Nr.247.37.Iahrg. Bezugspreis s S!tteliÄl)tL25,50iUJL,monatl.8,50JÄt. frei ins Haus, voraus»ahlbar. Polt- de, uz. Monatlich 8.— Ml. exll. Zu» liellungszeoühr. Unler Kreuzband lür Deutschland und Oesterreich»Ungarn 1ö,— Ml� für da» übrige Äusland bei täglich einmal. Aultellunz 2I>— Zt. BoltoesteIunae» nehmen an Däne- wart Holland, n-emburg. Schweden, Tschecho- Slowakei und die Schweiz. tingeiragen ,n die Post- Leitung»- Preisliste. ftz.Norwarls" mit der Sonntaa»- d erläge.Voll u. Zeit' erlcheint Wochen- -äglich»weimal. Sonnlag» einmal. Telegramm-Adreise »Soiioldelnolrot Berlin». Morgen-Ausgabe Nevliner Volksblstt � 20 Pfennig) AnzetsienpreiS- Die achtgelpalten» 8!o»v»teille,eil« loste 3.— 3)!., StUfTungs, Uschlag 53"/». .fileine tlnzeiHex", da» lett» gedruckte Wort l,— M. lzulässig zwei settgcdruckte«ories, jede» weitere Wort 80?sg. Stellengesuche und Schlasliellenanzeigen da« erste Bert Kö Pfg„ jede« weitere Wort 40 Psg. Wort« über lb Buchstaben zählen fiir zwei Wort«. Teuernnasnischlaa 80°-» flamilien-An, eigen für Abonnenten geile R, politische und gc- mertschastliche Verein»- An>etgen Mi. die geile ohne Aufschlag. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bi» 5 Uhr nachmittag» im Hauptgeschäft. Berlin SW K8. Linden» ftrahe 3. abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr srüh bi» 5 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemohrati Tchen parte» Deutfchlands Keüaktion und Expedition: SW. b8, Lindenstr. 3. aerfifprecber: Amt Mortttpla«, Nr. l.!»! vv— IS» t»7. Sonnabend, den 13. Mai 1VÄO vorwärts-verlag G.m.b.H., 6ö).6$, Lindenstr. 3. Fernfprecher: Amt Morttiplal«, Nr. 117 53—.">4. Spa nach den Reichstagswahlen. i London, 13. Mai.„Reuter" erfährt: Es ist ziemlich sicher, dast Lloyd George und Millerand bei den Beratungen in Hythe sich dahin einigen werden, daß die Konferenz in Spa aufgeschoben wird, da es nicht zweckmäßig wäre, wenn die Konferenz mitten in die deutschen Reichstagswahlen fiele und da es für alle Teile vorteilhaft wäre, wen» die deutschen Ver- treter auf der Konferenz das Lertraueu des neuen Parlaments genießen._ Wenn Sie Noröfranzosen üas wüßten! Wofür Deutschland aufkommen soll. Koblenz, 13. Mai. Im Koblenzer Hauptquartier der a m e r i- Manischen Desatzwngs-truppen liegen Meldungen aus W a fh i n g- ton vor, wonach Deutschland den Zahlungen der Unterhal- t u n g S k o st e n für die amerikanischen BesatztmgKtruppen bisher nicht voll entsprochen habe. Der Unterhalt dieser Truppen kostet täglich 1 2A> 000 Dollar, und man zweifelt daran, ob Deutschland jemals in der Lage sei, diese riesigen Schulden zu bezahlen.(Der Dollar war noch vor wenigen Wochen 100 deutsche Mark wert und steht jetzt auf etwa»0. Die Summe, die Teutschland für diese ganz überflüssigen Besatzungstruppen zu bezahlen hätte, beträgt danach allein für die Amerikaner, denen Kontingent be- kanntlich das zahlenmäßig schwächste ist, 60 Millionen Mark täglich! WaS hätte mit diesen bisher nutzlos vergeu- beten Milliarden in Nordfrankroich und Belgien alles wiederaufgebaut werden können! Die Tragikomödie des Dersaillcr Friedens! Die Red.) LNilüerung der Schiffhergabe. Bclafsung der Privatfischdampfcr. Die zurzeit in London weilende deutsche SchisfahrtS» d e l e g a t i o n hat mit der interalliierten Schiffahrtskommission ein Abkommen geschlossen, nach dem die Abgabe aus eine An- zahl reichSeigener Fischereidampfer beschränkt wird. An Stelle der übrigen nach dem Friedensvertrag ablieferungspflichtigen Fischerei- fahrzeuge sind Neubauten sowie Material für den Fischerei- bedarf zu liefern. Der Wert deS Fischereiabkommens besteht darin, daß die deutsche Fischerei von der im Friedensvertrag auferlegten Abgabe von Fischereifahrzeugen, die im bisherigen Betrieb tätig waren, befreit bleibt. Die Fischversorgung Deutschlands kann daher im bisherige» Umfang aufrechterhalten iverden. Dies ist aber nur dadurch erreicht worden, daß das Reich durch Hingabe eigener, bisher zum Teil anderen Zwecken dienender Dampfer, durch Uebernahme von Neubauten und durch Zusage von Materiallicferuilgen besondere Verpflichtungen den Alliierten gegenüber hat übernebnien müssen. Der deutsche Hilfskreuzer M v v e, dessen kühne Streiche einst die Welt erfüllten, ist an die britische Marinebehörde abgeliefert worden. Der franzö'sisthe Streik. Die Regierung lenkt ein. Baris, 14. Mai. Der Minister der öffentliche» Atbeitc», Le Troqucr, wird der Kammer a»i Dienstag einen G c s c b e n t- wurf über die Umgestaltung der Verwaltung der srauzösi- sche« Eisenbahnen zugehen lasse». Dieser Gesetzentwurf sieht die Einsehung eineS O b e r r a t S der Eisenbahnen vor, der ans Z4 Vertretern der Eisenbahndirektionen und 24 Vertrc- tern aus dem Volk bestehe» soll. Tic Autonomie der Verwaltungen der Eifenbahngesrllfchaftrn soll durch den Gc- sctzentwurf nicht berührt werden. Dies bedeutet zwar noch lange keinen Sieg der Streikenden und der C. G. T., da die Tisenbahngesellschaften nicht ver» staatlicht werden sollen, sondern ihre privatkapitali» stische Autonomie beibehalten, aber es ist jedenfalls eine Niederlage der Regierung, die zuerst den Streit mit den brutalsten Mitteln niederzukämpfen versuchte und nunmehr den Weg zu Konzessionen eingeschlagen hat. Tie Strciklage in' der Provinz. Paris, 14. Mai.(Meldung des Hollandsch Nieuwsbureau.) Heber die Lage in der Provinz wird folgendes gemeldet: In Bordeaux streiken die Arbeiter der elektrischen Zentrale, die elektrische Beleuchtung funktioniert nicht mehr. In Lyon wird die Anzahl der Streikenden auf 70 P r o z. der Arbeiter geschätzt. In Marseille ist der Stratzenbahi- verkcbr unterbrochen. In Nantes, wo nur teilweise die Straßenbahner streiken, erwartet man die baldige Wiederaus-. nähme der Arbeit. Zn St. Etienne streiten die Arbeiter der Arsenale und die Verkehrsbetriebe. In Le H a v r e begaben sich eine große Anzahl der Streikenden, nachdem sie eine Versammlung aheehalten hatten, nach dem Gesang tiS, wo einige Führer der Gewerkschaften gefangen gehalten werden. Polizei und Kavallerie trieben die Streikenden aus- einander. Die Ilensburger ßrage. Kopenhagen, 14. Mai.„Sozialdemokraten" schreibt: Warum durfte da? Land nicht wissen, das? dir deutsche Regierung die dänische Regierung aufgefordert hatte, solche Verhandlungen einzuleiten? Wir wissen: wenn Herr ScaveniuS nicht gewünscht hat, daß die Wahrheit darüber an den Tag käme, so war es deshalb, weil da- durch die schleswigsche Politik der linken Partei und der rechten in Gefahr kam, bloßgestellt zu werden. In der Presse diese? Parteien tvar beständig zu lesen, daß man die La nissl eilte in der zweiten Zone nicht der deutschen Macht und Unterdrückung preisgeben wollte. Was bleibt aber von dieser Agitation, wenn mitgeteilt wurde, daß von deutscher Seite ein Borschlag auf Schuh der Minderheiten ge- stellt war? De Wahrheit sollte niedergehalten trvrden, damit die Flensburganhänger ihre unwahrhastige Agitation fortsetzen konn- ten und desbalb veröffentlichte Scavenius sein Demtuti, als die deutsche Regierung ihren Vorschlag veröffentlichte, der i m h ö ch st e n Grade ungelegen kam. In Südschleswig protestierten 31 816 Personen durch Unter- schrift gegen alle Bestrebungen, die zweite und dritte Zone zu inter- nationalisieren oder zu einem Freistaat zu machen. Bnatoliens Widerstand. Kemal pfeift auf den„Frieden". K» nst a n t in» p e l, 13. Mai. lRcuter.) ES wird mitgeteilt, daß der nationalistische Führer M u st a p h a Kemal in Angora aus Beschluß deS anotolischrn Parlaments eine Regierung bildete und an die Friedenskonferenz telegraphierte, daß die Au- nähme der FriedenSbedingungen durch die gegenwärtige Delegation null und nichtig fein würde. Friedensschluß Moskau-Georgien. Die Sowjetregierung, hat mit Georgien einen Frieden geschloffen, der dieser demokratisch-sozialistische» Republik volle Unabhängigkeit zusichert. Möglicherweise hat die Not deS Staates infolge der polnischen Offensive diesen Friedensschluß herbeigeführt, den wir i im Interesse des so sympathischen georgischen Volkes be- sonders begrüßen. DaS Schweigen der Moskauer Funkstation wird auf ein Groß- scuer zurückgeführt. Amsterdam, 14. Mai.(WTB) Wie der„Telegraas" ans London meldet, beschlossen die Londoner Hafenarbeiter, kein Schiff zu lade», daS Kriegsmaterial nach einem mit der russischen Räteregierung ver- feindeten Lande führt. Infolgedessen mußte ein englisches Schiff. das Kanonen und Munition für die polnische Regierung an Bord hatte, diese Kriegsvorräte wieder ausladen. Auf der römischen Tagung des VölkerbundrateS würbe auf Vorschlag Leon Bourgeois der italienische Delegierte T i t t o n i zum Vorsitzenden gewählt. Irland in vollem Aufstand. Sagt die englische Regieruug. London, 13. Mai.(Rrutcr.) Telegramme ans allen Teilen Irlands enthalten Berichte über Einäscherung von Polizei st»tionen, Uebersälle ans Zoll- und Steuerömter und Zerstörung von Dokumenten. Die Ueber- fälle wnrden sämtlich von bewaffneten und m a S- Herten Männern ausgeführt. Alles spricht für das Vor- handensein eines sorgfältig ausgearbeiteten Gesamtplanes. Siunfeiner überfielen die Steuerbcamten in Londonderry und Belfast und verbrannten die Eiukommenstenerdokumente. Bei Skibbereen wurde das Wohnhans einer bekannten Per- s ö n l i ch k e i t überfallen, die aus dem Bette gerissen und mit Teer beschmiert wurde._ Thpffen kaust Zentrum? Köln, 14. Mai.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Ge. rüchtweise verlautet, daß dir„Kölnische Bolközcitung" in den Besitz des Thyssen-KonzeruS übergegangen sei. Der Verkauf soll am Mitt- woch vollzogen sein._ In Enpen und Malmedy wollten die Belgier schon jetzt, noch vor der Volksabstimniling, die Frankcnwährung einführen, um Sliniineii zu sangen. Wie der Ministerpräsident crllärte, habe die belgische Regierung mit einer Einwechslung von böchstcnS 3 Millioneil Mark gerechnet. Die Bcvöllerung hat aber 287 Millionen deklariert. Die Einlösung dieses Betrages ist von Belgien in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Man sängt an, 300 M. gegen 300 Franke» pro Kopf und jedem Faniilienovcrhaupt 500 und 100 M. pro Kopf seiner Familie einzuwechseln. Der Schweizer Kommunist Platen, der vor einigen Monaten in Litauen notgelandel und verhaftet worden war, ist gestern auf Ersuchen der schweizerischen Regierung freigegeben und mit militärischer Bewachung in die F r eiw i l lig en w eh r einträten, die eine Reserve d-r. lchchSwehr sei. Wer einen solchen Uebertritt mit seiner Ge; i.fu:g nicht vereinigen könnte, würde sofort von seinem Play entft; iverden. Der Eintritt in die neu« Wehr habe so- fort zu«yo'fien. Wer sich nicht füge, sei entlassen. Der Erfolg war erstamckrh. Von den etwa 70 Leuten meldete sich nicht ein einziger. Wenn nun die Herren Major« Steffen und Seeler verab- schiedet werden, so wird die„Deutsche Tageszeitung" über entsetz- lichen Terrorismus Tränen vergießen. Denn daß diese Herren selber jeden entlassen wollten, der sich nicht der Kapp-Regierung anschlösse, geschah doch nur in aller Harmlosigkeit, um„Ruhe und Ordnung" aufrecht zu erhalten. „Germanisther Sturmtrupp". seltsame Organisationen entstehen im Zeichen deS Hakenkreuzes- So versendet jetzt ei» Herr Gustav Rudolf Kögler, Berlin- Schoneberg, Gutzkowstraße 2, antisemitische Flugblätter usw. in Um- schlügen, die als Stempel den Aufdruck tragen: Germanischer Sturmtrupp. DevtschnationaleS HilfSkorpS, Landesverband Berlin. Der Oberseldmeister. Unnütz zu'betonen, daß dieie Worte sich um da« Zeichen de» Hakenkreuze.« ranken. Die Bezeichnungen.Sturmirupp". .Hilfskorps" und.Oberseldmeister" deuten nickt gerade darauf hin. daß diese neup Antisemitengründung friedliche Absichten hat. Freilich, zu größeren Taten scheint ihr einstweilen noch die Gulasch- lanone zu fehlen._ Die Toöesurteile. Protest der Frankfurter Genosse». Frankfurt a. M., 14. Mai.(Eigener Drahtbericht de«.Bor- wärt«".) In der Mitgliederversammlung der Sozialdemokratischen Vereinigung Groß- Frankfurts lag ein Antrag vor, worin ein scharfer Tadel gegen den Reichspräsidinten Genossen Ebsrt ausgesprochen wird, weil er jüngst das gegen zwei Arbeiter im Ruhrrevier ergangene Todesurteil bestätigt hat. Der Vorsitzende, Gen. Eugen Kaiser, bemerkte hierzu, e« sei unverständlich, daß Ebert in diesem Falle, wo es sich um irregeleitete und verhetzte Arbeiter bandle, vom BegnadigungS, recht keinen Gebrauch gemacht habe. Ein Gegenstück biete der Kapp. Putsch. Hier habe man Milde walten lassen und den Putschisten Fahr. karten für die Flucht ausgestellt. Der Vorstand wurde beauf- trogt, die Angelegenheit an die Parteiinstanze» weiterzugede». Nach dem Jahresbericht des Sekretärs Gen. Braßwitz beträgt die absolute Zunahme der Mitglieder über 1000. Neben den Industriearbeitern besonders Beamte der verschiedensten Kategorien. Vier Beamtengruppen wurden neu gegründet. Daneben besteht eine besondere Gruppe der geistigen Arbeiter. Der Verein zählt 9346 männliche und 1985 weibliche Mitglieder. •* Das Todesurteil gegen den Eisenträger Christian Koepp aus Duisburg wurde am 12. Mai abends durch Erschießen vollstreckl. Koepp war vom Außerordentlichen Kriegsgerichr wegen Aufruhr» und Mordes an einem Reichöwehrlemnam verurteilt worden. Der Führer der„roten Weftarmee" im Ruhrgebiet, Krisch ak. ist mit zwei Begleitern und 800 000 M. in Freiburg in Baden der- haftet worden. Ein requiriertes Auto der Stadt Gelfenkirchen hatte zur Flucht gedient. Sicherheitspolizei in Hagen. Freitag früh sind 1300 Mann SicherheitSpoligei in Hagen eingerückt. Zwischenfälle find nicht zu verzeichnen. Die Bevölkerung war auf das Wiedsreinziehen der Sichevheitswehr seit langem vorbereftet. LegotionSrot Dr. Reinhardt, der bisherige preußische Ge- schäftSträger in Dresden, ist ins Auswärrige Amt versetzt und mit der Leitung deS Bureaus des ReichSminffterS Dr. Köster bsrraut worden. Polnisches Land. Im Kreise Flatow stehen nicht 6686, sondern 26 636 deutsche 3827 polnischen Stimmen gegenüber! Erfinderfibel heißt ein Bück, das soeben Herr Dr. Otto. Ober- bibliothiekar am Reichtpatsntanrt, hat erscheinen lassen.(Deutsche VerlaaS-Anstalt. Preis etwa 20 M) Ein« Zusammen stollung von 100 Patentschriften der letzten Jahre gibt einen Ausschnitt aus der gewaltigen Tätigkeit der Erfinder, lieber den wirtschaftlichen Er- folg der beschriebenen Neuerungen können naturgemäß keine An- gaben gemacht werden; vielleicht nimmt sich einmal jemand die Mühe, eine derartige wirtschaftliche Ergänzung zu verfassen; denn die aufreibende Arbeit beginnt für viele Erfinder dann, wenn sie die Verwertung ihres Gedankens versuchen. Zweifellos liegt hier. ein Gebiet vor, auf dem im gcmeinwirtschastlichen Interesse man- che« zu verbeffern ist; denn wir dürfen neue Gedanken nicht mehr verschwenden, sondeim ihre Perwertung erleichtern, wenn sie es verdienen. d. Chinin gegen Herzkrankheiten. In der Wiener Gesellschaft der Aerzte hielt Professor Winterberg einen Vortrag über jene Formen von Herzerkrankungen, die mit besonderer Verlangsamung oder mit auffallend starker Beschleunigung deS Pulses einhergehen. Im Lause des Vortrages kam er aus die neue, von Professor Wencke- bach in die Therapie eingeführte Chininbehandlung dieser Erlran- kungSsormen zu sprechen und schilderte die Wnrtung der neuen Tberapic. Alan sah. daß diese Krankheitsformen nunmehr nrit Sicherheit zu beeinflussen sind und wie auch sehr schwere Anfälle dieser Herznervenerkrankung sehr rasch, manchmal augenblicklich durch Minin bekämpft toerden. Tie Spinne als Industriearbeiter. In einem Jnsttdut für Meßinstrumente in Hoboken bei New-£)ork sine 200 Spinnen damit beschäftigt, die für die Meßinstrumente erforderlichen Fäden zu spinnen. Für besagten Zweck tvurden bisher Menschenhaare ynd sein ausgezogener Platindraht verwendet, aber Untersuchungen haben den einwandfreien Beweis erbracht, daß Spinngewebe un, gleich bessere Dienste leisten als das bisher verwendete Material. Das Arbeitsverfahren der Spinnen spielt sich in folgender Weise ab: Die Spinnen werden von jungen Mädchen auf ihre Handteller gesetzt und durch vorsichtiges Klopfen veranlaßt, sich von der Hand in die Tiefe hinabzirlasfen. Di« Spinne läßt sich zu diesem Zweck an einem an dem Rands der.Hantz befestigten Faden herab; bevor sie aber den Boden erreicht, rollen die Mädchen den Faden auf ein Spulrad und bewirken durch die Drehung dei RadeS, daß der Faden aufgerollt wird. Doiturch wird die Sprnne. die sich beständig be- müht, den Boden zu erreichen, aber immer wieder ein Stückchen in die Höhe gezogen wird, genötigt, den Spinnprazeß andauernd iortzusetzcn. Auf diesem Wege erhält man von einer einzigen Spinne mehrere hundert Fuß Fäden. Die Spinnen werden auß« der Arbeitszeit in einem großen Käfig vewwahrt und mit Stuben- fliegen gefüttert._ Die Berliner Sezeftio» eröffnet Sonnabend nachmittag 2 Uhr ihre Frühjahrs auSilellung. Der Ukrainische Bolkschor veranstaltet drei weitere Konzert« am 17. Mai(Philharmonie), 13. Mai(Blüthnersaay und 21. Mai(Hochschule). Am Berliner Buchgewerbesaal, Lindenitraste 114, QuergcbZude IN sind zurzeit aravbiiche Arbeiten des Malers und Graphikers Lebmqnn-Ajax ausgestellt.(Derltägl. v. 11—12, Sonntags 0.9— 12). Die Seluwer baben Gelegenheit zum Studium der ausgelegten Fachliteratur und der Bücherei, Nr. 247 ❖ 37. Jahrgang Heilage des Vorwärts Sonnabend, 15. Nlai 1H2d öetriebsräte unö Gewerkschaften Eine Versammlung der auf dem Boden der S. P. D. stehenden Betriebsräte füllte am Freitag abend den großen Saal der Neuen Welt. Die Versammlung nahm den Bericht über die EinigungSvcrhandlunge« mit der BetriebZrätezentrale in der Münzstraße entgegen. Der Referent Genosse Ramsbrock vertrat den Standpunkte Die Betriebsräte haben wirtschaftliche, aber keine politischen Aufgaben zu erfüllen. Sie können ihre Aufgaben nur im Z u- sammenhang mit den Gewerkschaften erfüllen. Das ist auch der Standpunkt der Berliner Gewerkschaftskommission. Die DetriebSrätezcntrale in der Münzstraße setzt sich dagegen ein für eine selbständige Zusammenfassung der Betriebsräte, um diese für politische Aktionen verwenden zu können. Auf diesen Standpunkt können wir al? Mitglieder der Sozia.demokrattlchen Pgxtei uns nicht stellen. Deshalb ist denn auch eine Einigung mit der BetriebZrätezentcrle nicht zustande gekommen. Vorläufig erhebt die Betriebsrätezentrale freiwillige Beiträge. Sie wird aber mir der Zeit zu festen Beiträgen übergehen müssen und dann stellt sie eine selbständige Organisation dar, die nach ganz anderen Gesichtspunkten arbeitet, wie die Gewerkschaften. Dadurch ist die Gewerkschaftsarbeit gestört. Eine Zusammenfassung der Be- triebSräte im Sinne der BetriebSrätezentrale würde die Arbeiter ihren gewerkschaftlichen Organisationen entfremden und den Boden für die syndikalistische BetriebSorgan'lation bereiten.— Wir erwarten, daß die Gewerkschaftskommission ihren Beschluß in die Tat umsetzen wird. Wir sind bereit, mit den U.S.P.-Mitglicdern der Gewerkschaftskommission auf dem Boden ihrer Beschlüsse zu- sammenzuarbeiten. Vorläufig aber halten wir unsere Zusammen» fassung der Betriebsräte aufrecht solange, bis die U.S.P.-Führer in der GewerkschastSkommission unS Garantien daftir geben, daß die U.E.P.-BetriebZrätezentrale ihre Tätigkeit einstellt. Wir wollen durch unsere Zusammenfassung der Betriebsräte zum Aus- druik bringen, daß wie sie als Organe der Gewerkschaften be- trachten. Hörpel führte als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft freier Nnzesteltenverbände auS, daß diese Organisation ebenfalls auf dem Standpunkt steht, die Betriebsräte seien zu wirtschaftlichen Anschoben durch die Gewerkschaften Ausammenzufassen. V o 1 1 m e r s h a u S, Vertreter der GewerkschastSkommtssion, erklärte sich einverstanden mit dem vom Referenten vertretenen Standpunkt, daß die Betriebsräte durch die Gewerkschaften zu- sammenzufassen sind. Die GewerkschastSkommission arbeite jetzt an der Zusammenfassung der Betriebsräte nach Berufen und wei- ter nach Jndustoiegruppen. Die Schulung der Betriebsräte solle nicht eine rein wirtschaftliche sein. Die Gewerkschaften müßten zu Klassenkampforganisationen umgeformt, das nette kleine Geschöpf, ein Marienkäferchen auf einem Fuhr- werk! Sie sprach mit einem singenden Tonfall, in einer merkwürdigen Sprache von Drontheim, der Vater mußte es sich bisweilen übersetzen lassen. Sie hatte dieselben Züge wie die Fungen, die braunen Augen und die länglichen Wangen, die alle drei Kinder von der Mutter geerbt hatten: die Kinder waren der Mutter Kinder, und das war gut so! Jsak war feinem Töchterchen gegenüber«in wenig schüchtern, angesichts ihrer kleinen Schuhe, der langen, wollenen Strümpfe und der kurzen Kleidchen! Als sie den fremden Vater begrüßte, hatte sie sich verneigt und ihm ein winziges Händchen hingereicht. Im Walde angekommen, rasteten sie und aßen, das Pferd 'bekam sein Futter, und Leopoldine'hüpfte mit ihrem Brot in der Hand im Heidekraut umher. „Du hast dich nicht sehr verändert," sagte Inger, indem sie ihren Mann betrachtete.— Jsak sah auf die Seite und antwortete:„So. meinst du? Aber du bist sehr vornehm geworden!"—„Haha! Nein, ich bin jetzt alt," erwiderte sie so recht scherzhaft.— Es war offenbar, Jsak fühlte sich nicht recht sicher, er blieb zurückhaltend, war wie verschüchtert. Wie alt war wohl sein« Frau? Sie konnte nicht jünger als dreißig sein— das heißt, sie konnte nicht mehr sein, unmög- lich. Und obgleich Jsak aß, riß er doch ein Zweiglein Heide- kraut ab und kaute auch daran.„Was, ißt du auch-Heide- kraut!" rief Inger Idchend. Jsak warf daS Heidekraut weg und steckte einen Bissen in den Mund,-dann ging er hin und hob das Vorderteil des Pferdes in die Höhe. Inger folgte diesem Auftritt mit Erstaunen, sie sah, daß das Pferd auf zwei Beinen stand.—..Warum tust du daS?" fragte sie— „ES ist so z-utranlich," sagte er von dem Pferd und ließ es wieder los. Warum hatte er das nur getan? Er hatte wohl große Lust dazu verspürt. Vielleicht hatte er seine Verlegen- heil dahinter verbergen wollen. Tann wurde das Pferd wieder in Gang gesetzt, und alle drei gingen eine Strecke zu Fuß. Eine Ansiedllung kam in Sicht.„Was ist das?" fragte Inger.—„Das ist Bredes Grundstück, er hat es gekauft."—.Hrede?"—„Und es heißt Breidablick! Es sind gute Moore da, aber wenig Wald."— Ms sie an Breidablick vorbei waren, sprachen sie weiter dar- über, Jsak aber hatte gesehen, daß Bredes Wagen unter freiem Himmel stand.> Doch jetzt wurde das Kind schläfrig, da nahm der Vater es fürsorglich auf den Arm und trug es. Sie wanderten weiter, Leopoldine war bald eingeschlafen, und Inger sagte: „Nun legen wir sie in dem Fell auf den Wagen, dann kann sie schlafen, solange sie will."—„Sie wird da so sehr ge- rüttält," meinte der Vater und wollte sie lieber tragen. Sie kommen über das Moor und in den Wald hinein, und„Brr!" sagte Inger. Sie hält das Pferd an, nimmt Jsak das Kind ab und sagt, er soll« die Kiste und die Nähmaschine zusammen- rücken, dann könne Leopoldine hinten im Wagen liegen.„Da wird sie gar nicht geschüttelt und gerüttelt, was ist das für Unsinn!" Jsak tut, wie sie sagt, hüllt sein Töchterchen in das Fell und schiebt ihr seine Jacke unter dxn Kopf. Dann fahren sie weiter. Der Mann und die Frau gehen zu Fuß und reden von Verschiedenem. Die Sonne scheint bis spät am Abend und das Wetter ist warm.„Oline— wo schläft sie für gewöhn- lich?" fragt Inger. � ,�Jn der Kammer."—„So, und di- Buben?"—„Die liegen in ihrem eigenen Bett in der Stube. Es sind zwei Bettladen in der Stube, noch genau so, wie da- mals, wo du fortgegangen bist."—„Ich betrachte dich immer- fort," sagt Inger, ,chu siehst genau so aus wie früher... Und allerlei Lasten haben deine Schultern durchs Oedland herauf- getragen, aber sie sind darum nicht schwächer geworden."— „O nein Aber was ich sogen wollte: ist es dir in allen den Jahren erträglich gegangen?"—�O, Jsak war ganz bewegt, bei dieser Frage zitterte ihm die Stimme. Inger antwortete, ja, sie könne nicht klagen. ES kam zu einer gefühlvollen Aussprache zwischen ihnen, und Jsak fragte, ob sie nicht müde sei und lieber fahren wolle.—„Nun, danke," antwortete Inger.„Aber ich weiß nicht, wie es bei mir beschaffen ist, seit sich die Seekrankheft ganz verzogen hat, bin ich immerfort hungrig."—„Möchtest du noch etwas essen?"—«Ja, wenn ich uns nicht zu sehr aufhalte."— O diese Inger, sie selbst war wohl nicht himgrig, aber sie gönnte Jsak noch etwas, er hotte ja seine letzte Mahl-� zeit mit dem Heidekrautstengel unterbrochen. Da der Abend warm und hell war und sie noch einen weiten Weg vor sich hatten, fingen sie wieder an zu essen. Inger zog ein Paket aus ihrer Kiste heraus und sagte: „Ich Hab ein paar Sachen für die kleinen Buben. Komm, wir wollen uns dort drüben bei dem Gebüsch niederlassen, da ist es sonnig."— Sie setzten sich unter das Gebüsch, und Inger zeigte die Sachen für die Jungen: hübsche Hosenträger mit Schnallen daran, Schreibbücher mit Vorschriften darin, für jeden einen Bleistift, ein Taschenmesser für jeden. Für sich selbst hatte sie ein ausgezeichnetes Buch.„Hier sieh, mein Name steht darauf, eS ist ein Andachtsbuch." Sie hatte es von dem Direktor zur Erinnerung bekommen. Jsak bewun- dert« alles mit leisen Worten. Sie zeigte auch eine Anzahl Kragen, die Leopoldine gehörten, und Js-ak gab sie ein schwarzes wie Seide glänzendes Halstuch.—„Soll ich daS haben?" fragte er.—„Ja, das bekommst du."— Jsak nahm es vorsichttg in die Hand und sttich darüber hin.—„Ist eS nicht hübsch?"—„Ach, hübsch! Damit könnte ich in der ganzen Welt herumreisen!" Aber seine Finger waren so rauh, daß sie an der merkwürdigen Seide überall hängen blieben. Jetzt hatte Inger nichts mehr vorzuweisen, aber als sie wieder zusammenpackte, saß sie so, daß ihre Waden in den rotgestreisten Strümpfen zum Vorschein kamen.—„Hm! Das sind wohl Stadtsttünspfe?" fragte er.—„Ja. es trf Garn aus der Stadt, aber ich Hab sie selbst gestrickt. Es ganz lange Strümpfe, bis über die Knie, sieh her. Kurz darauf hörte sie sich selbst flüstern:„Du— du lu ganz derselbe_•— wie früher!" Eine Weile später fuhren sie weiter, Inger fft droben und kutschiert.„Ich Hab auch ein Paket Kaffl gebracht," sagt sie,„aber heute afcetjd kannst du ihn nick persuchen, denn er ist noch nicht gebrannt."—„Du sol auch nicht damit plagen," erwidert er. Wieder nach einer Weile ist' die Sonne untergeg und es wird kühl. Inger will absteigen und gehen. decken Leopoldine dichter mit dem Fell zu und lächeln d< daß sie so lange schlafen kann. Dann unterhalten sich! und Frau wieder im Weitergehen. Es ist ein wahret ffnügen, Inger jetzt sprechen zu hören, niemand hätte' sprechen können, als Inger jetzt sprach. (Forts, fol. Denn die Fahrpreise nach 8 tthr verdoppelt würden, wäre ein groher Teil Geweröetreibender empfindlich getroffen. Eine Er- höhung nach 11 Uhr kann nicht in Frage kommen, da um diese Zeit nur noch einige Linien verkehren.— Im übrigen zeugen die Vorschläge de« Vereins der Vororte Berlin» sowie dessen Schluh» kolgerung, nach Umsetzung der Vorschläge in die PrapiS würde sich «in Fahrpreistarif von 25—30 Pf. noch jetzt ermöglichen lassen, von allzu großem Optimismus. Stratzenbahntarif und Berbandsversammlung. Der VerbandSversammlung Grosi-Berlin sind gestern zu ihrer nächsten Sitzung am Montag, den 17. d. Mts.. die Vor- lagen zugegangen, unter denen die Untersuchungen de» Verbandsdirektors über die Tarife der Verbandsbahnen und die Frage: Staffeltarif oder Einheitstarif? hervor»»« heben sind. Wie wir es voraussagten, ist bei diesen.Unternichungen' nicht« weiter berauSoekommen als die angekündigte Erhöhung der Einzelstjhrt um 20 Piennja. Zur Begrün d unGd e r Tariferhöhung auf 70Pf. wird u. o. ausgeführt? Beim SO-Pf.-Tarif waren die vom Personal geiorderten Lohnerhöhungen noch nicht berücksichtigt. ebensowenig die Deckung des bisher entstandenen Verlnsies. Inzwischen bat der Schiedsspruch dem Unternehmen eine jäbr- liche Mehrbelastung von 50 Millionen Mark gebracht. Bis»um tl. Oktober, dem Inkrafttreten der neuen Stadtgemeinde iberlin, sind insgesamt 20,2 Millionen durch Tariferhöhung zu -decken. Durch den bereits mitgeteilten Tarif von 70 Vf., bei LluS- -gäbe von Achterkarten zu 5 M. lEinzelkahrt 62'/z Vi.) wird eine Mebreinnahme von 28—29 Millionen erwartet. Dabei ist mit � /inem Verkehrsrückaana von allerdings nur 20 Vro». gegenüber dem Verkehr beim lfO.Ps.-Tarif gerechnet worden. Beim 50-Vs.«?aris war mit einem Rückgang von 15 Pro», gegenüber dem 30-Bf.-?arif gerechnet worden und die Erfahrung hat die Richtigkeit dieser iln- nähme im allgemeinen bestätigt. Wenn diese Rechnung nicht ohne die Berliner Bevölkerung ge- macht wäre, könnte man den Eindruck gewinnen, daß alles im Lot ist."_■ Keute wird umsonst rasiert und frisiert. Dje Berliner F r i s e u r g e h i lf o n. die sich zurzeit im Streik befinden.� wollen ihren Lohnkompf so führen, baß da? Pnhsikum keine Schädigung erleidet, und»vollen jeden, der zu ihnvn kommt, grati! rasieren und frisieren und ihm die lbaare schneiden. In vierzig Lokalen wird das Publikum Gebrauch von d'eser vorteilhaften Einrichtung machen können. Durch Handzettel nnd Plakatträger werden heute die Adresse r dieser Gratis- Friseur-Lskale bekanntgegeben. Die„Technische Nothilfe" soll für ZeitungSpapier sorgen. Wegen der Bedrohung der Zufuhren von Zeitungspapier nach Berlin durch den Linne nschifiahrtS streik und wegen der damit verbundenen Gefahr, daß das Erscheinen der Berliner Zeitungen in Frage gestellt werden konnte, hat der Reichsminister des Innern die„Technische Nothilfe" angewiesen, sogleich alle für die Heranschaffung und Ausladung deS ZeitungS- Papiers notwendigen Maßnahmen zu treffen. Kein Mietzuschlag von 40 Prozent. Die durch verschiedene Blätter gebende Nachricht, daß der preußische Minister für Volks. «ohlfahrt sich bei der Einführung einer Höchstgrenze für MietzinS- steigarungen mit einem Zuschlag von 40 Proz. einverstanden erklärt habe, beruht, wie WTB. mitteilt, auf Erfindung. Sommerruhe für die Sammelheizuag. Die Kohlenstell« Groß- Berlin teslt mit, daß von Montag, den 17. Mai ab der Betrieb von Sammelheizung bis auf weiteres verboten ist. Neuköllner Staötversröneteuverfammlung. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten wurden wieder siniae Nachbewilligungen beschllossen. Tarunter war die durch Steigerung der Futtermittelpreise notwendig gewordene Be- willigung sehr erhsblicher Mehrkosten für Pferdeunterhal. tung bei der Straßenreiniaung in 1919. Die Ursprung. ltch auf 219 000 M. veranschlagten Kosten wurden schon einmal um 150 000 M. und jetzt aufs neue um 80 000 M. erhöht, so daß sie sich nun auf 449 000 M. stellen.— Dem Zoologischen Garten, der infolge bedeutender Kostensteigerung für 1920 auf 630 000 .Mark Fehlbetrag rechnet, wurde eine Bethilfe von 10 000 M. be- willigt. Dafür haben Schulklassen freien Eintritt zum Zoologischen Barten und zum Aquarium. Andere Gemeinden zahlen gleich- falls Beihilfen. Berlin 100 000 M.; auch der Staat sichert 100 000 Mark zu.— Der mit dem BeamtenwohnungSvere in im vorigen Jahr geschlossene Kaufvertrag über einen Baublock im neuen Wohngelände wurde abgeändert. Er bleibt aufrecht erhalten nur für da» erste Drittel deS Baublocks, weil nur für dieses die Baukostenzuschüsse gesichert sind und damit dem Verein die Be- bauung möglich wird. Gewährt wird für daS zweite Drittel das Optionsrecht, für daS dritte nur daS Vorkaufsrecht. Zur Linderung der Wohnungsnot sollen am Ma. risndorfer Weg noch drei Wohn barocken mit zusammen 12 Wöhningen von 2 Zimmern und Küche aufgestellt werden. Die Kosten betragen 570 000 M., pro Wohnung. 47 600 M. Von deutsch- demokraiifcher Seite wurde bei dieser Gelegenheit wieder mal di« eigene Regie bemängelt und der„freie Wettbewerb des Unter- nehm�rtums" gepriesen, bei dein angeblich die Kosten geringer sind. — Infolge der Steigerung der Preise und Löhne ist in den K r a n, kenhäusern eine neue Erhöhung des Kurkostensatze�s nötig geworden. Künstig haben zu zahlen in der dritten Klasse Einhelmische und zwar Erwachsene 9 M., Kinder 6 M., Auswärtige und zwar Erwachsene 12 M., Kinder 9 M., in der zweiten Klasse Einheimische 30 M., Auswärtige 35 M., in der ersten Klasse Ein- heimische 40 M., Auswärtige 45 M. Ebenso wurde im P f/,S Ubr bei Sonnabend, Elbinger Str. 12. Iungsozialiftische Bereinigung(2- P. D) Wablwanderuvgen: I. Ort»gruvven Lichtenberg, Lichtersilde: Liebenwalde.— Hammer— Kr.-Böbmei beide— Liedentbai-Schuilt— G.-Schbnebeck— Klaiiborf. Treftvnntt für Lichtenberg: 7 Uhr Bbf. Franks. Allee: sür Lichterfelde: Stett. Bbs. 7.15 llbr. II. OrtSaruvve Neukölln: Strausberg— Rewickendo:>— Rebtelbe— Werder— Zinndors—Lichtenow—Herzfelde. Treff. vunkt: 5'/, llbr Schlcsilüer Babnbof, Haupteinaang. III. Ort»grupve Tempelbos- Mariendork: Kg».. Wusterhausen— Zernsdorf— Eabww— Bindow— Gussow— Eräbendorf— Zeesen— KgS.-Busterhaulen. Treffpuntt: 6'/, Uhr Bhf. Tempelhos. Jugenöveranstaltungsn. Heute, abends Vz8 Uhr: Für AhteilungSvoritiiende k Im Zentraliugendbeim. Binde«- strasie 3: Abteilunasvorstnndekonsereuz. Aeusterst wichtige Tages. ordnnng. AusweiSkarten mitbringen. Gesundbrunnen. Nachtwanderung: Erkner— WolterSdors— Rüdersdorf Tresspunkt: Sonnabend 7 Uhr Bahnhoj Gesundbrunnen, Eingang Badfttaße. Morgen, Sonntag, 16. Mai: Neukölln. Wanderung: Strausberg— Stienitziec— Erkner. Treffpunkt:'1,6 Uhr, Hennannpiad.— Pankow. Wanderung nach Erkner, Löcknitz, Werllee. Treffpuntt: 6 Ubr, Breitestraße.— Rosentbaler Vorstadt. Wanderuna»ach den Müggelbergen. Tresspunkt: 7 Uhr, Rosen« tdaler Platz.— Wedding. Wanderung: Tegel— Birkenwerder. Treff- Punkt: Uhr, Nettclbeckviatz. Vorträge, vereine unü Versammlungen. Arbeiter-Radfabrer-Bund„Solidarität-'. 2. Aht. Sonntag früh S Uhr nach Mellen(Abkochtoiir), nachm. 1 Uhr nach Dabendorf /Seelchloß.) Sämtliche Start«: Fontane-Vromenade 18. Wngstsahrten nach Wörlitz und Lehnin.— Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vormittag 11 Uhr im Stadtbau», Klosterstr. 50: Vortrag von Dr. H. Hasse:„Menschensegea— Erntesegen'. Harmonium: Bereeuse lKodard). Gerichtszeitung. Nektor öock vor Gericht. „Praktiken eines Berliner Krüninallommiffars" heißt 5er Atel einer Stteitschrift des ehemaligen Rektors Robert Bock, dt« dem Verfasser ein« Änilage wegen Beleidigung de» Kri- minalkommtssars Hauptmann a. T. Toussaint zugezogen hat. Dia Verhandlung des umfangreichen Prozesses begann heute vor der 3. Strafkammer des Landgerichts III unter Vorsitz des Land- gerichtsdirektors W e x. Dem Angeklagten stehen die Rechtsanwälte Bahn, Kallenbach und Schröder zur Seite. Die Anklage oertritt Staatsanwalt Goll-nick. Der Angeklagte ist im März 1911 wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen an Schülerinnen zu I�L Jahren Gefängnis verurteil: worden. Er hatte von Anfang an mit allem Nachdruck behauptet, daß er da! Opfer falscher Aussagen sei, die von den Belastungszeuginnen durch den Kriminalkommissar Toussaint so bearbeitet worden seien, daß sie schließlich alles bekundeten, was Herr Toussaint unter Anw en» dung von Drohungen von ihnen herausholen wollte. Me Versuche de; Angeklagten, seine Unschuld zu beweisen, nutzten nicht»; er hat seine Strafe verbüßen müssen. Tann er- folgte daS Ungewöhnliche: Vier Belastungszeugen widerriefen ihre belastenden Aussagen und gaben schließlich eidesstattliche Berstcheru-igen ab, dahingehend, daß Rektor Bock niemals gegen sie irgend e iwä S Unsittliches unternom- men habe und sie nur durch die Bedrängungen durch den Kriminalkommissar Toussaint zu ihren falschen Aussagen bewogen worden seien. Die darauf von Niektor Bock unternommenen Schritte, eine Wie- deraufnahme deS Verfahrens durchzusetzen, die durch alle Instanzen gingen, wurden überall abgelehnt und der An- geklagte gng nun dazu über, ein Meineidsverfahren gegen dt« betr. Zeuginnen durchzusetzen. Aber auch die» schlug fehl, da di« Zeugen, die ihre Belastungen widerrufen hatten, nunmehr diesen Widerruf widerrieten. In seiner Ber- zweiflung gab dann der Angeklagte eine Schrift hevau», die die schwersten Anklagen gegen Toussaint und daZ Verfahren bei Er- ledigung von Anträgen auf Wiederaufnahme de» Verfahrens er- hob. Rektor Bock wurde unter Anklage gestellt. Das Versahren mutzte damals abgebrochen werden, weil der Angeklagte erkrankte. Als nach Jahr und Tag die Verhandlung wieder aufgenommen wurde, endete sie mit der Einstellung beB Verfahrens teils wegen Verjährung, teil» weil die Amnestie eingetreten war. Der An- geklagte ruhte aber nicht, sord-rn verfaßte di« jetzt inkrimierte Broschüre. Damit erreichte er. daß nunmehr Anklage gegen ihn erhoben wurde. � Als Nebenkläger ist KrtMinalkonuntssar Toussaint zu- sdeffen.,■ Der Angeklagte behauptet in langer Darstellung der Einzel- heiten seiner Erlebnisse abermals, daß er vollständig u n- schuldig sei. Der Angeklagte behauptet, daß Toussaint sich außer der Verleumdung de» doppelten Wortbruchs und der Beeinflussung der Zeugen schuldig gemacht habe. In der gestrigen Berbandlung wurden einige der früheren Schülerinnen Bock», die zum teil setzt verheiratet sind, vernommen. Sie bestäiiglen im wesentlichen, seinerzeit unter dem Zwang des Kreuzverhörs ungünstige Aussagen für Bock ge- macht zu haben, die sie in der gestrigen Verhandlung widerriefen. Rektor Bock habe sich nicht an ihnen vergangen. Die Beweisaufnahme soll am Montag fortgesetzt werden. ra» Sport. 5945 980 SR. betrug ber Totalisatorumsatz am letzten Brune- Waldrenntag. Bei dem letzten toten Rennen im Grunewald Har- lekti-Sinsiedler gab die Zielphotographie amtlich den Ausschlag. Vordem, am Mittwochnachmittag nämlich, war nochmals da! photographische Verfahren genau geprüft worden. wobei einwandfrei festgestellt wurde, daß ein« Fehlerquelle bei der Zielphotographie vollkommen ausgeschlossen ist._ Ute Gebisse M- StiMlrne bis 375,00 M KnopizSIme 4,00,auch ein""ls Zähne M Mist»ffiM alin-Elükaufsstelle' '«u Tagespreif. IteDstr. II rarn Moritzpl.) .raßentahn: 1,2,3,4, 5, 27, 2L, 29,32, 36. 44. 47, 48, >,65,81,91. R. Hochbahn Prlnzenstr. W. Göritz. nSedttneMl— UriESanteai Perlen. Platin*. GoIU.Brucb kauft za gewiasenhsften Preisen Yeritas'S Jägeretraße Nr. 10 Dynamo', Spulendrähte n. blanke Drähte taufen hö-httzadieird ieben Posten Elektro-BürolmägäCo., tABM« Kleine Anzeigen im„Vorwärts" sind billig und erfolgraleh! von timtl. Altpapier, Zeitungen, Zeltschrifien, Büchern mir u. ohne Deckel, Skripturen. Akten utw. Frilz Seydlitz»«X« awchlftszell 3—12,'l£—S Uhr, Sonnabend 8-12 Ubr Bis Dienstar. denlS.Mal, zahle Ich bei Anileie» rung für gebünceltes, unvermischt. 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Komiache Oper uhf Eine Ballnacht. Lnataplelhaaa Arnold Rleck in uhr Zsangseinßüartiemng. Metropol-Theater. u'' Im weißen Röss'l Aenea Opcretteuhaua 7 Uhr, jutn I. Malf; Prinzessin Frledl. Metics Volkstheater pa- Die Brüder Karamasov Schaabarff Köni'grätzer Sir. 12t. j uhr EelnnoldScliiiiizelin DerVielbeschßltigte McUlller-Theat. Charl. ' 3 Uhr: wubelm Teil. PA u.; 2 X 2- 5. Thalia-Theater uhr: Amor auk Kelsen Th.am Xoilendorfplata yi, Uhr; Else vom Erlenhof. Eine Saclit im Paradies. Theater des WentenM � Max Pallenberg m Familie Schimek. Theater i. 0. Alt- Jakcbstr. ftrüher Eden-Theater). �HeTersthvuiuLPttiiiie. Wallner-Theater wsu.�ayalieriau. Bajazzo Walhalla-Theater. Magdalenen frianon-fheater. Bahnhof Prlcdrichstraße. Tätlich Uhr: Ida Wfist in: Klyrrha Sonntag 4 U»! Jobannitfeuer. Residenz-Theater. Stadtbahn JannowitzbiDcke. Untergrundbahn Klosterstr. Täglich l/jfl Uhr: Die Rasciiiioffs Sonntag 4 Uhr, kleine Preise; Per eft« Kaf. Däslno-Theater Lothrlngentr.37. Tägl.'/.SU.: Neu I Neu I Der Sensations-Schla-cr Onkel Cohn Vo.ksstück in 3 Aufzügen. Stg. 3'nU.! PerlalacheCoutln. Rose-Theater. 77. Uhr: Am Ende der Welt 3 Uhr. Die Jüdin von Toledo. fiartenb7'/;: Pag Lied d.Uebe Folies Caprice Eck. Friedrich- u. Linienstraße Täglich 8 Uhr abends: In dar Wasserheilanstalt Zimmer an! Tage LWoebEn mit Ferd. Qrtlneckor in den Hauptrollen. Theater a. kottbus.Tor Tel.: Mcntzplau U8;4. Jeden Abend 7>/, Uhr; llte-Sangcr. Horst, Ruselli, R. Schräder. Rlets Schubert usw. Blüthgea-Konzert. Vorvk. lMbt,4.6 U. Volksbühne Theater am BUlowplatz. 7u.:E8ilichenYonBeUhroDn Lesslng-Tlieater. Sonnabend bis iVlontag: u�FranWarreus Gewerbe. Deutsebes Kilnslier-Theater A7v'uhdr:ch Menagerle (Adalhert, OOtz. Haack) Sonntag, den 16. Mali EinmaligeTiachm.-Vorsteilung des gr. Lustspiels mit Musik Dame Kobold im Deutschen Theater in erster Besetzung. Karten zu bedeuL ermäß. 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Mts. verstorbenen Stadtvev ordneten Emanuel Wurm der nächste Bewerber aus dem Wahl- vorschlage Dr. Hermann Weyl der Kaufmann Julius Moses, 8 01, vlScherstrahe 32a, 2. An die Stelle des ausgeschiedenen Stadtverordneten Kurt Brandenburg— da der ssabritbescher Karl Thieme, nzenallee 54, die Annahme de» Stadwerordnetenamte» ab- gelehnt hat— der nächste Bewerber aus dem Wahlvorschlage D. Friedrich Naumann der Fabrikbefitzer Moritz Rosenthal, C 2, Stralaaer Straße 44/45. 8. An die Stelle des ausgeschiedenen Stadtverordneten Emil Hallenslcbcn der nächste Bewerber aus dem Wahlvorschlage D. Friedrich Naumann der Professor Dr. IPaul Ritter, W 9, KönlgfrStzer Straße 94. 4. An die Stelle des ausgeschiedenen Stadtverordneten Karl Ladendorss der nächste Bewerber aus dem Wahlvorschlage D. Friedrich Naumann 3 der Gewerbelehrer Karl Dittmann, O 17, Rotberstr. 27. An die Stelle des ausgeschiedenen Stadwerordneten nnes Tropfke der nächste Bewerber aus dem Wahlvorschlage riedrich Naumann der Handelsrichter Georg Imberg, SV» II, Hallesche Straße 21. o. An die Stelle de» ausgeschiedenen Stadtverordneten Oslar Hübner als nächster Bewerber aus dem Wahlvorschlage Hugo Heimann der Arzt Dr. Otto Stulz, NO 45, Nene KSnlgstr. 71. Berlin, 8. Mai 1320. Der Kommissar deS Magistrat». eoehning, Stadtrat. sTgb. Nr.»gj, Wqfc 20.) Bekanntmachung. DI« Gültigkeitsdauer der Abschnitte Nr. 57 der lausenden Zcrliner Halbsahreszuckerkarte, die infolge des Echifferftreikes IIS zum 15. Mai nicht beliefert werden tonnen, wird bis Ende Rai verlängert. Berlin, den 12. Mai 1320. Magistrat. Zuckerversorgungsstelle. vr. Neirnanu. fSppße. fehensnverte, Spsifszimmur, Herrenzimmer, Schlafzimmer Wohnzimmer, Wohn-| atons, Vielen, Küchen| ufw. ufw. 'eßcfjfigung foQnenö u. ermünfdjt| Verlauf zu fefjr fofiien Greifen. Echte Perlcr und deutsche 1 Ceppiche. 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Berlin- Schbneberg, Neukölln und Berltn-Wilmer»- dorf. sowie au» den tkreisen Aeltow und Beeskow-Storkow bestehenden Wahlkreis 9 (Potsdam M), I. ja Seist her«: 1. den Stadtverordneten Ott» Fremk, Berlin N.33, Nordufer 14, 2. den Stadtverordneten, Fortblldungsschuldirek- tor Otto Merten, Berlin N.4. Sesselstr. 14, S. den Oberlehrer Dr. Söhne, Neukölln, Donau- straffe 12. 4. den Bankbeamten Jehmaun, Berstn-Wilmers. dorf, Augustastr. 42, II. zti SfeKoecrtefcctt: 1. den Stadtrat starrer, Gharlottendurg, Huttenftr. 27, 2. den Stadttat vittk», Berlin-Schöneberg, Srunewaldstr. 17, 8. den Perstcherungobeamten Paul gieliuski, Neukölln. Hermannstr. 177, 4. den Stadtrat August Hwtze, Berlin N. 20, Pankstr. 57. I. zu velststero: 1. den Stadtverordneten Otto Frank, Berlin N. 53, Nordufer 14, 2. den Stadtverordneten-Borsteher Dr. Her- manu Weyl, Berlin N. 54, Lothringer Stt. 42, 8. den Stadtverordneten. Fortbildungsschul- direkter Otto Merten, Berlin N. 4,stesselstr. 14, 4. den Stadtverordneten Pfarrer Fülius stoch, Berlin S. 112, Samartterstr. 27, II. s» StcHoecftcfecn: 1. den Stadtverordneten Fritz Brolat, Berlin N.«5, Lllderitzstr. 4, 2. den Stadttat August Htutz«, Berlin Zt. 20, Pankstr. 57. � 9. den Stadttat Wilhelm Beuecke, Berlln RW. 21, Turmstr. 88, 4. den Stadwerordneten Dr. starl Lamuterich, Berlin O 84, Weidenweg 24. Berlina «n-rHaalu.re'atslwttn, JarhiZ*. PithluJRt'tsser»an»»»PUaNe, «rneue.vn,»-rn. Mott I«.S<» aedss Such ml, erprobten Boffchlägen losirnstel. Otto Zttichei, Berlin 43 SO, tlisenbahnstr. 4 Spszlolheu» für bloloslffhe Haut, und Schk nbelUpfleg»- 1000 Mark 100 Mark. 10 Mark usw.. Im ganzen 800 000 Wart, verteil« ich an meine stunden 187/2' n in so» st Verlangen Sie sofort nähere Mitteilungen mit Anaobe Ihres Standes. Sari Herruanu Ludivlg. Breslau 23,147. yebrauchte.auch zerbrochene, taufe jede» Suantuin. WelQberger, Mülleest 1880. SsttnSssen. 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Genosse Adolf Ritter referierte über das Thema: Tie Beamte« und die kommenden Wahle« und zeigte an der.Hmrd eine? rctchhaltigen Äiaterials, welche b e- deuiungsvolle Stellung der Beamte in der Republik ein- nimmt, und wie gerade unsere Partei unaufhaltsam bemüht ist, die Rechte der Beamten zu erweitern und zu f e st i g e n. Ritter fuhrt« u. a. aus: Diesmal geht es um die Sicherung der Republik. Dies mutz die oberste Ausgabe aller Wähler sein; um die Stimme des B?anrten werben am 6. Juni alle Parteien. Besonders diejenigen, die in dem Beamten stets nur ausführendes Vollzugsorgan eines m o narchistischen Systems fachen. Unsere Grundsätze haben mir klar und bestimmt zu vertreten gegenüber allen Parteien. Da ist zunächst die Groß-Deutsche Freiheitspartei. Sie will der große Kessel aller unzufriedenen Elemente sein, wird aber bestimmt nicht auf ihre Rechnung kommen.(Hat inzwischen auf Wahlbeteiligung verzichtet.) Bezüglich unserer Stellung zur II. S. P. geht Redner auf die vorübergehende Koalitionüpolitik ein. di« wicht so recht belebt werden konnte infolge der vielen K n ü p- V e l. die uns unsere Freunde von links zwischen die Beine warfen. Wären die gegenwärtigen Zustände für die Unabhängigen wirklich so miserabel, so hätten sie beim Kapp-Putsch nur Gewehr bei Fuh stehen bleiben zu brauchen; denn schließlich konnte«S ihnen ja gleichgültig fem, ob wir gebraton oder gefressen werden. Grundsätzliche Anhänger der ÄoalitionSpolitik s i n d w i r n i ch t und können wir nicht sein. Unsere Pflicht ist es, dies den Wählern zu sagen, deren einzelne Stimme heute bedeu- tungsvoller ist als früher.. _ Genosse Ritter erläutert an Hand der einschlägigen Gesetze?- best immun gen die Wahlaussichten unserer Partei, die uns fiegeSsicher stimmen können. Durch den letzten Putsch sind zwar manchem die Schlippen von den Augen gefallen, aber weite Bcamtenkveis« torkeln stoch hinter den Deutschnationalen hör, und diese Kreise können bestimmend die Politik beeinflussen. Wir sind auch mit weiten Arbeitevmassen durch Annahme des BetriebSrStegesetze» in MeinungSdisferenzen geraten, trotzdem wird dieses Geietz jetzt verteidigt. GS ist eben das Produkt einer KoalittonS» valitlk, wie das Bürgerliche Gesetzbuch ebenfalls ein solches Produkt ist. Sollten wir nach dem 6. Juni geschwächt in den Reichs- mz einziehen, so wird die Koalitionspolitik neu auferstehen, weil ohne ein« sozialistische Mehrheit ein Regieren gegen das noch über- aus stark« Bürgertum gänzlich unmöglich ist. Au» den ver- Wv.edenen Parteigsupvierungen kann heute nichts Einheitliches zu- stände kommen. Bon diesem Standpunkt aus betrachtet, ist der der Kommunisten noch immer der konfeaimntest«.(Sehr richtig!) Di« Aufgaben, oder basier: die Gesetze»mach er ei de» kommen- d enR eich s taget werden unS weiter zum Handeln Mingen. Da ist zunächst das Dürgcnliche Gesetzbuch, da» grundlegend umge- stallet werden mutz, und zwar nur durch intensiv« Mitarbeit unserer Partei. Dann das Strafgesetzbuch, das Beamten- .s, recht und ähnliche nnanfschtebbar« Reforme» können ohne unsere Mitarbeit gar nicht in unserem Sinne gelöst werden. Genosse Ritter untersucht nun die Stellung, die die oinflußreichen Rechtsparteien auf die Beamten im Staats- dienst ausübten; geht doch aus einem Beamtenerlaß vom Jahre 1882 klar hervor, Satz für die Beamten das alte Wort galt: Weö Brot ich esse— deZ Lied ich singe. Nicht einmal im Kommunal. dien st durfte sich«in Beamter als Sozialdemokrat be- kenn munalvolitik schildert der Redner, welche Taktik wir Sozialdemo- kralen den Beamten gegenüber, die sich nicht al» herrschende Hier»