldorf, Arnsberg unz Münster durch Verordnung deS Reichspräsidenten auf Grund des Artikels 48, 2 der Reichsverfassung a ufgehoben Word«». Die Errichtung eines NeichSamtS für Arbeitsvermittlung ist von der NeichSregierung unter Zustimmung des RdchZratS und des von der Rationalver scunnstung gewählden NuSschusseS be- schlössen worden. Die Revolution in Mexiko. Bei Oelfirmen in Houston ist die Nachricht eingetroffen, daß die mexikanische Stadt T a m p i c o stich dem Genera l Obregon übergeben hat. Gxoß�Zrlw Die Neuköllner Polizeipräsideutenaffäre. Der Neuköllner Polizeipräsident Genosse A p p i ch ist am Sonn. abend auf längere Zeit beurlaubt worden. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird«t nicht mehr auf seinen Posten zurückkehren. Dieser Beurlaubung liegt eine bedauerliche Entgleisung des Polizeipräsidenten zugrunde, der in der Nacht vom L zum 2. Mai von zwei seiner Beamten in einem Neuköllner Lokal nach SchlußderPolizeistunde in sehr bedenklichem Zustande au. getroffen wurde. Di« Beamten erstatteten gegen ihren Chef A n- zeige wegen Uebertretung der Polizeistunde und wurden darauf versetzt.(Wir entnehmen diese Angaben der Berliner Press«, da wir auf um er« Anfrage bei den Neuköllner Behörden keine unzweideutige Auskunft erhielten. Man darf aber wohl annehmen, daß sie von der Wahrheit nicht abweicht.) Die ganze reaktionäre Press«, selbst d e»Berl. Morgenpost' stürzt sich natürlich mit Wonnegrnnzen auf diese Angelegenheit und versucht daraus Kapital zu schlagen. Diesen.Herrschaften möchten wir aber sagen, das si« absolut kerne Veranlassung zu diesen Triumphgesängen haben. Wenn der'„Berliner Lokalanzeiger' heute morgen schreibt:.Neukölln hat nicht immer Polizeipräsidenten von dieser Art und Gesittung gehabt" und dabei an die Herren Becherer und Glasenapp erinnert, so erlauben wir unz darauf hinzuweisen, daß unter dem alten Regime di« Dinge ganz anders lagen. Welcher Polizeibeamte hätte es da» malS geivagt, ein Lokal zu kontrollieren, in dem höhere Beamte verkehrten. Gerieten aber zufälligerweise einmal einige Beamte in solche Lokale hinein und erwischten sie enien ihrer Borgesetzten nach der Polizeistunde bei Bier und Wein, so rissen sie die Hacken zusammen und machten schleunigst Kehrt. Und wer«S noch nicht weiß, der lasse es sich gesagt sein, daß einer der letzten Berliner Polizeipräsidenten in einem Klub zu verkehren pflegt«, der gleich einigen anderen feudalen Gaststätten auf der List« jener Lokale stand, die unter gar leinen Umständen kont rolliert werden durften. So sah eS damals aus und es ist daher gar kein Wunder, wenn zu jener Zeit Polizeipräsidenten und andere Würdenträger nicht beim verbotenen Kneipen erwischt wurden. DaS soll natürlich absolut keine Verteidigung deS Neuköllner Polizeipräsidenten sein. Bon unseren Parteigenossen in verantwortlicher Stellung erwarten wir, daß sie in ganz besonders hohem Maße von Verantwortungsge» fühl durchdrungen sind und sich keinerleiVerstöß«gegen die Gesetze zuschulden kommen lassen. Wer diese Eha» rakterfestigkeit nicht besitzt, geHort nicht auf solch einen Posten. Vom Ministerium des Innern, daS die Angelegenheit Lppich prüft, erwarten wir, daß es die Untersuchung recht gründlich und ohne jede BertvschuugSabsicht führt, denn nur so fchin jede Verächtlichmachung der Partei und der R e- g i e r u n g vermieden werden. Wirtschaftsbeihilfe für Kriegsgefangene. Der größte Teil unserer Kriegsgefangenen ist heimgekehrt und kann nach den bestehenden Bestimmungen von Staat» wegen mit einer WirtschaflSbeihitfe unterstützt werden. Die Anträge auf Gewährung einer solchen Beihilfe sind von bedürftigen Kriegs» gefangenen spätestens bis zum 20. d. M. bei der KricgS- gefangcncnbeimkchr. Fürsorgeafneilung, Berlin 0 2, Schlofpiatz 1, einzureichen: spätere Anträge tonnen nicht berücksichtigt werden. Der.HittSauSschuß der Stadt Berlin für Gewährung Wirtschaft» licher Beihilfen an heimgekehrte Kriegsgefangene" fordert daher all« ehemaligen Ki iegSgeiangenen auf, diese Irrst im eigensten Interesse innezuhalten. Hermgekehrte, die bereits eine Wirtschafig- bcihilf« erhalten haben irrrd von dem ihnen mitgeteilten Ein- spruchsrecht beim LandesbiifSauSschuß der Stadt verlin keinen Gebrauch gemacht haben, können vom HrlfSauSschutz nicht mehr bedacht werden. Diesbezügliche Anträge sind alfo völlig zivecklos und behindern lediglich die Erledigung der Ar« betten: eine v e a n t w o rtu n a lolcher Gesuch« kann nach dieser BeröffenUichung nicht mehr statt find««. Brand im Fort Teltowcr Bchanze. Sonntagabend wurde die Spandauer Feuerwehr nach dm Fort „Teltow ex Schanze" alarmiert, da», angefüllt mit Leuchtgranaten, Jnfanteriemunitlon. Handgranaten und großen Mengen Kriegs- Material, brannte. Das Fort glich einem glühenden Krater, au» dessen Fenstern und Luken Leuchtgranaten in all«n Far» be» unter gewaltigen Detonationen in» Gelände flogen und das Hcrankomineii und die Löscharbeiten der Feuerwehr sehr erschwerten. Der 1. Zug unter Lettung deS Branddirektor» Kreis griff von allen Seiten mit vier Rohren stärksten Kaliber» ein und verhinderte zunächst ein Weitergreifen de» Feuers auf das angrenzende Gebäude, lvetchc» mit erheblichen Mengen Artilleriemuni- hon gefüllt war. Die bereits brennende Grasnarbe wurde schnell gelöscht und damit di« grüßt« Gefahr«iner Explosion, die für den Stadtteil Stresow von verheerender Wirkung gewesen wäre, beseitigt. Gleichzeitig wurde der L, Zug alarmiert, oer mit einer zweiten Motorspritze die Lö'charbeiten wesentlich unterstützte. Erst nach vierstündiger Löscharbeit war die Macht des FcuerS gebrochen- In letzter Zeit waren mehrfach Einbrüche in da» Fort erfolgt, und da an erncm d«r vergittert«» Fenster gestern ein Teil der Eisengitter fehlt«, so liegt hie Vermutung nahe, daß Einbrecher den Brcmd verursacht haben._ Oberschlefier! Sirka 40000 OberMesier in Groß- Berlin sollen auf den Weg bstimmung gebracht werden. Da sich bisher nur ein Teil davon in unser« Listen hat eintragen lassen, säum« niemand lästger und gebe sofort stzine Adresse der Hauptgeschäfts- stelle heimattreuer Ob« r sch l e si« r. Berlin SW. U, Dchä neberger Str. 9, 8 Tr., an. Di« Zentrale wird zwecks U rku»denbeschaffung, freier Reise. Verpflegung und Unterkunft in« Ueberweisuug an die zuständige Ortsgruppe veranlassen. Ehren- Pflicht ein«« jeden ist es, zur Abstimmung zu fahren, um dadurch s«in Teil zur Erhaltung der Heimat an Deutschland beizu- tragen. Nnser langjähriger Kampfgenosse Enumuel Wurm wurde am Montag zur letzten Ruhe gebracht. Krematorium hatten sich eine große Rothe seiner Freunde versammelt. Im Namien des Zentralstzmitoes der unabhängigen Partei sprach Cri spien, Luise Zietz brachte den Abschiedsgruß der NationalversammtungS- fraktion. Von der Berliner Parte iorganifatüm war Mai er er- schienen und M i r u S stattet« den Dank des Konsumvereins ab. während Obenbürger meistor Mermuth di« Verdienste deS Toten um die Stadt Berlin würdigte. Schöneberg. Aus der Stadtverordnetenversammlung, deren gestnge Sitzung(siehe Bericht in der heutigen MorgenauSgabes wie- der tief in die Nacht hinein dauerte, sei einige» nachgetragen. In Räumen de» Arbeitsamts sollen Beerrat« flotten privater L e- benSmittelhandel bei„nicht zu knappen" Preisen getrieben haben. Das wurde durch eine Anfrage der Unabbätgigen i zur Sprache gebracht. Der Oberbürgermeister antwortete, die Kriminal- Polizei habe schon Angeschuldigte vernommer. Man möge die Un- tersuchung dem Gericht überlajsen und das Ergebnis abwarten.-- Die Kosten der S ch ö n e b e i g e r Kohlen st elle sind für 1920 auf 300 000 M. geschätzt, einschl. 140 500 W- Beitrag zur Aroß-Ber- lirer Kohlenstelle. Der Gesamtbetrag wurde bewilligt als Vor- schuß, der später durch Belastung des Kohlenhandels wieDer eingebracht werden soll. In der Debatte stimmte den Kla- gen über zu hohe Kosten der Kohlen st elle Groß-Bec- ( i n auch dcr Magistratsvertreter bei. Er forderte Vereinfachung ihrer Organisation, die jetzt 600 Angestellte braucht. Ein Antrag der Deutschdemokraten wies darauf hin, daß der Kohlenverband Groß-Berlin sich bisher vergeblich bemüht habe, zur Kostendeckung die ungerechtferiigten Zwischeng-ewinn« des KolilenFandelS heraazn- ziehen. Der Magistrat solle beim R e i ch s w t r t s ch a f t s m i n i- st« r t u m vorstellig werden, daß den bezüglichen Eingaben deS Koh- lenverbandcs unbedingt Folge geleistet wird. Diesem Vorgehen sagt« der Magistrat Unterstützung zu, und der Antrag wurde an- genommen.. Die KleinhauZsiedlung Linden Hof war ansängltch mit 683 Wohnungen für Familien und einem Ledigenheim zu 100 Betten geplani, und die nach dem Preisstande von 1918 heran- schlagten Kosten wurden damals mit 14 Millionen Mark bewilligt, wovon der Stadt etwa 8 Millionen durch Daukostenzuschüsse erstattet werden sollten. Ter Wohnungsverband bewilligte Zuschüsse nur für 429 Wohnungen und daS Ledigenheim. Inzwischen haben aber Materialpreise und Löhne sich so gesteigert, daß selbst diese» Pro- iekt bis zur Vollendung wahrscheinlich 30 Millionen kosten wird. Der Magistrat beantragte Nachbewilligung von 13l4 Millionen. Die Versammlung beschloß aber nach einem von Sozialdemokvoten und Deutschdemokrafe» gemeinsam eingebrachten Antrag d'.e Fertig- stellung von 430 Wohnungen und dem Ledigenheim und bewilligte 16 Millionen Mehrkosten, vorbehaltlich der Erstattung durch Zuschüsse des WohnungSverbm-.dcS.— Zur vorläufigen Neu- regelungderBezügeallerGruppenimDienstedsr Stadt wurde nach dem Antrag des Magistrats beschlossen: In Abänderung de? Siadtverordn«tenbeschlusses vom 26. AvrU werden den Arbeitern d!« Teuerungsbeihilfen über den Schiedsspruch vom 16. April hinaus, wie in Berlin, r höht auf 65 M. für Ledige unter 18 Jahren, 100 M. für Ledige über 18 Jahre, 150 M. für v«r- heiratete. 40 M. für jedes Kind. Die Ergänzungsbestimmungen zum Lohntarif werden, wie im Schiedsspruch vom 26. April, fest- gesetzt. Den nichtständigen Hilfskräften und Hilfslehrkräften wird, weil der SchlichtungsauSschuß noch nicht entschieden hat, der für April gezahlt« Vorschuß auch für Mai gezahlt. Beamte� ständig« Angestellte und ständige Lehrkräfte erhalten, weil die für Groß- Berlin gemeinsame GehaltSrcgelung noch aussteht, Vorschüsse nach dem Vorschlag der Groß-Berliner Zwölferkommission. Grost-Bcrkiner Lebensmittel- FriedrichSfelde. Für fehlende Kartoffeln 400 Tromm Drohbrot fa— k). Jokmi.nIStbal. 250 Mramni Cupdemnehl(616\ 125 Gramm(Sriefe (19), 950 Gramm Marmelade(22). In(er GkweindeverlaufSslell«: fffir Slinder£50 Gramm KaitorclstSrkemebl(617), 125 Gramm Kala»(618), 125 Gramm CchololaV«<0191. Auf HailShollslart« bczw. für Einzelper- fönen 1—5 Dofen ausländisch« Wulstlonferoen(35). Tteglin. Vom 14t bis 25. Mai je 1 Briefchen Süfistoff. Berichltguiig. Die in uustvcc ßffliiijfn Abendausgade irrtümll.b unter H ennigsdorf anti««eigien Lebensmittel kommen in HermSdorf zur Berteilung.___ Sroß-Oerliner partLwachrichten. Heute, 11. Mai: Jvbannistbal. Mitgliederverfammlung im.Waldkaler', Stuben- rauchslroke. Tvemo:.Die kommenden Bahlen und di« Parteien". Ref.: Genosse Häusler. Gast« haben Zutritt. Karlshorft. Die irrtümlich für heute angezelgi« Verfammlung findet M i t t w- ch, 7 Uhr b-t Huih. TrcSckow.Allec. statt. �, Morgen, 1«. Mai:;# figankaw. In allen Zahlnbendlokälen Sitzung. Thema: ,y«var< stehend« ReichSlägSlvahlen". Vollzähliges Erfche>ne»'erwünscht Vioscnthal. 7'/, Uhr: Mitg.iederverfammlung bei Petra», Houpl- stratz«. Alt-Glienicke-Falkenberg. 7'/, Uhr: Zahlabend bei Meie,' gsa kerberg. Tdema:„Unsere Stellungnahme zur Reich«tag»wahl". Alle Parteigenossen müssen erscheinen. Steglitz.?>/, öffentlich« ftrauendersammlung i» der Aula der Ober- realfchuie, Slifenstratze. Ref.: Genofstn Hanna(M. d P. i!.). Nieders«5 18253 19527 19958 24909 24950 30932 31247 31259 31830 32393 35565 37131 39119 39873 43852 40312 520r7 63297 68452 53363 31803 63267 70252 732 W 79133 79874 84118 92033 94452 97831 90274 99950 123 43 14 233 153206 157201 165441 185501 133895 172542 172939 178244 173404 180788 189085 139099 195179 195958 193023 198584 219161 223211 226207 230759 231837 233413 220 Gewinne«a 500 V 2413 4282 8898 7983 10833 19032 19121 2039. 22285 22235 2289« 24197 25008 26380 27948 30614 30538 34333 41776 48189 46631 47385 48782 49395 63083 53340 87201 67293 80289 64253 60546 72398 73580 74064 78548 80010 8375? 87105 88)04 85907 92 27 92943 93288 93938 99863 103602 112183 112345 117937 114389 115782 115822 117343 118333 123570 128009 123686 133298 134930 138428 139238 145320 146788 150343 131251 161450 153257 162371 194805 15.6965 138999 198684 188664 178782 179027 177836 178878 182740 183510 184177 191998 193358 194058 19713, 198821 700726 200880 202070 208144 209570 212750 512408 218842 213101 220109 220768 222032 224392 224547 224558 227903 233183 In de» AachmUlagsziehunz wurden«cwinne Uber 240 Marl gezogen. 4 Gewinns iu 30000 M 48954 181309 4 Gewinne m 6000 M 48193 93358 63 Gcw.nne«u 3000 M 7914 13938 18994 22055 30805 85858 85410 72574 76253 789'2 85998 90380 95438 102491 1"4537 108604 110076 115994 1 16383 118319 124687 127885 135004 143918 150433 172753 174344 174858 176382 178080 183670 188674 189174 193418 196077 197538 198012 201031 207019 209586 210341 218279 22,395 232190 130 Gewinne«u 1600 If 1614 8565 23353 32085 41783 42746 47025 47422 60733 65637 62001 87035 68373 70372 72337 73309 833' 2 87472 90637 96.642 97071 98431 114024 115348 117462 172,82 123763 124° 34 123354 128470 132704 133424 136913 139802 148924 150964 1532=9 164587 155073 158705 1634S9 1-1602 173445 1743'8 179832 1-4-97 188171 107537 200857 209809 203471 210548 212209 212270 213137 213849 229176 223252 227113 227918 228676 229562 239382 232237 232293 208 Gewinne in 600 M 23 6270 11006 12361 17339 19303 21222 25350 25906 29762 31123 33481 34335 34:88 38009 37115 38583 45100 46722 61054 62937 53,67 63827 64853 68*30 89469 89985 84282 8-945 68515 69248 69659 72388 74313 75255'3655 79922 82,28 88,98«5621 97250 98193 99490 101019 101507 104908 10-838 107243 10*447 110638 115083 118335 117641 118099 1,9510 127382 127522 127044 123059 129537 130723 135414 137039 140047 14122! 143239 144108 145719 147542 150431 158868 188208 170007 172244 172624 178580 198070 182905 182951 184419 185581 187337 138804 189849 10,033 19-708 195710 198752 209724 204488 209769 212480 213908 2,3554 213395 215441 216857 217358 220271 221924 225384 225170 229539 ?ist!vz äiutztlUgel, Harmonien icder Holz- u. 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