Nr.244.37.Ia!irg. Bezugspreis: B«ctel(äf)cL2o,5ö JiL.monatL8,50 Mi. frei ms»au», oocau» lahlbai. Pon- vezug Monatlich 8,— Mk» exv. Zu- itellungsgebithr. UnlerZreuzdand für Veutschtanv und Oesterreich- Ungarn IZ,-- ML, für das übrige Ausland bei täglich emmal. ZulieNune 28,— M. Polii>estellungen nehmen an Däne- muri-olland n-embnrg, Schweden, Tschecho- Mowalei und die Schweig. rinzeirageu n die Paii- Zeitung»- Preisliite. Oer.BarwSrtd� mit der Sonntags- veilagr»Volt«.Zeit" ericheinl wochen- äglich tweimaL Sonntags einmal. Telegramm-Adrel? e Sogialdemotrot Lerlin-, orgen-Ausgabe DG" Derliner Nolksblelti Nuzci«eupre!S: D e nchtgclpaltene RonnoreiReteUe loite, Z Sv.??..?euer'.>»g»zilschi«g5y%, »Sleine Knjelge«**. Ha» irtt- gedruckte Wort 75 Psg. sgiiläfsig zwei lettgedruckte Worte), jede» vettere Wort 88 Dtg. Eteliengrsuche und kchlasstellenanzetge» do» erste Wort «d Dig. jedes weitere Wort«8 Vlg. Wone über ld Buäiltaben zählen für, nur! Worte, Teuernngizuschlag 88«/» Familien< Anzeigen, rolitijche und gewerlschaftliche verein»- An'eigen 2,— SIL die Zeile ohne Ausschlag, An/eigen für die n ä ch st e Rumiugr miissen bis s 7lhe Nochmittags>0,. Lanstgeschäft. verlin SD KS, Lmdcn- strafe 3, oogegeben werden. Seöjsnet von 8 Uhr früh bi» 8 Uhr abend». Zentralorgan der fosialdemokratlfchen parte! Dcutfchlande Neüaktion unö Expedition: SW. HS, Linöenstr. Z. Zheruivrecber.' Amt Morinvla«, Nr. l,.',Zi UV— l.äI,U7. Donnerstag, den 13. Mai INhiO vorwärts-verlag H.m.b. ft., SA). 65, Linöenstr.?. Fernivrecher: Am» M«rit»i'la>i, Nr. ll7 2S— Der Sturz Nittis Rom, 12. Mai.(MTB.) Ju der Kammer haben die sozialistischen Abgeordneten beantragt, die Etatberatung zu unterbrechen, um über die Zwischenfälle anläßlich der passiven Resistenz bei der Postverwaltnng zu verhandeln. N i t t i ver- langte die Ablehnung des Antrags und stellte die Ver- traucnSfrage. Die Katholische Voltspartei kündigte an, daß sie für den sozialistischen Autrag stimmen würde. 309 Abgeordnete waren anwesend; bei namentlicher Ab- stimmung stimmten für den Autrag 193, dagegen!12 Ab- geordnete, bei vier Stimmenthaltungen. Die Kammer hat 598 Mitglieder. Der Kammerpräsident teilte daraufhin mit, daß der Ministerpräsident morgen, Mittwoch, bei Beginn der Sttznng die Demission des Ministeriums bekanntgeben würde. Kurz vor der Konferenz von Spa stürzt Nitti, der endlich ein mündliches Verhandeln mit Teutschland durchgesetzt hatte, über eine innerpolitische Frage, tvcil er den Sozialisten in sozialistischem Sinne zu weit rechts, dem katholischen Partei- Vorstand zu weit links stand. Zu seinem Sturz haben auch die Nationalisten beigetragen, denen das wahrhaft fricdens- freundliche Wirken Nittis nach auhen unsympathisch war. Da aber Sozialisten und Katholiken, beides ausgesprochene Friedens- freunde und Gegner der Haßpolitik, die Kammermehrhcit bilden, ist eine andere Außenpolitik Italiens kaum zu denken. Es läßt sich aus der Ferne auch nicht beurteilen, ob die Vor- gänge bei der Post den Sturz gerade dieses Ministeriums lohnten. » „Aoanti" begrüßt den Sturz de« Kabinetts Nitt'i mit Jubel und stellt dabei die Behaupmng auf, daß die sozialistische Partei sich auch gegen die Katholiken behaupten werde, mit deren Hilfe sie den Sturz Nittis herbeiführte. Tas Blatt spricht von der fort- schreitenden Zersetzung aller bürgerlichen Parteien und hofft, daß jede bürgere iche Regierung von vornherein zum Mißerfolg verurteilt fei. „Secolo" rechnet mit der Möglichkeit eine? Ministeriums Meda(katholisch) mit Bonomi(Reforrnsoz.) als Kriegsminister. Das Blatt hält es aber für möglich, daß Nitti von neuem nrit der Bildung des Kabinetts beaustragt werde. Räumung öcs Mamgaus. Wenn die Nachprüfung befri digt. Paris, 12. Mai.(WTB.) Nachdem die deutsche Regierung offiziell mitgeteilt hat, daß die deutschen Truppen im Ruhrgedict auf die vereinbarte Stärke reduziert seien, läßt General Rollet eine Nachprüfung vornehmen. Wenn deren Ergebnis mit den offiziellen deutschen Angaben übereinstimmt, werden die französischen und belgischen Truppen die kürzlich auf dem rechten Rheiimfcr besetzten Städte wieder räumen. Auch Gen. T r e v r S hat sich in der italienischen Kammer gegen diese Kulturschnnde gewendet. Der schwedische sozialdemokratische Frauenbund protestiert gegen die Loslassung schwarzer Soldaten auf deutsche Frauen. Ministerpräsident Gen. B r a n t i n g sprach in einem Kinderhilfs- verein über den»fürchterlichen� Frieden von Versailles. Virü ö!e G.atie kann eine Mehrheit stellen oder bilden helfen, die in Kesetzgebung und Verwaltung die Interessen des arbeitenden Volkes eben soweit zur Geltung bringt, wie es die unsagbar harten Verhältnisse gestatten. In jedes Arbeiterhirn müßten die Worte eingehämmert werden, die in der Entschließung unserer Reichskonferenz stehen: 3in K» in y f der Sozialdemskratie ze.qen Renk- Hb« und tiapitalismuk, uiibt im Streit der tozialistifchcn Richtlinien fällt die Entscheidung«der unsere Zukunft. Das heißt keineswegs, daß es gleichgültig ist, für welche sozialistische Richtung-sich der Wähler entscheidet. Solange die Kommunisten an ihrer antidemokratischen Gewaltpolitik ihrhalten und solange die Unabhängigen zwischen dieser und der demokratisch-soziallstischen Politik unterer Partei unent- schlössen hin und her schwanken, solange ist jede Stimme, dn auf Unabhängige oder Kommunisten tällt, ein P e r l u st für die vositive iveltgeschichtliche Aufgabe, die das arbeitende Volk jetzt zu leisten hat. .Vor allem ober, der Splitterkampf im Innern droht die notwendige Stoßkraft geged rechts zu lähmen. Daß wir r? trotzdem aufbringen. daS soll in diesem Wablkampf Wunsch und höchstes Ziel jedes Genossen sein. Durchdringen wir uns mit dem Bewußtsein, daß es vor allem von uns abhängt, was aus Deutschland wird? Am 13. März kämpften wir in offener sseldschlacht gegen einen sichtbaren Feind. Aber dieser sichtbare Feind war nicht halb so gefährlich wie jener, der sich jetzt in Schützengräben verbirgt, um den Sturm vom ll. Juni vorzubereiten. Zeigen wir ihm an diesem Tag, daß die alte deutsche Sozialdemokratie noch"da ist und daß üe wie im Generalstreik so auch im Wählkampf zu siegen versteht!_ Der Mnöecheztenschuy« Aeufternnge« Kösters. Wie mit erfahren, ist die auch nach Kopenhagen übevurittelte Erktäiwng des WTB.. daß— trotz des Ritzirirschen Dementis— der dänische Außenminister � da?(mündliche) Angebot des deurfchcn Gesandten auf Vereinbarung gegenseitigen Minderheitsschutzes ab- geahnt hdi, durch Ritza» in Kopenhagen nicht veröffentlicht worden! Einem Vertreter des KrisÜamacr„Morgenb ladet" erklärte Außenminister Genosse Dr. Köster: Die preußische Negierung hat beschlossen, alle für NochschleS- wjg geltenden Gesetze und Verordnungen, die in Dänemark als gegen die Dänen gerichtet betrachtet werden, auszuheben. Ter Entwurf eines entsprechenden Siantsvsrtrageö iit bereits der dänischen Negierung überreicht worden. Allerdings bat bereits der Artikel 113 der R�ichSvl'rfaffimg grundsätzliche Sicherheiten in weitestem Umfange geschaffen. Die» üleißt immerhin nur eine einseitige Staatsnra tzna h me. Wir wünschen aber im J.rter- effe einer dauernden Befriedigung der gemischten Grenz- gebiete einen gegenseitigen Vertrag. Nach unserer Auf- fasfnng liegt die beste Bürgschaft für dauernde Rübe rrnd Frieden in den Grenzmarken. Jeder einzelne Bewohnte in den Grenz- gerieten Hai gewisser maßen dann einem vertraglichen An- sprach auf Sicherstellung seiner kulturellen Freibeir und ist dadurch vor«inseitigen VerwaltnngSmohnahmen geschützt. Dieser Minder- beitoschütz soll sich besonders aus alle kulturellen Gebiete«rürech-n. So soll dos Recht de» freien Gebrallcl>S der dänischen Sprache allen der bei Deutschland verbleibenden dänischen Minderheiten im Privat- wie im öffentlichen Leben, insbesondere in den Schulen, in den kirchlichen Zusammenkünsten, in Versammlungen, Vereinen und in anderen Veranstaltungen sichergestellt werden. Vor allem sollen aber die»Wischen Mi«devkeiten bei uns das Recht erhalten, ihr Schulwesen selbständig zu ordnen und die hierfür erforderlichen Kräfte zu berufen. Das gleiche gilt für das K u l t u s w e s« n. Wir Häven vorgeschlagen, den Minderheiten für ich« Einrichtungen unier Berücksichtigung ihrer Zahlenstärke und ihrer LeistmigSfähigloir öffentliche Zuwendungen Romam�sllsnöüberüieMVarz�Gefah� Fn der Mainummer de»»Foreign Affairs", de» Organs der Union für demakratiicke.Kontrolle, veröffentlicht Novns.in Rolland, das Haupt des jungen geistigen Frankreich, eine Betrachtung über die schwarze Eiefahr" rür Europa, die-m Hinblick auf die iranzösifche Kultur- schmack in den besetzten Gebieten für uns besondere Bedeutung gewinnt. Ter berühmte Dichter schreibt:»Di-„schwarze" oder j.gelbe" Gefahr in Europa datiert nichts erst von beute. Sie zu be. kämp-cn, ist es beuizniag: reichlich ipät.� Die europäisch« Politik erntet nur,>vaS sie Sll �sckhre lang in Asien und Afrika gesät hat. Die Verwendung schwarzer Truppen in Europa ist die logische Kon- sequenz aus den Erpresser- und Schlächterkrieg en in Afrika. E» war unvermeidbar, daß die Regiermtgon iür ihre Au>?IandSkrie.ge die bezwungenen Äolcnialvölier'heranzogeir. Ebenso unvermeidlich ist es. daß sie von ihnen in ibren zukünftigen Bürgerkriegen Gebrauch machen werden. H. G. Well S sah das schon vor mehr aK Li) Jahren in seiner Novelle„Wenn der Schläfer erwach:" voraus. In den erste» KriezStagen, im September Illll, schrieb ich:„Der europäische Krieg, dieser gotteslästerliche Kampf, bietet uns das Bild eines irrsinnigen Eurcuas. das Leichenpprannden häuft und mit eiaener Hanp gleich H:rkub.'S'gegen sich wütet. Die drei größten Völker dSS Westens, d!« Hüter der Zivilisation, be- ueibru unerbittlich ihren eigenen Untergang und rufen, ihnen da- bei zu helfen, Türken, Japaner, Zingalesen, Sudanesen, Sene- qalestui, Mauren, Aegypier, Sikh», Barbaren vom Pol und vom Aeguator. Seelen und Häute all--r Farben auf. ganz wie da» Rö- mische Reich zur Zeit der Tetrarchie die Horden de» Weltalls auf- rief, daß einer den anderen vernichte." Diese Worte brachten mir den Zorn der alliierten Völler ein. Diese unseligen Völker verstanden nicht. Laß die Waffe, die sie be- nutzten, früh» oder später sich gegen sie selber kehren würde. ES lr-ikH nickü mehr möglich sein, die Schwarzen und Gelben, nachdem sie einmal in die europäischen Angelegenheiten hineingezogen war- den sind, wieder zu entfernen. Die Geschichte des letzten halben Jahrhunderts bietet uns da- schreckliche und imponierende Schau- spiel eif.'S rächenden FattunS, das Eu opa in einer Art sinnlosem Rausch zur Sechstvernichtung treibt. Die unglaubliche Blindheit der Staatsmänner, die, ohne sich da» zu vergegenwärtigen. Europa den. schwarzen und gelben Kontinenten überantworten, denen sie sechst die Waffen in die Hand gedrückt haben, ist das unbewußte Instrument des Schicksals selber. Ich zweifle, ob da» Verhängnis jetzt noch abgewendet werden kann. Solange e» aber noch einen Raum für Hoffnung gibt, muß her Mensch» der des Namen» Mensch wöchig ist, gegen das Schicksal ankämpfen." Enorme Zlugzeuggeichwiiidigfeiten. Eine Mitteilung über die Schnelligkeit des Vogeliluges in Nr. 238 des„Vorwärts" gibt als C.-ößio Fluggeschwindigkeiten etwa W Reter in der Sekunde an. Es liegt tmi heutzutage nahe, die Leistungen jener natürlichen Flieget mit denen der iünstiichcn. drr Flugma'chnien zu vorgleicheii. Düse baben nicht nur schon seit längerer Zeit die doppelte Ge- fchwind-igkeij erreicht, sondern neuerdings sogar überschritten, und zukommen zu lassen. Wir wissen, daß alsdann die nationalen Minderheiten in Deutschland ein d-rtturnd ruhiges unb zufriedenes Leben in gesicherter Pflege ihrer kubusellen Eigenarten führen kömren, und wir hoffen, daß das gleiche den deutjchsn Minderheiten im Auslande ebenfalls zuteil werden möge. <- Die jetzige dänische Regierung will ja die.zweit« Zone Deutsch- land durch Jnternatiowilisierung entziehen, und darum muß sie den Nation alistzn die Möglichkeit lassen, wider besseres Dissen über Unterdrückung der dänischen Minderheit zu schroten! * Kopenhagen, 12. Mai. kDDL.' Der Widerspruch zwnchen der amtlichen deutschen Meldung über den Borschlag das deutschen Ge. sandten beim Minister ScsrcniuS, zum Schutze der nationalen Minderheiten in Schleswig ein Abkommen zu treffen, und dem dänischen Dementi hat hier bedeutendes Aufsehen erregt. „Rationaltidende" erklärt, Dänemark könne sich natürlich nicht auf Sonderverhandlungen Himer dem Rücken der S n t e n t e einlassen.„Ekstrobladet" teilt mit, im Ministerrat sei stftgeüeilt worden, daß das sonderbare Dementi des Ministers des Aeußeren aus einem Mißverständnis beruhe. Die Abstimmung" in Eupen-Nalmeöp. Eine neue deutsche Note. Laut„Aachener Volk» freund" hat die ReichSvegiorung in Paris und London sowie dem Generalsekretär deS Völkerbundes ein« Note überreicht, die Material über die Vorgänge bei der Volksabst rmmung in Eupen und Malmedh enthält. Dieses Matertal, so heißt es in der Note, ist nur ein kleiner Teil der Zuschriften und Be- schtverden, die der deutschen Regierung täglich au» diesem Gebiet zugehen, und schon au» dieser kleinen Anzahl ist zu erkennen, wie stark der Hilferuf ist, den die Bevölkerung von Eupen und Ddal- m«dv an das Gerechtigkeitsgefühl der Welt richtet. Die deutsche Regierung kann unmöglich annehmen, daß die Mächte, mit denen sie Frieden geschlossen hat, und der Völkerbund der Ber, gewaltigung von Eupen und Malrnedy weiterhin freien Lauf lassen werden. In dieser Ueberzengung wiederholt sie dringend chve am LI. März ausgestellten Anträge und bittet erneut, die erforder- lichen Maßnahmen, an erster Stelle die Errichtung der unerläß- liehen Kontrolle der Volksbefragung durch den Völkerbund mit größter Bcschfenitigung zu treffen. Tie Note widerlegt die Erklärung des belgischen Außenmim- ster» Hymans, wonach jeder Stimmberechtigte„frei und ungehin- dert" seinem Willen Ausdruck geben könne und»keinerlei Nach- teile" zu gewärtigen habe. Die Note führt als Beweis dafür, wie die belgischen Behörden dem Friedensverträge und dem Ber- sprechen, daß die Volksbefragung frei und unbeeinflußt vor sich gehen soll, zuwiderhandeln, zunächst eine belgische Zirkularverfü- gung an, wonach Personen, die für Deutschlaad stimmen, von be- stimmten Vergünstigungen auSgefchlosse« werden. Ferner werden eine Reihe von Zuschriften wiedergegeben, von denen mehrere bezeugen, daß belgische Beamte Personen, die sich in die Protest- liste einzeichnen wollten, mit Ausweisung und Entziehung gewisser Vergünstigungen drohten. Sopkott gegen Ungarn! Amsterdam, 12. Mai. Laut„Telezraas" hat da» Bureau des Internationalen GewerkschaftSdundeS auf der in London abgehaltenen Zusammenkunft beschlossen, die im ver- gangeuen Monat augenomincne Entschließung wegen de» Boykotts gegen Ungarn unverzüglich zur Anwendung zu bringen, ES kann sich da wohl nur um einen moralischen Boykott handeln, der freilich sehr am Platze ist. Wir haben bereits ver- schieden« Beweise für den blutigen Terror der Horthh-Banden ververöffentlicht— es ist nur der kleinste Teil dessen, was jeder Tag an neuem Material bringt. Aber Herr Lloyd George diSpntiert den Terror aus der Welt und die englische Misston in Budapest stellt sich schützend vor die Massenmörder. Budapest, 12. Mai. lWTB.i Nationalversammlung. Im Laufe der Debatte über da» Mnistervenantwortlichkeitsgesetz die moderne Technik hat es zuwege gebracht, daß di« Geschwind ig- kdittrekordc zu immer höheren Werten steigen. JnsSesonders ist es dem franzSsischen Professor A. Rateau gelungen, durch die Ein. schaltuna emes Apparates, der di« dünne littst der größeren Höhen stark ziriantmenvccgt(„Turbo-Komp rosseur"), nicht nur Erreichung sehr großer Höhen zu ermöglichen, sondern auch enorme Geichwin- digkowen zu erzielen. Am 27. Februar gelang es mit Hilfe dieses Apparate» dem Major R. D. Schroeder, ein« Höhe von 10 369 Nietern über dorn Mceresfpisgel zu erreichen, wo ein« Kälte von Zf> Grad unter Null herrschte. Am 19. März versuchte Seutitont I. Weiß bis zur höchsten, durch den Apparat angeblich erreichbaren Höbe von 12 000 Metern auf.zustefgen, dach verfugte schließlich die Larrichrung. die dem Flieger den zum Atmen nötigen«Sauerstoff Aliführt, und er mußte daher in sie item Sturzfluge niedrige Luft- schichten aufsttchen, in denen das Atmen ohne künstliche Hilfsmittel möglich ist. Hierbei erzielte er eine Geschwindigkeit, die Professor Rateau nach den Auszeichnungen der mitgeführten Instrument« zu nicht nie Niger als 280 Metern in der S'-tuitd« berechnet. Ilm eine Vorstellung von der Größe dieser Schuefligketi zu geben, erwähnt er. daß sie beinahe so groß isf wie die Geschwindigkeit de» Schalles in der Lust, die bei der beobachteten Temperatur von 22 Grad unter Null etwa 312 Mater in der Sekunde betrögt. Es gibt jedoch noch eine andere Geschwindigkeit in dsr Natur, die der von Leutnant Weiß erreich! tn noch näher koirtnit und auch eine bessere Anschauung gibt. Lei der täglichen Drehung der Erde um ihre Achse bleiben bekanntlich Nordpal und Südpol in Ruhe, während der übrige Teil unserer Erdoberfläche mit einer Geschivin- digkeit rotiert, die nach dem Aequator hin allmählich zunimmt und dort ihren höchsten Wert von 402 Metern in der Sekunde erreicht. In Berlin nun betrchzt die Geschwindigkeit der Erdumdrehung genau 263 Meter in der Sekunde. Wenn also ein Flieger bei uns mit dieser Schnell iglest der Erdumdrehung entgegen, also genau nach Westen, in gleichblsibettder Höhe fliegen könnte, so würde er gewissermaßen im Weltenraum still stehen, während die Erde sich unter ihm weiter dreht. Seine Stellung zur Sonne würde also it:ts die gleiche bleiben, während für uns Erdbewohner, die wir die Drehung der Erde mitmachen müssen, die Sonn« scheinbar auf- und utttevgfhr. Ein solcher Zustand wird um so leichter erreicht werden können, je näher sich der Flieger einem der Pole unterer Erde befindet. Prof. O. B a sch i n. Rigolettv. Tie Sommexoper des Wallusr-TheaterS scheint küm'tlerisch zu wachsen mit dem Nachlassen der Weltstar», bte daS Ensemble iotbriicken. Die Rigoletto-Ausfübrmig am Mittwoch war achtbar, tüchtig die Leitung CvllinS, der sein Orchester nur noch zu größerer Pianospcundlichteir erziehen mochte. Lißmann wußte alS Herzog zu gefallen und durch stolze Tenortöne dteSma! zu impo- nitre:!. Tvssony blted der Rolle des Narren nicht viel an Ausdruck des Weh» und dsS Mimikers charakteristischem Spiels schuldig. Katharina Garden als dritter Gast fügte sich leidlich gut ein, ob- schon ibre Höbe keine Leichtigkeit und keinen Glanz hat; auch die Chöre störten diesmal nicht. K. S. Der deutsch« Mensch ia der Natur. In der llronia entwickelte Franz G o e r k e Kulturbilder aus der deutschen Bergangznheit und Gegenwart, Bon der Natur und ihrem Kampfe ging er aus, forderte der gewesene Minister S z t e r e n h t, daß die Miigliedep der Regierung K a r o l y i von den ordentlichen Gerichten zur Ber» antwortung gezogen würden, da sie eine gesetzwidrige R» gierung gebildet hätten. Szterenyi sagte u. a.: Wir sind ein» königstteue Nation und dert gekröntett König zur Treue ver- Pflichtet.(Stürmischer Beifall und Händeklatschen bei den Chris» lichnateonalim, Widerspruch bei den kleinen Landwirten.) Prä- sident RakovSzlv: Hier darf m>an nickt gegen den gekröntett König iprechen.(Großer Beifall bei den Christlichnationalen. Rufe bei den kleinen Landwirten: Wo i st denn der König?) Präsident Rakovszky: Jedenfalls ist er irgendwo. Abgeordneter Kcrekes erklärte, er sei royalistisch gesinnt, aber gegen die Habsburger. Die hinterpomMerjche Justiz. Gegen Verfassungstreue. Bekanntlich hat der I u st i z m i n i st e r verfügt, daß Straf- verfahren gegen solche Personen, die während des Kapp- P u t s ch s s für die V e rf a s su n g eingetreten sind, u n z u- lässig sind. Da» kann der Justizminister wohl sagen, aber die KöS.liner Staatsanwaltschaft und dito Landge- r i ch t lassen sich dadurch in ihrem Eifer, verfassungstreue Ele- mente zu verfolgen, nicht stören. Jetzt ist wieder gegen 7„füh- rende" und 15„geführte" Genossen in B e l g a r d Anklage wegen der Vorgänge in den Putschtagen erhoben. Und zwar sind Ver- fahren eingeleitet wegen Plünderungen, Einbruch in Diensträume und Beschlagnahmung von Waffen. Der„Ein- bruch in Diensträume" besteht darin, daß die Arbeiter die in einer Rumpelkammer des Rathauses von Kap- Pisten untergebrachten 2 0 Gewehre und 1 Maschi- nengewehr herausgeholt und sich damit bewaff- n e t h a b e n, um sich und die Verfassung gegen die Hochverräter zu verteidigen. Darin wird auch gleichzeitig die„unbefugte Beschlagnahmung von Waffen" erblickt. Die Kösliner Staatsanwalt- schaft und das Landgericht sind anscheinend der Ansicht, daß die Kappisten zur Ausübung ihres Putsche»„befugt" waren, denn daß sie gegen jene vorgehen, haben wir noch nicht gehört. Die Arbeiter haben aber„unbefugt" den Kapp-Putsch niederge- zwungen, darum sollen sie auf die Anklagebank. Wer um dem Verfahren einen anderen Hintergrund zu geben, wird noch behauptet, die Angeschuldigten hätten geplün- dert. Aus der fraglichen Rumpelkammer sollen einige aufbe-- wahrte, von der Polizei beschlagnahmte alte Sachen verschwunden sein, ebenfalls sollen zwei Ballen Kleiderstoffe, die kurz vor- her beim Kaufmann P r e u ß beschlagnahmt waren, bei der„Plün- derung" abhanden gekommen sein. Daß sich die Angeschuldigten solche Sachen angeeignet hätten, dafür fehlt jeder Beweis. Die zwei Ballen Stoffe sind aber, wie in einer öffentlichen Verfamm- lung festgestellt worden ist, schon mindestens Zwei Tage vor dem Kapp-Putsch nicht mehr dagewesen. Außerdem soll der Kartellvorsitzcnde, Genosse Heise, auch versucht haben,„unbefugt" eine Einwohnerwehr zu bilden. DaS soll wohl auf den .bewaffneten.Haufen" nach§ 127 deS Str. G. B. hinaus. Man sieht also, die Sachen sind an den Haaren herbeigezogen, um die verhaßten Arbeiter auf die Anklagebank zu bringen. Hier mutz rasch und gründlich durchgegriffen werden. Verständllche Auszeichnung. Zu unserer Notiz über die Aufzeichnung de» Generals v. Mühl mit dem höchsten bäuerischen KriegSorden durch die bäuerische Regierung Kahr(Nr. 234 de» „Vorwärts") wünscht die hiesige bäuerische Gesandt- i ch a f t festgestellt zu sehen, daß dieser Orden von Möhl nachträglich durch Spruch des OrdenökapitelS wegen seiner Leistungen in der Abwehrschlacht von Bapaumc verliehen worden ist, nicht wegen seiner Leistuigen im Bürgerkriege.— Unsere Feststellung, oaß die bayerische Regierung Kahr lediglich dem Staatsstreich dieses Generals ihre Existenz verdankt, wird immerhin in dieser Berich- tigung nicht bestritten, lind das genügt uns. Der polnische Generalstreik in Oderschlefieu ist beendet. Auf allen Gruiten, auch im Rybniker Revier, wstd voll gearbeitet. Polnisches Land. Im Kreise F l a t o w- O st sind bei den polnischen ReichStaMoahlen 6683 deutsche und 3327 polnische Stimmen abgegeben. stellte ibr den Menschen gegenüber und zeigte dann feinen Ä'.ifttieg. Bon der Römerzeit vis zur modernen Industrie wurde im Fluge deut'cke Geschichte bildhast und anichcrnlieb vorgeführt. Der deutsche Menickj wurde lebendig im Zusamutenwirten mit der deutschen Natur: der Ackerbau, das Dorf, der Bauer, pte Kleinstadt, die Eisenbahn im Landschaftsbild, die Landschaft als Friedhof de» Menschen waren einige der borübteen Etappen. Der Direktor der Urania sprack mit Wärme, und die soslischen Werte einer innigen Berührung zwischen Mensch und Natur wurden offenbar, ün leisen Unterton seiner Betrachiung klang der Kehrreim: Zurück zur Natur, die uns Stille,.Harmonie mit uns selbst und den Segen der Arbeit teert. Köstliche farbige Bilder gingen neben den Worten einher, sie veranschaulichten den Sinn des Vortrag® durch ckcnde Aussichten auf Wald uich Flur, auf Aach und Hügel. Un". terall wurde da» Wirken des Menschen in der Natur an guigetva.tzten Ausschnitten sichtbar. Viele der Landschaften waren mit den.Augen des Künste lers gesehen, sie zeigten Natur und Mensch auch hier im Bunde. Die Organiletion der Wiener Gtaatstbeatcr. Zur Leitung der drei ehemaligen Host realer wird ein Intendant bestellt weichen, der vom Präsidenten der Nationalversammlung auf Borschlag des Staatsamtes für Unterricht ernannt wird. Zur Saite wird ihm ein.Üuratorium gestellt werden, das aus den Tirclioren der Theater, zwei Mitgliedern des Kunstbeiraics, je einem Vertreter des Staats- amles für Finanzen und de» für Unterricht und sechs Vertretern der Literatur und Kunst» dte�aS Staats amt für Unterricht ernennt, bestehen wird. Da» Kuratorium wird auf fünf Jahre bestellt wer- den. Gegen die Beschlüsse des Kuratoriums wird den Vertretern der Staatsämter sin Eutfpmch zustehen, über den dann die Steats- regterung entscheidet. Dem Kuratorium fällt die Beratung de» Intendanten und die Mitwirkung bei fernen Entscheidung.'« in allen Angelegenheiten von größerer Tragweite und grundsätzlicher Bedeutung zu. Ter Kampf um di- Warnungsliste. Der Theoterdirektor Robert, zurzeit Leiter der Tribüne, ist von der Büönengenossenschaft auf die„schwere Warnungsliste" gesetzt worden. Gegen diese» Kanipsmittel der Organisation, die damit die Rechte ihrer Mite gliede.r per seidigen will, bat der Betroffene eine einstweilige Ver- fügung erwirkt, die. der Bühne ngenossen schaft bei einer Strafe von seweilS 1000 M. die schwere Warnung gsgen diesen Namen unter. sagt. Mit dieser Verfügung ist nalürlick weder die Recht?-, noch die Schuldsraye geklärt, und die Genossenschaft wird zweifellos vor der Oeffcntlichkeit ihre Sackte weiterführen. Pressekonzcrt. Tiutzer Maria Jrogrün. Rad ürb und itesti Schwarz werden Karin Vranzell und Mafalda Salvatmi in den, am Sonntag, den 16.. mittag»'1,12 Uhr, in der StaatSoper ttattsindenden Großen Konzert zes Verein»„Serliner Presse" mitwirken. Im Bernbard-Rose-rveator beginnt am 20. b. SliS. da» Gastspiel der Komische» Oper mit„Schwarzwalomädel". Zur den Uerstorbeneu Berliner Bipckiater Ernst Bnrckiard wird am 14. Mai. abends 7ft, Uhr. vom wifsenichastjich-humaniiären Komitee im Schillerlaal, Sharlotienbura, Bismarcksir. 110, eine SedächlniSsei« mit Dr. U. Hirjchjeld als Redner abgehalten. Nr. 244 ❖ 37. Fahrgaüg Hrbeiterschast und Kirche. Von Pfarrer Günther Dehn. Den folgenden Ausführungen wird nicht jeder zu- stiiumen, yrancken aber werden sie zum Nackdenlen ver» anlassen, und damit hat der Verfasser wohl seinen Zweck crrcickit. Wir stellen semen Aufsatz zur Diskussion, mit dem Bemerken, daß er wenigstens in einem Punki sicher- lich recht hat. Von den drei Möglichkeilen— Austritt aus der Kirche, Mitarbeit in der Kirche und Verbleiben ohne Mitarbeit— ist die dritte sicher die schädlichste. Red. d.„Vorwärts". Arbeiterschaft und Kirche— lohnt es wohl, über dieses Thema zu reden in einem andern Ton als dem der Abrechnung und feindlichen Auseinandersetzung? Ist die Arbeiterschaft nicht einfach fertigmitderKirche? Gehen beide, Kirche und Arbeiterschaft, nicht längst jeder für sich ihre eigenen Wege? So könnte es scheinen, aber seltsam, sobald in einer Vcrsamm- lung ein religiöses Thcnto angeschnitten wird, erwachsen die Geister. Sobald man von der Kirche spricht, wird mit einer Leidenschaft und Erbitterung verhandelt, die zeigt, daß diese Dinge dem Arbeiter noch durchaus nicht so gleichgültig sind, wie vielfach behauptet wird, ja wie er selbst zuweilen meint. In dem zornigen Ingrimm, mit dem er gelegentlich die Kirche bekämpft, liegt beinah etlvas vom Schmerz einer enttäuschten Hoffnung. Im Grunde war er von der Meinung noch gar nicht losgekommen, daß man das Recht habe, von der Kirche etwas zu erwarten, und man ist nun empört, weil man sich bitter ge- täuscht sieht. Gewiß, viele Arbeiter sind Freidenker, und nicht wenig? sind aus der Kirche ausgetreten. Aber im Vergleich mit der großen Masse sind das doch wieder nidst viele. Warum macht die Austrittsbewcgung trotz aller Agitation doch schließlich nur geringe Fortschritte? Warum läßt die ungeheure Mehr- zahl der Arbeiter immer noch ihre Kinder taufen und einsegnen. ihre Verstorbenen mit geistlicher Begleitung beerdigen? Warum machen so wenig Eltern von dem Recht Gebrauch, ihre Kinder aus dem Religionsunterricht herauszunehmen? Spricht sich hier nicht einfach, wenn auch oft nur dunkel und unbewußt empfunden das Verlangen auS, mft der Religion und sogar auch mft der Kirche nicht völlig zu brechen? Und sodann: regt sich daneben nicht mich ganz bewußt religiöses Empfinden in der Arbeiterschaft? Findet man nicht manchmal bei Arbettern ein überraschendes Verständnis für die Person Jesu Christi, für die ethischen Gedanken des Christentums? Gibt es nicht so manchen Arbeiter, der vom herkömmlichen Materialisinus der LebenS- auffassung nicht mehr befriedigt ist und darüber hinauSzukom- men sucht? Wer mit feinem Ohr zu hören vermag, vernimmt, es bahnt sich ein Umschwung der Gedanken an, die religiöse Weltauffassung gewinnt wieder an Macht, auch in der Arbeiter- schast. Man ist dabei, die vulgäre Meinung zu überwinden, «ach der ein religiös empfindender Mensch ein Narr oder Heuch- ler sein mliß. Und vor allen Dingen, man beginnt jetzt zu er- kennen, daß die so oft gehörte Behauptung, Sozialismus und Christentum könnten sich nicht miteinander vertragen, un- haltbar ist. Der Sozialdemokrat W. Keil hat vor einiger Zeit gesagt:„auf alle Fälle rynß die mit der programmatischen Neutralität unvereinbare Atmosphäre in der Partei bis zum letzten Gauch ausgeräuchert werden, die die Vorstellung nährt, als könne ein guter Christ nicht auch zugleich ein guter Sozialdemokrat sein". In dieser Aeußcrung zeigt sich schon ganz klar die neue Erkenntnis. Tatsächlich fordern Christentum und Sozia- liZmuS einander geradezu. Es bat nie eine Wirt- schaftsordnung gegeben, die dem Geiste des Christentums näher stand als die sozialistische, und was sind etwa die außenvoliti- schon Forderungen der Sozialdemokratie, die auf Völkerver- ständigilng, auf Ersetzung des kurzsichtigen Prinzips der so- genannten Realpolitik durch den Gedanken der Solidarität aller Völker hinzielen, anders als direkte Auswirkungen der durch Jesus Christus in die Welt gebrachten Gedanken? Gehören Sozialismus und Christentum aber zueinander und ist anderer- seits das religiöse Interesse innerhalb der Arbeiterschaft im Erwachen, dann ist es ganz selbswerständlich: die stunde muß kommen, wo beide Mächte einander finden und wo der Arbeiter auch in eine neue Beziehung treten wird zu den Organisationen, die das Christentum vertreten: zu den Kirchen. Da? Bild, das die Kirche freilich zurzeit noch bietet, ist für den Arbeiter schier trostlos. Die Mehrzahl der Pastoren sind Mitglieder der Rechtsparteien: wo nur irgendwo ein rcakfio- närer Bund sich bildet, ein Pastor muß mit an seiner Spitze stehen. Ost war es im Grunde die Stimme Luden� d o r f f s, die in evangelischen Kirchen ertönte. Hat bis- her auf der Kirche schwer�die Haird des Staates gelegen, jetzt scheint es, als ob sie, vom Regen in die Traufe kommend, eine Domäne der„dentschnational" Gesinnten werden soll. Sprechen wir es offen aus: so wie die Kirche jetzt ist, kann der Arbeiter mit ihr nichts anfangen. Käme er auch mit dem besten Willen zu ihr, er könnte in ihr sich nicht wohlfühlen. Er wird ja hemusgeekelt aus den Gottesdiensten, wenn er in jeder Predigt mit aufgetischt bekommt: einen Seufzer über den„unseligen" 9. November, die berüchtigte Mar vom Dolchstoß von hinten, eine Verhöhnung der sozialistischen Schwärmereien u. a. m., und zum Schluß ein Drohgebet gegen die gegenwärtige Regie- rung. Gewiß, daS soll gerne zugeben werden, ist das nicht bei allen Pastoren so, aber leider doch bei der großen Mehrzahl. Ob die Kirche es will oder nicht, und in ihren wohlmeinenden Vertretern will sie es ganz gewiß nickst, so wie sie jetzt ist, wirkt sie einfach arbeiterfeindlich. In allen ihren Lcbensäußerungen ist sie durchaus bürgerlich-reaktionär, und- man kann keinem klassenbewußten Arbeiter es auf die Dauer zumuten, eine solche Lust zu atmen. Aber genügt eS mm, über diese Dinge, wie man es gern tut, sich nur zu entrüsten? Liegt hier nicht auch eine Schuld des Arbeiters vor? Warumkümmertersichnichtum die Kirche? Warum läßt er sich, sofern er mit ihr zu tun hat, immer nur als Ob j e kt behandeln: wahrhastig, er könnte selbsttätiges Subjekt sein. Wenn der Arbeiter wollte, könnte ein Berliner Gemeindekirchenrat bald eine sozialistische Mehr- heit haben, und von ihr könnten dann Pastoren gewählt wer- den, die es vermeiden, die Kanzel zum Schauplatz politischer Parteireden zu machen. Indes der Arbeiter kümmert sich um dos alle? nicht. Weiß er etwa, was jetzt vorgeht? Weiß er, daß die preußische Landeskirche im Begriff ist, sich neu zu konsfitu- ieren? Daß jüngst die Generalsynode der preußischen Law deskirche getagt hat, die ein Wahlgesetz für die Einberufung einer verfassunggebenden kirchlichen Landesversammlung beschlossen hat? Weiß man, daß in diesem Wahlgesetz mitten im demokratischen Deutichland das alte Wahlsystem des früheren preußischen Landtags eine teilweise unerfreuliche Auferstehung gefeiert hat? Weiß man, daß so eine neue Kirche entstehen wird, in der der Einfluß proletarisch- sozialistischen Geistes völlig ausgeschaltet sein wird? Ich sage daS alles, um an einem deutlichen Beispiel zu zeigen, wie wichtig eS wäre, wenn der Arbeiter sich mehr mit der Kirchcnfrage beschäftigte. Wäre es nicht etwas Großes, wenn es gelänge, eine demokratisch verfaßte Volkskirchc zu schaffen, in der der christliche Sozialdemokrat volle? Heimat- reckt hätte? ES könnte neues Leben in den Kirchen erblühen, wenn dem jetzt dort mächtigen, in der Tiefe unchrist- liehen nationalistisch-antisoziolistischen Geist ein kräftiges Gegengewicht geboten werden könnte durch den neu hineinkam- niendcn Geist des Arbeitcrtums. In einer solchen Kirche könnte der religiös gesinnte Arbeiter das finden, was er sucht, eine Stätte wahrer innerer Erhebung, die ihm die gegenwärtige Kirche leider nicht bietet. Der Gedanke des Erfurter Pro- gramms, daß Religion Privatsache ist, soll mit diesen Aus- fllhrungen nicht angetastet werden. Weder dem neuen Staat noch der Partei soll die Förderung der Kirche als Aufgabe zu- geschoben werden: nur der einzelne sozialistische Arbeiter, der religiös denkt, soll aufgefordert werden zu dem, was nicht nur sein Recht, sondern meines Erachtens sogar seine Pflicht ist, auch in der Kirche seine Stimme zu erheben und sie umzu- gestalten in seinem Sinne. Zier liegt ein Problem der Zukunft, das gelöst werden muß. Möchten sich bald Männer und Frauen finden, die zur Tat übergehen. Geldentwertung und Wcllmarktprcife. Die A. E. G. übersendet unS Nr. 10 ihrer„Volkswirtschaft I i ch e n Blätter", eine Veröffentlichung, die das Wer? hoffentlich auch den Betriebsräten und Arbeitern zugänglich � macht, die auS dem Inhalt viel Belehrendes entnehmen können. Wir greifen aus dem Aufsatz„A u s l a r d S p r e i S b i l 2 u n g" die folgende Tabelle heraus: Verhältnis der Preise von elektrischen Maschinen zu den Preisen vom 1. Juli 1914 lediglich unter Berücksichtigung der Geldenwertung bei Zugrundelegnng eincS.'weiinchrn Preises in Amerika fWeltniarktpreis): Ut New-Uork. Berlin.. England. �ranlreich Belgien. Schweiz. Italien. Spanien. Holland. Dänemark Schweden. Norwegen. am Die Tabelle zeigt für elektrische Maschinen das Preisver» hältnis zu dem Jahre 1914 lediglich unter der Ein- Wirkung der Geldentwertung in den verschiedenen Lär- dein bei Zugrundelegung eines zweifachen WeltmarkipreiseS. Für die einzelnen Länder weicher aber die tatsächlichen Marktpreise von diesen Werten ab. und zwar beeinflußt durch die nationale Industrie, bei der die Geldentwertung genau so wirkt wie bei uns, ferner durch starke Konkurrenz aus anderen Läu- dern. Die genaue Feststellung der Marktlage muß durch direkte Berichte aus den betreffenden Ländern erfolgen, und zwar durch Berichte über die Preise der Fert-gfobrikate. Rohstoffe und Söhne, kg,„._ Fähigkeit. Preis«, die über dem Marktpreis liegen, kann man j nicht erzielen; wir haben aber keine Veranlassung, wesentlich unter dem Marktpreis zu verkauten, denn abgesehen von den Vorwürfen beS Auslandes wegen Preisunterbietung und etwa da- durch vcranlaßten Einfuhrverboten oder Ei ifuhrkontrolle, würde ' man sich einer Verschleuderung deutschen Vermögens und im Zusammenhang damit einer weiteren Geldentwertung schuldig machen....... Da der DollarkurS der beständigst« ist, so ist« d-r ganzen Rechnung zuarnnide gelegt, nur wird angenommen, daß � durch die auch in Amerika eingetretene Verteuerung tawlge Geldüberfluß und Warenerport die Kaufkraft des Dol. larS auf die Hälfte gesunken ist. Was am 1. 7. 14 Einheit war. ist heute verdoppelt. Man erkennt die starke Preissteigerung in Frankreich. Belgien und Italien. WaZ in letzterem Lande 1914 1 Lire gekostet hat, kostet heute dort 7 Lire._ Nur durch Ausbau eines auSgezeichnoter Nachrich.en- apparates wird eS möglich fein, die Konkurrenzpreise in den einzelnen Ländern feststellen zu können, um zum besten Preis verkaufen zu können. Solche Nachrichtenerinitrlung er- fordert Einrichtu igen, die einzelne Fabrikanten sich nickt fchaf- fen können. Nur geschlossene Organisationen ganzer Fackgernete verfügen über die Geldmittel, die eine zuverlässige Bericht- erstattnng am Weltmarkt erfordert.— ck'tr. Gegen die Abbruchspckulanten. Seit einigen Monaten kann man beobachten, daß eine Anzahl Ziegeleien von den Besitzern auf Abbruch verkauft worden sind. �er hechte Liebestournier. Von Dlwtn Rath. Im Kahn stoße ich mit dem Ruder zwischen Schilf und Ufer langsam über das Hochwasser der Wiese. In der windbefächelten Kristallhelle der Flut schtvife ich ein dünnes Gazen«? hin und her. um einiges von den schwarzschießenden Wasserkäfern und spring- tollen Flöhen zu erhaschen, die jetzt über den hellen Wiesengräsern so klar zu seien sind. Da springen vor mir in übermütiger FrühlingSfreude Fische silbern glitzernd«ruS dem Naß Ich bin erstaunt. ES sind keine kleinen rothlossigen Plötzen, auch keine vor Jugendtollheit hüpfenden Brassenjünglinge. Schwere Bengöl sind eS. Lange Kaliber, denen «an solche Springexpcrimente weniger zutraut. Wie blitzende breitfchneidige Seiznerrer schießen sie schräg heraus, von einem feuchten Tropfenwirbel umschimmert, und tauchen schwanzpeitschend «neder hinein. Jagen in stummer Ausgelassenheit da? Wasser in kleinen Quirlen imd Strvdeln umher. vorsichtig stoße ich den Kahn an die silbernen Springer heran. Vielleicht habe ich hier mehr Glück als an den LiebeStanzplätzcn der Dirkhühner am �ercher Forst, wo ich stets neue Spuren auf den nendcu aittgetanzten Flecken in der Waldwiese, aber niemals die Tänzerinnen elbst antreffe. Kaum aber �»in ich miit meiner breiten kleinen Schalupve bis auf drei, vier Meter vorsichtig schleichend herangeglitten da ist das glitzernde Äeplätscher ver- stummt. Ich sah sckon deutlich, daß eS Hechte sein mußten, die hier in IntierZctuSgelassenheüen sich tummelten, in Luftiprüngcn in ein Element, das ihnen noch verschlossen. Befriedigt aber erblicke ich die plötzlich Verscheuchten vor mir im Wicfenwasser. Sie beriechen dort, wi« eS scheint, einen höchst merkwürdigen Apparat. Auf den ersten Blick sieht die? gelbe große Dimg auS wie ein miß der Lust ins Wasser gepurzeltes kleines Windmühlenrad. Kommt man ihm aber näbcr sind eS die länglichen Weidentüten von vier in Radform zusammen mS Wasser gelegten Fischreusen. die in so-flacher Flut lauern, daß sie mft den oberen Weidenruten twcken berauSgitiern. JäblingS ab-r kommt die Tanzlust wieder über die beiden Heckte. Und wie in einem stummen Gelächter über die bösen Fischer, die ihnen sogar tn den seichten Laichplätzen hier, «o sie sich ein« feuchte Wiege für ihre kleinen Kinder suchen, die Reusen nack allen Windrichtungen bin auslegen, hüpfen sie bisweilen gar lustig über die Weidenfallen hinüber und herüber. Schlagen auch darauf und schleudern sich mft einer zuckenden Perlmutter- funkelnden Krümmung ihres Schuppenleibes, etwa- unbeholfen in ihrer Massigkeit» wieder inL Wasser hinein. Dabei suchen rbre Leiber sich. Schlängeln wie im wohligen Empfinden ihrer gegenseftigen Schlangenglätte in geschleuderter Schnelligkeit aneinander vorbei. Kehren, kaum daß sie so in stür- mischem Sichsnchen aneinander vorübeogestrsichelt sind, wieder in flinkem jähen Bogen um, und drängeln von neuem in saufender Hurtigkeit die verliebten Schuppenpanzer ihrer glitschiggla'ten Hechtleibcr im feuchten Fluge gegeneinander. Gleiten auch wiej rasend unter- und übereinander her, schleudern dabei aus den hef- tigen Krümmungen ihrer Panzer kurze Sonnenreflexe ans der Flut. Jetzt, wie berauscht von der Liebesberührung, fahren sie wieder über den Spiegel empor und dabei gelingt es ihnen bis- weilen selbst, sich in der Lust zu berühren. Oder ist die« Zufall? In kleinen Zwischenpausen aber schießt daS Hechtweibchcn : immer wieder zu einem torfig düsteren Loch im Boden hin, da? neben zartem Kamm- und RusthgraS sich in den grasigen Grund höhlt. Guckt hinein mft der Starrheit und immer wiederbchrenden Neugier in das schwarz« Loch, mit der ein verliebtes Menschen- Weibchen in den blanken Spiegel schaut. Um gleich darauf wieder ! in fliegender Besessenheit mit dem anderen Wasserräuber durch uud: 1 über die kristallblitzende Klarheit der Flut zu flitzen. Niemals! hätte ich diesen mordstarren Fifchräübcrschnauzen, die fönst unbe-! woglich wie grüne Aeste zwischen den schlanken Schäften des Schil-! feS im Wasser auf per Lauer stehen, eine solche Behendigkeit und Beweglichkeit, ein solches Temperament und diese flutsprühende LiebeSauSgelassenheit zugetraut. Jetzt aber fahren sie beide plötzlich mit der Schnauze nach dem Schilf herum und stehen erwartungsvoll still. Ich kann unter dem dort sonnenflirrcnden Spiegel nicht sehen, was sie bannt. Da flitzt,; kaum da» ich ihm mit den Augen folgen kann, das Hechlmännchen, � daS sich durch eine dunklere Farbe hier auszeichnet, nach irgendwo- � hin davon. Kurz darcntf sehe ich einen ganz dunkelfarbigen, einen, riesigen Bengel von sehr behäbigem Benehmen sich langsam wst- ternd dem Weibchen nähern. Das hat eine Zeitlang, wie hhpnoti- j siert von der Annäherung dieses alten Herrn, still gestanden. Jetzt schießt eS ängstlich in wirren Zickzackzügen bin uud her. Macht solche Manöver dicht vor den Fischreuson, daß ich schon leise hoffe, � . ci sucht darin seine Zuflucht. Mit gemessener Stetigkeit in würdigen lang amen Wendungen' folgt ihm der dunkle Ries«, dessen brmale Räuiberschnauze ganz danach auSlsicht, daß er eS vor Liebe fressen wird, wenn eS ihm, auch nur einen Flossonzipfel schenkt. Nun sehe ich das flüchtig| jagende Weibchen nicht mehr. In unerhörter Fixigkeit aber sehe ich den Dicken wie einen geschleuderten Klotz nach dem Schilf zil! verschwinden. Und schon auch von dort nach meiner Kahnfpitze zurückkehren. Dicht davor erblicke ich wieder daS Weibchen. Scharf i beobachtend blickt cS diesem riesenhaften Bewerber entgegen, von dem eS nicht weiß, ob er lieben oder fressen will. Der Alte macht plötzlich«ine spaßhaft schlenkernde Seiten- bewcgnng, eine Werbebewegung, wie man sie ähnlich bei den Liebcsspielen einen Hund vor dem anderen machen sieht. Zu drollig sieht eS bei dem Dicken, Unbeholfenen, bei dem Patz auZ, zumal er sie noch ein paarmal wiederholt. Jetzt, da er dem Weibchen näher ffösselt, das mißtrauisch, die Nase ihm zugewandt, vor ihm zurückflösselt, geht eS wie ein Ruck durch seinen feisten Wanst. Hinten an seinem breitfächclndcn Schwanz hängt ein anderer Hecht. DaS klein cre Männchen ist'S. Hat sich darin verbissen und sucht den Riesen rück vär'.S zu zerren. Wird aber in der jähen Wendung deS Kolosses, der, plötzlich sehr beweglich, nach seinem zerbissenen Schwanz herumsaust weggeschleu- dert wie ein grünes Schilfblatt. Im Nu ist er indes wieder da. Hängt wieder dem Koloß am Schwanz, und wie der Schwerbeweg» liche ihn jetzt von neuem in der wütenden Kehrtwendung cckfchüttelt, sehe ich Blut auS dem zarten Schtoanzfächer da- Wasser leicht röten und in Fäden eS durchschwemmen. Seh« auch, daß der Sckweif des Gewaltigen schon von anderen Scharmützeln Zacken. Scharten abbekommen hat, wie die neue, aus der er jetzt fchtveißl. Sehe, daß per Schweif nur noch eine löcherige Entstellung der einst- malS schönen Hechtzier ist. Sie plänkeln hintereinander her, der Große utd'C Kleine Natürlich ist der Kleine bei seinem leichten Hin. und Her. manövrieren unmöglich für den dicken Klotz zu erlangen. Biel- mehr fädelt es nach und nach immer rötlicher au- seiner einst- maligen Hechtzier hervor. Wo der junge Liebtaber immer wieder die Kraft seiner Zähne im Vorüberflitzen spielen läßt. Fetzt saust der Riese mir so nah unter das Boot, daß ich ihn erschlagen könnte, wenn er doch nicht noch schneller wäre als mein ungeschloch» teS Ruder. Dann sehe ich ihn nicht mehr. Er muß den feuchten Kampfplatz geräumt haben vor den Zähnen und der Fixigkeit deS Kleinen. Der schießt jetzt zu dem Weibchen hin, daS vor dem schwarz?« Torfloch etwa- schwerfällig hin. und bcrmanövriert. Mit ver» stärlter LiebeSglut umschmeichelt ex eZ. Wirft sich unter ihm durchschnellend auf die silberblitzende Seite, fast auf den Rücken. Auch sie wird wieder etwas spiellustig, was bei den ernsthaften unveränderlichen Röubervisagen zu drollig anzuschauen ist. Tann durchwölkt plötzlich«in milchig heller Dunst daS Wasser vor de« Torfloch, wo daS Weibchen eben gelaicht haben muß, und in ab. flauendem leichten Tändelfpiel sehe ich nach und nach daS Pärchen zwischen den jungen Schäften des SchilfgrünS untertauchen. u«d tatsächlich abgebrochen werden. E? werden Ziegelei»« obge» brochen, die vor einigen Jabren errichte: und mit den modern» st e n Betriebsmitteln ausgestattet sind. Bei dem vorhandenen Mangel an Baumaterialien und bei der riesenhaften WohnungS» not tonnen wir uns nickt den LuxuS erlauben, gut eingerichtete Ziegeleien, die der Herstellung des so dringend benötigten Bau- Material« dienen sollen, abzubrechen. In den Kreisen der Ziegler herrscht deswegen die allergrößte Aufregung. AIS Käufer dieser Ziegeleien treten vielfach Spekulanten auf. Eine Ziegelei, die kurz vor dem Kriege für Ivo 000 M. eingerichtet wurde, wird jetzt für das Doppelte oder Dreifache verkauft. Die Maschinen, die vor dem Kriege für 30 000 M. angeschafft wurden. werden jetzt mit 180 000 M. bezahlt. So ist eZ mit Eisenbahnschienen. mit Kippwagen, mit Trockenanlagen usw. In der Pro- 1>inz Brandenburg macht sich der spekulative Verkauf gut einge- richtet« jeleten«eben anderen Orten auch in dem Ziegler- 1 städtchen Z e hd e n i ck bemerkbar. In der dortigen Zieglerschaft haben diese Vorgänge naturgemäß berechtigte Erregung aus- l gelöst. Die Ziegler von Zehdenick und Umgegend sehen mit großer Besorgnis, daß eine Anzahl Ziegeleien des hiesigen Bezirks auf Abbruch verkauft werden. Wir ersuchen alle zuständigen Behörden, einzugreifen und dahin zu wirken, daß mit dem Verkauf und Abbruch der Ziegeleien Halt gemacht wird. Beschluß de« Reichskohlenrates. Die gestrige Bollversammlung d«S Reichskohlenrates nahm einen Antrag Löffler an. nach dem in Zukunft die Beschluß- fassung über KohlenpreiSerhöhungen dadurch auf eine breitere Basis gestellt wird, daß der große Ausschuß de« ReichSkohlen- rateS(in dem bekanntlich auch Verbraucher vertreten find) zum vertretenden Organ des ReichShohlenrateS gemacht wird. Der Vertreter des ReichSwirtschaftSministeriumS legte aus formalen Gründen Protest ein unter Hinweis auf die bekannten weiter- gehenden Vorsckläge deS Reichswirtschaftsministeriumö zur Ab- änderung des KohlenwirtschaflsgesetzeS. Der Bergarbeiterführer Sachse gab dazu die Erklärung ab. daß die Regierung nicht annebmen solle, die Berg- arbeiter seien gegen die weitergehenden Vorsckläge der Regierung: diese fänden vielmehr deshalb nicht den Beifall seiner Freunde, weil sie nicht weit genug gingen. Die GrvßeinkaufSgefellschaft Deutscher Sonfumvcrcine in. l>. H. beantragt die Erhöhung des Gesellschastskapitals bis aui 20 Millionen Mark. Dieses ist vor zwei Jahren von 6 aui 10 Millionen Mark erhöht worden. Sozlaldem. filaDivereln lleuliSIIn(S. P. D). ®cn SRUdUfbem Me traurige Rachricht, daß unter (Senotse Ernst Noack 7.«bteilimg oerftorben ift. 236/15 dljce seinem Andeuten! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den li. Mai, 3>/, Uhr, auf dem Neuen Zalobt-Ktrchhof, Hermann- straße, statt. RegeBeteiliaung erwartet Der Vorstand. Deutfdier Polierbund. Bezirtsuerein Sr.-Berlin. Am IC Mai uerstard unter lieber SaUcge, der Maurerpolier Ernst Noack Sh» feinem Anbeuten! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 15. Mai, nachmittags UV» Uhr, von der Kalle de« Neuen Jalobi- Etrdchofs, Hermannstrahe, au« statt. 1847b vor Vorstand. S.A.! P.«LraHt. Zurückgekehrt; Dr. Zadek«70 Tel.:Mpl. 3530. Oranlen»tr.l30 Spezialarz Dr. med. Koeben für Haut-, Harn-, freuen- leid., Schwkch.,BclB krank. Behandig. schnell, sicher u. schmerz), ohne Berufs- störung. Blutunter- such.piden i. Harn usw. Friedrlelisir.BlÄp*; ISnlgstr.5Ml.&Ä Spr. IO-I.4-1/j7, Sonnt. 10-1. Teilzahl. S«>ar.Damenzim Spezialarzt Dr. med. Hasch»[* WedrlehstrJO.sÄhnT Baal-, Harn-. Frauenleiden Spr. 10— I. S— a Sonnt. 11— 1. Kosten!. Berat. Beq. Zahlung. Kaffee gebr. p. Pfd. M. 29,50 H M ff H 31,25 ff ff ff ff 33,25 Jones& Co. beri-iiv c». Neoe FHedrlchatr. 47. Norden 4976. Versand a. p. Nachnahme. Kupfer pet sttlo R. 12�-»adle bU IS. Mai. Melfina. Blei, 8 Kit. Sah«mann, Waßmann- sttaße 22, Laden. Kupker »««ding KotguK Zinn lZiillKildel Sämll. 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Habe meine Praxis wieder aufgenommen 87/2 Dr. R. Klckow, Spezialarzt für Bant-, Barn- u. Gescblecbtsleidso, Impotenz und Blutunlersuchungen, Berlin W 35, Potsdamer Str. 56, am Ugbahnn. BQIowstr. Sprechzeit 12—2, VjS—l. Sonntags II— I. Konservierung Es ward« Licht! ]ffultersehBtziSÄ+ 12 Tabletten 6 M., 24= „fatenfex" Diskreter Versand. II M., 36=> 18 M. 20 Mk. 18 Mk. Prospekt umsonst. Komplett., Ersatztnbe< Bieber zur Anlklänuig Iber die sexuelle Frage! lieber die Notwendigkeit aotl-konzeptioneUor Mittel zur Hebung der VolkSkraft. Von Dr. med. Müller........ 1.— M. fAarken Wann dürfen Syphllitlscbe betraten r. 2,20 M. Erzlehnng znr Ehe. Em Buch lür Mädchen, Bräute und junge Frauen......... 9,60 AI. Ein Blick las Innere des menschlichen KSrpcrs. Zwei anatom. Modelle, zerlegbar, mit Beschreibung und uarstellung des Geschlechtssy stems 7,20 M. „Du sollst Mann sein"........ 9,— M Hygienisches Off n 3. Herren braune Boxkalf- Agraffc.i- U OfiC Stiefel......... Mi FRIEPRlCHi'TR..131£ A.D. 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Seilage öes vorwärts Vonnerstag, IZ.MailHIS Freiwillige Beiträge zum Reichslagswchlfonds der Sozialdemokratie Groß-BerllnS zah'e jeder nach besten Kräften an Alex Z)agels,?W40, In den Zelten 23, Part. Postscheckkonto Äerlin4S? 43. Staötverorönetenversammlung. Autzerordentliche Sitzung, Mittwoch� 12. Mai ISA. Die Auflösung der Einwohnerwehren.— Ortswehren. Vorsteber Dr. W e ti l würdigt die Verdienste, die sich Emanuel Wurm ti 3. Mai) als Slcidtverordnetcr und Stadtrat um die Kommune Berlin erworben hat. Aui der Versammlung sind die bisherigen Demokraten HallenS» leben. Lade idorfs. Prof. Brandenburg mit ihrem Uebertriit zur Deutseben Volkspartei ausgeschieden, desgleichen Lehrer Hübner, der von der D. P. D. zur II. S. P. übergetreten ist. Stadtrat Wiemer. als Demokrat in den Magistrat gewählt, scheidet vor Ab» lauf seiner Mahlzeit aus. da mit seinem Ucbcrtritt zur Deutschen volkSpartei di« Voraussetzungen für sein« Wahl hinfällig ge» worden sind. Auch in diesem Jahre macht die Versammlung im Juli und August Sommerierien. Zum Beisitzer wird an Stelle von HallenSleben Stadtv. Löser (Dem.) gewählt. Ein dringender Antrag der II. S. P.. mit Rück sticht auf die Gesundheit der Berliner Bevölkerung weiigstenS die 3 W a r m. badean st alten Schillingsbrücke, Bärwaldstraße, Gerichtstraße sofort wieder m Betrieb zu setzen, wird nach kurzer Erörterung, tn der Stadtschulrat Dr. R e i m a n n wohlwollende Erwägung zu- sagt, aber auch auf den Kohlenmangel hinweist, einstimmig angenommen. Dem.Vereiit zur Verbesserung der kleinen Woh» n u r. g e n in Berl'n" roi-b kür 1919 eine einmalige Beihilfe von 5l)lZ M. gewährt. Zugleich ersucht die Versammlung den Ma» jjistrat, wegen Ueberrobme des Unternehmens mit der Gefellschaft m erneute Verhandlungen zu treten. Im Anschluß an die Neufestietzung der Besoldungsordnungen ist ein Antrag Merten sDcm.) eitgebracht worden, den Magistrat aufzufordern, unverzüglich auf eine Reform der VesoldungSordnungen hinzuarbeiten mit dem Ziele, die Gehälter denen der Beamten deS Reichs und Staates möglichst anzupassen. Der Antrag, den auch Brückner(Soz.) befürwortet, wird angenommen, nachdem Stadtrat Fra atz mitgete-lt hat, daß die bereits darüber schwe» benden eingehenden Beratungen im Schöße des Magistrats m kurzem zum Abschluß gediehen sein werden. In der zweiten Lesung der Vor'age wegen Erhöhung der Kur- und VerpflegunaSkosten in den städtischen Krankenhäusern wird die Hcraufsetzung de! Tagessatzes auf 9 M. bestätigt; der höhere Setz soll ab 1. Januar zu: Erhebung gelanget. Sodann begründet Dr. R o s e n f e l d(U. Soz.) den Antrag Mehl vom IS. April, den Magistrat zu ersuchen, bei der preußischen Regierung darauf hinzuwirken, daß schleunigst 1. die in Berlin bestehende Einwohnerwehr aufgelöst und ihre Waffen von den städtischen Behörde t gesammelt werden, 2. die städtischen Behörden ermächtigt werden, eine Berliner OrtSwehr auf Grund von Listen zu bilden, die von den Gewerkschaften und Beamtenverbänden aller Richtungen aufgestellt werden. Dr. Rosenfeld gebt von der Kardinalfrage au», daß der Be- lagerungSzustand endlich beseitigt werdet muß. ReichStagswablen unter dem Ausnahmezustand wären früher eine Unmöglichkeit gewcsen Der Antrag W.'vl stütze sich auf die bekannten 3 Punkt«. Die Einwohnerwehr sei ein« höchst unzuverlässige Gesellschaft, die nicht da? geringste Vertrauen genieße; si« fei ein höchst gefährliches Instrument in den Händen der Konterrevolution, daS hätten die Kapptage bewiesen. Wer eiien wirklich ernsten Schutz der beut- schen Republik wolle, müsse den Antrag annebmen. Dave(Dem.l: Die Stadtvertrctung ist keine allgemeine politische Arena. Die Regierung an ihre Pflicht zu erinnern, sind die Parlamente der richtige Ort. Will Herr Rosenfeld der Entente HrlfStruppen zuführen? Der zweite Antrag läuft auf di« bewaff- ! net« Herrschaft einer bestimmten Klasse hinaus. DaS machen wir : als Demokraten nicht mit. Wir lehnen die Anträge ab. Vom Magistrat wird mitgeteilt, daß nacki seinen I tformationen der Ausnahmezustand für Berlin in einiger Zeit aufgehoben werden dürfte; eventuell werde der Magistrat erneut im Sinne deS Ber» j sammlungsbeschlusses vorstellig werden. S e d l a tz e i sBg. Vgg.) tritt mit einer breiten Darlegung unter. fortdauernden Unterbrechungen seitens der U. Soz. für die Einwohnerwehr und gegen die„rote Armee", die allein Herrt ! Rosenfeld den Schutz der Republik zu verbürgen scheine, in die Schranken. Nicht den Kamps geget Mitbürger, sondern nur gegen daS Verbrechertum schreibe die Einwohnerwehr auf ihre Fahne; Achtung! Parteigenossen! Auf Beschluß der Parteifunktionäre fällt die für den kommenden Sonntag geplante Generalversammlung für den Wahlverein Berlin aus. An deren Stelle findet im gleichen Lokal GeWerk- schaftshaus. Engelufer 18. eine Versammlung öer Abteilungsleiter, 8er Vahlverelns» vorstänüe von Nieöerbarnim unö Teltow, üer vor- fltzenüen öer örtlichen Wahlvereine 8er Vororte, 8ie zum neuen Sta8tkrels öerlin gehören un8 öer vor- stände üer fozialöemokr. Gemeivöevertreter-Zraktionen statt. Gegenstand der Verhandlung: Die neue Stadt- gemeinde Berlin und die demnächst stattfin- denden Kommunalwahlen. Nofcrent Genosse Paul Hirsch. Es wird ersucht, bestimmt und pünktlich zu erscheinen. Besondere persönliche Einladungen ergehen nicht. Das Mitgliedsbuch der Partei gilt als Legitimation. Die öezlrkoorganlsatlon Groß-öerlln. I. A.: Ritter. rungSbedürstig erklärt, als er der Gleichberechtigung aller Stände widerspreche. Die Ortswehr müsse sich zusammensetzen aus ve» ! fassungSireuen Einwohnern Berlins unter entsprechend«« Berück- stchtigung aller Berufsstände. Redner stellt ein solches Amende- ment. Mit den Stimmen der beiden sozialdemokratischen Fraktionen wird der Antrag Wehl unverändert angenommen. Die Frage de! Beitritts Berlins zu einem zu gründenden „Arbeitgebern trband deutscher Gemeinden" wird in einem Ausschuß noch näher geprüft wenden. Der Antrag der U. Soz. betr. HerabsetzuugderLebenS- mittelpreise wird auf 8 Tag« verschoben. Eine Ma- gistratSvorlage vom 6. Mai bezweckt die sofortige Zahlung eine» Porschusses an Beamte, Lehrer und Festangestellte in Anrechnung auf den Mehrbetrag, der ab 1. April 1929 infolge Neu- regelung der Gehälter und Teuerungszulagen nach dem Vorgang von Reich und Staat nachzuzahlen sein wir». Der Vorschuß soll 1900 bzw. 759 Mk. für Verheiratete und Ledige betragen. In der Erörterung verwendet sich Brückner(Soz.) auch für die Altpenstonäre. Di« Vorlage wird angenommen. Schluß nach 9 Uhr._ Herr Rosenfeld aber ergebe sich in dunklen Drohungen gegen das Bürgertum. Auf diesem Wege müsse Teutschland in bolschewistische | Zustände hineingeraten. Gegen das rigorose AuflösungSverlangcn ! der Entente hätte unsere Regierung mit ganz anderer Energie auf- treten müssen. DaS Bürgertum dürfe nicht wehrlos und nicht recht- loS gemacht werden. Frank(Soz.): Nach den Verbandlungen der LandeSverfamm. lung über den gleichet Gegenstand hätte sich eigentlich diese Debatte erübrigt Die Regierung hat die Auflösung abgeordnet. Eine Ver« ordrnmg des MinssterS Scvering fordert die Sammlung der Waffen durch die SichcrheitSwehr. Der zweite Teil d«S Antrags deckt sich doch nicht ganz mit den 8 Punkten. Auch die Bildung von OrtS- wehren wird die Enlent« schwerlich zulassen. Die eventuelle Ein- richtuig eincS ländlichen FlursckmtzeS und einer Arbeiterwehr in den Städten hat Scvering in Aussicht gestellt. In das Loblied auf die E'mvohnerwehrcn kann ich nicht emstünmen; sie haben sich vielfach als rei« reaktionär erwiesen. Dem vorliegenden Antrag stimmen wir zu. Weise(U. Soz.): Die Einwohnerwehr kann tach unseren Erfahrungen in der Kapp-Woch« nur als«ine Brutstätte der Reaktion bezeichnet werden. Di« Einwohnerweh bat sich in zahl- reichen Fällen(aus die Redner näher eingeht) schlimmster blutiger Ausschreitungen und Gewalttätigkeiten schuldig gemacht. In der weiteren Erörterung verficht Fuhrmann(Dem.) die Auffassung, daß die Einwohnerwehr, in der keine Politik ge- trieben werde. Seyen gestiftet hat, während v. Rehbinder(Z.) den Antrag zu 1 für überflüssig, den zu 2 insoweit für abände- SroßGerMl Der Leuchtturm. Die Deutsche BolkZpcirtci hat ein neues Symbol gefunden: sie läßt sich als Leuchtturm auf treuideutschem felsiger Grunde abmalen, inmitten des roten Meeres brandender Nllt ES ist ein Plakat, und es klebt seit gestern an den An? schlagsäulen. DaS rote Meer schmeißt schreckliche Wellen, unl mittenmang steht der Fels, auf dem der Leuchtturm de- Deutschen Volkspartei steht: Aus der Krone des Leuchtturms, wo die Geister der Deutschen Volkspartei sitzen, bricht sich durch die Finsternis ein Heller Schern Bahn, der die Erleuchtung darstellt, zurcchtgebrvut und rimsonst in die düsten Gegenwert verspritzt von den hellen Köpfen dar Stresemanu und Wiemer. O, Licht der Deutschen Volkspartei, wenn wir dich nicht hätten, wie düster wäre die Gegenwart. Alle Blicke hin zu dir, der du der Wahrheit, dem Recht und der Freiheit dien t aller Dunkelheit und allen finsteren Mackimschaften(o. fort. fort mit der Erinnerung an den Kapp-Pu-tsch) abhold bist und sieghaft über den Wellen der roten Flut thronst. Sieghaft? Oder sucht dein Lichtstrahl lockend nach dem beflügelten Ungeziefer der Nacht, den Dunkelputschmännern, die du dann flüge'verbrannt dir roten Flut in die Arme fallen läßt? Es hat seinen Haken mit den Leuchtturmsymbolm, du Partei der wahrhaft Erleuchteten. Silberbarre» in, BiehtranSport. Eine mhsteiiöse Gilberichiebung besckiäftigt znrzc 1. Staatsanwalt beim Landgericht III Berlin. Am Montag Woche wurde ein Transport Vieh von Stettin au? n Frankreich auf den Weg aebracht, ein Teil der an die Franz- abzugebenden deutschen Viehbestände. Von Stettin auS wurde hiesigen UeberwachunaSsiellen mitgeteilt, daß sich in dem Beglei wagen, der zur Sufitabme der französischen und deutschen Begl personale dem Zuge beigestellt war, vier schwere Kisten tänden, die im letzten Augenblick vor der Ab'ahrt> den Zug gebracht worden sind und im Begleiterwagen v e r si e ct wurden. Sl« der Zug auf der ersten Station in Berlin nur den GüterbahiibosPankow-Schönhauien eintraf, wurde eine.Haussuchung' 89s Segen öer Cröe. Roman von Knut Hamsun. Aber jetzt drehte sich der Kaufladen im Kreise vor Jsak, uud es war. als wichen der Ladentisch und die Menschen weit, weit in den Hintergrund zurück. Er fühlte mehr, als er es vernahm, daß er sagte:„Gott sei Lob und Dank!"—„Du kannst sie möglicherweise schon morgen hier haben, wenn sie bei Zeit von Tronthnm abgereist ist."—„So." sagte Jsak. Er erwartete sie am nächsten Tag. DaS Boot, das die Post von der Dampfschiffftation mitbrachte, kam allerdings, aber Hnger war nicht an Bord.—„Dann kann sie erst in der nächsten Woche hier fein," sagte der Kaufmann. Es war fast gut. daß Jsak so viel Zeit vor sich hatte, denn es war noch sehr viel zu hm. Sollt? er alles vergessen und seine Felder vernachlässigen? Er geht heim und fährt den Dung hinaus. Das ist bald geschehen. Er sticht mit dem Spaten in die Ende und verfolgt das Austauen von Tag zu Tag. Die Sonne steht jetzt kräftig und groß am Himmel, der Schnee ist verschwunden, es grünt überall, mich daS Rindvieh ist jetzt aus dem Stalle. An einem Tag pflügt Jsak. ein paar Tage darauf sät er lein Korn und legt Kartoffeln. Die kleinen Jungen logen die Kartoffeln wie mit Engelshänden, sie haben sehr geschickte Hände und kommen dem Vater weit voraus. Tann wäscht Jsak seinen Wagen am Fluß und befestigt den Sitz darauf. Dann spricht er mit den Kindern von einem Ausflug, den er nach dem Dorfe machen müsse.—„Aber gehst du denn nicht zu Fuß?" fragen sie.—„Nein, ich habe die Ab- ficht, diesmal mit Wagen lind Pferd zu fahren."—„Dürfen wir nicht auch mitfahren?"—„Nein, ihr müßt artige Jungen fein und diesmal zu Hause bleiben. Jekt kommt eure Mutter heim, und dann könnt ihr vieles bei ihr lernen."— Eleseus, der gerne lernen will, fragt:„Als du dflftalz auf Papier ge- schrieben hast, wie war denn das?"—„Ich Hab' es fast nicht gefühlt," antwortete der Vater. eS ist, als sei die Hand ganz leer dabei."—„Will sie nicht davonlaufen, gerade wie auf dem Eis?"—„Wer?"—„Die Feder, mit der du geschrieb?n hast?"—„O doch. Jawohl, aber man muß eben lernen, sie zu leiten." Der kleine Sievert jedoch war von anderer Art und sagte nichts von der Feder, er wollte aufsitzen. wollte nur auf dem Wagenbrett sitzen, einen unbespannten Wagen antreiben und ungeheuer schnell fahren. Er brachte eS so weit, daß der Vater beide Jungen ein großes Stück Weges mitfahren ließ. 11. Jsak fährt, bis er an«in Moorloch kommt. Da hält er an. Ein schwarzes, tiefes Moorloch, die blaue Wasserfläche liegt regungslos da: Jsak wußte, wozu sie gut war. er hatte wohl kaum je in seinem Leben einen anderen Spiegel ge- braucht als ein solches Moorloch. Seht, er ist heute in seinem roten Hemd sehr hübsch und pünktlich angezogen, jetzt zieht er eine Schere heraus und schneidet- sich den Bari ab. Der eitle Kraftmensch, wollte er sich geradezu prachtvoll machen und sich von seinem fünf Jahre alten Vollbart trennen? Er schneidet und schneidet klipp, klapp und besieht sich im Wasser. Natürlich hätte er diese Arbeit heute auch daheim verrichten können; aber er scheute sich vor Oline, es war schon sehr viel gewesen, daß er gerade vor ihrer Nase das rote Hemd ange- zogen hatte. Er schert und schert, ein gutes Teil Barthaare fallen auf den Spiegel. Als das Pferd nicht länger ruhig stehen will, hört er auf und erklärt sich für fertig. O jawohl, er fühlt sich bedeutend jünger.— Ja zum Kuckuck, wenn er eS verstand, auch bedeutend schlanker sogar. Dann fährt er ins Torf. Am nächsten Tag kommt das Boot. Jsak sitzt auf einem Felsblock neben dem Schuppen des Kaufmanns und späht hinaus, aber auch diesmal erscheint Inger nicht. Liebe: Gott, es stiegen ziemlich viel Reisende aus. Erwachsene und Kinder, aber Inger war nicht darunter. Jsak hatte sich im Hintergrund gehalten, sich auf diesen Felsblock gesetzt, nun hatte er keinen Grund mehr, noch länger da sitzenzubleiben, und so ging er zum Boot hin. Es wurden noch immer Kisten und Tonnen ausgeladen und Leute stiegen aus. Postsachen von Ottringen wurden herausgebracht, aber Jsak sah Inger nicht. Tagegen sah er eine Frau mit einem kleinen Mädchen, die schon drüben an der Tür des Bootshauses stand, aber die Frau war hübscher als Inger, obgleich Inger nicht häßlich war. Aber wie— daS war ja Inger.„Hm I" sagte Jsak und eilte hinüber. Sie begrüßten einander: Inger sagte guten Tag und reich'« ihm die Hand, etwas erkältet und blaß noch von der Seekrankheit und der Reise. Jsak stand ganz still da. schließlich sagte er:„Ja, s ist recht schönes Wetter!"—.Ich bab dich gut dort drüben gesehen." sagte Inger,„aber ich wollte mich nicht durchdrän- gen. Bist beut ohnedies im Dorf?" fragte sie.— ,Ja. Hm." —„Es geht euch allen doch wohl gut?"—.Ja. danke der Nachfrage."—„Dies ist die Leopoldine, sie ist auf der Resse viel wohler gewesen als ich. Sieh, das ist dein Vater, nun mußt du deinen Vater begrüßen, Leopoldine."—„Hm!" sagte Jsak auch jetzt wieder; es war ihm höchst sonderbar zumute, o er war ein Fremder unter ihnen.— Inger'iägte „Wenn du am Boot drunten eine Nähmaschine siehst, so gk hört sie mir. Und dann Hab ich noch eine Kiste."— Jsä ging sofort: mehr als gerne ging er. Die Bootsleute zeigter ihm die Kiste, aber wegen der Nähmaschine mußte Inga selbst kommen und sie heraussuchen. ES war ein schön« Kasten von unbekannter Form, mit einem runden Deckel unk Henkel zum Tragen— eine Nähmaschine in dieser Gegend' Jsak lud sich die Kiste und die Nähmaschine auf und sagst zu seiner Familie:.Ich laufe rasch mit diesem hinauf int Dorf, komme aber gleich wieder und trage dann sie." sagt« er.—„W?n tragen?" fragte Inger lächelnd.„Meinst du. daS große Mädchen könne nicht gehen?" Sie gingen miteinander zu dem Pferd und dem Wagen hin.„Hast du ein neues Pferd gekauft?" fragte Inger. „Und hast du einen Wagen mit einem Wagenstuhl?"— „Ja, das versteht sich. Dach waS ich sagen wollte: Möchtest du nicht erst ein wenig tssen? Ich habe Mundvorrat mitgebracht."—„DaS kann warten, bis wir das Torf hintei uns haben," sagte sie.„Was meinst du, Leopoldine, kannti du allein da sitzen?"— Aber das wollte der Vater nicht leiden.„Nein, si« könne auf die Räder herunterfallen. Sex du dich mit rhr hinauf und nimm selbst das Leitseil." So fuhren sie ab, und Jsak ging hinter dem Wagen her Er betrachtete die beiden auf dem Wagen. Da war nun Inger gekommen, fremd nach Anzug und AuSishen, vornehm obne Hasenscharte, nur mit einem roten Streifen auf de, Oberlippe. Sie zischte nicht mehr, das war das Merkwürdige sie sprach ganz rein. Ein grau und rot gestreiftes wollene' Kopftuch mit Fransen daran sah prachwoll auS zu ihrem roter Haar. Sie wendete sich auf dem Sitz um und sagte: ,.E! wäre gut. wenn du ein Fell mitgebracht bättcst,«S kann heu abend kühl für daS Kind werden."—„Sie kann meine Jack haben, und wenn wir erst im Wald sind, so ist dort ein Fell. ich bab eS dort niedergelegt."—„So. hast du ein Fell im Wald!"— ,Ja, ich Hab eS nickt den ganzen Weg mit auf dem Wagen nehmen wollen, falls ihr heute nicht gekommen wäret."—„So WaS Host du gesagt, geht eS den beiden Jungen auch gut?"—, jawohl, danke der Nachfrage."— „Sie werden jetzt groß fem. daS kann ich mir denken."— .Ja. daS fehlt nicht. Sie hoben jetzt gerade die Kartoffel gelegt"—„Ach so," sagte die Mutter und schüttelte den Kop „Können st« schon Kartoffeln legen?"—„EleseuS geht m bis bisrher, und Sievert bis hierher," versetzte Jsak und mu an sich. (Forts, folgt.) fit dem BeOfenkarte, Abschnitte 44. 54 und 64 der 40-Zentner-Ofenkarte. Abschnitte 7—10 der Sonderkarte. Abschnitte 15—16 der KolSkarle. Bevorzugt zu beliefern sind die früher freigegebenen Abschnilie der Kock-, Oren-, Kols- und Sonderlarle. iofern sie nicht für verfallen crllärt sind. Wähler unö Wählerinnen! Nur noch wenige Tage liegen die Wählerlisten aus. Wer nicht in ihnen verzeichnet ist, darf nicht wählen. Uebcrzrugt Euch daher sofort, und möglichst pcrsön- l i ch, ob Ihr mit richtigem Namen, genauer Adresse. Ecbnrts- tag und Geburtsjahr in den Listen steht. Es empfiehlt, sich, eine behördliche Legitimation mitzunehmen, um! eventuell sofort an Ort und Stelle die N a ch t r a g u n g zu veranlassen, denn nur wer in der Liste steht, darf wählen. Darum: Seht Sie Wählerlisten cfril Sichert Euch Euer heiligstes Recht! Sport. Der Frievensbund der Kriegs'eilnebmer veranstaltet am Freitag, 7>/, Udr, im, Bernhard Roje-Theater� eine Kundgebung, in der Rcdakienr Z i ck I e r über die Ergebnisse des Genfer Kongresses der Kriegsleilnebmer Bericht erstatten w rd. Im Anschluß bieran gelangt das Drama.Offiziere« von HanS Wesemann zur Aufführung. Karlen zu bedeutend ermäßigten Preiien sind bei A. Dertheim. Bote Bock, sowie bei Kurt Rengei. Cbarloltcnburg, Hebbelftr. 1, erhältlich. Ein Verkauf an der Abendkasse findet nicht statt. Einen allgemeinen Studentcntag veranstaltet die sozia- l i st i s ch e Fraklion der Universität Berlin in den Tagen vom 15.— 17. Mai in Dresden. Die Universität Berlin hat den Kommt- litonen Hartwig zu dieser Tagung delegiert. Treffpunkt für alle Delegierten in Dresden, Hauptbahnhof, Wartesaal 3. Klasse. Eine Versammlung aller sozialistischen Studenten und Akademiker findet am Freitag, den 14. d. M., 754 Uhr, im Hörsaal 140 der Berliner Universität statt. Einberufer sind die Fraklionen der Berliner Hochschulen. Zweck der Veranstaltung ist der Zusammenschluß aller Berliner Studentengruppen. Es sprechen u. a. Heinrich Ströbel. Dr. Arthur Rosenheim, Pro- fessor Oestreich und andere namhafte Persönlichkeiten. Zierband deS Post- und Delograpbenpcrsonals sMilgliedschaft Im Deutschen TranSponarbeiter- Verbandl. Am Zonnabend, den 15. Mai, obeuds 8'/, UKr, im EewerkichaslshouS. Engeluser 14/15(gr. Taal): Ver- > a m m I u n g. Tagesordnung: 1. Berichlerftaliung über die Lohnverhand- lungen mit dem Zleichspostministerium. Berichterstatter: Karl Schmidt. 2. Diskuffion und Beschlußfassung. Tcg.'l. Eine männliche Leiche wurde am 10. d. M. cnS dem! Hohenzollernkanal gelandet. Der nach der Halle des GutSfried- Hofes in P l ö tz e n f e e gebrachte Tote�ist etwa 45 Jahre alt, mittel- groß, hat dunkelblondes Haar, ebensolchen Schnurrbart und ist bekleidet mit braunem Jackett, dunkelgrauer Hose und Weste, grau- grüner Unterjacke, grauem Hemd und Unterhose, grauen Strümpfen und schwarzen gut erhaltenen Schnürschuhen, blauen Hosenträgern, weißem Vorhemd mit schwarz gestreiftem Schlips. In der Taschen- rchr ist der Name R. Wieprecht eingraviert. Erkcnner deS Toten wollen sich bor der Tegeler Kriminalpolizei melden. Groß-Serliner parteilZachrichten. Morgen, 14. Mai: 9.?Ibt. 71/, Uür: Sitzung der Funktionäre und DetriebSvertrauenS- lente, ErdmannShof, Kottbujer liier 39(Kantine). 16. Abt. Bei Stfinfctf, RüderSdorfer Str. 3: Funktionärsitzung sämtlicher Funklionäre, 7 Uhr. I«. Abt..»18.. 319., 320., 384., 325.«. 327. Bezirk. 8Uhr: Zusammenkunst bei Heese, Meme.er Str. 63. 25. Abt. 71/, Uhr: Funktionär sitzung bei Hebler, Georgenkirchstr. 36. Vereinigung sozialistischer Lehrer S.- P.- D.- Fraktion. Nach, mittags 5 Uhr, Hinter der Garnffonkirche. Arbeits grnppe Gesundbrunnen. 8 Uhr: Sitzung bot Ailwakd, Putbuser Straße 24. t?hariot:eub«rg. 6. und 7. Grnpve. 7 Uhr: Gruppenversammlung im Lützowaarlen, Am Lützow 9.— 16. Gruppe. 7'/, Uhr: Zahlabend bei Gruners, Schlüterstr. 47. Zevlendorf. 7'/, Ubn Außerordentliche Mitgliederversammlung im .Kafferbost. Eirrbenisen vom KreiSooriland. Lichtenberg. Ceffentliche Wähleroersammlung: 71/, Uhr In der Aula der Knaben. Miltelschule. Marxslr. 16/11. Tagesordnung:„Der Kamps gegen He Nealt on". 3iofcrcnl: Gm. Friedrich Slawpser. Alt-Glienickr-Faikenberg. Leffei.Hiche Wäblerversammlung: 71/, Uhr bei Franz Bohn(DeuffcheS Haus), Grünauer Str. 55. Tagesordnung: „Die kommende ReichSlagSlagSwadl und unsere Stellungnabme". Referent: Kurt Heinig, Unlerstaalssekrelär im Vreuß. Finanzminiftennm. Adlershof. Ocffenti Versammlung: 7 Ubr. Restaurant Lebmgrübner, BiSmarckstr. 2.„Die kommenden ReichStagSwablen". Ericheint in Masten: Oberschöneweide. 71/, Ubr, in der Aula des Realgomnasiirms: Oefientliche Bersammlung. Thema: Die kommenden Wahlen. Referent: Hermann Müller. WetterauSstchten für daS mittlere Rorddeutschlaud biS Freitag mittag. Ziemlich warm, zeitweise ausklarend, jedoch überwiegend den östt und nachher im Westen weitverbreitete, im Osten mehr vereinzelte Gewiller»nd Regensälle mit etwa« Ablüblung. Fußvallstäbtewettkampf Bvdap.'st-Berlin. Die ungarische Mann- schaft trifft in Begleitung ihres Vcrbandspräsidenten Dr. C z a n y i und Spielführers H a r f a d h am Freitag in Berlin ein. Hier spielt die gleiche Mannschaft am 13. Mai(Himmelfahrt) gegen die Auswahlmannschaft des Süddeutschen Verbandes als ungarische Länder Mannschaft. Die Ausstellung lautet: Tor: Zscck, Ver-. teidiger: Feldmann, Fogel II, Kertesz II, Vhola, Blum, Braun, Jelinck. Pataky. Toth, Lhottka. Ersatzleute sind: Zatyko. Zloch und Urik. Berlin wird die gleiche Mannschaft wie gegen München stellen, nur der Verteidiger Bache(Wacker 04) ist durch Standtke (Unicrn-Ob.) ersetzt. Es werden Berlins Farben also vertreten: Weber(Vorwärts), MobnS(N. N. W.), Standtke(Union-Ob.), Harbath(Triton), Tcwes(Viktoria, Spielführer), Marohn(Vik- toria), Amsel(Union 92), A. Strehlke, R. Strehlke(Wacker 04). Sieberth(Hertha), Wolter(Vorwärts). Schiedsrichter ist Angela Rossi von den Stuttgarter Kickers. 5 390 485 Klkark betrug der Totalisatorumlatz am letzten Grunewald- renniag.— Im E h a mont-Rennen, 46 666 M., Distanz 2666 Meter, dem HaiipIereigniS deS beuiigen Tages, gelten alS voraussichtliche Jlarler Opt niift 62>. oder Lorbeer 59�Ir 15. — E. L.. Neukölln. Herrfnrtbftr. AnSknnst berm Republiiannchen Führe, bund. Luisenstr. 31 b.-«t. ft. 75. 1. Sueendamt der Stadt Berlin, Iüdenstraße. 2. Von ihrem Truppenteil.— 2. 100. Maßgebend ist§ 49 H.G.B.. Eine Beichränkuna des UmiangeS der Prokura'st Drillen gegenüber nnwirliam.- I. Sck. 100. i. Eine Abfindungssumme kann Ibnen bewilligt werden. 2. Sie beträgt bi« zu>666 M. sur die Ditwe eines Gemeinen, bis zu 1256 M. iür die Wrtw" e:i:ez Unterossi, ,erS. bis zu 1566 M. iür die Witwe eine« Feldwebels. er Anlrng ist an die Haupffürsorgeilelle. Poslstr. 5. zu richten.-...' rutee»070. ,. und 3. Ja. 2. Darüber wird Ihnen die::..... 4. Unter Umständen ja.— Mcta 991 Pape-Siraße.— L. 79. � teil zu— Z. 39. DaS ist nicht — Z.«20 Wenden Sie sich an daS::'.1 c Generallonfulal, Berlin. VotSdamer Sir.' 62.— G- X. 20. Ucberietzung lautet: Vergiß mich nicht wie auch ich Dich nie vergessen werde. Dem Auge lern— dem Herzen nahe.— M.>. Setzen Sie sich mit der Genossin Riedger, 80., Taborstr. 27, in Verbindung.— Fritsch, Neukölln. Kit uns auch nicht besannt— Kbn.. TemPelhosi��Der Weg zum Reichtum". 2. Nein. irlle ZluSkunft geben. rrzungSftelle, General» .A Ihnen der Pflicht- — M. 110. Rem. rngc'KR v-dh? 0� 'KD ,v\ Hcrmaim Tictt 4h Leipzigcrjtr.•» Alexanderpl.♦ Frdnkfartcr Allee .'" /yif AQjVlima WAW AA-lA/l/UUVUWl/Ul/WlAAAAflMAAA/UIAAAKAAAAAilAllAlWWIMAA/VVWU�fliyyyiA/lAMAAAAAAAAA/irijW A/VWIWIAMAA/l/lflM''»" ftAAjWUVWW das Kommunaüsieeungsgesetz. 5>trt ift iar Entwurf Szä(Seiest? über t-ie Seats munslifierung von Wirtscheftsbetriebeu zugegsnyen. Nach Z 1 sollen Mc©roteinben ermächtigt werben, aus Gründen des ofsenruchen Wobts privaiwirtschsftliät» gewerbsmäßige Unter- nebmungen. die vorwiegend Zwecken des Gemeindebezirkes dienen, •mir Zustimmung der Reichsregieruirg gegen angemessene Entschädigung in die Gemeinwirtschaft zu überfübren. I(Äommunatisierunz.) Vor ihrer Entscheidung hat die Reichsrw giecung den AeickkwirtschaftSrat oder einen von ihm de- stellten Ausschuß zu hören. Dieser Zustimmung lxtdars es ober nicht bei öifisitlicbcr Pcrs an enbefördärung lmit Ausnahme des Ärasttvagen- und Fiugvertehrsh Versorgung d«'.S Genreindebezirks mit LeiinngSivassar und Gas. Besmttungsvesen, Anschloowesen, Abfuhr» Abdeckerei und Verwertung der gesammelten Aüfallstofse, örfentliche, gewerbsmäßig betriebene Theater-, Lichtspiel- und Schaustellungsunternehmungen aller Art, öffentliöhe Badeanstalten. Van der Srmächtigung inr obigen Sinne dürfen die Gamein- den aber nur Gebrauch machen, wenn die Ueberführung in die Ge° meinwirtschaft wirtschaftliche oder soziale Vorteile jür die Angehörigen der Gemeinde voraussichtlich zur Folge baden wird. Die Unternehmungen können nach§ 4 in das Eigentum der Ge-- meinde überführt"der zu Zwangsverbänden zusam- menge schlössen werden. Es kann die Errichtung und Fort- nihrung von gleichartigen privatwirtschaftlichen Unter- nehmungen untersagt werden. DaS Gefefe soll auch für �ammunalverbände usw. gelten. Der Zusammenschluß kann auf Antrag, eines oder mehrerer Beteiligter. die mindestens zwei Drittel der Gesamtbevölkerung sämtlicher"Be- teiligten umfassen, von der LandeSzentralbehörde angeordnet werden,(ß 5.) Nicht vorgesehen ist ein» Entschädigung dann, wenn Unternehmungen zu Zwangsverbänden zusammengeschlossen und Vorschriften für ihren Berrieb erlassen werden, weil hier ein direkter'Schaden des Unternehmens kaum vorhanden smn wird. Ferner ist eine Entschädigungspflichi dann ausgeschloi'en, wenn die Gemeinde nach bestehendem Reck>te bereits zur Untzrsagung de? Betriebs befugt war. Für die Höh« der Entschädigung sollen Verträge, die etwa zwischen der Gemeinde und dem Unternehmer bereits bestehen, maßgebend bleiben. Von Interessenten geäußerten, darüber hinausgehenden Wünschen könnte nach der Begründirng nicht entsprochen werden. Gegen die Festsetzung der Entschädigung steht den Beteiligten der ordentliche Rcckwweg offen, in dem end- gültig die Höh- der Entschädigung festgesetzt wird. Sozialpolitisthe veroröaungen. Invalidenversicherung.— Schwerbeschädigte. ich»rat nahm den Entwurf etner Verordnung zur AuDtuhrung de» B etriebSrätegesetzeS an? desgleichen den Entivurr eines GeietzeS über Erhöhung der Leistungen und Beiträge in der I n v a l i d e»Versicherung. Die Erhöhung der Zulagen von?0 auf 30 M. für Invaliden und von 10 auf 17 M. für Sinter- fcliebcne erfordert 200 Milltonen Mark, so daß die gesamten Zulagen LS8 Millionen Mark kosten, für die zum großen Teil noch Deckung geiucht werden muß. Der Entwurf eiper Verordnung zur Ausführung des Gesetzes über die Beschs sft g ung Schwer- beschädigter wurde angenommen, nachdem festgestellt worden war. daß Reich. Länder und Gemeinden e'n gutes Beispiel darin geben müssen. Die Zahl der Pläye. die für Schwerbeschädigte in den Betrieben offen zu halten find, hat eine Vermehrung er- fahren._ 2. öunöestag ües Reichsbuuües öer Kriegsbejchäöigten. Würzburg, 1l. Dfai. Aus der Eröffnungssstzung ist noch zu berichten, daß Tie dt nn»uurage der Kriegsbeschädiglen der Ententeländer den oirbeiten de» Kongresses vollen Erfolg wünschte und die Einladung zum tnternativnalen KriegSbeschädigtenkongreß in Mailand über- retchre. Ansprachen halten ferner»och O r t l o s f- Wien. L e P i n- i��checho-Slowakoi). Schwarzenberg vom bayerischen Landes- vorstand, der unter großem Beifall die Einheit Deutschlands te i ert, sowie Bürgermeister K r i e g e r- Würzburg Tie Be- grüßungswone des Vertreters der D e u t s ch n a t i o n a l e n Partei, Dr. Benticher. stießen auf lebhaften Protest. Zum Vor- sitzendin wurde neben Roßmann Schümann-Hamburg gewählt. Der reine Tor Spkero. In unserer Notiz.Ohne Ledebour kein Lüttwitz' vom Sonn- abend früh wiesen wir gegenüber einer Geschichisklttterung der Un- abhängigen darauf hin. daß ei der jetzig» Unabhängige S p i a r o war. der im Dezember 1918 durchaus Eberl zum Prä- fidenten der Republik prollamieren wollte. Dazu wünscht Spiero folgende.Berichtigung'(richtiger: Bestätigung) veröffentlicht zu sehen: Wie seinerzeit nn Anschluß an den Putsch die von der da- inalige» Regierung Ebert-Haase eingesetzte Unterfuchungstommisfion mnwand're« leitgeitellt hat. war der Spiritus rectsr des Putsche» i er Hauptmann«ohler, der mit gefälichien Befehlen der da- maligen Rtglerung Mich Mit meiner Trupps zu den damaligeu Ereigntssen veranlagte, eb-nio bewirkte, daß ich am gleichen Tage de» damaligen Volk«beauf:rag,en. Herrn Ebert. zum Präfidenten ausrief, dt« größte p-liti, che Torheit, die ich in meinem Leben b«. Langen habe und die mir heute noch u n e>, d l i ch l e i d tut. , Vir verhindern niemanden, sich so gut zu blamieren als er kann. Wenn spiero stch als der rein« Tor vom S. Dezember ISIS selber öffentlich hiiistellen will, so lassen wir ihm dieses Berznügen, bemerken aber, daß uns seine Torheit in dieser Sache ein- wandfreier festgestellt erscheint als seine Reinheit. Das abgeholzte vogtlanü. Aufhebung des Ausnahmezustandes. Trcsdea, 12. Skat. 22 TB. Das Wehrkreiskommando 4 teilt »it:_ Die tm Auftrage der fachfiswen Regierung durchgeführten niilitärischen Maßnahmen in Süowestsachien find im wesentlichen beendet. Die sächsische Regierung hat den über die Hauptmann- fchaflin Zwickau und Glauchau velbäiigten Ausnahmezustand wieder aufgehoben. Der größte Teil der Truppen ist in- zwischen abbefördert. Plauen. Glauchau und Franienberg bleiben b:3 auf weiteres mit stärkeren Truppenabreilimgen belegt. Diese .! Zlciluagett sind befähigt, jederzeit Streifen in da» umliegende Gebier«u«nternehmen, um etwaigen Versuchen verbrecherischer Elemenre, die Ruhe und Sicherheir stören, sofort mir Nachdruck enrgcgentreten zu können. Tie Hehler de» K-dv-Putsches. Die.Täglich« Rundschau' b«. richttt Uber die Entsendung von U rtecsuchungSkornmissionen nach Stm.flnb-erlns.inshaven unter der bezeichnerrden Ueberschrisr.Die Schntlfftle, uoor Vre Märzoorgänge". Also die Tatsache einer Untersuchung ist den Herren der Rechren schon Anlaß genug, ihr demonstratives Mißfallen zu zeigen. Darin liegt der klare Beweis, daß si« überhaupt keine Untersuchung und Be» strafung der Schuldrgen haben wollen, so idcrn daß sie sich mit den Verbrechern solidarisch fühle». Uird diese Leute, die nch zu vollendeten Hehlern des Verbrechens machen, wagen es noch. rhre Beterirgung an dem Verbrechen in Abrede zu stellen.' Die�vergebttche Sekehrung. ES war am Ende einet fozialdrwokratis ch en Wahlerverfamur- lung. In der DiSkuision hatten nacheinander ein Lledner der U.t Mitgliedern in Berlin. In den A r bei t s a u ö s ch ü s s e n müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in gleicher Zahl vertreten sein, und kein Kammermiiglusd darf bei der Beratung und Abstimmung über solche Angelegenheiten mitwirken, an denen er selbst oder sein Ehegatte oder einer seiner Derwandton oder Perschtvögerte» bis zum dritten Grade persönlich beteiligt ist. Die Wahlen sollen unmittelbar und geheim nach den Grilirdsätzen dar Derdältniswahl in drei Gruppen erfolgen: 1. die Vertreter größerer Betriebe. 2. die übrigen Betriebsinhaber. 3.„die übrigen BerufSangehörigen". Jede der drei Gruppen wählt dte gleich« Zahl von Mitgliedern. � Gibt schon diese Gruppenein- teilung zu Bedenken Anlaß, so muß c? als sozwle Ungerechtigkeit empfunden werden, wenn da- Wahlalter im allgemeinen auf bO Jahre angesetzt ist und eine Ausnahme nicht nur hei juristisch.'« Person oo angelvandt wird, sondern auch bei Jugendlichen, denen ein gütiges Schicksal und estie veraltete Gesellschaftsordnung vor Vollendung des 20. Lebentjahres sin Gut in die Hände gespielt hat. Di« Mitglieder werden auf sechs Jahre gcwäUt. Alle drei Jahre scheidet die Hälfte au?. Die Kasten» soweit sie nicht durch anders Ein nahmen gedeckt worden, sollen durch Beiträge der Be r uf»a ngchö r igen ausgebracht werden. Als Beitragsanteil wird für die bei Der Spalt iM Zentrum. In einer öffentlichen Versammlung der vom Zentrum ab- gesplttierten Kölner.Resorrnpartei" empfahl Graf Bothmer als Ab- gesandter Dr. H e im S sMünchen) die LoS-von-Berlin-Bewegung. da Berlin der Brückenkopf der dritten Int er- nationale in Deutschland sei, und einen föderalistischen Staat als Defensive gegen Berlin. In Layern haben Mittelstands- und Bayerische Volkspartei einen Lkechts-Wahlblock gebildet. Der Papst ließ dem Erzbischof von Köln zur Weitergabe an die Gläubigen mitteilen, daß er eine Spaltung des Zentrums als eine Gesährdung der Küche aniehe. fernstem über öie Neichstagswahlev. In einer stark besuchten öffentlichen Versammlung in der Aula des Temvechoser Realgymnasiums sprach gestern Genosse� Ed. Bernstein über die bevorstehenden ReichSiagswahlen. Er führt« auS. daß die Nationalversammlung den Rohbau der Republik, sozusagen den Rahmen derselben geschaffen habe, den auszufüllen nunmehr vornehmste Pflicht des LkeichstagS sei. Wenn auch bie Tätigimt ber_ Ration al- versammlung gerade von radikaler Seite scharf kritisierr werde, so ist doch der unwiderlegbare geschichtliche Nachweis vor- banden, daß sie entschieden mehr geleistet hat, als bisher irgend- eine revolutionäre Körperschaft alter und neuerer Zeit. Ek ist unbestreitbar, daß die besten sozialistischen Maßnahmen und sozial» volinschen Gesetze unwirksam sind, wenn sich unsere gesamte Witt- schuft in so ungesunden Verhältnissen befindet, wie gegenwärtig. Tie PrciS- und Lohnschraube, die Auswüchse de» Kapitalismus, können nur gebrochen werden durch eine starke Regierung in unserem Sinn«. Eine Besserung unserer Wirtschaftslage kann nur durch Mehrproduktion erreicht werden. Voraussetzung zur Tr- zielung einer solchen ist aber vorerst eine Mehrproduktion von Nah» rungSmitteln und nicht die Verlängerung der Arbeitszeit. Hier hilft aber nur energisches Vorgehen gegen den Agrar- Wucher und das verbrecherische Brachltegenlassen von Ländereien. Unseren Freunden von links gab der Referent ganz be- sondcrS zu bedenken, daß die Sozialisierung. wie sie von ihnen ge- predigt wird, auch keine Wunder wirken würde; es läßt sich hier nur Schritt für Schritt unter Zunutzemachung der gesammelten Erfahrungen vorgehen. Bernstein tührtc weiter auS, daß das freie Wahlrecht als Mittel des Klassenkampfes von Marx anerkannt und seine Nutzbar- machung eben Aufgabe der schöoferischen Kraft der hinter demselben siehenden Arbeiterschaft sei. Die Kampfmittel, die Kommunisten und Unabhängige auf ihre Fahnen geschrieben haben iKommunisti» scheS Manifest«, haben im Anfangsstadium der kapitalisrifchen Wirt- schatesweise ihren Ursprung gesunden, und sind eben auch von ihren Schöpiern später als durch die Entwicklung überholt und ändsrungs- beidürftig erkannt worden. Bernstein schloß mit den Worten, daß wohl einiges versäumt und noch unendlich viel von uns�zu tun ist, aber gerade die Große der Ausgabe muß und soll uns Sozialdemo- traten zur Arbcit und Tatkraft begeistern. Die DiSdrssionSrsdne: brachten gegen die Ausführungen Bern- fieinS nur einige prinzipielle Streitfragen zur Sprache, deren Un- Haltbarkeit Genosse Bernstein in seinem Süstußwort überzeugend illustrierte._ Gegen versammlunßsraösu. Fulda, 12. Mai.(Eigener Drahtbericht des„VorwärrS".) Die Parteileitungen der Sozialdemolratischen Partei, der Teutschnatio- nalen, der Deutschdemokoaten. der U. S. P. und der Zentrums- Partei haben sich zur Durchführung der verfassungsmäßigen Ver- sammlungSfveiheit verpflichtet, auf ihre Anhänger dahin einzu- wirken, daß Störungen der Wahlversammlungen durch Sladaii- fzencn oder Sprc rgungSversuche unterbleiben, dagegen jedem Diskussionsredner, gleichviel welcher Partei er angehört, Redefreiheit in den durch die Geschäftsordnung gezogenen Grenzen gewähren. Dir Reicksliste der ll. 2. P. In einer Sitzung vom 11. Mai wurde vom Zemralkomitee, Beirat und der KonirolÄommissiott so- wie Vertretern der Bezirke aus dem Reich die NeichZlifrc_der ll. S. P. ausgestellt, hie folgende Namen aufweist: 1. Tony Sender- Frankfurt a. M. 2. Wilhelm Dir« mann-Berlin. 3. Loren,.; B r e u n i g- Frankfiirt a. M. 4. Dr. Paul Her tz-Cl?arlottenbitrg. ä. Dr. Kurt Geh« r-Leipzig, ö. Hans M i t t w o ch-Äönigsbenz. 7. Dr. Joseph H e r z f el d. 3. Redakteur P u ch t a-Plauen. 9. Dr. Julius Mose s-Berlin. 10. Frida W u l f-BevIin. 11. Paul S a u e r b e r g- Barmen. 12. B er tele-Berlin. 13. Rose- man n-Essen. 14. Arno B r u ch a r d t-Clemnitz. 15. HänS P l e t t- n e r-Hannover. 16. H e y d e m a n n-Königsberg. 17. Kinkel- Göppingen. 17. Heinrich H ii t t m a n«--Frankfurt a. M. 10. Emil R a u ch. Berlin. 20. Ludwig E r n st-Steifin. 21. August W ese« m e Is e r- Braunsckiweig. 22. Posrdirektor Brandt» Bergedorf. 23. Eckhardt-Remscheid. 21. G runwald-Elbing. 2b. P. Schulze-Fvankfurt a. M. U IM».»-»,-.»«»»»..» i I.■■IUI. I IM■IIIIMWimi........ II«»« Acker-, Cbst-, Wiesen- und Gertenbau sowie W-in- und Weide- wirischast 10 Pf. pro Hekter, bei Forstwirtschaft und Försterei 5 Pf., weiter 1 Pro;, des Gru nd sie uer re i nertrags der voriezsich- neten Fläche und endlich 1 M. für jede in der Landwirtschaft tätige volle Arbeitskraft tn Vorschlag gebracht. Betriebsinhaber zahlen neben dem Beitrag nach Flarbe und Grundsteuerreinertrog fccit Beitrag nach der Arbeitskraft für ihre Person sowie für die Zahl der durchschnittlich im Betrieb beschäftigten vollen ArbeiiS- kräfte, für letzter« anck dann, wenn diese selbst nicht beitragS- vftichftg sind. Es ist selbstverständlich, daß Nichtbesitzer nur für ihre Person den Beitr>rg entrichten. Als Termin für Inkrafttreten des Gesetzes ist der 1. August 1320 vorgesehen worden. ES muß aber zweifelhaft er- scheinen, ob der Termin innegehalten werden kann. Bayeriis Borgehen gegen den Schleichhandel. Im Interesse der Sicketstellung der BolkSernährung bat die bayerische Regierung Anordnungen getroffen, die es den Schleichhäublern, Srbiebern nnd Wnckerern unmöglich machen sollen, sich ungestraft der öffentlichen Telegt a p h e n- und Fernsprechleitungen zu bedienen. Tie Postbeamten haben dazu mitzuwirken, daß die!: Personen, die es gleichwohl doch persuchen sollten, unter Mißbrauch der staat- lichen Einrichtungen ihr verbrecherisches Sviel fortzusetzen, der ver- dienten Strafe zugeführt und ihre der Oeffentlichkeit entzogenen Waren und Vorräte noch zur reckten Zeit beschlagnahmt werden könne«. , 2ackc wie Hose. Herr Karl v. W t e g a n d erklärt, daß bot der Itebermtulung feines Jnterotews mit Oberst Dauer anscheinend ein UebersetzungSfeHter unterlaufen sei. Danach hat Oberst Bauer :m Januar 1318 dem General Ludendorff nickt erklärt, daß der Ämter abgesetzt werde«, sondern daß er zur Abdankung gebracht werden müsse, wann nicht dar Ausgang des Kriege» gefährdet sein solle.— Ja. hatte denn Wilhelm sein Amt nicht' von Grit, als Instrument des Himmels sich betrachtend"? GewerMastsbelvegung Achtung, Setriebsröte! Freitag abend 6 Uhr im großen Saale der Neuen Welt, Hascnbcide, Bcrsamoiluug. Bericht über die Verhandlungen mit der Betricbörätczcntrale, Münzstraße. In der Versammlung gelangt wichtiges Material zur Äusgabc. Vczirkssekretariat der S P.D. In den Zelte» 23. öergarbetterverbanü und Sozialisierung. Eine am vergangenen Sonntag und Montag abgehaltene Kcm sercng des GesaantvorstandeS des Deutschen Bergarbeiter. Verbandes mit sämtlichen Bezirksvertretungen(einschließlich der linksrheinischen) des Verbandes beschäftigte sich mit besonders wichtigen unh aktuellen volkswirtschaftlichen Fragen. An der Kon- foreng nahm auch eine Vertretung der ,Afa". Abteilung Berg- werkSbeamt«, teil. Durch die Aussprache über das Lohntarif- Wesen im Bergbau kam man allgemein zu der Ueberzeugung, daß der separate Abschluß von Reviertarifen überwunden werden müsse durch die Schaffung eines Reichstarifvertrags für den Bergbau, der den Rahmen zu bilden habe für die den einzelnen Bergbauorten und Revieren eigentümlichen Besonderheiten ange, paßten Spezialabnrachungcu. Die Konferenz war sich auch darin einig, daß die Lohne rhölarngen, denen prompt noch viel höhere Preis- steigerungen für die Bergwerksförderung folgen, den Arbeitern einen nur rasch vorübergehenden wirtsibaftlicben Vorteil bringen. Durch die einsetzenden Warenpreiserhöhungen wurde die Lohn- erhöhung schnell wieder ausgeglichen. Die enormen Kohlenpreis. «rhöhungen kehrten sich also auch gegen die Bevgleute. Wirklich helfen kann nur ein Preisabbau auf der ganzen Linie, viel- leicht beschleunigt durch Lieferungen von Naturalien an die Beleg- schaften gegen einen Teil deS Geldlohnes. lieber das S i e d I u n g S w e f e n für Bergarbeiter wurde ein- gehend referiert. Arbeit? rleitS müsse, unter Beratung durch Sach- verständig«, die Bildung von Baugenossenschaften G. m. b. H. auf solider Grundlage erfolgen, damit die Wohnungöhcrstellung kein privatka�pitalistisches Geschäft würde. Die Frage der Bergbau fozialisierung war Gegen. stand einer längeren, sehr anregenden Aussprach- mit einleitendem Referat. Die entscheidende Form sei die Enteignung der privaten Unternehmer Kugunsten der Allgemeinheit, loobei man die Borschläge der Sozia I i sierungskoni Mission in ihrem vor- jährigen Bericht zum Leitfaden nehmen könne. Keine Vcrstaat- lichung oder Bureaukratisierung der Bergbauwirtschäft, sondern ihre Sozialisierung und icre Fortführung durch eine nicht durch bureau- kratischefiSkaltjche Fesseln gebundene gemsinwirtschaftlichz Betriebs- und BerteilungSorganifation müsse daS Ziel sein. Einstimmig wurde nachstehende Entschließung angenommen: „Die Konferenz des EefamtvorstandeS und der BezirkSver- treter des Deutschen Bergarbeiwrvcrbandes begrüßt den Wieder- zusammentritt der Sozialtsiorungsko-mmifsion in� der Hoffnung, daß ibre Beratungen zur Vorlage eines großzügigen Soziali- fierungS planes für den Bergbau fubren und daß diesem Vorschlä- gen entsprechend die gesetzgebende Körperschaft deS Reichs recht ba>kd bandslt. Die Konferenz erwartet von der DozialisierungS- kom Mission solche Vorfcbläge, durch deren Verwirklichung die jetzige Besitzform im Bergbau grundsätzlich geändert wird. Die Abschaffung der privatkapitalistischen Bergbauwirtschaft, ibre Er- setzung durch eine auf sozial politi icher Basis beruhenden Kohlen- WirtschaftSgemeinschast muß erfolgen in einer Weile, die die dem Privatbetrieb eigenen Vorteile miSnutzt und doch die dem privat- kapitalistischen Betriebe anbastenden antisozialen Nachteile aus- . schaltet."„. Allgemein wurde der Uebcrzeugung Ausdruck gegeben, daß d�.e Sozialisier.: ng mit einer erhöhten Produktivität einhergeken müsse und daß der„syndikalistische Sozialismus" nur ein Zerrbild der Sozialisierung fei, lediglich geeignet, den Gegnern der Sozialisic- rung Wasser auf ihre Mühlen zu treiben. In der Erkenntnis, daß unser Wirtschaftsleben nur durch die rationellste Ans- nützung der Produktionsmittel wieder gesunden würde, wurde an alle in Betracht kommenden Faktoren die Ausforderung zur intensivsten Mitarbeiit gerichtet. Hierbei wurde nicht zuletzt des Transportwesens gedacht. Einstimmig angenommen wunde eine Resolution, die auf den Wagenmangel im siegen- nvssauischen Ersenerzgebiet hinweist und Abhilfe verlangt. Nach Erledigung einiger geschäftlichen PerbandSangelegenheiten schloß der VerbandSvorsitzende Husemann die Konferenz mit der Aufforderurig, die Bergleute möcbtrn bei der bevorstehenden ReichStagSwahl ihre Pflicht tun, damit im Reichsparlament eine Mehrheit für die Sojialisierung deS Bergbaus zustande kommt. Der Gesetzentwurf eines Sezirksarbeiterratsgefetzes. Aus dem Reichsarbeitsministerium wird. berichtet: In der Presse sind Mitteilungen über einen im Reichs- arbeitsminislerium aufgestellten Gesetzentwurf über Betriebs- arbeitcrräte gemacht worden, über den kürzlich eine Vor- beiprechung mit Vertretern der großen Arbeitnehinerverbände stattgefunden hat. Es handelt sich hierbei lediglich um einen vorläufigen Referentenentwurf, der eine feste Stellungnahme des Re!chsarbesfSmtn!ster?ums um so weniger enthält, als über das Verhältnis der Arbeiterräte zu den Wirtschastsrätc» und zu den bestehenden llntcrnehmervertretungen eine völlige Klärung der Anschauungen noch nicht herbeigeführt ist. Der Resercntenentivurf setzt nämlich eine bestimmte Art des Auf baucs der Wirtschastsrätc voraus, die bisher nicht feststeht. Tie Lohnbewegung der Mineralwaffcr-Arbeiter beendet! In einer überaus stark besuchten Versammlung dieser Arbeiter am 11. b M;§. im Englischen Hof berichtere Liebenow vom Deutschen TranSporarbcirer- Verband über die weiteren Verhandlunaen mit dem Verband Berliner Minerolwasier- Fabrikanlen. Nach längeren Verhandlungen wurde folgende? vereinbart: Mit Wirlung vom 1. Mai bis 31. Juli 1920 werden folgende Löhne gezahlt: Woche 2315,— M. 245,-. 220,—. Abzieher.............. Vorarbeiter............. Aus- und Ablader........... Flaschenspüler, Hofarbeiter, Mitfahrer und Stall' leute................ 210,—. Kutscher............... 210,—, und 10 Pf. Provision für den vollen und 10 Pf. Provision für den zurückgebrachten leeren Kasten Frauen................ 140,—, Jugendliche Arbeiter bis 18 Jahre...... 130,—, Ferner für die letzte Woche im April eine einmalige WiltschaftS- beihilfe für Männer von SO.— M. und „ Frauen. 40,—, soweit sie in dieser Woche beschäftigt waren und noch im Betriebe beschäftigt sind. In sehr eingehender, aber sachlicher Diskussion vertraten mehrere Redner den Srandpunkt, daß diese Sätze den Zeilverbält- nisten nichl genüaend Rechnung tragen, verschiedene Firmen zahlten bereits höhere Löbne. Auch seien die Abmachungen für die Zeit vom 1. Mai bis 31. Juli viel zu lang und die WirifchaftS beihilfe sei viel zu niedrig. Doch wurde mit erheblicher Majorität den neuen Abmachungen zugestimmt. Beschlossen wurde, die neuen Lohn- sätze wieder drucken zu lasten, damit jeder Bernksangehörige in- formiert ist. Die Druckexemplare find im VerbandSbureau, Engel- ufer 14, lö, Zimmer 38, zu haben. Die Privatgartenbefiher vor dem SchlichtungSausschust. Skandakszenen schlimmster Art ereigneten sich gestern vor dem SchlichtungZausschutz. Sie wunden aufgeführt von Leuten, Vi« sonst auf den bekannten„guten Ton" großen Wert legen. Vor- geladen waren nämlich die Villen- und LandhauSbe- fitzer von Groß-Berlin, und zwar 255 ajj der Zahl, nachdem alle Versuche der Gärinerverbände auf Herbeiführung von Verhandlungen über Aufbesserung der traurigen Lohnverhältnisse und Abschluß eines Tarifvertrages ergebnislos geblieben waren. Das völlig mangelnde soziale Verständnis ließen die Herren auch vor dem SchliStungSanSschuß erkennen. Schon vor Beginn der Verhandlungen, die sich durch Verspätung der Arbeitgeberbci- fitzer hinzögerten, gaben sie ihrem Mißmut beredtem Ausdruck und lärmten und tobten im Vorsaal über die vermeintliche Unverschämt- heit der Arbeiter. Eine übernahm die Führung, machte sein« Vorschläge, und ohne Bedenken moralischer oder rechtlicher Art wunde ihm ohne weiteres zugestimmt und einheitliches Handeln gelobt. Nach Eröffnung der Verhandlungen wurde vom Unter- staatsfekretär Fritzfche im Auftrage der Gartenhefitzer eine Er- klärung verlesen, wonach der SchlichiungSauSschuß als unzuständig und eine Verhandlung über den Abschluß eineS Tarifvertrages überhaupt abgelehnt wird. Aehnliche Erklärungen gaben ein StaatSanwalifchaftSrat Dr. Linde und ein Herr Hirschfeld ab. Zum großen Leidwesen der Herren erklärte sich aber der SchlichiungSauSschuß für zuständig. Ein ungeheurer Tumult war die Antwort- Unter den dreistesten Bemerkungen zog ein großer Teil der Herrschasten getreu ihrem Gelöbnisse ab. Schließ- lich wurde unter Teilnahme von etwa 10 Vertretern der Arbeit- geber die Verhandlung zu Ende geführt. Der SchlichtungsauZschutz kam unter Vornahme einiger Abänderungen des Tarifentwurfes zu einem Schiedsspruch, der folgende wesentliche Bestimmungen festlegt: Die Arbeitszeit ist eine durchschnittlich achtstündige, sie be- trägt während dreier Sommermonate neun Stunden und während dreier Wintermonat« sieben Stunden. Der MonatSlohn für Gärt- ner wird festgesetzt ab 1. Januar 1920 auf 650 M., ab 1. April auf 850 M. und ad 1. Juni auf 950 M.— Arbeiter erhalten 2,60 rcsp. 3,50 und 4,30 M. die Stunde, Arbeiterinnen 1,50, 2,50 und 3 M. Wohnung und Naturalbezüge können nach besonderen Verein- barungen m Abzug gebracht werden. DaS Betragen der Herrschaften vor dem SchlichiungSauSschuß läßt darauf schließen, daß mit diesem Schiedsspruch der Kampf um eine Besserstellung der Privatgärtner nicht erledigt ist, son- dern nun erst recht beginnt. Streik der Alabasterarbeiter! Die Drechsler. Schleifer, Bandiägenschneider der Firma Habild u. Co., Kottbuier Damm 70/71, befinden sich wegen Tariibruchs der Firma ieit Mrllwocb mitlag im Slreik. Die Firma versucht den Tariivenrag dadurch zu umgehen, daß sie den Alkord wieder ein- führen will und den vertragsmäßigen Urlaub nicht anerkennt. Wir eriueben um ilrcngsle Solidariräl aller Llabasterarbeirer. Alle arbeitcrfreundlichen Blätter, ipezrell Thüringens und Bayern«, werden um Adruck gebeten. Deutscher TranSporrarbeiler- verband. Alabasterbrancfie."_ Neuregelung der Löhue für Npothekerarbeiter. Nach recht langwierigen Verbandlungen wurde am gestrigen Mirtwoch vor dem DemobilinachungSkommisiar zwischen dem Berliner Apolhekerverein und dem Deutschen TronSporlarbeirerverband ein Vergleich geschlossen. Danach betragen die Löhne für Arbeirer 160 M. pro Woche, für Arbeiterinnen 97,50 M. pro Woche. Alles übrige, auch bezüglich der Jugendlichen, ist im Bureau des TranS« Portarbeiterverbandes, Engelufer 14/15, Zimmer 83, zu er'abren. Der Streik der Markthelfer und Packer im Berliner Buch- Handel ist am Mittwoch durch Verhandlungen vor dem Schlich- tungsausschuß beigelegt worden. Die Arbeit rst unbedingt cm Freitag morgen in allen Betrieben auszunehmen. Maß- rcgelungen finden nicht stcit. Die Streikleitung. Werftangcstclltenstreik. Die kaufmännischen und technischen Angestellten sowie die Meister und Untermeister der Hamburger GroßschiffchrtSwerften befinden sich im Aus st ende. Die Werftarbeiter arbeiten noch. So handelt kein Sozialist. Zu den unter obiger Ueberschrist veröffentlichten Mitteilungen deS Verbandes der Gemeinde- und Staatkarbeiter(SonntagSauSgabe des„Vorwärts" vom 9. Mai) über das Dr. N. Braunsche Ztmbulctorium zur Behandlung Dein- leidender erhalten wir von Dr. Edgar Braun eine Erwiderung, in welcher die gegen seinen Bruder erhobenen Vorwürfe als ungerecht bezeichnet werden. In über lOjähriger Arbeitsleistung habe derselbe sich eine Spezi almeihode ausgearbeitet, die 50— 60 Tausend beinleidenden Arbeitern die verlorene ErwerbSfähigkest durch besondere Verbände schon während der Behandlung wiedergegeben und viel Elend verbindert habe. Die Krankenkassen und VersicherungSanstolten hätten den so- zielen Nutzen erkennt und des Speztalfech gefördert. Während der KriegSzeit seien indessen die Preise für das ver- bandSmeierial so in? Ungemessene gestiegen, daß diese Behandlung, trotz weitesten Entgegenkommens der Kassen, unmöglich gewesen Iräre, wenn sein Bruder nicht unter großen pekuniären Einbußen. und um das Personal nicht brotlos zu machen, den ärztlichen Be- irieb weitergeführt hätte. Die Verhältnisse de§ Krieges hätten die Frequenz deS Instituts von täglich 600 auf 200 herabgedrückt, so daß, abgesehen von der sonstigen Unrentabilität, das Personol entsprechend verringert werden müßte. ES werde aber voll beschäftigt. Sein, Dr. Edgar Brauns, Bruder habe dem Personal in Aussicht gestellt, daß, wenn jemand eine andere Stellung finde, die übrigen Gehälter«rböht werden sollten. Ein solche« von rein sozialem Interesse geleitete- Streben ver- diene irchrim? Vorwürfe, wie sie in der Zuschrift des Gemeinde- arbeiterverbandeZ erhoben werden. In dem Schreiben wird noch erwähnt, daß, als die Lrgantiz� tion im März durch Schreiben eine GehaltSregelung wünschte, die letziere bereits vor Eintreffen des Schreibens erfolgt fei. Zur Sache selbst möchten wir bemerken, daß unter den obwal- tende« Umständen vorhandene Differenzen mit der Organisation sich bei gutem Willen wohl bald hätten ausgleichen lasten. Unbilliges verlangt auch die Organisation nicht, ihre Pflicht ist es aber, darauf zu achten, daß die Mitglieder ein Einkommen haben, womit sie existieren können. Von dieser Organisationspflickst können sie nicht absehen, auch wenn ein Betrieb infolge Unrentabilität seine sozialen Pflichten den Arbeitern und Angestellten gegenüber nicht mehr er- füllen kann. In letzterem Falle wäre eS Pflicht der öffentlichen Fürsorge, ein gemeinnütziges Institut lebensfähig zu erhalten. s- Zentralverband der Angestellten. Mitgtiederrx'rfammlnnzrn Freitag, den 1t Mal. Fachgruppe la— c, Illb tAngeflelli? in Staats-. Reichs-, und beereSbeti leben) 7 Ubr, BobmürbeS BraubauS, Lands- derger Allee 10/13(Kall. Bauer: Die Slngejlellten bei Bebörde» und die Demokratisierung). Fachgruppe 10(Textilindulirie und-Handel) 7 Uhr Mufikersäle, Kaiser-Wilbelm-Strasie 31. Fachgruppe I4o lMa- Ichinen- und Werkzeugbau, Giesjereien) 7 Uhr Rosenüialer Hai. Rofenibatcr ftrahe 11/12. Fachgruppe 16 c— g(Papierbaudcl und Bearbeitung, Kartonnagcnbranche) 71/, Ubr Sophiensälc, Saphienstr. 17/18. Oessentliche Maffen Versammlungen:„WaS baben die Angestellten vom neuen Reichstag zu erwarten?' 7'/, Uhr Frio brich'- Realgymnasium, Mittenwalder Str. 37. 7H, Uhr 148. Geineindeschule, Straiiundcr Strohe 54. Diusikinftruinenteiiarbeiter! Freitag, den 14. Mai, nachm. 5 Uhr, im Rcichcnberger Hos, Rclchenberger T trage 147, Vcr'ammlung sämtlicher Vertrauensleute. Tagesordnung: 1. Die Wiederausnahme der Arbeit. 2. VerichiedeneS. Verband der lvastwirtSgehilfen, OrtSverwaltuirg Berlin. Sellion Hotel- und WemdauSkcllncr. Freitag, den 14. d. M., nachm. 3 Uhr, im Alchingcr-HauS, Fricdrichslrahe 79 1, SeMonSversammlung.— Sektion Köche, Freitag, den 14. d. M., nachm. 4 Uhr. in AlchingcrS 26. Quelle, Königgrätzer Str. 126/129 I, SeltionSverlommlung.— Sektion Portiers, Hoteldiener und Zimmermädchen. Freitag, den 14. d. M., nachm. 5 Uhr, im.Gase etenr" SekiionSversammtung. Deuischer Werkmeister. Verband. Bezirk 17. Fachg-rippe IX. Freitag, den 14. Mai, nachmittags 5 Uhr, Versammlung Atexaridrinen» strotze 37». Deutscher DranSPortarbeitcr-Verband(Bezirt Kratz. Berlin). Freitag, den 14. Mai. abends 61/, Uhr, im Königsladt-Kasino, Holzmarttstr. 72, Branchenversammlung aller in de» Grog- Bcrtmer Dam ps- Wäschereien bejchäiligicn Kutscher und Mitsahrcr. Tagesordnung: 1. Stclluuaiiabme zum Spruch deS EinigunzSamIcS! 2. Brancheuangelegen- heiten; 3. Verschiedenes. Beranlrv. svr den redaktjon. Teil: Aetne llnkler, Edarlottenburg: wr Anzeigen: Th. Stocke, Berlin. Verlag: Vorwärts-Beelaa S. m. b. S.. Berlin. Druck: Bor. wärts-Bulddruckerei u. Lerlaasanstalt Baut Singer u. La. Berlin. Lindenlir. t. Hier»« 2 Bcil-acn. Äerlin 62 Breite Straße Herren-Kleitzung Iacken-Anzüge v.35yM an Eport-Auzü�e v 440M. an I�ock. und Gesellschafts'-Anzüge Gestreifte B inkleider............ v°a 87m cn Fantasie-Westen». Z6M. an Regen-Mäntelv 290M.an Sommer-Lleberzieher............. von 27837? an deichte Sommerkleidung d-rschied.«rt. 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