Nr.242.37.Iahrs. Bezugspreis s 95•tttlt3I)ci.25�0ü)!L,mtmat!.8S#äRl. frei ins 60119. voraus, ohlbar. Pvlt- vczug Monatlich 8,— MI. ex kl. Au- >tellung,qeviil>r. Unter Kreuzdand für Deutschland und Oesterreich- Ungarn l':,—-Ulf. für das übrige Ausland oh täglich einmal. Zustellung 2l>.— M. Polt'eitellunqen nehmen an Däne- mar! äolland. u-emdurg, Schweden, Tschecho- Slowakei und die Schweiz. «ingeiragen n die Post-Zeimngs» Preislille. er„Vorwärts- mit der Sonntag»- oeilage.Volt u. Zeit- ericheint Wochen- aglich zweimal. Sonniags einmal. Teiegramm-Adrelfe .SozialSemotral verllu- Morgen-Ausgabe Berliner DolKsblettt (20 Pfennig 3 Anzeigenpreis: ®ie achtgelpalten»?!ono«reillexeil« loftel 150 M., Teuerungszuschlag 5)°/» «aleine 5lnjelje«*-. das uit- gedrnckte V!ort 7i Pfg.(zulässig zwei settgedruckte Wertes, sedc» weitere Wort 50 Vf». Stellengesuche und Kchlasllellenenzeigen das erste Bort 65 Vsg..-«de««eitere«ert 40 Vsg. Worte über 15 Vuchitaden zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 50«,«. Familien- Tlnzeiien, oelitiläie und gewerkschaftliche Verein«-Vnreigen MI. die fseNe ahne Aufschlag. Anzeigen für die nächste Oluinmer müssen bi» 5 Ilhr nah, mittag» ,m 6auptgesäiäkt. Verlln SW 62. Linden- strage 3. abgegeben werden, che öffnet von 3 Uhr früh bis i Uhr gbcnds. Zentralorgan der fozialdcmohratircben Partei Deutfchlands Neöaktion und Expedition: ctD. 6$, Lindenstc. Z. ütcrnförerfier: Amt Morinvlnn. Ztr.> al VN— t.»z 1>7. Mittwoche den 12. Mai 1920 Vorwärts-Verlag G-m-b-K-, Stv. d5, Lindenstr.Z. aernfvrecher: Slml Mortiipl««.?!r. 117 5.1—.VI. Nlilleranö gegen üie Gewerkschaften. Paris, 11. Mai.(WTB.) Der Ministerrat hat den Justiz- minister aufgefordert, eine Untersuchung gegen den All- gemeine Arbciterverbanb C. G. T. zum Zwecke seiner Auflösung einzuleiten, und zwar auf Grund der Artikel 3, 5 und 9 dez Gesetzes vom 21. März 1884, die den Syndikaten und den Pereinigungen der BcrufSgcnosscnschaftcn nur das Recht auf Be- arbcitung und Verteidigung von B c r u f S intercssc» geben. Der VermaliungSrat der C. G. T. hat die Arbeiter der e l c k- irischen Jnidustrie aufgefordert, sich dem Streik a n z u- schließen. Dieser Aufforderung ist Folge gegeben, aber noch ohne Zertbestzimmung. Ter Reaktionär Leon Daudet hat«irre'Jnterpellatiem«in- gebracht, in der die Regierung gefragt wird, welche Mittel sie an- wenden wolle, um den fortgesetzten revolutionären An- schlagen de? Allgemeinen Arbciterverbandcs(C. G. T.) gegen die Ration ein Ende zu machen. Auch in Marseille haben sich die Metall-, Bau- und Transportarbeiter dem Streik angeschlossen, in Nantes die Metallarbeiter. In L e H a v r e haben die Straßenbahner den Strsik abgelehnt. Im Becken von A n z i n hat sich die Zahl der streikenden Bergarbeiter vermehrt. Im Norden ist der Ausstand der Arbeiter unter Tage allgemein. Die Angestellten der Pariser Untergrundbahn haben den Ausstand beschlossen. Das Programm von Spa. Nur Vorwürfe und Verhör? London, 10. Mai.(DA.) Reuter meldet: Dir deutsche Nc- gicrung hat den Borschlag emer Zusammenkauft mit dem Oberste» Rat in Spa anzenommen. De» Deutschen ist mitgeteilt worden, daß die solgende» Angelegenheiten auf der Tagesordnung stehen: Frühere Verstöße gegen de» Friedensvertrag; die Frage, wie der Brrtrag ausgeführt werden soll. Ferner werden die deutschen Slertreter um Acnßerungcu zu den Fragen der Entwaffnung, der Wicdcrgnt- machnng, der Kohlenlicfcrungen, der Beleidigungen der alliier- tcn Missionen und der Kosten der BcsatzungSarince ersucht werden. Dieses Programm enthäli nichts davon, daß die Entente sich darüber äußern lverde, wie sie Deutschland in den Sland setzen will, daS Diktat zu erfüllen. Aber das ist ja zu selbstverständlich, als daß man eS noch eigens anzukündigen brauchte I Zürich, 11 Mai.(Eigen.'r Trahtbericht de?„Vorwärts".) Zur Zusammcnkmift MillerandS und Lloyd Georges in Folkestone betont daS„Journal" nochmals, daß die Franzosen nur unter der Bedingung eingewilligt haben, mit den deutschen Delegierten in Spa zusammenzutreffen, wenn vorher eine vollkommene Einigung zwischen den Alliierten erzielt sei. In einer offiziösen Mitteilung des„Journals" wird angedeutet, daß Frank- reich der Festsetzung einer Gesamtsumme a!S Kriegsentschädigung und ihrer Bcrteilung aus maßvolle Jahresraten zustimmen könnte, wenn die Alliierten rS ermöglichen würden, von Deutsch- lanb ein greifbares Pfand als Bürgschaft für die Tilgung zu erhalten. Noch einer HavoSmcldung hat man die deutsche Aufforderung (..Ol»»»■«»»—»«»P»�»W�»W>»»»�«e»»�iM>>»e>-—»»M-»M■■■■!■« Unsere Kanüiüaten. Ostwestfaleit-Litzpe. Ein Bezirksparteitag für den ReichStogSwahlkreiS Minden- Münster, Lippe, Schaumburg-Lippc, Pyrmont und Schaumburg, der am 19. Mai in Bielefeld stattfand und von 136 Vertretern der einzelnen früheren ReichLtagSwahlkreise und lü Parteifunktionären besucht war. nahm zur Reichstagswahl Stellung. Genosse S e d e- ring besprach die politische Bedeutung der ReichStagSivahl. DaS Referat wurde mit Begeisterung aufgenommen. Genosse Schreck sprach über die Organisation des WahltampfeS. AIS Kandidaten für den Wahlkreis wurden aufgestellt: 1. Karl Eevering, Preußischer Munster deS Innern, Berlin; 2. Alfred Janschek, Arbeilersekreter, Essen-Nüttenscheid; 3. Karl Schreck, Stadtrat, Bielefeld; 4. Wilhelm Schlüter. Gauleiter des Tabak- arbeilerverbaiidcs, Herford; 5. Clemens Becker, Kaufmann, Lemgo; 6. Fritz Henßlcr, Redakteur. Dorlmund; 7. Kourad Litzinger. Arbeiter- sekrelär, Minden; 8. Atbcrt PeterS, Sekretär des Bauarbeiter- Verbandes, Münster; S. Heinrich Lorenz, Gastwirt, Sladthagen; 19. Friedrich Busche, Bürgermeister. Beckedorf lGrakschaft Schaum- bürg); 14. Wilhelm Feld sen., Zigarrenarbeitcr, Burgsteinfurt; 12. Lina Endmann, Recklinghaulen; 13 Otto Kühne, Gauleiier des Landarbeiterverbandes Bielefeld; 14, Karoline Dettmer, Minden, Die ersten vier Genossen vertraten bisher den Kreis in der National- Versammlung. Hamburg. Hamburg, 11. Mai.(Eigener Trahtbericht d«S„Borlaärt?".) Gwe überaus stark besuchte Delegiertenversammlung der LandeZorgxnisation der S. P. D. für das hamburgische Staatsgebiet nahm heute aberd Aufstellung der Kandidaten zum Reichslage. Einstimmig wurde beschloffen, den Genossen tt C S. T! den Maingau zu räumen, bis zur Besprechung mit den Deutschen zurückgelegt— obwohl die Reichswehr in der neutralen Zone des Ruhrgcbiets schon unter die geforderte Stärke ver- ringert ist. Jetzt aber soll wieder die Sicherheitswehr ver- tragswidrig sein! Die deutsche Fliegertruppe ist aufgelöst; es gibt keine deutschen Militärflugzeuge mehr. Die Entente hat aber(vorläufig) das Aufsteigen aller deutschen Luftschiffe und Flugzeug«, die Kriegsdienst getan haben oder während des Krieges erbaut wurden, verboten. An Belgien haben wir bis zum, 16. April 2265 Lokomotiven und 78 099 Wagen abgeliefert.- Wirth über Spa. TerReichsfinanzministcr über die Leistungen Teutschlands Ter ReichSfinanzminister hat dem Vertreter des Lon- doner„Taily Expreß" eine Unterredung gewährt. Er führte u. a. folgendes au�: Es ist unbedingt notwendig, daß die Leistu igen, die Deutschland zu vollziehen hat, aus ungemessenen in fest und klar b e- st I m nk t e verwandelt werden und daß diese Summe sich in einer Höhe hält, welche der Leistungsfähigkeit Deutschlands entspricht. Solange das Damoklesschwert von ungemeffenen Leistungen über Deutschland schwebt, ist an«in« hinreicherde Erholung d« Volkswirtschaft nicht zu denken. DaS Bewußtsein, daß alle Früchte einer vermehrten Anspannung der Arbeitskraft einzig und allein dem Gegner zugute kommen sollen, ohne die heimische Not zu lin- dern, daß alle Anstrergung und Arbeit, um aus der Not der Gegen- wart heranSzukonunen, lediglich dazu dienen, den vom Ausland auSgeübtsn Druck zu erhöhen, müßte naturgemäß jede Ar- beitsfrcudigkeit ertölen. Eine Bestimmung, daß mit zunehmender Leistungsfähigkeit die Verpflichiungen an? dem Friedensvertrag in heute noch nicht bestimmter Weise erhöht werden sollen, müßt« genau dieselben Wirkungen ausüben wie der Zustand der Leibeigenschaft und der Sklaverei. Der Minister schloß:„Was wir wollen, ist eine ehr- liche Verständigung, die eS ermöglicht, aus den Trümmern Europas wieder aufzubauer und die schweren Schäden zu heilen, die der Krieg allenthalben verursacht hat. Die Forderungen, die man an uns stellt, müssen volkswirtschaftlich erfüllbar sein. Wir werden bei den Verhandlungen den Zustand unserer Volkswirtschaft objektiv schildern und Vorschläge machen, von denen wir glauben, daß sie auch auszuführen sind, sofern man der deutschen Volkswirt- fchaft wieder aufzuhelfen bereit ist." Die Konferenz in pallanza. Velgrad, 11. Mai. Der Minister d«Z Aeußern Trumbitsch ist nach Pallanza abgereist, um mit dem italienischen Minister d«S Aeüßern Scaloja die Verhandlungen zur Lösung der adriatifchen Frage fortzusetzen, Ter Vorsitzende der südflatvischcn Friedensab- ordnung, P a s ch i t s ch, wurde zu der Zusammenkunft e i n g e- laden. Bürgermeister Ott» Stalten wioderum mit der Listenführung zu beauftragen. Des weiteren wurden die Mitglieder der National- Versammlung Hellmann und Frau Reitze wiederum, die Genossen Paeplow(Vorsitzender de? Deutschen BauarbeitcrverbandeS), Laufkötter neu aufgestellt. Außerdem fünf weiter« Hamburger Ge- nosseu und Genossi men. Einstimmig fand die KanrpfcSstnmnnng der Hamburger Parleigenoffen Ausdruck in einer Resolution, die sich der auf der R e i ch S k o n f e r e n z angenommenen Eni- schliehung anschließt und besonders das klare Bekenntnis zum rücksichtslosen Kampf gegen recht» unterstreicht. Wahlversammlungen üer S. p. D. Am Dienstag abewd fanden 7 öffentliche Wohl- pcrsammlungen im Berliner Stadtkreis statt, ferner eine ganze Anzahl weiterer Versammlungen in den Vororten, die sämtlich außerordentlich stark besucht waren. Die meisten Veranstaltungen dauerten in- folge der lebhasten freien Aussprachen bis zum Schluß des BlasteZ noch an. In der Bersammlung ftn Sw«s,« der P«tze»h»fer Brauerei in Moabit sprach in überfülltem Saal« Genosse Heller. Er schil- derte ausführlich dir Vorgänge bei Ausbruch des Krieges. Nach einer Schilderung der Pvogramme der Rechtsparteien be- tonte er besonders, daß nur die geschlossene Einmütigkeit der Ar- beitevmaffen bei der Wahl am 6. Juni eine sozialistische Mehrheit herbofführen könne. In der Diskussion sprachen 1 Kommunist, 1 Demokrat, 1 Anhänger der K. A. P. D., 1 Zentrumsanhänger sowie 5 Genossen. In seinem Schlußwort trat Genosse Heller warm dafür ein, daß jeglicher Brud'crkainpf vermieden werde, um durch emen Sieg des Sozialismus endlich die kapitalistische WirtschaftS- ordnung zu beseitigen. putsch, Einheitsfront und Reichs» tagswahlen. Von Franz Krüger, M. i. 31. Der ebenso leichtsinnige wie verbrecherische Putsch der militaristischen Reaktion hat dem deutschen Volk und der deutschen Wirtschaft schwere Wunden geschlagen, aber den von den Putschisten nicht gewollten für die Arbeiterschaft jedoch unschätzbaren Erfolg mit sich gebracht, die p o l i t i s che Einigkeit des Proletariats zu fördern. Die erreichte Annäherung der sozialistischen Parteien gilt es nun zu bewahren, sie im Wahlkampf dadurch zum Ausdruck zu bringen, daß der gegenseitige Kampf ein nur sachlicher wird, um sie dann bald zu einer völligen organisatorischen Eini- gung auszubauen. Ungeheuren materiellen und moralischen Schaden, nnbe- rechenbare Einbuße an Gut und Blut hat die Zerrissenheit des deutschen Proletariat? in den letzten Jahren diesem selbst und dem gesamten deutschen Volke gebracht! Wäre die Ar- beiterfchaft seit dem November 1918 einig geblieben, wir wären als deutsches Volk im Wiederaufbau unserer Wirt- schaft und als Sozialisten in der Durchsetzung unseror Ziele weiter gekommen, hätten in viel stärkerem Maße dem Sozia- liSmuS in Deutschland und in der ganzen Welt den Weg be- reitet. Die schweren Schäden der sozialistischen Uneinigkeit lassen sich nicht durch eine EinrgkeitumjedenPreis beseitigen. Al? Sozialdemokraten können wir nur eine Ei- vixkeit der Arbeiterschaft wollen, die begründet ist auf dem gleichen Streben nach Verwirklichung des Sozia- liSmuS und der Demokratie. Eine organisatorische Einigkeit, die nicht beruht auf der Uebereinstimmung in den wichtigsten grundsätzlichen Anschauungen, würde die Führung eines starken einheitlichen Kampfes mehr er- schweren al? erleichtern. Ulfachen und Folgen der. Spaltung. zugleich auch den richtigen Weg zur Herstellung einer einheit- lichen sozialistischen Kampffront flar zu erkennen ist not- wendig, nicht aber sinnlos nach Einigkeit um jeden Preis zu rufen. Bis zum Unglücksjahr 1914 schien das deutsche sozia- listische Proletariat ein stählerner Block, unteilbar, unzer- störbar. Seirre jahrzehntelange, rastlose, auf zielbewußter Organisation und opferbereiter Solidarität aufgebaute?ä- tigkeit, sein mit zähcster Konsequenz geführter Kamps für Volksfreiheit, V o l k S h e r r s ch a f t. für das Recht der Un- terdrückten gegen die Unterdrücker, für das Recht der Volks- Mehrheit gegen«ine anmaßende Minderheit machten es zur .Hoffnung der Weltdemokratie und des Weltsozialismus. Auch in Ländern mit einer weiter vorgeschrittenen demokra- tischen Verfassung, als sie bei un? bestand, salxen die Arbeiter auf ihre deutschen Genossen alS auf die Wegweiser und Weg- bahner. Da brach der unselige Krieg herein. Tie deutsche Arbeiterschaft stand vor der schwersten Ent- scherdung ihres politischen Lebens, Sollt« sie, um nicht den deutschen Imperialismus zu stärken, dos deutsche Volk der Herrschaft des Entente-Jmperialismus und des blutigen Za- riSmuS ausliefern? Die deutsche Sozialdemokratie entschied sich für die Verteidigung ihres deutschen Vaterlandes, wie auch die französischen, englischen, belgischen usw. Sozialisten für ihr Land eintraten. Diese Stellungnahme bracht? daS zweite große Unglück über da? deutsche Proletariat, die Spal- tung der Partei. Ein mörderischer Br»derkampf setzte ein, mit mitleidslosem Haß, ekelhaften Verdächtigungen und Ver- leumdungen. Der Wahnwitz und die Unfähigkeit der regierende» Kaste führten schließlich am 9. November 1918 zum Zusammen- bruch d«S monarchischen und militaristischen Svftems. Da trat das deutsche Proletariat auf d'n Plan. Mit einer Kraft, der nichts widersteben konnte, riß es die Herr- schalt an sich. Der 9. November fand die deutsche Arbeiter- schaft wieder einig, und die junge deutsch? Republi? stand im Zeichen der Herrschaft des sozialistischen Pro- l e t a r i a t s. Wären wir nur auch in der Folgezeit einig geblieben, wieviel aufreibender Kampf, wieviel Opfer an Blut und Leben?- gütern wären uns und dem gesamten deutschen Volke erspart geblieben, u« wieviel näher wären wir dem Sozialismus ge- kommen! Bon einem reaktionären Widerstand war ka«« hier und da etwas zu verspüren. Die Reihen der Arbeiter wurden verstärkt durch starken Zustrom aus dem Ristelstande und dem Beamtentum. Binnen kurzem wäre fast die gesamte sogenannte Mittelstandsschicht, die nichts weiter als eine schwer arbeitende Klasse und weit eher sozialistisch als kapi- talistisch interessiert ist, die nur bis dahin vom Glanz der Monarchie geblendet und irregeführt durch die Fälschung des deutschen Staatsgedankens durch den Kapitalismus, ihr w00 M,. oder soll an de« 62 000 rfur eine Null fehlen? Glücklicherweise schrieb ich meinen Absender auf den Umschlag und bekam so«inen groben Brief. Ich wäre e« Banause! Deshalb verklagte ich den Menschen. Als ich die Klag« auf feine Bitte zulückmg, half er mir in Möb,lb«schaffung. Ein Bild verschaffte er mir. Dai kostete 172 Mark. Unter Brüdern wäre da-Z beute 600 wert, sogt er. Ich glaube ihm das und freue mich doppelt über den ersten Besitz. Autzerden, gewann ich in der Tombola für 3 Mark Lose eine Kaffeetasse mein« Braut für zwei Mark einen kleinen Dpiegel. Der Anfang war gemacht I Wir waren sehr glücklich an diesem GlückStage. Wir haben beide große Hoffnung, daß wir'« trotz aller weiteren Schwierigkciteit— noch schaffen! Selbst ein Konto aus der Svarkosle kür die Hochzeitsreise richteten wir uns ein. Da zahlen wir die Sonntag« ersparten Martscheine ein. Sechzehn Mark haben wir schon. Rund 20 Kilo- die sich widerrechtlich in die Reihen des klassenbewußten Pro- letariatS eingeschlichen hatten. Wie können wir daran denken, im Kampf gegen weite Volkskreise, zu denen große Teile der Arbeiter, Angestellten und Beamten gehören würden, durch«ine Diktatur der Gewalt den Sozialismus zu verwirk- lichen? Dieser Versuch wäre Wahnsinn und Verbrechen an unserem Volke. Nur eine Zusammenfassung aller werk- tätigen Schichten des deutschen Volkes kann uns aus der Not und Gefahr dieser Tage ei,n«r dichteren Zukunft entaegenführen. Das Proletariat ist einig in der Abwehr der Reaktion, der arbeitende Mittelstand kommt zu uns— so stehen wir nun vor den Wahlen zum ersten deutschen Reichstag nach der Revolution. Wir haben durch unsere Zerrissenheit in den letzten anderthalb Jahren viel Zeit verloren, die wir erfolgreicher dem Kampfe für die Verwirklichung des Sozialiemus hatten widmen können. Wir haben aber das Glück, uns in eine? Situation �u befinden wie in den Jugendtagen der Revo- lution. Wieder stehen wir am Anfang. Vermeiden wir die alten Fehler! Lassen wir uns nicht wieder durch die kiyste- rische Ungeduld der Kommunisten und der kommunistischen Linksunabbängigen zersplittern. Mit diesen ist leider zur- zeit eine Verständigung nicht möglich. Aber sie sind unter sich selbst vielfach gespalten, und bekommen wir eine Einig- keit des wirklich sozialistisch und demokratisch gesinnten Pro- letariats, werden auch ihre Massen mit der Zeit zu uns ab- wandern. Deshalb wollen wir, wenn wir auch getrennt in den Wahl kämpf marschieren, vereint die Reaktion schlagen. In sachlichen Aussinandersetzun- gen wollen wir versuchen,«inen gemeinsamen Boden.zu finden, der uns nach den Wahlen zur Arbeit für den So- z i a l i S m u s und die Demokratie zusammenführt. Ghne LeÜebour kein Lüttwitz! Variationen za einem bekannte« Thema. DaS Kernwort Scheidemanns von der Reichskonferenz: „Ohne Jannarputsch von 1919 kein Märzputsch von 1920, ohne Ledebour kein Lüttwitz" ist ziemlich restlos durckgedrungen. man sieht auf weiter Flur nur noch einen, der sich dagegen wehrt, und das ist natürlich Ledebour selbst. Er veröffentlicht in der„Freiheit" einen zweiten langen Artikel, um sich rein zu waschen, steht sich aber dabei ge- nötigt, sich gegen seine eigenen Parteigenossen noch schärfer zur Wehr zu setzen als gegen unS. Richard Müller hat bekanntlich erklärt: „Ledebour darf ni>bt glauben, daß ich meine Haut zu Markte trage, wenn ein politischer Narr au« vollständiger Berkenmmg der revolutionären Voraussetzungen oder au« Eitelkeit eine„redo- lutionäre Erbeb ung" für gegeben erachtet.' Dazu bemerkt der sich getroffen Fühlende: Die n i e d r i g e Beschimpfung, die in jenen Müllerschen Worten enthalten ist, kann ich ruhig der Beurteilung jede« an» ständigen Mensche», auch meiner anständigen Gegner überlasten. Der eine erklärt den anderen für einen„politischen Narren", der andere kann den einen nicht für einen an- ständigen Menschen, nicht einmal für einen„anständigen Gegner" halten! Ledebour erzählt dann, der„Vorwärts" habe das Richard Müllersche Diktum„zur Rechtfertigung deS StrcikbruchK" verwertet, weil er sich gegen einen General- streik aus Anlaß der Schießerei vom 13. Januar vor dem Reichstag erklärte. Er beweist dadurch nur, wie fern er dem wirklichen Arbeiterempfinden steht, das einen echten Streikbrecher von einem der Ledebourschen Phantasie wohl zu unterscheiden vermag. Ledebour beklagt sich bitter, daß der„Vorwärts" nun schon dreimal geschrieben hat:„Ohne Ledebour kein meter der HoSzeitsreis« sind uns sicher(d. h. wenn da« Fahrgeld nicht erhöht wird!) Auw sonst mutz ma«, um heiraten z« können, beut« immer achten. Geld zu verdienen. Da» geschieht von un» beiden. Meine Braut photographiert nebenbei. Dabei verdient sie hübich. Im Monat rund dreißig Mark. Ich sckireibe Geschichten. Damit ist fast ebensoviel zu verdienen. Autzerdem verlaufe ich nach und nach die Liebelgedichte, die ich meiner Braut in der Anfangszeit geschrieben babe. Da» bringt zwar noch weniger ein, aber man ist doch wenigstens nicht untätig! Um die Preise für notwendig« Ding« unsere« Hausstandes kümmern wir im« wenig. Was wir un» heute ansehen und morgen kauien wollen, wenn wir da« Geld dazu zusammen haben sollten, kostet nach einer Woche, wo wir in der Regel erst da» Geld bei- sammen haben, da« Doppelte, und wenn nicht da«, so doch «ine Menge mehr, oder e« ist schlechterer OualUät oder ausverkauft. Manchnal fragen wir un» da: warum leben wir in io einer Zeit? Und warum wird e« gerade un« so schwer gemacht? Gibt e« keine Regierung, die Jnterest« an der Gründung neuer Hau«» stände hgt und die hier helfend«ingreiit? Ein« Antwort haben wir nie bekommen. Wir können die Fräße un» doch nickt selbst beantworten. Und sonst sehen und hören wir nichts. Nur daS sehen wir, datz e» außer un« noch viele andere gibt, die in gleicher Lage sich befinden und ebenso Nervenkraft aufzubringen sich bcniühen. um alle-Z zu ertragen. Manche bevölkern die Tanzlokale. manch? be- täuben sich im Kino. Jeder sucht nach setne: Art darüber hinweg- zukommen und— hofft... Wie wir hoffen... Auf wa«? Wir fragen nicht I Sie fragen alle nicht I— Um nicht den schönen Wahn zu zerstören... Sternhaufen und Nebelflecke. Der bekannt« schwedrsch« Astronom Svante Arrhtniut behandelt« tu der neuge bildeten schw» di scher» astronomischen Gesellschaft kürzlich dieses Thema, dem er besonder« Forschungen gewidmet hat. Die neuesten Untersuchunze» auf dem Gebiete der Nebelflecke, führte« dabei nach einem Be- richt dek„Prometheus" au«, baten unsere Aezrifr« vom Bau de« Weltalls von Grüns au» umgestürzt und di« Grenzen der meß. Haren Sternräume unermeßlich hinautverschoben. Und je mehr die Werkzeuge und Messungsversahre« verbessert werden, desto mehr wird unsere Kenntnis vom Weltall»rweitert, da«, so weit wir sehen können, über alle endlichen Arenzm-rrken hinauswächst. Der Glaube an di« Un«ndlichkeit der Stern enwelt steht fester ol« je. An den aufsehenerregenden Untersuchungen, welch; in den allerletzten Jabren eine so staunenswert« Ausdehnung un» sereS astronomischen Wissens gebracht haben, ist Amerika in be- herrschender Weise beteiligt, weniger auf Grund des Unterneh- Lüttwitz!" Wir versprechen ihm, daß er diese ihm Pein- liche Ueberschrift nicht mehr sehen soll, wenn er endlich mal. in sich geht und begreift, daß dem arbeitenden Volk mit putschistischen Hanswurstiaden nicht geholfen ist. Ehrharöts Scheiüebrlef. Er„meldet gehorsamst". Kapitän Ehrhordt hizt. wie die P.P.N. erfahren, folgenden Brief an Generalmajor Berend gerichtet: Munster, den 2. Mai 1SAZ. Hochwohlgeborcner Herr! Hochzuverehrender Herr Gensralmasor! Euer Hochwohlgeborsn melde ich gehorsamst, daß ich mich der Verhaftung entzogen habe. Ich Hab« mit Absicht die Abwesenheit von Euer Hochwohlgeboren benutzt. Die Truppe hatte durch eine Tbordmurg gefordert, daß ich mich keinesfalls stellen dürfe, daß sie dieses ebenso wie oine gewaltsame Verhaftung ver- hindern würde und, falls es nicht gelänge, die Forderung der Freilassung unbedingt stellen würde. Ich war, um Unruhen zu vermeiden, gezwungen, der Truppe die Zusicherung keiner frei- willigen Gestellung zu gaben. Ich konnte sS nicht verantworten, daß meiner Person wegen die Regierurig zu Handlungen, die Kampf von Truppe gegen Trupps bringen konnten, ge- zwungen wurde, noch datz die Brigade durch ihr mannhaftes Ein- stehen für mich zu Schaden kam. Midbe stimmend für mich war die Unsicherheit im Reich, so daß keine Gewähr geleistet war, daß ich nach Recht und Gesetz behandelt wurde. Eine lange Untersuchung?- hast würde ich nichi ertragen haben. Mit vorzüglicher Hochachtung habe ich die Ehre zu sein Euer Hochwohlgeboren gehorsamer gez. Ehrhardt, Korvettenkap iiän. Schrieb'S imd schlug sich„gehorsamst" in die Büsche. Einer von denen, die ihren inneren Lumpenhund stets in moralischer Paradeuniform spazieren führen. Er will„Un- ruhen vermeiden", will keine„Handlungen, die Kampf von Truppe gegen Truppe bringen" waS hat er am 13. März getan? Und was tut er letzt? Jetzt macht er moralische Sprüche, um seine kostbare Leiblichkeit unter Zurücklaffung eines gebrochenen Offiziersehrenworts in Sicherheit zu bringen. Ein Held nach dem Herzen der Deutschnatio- nalen! Zur Steuer der Wahrheit. Ein.Zentralrot der Angehörigen- verbände" teilt in der Morgennummer des„Vorwärts" vom Sonn- abend mit, datz er die Aufgabe habe, di« demickcn Kriegsgefangenen in Rutzland sowie die ruisiscken Kriegsgefangenen in Deuisckland zu befreien. Der ReichSlommissar für Kriegs- und Zivilgefangene. Genosse S t ü ck l e n. schreibt uns dazu, daß dieie Angabe« durchaus irreführend sind. Der Zenlralrat hat weder mit der Rückschaffnng der Russen auS Denischland, noch mit der Heimschaffung der Deutschen aus Rutzland auch nur das gering st e zu tun. Diese Transporte find vielmehr bereilS im Gange. Die Fühlungnahme de« Zentralrais mit den deutschen Regierungsstellen beschränkt� sich daraus, datz diese Regierungsstellen bereit sind, wie von jeder anderen Korporaiion auch, Wünsche und Anregungen de» Zentralrats entgegenzunehmen. Irgendeinen E i n f i u tz auf die Entschlietzungen der Regierungsstellen hat der Zentralrat nickt. Diese Feststellungen find notwendig, damit in wetteren Kreiien nicht Hoffnungen erweckt werden, deren Erfüllung dem Zenrrak- rat abiolut unmöglich ist. Deutsche Juristen nach England eingeladen. Ende Mal findet in PortSmourh die Konferenz der„International Law Associatiou" statt. Die Tagung wird sich in erster Linie mit den neuauf- geworfenen Probleme: de? Völkerrechts, insonderheit mit dem' Völkerbund, beschäftigen. Von namhaften deutschen Ju- risten werden Professor Dr. H u b e r i ch- Berlin und Geheimrat Professor Dr. Riem eher- Kiel nach England reisen. DeutschSstcrreich im Bölkerbcind? Den„Baseler Nachrichten" zufolge wird der VölkerbundSrat. der dieser Tage in Basel zur Vor- bereitung der Generalversammlung zusammentritt, dieser oen Antrag stellen, Deutschösterreich in den Völkerbund aufzunehmen. mungsgeistes der amerikanischen Astronomen, als«ms Grund de» günstigen Klimas und unerhörter wirtschaftlicher Hilfsmittel. Diese Umstände haben auch viele tüchtige europäische Astronomen an die großen Observatorien der neuen Welt hinüSerg-lockt, wie Kapteyn. den berühmten holländischen Astomomen, den ersten Entdecker der ..Sternstrcme", und den Deutschen Äoh! schütter, der mit Walter AdamS die Ehre teilt, das spektroskopische Verfahren für di« Mes- sung der Sternabstände ausgearbeitet zu haben. An dem Mount- Wilson-Observatorium, wo diese Untersuchungen ausgeführt wurden. hat auch Horlou Shapley seine hemerkenSwertM Studien über die Natur der kugelförmigen Sternhaufen vollendet. Mittels sinnreicher Verfahren hat dieser geniale Forscher mit großer Genauigkeit die Abstände zu diesen verhältnismäßig an Zahl geringen Objekten be- rechnet, und dabei Entfernungen bis zu 200000 Lichtjahre» ge- messen. Die bisher berechneten Werte waren bedeutend niedriger. Die am weitesten entfernten von diesem Sternhaufen sind in Wirklichkeit unerhört groß. Professor v. Zeipel bat die Gesamt- masse eines solchen RiesenungetümS berechnet und eine Größe Q(-t funden, die vergleichbar ist mit der zusammengelegten Masse all«» am HimmleSgewölbe sichtbaren Sterne. Eine neue Theaterhetze. Herr Klabund schreibt unS: Anläßlich der Uraufführung meines Schauspiels„Die Nochtwand- l e r" kam eS in Hannover zu einem Skandal, der keinesfalls, wie die mitgebrachten Trillerpfeifen und Kindertrompeten bewiesen, auf künstlerische Opposition zurückzuführen war. Von welcher Seite diese Opposition unter anderem ausging, beweist«in Artikel in der „Deutschen Zeitung" vom Montag, den 10 Mai, in welchem be» hauptet wird,„daß in dem Stück der Haß des Judentums gegen das ehrliche, aufrechte Deutschland ganz unvsrhullt die Zahne zeigt", uird in der ich unter anderem als„jüdischer Brünstling" apostrophiert werde. Daö Stück ist deutscher als es die„Deutsche Zeitung" je sein wird, und ich möchte festgestellt wissen, daß der antisemitisch« Radau gegen mich völlig unangebracht ist. Mein bürgerlicher Name ist Alfred Henschk« und in memen Adern fließt nicht ein Tropfen südisch«» Blut«?. Die Opposition gegen mich wird sich»ine andere Flaag« suchen müssen." Ter Jude, der keiner ist. wird trotzdem verbrannt werden. Die -Deutsche Zeitung" wird den arischen Himschke einen Fudenknecht nennen, ernen AnpäßUng usw., und nun erst recht seinen Skalp fordern. Da» Kino al» Kunsisörberer. Die Kinotheater haben sich in Kristiania, wo sie kommunalisiert sind, als eine recht bedeu» tend- Einnahm«melle erwiesen, durch die di« Stadt in den Stand gesetzt war. eine namhafte Unterstützung dcx Kunst zu gewähren. Der Ueberschuß aus dem 2. Halbiadr 1010 w>"->e r• Bericht der.Kunstchronik" folgendermaßen verteilt:«00 000 Krone« für da» Volkstheater, 120 000 Kronen für die Aufführung eine» Ateliergebäudes für der: Bildhauer Dtgcland, 100 000 Kronen kür ,ein neue« Schulgebäude. 20 000 Kronen für Schulfilmc und 200 000 Kronen kür einen PenstonSfondS der Künstler deö NalionaltheaterS. Zchrater. Die CrUcuffüävung bei vbantastischen Schauspiels. ff i» seltsamer Fall" im Central-Tbcatcr mutz wegen technilcher Schwierigleiten aus Sonnabend, den 22. Mai d. I.. verlegt werde«. Nr. 242 ❖ 37. Jahrgang Heilage ües vorwärts Mittwoch, 12. Mal 1H2S Oirtsthast �enösrunz öes Reichskohlengesetzes. Widerstand der Kolsteitveritucm. Der Wirtschafte nrt beim ReichKvtrtschaftSministerinm beschäf- tigte sich mit einem Entwurf über die Abänderung deS Reichs- kohlenyesetzrs von 1013. Die bisherige Organisation der Kohlen- Wirtschaft hat besonders wegen der fortgeschten KohlenprciSsteige- rung andauernd Anlaß zu lebhaften Klagen und Beschweiden ge- geben, die in dem bekannten GswerkschaftSabkonunen zu der von der Regierung anerkannten Forderung nach Verstaatlichung des KoblensyndikatS geführt haben. Um die gröbsten Mißstände abzu- stellen, wunde diese Vorlage eingebracht. DaS Schwergewicht der 5tohl«nwirtschaft lag bisher in dem RoichSkohlenverband, welcher sich tn der Hauptsache anS Vertretern der bergbaulichen Unter- nchmer zusammen seht. Nach dem neuen Entwurf soll«in vollsiän- diger Umbau dieser Organisation derart erfolgen, daß die Leitung der Kobl e nw irtscha st in den paritätisch besetzten Reichskohlen r a t übergeht, welche zurzeit aus 60 Mitgliedern aus den Kreisen der Unternehmer, Arbeiter, der weiterverarbeitrnden Industrie, des Handels und der Verbwruchrr besteht, und der nun um fünfzehn weitere Verbranchr ergänzt werden soll. Unter anderem steht der Entwurf auch vor. daß der Reichs kohlenrat außer dem Recht der Preisfestsetzung auch das Recht zur bergbaulichen Flurbereinigung, zur Stillegung unwirtschaftlicher Betriebe und zur Anordnung der Inbetriebnahme stilliegender Kohlenbergwerke nach besonder? zu er- lassenden Gesetzen erhalten soll. Nach eingehenden Verhandlungen kam der WirtschftSrat zu folgender Entschließung: Der WirtschftSrat muß es sich bei der Kürze der Zeit der- sagen, zu den Einzelherten des vorgelegten Entwurfs Stellung zu nehmen, erklärt sich aber mit dem Grundgedanken des Ent- wurfs e i n v e r st a n d« n, der dabin geht, daß ein« wesentlich Verstärkung der Befugnesse deS RcichSkdhlencateS sowie«ine stärkere Vertretung der Vovbrauchr im ReichSkohlenrat eintritt. Diese Entschließung wurde mit allen gegen eine des Vertreters deS Bergbaues angenommen. '» Wie wir dazu mitteilen können, ist dieser Entwurf im Reichs- kohlenrat abgelehnt worden. Der WirtfchastSrat ist zurzeit das einzige zentrale Beratungsorgan der Reichsregierung für Wirt- schfrZ fragen— sein Votum ist maßgebend. DaS um so mehr, als der vonerwähnte Entwurf, so wenig er auch die Forderungen der Gewerkschaften und der Verbraucher erfüllt, doch geeignet ist, den unerhörten Preissteigerungen der Kohlenbarone endlich einmal einen Riegel vorzuschieben. Gegen die verspäteten AnSfuhrabgaben. Am t7. April Hai der W i r t s ch a i t S m i n i st e r und der Reichsfinanzmini st er bekannigemackt, daß ob S. Mai eine soziale Abgabe erhoben werden soll, die z. B. für den Maschinenbau S— 8 Prozent vom Rechnungsbetrag betragen soll. AuS allen Kreisen der Wirtschaft hagelt eS jesr Protesterklärungen gegen diese Abgabe. Das war vorauszusehen. Solange die Erportgewinne in- folge deS schlechten Standes der Währung ungeheure waren, fehlte die Abgabenverpflichlung. gegenwärtig, wo der Dollar statt 166 Mark, nur noch 50 Mark kostet lFriedenSIurS 4,2g Mark) und bei den gewaltig gestiegenen Jnlandpreisen die Sxportgewinne V einer geworden sind, erhebt sich stärkster Widerspruch. Ein recht häßlicher Kamps der WutschaftSinteresten spielt sich dabei zwischen der eisenerzeugenden und eisenverarbeitenden In- dustrie ab. die sich gegenseitig die Verdienste streitig machen. In Wirklichseit liegen nun die Dinge so, daß die Industrie und der Handel alle Verdienstmöglichkeiten restlos ausschöpfen. Ver- ringert sich ihr verdienst am E? p o r t g e s ch ä st, dann erhöhen sie die Inlandspreise mit dem Mittel der monopolistischen Verbandsbildung. Wehrlos steht die Masse der Verbraucher da. die Zeitungen künden an, daß die Nägel oder Nieten, oder Schrauben die Schreibmaschinen usw. vom nächsten Tage ab 3S oder 60 Prozent mehr kosten und damit ist die Angelegenheit erledigt. Der verband hat eS beschlossen, die Verbraucher haben es zu bezahlen, die Dividenden zeigen eS später an. wie einträglich diese Preis- erhöhungen gewirkt haben. In diesem Jirteressenkampf stellen wir uns auf die Seire der verarbeitenden Industrien. Je mehr Arbeitslohn die Handelsware infolge ihrer technischen F e i n h e i t und Güte enthält, jemehr Arbeiter im Gang der Arbeitsteilung an ihr beschäftigt werden konnten, desto bedeutungsvoller ist sie für die nationale Wirtschaft. Sie zu erhalten, muß unser höchstes Ziel sei. Der Export von Maschinen ist sür unS außerordentlich wichtig, der Export von Eisen oder Stahl oder einfachen Erzeugnissen aus ihnen nur dann zuläissg, wenn diese Materialexvorte» cht auf Kosten einer Einschränkung der feiner verarbeitenden In- dustrien erfolgt. Wenn die Maschinenfabrikanten, die am 13. Mai in Berlin eine Protestversaminlung abhalten wollen, gegen 6-8 Proz. AuSsubr- abaabe Einspruch erheben, so ist dieser Protest sicher unberechtigt. Die Maschineiiindiistrie kann durch besseren Ausbau ihrer Erport- organisation soviel Kosten sparen, daß eine so kleine Abgabe auch dann getragen weide» kann, wenn die großen bisher erzielten Exporigewinne sich verringern. Es wirkt überaus häßlich, wenn sich die Interessenten weigern, von Kontunklurge Winnen der volksgeiamtbelt einen Teil zu überlassen. In dem Kampf zwischen Schwerindustrie und Maschinen- bau wird eS Ausgab« der A r b ei t e r v e r t r e t e r sein, wohl zu beachten, daß die Ansbentung der verarbeitende» Industrien durch ihre Lieftrer aufhört. Ohne eine Gcmcinwirtschaft ist dieses Volks- wirtschaftliche Ziel unerreichbar, denn eS liegt im Wesen der.freien' Wirtscha-t, daß die egoistischen Triedr nicht beschränkt werden. — astr. Fortschreitende Konzentration. Ein zweiter SlioneS. liebergang der Majorität bei der A. G. Weser Bremen an die Otwi werke Bremen-Delmen- Horst. Bekanntlich tst die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland dahin gegangen, daß die Wersten größtenteils in die Hände der E i s e n g r o ß i n d n st r i e gelangt sind. Eine Ausnahme hiervon machte die A. G. Weier in Bremen, die znneil größte.gemischte' deutsche Werft, �jn der Generalversammlung vom 7. Mai hu sich herausgestellt, dar, die Oiwiwerke Bremen-Delmenhorst von den ver- Helenen 4331 Aktien lAltientapiial 7,8 MIll) allein 34l l Aktien beiaßen und somit Herren der Weserwerft geworden waren. Damit scheint von der?l. G. Weser das Sttuckial der übrigen Werften, in den Besitz rheinischer oder westfälischer Jndiistiiemagnaten übcrzu- gehen, abgewendet zu sein. Die Olwiwerkc sind eine reu, bremiiche Untelnebmung, ihre sämtlichen Anteile l2S Mill.) befinden sich im Eigentum des bremischen Großindustriellen und Kaufmanns Dr. ftir, O l l o S p r e n g e r. Die Oiwiwerke bilden den Mittel- Punkt füi eine Anzahl Unternehmungen auf den verschieden« sten Gebieten industrieller und kommerzieller Art, indem sie deren Anteile völlig oder in der Majorilät besitzen tz B. Maschinenfabrik und Gießerei W. Bestenborstcl u. Sohn G. in. b. H.. Bremen Stanz- und Hammerweik Marie'werk m. b. H. Bremen) In- dustrie- und Handelsgesellschaft Berlm-Apenrnde; Handclskonior Noid-Süd m. b. H. Berlin) Ve,edel»nflSgesellschaft für Nahrungs- und Futtermittel m. b. H., Berlin und Bremen). Wie wir weiter hören, beabsichtigen die Otwiwerke mit der Weier insbeiondere auch größere ausländische Umernebmunaen ins Leben zu rufen. Die Uebernahnze der Führung der A.-G. Weier durch die Otwi- werke wird, abgesehen von dem lokalpatrioiischen Gesichtspunkt, auch deshalb allseilig begrüßt, weil die Otwiwerke eS verstanden haben, mir ihren Arbeitern während deS Krieges und der Revolution in gutem Verhältnis zu leben. Auch während der Revolurion haben die Otwiwerke keinerlei Streiks und U»ruhen aufzuweisen gehabt. während bekannrlich die A.-G. Weser der Herd steler Beunruhigung war._ Betrrebseinschrönkungen in der Holz- und Möbelindustrie. Die Möbelindustriellen im Freistaat Sachien beabsschrigen infolge des rückgängigen AuslragSbestandeS, vom 16. Mai ab ihre Betriebe nur 30 Stunden wöchentlich zu beschäftigen, obwohl die Holzlager ziemlich gefüllt sind. Auch in der Sägewerksindustrie wird, wie das.Lerpz. Tagebl.' meldet, erwogen. BetriebSeinschränkungen vorzunehmen, da die Werke erbeblichen Schaden dadurch erleiden, daß in letzter �seit aus der Tschechoslowakei starke Angebote nach Deutschland gerichtet worden sind. Bertcuernnz der Schreibmaschinen. Der Verband deutscher Schrerbmaichinenfabrikanten erhöhte rückwirkend ab 1. Mai die Preise für alle Systeme um 33'/, Proz. GroßSerlln Durch öen Krämer. Eine Himmelfahrtswanderung. Der Krämer, ein schöner Hochwald, zieht sich quer durch daS Ländchen Glien. Er erstreckt sich von der Wansdorfer Heide im Südosten bis zu der Flatower Kiehnheide im Nordwesten und ge- hört zur Forst Rüthnlk. Hauptsächlich weist der Krämer neben Kiesernbestand viel Laubholz, besonders Eichen und Erlen, auf. Um zu diesem nur wenig besuchten Wald zu gelangen, fahren wir früh vom Stettiner Vorortbahnhos(7.00, 9.30 Uhr) nach Hcn- nigsdorf an der Havel. Hier verlassen wir den Dahnhof, gehen an der Bahn entlang und überschreiten diese. Wir erblicken viele Einfamilienhäuser, teilweise fertig, teilweise im Bau, und kommen in den Falkenhagencr Forst. ForsthauS Blockbrück lassen wir links liegen, wir gehen über den großen Moorgraben und überschreiten das Geleise der Spandau-Veltcner Kleinbahn. Große Wiesen sehen wir bor unS. Wir betreten das große Dorf Bötzow und verlassen es an seinem Westende, um auf dem Wege, der einem Gehöft gegen- über rechts von der Landstraße abbiegt, nach dem Krämer zu ge- langen. Erst führt der Weg durch Felder, aber sobald wir die Bötzower Obcrheid« betreten, haben wir einen schönen Weg v»r unS. Wir befinden unS im Krämer. Nach 1',hstündiger Wald- Wanderung kommen wir zu einem Postobelisken. Wir sind jetzt auf der alten Poststraße, die früher nach.Hamburg führte. Im Forst haus« Ziegenkrug machen wir Rast, dessen Vorlaube derjenigen des Schwanenkrug bei Spandau ähnelt und an die vergangenen Zeiten lebhaften Personen- und Frachtverkehrs erinnert, als diese Vor- lauben den Wogen zum Unterstellen dienten, während in dem ein- samen HeidegnsthauS eine Erfrischung genommen wurde. Nach größerer Rast wandern wir weiter über ForsthauS Großzicthe« durch die Wansdorfer Oberheide nach Dorf Wansdorf. Von hier kann man die Rückfahrt antreten oder weiter wandern durch tnc Wansdorfer Unterheide. Nach einer halben Stunde kommen wir zur Landstraße Pausin bis Spandau. In östlicher Richtung geben wir diese Straße, um nach zehn Minuten in den Wald abzubiegen. Eine große Lichtung sehen wir: die Kicfernheide ist zum Teil der Axt zum Opfer ge- fallen und Rieselfelder sind angelegt worden. Ein breiter Waldweg bringt unS in drei Bwrtelstunden nach dem am Großen Graben e- legenen ForsthauS Tamsbrück. Wir wandern auf der Landstraße nach Falkenhagen. In der Mitte des Dorfe? erblicken wir die ga«« im Grün versteckte Dorfkirche. Die Dorfstraße führt unS durch das Nachbardorf Seegefeld an dem Gutshof und der alten aus dem 14. Jahrhundert stammenden Kirche vorüber zum Bahnho' Seegefeld. Von hier treten wir die Rückreise nach Berlin an. R. • Die Maifrostnächte der drei Eisheiligen am 11.. 12. und 13. Mai. die in diesem Jahre mit ziemlicher Pünktlichkeit und wenig schonend für d'e jung« Natur einsetzen, werden die unert- wegten Wanderer hoffentlich am Himm«lSsahrtSdonner?tag nicht von ihren Wanderfahrten zurückhalten. Die Temperatur im Um- kreise Berlin? betrug gestern durchschnittlich 9,9 Grad. Die tiefsten Temperaturen ftarden nah« dem Gefrierpunkt. In einzelnen Gegenden der Mark fiel daS Thermometer bis unter Null. Aus Brück in der Gegend von Belzig wurde dem Berliner Wetterbnreau Nachtfrost gemeldet. Die nächsten Tag" sollen wieder c.:.c Erwärmung bringen. Die Wahlen für Ncu-Berlin. Für die ersten Wahlen zur Sladtverordiieteiiversammluiig und den BezirkSveriammlungen der neuen Sradtgemeinde Berlin, die wie schon berichtet, am Sonntag, den 2 0. Juni, staltfinden, hat da? Ministerium des Innern soeben eine ausführliche Wablord- n n n g herausgegeben, Für die einheitliche Vorbereitung und Durch- fübrung der Wahlen in sämtlichen Wahlkreisen ist vom Minister deS Innern zum leitenden Wahlkommissar Oberbürgermeister Mermuth und zu seinem Stellvertreter Stadtrat L o e h n i n g lBerlin) ernannt worden. Der Oberpräsideut ernennt für die einheitliche Borbereitung und Durchführung der Wahlen in den einzelnen Wahlkreisen einen gemeinsamen .Krei'tvablkommissar für die Wahllreiie I— Vl lBerlinl und s e 29s Segen öer Cröe. Roman von Knut Hamsun. Dann las er vor, was er geschrieben hotte, den Kauf- kontrakt für den Berg, zwechmdert Taler rn die HanH und später ordentlich hoste Prozente, beim Betrieb oder bei einem Weiterverkauf deS KupfcrfundoS.„Hier mrterschreibl' sagte Geißler. Jsak würde augenblicklich unterschrieben haben, aber er war kein Schriftkundiger, sein ganzes Leben lang hatte er nur Buchstaben in Holz geschnitten. Ach. und da stand die ab- scheuliche Olir»e und sah zul Er ergriff die Feder, diesen Greuel von einem leichten Ding, neigte das rechte Ende nach imten und schrieb— schrieb seinen Namen. Danach setzte Geißler noch etwas darunter, vermutlich eine Erklärung, und sein Begleiter unterschrieb als Zeuge. Fertig. Aster innner noch blieb Oline unbeweglich stehen, ja eigentlich wurde sie jetzt erst steif. Was würde geschehen? „Stell' daS Essen auf den Tisch, Oline I" sagte Jsak, und er war vielleicht ein wenig hochmütig, seit er aus Papier ge- schrieben hatte.„Ihr müßt eben vorliebnehmen, wie wir es haben!" sagte er zu Geißler.� „ES riecht gut nach Fleisch und Brühe," sagte Geißler. «Da sich her. Jiak, hier ist das Geld!"— Damit zog Geißler sein Taschenbuch heraus, das dick und strotzend war, er nahm zwei Bündel Banknoten heraus, zählte sie und legte sie auf den Tisch:..Zähl' selbstl" sagte er. schweigen. Stille. .?ssakl" nof Geißler. „�sa. Na ja." sagte Jsak, und er murmelte überwältigt: „Da? ist mm wicht mein Anspruch— nach allem, waS Ihr schon getan habt."—„ES müssen zehn Zehner und zwanzig Fünfer sein," sagte Geißlrr kurz.„Ich hoffe, eS wird einmal viel mehr für dich herauskommen." Da kam Oliwe wieder zu sich. DaS Wunder war ge- schehen. � Die stellte das Essen aus den Tisch. Am nächsten Morgen ging Geißler nach dem Flusse und bisah sich d'.e Mühle. Alles war ftein und roh zusammengezimmert, ja, es war wie eine Mühle für Wichtelmännchen, aber stark und nützlich zmn Gebrauch für Menschen. Jsak führte seinen Gast noch«twaS weiter den Fluß hinauf und zeigte ihm eine zweite Stromschnelle, wo er auch schon etwas gearbeitet hatte, es sollte»in Sägewerk werden, wenn ihm Gott die Gesundheit erhielt. „Das einzige ist, daß»vir hier so weit von der Schule entfernt sind," sagte er.„Ich muß die Jungen drunten im Dorf in Kost geben."— Der bewegliche Geißler sah darin kerne größere Unannehmlichkeit.„Gerade jetzt lassen sich immer mehr Ansiedler hier in dieser Gegend nieder, und dann kommt eine Schule her."—„Ach. daS kommt Wohl erst so weit, wenn meine Kleinen groß sind."—„Und WaS tut's, wenn du sie drunten unterbringst? Du fährst mit den Jungen und mit Lebensmitteln hinunter und holst sie nach drei oder sechs Wochen wieder ab. daS ist doch gar nichts für dich."— „Nein." Nein, eigentlich war es gar nichts, wenn Inger jetzt heim kam. Haus und Hos, Nahrung und sonst viel Schöne» hatte er, viel Geld hatte er also jetzt auch und dazu ein« eiserne Ge- sundhett. O diese Gesundheit, stark und ungeschwächt in jeder Beziehung, die Gesundheit eines ganzen Manne?! AIS Geißler abgezogen war, begann Jsak über viel hos- färtige Dinge nachzudenken. Jawohl, denn dieser gute Geiß- lex hatte zun: Schlüsse noch die aufmunternden Worte gesagt, daß er Jiak gleich Nachricht schicken wolle, sobald er zum Tele- graphcn komme.„In vierzelm Tagen kannst du drunten auf der Post einmal nachfragen, Mstitte er gesagt. DaS allein war schon etwas Großes, und Jsak machte sich nun daran, eine Sitzbonk auf seinem Wagen zu verfertigen. Wahrhaftig, einen Wagenstuhl, der bei den Feldarbeiten abgenommen, aber wieder aufgesetzt wurde, wenn man ins Dorf fuhr. AIS jedoch der Wagenstuhl fertig war, sah er so weiß und neu aus, daß er etwaS dunkler angestrichen werden mußte. Und miherde«, WaS war nicht alle? zu machen! Der ganze Hof mußt« angestrichen werden. Hatte Jsak nicht schon seit Jahren davon ge- dacht, ein? große Scheuer mit einer EinsahrtSbrllcke zu bauen. um das Heu in den oberen Raum hineinfahren zu können? Und hott« er nicht da§ Sägewerh bald fertigstellen wollen, um fein ganze? Grundstück emfriedigen und ein Boot für den Gebirgssee bauen zu föimen? vieles hatte er sich Vorgenom- men. Aber eS half alles nichts, und wenn er auch seine Kräfte vertausendfachen könnte,� die Zeit reichte nicht ouS. Im Handumdrehen war es Sonntag und im Handumdrehen war os schon wieder Sonntag. Aber anstreichen wollt« er jedenfalls. Die Häuser standen ja jetzt so nackt und grau da, wie Häuser in Hemdärmeln. Er hatte noch Zeit vor der Feldarbeit, eS war ja noch gar nicht eigentlich Frühling, das Kleinvieh war zwar schon draußen. aber der Boden war noch überall gefroren. Jsak packte einige Mandel Eier ein, um sie zu verkaufen, geht ins Dorf und kehrt mit Oelfarbe zurück. Sie reichte zu einem Gebäude, zu der Scheune, diese wurde rot angestrichen. Er holt neue Farbe und gelben Ocker, fürs Wohnhaus.— „Ja, es ist, wie ich sage, hier wird's jetzt vornehm," murmelt Oline täglich. O, Oline. sie merkte woihl, daß ihre Zeit auf Sellanraa bald zu Ende sein würde, sie war zäh und stark genug, eS zu ertragen, aber doch nicht ohne Bitterkeit. Jsak seinerseits hielt nun keine Abrechnung mehr mit ihr, obgleich sie in der letzten Zeit gehörig stahl und im ter schlug. Jsak schenkte ihr sogar einen jungen Widder, denn sie war ja eigentlich jetzt schon rcckü lange um wenig Lohn bei ihm. UebrigenS war Oline auch nicht schlecht gegen seine Kinder gewesen) sie war nicht streng und rvchtschcrfsen und dergleichen, aber sie hatte ein? bequeme Art für die Kinder, gab Rede und Antwort, wenn sie fragten, und erlaubte Ämen fast alles. Kamen sie herbei, wenn sie Käse machte, dann durften sie ver- suchen, und wenn sie an einem Sonntag einmal vor dem Gesichtwaschen auSkneifen wollten, dann ließ sie sie lausen. AI? die Häuser mit der Grundsarb« angestrichen wäre», holt« Jsak im Dorf so viel Farbe, als er nur tragen konnte, und da? war nicht wenig. Dreimal strich er die Häuser an, und die Fenster und Eckfugen mochte er weiß. Wen er jetzt aus dem Dorfe zurückkam und sein Heim da auf der Halde sah, war eS ihm. als sehe er da? Märchenschloß Soria Moria vor fichl DaS Oedland war bebaut und nicht mehr zu et- kennen. Segen ruht« daraus, Leben war entstanden aus eine« langen Traum, Menschen lebten da, Kinder spielien um die Häuser her. Bis hinauf zu den blauen Bergen dehnte sich schöner großer Wald aus. Und al? Jsak wieder einmal zum Kausinann kam, gab dieser ihm einen blauen Brief mit einem Wappen draus, und der Brief kostete fünf Groschen. Der Brief war ein Tel» gramm, daS mit der Post weitrrgeschickt worden war, und«S war vom Schultheiß Geißler. Nein, dieser Geißler, WaS sür ein merkwürdiger Menich war er doch! Er telegraphierte die wenigen Worte:„Inger frei, kommt baldigst, Geißler." (Forts. foIgU einen flretStoaütTommiffnt für die Wahlkreise VII— XV(Vororte). sowie für jeden Wahlkommissar einen Slellvertreter. Die ernannten Kreiswahlkommissare und deren Stellvertreter sind unverzsiftlich dem leitenden Wadlkommissar namhaft a» machen. Für die Wahlen darf das für die letzte Neichstagswabl benutzte Hauplslück der Wählerliste verwendet werden, sofern hierbei der KretS der Reickstagswähler deutlich erkennbar bleibt. Die Feststellung der für die Ausübung des Wahlrechts erforderlichen Ansässigkeits- fr ist von einem Jahre kann in der Weise erfolgen, dag die* jenigen Perionen, die noch nicht ein Jahr lang in ihrer gegen« wältigen Gemeinde wohnen, von dieser die Aufforderung erhalten. bis zum Beginn der Auslegungsfrist zur Vermeidung der Strelchung in der Wählerliste den Nachweis dat'llr zu erbringen, dast die An- sässigkeitStrist erfüllt ist. Nack fruchtlosem Ablauf der Frist wird die Streichung in der Wählerliste(unbeschadet de« Einspruchsrechts) vorgenommen. Die Wählerlisten werden sväieilen» v o m 1. Juni a b mindesten» b Tage lang öffentlich ausgelegt. Der Tag des Beginn« der Auslegung der Wählerlisten wird vom lestenden WahUommissar bestlmmt._ Keine Erhöhung der Höchstmiete«. Berliner Abendblätter berichteten gestern etwa« voreilig, dah sich da» WohlfahrtSministerium mit der Frage einer Heraufietzung de« Höchstmietbetrage« beschäftige. Die P. P. N. erfahren nun an zuständiger Stelle, das, eine Erhöhung der Groh-Betltner Höchst« mieten wegen der Hypotheken, inken nicht deablichtigt ist. Auch die Kosten für talsächlich vorgenommene JnstandsetzungSarbeiten rechtfertigen eine Erhöhung der Höchstgrenze nickt, denn für wirklich ausgeführte Reparaturen erfahren die Hausbesitzer unter bestimmten rm Gesetz vorgesehenen Voraussetzungen Fuscküsse der Mieter. Diese Bestimmungen find durch das neue Reichsgesetz über Maßnahmen gegen WohnungSmangel ausdrücklich bestätigt worden. Schafft krkegerhelmstätteu! Der SiedlungSgedanke hat im Reichsbund der Krieg Z- beschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegs« Hinterbliebenen sich so stark erwiesen, daß man im vorigen Jahre zur Selbsthilfe schritt. Au« dem Bund heraus entstand die Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft»Mär« kische Scholle', die kapitalschwachen Siedlungslustigen Helsen will, durch Arbeit zur Siedlung zu gelangen. Gestern wurde für diese« Werk geworben in einer von der Genosienschast veranstalteten, sehr stark besuchten öffentlichen Versammlung, die den großen Lickibof de« Berliner Stadthauses füllte. Der zweite Borsitzende H e i n e n erklärte in seinem Referat, »ach all den Berspiechungen von Siedlungen und Heimstästen wolle der Kriegsteilnehmer jetztTaten sehen. Hunderttausende seien erfüllt von dem Verlangen nach der ihnen zugesagten freien Scholle. Geschäftsführer Schadewald schilderte die Schwierigkeiten, denen die Genossenschaft beim Forstfiskus begegnete, al« sie ein au« Wiesen und Laubwald bestehende« NiederungSgelände von 2 000 Morgen Größe bei Brück im Kreise Fauck-Belzig kaufen wollte. Der LandwirlschastSminister bat die grundsätzliche Genehmigung zum Verkauf erteilt, aber der Kaufabschluß mit dem Fornfisku« steht noch aus. Den Aufbau der Siedlung und ihrer Heimstätten würden die Genosien selber ausführen, etwa nach dem Borbild der Farmer und neuestenS auch der Gruppe von Kohlen- ai beilern um Hauptmann Sckwude. Geplant ist eine reine Land- sieölung, die für Gartenbau eingerichtet werden soll. In der Debatte führte Güterdireklor Judeck auS, daß ein Volk nicht durch Gesetzgebung allein, sondern durch praktische Arbeit in die Höhe gebracht wird. Gartendireklor Ecktermeyer von der Garienbauschule Dahlem webrw die gegen den Landwirtschaftsminister erhobenen Vorwürfe ab. Auch der sei eben nicht allmächtig. Der Berliner Siadtverordnele Wildgan« hob hervor, daß ohne Siedlung die Wohnungsfrage nie zu lösen sein wird. Es sprachen noch mehrere Redner, darunter der sozialdemokratisch« Landtags, abgeordnete Paetzel. Die Schwierigkeit der Siedlung liegein den Gesetzesbestimmungen, die wir den bürgerlichen Parteien zu verdauken haben. Was wir Sozialdemokraten vermögen, wird— schloß Paeyel unier lebhaftem Beifall— geschehen, um Ihre Sache durchzudrücken. Wie die Vermögt« inS Ausland gehen. Wir berichteten kürzlich, daß ein Berliner Kapitalist mit seinem Motorboot dem Sietiiner Wasserschutz in die Hände fiel. Der Eigentümer erklärte, daß er.Direktor' der Pbönix-Werke rn Appenrade sei und die Abfickr habe, ein großes Gut zu kaufen. Dieiem Zwecke sollten auch die großen Geldmiitel diene», drc er bei sich führte: 320 Ml) M. bares Geld und drei Scheckbücher ver« schiedener Banken über zuiammen 2 Millionen Mark. Der vermeintliche Großindustrielle wurde in Steltin wieder enl- lassen und fuhr nach Ueckernründe weiter. Dort zahlte er iein Geld bei der Bank ein. Er ist aber nicht, wie man nachträglich feststellte. Direktor der Phönip- Werke oder sonst ein Großindustrieller. sondern«in Bauingenieur E r n st Z ie r op aus der Sve ener- straße in Berlin. Während fein Heizer,«in über Urlaub ge« bliebener Sergeant, mit dem großen Teil der Sachen, u. a. auch einem Scherenfernrohr, da« au« Heeresgut stammt, verschwunden ist. kehrte Zierop nach Berlin zurück. Hier halte sich der Ver- dacht der Vermögensverschiebung unterdeffcn soweit verstärkt, daß die zuständige Stelle den Mann von neuem fest- nahm und jetzt dem Amtsgericht vorführte. Zierop bewohnte in der Speenerstraße zwei Zimmer.— Dort waren alle Möbel bereit« verianMertig verpackt. Zierop hatte auch schon für sich, seine Fi au und deren Schwester Ausland«- Pässe besorgt, und zwar, wie an« dem Liium hervorgeht, aus Grund der unwahren Behauptung, daß sich die Reisenden im AuS- lande Stellung suchen wollten. Jetzt erkUut er, er habe die Absicht gehabt, eine große TorsouSbeutung iuS Werl zu setzen. Da« Motor« boot deS Verhafteten sowie daS Geld und seine Bantgulhaben wurden beschlagnahmt. Es gib, kaum eine Strafe, die streng genug wäre für Ver- brecker dieser Art, die auf der vom Blut deS Volke« gedüngten Kriegsweide ihre Schweine mästeten und da« Weite inchen, wo es ans Abgeben geht. Hier könnte in Wahrheit ein Exempel statuiert werden. Schuljugend und Gartenbau. Der Berklner Magistrat schreibt: Die befriedigenden Erfolge deS Vorjahres in der gartenbauliche« Betätigung der Gemeindeschulkrnder haben zur Fortsetzung dieser Jugend- pflegearbeit auch in dieiem Jahre geiührt. In Blankenburg und am Bahnhof Weißense« wurden dem Städtischen Jugend- Pflegeamt für die'e Zwecke»6 730 Ouadratmeler Karienboulano zur Verfügung gestellt, wo 30 Schulen mit 000 Kindern untergebracht werden konnten. Bei leichter Betätigung im Gurten wird den betreuten Kindern Luft. Lickr und Sonne geboten. Wenn außer der die Gesundheit iördernden Tätigkeit der Gewinn au» nicht allzugroß sein kann, io lerneu die kleinen doch den Fleiß und die Sorge de« Landmanne» iowie die Schwere ieine« Berufe» kennen und in die Kinderberzen wird die Saat der Liebe zur Natur gelegt. Dem Ausbau dieser Jugendpflegearbest wird da« Jugendpflegeamt besondere Luimerlsamkest zuwenden. Die yahrpreiSrrhvhun« im Stadtbahnverkrhe. vom lv.?. M. ab gelten nur die zu den neuen Preisen au»gsgeben«n Fahrkarten. Die vor dem!S. Juni zu den alten Fahrpreisen gelösten Monat»- und Wochenkarten dürfen aber noch bi« zum Ablauf ihrer Geltungsdauer ohne Preisausschlag beiutzt werden. Die bisherigen nach dem alten Tarif berechneten einfachen Fahrkarten werden mit Ablauf deS 14. Juni ungültig. Die bi, zu diese» Zeitpunkt gelösten und zur Fahrt noch«cht benutzten«in- fachen Fahrkarten werden RS zum"15. August gegen Erstattung des dafür gezahlten Fahrgeldes au de» Fahrkartenschalter» zurück- g-mommcn. Ter WohaungSverbaud Grotz-Berli« behandelte in seiner gestrigen Sitzung die Gefahr der Einstellung der Woh- nungsbautatigkeit in Groß-Berlin, die dadurch hervor- gerufen sein soll, daß da» Reich von den für lS20 aufzubringenden 150 Millionen bisher nur 27 Millionen in Aussicht gestellt hat. Der Geschäftsführer führt« aus. daß. wenn dem Verband vom Reich nicht ausreichende Mittel zur Verfügung gestellt werden, er sich gezwunger sieht, die Bautätigkeit einzustellen; damit würde eine Katastrophe auf dem WohnungS- und Baumarkt heraufbeschworen. Der WohnuiigSserbcmd müßte die Verantwortung für da» Eintreten einer Katastrophe ablehnen, da er seinen Anteil in Höbe von 50 Millionen aufzubringen bereit ist und die Reichs- behörden seit Monaten auf die Gefahr hingewiesen hat. Der Ver- bandSauSschuß beschloß, eine driigliche Eingab« an die Nationalversammlung zu richten, in der er auf den Ernst der Situation hinweist. Der verein beimartrener deutscher Westvrenßen. vezirksgrnppe Norden, veranstaltet am Freitag, den Is, abend» 8 Uhr, in den Sovhien- fälen. Sophienstr. l7/l8, einen Tdeaterabenö.pielt wird.Der Strom' van May Halbe. Karten& 2,25 R. bei den Bertvauentpersonen und an der Kasse. Reichsbund der KriegSbeichädigte». Bezirk 4(Süden), Abteilung Hinterbliebene. Sitzung beute Dresden« Str IIS 7'/, Uhr. Charlottenburg. Errichtung einet städtischen Jugendbühne. In jüngster Zeit machten sich in mastgebende» Kreise» in Charlotten» bürg die Bestrebungen für Bildung einer kommunalen Jugendbühne in üruner größer werdendem Maß« bemerkbar. Auch die LallkSbildungSdeputation soll, wie verlautet, diesen Plänen sympathisch gegenüberstehen. Kann auch heute noch nicht von einer eigentlichen Verstabtlichung eines Charlottenburger Theaters g» sprachen werden, so zieht man dych schon jetzt an zuständige» Stellen die Gewährung einer weitestgehenden Unterstützung für die bereits dort bestehenden künstlerische Jugendbühne in Erwägung. Neukölln. Die zur ReichZtagSwahl aufgestellten Wählerlisten liegen ,ur bis Sonntag, den 16. Mai, einschließlich aus. Die Listen sind an den Werktagen vor 8 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags und von 5 bis 8 Uhr abends, an den Sovniagen von 1 bis 5 Uhr nachmittag» wie folgt zu jedermanns Einsicht öffentlich ausgelegt. I. In der Turnhalle der 17. Gemeindeschul«, Weserstr. 12/18, die Listen der Wahlbezirke 1— 13. II. In der Turnhalle de» Kaiser-Friedrich-RealghmnasiumS. .Kaiser-Jriedrich-Straße 208/210, die Lifte» der Wahlbezirke 14— 17, 30—35, 44—47. III. I» der Turnhalle deS 1. Lyzeum», Berliner Str. 2/10. die Listen der Wahlbezirke 18— 25, 27—29, 36 und 37. IV. In der Turnhalle der 21. und 23. Gemeindeschule, Weise- straße 19/20, die Listen der Wahlbezirke 26. 38-�1, 50—63, 66 bi» 60. V. In der Turnhalle der 15. Gemeindeschule, Lesstngstr. 38/39, die Listen der Wahlbezirke 42 und 43, 48 und 49. 547—59 und 65. VI. In der Turnhalle der 11.©ernei ideschule, ThomaZ- straße 20/21, die Listen der Wahlbezirke 64, 70—72, 82— 86, 92 und 03. Vkl. In der Turnhalle der 35./86. Gemeindeschule. Richard- straße 47, die Listen der Wahlbezirke 60— 68, 73— 81. VIII. In der Turnhalle der 27. Gemeindeschulc. Mariondorfer Weg 69/72. die Listen der Wahlbezirke 87—91, 94—100. Zur BekSmvf«»« der ArbeitSlostgkett in Neuköll». Der Neu» köllner Magistrat will zur wirksameren Bekämpfung der Arbeit». lofigkeit durch produktive Arbeit weiter« 10 Millionen für den Au bau der Industriebahn einschließlich der Brücken, für den Ausbau der Ladestrahen und für Herslellung der Srananlage» am Schiffahrtskanal, an der Industriebahn und am Hafen, sowie für den Bau der Brücken über de» Schiffahrtskanal aus einer neu aufzunehmenden Anleihe zur Verfügung stellen. An diesen Bauten werden zurzeit 8500 Arbeiter beschäftigt; ihre Zahl soll auf 5000 erhöht werden. Tempelhof. In der letzte» Gemeinbeverkretersttzung wurde u. a. über die Einführung einer reuen Gebührenordnung für die Friedhöfe und die Errichtung eines Urnenhains verhandelt. Die Anlegung des Urnenhain» erfordert die Summe von 12 000 M. und wird bewilligt. Die Dahlstellen sind im Urnen- Hain beseitigt.— Für die Erweiterung des M üllabfuhr- unternehmenS werden 35 000 M. bewilligt.— Ferner werden für die Volkshochschule Berlin 1088 M. und für die Volkshochschule Tempelhof-Mariendorf 7500 M. bewilligt.— Der vorliegenden Er- gänzuig deS Entwurfs deS OrtSftatutS betr. die Pflichifortbil- dungSschule für Mädchen wird zugestimmt. DeS weiteren soll«ine Schule für Haushaltung»- und Handarbeit»- künde und für Gefundhen». und Säuglingspflege errichtet wer- den. Der Erhöhung der Elnkommenigvenze für die Uehernahme der Bestattungskosten ourch die Gemeinde auf 8000 M. wird zuge- stimmt. Ferner findet ein Attrag Ewald Annahme, wonach jedem uniformierten Beamten 500 M. Kleidergeld bewilligt werden.— Bei der Besprechung der Rogeluna de» Lohntarifs für die Gemein.dearbelter entfpimuD sich eine längere Debatte. Schöffe Genosse Burgementer bringt einen Antrag«in, der für die mindererwerbsfähige 1 Arbeiter, die Hilfskräfte und die Beamten. Angestellten und Lehrer Regelung ihrer Gehälter vorsieht. Dieser Antrag wird an die Kommission verwiesen.— Ein weiterer Antrag Burgemeister. die Beamten und Arbeiter, die am 1. Mai gefeiert haben, feiien wirtschaftlichen Schaden erleiden zu lassen, sowohl in Lohn, Gehalt oder Urlaub, wird angenommen. PeterShagen a. Ostbahu. Gemeinvevertrcterfitzung. Die Be- ratung eine« Orts-Slatute« siber Reinigung öffentlicher Wege wird einer Kommisston überwiesen. Zur Regelung der GebaltSverhältniiie der Gemeindeang est eilten wird eine Verbandlungskommiision. bestehend an« je einem Ber» treter der Frokiionen pewähli. die mit der Organ sa'ionSleitnng i» Veibindung treten foll. Der vom Reaierunaspräsidenten ein» geforderte Bericht betreff« Sackdorstellung der Ereignisse wäbrend de« Kavo-Pnliche« am hiesigen Ort wird in der vom Gemeindevorsteher Genoffen M a i geichildertm Form gegen die Stimmen der Demokraten angenommen. Der Bau der W a g e n b a l l e für den geplanten Krastwagen- Perionenverkehr Erkner— Kaliberge— Fredersdorf— 2Il-Lond»berg kann wegen der Höbe der Kosten nicht zur Ausführung gelangen Um die Fahrpreise der Schmöckwitzer llferbah». Die S chm öck- witzer Gemeindevertreteriitz un g nahm in ihrer letzten Sitzung Keni'triis von dem Schiedsgerichtsurteil bell Festsetzung des neuen Fahrpreise« ikir die Uferbabn Grünau— Schmöckwitz. Tie Dirett'on für Babnbau und»Betrieb in Frankfurt a. M. hatte einen Fakirprei« für die aanze Sirecke von 70 Pf. pro Einzelfabrt an Wochentagen und 1 M. an Sonntagen gefor''»rt. Noch in letzter Stunde al« das Schiedsgericht bereit» -ur Tagung zusammengetreten war. überreichten die onweienden Direktoren der Bahn. Seifert nnd Köhler, dem Schiedsgericht»ine neue Forderung, wonach 1 M. Einzelsahrvreit wochentags und 1.20 M. iür SonniagS verlangt wurden. Die Forderung wurde mrr der in SiiSsickt stehenden Gehalt«« und Lohnerhöhung der An- aestellten und mit der Material- und Siromv«riru-rung begründet. Trotzdem erkannt« da« Schiedsgericht trotz aller E>n- Wendungen der Vertreter der Gemeinde die Forderung der Unternehmer an und entschied, daß in Zukunft die Fabrpreiie wie folgt zu erbeben sind: 1 M. für fede Einzeliabrt wochentags und 1.20 M. Gonntaa». MonarSkarten 22 M.. Schülerkarten 12 M, Wochenkarten 5 20 M.. Teilstrecken entsprechend niedriger. Die Gemeindevertretung erblickte bterin ein rigoroses Bor» gehen des Schiedsgerichts und Stärkung de« Unternehmer- tnms zu Lasten der wirtschaftlich Schwachen und begründete diele«. Der Gemeindevorsteher»eilt« mit, daß gegen de» Beschluß deS Schiedsgerichts kein Rechtsmittel besteht, so daß sich die Gemeinde. selbst auf die Geiahr hin, daß da« Unternebmen nun unrentabel wird, damit abfinden müsse.— Zum Punkt 2 der Tagesordnung beir. Bewilligung eines Vorschusses an die Gemeindcbeamle» auf die zu erhöhende T e u e r u n g S z u l a g e wird Vertagung be- icklosien biS Groß- Berlin, wohin auck wir eingemeindet werden, Stellung dazu genommen hat und entsprechende Beschlüffe c�iaßl hat Groß-öerliner parteinachrichtea. Heute» 12. Mai: Achtung, Eisenbahner! An den Prachtlälen des Ostens. Frankfurter Zillk« 48, nochm. 5'/, llbr, Ber'ammtung sämtlicher Sileickabner. Achtung. Poltzriboamte: 8 Ubr in den Haverland-Festlälen, Neue Frledrichftr. 85, Handzettel abholen. Alle Vertrauensmänner der blaue«, grünen und Kriminalooltzer müssen erscheinen oder Vertreter senden. Ebarlottenburg. 8 Ubr östenlliche HauSangestelltenveriammlung in der Schnlaula der 2t>. Gemeindeschule, Bleibtreustraxe 43, am Savignyplatz (nicht VolkShaus. Nostnenstraiie). Stralau.'/� Ubr, Berlammlung bei Dollenbach. Wetßensee, 7 Ubr vezti lsabende. t. Bezirk bei Reimann. Vörtb» straße 23», 2. Bezirk bei Stärke. Tbarlottenburger Str. 8, 3. Bezirk bei Wietstruck. LangbtmSstr. 62. 4- Bezirk bei Schönleid. Sedanstr. 70. Tegel. Zahlabend 71/, Uhr im.Friedensrichter'. ?ugenüveranfto!tungen. Mittwoch, de» 1«. Mai tS20, �8 Uhr: Zeurralfu!?e»bbrlm. Berlin SW 68, Lindenstraste 3.— Sozialistische Schülersektion. Beginn der KrbeUSgemeinfchaft über »Boltswirtichaft und Sozialismus'(Ziel. Dr. Nögler) 6 Ubr. Mitglieder zahlen 1,50 M., Gäste 3 M. UnkostenbeUrag. Handardeilende Juaend- genossen sind herzlichst eingeladen.— Erkner. Nachrwanderuna.— Graft« Lichrerfelde. VIbrechtstr. 14a Vortrag: Die tote Feldpost.— KaulSdorf. Adollstraße, Semeindeschule, Mitoliedeiveriammtung.— Mahlsdork. Ge- meiudelchule Walderfeeliratze Vortrag: Auf den Halligen.— Osten. Mädchenbortzimmer der Gemeindelchule. Slraßmamutr. 6, Mädchenabend. — Prenzlauer Vorstadt. Fenlel, Danz-ger Str. 25. Vortrag: Die Fremdenlegion.— Rokenthal. ffiemeinbcichute Kastanienallee Vortrag: August Bebel. Südosten. Drangelitratz« 128 Bortrag: Bolkswirtlchätt. — lcuipethof. Üvzeum©errnoniaftr. 6/7 Vortrag: Wie wir wandern.— Wedding.©elongfaal der 14. Rcalichuke, tsüttlcher Straße, DiSkuisionS- abend.— Westen. Baugewerbeschule Kursürstenftr. 141 Bortrag: Sozialismus._ Sport. DaS Goldene Rad in Treptow wird in diesem Jahre durch ein zweitägiges Meering, das am Himnielfabrtstage beginnt und am Sonntag, den 16. Mai. endet, zum AuSirag loinmen. Für dies Nennen sind wieder wie im vorigen Jahre durch die hohe Teil- nehmer, a hl zwei Vor/äufe nötig. Ackt unserer zurzeit beste» Dauerfahier haben sich in die Meldeliste eingetragen. Sportliche Wettkämpfe veranstaltet die»Freie Tu r« er s ch a ft Berlin' am H i m m e l f a h r t s t a g e aut dem Spoi t: latz der Freien Turnerschafi DilmerSdors. Würltembergische, Ecke Zähringer Elra>ze. Programm: Faustkampf der Männer, Alten Herren und Jugendlichen. Treitombs der Frauen. Nach dem Maimich.-.ftowetttämpse und Sviele. Eintritt frei. Fahioerbindung: Hochbahn bis Fehrbellwer Platz, Babn bis Schmargendorf bzw. Savignyplatz, Straßenbahn 5, 10, 77, 78, 91, W. Ansang 2 Uhr nachmittags. Nenne» im Grunewald Dienstag, 11. Mai. l. Westend- Rennen. 12000 M..] 200 Meier. 1. Löberitz(Mäßig). 2.©iaiulatiou i Benndorf). 8. Hourka(flobl). Tot. Sieg 63:10. PI. 23. 39, 37. Fern« liefen: Möoe II, Ouaotz(4), Pruna. Osipaonica. Satrap(6), Sibylle(5), Elba, PloSca(ges.). 2.. Bajazzo. Rennen. 12000 St.. 1600 Meter. t Caliari tRostenberger), 3. Montz-PUischke), a Eifan(Friedrich). Tot. Sieg 18: 10, Pt. 12. 12. 15. Ferner Uesen: W.mose(5), Nadina. Bluff(4), Sormenburg. Reeder. 3. CSidet- Ausgleich. 16 000 M., 2000 Meter. 1. Armenier (Fentzsch), 2. Hofgunst(O. Schmidt), 3 Earlsminde(Br. Wenzel). Tot. Sieg 63: 10. Pl- 26. 27, 37. Ferner liefen: Rübezahl. Spartaner, Kral(6). Üuciser<4>. Mohammed, Revelin, MajoralSherr. ginmark, Sperber(5), Korobh. Eapiialist.,». � 4. Preis von Dablwih. 27 000M.. 1600 Meter. 1. Friedensfürst (Rastenberger). 2. Tannen, eis(Sanel), 3. Ciniltft(Schläfke). Tot. Sieg 93: 10, Bt. 23, 13. Ferner licjeii: Sittarb. Endegut(4), Saint Ahl(3). ö. Pontresina- Rennen. 12 000 2»., 1800 Mette. 1. Exzellenz (Janek). 2. Augustenburg(Rastenberaer), 3. Blum.enlönigin(Kranlein). Tot. Sieg 23: 10 Pl. 14, 14. 31. Ferner Uesen: Bärbels«, Friedens- taube(4). RoSmaria Moena(5), Beberitze. 6. Sdgardo-Rennen 22 00*1 M. 16C0 Meter. 1.©eorgio« (O. Schmidt). 2. iL 011» wart(Jane!), 3. Tunichtgut(Kasper). Tot.-iieg 35:10 Pl. 13, 11. Ferner Uesen: Ptllao(4). 7. Zierow. Ausgleich 16000 M. 1400 Meter. 1. Magier > Janek). 3. Kolmerhot(Bleuler), 3. Freda(Kasper). Tot. Sieg 2t: 10, Pl. 13. 27, 19. Ferner Uesen: Schakal. Volter, Heiderose,»auru»(4). Konrad(15).__ Mus alier Welt. Verurteilung wegen Gefangeneumihhandlung. Da» französische Kriegsgericht in Landau(Pfalz) verurterlrc den Kaufmann Peter Demmerle aus Lwdwigshafen zu einem Iah: Gefängnis und 200 Frank Geldstrafe, weil er«IS Buchhalter bei der Firma Grün» Zweig». Hartman» 1917 und 1918 französische Gefangene gemiß- handelt höh» Der Angeklacie bestritt den Tatbestand, der aber von sechs Zeugen in übereinstimmender Weise bekundet wunde. Feuerkampf auf einem Warschauer Bahnhof. In der Nacht zum 2. Mai verließ aus dem Brestcr Bahnhof rn Warschau eine Gruppe P 0 s e n e r Soldaten, die sich auf der Durchreise befand, den Zug und warf sich auf die der Ankunft des Zuge» harrenden Juden. Hierbei wurde Jakob Israel Rotenberg mit Gewehr- kolben erschlage». Die wenigen Bahnpolizisten waren mache» loi. ES trafen Gendarmerie und Militär ein, die 26 Schuldige verhafteten und unter starker Bewachung in einem Bahnhof«- zimmer internierten. Die übrigen Soldaten, etwa 200 an der Zahl, versuchten ihr« Kameraden mit Waffengewalt zu befreien. Ein Sturm auf das Haftlokal mißlang. Die Posen er Soldaten zogen sich dann nach dem BahnhofSgarten zurück und eröffneten von hier auS ein lebhafte» Feuer auf den Bahnhof, das von Gendarmerie und Militär erwidert wurde. Nach halb- stündigem Kugelwechscl. bei dem etwa 1000 Geschosse abgefeuert wurden- verließen die Posener ihre Stellung und machten einen zweiten Ansturm, um ihre Kameraden zu befreien. ES lam zu einem Bajonettkamps, bei dem ein Gendarm, getötet wurde. Bald darauf erschien ein mft Maschinengewehrer. bestückte« Panzerautomobil, das jedoch nicht mehr in Tätigkeit t-wt. Außer den Verhafteten wurden noch weitene 12 Soldaten festgenommen. die den Bahnhof beschoffen hatten. Di« übrigen Posener Soldaten bestiegen wieder ihren Zug, ließen sich nicht mehr zu nahe kommen und setzten ihre Fahrt soft. Deutsche in holländischen Kol-nialdienste». Au» englischer Quelle erfuhr man Ende April, daß etwa 100 deutsche Krieg»- gekangene.«hetneriige Angehörige der Marinodivision m Kiairtschau. in Java Stellungen in der zivile» und volizeilichen Verwaltung erhalten hatten. Dieser Tage bestätigte der holländische Kolo- nialminister diese Mitteilung dahin, daß tgtsäüsich töne Reiche in Tokio interniert gewesener Deutscher in Holländisch-Jndien av gelangt seien und dort verschiedene Verwaltungsstellen bekleidete«. Di« dortige Regierung sei offenbar zur Einstellung.-cm Ausländern nur geschritten, weil sich gerade in gewissen loloma'-sn Dievst» zweigen ein Personalmangel fühlbar mache. Napoleons Geburtshaus in Ajacrio auf Corsiea ist von� Sin- dreckern heimgesucht worden. Die baden die alte bolweiidnitzte EingongSiür zertrümmert und alle Räume durchsucht, jedoch nur einige Gegenstände von geringere« Wert entwendet. SrlefkaNen der Redaktion. rHAfur Schriftliche Auskunft wird nicht erteilt. Ked« für bin Brieflasten bestimmten Anfrage Mg» man einen Suchstaben Nna eine Nummer bei. Briefliche Auetuns! wirb nicht erteilt. Eilige Anfragen trage man in der Juristischen Svrechswnde, Lindenstr. st. U Kai parterre link», var. Schriftstücke und Vertrüge stnd mitzubringen. Willi 1877. Wenn Sie unterschriebe« baden, keine Ansprüche zu stellen, besteht tcme Aussicht.— W. B. 87. Sie haben SS M. zu zabien —®. 41, 1. New, nur aus Jnbalidenrenten. sofern die Voraussetzungen dafür gegeben sind. 2. Ja.— A. I. SS. New.— P. G. LS. 1. Ja. S. S 2m BGB. 3. Nein.— R. P. Vit. 1. u. 2. Ja. S. Jbr Bater mutz sich zunächst an den Arbeiter« bzw. Betriebsrat wenden.— Ebensalls ist der EchlichlungSauslchutz anzurusen.— M.®. 100. 1. Ja. 2. Sie müssen den Bertrag eriüllen. 3. Ja. wenn daS Testament sonst den gesetz- lichen Vorschristen entspricht.—.mg vom so. April 1020 hat der Vorstand eine Satzung»Snderung beschlossen, die eine Erhöhung der Versicherunmegrenze von b000 auf 15000 Äi. vorsieht und dl« Einteilung der Swsen bi« »u dem Höchstsatz von SO M. festlegt. Die Veränderungen der Satzungen werden allen v«rstcherung»pfllchtigen Mit» gliedern durch den Arbeitgeber Und den Freiwilligen im Aasten» lokal auigehandlät Die Aende- rung tritt mit Wirkung vom 10. Mai 1920 in«rast. Berlin. U. Mai 192a vor»osfenoorsfaod. M. S»»I>l»oan, Vorsitzender. Mg. Nlskrgllkevlasse sür Auk Grund der Verordnu derRezierung vom April 1920 (RGÄ 94) Istrait Wirkung vom 10 Mai ad für die im g 1. giff.l— 5 und 7 derAastensatzung oufgefüljrien Personen die Per» stcheruna»grenze v. 5000 M. auf IS 000 Pi. erhöht worden. E« find daher alle Letriebsdeamten. Derkmeifter und andere An- gestellte in ähnlich gehobener Stellung, Handlungsgehilfen usw., die wegen UeberfchreUung der früheren Persicherung»- grenze von SOOO M. abgemeldet worden sind, innerhalb elner Woche wieber anzumelden. Ferner machen wir darauf ausmcrksam, daß der Wert der Eachbezüge vom Versicherung»- amt de» Kreise« Teltow sAm»- dlatt Nr. 97) wrsenilich erhöht worden ist. Die Dlensidotm und sonstigen in Kost und Loai» fcefindllchim Versicherten müssen hierdurch in höhere Lohnstusen »ersetzt werden Die Höhe de» Werie, der Eachbezüge ist im Kassenlokai zu ersahrcn. 146/3 Rowawe», ia Mai ISM von vorstand. Will, Vorsitz, nd, Klug, Schritts. SOilillmjgilomMiiSJl Heute Mittwoch, abends 7 Uhr: Bezirksversammlnngen in nachstehenden Lokalen: 1. Abteilung. Ti « 10. . 11. . 22. Mchtar, Machbach-Ufer 5. Neugebauer, Hobrechtstraß«. u. 4. Schmidt, Spremberger Ecke BUrknerstraße. Brandt, Pstügerstr. ia u. T. Beck, Neuterstr. 48. u. 0. Brandt. Pstügerstr. 19. LSsche, Hobrechtstr. 2a Thiel, Wesersir. 6. Wuschkc, Friedelstr. T. 2. Abteilung. TtqK«, V«z. 12 u. 21. Nase, Pannlerstr. 84. """chweigdSse . �n Echittler, Weichielstr. 8 iMelghSIer, Weichseist» 38. Prittert, Fuldastr. 44. m 13 U. 14. S< « 18 u. IT, « i«. est....... , 19 u 29. Podbiel-N. Weichselstr. 2. . 20. Marirnield, Kaiscr-Frildrich» Straß» 226. m 23. Knfenbeck, Reuterstr. 18. 3. Abteilung. Oej. 24 u. 23. Lahaert, Wißmann sie. 2a m 28 u. 39. Marquardt, Mahlow« � Straße 11. � n 27. Ramia, Mainz« Straß« 13. _ 28. San«, Reuterstr. 80. « 37 u. 38. Schmidt, München« Str. 23. 4. Abteilung. So». 38. Ewald. Weserstr. 172. m 3t. Schweagel, Eldestr. 8. m 32. Dürre, Wildenbruchftr. 81. „ 13 u. 33. Serecke, Harrerstr. 32. m 34. Bergmann, Kaiker-Friedrlch. Straße 190. Ecke WNdenbrrichstraße. m 33. Srunert, Donaustr. 99, Ecke Erkstr. » 4». Bdlk«. Anzenqruberstr. 25. m 46 u. 47. Prädel, Aos»ga«str. 17. « 83 u. 84. Schneider, Rosenstr. 7. voz- 289/14 vez. 78. Mün-w. Kaiser-Friedrich-Str. 122. „ 77. Ameknaqsen. Echwarzastr. 1. „ 78 u. 78. Schmidt S-alestr. 24 » 80. Günzel, Mareschstraß«. S. Abteilung. Bez. 40 u. 41. Müll«. Schillerpramenade 38. „ SO It. 33. Bang«mann. Serrfurthstr. 27. 32. Schndmarb«,«teinmetzstr. 8«. Tanbert. W-isestr. 23. Wall. Allerstr. 7. Röhl, EchMerpromenad«>7. Antzkl, Lclnestr. 1. 88. 87. 88. SS. 7. Abteilung. S. Abteilung. 88 u. 82. Rnppelt. Kais«- Friedrich. Slraße 172. m 61. Beiz«, Treptow« Straß- 28. . 74 u. 73. Kellert,«atser-Friedrich- Straße 83. BekannkniachLng. »« Pferdepensionat der Stadt Berti« ist rrdffnet. 55/9« Aufnadmebedinaungen sind bei d« lbietoverwalwng«hält- lich und werden auf Wunsch vorher eingesandt. W GUlMiMllW Fatkenberg Bln. O. _ Fernsprecher: Magistrat 121. So». 42.»rawunder, Serrfurthstr. 1. . 43. Kentschel, Boddlnstr. 53. . 44. Bnchheistrr. Bvddtnstr. 4. . 4L. Rückert, Rickmrd. Eck-«erteir- dorfer Straße. m 49. 84, 55. 65. Erleg», Ltsfwgstr. 8, Ecke Kovistraße. » SS. Rikisck. siletdenftr. 40. » 37. Sxvßsahn, Ziethenstr. 34, SÄ» Faü'traße. -» 38 u. 38. Lemp«, Lessingstr. 18. Eck« Prinz-Handjerh-Straße. 8. Abteilung. Bez. 71 u 72. San«, Thomusstr. SU n 73, 81 u. 83. Müller. Thüringer Str. 5. m 82. Warnstädt, Thüringer Sir. 22. „ 84. Hönow, Emser Str. 9. m 93. Schulz, Smser Str. 27. 9. Abteilung. Boz. 78 u. 87. Gohlke, Sermannstr. 199. „ 88 u. 92. Adam, Ems« Str. 81. m 90 u. 91. Srüger, Ems« Str. 58. n 85, flottts. Warihestr. 14 . 89. RcrNch. Tl-gftirdstr. 46/47. 10. Abteilung. v«z. 94 u. 93. Frisch, Kneiedecksir. 45,49. m 96. Berthild, Arenoltstr. L » 97. Siuck, Bergstr. 73. » 98. 99 u. 100. Meier, Reinholdstr. 14. Vvl'linvn TitxmLdvI- IneSustnis 4t. nu b. H. BerllnCZ, NeuePrometitd.l Eckbius in v»diid.8«r,e. eigen» erstki. Febrikat, Lagerbeaacb erbeten! Trauringe Dakatcngold 900, 14kar. Gold 383, Sbar. Gold 333 gestempelt. Glclcb zum Mitnehmen. A. Schiff mann, IndstPJWsp QQ—*t»«n«vl» der Markthalle— fUim COJiir. 00« iahst die böchstea Tagespreise fllr Knpfer, Messing, Blei, Zink nsw. Wunderbar de'xrirkt�hat bei mir Ihr Bartllechtenmlitel .Parasan". Ei Ist von allen Mitteln das beste,' was ich seit vier Jahren angewendet habe. 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Im bayerischen Landtag ttmrde heute eist Antrag der Frauen des Landtags einstimmig an- genommen, durch welchen die Staatsregierung ersucht wird, bei der Reichsregierung darauf hinzuwirken, daß versucht werde, van der Entente die Zurückziehung der farbigen BesatzungS- truypen zu verlangen, weil die von diesen verübten Gittlichkeits- verbrechen gegen deutsche Miidchen und Frauen zu einer bleibenden Schmach für die ganze weihe Rasse werden. Ministerpräsident Tr. von Kahr erklärte dabei, daß auch die bayerische Regierung tief die brennende Schmach suhlt, die mit der Verwendung farbiger Truppen auf deutschem Boden uns wie der gesamten weißen Rasse angetan wird. Die bayerische Regierung erachtet es als ihre heilige Pflicht, nichts unoersucht zu lassen, was dem entgegenwirken känne, und habe deshalb auch den heute in Berlin alS Vertreter des Ministerpräsidenten anwesenden Justizminister ersucht, bei der Reichs- regieruug zn verlangen, daß sie nicht nur nachdrücklichen Protest gegen die Anwesenheit schwarzer Truppen in den be- setzten Gebieten erhebe, fondern daß sie auch bei den bevorstehenden Bcrhaudlungen mit den Vertretern der Entent« alles tue, um dem unwürdigen, tief verletzenden und die größten Gefahren in sich bergenden gegenwärtigen Zustand ein Ende zu bereiten. » In Eupe» muhten sich alle nach KriegöSeginn zugezogenen Deutschen melden und die Belgier haben 2600 von ihnen aus- gewiesen. Recht? Der Säbel! Die Liste öer Seschulöigten. W. T. B. veröffentlicht folgende erste Liste der von den alliierten Mächten zur Aburteilung vor dem R e i ch s g e> richt in Leipzig unter Anklage gestellten Personen: 1. Patzig, Helmut. Oberlt. z. S.. Kommandant U 85(Dorpe. drerung des englischen Hospitalschiffes.Llandowery Castle�). 2. Neumann, Karl, Oberlt. z. Kommandant U. C. 67 lTor- pedierung de» englischen Hospitalschiffs.Dover Castle"). 3. W e r. ner, Wilhelm, Kopitänlt., Kommandant U SS(Torpctnerung des englischen HvsvitalschifstS.Dorrtngton"). 4. Müller. Hptm., Landsturm S/1 Geistnkirchen, Konimandeur deS Lager» Flavy- k-Mardel(Frankreich!(Unme-m'chliche Behandlung englischer Ge- songener im Lager Flary-Ie-Mavtel). S. H« i n z e(oder Hei- mann), U-nteroffizier(Unmenschliche Behandlimg englischer G«- sangener im Lager Herne. Zeche Friedrich d. Gr.). 6. Trinke, U meroffizier:?. Neumann, Soldat(beide: Unmenschliche Be- dandlung englischer Gefangener im Lager Pommerensdorf, che in. Fabrch). 8. S t e n g e r, General, Kommandeur der Ü8. Brigade itlL. u. 142. I. R.) 14. A.�K.(Befehl zur Niedermachirng von Ge- fangenen und Verwundsten bei der S8. Brigade). 9. L a u l«, Lt. im 112. I. R.; 10. Schröder, Hptm. rm 112. I. R.; 11. Müller, Kommandeur de» 112. I. R.; 12. Curtius(oder C r u fi u»). Hptm. im 112. I. R.; 18. M a h e r(aus Bodenweiler), Hptm. im 112. I. R.(wegen Mitwirkung bin der Ausführung d«S Befehl» de» Generals Stenger). 14. v. Oven, General, früherer Gouverneur Don Metz; Ib. v Kahfer. Major im SS. I. R. (Landwehr?), angeblich früher dem 28. I. R. in Coolenz angehörig (beide wegen G«>alttst«l ihrer Truppen in zahlreü�n Fällen in Nonrny, Jaulnh, Jarny und St. Aulien.leö.Metz, August 1914). IS. Michels o h n, Oskar. Arzt, Direktor de» Lazaretts der 7. Armee in Tffrh dans Trelcm und in Dizy-le-Gro»(Tötung zahl. reicher ihm anvertrauter Kranken und Verwundeten durch chsttma- nsche Mitzhandlungen, Diebstahl von Nahrungsmitteln und sonst». gem Eigentum seiner Pfleglinge). 17. K r u S k a. Generah Kotn- Mandant des Lagers Cassel: 18. v. Jack, Gouverneur von Cassel t beide wegen Verbreitung einer TyphuSepidem« im Lager Cassel, Mißhandlung der Gefangenen). 19. v. A rnauld de la P e r iö r e. Lt.. Kommandant U 8S(Torpedierung der italienischen Schiffe.Siena",.TariS" und.Lilla"). 20. Schal tz, General, Kommandant des Lagers Langensalza: 21. Koch, Joseph, Hptm. 8. Komp. Langensalza; 22. Kr.-use, Ilnteroffizier im Lager Langensalza(dnrse wegen Misthandlung von Kriegsgefangenen im Lager Langensalza). 23. Gras d. C a r m e r, Kommandeur. Elappenkonrmantantrrr 167 S. Danieli-deb-Friuli(willkürliche Re- auisitionen untz Mißhandlungen seines Etappengebietes). 24. v. Bülow, gchhrer der 2. deutschen Armee; 24e. v. Below (Amn. unter dem Vorbehalte, daß möglicherweise eine Verwechslung mit General b. Bülow vorliegt), General bei der d. Brigade, 3. Garde-J.-Div.; 25. Frhr. v. Langermann..Generalmajor, Kommandeur dar Brigade de» 1. und 2. Garde-Rest-Regt».: 26. Prinz Ernst von Sachsen; 27. Jung(oder Jüngch, Major oder Hptm.. Garbe-Schützen-Bat.; 28. Wagnitz, 3. Komp. 28. Pianier-Bat.; 29. Steinmetz Lt., 3. Kam?. 28. Pionier- Bat.; 80. Bronsart don Diyellendorf, Major, Garde- Schützen-Dat.; 31. Baron van B r u n a u(oder Dunau), Lt.. Garde. Schützcn-Dat.(sämtlich Gewalttätigkeiten m Andenn« und Seilles). 32. Ramdohr, Max- Agent der Geheimen Feldpolizei in Gräm» mont(Ostflandern), angeblich wohnhaft Leipzig, Klcinbahnstratz«; 33. Zahn, Ernst, Agent der Geheimen Feldpolizei in Grammont, angeblich wohnhaft in Leipzig, Breitestraste oder Kaiser-Joseph. Straße),(beide wegen Mißhandlung der Bevölkerung in Gram- mont uwd Umgegend während der Zeit der Besetzung). 34. D a n z i g(oder D e n z i n oder D e n tz i n), Feldivebellt., Kom- Mandant deS Lager» Sedan; 35. Engel(oder Engels), Lcut- nant. Kommandant des Lagers Sedan; 36. H. Sergeant, Lager Sedan; 37. Albrecht, Gefreiter, Lager Sedan; 88. B i. godzkh. Offizier(Rang unbekannt) Lager Sedan(alle wegen Mißhandlung der Gefangenen und Diebstahl von Eigentum der Ge- fangenen im Straflager Sedan). 39. P r c u S k e r, Major, Kom- mandeur deS 11. Bataillons des ISS. Regiment?; 40. von Kirch- ba ch. General; 41 von Seydlitz, Oberst(Gewalttätigkeiten in Kalisch, 1914). 42. Saufs, Kommandeur der 26. Wütwmber- gischen Landwehr-Tivision(Mißhandlung rumänischer Kriegsgesan- gensr im Elsaß). 43. Limburg, Major, Kommandant deS Ge- jangenenlagerS in Breesen(Mecklenburg); 44. Nöring, Leut- nant, Adjutant des Kommandanten deS Gefangenenlagers Breesen (beide wegen Mißhandlung rumänischer Kriegsgefangener im Lager Breesen). 45. Ränder, Chef der deutschen Militärpolizei in Rajanj(Serbien),(Tötung der Mil'lle!>u Karlsiuhe begannen am Sonnabend, den 8. Mai die Berhandlungen des drilten VerbandstageS, zu dem 275 Delegierte erschienen sind Ferner Vertreter aus Holland, Schweden, Schweiz, Ungar», Böhmen und Tichechoslowakei, Vom Hauntvorstand sind P ä p l o w, B e h r e n s, Odental. Töppler, die Redalteure Otto und Ellinger da. Vom Ausichutz Hanke Berlin. Von Begrnstuniisan'prachen ist die des Staatspräsidenten Geiß zu erwäbnen, die lebhaste» Beifall fand. Den GeschäitSbericht erstattete am zweiten Verhandlungs- tage P äp l o w« Hamburg. Er verwies aut den glänzenden Mitgliederaufstieg bis a u s 47t)lll1<). bespiach die poli» tische Arbeit des Verbandes, wobei er betonte, daß er fest auf dem Boden der Nürnberger Resolution stehe: Neutral denParteie» gegenüber, ohne Politik komme aber jetzt leine Gewerkichast herum. Dann wandle er sich scharf gegen die einseitigen polnischen Umtriebe der Zah, stellen Bremen, Merseburg, auch gegen Einzelpersonen, wie Heckcrl und Brandler- Chemnitz; W i ni i g ist aus dem Verband ausgetreten. Es solgien Bericht? des Kassierers und der Redaktion. Dann bekam Brandler- Chemnitz als Vertreier der Opposition eine Stunde Redezeit. Er greift den alten Vorstand scharr an. der in den alten Gleiten weiter gearbeitet habe. Heule gelle es nicht nur Lobnerhöbungen, sondern Befreiung vom Kapitalismus, die Kam« niunisten wollten keine Zerspliiierung, aber Fieibeit innerhalb des Verbandes für ihre Ideen. Die Politik des Vorstandes sei genau so gut zusammengebrochen wie Wimig. Hierauf erfolgt Vertagung aus Montag. Lanöwirtlnschoft laud« und forstwirtschaftlicher Arbeilgeber- und Arbeitnehmcrvereinigungen stattgefunden, in der die Grundsätze der in der Landwirtschaft einzuschlagenden Tarif- Politik eingehend erörtert worden sind. Die tarifliche Regelung der Arbeitszeit einschließlich der Ueberstunden und der Löhne wird in der Hauptsache den Bezirks- und KrciSarbeitsgemeinschaften ob- liegen, welche die verschiedenartigen Belriebsverhältnisie am besten zu übersehen in der Lage sind. Die Reichsarbeitsgemeinschaft wird jedoch, soweit eine einheiiliche Regelung erwünscht erscheint. Richt- linien für die bezirklichen Verhandlungen aufstellen und die Vor- bereitungen für die Schaffung eines Reichsmanteltariss treffen. Es wurde in Aussicht genommen, im Zusammenwirken mit dem Reichs- orbeitsminifterium ftatifti'che Grundlagen für eine Anpassung der landwirtschaftlichen Geldeinkommen an die Preise der Lebenshaltung zu schaffen._ Das Nelchsamt für firbeitsvermkttlung. Der Reichsanzeiger enthält in seiner Abendausgabe vom 10. Ma' eine im politischen Teil des.Vorwärts' bereits erwähnte Verord- nung über die Errichtung eines Reichsamts für Arbeitsvermittlung. Die von der ReichSregicrung mit Zustimmung deS Reichsrats und des von der Nationalversammlung gewählten Ausschusses erlasiene Verordnung enthält über die Ausgaben deS ReichSamtS in Z 2 fol- gende Bestimmungen: 1. Die Beobachtung deS Arbeitsmarkts und die Herausgabe laufender Veröffentlichungen über feine Lage fReichS-Arbeitsblatt, Arbeitsmarkl-Anzeiger) zwecks Anbahnung eines Ausgleichs von An- gebot und Nachfrage zwischen verschiedenen Gebieten und Berufen. 2. Im Einvernehme» mit den obersten Landesbehörden die Auf- sicht über alle Einrichtungen, die für die Zusammensassung der Arbeitsnachweise größerer Gebiete bestimmt sind sowie die Aussicht über Arbeitsnachweise jeder Art, gleichviel, ob sie von Gemeinden, Gemeindeverbänden, Berufsvereinen der Arbeitgeber und Arbeit« nehmer oder von beiden gemeinsam, von Innungen, Landwirtschafts- kammern, Vereinen. Schulen u. dergl. unterhalten werden, und über die gewerbsmäßige Stellenvermittelung. 3. Die Regelung der Anwerbung und Vermittelung ausländischer Arbeitnehmer. 4. Im Einvernehmen mit den obersten Landesbehörden die Aufsicht über alle Einrichtungen, die zur Berufsberatung und Lehr- ftellenvermiltelung unterhalten werden. 5. Die Durchführung der Maßnahmen, die zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit auf Grund gesetzlicher Vorschriften oder allgemeiner Verwaltungsverordnungen von Reichs wegen getroffen werden (produktive ErwerbSlosenfürsorgej. 6. Die Sammlung der Tarifverträge und ihre Auswertung. 7. Die Beobachtung der Ausstände und Aussperrungen. 8. Die Dcobachtung der Entwicklung der Berufsvereine von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Weitere Aufgaben können dem Reichsamt durch den Reichs arbeitsminister mit Zustimmung des Reichsrats übertragen werden. Gemäß§ 3 der Verordnung ist das Reichsamt berechtigt, von den in Betracht kommenden Stellen, insbesondere von den Organen des Arbeitsnachweiswesens l§ 2, Nr. 2), den Gemeinden und( meindeverbänden, Handels-, Handwerks- undLandwirlschaflSkammern, den Krankenkassen und Krankenkassenverbänden sowie von den Be� rufsvereinen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer die zur Durch sührung seiner Aufgaben erforderlichen Auskünfte zu verlangen. Das ReichSamt kann mit Zustimniung der obersten Landes� behörden seine Aufgaben und Befugnisse auf Arbeitsnachweisein- richtungen übertragen, die zwecks Zusammenfassung der Aibeils nachweise eines Landes oder mehrerer Länder oder größerer Bezirke eines Landes unterhalten werden lLandeSarbeitsämter). Das Reichsamt wird ermächtigt, zu bestimmen, daß Zuwider Handlungen gegen die von ihm erlassenen Bestimmungen über die Anwerbung und Vermittlung ausländischer Arbeitnehmer(Z 2 Nr. 3) mit Geldstrafe bis zu 10000 M. bestrait werden. Tarift>erhanölungen im Versicherungsgewerbe. Der Zentralverband der Angestellten teilt uns mit: Am gestrigen Dienstag setzten die neuen Tarifverhandlungcn mit dem Ärbeitgebervcrband deutscher Versicherungsunternehmungen ein. Negierungsrat Dr. Heintze(Aufsichtsamt für Privatver sicherung) leitet als u>iparteuscher Vorsitzender die Verhandlungen. Koll. V i c r r a t h von der Viktoria-Berlin ist sein Stellvertreter. Die Vorarbeiten für die Kehaltsreform wurden einem Unter- ausschust überwiesen, welcher sich aus je vier Vertretern der beteiligten Arbeitgeber- und Angcstclltenorganisationen zu- sammensetzt. Gegen die Beteiligung des Allgemeinen Ver bandeS der deutschen Versicherungsangestellten(sogen, neuer V. D. V.) wurde von dem Zentralverbaud der Angestellten, Gcwerkschaftsbund kaufmännischer Angestellten und Geiverk- schafksbund der Angestellten Protest eingelegt. Der Unter- ausschust tritt heute erstmals zusammen, um zum Donnerstag dem Plenum das Ergebnis seiner Beratung zur Beschluß- fassung vorzulegen._ Generalversammlung der Brauerei- und Miihlenarbeiter. In der im Saale der KöniaSbank abgehaltenen Generalversammlung der Brauerei- und Mühlenarbeiler und verwandter Be- rufsgenossen erstattete der Vorsitzende Hodopp den Geschäftsbericht vom 1. Ouartal. Trotz der namhaften Lohnerhöhungen könne von einem auslömmlichen Existenz- Einkommen für die in Frage kommenden Berufsgruppen nicht die Rede sein. Lohnbewegungen fanden in den Mühlen, Hefeverwertung. Biomalzfabrik, Sprit- fabriken und den Brauereien statt. In der Diskussion wurde das Verhalten einer kleinen Minderheit von Gastwirten zum Kampfe der Brauereiarbeiter in das richtige Licht gestellt. Insbesondere wurde die Schreibweise der Deutschen Gastwirte-Zeikung einer scharfen Kritik unterzogen. Mit Entschiedenheit müsse dagegen Verwahrung eingelegt werden, wenn man das biertrinkende Publikum glauben machen wolle, an den hohen Löhnen der Brauereiarbeiter läge es. wenn die Brauereien von den Gastwirten erhöhte Bierpreiie ver- langen. Bis zum 1. April betrug der Höchstlohn eine« Brauerei- arbeiters 145 M. Gefordert wurden 220 M. pro Woche. Der gedruckt vorliegende Kaffenbericht fand einstimmig An- nähme. Die Einnahmen und Ausgaben für die Hauplkasse be- tragen S2 7S1 M., das Lokalkasscnvermögen 74 647 M. Ebenfalls Annahme fand der Antrag des Vorstandes und der Betriebsvertrauensleute, anstatt vom I.Juli schon von der 21. Woche ab den vom Verbandsbeiral beschloffenen erhöhten Beitrag von wöchentlich 2,50 Mark zu erheben. Der mehr erhobene Beitrag soll bis zu dem oben angegebenen Zeitpunkt restlos der Lokalkasse zu- geführt weiden. Vom 1. Juli ab beträgt der Lokalzuschlag dann 50 Pf. Entsprechend der erhöhten Unterstützung aus der Hauptkasie sollen auch die Lokalunterstützungssätze bei Streik, Arbeitslosigkeit und das Sterbegeld erhöht werden. Zum Schluß gedackite Cordts noch der treuen Tätigkeit des 1. Vorsitzenden. Am 25. Mai werden es 25 Jahre, daß H o d a p p diesen Posten ununterbrochen bekleidet. Eine im Sinne des Redners von den Vertrauensleuten gefaßte Entschließung, welche die Verdienste Hodapps im Interesse der Zahlstelle Berlins würdigt, fand einstimmig Annahme._ Abschluß der Tarifverhandlungen für die Handelshilfs- arbeiter im Textil-Großhandel und der Bckleidungs- industrie. Für die Zeit vom 1. April bis 30. Juni 1920 werden solgendc Lohnsätze gezahlt: Für männliche Arbeitskräste von 14—16 Jahren 60 M. pro Woche, von 16—18 Jahren 90 M., von 18—20 Jahren 135 M., über 20 Jahre 200 M. Erwachsene weibliche Arbeitskräfte erhalten 75 Proz., weibliche Jugendliche 80 Proz. der vorstehenden Sätze. Ueberstunden werden mit SSlls Proz., Sonn- und Feiertags« arbeit mit 66% Proz. Aufschlag bezahlt. Die gedruckten Tarifverträge sind vom Montag ab im Bureau des Deutschen Transportarbeiterverbandes. Engelufer 14/15, Zimmer 32, zu haben. Die Hafen- und Speichcreiarbriter des Deutschen Transport- arbeiter- Verbandes nahmen in einer gut besuchten Versammlung im Englischen Hos zum Binnenickiifferstreik Stellung. Es gelangte nachstehende Resolution einstimmig zur Annahme: „Die Branchenversammlung der Hafen- und Speichereiarbeiter des Deutschen Transportarbeiter-Verbandes spricht den streikenden Binnenschiffern vollste Anerkennung ans. Tie Versammelten erklären sich damit einverstanden, daß die Schiffsmannschaften nur diejenigen Schiffe freigeben, die nur solche Lebensmiitel inne haben, die dem Verderben ausgesetzt sind. Die Versammelten ioidern den Zentral- vorstand des Deutschen Transporiarbeiter-Verbandes auf, ietn ganzes Können aufzubieten, damit mit dessen Hilfe die gerechten Forde« ruiigcn der Binnenschiffer zur Durchführung gelangen. Ferner empfehlen die Hafen- und Sveicherarbeiler beiden Binnenschiffer- Verbänden sofort in Verhandlung zu treten, damit die Bereinigung beider Richtungen i'o schnell wie möglich wiederhergestellt wird, da nur daduich der Streik zugunsten der streikenden Binnenschiffer bei- gelegt werden kann' I. A.: Die Branchenleilung. H. Varwig. Ein Zkartcll der im Gnstwirtsgewerbe vertretenen Arbeitnchmerorganisationen haben gestern die auf sreigewerlschaftlichem Boden siehenden Ver- bände gegründet. Es besteht aus folgenden Fachgruppen: Gruppe I, g a st w i r t s ch a s t l i cki e A n g e st e l l t e: Ver« band der Gaslwirlsgebilfcn, Elsasser Str. 86i88, Vertreter: Schröder. Bund der Hotel-, Resiaurani- und Cafö-Angcsiellteii, Ziegelstr. 2, Vertreier: Beylich. Verband der Köche. Kochstr. 9, Vertreter Richter. Gruppe II. kaufmännische und technische An- g e st e l l t e: Zentralverband der Angestellten, Fachgruppe 17. Ilo, Bellealliancestr. 7— 19. Vertreter: Gotiwaldl. Deutscher Werkmeister- veiband lund Bund �der technischen Angestellten und Bcamtens. Stralauer Straße 56, Vertreter: Reinsberg. Gruppe III, technische und gewerbliche Ar« beiter: Deutscher Metallarbeilerverband. Linienstr. 83 35. Ver- treter: Dietrich. Zentralverband der Heizer und Maschinisten, Engeluier 15. Vertreter: Böhme. Deutscher Holzarbeiterverband, Rungestr. 30. Vertreter: Gg. Müller. Verband der Maler und Lackierer. Melchiorstr. 28. Verlrerer: Bäyer. Deutscher Sattler- und Tapeziererverband. Engelufer 15. Vertreter: Gerhardt. Ver- band der Gärtner und Gärtncreiarbeiter. Vertreter noch un- bestimmt. Gruppe IV, Musiker: Deutscher Musikerverband. Kaiser-Wilhelm-Slr. 31. Vertreter: Hoch. Die Leitung des Kartells übernimmt ein geschästSsllhrender Ausschuß, in den jede Gruppe einen Vertreter entsendet. Zu einer der ersten Ausgaben des Kartells wird die Organisation und Unter- richtling der Betriebsräte im Sinne der GewerkschastSkommisfion gehören. Die Geschäftsstelle des Kartells befindet sich Elsafferstr. 86/88, IV. Crine öffentliche Baiikangestelltenversammlung veranstaltet der Allgeineine Verband der deutschen Bankbeamten am Donnerstag, den lZ. Mai. vorm. 10 Uhr, im Walhalla-Tbeater, Wein- bergSwcg 19/20, in der Benno Marx zu dem Thema„Unsere Parole' sprechen wird. Achtung k Funktionäre der Metallindustrie k Freitag, den 14. Mai. abends 7 Uhr, in der Brauerei Königstadt, Schönhairser Allee 10: Asa-Funklionär-Verfammlung der Berliner Metallindustrie. Tagesordnung: Bericht über die Tarifoerhandlungen.— Stellungnahme zum Schieds- fpruch betr Bezahlung der Generalstieiktage. Deutscher Hntarbeiter-Verband. Freitag, den 14. Mal, abends 5>l, Uhr, im»ewerlfchaftshaus, Engewfer 15: Versammlung aller in Damensirohhut- und Umpreßbetrieben beschäftigten Arbeiter und Arbciicrinncn. Verband deS Post- und ldelegraphenpersonalS(Mitgliedschaft im Deutschen TrOnSpoilaibeitcr-Verband). Post, und Telcgrapbenunterbeamte aller DitNÜgrade, Poslbotcn, Postillone, Anwaiter, Tclegraphcnarbeiter, Vorarbeiter und Handwerker der RcichSpoft- und Tclegraphcnverwallung vom gesamten Obervostdirektionsbezirl Berlin. Heute Mittwoch, den IS. Mai, abends 8 Uhr, im GewerlschaftsbauS, Engeluier 14/15 tgroßer Saal): Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag über BefoidungS- gcfctz— Taiifvertrag. Wie gestalten wir unsere Interessenvertretung? Referent: Ferdinand Bender(M. d. N.<. 2. Freie Aussprache. Deutscher TranSPortarbeiter-Berband(Branche: Gewerbliches Personal der K r i e g s o r g a n i s a t i o n e n). Freitag, den 14. Mai, nachm. 5 Uhr, bei Feysara, Melchiorstr. 15: Wichtige VertrauenSmäimcr- Versammlung. Verband der Schiffszimmerer. Heute abend 6 Uhr findet im Lokal Markgrafen-VerciiishailS, Markgrascndamm 34, eine Vollversammlung aller Boots- und Schissdauer Groß-BerlinZ statt. Erscheinen aller Kollegen, auch der in Arbeit stehenden, ist dringend notwendig. Verantw. für den rcdaktion. Teil: Artur gtikle», Charlotlenburg: für Anzeigen: Tb. Siecke, Berlin. Verlag: Borwarts-Verlag S. m. b. S.. Berlin. Druck: Bor- wärts-Buchdruckerei u. Berlaasanstalt Paul Singer u. Co. Berlin. Liadenktr. 8. Hierzu 1 Beilage. Billige .Stiefel Besonders vorteilhafte Jlnzebote! Damen-Stiefel schwarz 172°" 190 Halbschuhe»°-m-n schwarz 1L5" 215 Herren-Stiefel schwarz 220 250 Kinder-Stiefel aröa« HA75 O'öae"yft 27-30 27.30# 00 00 schwarz 75..-r�so 77 AWertfieim