Nr.366.37.Iichrg. Bezugspreis: V»rteltäfjrL 25,50 ätLraonotl. 8,50 JKl frei m« Hous, voraus zahlbar. Post- ocjug: Moaatlich S,— MI. e�kl. Zu- stellungszedühr. Unler Äreuzdand für Deuifchlano und Or!terrei»- Ungarn 15,— Ml. für das übrige Ausland bei täglich einmal. Auüellung 20.— M. Poltvestellungen nehmen an Dane- mar' Holland,•-'urembiitg, Schweden. Tschecho-Slawalei und ote Schweiz. Eingetragen IN die Poft-Zeitunz»- Preisliite. Der.Dorwäris� mit der Sonntags» beilage.Voll u. Zeit"«richeint wa-ben- litglich zweimal. Sonntags und Mon- tags einmal. Telearamm-Adreife, «Sozioldemotrot verNa-. Abend-Ausgabe Verliner Volksblatt � 20 Pfennig) Anzeigenpreis: D e achtgefpaltene Nonpareillezelle koste Z,— M., Teuerungszuschlag 50°/� �Kleine Zlnzeigan", das fctt- gedruckte Wort 1— M. lznläjslg zwei lettgedriickte Worie), jedes weitere Wort 00 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen' das erste Wort 05 Dsg„ jedes weitere Wort 40 Pfg. Worte über 15 Duchftabsn zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 50°/» Tamilien-Anze-gen für Abonnenten geile 2',— SOI, politische und ge- werkschastliche Verein«- Anzeigen Z.— Ml. die sseile ohne Aufschlag. Anzeigen für die n Ä ch st e Nummer müssen bis s Ahr nachmittag« im Sauptgeschäft. Berlin SW SS, Linden- strahe 3, abgegeben werden. Geöffnet, von 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der Ibztaldcniohratifcbcn Partei Deutfchlands Neüaktion und Expedition: EW. öS, Linöenstr. Z. seernsvrecher: Amt Morinplan, Nr. Ll»! itv— IZI, S7. Mittwoch, den S«. Mai ZVÄO Vorwärts-Verlag G.m.b. h., SM. HS, �inSenstr. Z. aernivrertier: Amt Nkorittplah, Nr. 117 53—51. Der Streit um öie Wiedergutmachung. Haag, 26. Mai.(Hollandsch Nieuwsvureau.) Nienwe Courant mcldct aus Paris, daß die finanziellen S a ch- verständigen der Schade nvergütungskom- Mission einen Bericht abgestattet haben, in dem gesagt wird, daß die wirtschaftlichen Bedingungen des Friedensver- träges undurchsührbar sind und das; der ganze Ab- schnitt des Versaillcr Abkommens, der sich auf die Wirtschaft- lichcn Bestimmungen bezieht, umgeändert werden isiusz. Der Zweck öer Konferenz von Spa. London, 25. Mai.(Reuter.) Die an die deutsche Ne- g i e r u n g gerichtete alliierte Note, in der mit Rlicksicht auf die deutschen Wahlen der Aufschub der Konferenz in Spa bis zum 21. Juni vorgeschlagen wird, hebt hervor, der Zweck der Konfeeenz sei, die Nichterfüllung feierlicher Berpflichtun- gen des Verfniller Vertrags durch Teutschland zu erSrtern und Abmachungen wegen der Sicherung der Durchführung dcS Vertrags in Zukunft zu tresfen. Es sei deshalb von größter Wichtigkeit» daß die Konferenz nicht durch außerhalb ihrer liegenden Vorurteile (externa! preoccupstion) abgelenkt oder verzögert werde. Der Sinn der Worte ist nicht sehr klar, jedoch scheinen sie die Warnung einzuschlietzen, nicht allzu diel Hoffnungen ans eine Re. Vision des Versatller Friedensvertrags an die Konferenz von Spa zu knüpfen.> » Im Zusammenhang mit dieser Meldung ist ein längerer Be- richt des„Echo de Paris" über MillerandS Mitteilungen vor den Mitgliedern der Kammerausschüsse für auswärtige Angelegen- Helten und Finanzen, die sich vor allem mit der Konferenz von H y t h e beschäftigten. In derLLiedergutmachungs- frage haben danach drei Vorschläge vorgelegen. Ein englischer Vorschlag habe die deutsche Schuld auf hundert Milliarden Goldmark ohne Zinsen als Gesamtheit der deutschen Verpflichtungen festsetzen wollen. Ein f r a n zö° SB si scher Finanzsachverständiger habe alsdann die Rückzahlung der französischen Schuld an England abhängig ge- macht von den Zahlungen Deutschlands an Frankreich. Diesen Entwurf habe Lloyd George ohne Diskussion angenommen. Heber die Frage der Priorität und über die Frage der Verteilung habe Lloyd George erklärt, daß er sich an die Abmachungen mit Cle- menceau halten müsse. Der zweite Vorschlag sei von Frankreich ausgegangen. Nach ihm werden verlangt 120 Milliarden Goldmark mit Zinsen. Die Flüssigmachung des Geldes soll erfolgen durch eine Anleihe, die aufgelegt werde von Deutschland, Frankreich und England.? Drittens habe ein zweiter englischer Vorschlag vorgelegen,'der den französischen Vorschlag annehme, jedoch die Zinsen nach dem Friedensvertrag berechnet wissen will, also keine Zinsen bis zum 1. Mai 1921. Zweieinhalb Prozent von da ab bis 192« und von dort an 5 Proz. mit 1 Proz. Amortisierung. Millerand habe das abgelehnt. Weiter heißt es, die Alliierten würden in Spa keine Vor- schlüge machen, sondern abwarten, was die Deutschen vorschlagen würden. Würden sie sich enthalten, dann werde in den folgenden Wochen durch Vermittlung des Wiedergut machungSauSschusses die Gesamtsumme der deutschen Schuld mit. geteilt werden. Ein 9s!ef L!opS Georges. London, 25. Mai.(Reuter.) Auf einer Völkerbundkonfevenz jn Llandrindod wurde ein Brief Lloyd Georges ver« lesen, worin dieser bedauert, der Konferenz nickst beiwohnen zu können und hinzufügt: Ter Gedanke, daß der Völkeribund erfolg- loS bleiben könnte, würde eine. furchtbare Aussicht eröffnen. Die einzige Möglichkeit, die dann bliebe, wäre der Krieg, dessen zer- störende Methoden entwickelt worden sind, daß der Tod der Zivilisation die Folge sein würde. Diese Aussicht ist zu furchtbar, um sie auch nur in Erwägung zu ziehen. Der aUöeutsche Meinungskauf. Di« Kapitalisierung der öffentlichen Meinung macht weitere Fortschritte. Aus München wird uns telegraphiert, daß nach dem gelungenen Ankaufe der rechtsdemokratischen„München-AugS- burger Abendzeitung" nun auch die linksdemokratischen.Münchener Neueste Nachrichten", das einzige wirklich den Standpunkt der Demokratischen Partei vertretende große Blatt in Süddeutschland, von den Großkap ilalisten aufgekauft werden soll. Es schweben Verhandlungen, um dieses alte, angesehene, in ganz Süd- bahern und in den umliegenden Gebieten stark verbreitete Blatt unter dem Einslutz der Deutschnationalen und der A g r a> rier zu bringen. Die Verhandlungen führt Generalsekretär Zembsch, der schon bei allen politischen Parteien von den Sozialdemokraten bis zu den Teutschnationalen mitgearbeitet hat. Er ist ein gewandter sicher auftretender, äußerlich sehr repräsen- tativer Mann, der seit einigen Jahren politisch auf der äußersten Rechten angelangt ist. Es ist zu befürchten, daß die Kaufverhand- lungen mit den Besitzern der„Münchener Neuesten Nachrichten" üuf keine großen Schwierigkeiten stoßen werden. Haben sich schon die beiden früheren Besitzer, die nun beide ge- storben sind, nicht vertragen können, so gilt dies für die Erben der K n o r r und H i r t h in noch höherem Maß«. Es fehlt den Erben auch eine journalistisch leitende Perfönlichkeit, die die große Re- daftion, in der sich seit Jahren eine Links- und eine RcchtSgruppc bekämpfen, in Ordnung halten kann. Die Versuche, durch öfters gewechselte Chefredakteure' eine Einheitlichkeit des Standpunktes der„M. N. N." herbeizuführen, waren gleichfalls mißlungen. Dazu soll dieses Unternehmen, das früher als überreich gegolten hat, einen der größten Zeitungspaläste Deutschlands und eine wunder- bar eingerichtete Kunst- und Buchdruckerei besitzt, in finanzielle Schwierigkeiten gekommen sein. So kann das- zeitungs- gierige scharfmacherische Großkapital mit Aussicht auf Erfolg seine Hände nach diesem wichtigen Stützpunkte der Demokratie in Süd- deutschland ausstrecken. �us der Werkstatt der Reichsverderber. III. Wie Bethmann nachgab. Am 9. Januar 1917 fand eine Unterredung zwischen Hindenburg, Ludendorff und h m a n n statt. über die Oberst v. Bartenwerffer das Protokoll führte. Aus diesem entnehmen wir: Kanzler:.. Admiral von Holtzendorff stelle in Aus- sich!, bis zur nächsten Ernte England klein zu haben... Im großen sind die Aussichten für den rücksichtslosen U-Boot-Krieg rech! günstig. Beweiskräftig lassen sich die Aussichten freilich nicht hinstellen. Man müsse sich aber klar sein, daß große militärische Schläge nach der militärischen Lage kaum möglich seien, um den Sieg zu gewinnen. Der U-Boot-Krieg ist die»letzte Karte". Ein sehr ernster Entschluß. „Wenn aber die militärischen Stellen den U-Boot- Krieg für notwendig halten, so bin ich nicht in der Lage, zu widersprechen." Feldmarschall: Wir sind gerüstet, um allen Even- tu alitäten zu begegnen, gegen Amerika, Dänemark, Holland und auch die Schweiz.(!) Kanzler:. Es läßt sich denken, daß der U-Boot-Krieg das Kriegsende hinmisschiebt. Exz. Lndcndorff: Der U-Boot-Krieg bringt auch unsere Armeen in eine andere, bessere Lage.(Das haben wir beim An- stürm der Amerikaner im Jahre 1913 auch gesehen! Die Red.) Durch den Mangel an Grubenholz, an Kohlenförderung, leidet die Munitionserzeugung. Das bedeutet«ine Erleichterung für die Westfront. Wir müssen der Trupp« eine zweite Sommeschlacht er- sparen. Daß diese Erleichterung eintreten wivd, wird durch unsere eigenen Verhältnisse, die Wirkung unserer Trvnsportkrisis bewiesen. Auch Rußlands Osfensivkraft wird durch den Munitionsmangcl, hervorgerufen durch Schiffsraumnot, geschädigt. Die sibirische Bahn allein genügt für Rußland nicht. Kanzler: Amerikas Hilfe bei eventuellem Eintritt in den Krieg wird bestehen in Lieferung von Lebensmitteln an Eng- land, finanzieller Beihilfe, Entsendung von Flugmvschinen, Eni- sendung von Freiwilligenkorps. Feldmarschall: Damit werden wir schon fertig. Die Gelegen- heit für den U-Boot-Krieg ist so günstig wie kaum jemals wieder. Wir können ihn führen und müssen ihn sühren. Kanzler: Ja, wenn der Erfolg winkt, müssen wir auch handeln. Fclbmarschall: Wir würden uns später Vorwürfe machen, wenn wir die Gelegenheit verpaßten. Kanzler: Sicher ist die Lage besser als im September. Exz. Ludendorff: Di« Sicherungsmaßnahmen gegen die Neu- tralen werden nichts Herausforderndes haben, reine Defensiv- maßnahmen. Kanzler: Und weim die Schweiz in den Krieg eintritt oder die Franzosen durch die Schlveiz kommen? Frldmarschall: Das Ware militärisch nicht ungünstig.(!!!) Und in den Händen dieser Gesellschaft lag die Entschei- dung über Tod und Leben von Millionen. fichtung bei lDahlvorschlägen! Berlin, 2«. Mai. Erklärungen über den Anschluß von KreiS» wablvorschlägen an einen Reichs Wahlvorschlag werden vielfach fälschlicherweis« unmittelbar bei dem Reichswahl- l e i t e r eingereicht. Nach§ 18 des Wahlregelements müssen solche Erklärungen bei dem zuständigen Kreiswahllciter einge- reicht Iverden, und zwar spätestens bis zum 27. Mai. Tie Er- klärungen können auch telegraphisch bei dem zuständigen Kreiswahlleiter eingereicht werden, sie müssen aber innerhalb zwei Tagen durch eine schriftliche Erklärung bestätigt werden. Die bei dem Reichswahlleiter eingereichten Anschlnßerklärungen haben keine Gültigkeit. Militarismus in Sowjet-RußlanS Von Eduard Bernstein. In einem, die Interessen der russischen Juden unter bür- gerlichen Gesichtspunkten behandelnden Wochenblatt, der in Paris erscheinenden„Tribüne Juive", steht in der Nummer vom 7. Mai ein Artikel über den Antisemitismus in Sowjetrußland, der einige auch für wertere Kreise bemerkenswerte Feststellungen enthält. Der Verfasser, B. M i r s k y, schreibt: Die Sowjetmacht, wie ssie auf dem Papier sich darstellt, ist dem Antisemitismus feindlich. Mit der Wafsp von Dekreten kchnpft sie entschlossen gegen jede Neigung zu. Pogromen an. Wer diese Macht ist ein Machtphantom des bolschewistischen„Herrn Bureau", der mit seinen Rundschreiben die beschränkten Vorräte von Papier aufbraucht. Die wirkliche Macht setzt sich aus der Armee und den außerordentlichen Kommissionen zusammen. , Da es heute schwer ist, allzustecken, wo'die„misitärische Zone" anfängt und' endet, gehört die wirkliche Macht den Militärbehörden. Nur die außerordentlichen Koannlissionen machen ihnen Kon- furvenz, die anderen sozialen Körper sipivlon keine Roll«. Die Zentralregierung der Sowjets lade st und bekämpft den Antisemitismus, aber in der Provinz herrscht die Willkür des Bureaus der außerordentlichen Kommission oder des General- sta b s, dessen Mitglieder vornehmlich ehe m�a I ige Offiziere sind.... Die bei den Sowjets dienenden ehamaliigen Offiziere sind nicht alle in der harten Lage, von der man berichtet. Wohl gibt'es eine nicht gering« Zahl von Märthverm unter ihnen, aber. die Mehrzahl besteht aus„Angepaßten" und«Ohnesorgen". Ein roter Stern an Stelle der ovalen Kokarde, die kommunistischen Initialen an Stelle deS Monogramms der RoinanowS— und dlS Umwandlung aus dem alten Regime ist fertig. Die aitßerordcnltichen Kommissionen find gleichfalls der Rifftafs aus den Niederungen des alten Regimes. Der Bürgerkrieg bringt „Spezialitäten" besonderer Art zur Geltung und macht sie unent-, behrlich, die Sowjetvegierung hat den PolrzeimechaniS- m u s. in bezug auf den das zarisch« Regime so stark war, sich zu- nutze gemacht.... Diese„Spezialisten" sitzen in den General st üben und außerordentlichen Kommissionon, sie und nicht dir Sowjctburcaus üben allerorts in der Provinz die wirkliche und absolute Gewalt »us, die keine Kontrolle duldet. Es liegt in der Natur der Sache, daß dies« Leute das der Polizisten- und OsfizierWisfe eigene antisemitische Ge- baren und Denken beibehalten haben. Und so wüten in Sowjetrußland Pogrome aller Art, wilde Pogrome, dir ganze Ort- schaften ausrotten, von roten Kommandanten geleitete Pogrome, und ist in dem Lande der Sowjets die antisemitische Atmosphäre «ine so drückende, daß man von Schibrnierungen und Beschimp- fungen zu Ausplünderungen und Niedermetzeluu- gen von Juden übergeht. Gewiß, der famose Ukas eines Kommissars, ich weiß nicht, welchen Wolgadistriktö, der den Juden verbietet, in seinem Verwaltungsbezirk zn wohnen, war nur ein Ukas zum Lachen. Das Rest des wahren Antisemitismus sst die militärische Verwaltung der Sowjets, die einfluß- reichsten, hochgestelltesten Grade bekennen sich zu ihm.— Die „angepaßten" alten Offiziere und Polizisten quälen die Bcvölke- rung viel mehr als die wahren Kommunisten.... Alle diese von den Bolschöwisten begünstigten Leute propagieren einen„Sowjet- antisemitismus" voller Widevsprüche. Die Zentral regier ung kann nichts dagegen tun. Dekrete und Rundschreiben genügen nicht, denn die Herr- schaft der Sowjets hat keine Rcalität, der Sowjet ist ein Wappen, ein konventionelles Signum, die wahren Herren aber sind, die Militärs und die Spitzel, diese geiverbsmäßigen Praktiker der B rowmngpi stol« und der Mitrailleuse. Diese Herren haben in der „kommunistischen Republik" den Anrisemitisrnus des alten Regimes zum Auferstehen gebracht. Soweit der Artikel. Er ist sicher einseitig und mag auch übertreiben. Wer im wesentlichen wiederholt er nur, was man auch von anderen Seiten hinsichtlich des Gegensatzes ver- nimmt, der in Sowjetrutzland Uvischen den Detreten der scheinbar die Diktatur des Proletariats vertretenden bolschewistischen Regieruung und den Handlungen der Ele- mente besteht, auf die diese Negierimg heute tatsächlich sich stützt. Aus Alexander A x e l r o d s Buch über die Wirtschaft- lichen Ergebnisse des Bolschewismus wissen wir, daß in den bolschewistischen Wirtschaftsämtcrn die ehrlichen Anhänger der Ideen des Bolschewismus eine kleine Minderheit sind gegenüber der Masse gesinnungsloser Stellensucher, die sich an jede neue Regierung anhängen, und wie dem Treiben dieser letzteren gegenüber die meisten Erlasse der Zentral- regierung toter Buchstabe blieben. Bon anderei» Seite er- fahren wir das gleiche hinsichtlich her außerordentlichen Kam- Missionen, die nominell berufen sind, über die Beobochtung der Grundsätze der Revolution zu wachen, und wenn hier da- neben noch festgestellt wird, daß die ftion den Bolschewisten angestellten alten Militärs in großer Zahl die Dekrete und Rundschreiben der Zentralregierung, wo sie ihnen nicht passen, Papier sein lassen und einfach so handeln, wie ihre eingewurzelten Instinkte es ihnen vorschreiben, so spricht alles dafür, daß das im wesentlichen den Tatsachen entspricht. Solange die. roten Garden eine genügende Zapl Mannschaften umfaßten, konnten sie dem unter ihnen herrschenden Geiste nach Träger einer neuen Gesellschaftsauffafsung sein, und manche Berichte mis jener Zeit erzählen von ihrer Betäti- gung in diesem Sinne. Wie aber■aus den Hunderttausenden Millionen wurden und militärische Rücksichten altgewohnter Art die Besetzung der Offiziersposten bestimmten, da mußte schrittweise der alte Geist über den neuen wieder die überhand bekommen und solche Erscheinungen möglich machen, wie sie hier berichtet werden. Es bewahrheitet sich nnmer wieder, daß es völlig un- möglich ist, einer ganzen Nation in kurzer Zeit einen-neuen Geist einzuimpfen. Wenn an nichts andereni, scheitert die Diktatur, die darauf abzielt, am Schwergewicht der Alltag- lichkeiten. Zu neun Zehnteln ist die Herrschaft der Bolsche- misten in Rußland als sozialistische Regierung nur Schein. h.hre Terrete gegen solche Erscheinungen wie die Hudenhetzen müssen um so mehr an der Macht des geistigen Trägheits- gesetzes scheitern, je mehr ihre Politik Unterbindung der freien Diskussion, Erdrückung des freien Parteilebens heißt.' Man kann nicht Organen, die brutaler Unter- d r ü ck u n g dienen, den Geist wahrer Menschlichkeit ein- prägen. Diese aber sind es, die auf den verschiedensten Ge- bieten heute in Rußland infolge ihrer Zahl und Funktionen tatsächlich regieren. Das mögen sich diejenigen merken, die heute Pharisäer- hast die Deutsche Republik verächtlich machen, weil auch sie in ihren Organen noch nicht all der Kiräger des alten Geistes Isdig geworden ist, weil solche auch hier noch immer von nsncm Handlungen begehen, die dem Geist republika- nifcher Demokratie widersprechen. Die Tatsache ist nicht zu ilgneir, ihr soll scharf ins Gesicht gesehen werden, wir dringen darauf, daß alles geschieht, wqs irgend'dazu angetan ist. ihr abzuhelfen. Wir dürfen jedoch hinzufügen, daß es sich hier um Ueberbleibsel handelt, die auszumerzen die Republik bestrebt ist, aber nicht um Elemente, die sie erst von neuem mit Vollmachten ausgestattet hat. Tie demo- kratische Republik unterdrückt keine.Meinung, sie sucht den edleren sozialen Auffassungen dadurch die Uebermacht zu sichern, daß sie mittels Festhalten an den Grundsätzen der volitischcn'Freiheit und des gZ eichen poli- t i s ch e n R e ch t s aller die Achtung vor der ehrlichen Ueber- zeugung und den Sinn für ein fröies Zusammenleben stärkt. Mit Gewaltpolitik aber wird man nie die Neigung zur Ge- Walttätigkeit austreiben. % �lrbeitsgemeikfthast sozialöemskratisther Lehrer. Am 25. Mai trat der Hauptausschuß der Arbeits- aemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen Teutschlands zu einer Tagung in Berlin zusammen, die sich neben organisatorischen Fragen namentlich mit der Wahl- arbeit innerhalb der deutschen Lehrerschaft und den Vorarbeiten für die Reichsschulkonferenz beschäftigen sollte. J.n Namen des Parteivorstandes begrüßte Genosse Adolf Braun die Teilnehmer, die aus allen Gauen der deutschen Re- publik zusammengekommen sind. Wie schon an der Schwelle der sosteldemokratischen Bewegung Lassalle das Wort von den Ar- beitern und der Wissenschaft gesprochen habe, so gehörten auch Lehrerschaft upd Arbeiterschaft zusammen. � Die Partei" stehe vor einem neuen Examen, aber sie kenne keine Examens furch t, son- «feern nur die Notwendigkeit a n g e st r e n g t e st e r Arbeit in den letzten Tagen vor solch einem Examen. Neben der Pädagogik der Sechs- bis Vierzehnjährigen gelte es eine Pädagogik der Er-, w a ch s e n e n auszubilden. Die Arbeit für die Zukunft erfordere n-chi nur eine Neugestaltung der Wirtschaft, sondern auch neu ge- staltete Menschen. Den Bericht über den Fortgang der Bewegung erstattete der EcscbästSsührer Genosse Lohmann. Er hob das schnelle An- wachsen einzelner Bezirksgruppen, namentlich in Pommern, inj Zwei Nenftbei». Von Artur Zickler. Im D-Zug Berlin— Amsterdam. Draußen gleitet das grüne Frühlingsland vorbei. In den Polstern der zweiten Klasse sitzen die Menschen mit den Tutzendgesichtern und den ausnahmslos gesicherten Lebensverhältnissen. Sie dösen, knabbern an Bisgun oder schimpfen auf die Regierung. Zwei goldene Schlipsnadeln buhlen um das Lächeln einer Dame im braunewÄleid, Ein Spsise- wagcnk»llncr schwingt ein Tablett mit Schweizer Schokolade und Apfelsinen von Abieil zu Abteil. Feiner Zigarettenduft wetteifert mit Parfümen. Im Korridor lehnt ein Jude, mit klugen traurigen Augen hinter klaren Brillengläsern. Sein Mantel ist ärmlich, sein Hut komisch. Ein dünner Bort rieselt über seine Lippen,� zu dünn. um die Bitterkeit der Mundwinkel zu verbergen. Zu seinen Füßen hockt auf einem Ballen ein zerbrechliches Weib, die Knie unnatürlich angezogen, um den Bäuchen den Weg nicht zu der- legen, die in den Speisewagen schwanken. Immer enger rücken die beiden zusammen. Sie lesen den o'fenen Haß, die hämische Verachtung aus allen Gesichtern, die .sich ihnen zuwenden. Sie drückt ihr Kind, ein erschreckend kleines Würm, so fest an ihre flache Brust, daß es erwacht und das Weinen anhebt; ein kaum hörbares Ouäken, doch laut genug, nm den Widerwillen der Gutgekleideten zu erregen. „Dreckiges Judenpack!" Ich sehe den Mann ins Gesicht. Er hat es gehört und schließt nur für einen Augenblick die Lider. Dann sieht er verquält in die lachende wandernde Welt. Das Weib" öffnet die Bluse und zeigt dem Kinde ihre elenden kleinen Brüste, legt sie ihm in den offenen zahnlosen Mund. Da bricht die Bestie auf. Eine der goldenen Schlipsnadeln i't erschienen und brüllt in versoffenen Lauten los. Ein langer Bengel im Matrosenanzug stößt die Mutter vor die Beine, und das dicke Zubehör im Abteil, seine Mutter, auch eine Mutter, schielt wohlgefällig zu ihm herüber. Die beidest müssen ausstehen. Die Klosetifrau hat sich ihrer angenommen und führt sie irgendwohin, wo ein Kind trinken darf, ohne daß ej ihm mißgönnt wird, das dünne TrApfchen Muttermilch.> Die Allgemeinheit ist beftiedigt. Die Schlipsnadel rammt sich eine Zigarre ein und schimpft wieder über die Regierung. »__ Staatöoper: Glucks„Iphigenie auf Tauris'. Während die Musikphilologie sick, Jahrzehnte lund mehr als zwei Jahrhunderte) um die Frage abmüht, ob die Reformation der Oper Freistaat Sachsen, in Ostpreußen und aa'.ch in der Provinz Branden- bürg hervor und legte die Schwierigkeiten dar, mit denen die sozial- demokratische Lehrerbewegung in einzelnen Bezirken noch zu kämpfen hat. Eine Fülle von Beschwerden über politische Drangsa- lierung parteigenössischer Lehrer hat der Hauptvorstano zu ver- treten gehabt und er kann mit Genugtuung feststellen, daß keine einzige berechtigte Beschwerde, für die er sich eingesetzt hat, bisher in letzter Instanz abschlägig entschieden worden ist. Für die Wahl- bewegung sind 5 Flugblätter gedruckt, die den einzelnen Bezirken zur Verfügung stehen. Die Mitteilungen der einzelnen Vertreter aus dem Reiche ergänzten oen Bericht nach den verschisdensten Seiten. lieberall steht die Lehrerschaft in der eigentlichen Parteiarbeit, in der Bildung?- und Jugendbewegung wie in der Wahl- agitation mitten in der Front der Partei. Allein in Sachsen sind im Zerflossenen Jahre über 6C0 Versammlungen von Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft abgchalten worden. Weit über 1000 Lehrer stehen in diesen Wochen ver Partei als Ver- saminlungsredner ans den Reihen der Arbeitsgemeinschaft zur Verfügung. Das anfängliche Mißtrauen der älteren Partei- geiwssen gegenüber der Lehrerschaft ist überall da, wo so freudig und so tatkräftig mitgearbeitet wird, erfreulicherweise völlig ver- schwunden. Von den verschiedenste., Seiten wurde indessen mit Recht auf eine schnellere Demokratisierung der Schu'lv e r w a l t u n g e n gedrungen, da hier noch die stärksten Stützen der Reaktion vorhanden seien. Tie Aussprache wandte sich dann der W a h l a r b e i t zu, und es wurden wertvolle Anregungen für die Agitation innerbalb der Lehrerschaft gegeben. E» wurde darauf hingewiesen, daß Per- treter der Lehrerschaft sowohl in den einzelnen Wahl- .bezirken wie auf der Reichsliste der Sozialdemokratischen Partei an aussichrsreicher Stelle aufgestellt seien. Im übrigen hält die Ar- beitsgemein'chaft daran fest, daß ihre Vertreter nicht etwa lediglich als Berufsvertreter, sondern als Sozialdemokraten, als Vertreter des ganzen Volkes kandidieren. Die neue Organisation der Arbeitsgemeinschaft, die als 3. Punkt der Tagesordnung" zur Debatte stand, siebt eine enge An- lehnung im Aufbau an die Bezirkseinteilung der Partei vor. Es soll dadurch ein besseres Zusammenarbeiten mit den Parteiorgan,- satianen und eine noch engere Fühlungnahme mit ihren Bedürf- nissen gewährleistet werden. Die Tagung wird am 26. Mai fortgesetzt. Hier sollen nament- lich die Richtlinien für die Reichsschulkonferenz be- raten werden. Os�enreyolutionare. Hn unserem Bericht. über die Pläne der Gegenrevolution haben wir darauf hingewiesen, daß die Kommunisten in Mitteldeutschland durch r e ch t s b o l s ch e w i st i s ch e Ossi- ziere und andere Treiber zum Hufstand aufgestachelt werden. Hierfür bringt das„Hallesche Vollsblatt" interessante Belege. Danach ist der„Kommnmstenputsch" in Tanger- hausen von gegenrevolutionären Lockspitzeln angestiftet worden. Als Urheberin des Bankraubes Sangerhausen wird die Schriftstellerin Gabriele Schröder- Mahnke be- zeichnet. Frau Schröder-Mahnke, die in Naumburg, Sedanstr. 19, eine luxuriös eingerichtete Etage unter dem Namen Mr. Golden bewohne, sei unlängst nach Halle gekommen und habe die hallischen Kommunisten zur A u f st e l l u n g V o» Kommunistenbataillonen zu veranlassen gesucht. Zunächst sei ihr viel Vertrauen entgegengebracht worden, dann aber sei man argwöhnisch geworden und es sei einem Genossen, der ihre Freund- schaft gewann, gelungen, der Dame in ibre Karten zu gucken. Frau Schröder-Mahnke, die öft in Männerkleidern ausgehe, habe von der Mibitexbehörde einen Auskoeis als„Dolmetscher"; sie erbalte von einem Leutnant Hansen Geld, das von der Anti- bolschewistenliga stamme. Leutnant Hansen, mit dem �richtigen Namen Schaum, stehe in engster Verbindung mit dem Leiter der Nachrichtenabteilung in Halle, dem Artillerie-Oberleutnant Giesen, Mühlweg 17, I. Ter Zweck der ganzen Organisation sei, Zersplitterung in die linksradika.'kn Arbciterkreise zu tragen und Heißsporne zu übereilten Putschen zu veranlassen, die ein militä- rifchcs Eingreifen in Mitteldeutschland crmiigttchcn sollen. Das ist genau baS, was wir als Plan der Gegenrevolu- tionäre bezeichnet haben. Auch die„Freiheit" berichtet, daß in letzter Zeit rechtsputschistische Provokateure im Westen und auf Gluck, den Tonmeister, oder Calsabigi, den Dichter und lieber- sctzer, zurückzuführen sei, sckircitet Iphigenie mit starrem, geheiligtem Schritt nur ganz selten über die Bühnen. Bedauerlich, woil hier die bedeutendste Inspiration des Musikers ganz aufgegangen ist in die Einfachheit eines annken Textes. Glucks„Iphigenie"— welcher Musikreichtum in bescheidenem Gewand! Das Werk zerfällt in wundervolle, zu rasch schwindende Einzel, üge. Es seblt das soit- schreitende Erleben, die Bindung der Handlung, das Mitreißende der Bewegung. Von seinem Adel lebt dieses Musildrama; an seinem Adel stirbt es immer wieder. Dock bleibt der Glaube ewig an die Größe beider„Iphigenien", des„Orpheus", der„Nlceste", die uns die Slaatsoper ankündigt.. Tie Strauhsche De- arbeitung strafft die Handlung und unterstreicht orchestrale Effekte, bleibt aber sonst ehrfürchtig beim Original. Schillings leitet die Aufführung mit einer nicht nur kühlen, sondern bewußt vornehmen, zurückhaltenden Ruhe. Die Inszenierung F. L. siörths dient dem gleichen Sinne: Einfachheit. Die Starre des einheitlichen Tempels wird durch Besonderheiten der Abgrenzung und Um- gebung, durch Sichtbarmacheir des Nliars, durch Betonen und Ver- decken von loenig Material klug gemildert. Die Pnesterinnen schreiten einen mathematischen Gang airf Kreidestrichen, abgezirkelt auch in den Armbewegringen, im Wurf der Gewänder. Frau Hafgren- Dinkeln lebt ihren klaren, weichen und dock starken Sopran mit der sinnlichen Färbung in einem Reichtum an Arien undRezitationen auS; Gesang und Bewegung niachen Eindruck, wenn auch mehr gegenwärtigen, als«mtik-klasfischen. Der Orest Jose, Schwarz kämpft einen Att jang gegen seine Kehl-Jndisposition wie gegen Erinnyen. Schließlich bleibt er stimmlich«reger, wie er es als Spieler von vornherein mar: geladen mit Leidenschaft modern- empfindsam, ein strahlender, ganzer Kerl. Kirchner als Pylades blieb ein wenig hinter Erwartungen zurück, doch hatte sein Spiel Wahrheit. Tboas den Bariton sang Ernst Kraus, der einstige Heldentenar. Zic transit...1 Die Cbörs: fein abgestimmt, diskret einfallend, nur eben notorisch entweder falsch gehemmt odett falsch beflügelt, Das Publikum: kühl begeistert don Menschen, nicht vom Werk. Ks. Tie drahtlose Telegradhie im Dienste der Wetterkunde. Im Londoner Meteorologischen Amt wird ein neues System des Wetter- dienstes ausgearbeitet, bei dem die drahtlose Telegraphie m weil- gehendem Maße herangezogen werden soll. Handelsschiffe, die auf dem Ozean fahren und' die mit Apparaten für drahttose Telegraphie ausgerüstet sind, werden regelmäßig Wetterberichte und Voraus- sagen schicken, die in London zusammengestellt und verglichen werden. Dank den Fortschritten der letzten Zeit, die besonders durch die Ansprüche des Flugdienstes hervorgerufen wurden, ist es heute schon möglich, das Wetter für drei bis vier Tage vorauSzubestimmen. Allechings bängen diese Voraussagen, wie ein Beamter des Wetter- dienstes ausführte, sehr von der Art der Wetterlage ab. Die Meteorologen können sich in dieser"Beziehung mit den Aerzten»er- gleichen. Bei«wissen Wetterlagen können sie ibre Voroussagn mit völliger Sicherheit machen, während sie bei anderen sehr vor- gleichen. Bei gewissen Wetterlagen können sie ihr? Voraussagen wegen seiner insularen Lage häufig schwierig, jedenfalls unsicherer als sie e» für Paris sein'kann. Tic Anwendung der drahtlosen in Mitteldeutschland bei- ihren unabhängigen Parteigenossen Eingang zu finden suchen. Zu unserer Befürchtung, daß die linksradikal verhetzten Arbeiter doch� schließlich auf solche Machenschaften hereinfallen werden, schreibt die„Freiheit": Wir wollen zunächst feststellen, daß es die einmütige 1l e be r z eu g u ng unserer ganzen Partei, ohne Unterschied irgendwelcher„Richtungen" ist, daß ein gewaltsames Vorgehen in der gegenwärtigen Situation die denkbar größte politische Torheit wäre. Die Partei ist der Auffassung, daß ein solches Vorgehen tat- sächlich nur den Putschisten von rechts gelegen käme, der Arbeiter- bewegung aber nur zum größten Schaden gereichen könnte. Dieser«Ktandpunkt entspricht der Situation. Wir möchten aber auch wünschen, daß er mit allen Mitteln in die Tat um- gesetzt wird. Vor allen Dingen vermissen wir bei der un- abhängigen Presse, daß sie, wenn solche Dinge wie in Sanger- hausen ausbrechen, sofort mit der nötigen Entschiedenheit dagegen Stellung nimmt und gleich zu Beginn den Arbeitern zurufst was ihnen jetzt alle Tage ins Gewissen gehämmert werden muß: Arbeiter, fltacht Euch nicht zum blinden Werkzeug der Gegenrevolution! Die Euch mit radikalen Phrasen zu Gewalttätig. ketten aufputschen wollen, sind Agenten der Reaktion und der Militärdiktaturl Der Suchhänüler-Sö'rsenverein als Zensor. Ter„Buchhändler-Börsenverein" hat bischer als die wirtschaftliche Organisation des deutschen Verlagsbuchhandels gegolten. Man wird ihn künftig als eine politische Fi- liale der Denis nationalen Volkspartei an- zusehen haben. Die Buchhandlung Vorwärts erhielt nämlich nach Ausgabe einer Anzöge für das„Börsenblatt" folgende Rückantwort: An die Buchhandkjrng Vorwärts, Paul Singer G. m. b. H., Berlin. Ww bestätigen den Eingckng Ihres Jnseratenauftrags vom 29. d. M. und teilen Ihnen evgebenst mit, daß wir diesen nicht sofort ausführen können. Ihre seinerzeit in Nr. 99 er- schienen« Anzeige K u t t n e r,„Die erdolchte Front" hat in der diesjährigen Hauptversammlung des Börsenveretns, wie Ihnen wohl bekannt geioorden ist, st a r k e Entrüstung hervorgerufen und wir sind darauf vom AuZschnß für das„Börsenblatt" ange- wiesen worden, alle derartigen Inserate— heute handelt es sich um die Ankündigung von Heinig,„Die große Ausrede von dererdolchtenFront"— vor Abdruck dem Ausschuß für das Börsenblatt vorzulegen, der in den nächsten Tagen über die Auf- nähme entscheiden wird. Leipzig, den 22. Mai 1929. Hochachtungsvoll Redaktion des„Börsenblattes für den deutschen Buchhandel". I. P.: Richarh Albert ii Nach diesem Schreiben steht ganz unzweideutig fest, daß der ,)Buchhändler-Börsenverein" eine Zensur über links gerichtete Literatur eingerichtet hat. um solche Schriften von der Anzeige für den Sortimentsbuch- Handel auszuschließen, die den reaktionären Herren des Ausschusses nicht genehm sind. Damit maßt sich diese Wirtschaftsorganisation eine Oberaufsicht über die öffentliche Meinung an, soweit sie durch Buch- literatur gespeist wird, die von jedem demokratischen und auch nur liberalen Standpunkt aus a� unerträglich bezeichnet werden muß.___. Nm Himmels willen nicht! Die„Nationalliberale Korrespon- denz" das Organ der Deutschen Volkspartei, versichert nachdrück- lichsi, daß Frau Dr. Srresemann keineswegs„fremdstämmig" sei, sondern einer christlichdeutschen Familie entstammt. Der Biereifer, mit dem das �stgestcllt wird, wirft ein bezeichnendes Licht auf die„liberale Weltanschauung", mit der die Deutsche Volkspartei prunkt. A. Stein erklärt in der„Freiheit", ex habe die Aeußerung, die U. S. P. gehe nicht in den Reichstag, um für die Arbeiter etwas Positives� herauszuholen, nicht getan. Telegraphie wird in der Meteorologie einen großen �Umfang an- nehmen. Mit ihrer Hilfe wird es vor allem möglich� sein, den Ort und den Verlauf elektrischer Störungen sicher festzustellen. „Fuhrmann Henschcl" im Schauspielhaus. Intendant Jeßner hat viel, sehr viel nachzuholen, tvas seine Vorgänger in Schinkels schönem Hause- versäumt haben. Unmittelbar vor der Putschwoche bat er uns eine Aufführung des„Marquis von Keith" beschert, die für Wedekind endlich den angemessenen Stift erstrebe. Jetzt fährt er. fort. Hauptmann seinem Repertoire einzufügen. Für den„Fuhr- mann Henschel", die Tragödie des schweren, erdgebundenen Men- scheu, der sich in dieser Welt nicbt mehr auskennt und nach hartem Ringen sich seinem Schicksal opfert, ist d:e Form mit all ihren Nuancen gegeben— BrahmS inttme Kunst hat sie vorbildlich ge- schaffen— und es ist hohes Lob, feststellen zu können, daß sich die Schauspielhaus-Ausfßhrung unter Patrys Regie würdig daneben behaupten kann. Gewiß, der Dialekt wird nicht ganz getrossen, manches ist zu breit geraten, aber wie werden Menschen und Milieu mit all dein Drum und Dran des Alltäglichen, das doch erst den ganzen Eindruck des Wirklichen.gibt, lebendig! Das Fuhrmanns- paar ist HanS Marc und Lucie H ö f l i ch. Marr, groß und wuchti-- im Aeußeren, ist ganz Gutmütigkeit,' Treuherzigkeit, mift sem Stich ins Versonnene: der hilflose Riese, ein erschütterndes Bild tragischer Verkettung. Im vollen Kontrast dazu die Hanne Schäl der Höflich, robust innen und außen, lebensgierig in jeder Faser,.schlau, durch alle Schwierigkeiten � sich"durchwindend— die sieghafte Kreatur, der schlechtere Mensch, den keine ethische Hemmung loder auch Aberglaube) kampfunfähig macht. Die beiden Gestaltcki. die zwei Lebensprinzipien verkörpern, zusammen zu sehen, war höchster Genuß. Ter rote Schlafrock. Im neuesten Heft der„Neuen Schau- bühne", die in Dresden von Hugo Zehder herausgegeben wird, er- zählt Hau- Reimann einiges vom Leivziger Tbeaterpublikum: In Wildqans"„Liebe" trug die Darstellerin der Wera eine' rote Matinee. Aber nur ein paarmal. Tann prasselte es Beschwerden, und sogar das Auge der Bollezei mischte sich binein. Die Matinee wurde durch ein züchtiges Gewand ersetzt. Inzwischen brach die Revolution aus. Infolgedessen sprach der Direktor zur Wera:„Nu gannsde dein' rocd'n Schlafrogg widd'r anzichn." Die Gencralveriammliinq des Deutschen Bülinenvereins. die am«oimabend im Schillertdeatir zn Ebaelotlenburg tagl, berät die An- wäge der wcnossensckiajt Denticher Bühnenangehöriger und des Choriänaer- und Ballettverbandes aus Festsetznng dcr Mindeftqagcn. Ter Dichter«»ra�z Werkel bat, wie das.Prager Tagcbl." meldet, eine Berufung an die Berliner Musilhochschule erhalten, wo er ein Kolleg über Harmonielehre lesen wird Eine Franz- blletiner. Gedächtnisausstellung, die der Mctzncr- Bund in Ateliers und Garten des verstordenen Künstlers in Zehicndors- Witte, Machuower«tr. 37, vorbereitet hat, wird am Freitag'mittag er« öffnet. Berichtigung. Fn unserer gestrigen Notiz„Neber.die äftethische Welt- aulchauung" mu'ste es heißen: Es kannte der Zweifel cntiteben. ob die äflelhische Weltanuhauung überhaupt in ihrer LMedrrsbiegelueg in der Literatur des 19. Jahrhunderts oder die ästethischc Weltanschauung dieser Literatur gemeint sei.— Der in einer anderen Notiz genannte erste weib« liche Ehrendoktor der Nnivcrstlät Berlin h-igl Hedwig. Heyl. Dittmann und Srocköorff-Rantzau. Tie Vorgänge im Dezember 1Ä18. der„Freiheit" behauptet Dittmann, Schckdemann habe die Stellen aus dem Privatbrief Ärccldorff-Rantzaus über die eventuelle NntmenSigkeit einer militärischen Spartakistenbekämpfung im Mi- n ist er rat nicht vorgelesen, sondern sei über sie mit der Bemerkung, das sei„Schassmist", hinweggegangen. Das würde darauf schlie- tzen lassen, daß auch Scheidemann damals noch hoffte, um diese faiale Notwendigkeit herumkommen zu können, heweist aber nicht, däss pi- unabhängigen Voiksbeaufrragien die Auffassungen Brock- torff-Nanzaus nicht gekannt haben. Zum mindesten mußten sie jene Stelle des an den ganzen Ministerrat gerichteten Pro- memoria kennen, in der gefordert wird,„mit aller Vorsicht die Kam- petenzen der Arbeiter- und Soldatenräte einzuschränken" und „jedem Versuch, mit- und durcheinander zu regieren, mit äußer- st er Energie entgegenzutreten". Titt.nann verteidigt sich mit großer Aufgeregtheit gegen etwas, was in unseren Augen kein Vorwurf ist. Die rein sozialistische Negierung mutzte bereit sein, sich gegen die gewaltsamen Umsturz- versuch? einer Minderheit zu verteidigen, und sie war es anfangs auch. Tann begannen die unabhängigen Volksbeauflragten unter dem Druck der Linken ihrer Partei zu schwanken, und jetzt versichert Tittmann, sie hätten sich damals(Ende Dezember, Rantzaus Brief stammt aber vom Anfang Dezember)„der blöden Bolsche- wisten- und Spartakistenbekämpfung unausgesetzt entgegengestellt". Das ist richtig; damals waren die unabhängigen Volksbeaustrag- ten bereits umgefallen und hatten gar nichts mehr dagegen, daß ihre sozialdemokratischen Kollegen, hinter denen sechs Siebentel der Arveiterschaft standen, durch die Gewalt einer kleinen bewaff- neten Minderheit aus ihren Remtern entfernt würden. Dag die unabhängigen Volksbeausttagten Ende Dezeinber jede Maßnahme zum Schutz der Regierung bekämpften, der sie selbst ang borten— obwohl die Gewaltpläne der Linken ganz offen- kund-.g waren—, gehört zu den unbestrittenen geschichtlichen Tat- sat en. Behauptet wird nur, daß die unabhängigen Volksbeaustrag- ten Anfang Dezember über das Recht der rein sozialistischen Regierung auf Selbstbehauprung und über ihre Solidaritätspflicht gegenüber ihren sozialdemokratischon Kollegen anders dachten, und es ist eine seltsame Verwirrung de� Begriffe, wenn Titfmann jetzk diese Behauptung als„Verleumdung" abzutun versucht. Schulmeister unö Untermelker. Ter Schweinestall alS� Schule. lln'iere Agrarier und Hochindustvtellen sind bekanntlich grund- gütige Renschen. Kämen sie wieder ans Ruder, die„Schweinerei" hörte sofort auf. Denn die konservativen, leider bisher so arg der- kannten Herren haben sich ja bekanntlich zu der Partei der Orb- nung des Wiederausbaus zusantmengoschlossen. Ja, sie haben mit der Lrdnung und dem Wiederausbau sogar bereits begonnen. Z. B. im Kreise Schlochau in West preutzen aus e-ncm Gut S ch ö n w e r d e r. Dort muß der Schulmeister seit 10 Jahren im Tagelöhnerhaus wohnen. Zuerst fünf Jahre in einer Dachstube und Kammer. Am 1. Mai 1911 brach der.Lehrer durch die Kammer, die mit Lehm ausgelegt war, holte sich einen doppelseitigen Leistenbruch und mußte sich zweimal operieren lassen. Der n»us Rittergulsbesitzer wollte die Dachstube für einen Unter- mclk.cr chq-ben,'rgo: heraus mit dem Schulmeisterlein in ein anderes TÄgelöhnerhaus! Tort durfte sich der' Verheiratete fürst- lich in einer geteilten Dachstube einrichten. Ter Antrag auf Uober- Weisung einer Tagelöhnerwohnung oder wenigst>Hs auf eine Ver- größerung�der Dachstube wurde abgelehnt. Wir sind zu höflich, um zu schildern, wie es im übrigen in dieser Kate aussieht. Aehnliches an Ordnungsliebe und Menschonfreundlichkoit lei- stete der Rittergutsbesitzer, dessen Name uns leider verschwiegen worden ist, auf dem Gebiet des Schulwesens. Trotz dreier Mini- ftcrialerlasse ist der(Schulhof nicht eingezäunt. Sämtliche Haus- tiere tragen zur Düngung bei. Die Schulklesse gleicht nicht nur einem Schweinestall, sie ist rz auch. Die Schweine der Tagelöhner sind willkommene Gäste der Schulstunden, da die rettende Wand zwisch.n Schweinestall und Schulraum seit 1911 nur noch in der Erinnerung besteht. Eine auch nur einigermaßen gebrauchsfähige Schulklasse zu errichten, läßt das Budget des Rittergutsbesitzers nicht zu, da es wahrscheinlich durch neue Putschporbereitungen und Behausung von Baltikumern anderweitig stark in Anspruch� ge- nommen ist. Das ist die Ordnung und der Wiederaufibau, das die Be- muten sürsorge der Partei, die alle diese schönen Dinge für sich in Anspruch nehmen zu dürfen glaubt. Der katholisiÄe Alarktptatz. Jüngst sollte in Meschede(Westfalen) in Ermangelung eines passenden Saales eine Wahlversammlung unserer Genossen aus dem Marktplatz stattfinden. Aber zu aller Erstaunen- er- hielt der Vorsitzende unserer Ortsgruppe kurz vorher das folgende Schreiben: Meschede, den 15. 5. 1920. in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, Ortsgruppe Meschede, z. H. des Vorsitzenden Herrn Wischer. Der unterzeichnete K i r che n v o r st a n d der katholischen Kirchengemeinde. Meschede hat zu Deinem Befremden aus der Zei- tung ersehen, daß die Sozialdemokratische Partei auf morgen nach- mittag eine öffentliche Versammlung aus dem katholischen Marktplatze anberaumt hat, ohne daß die grundbuch- mäßige Eigentümerin des Marktplatzes um Genehmigung bzw. Ueberlassung des Platzes befragt ist. Der Kirchenvorstand protestiert gegen diese Eingriffe in seine Eigentums- rechte und wird nicht dulden�däß der Platz Ihrerseits als öffentlicher Platz in Anspruch genomnren wird. ES liegt auf der Hand, daß«ftch eine Volksversammlung auf dem Marktplätze die Kirchenbesucher, die, wie den katholischen Mitgliedern in Ihrer Parte, genügend bekannt sein wird, den gaHzen Tag über die Kirche besuchen, gestört werden. Wir ersuchen Sie deshalb, die aus morgen anberaumte Versammlung nickt auf dem Grund und Boden der katholischen Kirchengemeinde zu veranstalten. gez. Dprnseifer. Pfarrer. gez. Jos. Ant. Wiggel gez. A. Mertens senior/ 'Das Zentrumsorgan van Meschede' unterstrich diese merk- würdige Zuschrift noch durch den Hinweis ans den Haus- friedensruch-Parggraphen; denn aus dem Grundbuche gehe klar hervor, daß der sogenannte große Marktplatz der Stadt tatsächlich Grundeigentum der katholischen Kirchengemeinde sei und die Stadt kein Anrecht daraus habe� Deshalb ist er ein„katholischer Marktplatz". Interessanter noch als dflese Markifmge ist die Tatsache, daß offizielle Anhänger der Zentrumspartei durch Verweigerung de» Versammluug-Platzes der Sozialdemokiatie die Versammlung un- möglich zu machen suchten und so die stille Saalabtreiberei ihrer Freunde auch offen fortsetzten. Das Zentrum ist doch sozusagen auch 5loalitionspartei. Oder nicht mehr?— Der Gemeindevorsteher als deutsth- nationaler LVahlmacher. Nachstehend ein Beleg, wie im gesegneten Hinterpommern, die Deutschnaitonalen mit amtlicher Beihilfe Wahlagitation treiben. Der Gemeindevorsteher M a t t k e des Dorfes Z a n z o w, Kreis Scatzig, erhielt unlängst folgendes Schreiben: Deutschnationale Bolkspartei. KreisvereinSaatzig. � Stargard f Pom., den 18. Mai>9120. An die Herren Gemeindevorsteher des Kreises. Sehr geehrter Herr Gemein devovsteher! Am Montag, den 21. Mai, abends 8 Uhr- beabsichtigen wir, dort einen öffentlichen politischen Werbcvortrag abzuhalten und über die gegenwärtige politische Lage zu sprecheu. Wir erlauben uns, Ihnen dies hierdurch mitzuteilen und bitten höflichst um Bekanntgabe� sowie um weitestgehende Unter- siützunz, soweit d'es erforderlich sein sollte. Für-Ihre frdl. Hilfe im voraus bestens dankend, verbleiben Wir in vorzügl. Hochachtung mit frdl. Gruß: Deurschnationale Bolkspartei, . Goschäftsstempel.) Kreisverein Saatzig, Stargard i. Pom., Holzmarktftr. 48. Einem altpreußischen Gemeindevorsteher ist der Wunsch der Teutschnationalcn natürlich Befehl; Herr Matlke sandte dieses Schreiben durch den Ort mit dem Anschreiben„an die bäuerlichen Wirte, Büdner und Mieter bitte zu befördern und an mich zurück". Und die Deutschnationalen behaupten, daß die Regierung WahlbeÄnfluffung treibe! Zweierlei Maß. Die Kroschelscbe Schrift gegen die Deutsch- nationale Bolkspartei wurde eilfertig, wie gemeldet, durch einstiveilige Beifügung des Landgerichts I Berlin verboten und damit für die Dauer des Wahlkampfes kalrgenelli. H e l s f e r i ch s Broschüre.Fori mit Erzberger", die bekannilich gleichfalls b e- s ch l a g n a h m t wurde, prangte am eisten Pfingslfeieriaz im Schau- fenster des.Berliner Lokal-Anzeiger" in Oranienburg. Es lebe die Justiz! Die unvorsichtigen Aufrechten. Die treffliche Regie unserer Nationalisten, mit der sie ihr Bedauern über den verunglückren Äapp-Putsch zu verhüllen verstehen, klappt milunter nicht ganz. So begehl das Fäbnlern der Aufrechten, eine Sonverilique der Deutichnalionale», die Unvorsichtigkeit, zn schreiben, daß auch„nach dem unglücklichen Ausgang des Ksivpschcn Unternehmens"»ichr alle Arbeit vergeblich sei. Also: wesemlich besser wäre sie doch im Falle des Gelingens gewesen. Schade, schade, aber es genügi uns. Deutscher Bolksschullehrerinneutag. Die in K a s s t l abgehaltene außerordcnlliche Tagung deulscher V o l k s s ch u l l e h r e r i n n e n, die u. a. die rechtliche Stellung der Volksschullehrerinnen im neuen Deutschland erörterte, Hai gemeinsam mit dem ebenfalls hier lagen- de» Landesverband preußischer Volksichullehrerinnen folgenden Beschluß gefaßt: Zur Erreichung der gewerkschaftlichen Ziele werden alle gesetzlich zulässigen Mittel zur Anwendung � gebracht. Zu diesem gehört auch die Arbeitsiiiedeilegung.. Der über Hamburg verhängte Ausnahmezustand ist mit dein geftrisen Tage aufaeboben worden. billigere Lebensmittel. Der Preissturz.— Tie Verluste der Kommunen. Der Lebensmittelhandel besindet sich seit einigen Wochen in begreiflicher Aufregung. Seit ungefähr 14 ij�gen sind sämtliche Lebensmittel unaufhaltsam im Preise gesunken, herbeigeführt durch die ständig steigende Valuta und das Ueberangebot von bisher im Schleichhandel zurückgehaltenen Landesprodukten. Dazu ist in Hamburg infolge der starken Zufuhr aus dem Auslande im Großhandel eine Panik ausgebrochen, die/ unaufhaltsam weiter schreitet. Die Hamburger Grossisten bemühen sich nun, die Läger zu jedem Preise zu räumen, trotz dxr sehr erheblichen Verluste, die ihnen dabei erwachsen. Tagtäglich treffen in Berlin, von Hamburg kommend, Eisenbahnzüge mi/ Lebensmitteln ein. Am stärksten betroffen durch den Preissturz sinä) die Kommunen, die in ungeheuren Mengen Nährmittel und Hülsen- fruchte beschafft haben und nun gezwungen sein werden, diese Waren mit mindestens 30 bis 40 P r o z. Perlust zu verkaufen. Besonders kritisch für die Kommunen ist die Situation auf dem Fett- markt. Die behördlichen Fett-»und Marganineläger sind mit un- geheuren Warenmengen gefüllt, die Preise aber, die für Margaxine und Fett beim Einkauf bezahlt wurden, sind heute erheblich zurück- gegangen. Mit einem schnellen Absatz der Fette durch die Ma- gistrate kann bei den heutigen Preisstürzen nicht mehr gerechnet werden, und so wird zurzeit an maßgebenden Stellen die Frei- gäbe des Fett- und Margarinehandels erwogen. In Grossistenkreisen rechnet man damit, daß diese Freigabe in allernächster Zeit erfolgen wird. Die Preise für Hülsenfrüchte sind von 4 bis 6 M. pro Pfund im Kleinhandel innerhalb der letzten acht Tage auf die Hälfte zurückgegangen. Hierzu wesentlich beige- tragen hat die bereits erwähnte Räumung der Hamburger Engros- läger, aus denen Riesenposten nach Berlin gekommen sind. Reis, der im Großhandel noch vor kurzem 11 M. pro Pfund kostete, ist aus 4 M. gesunken. Mindere Oualitäten werden bereits zu 4 M. Fraueu heraus! öMlUe MhlkliWkMittip Mittivnch 71/2 Nhr: Schulaula Nudreasstr. 1. Neferevtia: Genossin Bohm-Schuch(M. d. N.).- TonnerHtag Uhr: Schulanla Schönhauser Allee lös-u Referentin: Genossin Bohm-Schuch(M. d.?!.). Schul- aula> Strasimannstr. 8. Refereutin: Genossin Gertrud Haiu.a(M. d. P. L.). Freitass 7'/ uljx. Schulaula Greifswalder Str. 28. Referentin: Genosstu Liesbeth Riedger(Stadtverordnete). Tagesordnung: Wen-wsthlen die 5rauen am b.Junil und darunter gehandelt. Aus den Wagen ist g...ec.....-......•- mit 4 und 5 M. erhältlich. Ebenso sieht es� aui dem Seefisch- markt au.s Auch hier ist der Preissturz auf dem Hamburger Markt die Ursache für die Vcrbilligung. Heringe werden um 200»M. per Faß billiger gehandelt als vor acht Tagen. Frische� Seefische sind in Hamburg auf 76 Pf. und 1 M. herunter- gegangen. Natürlich erleiden die Berliner Kleinerkaufsgeschäfte durchweg erhebliche Verluste, denn sie sind nicht mehr in der Lage, ilire Be- stände zu den alten Preisen abzusetzen. Es herrscht infolgedessen eine erhebliche Kaufunlust) die wiederum auf das Sinken der Preise der Ware im Großhandel e-nwirkt. Die Berliner Dttaillisten er- klären, erst ihre Läger ausverkaufen und die neue Preisgestaltung abwarten zu wollen, bevor sie sich abermals eindecken. Hierzu tri:: zweifellos die im Publikum im Sinken begriffene Kaufkraft. Selbst die rationierten Lebensmittel werden nur noch teilweise abgenow- wen, so daß die Händler mit größeren Umsätzen im Augenblick nicht mehr rechnen können. » Die ersten italienischen neuen Kartoffeln sind, wie uns an Großhändlerkreisen mitgeteiU wird, in Berlin eingetroffen und Wurden engros mit 1,05 M. per Pfund verkaust, was einem Preise von höchstens zwei Mark per Pfund, ohne Kartoffe-- karten, in Einzelverkauf entsprechen dürfte. Da große Sendungen nunmehr täglich eintreffen, sind b i l l i g e r e P r e i s e zu erwarten. Ter Raubzug von Paaren. . Der räuberische Ueberfall in Paaren während der Pfinzsttage, den, wie wir mitteilten, eine bewaffnete Berliner Bande unter- nahm, beginnt sich zu entschleiern. Der Überfallene G emeinde- Vorsteher Baihe kam gestern nach Berlin und wurde den Heiden Verhafteten, Diemitz und Gutta, gegenübergestellt. Beide hatten erklärt, daß st« mit dem Raubzuge nichts zu tun hätten. Sie hätten auf dem Wege nach Berlin zufällig das Fuhrwerk getroffen und seien von dem Führer aus Gefälligkeit mitgenommen worden. Bcrthe aber erkannte in Gutta einen der Räuber ganz b e- stimmt wieder.— Nach dem Ergebnis der bisherigen Ermiitc- lungen handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine der „W eddingkolonne n", jener Banden, die im Norden Berlins, auf dem Wedding, und seine Umgebung ihre Schlupfwinkel haben und von dort ans nicht bloß Groß-Berlin, sondern aum die nähere und weitere Nachbarschaft unsicher machen. Diese Ermittelung -veranlaßte den untersuchenden Kommissar Lehnerdt, heute in aller Frühe im Norden Berlins eine großlZ Streife zu unter- nehmen. Abgesucht wurden besonders die Schankwirtschasicn. in denen Verbrecher und lichtscheues Gesindel aller Art zu verkehren pslegL Di« Angetroffenen, die sich nicht einwandfrei anSweisen konnwn, wurden mit Kraftlastwagen mach dem Polizr. Präsidium ge- bracht. Tort werden im Lause de> Tages ihre Persönlichkeiten, ihr Aufenthalt in der letzten Zeit usw. geuau geprüft werden. Erbauliches aus dem Reich der Stadtsynode. Unter den Beamten und Angestellten des Bureaus der Ber- liner Stadtsyngde wird seit Monaten sehr lebhaft eine Angelegen- heit erörtert, in deren Mittelpunkt der Burenudirektor O eh m k e steht. Ihm, einem bereits vierundseckzigjährigen Mann, ist der Vorwurf gemacht worden, daß er in Bureauräumen der Stadtsynode sichgegen Frau und Tochter eines Auge- st eilten sittlich vergangen habe, Als die Beschuldigungen im Dezember vorigen Jahres zür Kenntnis von Bureaubeamten gelangten, hielten diese es für ihre Pflicht, sie sofort der Dienstbehörde Ochmkes zu melden, Direktor Oehmke wurde einstweilen seines Amtes enthoben und späier aus seinen Antrag zum April dieses Jahres mit Pensidn in den Ruhe- stand versetzt, ei soll aber noch jetztz eine Dienstwohnung auf dem bei Mühlenbeck gelegenen Friedhof der Stadlsynode inn? haben. Tie Beschuldigungen führten uicht zur �Erhebung einer Anklage gegen ihn durch d-e Staatsanwaltschaft, sondern der Gatte und Vater muße PrivaMsage einreichen mit der> Begründung, daß durch cie Verfehlungen gegen Frau und Tochter aych er beleidigt sei. In der Verhandlung vox dem Schöffengericht Berlin-Mitte, die erst dieser Tage stattfand, wurde Oehmke wegen seine? Verhaltens gegenüber der Tochter zu der Kleinigkeit von 50 M. Geld» strafe verurteilt. Da beide' Parteien Berufung eingelegt haben, so kommt die Sache vor die.Siraftammer. Ob die vop Mutter vorgebrachte sehr viel schwerere Beschuldigung do-i uc zu einer entsprechend schärferen Verurteilung führen w muß man ab- warten. Neben dieser für Direktor Oehmke bisher so glimpflich ver- lausenen Angelegenheit hat das Vorgehen i e t Dienstbehörde gegen einige Angestellte, mit denen man ganz anders umzuspringen versteht, große Erregung hervorgerufen. Seit Monaten sind zwei.Mitglieder des damaligen Beamtenaus- schusses, ein langjähriger Burcausekretär und ein Vureauassistent, die an der Ausdeckung und Meiterverbreitung der Affäre Dehmke beteiligt waren, zur Disposition gestellt. Der Maschinenmeister des Friedhofs bei Stahnsdorf, der die Sache in einer Versammlung zur Sprache gebracht hatte, hctt jetzt zum 1. Juli die Kündigung er- halten. Jene Frau, die gegen Oehmke die erwähnten Bcschnldi- gungen erhebt, hatte bisher als Vertreterin ihres Mannes die Rest.'- gung der zahlreichen Bureaurciume zu leiten. Auch sie verliert seht zum 1. Juli diese Beschäftigung, und zu demselben Termin soll sie die Dienstwohnung räumen zusammen mit ihrem Mann, der-n seiner Stellung eines Friedhofsgärtners noch bleiben darf. Bei Ge- legenheit der Kündigung wurde bemängelt, daß die Bureauräume nicht hinreichend sauber gehalten worden seien. Sollen wir die Frau als ein Opfer des Reinlichkeitsbedürfnisses der Stadtsynode betrachten?_ Die Obstzüchter brauchen keine Presse— sie klingeln, D'- Obstzüchter von Glindow, Caputh und Umgegend sind böte auf die Zeitungen; sie haben in ihrer gestrigen Gemeindevertretersitzung beschlossen, dem amtlichen Generalanzeiger in Werder keine Ber- öffentlickungen oder Bekanntmachungen mehr zu übergeben. Denn der Generalanzeiger der Obstkammer Werder hat die Aussichten für die diesjährige Ohsternte als gut bezeichnet und die Spargelpreise im Preise gedrückt. Durch sicse Aussichten könnten die Großstädter auf den vermessenen Gedanken kommen, auch billigere Preise zu verlangen. Von heute an sollen die Ver- öffentlickungen einfach ausgeklingelt werden. Wie kann man auch so ungezogen sein, von einer guten Obst- ernte zu sprechen, als ob eZ di« jemals gegeben hätte. Denn Wucher — o pfui— die Obstzüchter wuchern doch nicht. Falsche Reistbrotmarkcn sind fest kurzer Zeit in Groß-Berlin in den Verkehr gebracht worden. Die Fälschungen sind rein äußer» lich schon dadurch von den Originalreisebrotmarken zu unter- scheiden,. daß sie bedeutend Heller im Farbenuntergrnnd. erscheinen und daß der Schriftsatz und die laufenden Nummern klarer heraus- treten. Wenn man die Reisebrotmarken gegen das Liebt hält, fällt einem sofort das Fehlen des Wasserzeichens auf. Da dfe Gemeinde- behörden den Brothändlern diese Marken bei der Mehlznweisung nicht anrechnen, werden Bäcker, Brathändler und Gastlvrrte gut tun, um sich vor Schaden zu schützen, jede Reisebrotmarke genau anzn- sehen. Abstimmung in Oberschlcllen! Ortsgrupve.Nord-ON/ Am Fi ei. tag, den 28. Mat er. findet um 7'/, Uhrstn den Unions-(vektlälen, Verlin, lKreifswaidcr Str. 222.. ein Vortrag'mit Lichtbildern statt Auskunst erteilt: Gelchäitsstelle der Ortsgruppe ,Nord-Ost", Christburger Str. 7, Schule, lüg- lich von 0— 8. Vertrauensleute des Zentralverbandes der Nilgestellten und des Bundes der techn. Angestellren»»b Beainre» des Hochbau- gewerbes. Versammlung heute Mittwoch, 7 Uhr, Bierglocke, Bclle-Alliance- straße 106, Zeutrr.lverband der Angestellten. Fachgruvpe 6 b(Wirtschaitz. genofienfchafff. Mitgliederversammlung morgen, 7'/, Uhr, Sophieusäle, Sophienstr. 17/18(Hochzeilssarch r Zstuerunsszulaaeu. s> flö Groß-Sörlkner parteknachrkchten« Heute: 11. Abt. Di« Mitgliederversammlung findet deute nicht bei Kolchinat, Skalitzer Str. Sl, sondern bei Psisker, Ciiorystr. U, statt. 23. Abt. Zahlabend: bei Mühlbach, Landsberger Alle 153; Sehdutz, Ptntschstr. 11; Albrecht, Straßmannstr. 43; Lubotta, Zorndorser Str. 83; Gohlke, FricdrichSbcrger Str. 22; Bauer, Gr. Frankfurter Str. 1; Werner, StrauSbergcr Str. 10. Leffentliche Lehrerversammlung. 7 Uhr. Sophiensäle. Sophien- straste 17/18. Vortrag:.Der Schistsolstag der dcutlchr'n Schule". Es werden sprechen: Genosse Heinrich Schulz und Genosse Konrad Hacnisch ,- Morgen, A7. Mai: Tchiinhauser Allee IKtz». 7>/, Uhr in der Schulaula. Rcserentin Gen. Bohm-Schuch, M. d. 31.: ,.Wcn wählen die Frauen ani 6. Juni?* Strachmannftr. 8. 71/» Uhr in der Schulaula. Rescrcntin Genossin Gertrud Haimo, M. d. P. L.:„Wen wählen die Frauen am 0. Juni Schöneberg. T1/, Uhr öftcnt!. Versammlung im Helmholtz-biealgym- nasiuni, Rubenslrasie. Ncfercntin Gen. Riedger, Stadtverordnete. Zchlendorf. Mitolicderversammlung T/, Uhr im Zieslaurant Mickleh, »Potsdamer Str. 25. Tagesordnung: Neuwahl, des Vorstandes; Stadt- verordnetenwahl am 20. Juni; Reichötagswahlen. Bohnsdorf. 8 Uhr im Rcstaiiram Höst, Schulzcndorser Str., össentl. Wählcrversammlung. Rescrent Genosse Hetzschold. Treptow. 7>/x Uhr össentl. Bolksversamtnlnng Im Neuen GcsellschaftS. haus(am Ringbahnhos). Resercnieu: Genosse Breuer, Genossin Wachen- heim. Thema:»Der Feind steht rechts." �ugenöveranftaltungün. ' B � Donnerstag, den 527. Mai, abends Uhr. Zentroljugendheim. Berlin SIV 07, Lindcnsir. 3, 2. Hos links, Ge- werlichastSbewcgung.— Stralauer Viertel. Jugendheim: Jugendklub- immer der 220. Gemeindeschule, Nagicrstr. 3, Dislussionsabend.»Unsere sugendschutzfort erungen."— Schmargendorf. Jugendheim, Brcitestr. 33, 2 Treppen, Diskussionsabend.— Schönhauser Borstadt II. Jugend- klubzimmer der 22.1238. Gemeindeschule, Pappelallee 41142, Dislussionsabend. Unsere Jugendbewegung einst und jetzt.— Stegltts-Friedenau. Lokal Clement, Steglitz, Düppcistr. 7, DiSkustionsab-nd. Vorträgt Vereine unS Versammlungen. Arbeiter-Tamariter-Bund. Koloune Berlin e. B. Abt. Westen- Schöneberg. Lehrabend für Krankenpflege nicht am 23. Mai, sondern Donnerstag, den 27. Mai.— Freie Schwimmer Charlottcnburg. 1. Uibungsstunden des Vereins für weibliche Mitglieder heute von 6 bis 7 Uhr; sür männliche Mitglieder Donnerstag, 27., von ö bis 7 Uhr in der Volksbadeanstalt Krumme Str. 10. Wirtschaft Die Krise in der pftlzischen Schuhindustrie. Infolge der trostlosen Lage der Pirmasenser Schuhindustrie hat sich die Zahl der beschäftigungslosen Schuharbeiter auf rund 30 000 erhöht. Mehrere große Schuhfabriken sind gezwungen, ihre .Schuhlagerbestänide, die einen Millionenwsrt darstellen, zu stark er- mäßigten Preisen zu versteigern oder zu verkaufen..Die Krise in der Schuhindustrie wirkt auch auf den Geschäftsgang der übrigen Petriebe äußerst ungünstig ein. Die Leidtragenden in der Schuhindustrie infolge der anarchische» Zustände, die seit der Freigabe«der Schuhbewirtschaftung eingetreten sind, sind wieder die Arbeite r. Wir können nur hoffen, daß diese schwere Krisis dazu führen wird, daß die Schuhindustrie sich zu einem festen Wirtfchaftskörper zusammenschließt, der sich von den Spekulationen der Ledergroß Händler freimacht, die gt- waltige Mengen Leder zurückgehalten haben, um die Preise hochzu- treiben. Wir hängen infolge der starken Häuteeinfuhr, auf die wir angewiesen sind, vom Ausland und von den Valuta- schwankungen ab, so daß eS gar keinen anderen Weg als die Selbstorganisation des Industriezweiges gibt, die unter gemein- wirtschaftlicher Kontrolle die Mittelpreise festsetzt, damit möglichst stabile Verhältnisse geschaffen werden.; Es ist an den Arbeitern, die Organisation ihres Wirtschaftszweiges mit allen Kräften zu fordern.____ Rechtzeitige G tickst» ffabnahme für die Hcrbstbiingung! Der Düngestickstoff-Auefchuß gibt bekannt: Die Stickstofferzeu- gung ist im Anstieg begriffen und bgi den augenblick- lichen VerftchrSverhältnissen macht schon das Abfahren der lau- send anfallenden Erzeugung Schivicwigckeiten. Aus diesem Grunde und in der weiteren Erwägung, daß im Hinblick auf das Steigen der Gestehungskosten mit einer Senkung der Preise für die Stickswffdüngem ittel nicht zu rechnen ist, gibt, der Dünge- stickstoff-AuHschuß den Abnehmern von Stickfwffdüngcmitteln den dringenden Rat, in den Sommermonaten laufend abzunehmen, damit zur VevwendungSzvit der nötige Stick. ftoffdünger beim Landwirt ist. Protestkundgebung des Neichsrentnerverbandes. In Hemnover hat der Verband Entschließungen gefaßt, die dringend die Ab- schaffung des Kap.italertragsteuergesetzes oder völlige Freilassung des zum Existenzminimum erforderlichen Ein- kommens, Ablehnung der drohenden zehnprozentigen Reichs- mietsteuor sowie Reichsunter st ützung der kleinen Rentner fordern. Daß die 8 Proz. Zinsen von Sparkassen geldern und Rentenpapieren mit 10 Proz. Steuer, die hohen D i v i- denden der Gesellschaften aber auch nur mit 10 Proz. erfaßt werden, ist höchst anfechtbar und sollte baldigst geänderi werden. Die arbeitsunfähigen Rentner haben«in Anrecht auf wirksamen Schutz ihrer kleinen Renten. Die Preisgestaltung in der elektrotechnischen Industrie. Die Preisistelle des Zentralvorbandes der deutschen elektrotechnischen In- dustrie beschloß, ebenso wie im April und Mai auch im Juni von einer Erhöhung der Teuerungszuschläge im allge- meinen abzusehen, obgleich die Gesteyungskosten erheblich g e- stiegen sind. Die Berlin-Halbcrstödter Jndustriewerke A.-G. haben ihren Betrieb, gezwungen durch die außerordentlich ungünstigen Wirt- schaftlichen Verhältnisse, erheblich eingeschrcKikt und einen Teil der Beamten und Arbeiter entlassen. partekfunktksnäre, Setriebsvertrauensleute, Betriebsräte Wichtige Konferenz am Ireitag, üen 28. Mai 192S, abenSs*6 Uhr, im Kriegervereinshaus, Berlin N, Chausseestraße 94. Tagesordnung: Die Reichstagswahl. Referent: Eöuarö öernftem. Kein Genosse darf fehlen! Der Bezirksvorstanö. Ware gegen Ware. Zwischen der ungarischen Regierung und Bayern sind Verhandlungen wegen Kom pensationS- geschästen im Gange. Der Generaldireklo: der Reichs- Treuhandgesellschaft Boetzkes und Ministerialdirektor Kautz verhandeln über die Duribsührung der Geschäfte. Deutschland soll landwirtschaftliche Geräte, Dünge- sioffe für die ungarische Landwirtschaft, sowie Bestände aus Heeresgut liefern, Ungarn dagegen Rohhäute, Sckwefelkies, gewaschene Wölle, Wein, Gerste und Mais. Sin der Transaktion sind auch zwei Großbanken beteiligt. Ausiauich- geschähe in größerem Stil sollen auch mit dem Deutschen Reiche abgeschlossen werden. Mit 30 Millionen gegründet. Buderus-Riichling A.-G. In Wetzlar. Die von den Budeousschen Eisenwerken und den Röch- lingschön Eisen- und Stahlwerken dieser Tage mit 30 Millionen Mark Kapital zum Betrieb eines Edel-Siahlwerks unter der Firma Buderus-Röchling A.-G. in Wetzlar neugogründete Ge- sellschaft wird eine sshproz., zu 102 Proz. rückzahlbare Anleihe von 20 Millionen Mark ausgeben. Die niedrigst» Förberziffer seit Bestehen hat der M ü l. he im er Ber g w e r k s v e r e i n im Geschäftsjahr 1019. Di« Bruttoförderung betrüg 821 000 To. gegen 1,08 Mill. To: im Vor- fahre. Die Leistung pro Mann und Schicht, die im Juli 1914 0,95 Tonnen betrug, wird sür 1919 durchschnittlich mit 0,87 To. und für die ersten drei Monate des Jahres 1920 mit 0,62, 0,64 und 0,62 To. ausgegeben. Die Dividende hat jedoch, nicht gelitten,, sie beträgt 11 Pro»., statt 10 Proz im Vorjahr. Neue Ausfuhrverbote. Äl�rch eine am Id. Mai 1920 in Kraft tretende Bekanntmachung des Reichswirtschaftsministeriums wer- den Besen, Pinsel und Siebwaren(Waren des 9. Ab- schnitteS des Zolltarifs) neu unter Ausfuhrverbot gestellt. Zu- ständig für die Erteilung der AuSfuhvbewilliguug ist die Außen- Handelsstelle für Faserstoffe, Haare, Borsten und Stuhlrohr in Hamburg, Brodschrangen 14. Der Laudbund an, der Arbeit. Folgendes Ruiidschreiben des Ackerbaugewerkes A n g e r m ü n d e an die Landwirte des Kreises A n g e r m ü n d e vom 15. Mai 1920 gelangt zu unserer Kenntnis: Es wird dringend gebeten, zurzeit noch keine Kartoffellieferungs- Verträge mit den Händlern abzuschließen. Jetzt muß jeder zeigen, daß wir zusammenhalten, anderenfalls die ganzen Be» mühiingen des Landbundes, Kartoffeln freizubekommen, Ichließiich noch an der Uneinigkeit unserer Mitglieder scheitern. Ackerbaugewerke Angermünde. Mus- aller Welt. Oh, üiefe Boches l .Pfingstmontag abend. Eine unmeßbare Menschenmenge, wenn man diesen Ausdruck anwenden darf, strömt auS dem Grunewald nach Berlirt. Auffallend viel kräftige junge Leute darunter, die zwar Zivil ftragen, aber sikberlich den Kaders der geheimen Arniee angeboren. Nur die jüngsten unter ihnen sind io wenig in der Versiellungskunst erfabren, daß sie das Schießgewehr offen zur Schau tragen. Selbst die kleinsten in den Wagen, die offen- sichtlich leicht zu Fahrküchen umgewandelt werden können, schwingen Trompeten, denen sie von Zeit z» Zeit die schrillen Töne entlocken, mit denen preußische Rekruten gedrillt werden. Von den Vätern hört man ab zu. wenn sie sich unbeachtet glauben, die rauhen Laute des Kasernenhofs zur Schulung ihrer Söhne gebrauchen. Die Mädchen sogar zeigen ihre Beine im militä- rischen Stechschritt, wenn die alten hohenzollernschen Soldaten- märsche von der mit unverfänglich bunlen Bändern geschmückten Laute der Korporalin erklingen. Auf zahllosen Plätzen wird sogenannter Sport getrieben, auf allen Seen wird gerudert und gesegelt— nichts anderes als HeereSauSbildung, für den Lapd- und Seekrieg trotz der so zögernden Abliefermig der KriegSmitlel und Schiffe. Und beweist das so beliebte Tauwen der Schwimmer nicbt haarscharf, daß man hartnäckig sogar am Unter- seekrieg festhält?! Aber das Kennziichncndste kommnerst: In der Nähe des Bahnhof« Halensce der ausschließlich zum Truppentrans- port gebauten Ringbahn beginnt plötzlich das Toben einer schweren Arlillerieschlacht.'Blitzschnell folgen die Abschüsse einander und hoch in der Luft platzen die Geschosse, schwarze und rote Wolken aus- stoßend, die mit dem Weiß der Abendwolken zusammen die Farben der deutschen Kriegsflagge ergeben. Jubelnd rennt das Volk mit all' seinem Stullen-Sack und-Pack, die Kinderwagen im Trab schiebend, der Richtung der Schüsse nach, die es an die heißgeliebten schweren Geschütze, die 42er und Langrohre erinnern und mit kriegerischer Begeisterung erfüllen. Und so ab- grundtief ist die Verstellung, daß man in die Granaten Seiden- papierfiguren füllt, die nun unter dem Jubel des Volkes weithin fliegen, um ihm die Illusion von Bombengeschwadern zu erwecken. Ueberflüssig zu sagen, daß diese Drachen, Elefanten, Tigers!), Hähne(I!), Löwen(merke auf, England) und was sonst da noch an Geschmack- losigkeit produziert wird, zur Verhöhnung der Sieger bestimmt ist. Der beste Beweis dafür ist. daß sich sofort unter den Buben ein heftiger Kampf entspinnt, wenn irgendwo so ein Monstrum niedergeht und daß der Gewinner es im Triumphe davonträgt. Was sich da als ein harmloses Feuerwerk des.Lunaparks" ausgibt, verdienl die ernsteste Beobachtung der interalliierten Ueberwachung-kommiision sür Volksbelustigungen der Großstädte im Sommer. Hoffentlich haben wir nicht umsonst gewarnt!" (Aus einem Beriiner Sonderbericht des demnächst erscheinenden Zentralorgans für Wiederaufbau und Wiedergutmachung..As rnentenr gnotiäion" mit illustriertem Beiblatt„An haie öteraello1'.) Denkmal-Schänder. Das Heine-Denkmal am Barkhof in Hamburg ist mit Farbe beschmiert worden und der Figur wurde ein Finger der rechten Hand abgeschlagen� DaS„Hamburger Echo' kommt auf der Suche nach den Tätern auf folgende Verse Heinrich Heines: Die Burschenschaftler allesamt AuS meinen Jünglings; ahren, Die für den Kaiser sich entflammt, Wenn sie betrunken waren! Schwere Gewitterschäden i» Pommern haben Opfer an M e n< ichenieben und materiellen Werten gefordert. So wurde in Slargard ein zwölfjähriges Mädchen vom Blitz erschlagen. Bei Daber wurde ein Maurer vom Blitz getötet. In Daber selbst sind infolge Blitzschlages 21 Scheunen niedergebrannt. Auch fast alle Fuitervorräte, die sie bargen, wurdej? ein Raub der Flammen. Mehrfach, so bei Stargard und CallreS, traten Ueber- schwemmungen ein. In Kietz fuhr der Blitz in einen Schasstall, 22 Schafe wurden getötet. In Stoewen bei Falkenburg wurden zwei Gehöfte zum Teil eingeäschert. In Dönnie, Kreis Grimmen, wurde ein SchulhauS in Asche gelegt. Notenschicberfalle Frankfurt. Wie uns aus Franksurl a. M. gedrahtet wird, verhaftete man aus dem Hauptbahnhos einen von Berlin kommenden Reisenden. Es wurden bei ihm 700 000 Kronen ausgestempelter österreichlslher Tausendkronenscheine gefunden, die er, zum Teil in Zeitungspäpier eingewickelt, an allen Teilen seines Körpers versteckt hielt.. Ein Flieger tödlich verunglückt. Der Schweizer Flieger' T a s s e o l i stürzte mit seinem � Mechaniker, aus vierhundert Meter Höhe in den B o d e n s e e ab. Die Leichen konnten noch nicht ge- borgen werden. 1700 Amerikaner nach Deutschland. Die Mongolia, die via Cherbourg nach Hamburg unterwegs ist, hat 1700 amerikanische Kauflcule und Industrielle an Bord. Verantw. filr den redaktion. Seif: Seich»uttuer, Tempelhof: tllr Anzeigen« SP. Glocke, Berlin. Verlag: Borwärts-Berla« S. m. b. L>.. Berlin. Druck: Bar- wärts-Buckdruckerci u. Verlaasani'tall Paul Singer u. Co. Berlin. Linden str. 3. 15 Gswwn-Auszug der Preutz.-TLdd.(241. Preutz.) S. Klasse. 14. Ziehungitag. Kkassen-öoiterie 25. Mai 132»; A*f JfMl« tfMOjfciie Ftarnmcr«lud«▼•l f!«irh «&d»war j» airnai aof dl« l«o«« g!*fr.h«r Ki Abuij«af«a I»ad Ü hod« Gowliuk« twfUl««, r t» da (Chne G.'wShr).(Nachdruck verboim> In der Vormittagizichung Kurden G-Wiime übe,»43 Marl gezogen. 2 Gewinn» tu 100000 M 190073 2 Gewinne tu 10000 M 89377 18 Gewinne tu 5000 M 39723 45381 80203 76350 89872 118354 164493 171704 221284 78 Gewinne in 3000 M 13294 23123 23017 31645 44323«4827 45120 69480 61931 62479 68880 82309 80673 90443 910m. 02259,»5379 90632 104872 105964 187022 122502 134309 135015 137110 144997 147848 152257 160211 102282 134328 182751 183300 193333 197237 209012 222435 224348 235934 144 Gewinne 7.U 1000 M 343 3925 4501 11734 13320 15564 16146 16994 20733 27231'33178 37573 40278 44520 45439 47808 52362 63037 63194 69871 74012 74304 78454 73555 79800 80100 62183 94442 102934 104462 105569 105972 109665 111305 112410 113924 114822 119001 119311 124774 125015 129723 140130 140964 147469 153078 164906 158812 161685 169830 178502 182328 135345 188131 189900 190462 195967 208503 203734 210593 212626 215952 217725 219408 220427 226863 227885 228387 229475 231045 232039 216 Gewinne tu 600 11 4606 6185 7878 0779 10452 17462 19347 20259 21774 24380 25343 29310 33051 34488 36785 40211 41757 43865 44719 47725 47833 51032 56549 67133 59662 59719 71819 72689 74635 74923 75751 77107 78063 80742 81373 82313 82028 82763 85965 88214 90138 90449 03241 94149 97063 97965 106948 107487 107880 108028 109715 112754 126195 126597 126393 127167 127985 129273 132450 134835 144252 144364 144541 144944 145757 148580 161294 161704 152374 165689 157145 160134 152015 194241 154304 160045 155765 167119 171969 173724 174917 MZ035 185120 186443 186570 160151 191748 193708 197433 199270«1751 203903 204869 208519 205931 207059 208280 209189 209856 217395 217649 220703 222334 223458 223822 223847 226148 228114 230739 In der Nachmittogizichnng Kurden GeKinne über 240 Mari gezogen. 2 Gewinne tu 15000 Ii 23310 4 Gewinne tu 6000 M 36508 145506 60 Gewinne zu 3000 M 4527 12159 25407 25826 31669 31708 40261 81924 52330 63913 65009 67933 75105 75324 78023 103309 118275 131845 134073 143427 149659 156023 161532 164011 191555 193505 204061 222994 228217 231990 144 Gewinne zu 1000 ,M 1854 4224 10174 13631 14209 14377 21173 23724 26021 30867 35248 35526 36210 43280 43728 60149 80505 61619 63777 64183 56258 59113 69642 63930 64394 04354 65034 76948 78031 79348 91283 92715 99820 S03S9 103529 107435 114087 121798 124272 126308 123083 129658 134390 142009 147435 160315 150921 152428 155761 157672 158668 164958 166442 165804 165961 160700 167879 170332 175883 173001 180803 188310 180597 195934 198116 193320 200240 208671 212709 213179 219214 221570 214 Gewinne zu 609 M 283 1927 2118 6374 8113 13844 15333 18817 17260 17963 20474 24222 25559 28277 31454 32019 32583 33914 34324 35551 39320 40334 45458 43603 48375 43341 48338 60323 6157« 54925 66972 57716 69352 60036 60479 61870 63067 64327 64366 60428 67134 72804 79308 79940 83635 83030 90342 00743 91354 93525 04383 98214 102441 103681 104638 106673 107733 114267 114329 123216 127187 129194 130403 135593 133554 139888 141365 147322 150723 157060 157278 160431 161851 164283 165033 165334 165983 163423 171950 179444 182569 186382 187033 191013 191716 192963 194253 194598 194890 195667 198127 213471 203607 204645 2»5S14 207319 209516 209769 211567 215822 220717 225797 225827 228252 230144 230329 232417 Enthaarung! jesichtshaare u. alle häBI. <örperhaare vernichtet sof. ichrnerzl.u. radikal, Depllator' iurch Absterben d. wurieln tllrnählich und für immer. larant. unschädlich 1 M. 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