Nr.Se5.37.Iahrg. Bezugspreis: B-rtelfS'hrl. ZSÄ> Mr.. mono«. 8 R MI. frei ins Kaus. ooraus zahibar. Pofi- bejug: Monatlich 8,— Mit. exll. Zustellung sgebühr. Unter Kreuzband fitr Deutschland und Oesterreich-Ungarn lö,-~ MI, für das• übrige Ausland bei täglich einmal. Zustellung 2ü— M. Voltvestellungen neijnien an Dänemarl. lSollanb, lluremdurg, Schweden, Tschecho- Slowakei und die Schweiz, Eingetragen>n die Vost-Zeitunas- Preisliste. der„Voroäri?" mit der Eonniags- deilage �Zolk u. Zeit' erscheint wachen- aglich zweimal Sonntag- und Mon- tags einmal. Telegramm-Adreffe: �Sozialdemokrat Berlin» Morgen-Ausgabe P-G Oerlincr VolksblAtt (38 Pfennig) Anzeigenpreis: Die achigrspaltene Nonpareillezeil« kostelS.— M,Teiierung«zllschIagS0°/» Kleine Anzeigen-, das irtt- »edruilte Wort l,— St. l zulässig zwei settgedruckte Worte), iedes weitere Wort K0 Pfg. Stellengesuche an» Schlafstellenanzeigen dg« erste Wort Sb Psg. jedes weitere Wort<0 Pfg. Worte iider 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerunaszuichiag äv»/� Familien-Anzeige» süc Äbonncntr» Zeile i,— SÄ,, Politische und ge werkschaflllche Vereins»Anzeigen Mk. die geile ohne Aufschlag. Anzeigen siir di- n öich st e Nummer wüsten bi,» Ahr nachmittags im HanPtgeschäst, Perlin SW 68, Linden- strage 3, abgegeben werden,(tcofjnct von 9 Uhr früh bis S Uhr abend». Zentralorgan der sozialdemokratischen parte» Deutschlands Redaktion und Expedition: EW. öS» Liodenstr. 5. aernivrecher: Amt Morilivlntt, Str. ISllSli— tSl«7. Mittwoch, den Ä6. Mai 1VÄ0 vorwarts-verlag H.m.b. h., EW. öS, Lindenstr. Z. Feruivrccher: Amt Morittpln«, Str. 117 5S~54. Ms öer Werkstatt öer Reichsveröerber l. Wie Major Nicolai die Wahrheit hintertrieb. DuS den neu erschienenen Protokollen und Dokumenten jenes zweiten Untersuchungsausschusses der Na» tionalversammlung, der die durch den U-Boot-Krieg vorhin- derten Friedensniöglichkeiten zu prüfen hat, ist manches außerordentlich bemerkenswert. So die Verrnchinung des ehemaligen Militärattaches in Washington, Majors von Papen, der nach seiner Ausmeisur.g im Sommer IPIG nach Berlin zurückgekehrt war und den maßgebenden Stellen über die amerikanischen Verhältnisse eingehend Bericht erstattet lratte. Auf Grund seiner gründlichen Kenntnis>'r dortigen Lage hatte er den Chef des Generalsrobes des Feldheeres, Falkenhapn, dringend vor dem Abenleuer des mcksichtS- losen U-Boot-KriegeZ mit den Worten gewarnt: „Wenn es Mnen nicht yeling� Exzellenz, die Dereinigten Staate» aus der Koalitiou unserer Feinde herauszuhalten, da«»» habe» Tie den Krieg verlöre»; darüber kann gar kein Zloeifel bestehen. Die ungeheuren matcri- eilen und moralischen Mittel, über di« die Vereinigten Staaten verfügen, werden hier so wenig richtig einge- schätzt, daß eS nrir durchaus notwenidig erscheint, di« ö f f e n t- liche Meinung in ganz anderer Weise darüber aufzu- klären, als es bisher geschehen ist.... Im gleichen Sinn« habe ich Seiner Exzellenz dem Herrn Zteichskanzler und ebenso dem Herrn Staatssekretär v. Jagow vorgetragen. Ich darf dabei noch erwähnen, daß der Staatssekretär v. Jagow ausführte, es schiene ihm auf meinen Vortrag hin sehr angezeigt, die öffentliche Meinung durch die Presse it* diewr von UN« sü- r'chffg aebalirne» stlichtn-g c�wak uus'.n- kläre». Ich erklärte mich dazu bereit, nlit den Prejsever- tretern, die in Berlin aiüvesend waren, zu sprechen und ihnen einen Vortrag über unsere Auffassung und die Lage drüben zu halten. Dieser Vortrag, den der Herr Staatssekretär, glaube ich, sehr begrüßt hätte, hat nicht siattsiuden könne», weil der Herr Chef de? Scncralstabes auf Veranlassung de? Majors Nicolai(Chef der Nachrichtenabteilung) sein Einverständnis dazu nicht gegeben Hat.' Tem» die Herren Militär? im Versin mit den R«- bentlows und den S t i n n e s, mit den Alldeutschen und den Großindustriellen, wollten den U-Boot-Krieg und deshalb durfte das deutsche Volk die Wahrheit nicht erfahren, nämlich, daß alle, die Amerika aus eigener Anschauung kannten, z. B. B e r n st o r f f. H a n i e l. Albert, Papen, um nur einige Namen zu nennen, auf das bestimmteste versicherten, daß der rücksichtslose U-Boot- Krieg den Krieg mit Amerika, und angesichts dessen Hilfs- quellen den V e rl u st des Krieges sür Deutschland be- deutete. Heute aber wagen dieselben Leute, die das Volk systematisch betrogen haben, vom„D o l cb st o ß" zu reden. Oder sie verkriechen sich sogar hinter dieses Volk, dessen Un- glück sie verschuldet, mit der heuchlerischen Ausrede:„Das Volk und das Heer verlangten ja den U-Boot-Krieg!" Derselbe Oberstleutnant Nicolai, der Hauptmacher der amtlichen Lüge und der Verdunkelung, der durch das Zeugnis des Majors von Papen entlarvt wird, hat sogar die Stirn gehabt, jüngst ein Buch herauszugeben i „Nachrichtendienst, Presse und Lolksstimmung im Weltkrieg", in dun er alle Blärter, die die alldeutsch-militaristische An- nexionspolvtik nicht mitmachten, in der niedrigsten Weise verdächtigt. Neben der„Frankfurter Zeitung" und dem „Berliner Tageblatt" nehmen der„Vorwärts" und die gesamte sozialistische Provinzprcsse einen Ehrenplatz unter den von dem großen Organisator der Lüge und der Niederlage beschimpften Zeitungen ein. il. Tie Verschwörung zu Plich. Des weiteren veröffentlicht der Untersuchungsausschuß ein Protokoll über die Sitzung, die ain 8. Januar 1917 bei Hin den bürg im Hauptquartier �Schloß Pleß) stattfand und in der zwischen den Militärs der U-Boot-Krieg be- schlössen wurde, um den Widerstand des für den nächsten Tag erwarteten NeichSkv.nzle.rs B e t h m a n n zu brechen. Das in den Akten der Obersten Heeresleitung vorgefundene Dokument trägt den Vermerk„Ganz geheim. Von Hand zu Hand." Anwesend waren: Generalfeldmarschall v. Hindenburg, General Ludendorff, Oberst v. Bartenwersser, Admiral v. Holtzendorff, Ka- pitän zur See Großhoff. Wir lassen hier die wichtigste Stelle wörtlich folgen: v. Holtzendorff: Der Kanzler kommt morgen hier cm. Feldmorschall: Welche Schmerzen(!) hat er? v. Holtzendorff: Der Kanzler will sich die diplomatische Bor- bereitimg des uneingeschränkten U-Boot-KriegeZ vorbehalten, u m Amerika draußen zu halten. Er habe ihm gegenüber die Note über belvaffndie Dampfer als U-Boot-Falle bezeichnet, die den 5donflikt mit Amerika herbeiführen würde. Exz, Ludcndorff: Das hat der Krrnzlcr ja alleS gewußt. v. Holtzendorff: Das Auswärtige Amt meint, wen» Norö- amerika eingriffe, würde auch Südamerika in den Krieg eingreifen. Dann denken sie an die Zeit nach Friedensschluß. Feldmarschall: Erst müssen wir mal siegen. Eii. L»d«ch»eff: Die Bezeich.,., mg de- Not« über Abschießen bewaffneter Dampfer als U-Boot-Falle ist wieder cm SerzögerungS- versuch.(BethmannS. D. Red.) v. Holtzendorff: WaS tun wir, wen» der Kanzler nicht mit- macht? Feldmarschall: Das macht mir auch Kopfzerbrechen. v. Holtzendorff: Tann müssen Sie Kanzler werden. Feldmarschall: Nein, daS kann ich nicht und will ich � nicht. Ich kann nicht mit dem Reichstag verhandeln. v. Holtzendorff: Ich halte Bülow und Tirpitz wegen ihres Verhältnisse? zum Kaiser(also nicht etwa wegen ihres Verhält nisscS zum deutschen Voll! Die Red.) für ausgeschlossen. Exz. Ludcndorff: Ich würde dem Feldmarfchall nicht zureden, Feldmarschall: Ich kann im Reichstage nicht reden. Ich lehne och Wie ist rS mit Dallwitz?(!!!) Erz. Lubendorff: Ob er den U-Booi-Krieg überhaupt will? v. Holtzendorff: Ter Kanzler genießt im Auslände großes Ver trauen. Feldmarschall: Also wir halten zusammen. Es muß sein. Wir rechne» mit dem Kriege mit Amerika und haben all« Vor- bereitungen getroffen. Schlechter kann es nicht werden. Der Krieg muß mit allen Mrtteln abgekürzt werden. v. Holtzendorff: Seine Majrstät ist auch über Lage und Stim- mung im eigenen Volke nicht im Bilde. Exz. Ludcndorff: Daz stimmt.(!) v. Holtzendorff: Volk und Armee schreit nach dem unetnge- schränkten U-Boot-Krieg.(Siehe oben! Die Red.) Exz. Ludcndorff: TaS stimmt. v. Holtzendorff: Staatssekretär H e l f f e r i ch sagte zu mir: Ihr Weg führt zur Katastrophe. Ich erwiderte ihm: Die lassen vnS in di« Katastrophe treiben. Feldmarschall: Das stimmt. Di« Hauptsache für mich ist. eS ist keine Operation, die uns an anderer Stelle militärisch schwächt." Nittis neues Programm. Wie vorher— �friede und Versöhnung! Der„Avanti" meldet: DaS Programm der neuen Regierung »»ter dem Vorsitz von Nitti sieht in außenpolitischer Hinsicht eine raschen nd nachdrückliche Annäherung an Deutsch- and und Oesterreich vor, sowie die Wirderaafnahme geregelter Wirtschaftsbezichunge». In inucrpolitischer Hinsicht will Ritti der Arbeiterschaft cutgegenkommen. Blutige Kriegsfeier. AuS Anlast de? fünften Jahrestages des Eintritt? Italiens in den Weltkrieg haben in einigen Orten Zu sammcnstöste zwischen Sozialisten und N atioua listen stattgefunden. Im allgemeinen ist laut dem„Avanti" der Tag unter Gleichgültigkeit der Bevölkerung verlaufen. In Mailand seien keine anderen als nur einige Trauer- sahnen qusgchiingt worden.„P-Pvlo d'Jtalia" greift Nitli an, weil er uutcr dem Borwand, daß der gestrige Tag kein offizieller Feiertag sei. die Beflagguug der RrgierungSgebäude verboten habe. In Rom feierten Studenten den Jahrestag in der Nni- »crsität. Ein Zug zum Ouirinal wlirde von der Polizcitruppe aus- einandergctrieben, wobei von beiden Seite» geschossen wurde. Fünf.ÄönigSgardistcn sind tot. Im Publikum gab eS einen xoten und etwa vierzig Verwundete, darunter zehn sehr schwer. Die Aufregung in Rom ist sehr groß. Fast alle TageSblättrr er- klären, daß die Studenten unbewaffnet waren. Dir KönigSgardcn hätten sich, von Panik ergriffen, unterriuander beschossen. AnS Apulien werden schwer« Brotkrawalle gemeldet. Bei einem angeblichen Sturm auf daS Rathaus in Canossa erschossen Karabinieri drei Personen und verwundeten zwanzig. In mehreren Orten brachen ProtestfireilS au«. Ju Friaul streike» die Eisenbahner der große« Durchgangslinie nach Wien._ Der öopkott gegen Ungarn. Ab 13. Juni. Ter vom Internationalen Gewcrkschastsbund beschlossene Boykott gegen daS Ungarn des weißen Terrors soll uach dem Brüsseler„Pruple" am Ib. Jiuii beginnen, weun der weiße Terror bis dahin nicht aufgezebcn ist. ES handrlt sich brsouderS um daS Abschncidcn Ungarns vom Weltverkehr. Freigesprochen wurden in Straß bürg die angeblichen.neu- tralistischen Verschwörer" Köstler u. Gen. Dagegen»vurden Graf Rapp u. a. vor einigen Tagen in ihrer Abwesenheit verurteilt. China verhandelt nicht. Di« chinesische Regierung hat dem japanischen Botschafter in Peking die Antwort gegeben, daß sie da» Verlangen. Verhandlungen über die Schantungfrage einzuleiten, ablehne. China erscheint sein Recht auf Schantung nicht fraglich.> Hergt-Stresemann. Ein innerpolitischer Geheimvertrag. Der Geschästsfübrer der �Deutschen Volkspartei Kroschel ließ dieser Tage eine Schrift gegen die Deutsch- nationalen erscheinen. Er flog dafür auf der Stelle aus seiner Partei hinaus. Das parteioffiziöse Organ, die„National- liberale Korrespondenz", hat die Sache so dargestellt� als ob allen Parteimitgliedern, die fr icher anderen Parteien cmge- hörten, es verboten sei, diese anzugreisen. Kroschel habe das Verbot übertreten und sei deshalb entlassen worden. Tie „Nationalliberale Korrespondenz" hat in diesem Fall gelogen, iiidem sie mehr behauptete als wahr ist. Wahr ist. daß ein solches Verbot besteht; erlogen ist, daß es nach allen Seiten hin gilt. Die demokratischen Ueberläufer Wiemer, Mugdan, Schepp dürfen auf ihre frühere Partie schmipsen, soviel sie wollen. Wer aber auch nur ein Wort gegen die Deutscunauo- nalen sagt, der fliegt. Kroschel ist das Opfer eines Geheimvertroge; geworden, der zwischen der Deutschnationalen und der Deut- scheu Volkspartet abgeschlossen wurde. Man hat sich gegen- seitig verpflichtet, nicht gegeneinander, sondern nur gegen die links stehenden KoalitionSparteicn zu kämpfen. Es ist, wie wir erfahren, ein besonderer A n s s chu ß einge- setzt worden, der aus je zwei Abgeordneten beider Parteien und den beiderseitigen Geschäftsführern besteht, um die Aus- sührung dieses Abkommens zu überwachen. Der Ausschuß ist gehalten, sofort einzuschreiten, wenn irgendwo im Wahl- kämpf Reibereien zwischen den beiden„Schwesterpcrrteien" zu entstehen drohen. Kroschel war selber früher Deutschnationaler und hat der GcschäftZleitung der Deutschnationalen Volkpartei angehört. Durch den Sieg der k o n s c r v a t i v- a n t i- semitischen Richtung wurde er aus seiner Stellung hinausgedrängt und wandte sich nun der Deutschen Volk?- Partei zu, die er für eine„liberale Arbeiter- und Bürgel- Partei" ansah und von der aus er den Kampf gegen Reaktion und Rechtsputschismus führen zu können glaubte. Durch den Geheimvertrag wurde ihm aber auch hier ein Maulkorb vorgebunden. Man verlangte von ihm daS Versprechen, daß er nichts gegen die Deutsch nationalen per- öffentlichen werde und drohte ihm mit der sofortigen Eni- lassung. wenn er dieses Versprechen nicht abgebe. Da er da? Versprechen nicht abgab, sondern im Gegenteil seine Bro- schüre gegen die Deutschnationalen veröffentlichte, erfolgte sein sofortiger Hinauswurf. Geheinlverträge haben in der auswärtigen Politik der Völker eine so übel berüchtigte Rolle gespielt, daß sie durch die Völkerbundsakte verboten worden sind. Das ist ein R e st des Wilson-Programms, der im Friedensvertrag übrig blieb. Es scheint, wir brauchen ein Wilson-Programm mich in der inneren Politik, brauchen einen Schutz gegen das Sj�el, das die Rechtsparteien auf Grund von Geheirnverträgen mit dem deutschen Volke spielen. Fragt man einen Deutschen VolkSprnteiler in einer Wählerocrsammlung, was ihn von einem Deutschnationalen unterscheidet, so wird er prompt nach Anweisung antworten, daß die Deutsche Volkspartei eine liberale Partei sei. Die Wähler sollen an diesen Liberalismus, der ein geheimes Bündnis mit der äußersten Reaktion abgeschlossen hat, glatt- den und der Deutschen Volkspartei ihre Stimme geben. ohne zu ahnen, daß sie damit in der Wirkung genau dasselbe tun, als ob sie gleich deutschnational wählen würden. Immer inenii man den Deutschen Volksparteilern die Sünden der Rechtsparteien vorwirff, kann man sie mit einem gewissen Stolz sagen hören, daß sie ja keine Dentichnotionalen, sondern Deutsche Volkspaeteiler seien. So betrügt die Deutsche Volkspartet ihre eigenen Anhänger! Tie Deutsche Volkspartei hat sich jüngst sehr geschmock- voll selber mit einem R e n n st a l l'verglichen. In einer vo» ihr herausgegebenen Flugschrift wurde gesagt, daß der „S t a l k St rese m a n n" das Rennen machen werde, der benachbarte„Stall Hergt" werde ehrenvoll Zweiter sein. Um bei der Stallsprache� zu bleiben, sei eS rund berauS ge- sagt: Ter Stall Strescmann ist mit seinem ganzen lebenden Inventar, Wiemer, Mngdan, Schepp usw., von Hugo S t i n n e s aufgekauft und mit dem ihm gleich- falls gehörenden Stall Hergt vereinigt worden. Die Pferde beider Ställe erhalten ihr Futter aus demselben Magazin, das ganze Unternehmen wird von ein und derselben Clique finanziert. Damit ist wohl der s ch a m l o se st e» e t r n g a u f g e- deckt worden, der jemals an einem Volke versucht word'n ist. Di- kleinen Leute, Beamte. Händler, Kleinbauern, die veremzelten Arbeiter und Angestellten, die mif dielen Betrug himnfallen, sind ganz einfach bedauernswerte Opfer aeristt- ner politischer Bauernfänger. Deutschnationale Volkspartei und Deutsche Volkspartei sind nur Filialen ein und desselben politischen Ge- sch aste unternehmen?, das muß festgehalten werden sür alle Zeit, auch für die Zeit, in der würdtge deutsche und Zentrums-„Demokraten" uns sagen werden, sie wollten sich mit der Deutschen Volkspartei verbünden. Vex sich mit Stresomann verbündet, der verbündet sich mit Hcr�t, wer sich mit Hergt verbündet— das beweisen die Enthüllungen des von Genossen Heilmonn mit Hergt am 13. März gerührten Gesprächs— verbündet sich mit Kapp- Lüttwitz, mit der gewalttätigen blutrünstigen Reaktion. Mögen darum gewisse deutsche und ZentnimZ-,■Demokraten" dahin gehen, wohin ihr Herz sie zieht. Tie wirklich demo- kratisch empfindenden Wähler dieser Parteien werden den Weg in den Abgrund nicht mitgehen, wenn ihnen die Binde von den Augen genommen ist. Die reaktionäre Putschvorbereitung. Bcwnffuctc Banden nach Pommern. Tiner Nachricht der T.H. aus Stettin zufolge nehmen die Vor- veroitungen sik«ine neue Reaktion immer offen ficht- licherc Formen an. In den letzten Tagen sind wiederholt fleinerr Trupps rhmnligcr Soldaten nach Stettin gekommen, wo sie von einem Leutnant auf dein Bannchof empfange» wurden, um in die Provinz Pommern w c i t e rgc l e i t e t zu werden. Nach Aussage dieses Offiziers sollten die Leute, welche mit Handgranate« und Maschinengewrliren versehen waren, in Form von sogenannten ..Arbeitsgemeinschaften" auf die umliegenden Bauerngüter verteilt werden. Es bandelt sich hierbei namentlich um Ange- btnige obomaliger bayerischer Truppenkontingente. Nach AuS- sage von Mannschaften soll c? sich um etwa 70M Soldaten handeln, welche nach und nach nach Pommern und Ostpreußen abtrans- portiert werden. Nach einer weiteren Meldung der„Vossischen Zeitung" sind zwei Transporte von hcwasfnetrn Reichswehrsoldate», insgesamt 58 Mann, in Stettin festgenilmmen worden. Die Stettiner Sicherheitspolizei vcranlaßte die Entwaffnung und Entlassung der Mannschaften. » Die Vorgänge bilden einen kleinen, aber doch sehr bezeichnen- den Ausschnitt ans dem Werden und SBdrn der reaktionären G e s a m t v e r s ch w ö r u n g, deren Zusarnmenbänge wir in un- serer DienÄag-Morgennummer auszeichneten. Natürlich sucht die rechtsbolschewistische Presse unsere Darstellung, obwohl wir die absolute Zuverlässigkeit unserer Quelle betonten, als Hirngespinste und Wahlerfindungen hinzustellen. Irgendein Ableger der angeb- lich„in Abbau" befindlichen militärischen Nachrichtenstellen teilte auch reaktionsbeslissen dein„Lokalanzciger" mit, daß unsere Nach- richten„stark übertrieben" seien. Dagegen schreibt die vorläufig noch offiziöse„Deutsche Allgemeine Zeitung": Im heutigen„Vorwärts" befindet sich eine längere Darstel- kung, in der ans die Gefahr eines neuen Pntscheö von rechts aufmxvkürm gemacht und des näheren anogcsührt wird, daß im Falle eines reaktionären PutscheS sowohl die Freikorps wie auch die Rcichsoivebr sich passiv verhalten und gewissermaßen einen Militär streik durchführen wollten. Hierzu wird von zuständiger Seite erklärt, daß die Befürchtungen nicht ohne Grund sind. Im übrigen ist diese Bestätigung nicht mehr rüstig, denn die durch und durch rechwbolschcwistisckie„Deutsche Zeitung" bestätigt mit der ihr eigenen Dreistigkeit halb und halb, unsere Angaben, in- dem sie schreibt: Daß derartige Erwägungen namentlich in militärischen Kreisen stattfinden, halten wir durchaus für selbstverständlich, und wir halten es weiter auch für selbstverständlich, daß man sich in bürgerlichen Kreisen mit der Frage beschäftigt, wie man sich ' gegen den zu erwartenden■ roten Terror a m V e st e n schützen • kann, denn daß von der derzeitigen Regierung ein ausreichender Schutz nicht mit Sicherheit erwartet werden kann, haben nament- -.'ich die Vorgänge im Ruhrgebiet ja nur allzu deutlich gezeigt. Es ist nur merkwürdig, daß die Pläne zum„Schutze" vor dem Bolschewismus darin gipfeln, einem etwaigen bolschewistischen Auf- stand zunächst m ö g l i ch st große Ausdehnung zu ver- schaffen. Und eS ist ferner merkwürdig, daß die Oisizier«, die nach der„Deutschen Zeitung" die„gründlichste Niederwerfung" des bolschewisttschcn PutscheS beraten, in Verkleidung daö mitteldeutsche Industriegebiet bereisen und die Linksradikalen zum Losschlagen aufzustacheln suchen! Das eröroffdte Kins. Von Martin F c u ch vw a n g e r. Die Stadt Halle besitzt drei große Äinos und 11 kleine. Diese 14 Hänser fassen zusammen ungcsäbr 7000 Menschen. Tie KmoS pfleaen nachmittags um 4 Uhr mit ihren Vorstellungen zu beginnen und" wenn die Polizeistunde schlägt, um 11 Uhr. ergießt sich der Strom der Kinobesucher aus die Straße. 14 000 Menschen von den '200 000 Einwohnern der Stadt pflegten täglich ihren Mldungs- Hunger und ihren Unterhaltungsdurst im Kinematograpbentbcater zu stillen. Tic Stadt Halle aber, deren Finanznöte einen Hund crbgxmcn können, beschloß,' aus den Kino? und ihrer Beliebtheit Vorteil zu ziehen. Sie fetzte eine hohe Kmosteuer fest. Vom 3. Mai an wur- den aus jede Eintrittskarte 40 bis?0 Proz. als städtische Lustbar- keuLsteuer erhoben. So kostet seitdem ein Logensid 7 M. Wer wird für«inen Kinobesuch? M. zahlen? fragt man in Halle. Ne, sagte man, wenn das so teuer ist, dann verzichte ich aufs Kino. Kein Mensch mehr geht ins Kirio, hieß eS. Tie Kinos sind gähnend leer. Gewiß sind der Kunstwcrt und die Kulturbedeutung des Films nicht eitnvandrrei, aber immerhin..., sagte man. Un- erhört, sagte man, wie die Stadt die Kinos erdrosselt. Unerhört, sagte mari, wie man den Kinobesivern und den Angestellten zusetzt. To hat man uns glücklich auch das Kino genommen, sagte man. Nicht einmal das kleine harmlose Vergnügen gönnt man uns. Da kain das Ereignis: Die Kinobesitzer gaben bekannt, oaß sie unter diesen Umständen nicht mehr epistieren könnten. Die Steuer erdrossele das Kino. Sie hatten beschlossen, die Pforten ihrer In- stitut« ab 1. Juni zu schließen. Das zweite Ereignis: Die Kinobesitzer kündigten ihren samt- lieben Angestellten ab 31. Mai. Der Schrei der Empörung schwoll in? Mastlose an: DaS. zwei- stunden Menschen wirft die Stadt auf die Straße? Von rechts nach links eine Stimme: Tie Kinosteuer muß herabgesetzt werden! Schlviinigst wurde die Angelegenheit ans die Tagesordnung der Stadrvcrardnetensitzung gesetzt. Kinobesitzer und Kinoangestellte legten der Stadtverordnetenversammlui�, ihre Eingaben vor, die Unabhängigen und die Teutschdcmokratcn stellten Anträge auf schleunige Revision der Steuersätze. Da kam der Stadtrat Wurm. Er hatte sich in aller Stille statistisches Material gesammelt. Er erzählte, daß am 3. Mai, am Tage des Inkrafttretens der Steuer, die drei großen Kinos zu- kämmen 3488 Besucher gehabt hatten, am IS. Nim 3851 Besucber Ttib am 10. Mai, am Tag vor der Stadtverordactensitzung. 4715 Be- suchcr.„Wenn die Herren Besitzer." fuhr erfort.„die Kinos still- liegen lassen, dann machen wir Wob nungen daraus und richten stc zu M asi« n a u a r t i e r e n her." Die Stadtverordneten waren ivrachlos. Im Zlugenblick wendete sich daS Matt.„Kommunalisieren?" rief ein Stadtverordneter.„Wenn die Herren wirklich ncht wieder auftr.achen, dann können wir ja ohne weitere? kommunalisieren."—„Ein großer Teil von den Kino? bietet soim-so nur Schund, so daß man sich freuen muß, ivenn die Kino? dauernd die Pforten geschlossen haben." Lrianö unü üer öeutsche Generalstreik. Das gesamte reaktionäre Demschland heuchelt über den durck da-Z Rapp-Lüttwitzsc&e Verbrechen entfesselten General st reik eine tiefe sittliche Entrüstung vor. Herr Helfferich hat in seiner Hannoverschen Progrommrede von dem„gottlos prokla- miertcn General st reik" gesprochen und sämtliche Esel aus den Ställen Strcscmann und Hergt schreien eS ihm nach. Wie ganz anders die denkenden Köpfe im Auslände über diese siegreiche Massenbewegung des deutschen Proletariats urteilen und welchen großartigen Eindrack die erfolgreiche Abwehr des deutsckmationalen PutscheS durch die deutsche Arbeiterklasie auf die gesamte demokratische Welt gemacht hat, zeigt folgender Zwischenfall, der sich in der Sitzung der französischen Kammer vom 18. Mai anläßlich der Debatte über den gescheiterten französischen Generalstreik abgespielt hat. Der anti- semitische royalistische Abgeordnete Leon Daudet hatte versucht, dem ehemaligen und künftigen Ministerpräsidenten A r i st i d e B r i a n d aus einer«instigen Rede, die dieser im Jahre 18SS, als er noch Sozialist war, auf einem Parteitag für die Idee des Generalstreiks gehalten hatte, einen Strick zu drehen. Da unter- brach ihn Briand und zilierte selbst seine Rede: „Am Tage, an dem Eure Organisation soweit entwickelt lein wird, daß sie nicht allein Handarbeiter, sondern auch alle Schaffen- den einbeziehen wird, dann werdet Ihr die reale und die legale Macht besitzen, lind an dem Tage, an dem man Euch die öffeut- lichen Freiheiten raube« wollte, dann würdet Ihr ein macht- volles, ein unwider st ehlichcs Mittel zu deren Ver- teidigung besitzen." Dieses Mittel, Herr Daudet, ist soeben in e'mem Nachtarland angewandt worden.... de Magallon(Royalists: Da? ist nicht die Frage. Briand: Doch, niein Herr! ... in einem Nachbarlande, wo einige Söldner gehofft hatten, an der Spitze einer Armee Freiheitskcime zu zertreten.(Beifall ans der äußersten Linken und auf dem Teil der Linken. Lärm rechts.! Leon Dandet(Noyalists: Ovo! Paul Boiicour(Sozialist): Wir werden vielleicht eines Tages gezwungen sein, fyiS gleiche gegen Sie(sich an die Rechte wen- dend) zu unternehmen. Briand: Es hat sich eine Regierung gefunden, um an die Arbeiterorganisationen ziO appellieren, welche, indcni sie ihre Streitkräfte in den Dienst der öffentlichen Freiheiten stellten, es erreichten, daß die Diktatoren sich gezwungen sahen, ihre Pläne fallen zu lassen." Briand, der seine sozialistische Vergangenheit dcrleugilete und als Ministerpräsideilt vor de», Kriege gegen die Arbeiterschaft regierte, ist ebensowenig unser Freund, wie der unserer französischen Genossen. Aber seine Anerkennung der weit- geschichtlichen Bedeutung der Massenbewegung des deut- schen Proletariats gegen die deuischnationolen Hochverräter erfüllt uns um so mehr mit G e n u g t u u n g. als die Kopp und Lüttwitz und ihr deutschnationaler Anhang Verleidiger nur auf den Bänken der schwärzesten, monarchistisÄ-antisemitischen Reak- tion in Frankreich finden. Nichts ist übrigens logischer: die „Actio» Francaise" und die„Deutsche Zeitung", die Daudet, Wulle, Magallon, Brubn, sie sind alle K i n d c r e i n e S selben Geistes! Das Mgsbot öer hunöert Milliaröen. Es stammt vo» einem Hausgenossen Rcventlows! Graf R c v c n t l o w, dieser große Mitschuldige am Verlust des Krieges, dieser Ileberannexiomst, der mit„einem Gefühl der Erleildlcrung" den Bruch mit Amerika begrüßte, greift in der Pfingstnuinincr der„Deutschen Tageszeitung" den„Vorwärts" an- läßlich seines Kommentars zum Rücktritt PoincareS an. Wir hatten ttänilich geschrieben, daß die„tatsächliche Grenze des Könnens die deutsche Frikdensdelegation selbst angegeben haben dürfte, als sie im vorigen Jahrs in ihrem Gegenvorschläge eine Gesamtsumme von hundert Milliarden als Entschädigung anbot". Revent« low bewundert unsere„edle Freigebigkeit auf Kosten dcS deutschen Volkes und seiner Zukunft". Herr Reveutlow ist nämlich gegen Die Aniräge auf Revision der Sätze wurden mit allen gegen 5 Stimmen abgelehnt. Die armen«rdrosicUen Kinobesitzer aber 'dürfen sich vorläufig nicht aus der Straße blicken lassen. Tckinlsormen. Unsere wirtschaftliche Not wird in d'n kommen- den Iabren die. ftcie BerufswabI für die Jugend stark beschränken. Jitdiistrie, Handel und die künstlerischen Berufe werden die Menge der Menschen, die ihnen dienten, in den nächsten Iahren nicht er« nähren können; Millionen arbeitswilliger Hände werden feiern müssen, wenn ihnen nicht neue Felder der Betätigung eröffnet werden. Ein Beruf aber, vor allem der Ackerbau und die Land- tvirtschaft, wird imstande sein, noch einer großen Zahl von Men- schen ein auskömmliches Dasein zu biete», sofern sie nur die nötigen Kenntnisse sich verschaffen. Um unserer Jugend diese Kenntnisse zu vermitteln, uät Prof. Ludwig G u r l> t t in der Zeitschrift„Die Technik in der Landwirtschaft" zur Errichtung von Schulsarmen. Gurlitt schlägt vor, jede Schule, wo es nur irgend gebt, zu verbinden mit einem Stück Land und dieses als Erziehungsfetd und Bebau- ungöflächc der Schule mit der Bestimmung zu überweisen, daß Schüler und Schülerinnen in der Pflege dieser Farm unterrichtet werden sollen. Diese Schxulscrrm soll in mehrere Stufen gegliedert werden, in denen die Kinder, je nach ihrem Alter in die landwirt- schaftliche» und gärtnerischen Betätigungen eingeführt werden sollen. Der Unterricht soll zuerst gemeinsam erteilt werden. Erst in den späteren Stufen erfolgt die Trennung der Geschlechter. Dann erhalten die Mädchen HanSha>t.ii.ngSilnterricht und?hi§b!l- dung in allen weiblickien Handfertigkeiten. Behandlung von Wolle. Leinen, Hanf, Korbflechten usw.; auch Gartenkultur, vornehmlich Blumenzucht, soll ihnen gelehrt werden. Auch die Kleintierzucht tväre zu üben— diese vornehmlich für die Knaben—, es kommt dabei vor allem Bienen-, Geflügel- und Kaninchenzucht in Betracht. Man bat unserer Schulerziehnng so oft jede Ertüchtigung für daS praktische Leben abgesprochen. Dieser Vorwurf könnte durch die neue Schulsarmerziehnng wirksam ei'EräHet werden._ Der Gedanke GurlittS ist praktisch schon aiiigegriften worden. Die..Gesellschaft für neue Erziehung" in München hat es sich in der Kommission für Siedlungsmeien zur Aufgabe gemacht, den Ge- danken der Schulsarm zu wvdern. Auch eine Slabtgemeinde, der Magistrat der baverischen Stadt Schweinfurt, hat schon den ersten Versuch mit der Schulfarm unternommen. Die fettlose Diät. Da das Problem, ob und bis zu welchem Grade die menschliche Nahrung des Fettgehalt» entbehren kann, beute mcbr denn je im Vordergrund steht, bat der bekannte dänisch: Forscher Dr. HindHeds auck in dieser Hinsicht neue Untersuchungen angestellt. Die Versuche bestanden darin, daß zwei Versuchsper- sonen sich volle sechzehn Monat« lang von fast gänzlich fettsteier Nahrung, und zwar von Brot, Kartoffeln..Kahl, Rhabarber und Aepseln ernährten. Während man nun früher als Minimum des täglichen Fettbedarfs des Menschen mindestens 40 bis 50 Gramm Fetzt forderte, behxug die vom Körper der beiden Personen im Tag verwertete Fettmcngc nur 2,1 bis 2,3 Gramm; gleichmohl befanden sich die Beiden stets bei so guter Gesundheit, daß die Versuche sogar noch weiter fortgesetzt werden konnten. Die genannte fett- arme Nahrung enthielt, wie die„Naturwisienschaflen" darlegen, sede Entschädigungssumme. Er hat zum guten Teil den Verlust deS Krieges und den Frieden pon Versailles auf dem Gewissen, und nun, Ivo andere den Konkurs verwalten müssen, den e r ver- schuldet hat, überflutet er diese mit Hohn und Schmähungen. In manch einem anderen Lande würde ein Reventlow längst politisch erledigt sein, hier lebt er noch und leitartikelt außerdem fast täglich mit einer ivomöglich noch schlimmeren Unverfrorenheit als in der„großen Zeit", in der er der politische Ratgeber der Ludendorff und Tirpitz sein durfte. Reventlow bezeichnet diesen erwähnten Gegenvorschlag der deutschen Friedensdelegation als„unverantwortlich hoch gegriffen" und bei weitem die deutsche Leistungsfähigkeit über- steigend. Er fügt hinzu:„Eine Summe deutscherseits überhaupt anzubiete»,' war gleichfals unverantwortlich und in seiner Kurzsichtigkeit unbegreiflich. Hätte jene deutsche Tele- gation damals nicht hundert Milliarden angeboten, so würden die Feinde jetzt nicht hundertzwanzig Milliarden fordern." Reventlow, der über alle Fragen schreibt, weil er von keiner etwas versieht, weiß natürlich viel bester als sämtliche Finanz- und sonstigen Sachverständigen der deutschen Delegation darüber Be- scheid, was Deutschland leisten kann. Aber richtig! In der deutschen Finanzdelegation saßen ja die Demokraten Warburg und M e I ch i or. Ein neuer Beweis da« für, daß die Juden Deutschland verraten und verkauft haben! Verzeihung! Ein hervorragendes Mitglied dieser Finanzdele- gation und der eigentliche Schöpfer des Hnndert-Milli- arden-GegenvorschlageS war ein Direktor der Deutschen Bank — jener Bank, besten früherer Direktor auch Dr. Helfferich war und aus deren AufsichtSrat Herr Kapp erst nach der Nieder- Weisung deö MärzpuischcS austrat. Dieser Direktor beißt Dr. von S t a u ß. Dr. von Staust ist Spitzenkandidat der Deutschen Bvlkspartei im Wahlkreis Württemberg. Er wohnt also„in demselben Hause", wie Herr Reventlow. Danach hat der V o l k S p a r t e i l e r Dr. von Stauß mit den Juden zusammen das deutsche Volk verkaust und verraten. Der Geheimbund Hergt-Stresemann muß den Reventlow schleunigst an die Kandare nehmen, damit er seine Blockbrüder nicht weiter so bösartig beschuldigt._ Sozialdemokratischen Frauenprotest gegen Luise Zictz. Eine Ver- saimitlmig der iozialdemokrauichen Frauen des Gesundbrunnen- viertels in der Schnlaula Graunstraße, Ivo unsere Kandidatin Ge- nossi» Böhm- Schuch referierte, brachte einen großen Erfolg. An- häitgerinncn der ll. S. P. suchten durch Lachen und Zwischen- rufe ansang« die eindrucksvollen Ausführungen der Refcrentin zu stören, Hollen sich aber eine so gründliche Abfuhr, daß sie dann nicht einmal den Mut fanden, in der Diskussion ihren Widersprucb zu begründen. Gegen eine einzige Stimme wurde dann eine durch Genossin Köhn eingebrachte Resolution angenommen, die schärfsten Protest dagegen erhebt, daß die unab- hängige Abgeordnete Frau Luise Zietz in der Nationalversammlung das Verhalten der schwarzen BesatzungStruppen zu rechtfertigen versucht und deutsche Soldaten mit diesen auf eine Stufe gestellt hat. Die Neuordnung im RcichSwrrministeriu« tritt am 1. Juni in Kraft. Chef der Heeresleitung ist Generalmajor v. Geeckt. Generalquartienneister Generalmajor von Feld mann, Chef der Admiralitär Konteradmiral Michaelis. Der dem Neilbs- wehnniitisterium auf Wunsch der Nationalversammlung kommissarisch zugeteilte parlonienlarisckie Staatssekretär leitet gesondert die ge- samte Untersuchung sämtlicher mit den M ä r z e r e i g n i f s e n zu- sammenhängeitden Vorgänge� Sozialdemokratische Landrätc in Schlesien. GcnostenschaftS- sckrelär Weele in Breslau, Mitglied der Preußischen Landes- versanimlung. wurde zum Landrar in Strehlen, Gewerkschafts- sekrelär S« i b o I d zum Landrat in Nimplsch ernannt. Für den Landratsposten von Freystadt wurde der Genostc Dietrich in Aussicht genommen. Ddcrft Bauer in Budapest? Nach Meldungen der„Voss. Ztg." ioll Oberst Bauer sich in Budapest befinden und dort in seinem Sinne wirken. Wir glauben ichon, daß die Horthy und Genosten diesen Mann mit offenen Armen aufnehmen. — i>——i u i i— iJ allerdings ziemlich viel Eiweiß, indem die tägliche. Eiweißzufuhr im Durchschnitt 91,68 Gramm betrug. Indessen zeigte ein an» derer Versuck, daß da» Feit auch bei einer durckschnitrlichen Ei- weißmcnge von nur 67 Gramm gut entbehrt«erden kannte. Tie Erscheinung, daß selbst bei fast gänzlich fettloser Ernäh- cung die Gesundheit nicht leidet, findet nun in erster Linie ihre Erklärung darin, daß die in der Nahrung enthaltenen Kohlehydrate das Fett vertreten oder zu ersetzen vermögen. Fett an iick ist nickt unentbehrlich, dock die nach den Untersuchungen der jüngsten Feit im Feit festgestellten Vitaminen sind es. die der menschliche Kör- per zu seiner Nabrung bedarf. Nimmt man Nahrung ans, die, diese Vitamine ebenfalls in der erforderüchen Menge enthält, wie z. D. frisches Gemüse und Obst, so kann man auck ohne Fett dem Körper die von ihm benötigten Vitaminen zuführen und somit alsrn auch bei fettarmer Nahrung vollständig gesund b''rben. Ter Wirtschaftliche Verband bildender Künstler Berlin wird durch seinen Vorsitzenden Otto Marcus im ReichSwirl- schastSrat vertreten sein. Der ziveit« Vertreter dieser Gruppe wird von dem gleichartigen Münchener Verband bestellt. Der Mi- nister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung erklärte sich in einem Ichreiben an den WirtschaftSverband Berlin bereit, in allen wichtigen wirtschaftlichen Angelegenheiten der bildenden Kunst dem Wirtschaftlichen Verband bildender Künstler in erster Reihe Ge- legenheit zur Acußerung zu geben. Sexualität und Weltkrieg. Aus den Men des Innsbrucker Landgerichts ergibt sich, wie Prof. Duck in der„Zeitschrift für Sexualwissenschaft" berichtet, ein ganz auffälliger Rückgang von Sexualverbrechen in de,, Iahren 1013 bis 1918. Man möchte aniiebmen, daß die Mehrzahl der in Frage kommenden Per- sonen zum Militärdienst eingezogen war; dagegen spricht die Tat- fache, daß auch in Friedenszesten die weitaus größte Zahl der betr. Angeklagten unter 18 oder über 40 Jahre alt war. also für Militärdienst wenig in Frage kam T-ie Gründe d-eieS Rückganges dürften zunächst in der Einschränkung der Erzeugtnrg alZoholischer Getränke, deren geringem Alkoholgehalt und ihrer Verteuerung liegen. Weiter braw-ie es. ganz beionder» auf dem Lande, der Männcrmangel mit sich, daß guck für sonst umgecignete Männer die Aussichten wuchsen, eine willfährige Partnerin zu finden; ferner aber ist es möglich, daß auch die nach und nach ziemlich weit, gebend« NahrungSmitteleinschränkung. besonders an Eiweißstoften, mit wicksam gewesen fst. Jedenfalls ist nicht zu bestreiten, daß nach dem Zusammenbruch und ganz besonder« mit dem wieder ein- setzenden reichlicheren Alkobolaenuß auch die Terualons schrei tun- gen wieder in Zunahme begriffen stnd. Vertreter der bildenden Künstler>m Reichswirtschnftsrat wird neben dem schon genannten Berliner Maler Marcus der Mün- chcner Maler Rudolf Gönner fein. <»i«en Ncgcr-?lbc»d veraniuiltct am DonnerStaz, abends 8 Uhr. ilritz.d>-ilman» in der Kaifer-Wilbetm-Gedächtniskirche.'AÜlmirfen werden: Llifabetb Ohlbofh Karl und.�ernin Reix. iowie der Bach-Verein. tWitviiierS Drama„Die Gewaltloien", datz den Fünftaulcndmark- Preis.de» jungen Teutschland- erhielt, ist im Verlag von®. Kieperheuer in Potsdam-richien-n. Georg Jarno, der ersolgxziche Operettenkompomlt, ist in BreSIan, S2 Lahre alt, gestorben. Hr. 265 ❖ 37. Jahrgang Seilage des Vorwärts Mittwoch, 26. Mal 7626 Mf jede Stimme kommt es an V V T Werbt zum b.�uni für sie S.P.D.! j j Mrbeiterjugenö, heraus! Cin Wort a« unsere jungen Mitstreiter. Die NdtuwaldersamBilüng, die un9 die Verfassung der jungen, deutschen Republik gab und durck dieses Werk den Grundstein für «ine sozialistische Znkunfr legte, hat am 21. Mai ihre letzte Tagung «bgchalten. Der 6. Juni ist der Tag der Neuwahlen! Der K. Juni wird entscheiden, ob in den ersten Reichstag de? freien Lolksstaats eine sozialistische Mehrheit einziehen wird oder nicht. Er wird entscheiden, ob in daS neue Parlament wahre, aufrichtige und»ndesiechliche Vertreter der VolkSinter- essen oder Vertreter der kapitalistischen Kreise einziehen. denen alleS andere näher als das Wohl deSVolkeS liegt. Ihrklrbeiterjungen und-Mädel! Der S. Juni entscheidet über eure Zukunft, über euer Wohl- oder NichtWohl- ergehen! Der neue Reichstag wird als eine der ersten Aufgaben da? Jugendschutzqesetz beraten und beschließen. Euch kann «S nicht gleichgültig sein, ob ihr weiter im Dienste deS AapitalS ohne Recht und Schutz, jeder Ausbeutung preisgegeben, frohnen sollt oder ob euch Schutz und auch Mitbestimmungsrecht zugesichert wird! Denkt daran, daß ihr den Segen oder Unsegen der Parlamentsarbeit de? neuen VolksSauseS erniet! Wohl— ihr dürft selbst noch nicht wählen, obwohl fich so mancher, so manche Kollegin unter euch reif zu eigenem Urteil fühlt, denn ihr kennt als arbeitende Menschen da? Leben und seid euch eurer Klassenlage bewußt I Aber einS könnt ihr: Mit- helfen bei den vorbereitenden Wahlarbeiten. So tut eS auch! h-lftmitbei der Flugblait« und Stimmzettel- Verbreitung! Arbeiterjugend! Du weißt, daß dir eine bessere Zukunft nur erblüht. wenn der Sozialismus triumphiert! Darum helfe bei den Wahlen, für den Sieg der sozialistischen Ideen zu werben und zu wirken! Tritt offen für deine Ueberzeugung ein. Ihr Arbeiterjungen und-Mädel! Ihr kennt als mitten im Sturm des Lebens stehende Menschen die Dornen und die Ge- fahren, ihr kennt die gewaltigen, sich riesig türmenden H i n d e r- niss«, die sich dem vorwärts. drängenden Kampfe entgegenstellen. Ihr habt euch klaren Kopfes losgesagt von den Worthelden in den Reihen der Kommunisten und Unabhängigen. Helft«nermüdlich mrt bei der Wahl- und Werbe- arbeit für die Sozialdemokratische Partei! Wahlkampf-Literatur. Der O-ißhunyer um' er er Genossinnen und Genossen nach Nahlliteratur ist kaum zu befriedigen. DaS Sozialdem» kratische Handbuch iür R e i ch Z t a gS wä h l« r, daZ in größerer Auflage hergestellt wurde, ist vergriffen, eS muß noch eine zweite Auflag« veranstaltet werden. Neben zahlreichen sylug- blättern, die der Purteivorftand am die BezirZssekretariate gesandt hat, haben die Partergenossen unh Genossinnen vieler Orte und Bezirks selbständige Nugblätter herausgegeben. So sind alle Ve- bürfnrsfe nach lokaler Förderung wie nach Berücksichtigung von Berufen befriedigt worden. Für die Kranen aller Beruf« sind Flugblätter gedruckt worden, für die Hausangestellten ebenso Ivie für die geistigen Arbeiterinnen. Unsere Parteipresse bringt zahlreiche Artikel, die zu Flugblättern weiterverarbcitet werden können. Bild- und Schriftplakate sind gloichrallZ in Vor. bereitung. so daß sie vor dem Wählinge das Auge jedes zur und von der Arbeit Schreitenden auf sich lenken werben. Unsere Par- teiliteratur wird nun überall sehr stark verlangt, rnanthe Schriften sind gerade wegen der starken Bestellungen während der jetzigen Wahlperiode völlig vergriffen. Einige besondere Broschüren sind auch enchienen, so im Verlags der Buchhandlung Vorwärts eine sehr treffliche Schrift von Kurt Heinig:„Die große Aus- Achtung! Wähler! Heute, Mittwoch, den?(3. Mai: Wähler- Versammlungen. Steglitz. Aula der Oberrealschule, Eliseustraße. Referent: Genosse Franz Krüger. Niederschönhausen. Aula des LhzeumS, Kaiser- Wilhelm- Straße- Reierentin: Genossin Marie I u ist a c z. Tempelhof. Lstzeum, Germaniastr. 4/Z. Referent: Genosse Karl W e r m u r h. Friedenau. Hochmutb-GymnasiNm, Hvchmuthstraße. Referent: Ge- nosse D r. L ö w e. MahlSdvrf a. d Ostbahn. Ander? Festsäle. Ref.: Gen. Dr. Zechlin. Eichioaldc. Buchholtz, Inhaber Gnauer. Ref.: Gen. Tb. Ka b e l i tz. Niederschöneweide. Aula der Gemeindeschule, Berliner Straße. Referent: Genosie K u n n e r. KanlZdvrf. Turnhalle, Adolfftraße. Ref.: Gen. von Harnack. Dahlem. Schilling. Königin-Luis«- Str. Ref.: Gen. Karl 35 ü ck e. Reinickeiidors-Oft. Bürgeraarten, Hauptstr. t. Ret.: Gen. Hetzschold. Nowawe«. Deutsche Festsäle. Wilhelm-, Ecke Friedrichstraße. Ref.: Genosse Eduard B e r n st e i n. Neukölln. Kindl-Brauerei, Herrmannstr. Ref.; Gen. Johann Haß. Hoben sto Ilsen- Säle. Koltbiisser Damm 76. Lichterfelde, issealgymnafium, Drakcsir. Ref.: Gen. LauiS B r u n n e r. « Charlottcnburg. 7 Ubr drei große öffsnilick« Volksversammlungen: SicmenS-Oberrealschule. Sckloßstr. 26: Hindenburg-Realschnle. Guerickestr. 32: 36. Gemeindeichule, Wiebestraße. NeueS Ufer. Thema:„Die politiichen Parteien und die Wahlen!' Referenten: Lehrer Raschke, Lehrerin Fräulein Sobota, Rektor Küb«. �* Oeffentkichc Frauen- Versammlungen. Heute, abendö 7'/, Uhr: AndrenSftr. 1. Schulaula. Ref.: Gen. Bohm-Schuefi lM. d. N.) Töpenick. Stadttbeater, Alter Markt. Referenlin: Genossin Gertrud Hanna lM. d. P. L.). rede von der erdolchten Front", wo am drr Hand von Zitaten auS den Werken der KrkgSgötter und ihrer Betrunderer festgestellt wird, daß die unselige GroßmannSsuchi der Militärs, ihr Hasardspiel mit dem Leben und mit dem Glück des deutschen Volke», ibr politisches Unvermögen und die Feigheit der bürger- lachen Staatsmänner, nicht ober die Revolution an dem Zusam- menbruch schuldig sind. Eine kürzer« Schrift von einem ehemaligen Offizier:„D i q Schuldigen an Deutschlands Elend" weist im beson- deren die Verantwortung der. Annexionisten an der langen Dauer de§ Krieges, an der UnVersöhnlichkeit der Feinde, an der Unmög- lichkeit des Berständigungsfriedens nach. Di« Zitate aus den Reden und Schriften der Annexionisten können in der Wahlbewcgung gegen die Stresemann und Fuhrmann, gegen die mehr oder minder ver- kappten Dtonarchisten und Kappisten, gegen die schtecht umgekleideten Alldeutschen und VarerlandSparteiler die besw» Dienste leisten. Die Vorgänge vom 13. März und die ihnen folgenden Ereig- nisse werden in einer vom Genossen Franz Krüger verfaßte:, Schrift:„Diktatur oder V o I k s h« r r s ch a f t?" einer auZ- führlichcn Betrachtung unterzogen. Obgleich eine große Menge von Einzelheiten über da? Verbrechen der Berliner Usurpatoren bisher . in die O-effentlichkeit gedrungen war, so muß doch diese zusammen» fassende Darstellung deshalb besonders begrüßt werden, weil sie von einem Parteigenossen herrührt, der selbst mit dabei gewesen ist und in vorderster Front gegen die Kappverbrecher gekämpft hat. Die sachliche Darstellung schildert nn einzelnen die Verhandlungen zwischen den sozialistischen Parteien sowie das Verhalten der Ge- wc-lthaber in Berlin rntd die Ausstrahlung-' n des Gcwalt-rkteS ine Reich. Die Mitteilung der Proklamationen der einzelnen Parteien, insbesondere der Deurschiiationalen und der Deutschen VolkSpartri lassen die Schrift als AgitationSmittel für den Wahltampf außer- ordeirttick geeignet erscheinen. Zwei Broschüren wenden sich gegen die U. S. P., die sich weigert, nur den Kampf gegen die Gegenrevolutionäre zu führen. Die Schrift„W ir und die U. S. P." zeigt den Arbeitern die U. S. P., wie sie tatsächlich ist. S-e erweist, wie unberechtigt diq Vorwürfe dieser P-rrteizetsplitierer gegen nnS � sind. Die. Tat- fachen, die in dieser Schrift aneinandergereiht sind, müssen jeden Arbeitet überzeugen, daß die. Politif der 11. S. P 8»« sehr großspurig und hemmungslos ist, daß sie aber leider nicht mit den Tatsachen rechnet, daß sie leichtfsriig i» ihren A n schuldlHU nge» mÄ unpraktisch in ihren Forderungen ist. Eine andere Schrift:„Wer ist für die Einigung de» Proletariats? Die S. P. D. W e r i st für die Her- splitterung de? Proletariats? Die U. S. P." zeigt den Arbeitern und Arbeiterinnen, daß unser« Partei immer wieder versucht hat, mit der 11. S. P. zu einer Einiguug und zu einem taktischen Nebeneinanderarbeiten oder auch nur zu einem Waffen- stillstand, wenn auch bloß in der Zeit der Wahlbewegung, zu low- n*-n, und daß alle diese Versuch« vergeblich waren, daß die U. S. P. die Zors'plitterung der Arbeiterbewegunz verewigen will, daß sie nicht den Klassenkampf, sondern den Kampf gegen unsere Partei al» Ausgang?- und Zielpunkt ihres»rganisatorffchen Wirken?, ihr« agitatorischen Bemübungen, ihrer literarischen Betätigung, ihrer parlamentarischen Wirksamkeit betrachtet. Deshalb kommt diele Schrift zn dem Schlüsse, daß gerade die Arbeiter und Arbeiterinnen, dir wissen, daß da? Ziel ixS Sozial-iSmuS nur nach Pas- steren der Station„Einigung" zu erreichen ist, ftir die alt? sozial- demokratische Partei, für die Trägerin der Tradition von Lassalle, von Marx und Engels, von Bebel und' Liebknecht eintreten müssen. Noch auf der Reichskonferenz, als wir schon in den Wahl- kämpf eingetreten waren, haben wir dcr 11. D. P. die.Hand ge. baten, damit wir unbeschadet aller Differenzen rnvere Kraft nicht verpulvern, damit jede Partei für sich ibre Kraft im Kampf-: zum Angriff aus die Gegenrevolution är« konzentriere. Die Bft> schlüsse der Sozialdemokratischen R-cichZkonfcrenz, vor allem die einstimmig gefaßte Resolution über die Taktik im Wahlkampf bc- wiesen aufs deutlichste, wo da? Streben nach Einigung und_ber Abscheu vor dem Bruderkamps lebendig ist. Deshalb ist«s sehe nützlich, daß die breiien Massen der Arbeiterschaft, auch die in der II. S. P. und ft, der K. P. D. usw., ein Bild von dem Geiste er- S»j Segen öer Cröe. Roman von Knut Hamsun. Isa? siUeuderte den Eß'orb auf den Hofplatz hinaus und die Mütze flog hinterdrein, dann schloß er die Scheune ob. ging in den Stall und guckte durchs Fenster hinaus. Mag der Korb da stehen und die Mütze da liegen bleiben, dachte er tvobl: eS ist mir einerlei, wem sie gehören, eS ist ein schlechte? Korb, und ich verachte ihn, dachte er wohl. Aber wenn er jetzt feinen Eßkorb holen will, dann wird Jsak hin- ausgehen und ihn ein wenig am Arm nehmen, daß er blau und grün wird. Und wo der Weg zum Hof hinausgeht, das soll er auch erfahren! Damit verließ Jsak daS Fenster im Pferdestall und ging »u den Küssen hinein, er fand keine Ruhe. Der Korb war wit einem Strick zusammengeschnürt, der Lump hatte nicht einmal«in Schloß daran; der Strick war aufgegangen— hatte Jsak wohl den Korb zu fest angepackt? Woher c? auch kommen mochte, aber Jsak war nickst mehr so ganz sicher, ob er auch recht gehandelt hatte. Bei seinem Gang dupchS Dorf hatte er nach feinem neuen Roolpflug gefragt, einem besonders starken zum llmroden von Sedland, den er bestellt hatte, o. «ine ausgezeichnete Maschine, eine Gottesgabe, ja und diew war eben angekommen! Da war es ihm geivesen, als komme Gegen mit ihr in fein HauS. Die höhere Macht, die die Schritte der Menschen lenkt, war vielleicht jetzt nahe und sah ihm zu. ob er. Segen verdiene oder nicht; Jsak war immer mit den höheren Mächten beschäftigt, ja in einer Herbstnachl hatte er im Walde draußen Gott mit seinen eigenen Augen gesehen; und das war ein merkwürdiger Anblick gewesen. Jsak ging aus den Hosplatz hinaus und blieb bei dem fremden Korbe stehen. Noch überlegte er. ja er sckob seinen Hut zurück und kratzte sich auf dem Kopf«, dabei iah er ganz keck und flott aus, wie ein Spanier sab er auS. Aber dann mußte er ungefähr so gedacht haben: Ach, da stehe ich. und bin weit davon entfernt, cm prächtiger, ausgezeichneter Mensch zu s«n. ich bin ein Hund! Dann schnürte er den Strick um den Korb fest zu, hob die Mütze aus und trug beide? Wiederau die Scheune hinein, sftmi war eS getan. llklS er wieder auS der Scheune heraustrat und sich nach der Mühl? wandte, weg von feinem Hause, weg von allem, da stand Inger nicht am Fenster, nsin. Nun wohl, mag sie! stehen, wo sie will, übrigens war sie Wohl in ihrem Bett, wo hätte sie sonst sein sollen? Aber rn den alten Tagen, in den ersten unschuldigen Jahren auf der Ansiedlung. da hatte Inger keine Ruhe gehabt, sondern war aufgeblieben und hatte aus ihn gewartet, wenn er auf dein Heimweg vom Dorfe war. DaS war jetzt anders geworden, alles war anders geworden. Auch als er ihr den Ring gab— ach, hätte etwaS weniger mißglückt sein können? Jsak war übermäßig bescheiden gewesen und weit entfernt, von einem«cht golde- nen Ring zu sprechen.„Es ist nichts Besonderes," hatte er gesagt,„steck ihn einmal an den Finger und Probier, ob er dir paßt."—„Ist er von Gold?" fragte sie.—„Ja. aber er ift nicht iehr breit." versetzt? er.—„Doch!" hätte sie erwidern sollen, sie sagte indes:„Nein, aber gerade recht."—„Du kannst Arn ja jetzt behalten, wie sonst eine Kleinigkeit," sagte -er schließlich niedergeschlagen. ?lber Inger war doch dankbar für den Rang, sie trng-hn an der rechten Hand und ließ ibn funkeln, wenn sie näht«: ab und zu durften ihn die Mädchen anprobieren und ihn «ine Weile am Finger behalten, wenn sie bei ihr waren und sie wegen eines neuen KleidcS um Rat fragten. Begriff denn Jsak nicht, daß sie ungeheuer stolz auf den Ring war!... Aber es war sehr einsam, da in der Mühl« zu sitzen und die ganze lange Nacht dem Brausen des Sturzbaches zuzu- hören. Jsak hatte nichts Unrechtes getan, er ging also von der Mühl« fort, heimwärts, in sein HauS— Und nun wurde Jsak ganz beschämt wahrlich beschämt und froh. B.rede Olsen saß da. der Nachbar, niemand anders, er saß da und trank Kaffee. Ja, Inger war auf, die beiden saßen nur beieinander und tranken Kaffee.„Da ist Jsak!" sagte Inger in freundlichem Ton, indem sie auf- stand und ihm auch eine Schale Kaffee einschenkte.„Guten Abend!" sagte Brede ebenso freundlich. Jsak merkte wohl, daß Brede bei dem?lbschi«dSfest der Telegraphenarbeiter mit dabei gewesen war; er sah über- nächtig au?, ober da? tat nichts, er war fröhlich und freund- lich. Natürlich tat er ein wenig groß: Eigentlich habe er keine Jeit zu dieser Telegraphenarbeit, denn er habe ja seinen Hos. aber er habe nicht nein sagen können, der Ingenieur sei so sehr in ihn gedrungen. Und dann habe e? fa auch dazu geführt, daß Brede nun die Jnspektorstelle über die Linie übernehmen rmisi«. ES sei nicht wegen der Bezahlung. sagte Brede, er könnte im Dorf drunten viel mehr verdie- nen, ybcr er habe nicht ungefällig sein wollen. Nun habe man ihm eine kleine glänzende Maschine an der Wantz<*)•> gebracht, die sei ganz unterhaltend., fast«in Telegraph selbst. Jsak konnte mit dem besten Willen über diesen Prahl- hanS und Faulpelz nicht böse sein, dafür fühlte er sich zu erleichtert, als er an diesem Abend anstatt eines Fremden seinen Nachbarn in seinem Hause Vorsand. Jsak hatte- da« Gleichgewicht deS Bauern, dessen einfache Gefühle, dessen Hon-dfestigkeit, dessen Langsamkeit; er stimmte Brcd zu und nickte zu seiner Oberflächlichkeit..Hast du nicht-noch eine Schale Kaffee für Brede?" fragte er Inger. Und Inger schenkte ein. UebrigenS erzählte Inger, der Ingenieur fei ein ganz ausgezeichneter freundlicher Herr. Er habe sich die Zeich- nungen und daS Geschriebene der Kinder angesehen und habe dann gesagt, er wolle Eles-euS zu sich nehmen.— ,Lu sich nehmen.?" fragte Jsak.—„Ja, mit in die Stadt." Er solle für ihn schreiben, solle Schreiber auf seinem Bureau werden, so sehr hätten ihm El-eseuS Zeichnungen und da» Geschriebene gefallen.—„So," sagte Jsak.— ,Jo,«aS meinst du dazu? Er will ihn auch dort konfirmieren lassen. Das sind doch schön« Aussichten, nicht wahr?"—„Das meine ich auch," sagte Brede.„Und soweit kenn« ich den Ingenieur, wenn der schon so etwa? sagt, dann meint er es auch."—„Wir haben hier auf der Ansiedlung keinen Elesens, den-wir entbehren könnten." sagte Jsak. Nach diesen Worten wurde es eine Weile ganz still und unbehaglich in der Stube. Natürlich war Jsak nicht der Mann, mit dem sich reden ließ.—„Wenn nun aber der Junge selbst vorwärt? kommen will und wenn«r das Genie bat, etwaS� Rechtes zu werden!" sagte Inger schließlich.— Wieder Stille. Doch nun sagte Brede lächelnd:„Wenn doch der Ingenieur eines von meinen Kindern nehnven wollte! Ich Hab genug Kinder. Aber 5as älteste ist die Barbro, und daS ist ein Mädchen."— ,Ja, ja, die Barbro ist recht und gut," sagte Inger, um höflich zu sein.—„O ja, daS fehlt nicht," stimmte Brede bei,„die Barbro ist ein tüchtiges Mädel, sft kommt setzt zum Schultljeiß in Dienst."—..Zum Schultheiß?"—„Ja, ich Hab eS durchaus versprechen müssen. Die Frau Schultheiß hat mir gor keine Ruhe gelassen." ES war jetzt schon gegen Morgen, und Brede rüstete fich zum Aufbruch.—„Ich Hab noch meine Mütze und meine» Korb in eurer Scheune stehen," sagte er.„Wenn nicht ejwa die Gesellen alles miteinander mitgenommen haben," fiigte ex scherzhast hinzu.'(Forts, folgt.) fallen, der ine RcichÄonferenz belebt hatte. Das ermögltchs« in trefflicher Weife die auch in der Verlagsduchhan�lunH BonvörtS erfchiencne Broschüre„Einigkeit, nicht Selbstjer» fleischung", di« Htampfer hervuSgegeben hat. und die Reden von S ch c i d e vi a n n. Hermann Müller, Marie Juchacz, Robert Schmidt mrd Paul Löbe enthalt. Das lebhaft« Interesse an unserer Parteiliteratur, vor allem an den Schriften, die wir für den Bahltamof herausgegeben haben, Kkigt, daß di« mit geistigen Waffen fäinpfend« Sozialdemokratie mit den besten Aussichten auf Erfolg in den Wahlkampf zieht. GroßSerlln Es ging ein Mann im Sprerlanö.... T>er Maler Friedrich Wilhelm, ich bitte beide Namen vocht deutlich zu sprechen, ist..hochfcudal". Er trägt ein Monokel, und trotz seiner Jugend ist sein Haar schon bedenl« lich gelichtet. Um der Wahrheit nicht zu nahe zu treten, sage ickz non ihm er ist originell, sonst mutzte ich nämlich sagen idiotisch. Also. Friedrich Wilhelm, er schilt dauernd aus die Republik, ist hochfeudol, was ich noch mal bekräftigen möchte. so gut wie an Eides Matt. Außerdem ist Friedrich Wilhelm Maler oder richtiger gesagt Plakatzeichner, denn die Deutsche Volkipart«! entdeckt alle rechtSpolitisch orientierten Talente, und sie gebraucht ihn jetzt zum Wahlkampf. Friedrich Wil» Helm bracht« auch den, Volk bereit? ein Opfer, denn er..der Herr Künstler von Volkspartei S Gnaden, besuchte tatsächlich die Kunstgewerbeschule. um Schrift zu lernen. Und«r be« dauert aufrichtig, daß wir nickst auch 48 Alphabete haben wie die Japaner, denn immer„Die Deutsche Volttpartei ist die Partei des Wiederaufbaus" zu schreiben, ist auf die Dauer langweilig. Friedrich Wilhelm bat mit mir schon viel über Plakate gesprochen. Als die Liga zur Bikämvsung des BolschewiS' mus ganz Verlin verkleisterte, keinen Abart und kein Müll- gefätz verschonte, meinte ich. das sei der Bolschewismus, doch da sagte Friedrich Wilhelm:„Det vastehste nich." Und als ich ein kitschig gezeichnetes, unbekleideies Weib mit molli' gen Formen mit der Ucbcrschrift:„An Blut ein Meer, an t�räbern ein Heer, das ist der Bolschewismus", auf eiw'.n, Friedhof knien sah, und wirklich nicht wußte, warum dtesed schöne nackte Weib sich dem Bolschewismus zu Liebe erkälten sollte, da sagte Friedrich Wilhalm:„Dct vastehsts nich." Inzwischen habe ich aber allerlei verstehen gelernt. Der Leuchtturm der„Deutschen VolkSvartei" z. B. ist sahr svm- bolisch. Wie die lichthungrigen Vögel sich am Leuchtturm den Schädel einrennen, so sollen die Frauen von der Deutschen Volkspartei" angelockt werden, damit man sie um ihre Rechte bringen kann. Obwohl mir inzwischen bereit« manches dicke Dreisriich: aufgegangen ist. hatte ich neulich mal wieder etwas nicht vorstanden. Friedrich Wilhelm führte mich nämlich in sein Atelier und ich stand vor dem VUds auf seiner Staffelei mit größtem Verstehen, bis Friedrich Wilhelm anfing zu erklären. Da kam die Enttäuschung. Dos. was ich für den Wvarz. weiß-roten Glorienschein angesehen hatte, mar die Lichtfülle de« Tropenklimas, das Gemurmel der Wüste, und der Mann auf dem Bilde ging mit dem Kamel nach Mekka, um den Engländern den heiligen Krisg zu erklären. Und ich dachte, eS sei nach dem Vorwurf:„ES ging ein Mann im Syrerland. führt ein Kamel am Halfterbänd"— ein neues Wahlplakat der Deutschen Volksparte!—> in Jrauenvsrsammlungen aufzuhängen. E. B. Tie Berliner Stromversorgung gefährdet? Di« sozialdemokratisch« Stadtverordnrten- fraktion hat folgenden Antrag eingebracht: Dic Htadwer- ordriet«qversa«,ml>lng wolle beschließen, den Magistrot zu ersuchen, bei den in Betracht kommenden Grellen sofort alle geeigneten Schritt« zu unternehmen, um di« Strowbe lieferung mit Starkstrom für Berlin sicherzustellen. Nach Mitteilungen von unterrichteter Seit« mill da»„Bertiner Tageblatt" erfobren haben, daß infolge der llndurchführbarkcit der Nachtarbeit in den größeren jzntzztstriebetrieben zur Ausnutzung dct NachtS in erbeblicken Mengen zur Verfügung stehenden Stro» inet, mst einn die bisherig« Tätigkeit des Verbands, und Bezirksdor» stand«» in dieser Angetegenbeit. In seinen Ausführungen auf di« Besoldungsreform elngchcnd. wurde er vielfach lebhaft unter» brachen. Di« später zu Wort« komawrrden Redner gaben ihr« Entrüstung über di« unzureichende Entlohnung Au», druck und forderten di« Organisation auf, bei den maßgebenden Stellen schnellsten» Schritte zu unternehmen, damit den berech« t taten Forderungen Rechnung getragen und Abhilfe geschaffen wird. Sinmüttg wurde zum Ausdruck gebracht, daß man sich von keiner Seite vevloite« lassen werde, de« Organisation, d. i. der Verband der unmren Boft, und Telegraphend'amten, den Rücken zu Ichren. Folgender Antrag wurde angenommen: Auf jedem Postamtc haben d«« Poirbatsn«inen Vertrauensmann zu wählen. Der Bezirksvorstand hat in den nächsten Tagen eine Sitzung ein- zuberufen, zu der die gewählten Vertrauensmänner zu laden sind, um gemmnschar'IÄi übe« diel« Angelegenheit zu Berate.', und Stellung zu nehmen. Di? Aezirksletttinq sagte die Einberufung dieser Sitzung zum Sonnabend, den W. Mar, nachmittags o Uhr zu. Ervffuvng de» Lunapark» f» Halensee. Das an Bergnüchmgen so arme Berlin ist um eine Attrakmn reicher geworden. Der währvnd de» Krieges für längere Zeit zu militärischen Zwecken benutzt« LunawKrk ist dem Publikum noch völlige, Renovierung setzt wieder zuganglich gemacht Warden. Im Garten spielt unter Leitung des Dirigenten Paul Hübn ha» verstärkte Orchester de» Nletoapsl-Theater». Unter vielen anderen HckhenSwürdigkeiten sei di« Barg, und Talbahn, d««in« Strecke von etra» 2 Kilometer Läng« auf und ab saust,«in« Wellenbahn mit lelblttättgom An, tricko,«in DrochenhauS. die von zwei mächtigen Drachen flankierte Riesen.hall«. di« über 4000 Personen fußt, erwähnt. Die Hall« ist zu volkstümlichen Sports und Sportspielen eingerichtet. Es wen. den außer verschiedenen anderen Attrattisnen onch di« jetzt populär gewordenen Box. und Ringkämpfe aufgeführt. Außer Hvpsdwmvn. BarS, Wildwest' chau gibt öS auch«tn Ballh-ruS. Ter Andrang de» PublitumS war während der Pfmgsttag« so groß, daß da» Unter» nehmen sein« Pforten wegen Ueberfüllung mehrfach schließen mußt«. Et sollen am ersten Pfingsttag« 130 000 Eintrittskarten. am zweiten Pfingsttagc 190000 Eintrittskarten ausgozeben worden sein. Erbvbung de» Viervretse». Einem nachträglichen?lntrag der Gastwirwvenbände um Heraufsetzuna de» seinerzeit bakannfaege. denen Au»schankpveise» für Ernsachl'ier von S,S0 M. pro List» auf 8,—. R. hat di« Preisprüfungtstell« uitter Zustimmung der Verbrauchorvertreier stattgegeben so daß die hochstzulässi. gen Autfchankpreife nunmehr für Gruppe 1 Sn-» M. pro Liier. Gruppe 2 ir~ M. pro Liter, Gruppe 3 ir- M. pro Liier betragen. Svrachschul« für Proletarier. An, 1. Juni Beginnen neue A n« sängerturle tNochmUtagSunterricht) in Englisch und st ran» , ö s i s ch für Kinder bis»utsJadrcn. Anmeldung Bis Freitag. den SS. Mai, täglich von 9— t U8r mlttao». im Zimmer 7 der gs. Ge. melndeschule, Hinter der Garnisontirche(Näh« Sehnhos Sirs«), rechter Seite,, slügel, Hos. Schaff« Kricgerbeiwstättrn:®U bei Brück im Kreise Zouch. Belzig geplant» Kttegmsiedlung. über die wir in Nr. StS au««wer«er» sammumg von KriegSteUnebmtrn. Kriegsbeschädigten und KriegSBWter, »t'chenen bertchietrn,.schwebt' ewltweilen noch bei den zuständigen B«. stf, den. In unserem Bericht«eilten wir nach den Angaben eine» Referenten mit, daß d>« au« dem Retchsdund derKriegsteilnehmer, Krtegsbeschädigtin usw. hervorgegangene gemeinndhige Sied» l»n g« g es el ls ch ast.Märkische Ich olle' bereit» vom Sand- wirtschasiSminister die grundsätzliche»enebmigung»um Berkaus de« Ke. ländes b» Brück Bat, aber der Kausablchluß noch aussteht» Wie uns jetzt au» dem Londwlrtschastsminiftenum geschrttbc» wird, sind au» benachbarten OrtiAaflcn das von der.MSrttichen Scholle' zur Bcstcdiung w Aussicht genommene Gelände liegt im Linther OBerbruch der ,>örsteeei Neuendors— »ahlreiche ibinstzritch« von-S-wohnern gekommen, die.seit Jahren ibre Wirt. schall am den Heubezug aus den in Betroch! kommenden Wielen» und vald- länderei-n eingestellt haben und durch di« ihnen drohend« Svlziehung der Nutzung sich in ihrer Szisten, gefährdet'ehen.' vi« Zuschrift ichließt:.Bar endgültiger Entscheidung über de» Umsang d«» zur Periü.mng zu stallen. de»»«linde» dedart es noch der Prüiung der Ohnspriich« und der Bor- MverkMirisse, weiche die Regierung in Potsdam unter Zuziehung von Hachverüändige» mit größtmiglicher Beschleunigung vornimmt.' rerlore». Am Pfwgstsonutag wurde bei dem strühkonzert in elten«ine fi—"'"■— �—---"-- Leberrtemen»»rlo ZomUienvater ist. wird a» de« ehrlichen«im».. teliungen erbeten an Joses N. Klein. Hagenau« Str. t5 lv. «roft-yerliner Ledeusmittet. Steglitz. In Wänderung der Bekanntmachulig vom 31. d. M. worden w der lousenden Doch«»ich: S Pfmid. andern 10 Pfund Kartosseln ver. teilt. 5 Pstmd aus die Ah'chvitte SS»—» d«»leglitzer Kartoffellarte und S Pfund auf den Abschnitt SS der Steglitzer LedensmitteUarte. In der Woche vom St. Mai bis«. Juni gelangen S Biund Kartoffeln, und zwar auf die Abschnitte 33a— s der Steglitzer Kartostclkarte zur Ausgab«. Pankow. Vom Donnerstag ab werden gegen Abtrennung ber Be» zugs- und OuittungSabschnitte 3t und 33 je t3ö Gramm, zusammen SSO Gramm inländisch« Hstlsensrücht« ausgegeben. Hennigsdorf. Am DonnerSiag und Freitag Ausgabe der Zuckerkarten sür den Monat Juni,___ Hrog-Serliner porteinochrichtea. Heute, ÄS. Mai: 3. Abt. 7. Uhr, Baugewerkichule, Kursürslenstraße 141. Mitglieder- Versammlung. Vortrag:.Die bevorstehenden Wahlarbeiten." Stellung- nähme zu den Iwdtvcroxdnetenwahlen. v. Abt. 7 Uhr Beztrksmitgltederversaonnlungen w den bekannt«, Sakalen. 7. Abt. 7 Uhr, für all« Bezirke Zahlabend tn den bekannten Lokalen. Die BezirkSsührer holen um 6 Uhr ihr Material bei Fischer, Bärwaldstraße 49, ab. 8. Abt. 133/24. Bez. bei Reim, Urbanstt. 33. 123/36. Bez. bei «chmoldt, Hasenbeide 58. 137/30. Bez. bei Pech. Urbanftr. 53.>38. Bez. bei Kniep. Hasenheide lt. 130. Bez. bei Drogge, Dieffenbachstr. 57. t 31/33/84. Bez, bei Wols, Gräsestr. 36. I3Z. Bez. bei Rohde, Diestenbach. straße 36. lÄ/ltü. B-z. d-i Vogt, Bvppstr. S. 137/38. Bez. bei Schüttler, Gräsestr. I. Sin« auß«rordenttiche Ritgülderversammlung findet nicht statt. 11. Abt. Mitgliederversammlung VI, Uhr bei Koschmat, Skalitzer Straße St. lti. Abt. VI, Uhr Z abladend in den bekannten Lokalen. Einteilung der Wahlarbesten. IS. Abt. 7 Uhr Zahlabend bei Siewke. Ritterstr. Ith; Nlespodttani. Brandenburgstr. 54; Treppen, Alexandrinenstr. 184 j Stein. Buckower Straße 1. Die«»Nossen de» 213. Bezkk» treffen sich bei Wiesnewski. Prinzenstr, 110. IS. Abt. 7 Uhr Mttgliederveriammlunz bei Kühn. Schreinerstr. 68. Reserent Genosse Wildegons über.Die Reichstags- und Stadtverordneten- wählen'. SV. Abt. ü Uhr Handzettelperteisung von Rahnsdorf, Petarsburger Straße 8«, aus. «st. Abt. VaS Zentrslwshliokal befindet sich bis nach Beendigung her Atadloerordnetenwahlen bei Gott. Kniprodeftratz« Eck« BarSeleBenftratze. Pflicht alle? Genossen Ist es, täglich dort nachzufragen, um dio Wohlarbeiten ausl&been zu Helten. 34. Abt. 7 PK In den bekannten Lokalen, Zghlabend. SS. Abt. Ibshlovend in den bekannten Lokalen. Mitgllederverfamm- lung am 4ag 7>. Uhr in der Brauerei Königstadt. «.«bt. �abladende! Bez, Sl7. 518. 513, SSS. 548, 545. 547. 54« Sei Blase, Dunckerstr. 8! Sez, 533. 524. S41. 540. 550 bei Rochhaus. chliemannftr. 80; Sez. 544», S44b, 544 c, 546, 545 bei Jurdetzka, Dnnckcr, stiaße 60. SS. Abt.?>/, Uhr.siablabend in den bekannten Lokalen. 43. Abt. Abends 7 Ubr, in der Schulaula, Ehnsttama Straße 80 (nichi, wie vertebenllich gemeibet, Lütlicher Straße), außerordentliche Mit» gtiederpersammümg. Tagesordnung:.TaS neue Berlin'. Reserent: AtN. PnitloO. 4«. iklb«. 7 Uhr Zahlabend bei Grunewald, Kameruner Sir. 39. Verband soz. Lehrer und Lebrertnnen>S.T!.-Araktio«. Wichtig« Sitzung, vormittags 11 Uhr, Lebrerveretnshaus. Zimmer 5. t�harlottenbnrg. 14.»rupp«, 7>/, Ubr. bet Arndt, Kantstr. 51. Große HauSangeftellien- und Frau«nveriammtung. tchterielde.'/»S Uhr Mitgltederoeriammlung(Hula Draieftraß«). tzentbll». 7 Uhr, össenrnche Wiblerperiommwngen. 1,, 3. und 3.?lbt., Hohenstousensäl«, Kottbuler Tamm 75. Referent: Gen. Stadtrat Conrad.— 6., 7., 8., 9. u. 10. Abt, Ktndl-Braueret, Hermannstraße. Reserent: Ken. Host Thema i» betten Versammlungen!»Di« Sozial» demokratie und der Reichsmz.* Tempelhof. 70, Uhr, öffentlich» Versammlung in der Aula de» Lhzenms.«ermanlastraße 4/5. Senoss« Karl Lirmulh spricht über: ,Der Feind steht rechts.' Martendorf. 7»/, Ubr FrouenaSend m der Schvlaula Königstraß«. Resmenl Genosse Dr. Engelhardt. Treptow- Ga'iuiiwnlenwcz. 7 Uhr außerordentliche Generolver» sammtung bei Hansel, Am Treptow« Bart 57. Ausstellung der Kandidaten zur Sladtvel ordneten« und Bezirksverordnetenwabl. Stralau, 8 Uhr Extrazahlabend. Trscheinend all« dringend not» «endig. Rrtuickrudark-eft. 7'/, Uhr, Beamten.wählerversammlung. Referent: Wsenbohnalststent Thurau:»Die Beamten und der lammende Reichstag.' Pankow. 7 Uhr Wilgiiederversammlung tn der Aula der 2. Gemeinde» schule, Erunowstraße. Wichtige Tagesordnung; u. a. Stellungnahme zur Stadl- und BezirksverordnetenwaHi. LSirtouau. 7'/, Uhr Frauenabend de! Schulz. Hauptstraße. Reserent Genosse Scheller. Aiederschönhansen. 7 Uhr Awikstonärkonferenz(Kandidaten-Aus- stcllung). RiedorschSnewcide. 7>/, Uhr, in der Schulaula, Berliner Straße 3t. Mstgliederoeriammtung. Thema-.vir und die Reichstaaswahlen.' Ref.: Gen Srich Kuttner. Mahlsdorf. 7»/, Uhr. hei Ander», Yabndolftraße, öffenUlche Wähler« Versammlung. Gen. Legallonsrat Dr Zechlin-Lerlin spricht über»Die Ausgaben der Sozialbewotroste im neuen Neutz-tage'. Potsdam. 8 Mr. im Konzerlhause, groß« Wählerversammlung. Res.- Gen. Lüdemann-Berlln. Morgen, 37. Mai: Gruppe»riedriestshain. 7 Uhr in den.llomen-ussälen', Meweler Straß« 57: Bersammiung. 1. Bortrag des Genossen Eugen Brückner. 2. Ausstellung der Kandidaten zur Stodtoerordnelen- und«eztrUverordueten- wähl. Zu der Gruppe Friedrichshcrn gebären folgende Abteilungen: Von 15. Abi. di« Stadtbezirke: 140—151, 154, 163 und 163; die 16., 17., 18., 19., 30. Abt. Von der 3l. Abt. di- Stadtbezirke: 180o. 190 b, 190c 190s, 190f. Die 23. Abt. Co» der 35. Abt. die Stadtbezirle: 183-1SS. 195 und Berlin-Stralau, außer Abtei. Der Wadlvorftand wird gebeten, uim 6 U b r im Lokal zu sem. Stralitz. 8 Ubr im Gymnasttun, Heesestraße: MitgliederverjammtunL. Ausstellung der Kandidaten zur Stadtverordnetenwahl. SUnlättn. 7 Uhr in der Aula der Oderreatschule, Km'er Straße: klußerordentlich« Generalversammlung. Ausstellung der Kandidaten zur Statt- und Bezirktverordnetenwaht. Die Orte Britz, Buckow und Rudow nehmen daran teil...._, Rievorichbuhausei». VU Uhr, Rest..Vilhetmshof', Katser.Wilhelm» Straßc KL. Maliedervorsammlung- Zlusslellung der Kandidaten zur Stadl- verordneten- und Veztrksverordnesenwabl. Friedrichokitbe.<>/, Uhr bei Haberland, Wtlhelmstr. SS- Außer- ardentliche Mitgliederversammlung. Röntgeneal. 8 tchr in Zepmrickl OeffenUiche Wählerveriammlmig. Tageeordnung- Di« RctchSlag4wah,en. Referent: Genosse Duschick. Jugeaüveranstaltuagen. Heute>/.tz4 llk»-? de« und u»o«ozunoima�--"�-— �-,«n>«ia,rrrfe»v»: taivrechifir. 1-1», Vortrag: .Reichsversassung und?uS">b'.>- ktaustzdorf i Aoolsstraße, Schute, Bor. nag:.Die«ltaverei.— N.ahlsdorf i Schule valderjeestraße, Vortrag: -®08 .vaa No,m.ist°nv°:°,.—, Lyzeum. Rungestraße, Dt». iussirmsabend.>-' lssosentha.er Vorstadt> Bergstr. 5S, Vortrag: JUlno- sS.vnd und Schuudi�ratur.- Preuzlauar Dorstadt i Fenset, Danziger cktraß, S5, Dr»tu!su,->tabmd. T,»pelh»f- Geimaotai». ö/7. Bortrag: flES"'" Bae aller weit. «ardaaschl«» i««-aub««.«uf den siSdnschon Oder. Srster Vtucky wurde nacht»«In Mmd-nsch� verübt. Von der «ran da des Hause» würben von zw« unbekannten Männern vier Schüsse«ai Jnirmter, eHvvehren auf da» Schlafztmmer d--.» Obersörsvcrs abgogefcen. Die Schüsse waren auf di« Ätelle a«. richtet, wo b>« vor kurz«» noch das Bett de» Oberförster««- standen hat. oa diese« tnamschen meqseiückt ward« w«, ist»>«» mmd verletzt worden.—»<««img«» Tagen war gemeldet worden. daß d«u Land?« em Mordplan sogen ein« Lnzahl Einsohn« all« Partvirn von den D-utschnationalew bi» zu den UnaS.l>a.'-.o:a860. 4. Bauer 4360 Meter zurück.— Hanptsahren. 5 Zlunden! 1.«ennea'e 2 Min. 83 Sek.. 3. Schröder, 8. Miwiner. 4. Stelz,. 5. fiepet — Fritz Theile, SrlnnerniraSrennen. 35 Kilometer? t Wittig 28 Min. 13 Sek., 2. Bauer 250, 3. AppelhanZ 3840, 4. gewaiwM 4790 Meter zurück.— 3 5« Kilometer. Dauerrennen. L'Klasse: 1. Naujotat 25 Mm. 20 Sei., 2. Lenste 1330, 3. Nowotnik 2370, 4, Koch 2610 Meter zurück.— Prärntensahren, 20 Runden: 1. Seimedc 8 Min. 21 Sek., 8, Schröder, 3. Häusler, 4. Hahn.— IS-Kilometer- Dauerrennen, lZ-Klasse: 1. Naujolat 15 Min. 1 Sek., 3. JenSke SSV. 8- Nowotnik 1680. 4. Koch 3800 Meter"* zur tick. «Setteransiichten für da» mittlere Norddeutschland bis Donnerstag mittag. Forldauernd beitz, zeitweise heiter, aber tKelvitter« Neigung, bei mäßigem südöstlichen Binden. ST Unterem alten M>U streit»?, dem Pattet. W ger.offea J plüil mmm (>?u feinem 50. Geburts» (K, rage die herzlichnen .5 chtttckwUnscho. 209/18 Die FunktionSee der 27, Lbteilung. »SKSKSOOHS'» rtr-- I-■'i ml«»■■■ 4.» S, M»»»». «fr Äm 22. Mai, mittags l Uhr, iirtschlies nach langsm, schwerem Leiden mein lieber Mann, unter purer Bat««. Sender, Schwaaer. Schwielierooier, Onkel und chroßvater. der Gastwirt Molf Hundt im 62. Ledensjahre. Um stilles Beileid bitten Frau Therese Hsudt ach. Wolff n-bftÄind«rnu.Verwanbt»n Berlin. 22. Mat 1020. Wendekssehnftr.>6, Die Einikscherung findet jm Dimnecttoa. de» 27. b. Mis� nachmiuags 4 Uhr, im ftiematetlmn Derichi- lrraste statt. 58 IS SlieWWsWM. die iidcc den Bsrdletd de« vlekreite» V»«>»chent vom ....e'. p. vjt. ,v.>f f.v 4. »slack � K-S Lool» XVI. Sciiialzlmmn Joseph DreyfsB Kurlürctendamm ZlZ Steliipiati 53 tü,* gebeten. Nachricht hierüber an Rrauchmnu»chentinEchnsteim kandlr Bopepen, zu»eben. llümstsllen LeUtimeti,' Papier, I Bisen f ndig S aesyreisen 5 Beamten als Wachtmeister bei der Blsherheitspolizei. Auf Anordnung de» Ministeriums des Innern werdan An« Wörter fttr«N« SlcherheltspoUneJ Rheinland-West« knien in BesmtonstsllunKon tu folRenden Bedingung,«inzestullr: volle PoUzeidienstflhigkelf, Lebensalter zwischen 20 und 30 Jahren. Qr9Be möglichst nicht unter 1,70 Meter, mindestens I Jahr Frontdienst im Kriege, unverheiratet, geordnete wirtschaftliche Verhältnisse. X»cb einer»wölflührigen Qeswntdiensteeit in Armee, Sehuta« trunpe und sonstirara Raiaha-, Staate« oder Komraunaldienst und SioherljeitspoUaai, davon aber mindestens zwei Jahre bei der Sioherheitspoliaei, Anspruch aul Baanitensohein und Dienst- präraia von 2100 Mk, Gebalt»wischen 13.40 M. und 90,00 M. tZglich neben freier ünterkunft, Kleidung, Torpflesrnng und Sretlichar Behandlung. Bei örtlichen Unruhen außerdem erhebliche tägliche Zulege. Zu den gleichen Bedingungen werden auch einige ehemalige Rahnensobmiede und jüngere Hufschmiede eingestellt. Meldungen unter Beifügung eine«»elbstgesehriobeuen Lehenslaufes, polizeilichen Führungszeugnisses, von Militär- und mösliehfit Zeugnissen früherer Dienststellen sind m/s* Nchtung zum yriscurfichllfcn-Sfrcili!! Partei- und Gewerkschaftsgenossen! Unterstützt Zh» NN» die «ena Fsrderunaen. UNr mellou erdelteu, damit wie ben fiamvk qewinnen. aterstlitzt dl» firetkenden Sriseuraebilfen und«ai hw sliegondm, Koller- und Zrlsiersluben sö mefsen, Gilt» Unttrstützunz sich»« uns»r»n£iff «hilfinnen in Ihrem Kamps», ind»m lr Herren und Domen besucht. chieg im Kampse um unser» gerechten Sicht Such nur da bedienen, äderen Setriebe wo di» gelben tMutete der Sealralffrcltieilang aushängen. Alle a tbnnen als nicht geregelt det,'cht-t«erden. Da in den Betrieben YSndjg g-lSC fiollegen beschäftigt find, ist»in, schnelle«b- serttgnng garantiert. DI« Bedteming wird von nur«rssNosfigen Prb»it«rn tzyglrulsch und saub-r-usgtsiihrt. 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Stein Haftbefehl! Die Erschießung des ZiapiiänlcutnantS Hans Paasch? nn Walde bei seinem Gute Waldstieden erfordert dringendste Aufklärung. Das preußische Ministerium des Innern teilt zunächst da» fol- gende mit: „Der stellvertretende ZivilLommissar und Qderregie- rungsrot bei der Regierung in Schneidemühl hat in Abtvesen- heit des Regierungspräsidenten und RcgierungSkommissarS sofort die Untersuchung des Falles Paasch: in Angriff genommen. Er führt sie von Zivil wegen fort, hat alle Beteiligten bereits gehört und an das Ministerium des Innern einen ausführlichen Acrichl abgelassen, der hier am Mittwoch erwartet wird. Bor- läufig ist auf Grund amtlicher telephonischer Feststellungen zu sagen, daß dem RegierungSkommissar in der Tat ihm zuverlässig erscheinende sKachrichrcn von Waffsndepots auf dem Gut PaafäieS zugekommen waren. Daraufhin hat er sich in Ber- bindung mit dem Landrat und der Grenzpolizei an die Unter- suchung dieser Mitteilungen gemacht und das zuständige Gruppen- kommaltdo zur Unterstübung der Aktion herangezogen. Ei?« Sn- nrdnung. daß PoasKe verhaftet werden sollte, war nicht erteilt worden. Der Zivilkommissor hatte vielmehr der Militärbehörde lediglich den Auftrag erteilt, für den Fall, daß dort Waffen gesunden würden, ihn in Kenntnis zu setzen. Er hatte sich ausdrücklich alle weitere» Bcrfitgungcn darüber vorbehalten, waS dann mit Kapitänleutnan? P-zaichs zu geschehen habe. Unglücklicher- weise ist Paaschc, dem Telepbonbericht zufolge, als er die Posten- kette erblickte, wieder in den Wald zurückgerannt, trotzdem ihm von vielen Seiten„Halt!" zugerufen wurde Bei dieser Gelegenheit ist dann der unselige Schuß eines Gendarmen gefallen" Der preußische Staatskommissar für die öffentliche Sicherheit läßt mitteilen, daß weder eine Verhaftung Paasches, noch eine Durchsuchung des GuteS angeordnet oder angeregt habe. Aach diesen Erklärungen ist also die zur Hilfeleistung bevstigezogene Trupp« eigenmächtig weitergegangen als ihr Auftrag lautete. Sie hat den nur im Badekostüm befindlichen Paaschc er- schießen lassen, ohne auch nur einen Haftbefehl gegen ihn zu bc- sitzen. Nach übereinstimmenden Berichten ist Pausche im Zickzack in den aWld gelaufen, hat also ganz richtig gehandelt, um den * befürcktetete» Scküssen kein Ziel zu bieten. Von mehreren Seiten ist auf ihn geschossen worden. Fragt sich also, wer den Befehl zum Schießen gegeben hat, denn man davf doch nicht annehmen, daß jeder Soldat auf eigene Faust auf einen Fliehenden schießt. Der Gedanke wäre noch furchtbarer, als alleö, was bisher schon er- lebt worden ist. Ein Spnderbcricht der„Freiheit" hebt hervor, daß zu der Ak- tion zirka 60 schwerbewaffnete Soldaten aufgeboten waren, die in Autos mit Mäschinengewehren nach dem Gute PaascheS transportiert wurden. Der Oberleutnant, der die Aktion befehligte, ordnete nach der„Freiheit" an, daß alle Personen, die eine ganz bestimmte Sperrlinie überschreiten, erschossen werden sollten! Die Sperrlinie wurde von ihm zirka 166 Meter vom HauS entfernt bestimmt. Der unglück- lichs Paasch« hat vor ungefähr eineyi Jahr seine Frau verloren. Er hinterläßt vier kleine unmündige Kinder. Daß das gewalttätige Borgehen des Militärs an sich eine Recht»- Verletzung schlimmster Art ist, bedarf keiner besonderen Betonung. Abgesehen davon, daß die Haussuchung bei Paasche außer einigen Jagdflinten keinerlei Waffen zutage gekürdert hat— einige Exem- plarc der„Freiheit" und der„Roten Fahne" werden selbst die Mi- litär» als Waffen kaum anfchen'—, lag weder ein Haft- befebl vor, noch war ein solcher berechtigt. DeSlvegen bot da» Zurücklaufen Paafchcs, der beim Anblick der Soldaten wahrschein- lich«ine Falle fürchtete, keinen irgendwie gearteten Anlaß zur An- wendung der Schußwaffe. Die tatsächlich abgegebenen Schüsse, die den Besitzer de» Gute» Waldfricden niederstrccklen, stellen also die z wc ck- und sinnloseste Anwendung der zum Schutze dcj Reiches vorhandenen Waffen bar, wenn man nicht an einem wohlüberlegte?: Plan zur Ermordung PaascheS glauben will. Da» Ministerium des Innern kündigt für Witt- woch eine ausführliche Darstellung der Vorgänge an. Wir hoffen, baß sie nicht wieder auf Schönfärberei hinauSläust, sondern die Dinge und beteiligten Personen beim rechten Namen nennt. Vor allem, daß gegen die beteiligten Kommandoführer alS die Verantwortlichen ohne jede Rücksicht vorgegangen wird. Das tschechoslowakische Parlament. Am heutigen Mittwoch tritt das erste getvählte Parlament der tschechoslowakischen Republik in Prag zusammen, das Abgeordnetenhalls im Rudolsinun. dem früheren Konzert- gebäude an der Moldau, der Senat im alten Landtags- gebäude. In beiden Häusern und in sämtlichen Nationen des Staates ist die Sozialdemokratie weitaus die stärkste Partei, in der� Regierung haben die tschechischen Sozialdemo- kraten sieben Sitze. Leider ist die Verfassung des Staates schon von der nicht gewählten, sondern nur aus den tschechischen Parteien zu- sammengesetzten Nationalversammlung festgestellt worden. Präsident Masarpk. der nach der Verfassung sein Amt lebens- länglich hätte behalten können, hat sich zur Neuwahl gestellt, die zweifellos seine Wiederwahl ergeben wird. Unsere deutschen Genossen, denen wir zum Beginn ihrer schweren Arbeit von Herzen Erfolg wünschen, haben im Ab- geordnetenhauS Josef Seliger-Teplitz, im Senat Dr. Karl Heller-Turn zu ihrern Führern gewählt. Fraktionssekretär ist Gen. Dr. Emil Strauß. Im August soll in Karlsbad der Parteitag zusammentreten. Bis dahin gelten, wie gegenüber dem Reichcnberger Programm der Linken erklärt wird, die Be- schlüsse des vorjährigen Teplitzer Parteitags. Die Beschickung des Genfer Kongresses der 2. Internationale haben unsere Genossen abgelehnt, da sie von ihm eine Förderung des Wiederaufbaues der Internationale nicht erwarten. Auk einer Beratung mit den tschechischen Genossen wegen der furchtbaren Ernährungszustände des Proletariats wurde der vorgeschlagene Generalstreik abgelehnt, da er die Ernährung nicht bessern könne und sich überdies gegen eine großenteils sozialdemokratische Regierung richten würde. tteppkaferne Rheinlanö. Gegen die fortgesetzte Verstärkung der B-satzungSlrupp-n wendet sich eine deutsche Note, die dem Alliierten Rat überreicht wurde. ES wird gegen die unausgesetzte Vergrößerung der deutschen Schuld- last protestiert. Dem„TempS" zufolge erbebt Frankieich für die vierzebntägiqe Besatzung de-Z MainzaucS Ersatzforderungen in Höhe von 26', /z Million Franken au Deutschland. Wegen Protest» gegen die schwarzen Truppen werden immer neue Pfälzer Blätter auf S Tage verboten. Der Wal Reichstagswahlen unü Internationale. Etn Mahnwort der georgischen Genossen. Zu den Neichstagswahlen geht uns ans den Kreisen der georgischen Sozialdemokratie nachfolgendes Schreiben zu: DaS georgische Volk feiert heute, am LS. Mai, daS Fest seiner Auserstehlurg zu staatlicher Unabhängigkeit. Jenem Blute der Namenlosen, daS auf dem historischen Boden der georgischen Erde in Strömen geflossen ist, ist heute vor zwei Jahren, am 26. Mai 1918, die junge georgische Freiheit entsprossen, eine junge Freiheit, von der Sonne des Südens durchglüht, umblüht von dem Herr- lichsten Traum eines Volke», von dem Herzblut seiner Edelsten heiß überströmt. Wo? den leidenden Völkern de» ehemaligen Zarenreichs trotz unsäglicher Oualcn und beispielloser Kämpfe bisher versagt ge- blieben ist: Durchsetzung ihres SelbstbestimmungSrcchtZ, Freiheit und Brot— wenn auch trockneS und karg bemessene»— für alle, ohne Gewaltanwendung von rechts oder link»: in Georgien ist«S unter dem Regime der Sozialdemokratischen Partei in diesen zwei Jähren lebendige Wirklichkeit geworden. Wenn irgendwo, so herrscht in Georgien die Diktatur des Proletariats — wie sie Marx und Engels sich gedacht: eine Diktatur der Mehr- heit des Volke» im Interesse de» gesamten Volkes. Diese Dik- tatur braucht und kennt keine„außerordentlichen Komnftssionau", keinen Strick, kein Blei. Geeint steht die georgische Arbeiterklasse, und diesem Umstände ist eZ zu'verdanken, daß wir unter den 136 Mitgtiedern unserer Konstituierenden Versammlung 169 So- zialdemokratcn zählen. Das kleine georgische Volk, daS bloß drei Millionen Seelen zählt, ruft Euch, deutsche Proletarier, an seinem Festtag« zu: Brüder, der gefährlichste Feind steht weder rechts uoch link», son- der» er steht i» Eure« eigenen Reihe»,»nd sein Rome ist— Uu- einigkeit. Einer geeinten Arbeiterklosse kann keine Macht der Erde trotzen Heute, an unserem Festtage, gedenken wir dankbaren Herzens der unerschöpflichen Quelle des Wissens und der Erfahrung, die Eure Kämpfe uns erschlossen, und ersehen freudigen lherzens, daß Ihr, unsere alten Lehr m ei st er, in Eueren Wahlschlachten den Feind überwindet, der allein unS allen immer und überall unermeßliche Gefahren heraufbeschwört: den Bruderzwist. Ein« Niederlage der deutschen Arbeiterklasse würde unS alle treffen, ihr Sieg würde unS allen neuen Mut einflößen. Die georgischen Proletarier stehen zu Euch in brüderlicher Treue und crmahnen Euch in letzter Stunde: Unserer aller Sache ist eS. die Euer« Wablschlacht entscheidet. Werdet Ihr Euch selbst treu bleiben, so seid Ihr auch treu den Proletariern der anderen Länder. Nieder mit dem Brnderzwist! Glück auf zur Wahlschlacht! Hoch die internationale Solidarität des Proletariats! Der Kall �lnna v. Giercke. Ter ohnmächtig-allmächtige dentschnationale Partei« vorstand. Fräulein v. Gicrcke und ihr Vater haben ausdrücklich erklärt, daß sie wegen der antisemitischen Angriffe auf ihre Person au» der deutschnationalen Partei autgeschieden sind. Der Parteivorstand der Deutschnanonalen erläßt nun eine lang- atmige Erklärung, in der er sich zu rechtfertigen sucht. Zu- nächst beteuert er, daß er für die Nichtwiederaufstellung des Fräulein v. Giercke zur ReichStagtwahl nicht» könne, denn er sei auf die Entscheidungen der Wahlkreisorganisation ganz ohne Einfluß,— und im Anschluß an diese Erklärung veröffentlicht er einen Brief, in dem er Fräulein v. Giercke als Ersatz eine tot- sichere Kandidatur für den preußischen Landtag verspricht. Der dcutschnationale Parteivorstand ist also im Reiche ohnmächtig, in Preußen allmächtig! tzelfferich im Sturm. Frankfurt a. M., 2b. Mai.(Eigener Drahtidericht de»„Bor» wän»".) Zu einer stürmischen AuSeinandersetzmrg zwischen den Deutsichnatümalen und den KoalitiouSparteien gestaltete sich heute nachmittag eine von Tausender? besuchte Versammlung der Deutsch- Der freie Saarftaat. Die RcgierungSkommission für dos Saargebiet verbietet eine Besprechung zwischen den Landräten und Bürgermeistern de» Saargebiet« wegen der Aufstellung der Listen für die in fünf- zehn Jahren erfolgende Abstimmung über das Saargebiet. Di« Rcgierungskommission hat weiter verfügt, daß in der Wohnungakommission der Stadt Saarbrücken neben sieben Ausländern nur vier Einheimisch« sitzen sollen. Ein Vertreter der Regierungskommission hat«s für völlig unstatthaft erklärt, daß da» Wohnungtomt von nach Saarbrücken berufenen Beamten der Zentralverwaltung verlange, die vorgeschriebene Zuzugsgenehmigung einzuholen. Um Sowjetrußlanö. Polnisch« Eingeständnisse. Sin polnischer Bericht gibt den Verlust Kiew» zu. Zum Ober- befehlshaber ist General Gras Szeptyzii ernannt— auch solcher Wechsel beweist dl« Niederlage. Der neue Generalissnsiu» erläßt einen Beruhigungiaufruf an die Wilnaer; es werde alle«'wieder in Ordnung gebracht werden. Die russischen Durckbruchöstellen an der Düna und Veresina hatten eine anfängliche Ausdehnung von 83, im letzteren Falle von 8S Kilometern. Di« Sowjstberichie sprechen von ungeheurer, noch nicht gezähller Beute. Da» Zentrum der rufsisch-reaklionären Rüstungen soll jetzt Nikopol in Bulgarien sein._ Gärung im Grient. An der Tatsache eine» großen Ausstände« der Araber in Syrien. Patästina und Mesopotamien ist nicht mehr zu zweifeln. Enlenlemiliiär und Ententekommiisionen sind seine Opfer geworden, und wo man solche Objekte nicht hatte, kühlt« man, wie üblich, die Wut an den jüdischen Kolonisten.(Bei uns schreit die antisemitische Wablhetze nach Autwanderung der Juden, und wenn sie dann sich in Palästina ol« Landwirte niederlassen, werden sie geschlachtet.) Aus Thrazien flüchten die Bulgaren vor den anrückenden Griechen. Engländer besetzen die Tschataldschalinie» die fortan die nationalen im Schumann-Theater, in der StaatSmnrister e, 2. H« l f f e r i ch über die Bedeutung der ReichStagSIvahlen sprach. AIS Helfferich auf die Kriegspolitik des alten Regime» zu sprechen kam und dies« zu verkibigen suchte, erhob sich fortivährend e i n Sturm der Entrüstung serner Gegner, in dem der tosende Beifall seiner Freunde unterging, Seme Kritik der gegenwärtigen Regierung wurde ebenso von bissen mit Beifall überschüttet, wie sie van den Gegner» durch erregte Zwischenrufe quittiert wurde. Der Lärm schwoll oft so sehr an, daß. minutenlang eine Vcchtändi- gung unmöglich war. Als Helfferich zum Schluß an da« deutsche Natianalgefühl bei der Abgabe de« Stimmzettelz am Wahltage appellierte, sangen seine politischen Freunde„Deutschland, Deutsch- land über alles", tvähreiÄ) die Gegner in Hochrufe auf die Jntcr- nationale ausbrachen und die Marseillaise sangen. Da« Schluß- wort konnte Helfferich in dem Sturm, dex das Hau» durchtobtc, nicht zu Ende führen._ Schutztruppen öer Schieber. Torfwucher«nd Demokraten. Der 6. Ausschuß der Nationalversammlung bot am letzten Tag,. chrer Tätigkeit noch einmal gezeigt, wie wenig seiner Mehrheit die Allgemeininteressen am Herzen liegen. Die Regierung hatte eure PerorÄnung zur Regelung der Torfwirt fckaft vorgelegt. Die Kohlennot und die BrennmittelZnappheit haben zu einer ge- radezu flandalösen Entwicklung deS Brenntorfverkehr» und de« BrenntorfhandclS geführt. Dia Brennswffnot hat nicht nur die HauSbrandvcrbrmlchar, sondern auch die Industrie dazu gebrockt, alle nur m. glichen Brennmittet selbst zu den unsinnigsten Preisen zu verlangen. Dies« wirtschaftlicke Notlage haben sich da« Schiebertum und der Wucherhandal in gefährlichster Weise zunutze gemacht. Brenntorf wurde weite Strecken, wie von Oldenburg nach Mittel- deutschland, von Ost- und Westpreußen bis nach Süddeutschland versandt. Dadurch wurden die Transportmittel auf da« unwirr- schaftlichste belastet. Da« Schiebertum zahlte in den Er- zcugungSgebicten den Erzeugern die unsinnigsten Preise. Auf diese Weise wurden die Erzeuger vielfach verführt, den Brenntorf dem Erzwigungsgebiet und seiner Nachbarstadt und damit den alten Ver- brauchSstätten vorzuenthalten und ibn nach Gegenden zu senden, in die er wirtschaftlich nickt hingehört. Torf wurde zu einer Zeit mit 3 66 Vi. f ü r d i c T o n n a angeboten und bezahlt, ali der Preis für die hoöitvertiga Steinkohle n o ch n i ch t 166 M. für die Tonne betrug. Diese skandalösen Zustände wollte die Regierung dadurch be- seitigen, daß Erzeuger Und Händler zusammengeschlossen werden sollten. Der 6. Ausschuß der Nanonalversammlimg hat die Behandlung der Vorlage abgelehnt und damit bleibt die skandalöse Verteuerung de» Brennstoffes für den armen Mann. Wie nicht anders zu erwarten war. haben die Rechte und die Demo- kraten gegen die Verhandlung gestimmt. Nur eine Stimme aus dem Zentrum war dafür. Leider, wie schon so oft, war auch der Vertreter der Unabhängigen in der Sitzung nicht an- wesend. Mit seiner Stimme würde die Absetzung verhindert worden sein. Aehnlich war es am 18. Mai bei einer Verordnung zur Rege- lung der Teerwirtschaft. Auch da o p p o n i e r te. n namentlich die Demokraten, doch wurde die Verordnung schließlich mit einer kleinen Mehrheit angenommen. Selten hat sich so wie diesmal gezeigt, daß bei den Demo- krgten die Händlerinteresscn und damit auch mittelbar die der Schieber ausschlaggebend sind, nicht aber die Gesamtintcr- essen, namentlich die der ärmeren Bevölkerung. In öapern Einheitsfront öes Sürgertums! In Bayern haben sich sämtliche bürgerlichen Parteien für die kommenden Wahlen zu einem Einheitsblock gegen die Sozialdemokratie zusammengeschlossen. Dieser erklärt, daß er gegen die sozialistische Weltanschauung in jeder Form kämpse und für eine„ideale Weltordnung", namentlich da« private Eigentum und da» Erbrecht eintrete.— Die Arbeiter sollten von ihren Gegnern lernen, ehe e« zu spät ist! Weiter wird au« Bayern ein starker Abmarsch au« der U. S. P. zu den Kommunisten gemeldet. Einige Ortsgruppen der II. S. P. haben sich der K. P. D. angeschlossen. ................ Grenze der Türkei sein soll. Die Franzosen werden nach Cilicien abtransportiert. Die Griechen melden einen„Sieg" über türkische Nationalisten, die also schon gegen Smyrna rücken. Ender Pascha soll in Baku mit den Bolschewiki verhandeln. Armenien sendet Notrufe gegen die Türken nach Pari«. «- Paris, LS. Mai.(WTB.) Senator d'Estournelles de E o n st a n t brachte im Senat eine Interpellation über die Ereig- nisse in Cilizirn ein, in der um Auskunft ersucht wird, was die französischen Truppen dort machen. Milderer Kurs in Irland? London, 2». Mai.(Reuter.) Bedeutungsvoll« Personal- Veränderungen in Dublin Castle lassen eine gemäßigtere Politik erwarten. Der HilfSuntersikretär de» Bizekönig« von Jr- land, Sir John Taylor, ist zurückgetreten und der Präsident des LandeSsteueramt», Sir John Anderson, zum Unterstaatssekretär er- nannt worden. Der irische Eisenbahnerbund hat sich dem Vorgehen der Hasen- arbeiter angeschlossen und sich geweigert, Kriegsmaterial zu befördern. Ein mit Kriegsmaterial nach Cork in Süd-Jrland bestimmter Eisenbahnzug blieb in KingStown unter militärischer Bewachung liegen, da die Maschinisten und Signatwärter sich weigerten, ihn abfahren zu lassen. Der nordamerikanische SiaatSsekretär Colby ersuchte den Auswärtigen Ausschuß des Repräsentantenhauses, mit Rücksicht auf da« Ausland eine Stellungnahme zur irischen Republik zu unterlassen. Wien— Sitz des Völkerbundes? Wie„Daily Herald" meldet, schlug der ErnährungS« kommissar der englischen Regierung für Zentraleuropa, Sir Cyril Butler, vor, den Sitz de« Völkerbunde» nicht nach Genf, sondern nach Wien zu verlegen.— Herr Butler scheint Mephisto- phelische Anlage zu haben. Wie könnte er sonst gerade diese klassische Studiergelegenheit für die herrlichen Früchte von Versailles und Saint Eermain vorschlagen?l GewerMastsbowsgung 12 Tage Friseurgehilfenstreik. Cm zweiten Feiertag vormittag versammelten sich die streikenden Friseurgehilfen und-gehilfinnen in der Bötzow-Brauerei, um zu der Antwort der Arbeitgeber Stellung zu nehmen. Der Referent Matuschke von der Zentrolstreiklcitung nahm Bezug auf die Antwort der Arbeitgeber und betonte, dah tS nichts andere? geben könne, als die Bedingungen abzulehnen und den Streik fortzusetzen. Die Streikenden dürften die fliegenden Betriebe als Hauptwaffe in ihrer Lohnbewegung nicht aus der Hand geben, sondern dieselben müssen später als Genossenschaftsbetriebe ausgebaut werden. Der Dezernent Herr Dr. Goldschmidt vom ReichSarbeitSministcrium hat sich jetzt direkt an den Jntcrcssenverband gewendet und eine definitive Erklärung über die Bereitwilligkeit zur Verhandlung der- langt. Der Wille der Versammlung kam in folgender einstimmig angenommenen Resolution zum Ausdruck: Die am 2. Feiertag in der Bötzow-Braucrei versammelten streikenden Friseurgehilfen sind nach wie vor zu Verbandlungen bereit, lehnen jedoch entschieden die Zumutung des Interessen- Verbandes ab, zuvor den Streik zu beenden und ihre„Fliegenden* einzustellen. Die Versammelten erklären, alle? daran zu setzen,. durch Weilerführung des Streiks und des Betriebes der„Fliegenden* die Bewegung zu einen: guten Ende zu führen. Die Beteiligung an dem Streik ist nach wie bor eine gute. Eine Anzahl von Kollegen, die sich von Arbeitgebern überreden ließen, wieder anzufangen, sind erneut in den Streik getreten, da sie später kein Anrecht am Tarifverträge haben. Ein großer Teil der Arbeitgeber hat Verbindung mit der Streikleitung gesucht- Diese Arbeitgeber haben die Absicht, eine öffentliche Versammlung einzuberufen, da sie in den Versammlungen unter der Leitung des JnteresscnverbandeS nicht zu Worte kommen. In den nächsten Tagen dürfte eine Entscheidung vor dem NeichZarbeitSministeriuni gefällt werden. Ein sonderbarer Unternehmer-Ttandpunkt! Seit längerer Zeit bemüht sich der Deutsche Transportarbeiter- Verband für die im g r a p h i I ch e n Gewerbe beschäftigten Transportarbeiter einen Tarif abzuschließen. Alle bisher nach- gesuchten Verhandlungen sind von de» Arbeitgeber-Verbänden ab- gelehnt worden mit der Begründung, daß die Transportarbeiter in gleichem Verhältnis wie die Buchdruckerei-HilsSarbeiter entlohnt werden. Zn einzelnen Großbetrieben lZeiiungSverlagsanstalien) bestanden bisher Hausverträge, die aber mr die Zukunft fortfallen sollen. Der Arbeitgeberverband der papierverarbeitenden Industriellen nahm zu dieser Angelegenheit Stellung und lehnte gleichfalls den Abschluß eines Tarifes ab. Er gab dazu eine an sich umständliche Erklärung ab, indem er behauptete, daß die Transportarbeiter indiviouell nach Leistung, Familienstand oder Dauer der Beschäftigung, im Betriebe entlohnt werden. In einer Sitzung des Api vom 22. März 1S2V wurde aber einstimmig der Beschluß gefaßt, daß die Arbeitnehmer-Orqanisation ->l« berechtigte Interessenvertretung der Arbeiter anerkannt wird. Wie nun die individuelle Bezahlung aussieht, dafür einige Bei- spiele: In einer Buchdruckerei ist ein Kutscher beschäftigt mit dem fürstlichen Lohn von 140 M. pro Woche. Derselbe ist seit 20 Jahren bei der Firma. In einer Buchbinderei erholten Transportarbeiter einen Lohn von 2,10 M. pro Stunde. Im Durchschnitt erhallen Hausdiener und Packer einen Wochcnlohn von SO M. bis 150 M. Das damit jemand auskommen kann, glaubt ernstlich kein Mensch. Der SchlichrungsauSschnß hatte sich schon einmal mit dieser Frage zu beschäftigen, konnte aber kein Resultat zeitigen, da die Vertreter der Aroeitgeber ohne Vollmacht erschienen. Einen Be< schluß des SchlichtungSauSschusieS, innerhalb 10 Togen in Ver- bandlung zu treten, lehnten die Arbeitgeberverbände ab. Der Transportarbeiterverband hat nun abermals den SchlichtunaSauS- fchuß angerufen und hofft nunmehr aus einen günstigen Abschluß, um so mehr, da die TranSvortorbeiter iu ihrer Mehrzahl einen Tarifabschluß für daS graphische Gewerbe wünschen. Schicd'Sspruch im Fouragehandel. Auf der SchlichtungSstelle Groß- Berlin ist am 22. d. MtS. zwischen dem Verein der Fonragehändler Berlins und dem Deut« scheu TranSportarbeiter-Berband folgender Schiedsspruch gefallt worden: Den Kutschern und Arbeitern wird ob 1. Mai 1920 bis zum 31. Juli 1920 ein Grundlohn von 1?ö M. mit einem TeucrungS« zssthlag von 65 M., Summa»»» 240 M., pro Woche gezahlt. Sämtliche Bestimmungen des alten Vertrages, Ueberstunden, SonnlagSarbeit. Urlaub usw., bleiben bestehen. Bezüglich der Generalstreiktage wurde folgender Vor- schlag gemacht. Die Arbeitgeber zahlen als Abfindung für die «i!«»»»:»»»»— iww................................................. Generalstreiktage den Letrag von 85 M. Die Arbeitgeber-Ver- trelung betonte, den Mitgliedern des Arbeitgeber- Verbandes die Durchführung dieses Vorschlages empfehlen �zu wollen. Bereits gezahlte Beträge können angerechnet werden. Ein Kohlenhändler, der auf die Beschlüsse seiner . Organisation pfeift. Vom Deutschen Transportarbeiterverband, Bezirk Groß-Berlin, wird uns geschrieben: Der Kohlenhändler Gustav Schmidt jun., der aus drei Plätzen, 1. Holzmarkistraße, 2. Görlitzer Bahnhof und 3. Kiefholz- straße Handel verreibt, entzieht sich fortgesetzt der Verpflichiung, tarifmäßige Löhne zu zahlen und die vereinbarten Arbeits« bedingungen innezuhalten. Beschlüsse seiner Organisation, deS Verbandes Berliner Kohlen- Großhändler, gehen„Ihm* nichts an, er macht, was er will. Wegen Nichtinnehaltung des Tarifvertrages und der RichtauS« führung eines Beschlusses seiner Organisation, der dahin geht, den Arbeitern und Kutschern vier Generalstreiktage zu vergüten, ist eS deshalb zur Arbeitseinstellung gekommen. Obgleich die Arbeiter und Kutscher einen obsiegenden Schiedsspruch in Händen haben und noch in letzter Stunde der Vorfitzende de? VereniS der Berliner Kohlengroßhändler vermittelnd eingriff, um einer Arbeits- einstellung vorzubeugen, scheiterten alle Verständigungsversuche an dem Starrsinn des Herrn Schmidt. Als nach der Arbeitseinstellung eine Vertretung der Organisation der Kohlenarbeiter und Kutscher vermittelnd vorstellig werden wollte, empfing er diese mit den Worten:„Wer sind Sie, für mich sind Sie nischt!'— Als diesem „Gernegroß* die OrganisalionZvertreter in gleicher Weise dienten, wurde er sehr erbost und iorderte zum sofortigen Verlasien seines Kontors auf. Der letzte Versuch der Verständigung ist somit an dem arbeiterfeindlichen Verhalten dieses Kohlenhändlers gescheitert. Auf allen drei Plätzen der Firma ruht die Arbeit. Jeder, der für sie eine Arbeit verrichtet, di« sonst von den Streikenden geleistet wurde, begeht Streiibruchl Vor Zuzug nach der Firma Gustav Schmidt jun. wird deshalb dringend gewarnt!_ Deutscher Transportarbeiter> verband. HandelShilfS- arbeiter u n d-a r b e i t er in n e n aus d e r T e xti Ib ran ch e. Am Tonnerstag, den 27. Mai, abends S Uhr, im Königstaot-Kafino, Holz- marltstr. 72, Ecke Alexanderstraße: Branchenverjammlung. Wirtfthcrst Die deutsche Valuta steigt noch weiter. Während sich im Innern die wirtschaftliche Lage schwieriger gestaltet, der Papiergeldumlauf sich aus 64'/, Milliarden erhöht, steigt die deutsche Valuta aus den Auslandsmärkten lustig weiter. Aus der Erscheinung, daß in Amerika und England die Warenpreise fallen, auch die Frachtenraten sinken, ist viel- leicht zu entnehmen, daß ein stärkeres ExportbedürfniS»ach dem rohstoff- und lebenSmittelbungrigen Deutschland entstehen wird, daS aber nur dann besaedigt werden kann, wenn die Kaufkraft der deutschen Mark gestärkt wird. Je besser der Kursstand, je stärker die Kauflust. Bei all den ungeheuer kompli- zierten Verhältnissen der Weltwirktschaft muß man beachten. daß die P r e i s b i l d u n g der Devisen sAuslandSwechsel), wenn geschickt operiert wird, mit verhältnismäßig kleinen Beträgen stark beeinflußt werden kann. Jedenfalls ist die gesamte Lage höchst undurchsichtig. Die Möglichkeit für Ueberraschungen ist in weitem Maße gegeben. Ziote nmnIaufeS um 574,7 Mill. Mark auf 48 948 Mill. Mark und der 2«rlehnSkaffenfcheine auf 15 504 M. Der Umlauf cm papierenen Zahlungsmitteln hat sich demnach aus 64ii! Milliarden Mark erhöht._ Die Erhaltung deS selbständigen Unternehmertums. Zum vrauercitrust. Der sozialistische WirtschafiS- Politiker hat mit besonderem Interesse die Zusammenschluß- bewegung innerhalb der kapitalistischen Unternchmerwirtschaft zu verfolgen. Sind die T r i e b k r ä f t e, die zu den.Kapital- affoziaiionen führen, auch keineswegs gememivivtschaftliche, im .............................■IMWgraMMTBMTg Gegenteil rein Privatwirtschaft liche, um die Profil« rate zu sichern und möglichst zu erhöhen, so bedeuten dennoch alle diese Jnteresscngemcmschaftcn und Fusionen, d. h. Ver. schmelzungen, die wichtigsten Bausteine zur Herstellung einer organlsirrten Wirtschaft. Diese Zusammenfassung gleicher Betriebe, die heute noch durch den WirtschaftsrgoiSmuS der Unternehmer und Betriebsführer gehemmt wird, ist beute im wcsenl« lich-n eine Geldfrage. Finanziell vorteilhafte Angevoie werden fast ausnahmslos angenommen, gegen gut« Abfindung wird das Prinzip der Erhaltung der wirtschaftliche.: Selbständigkeit ohne weitere? geopfert. Mit ausländischen Milliarden sind ganze deutsche Industrie- oder Handelszweige zu kaufen. Unter diesen Verhältnissen ist die Verfechtung des Grundsatzes der Erhaltung des freien Unternehmertum» eitle Spicgelfechtervi der freibändlerifchen bürgerlichen Demo- ! ratet,. Wäre es ihnen wirklich ernst mit der Erhaltung der Unternehin erfreche it, dann müßten sie doch auch alles tun, um durch Schaffung fester Organisationen Bollwerke gegen den Auf- lauf durch Ausländer zur Erhaltung der Unternchmerfelbständig» keil zu schaffen. Daß solche festen Organisationen Monopole werden, wissen sie wohl, daß solche Prtvatmonopole in heutiger Zeit nicht mehr zu halten sind, weil die Forderung, sie gemein- wirtschaftlich umzugestalten, von feiten der Volksmassen er« hoben würde, wissen sie gleichfalls. AuS diesen offeiUiegenden Gründen lassen sie das Schiff«ftisach treiben, verfechten dabei die Unternehmer, elvftändtgkcit, weil sie einträglich ist, opfern sie, wenn sich diese Opfer als noch einträglicher erweisen. Nicht volkswirtschaftliche, sondern Privatwirt- schaftlich« Motive liegen dieser nackten Jntercsscnpolitik zu- grünt«. Die Konzentralion im Brauereigewerbe macht weitere Fortschritte. Die Berliner Kindl-Brauerei hat. die Happoldt-Brauerci aufgenommen, die Löwen- Brauerei die Brauerei Teutonia, aus 38 Berliner Lagerbier- bvauercien vor 10 Jahren sind heute 13 geworden. Die Berliner Engelbardt-Brauerei will jetzt die Dortmunder Weftfalia-Branerei A. G. auskaufen in der Weise. daß für 3000 M. Wien der Dortmunder Weststilia-Brauerei nom. 2000 M. Engelhardt-Aktien gewährt werden. Gleichzeitig ver- doppelt die Engelhardt-Brauerei ihr Grundkapital auf 8 Millionen Mark.— Die Dortmunder Westfalia-Brauevei stand insofern schon in Beziehungen zur Engelhardt-Brauerei, als deren Gene- raldirektor Nacher Vorsitzender des AufsichtZratS des Dort- nmnder Unternehmens ist. Die Gesellschaft besitzt u. a. daS Bahn- Hofshotel«n Cleve und Wirtschaften in Barop, Dortmund, Lanzen- dreer und Mcttmcnn. Auch die Stadtbrauerei Karl Berge? in Merseburg ist von der Engelhardt-Brauerei aufgekauft worden.--astr. Soziales. Der vertragslose AustanS zwischen Merzten unü Krankenkassen. Seit gestern mittag 12 Uhr befindet sich die bei den Kranken« iaffen tätig« Llerzteschaft nach der Weisung der Leipziger Zentrale gegenüber den Krankenkassen im venragSlosen Zustand. Mit Aus« nahm« von Groß-Berlin, wo auf Verständigung hinzielende Ber« Handlungen zwischen Aerzten und Krankenkassen-Verband schweben, werden im ganzen Reiche Kranke nur zu den ortsüblichen Sätzen der Privatpraxis gegen Barzahlung behandelt. Kurz vor Inkrafttreten des vertragslosen ZustandeS hat das Arbeitsministerium den Versuch gemacht, eine HinauSichiebung des« selben um acht bi» zehn Tage zu erreichen. Der Aerzteverband hat indessen geantwortet, daß auS technischen Gründen diesem Wunsche nicht Rechnung getragen werden lönne. Die Leitung der Aerzteorqanisation stellt als Voraussetzung kommender EinigungS« Verhandlungen folgende Forderungen: 1. Der Vorsitzende deS Schiedsgerichts ist nicht vom Arbeits- minister zu ernennen, sondern soll von beiden Parteien gewählt werden: 2. daS Schiedsgericht hat ohne gebundene Marschroute zu entscheiden. Wir finden, daß diese Bedingungen die Verständigung er« schweren, denn wenn man sich im Prinzip schon für Einigungsver« Handlungen erklärt, muß man auch dem Spruch de» Schiedsgericht? von vornherein etwas mehr Vertrauen enlgegenblingen. Derantw. für den redattion. Teil, Srich»uttner, Tempclftof: filc. Anzeigen: Th. Slock«. Berlin. Verlag: Vorwärta-Verlaa S. m. b. Berlin. Druck: Brr- wärts-Buchdruckerei u. Berwasanstalt Paul Sinaer u. To. Berlin. Linde:, str. 8. Hier»» t Bellas�_ "iurttstin fufäer LrbenSMchicht- r.z R-. t/hUlllil.tziil-itl. lormalarZ von«. lkvart- fiuiQ'v Mtl den 34 Bildern der Luther- Valerie eem-lt von Wilhelm Wnmar ReformaNonS» Jndiltmm»»«usaada so Selten. J225 oa b.cinenblm» M. AeueS praAkfcheS ZremdNörter- kii« Tie ivlchugtten zremdwSrtr: der dcut- vltitl» scheu Sprache in alphadetischer zrlfle. mit Anzwe Ihrer herlenfi. lorrclten Schrei- bung und Aussprache, ikirer»edernun« Ihrer «rammaNichen Behandlung und ihres idioma- Nichen Gebrauchs ncbft ein-eherden Such- ertickrunren von A. Setoel 4S0Se>:-n.» J,fl Gebunden........ M. a. all SMimmerequarium. ichafping und Clnrichlung deSirlben auf mSa- lichsl billlgein Weg« und mti besonderer Be- > ücksichtigung der zsschkrankheiten von 1- St Hellt, ach. 62 Selten mit 6 kolorterten e) en Tafeln. Ganzlctnenband... 5»!, X.3U Deutsche Kultur. Bitirag zur G'ichichte de« siebzehnlen Jahr- hundert« von Dr. Bcrthoid Haendcke.«: *57 Selten. Elegant gebunden. M lt. tO von NapItSn Jame« Tool. »WM W lkupserstichen. Perausgegebon von W. I. von Bous � Miue erste Weltreise. Mit 4 rasein nach den Lrigina!-«ups 301 Seilen,«rvschierr Roman von S. TS. fr.% i.80 Ein ganzer Bann Seiten. Broschiert.. 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