Ur.Z49.37.Iahrg. BeznqSyreiS s B!Cttl)ä!)tl.25,50ill;.,monoÜ.850K!L fiel ms»aus. ooroiis'ahlbat- Poli- Skiuq üRouatlub 8— Mi. ettl. Sit- tellungsgeouht. Uuiet Kreuzband mr Deutschland und Oesterreich-Unzarn iN!, iür das übrige Ausland ei täglich einmal. Zultellunc 2l>— iül. VoliZellellungen nehmen an Däne- innr-'all and n-emburg, Schweden, Tscheche-Slowakei und die Schweiz. mzeiragen n die Post--.eiwng«- PreisUIte- ei.Sonnärtf" mit der Sonntag». eilage.Voll u. Seif erfthemt wöchentlich troetmal. Sonntag» einmal Telegramm-Adreise Sozialdamaeiat verlin- Sonntags-Ausgade Bciimcr PoIUöUIatt ( 30 Pfennig) Anzeigenpreis: Sie ochhtetpoltene NonvareMezelle lofte Z.— M.,?euerunzdzuschIagS0«/»- »Kleine Sinzeigcn-, da« fett» gedruckte Wort 1,— M- lzuIZssiq zwei ettqedruckte Wortes, jede» weitere Wort M Psg.«tellenzesuche und Schlafstellenanzeigen da» erste Wort -iö Psg. lebe« weitere Wort*0 Pfg- Worte übet 15 Bnchstaben zählen für we> Worte. Teuerunqozitschlaa W f Familien-Anzeigen für Abonnenten geile 2,— M, politische und gr- wertlchastliche Pereins- Anzeigen 8— Ml. die Reste ohne Aufschlag Anzeigen Mr die nächste Ammner mülsen bis» Ahr nachuiittags im Hauntgelchlist, Perlin SW 83, Linden- stchage 3, abgegeben werden. Deossnei von s Uhr früh bis s Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemokratlfchen Partei Deutschlands KedoCtien und Expedition: SW. öS» Lindensir. Z. �einiiire.slei- Amt'»ioriuvia«. stir. I.'» l!Xi— lai l>7. Sonntag, den 1i>. Mai I9ei0 vorwärts-verlag G.m.d. h.» SW. öS» Linöenstr.Z. Feintvercilei: Amt Btoritihlaii- Nr. 117 ZZ— 54. Zur Reichstagswahl. Was man wissen muß! Man muß wissen und man muss eS sich genau inS Gedächtnis einprägen, daß nur noch drei Wochen zur Borberei- tung und Sicherung de? Wahlsiegs übrig bleiben. Jeder Tag, der verstreicht, ohne daß man eifrig und klug Anhänger und Anhängcrinnen unserer Partei, Wähler und Wählerinnen für unsere Kandidaten geworben hat, ist ein verlorener Tag. Diese Unterlassung ist nicht mehr weit zu machen. Nur die Anspannung aller unserer Kräfte führt unS zum Ziele, schafft unS den Bor- sprung vor allen andere« Parteien. Sein Wahlrecht mus, man sichern, aber auch das aller aus engem und weitem Bciaantentreise, von denen man erwartet, daß sie für die Sozialdemokratische Partei stimmen werden. Darum nütze man die wenig en Stnn- den deS heutigen TageS auS, die noch znr Einsicht in die Wählerlisten, zur Feststellung ihrer Lücken vorhanden sind. Man sorge dafür, daß niemand, der sozial- demokratisch wählen würde, in den Wählerlisten fehle, und daß die Angaben für jeden unS nahestehenden Wähler und für jode unserer Partei geneigte Wählerin in der Wählerliste durchaus genau sind. Wenn man ein Flugblatt gelesen Hot, wenn man eine» Stimmzettel für unsere Partei hat, dann gebe man ihn dem Mann oder der Frau, die noch kein Flugblatt und noch keine Stimmzettel von unserer Partei erhalten habe«. Wenn mcn seinen Wohnort nach Abschluß der Wählerliste wechselt, beantrage man einen Wahlschein, der ermöglicht, an dem neuen Aufenthaltsorte zu wählen. Wer in der Ausübung feines Berufs oder auS sonstigen Gründen zur Wahlzeit nicht an seinem Wohnorte ist, so Schiffer und Schiffsleute, Floßführer und Floßleute, auch die mitfahrenden Frauen und erwachsenen Kinder, Bahn- und Postbedienstete, Geschäftsreisende, Wahlhelfer«sw., usw., auch Leute, die zur Kur oder Erholungszwecken außer ihrem Wohnorte sind, Personen, die infolge eines Leidens in ihrer Be- wegungsfreiheit gehindert sind, lassen sich bei der Gemeindebehörde Ihres bisherigen Wohnortes nach Darlegung der Berhältnisse, die ihnen daS notwendig erscheinen lassen, einen Wahlschein ausstellen. Sehr wichtig ist die Einreichunss und die Verbindung der Wahlvorschläge. Die KreiSvorschläge sind spätestens am 16. Mai beim Kreiswahlleiter einzureichen. Der Wahlvorschlag muß beim KreiSwahlleiter, dessen Name und Adresse amtlich bekanntgegeben ist, eingereicht sein. ES muß dabei mitgeteilt werden, welchem Wahlkreisver- band und welchem ReichSwahlvorfchlag» die Rest- stimmen einzureichen sind. Mit dem Wahlvorschlage sind einzu- reichen: 1. Die Erklärung der Bewerber, baß sie der Auf- nähme ihrer Namen �n den Wahlvorschlag zustimmen, 2. die gemeindebehördliche Bescheinigung, daß vollendet haben, seit mindestens einem Jahre ReichSan gehörige und vom Wahlrechte nicht ausgeschlossen sind; 3. die gemeindebehördliche Bescheinigung, daß die Unterzeichner deS WahlvorschlagS in die Wählerliste-der Wahlkartei eingetragen »der mit einem Wahlscheine versehen worden sind. Jeder Wahlvorschlag soll mit einem auf die Parteistellung der Bewerber hinweisenden oder mit einem sonstigen Kennwort ver- sehen sein, daß ihn von allen anderen Wahlvorschläzen deutlich unterscheidet. Am besten wird eS sein, auf den Wahlvorschlag unv eventuell auch auf jeden Stimmzettel zu drucke«: Sozialdemokraitsche Partei T-eutschlauds. Verbunden mit der ReichKlistc Otto Wels. Die KreiSwahivorschläge müssen von mindestens 56 Wählern deS Wahlkreises unterzeichnet sein. Der Wahlvor�chlag mutz einen Vertrauensmann und einen Stellvertreter bezeichnen, die zur Ab- gäbe von Erklärungen gcgenübc» dem Reichswahlleiter und dem ReichSwahlauSschuß bevollmächtigt sind. Neber daS, was am Wahltage selbst und bei Fest- stellung deS Wahlergebnisses zu beachten ist, werden wir rechtzeitig die Parteigenossen und-genossinncn unterrichten. Zum Schluße noch: Versieht nicht, in drei Wochen ist Reichs- tasiswahl! Jede freie Viertelstunde gilt nun der Ar- beit für die Partei, siilt der Vorbereitung des Wahlsiegs der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands! Reine Gewerkfthoftsinternationale. Amsterdam, Ib. Mai.(SS. T. B.> Laut„Algemeen HandelSblad" hat das Bureau deS Internationalen Gewerk- schaftSbundes auf seiner Londoner Sitzung beschlossen, daß die GewerkschaftSinternationale im Interesse der Förderung der Arbeiterbewegung jede Verbindung mit irgendeiner iuter- nationalen politischen Organisation ablehnt. Dieser Bes.i-luss ist die logische Folge der Zersplitterung der politischen Arbeiterbewegung. Protest üer§ührer üer C. G. T. Paris, 15. Mai. Die führenden G ew e r» f ch a f t S. sekretöre deS Allgemeinen GeweikschaftSbnndeS(6. G. X.) find gessrrn nachmittag vor dem Untersuchungsrichter erschienen erschienen und Hasen einen Protest gegen daS Strafverfahren zn Protokoll gegeben. Die E. G. T. hat gestern abend' beschlossen, vorerst zur weiteren Ausdehnung des Streik« nicht aus- zurufen. lSroste Streikausdehnung in Nopdfraukreich. P a r i§, 15. Mai. Ueber den Streik liegen folgende H a v a S. meidungen vor: Die Bergarbeiter im Norddeparte- ment haben die Arbeit niedergelegt. In Dünkirchen dauert der Streik der Hafenarbeiter und Seeleute fort, doch nimmt der Streik im Baugewerbe und in der Metall- i n d ii st r i e a t. Der Bergarbeiterstreik im PaS de l5 a l a i S ist allgemein. In Tourcoing haben die Eisen- b a h ne r sich für den Streik entschieden. Die Transport- arbeite» haben dort die Arbeit wieder aufgenommen. In valencienneS dehnt sich der Streik unter den Trans- Port- und Bauarbeitern auS. In der Metallindustrie ist er allgemein. Millerznd lehnt Vermittlungsversuche ab. Genf, IS. Muf Die groß« AnSstandzbeweguwg in Frankreich dehält ihren h a r t n ä ck i g e n C h a r a k t e r. Di- Versuch«, eine Aussprach« der Regierung nrit den Gewerkschafts. führern zu vermrttcln. sind auch von nichtsoziali st i- schen Mitgliedern deS Parlament? unternommen worden, dar- unter von den Vertretern der Großstädte Lyon, Marseille und E r i e n n e. In Lyon kam es zu blutigen Z u s a m° «en stoßen zwischen Arbeitern und den Truppen. Herr /»s sie noch mitregierten... Brockdorff-Rantzaus Bedingungen. Ter frühere Rcichsminister des Auswärtigen und Führer der deutschen Friedcnsdelegation in Versailles, Graf Brock- d o r f f- N a n tz a u, hat unter der schlichten Ueberjchrist „Dokument e" in der Deutschen Verlagsgesellschaft für Politik und Geschichte, Charlottenburg, ein Buch herausge- geben, das von manchem Gesichtspunkt au- als sehr wertvoll bezeichnet werden kann. Die„Dokumente", aus denen das ' Werk fast ausschließlich besteht, sind zwar zum allergrößten i Teil der Ocsfentlichkeit schon bekannt, doch ist ihre Zusamnicn- I stellung gerade in der jetzigen Zeit sehr wichtig, in der sich ' trotz des kurzsichtigen Widerstandes der frandösischen Macht- die Bewerber am Wahltag daS 2 5. Lebensjahr. Politiker die Erkennwis unaufhaltsam Bahn deicht, daß der Frieden von Versailles eines der größten Ver- brechen der Weltgeschichte war. Wobei unS hier das Wort Talleyrand- besonders angebracht erscheint: „Schlimmer als ein Verbrechen— eine Dummheit." Nun war Graf Brockdorff-Rantzau insofern kein Talley- ranb, als er die hinterlistigen Künste der traditionellen Diplo- matie verschmähte, als er vielmehr ehrlich bemüht war, an der Schaffung eines neuen Zeitalters in den wechselseitigen Be- Ziehungen zwischen den Völkern durch rückhaltlose Auf- r i ch t i g k e i t mitzuwirken und als er vom ersten bis zum letzten Tage seines Wirken? als Minister des Aeußeren, man könnte fast sagen: mit offenen Karten spielte. W i e einheitlich Rantzaus Politik gewesen ist, geht be- sonders aus einem in der Oeffentlichkeit nicht bekannten Do- kument hervor, da? an der Spitze des Buches steht. Es han- dclt jich um einen Brief Brockdorff-RantzmiS, der damals noch dewllcher Gesandter in Kopenhagen war, cm den Genossen Philipp Scheidemann vom 9. Dezember 1918. Scheide- mann hatte im Auftrage de- Rates der Volksbeauftragten an Rantzau den Appell gerichtet, die Nachfolgerschaft des Dr. Soff als Staatssekretär des Auswärtigen Amtes zu übernehmen. Und es muß hier ausdrücklich festgestellt werden, daß dieser Schritt nicht nur mit Zustimmung der Unabhängigen, sondern sogar auf deren Anregung unternommen worden war. Karl und Luise Kautsky sind es gewesen, die bei der Prüfung der Akten deS SluSwärtigen Amtes sich von den E Zähigkeiten und von dem demokratischen Geists unseres openhagener Gesandten überzeugt hatten und Hugo Haase bestinimt hatten, ihn als Nachfolger von Sols vorzuschlagen, was wir ihnen übrigen' hoch anrechnen können. Brockdorff- Rantzau schrieb nun an Scheidemann, unter welchen B e d i n- g un gen er das ihm angetragene Amt annshmen würde. Dieses Schreiben und ein beigefügtes Promemoria wurde im Rate der Volksbeaustragten vorgelesen und die darin cnt- baltenen programmatisckjen Bedingungen in einer der letzten Sitzungen de? gemeinsamen Rates der V o l k s b e- austragten angenommen. Unter welchen Bedin- gimgen lehrt uns Emil Barth in seinem jüngst erschiene- nen Buch„Aus der Werkstatt der Revolution", in dem er auf Seite 192 schreibt: „Nach Erledipimg dieser Beiordnung wurde an diesem Akend (LI. Dezember. Die Red.) noch endgültig Brockdorff- Rantzaus Berufung zum LeÄer des Auswärtigen Amtes gegen mein« Bedenken und entgegen meinem Vorschlage, Brostscheid hierzu zu nehmen, mit 5 gegen eine Stimme beschlossen." Barthbestätigt also, daß neben den drei Mehrheit?- sozialistischen auch die zwei unabhängigen Volks- beauftragten Haase und D i t t m n n n der Berufung Rantzaus z u g e st i m m t hatten, folglich auch seinen p r o g r a m m a tischenBedingungen. Und was lesen wir nun in diesem Schreiben an Scheidemann und in dem beigefügten Promemoria an den Rat der Volksbeaustragten? Wir finden darin folgende Stellen: „Im einzes n?n möchte ich Star hinzufügen, Peiß ich bezüglich der Schaffung einer republikanischen Arme« ein schorses Borgchen gegen die bolschewistischen Umtriebe und ihre Leiter bis zu den letzten Konsequenzen für unnmgängsich erforderlich rrachtr. Anders sehe ich nicht die Möglichkeit, das größte Unglück ahzu» wenden. Es ist sicher die heiligo Pflicht jeder gewissenhaften Re- gieruing, keinen Tropfen Blutes unnütz zu vergießen; die Entwicklung scheint mir aber dahin zn treiben, daß, wenn um jeden Preis dieser Grundsatz jetzt durchgeführt wird, schließlich die Regierung selbst und mit ihr das ganze Land in einem vl-stbad er- -rsticken wird." Weiter heißt eS in d«n Brief an Scheidemann: „Ich muß wissen, oh ich u n t e r U m st ä n d« n, d. h. wenn die FriedenSbedingungen, di« uns die Feinde diktieren wer- den, so ausfallen, daß sie ein- auch nur annähernd menschen- � Millerand hat alle Vermittlungsversuche abge- lehnt. Der Genenalsekrietär I o u h a n x und die übrigen Mit- gliedcr des Ausschusses sind gestern vom Untersuchungsrichter ver- nommen worden. Zürich, 15. Mai. DaS„Zürcher VolkSrecht" meldet auS Bern: Nach einer Pariser Meldung, die abrr noch der Bestätigung bedarf, seien in Paris bei Auflösung des Ausschusses des Allgemeinen Ge- werrschaftSveribandcs sC. G. T.) schwere II n ruhen auSge- brachen, die zu blutigen Zusammenstößen geführt hätten. Die Kriegspsychose dauert an. Drei Männer und eine?sran in PariS erschossen. Paris, 15. Mai. Heute vormittag find in VincenneS v i e r Personen, darunter eine Frau, ehemalige Mitarbeiter der„Gazette deS NrdenneS', erschossen worden, vier weitere Angeklagte bat Präsident DeSchanel begnadigt. ... nnd vier in ValencienneS. Per!?, 15. Mai. Heute morgen wurden ii PalenckenneS vier Personen hingerichtet, di« im vergangenen Jahre vom dortigen Kriegsgericht zum Tode verurteilt worden waren, weil sie französische Soldaten, die sich>m besetzten Gebiet versteckt gehalten hatten, an die Feinde verrieten. Spa- 21. Juni. Paris, 15. Mai. sWTB.) Nach einer Rcutcrmeldnng aus Hythe haben Lloyd George und Millerand beschlossen, den alliierten Regierungen vorzuschlage», die Konferenz von Spa auf den 21. Juni zu vertagen. Es soll eine Erklärung an die deutsche Re- g i e r u n g gerichtet werden._ Donomi als Nachfolger Nittis. Die Nnterftiissung der Katholiken znzesichcrt...,..................... Mailand, 15. Mai. Die Blätter berichten, baß der König � mär. fÜr®cI! ausschließen, ermächtigt � Au«�weigern;.der ob mir bealffichngt gestern Kriegsminister Bvnoini mit der Bildung deS neuen Kabinetts beauftragt habe. Ter Führer der K a t h o l i- schen BolkSpartei, M e d a, habe Bvnomi versichert, daß er die Unterstützung feiner Partei finde» werde. Amerikanische Sozialisten für Genf. Havas berichtet, daß der amerikanische Sozialistische Nat-onalkoiigreß sich neuerlich für die zweit«(Genfer) Internationale erklärt hat. wstd.�den Vertrag unter Protest zu°vollziehen." dem Promemoria lesen wir ferner: „Was meines Erachtens heute in erster Linie nottnt, ist«ine absolute Stützung der Autorität der jetzigen Regie- rung.?:e Autorität muß sichtbar für ganz Teutschland und für das Ausland gestützt werden, und zwar so schnell und so gründlich, wie dt« gefährlich« Zusammcnhanglofigkeit der deutschen BerHNtnisie eS gebieterisch erheischt. Dafür ist die be- schleunigte Einberufung der Rationalversammlung die unerläß- liche Voraussetzung.... Die Spannung bis zu ihrem Zusammen- trilt ist kaum noch zu ertrager. Tie ganze innere Unruhe, die bisher fruchtlosen Versuche der SpartakuSgruppe und ihrer namcn- losen Mitläufer, ebenso daS ge'ährliche Mißtrauen de» Auslandes werden aus dieser Spannung und dieser Unruhe genährt." Des weiteren verlangt.: Brockdorff-Rantzau bei der Er- örterung der Sanierurg und Konsolidierung unseres Kredites, daß der Unternehmer u n b e» dingt s i ch e r sein müsse, daß er in seiner rein technischen Arbeit durch die dileitanten hafte Mitregie- rerei nicht gehemmt werde.(Eine klare Anspielung auf gewisse U e b e r g r i s i e m a n ch e r A.- u n d S.- R ä t s in den ersten Revolutio swochen. Ferner bespricht Graf Brockdorff-Nantzau die T-: wendigkeit der Wiederherstellung einer bewaffneten stacht im Hinblick auf die Friedensverhandlungen, damit Deutschland nicht vollständig machtlos geg wüber seinen kleinsten neugegrün- deten und sich miltärsch uröerhaft organisierenden Na�bar- staaten dastehe. Zum Schluß weist elkdorff-Rantzau auf die Stellung der Arbeiter- und Soldatenräte hin, lobt ihre rührenden Bemühungen und ihren guten Willen, fügt aber hinzu, daß sie nicht a i> n e n, wie verzweigt die einfachsten P r o b l e in e politischer, wirtschaftlicher und nnanztechnifcher Art sind, i as dazu gehört, mit einiger Kon- sequenz die Erekutive zu kontrollieren. Und das im Rate der Volksbeauftragten mite teilte von Haafe und D i t t- mann gebilligte lbsemorandum schließt mit den Worten: „Darum müßte«-an, mit aller Vorsicht, die Kompetenzen der Arbeiter- und Solbatenrine einschränken. Man müßte sie durch Vorträge iion Berufenen ülcc die großen Linien der politischen Maß, rahmen unterrichten, aber jedem Versuch, mit- und durcheinander zu regieren, mit äußerster Energie entgegentreten. SS wird sich kein politisch bauender Mensch dazu hergeben, auf unklare und auf man- g e l n d e r Beherrschung des Stoffes beruhende Vorschriften oder Ratschläge dieser ungrziA ltcn Arbeiter- und Soldatenräte ein- zugeben. Das etwa sind die HnuptgefichtSpnnkte,«nt«r denen für mich eine positive Arbeit in der heutigen Lage des Reiches auf dem Gebiete der auSwärtircn Politik möglich wäre. gez. Brockdorff-Rantzau, Deutscher Gesandter. Kopen- lxtgen, den 9. Dezenrber lalS." Andem die imabhängigen Volks'beauftragten H a a s e und D i t t m a n n diewm Programm Brockdorff-Ranhaus ihre Z u st i m m u n g erteilten, haben sie klug und im B e- wüßt sein ihrer staatsmännischen Verant- Wartung gehandelt. Das wird nickt dadurch aus der Welt geschafft, daß sie nach ihrem Austritt aus der Regierung genau das Gegenteil von dem verfolgten, wozu sie am 23. Dezember 1918 ihre Zustimmung gegeben haben. Zivilgewalt im Ruhrrevier. Entmilitarisierter Ausnahmezustand. Durch Verordnung des Reichspräsidenten vom 5. Mai 1920, betreffend vi« zur Wiederherstellung der öifentlichen Sicherheit und Ordnung in den Regierungöbezarten Düsseldorf. Münster und Arnsberg nötigen Maßnahmen ist, wie WTB meldet, der Ausnahmezustand auf eine neue Grundlage gestellt toorden. Di« bisher den M i 1 i tä r&efc h Isi&a be rn zustehende vollziehende Gewalt ist aui R c g i e r u ng s k o m- m i s s a r e übergegangen, deren Anordnungen alle VsNvalmngS. Behörden Folge zu leisten haben. Das Eingreifen des Militärs erfolgt nur auf Ersuchen der Regie- r u n g s k o m m i s s a r«. Die BefehlSgewalt innerhalb der Reichswehr wird dadurch nicht berührt. Beschtverdeu über Verbote periodischer Druckschristen werden durch den Reichsminister des Innern oder einen zu diesem Zweck besonders gsbildeten AuS- KulturbUanz feit 1�14. Von R. H. France- München. Schon ist genügend Distanz erwachsen zu jenem Verhängnis- vollen 1. August 1914, der sich nun wirklich als eines jener großen historischen Daren erweist, als das ihn die eilfertigen Federn der Kriegsbegeisterung von anno dazumal gepriesen haben. Freilier. in einem ganz anderen Sinn, als es die damals Begeisterten und die damals Entsetzten ahnten. Schon heute dämmert uns, daß 1914 eine Jahreszahl ist, welche sich die Zukunft etwa in dem Sinne merken wird, wie wir uns 325 merkten, als das Jahr, da mil der Erhebung des Christentums zur StaatSreligion die antike Welt auf Nimmerwiedorkehr aus war. Oder 1490, in dem von den Schiffen des Kolunckuö eine Wirkung ausging, die noch nicht zum Snllstand gekommen ist, ja, ihr« Folgen als Amerikanisierung der Welt erst jetzt so recht sichtbarlich entfaltet. So ist auch 1914 eine Kulturwende. Man darf nur wieder nicht voreilig fein und über einen„U n- tergang des Abendlandes" lamentieren, wie dies unter dem Beifall der gesamten deutschen„Aeschetiker und Akademiker" gegenwärtig geschieht, weil es nicht gerade so kam. wie eS den leidtragenden Teilen paßt. Wir wissen vielmehr noch gar nicht, ob es eine Wendung zum Besseren oder zum Schlechteren sein wird, son- dern wir sehen nur, daß die geistig« Struktur heute anders ist als vor sechs Jahren und daß das Denken und Forschen andere Bah- nen einschlägt, vor allem, daß es fein Tempo verlangsamt hat. Das ist das Merkwürdige und Bedenkenswerte, was mir auf- fällt und worauf ich die Aufmerksamkeit lenken möchte. Der„Forffchrittslärm", die nervöse Betriebsamkeit und Reg- samkeit hat sich gemindert. Nicht in Deutschland allein— wofür hundert und ein« sehr naheliegende Ursache jedermann geläufig ist—, sondern in der ganzen„Änlturwelt". Ziehen wir, soweit das ein Zeitungsartikel kann, ein wemg die Kultuvbilanz, um einen Standpunkt zu diesem Satz zu ge- Winnen. Bor dem Krieg floh der„geistige Fortschritt" hauptsächlich au? neun Quellen. Deutschland, England, Frankreich, Amerika, Oester- reich, Italien. Rußland und Japan waren die geistigen Groß- mächte, und dazu kam als neunter Faktor die Summe der kleinen Staaten. Was haben diese Neun in den verflossenen sechs Jahren ge- leistet? Rasch drängen sich viel« Antworten zu. Eine neue Kunst, die lang erwartete soziale Umgestaltung, ein neue» physikalisches Weltbild,«ine Unsumme von Ersatzmitteln... Man sieht, die Antworten werden bald kleinlaut und reißen dann ab. Ganz kühl betrachtet, ist Expressionismus aber nicht„die neue Kunst", sondern nur eine„Perle" mehr in dem schmückenden Perlentranz vieler Kunstarten, mit dem sich die Menschheit be- hängt. Wenn ich mich recht erinnere, gibt es eigentlich schon seit schuß entfchisden. DaS gleiche trifft auf Beschwerde» bei Ver- hängung von Schutzhaft zu. Standgerichte treten außer Wirksamkeit. Außerordentliche Kriegsgerichte bleiben zwar einstweilen bestehen. Jedoch werden die Vorsitzenden und Bei- sitzer, die zum Richtercnnt befähigt sein müssen, von den Re- gierungSkom missaren ernannt, während die An„ klagevertreter der Reichsminister des Innern bestellt. Sobald es die Verhältnisse gestatten, waS zurzeit geprüft wird, soll die Auf- Hebung der außerordentlichen Kriegsgerichte ins Auge gefaßt werden. Kappiaüe von links? Neue kommunistische Putschabsichten. Die P. P. N. melden: Die preußische Regierung hat Kenntnis erhalten von einer ge- Heimen kommunistischen Konferenz, die am 26. und 2?. April in Berlin-Neuköllu stattgefunden hat. Diese Konferenz soll sich ein- stimmig dafür entschieden haben, ohne Rücksicht auf die Wahlen den Versuch zur gewaltsamen Errichtung einer deutschen Räterepublik sobald wie möglich zu unternehmen, um der im Gang befindlichen EntwafsnungSakvion zuvorzukommen. Für die Gewinnung der Landbevölkerung und der Beamten sowie für die Durchführung der ganzen Bewegung wurden besondere Pläne ausgearbeitet. Tie Leitung des gooßzügigen Putsch es soll in den Händen eines Fünferrares liegen, in den Schnellbocher- Hanau, Hermann, Fröhlich, Dr. Ernst Meyer und W a l ch e r- Stuttgart gewählt wurden. In die neuen Räteregie- rungen sollen S.P.D.- Leute unter keinen Umständen, ll-S.P.D.- 2 c u t e möglichst wenig aufgenommen wer- den. Gegen die bürgerlichen Parteien und die Sozialdemokratie soll durch Verhaftungen und Verweigerung der Lebens- mittel ein starker Terror ausgeübt werden. Der genaue Termin der Aktion soll erst nach weiteren Verhandlungen mit Moskau festgesetzt werden. Die Regierung, die über die Pläne der Kommunisten genau unterrichtet ist, glaubt von einem Einschneiten vorläufig üb- sehen zu können, wird aber die Bewegung auch Welterhin genau überwachen, und wenn die Puischpläne weiter verfolgt werden, rücksichtslos zugreifen. Die preußische Regierung glairbt sick, wie wir weiter er- fähren, auf vollkommen zuverlässiges Material stützen zu können. Unter diesen Umständen hat sie Wohl richtig ge- handelt, wenn sie die ihr zugegangene Nachricht an die Oeffcntlichkeit weitergab. Sie hofft, dadurch eine neue blutige Hanswurstiade verhindern zu können, die in der Arbeiter- schaft sowieso die entschiedenste Ablehnung finden würde. Die„Rote Fahne" wird natürlich versichern, an der Ge- schichte sei kein wahres Wort. Und es ist ja auch möglich, daß die Regierung getäuscht worden ist. Wenn aber die„Rote Fahne" will, daß man ihr glaubt, dann soll sie gefälligst so törichte Redensarten unterlassen, wie die, daß die soziale Frage„durch Zl-Zentinretergeschütze und größere Kaliber" gelöst werden wird. Ein Einschresten der Regierung wird am besten dadurch vermieden, daß die Arbeiterschaft selbst scharf aufpaßt und eine neue Schweinerei verhütet. Kerle, die die Arbeiter zu neuen gefährlichen Torheiten verleiten wollen, verdienen eins hinter die Ohren, mögen sie rot- oder weißlackierte Putschisten, Rechts- oder Linkskappisten sein. -» In der hanseatischen Wochenschrift„Die Republik" warnt der Herausgeber E. Niemaier vor einer neuen Putschpropa- ganda, die in Gesprächen von Mund zu Mund, von Ohr zu Ohr gstrieben wird. Der neue Putsch soll scheinbar aus dem Volke heraus angezettelt werden: berufen wurden zu dieser Aufgabe eine Sturmtruppc aus den nationalistischen Jünglingen der deutsch-völkischen und antisemitischen Kampf- und Hetztruppe. Geplant soll sein für den Augenblick, wenn die Wahlerregung aufs höchste gestiegen ist, in einem gewalt- samen Aufruhr, der an verschiedenen Stellen Deutschland? durch Steaßendmonstrationen und Aufzüge systematisch vor- bereitet wird, den Rücktritt der Regierung zu fordern und 'venn dem nicht stattgegeben wird, zur Gewalt zu greifen. langem keine„sechs Jahre", in denen nicht wieder einmal eine „neue Kunst" geschaffen worden wäre. Außerdem sprechen die Eingeweihten schon wieder von einer„neuen Kunst". Die soziale Umgestaltung dagegen ist nicht die Leistung der sechs Jahre, sondern die langsam gereifte Frucht der vorauSgegan- genen sechzig. DaS neue physikalische Weltbild: die Relativität, ist vor zwan- zig Jahren entstanden und kein Verdienst der Gegenwart. Und von den Ersatzmitteln wollen wir lieber nicht reden. Dagegen ist, objektiv geweitet, Deutschland seit 1914 noch immer die eigentliche Brutstätte der neuen Ideen und Entdeck»»- gen gewesen, welche das Weltbild des Menschen von heut« be- reichern. Hier haben Physiker wie Stark und P I a u ck seitdem ihr merkwürdiges Netz gesponnen um den Begriff der Materie» der sich unter ihren Händen in immer UnfaßlichereS verwandelt; hier ist' inzwischen jene„objektive Philosophie" entstanden, die den Schlüssel zu all dem Unfaßbaren der Physiker ebenso in de: Hand hält, wie sie mit Riesenbuchstaben dem Menschen von mor- gen daS Sittengesetz seiner einzig möglichen Lebensführung an den Himmel schreibt, soll es für ihn überhaupt noch ein Morgen geben. ES ist der Begriff der.chiozentrischenErkenntniSfähig- keit", der sie zu beidem befähigt. Oder' aus der Sprache des wissenschaftlichen in das lebensnotwendige Denken übersetzt: Diese neu« Denkweise lehrt, man könne nichts andere? tun, als„sich er- leben". Leben ist die Quelle aller Erkenntnis, Leben umsteckt ihr die Grenzen, stellt ihr die Gesetze fest und alles, was man weiß sind nichts als in das All hinausprojizierte innere, d. h. Lebens- gesetzlichkeiten. Daher ist alles Wissen und Erkennen relativ, daher muß auch die lebendige Natur den Rabmen abgebcn, in dem allein das Le- ben und Kulturichaffrn des Menschen sich vollziehen kann, wenn> es aus die Dauer„lebensfähig" bleiben soll. Alles, was dagegen sündigt, wird durch die Gesetzlichkeit der Welt ausgemerzt. So hängt die Hieroglyphe: Leben wie ein Mysterium und doch wieder als so leicht faßlicher Wegweiser für alle? Tun und Denken in das Defekt der Menschen herab. Er kann nichts anderes tun. als„leben" und hat nie etwas anderes getan. Und feine gesamte Kultur, i'eine Technik, die sich nun als Biotechnik erweist und von dieser neuen Erkenntnislchre ganz ungeahnt befruchtet wurde. seine Kunst, sein Wissen, sein Verhältnis zu dem Unendlichen, feine Gesellschaftslehre hat ihre im Gefamtleben(von dem er nur ein Teil ist) längst festgestellten, unverrückbaren und ewigen Gesetze. die zu erkennen sein Intellekt da ist. Befolgt er sie. dann lebt er in voller Entfaltung seine! Wesens, befolgt er sie nicht, dann schreitet et von Leid zu Leid und wird sich ausmerzen, wie alle sich ausgemerzt haben, die gegen die Gesetze der Welt gelebt haben. Fast banal und doch voll dunkelstem Tieffinn zugleich ist diese objektive Philosophie, die in ihren Folgen sich den Taten des D e S- Unbefugte Werbungen. Eiu Erlasi, der nicht befolgt wird. Wie die P. P. N. erfahren, hat das Reichswehrmmisterium folgenden Erlaß herausgegeben: „Trotz wiederholter Befehle sind in letzter Zeit die Bestimmun- gen über die W e r b u n g e n von Reichswehrangebörigen wiederholt nicht innegehalten worden. JnSbeiondere finden sich in den Zeitungen wieder öffentliche Aufforderungen. Das Verbot öffentlicher Werbungen wird erneut in Erinnerung gebracht und bestimmt, daß auch künftig keine besonderen Werbe- bureaus oder Werbestellcn zu bestehen haben. Für die Annahme sich meldender Freiwilliger genügen die Geschäftszimmer der Truppen und Behörden. Jede weitere Werbetätigkeit darf nur in de» Händen der Wehrkreiskommandos liegen. Bestimmungen hierüber folgen. Der Reichswehrminister: Der Chef der Heeresleitung: G e ß l e r. m. d. Wahrnehmung beauftr.: von Seeckt. Vielleicht veranlaßt die Tatsache, daß seine Erlasse nicht befolgt werden, den Reichswehrmininer einmal, über die Gründe dieser Erscheinung nachzudenken. Diebsputsch in Sangerhausen. Holz' sel. Nachfolger. Saagerhausen, 15. Mai. sW.T.B.) In der Nacht zum Sonnabend besetzten Bewaffnete, vorwiegend Ortsfremde, die hiesigen öffentlichen Gebäude und die Banken, auch der telephonischc Verkehr wurde unterbunden, die Polizribeamten wurden entlasse», die Behörden für abgesetzt erklärt. Aus den Banken wurde, soweit bis- her bekannt, etwa eine halbe Million Mark geraubt. Die Zeitungen mußtrn unter Borzensnr erscheinen. Ein Aufruf des „Exekutivkomitees" an die Bewohner der Stadt, unterzeichnet H ö l z(!>» lorderte zur Ruhe und Arbeit auf. Hiesige Kommunisten stellten sich den Anfrührern zum Teil zur Bcrfügung. So schnell wie der Spuk gekommen war, verschwand er auch wieder. Im Verlauf des Bormittags machten sich die Putschisten mit einigen hiesige» Führern und mit dem Grldc im Auto davon. Zwei von ihnen konnte» auf dem Bahnhof festgenommen werden. Inzwischen sind weitere Berhaftinige» vorgenommen worden. DaS StaaiSkommissariat für öffentliche Sicherheit erklärt aus- drücklich, daß keine politische Partei mit diesem Verbrecherstreich etwas zu tun hat._. Kapvistenabsetzunz. Ihrer LanbratSsrellcn enthoben wurden in Schleswig-Holstein Freiherr von Heintze(Bordesholm). Oldeiröurg(Sitz Cismar). Voigts, in Husum von Nasse. Freiherr Löwe von und zu Steüifurt. früher in Hadcvsleben.— In Brandenburg von Wiiterfeld(Qstvriegnitz-Kyritz) und Dr. Spiritus (Westpriegnitz-Perlebera). Zu seinem Vertreter ist Bürgermeister Willigmann(Nicderschoneweide) bestellt. Vom Amte suspendiert wird serner der Landrat von Keudell in Königsberg lNeumark). Fast alle Enthobenen stehen in Diszipliwar- oder Slrafunter- suchung. Politischer Preßprozeh. Wegen Beleidigung der Reichs- regierung wurde der Chefredakteur Kerrkel von der„Qstpreußischeu Zeitung"(dsutschnational) zu den üblichen 300 M. verurteilt. Die„Kölnische Volkszeitung" soll> licht in den Besitz Thyssen-Konzerns übergegangen sein. ES schweben nur nach der- schiedenen Seiten Verhandlungen, um daS Unternehmen auf eine breitere Grundlage zu stellen. � GiesbertS an die Oberschlesier. Der Reichspostminister betont in einer Kundgebung eindringlich, daß bei der in Deutschland Herr- schendcn RegierungSsorm keine Rede mehr von der früheren Beein- trachtigung der idealen und kulturellen Güter sein kann und daß Oberschlesien beim Deutsche: Reich ganz andere EntwicklungSauS- sichten hat als bei Polen. Als päpstlicher RunfiuS wird Monsignore Pacelli nach Berlin entsandt, nachdem die Regier» ig die preußische Gesandtschaft b-i?� Vatikan in eine deutsche— Botschaft umgewandelt hatte. Beides, um einem dringenden Bedürfnis abzuhelfen. carte s, Kant, Schopenhauer und Nietzsche- deren Reihe sie fortsetzt, anschließen wird. Neben diesen deutschen Lesslungen verblaßt dach was die anderen Großmächte des Geistes seit dem Krieg geschaffen haben. Frankreich war ebenso steril wie Rußland, das aus schweren wirt- schaftlichen Nöten einen Ausweg iucht. England verdaut und ar- beitet geistig nickst, desgleichen Italien. Amerika arbeitet freilich. Aber wie immer:«S benutzt nur dach was andere entdeckten und ersannen. In den letzten sechs Jahren bat in Amerika die prak- tisch« Bodenbiologie einen ungeheuren Forsschritt gemacht; man hat sich die europäischen(und darin wieder die deutschen) Methoden der Bodenderbesserung zu eigen gemacht, ausgc■ ichnete Arbefier wie Löh ms von Deutschland an sich gezogen uro ist gm Begriff. durch die in Deutschland liegengebliebene Entdeckung d«S Edaphons zum erfolgreichsten aller Landwirte zu werden. WaS Amerika auf diesem Gebiet, daS macht Japan auf dem der Industrie. ES hat fleißig kopiert und— amerikanisiert sich rapid. Das find Zivilssations- und keine Kulturforsschritie. Und so wendet sich der Kreis dessen, was ich zu sagen habe, zu seinem Ausgangspunkt und rechtfertigt es, daß das Tempo des Kuliurschaffdns sich auf Erden verlangsamt hat. Aus eine Formel gebracht: Deusschland— denkt und forscht— und die Welt wird reich. So spiegelt sich in mir die Kulturbilanz seit 1914. Ter Deutsche Bühnenvcrein wird sich einen neuen Präsidenten wählen müssen, da Herr von Hülsen, der letzt« Generalintendant und böfische Stabträger des verflossenen Wilhelm, aus Gesund- heitZrücksichten sein Amt niedergelegt bat. Es hat seinerzeit leb- bafteS Befremden erregt, als der Bühnenvercm den verhaßtesten Vertreter des sozial wie künstlerisch reaktionären Thealersystems zum Präsidenten wählte. Jnzwisck.-n haben die Direktoren ihren Herrsnstandpun:, bereiis in wesentlichen Dingen aufgeben und sick) dem neuen Geist anpassen müssen. Der Kampf um die WarnungSliste. Wie wir vorausgesagt haben, ist nunmehr von der Bubnengenossenfchafl gegen die einst. weilige Verfügung, wonach ihr bei einer Strafe von 1060 M. verboten war, Dr. Robert auf der sckweren Warnungsliste �u führen, Widerspruch erhoben und gleichzeitig beim Polizeipräsidium ein Antrag auf KonzessionZentziehuug gestellt worden. Tie große KnusiauösteZlung Düsseldorf 1929 wurde am Sonn« abend in Anwesenheit von.-ahlrsichen anfässiaen und auswärtigen Künstlern durch Kultusminister Haenisch eröffnet. I« der HtaatSoPer findet om Dienstag die Erltanffübrung zweier Ballettneuherten Natt:, L i» t strnboltsche Enipventänte zu Mulik von Gluck.. K o it ü m b a l l Charatteitänze zur Musik von.Balkoftume" von Rubinsteiu. Am SS. Kai wird In szenischer und musikalischer Neu- gellaltung Glucks»Iphigenie auf TauriS* und Ansang Juni erstmalig.Schahrazade', Over von Bernhard DchleS, Dichtung von Gerdt»an Bassewiv, gegeben. Die Spielzeit wird beschlossen durch Wagner» „Ring der Nibelungen'. Pfingsten! 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Kuczinski macht in seiner Korrespondenz eine Gegenüber- stellunp der Vorkalkulationen der Minister Erz berger und W i r t h bezüglich der zu erwartenden Steucrergebnijse in einem Aussatz: Hohe Verbrauchssteuern, niedrige Besitzstruern. Eine Gegenüberstellung der Schätzungen der beiden Minister ergibt sol- gende Einnahmen für das Reich: nach Erzberger nach Wirth Millionen Millionen ReichSnotopfer.... 2860 2230 Erbichaflssteuer... 580 500 Einkommensteuer... 3500 2100 Kapitalertragssteuer.. 1400 130(1 Umsatzsteuer.... 3400 3100 Kohlensteuer.... 2000 4500 Zölle....... 1500 3500 AuS den 8340 Millionen, die Erzberger für ReichSnotopfer, EMdchaftSsteuer, Einkommensteuer und AvpifalertraySsteuer an- gesetzt batte, stich Sei Wirth 6150 Millionen geworden; umgekehrt rechnet Wirth für Umsatzsteuer, Kohlensteuer und Zölle 10 100 Mil- lionen. während Erzberger 6900 Millionen eingestellt hatte. Bei Erzberger 60 Proz. Besitz st euer n und 40 Proz. V e r- brouchS steuern, bei Wirth 40 Proz. für Besitzstenern und 60 Proz. für Verbrauchssteuern! Die Konsumvereine gegen die Zwangswirtschaft. Der 35. ordentliche VerbandStag Nordwest deutscher Konsumvereine kommt bei Würdigung aller Verhältniste zu der Ueberzeugung, dast die A u fr e ch t e rb a l t u n g der zwangS» läufigen Bewirtschaftung der wichtigsten Nahrungsmittel und lebenS- notwendigen BedarfSattikel heute nicht mehr im Interesse der Verbraucher liegt. Die Zwangswirtschaft kann die von ihr er« Warteten Aufgaben nicht erfüllen. 3. Heilage öes vorwärts Sonntag, 16. Mai 1920 Die Produktion wird nicht gefördert, sondern behindert. Eine gleichmäßige Versorgung der Bevölkerung wird nicht erreicht. Die Bevölkerung mutz sich einen grohen Teil der NahrungS- mittel und Bedarfsartikel im Schleichhandel verschaffen. Eine Verbilligung der Ware» wird heute durch die Zwangswirtschaft nicht mehr erreicht. Der ganze bureaukratrsche Apparat belastet im Gegenteil die Waren mit ungeheuren Unkosten. Der BerbattdStag fordert daher von der Regierung einen so- fortigen Abbau der genannten zwangsläufigen Bewirrschastung. Gerechtfertigt erscheint ein UebergangSsradium für Brotgetreide. Der Referent Heinrich Kaufmann sagte dazu: WaS daS Brotgetreide anlange, so sei zu befürchten, datz eS von S p e k u- lauten aufgekansr und zurückgehalten werde, um zu dem erwünschten Preise zu gelangen, und der Regierung werde eis wahrscheinlich nicht möglich sein, derartigen kapitalistischen Manipulationen wirksam entgegenzutreten. Deshalb könne man stich damit einverstandeil erklären, datz für die Bewirtschaftung von Brotgetreide ein Uebergang geschaffen werde, eiwa in der Weise, datz ein bestimmter Teil erfaßt werde und zur Ber- teilung gelangen müsse, während der Rest freigelosien werde. Ein neuer glänzender Abschluß aus der Kaliindnstrre. Einen Abschluß,-der alle bisher veröffentlichten Gewinnergebnisse der anderen Kaliwerke weit in den Schalten stellt, veröffentlichen die Deutschen Kaliwerke Akt.-Ges. in Bernterode. Der Aufsichtsrat beschloß, nach rhöhten Abschreibungen(1 Sil 527 M.) eine Dividende von 25 Prvy.(7) vorzuschlagen und für Woblfahrts- zwecke 3 Millionen M.(0), für Rück st eilungen 30 M i l I i o» n en Mark bereitzustellen. Zum Erwerb von je 600 Stück Kuxen der Gewerkschaften Carlssund und Hermann Ii ist eine Kapitals- erhöhung von 5,7 Millionen Mark erforderlich. Weiter wird vor- geschlagen, das Aktienkapital auf 62 Millionen Mark zu erhöhen und die jungen Aktien zum Bezüge derart anzubieten, daß aut je drei Aktien eine neue zum Kurse von 125 Proz. bezogen werden kann. Die Dividende von 25 Proz. nimmt auf das bisherige Kapital von 40 850 000 Ml etwa 10,2 Millionen Mark in Anspruch. De Reingewinn hat also ohne Jahre 1919 mindestens 43 Millionen Mark betragen, also mehr alS daS gesamte Aktienkapital. Dabei stehen für die Gesellschart noch die wahrscheinlich sehr hoben LiguidationSge-winne aus dem ZwangSverkaiis ihrer e l s ä s s i s ch e» Beteiligungen in Aus- ficht. Das Kapital wird insgesamt um 21 150 000 M. erhöht, davo r dienen 5,7 Millionen Mark zum Ankauf von je 600 Kuxen der Ge- Werkschafte« Earlsfund und Hermann II. 15 450 000 M. werden den Aktionären zum Bezüge angeboten. Das Lebensmittelbeschaffungsamtchcr Reichspost. Die Reichs- vost hal, wie auch die Eisenbahn, ein Lebensmittel- b e s ch a s f u n g S a m t eingerichtet, daS die Beamtenschaft im ganzen Reich mit Lebensmitteln, wie ReiS, Hülsenfrüchte, Speck usw., versorgt. Zur Lagerung der Garen hat das Reichspost- Ministerium seine umfangreichen Kellerräume in dem Gebäude Leipziger Ecke Mauerstratze zur Verfügung gestellt. Von bier aus werden die Lebensmittel an die einzelnen Bezirke verteilt. Ein llebetschuß für die Postbehörde entsteh» aus diesen Lieferungen nicht Die Beamten zahlen lediglich den Einkaufspreis zuzüglich der cui- standenen Unkosten. Wenn es auch den Beamten freistehen muß, zur Selbst« hülfe zu greifen und eigene Organisationen zu sidaffen, um den Bezug von LebenSunterhalismitteln zu verbilligen, so verstößt der Verkauf rationierter Lebensmittel wie Speck doch gegen die bestehenden Gesetz«. NnS erscheint e! richtiger, wenn die Postverwaitung die Versorgung ihrer Beamten in' eng wer Verbindung mit den Konsumvereinen und den großen Einkaufsorganisationen vollzieben würde, denn es ist doch sehr fraglich, ob die Beamten der Post über das Matz von Fachkenntnissen verfügen>ivie eS bei den Dachorganisationen deS LebenSmittvlhandelS zu finden ist. Vor allem könnte durch eine enge VerSindnng mit den Kon- sumvereinen die Auswahl der Artikel erheblich vermehrt werden, während auf der anderen Seite die so außerordentlich be- deulungSvolleKonsumvereinSentwicklung eine sehr wünschenS- werte Stät kn n g erfahren würde. Kuston in der schlesischen Zementindustrie. Die Vereinigten Portlandzement- und Kalkivcrke Schtmischow und Silefto Oppeln Akt.-Ges. knuffe das Kalkwerk Union der Firma Czasa u, Klose sn Tornau, Ferner wird die Verschm el- ng mit der Oppeln-Fraundorser Zcmentsabrik bsantragt. Damentücher Batist mit gestickter Ecke Stck. 2*� 27� 3� Herrentücher weitz mit Kordelkante..... Stek. 57� Kindertucher weiß Batist mit Buchstaben.... Stck. 3°® Damentücher Uinonbatist m. Hohlsaum Stck. 55° 652 875 Herrentücher weiß Batist mit Hohlsaum.. Stck. 790 Kindertücher mit bunter Kante.......... Stck. 375 Damentücher Batist m. Hohlsaum o. Bachstab. Stck. 390 4:>® Herrentücher weiß Leinenbatist....... 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Der Arbeitsnachweis her 8taßt Berlin verlegt am 17 Mai die gcchodtelwng der Maler von Soe- mannttr. 13 nach passagetaathaus. Fliebrichftr. 110/112 OtaaUnbnrgst loc. Beimilteit werden Maler, Anstreicher Lackierer aller Branchen. Schildermaler und Maler sste Rüchen- mödei. Der Nachweis ist von 8-8 Uhr geöffnet Telephon: Amt Norden 2188-2190 und 2196-2199. 126-12 Steilenanaebote Nabeimacher, gewandt in der Herstellung von Lampenschirmen, findet «fort dauernde Beschäftigung. 187/1' Frederlcia Lampeskaermtfabrik A/S, Vendersgads 52, Predcrlcla, Dänsmark. 1 Arbeiter. der te galvantschez An stell tätig war, 1 Arbeiter iurRnftandhaltunz der Tran» Missionen und eieSTemctcr'i. stellen sofort ein[632S Otto Roth G.m b.H.. Tarnpalhof.»iagbatzuitr. 4 AEG lohomotivfabrih Hennigsdorf Ä sucht zum sofortigen Gntritt 610! Ml. WMllSWkl. lWgllöiK Swl!>iiWn«.SMn l.SlaWttle Versönitch, Vorstellung w unserer»rd«itsaa»»stz«A Tst L' Nr. 24H ❖ 37. Jahrgang Heilage des vorwärts Sonntag, 1H. Nai192S �swerGhüDbeWSgung (Siehe auch 4. Seite Hauptblatt.) verbanöstag öer Schneiöer. Berichterstatter zum Tarifwcsc» in der Wöschebranche, fkorieit- und Krawaltenfabrikati«,,, Theibinger-Berlin. legt folgende "ieiolution vor, die einstimmig angenommen wird: «Der VeibandSlag erblickt in den auf der Wäschearbeiter- konferenz beichtosienen Richtlinien eine geeignete Grundlage zur /sördelung und Veieinbeillichung des Tariiiveiens in der Wäsche- dranche. Die. Orts- und Bciirk-larife sind nach einheitlichem Muster au�tubauen. um so den Weg Hallvlvvlstand wird beauftragt, Mit den beteiligten Organisationen und Instanzen eine endgültige Eni- scheidung über die Grenzsireitigkcilen herbeizuführen. Iii euer mit 69 gegen 59 Stimmen angenommenen Resolution wird die GeschäslSkührung Des Vorstandes' und der Redaltion de- sfachzeitung gebilligt. Weiter werden die parteipolitischen Auseinandersetzungen in den Filiale» entschieden verurteilt. Edens« enlsehieden spuchl sich der verbandstag au«, dah die Orzaniiaiion sich nicht auf die enge, berufliche Jnteressenveitretiiiig der V-rufSangehörtgen beschränken soll, sie muh in sozialpolitischen und ivirtschnsiSpolllischen Fragen anregend und aufklärend wirken und mit dafür eintreten, dag die Gewerlschaftcn zum Brennpuiili deringcu de« Prolelauats werden, um dem Kampi für den Soz>ati»mu« zum Siege zu Verbelfen. S« folgt die Beratung und Beschlußfassung der zum Statut gestellten Anträge. Eine auf dein vorigen VerbandSlag eingesetzte Statuten- beralimgSkommiision hat einen Entwurf ausgearbeitet, dazu liegen auS deii Filialen 75 Anträte vor. Eme Hauptrolle spielt dabei auch die Arbeiisloienunicrstützung und die VerschmelzimgSfroqe mit verwandten Verbänden, wobei zunächst der Huiarbeiterverband, der Kürschnerverband und der Verband der Zuschneider in Betracht kommen, lieber die Verschmelzungsfrage häll S t ü h>n e r ein kurze« Referat. Aach idm sprechen die Vertreter der fraglichen Verbände. Staub vom Hutaibeiterverband legi die Gründe dar. die seine Orgailisanon veranlahi haben, der Verschmelzung mit dem Echneidcrverband näherzuirelen. Dabei ist die ArbetlSiosen« Unterstützung, die der Huiarbeiierverband schon lange eingeführt bat, von enifcheidender Vedeuiung. Heinze vom Kürschiierv-rband betont, dah sein Verband evenirgZ die Arbeilsloscnunierstützung eingeführt Hai, die seine lRiiglieder nicht aufgeben wollen. Man möchte die Unterstützuugs- einrichtungen eher noch etwas ausbauen. Redner erklärt, wie vorher auch der Vertreter des Hutarbeirervcrbandes, dah nach ihren Erfahrungen der lllassenkampfcharakter der Organisationen durch die llnlersilltzungSeiiirichiungen nicht gelillen hat. Die DiSlussio» gestattet sich wieder üuherst lebhaft. Der Ver- treter der Opposition, Schnhmacher-Berlin, bekämpft die Einführung der AibertSloseiiiiiiterslützung, dicS fei Sache des Staates. Der Vertreter der gegenteiligen Richtung, Plettel, tritt den NuSfnhrugen der Opposition in eingehender Weis« entgegen. Kaisierer Heitmann vertritt den Entwurf der Kommission und gibt zur Erwägung anheim. ob man nichi den Versuch machen soll, mit der Geiielaldißkussion abzubrechen, in die Spezialberaiung einzuireien und zu versuchen, zu einer Verständigung zu gelangen. Aus Avirag Preifer- Nürnberg wird dann mit 70 gegen 49 Stimmen beschlossen, die Generaldebatte z> schließen. In seinem Schlußwort wendet sich der Berichterstatter Spreeberg. Bremen entschieden gegen die oppositionellen Forderungen bezüglich R-stnliung de« StaiutS._ vürbanAstas öer Sau arbeite?. zur verschmelzungSfrage Stellung. P a e p l o w- Ham- bürg gab dazu einen Bericht, was bisher schon geschehen ist. Wir wollen, so betonte er, alle Gruppen zusammerfasien, in denen sie ihr besondere» Wesem, ihre Eigenart behalten können.— Kaufmann- Berlm vom Bund der technisch-industriellen Beamten sprach sich für den Gedanken sympathisch auS; doch kann er sich vor- läufig nur für ein Kartcllverhältni? aussprechen, um die Ge- schlösse rheit de» Bunde» der technischen Angestellten und Beamten nicht anzurühren; mit den Zielen deS Bauarbeiterverbandes kann er sich einverstanden erklären.— ThomaS- Frankfurt a. M. vom Dachdeckervcrband gab sein weitgehende» Einverständnis kund; die großen neuen Aufgaben können wir nur gemeinsam leisten.— St re i r e- Hamburg(Maler) gibt für die Asphalteure, die Stein- seßer und die Maler eine Erklärung ab, die sich für die Gründung ausspricht, wenn das neue Statut hält, was die Richtlinien ver- sprachen haben. Ebenso D r u n s e l» Berlin für die Töpfer. H e ck e r t- Chemnitz begrüßt den Plan des Bundes. Der�Ge- danke wird riesige werbende Kraft ausüben und alle Widerstände über den.Hausen rennen. Es wird folgende Entschließung angenommen: .Der Verbandstag nimmt mit Befriedigung Kenntnis von den Maßnahmen, die der VsrbandSvorftand zur Schaffung einer Einheitsorganisation für alle Hand- und Kopfarbeiter des Bau- gewerbe? und der Baustoffindusirie ergriffen hat. Er beauftragt den Verband'vorstn nd. sein« Bemühungen zur Schaffung einer solchen Organisation fortzusetzen. Alle Mit- glieder des Verbände» haben die Pflicht, in gleichem Sin re zu wirken. Ter Verbandstag ladet alle bau gewerblichen Arbeiter- und Angestellrenverbände ein. sich dem Vorgehen des Bauarbeiterver- bände» anzuschließen und damit die Einheitsorganisation für das Baugewerbe zu verwirklichen. Der VerbcrtdSvorstmrd." Zum Schluß gab der Verbandstag eine in den herzlichsten Worten gehalten« Sympathieerklärung für die streikenden fron- zösischen Bauarbeiter ab. « Tag« darauf begann die große Aussprache Wer die Sozialifierungsfrage. für die zwei Referate vorgesehen sind. E ll i n ge r- Hamburg referert über die schon gepsi-venen Bestrebungen auf diesem Ge- biet, während Stadtbaurat W a g n e r- Berlin sich bestuders mit der Banstofnoziaiisieruna beschäftiat. Sllinger betont, daß die poli- tische Macht ein wesentliche» Stück Vorbedingung für die Soziali- sierung ist: oiel zu sehr hängt alle» zusammen mit der Landwirt- schaft, auf die wir Rücksicht nehmen müssen. Träger der von unS zu errichtenden sozialisierten Betriebe soll die Gemeinde, der Staat, dt« wirtschaftliche Organisation sein, also die Gesamtheil. W'r wollen nicht statt der Einzelkapitalisten etwa hundert oder tausend aidere Kapitalisten züchten, sondern die Gemeinschaft aller Besitzer einsetzen. Die l>«ntige Produktionsweise ist nickst imstande, die Woh- nuugSfrage zu lösen, das bringt nur die Sozial'sicrung. Der Vor- schlag Dr. Kamvffineyer» ist durchaus beachtenswert, leider hat die Regierung weder die Kraft noch den Willen, etwas zu tun: auch die Gemeinden versagen. Nickst nur die Bauarbeiter, sondern die Ge- samtheit hat ein Interesse daran, daß etwas und sch rell geschieht. Wir v.wllen nun die Angelegenheit selbst in die Hand n«bmen und durch Schaffung eine» Verbandes für sozial!- sierte Baubetriebe den Weg freilegen. Selbsthilfe müssen wir üben, dazu gebären freilicb grobe Geldmittel die wir beschassen müssen. Reich, Staat und Geme'nde werden wir heran- ziehen müssen, wir wallen ihnen dafür z. B. die Bergarbeiterwvbnetngen wohlfeiler bauen, wie e» der Privatuiternehmer kann. Ellinaer bittet zum Schluß, den Vorstandsantrag anzunehmen, welcher besagt: 1. Der Verbandsvorstand ist befugt, einen Verband sozio- lisierter Baubetr'ebe gründen zu helfen und dazu S Millronen Mark an» der HauptverbandSkass« zu verwenden. 2 Der Verbandstag hält es für geboten, daß die Bezirks- und Ort»ve reine von sich aus Mittel ansammeln und innerbalb ihres Bereich? zur Förderung der So'zialisi-run.'i des Baugewerbes verwenden. Die Form der Geldsammlung(Beiträge oder ver- zinsbare Anteile) ist für den jeweiligen Verein im Einvernehmen mit dem VerhandSvorstand festzulegen. Stadtbaurai Wagner als zweiter Referent weist darauf hin, daß die Gewerkschaften nicht mehr tur Lohn-, sondern auch Pro- duktionZpolitik treiben müssen, da» sei eine Einheitsfront, in die sich all« Richtungen stellen können, d'e Sozialismus wollen. Ein- gehend schildert Herr Wagner di- Schwierigkeiten in der Rohstoff- bcschaffung. Die Schieber feiern im Baustoffhandel geradezu Orgien, wie Redner nachweist. Boykott der Liefe- rantait machte 1 jedes freie Handeln unmöglich. Dagegen hat der Militarismus schärfere Mitte! ange-oendet, von ihm müssen wir kür die Zukunft lernen. Bergarbeiterwohnungen ist das erste Erfordernis, um die Kohlengewinnung zu steigern wir müßten sofort als Bauarbeiter in Verhandlungen mit den Bergarbeitern treten, um die Leistungen zu steigern. Dann aber zufassen bei de» Paustossspekulanten, die sich an der Not des Volkes bereichern. Die Sozialisiernng der Baumaterialien muß die erste Aufgabe doZ neuen Verbandes für wz.altsterte Baubei.ae' sein. Mit dem Zement können Nsir sofort beginnen, er würde sofort um die Hälfte fallen, wenn wir die Plodilkt'o» regeln. Der Referent legt eine in fernem Sinn« gehaltene Resclution vor, die«ine verantwortliche Reichsstelle schaffen will, sofortige ,>m weiteren Verlauf der Beratungen nahm der Verbandstag Sozialisierung von Zement und Kalk fovdert, ferner die Beschlag- nähme von Baumaterialien, den Abbruch aller Gebäude verbietet und die Regierung für die furchtbiren Folgen verantwortlich macht, wenn nichts geschieht. Dem Verbandstag liegt noch eine Entschließung zur Soziali- sierung deS Baugewerbe? vor, wonach der Verbandsvorstand beauf- tragt wird, seine Bemühungen um die Sozialisierung des Bau- gewerbes tatkräftig fortzusetzen und dem nächsten Verband» tage über seine Tätigkeit und Erfolge erneut Bericht zu erstatten. Eine weitere Entschließung beschäftigt sich mit der WohmingS- frage. Es folgt ein Korreferat von Heckert-Cheiniritz über diese Frage, dann vertagt sich der Verbandstag. Alle Anträge zur Sozialisierung uad die Resolution werden angenommen. P a e p l o w- Hamburg spricht alsdann über die Arbeits» gemeinsch ästen. ES setzt eine sehr lebhafte Aussprache ein. Die Redner wenden sich fast alle gegen die Akkordarbeit Die Debatte wurde beendigt mit einem Schlußwort von Töpfer und der Annahme einer Resolution,:n der der Verbandstag seine Bereitwilligkeit bekundet, auch «t Zukunft in«in VertragSverhältniS mit den Unternehmern� zu treten, wenn der Inhalt des Vertrage» die berechtigten Wünsche und Forderungen der Bauarbeiter erfüllt. Ein Antrag Hüttmann, der die Arbeitsgemeinschaften als unter den heutigen Verhältnissen schädigend verwirft, wird ange- nommen. Ein weiterer Antrag, der die Akkordarbett verwirft, wird ebenfalls angenommen. Am letzten VerbandlungStag erstattete M e r k« l- Nürnberg den Bericht der Statutenberatungskommiision. An wichtigen Aenderungen sind zu erwähnen, daß m Zukunft M'tgl'cder, die zur Rrichs- oder S' rheUwehr übertrete>. aus dem Verbot de au»- scheiden, dagegen bleiben Kollegen die den Bürger- und Enwohner- wehren beitreten, Mitglieder des Verbandes. Das Eintrittsgeld wird auf 3 M. erhöht, die Beiträge wi folgt festgesetzt: Verbandsheiträge vereinSbeiträge Sniiipeitlöhne Bis 2,20 M. 2,25-2,60. 2,65-3,00. 3,0r>— 3,40. 3,45-3 80, 3,85—4,20„ 4,25-4 60. 4,85—5,10. 6,05- 5,40. und 50 Pf. 60 70 80 90 100 110 120 130 100 Pf. 120. 140. 160. 180. 200. 220„ 240. 260. und so weiter. Bei Arbeitslosigkeit und Krankheit wird kein Beitrag erhoben. Die Unterstützungssätze werden entsprechend oen neuen Ver» trägen, geregelt, sie betragen nunmebr bei Streiks in der niedrg» ster K'lasse 4— 8 M. täglich, in der höchsten Klasse 10,40— 20,80 M. täglich, in Einzelfällen bis zu 30 M., dazu kommen noch die Sätze für Kinder. Für politisch? Streiks werden keine Unterstützungen bewilligt, dahingehende Anträge werden ausdrücklich abgelehnt. In gleicher Weis« wird die ErwcrbSlosenunterstützung refor- micrt Die Alters- und Jnvalidenunterstützung wird neu ein- geführt Di« Wahlen brachten kei i« Veränderung in der Zusamm»n- jetzung des VcrbandsvorstandeS. keifte im Aeitungsgewsrbe. Die Angestellten de» ZettungSgewerbeS halten im März Forde- rungcn für einen neuen Tarif an den Arbeitgeberverband für da» Berliner ZeitungSgewerbe eingereicht. Nachdem die Arbeitgeber sich wochenlaiig weigerten, über dies? Forderungen überhaupt in Ver» Handlungen einzutreten. wurde von dem Schlichtung»- auSschuß dahin enlichieden, daß der von der Äfa ein- gereichte Entwurf als VerkandtiiugSmaierial dienen ioll. Daraus- hin beaannen dani, endlich am 30 Apri! die Verhandlungen. E» war aber nickt möglich, über die maierielle» Forderungen ein- Einigung zu erzielen, so daß der gesetzliche Schlichiungsaiuichiiß erneut iprechen mußte. Obwohl der SchiedSipnich feine? roea? de» Aiiforderuiigen der Zeit Rechnung trägt, haben die Angestellten dennoch dieien Schiedeu'pruck am 7. Mai angenommen. Die Arbeit- geber dagegen haben ihn ohne Begründung abgelehnt, worüber sich der Angestellienschasl emer großen Empörung bemächtigte Wir haben den Angestellten zunächst die Anrufuiig deS Demovilinachnn S- kommlsiarS emptoblen, wo am Mittwoch, den lS. er. ein letzter EinigungSverfuch gemacht werden soll. Wenn die Arbeilaeber weiter ans ihrem ablehnenden Standpunkt verharren, so sind für uns alle BerhandtungSinöglichkeiten ei schöpft. Die Aiigestellien des Zeiiullgsgewerbe» sind seit dem 31 März ohne jede tarifliche Regelung Sie find nicht gewillt, noch länger um ihre AibeiiSgroichen zu betteln, zumal die Arbeiterpresse die Forderungen schon längst bewilllgi Hai. Nur die Vertreter der bürgerlichen Presse bringen der wlrischaftlichen Notlage der An« gestellten nickt das geringste VerstäiidnlS enigegen. Wenn sich al'o in den nächsten Tage» die gespannte Stimmung der Angesielllen entladet und im Auftakle zu den Wahlen die bürger- liche Presse außer Gefecht gesetzt werden sollte, so ist die Verant- Wartung hierfür lediglich dem Verhallen des Arbeitgeberverbande« zuzuschreiben. Die Buchdrucker baten wir um Solidarität für die Angestellten. Zentralveiband der Angesielllen. Fachgruppe 16. AngestrNte der Geldschrankfabrile««nd Bauschlossereien. Aufiragsgemäß ist den Arbeitgebern untere letzte ermäßigte Forderung überreicht worden. Darauf haben sie neue Berhand- lungen gewünscht. Diese haben nicht das erhoffte Ergebnis ge- zeitigt. Jedoch ist ein Angebot erfolgt, welche« die Tarilkommtssion ohne Deiragen der Kollegenschasr nicht ablehnen oder annehmen wollte. Von diesem neuen letzten Angebot der Unternehmer der Geldschiankfabriken und Bauschlossereien wird die Angeslellienschast dieser Branche unterrichtet werden in einer Versammlung, die Mon« tag, den 17. Mai, abends 7 Uhr, in den Mnnkeriälen(Börsensaal), Eidgeschoß. Kaiser-Wilhclm-Sir. 31, staitfindel. Arbeilsgemeinschafi freier Angestellienverbände, OrlSkariell Groß-Beriin, Berlin LW. 61, Belle-Alliancestr. 7/10. & Die Mueste Deutsche jtfode 'as �achlra�shejl„�ommer �920" ist erschienen! J2)a8 fjauplhej)„�rühiahr und �ommgr 192s" mit rirk« Los der»chänaten und ausleauchtetlen ff�odelle i«t noch ✓«rrSti�. 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RSniBsrätzerStraße 3 Uhr: Brdgeist(M. Orska) t/,8: Die groBe Katharina. Hit dem Feuer spielen. KomOdienhaus 3 Uhr;„Sie". VjS U.: Der Herr Minister. Sonnabend, zum I.Male: Die Reise in die Mädchenzeit Lustspiel von Alex, bngel und H. Sassmann. (Erika Glässner, joh. Riemann, Julius Kranit Ernst Prockl, Ernst Demburg, Jenny Marba.) Berliner Theater 3 Uhr: Bummelstadenren. VjS Uhr Der letzte Walzer m FHtzi Massary, Otto Storm, Hans Vassmann. Trlanon-Theater. Bahnhof Friedrlchstrade. Heute 4 Uhr, kleine Preise: Johannisfeuer. Täglich>/,8 Uhr: Ütyggha Besldenz- Theater. S'adtbahn JannowitzbrCcke. Heut« 4 Uhr, kleine Preise: Der gute Ruf. Täglich V,8 Uhr: Die RascIMs Rose-Theater. TV, Uhr: Am Ende der Weit 3 Li.: Staatsanwalt Alexander. Oartenb.71/,; Das Lied d. Liebe Caslno-Theater Lotbringcrstr.37. TSgL»/48U.: Mao I Nsn I Der Sentationf-Schla..er Onkel Cohn Volksstück in 3 Aufzügen. Stg.3> ,U.! Der falsche Cousin. Polles Caprice Eck. Friedrich- u.Linienstrade Täglich 8 Uhr abends: In dgr Wasserbellanstalt Ziminer an! Tagen. Wochen mit Ferd. Qruneckcr in den Hauptrollen. Thoatsr n. Kottbus.Tor Tel.: Morltzplatz 14814. Jeden Abend 7>/, Uhr: Elite-Sauger. i Horst, Ruselli, R. Schräder. Riesa Schubert usw. Blüthgen-Konzert Vorvk. Il-I1/., 4-6 U. Volksbühne /Ä* 3 Uhr: Cyg>.s und sein Ring. 7: Das Käthctaen v. Hellbronn Mtg. ö>/,: Götz v. Beriicblngen. Lesshg-Tlieater. 3 Uhr: Der rote Bahn. Sonntag bis Donnerstag � Fran Warrens Gewerbe. (Bertens, Servals. Steinrück.) Freitag 7: Peer Cynt. Sonnabend bis Montag 7>/,: Frau Warrens Gewerbe. Sonntag und Montag Der rote Hohn. Deotscbes KGnstier-Tbeater 3 Uhr: Dies irae. A7�uhdrf Menagerie (Adalbert Götz, Haack.) Sonntag und Montag 3: Dies Irae. Centrai-Theater w.: Fräulein Puch. OeutHdieH Opernhaas 7 uhr: Die FleileiWlls. Morgen 7 Uhr: Boccaccio. Die Tribüne �.u.- Franziska. Prledr.-WHhelnmt.T1i. S.!ÜerßutniacherSr.D!irEhl. Kleinen Theater. 3 Uhr: Jettchen Gebert t*/, wir t Der Snob mit Albert Basscrmann. Kl. tdchauHpielhaun. P/t-........ Uhr Komische Oper uhr Eine Balinacht Irnntaplelhans Arnold Rleck in TU Uhr lletropolttaeatcp u'.\ Im weißen RössT heuen Operettenhaan 7 uhr-, Prinzessin Frieiü. Neuen Volkathcater tu uhr.- Ostern. Morg. 71/,: Hoffnung auf Segen Schaubarg; Könirgrätzer Sir 121. 7 uhr BeiDhoMSeh&nzeim DerVielbeschältigte Oehlller-Theat. Charl. 3 Uhr: Wie es euch gefällt ti,v.: 2x2= 5. Morg. TV, Die verlor. Tochter. Thalia-Theater uhr; Ämor anf Reisen Th.am Xollendorfplat« Z»/, Uhr: Das Glückmfldcl. 5.1 Eine Baebt im Paradies. Theater den Westens uh'r Max Palienberg m FamiDe Schimek. Theater 1. d. Alt. Jakobstr. (früher Eden-Theater). ST'""" Wallner-Theater Heute und morgen; 7.15 u.: Rigoletto. Walhalla- Theater. 3>/, Uhr: Das Gesetz. VI, Uhr; Unsere Magdalcaen «B Turmstr. 12 Alazaadcrpl..PazsaKC Dergr. Prunkfilm Barberina, Potsdamer Str. 38 Friedenau, Rbelnstr. 14 Das Mädchen aus der Ackerstraße. Verband der fr.VolbsliiDeD Sonntag, den 16. Mai, nachm. 2Vj Uhr: Schaukvieldans: Sefpcnütr. Deutfche, Opernhaus: Wartha. Nachm. 8 Uhr; Bolfsbildne Silges itsew Ring. Echiller-Td. Tharlotiendurg. Wie e. euch gefällt Lessina-Tbeofer: Der rote Hahn. !iIinstier»Theater: Dies Irae. Friedr.-Wilheimit Th.: Diezärt- iichen Verwandten. Neue» Bolistheater: Hoffnung auf Segen. Volksbühne, Wochentag« abend» vom 17. bis 22. Mai: Gyge« und fein Ring. ®cg von Berlichingen. Aäthchen von Heilbronn. IPOLLO Theater | Direkt James Klein. Kai 1020 | Allabendlich Vi, U.: I Gastspiel Blanvalet | Hstlsch-phantastlsch. I „Der Venusberg"| DA Tänzer Uli Tänzerinnen 4 Franklin |8goliJuDglraaeQ| Bonbalr-Truppe | u. weitere Attraktion. Erhöhte Preise. logischer Arien. Täglich, AQUARIUM. Geöffnet bis zur Dunkel heit Theater In der (bisher Eden-Theater) Stürmischer Lachertolg! Allabendlich VI, Uhr: Bie nerschnjun- dene inline mit Maxi Ackers, Fritz Beek- maan, Hanns Fischer, Eugen Rex. Preise der Platze 2, 3, 6, 7.80, 10, 12, 18 M. Losen 20 M. Adi-Haus Taubeustr. 34— Ztr.lOS2 Marga Roses Peter Mann Toni v. Bukovlcs Duett Mack Bactunonn Harriett Imme Tom Black Karl Stetnlnger Julius Joseph! Gre u. Karl Heinz Ferman Adl Liebans Meisterquart. Adolf UeSan II. Weine,)f. Küche Mocca, Tee, Schokolade 9| Auleng 7 Uhr UW Cinusjßusch Heute Stg. 2 Vorst. 3", nJ5/, Nachm. I eigen. Kind frei. In beiden Vorstellungen: Neul Neul Salvaras u. Partner Der ff egznr Kraft Ferner: �DüIflDl d. geheimnlsv. oviUUvA Experimentnt. u das übrige gr. Progr.l Zum Sch uB »Oer Wilddieb' mit derWunderfontSfip. Unter d. Linden 23/23 DD. M. S o I i m a n 2 Derfalsebe Baronet. 4 Akte au« dem Tage- bueb des berühmten Detektivs Nie Carter. Hauplroile: Bruno Eichgrün. Fluch der Vererbung. Sensationelles Slttenbi.d in 4 Akten. 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Feinkost- Ausstellung ▼om 17.— 27, Mai im CLOU Ms ners traue Heute Er Öffnung TlsUch Konsert Eintritt Mk.l SOi UoT Kurtür« tendamm 26 „Henny-Porten-Zyklus" Sie Zaust de« Liesen l u. u. Teu ascb dem Roman von Rudolf Strmtz Kenny Porten ✓ Eduard v. Winteralain Moxartsaa am Noliendortpl&tz Stein untar Steinen aaeh d. gleichnamig. Drama v. Hermann Sudsrmann mit Dagay Ssrvats> Emil Jannlags/ Paul Blldt Kammerllohtsplale am Potsdamer Fiats Die graue Haler (Stmsrt Wobbs aeaestoa Abenteuer) Hsop trolle: Ernst Reicher U.T i'riedricbstrssse ibü Das einsame Wrack SoasaHon,• Film ia 6 Akten Lee Hell/Herry Lledtke Regie Heina Kerl Hellend_ U>T N o 1 1 e n d o r t p l a t z 4 «Die Mali« _ Schansriel in 8 Akten U,T Alexasaerpiala u. Weisbeig.weg 1 d Patience Scbaafpiel In 6 Akten UoT Seböneberg. Haaptstt «Der Weg derGrete Lessen" Neumann U.T H«8t>ubeiae i a Indische Reche Met t J. fienMet Sit Oonuezstag, heu 20, Mal 1820, aMe.>/z8 Ahr: Rum 25. SOtale: OK gtoiit mmd Bier Szenen von veeuurh Shurn. Borher: Mit dem?Veucr spielen. Romiidie von Angnfi Strindberg. Mitwirkende: Maria Orska, Ludwig Hartau, Alfred Adel, Johannes Riemann, Grete Aiercks, Dora Echluter, Felix Roffert. Richard Leopold, Rose Veldi- kirch, Ellen Herz. Jenny Marba, Paul Rehkopf. Sie graue Eißel ,.6tiid.rt Webbe neue&ies Aoeuteaei) Baaptroii« Emst Reicher Dex> ClcSele Esfetimo r B:jB»u»Diei mir sonolc: Hieck wocacniag»;« unu d u obr" cocniagt: 4 htot Vorverkauf 11 ols 1 Unr Scbaubühne:: Menpark Schöneberg Haoptstr.U, E.Vorbergstr. DW Täglich i"®(( "öeater, farietfi, KobzefI 12 Attraktionen 12 Anfang des Konzerts; Sonntags nachm. 4 Uhr Wochentags abds. 6 Uhr Anfang der Vorstellung: Sonntags abds.>//> Uhr Wochentags abds. 7 Uhr. SZ3SSSSSSZSSXX i; Braunes Diele AlexanderstraBe 55. Direkt.: Karl Helnzius. Herta LUwe VColt-Schale Frledr. Saai- Lotte Danner. Andro Seckt ii Gerda Gerdina. Jesy Deiia. Am Flügel: Hans Savawe Rheingold Bellevuestr. 19-20. Jeden Donnerstag, | Sonnabend und Sonntag; Tanz-Abend Eintritt M. 3,60. Anl. 7. Sonntag« 5 Uhr. Rai betrieb. m ►, ai q röute Kino derWelt* Po'adamor Str.7a» Hochbahn Bniowstr. Staatsanwalt Jordan Et« May. Der Diebe Sold Ssther Carcna Ballhaus Utax n. Xoritz Komni o !tt.2W ♦ 37. Jo�tgofij 2« 0�0 �)OlrtOOtt0®»nn(dg, 16.8101124» GroßSerün Totentanz in Lichtenberg. Die Lindenhof- Kinder als Darsteller. Weit, weit draußen, wo sich die Riesenstadt allmählich auS ihrer steinernen Verkittung löst und langsam in das Gelände zerfließt. liegt der L i n d e n h o f. Ganz nahe am städtischen Friedhof Fried» richSfelde, wo auch alle Großen der Partei schlummern. Gar nicht fern von Herzberge. Mitten zwischen denen, die niemals erwachen und denen, die lebend tot sind, liegt der Lindenhof mit den vielen Kindern und jungen Menschen, deren Seelen sich in dieser wilden zerrisienen Welt nicht haben zurechtfinden können. Kinder, deren Eltern keine Gewalt mehr hatten über wild« Triebe, die aus dem eigenen Blut emporgeilten. Und unter ihnen ein gereifter Mensch, mit den hellen Blicken und Gebärden des Jünglings und den aus selten reinen Tiefen kommenden unsäglich gütigen, liebevollen Worten de? Mannes, der Mensch sein will, Freund, Genosie, allen diesen Kamerad und Bruder: Karl Wilker, der Leiter des Lindenhof. Er hat die Kinder und jungen Menschen befeuert, aus ihrer Sehnsucht heraus, die er wieder rein machen will, ein Spiel zu ge» stalten, daß an die Seelen der Menschen rührt. So spielten sie ein alles deutsche? Totentanzspiel. Die Jungen und Mädels hatten sich aus eigener Arbeit eine eigene Bühne mit eigenen Gewändern gestaltet. Wenn das Licht ringS erlischt, glühen zwei rote Feuer auf. Im Halbdunkel der Bühne erscheinen fünf weiße Kinderlein, Engel. Mit rührend ungelenken und dennoch beherrschten und gemessenen Stimmen verkünden sie den Menschen die fünf Formen seines Todes. Dann braust Harmoniumgetön durch den Raum. Aber die grellen Läufe der Flöre überspitzen eS. Dumpf rasselt die Trommel. So erscheint der Tod. Und er ruft mit tiefer unerbittlicher Inbrunst die Menschen zum letzten Tanz mit ihm auf. Ein langsamer Matsch klingt an. Durch, den dunklen Raum tönen dumpfe Gleichschritt«. Ein Zug bewegt sich zur Bühne, klimmt die Stufen empor, steht im Zwielicht, daS von des TodeS wächsern' Antlitz wiederleuchtet. Der Tod verkündet sein Urteil. Zuerst muß der König sterben, mit ihm die Königin. Auch der Priester muß hin, wie sehr er sich ans Leben klammert. Der Richter, der Arzt, der Bürger, der Bauer, der Landsknecht, die reine Jungfrau. Und mit jedem tanzt, nach seiner bürgerlichen Art und Gepflogenheit, der Tod den letzten Tanz. Zum Schluß, in seiner unerbittlichen Grau» samkeit packend und erschütternd, mit dem zarten Kindlein, das er der Mutter au« dem Arme nimmt. Kein Programmzettel, kein Name. Alles ist Gemeinschaft, ist unpersönlich. Und diese JungenS und Mädels, die oft unverant» wortlicher Weise die bürgerliche Sitte als verloren ansieht, spielen diese« reine Spiel. Man ist lange Jahre aus jeder kirchlichen Gemeinde und sträubt sich anfangs gegen diese Mystik. Wenn aber aus dem Hintergrund der Zuschauer sich langsam im schweren dunkel ballenden Schritt die Schar der Äidgeweihten löst und dann unter den Klängen des Spiels dahin wieder zurückkehrt, da fühlt man das All-Menschliche qes Spiels, dem wir, mit oder wider Willen, alle Untertan find. 1. Betriebseinfchränknngen bei der Post. Bei der hiesigen Oberposttxirektum schweben Erwägungen, die Zahl der Briefbestellungen zu vermindern, soweit dies ohne wesentliche Schädigung berechtigter Interessen irgend möglich ist. Insbesondere wird beabsichtigt, in der Innenstadt und den- jenigen Stadtvierteln, in denen sich zahlreiche größere Geschäfte und Bureaus mit durchlaufender Arbeitszeit befinden, vor- mittags zwei Bestellungen und die dritte Befiel- lung in den ersten Nachmittagsstunden ausführen zu lassen. In den anderen Stadtteilen, wo der Geschäftsverkehr nicht überwiegt, soll die dritte Bestellung unmittelbar vor die letzt« Bestellung gelegt werden. Di« letzte, weniger belastete Be- stellung soll wie bisher etwa von Uhr ab stattfinden und so be- schlcunigt werden, daß sie bis 8 Uhr abends beendet ist. In den Borstädten wird«S im allgemeinen mögjlich sein, mit drei Be- stellungen auszukommen.> 32] Segen üer Cröe. Roman von Knut Hamsun. „HaHen wir nicht vier Kühe?" frayt sie. �„C nein, nchl."—»Acht Kühe!"—„Ja, und lrnt haben auch einen Stier."—»Habt ihr Butter verkaust?"—„O ja und Eier." —„Haben wir denn auch Hühner?"—„Ja, das versteht sich. Und Schweine."— Inger muß sich über die Maßen der- wunbern, sie kann das Geborte kaum fassen und hält einen Augenblick daS Pferd cm:„Brr!" Und Jsak ist stolz und legt es darauf an. sie ganz zu überwältigen.„Der Geißler," sagt er,»du weißt, der Geißler: der ist vor kurzem hier ge» Wesen."—»So?"—„Ja und er hat uns einen Kupferberg abgekaust."—»So, was ist denn daS, ein Kupferberg?"— ..Ein Berg aus Kupfer. Er liegt droben im Gebirge an der ganzen Nordseit« de? SeeZ."—„So. Und das ist etwas, für .das du eine Bezahlung bekommen hast?"—„Jawohl, der Geißler ist nicht der Mann, der nicht bezahlt."—»Was hast du bekommen?"—»Hm. Du wirst es nicht glauben wollen, aber eS sind zweihundert Taler."—„Die hast du bekommen!" ruft Inger und hält wieder einen Augenblick das Pferd an: „Brrl"—„Hab ich bekommen, jawohl. Und den Hof Hab ich auch längst bezahlt."—»Ach, du bist großartig!". Es war in Wahrheit ein Vergnügen, Inger in Ver- wunderung zu setzen und sie zu einer reichen Frau zu machen: deshalb fiigte Jsak noch hinzu, daß er auch weder beim Kauf- memn noch bei sonst jemand Schulden stehen habe. Und er habe nicht allein GeißlerS zweihundert Taler noch unberührt daliegen, sondern noch mehr, noch hundertsechzig Taler da- rüber. Sie hätten also allen Grund, Gott dankbar zu sein. Sie sprachen noch weiter von Geißler, und Inger konnte Auf- klärnng über das geben, was er für ihre Freilassung getan hotte. Es war doch nicht alles so glatt gegangen: er hatte lange damit zu tun gehabt und war sehr oft beim Direktor gewesen. Geißler hatte auch ein Schreiben an die Staats- rate selbst oder an einige andere von der Behörde geschickt, aber das hatte er hinter dem Rücken des Direktors getan, und als der Direktor das erstrhr, war er böse geworden und hatte sich gekränkt gestihlt, wo? ja auch nicht anders zu erwarten gewesen war. Aber Geißler. hatte sich dadurch nicht ein- schüchtern lassen, er verlangte ein neues Verhör und ein neues Di« Einschränkung ber Beste lletnrichttinyen ist bedingt durch die überaus traurige n nd bedenkliche Finanzlage des Reichs im allgemeinen und der Postverwal- tun« im besonderen. Es dünste in der wettosten Oeffentlich. Zeit bekannt sein, daß die Post- und Telegraphenverwaltung trotz ber letzten Gebühre netthöhungen mit einem Defizit von 1 Milliarde Mark rechnen muß. Dieser ungeheuerliche Fehlbetrag läßt sich in der Hauptsache nur durch eine Verminderung der laufen. den Ausgaben ausgleichen. In Berlin ist daher neben an- deren Maßnahmen die Verminderung der Briefbestellungen keinesfalls z u vermeiden. Die angedeuteten Moßnah- men müssen im gesamten Re'chspostgebiet durchgeführt werden. Das zeigt z. B. die Tatsache, daß m anderen größeren Städten nur drei Ortsbriesbestellunaen stattfinden. Daß bei der hiesigen Regelung die Oberpostdirektton daraus be- dacht sein wird, den Bedürfnissen der Geschäftswelt nach Möglich- Zeit Rechnung zu tragen, ist selbstverständlich. - ist der letzte Tag. Die Wählerlisten Groß- Berlins enthalten, wie verschiedentlich fest- gestellt wurde, Ungenauigkeiten. Jedem kann es passieren, daß sein Name in der Liste fehlt. darum sichert Euer Wahlrecht! Um den Landratsposten von Niederbarnim. � Der Ni ederbarnimer Kreistag trat gestern unter dem Vorsitz de« kommissarischen Landrats Schlemminger zu feiner Haushaltssitzung zusammen— der letzten vor dem Zu- standekommen des neuen Berlin und der Aufteilung de« Kreise». Während die HauShaltSberatung ziemlich ruhig verlief, erweckte der nachträglich auf die. Tagesordnung gesetzte Punkt: Ausübung des VorfchlagSrechtS. für die Besetzung deS erledigten SandratS- amteS eine Auseinandersetzung zwischen den beiden sozialistischen Parteien. In seinem Schlußwort teilte der komm. Landrat mit, daß ein Untersuchungsausschuß im LondratSomt festgestellt habe, daß die Beamten de« Kreises sich in strafbarerWeife an dem Kapp-Putfch nicht beteiligt haben. Gegenüber den in Oranien- bürg und Bernau verbreiteten Gerüchten von einer Verlegung des LandratSamtS auS Berlin betonte er. daß diese Frag« heute noch nicht entschieden werden könne: es beständen gegen eine solche Ver- legung erhebliche Bedenken und Verkehrsschwierigkeiten.— Der HauS- haltsplan wurde darauf im ganzen gegen die Unabhängigen an- genommen. Such die Anträge gegen die Einwohnerwehren wurden angenommen. Zu der Ausübung des VorfchlagSrechtS für die Besetzung des erledigten, zurzeit kommissarisch von dem KreiSdepulierten Schlem- mingerof. 250 Gramm Wcizen-Küchenmebl, 250 Gramm Welzen, mehl, 250 Gramm Teigwaren. An Kinder im 3. und 4. Lebensjahr 500 Gramm Grieß, 125 Gramm Katao, 2 Pakete Keks. An Kriegs, beschädigte: 1000 Gramm Grieß, 500 Gramm Teigwaren, 500 Gramm Haferflocken. Anmeldung: 500 Gramm weiße Bohnen. 125 Gramm Suppen. 200 Gramm Lmken, 125 Gramm Haferflocken. 500 Gramm Zucker- rübenkast. Ferner Berkaus von 250 Gramm Marmelade. Mariendorf- Sudende. 250 Gramm Marmelade,. 250 Gramm Nudeln, 500 Gramm weiße Bohnen. Für Jugendliche 400 Gramm Kar- toffelstärkcmchl. Anmeldung bis 17. d. M. Die Gemeinde verkauit Knüppelholz zum ermäßigten Preise von 00 M. für den Raummeter. Bestellungen bis 20. 5. im Rathaus, Zimmer 13. Britz. 250 Gramm Nudeln sür KnegSbeschädiate, l Psd. Sago lür werdende' Mütter und Kinder,'/, Pib, Sago für Jugendliche, st, Psd. Speisesiruv. Aui LebenZmilleliarte 1 Psd. Reis, 1 Psd. Maisflocken, 1 Dose Malzextrakt.>/, Psd. Milchsürkpeile. Stuf Kartoffelkarte 4 Psd. Kartoffeln, 1 Pfd. weiße Bohnen, 1 Psd. Kartoffelscheiben. Treptow. Kartoffeln aus 21 a bis 21 g der Kartoffelkarte 5 Pfund. Die Abschnitte bis einschließlich 20 sind ungültig. Fruchtmmmelade 250 Gr., Erbsen(halbe) 200 Gramm, Graupen 125 Gramm, Milchsüßspeise süx 0. gendliche 2 Pakete und sür Personen über 05 Jahre 2 Pakete, Hajcrback- Luhl 250 Gramm, kondensierte Milch an werdende Mütter vom 4. bis JuMonate auf ärztl. Atteste eine Dose, Bienenhonig ein GlaS an bedürftige mcngen'ranke aus Bescheinigung. Ttralau. 250 Gramm Weizenmehl. Für Jugendliche 200 Gramm Haferflocken und 1 Päckchen Milchiüßspeise. Lichtenberg. Voranmeldung bis 19. Mai: 250 Gramm Erbsen. Voranmeldung biS 15, Mai: 375 Gramm Zucker. Ohne Voranmeldung: 2 Päckchen Süßstoff, 250 Gramm ausländ. Kartoffelmehl, 3 Pfd. Kartoffeln auf 21 a b c, 300 Gramm Großbrot auf 21 6« t. Abschnitt 21 g wird ungültig. FriedrichSfelde. 250 Gramm weiße Bohnen, 250 Gramm Hafer- flocken, 250 Gramm Backobst. Tegel. 250 Gramm Kunstbonig. 250 Gramm weiße Bohnen, auf 28 und 29 je 125— 250 Gramm Hai'crflockeii. Hermsdorf. Je 2 Päckchen Milchsüßspcisen. Für Kinder bi? zu 2 Jahren und werdende Mülter 2 Pfund Kindergerstenmehl. Vom Dienstag, den 25. Mai, ab 250 Gramm Hülscnjrüchte und auf Jugcndtickcn- Lebensmittelkarte 200 Gramm Nudeln. Auf Kartoffellarten-Abschnitte 19a bis d 4 Pfund Kaitosfeln und aus 19s—? 400 Gramm Großbrot. Zltt-Glienickc. 125 Gramm Nudeln, 500 Gramm braune Bohnen, 250 Gramm Maisflocken. 250 Gramm Weizenmehl, 500 Gramm Marmelade. Auf Nähimitlctlaiten 250 Gramm Haseiflocken, sür Kriegsbeschädigte 500 Gramm Zerealmehl. aus Karloffcltarten 250 Gramm Erbsen. Johannisthal. Ausgabe von weißen Bobnen erfolgt vom Montag bis Tonncistag nach Zuckcriundentiste aus Lebensmittelkarte des Kreises Teltow. 500 Gramm. Rosenilml. 250 Gramm Kunsthonig, auf 21 und 22 zusammen 250 Gramm Hülsensrüchte. Für Kriegsbeschädigte 500 Gramm Haferflocken. Bei allen Kausteuten markenfrei Bohnen mit Schweinefleisch. Auf der Zwicbacktaite 2 Pakete Zwieback im Konsum erhältlich, Tempelbof. Mariendorf: Kgs.- Wufferchausen— Zernsdorf— Cab ow— Bindow— Kuffow— Gräbendorf— Zeesen— Kas.-Wusterhausen Treffvunkt: 0-,. Uhr Bhs. Temvelhof. � Gruppe Moabit.(37.— 41. Abt.) 7 Uhr öffentliche Wählerversamm- lung im Patzenhofcr, Turm-, Ecke Stromstraße. Die Frauen sind zu dieser Versammlung besonders eingeladen. Referenten: Genossin Sobotta und Gcno'fe Richard Fischer. Für starken Besuch ist zu sorgen. Postwerbeausichust. 7st, Uhr Versammlung der Aemter des Süd- ostenS. Wrangelstr 128.— 7st, Uhr Veriammlung der Beamten und Be- amtinnen der Telegraphen- unr Fernsprechämter in Haverlands Festsälcn, Neue Friedrichstr.-35.— Dienstag 7st, Uhr Versammlung sür die östlichen Aemter in der Aula Petersburger Stv 4. Sichtung: Beamte»Iid Nngellellte der klleichSbanf. MeichS- d uckerei, de? Reichswirtschafts-. ReichSernührungs- und Reichs- schätz Ministerin ins. 4'/, Ubr in den Zentral.Festiälen, Alte Jakob tr. 32. nroße Versammlung. Wir bitten die Beamten und Angestellten aus allen Reichs- und Staatsbetrieben, m dieser Versammlung unbedingt zu er- scheinen. Der Werbeausschuß der S.P.D. für Beamte der VerwattungSbebörden. Achtung! Kommunalbe!, inte 8 Uhr in der Aula de? Reaighm- nasiums in Lankwitz, Kaulbachstr. 63, Versammlung der Beamten und An. gestellten und HilsS-räite der Gemeindeverwaltung Steglitz. Lichterseide und Lankwitz. Tagesordnung: Stellungnahme der Beamtenichaft zu den Wabten. Wir fordern diermit sämtliche Kommunalbeamte. Angestellte und Hiliskräste auf. unbedingt in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Werbcauslchuß der S.P.D. der Kommunalbeamten Groß-Berkins. Cbarlvttenburg. 1. Gruppe(Westend). 7 Uhr bei Schcllbach, Königin-EIisabeth-Straße 0: Extra-Zahlabcnd. Elternbeirat?- und Reichs- taaswahl.— 1 5 G r u p p e. 7'/, Ubr: Gruppenversammlimg bei Brill, Knesebcckstr. 2.— Oeffentlichc Versammlung aller Beamten, Angestellten und Hilfsarbeiter der Reichs-, Staats- und Kommunalbehörden abends 7'/, Uhr.'M VollShauS, Rosinenstr. 4. Thema:.Die kommenoen Wahlen und die Beamtenlchast". Ref.: Gen. Rektor Blum und PostbetriebZ. assistent Th. Noack. Neukölln. 7 Uhr öffentliche Wähkerversammlung im Schultbeiß, Halenheidc 22/31(Wintergarten). Referenten: Ed. Bernstein und Karl Wermuth. Treptow-Banmschulcnweg. Große öffentliche Wählerversammlunz im Neuen(SesellschastshauS am Bahnhof Treptow abends 7 Uhr. Referent: Gen. Franz Krüger, M. d. N. Obcrichöncweide. Tl, Uhr Betriebsräte. Betriebsvertrauensleute und Parteifunktionäre der S.P.D. Sitzung bei Neumann, Siemens-, Ecke Denistraße. Friedrichshagen. 8 Uhr im Restaurant Otto, Kirchstratze. Ecke Wil- belmilraße, Zusammenkunst von Junggenoffen di« auf dem Boden der S. P. D. stehen, zur Gründung einer Ortsgruppe der Jungsozialistischen Vereinigung. Potsdam. 8 Uhr im KonzerthauZ, Kaiser-Wilbelm- Straße, große öffentliche Wählerversammlung. Referent: Genösse Hellmann-Berlin. Silüungsveranstaltungen. Bezirksbildungsansichutz. Am Mittwoch, 19. Mai, abends 7>s, Uhr. veranstattet de, Zehlendorfer VoliSbühnenoer-in einen Volkslunstabend .Frühlingszeit und junge Liebe" in Zehlendors-Mitte, Lindenpark, Mozart- Saal. Mitwirkende: Frau Ida Möricke-Baßler, Gesang, Ruth Haider, Tanz, Emil Kühne, Rezitationen, E. W. Trojan, Bortrag. Eintritts- preis für Mitglieder 2 M., Gastkarten 3 M. Voroerkans bei dem Genossen Bittner, Machnower Str. 11._ Sport. Groß-Serttner partelnachrichten. Heute» IG. Mai: LS. Zlbt. Bötzowvier tcl. Sllernbeiratswahl in der 294. Gemeinde- schule, Bötzowstraße. Die Liste der aus dem Boden der S.P.D. stehenden Ellern begiimt niit dem Namen Fritz Schneidcreit. Morgen, 17. Mai: 3. Abt. Nachmittags 4 Uhr: Sitzung des Vorstandes, der Bezirks- sührer und Belriebsverlrauensleule bei Dittschlag, Schöncberger Str. 10. 3. und 4. Abt. 7>/, Uhr Frauenabeno bei Rickert. Slelnmetzstr. 37. IL. Abt. 7 Uhr Sitzung der Lezirlsführer und Betriebsverlrauens- leutd bei Rüge, Waldemarslraße 22. 13. Sibt. 5-7 Uhr von Steinte, Ritterstr. 115, Handzettelverbreitung. Der Frauknabend fällt diesen Monat aus. 14. Abt. Früh 8 Uhr: Hanozeltelverbreitung bei Krüger, Engeluser 13, und Radle, Zteue Jakobftr. 1, Ecke Jnselstr. 13. Abt.',,8 Uhr Sitzung sämtlicher Funktionär« sowie poltttscher Be- triebsverlrauenSIeute bei Krause, Lliimenstr. 88. 17. Abt. 7 Uhr Funktioiiärkouserenz der BezirkSführcr, BetriebSoer. trauenSIeutc und Elleriibeuäte bei Murrer, Caprivistr. 8. LI. üldt. Die Wahlhell er zu der Sonntag stattfindenden Eltern- beiratSwahl melden sich um'1,9 Uhr bei Sonnabend, Elbinger Sir. 12. 35. Abt. 7 Uhr Sitzung der Funktionäre und Betriebsverlrauens- leute bei Nidder, Hui fite nur, 21. Jungsozialisitsche Bereinigung(®. P D.) Wahlwanderungen: I. Ortsgruppen Lichtenberg, Lichtertelde: Liebenwaise— Hammer— Gr.-Löhme: Heide— Liebenthat- Schürft— G.-Schönebeck— Klaudorf. Treffpunkt für Lichtenberg: 7 Uhr Bhf. Frantf. Allee; für Lichtersetde: Sten. Bhs. 7.15 Uhr. II. Ortsgruppe Neukölln: Strausberg— Rrimckendols—Nehselde— Werder— Zinndors—Lichtenow—Herzselde. Treff- punit: 5'/, Uhr Schtesischer Bahnhos, Haupleingang. III. Ortsgruppe Refuttate von den sportlichen Dcttkämpfen der Minner, Frauen und Jugendlicher der»Freien Turnerschaft Berlin" am Donnerstag: Vierkampf der Männer(1�—35 I.): 1. Pauk. 27 Jahr, 1. Abteilung, 44 Punkte; 3. Paul Heinrick»?, 30 Jahr, 1. Abteilung, 42 Punkte: 4. Willi Butter, 22 I., 1. Abtlg.. 59 P.; 5. Moritz Kohl, 31 I., 3. Abtlg., 39 P.— M ä n n e r(über 35 I.): 1. Felix Kauf, 35 I.. 1. Äbtlg., SS f.; 2. Willi«artz. 41 I., 4. Abtlg., S1 P.; 3. Sternberg. 36 I.. 1. Abtlg., 49 P.; 4. Heinrich Backhaus, 46 I., 1. Abtlg., 49 P.; 5. Willi Gerber, 36 I., 1. Abtlg., 33 P.— Jugendliche: 1. Konrad Backhaus, 15 I., 1. Abtlg., 21 P.; 2. Blankenburg. 15 I.. 1. Abtlg., 17 P.; 3. Wilhelm Krüger, 16 I., 1. Abtlg., 8 P. Dreikampf der Frauen(über 16 I.): 1. Ilse Riesen- stahl. 19 I.. 1. Abtlg.. 35 P.; 2. Anna Tillm.g, 19 I., 1. Abtlg., 34 P.; 3. Bobeth. 19 I.. 1. Abtlg, 29 P.— Jung« Mädchen (14—18 I.): 1. Lotte PieSker. 17 I.. 1. Abtlg., 41 P; 2. Sie, bei» Pafenau, 14 I., 1. Abtlg., SS P.; 3. Gertrud Leder, 15 I., 1. Abtlg., 35 Punkte. Knabenturnen in Neukölln. Eine neue Knabenabteillmg er- öffnet die Freie Turnerschaft Berlin am Dienstag, 18. Mai, Turnhalle Kopfstraße. Beitrag 50 Pf. pro Monat bei zweimaligem wöchent- lichen Turnen, an jedem Dienstag und Freitag. Meriottj gibt abermal? auf. Der letzt« Bsxabend im Zirku? Bufch war alle? andere, nur kein Großkampftag.� Der Italiener, der abermals unserem LeichtgewichtSmeifter Naujock? gegenübertrat, zeigte zwar«in cn-ßerordentkich hohe? tech- nische? Können, aber er gab schon in der 4. Runde aus. An pk Augenverletzung, die er vorschützte, zu gkauben, ist sebr schwer. Man katte ganz den Eindruck, daß Marioth nrcht gerade sehr ritterlich..kniff". Der erste Kampf, zwischen Kempa und dem Holländer Morel i? enttäuscht« in hrhem Maße. Viel Kraft, aber wenig Technik. Kempa nannte fernen Gegner i« der 5. Runde einfach über den Haufen und hmö)e_ disqualifiziert. da Morelis so schwer zu Fall»am. daz er nicht mehr weiterkämpfen konnte. Der zweit« Revanchekampf Prenzel- Wiegelt war zwar ein schöner Schaukampi und zeigte Prenzel in einer fechr guten Form, besonder? in der Verteidigung, aber je länger«r dauerte desto mehr merkte da� Publikum, daß die Kämpfer gar nicht die Absicht hatten, eine Entscheidung herbei zu- führen. Prenzel siegte nach Punkten. Im Henckel-Rennen, Ehrenpreis dem Züchter de« Eteger? und 40 000 M Distanz 1600 Meter, dem Hauptereigni» de? heutigen Renntage? im Grunewald, gelten als boraussichtliche Starter: Waereqbem(Bendt). Tannensel?(Jane?), Leichtsinn(Saagerl. Provinzler(Lane), Wallenste:n(Zimmermann), Tüchtig(Kasper), Pcmdur(Bleuler). Endegut(O. Schmidt). Wetterausfichten kür das mittlere Norbdeutschland bi? Montag mittag. Etwas warmer, zeitweise heiter, meist trocken, bei schwachen nordwestlichen Winden._ Em Kneifer mit sämtliche» Vorzügen der Brille ohne deren Nachtelle ,st der L o h m a n n-Kn eise r- V.R.?. Er sitzt ohne jeden lästigen Druck so fest und sicher wie eine gutpasiende Brille und hat wie diese den Vorzug der richtigen Zentrierung, d. h. das Auge wird nicht, wie oit bei Kneiiern alter Konstrultion, zum Schielen gezwungen, wird nicht tiberanstrengt, sondern geschont, wie durch eine gute Brille.. Da die Ueberanstl engung des Auge? nicht nur zu schneller Ermüdung, dauernden Kopsschmernen und anderen nervösen Erscheinimgen führt, sondern auch die Sehkraft noch weiter schwächt, so sollte sich iedermann über den Lohmann-Knetfer informieren. Man verlange lostenfrei Prospekt Nr. II bcr der Orthozentrischen Kneifer- Gesellschaft m. b. H., B e r l i n IV 9 P o t s d a m e r Str. 134a. Bei persönlichem Vorsprechen beachte man genau -HauSnummer 134 a mit der Kennmarke»Loh- mann-Kneifer*. Niederlagen in anderen optischen Geschäften gibt es nicht. Soeben erschienen!— Solort lieferbar. I In> Halbleinen dauerhaft gebunden M. 60, einschließl. Teuerungszuschlag Enthält auf etwa 700 Se ten Text 75 000 Stichwörter mit 1600 Abbildungen, 30 bunten und schwarzen Tafeln, sowie 45 farbige und schwarze Karten. Als erstes Friedenslexikon ist es dem neuesten Stand der Dinge angepaßt und muß jeder gebildete Deutsche unbed;ngt das Werk haben. 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Bohnenkatlee.* Spezialität: Guatemala• Mischungen. Der wahltampf. deutschaatisnale Skaw�ale und kein EnÜe. Studentcnexzeffe gqien Ginzheimer. Aus Frankfurt a. M. wird ge, neidet: Professor Hugo Sinz- heim er, der beram�c sozialdeinotrnHcsche Parlament erier, Mitglied der Naiienalvertonmlung und des Alntorf uchu ngSauSschuss es, hielt dorgest-orn abend tn der hiesigen U n»i U e r s i t ä t seine AntrittSvor- lefung. Dabei kam es zu einem T u: m u l t unter dem Auditorium. Eine Gruppe deutschnationalt gesinnter Studenten versuchte fortgesetzt die Borlesung An unterbrechen, indem getrampelt und mit dem Stock auv den Tisch geschlagen wurde. Schließlich aber gelang es der Mehret der Juhörerfchaft, die Ruhe. störer zum Schweigen zu bringen, iiS-mn man ihnen gewaltsame Entfernung aus dem Saale ankündigte.. Ditt Bezug aus diese Vor- gänge rft heule eine Erklärung der derltschnati analen Studenten- schaft erschienen, in der es u. a. hc�ßt: „Wir sind erbittorte Gegner des Herrn Sin�. heimer und werden jede GelegeMeit wahrneharen, diesem Gefühle Ausdruck zu geben. Wir v»rHrgem ihm unbedingt und ohne Rücksicht auf seine etwaige BedeuDirng als Wisseuschastlcr nach der lächerlichen, um nicht zu sag>>r unwürdigen(l) Rolle, die er als domo politicus in unserem Baterlande gespielt bat. jede persönliche Achtung. Wir eniksindan seine Berniung zilm Lehrer an der Frankfurter Universität als Beleidigung der natio- nalcn Studentenschaft." Die Verfasser dieser Erklärung� hoben sich ein prächtiges Dummenjungenzeugnis aufgestellt. JrSem sie zuge- stehen, daß ihr Vorgehen rein politi Icher Gegnerschaft entspringt. tragen sie ganz offen den politische« Kampf in die der Wissenschaft geweihten Hörsäle. Sind sich die Herren vom Schlage Biertümpel darüber klar, daß mit Zder gleichen Argumentation dem otr Nische oder sozialistische Studchnten alldeutsche Professoren wie Roethe, Dietrich Schäfer, usw. mit faulen Eiern be- werfen könnten? Was soll schließlich� herauskommen, wenn jeder Student sich das Recht anmaßt, einen Professor anzupöbeln, dessen Politik ihm nicht gefällt? Freilich haben dieses Recht des politischen Janhageltums bisher nur die deutschnationaten Studenten für sich in Anspruch genommen. Teutschnationalc r RewchSüjehrsoldat und Versammlungssprenger, deutschnationaler Student und Ävllegstörer.— Flegel sind sie halt alle! Die BusreölLchen. Teutschnatiouale Partei u«d Kapp-Putsch. Tie unwahre, aber zäh Wieda rkftlt: Behauptung, daß die Deutschnatioirale Partei mit dem Kapp-Äuisch nichts zu tun gehabt habe, wird jetzt in einer offiziellen VcrwfHgnngSschrift der Deutsch- natirnwlcn Partei für die nicht alle-enden nochmals ausnihr- lich durchgekaut. In dieser Schrift sind» wrtürlich olle der Partei unbequemen Tatsachen glatt unterschlage». Kein Wort über die Huldigungsadresse« der oftpreuhiseVur und mittelschlesi scheu deutschuatioualeu Parteiorganisationen ctzr Zlnpv, kein Wort über die sofortige Ausnahme organisatorischer Beziehungen Mischen der Kapp-Rsgierung und den mecklenburgisch»» Dantschuationalen, kein Wort über die hohen Aemtcr, lsise Äapp, Traub und andere Putschisten in der � Deutschnationglen Partei iwne hatten. Aber auch was gebrach: wird, ist überaus dürftig. In der Hauptsache besteht die Broschüre aus eimpr Kusanuneirftellu-ng von Erklärungen deuischnationater Führer vor dem Putsch, in denen ein gewaltsames Vorgehen abgelehnt wird. Was solche Erklärungen wert sind, möge man daraus ersehen, das? Kapp selber noch wenige Wochen vor dem Putsch de» Cberpräsidenten Winnig erklärt hat, er dächte gar nicht daran, zu pntlcheu, dazu sei er viel zu klug! Wenn die Broschüre mit besonderer Vorliebe Aussprüche des Mi» nisterS a. D. Her g t�zitiert, so sollte die Deuischnationale Partei gerade mit Berufung aus diesen Mann äußerst vorsichtig fein. Sanft könnte einmal jemand aus den Gedanken kommen, etwas genauer zu untersuchen, ob die Versprechungen deS Herr» Hergt vor dem Putsch aufrichtiger waren als die des Herrn Kapp. Die Broschüre enthält dann noch weiter die beiden bekannte» Erklärungen der Deutschnationalen Partei vom 13. und 18. März. Daß in der Erklärung vom 13. März die Teutschnatiouale Partei sich liercit erklärt, unter der neuen Regierung mitzuarbeite«, wird nicht einmal eines bescheidene» Kommentars gewürdigt, obwohl a« dieser entscheidenden Erklärung alle Ablengnungsversuche der Deutschnatwaalen restlrS zusamme abrechen. 'Dann kämmen noch ein paar ZeitungSstimmen. aber wiederum vermissen wir hier daS wichtigste: nämlich die Ausgabe der „Deutschen Tageszeitung" vom lt. März, von der wir bedauern müssen, daß sie infolge des BnchdruckerftreikS nur in ganz wenigen Exemplaren erschien. Aber d e Teutjchnauoualen dürften die Buch- drucker dafür segnen, daß sie die Verbreitung dieser hochkompro- uriUlcrlichen Zeitungsnummer verbrüdert haben. Alles in allem: Diele AuSredenbro?chüre ist so schwach, daß man zwischen allen Zeilen deutlich das schlechte Gewissen der Verfasser hindurchschimmern sieht. Der umgefallene Stuhl. Bekcuiitviffe des Orafe« Revei'.tlow. Die Deutschnationalen fordern Wiederherstellung der Monarchie. Am 1ö. November 1318 hatte Graf Reventlow, einer ihrer Hauptwortsührer, in der„Deutschen Tageszeitung" ge- schrieben:' „Verschwunden ist die Monarchie, weil die Träger der Monarchie sich perwnlich als schwach und unfähig erwiesen, und zwar nicht erst während des Krieges... Sie waren nicht mehr die Führer, die sie hätten sein müssen. Nun ist mit den Personen auch das System verschwunden." Jetzt freilich wollen uns die Deutschnationalen erzählen, daß die deutschen Monarchen„turmhoch" hervorragen. Reventlow aber sieht sich veranlaßt, in einem Artikel der„Grenzboten" seinen Standpunkt als Monarchist darzulegen. Dabei kommt er zu dem Ergebnis: Das wichtigste, was die deutschen Monarchisten zu tun hätte», sei, ihre eigenen Kreise darüber aufzuklären, daß eine so beseitigte und diskreditiert« deutsche Monarchie nicht ivieder aufgerichtet werden kann, wie ein um- gefallener Stuhl. Damit ist das ganze monarchistische Wahlgeschrei der Deutsch, nationalen»Lüge gestraft. Sie weichen lernen müssen, daß auch die beseitigte Herrschast der Junker und Adels- klaffe, gleichfalls nicht wie ein umgekippter Stuhl ausgerichtet werden kann. Die KriegSvolitik der Sazialdemokratie. Im Lcitaufsatz detz gestriger Abendblatts muß eS richtrg heißen:„In der Fraktion i stimm ie nur ein kleiner Teil von 12 Mann gegen die Kredit- ! bewilligung." stier Parteiorgan aus Nr. 157 des„Vorrwär t i" übernommen hatte.' Wir sind seht gespannt, ob sich ein SisatSanwalr in Deutsch- land finde« wird, der zum Schutze der Memtzrei und des Aufruhrs einschreftet. Wir jedenfalls werde« unZ durch keinerlei Strafanträge da- von abhalten lassen, den Meineid M e i n h i d und den Verrat Verrat zu nennen. Dem RcichSlochrmtnister rufe» wir aber bei dieser Gelegenheit nochmals zu: So geht, es nicht weiter! Generalstreik gegen Lütt vitztroppen. KottbnS, 15. Mai. In KottbuS sind die>.Trupp«n wieder ein- gezogen, die während des Aapp-PutscheS kte sozialdemokratische Zeitung in KoitbuS besetzt hatten, wobei die Makchinen demoliert wurden. Die Arbeiterschaft hat die Absicht. d:«gege» zu protestieren und geschlossen m den Generalstreik zu treten. Sie sckämen sich». Unterdrückung schwedischer ProteZe- gegen die Negerschmach. Franksurt a. M., 15. Mai. Laut.Frkf. Ztgl" sind die.Wies- badener Neuesten Nachrichten� von!»en Franzosen wegen Abdrucks der Telegramme über die s ch w? d r s is) e n Proteste gegen die Verwendimg schwarzer Truppen im bejctzlen: Rheinland auf drei Tage verboten worden._ polnisches Attentat. Eine Truckerci zerstört. Beuthen, 15. Mar. Der.Oberschlesijche Wanderer' meldet aus Sohra»: Nachts legten drei auswärtige Polen zwei Bomben on die Druckerei des Stadtblattes, dessen Besitzer Hunold für die deutsche Sache eingetreten war. Die gesamte Druckerei ist voll- kommen zerstört worden. Leider haben die Oppelner Deutschnationalen zuerst eine pol- uische Druckerei zerstört. Nun sind sie quitt. « Blutige Streitigkeften zwischen Polen und Tschechen gibt eS öfter in dem strittigen und viel umworbenen Ostrauer Kohlenrevier, der Fortsetzung des oberschlesischen Kohlenbeckens. Dort soll Volks- abstinrinung entscheiden._ Wilsons Austanü ernst. London, 15, Mai..Daily Telegraph" meldet aus Waibingioii: Der Eindruck der Tatsache, daß der AeiundheitSzustand WilionS ernster ist, als angenommen wurde, macht sich in wachsendem Maße bemerkbar. Hohe StaatSbcajnle beginnen zu fürchlen, daß ein völliger Zusammenbruch unmilielbar bevorsteht. Krankenpflegerinnen stehen ihm Tag und Nacht zur Seile.(SBilfon soll ganz gelähmt sein.) �ldbau üer Zwangswirtschaft. Nur Brotgetreide rationiert— Sieferuugöverträge für Kartossel«? AuS dem ReichSernährungsminlsternrm wird berichtet: Im Reichstag fand am Sonnabend unter dem Vorsitz des ReichZministers für Ernährung und Landwirtschaft, Dr. Hermes, eine Beratung der Ernährungsminister der Länder über die zukünftige Getreide-, Kartoffel- und Fle i schb ew i rt- schafrunz statt. Grundsätzlich stimmte die Versammlung den Ausführungen deS Herrn Reichsministers zu, daß mit allen Kräften dahin gestrebt werden müsse, die Zwangswirtschast so bald wie möglich überflüssig zu machen, und baß der beste Weg hierzu eine latträftige Förderung der Landwirtschaft sei. Hinsichtlich der Getreidebewirtschaftung wurde vom Reichs- minister für Ernährung und Landwirtschaft der Entwurf einer Reich? getreideordnung für die Ernte IWll vorgelegt. Dieser hält für Brotgetreide au dem bisherigen BewirtschatfuugS- spstem fest, Werl mit Rücksicht auf die Sicherung der VolkSernäh- rung eine Lockerung deS Zwang-Zshstems in diesem Jahr« noch nicht möglich erscheint. Ferner wird der Haser wieder in die ZwnngSbewirtschastung einbezogen, da die Freigabe deS Hafers zu großen Unzuträglichleiten, auch hinsichtlich der Bewirtschaftung von Brotgerreide geführt hat. Dagegen sollen Hülsenftüchte frei- gelassen werden. Die Versammlung stimmte diesem Entwurf im wesentlichen zu, mit Ausnahme des VertrererS einer Regierung, der für das Umlagesystem eintrat. Für die Kartoffelbewirtschaftung wurde ein vom ReichsauSschuß der Deutschen Landwirtschaft zusammen mit dem Großhandel und dem Deutschen Städtetag ausgearbeiteter Plan vorgelegt. Dieser Plan, dessen ursprüngliche Gestalt im Reichs- mftnsterinm für Ernährung und Landwirtschaft mit Rücksicht auf die Sicherung doe VollSernährung wesentliche Aenderungen er- fahren hatte, bezweckt di« Ersenmrg der Zwangswirtschaft durch ei» System von Lieferungsverträgen, und zwar soll ans die Zwangs- Wirtschaft verzichtet werden, wenn die Landwirtschast auf diesem Wege bis zum 1. August 1220 120 Millionen Zentner zur Sicherstellung des Bedarfs der versorgungsberechligten Bevölkerung zur Verfügung stellt. Dieser Plan fand in der Versammlung ge- teilte Ausnahme. Ein Teil stimmt« der Vorlage zu, während die Vertreter einiger Regierungen starke Bedenken dagegen gel- tend machten. ES besteht jedoch begründete Hoffnung, daß auf diesem Gebiete entsprechend den gemeinsamen Wünschen der Land- Wirtschaft und des Deutschen Siädtetages durch das vorgeschlagene System eine Milderung der Zwangswirtschaft schon in diesem Jahre herbeigeführt werden kann. Hinsichtlich der Fleischhewirtschaftung arflärte sich die Versammlung mit der vorgeschlagenen Erhöhung der Liehvreise einverstanden, die dringend notwendig ist, um die Preise für das abgelieferte Vieh mit den Produktionskosten i» Einklang zu bringe». Die Entwürfe über die Getreide-, Kartoffel, und Fleischbewirtschaftung werden in der nächsten Wecke dem Reichsrat und dem 8. Ausschuß der Deutschen Nationalversammlung zur Genehmigung unterbreftat werden. » Wir müssen hier aussprechen, daß ein Abbau bei Zwangswirtschaft so lange, als ihre Ursache, die Knapp- heit an Lebensmitteln, fortbesteht, sehr bedenlllch erscheint._ Reichskonferenz üer Krieysbeschäöigten. k. Würzburg, 14. Mai. Bei Punkt 10 der Tagesordnung:„Die interiationale Berstän- diguna und Organisation der Kriegsopfer" wies P f ä n d n e r auf die 10 Millionen Soldaten hin, die in den Massengräbern liegen, wozu noch weitere 25 Millionen Menschen als Kriegsopfer kommen. Geger die Wirkungen des Berlailler Vertrags muff« der Reichs- bund entstbieden protestieren. Wir verlangen internationale Rege- lunq der Fürsorge für die Opfer deS Krieges. Immerhin seien wir in Deutschland besser dran als z. B. in Frankreich, wo die Rentenversorguna nach den Dienstgraden geregelt sei. An eine internationale Regelung denke« wrr aber erst dann, wenn die Interessen des e i g e 1 e n Landes gewahrt werden und nicht hinten- dran kommen. Niemand wünscht div' internationale Verständigung der Kriegsopfer lebhafter als wir. Wir hegrüßen es deshalb, wenn wir uns noch in diesem Jahr in Mailand mit unseren Leidens» geführten aus allen Ländern treffen können. Darüber hiranS ersehnen wir die Völkerverständigung und haben in allen Landen dt« Aufgabe, künftige Kriege zu verhindern. Dafür müssen wir kämpfen, ohne daß wir unS dabei zum Sturmbock politischer Parteien mach«: lassen. Der gesamte Kongreß stimmt diesen Worten stürmisch zu. Ebenso den Ausführungen der ausländischen Gäste, die sich ähnlich äußern. Im Anschluß hieran wird beschlossen: Die Reichsregierung möge bei der Wiedergutmachungs- kommt ssion Rücksicht aus die Kriegsbeschädigte» und bei der Entente die Abänderung der harten Friedensbedingungen fordern. Eine Resolution wendei sich gegen die Berwerdung farbiger Truppen in den besetzten Gebieten. Der Vertreter der freien Gewerkschaften, Genosse Knall, sagte den Kriegsbeschädigten Unterstützung zu. Der beleidigte ZNeuterer. Ter Lüttwiqiarier v. Dassel stellt Strafantraz. Ter Befehlshaber des Wehrkreiskommandos 1(Königsberg), Gnreral v. E st o r f, hatte sich bekanntlich-sofort am 13. März auf die T-ite der Kapp und Genossen gestellt und ist deswegen entlassen worden. Sein Nachfolger wurde Generalmajor v. D a s s?�. Eine seiner ersten Taten war die, daß ex die Enphaftung aller nichtkom- munistischen Schutzhaftgefangenen anordnet«, d. h. in erster Linie die EntHaftung der während des Putsches festgenommenen P a r- tjMgänger Kap PS. gleichzeitig aber besichl, daß s-der. der für Ernsührung der Rätediktatur agitiere, sofort in Schutzhast zu nehmen sei. Unser Tilsiter Parteiorgan stellte darauf fest, daß ». Dassel genau di- gleiche Nummer'ei wie v. Gstörs und führte zum BetveiS eine« Arigadebesehl an, den v. Dassel noch in seiner Eigenschaft al» Brigadeftihrer am 15. März 1920 in Ragnit erlasse» hat. In diesem heißt eS wörtlich:> Die Brigade erwartet, daß alle Truppen den Befehlen der Vorgesetzten Dienststellen gemäß sich rückhaltlos hinter die neue Bcgiernng als die Inhaberin der tatsächlichen Gewalrstcllen und -hren Anordnungen Folge leisten. Der übrige Inhalt der Verfügung eny�richt diesem Programm. Aus Grund diese» Schriftstücke» eiiläri« unser Tilsiter Parteiorgan, daß von Dassel'schuldig sei als Verräter und Anstifter zumverrat. Daraufhin hat Herr von Dassel Strafantrag gegen unser Ttlsiter Parteiorgan gestellt. Aber nicht nur das! Bei der Venebmung in dieser Sache wurde unserem Genossen Zingler eröffnet, daß das WchrkreiZkommando in Königsberg noch einen wefteren Srrafanirag wegen Beleidigung gestellt hat auf Grund de» ArtkelS„So gabt«S nicht iveitet", den unser TU» Sowjet-PersienZ Dem ornrenischen Beispiel sckeint nun»uch Persien zu folgen; wenigstens nach einer Ängstmeldung; der.TimeS" auS Teheran, die warnend auf die van den Botithewisten in Persien geführt» englandfeindliche Propaganda.hinweist und tagt: Der Teil der Perser, der den englisch-persischen; Vertrag mißbilligt, nähert sich anscheinend den Bolschewisten. Dadug ch, daß die Regie- rung iorlsührt, ohne Parlament zu regieren, raird die Lage noch verschlechtert. ES laufen bereits Gerüchw über ifls Errichtung eines S.o w j e t S in TäbriS um. So sachte wird man schon fühlen, wo die„F ciedenSpolitik' von Versailles hinführt. DaS Bedauern über die Phrrlaiucnlsiosigkcit ist auch schön, haben doch seinerzeit die Russern mit Englands schweigender Billigung die Abgeordnelen aufa ehängt. Die Orientalen, Perser wie Türken, die der Imperial sj-muS wie leblose Sachen verrerti, ergeben sich in rhrer Verzweiflung et»en dem soerntts- raus»sinftous. Was tut Finnland? Während der„Daily Expreß" bereits den Ar�Ihluß Finnlands an die polnische Offensive gemeldet hat, berichte:.„BerlingSke Ti- dende" auS LelsingforS, die finnische Regierung �abe auf daS erneute Angebot der russischen Somjetrezierunz geaniworret, daß sie beständig grundsätztich zu direkten FriedenSvc»Handlungen be- reit sei, daß sie sich aber vorbehalte» müsse, gelbst Zeit und Ort für diese Verhandlungen zu bestimmen. Dunkel ist der Rede Sinn. Die Entsche Idung fällt am D n j e p r. » Tie B-lschcwiki gegen Armenien. Einer Konst.rntznopeler Mel- dring zufolge hat A s e r b e i d s ch a rr Armenien den K r i e g erklärt. Die Sterbcstunöe ösr Reaktion muß der 6. Juni 1920 werden. Es gilt, alle Männer und Frauen für die SozittSdemokrafZsche Partei an die Wahlurne zu bringen. Hierbei muß jeder Helfer nnd Mitkämpfer sein. Tretet deshalb geschlossen der Sozial- demokratischen Partei Deutschlands bei: � Hiernftt erkläre ich meine» Beitritt zur Sozialdemokr. Partei � < Vor- u. Zuname:-_______> < Beruf:------ � 5 Geburtsdatum:___<_> S Wohnung:-__\ S Mk.—-— für Eintrittsgeld und Beilrag anbei— auf d > Postscheckkonto 487 43— per Postanweisung. 5 l 1. Eintrittsgeld 50 Pf.— 2. Beitrag pro Woche: 26 Pf. für � 5 Männer. 16 Pj. für Frauen.— 9. WahlfondSbciirag pro 5 > Monat 1 Mk. jür Männer, 60 Pf. für Frauen. e > Einzusenden an. i Alex Paget«, NW., In den Zeiten SS, pt. e EewsrMastsbelvegung (Sishe auch 1. Beilage.) kein Strei? öer Serliner Sankbeamten. Nachdem die Verhandlung im RmchSarbeilZministerium an dem ablehnenden Verhalten der Dankleitungen gescheitert war und auch der Vertreter des Deutschen Bankbeamtenvereins für den Fall de? Kzmpfes mit dem Allgemeinen Verband der deutschen Bankbeamten sich solidarisch erklärt hatte, konnte man mit ziemlicher Sicherheit mit einem am Monntag ausbrechenden Streik rechnen. Inzwischen hat sich herausgestellt, dag die SolidaritätSerklärung des Deutschen VankbeamtenvercinS ein sehr zweifelhafter ZukunftSwechsel war, der für den gegenwärtigen Augenblick völlig wertlos ist. Die Hal- hing des Deutschen Bankbeamten Vereins hat den Allgemeinen Ver- 'and der deutschen Bankbeamten veranlaßt, von einem Streik Ab- stand zu nehmen. In der von Tausenden besuchten Bankbeamten- Versammlung, die Sonnabend nachmittag im Walhalla- cheater stattfand, führte Benno Marx vom Allgemeinen Ver- band der deutschen Bankbeamten aus: Die Verbandsleitung hat mit der Leitung des Deutschen BankbeamtcnvereinS verhandelt, um. wenn möglich, eine gemeinsame Kampffront herzustellen. Die Leitung des Deutschen Bankbeamtenvereins hat aber erklärt, sie balt« die Proklamierung des Streiks für den 17. Mai für falsch und aussichtslos; sie empfehle aber den Bankbeamten, vom 17. Mai «6 jede Ueberstunde zu verweigern und die Dienstvorschriften strengstens zu befolgen(passive Resistenz), was wirksamer wäre als ein Streik im gegenwärtigen Augenblick. Der Deutsche Bank- samten verein sei bereit, am 1. Juni in den Streik einzutreten, falls die Bankleitungen bis dahin keine Zugeständnisse gemacht haben.— Die weiteren Besprechungen mit der Leitung des Deut- scheu Bankbeamterrvereins— sagte Marx— hätten keinen Zweifel darüber gelassen, daß er bei einem jetzt proklamierten Streik die stillgelegten Betriebe mit Streikbrechern besetzen würde. Hiernach fei also mit einem organisierten Streikbruch zu rechnen, der die Wirkung eine? Kampfes ausschließen würde. Angesichts dieser Sachlage könne es der Zentralvorstand und die Zentrale der Be- triebsräte nicht verantworten, den Streik für Montag zu prokla- mieven.— Sehr scharf verurteilte der' Redner die Haltung deS Deutschen Bankbeamten Vereins, die nicht nur den Kampf in Berlin vereiielt, sondern auch die Lage der Streikenden im Reiche er- schwert habe; denn ein allgemeiner Streik in Berlin würde auch zum Stege m den anderen Orten geführt haben. In der lebhaften Diskussion machten sich Stimmen laut, die unter starkem Beifall für'den sofortigen Streik eintraten. Dem- gegenüber bemerkte Marx, wenn man auf«ine wohlwollende Neu» tralität de? Deutschen Bankbeamtenvereins hätte rechnen können, wäre der Kampf aussichtsvoll gewesen; aber gegenüber dem organt- sierten Streikbrechertum sei der Kamps aussichtslos. Eine Resolutton wurde angenommen, die den streikenden Kollegen im Reiche volle Solidarität ausspricht und erklärt, es sei lediglich die Schuld de» Deutschen BankibeamtenvereinS� daß ei tri Berlin nicht zum Kampfe gekommen sei. Nach Schluß der Versammlung veranstalteten die Teilnehmer einen DemonstrationZnrg nach dem Bankoiertel und dem Geschäfts- lokai des Deutschen Bankbeamtenvereins. » Der behördliche Schutz. Unter den Bankangestellten rief am gestrigen Sonnabend eine von der Bankvereinigung angeschlagene Bekanntmachung berechtigte Empörung hervor, worin die eventuell in den Streik Tretenden mit Entlassung und KTmdigung bedroht wurden. Außerdem wird betont, daß den Arbeitswilligen der Schutz der Bethörde zu- gesichert sei. Durch Rücksprache mit dem für dies« Angelegenheit zuständigen Sicherheitskommissar wissen wir, daß die Polizei sich bei einem et- watgen Streik lediglich auf den Schutz der Person und des Eigen- tum§ beschränkt, das Recht der Streikenden, besonder? auch das Stteikpostenstehen, in keiner Weise behindert und alles, was auf- regend wirken könnte, vermieden haben würde. tvas geht in öer Metallinöustrke vor! Nachdem die Vorschläge der Tariftommissi cm der Angestellten zusammen mit den Unternehmern seit Anfang April eingehendst beraten und für die Gruppierungen eine annehmbare einheitliche Grundlage gefunden worden war, haben jetzt die Metallindustriellen ihren Gcgenentwurf überreicht. Dieser Gegcnentwurf enthält gegenüber dem alten Tarif sogt«' Berschlechterungen und läßt auch das geringste Enigegenkommeir gegenüber den Angestellten ver- missen. Von dem sogenannten Mit be stimmu ng sr echt, welches fich die Angestellten im Zlpvil 1919 et kämpft hatten, ist im neuen Gegen» entwurf auch nicht eine Spur zu finden. Die in dem Unternehmer- entwuirf vorgesehenen Lohnsesissetzungen lassen erkennen, daß die bisherige Bielteilung des Monatseinkommens beibehalten worden soll. Teuerungszulagen, Verhecrratetenzulagen, Kinderzulagen er scheinen da außer dem bisherigem Tarisgehali. Die Ansicht der An gestelltenvertretungen über dil.'sen Gegenentwurf wurde in der Sitzung vom Freitag den Unt«-nehme en in klarer Form vom Ver' handlungsfühver mitgeteilt. U.m den Metallindustriellen Gelegen� heit zu geben, den nochinals bi'tonten Standpunkt der Angestellten' ovganisationen eingehend in Erwägung ziehen zu können und nicht unnötige Diskussionen zu füh ren, stellten die Angestelltenvertreter den Unternehmern arheim, sich allein zu beraten, und zogen sich zurück. DieS legten die Arbeitgeber als Verhandln ngsabbruch aus. Ilm nun nicht da? Odium auf sich zu laden, als hätten sie nicht bis zur äußersten Grenze der letzten Möglichkeit wsiterverhandelt, traten die Angestelltenvertreteic mit den Unternehmern später noch- mals in eine Aussprache ein. Wie zu erwarten war, zeitigte aber auch dies« Aussprache kein anderes Ergebnis. Es ist abzuwarten, welche endgültige Antwort nnmmehr von feiten der Unternehmer- schaft erfolgt. Ucber diese hier geschilderten Vorgänge wurde am Freitag- abend in einer in der Brauerni Königstadt abgehaltenen überfüllten Versammlung der Afa-Funki ionäre vor Flatau berichtet. Man hätte wünschen können, daß die Unternehmer dem Vorschlag der Angestelltenverlretung gefolgt, und in dieser Versammlung er- schienen wären. Sie hätten ttam«in Bild von der gegenwärtigen Stimmung unter der Angestetlltenschost der Metallindustrie mit nach Hause genommen und wiireir vielleicht doch etwas bedenklicher als bisher geworden, die Angesteklten weiter zu brüskieren. Einstimmig und ohne jeden Widerspruch i rahmen die Funktionäre folgende Eni- schließung an: »Die Funktionäre der' Afa ir der Metallindustrie lehnen die von den Unternehmern borgeschlagenen geringen materiellen Sätze und deren Aufbau ab, ebenso die fichtbare Verschlechterung des sozialen Teile? deS Urtternehmerentwurf?. Sie billigen den Standpunkt der Tarifkomrnission." U,n die gesamte Ange'stelltenschast über diese Vorgänge zu unterrichten, beruft da? Orttskartell der Afa für Mittwoch, den 19. Mai, abends 7 Uhr. nach der Neuen Welt, Hasenheide, eine Ver- sammlung aller männlichen und weiblichen Angestellten der Metall- irrduftrie ein. ES ist dafür; gesorgt, daß sowohl im großer Saal wie auch im Garten die?kngestslltenschaft sich versammeln kann. ES wird vor allem über die: bis dahin zu erwartende letzte Antwort der Unternehmer berichtet werden. Die Kollegenschaft in den Be- trieben hat dafiir zu sorgp/n, daß die Angestellten in Massen er- scheinen. Zum/, Uhr(Saaleröffnung 6 Uhr) findet eine g em e i n s am e V e rs am m l un g d e r B e t r i e h s r ä t e berge» samten Holzindustrie mit der Ottsverwaltung und Kontroll- kommisfion in der»Renen Weif, Hakenheide(hinterer Saal) statt. Tagesordnung: Die Betttebsrätetrage und die Kewerkschasten. Zutritt zu dieier Versammlung haben nur Betriebsräte mtt BetttebSauS- wei? und VerbandSbuch. Fimktionäre gegen Vorzeigung der eofienen- farbigen LeaittmattonSkatte 1929.* Die OrtZverwaltunn. Deutscher Transportarbeiter< Verband. Delegierte zur öttlichen Eeneralvettammlung der Bezirksverwaltung Groß- Berlin I Am Montag. den 17. Mai. abend? 7 Uhr, im Saal 4 deS KewerkschastShaufes, Engel- nser 14/15: Ordentliche Generalversammlung pro l. Quartal 1929. Tage». ordnung: 1. Mitteilungen; 2. iSelchästS-. Kassen- und Arbeit?nachweiSbettcht pro I. Quartal 1929: 3. Stellimgnabmc zur Beitragserhöhung; 4. Erledigung eingegangener Anträge; 5. Eeschäitliche?. Mitgliedsbuch und LegilimastonS» karten find am Eingang de? Saale? zur Abstempelung vorzulegen.— Handelsbilfsarbeiter und-arbeiterinnen au? der Leder- n. Lederwarenbranche(Handel u. Industrie). Montag, den 17. Mai. abend? 6'/. Uhr: Branchen-Beriammiung in Schul,' Fest-Saal. NmKönig?grnbenS. Taqe?ordnung: 1. Bettcht der Lobnkommiision über die stattaestmdenen Verhandlungen; 2. Branchen-Mgclegenheiten. Deutscher Metallarbeiterverband. Montag, 17. Mai, abend? 6'/, Uhr. Branibenvettammlung der Werkzeugmacher und Werkzeugschleiser in den Sovbiensälen, Sovbienstr. 17/18. Tagesordnung: 1. Bericht und Stellungnahme zum neuen Lohnabkommen. 2. Diskussion. 8. Branchen- angeleqenbeiten. Tent'cher Werkmeifter-Verband. BetriebSvertrauenSIeute und Obleute der Metallindustrie versammeln fich Dienstag, den 18. d M!S., nachm. 6 Ubr im Schultheiß, Reue Lakobstr. 24/25. Tagesordnung: Tarifvertrag.(Ausweis mitbringen.) Sämtliche Werkmeister im cklaSgroßhandel veriammeln fich Montag, den 17. d. MtS. nachm 5 Ubr im Bureau, Straiauer Str. 56 I. Sämtliche Werkmeister und technische Direktricen im Einzeibandei versammeln sich Dienstag, den 18. d. MtS., nachm. 7 Uhr im Bureau, Stralauer Straße 66. Zeniralberband der Zimmerer, Zahlstelle Berlin»nd Umgegend Dienstag, den 18. d. MtS., abends 6'/. Uhr, im GewettschaslShauS, Saall' Zahlstellenverlammlung. Zentralverband der Angestellten: Fachgruppe II(Holz- und Möbel-Jnduittte). Facharuppenoeiiammlung 19. Mai. 7 Uhr, Verbands- bureau, Belle-Allionce-stt. 7/19, Zimmer 13.(Der Eniwiirf de? neuen OttSstatittS.j— Fachgruppe 17(Hotel-, Cafe-, Restauration?» Angestellte). Oeffentiiche Versammlung 19. Mai, 7 Uhr, Zeit 4 in den Zelten. (Warum haben die Tarifnerbandlungen noch nicht begonnen»)— Jugendgruppe. Mitgiiederversammlung 19. Mai, 7 Uhr, Roten« tboler Hos, Roienthaler Sir. LI.— Funktionäre. Funktionärver« lammlvng Freitag, den LI. Mai, 7 Uhr, Prachtsäle Alt-Bettin, Blumen- strafe 10. Verein Arbeiterpresse. Am Dienstag. 18. Mai, nachmittags 5 Uhr. Mitgliederversammlung im KewerklchaslSbaus, Engel- us« 15, Saal 8. Tagesordnung: Berichterstattung über die Hauptver. sammlung. Bornahme einer Ersatzwahl zum Hauplvorstand. Mitgliedsbuch legitimier!. Steinsetzer n. Bg. Tarifbezirt Mrost-Veriin. Für sämtliche Betriebsräte und Betriebsobmänner findet am Mittwoch. den 19. Mai, abend? 7 Uhr, Danziger 93, bei Schletterbek, eine wichtige Sitzung statt. Wegen der schwierigen Verhältnisse in unserem Gewerbe und Slellungnabme zum Arbeitsnachweis ist es Pflicht eines jeden Betriebs- rates, zu erscheinen. Bund der technischen Angestellte» und Beamten, Bin. Norden 2. MonatSoersammIung am 17. Mai, 7'/, Uhr im Kl. SchuIIhciß, Kastanien- Allee 23. Berantw. für den redaktion. Teil: Erich ttuttucr, Tempelhof! für Anzeigen: Th. Sloike. Berlin. Verlag: Vorwürts-Verlag B. m. b. S.. Berlin. Druck: Vor. wärts-Buchdruckeret u. Berlaasanftalt Vaul einaer u. Co. Berlin Lindenitr. Z. _ HIcrzn 3 Bcilagen._ Levifsrrin»Tabletten für Schwache. Erschöpfte, körperlich und �eist«� IJeberarbeitete. Hervorragend begutachtet. —: Preis O.— in. Apotheken.:— Galenus Chemische Industrie, Frankfurt a. Main. Billige Angebote kariert oder glatt, lose Form, mit Gürtel........ 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