Ur.S73.37.Ichrg. BeznyKvreiS: N�rtelMhrl. 30,— M L, m onati.10,— Mi. frei ins Haus, oorons zahlbar. Postbezug' Monatlich 10,— Mk, exil-Zu- stellungsgedühr. Unter Kreuzband fiir Deutschland und Oesterreich-Ungarn 13/0 Mk« fiir das übrige Ausland bei täglich einmal. Zustellung 21 50 3!. Postoestellungen nehmen an Däne- mart Holland. Lurelnburg. Echroeden. Tfchecho- Elowakei und die Schweiz. Eingetragen in die Post-Zeimngs- Preisliste. Der �Sorwiirls" mlt der Sonntags- deilag«.Boll u. Zeit� erscheint wachen- lügUch zweimal. Sonntags und Man- tags einmal. Teleqramm-Adreffe »Iozwldamok«,« Berlin-. Konntags-Ansgabe Devliner Volksblstt ( ZÄ Pfennig) Anzeigenpreis: Die achtgefpattene Nonpaeeiliezeile lost.' 3.— M., Teuerungszulchlag So"/» »Kleine Anzeigen-, das letl- gedrucite Wort 1,— 3)1 fzuläfstg zwei lettgedruckte Worte), jedes weitere Wort kl> Pfg. Stellengesuche und Schlnfstellenanzeigen dag erste Wort Sä Pfg. jedes weitere Wort 10 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Tcuerungszufchlag SV",» Familien-Anzeigen für Abonnenten geile 2,— M, politische und ge- werlschaftliche Lereins• Anzeigen 3,— Ml. die geile ohne Ausschlag. Anzeigen sür die n ä ch st e Nummer müssen bis S Ahr nachmittags im Hauptgeschasf. Berlin SB 38. Linden- strag« 3. abgegeben werden. Seöffnet oon 3 Uhr früh bis ä Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemokratifchen parte» Deutfchlands Redaktion und Expedition: SW. 68, Änüenstr. Z. Fernsprecher:'Aint iviorinplan.?tr. st»!»0—131 07. Sonntag, den 30. Mai 1»2() vorwärts-verlag G.m.b. 6., SU). 68, Änüenftr. 3. Fernsprecher: Amt Moritsplal!, Nr. 117 33— 3t. Milleranös Sieg in öer Kammer. P«ris, 29. Mai. Nach der richti>>gcstclltcn Liste ist da? Per« traucnSvotum der Kammer mit övl gegen 63 Stimmen an- genommen worden. Nntcr den letzteren befinden sich 60 unifizierte Sozialist c n. 3o Stimmenlhaltiingen verteilen sich anf fast alle politischen Kreise. Ter Wortlaut der Vertrauensresolution. Paris, 29. Mai. Tie gestrige BertrnucnstageS- o r d n u n g der Kammer für das Ministerium Millcrand lautet: Die Kammer ist der Ansicht, daß der Vertrag von Versailles die völlige Wiedergutmachung der an Personen und Sachen verübten Beschädigungen Deutschland auferlegt. Sie billigt die Erlläriing der Regierung und hat das Bertrauen, daß sie die Rechte und die Interessen Frankreich ö wahren werde, indem sie im Einverständnis mit den Alliierten alle Garantien aus dem Friedensvertrag sicherstellt. Am Schluß seiner Rede, die dem Vertraucnsvoklm vomugtiig, erklärte Millcrand, daß Frankreichs Forderungen etwa 269 bis 216 Milliarden, d. f). nach dem Stande von 15. Mai 70 Milliarden Goldmark betragen. T-er Wert der Pauschalsumme » bänge von verschiedenen Elementen ab: Erstens von den Zinsen, zweitens von der Priorität und drittens von der Frage, ob die Lieferungen in der Summe einbegriffen sein sollten oder nicht. Millerand erinnerte an die letzten Erklärungen SB ,5 n a r L a w s im englischen llnterhauie, aus denen hervorgehe, daß England Frankreich die Priorität verweigere. DaS wichtigste aber sei, daß man den alliierten Ländern effektive Reali- sierungen in Form von Kapitalren und Entschädigungen in Form 4 einer internationalen Anleihe oder etwa einer Serie von Anleihen geben wolle, woraus hervorgehe, daß die Alliierten eng verbunden sein müßten, um diese Anleihen zu kontrollieren, so daß also keiner der Alliierten isoliert sei in der Verteidigung seiner Interessen gegenüber'dem Schuldner. Die andere Methode be- stehe darin, lange Jahre auf die Zahlungen zu warten. Die jetzt angenommene Methode aber zwinge nicht, mehr als zwanzig Jahre auf den Vertrag zu starren, und man gebe nichts dabei auf. Die französische Regierung und die alliierten Re- gierungcn wollten nichts von ihren Pfändern aufgeben, na- mcntlich von den besetzten deutsch?» Gebieten. In San R e m o habe man dies nicht nur betont, sondern auch erklärt, daß, wenn Deutschland sich länger seinen SVerpflichtungcn entziehe, neu: Gebiete besetzt werden könnten. Er wiederhole, daß die Politik Frank- r e i ch s ein« Politik der Union mit seinen Alliierten sei, aber euch eine Politik des Einverständnisses mit Deutschland. Man wünsche lebhaft, daß Deutschland begreise, daß es nur nach dieser Richtung hin für Teutschland ein Heil gebe. Aber um diese Politik des Eiuverständnisses und der Union zu realisieren, müsse man zu Handlungen schreiten und offen eine Politik der Realisierung und der Verantwortlichkeit der- folgen.(Lebhafter Beifall, außer bei den Sozialdemo- k r a t e n.) L o u ch e n r erklärte, wenn Mllerand eine Pauschalsumme von 76 Millionen Goldmark angenommen habe, dann habe er Frank- reich in eine schreckliche Lage gebracht, denn diese Summe sei ungenügend. Millerand ruft dazwischen: Ich habe ge- sagt, daß noch keine Ziffer festgehalten wurde. NMeranö gegen üas Koalitionsrecht üer Heamten. Paris, 29. Mai. Der Milt Ifrrr'äi hat heute vormittag beschlossen, den Beamten, die den Beschluß gefaßt haben, sich dem Allgemeinen Arbeiterbcrband(E. G. T.) anzugliedern, eine SV a r n u n g zugehen zu lasten. Es könne nicht deduldei werden, daß die Vereinigungen der Beamten in gewerkschaftlicher Form entgegen den Gesetzen weiter beständen. Anders verhalte es sich bei den Arbeitern, denen also das gewerkschaftliche Recht zu- erkannt wird. Ein entsprechender Gesetzentwurf soll am Dienstag der Kammer unterbreitet werden. Die letzten Streikenden der Paris-Lvon-Mittelmeerbahn haben beschlosten, die Arbeit wieder aufzunehmen. Sowjetgolö an Englanü? Polnische �ricdcnsbitte? De« Londoner Besprechungen Krassins scheint metallischer Nachdruck gegeben zu werden. Nach einer New Aortcr Meldung hat das Bankhaus I. P. Morgan Nachrichten erhalten, wonach 11 900 000 Golddollars in Seattle und 10300000 Golddollars in San Franziska angrkommen sind. Dir Summe ist sofort dem Schatzamt übersandt worden. Obwohl keine Bestätigung zu er- halten war, vermutet man doch, daß das Gold von der Russischen Regirrung in OmSk stammt und für England bestimmt war. W-rsch-n, 29. Mai.(D. A.) Dir polnische Notr an dir Moskauer Rcgiening mit der Aufforderung, FricdcnSvcrhand- lun gen aufzunehmen, ist fertiggestellt. Der Sowjctgesandte Viktor Kopp betont in der„Deutsch. Ullg. Zeitung" Sir absolut friedliche Haltung Sowjet-RußlandS gegenüber � Deutschland. Zwischen der Kampflinie, die 366.Kilometer von unserer Grenze entfernt ist, liegen Lettland, und Litauen, deren Selbständig- Kit Rußland achte und mit denen Deutschland in Frieden lebt. Gegenoffensive in der Krim? Warschau, 29. Mai. Wilsons vtto gültig. Wieder keine Zweidrittelmehrheit im Parlament. Washington, 29. Mai. Die Bemühungen, Präsident Wilsons Veto gegen die Friedensresolution der Republikaner unwirksam zu machen, sind fehlgeschlagen, da bei der Abstimmung im Re- präientantenhause 29 Stimmen an der Zweidrittelmehrheit fehlten. Entscheiöungstage! :!l». Mai bis K. Juni. Den Blitzen, die in dc� Duntkel der neuen Putschvor- bereitlingen hineinleuchteten, folgt jetzt mit naturgesetzt�her Notwendigkeit der sanfte Regen der Dementis. Der Para- graph 11 des Preßgesetzes wäre die segensreichste Einrichtung der Welt, wenn es möglich wäre, durch Berichtigungen Tat- lachen aus der Welt zu schaffen, aber trotz des- weitestgehenden Gebrauchs, den man von ihm macht, reicht seine Kraft nicht dazu aus, den Kapp- Putsch und die Beteiligung der Rechtsparteien an ihm aus der Geschichte versckpvinden zu lassen. Unvergessen bleibt auch, daß das hervorragendste Organ der Deutschnationalen Volkspartei, die„Deutsche Zei- tiiilgch die Märztage von 1920 i-n zahlreichen Artikeln als den deutschen Vor frühling besungen und für das nächstemal eine rechtzeitige Inbetriebsetzung der Mordmaschinerie in Aussicht gestellt hat. Weil wir das nicht vergessen können und die Augen offen halten, damit nicht ein„deutscher Frühling" nach dem Herzen des deutschnationalen Reichstagskandidaten W ii lle uns überrascht, sollen wir Leute sein, die Gespienster sehen und in ihrer Phantasie—„zu Wahlzwecken" natürlich — die bravsten Unschuldslämmer zu reißenden Wölfen ver- wandeln. Sei's drum! Keine Ableugnung kann die Tatsache aus der Welt schaf- fen, daß die Verschwörung mit dem Kapp-Putsch noch nicht erledigt ist, sondern abermals, wie vor den Kapp-Tagen, in gefährlichster Weise im deutschen Lande umgeht. Ihr zu begegnen ist zweierlei nötig: klarer Blick und kaltes Blut! Die Herren Verschwörer haben aus den Veröffent- lichungen des„Vorwärts" gesehen, daß ihnen der Vorteil, ihre Pläne im Geheinmis schmieden zu können, verloren ge- gangen ist. Sie haben sich in dieser Beziehung verrechnet und sie können dessen gewiß sein, daß sie sich auch weiter ver- rechnen werden. Verrechnet baben sie sich schon mit ihrer Voraussetzu ig. daß ihnen ein Teil der Arbeiterschaft durch kopfloses Vor- gehen den Vorwand zum Losschlagen bieten würde. Die Är- beiterschaft ist klar blickend genug, sich die V e r a n t w o r- tung für einen etwa neu ausbrechenden Bürgerkrieg auf keinen Fall in die Schuhe schiebe� zu lassen. Wenn das Spiel begonnen werden soll, so bleibt die Vorhand den Herren Putschisten und damit auch die Aussicht, wie nach den Kapp- Tagen, mit den Flüchen des ganzen Volkes beladen, nach Hause geschickt zu werden. Das Kampfobjekt aber bleibt die Berfas s u n g d e r Deutschen Republik. Auch das ist eine Einsicht, die sich mit erfreulicher Gewalt in allen Arbeiterköpfen Bahn bricht. Auch im alten Kaiserreich hat das allgeineine Reichs- tagswahlrecht nur darum Bestand gehabt, weil eine Arbeiter- klasse hinter ihm stand, die es zu verteidigen entschlossen war, obwohl dieses Wahlrecht ganz gewiß nicht die Erfüllung der letzten und höchsten Wünsche darstellte. Tie demokratische Re- publik mit noch vorwiegend kapitalistischer Wirtschaft ist nicht das Ende der Entwicklmig, in deren Flusse wir uns befinden. wohl aber ihr Anfang, und so blind, wird die Arbeiterklasse nicht sein, diesen Anfang von verbrecherischen Händen wieder zerstören zu lassen. Die Gefahr des neuen Putsches, der wir mit einer Po- litik der Vorsicht, nicht der Angst— zu der kein Grund vor- liegt— begegnen müssen, droht den Blick des Volkes von einer anderen Gefahr abzulenken, die vielleictzt größer ist. Tie Reaktion hat zwei Eisen im Feuer, und während ihre Desperados auf einen neuen Verzweiflungsstreich spekulieren. suchen ihre kühleren und gerisseneren Politiker, auf ganz andere Weise die Gewalt in die Hände zu bekommen, nämlich durch ibre wüste, vor keinem Mittel zurückschreckende W a h l- demagogie, der die bürgerlichen Mittelparteien wie geläbmt gegenüberstehen. Es muß in den letzten Tagen vor der Ent- scheidnng dem Volk in die Ohren geschrien werden, daß die Z i e l e der K a p p, T r a ll b und I a g o>v nicht nur in Ge- Heimversammlungen des Frontbnndes und des Nationalver- bandes Deutscher Offiziere verfolgt werden, sondern auch in den Wählerversammliingen und Wahlflugblättern der Deutschnationalen und der Deutschen Volkspartei. Das arbeitende Volk muß sich heute fragen, ob es den März-Generalstreik gemacht hat, um einige Wochen später die Schuldigen jener Vorgänge ans anderen Wegen zu ihrem Ziel gelangen zu lassen. Nein, die logische Fortsetzung des Generalstreiks ist ein aufs äußerste gesteigerter Wahl- kampfgegen rechts, von dessen Führung kein denkender Mann, keine denkende Frau der Arbeiterklasse sich ausschließen darf. Die bürgerlichen Mittelparteien sind schwankendes Rohr im Winde.� Die Unabhängigen könnten, wenn sie Erfolg im Wahlkamps hätten, nur der Sozialdeniokratie ein paar Man- date abnehmen, aber die Front des Ganzen nickst weiter gegen rechts vortreiben. An der Front stebt, wie in den Kap P-T agen, so auch in den Wablkampftagen die alte Sozialdemokratische Partei; nur � wenn, sie in gewaltiger Stärke in Sie deutsche Volksvertretimg zurückkehrt, tmrd Reaktion erkennen müssen, daß sie weder durch Bsrkitunfl des Militärs zu Eidbruch und Meuterei noch durch demasog!!c!'e Verführung der Massen ihr Ziel zu er- reichen imstande ist. Nie ist das Wort wahrer gewesen, daß das Volk selbst dir Entscheidung über sein Geschick in der Hand lwt. Ein erdrückendes Votum der Massen gegen die Reaktion, für die Republik wird die Atmosphäre von allen Dünsten reini- gen und für ein lebensfrisches Vorwärtsstreben die Bahn freimachen. Es karm keine klarere Situation geben als die gegenwärtige: alle Tatsachen rufen es den Massen deutlich zu, daß die böchsten Zukunftsgüter der Arbeiterklasse jetzt nur im Kampf für die alte Sozialdemokratische Partei verteidigt werden können. Von heute in einer Woche fällt die Entscheidung. Nur siebenmal vierundzwanzig Stunden trennen uns noch von ihr. Da bleibt denen, die begriffen haben, worauf es an- kommt, wenig Zeit zum Schlafen übrig! Wir haben am lsi. März die Reaktion durch den Generalstreik geschlagen. wir müssen sie am 6. Juni mit dem Stimmzettel schlagen. In sieben Tagen käme jede Einsicht zu spät, setz: kommt sie noch rechtzeitig, wenn keine Stunde verloren geht, kein Mann, keine Frau hinter den anderen zurückbleibt. Es geht nicht um Ministersessel, die können uns gestohlen werden, es geht um die Macht, um die Zukunft des arbeitenden Volkes gelbst. Der Dir diese Worte liest, bedenke es: in Deine Hand ist Dein Schicksal gelegt! Geftänöni�e. Teutschnationalc Erklärung zum Geständnis Hergt- Heitmann. Herr Hergt ist nun eitdlich von seiner Reise zurückgekehrt und erklärt in der deutschnationalen Presse... Nein, der Anfang ist falsch. Herr Hergt ist bloß von seiner Reise zu- rückg-ekehrt. Aber erklären tut die Deutsch nationale Lolkspartei unter Hinweis darauf, daß Herr Hergt zurück ist. Man wird meinen, das sei ein und dasselbe. So ganz doch nirbt. Herr Hergt ist— manchmal— ein kluger Man» und weiß schon, warum er nicht selber mit Namensunterzeichnung und im„Jch"-Stil spricht, sondern warum er anonynie deutschnationale Freunde von.„Herrn Hergt" reden läßt. Es könnte nämlich einer kommen und nachweisen, daß die Er- klärung von großen Unwahrheiten wimmelt, Ge- nosse Heilmann könnte dies unter seinem Eide bekunden. Und dann wind Herr Hergt sagen:„Was wollt Ihr denn von mir, ich habe das ja gar nicht erklärt." Dies muß vorausgeschickt werden, ehe man zu dem fach- lichen Inhalt der Erklärung übergeht, für den Herr Hergt mit seinem Namen nicht zu zeichnen wagt. Voraus- schicken wollen wir, daß wir unsere Tarstellung des Gesprächs voll aufrechterhalten. Mit den Albernheiten der Einleitung, daß.Heilmann zu aufgeregt gewesen sei, um der Verhandlung objektiv folgen zu können, geben wir uns nicht ab. Es sind genug Genossen in diesen Tagen mit Heilmann zusammen gewesen, um nach eigener Wahrnehmung solche dreckigen Ausflüchte beurteilen zu können. Da aber Herr Hergt sich nun darauf berufen wird, daß zum mindesten Darstellung gegen Darstellung stehe, so wollen wir nachweisen, daß die eigene Darstellung der Freunde des Herrn.Hergt, deren Richtigkeit wir dadurch nicht im m i n d e st e n anerkennen, in den wichtigsten Punkten ein g l a t t? s Z u g e st ä n d n i s der von uns behaupteten Tatsachen ist. Wir zitieren zunächst folgenden Absatz der Gegenerklärung: Unwahr ist, daß der Abgeordnete Hergt gesagt habe:„Wir haben die Waffen und die Lebensmittel." Richtig ist nur, daß Herrn Heilmann gesagt ist, er möge doch die Bedeutung und die Kraft eines Generalstreiks nicht überschätzen. Kapp und Lüttwitz hätten Demokratie— Sozialismus. Veniokrstte— die �relftatt der Oletchen I Sozialismus— der Jietber der•freien! freilich gehört zu beiden: pflicht des politischen Denkens— Recht des sozialen fiandelns I Gerechte soziale Cat. Demokrat fein heißt Recht- und pfüchttnenfch zugleich sein. Die Obrigkeitskreatur durfte nicht denken, wo das Recht beginnt, geschweige die pflicht endet; Oehorfam gegen Gnade und Recht für die Bevorrechteten! Demokrat werden heißt aber den Obrigkeitsmenschen, den nur pflichtmen sehen überwinden und den Volksgenossen, den Rechtsbürger entwickeln, damit man ein starker Gleicher unter Gleichen fei. Denn nur reffe, politische Denk- und Datnaturen müssen aus der pftanzfchule der Demokratie hervorgehen, wenn die Demokratie aus der Verheißung zur Erfüllung werden will. Und Sozialismus ist der lebendige Odem, ohne den die Demokratie ein Daus ohne hllenlchen, ein Garten ohne Grün, eine Wanderung ohne Gipfel ist. I. Z. TlugcHHMMMftiar aus dem Wahlkampf sendet uns Theodor Thomas,(fr erzählt:'In einem nort�>euts«hen Ort war eine Versammlung des Bundes der Landwirte angekündigl. Der Ausruf brachte auch folgenden Programmsatz:„Der Bund der Land- wirte steht in unmittelbarer Berührung mit der Natur und der Landwirtschaft, erfüllt von religiösem Empfinden. Er tritt daher ein für Erhaltung unserer Religion, für Erhaltung der christlichen Schule." Darunter stand:„Man lacht sich kaputt. Täglich neue Attraktionen, für Kinder besondere Vorstellungen." Bei näherem Zusehen entdeckte der Leser, daß der letzte Satz von einer Zirkuseinla-dung der letzten Woche stammle. In einer Versammlung der Sozialen Volkspartei wettert der Referent im knielangen Gehrock über die Schulreform, die gemeinsame Erziehung der beiden Geschlechter. Ein moderner Schul- mann bittet ums Wort. Er führt aus, er könne dem nicht zu- stimmen, was der Herr Referent über die Schule gesagt hätte, er habe im Gegenteil mit dem Zusammenlegen der Geschlechter die besten Erfahrungen gemacht... Alles lacht— er merkt seinen Lapsus und sagt: Das Zusammenlegen natürlich nur bildlich ge- meint. Da lachten auch die, die das erstemal noch ruhig blieben. Bei den Deulschnationalen müht sich in einem großen Saal der Redner zu beweisen, daß uns nur Arbeit retten kann, viel Arbeit"lang arbeiten und billig arbeite». Aus dem Saal ertönt ein ärgerlicher zaghniter Ruf:„Was schaffen Sie denn das ganze Jahr"" �er Redner sehr aufgebracht:„Wenn Sie glauben, dahiev faule Witze machen zu können, während ich rede, so irren Sie sich. dch habe Gott sei Dank gute Ohren, ne reichen b,s zum hinter- .'.en" Auch ihm blieb der Beifall nicht erspart. eilte» berliner PoMst muh in der gapmgüuna jjcsty die Waffen und die Lebensmittel, und was daß letztere zu bedeuten habe, wisse jeder, der mit der Zwangswirtschaft und Lebensmittel- Verteilung jemals etwas zu tun gehabt habe; Hergt selbst sei Re- gierungsprästdent im oberschlesischen Jndustriebezirk gewesen uns misse, wie dort gelegentlich die Arbeiterschaft bei drohenden Streik- nnruhen zur Einsicht gekommen sei, nachdem s>c si ch klar gemacht habe, daß ein Generalstreik nur auf Kosten der Lebensmittel z u- lagen— nur diese sind erwähnt worden— gehen werde. Wir möchten nur gern wissen, wo hier ein beträchtlicher Unterschied zwischen Hcilinanns und Hergts Aussaffe liegen soll. Wem will Herr Herfft weiß machen, daß die oberschlesi- scheu Arbeiter„sich" klar gen lacht hätten, daß ihnen bei einem Generalstreik die Lebensmittel entzogen tverden würden. Nur er, der Regierungspräsident, kann es ihnen ange- droht haben, hat es ihnen gedroht, und er bat sich Heilmann gegenüber dieses Erfolges seiner Drohung m i t t r i n m p h ie- r e n d e m Lächeln gerühmt.— Weiter sagt die Gegen- erklärung: Unwahr ist weiter, daß Abgeordneter Hergt gesogt haben soll, daß seine Partei gegenüber dem Ilmstande, daß Kapp und v. Lütt- nütz die Macht augenblicklich in Händen hätten, sich natürlich nicht rein negativ verhalten, sondern auf dem Boden der jetzt gegebenen Tatsachen mitarbeiten werde. Dieser letztere Ausdruck ist— so hat man offensichtlich das Gespräch nachträglich zurecht gemacht— aus der Kundgebung der Deutschnationalcn Volkspartei vom 14. März entnommen. Bei dem Gespräch vom 13. März hat der Abgeordnete Hergt im Gegenteil erklärt, daß er seine Partei in keiner Richtung festlegen könne. Jöder Poli- tikcr und also auch Herr Heilmann muffe aber den gegebenen Tat- fachen, d. h. dem Umstände, daß Kapp und v. Lüttwitz jetzt die Macht in Händen hätten, Rechnung tragen. Nun. was null Herr Hergt eigentlich noch nach diesem Geständnis? Wie wollen er und Helfferich künftig noch be- haupten, daß sie von Anfang an Kapp bekämpft hätten, nach- dem.Hergt— nach eigener Darstellung— sich am 13. geweigert hat, l'eine Partei irgendwie f e ft z n- legen! Das heißt doch zum mindesten: Hergt wollte ab- warten, ob Lüttwitz sich behaupten oder ob das Abenteuer urißfflücken wüvde, und erst nach dem tatsächlichen Ver- lauf des Machtkampfes zwischen neuer und alter Regierung wollte er dann seine Entscheidung treffen, auf wessen Seite er sich stelle. Merken Hergts Freunde gar nickst, Haß diese A a s- g e i e r- u n d S ch l a ch t e n b n ni in l e r p o l i t i k. die sie ihrem Führer zuschreiben, noch viel kompromittieren- der i st, als die Rolle, die Hergt in unserer Darstellung spielt?! Aber schließlich gesteht die Gegen darstellung auch zu, daß Hergt erklärt-hat, man müsse„den gegebenenTat- fachen Rechnung trage n". Ter jetzige Kommentar mit„das heißt" eingeleitet, charakterisiert sich ganz offensicht- lich als nachträgliche Einschiebung. So gesteht die Gegenerklärung glatt zu, was sie bestreiten will: daß Herr.Hergt ain 13. März in dem Glauben. Kavp und Lüttwitz würden siegen— ein Glaube, der gleichfalls in der Gegenerklärung seine Bestätigung findet—, weit entfernt war, auf den Sturz der Putschisten hinzuarbeiten, sondern sprungbereit dastand, sich auf den Boden des schein- bar vollzogenen Umsturzes zu retten. Gemeines Necht fürs Ruhrgebiet! Otto Braun gegen de» Ausnahmezustand. Duisburg, 2g. Mai. sEigener Drahibrricht des„Vorwärts".) Wie die„Niederrheinische Volksstimme" meldet, hat der preußische Ministerpräsident Gen. Otto Braun Sonnabend vormittag folgendes Telegramm an de« Reichspräsidenten gerichtet: „Durch Fühlungnahme mit den weitesten Bevöllerungskreise« bin ich zu der Ueberzeugung gelangt, daß die Aufrechterhaltung des AuS- nahmezuftandes im rheinisch-westfälische» Industriegebiet nicht mehr notwendig ist. Ich bitte daher dringend den Ausnahmezustand so- fort aufzuheben. Braun, Preußischer Miniprrpräfideut." über den„Vorwärts" geschimpft. Ein Dislussionsredner sagt: „Im„Vorwärts" sitzen lauter Idioten.(Lebhafter Widerspruch und Bravo!) Ja, glaubt ihr denn," fährt der Mann am Redner- pult fort, zu denen gewandt, die Widerspruch erhoben, �.im„Vorwärts" sitzen andere Leute wie bei ims in der„Freiheit"?" Diesmal stimmte auch die Opposition ZGz Einer aus dem Saal rief: „Stimmt, eenen kleinen Fimmel haldoch jeder." Der Referent der Demokraten ist ausgeblieben, nur der Gegenredner von der Mehrheit ist am Platze. Da diese anfangs auch in der Mehrzahl ist, ergreift der Mann von der S. P. D. einfach das Wort und redet. Während dessen kommen noch eine Anzahl Besucher, die nicht wissen, daß der Redner nicht vom eigenen Bau ist. Am Schlüsse srenelischer Beifall gerade bei ihnen. Da steht einer von den Demokraten aus und ruft:„Seht, scht, hei is doch gar net de use!"(Er ist doch gar nicht der unsere.) Woraus man sieht, daß es doch gut ist, wenn die Leute eine Führung haben, damit sie wissen, was ihnen gefallen darf. In einer Versammlung des Zentrums sitzt ein Hörer mit beinahe heiliger Begeisterung vor dem Pult. Der Redner spricht fast nur noch zu ihm, da er merkt, dies ist unter Larven die einzig fühlende Brust. Nach Schluß der Versammlung geht er zu dem Maiin, um ihm dankbar die Hand zu drücken. Der Vorsitzende macht ihn aber darauf aufmerksam, daß das fein Bruder wäre, der taubstumm ist und nur zur Begleitung auf dem Heimweg mitgeht. Das war eine sehr unangenehme Enttäuschung. Es sollen laut Beschluß der Versammlung auch die kleineren Gruppen der Beamten über die Bedeutung der Reichstagswahlen Vorträge gehalten bekommen. Einer wehrt für seinen Betrieb ab mir dem Bemerken, daß sie nur eine ganz geringe Personenzahl seien. Davon aber will der Herr Versammlungsleiter nichts wissen:„Wenn wir die Linke überholen wollen, brauche» wir jede Stimme. Kleinvieh macht auch Mist...." Zum Schluß der Serie noch ein heiteres Snickchen aus einer liberalen Versammlung, wo es mit dem Humor sonst sehr schlecht bestellt ist. Der Herr Kandidat hat seine politische Ueberzeugung wöriüch ausgeschrieben. Während der Rede fliegt ihm aber ein Blatt unbeachtet fort. Zur großen Verwunderung seiner Zu- dörer führt er deshalb folgendes aus:„Wir wollen keine Klassen- Herrschaft, keine Verhetzuilg, sondern Versöhnung, wir wollen viel- mehr Arbeitsgemeinschaften, um— den Rückgang der Geburten- zifser möglichst auszugleichen." Ter Mann wunderte sich über den Heiterkeitsausbruch der� Versammlung. Die Tagung des Vühnenvereins. In der Generalversammlung des Deutschen Bichneiwereins, die am Sonnabend im Charlotten- burger Schillertheater stattfand, wurde der nrn geschaffenen Situation auch äußerlich Rechnung getragen. Es bildeten sich die Fraktionen der staatlichen und städtischen Bühnenleiter und der Privatdirektoren. Der vorläufig latent gehaltene Gegensatz wird mit der fortschreitenden Sozialisierung der Bühnen natürlich stärker werden. In der Annahme einer Resolution gegen die Lustbarkeits- steuer und de? Antrag?, die Mindestgage der Bühnenangestcllten. auch des Clior- und BalletipersoyaiS. von der Wintersaison an auf 500 M. festzusetzen, sind beide Fraktionen einig.(Die Bühnen- genosst.njchaft jfctte feg 1. Agni«l| ZichrngStyMn. SSV-MaW.) Entlassene Lüyower entwaffnet. Aber nicht bei der Entlassung! Auf dem Bahnhof Bsrlin-Friedrichstraße wurden am 28. Mai vormittags sechs aus dein Sennelager„entlassene" An« gehörige des Freikorps Lntzow, die in Zivilkleidung nach Stolp i, P. reisten, um angeblich ans den Gütern zu arbeiten, angehalten. In ihrem Besitz befanden sich A u s r n st u n g s g e g e n st ä n d e und jeder war im Besitz einer Mauserpistole nebst Munition, außerdem hatten sie noch 2 Gewehre. Sämtliche Schußwaffen nebst Munition wurden ans Eingreifen eines unserer Parteigenosien. der Hilsspolizeibeamter ist. beschlagnahmt und dem Reichs« schatzamt Potsdamer Str. 22 a, Berlin, zugeführt. Dies«„Entlassung" unter Mitgabe oder Nichtabnahme der Waffen ist die frechste Verhöhnung der Gesetze. Warum packt man die Veraniwortlichen nicht und ersetzt sie durch zuverlässige Leute? « Der Inhaber des Restaurants Rnhland am Savignh« platz in Charlottenburg erklärt unS, daß eine Versammlung des Frontbundes dort nicht stattgefunden Hobe und er auf Be« fragen die Freigabe seines Lokals für eine solche Veranstaltung abgelehnt habe. Er sympathisiere auch gar n i ch t mit solchen Bestrebungen. Es waren allerdings Frontbündler bei ihm, die aus den.Wilhelmshallen" wegen Polizeibesuchs weggegangen waren, jedoch kam eine beabsichligte neue Versammlung bei Herrn Ruhland nicht zustande. I», übrigen wird unsereir Angaben über die Versammlung nicht widersprochen. Erklärung Hauptmann Schmndes. Herr Hauptmann S ch m u d e erklärt uns telegraphisch au'» drücklich, daß er den Frontbund in keiner Weise begünstige, die Ein«. ladung zu dessen Tagungen abgelehnt und die Vertreter des Front« bundes auf das Siedlungsziel verwiesen habe, für das Herr Schmuds sich mit allem Kräfteaufgebot einsetzt. Wir hatten lediglich berilbtet, daß da» Schmndesche SiedlungS-- unternehmen helsend einspringen solle. Daraus war nur der Wunsch oder auch eine Behauptung der Frontbündler zu lesen, nicht aber eine Beschuldigung gegen Herrn Schmnde. P fesser, das Nnschuldslamm. Herr Hauptmann Pfeffer, der iamosc Gründer des„Front« bundes", sendet uns eine lange Erllärung. in der er den Front« bniid als eine„rein wirtschaftliche Berufsorganisation" hinzustelle ir sucht, die sich nur mit sozialen Fragen beschäftige. Wenn das lvahr ist, war um hat Herr Pfeffer dann in Paderborn Brandreden gegen die Regierung gehalten, die selbst in dieser Beziehung sicher nicht zartnervigc Reichswehroffiziere veranlagten, mit den Bestre- bungcn de? Frontbundes zu brechen?! Herr Pfeffer besitzt dann noch die Kühnheit, zu behaupten, wir wollten keinen wirtschaftlichen Zusammenschluß im Soldatenberuf, weil wir den Soldaten micht die Kräftigung und Existenz gönnen. Das ist eine dreiste Unverschämtheit, die wir energisch zurückweisen. Tie wirkliche Wirtschaftsorganisation der Beruf-.»- soldaten. der„R e i cks w i r i sch a f i s v e r b a n d' bat stets un- sere wärmste und kräftig st« Fürsprache erfahren. Herr Pfeffer möge sich doch einmal darüber äußern, warum er denn dieser bestehenden und an 100 000 Mann starken Wirtschastsorgani- sation sein« Sondergründung entgegenstellt, wenn ihm wirklich um die„Kräftigung und Existenz" der Berufssoldaten zu tun wäre? Aber da liegt der springende Punkt: Der Reichswirtschastsverband hat sich nicht zu Putschereien mißbrauchen lassen, und deshalb muß Herr Pfeffer mit seiner Sonderorganisrrtion da- Mischenkommen, di« nicht das wirtschaftliche Wohl des BcrurZsol- datcn, sondern letzten Endes den Zusammenbruch seiner Existenz durch Mißbrauch der militärischen Macht bezweckt. Tie Vorbereitungen zur Abstimmung in Ostpreußen. Freiherr v. Gay l-Allenstein. der Reichskommissar für das ostpreußische Ab. stimmungsgebiet, äußerte sich aus einer Rundreis« in Lotzen über den A b st i m m u n g s t e r m i n dahin, daß die Abstimmung aller Wahrscheinlichkeit nach a m 11. Juli stattfinden soll, doch sei auch dieser Termin noch nicht direkt festgesetzt. Geregelt wurde weiter daS Anfängerwesen; es sollen nicht mehr als SO(!) Proz. des gesamten Personals Anfänger sein dürfen: N- haben Anspruch auf einen Vertrag und eine Monatsgage von t.00.... im ersten und 300 M. in: zweiten Jahr. Weitere BerawngSgegen- stände betrafen die Bildung von Bezirksverbänden und die Besetzung der Jntendantenstellen mit Fachleuten. Der Herren Goist wird durch den Beschluß gekennzetchnel. der Wohlsahrtskafst den Namen.Geaf-Georg-v.-Hülsen-Sttftiuug" zw verleiben Bon größeren Gesichtspunkten ist hier natürlich kein- Rede: nichts zeugt hier davon, daß wir vor einer Wandlung deS ganzen Bühnenwesens stehen. Das Pr,vawntcrn«Sm«rtum. daS notgedrungen die Arbeitsgemein, chapt mitmacht, gibt hier noch den Ton an Ob statt des zurückgetreten«» Präsidenten Hülsen Herr v Putlitz in Zukunft die dekorativen Airs wahren wird, das bewegt die Gemüter.� Draußen aber steht das Volk und verlangt seinen Anteil an der wahren,-der Kulturbülm«, die kein Profstinftrumeni und kein Privilegierienbetticb mehr sein wird. Stoßseufzer eines Kleidlingsreformers. Ein Parteizeitungs« redakteur, der den Mut zur Tat hat. schreibt uns: Aus Amerika und England kommen Photographien und Nachrichten, wonach Männer Uon Amt und Würden Arbeite uanzüge aus blauen, braunen oder grauen Drcllstofsen tragen zum Protest gegen die Kleiderteuening. Auch Damen der Gesellschaft sind sehr zahlreich unter diese Pro« testler gegangen. In Deutschland erweckt daS Bewunderung, aber dieses Interesse hat nicht die einzig richtige Folge der Nachahmung. Weniger billige und praktische Vorbilder ahmt man bei uns meistens nach, die mutige Tat der ame n kani fch-e irglischen„Protest» kl« i du ng" jedoch nicht. Was hat man z. B. bei�uns über die Billigkeit und über diö praktischen Vorzüge der„Scksillerkragcn" und der kragen- und manschettenlostn Hemden geschrieben? Was hörte man nicht alles über die Gesundheit des Barfuß- oder Sandalengohens, womit man sich von den teueven Leder- und Strttmpftvarenproisen befreien könnte! Wie wenige baiben_ sich zu dieser nützlichen Kleidungs« reform aufgerafft.� Ich trage seit 10 Jahren die sogenannte Schiller« mode. gehe im sommer in Stadt und Land tagsüber barfiiß> abends in Ho!z- oder Ledersandalcn ohne Strümpfe. Ich fand nur Be- oder Hchtiger gesagt Verwunderung(bei den Dummen auch Spott I, aber kaum Verständnis für meine prakttsch« Kleidnngs- rtformgedanken. Es gehört schon Mut und fester Wille dazu, sich in Teutschland als„K I e idu ng sm odc r n i st" durchzusetzen. In Per Staaisoper wird als letzte Neuheit dieser Spielzeit am Sonnabend die bereits an anderen deutichen Bühnen gespielte drei-iktiqe Oper „Scharatizade« von Bernhard Sekles gegeben. .«»vstchronik. Tour Dona»'lellt als erster belgilcher Künstler nach dem Kriege aus Einladung des.Sturm', Potsdamer Str. 131», im Juni erpressioiiistische Gemälde aus. Der ukrainische Nationalchor gibt sein- letzten Konzerte" am 1. und 6. Juni in der Philharmonie, am 3. Juni im Beclhovensaal und am 8. Junr im Blüthncrlaal. »in Zirkus-lheater in SSien. Räch einer Berliner Meldung der Wiener.Arbeiterzeitung- bat Reinhardt die Adüchl, oui dem ZirluS Ren, in Wien ein gropeS Bottsschauivielhaus mit billigen Eintrittepreisen»ach dem Aboimcmenls yjtem ins Lebe» zu ruien. Tos Tbcatec toll etwa 2-0S Sitzplätze umjaflen. Nr. 273> 37. �ahrgcmg 1. Settage öes Vorwärts Sonntag, 3S. Mai 192H reigewertsihaftliche Setriebsräte-Aentralen. Nach!>em>>ie Jentralleitungen des Allgemeinen Deutschen Ge- Ivcrkschastsbundcs und der Arbeitsgemeinschaft freier Angestellten- verbände bereits am 20. Mai d. I. die auf Grund des Betriebsräte- gc'ctzes gewählten Betriebsräte aufgerufen hatten, ihren Zu- sanimenfchlntz innerhalb der Gewerkschaften zu vollzieben, werden nunmehr für das Zusammenwirken der freien Geinerkschaften mit den Betriebsräten folgende Richtlinien veröffentlicht: Richtlinien ' des Allgemeinen Deutschen Gewerk'chaftsbundes sA. D. G. B.) und der Arbeitsgemeinschaft freier Angestclltenverbände(Afa) für die örtliche Zusammenfassung der Betriebs-, Arbeiter- und Angestellten- rate. I. Zwecke des ZusanimcnschluffeS. 1. Zur Verwirklichung ihrer wirtschaftlichen und sozialen Auf- gaben werden die auf Grund des Betriebsrätegefetzes gewählten Betriebsröte in Gemeinschaft mit dem Ortsausschuß des A. D. G. B. und dem OrtSkartell der Afa in einer Freigewerkschaftlichen Betriebsräte-Zentralc der Arbeiter und Angestellten zusammengefaßt. II. Gliederung. sf Jndustriegruppen: Die Ortsausschüsse des A. D. G. B. und der Afa berufen die Betriebsräte zu gemeinsamer Arbeit. Zu diesem Zweck werden Gruppen gebildet. Maßgebend für die Einrcihung in die Gruppen ist nicht der Beruf, sondern ladig- lich die Zugehörigkeit zum betreffenden Betrieb. Jede Gruppe führt eine besondere Legitimationskarte. Zeniralrat. Der Zentralrat ist der Beirat de? Voll- zugSrats. In technisch-organisatorischen Fragen entscheidet er selb- ständig. rl) Vollzugsrat.»Ter Vollzugsrat ist das ausführende 0rgan der Generalversammlung der Betriebsräte. Er bereitet ihre NerMatungen vci Mb fuhrt ihre föcjgpge. aus, IV. Arbeiter- und Angestelltenräte. Die Arbeiter- und Angestelltenräte können innerhalb der In- dustriegruppen getreiuste Vollversammlungen abhalten, die sich mit den besonderen sozialen Fragen oder Aktionen der Arbeiter oder Angestellten befassen. Die Einberufung erfolgt durch die Arbeiter- bzw. Angestelltenmitglieder des Gruppenrats im Einvernehmen mit den beteiligten freien Gewerkschaften. Wirtschaftliche Fragen können nur in den gemeinsamen Bvllversammlungen der Arbeiter und Angestellten behandelt werden. V. Wahlen. Die Wahlen zu dcü erwähnten Körperschaften erfolgen nach dem Verhältniswahlsystem. Wird ein Delegiertenshstem ringe- führt, so müssen mindestens ein Driitel der Delegierten Angestellte oder Arbeiter sein. Für die Generalversammlung der Betriebs- räte muß jede Jndustriegruppe durch mindestens 5 Delegierte ver- treten sein, von denen je 2 Arbeiter oder Angestellte sein müssen. Wählbar sind nur Personen, die mindesten? seit einem Jahr Mit- glied einer dem A. D. G. B. oder der Afa angeschlossenen Gewerk- schaft sind. VI. BetriebSobleute. Die Betriebsobleute der Kleinbetriebe(§ 2 des B. R. T.) sind in der Vertretungsbefugnis den Betriebsräten gleichzustellen. VII. Finanzierung» Die Kosten werden vom Ortsausschuß des A. T. G. B. und dem Ortskartell der Afa entsprechend ihren Mitgliederzahlen gemein- sam getragen. Es kann zu diesem Zweck ein« Umlage erheben werden. Weitere Auskünfte über die Zusammenfassung und Tätigkeit der Betriebsräte erteilt die Gewerkschaftliche Zentrale der Betriebsräte in Berlin, Bureau des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes, Berlin SO. 16, Engelufer 15, IV.(C. Legten.). Der Vorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes. C. Legten. Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbände. Aufhäuscr. Urban. Klingen. Anhang. Erläuterung zur Gruppeneintcilung. Gruppe I. Bank-, Vcrsicheruugö- und HandelSgewcrbe: Bankwesen (Groß, und Mittclbanken, Bankgeschäft«, Hypocheken, Genossenschasts- danken, Treuhand- und Revisionsgesellschaften). Versicherungswesen (Lebens-, Diebstahl-, Unfall-, Feuer- und Hagelversicherung). Versteige- rung, Verleihung(Pfandleihen. Aufbewahrung). Großhandel(Kauf- und Warenhäuser). Kleinhandel(Detailverkauf). � Gruppe II. Baugewerbe und Ttcinindustric: Ziegelei-, Ton- und Steinzcugfabrikation(Lehm, Tongräbereien, Verfertigung von sonstigem Steinzeug, Töpfereien). Kalkstein, Zemennvaren, Gips, Marmor-, Stein-, Schieferbrüche(Verfertigung grober Steimvarcn). Glasfabrikation(Glashütten, Glasbläser, Spiegelglas, Spiegelfabrikation. Nippessachcn aus Stein, Ton, Porzellan, Glas und Marmor). Hoch- und Tiefbau, Straßen-, Chaussee- und Wasserbau. Gruppe III. Bekleidungs- und Textilindustrie: Webereien, Spinnereien, Posamenten, Kurzwaren, Seiler-, Polster-, Tapisserie-, Wäschesabri- kation(Weißwaren, Schürzen, Jupons, Krawatten, Blusen), Konfektion (Herren-, Damen- und kiinderkonfektron, Derren- und Knabcnanzüge, Damen- und Ktirderkleider), Färbereien, Wäschereien, Bleichereien, Hüte, Putz, Pelzwaren, Felle, H andschu hfabrikatio n, künstliche Blumen und Federn. Gruppe IV. Chemische Industrie: Chemische Präparate, Farben- iabrikation, Licht- und Seisenfabrikation, Oele und Fett«, Gummi, Kautschuk, Guttapercha, Apotheken, Drogerien, Parfümericn. Gruppe V. Frcie Berufe: Schriftsteller, Musiker, Bühnen- imd Film- darsteller, Sänger, Tänzer und Tänzerinnen, Komponisten, Kunstbildhaner, Kunstzeichncr, Kunstmaler, Artisten, Notenstecher, Aerzte, Lehrer unt Lehrerinnen. Gruppe VI. Graphisches Gewerbe und Papicrindustric: Zcitungs- gewerbc, Buchdruckcrei, Buchbinderei, Buchhandel, Steindruck, Litho- graphie, Luxus- und Galanteriewaren, Kartonnage, Schriftgießerei, Stereotnpicn, Galvanoplastiken, Zink- und Kupser-Aeyereien im Buch- d nickgew erbe,.holographische Anstalten. Gruppe VII. Holzindustrie. Möbelfabrikation und Wohnungseinrichtungen, Küchen- und Stubenmöbel, Kontormöbel, Lurusmöbel, Bau- ftschlerci lEinsetzer, Bodenleger, Fakousiebranche). Theater- und.Film- tischlcrei, Säge- und Schneidemühlen, Piano-, Flügel- und Geigenbau, Stock- und Tchirmsabrikation. Knopsmachcr, Kanrmarbeiter, Perlmuitver- arbeitet. Modelltischlerei, Böttcherei, Sargfabrikation, Holzkofferfabrika- tion, Kistenmacher, Rahmenmacher, Vergolder, Korbwarenarftkel, Bürsten- und Pinselfabrikation. Gruppe VIII. Landwirtschaft:. Zucht landwirtschaftlicher Nutzster« (Pferde, Kühe, Schweine, Schal«, Ganse, Outen, Hübner, Tauben, Kaninchen, Zieacn), Bienenzucht, Hnndezüchtercien, Fischereien auf See und Flüssen. Forstwirtschaft und Jagd, Baumschulen, Blumen- und Kranz- bindereicn. Gruppe IX. Lebens- imd Genußmittelindustrie: Bäckereien. Kondito- reieu, Brotfabrilrtion, Zäiokoladc-. Kakao- und Bonbonlabrrkaston, Kaffee- '"'nereien. Röstercicn, Marineladcsabrikation, Obst- und Gemüsehandel, Schlächtereien und Wnrsifabritatian Konieroen Schlachthöfe und Fisch- räuchereien, Milch. Butter- und Käsefabrikation, Mühlenfabrikatkon, Braue- reien, Sprit-, Likör- und Cnssgsabrikatton, Tabakverarbeitung, Hotel-, Restaurations- und Kafteebausbetrieb. Gruppe X. Lcdcriiidnstrie: Gerberettm, Lederfärbereien. Sattlereien, Treibriencenfabrikatton, Lrderspielwaren, Tapezierer mif Leder, Lackierer aus Leder, ittrd Schuhmacherei. Gruppe XI. Metallindustrie: Werkzeug- und Werkzeugmaschinenbau, Feilenliauerei, Mgeineiner Maschinenbau(Großmaschinen-, Kleinmaschi- neu-, Lokomoüvdnmpfinaschinen- und landwirtschaftlicher Maschinenbau), Automobil-, Flugzeug-, Wagen- nnd Waggonbau, Fahrradindustrie, Mc- wanik, Feinmechanik, Optik, Uhren- nnd Nähmaschinenindustrie, Muflk-, chirurgische u:ch orthopädische Instrumente, Stromcrzeugcnde und Elektro- industrie(Stark-»nd Schwachstrom), Maschinen-, Motoren-, Apparaten- bau. Glühlampenindustri«, Edel- und Uncdclmetallfabrikarion(Edel-, Weiß- und Goldmctallwarcnfabrikatton), Gold-, Silber-, Bijouteriewaien, Schmuckwaren, Metallwaren, Metalldrückereien, Metallfouniitnicn, Tafel- nnd Küchengeräte aus Metall, Beschläge, Alumininmwaren, Armaturen, Kupferschmiedcreien, Graveur- und Ziseleuranüalien, EtscnkonstruMon, Bauschlossercicu, Baubeschläge, Schloßfabrikation, Geldschrankkassetlen, Eiseninöbelfabrikatton. reine Schmiedereien, Blechemballagen, Rohmetall- verarbeittmg(Schmelzen, Formereien, Eisen-, Metall-, Zinn- und Zink- fließercien, Kupfer- und Messing-, Trah'wal, Werke und Ziebereien), Klcm- eiscnzeug, Scharfschleifercien, Haus- und Küchengeräte aus Eisen oder Blech, Blccknvarcn. Drahtwaren, Spielwarenfabrikation, Klempnereien, Rohrleger und sanitär« Anlagen. Gruppe XII Staatliche und kommunale Behörden und Institute: Museen, Bibliotheken, Strafanstalten, Krankenhäuser, WohlfahrtSinsttMte, Lehr- und Erziehungsanstalten, Pxüfungsämter, alle Staatsämter und Landesämter(Ministerien), alle kommunalen Institute(Gas-, Wasser-, Elektrifttälswerke, Sttaßenreinigung. Schutzmannschaft, Feuerlöschwesen. Sicherbeitswehr, Steuerbehörden, Magistratsangestellte, Post- und Tele- gvaplien). Gruppe XIII. Verkehr: Eisenbahn, Straßenbahn, Kleinbahn. Omni' bus, Spedition und Güterbeförderung. Automobilwesen, Fuhrbetriebe aller Art, Wach- und Schließaesellschaft. Müllbeseittgung, See- und Binnen- schifser, Reederei«nd Schiffsbefrachtung. Hafendienst(Schleusen- und Kanalarbeil). Gruppe XIV. Bergbau, Hütten und Saline«: Stein- und Braiuv koblenberabau, Torfgewinnung, Brtkcttierung. Erz- und Salz-lKali-)Berg' bau. Anfbereiinugsanstalte», Verkokung, Eisen- und Stahlerzeugung, Walzwerke, Salinen._ Gruppe XV. Sozialversicherung: Kranken-, Unfall-, Jnvaftditäts- WtetslHafi Es muß proSuziert werüen! Das Gespenst der schuldlosen Arbeitslosigkeit steht drohend vor Millionen deutscher Arbeiter. Sie wissen genau, daß ein Riesenbedarf in der Welt besteht, daß für alle Hände nützliche Arbeitsgelegenheit vorhanden sein könnte, bestände nicht in unserer Wirtschast eine so grenzenlose Anarchie. Vor dem Kriege warf der Unternehmer bei Nachlassen der Konjunktur die Arbeiter bis ans einen u n- entbehrlichen Stamm auf die Straße, denn die private Unternehmung war ja keine V e r s o r g u n g s a n st a I t für Arbeitslose. Die Revolution hat die staatlilH? Erwerbslosen- fürsorge entstehen lassen, die aber nicht einmal einen beschei- denen Ersatz der normalen produktiven Arbeit bilden kann. Die Revolution hat aber den breiten Massen doch die Erkenntnis gebracht, daß die Gütererzeugung nicht mehr eigene Angelegenheit der Privatkapitalisten und Unter- nehmer ist und sein darf, sondern die wichtigste Ange- legenheit ist, mit der sich die Volksgesamtheit und alle ihre Organe zu befassen haben. Warum erscheint denn nun eigent- lich die Gütererzeugung gefährdet? Weil die einzelne kapitalistische Unternehmung und auch die kleinen und initt- leren Betriebe sich kapitalistisch zu schwach fühlen, um größere V e r l u st e aus dem Verkauf überteuerter Waren tragen zu können. Die zu erwartenden Verluste be- deuten Schwächung des Betriebskapitals, bedeuten Mangel an Mitteln für neue Löhne und Mate- r i a l i e n. Daraus ergibt sich klar, daß vor allem eine große Kreditoktion eingeleitet werden muß. Die vorhandenen zu teueren nnd zurzeit nicht absetzbaren Waren müssen l o m- bordiert werden, d. h. sie werden gegen Verpfändung be- liehen. Die einzelnen industriellen Fachverbände müßten ohne Verzug Verkaufsorganisationen schaffen. die vom Reich oder von den Großbanken mittels ent- sprechenden Druckes von feiten des Reiches große Kredite erhalten. Mit ihnen beleihen sie die zurzeit nicht absetz- baren Fertigwaren, so daß die Unternehmer das notwendige Betriebskapital erholten, um ihre Betriebe ohne Arbeiterentlassungen fortzuführen. Der Verkauf der beliehenen Waren ins' Ausland oder im Inland hätte durch die Zentralorganisation zu geschehen, damit die Preise nicht durch sinnlose Unterbietuug und Ver- schleuderung auf ein unnötig tiefes Niveau geworfen werden. In diese Zentvalverkaufsorganisationen der Möbel-, Schuh- industrie usw. hätte die A r b e i t e r s ch a f t ihre Vertrauens- leute zu delegieren. Auf diesem Wege kann die drohende Katastrophe abge- wendet werden, wenn der Personalkredit durch den Kollektivkredit der ganzen Wirtschaftszweige ersetzt wird, wenn Produktionsgemeinschaften schnell- stens hergestellt werden. Wenn die Unternehmer glauben, auf Kosten der Arbeiter, die sie aus die Straße werfen, sich selbst retten zu können, so dürsten sie' sich im schwersten Irrtum befinde:!. Der Geist des S o z i a l i s n: u s ist heute bereits zu tief in die Massen eingedrungen, als daß diese die Unternehmer frei ließen, damit sie sich ihrer Verpflichtungen leichten Kaufes entziehen könnten. Sozialistische Arbeiter, fordert daher, daß die Produktion ohne Entlassung fortge- führt wird, die Möglichkeit dazu besteht in vollem Umfang. Die KohlenpreiScrhöhung abgewendet. Auf Grund der in der letzten Sitzung des R e i ch s k o h l c n-> rat? gefoßien Beschlüsse traten in Anwesenheit des Staats- sekretärs D r. Hirsch der Rcichskohlenverband nnd der G r o ß e A u§ s ch u ß des Rcichskohlenrats erstmals zu einer gemeinschaftlichen Sitzung zusammen, in der zunächst die zur dauernden Festlegung der Zusammenarbeit nötigen Satzungsänderungen beschlossen wurden. Ein K o h l e n p r e i s e r h ö h u n g s a n t r a g des Rheinisch- Westfälischen Kohlensyndikats, der in unlängst für dieses Revier vereinbarten Lohnerhöhungen seine Begründung fand, führte zu einer eingehenden Aussprache über die allgemeine Volkswirtschaft- liche Loge. Im Einklang mit den Aussührungen des Staats« sekretärs wurde von Arbeftgebern und Arbeitnehniern an« erkannt, wie wichtig e« sei/ gerade im jetzigen Augenblick den sich andeutenden Abbau de« Preisniveaus nicht durch eine an sich noch so berechtigte KohIenpreiSerhöhung zu stören. Dieses erwünschte Ziel wurde schließlich nach mühe- vollen Verhandlungen dadurch erreicht, daß die Arbeitgeber einen Teil der Lohnerhöhung ohne Preiserhöhung auf sich über- nahmen, während sich die Arbeitnehmer damit einverstanden er« klärten, daß die übrige vcreinbatte Lohnerhöhung nicht in bar. sondern durch eine Verbilligung der Lebensmittel geleistet werde. Die Mittel hierzu werden teils aus dem bestehenden Fonds zur Beschaffung billiger Lebensmitlei sür Bergleute, teils aus den Valutagewinnen aufgebracht, die das Reich zurzeit bei der Lebensmittelbeichaffung machen kann. Diese Regelung gilt zunächst nur für den Monat Juni. Der vorstehende Text besagt, daß mit Hilfe eine« Reichs- Zuschusses die Kohlenpreise stabilisiert werden sollen. ES ist ja erfreulich, daß endlich einmal der Anfang gemacht worden ist. Nützlicher wäre es für unsere Wirtschaft gewesen, wenn dieser Zu« stand viel früher erreicht worden wäre.- Die unerhörte Erhöhung der Kohlenpreise ist eine der Hauptursachen der jetzigen schweren Wirtschaftskrise. Wir müssen fordern, das», diese Festlegung der Preise für einen längeren Zeitraum al» einen Monat erfolgt, damit für die gesamte Produktion wieder feste Kalkulationsgrund- lagen geschaffen werden. Wir hoffen, daß die Vorarbeiten für eine Sozialisierung des Kohlenbergbaues bald soweit gediehen sein werden, daß erkennbar wird, auf welcher� Wege die heute«ber- mächtigen Kapitalinteressen durch die Gemeinwirtschaft aus- geschaltet werden.____ Einkaufssperre in der Damenkonfettivu. Da zwischen dem Verband Deutscher Texlilgeschäste einerseits und dem Verband Deutscher Damen« und Mädchenmäntelfabrikanten und dem Verband der Fabrikanten von Blusen, Kostümen und verwandten Ar- tikcln andererseits eine Einigung hinsichtlich der einseitigen Preisvorbehalte nicht erzielt werden konnte, hat der erstere. wie die „Texftl-Woche' erfährt, über die beiden letztgenannten Verbände die Einkaufssperre verhängt. Benzolhöchstpreise. Der R e i chS w i r tscha stsm inifter e rlä ßt«ine Bekanntmachung über die Bcwirlschaftung und den HochstprerS von Leichtöl, Rahbenzol. Benzol, Toluol. Für die durch Ausarbeitung entstehenden Benzole werden als Höchstpreise je 100 Kilogramm , Reingewicht festgesetzt 500 resp. 570 M., für Rcinbcnzol Rernwluol l«nd giemxtzial&«>«fp. 600 M. s o A,ClL7ISc�£/7 cS-Zj» «fllllUlliiUllllMlltlUtl IM f II IBA II Ii II Hill# BERLIN C SfianJauer Str. 16 Damen-Västhe Tagfliemd aui Mad«-«« polam roit HohlaSumeo T agliemd mit breiter.- qq Stickerei garniert•••••• 43.UU Gegründet 1815 Saöe-Väfthe 4 Siodt-werRe MÖBEL| ■ Ständige Ausstellung i BERLIN C Königstr. 11-14\_____ eingerichteter Zimmer| Wirkwaren herrenkleiöung Sportjacke au* vor* lüglich. WoIl-OiC seide, einfarb. Westenschal aus Woll- seiden-Flausch 0 X C in bunt. Farben Sportschahe' Gr. 27-30 29 j Tennisschuhe weiß illllllllMMIIIIMMIIIIill .50 Gr. 31-35 36.50 j Segeltuch m. Ledersohle: Damengr. 69.00 Herrengr,79. OO■ 28.50 garniert Beinkleid mit gestickter Ecke Rockbetnkleid-q aus StickereistoS...... �O.JU Nacktkemd aus Madapolam mit o C AA Hohlsäumen.......... 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Schillings Flucht Hommeroplclzoit Dienstag, I.Juni. 7'/, Uhr: Die Büchse der Pandora. Mittwoch 7, z, I.Male; Taifun. Cir. SchaDuplclbaas Karlstraße. P/jt Julius Cäsar(N'.-A.A. 4.V.) /; Julius Cäsar(auß. Abonn.) Mtg.'<>/,: Oreslie(4J.AbL, 3. A.) 0tg.?>/,: Orestie(44. Abt.,3 A) Volksbühne 3. Gyges und sein Ring. u.'? Der Richter von Zalamea. Mtg. V/»: Gyges und sein Ring. Theater i. d. KünigprützerStraße B Uhr: Erdgeist(M. Orska) 7»8: Die grolle Katbarina. Mit dem Peaer spielen Komßdlenhaus I Uhr:„Sie". Täglich 8 Uhr* Die Reise In die MSdcbenzeit. Berliner Theater > Uhr: Bummelstudemcn. v»8 Uhr: Der letzte Walzer Residenz- Theater. Stadtbalin Jannowitzbrücke. Heute 4 Uhr, kleine Preise; Der gute Ruf. Täglich V�Uhr: Die Rasclilioffs Lessing-Theaier, 3 Uhr: Pygmalion. Heute bis Dienstag u'; Frau Warrfins Gewerbe. (Bertens, Servaet, SteinrUck.l MittwJ'�tDic.Marqnise vereis (Leopoldine Konstantin, Erna Reigbert, Straßmann-Witt, Veidt.) Donnerstag bis Montag T'/j! Die Marquise von Arcis. Deutsches KünsRer-Ttieater bis ciiiscbl. ZI. Mai keine Lustharkeitssieaer. 3 Uhr: Dies irae. TVr Uhr: (Max Adalbert Kurt Götz.) Montag 7'/j: Zum letzten Male in dieser Spielzeit; fötenagerie. (Max Adalbert, Kurt Götz.) Dienst. 7 Somraerspielzelt. Zum ersten Male: Die bessere Dalfte. Schwank mit Max Adalbert. Mittwoch bis Montag T'/j: Die bessere Hälfte. Rose-Theater. isi N,, U.: Gortenb7"2: Das Lied d.Liebe Trlanon-Theater. Bahnhof Friedrichstraße. Heute 4 Uhr, kleine Preise; Johannisleuer. Täglich 8 Uhr: Ids Wüst u. Bruno Kastner in: Der gute Ruf. Casino-Theäter -othringerstr.37. Tägl.'/.SU.: Sensations. Erfolg I Der Schlager der Spielzeit Onkel Cohn Volksstück in 3 Aufzügen. Preise von 2,70 bis 6,50 M. Adi-Haus Taubenstr. 34— Ztr.1052 Marga Rosen Peter Mann Toni v. Bukovlcs Duett Mack Bachraann Harrlett Imme Tom Black Karl Steininger Julius Josephl Gre u. Karl Heinz Ferman Adi LIebans Meisterquart Adolf Lieban (I. Weine, ff. Küche Mocca, Tee, Schokolade W> Anlang 7 Uhr WIK SPILLS Theater | Direkt James Klein. Mai 1920 Allabendlich 7'„U.: 1 1 GästspieiBianvalet I listlscb-phantastisch. |„Der Venuaberg;" Oft Tänzer OD Tänzerinnen 4 Franklin [♦3(jollJunglfauen Bonhair-Truppe | u. weitere Attraktion, Erhöhte Preise. �lillmiZ-i'M.� 1 Flirt in St. Moritz J �Morg, Flirt InSI. Moritz J 7'/,| Potsdamer Str. 38 J? Friedenau, Rheinstr. 14■ Eva May i Paul Hartmann Georg Alexander im Schauspiel �Zwischen Lachen und Weinen. Turmstr- 12 Der große Film Menschen von Martin Berger. Alezanderpl..Passage Das Mädchen aus der Ackerstraße. Uentarhen Opernhaus 7 Uhr: RigOlOttO. Morgen S'/t: Siegfried. Die Tribüne 7'/. u.: Franziska. Montag geschlossen. Dienstag, z. I.Male: Bnnbury. Frlertr.-WllheIn«»t.Th. 7J;?DerHu(fflacherSr.DurchI. Kleine/« Theater. 3 Uhr: Jettehen Gebert. 7i/. Uhr.- Der Snob mit Albert Bassermann. Kl. SrhnnNpielhans. &r: Die Piarrhauskoniöilie. Dienstag, zum I. Male: Der Eieibeardlnt. Komische Oper u,]* Eine Ballnacht. liiiHtMpielliaiis Arnold Rieck in uhr Zwangssinpaftierung. JÄetPopoI-Theatcp. u./j: Im weißen RössT Neues Centrai-Theater Ein seltsamerFall Neues Operettenlinus w.ühr: Prinzessin Frieill. IV<;nes Vnlkstbeater u�Die Gewaltlosen Seh au borg: Könirgrätzer Str. 121. 7 uhr: Reiuliold Sehlinzel m DerVIelbeschSltigte SehJHer-Thcat. Charl. 3 Uhr; Wie es euch gefällt. tv, uhr: Die Rabensieinerin. Morgen 71, Uhr: 2X2=5. Thalia-Theater uhr: Amor auf Reisen Tli.am X oll endo rfVlatx 3»/, Uhr: Das Glücksmädel. � Eine Hacht im Paradies. Theater des Westens 7V, Uhr: Unter d. Linden 22/23 Dir. M. S o 1 i m a n 2 Uraulhrungen 2 Drei Dolche im Siein. Spann. Detektivdrama in 4 Akten. Hauptrollen: Gerda Frey Dr. Ed. Rothauser. der CircuHfrisch Letzter Sonntag 3V, 2 gr. Vorst. 7'/« Nm.Ielg.Kind frei' In beiden Vorstellungen: D. gr. Abschledspr. und ,3)er Wilddieb* mit derWunderlontSne. Morgen, Montag, 31. Mal: CroBeAliscfcleds-Vorsi. Zoo logischer Garten. Täglich> Lustspiel in 3 Akten. Hauptrolle: Vera Bernard. Max Pallenberg Familie Sclilmek. Dienstag, zum ersten Male: Der Schrei nach dem Kind Theater 1. d. Alt. Jakobstr. S�DiEVcrscbwnnd.PauIlBe. Wall,»er Theater 7.i5 u.: Der Troobadour. Mrg.7.15: Cavalieria u.Bajazzo Walhalla-Theater. tv, uhr: Kssornonlukt. Theater a. Kottbus.Tor Tel.: Moritzplatz 14814. Jeden Abend?V, Uhr: Elite-Sänger. Horst, Ruseili, R. Schräder, Riess Schubert usw. Blüihgen-Konzert. Vorvk. ll-IV,,«-� U. RelciishalL-Theater Alldbenblich 71/- UI)r: Stettincr Sänger. DönhOif-Breftl. Aufeng 61;, Uhr. M SMende. Jcilen Sonntag: Gr.Gartenkonzert Jeden Dienstag, Donnerstag, Sonnabend und Sonntag; Tanz. 4 Kegelbabnen. Herrlicher Nalnrpark. Sommertheater „Qroß-Berlin" ----- Hasenheide 15.------ ?>/, Uhr: Operette„Spreezauber" vorher ab 5V, Uhr: Konzert, gr. bunt. Progr. AQUARIUM. Geöffnet bis zur Dunkelheit. /»feto Varlcrö-Caft ioriiPDll Crantcnftrojfc 53.54 I.........................." Petermann S Wardlnl-GeraldO" u Gerda-Trio Bevorzugt» Gaststätten Berlins finb die Tonndorf-Betriebe Ed. Arno Tonndorf> Elnöen-Mfliinnit Unter ben Linden 44 tu Frtedrichstraße 87 Vornehmes Wein- und Bier-Vestaitrani SepJIepte echte Biete Spetia lttc Pilsner Urquell Gesellschafiezimmer Mittag» u. Abenbimtsil ® lonnöotf--- Unter ben Linden 58 Äciffee• Diele• Bar Abends Wein. Restaurant Ndchm» u. Add-Konzerte ;u- Kapell. Uschmann= digene Wiener Bäckereil Raffee-gubereitting nach Karlsbader ArL Sehenswerter Sonimergarten Arrangeur: Blumenschmibi, Berlin. Allseitig gerühmte Berpflegung. «aslspi-l Petermann Wardlnl-Geraldo- Gerda-Trlo und das groß» Variet6« Programm r'üb* Tanz-Tee Snort-PAlärt Das q rollte Kino der Wel1~ I ► Ostseefahrt Regelmäßiger Passagler-, Gepäck- u. Expreßgut-Verkehr zwischen Swlnemündc, Zoppot und Danzlg. Rh 9 Tiini lOOft« Mittwochs und Sonnabends HU u. II Ulli IU£U. von Swinemünde 3A)0 V. (Anschlußzug ab Berlin, Stettiner Bahnhol Dienstags und Freitags 10J4 N.)- Montags und Donnerstags von Danzlg 8 00 V, von Zoppot 9.00 V.(Rückkunft in Berlin, Stettiner Bahnhof, Dienstags und Freitags 8.00 V.). Fahrkarten und Auskünfte bei den Vertretungen des Norddeutschen Lloyd, des Mitteleuropäischen Reisebüros(M. E. R.), den größeren Eisenbahnstationen und der Abteilung Seebäderdienst des Norddeutschen Lloyd. Bremen, Bahnhofstraße 36. 18//9* (Potsdamer Str.72» Hochbahn BUIowstr. Büßer der Eeidensehaiten Hilde Wolter. Sucht nach Luxus. Ballhaus Max u. Kotitz KommandantenntraDe 58-59. Schönstes n. grüßt. Ballhaus I Die gute Salhmtsih. Kein Welnzwang RenneD zu Grunewald (VnJonklab) Sonntag, den 30. Mai, naebm. 3 Ubr 7 Rennen._ Trabrennen Ruhleben am Montag, den 31. Mai, nachmittags ZV, Uhr. Schlafzimmer sterLpiegellchront.dret. {cilloe Matratzen. 3500,—, sehr ichöne» Lprisezimmer 6500,—, elegantes Serrcn. Zimmer#000,—, Küchen. einrichwno 850�-. Riesige Auswahl in schweren gim. wer. 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Es ist dann möglich, Groß-Berlin mit einem genügend engmaschigen Netz von Feuerwachen zu überziehen, je nach der zu schützenden Gefahrenzone, die Älarmmöglichkeiten (Feuermeldeanlagen) können aufs modernste ausgestaltet werden und eine häufige Kontrolle der feuergefährlichen Betriebe auf Jnne- Haltung der feuerpolizeilichen Bestimmungen könnte erfolgen. Eine wesentliche Unterstützung könnten hierin die Betriebsräte leisten, indem sie ebenfalls auf die Durchführung der erlassenen Vorschriften zur Erhaltung der Produktionsstätten beitragen könnten. Die Kosten für den vorbeugenden Brandschutz verausgabt,� sind eine bessere Kapitalsanlage, als wenn die Gelder für verursachte Brand- schäden gezahlt werden ntstxten. Helfen sie doch mit dazu beitragen, kulturelle Werte zu erhmten, die Produktionswerkstätten vor Ver- Wähler! Wählerinnen! Sesucht öie Wählerversammlungen! Falkenberg bei Weißensee. Heute Sonntag, grosse öffentliche Wählerversammlung, nachmittags 2�/z Uhr, bei Friedrich, Dorfstrasse. Ref.; K. Hetzschold, M. d. N. Wilmersdorf. Montag, den 31., abends 7'/� Uhr, Aula des Fichte-Realgymnasiums, Emser Strasse: Oeffentliche Wählerversamm- lung. Referent Dr. N e str i e p k e:»Um Deutschlands Zukunft". 'Johannisthal. Montag, abends 8 Uhr, in Senftlebens Fest- sälen, Friedrichstrasse 48, Referent Genosse Eduard Bernstein. Funktionire des 14. Wahlkreises. Montag, den 31. Mai, abends 7 Uhr, Aula der Schule. Siegfriedftratze in Lichtenberg. Konferenz aller Funktionäre von Lichtenberg, Friedrichsfelde, Karls- Horst, Biesdorf, Kaulsdorf, Mahlsdarf, Marzahn. Ausstellung d er Kandidatenliste für die Stadt- und Bezirks- verordnetenwahlen. Zrauen heraus! Geffetttl. Wählerinnen-Versammlungen Montag, den 31. Mai, Uhr, im ReichenbergerHof, Reichen- berger Strasse 147. Ref.: Genossin Bohm-Schuch(M. d. N.). Dienstag, den 1. Juni, 7V2 Uhr, Schulaula, Andreas- stratze 1. Referentin: Genossin L. R i e d-g e r(Stadtverordnete). Dienstag, den 1. Juni, 7,/a Uhr, Schulaula, Mittenwalder Strasse. Referentin: Genossin Bohm-Schuch(M. d. R,). Tempelhof. Dienstag, den 1. Juni. 71lt Uhr, öffentliche Volksversammlung im Realgymnasium, Kaiierin-Augusta-Strahe. Refe- renten: Genossin Gertrud Hanna(M. d. P. L.) und Genosse Dr. Alfred S t r i e m e r. Mittwoch, den 7. Juni, 7'/, Uhr, Schulaula, Wattstr. 16. Mefe- rentin: Genossin Gertrud Hanna(M. d. P. L). Achtung, Hausangestellte! Heute nachmittag 4 Uhr HauSangestellten-Versammlung im Blüthner-Saal, Lützowstratze. Referentm: Genossin Böhm- S'ch u ch(M. d. N,).< Heute nachmittag 5 Uhr Hausangestellten-Versammlung in der Schulaula, Pallas str. 16. Reserentin: Genossin Tod»n Hägen. nichtung zu schützen. Es ist der Schaden, den ein grösseres Feuer verursacht, nicht allein zu messen an der Schadensumme, die gezahlt werden muss, sondern es muss der entgehende Arbeitsverdienst, die Vernichtung der knappen Rohmaterialien, die eintretende Arbeits- losigkeit, die infolgedessen nötlvendig lr-erdende Zahlung von Er- werbslosenunterstützung usw. usw. zum Schaden zugeschlagen werden. Werden alle diese Momente mit in Betracht gezogen, so wird jeder Einsichtige die Notwendigkeit des vorbeugenden Brandschutzes anerkennen müssen und die Feuerwehr nicht mehr als ein Institut ansehen, das nur. Kosten verursacht, ohne etwas einzubringen, son- dern er wird die Tätigkeit der Feuerwehr als produktive Arbeit im Dienste der Allgemeinheit ansehen müssen. � Sonntag, 30. Mai 1020 Ter Marsch der Kriegsopfer. Die in Berliner Lazaretten noch befindlichen Verwundeten und Kranken aus der Kriegszeit veranstalteten am Sonnabend nach- mittag eine Demonstration, die in ihrer Unmittelbarkeit grossen Eindruck auf die Bevölkerung machte. Die Lazarettinsasien ver- langen bekanntlich, bass ihre Gebührnisse der Teuerung angspatzt und denen der Neichswehrsoldaten gleichgestellt werden. Im An- schluss an die Versammlung im„Lehrervereinshaus", in der diese Forderung von den Referenten begründet wurde, formierte sich ein fast!»lometerlanger Demonstrationszug, der sich auf die Richtung nach dem Schloss, dem Lg st garten und von dort aus die L i n d e.1 hinunter bewegte, 1 Ter Zug. dem Plakate vorang�t ragen wurden mit der In- fchrift„Deutsches Volk, hilf Steinen noch im Lazarett liegenden Kriegsopfern in ihrer" Not" bot einen ergreifenden Anblick. An der Spitze gingen Schwer verstümmelte, darunter zahlreiche Leute mit ganz zerfleischten und e n t st e l I t e n G e s i ch- kern. Es folgten etwa 66 Invaliden in Rollstühlen, die von Kameraden geschoben wurden, oder die sich mit Selbstfahrern fortbewegten. Ganze Kompagnien humpelten auf Krücken und an Stöcken vorbei, man sah unzählige Amputierte. Mögen die Wünsche dieser Bedauernswerten recht bald in Er- füllung gehen! ¥• Die Eisenbahn-Kleingärten sollen verschwinden. Die Eisenbahnverwaltung hat eine harte Maßregel verfügt, die sicher in den Kreisen der kleinen Beamten grosse Mihstimmung erregen wird. Bei der Bekämpfung der Eisenbahndiebstähle ist vielfach die Erfahrung gemacht worden, daß die Diebe die auf Eisenbahngeländen befindlichen Kleintierställe als Versteck für die Diebesbeute benutzt worden sind. Ebenso haben auch die Lauben Diebesgut geborgen. Um eine weitere wirksame Durchführung des Schutzes der der Eisenbahn anvertrauten Güter sicherzustellen, ist nach mehrfacher Verwarnung der Bediensteten- nunmchr verfügt worden, daß sämtliche Gartenanlagen und Stallungen bis zum 1. Oktober d, I. vom Eisen- bahngebiet entfernt sein müssen. Die Frage ist, ob ganz und gar nichts anderes übrig blieb, als dieses nach verschiedenen Seiten hin äußerst bedenkliche Verbot, daS die Eisenbahnbediensteten der bescheidenen Freude am selbstgebauten Grund und Boden berauben soll. Gerade innerhalb des Gross- Berliner Eisenbahnbahnnetzes waren diese kleinen Gärten wirk- liche Oasen Mischen den schwarzen verräucherten Häusermauern. Sie wurden mit Liebe betreut und gepflegt und der Aufenthalt auf den wenigen Quadratmetern ihres grünen Bodens war oft die einzige Erholung des Inhabers. Weil es ein paar unehrliche Eisenbahnangestellte gibt, darf nicht gleich zu einer solchen ein- schneidenden Massregel gegriffen werden. Es bleibt zu wünschen, daß die Eisenbahnverwaltuug die ganze Angelegenheit noch ein- mal gründlich überprüft. Die Erhöhung der Krirnkenhauskostensätze. Der Magistrat Berlin ist dem Beschluß der Stadtverordnetenversammlung vom 12. Mai über die Erhöhung der Kur- und Pflegekosten in städtischen Anstalten beigetreten, nach dem die Sätze für Erwachsene auf 3 M. und die für Kinder auf 6 M. pro Tag erhöht werden, Der Magistrat hatte 12 M. beantragt mit Rücksicht auf die Selbst- kosten in Höhe von 24 M. pro Tag. Neue Rciscbrotmarken. Die bisher eingetretenen und noch be- vorstehenden außerordentlichen Erhöhungen des Papierpreipang eingeführt werden müsst«� Die Prämien würden so zur Er- bebung gelangen müssen, daß ein bestimmter Satz pro Tausend der Versicherungssumme als Beitrag zu den Kosten des Feuerschutzes eingezogen wird.(Der Staat Hamburg erhebt zurzeit pro Tausend der Versicherungssumme von Gebäuden V» Löschzulage. Ausserdem werden von den Zinsen der Rücklageibestände 75 Proz. eingezogen und mit diesen Mitteln die gesamten Ausgaben für das Feumösch- Wesen gedeckt. Falls diese Summen nicht zureichen, wird Staats- zuschuss gewährt.) Bis zur Einführung dieser Anstalt un?> Ablösung noch bestehen- der Verträge(neue dürsten oon einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr abgeschlossen werden) hätte die Heranziehung der Privatgesell- schatten zu denselben Sätzen und gleichen Prämien zu erfolgen.— Gelangt eine derartige Maßnahme zur Durchführung, so werden stets Mittel zur Verfügung stehen, den vorbeugenden Brandschutz so auszubauen, wie er für die Sicherheit der Bevölkerung Groß» 42] Segen öer Cröe. Roman von Knut Hamsun. . Sie stritten sich nicht, nein, Jsak hatte nicht die Gabe dazu, und seine Frau war jetzt viel mundfertiger geworden. Zu einem guten gründlichen Streit brauchte dreier Klotz, dieser Kraftmensch Zeit, er verwirrte sich rn ihren Worten und brachte nicht viel heraus/und außerdem lMte er auch ein Herz für sie, eine kräftige Liebe. Er braucht sich auch gar nicht oft zu verteidigen. Inger griff ihn nicht an, er war m vieler Beziehung ein ausgezeichneter Mann, und-<5Nger ließ ihn ungerügt. Worüber hätte sie sich beklagen sollen? Wahr- lich, Jsak war nicht zu verachten, sie hätte einen schlimmerer Mann bekommen können. War er alt geworden, abgerackert, Jawohl traten jetzt bei ihm bisweilen Anfälle von Mudigkeil zutage, aber nicht solche, die ihm etwas geschadet hätten. Erhatte, sozusagen, seine frühere Gesundheit und Unverbraucht- heit noch ebenso vollständig wie-sie, und bei dem Zusammen- leben im Herbst leistete er seinen Teil mindestens ebenso warm wie sie.. Aber eine besondere Pracht oder Schönheit war keines- Wegs an ihm. Darin war ihm Inger überlegen. Bisweilen dachte sie wohl auch, sie habe schon Ochöneres gesehen. Männer in feinen Kleil�rn und mit Spazierstöcken. Herren mit Taschentüchern und gestärkten Kragen, 0 diese Stadt- Herren! Deshalb behandelte sie Jsak auch nur als den. der er war, sozusagen nur nach Verdienst, nicht besser: er war ein Ansiedler im Walde; wäre ihr Mund von jeher recht ge- wesen, 10 hätte sie ihn nie genommen, das wußte sie jetzt. Nein, dann hätte sie einen anden kriegen können. Diese Heimat, die ihr geworden war, dieses ganze öde Dasein, das ihr Jsak bereitet hatte, war im Grunde genommen recht mäßig: jedenfalls hätte sie drunten in ihrem Heimatort ver- heiratet sein und Gesellschaft und Umgang genug haben können, anstatt hier oben im Oedland eine.Hexp zu werden. Hier paßte sie'nicht mehr her, sie hatte jetzt andere An- schauungen... War es nicht merkwürdig, wre sich die Ansichten andern konnten! Es gelang Inger nicht mehr, sich über ein beson- kers schönes Kalb zu fteuen, oder die Hände vor Verwunde- rMS-äußumnenzuschlagen, wenn Jsak mit einer recht großen Beute vom Fischfang heimkam, nein, sie hatte sechs Jahre lang in größeren Verhältnissen gelebt. Ja, so ganz allmäh- lich waren auch die Tage vorüber, wo sie ihn freundlich und liebreich zu den Mahlzeiten hereinrief. Jetzt sagte sie: „Kommst du denn nicht zum Essen?" War das eine Art! Zuerst verwunderte er sich ein wenig über diese Verände- rung, über«ine so verdammt verdrießliche und unhöfliche Art, und er erwiderte:„Ich Hab nicht gewußt, daß das Essen fertig ist."— Aber als sie behauptete, er müßte das doch einigermaßen nach dem Stand der Sonne wissen, hörte er auf, etwas zu entgegnen und noch ein Wort darüber zu ver- lieren. O, aber einmal, da ertappte er sie und griff tüchtig zu! Das war, als sie ihm Geld stehlen wollte. Nicht weil er selbst so sehr aufs Geld aus gewesen wäre, sondern weil es durch- aus und ganz allein ihm gehörte. Hoho, da hätte sie fürs ganze Leben einen Leibschaden davontragen können! Und doch war Inger da nicht ganz verworfen und gottvergessen ge- ivesen; Eleseus sollte ja das Geld haben, der liebe Eleseus in der Stadt, der wieder um einen Taler gebeten hatte. Sollte er da zwischen all den andern feinen Leuten mit ganz leeren Taschen umhergehen müssen!-Hatte sie nicht ein Mntterherz? Damals hatte sie Geld von Jsak verlangt, und da dies nicht half, hatte sie selbst zugegriffen. Woher es nun aber kommen mochte, ob Jsak ihr mißtraute oder ob es ein Zufall war— der böse Streich wurde jedenfalls gleich entdeckt, und in dem- selben Augenblick ffühlte sich Inger an beiden Armen von hinten gefaßt; sie fühlte, daß sie zuerst in die Höhe gehoben und dann schwer auf den Boden gestoßen wurde. Das war etwas Ungewöhnliches, eine Art Bergsturz. Q, da waren Jsaks.Hände nicht abgeschafft und müde! Inger stöhnte laut auf, ihr.Kovf sank nach hinten, sie zitterte und streckt« ihm den Taler hin. Auch jetzt sprach sich Jsak nicht weiter aus, obgleich Inger ihn nicht daran hinderte, zum Wort zu kommen, er stieß eigentlich nur schnaufend hervor:„Prügel gehören dir, sonst kann man dich nicht mehr im Zaum halten!" Er war nicht wieder zu erkennen. O. er gab wohl lang- unterdrücktem Aerger Luft! � Nun verging ein trauriger Tag und eine lange Nacht und noch ein weiterer Tag. Jsak ging fort und schlief draußen, obgleich er trockenes Hcku liegen hatte, das eingefahren wer- den sollte: Sivert war bei dem Vater. Inger hatte Leopol- dine und die Tiere um sich, aber.sie fühlte sich allein, weinte die ganze Zeit und schüttelte den Kopf über sich selbst: eine so große Gemütsbewegung hatte sie erst einmal in ihrem Leben durchgemacht; jetzt mußte sie an damals denken, wo sie ihr neugeborenes Kind umgebracht hatte. Wo waren Jsak und der Sohn? Sie waren nicht müßig gewesen: wohl stahlen sie einen Tag und mehr von der Hen- ernte, aber sie bauten ein Boot droben am Bergsee. Aller- dings ein plumpes Fahrzeug ohne alle Ausschmückung, aber stark'und dicht war'es, wie alles, was sie machten, und nun hatten sie ein Boot und konnten mit dem Netze fischen. Als sie wieder heimkamen, lag das Heu noch eben so trocken da. Sie hatten dem Himmel den. Streich gespielt, sich auf ihn zu verlassen, und hatten noch dabei gewonnen, der Vorteil st>ar auf ihrer Seite. Da deutete Sivert plötzlich hinüber und rief:„Mutter hat geheut.!"— Der Vater.sah auf die Wiese hinunter und sagte:„So."— Jsak hatte ja gleich gesehen, daß ein Teil des.Heus verschwunden war, jetzt war Inger wohl drinnen bei der Hansarbeit. Das war eine' ganz besondere Leistung, nachdem er ihr gestern mit Schlägen gedroht und sie geschüttelt hatte. Und es war schweres, kräftiges Heu. sie hatte hart arbeiten müssen, und außerdem hatte sie auch noch alle Kühe und Ziegen zu melken gehabt.-— „Geh' hinein und iß!" sagte Jsak zu- Sivert.—„Du nicht auch?"—„Nein."• Als Sivert eine Weile drinnen gewesen war, kam Inge" heraus: sie blieb demütig aus der Türschwelle stehen und sagte:„Kannst du dir's nicht selbst gönnen, daß du auch, hereinkommst und etwas ißt?"— Darauf knurrte Jsak nur und' sagte:„Hm." � Aber Inger demütig zu sehen, war in der letzten Zeit ein so seltenes Erlebnis geworden, daß er in seinem Starrsinn etwas erschüttert wurde.-—„Wenn du mir ein paar Zähne in meinen Rechen einsetzen würdest, dann könnte ich weiter rechen," sagte sie. Sie wendete sich mit einer Bitte an den Herrn des Hofes, an das Oberhaupt von allem, und sie war dankbar, daß er ihr nicht eine höhnische, abschlä- gige Antwort gab.„Du hast jetzt genug gerecht und eingefahren," sagte er.—„Nein, es ist noch nicht genug."—„Ich habe jetzt keine Zeit, deinen Rechen zu flicken, du siehst, daß Regen kommt." Damit ging Jsak an die Arbeit. �(Forts, folgt.) t- rhandsln wolle. Diese Verhandlung hat im Anschluß an die 5tllndgebmn stattgefunden. Der Magistrat hat beschlossen, die Vei'l»! dungk r eform einer kleineren Kammission zu überweisen, Welche bereits am 1. Juni tagen wird. Zwei MunitionSsucher getötet. Vor kurzem wurden zwei Fa- milienbäter aus Potsdam, der 51 jährige Arbeiter August Sasse uno der 35 jährige Arbeite; Otto Busch, dermigt. Beide gingen mit einem.Handwagen näch dem Schietzplatz von Döberitz, um Sprongstiicke zu sammeln. Von diesem Gange kehrten beide nicht mehr zurück. Jetzt erst ist von dem Amtsvorsteher in Döberitz die' Nachricht eingelaufen, datz beide Männer auf dem Schietzplatz als Leichen vornesunden wurden. Da am Dienstag nicht scharf ge- schössen worden ist, mutz angenommen werden, datz beide beim M unitionssuchen. tarn• einem krepierten Blindgänger getötet wurden. Dem alten Mann war der Kopf, dem jungen beide Beine vom Körper gerissen. Frübverkehr nach Reinickendorf. Die Grotze Berliner Strassen bahn teilt mit: Um vielen in Reinickendorf beschäf- f inten Arbeitern frühmorgens das rechtzeitige Erreichender Arbeits- stelle zu ermöglichen, wird der um 6 Uhr 10 Min. ab Oranien- burger Dar verkehrende Zug der Linie 32 vom 1. Juni an versuchsweise 5� Minuten früher, also bereits 6 Uhr 5 Min. von dort abkahren# Tie Elternbeiratswahlen in Charlottenburg stndcu beute i-n allen Charlottenburger Schulen von 5 Uhr vormittags an statt. Die Eltern der Kinder, die die Waldschule im Gruiiewold besuchen, wählen nach den näheren Be- t tti:>!!i>achungen des Rektors.— An einigen Schulen sind von den U~ P.-Wahlvorstebern, unsere Listen wegen formaler Fehler ? T.;' ewieien worden. W'r ertlichen untere Genossen dort der Wahl.fern zu bleiben und kernt anderen Parteien zu unterstützen. Wählt nur die Listen der S. P. D. für freie Schulreform. Warltting vor dem Zuzug nach Köln. Der Anzeigenteil der bott>n Zeitunff enthält erneut eine amtliche Warnung vor dem ss u z ug nach.K ö l n, weil trotz ständiger Warnung immer noch b. ri'cütn von auswärts nach Köln zuziehen und dort o b d a ch- los werden. e.efnnd en. Ein Leser des„Vorwärts' bat in der Stadtbahn SS. b. eine' amenrrbr aeiunden. die einer Arbeiterfrau gehören soll Sie ist m iiichnhoi, Chailottenöurq abgegeben. Zu erfragen bei Gottlieb Lorenz, Cba:o..tenbiirg, Peilalozzistr. 73. Die Nrbeitsgemeinschnft sozialistischer Techniker hält eine öff'ntiiche Versammlung am Mittwoch, den 2. Juni, abends 7st, Ubr, im grc. u-'aal cer„Sophiensäle'. Sopbienilr. 17/18 sNäh- Babnhos Börse), ab.-»ma: Wie njug der Techniker wählen? Referent: Ingenieur Hugo Pe!.;t. ?:> low-Sternwarte. Sonntag 3 Ubr: Das Berner Oberland. SU r: Mil Ozenndampser von Bremen nach New Jork. 7 Uhr: Walrosse, P: br. ich und Alte«. Dienstag 7 Uhr: Astronomie mit dem Opernglas «>!» lteinen FeinrohreN(Vortrag mit Lichtbildern von Dirclror Dr. Archen- bo.bj. Sonnabend. 5 Uhr: Polarjagden(Seelöwen. RenntKre und Elche). b- dem motzen Fernrohr werden abends die Planeten Jupiter, Saturn und A.ars oeobachtct. Im Zoologischen Garten ist ein Wanderfalk angekommen und in den Ilemeren Felsenkäfigen des Rauboogelreviers untergebracht worden. He-üe/finder von i Uhr ab grotzes Streichkonzert der Berliner Sicherheils- r ehr unter Leitung des Musikdirektors Brase statt. Eintritt für Zoo und Ag stamm, das bis zum Eintritt der Dunkelheit geöffnet ist, je 1,50 M., ab 6 Ubr abends für den Garte» nur 1 M., Kinder unter zehn Jahren diir chälite. Die Lichtenberger Wählerlisten für die Stadtverord- » n o t. n- und Bezirksversammlungswahlen werden bis Dvunersiag. 8 Juni, von vormittags 10 bis nachmittags 5 Uhr öttSNtl'.ch ausgelegt, und zwar: 1. Rathaus, Mölleudorfstr. 6, Zimmer 25. 2. Restaurant Stahlberg, Atzpodienstr. 48. 3. Schule Friedrich- stratzch 71, 1. Eingang, Erdgeschoß. 4. Schule Kronprinzenstr. 10, Erdgefchotz, Zimmer 14. 5. Schule Scharnweberstr. Iö, Erdgeschotz, Zimmer 10. �0. Schule Holteistr. 7— 9, 2. Aufgang, Erdgeschotz, Zimmer 13. 7 Stadthaus Türrschmrdtstr. 24, pari, Hof links. Die zu den einzelnen IluÄegestelleu gehörigen Stratzenzüge werden durch öfsentlichen Anschlag bekanntgemacht. Es wird dringend empfohlen, die Listen einzusehen und Einsprüche rechtzeitig anzubringen. Grotz-Berliner Lebensmittel. Die erhöhten Kartoffelrationeu abhole». Die Arbetter-Er. nasiruiigslommiision teilt mit: Dt- Kommunen Gros. Berlins haben sich die gröztt Mühe gegeben, um größere Mengen Kartoffeln heranzuschaffen. Iii imtcc Aufwendung aller Kräjte möglich gewesen. Es werden n;.i! an die Bevölkerung erhöhle Kariosfelrattonen ausgegeben. Wir er- suchen daher insbesondere die arbeitende Bevölkerung, diese Kartoffelmengen u m g c h e n d abzunehmen, da die Möglichkeit besteht, datz in kurzer Zeu keine neu- Zufuhr mehr erfolgt. Durch diefks Vorgehen ist es Bio stick, den Schleichhandel auf dem Gebiete der Kartofscloersorguna zu unterbinden. In der Woche vom 31. Mai bis S. Juni Brot und Mehl nur aus Brot- karte„Süden«. Rerlin. M i I ch b e I i e i e r u Lg. Bis aus weiteres werden die A 7-Karten mit 1 Liter. A ll-Karten mit 1 Liier. B 7-Karten mit 1 Liter, B 77«Karten mit 1 Liter, O 7-Kartcn mit'lt Liter, und l?I7-Karten mit 'It L'ier Milch beliefert. Chorlottenburg. Kortoffeln 5 Pfund auf 23a— e der Charlotten- bilrger Karteffeikor�e. oukei dem 5 Pinn d aus 300 der Charlottenburger roten Nabriinqsmittelkorte. Haiersiocken 125 Gramm, Zerealienmehl 2S0 Gramm, Maisiobrikaie 250 Gramm. Kiinsthomg 250 Gramm. Schöneberg. Voronmelduna ssir 250 Gramm Kunsthonig, 125 Gramm Haierslocken und ISO Gramm Zereolienmebl. Ansaenehen werden: 250 Gramm inl. zuckeraeiüßte Marmelade. 125 Gramm Kartoffelslärkemebl. 250 Gramm weiße Bohnen: ferner Fortsetzung des Verkaufs von 125 Gramm Teig- waren. ISS Gramm Haferflocken oder Hafergrütze und ein Paket Penners Haferknkao. Wilmersdorf. 5 Pstmd Kartoffeln. SSO Gramm weiße Bohnen, S00 Gramm Linsen, 500 Gramm Haferflocken. Für Juoendliche von über S Jabren bis zum vollendeien 17. LebenSiahre 1 Dose Malzextrakt. Vor- .anmcldung für S50 Gramm Fruchlffrup für Kinder im 1. bis 6. Lebens- iabre au! SS � 7. � 77. B 7 und B 77 und 51 C 7 und 0 77 und in Verbindimg damit für Kinder im 1. bis S. Lebensjahre. Varanmelduna für SSO Gramm Reis. Für werdende Mütter 3 Pfund Nöbrmittel. 50 bis 100 Gramm Trockenaanzei. 3 Dosen Kondensmilch. Für stillende Mütter 2 Pfund Nährmittel. 50 bis SOO Gramm Trockenganzei. 1 Dole Malzexttakl SteglW. Kartoffeln 5 Pfund. Anmeldung von Nährmitteln für 5tinder im 1. bis 0. Lebensjahre, sür Jnaendliche, für werdende Mütter, für Perionen von S5 bis 70 und über 70 Iabre. 1 Dose-Koiidensmilch für Personen über 70 bis 75 Iabre. Verteilung van 500 Gr««tm Marmelade. 200 Gramm P-luichken. SSO Gramm Grauven, Trockenmilch für Personen über 70 Jahre. Außer 5 Pfund Kartoffeln noch weitere 10 Pfund. Llchtcrfeido. SSO Gramm Bobnen. ISS Gramm Kunstbonig und ISS Gramm Marmelade, S Pfd. Haferflocken für Kinder bis zu 2 Jabren, je 1S5 Gramm Kalao auf Mittelstück der Milchkarten A 7 und A 77, je 4 Päckchen Milchfütziveisen aui Mittelstück der Milchkarten B 7. B 77, C 7 und C 77 zolammen 250 Gramm Haierffocken und 2 Päckchen Zwieback (KckS) für tzOjälriae und darüber. Krieqsbeichädiate erbalten 4 Psd. Nähr- mittel. Für beimkebrende Krieasacfanaene 250 Gramm Hülsenfrüchte. Dahlem. 125 Gramm Haferflocken. SSO Gramm g-ichälte Bohnen, 5 Psd. Kartoffeln. 500 Gramm Weizennrieß. 1Z5 Gramm Kakao. Kondens» milch rnr an Kranke. An KneasbeickäMgie 500 Gramm Nährmittel. Für heimkehrende Kriegsaefanaenc pro Woche 500 Gramm Brot, 50 Gromm Fett. ISS Gramm AuslandSspeck oder Konservenfleisch und 250 Gramm Hülfensrüchte. Lanttvit-. 7 Pfund Kartoffeln, SSO Gramm gelbe Erbsen(5), 100 Gramm Reisstärke(5). Neukölln. Fortsetzung des Verkaufs von Haferflocken auf Groß. Berliner Lebensmittelkarte. Die Kattoffelration beträat 5 Pfund. Bis einschließlich Mittwoch, den S. Juni, auf ülbschnitt 40 der Neuköllner Waren bezuaskarte 10 Pfund Kartoffeln. Vrik. 250 Gramm'Marmelade. S50 Gramm Honig(durch die Ver kauisstelle), 250 Gramm Aerstenmehl, 200 Gramm Grauven. Für Kriegs- beschädigte S Pfd. Buchweizengrütze. Für werdende Mütter und Kinder Pinnd Buchweizengrütze. Auf Groß-Berliner Lebensmittelkarte 1 Schachtel Streichhölzer. Auf Milckkarten A 7 u. 77, B T n. 71 und C7 1 Pfd. Aus- landsarieß. il, Pfd. Kinderaerstenmehl. Milchkurte Ö II 1 Dose Erbsen, Bohnen oder«pargel je�Kind. Kartoffeln. Ferner 250 Gramm weiße 500 Gramm Zuckerrgbensast, an Kinder 250 Gramm aiisländifchen Weizengrieß, 2 Pakete Keks. An hoffende und stillende Mütter 500 Gramm Teigwaren. 250 Gramm Grieß, 1 Büchse Malz- ertrakt. An Personen zwischen 60 und 70 Jahren 250 Gramm Teigwaren, 250 Gramm Grieß, 1 Paket Keks. An Personen über 70 Jahre 250 Gramm Teigwaren, 500 Gramm Grieß. 1 Paket Keks. Anmeldung von 375 Gramm Maisflocken und 300 Gramm Getreidemehl. Verkauf von 250 Gramm Marmelade. Dreptow. Kartoffeln 7 Pfund, Kakao 250 Gramm, Süßstoff 2 Päckchen, kondensierte Milch an werdende Mütter, Bienenhonig an bedürstige Lungenkranke, Häferflocken aus A I und A II der Milck karte für Monat Juni sür Kinder im 1. uno 2. Lebensfakre 2 Pakete Haferflocken und 2 Pakete Zwieback. Aus B I und B 17,£ I und C II der Milchkarte für Monat Juni sür Kinder-vom 3. bis 6. Lebensjahres Pakete Haferflocken und 2 Dosen Malzexirakt. Lichtenberg. Voranmeldunns bis zum 2. Juni: 250 Gramm Bobnen, 125 Gramm Reis. Auf Nrlaubcrkarte lOO Gramm Nährmittel und 230 Gramm Marmelade. An bcimgekcbrte Kriegs- und Zioilaciangene 250 Gramm ausländische Hülsenfrüchle. außerdem 5 Pfund Kartoffeln, Friedrichöfelde. Am Dienstag: 250 Gramm Linfen und 250 Gramm Marmelaoe(23). Am Donnerstag: 250 Gramm weiße Bobnen(26). Am Freiiaa: Roßflciich. Für die Woche vom 3t. Mai bis 5, Juni 5 Pfund Kar'offeln, außerdem 10 Pfund Karloffeln(26) bis Mittwoch, den 2. Juni. Pankow. 250 Gramm Marmelade.' Dempolhof. 10' Psuild Bohnen, 200 Gramm Linsen, im 1. und 2. Lebensjahre 500 Gramm Haierstocken. Groß-Ser!!ner parteinachrichten. Heute, 30. Mai: 10. Abt. Vormittags 9 Uhr: Treffpunkt Forster, Ecke Reichenberger Straße. Vollzähliges Erscheinen erforderlich. Achtung. Postwcrhenuölchusi! Sämtliche Vertrauensleute haben sofort Flugblätter im Parleibureau, In den Zelten 23, Zimmer 10, ab- zuholen. Wilmersdorfs Vormittag? 10 Ubr: Mitgliederversammlung w der Oberrealichule am Seepark.— Nachmittags 4 Uhr: Hausangeftelltenseier in den Florasälen, Haienlee. Steglitz. Vormittag 10 Uhr: Flugblattverbreitung von den Bezirks- lokalen aus. Neukölln. 10 Uhr Kindl-Brauerei, Hermannstr. 214, Beamten» und Angestellten.Versammlung, Thema: Die Beamten und die kommenden Wahlen. Nesereut: Genoffe Wücke und Nörpel. Friedrtchslingen. Nachmittags 4 Uhr in Mflnchehofe beim Gastwirt Eckert öffentliche Versammlung. Die Genossen mit ihren Familie« werben gebeten, sich daran zu beteiligen. Treffpunkt Wein Platz, Wruarfch pünttlich 2 Uhr nachmittags. Morgen, 31. Mai: 2. Abt. 71/, Mr im Juaendheim, Sindenstr. 3. Sämtliche Bezirk?- sührer. Funktionäre und jugendliche Wahlhelfer. Verwaltungsbeamte. 4'/, Uhr in den Germaniasälen. Chaussee- straße 110: Versammlung aller Beamten und Angestellten vom Reichs- arbeltsministerium. von der Charitö, der Landwirtichastlichen Hochschule, vom Zentralnachweisbureau und Staatstbeatern und Museen. Tagesord- nung:„Die Beamtenschast und die kommunalen Wahlen«. Reierent: Ge- nasse Riesstahl vom R. F. B.* Niedrrkchöneweide. 6 Uhr: Flugblattverbreitung vom Restaurant Rätbel. Krünaner Str. 8. Verein Arbeiterjugend. Lankwitz. 1!-ß Uhr, bei Mehlitz, Kaiser« Wilhelm-Straße 45, Mitgliederversammlung. Irauenabenüe. Morgen, 7�/» Uhr: 20.— 22. Abt. bei Mever, Tilsitcr Str. 64. Ref.: Genoffe Kübn. SO. und.31. Abt. Frauenleieabend im Juqendzimmer der Gemeinde- schule Pappelallee 41. Vortrag des Gewerkschaiislekretärs Genossen Hecht über: Die Stellima der Frau zu den Reichstagswahlen. 43. nnd 40. Abt. bei Groll, tzennigsdorjer Str. 10. Reserentin: Genossin Kie'el. Neukölln. Frauenvcrsammliingen, 7'/. Ubr. Abt. 1. Bez. 1— 11 und 22 bei Warnecke, Nansenstr. 1. Abt. 2. Bcz. 12—14. 16-23 und 29 bei Prüfett, Weserstraße. Ecke Fuldastrave. SIbt. 3 Bez. 24-28, 36— SO-bei Ramin. Mainzer Str. 11. Abtl 4 Bez. 15, 30— 35, 45— 47, 63—64 bei Wolf, Kaiser-Friedrich-Stc. 173. Abi 5 Bez. 60-62, 74—80 bei Schmidt. Saalefiraße, Ecke Unstrutstraße. Abi. 6 Bez. 40—41. 58—53, 66—69 bei Banaemann, Herrfurihfir. 27. 216t. 7 Bez. 42—44, 48—«49, 54—59 und 65 bei Golfe, Hermannstr. 199. Abt. 8 und 9 Bcz. 71—73, 81—85 und 93. 70, 86—92 bei Kutzki, Hermannstraße. Ecke Leinestraße. Abt. 10 Bez. 94 bis 100 bei Felsch, Knesebeckür 49. Thema: Frauen, aus zu den Wahlen. Referenten: Neumann, Schulz, Backhaus, Feller, Kunze, Härder, Wolf, Gerstenberaer, Heitmann. Vaumichulenweg. Bei Haß, Baumschulenstr. 71. Referent: Genosse Kißner. Lberkchöneweide. Im„Luisenhos«, Luisenstr. 26. Rcsereittin: Genotsin Svliedt. Pankow. Bei Langenhausen, Florastr. 73. Reinictendorf.Qst. In der Schulaula Lette-Slllee 24/25. Referentin: Genossin E. Bürgner. Reinicke»dorf-Wesi. In der Schulaula der 5. Gemeindeichule, August-.Vittoria-Allee 36/37. Referent: Genosse Meile. Mahlsdorf. Dienstag, abends 70, Uhr, Fraucnabend bei Anders, Bahnhofstr. 39. Reserentin: Genossin Svliedt. Jugenüveranstaltungen. Heute: .. Zentraljugendheim. Lindenstr. 3. 4 Uhr: BunOr?lbend— Gövenick. Schloßplatz. 2 Uhr: NackmittagSsPaziernang.— Hß-rmsdork, Roonfirnße (Turnballcnaebäude): UnterbaltungSabend.— Liebtenberq, Parkaue 10: Spiel und Unterhaltur gsabend.— Nieverschöncweide. Berliner Str. 31: Untcrbaltungsabcnd.— Deinpelbof, Germaniasir. 617: Unterb-ltnngs- abend.— Wedding. Lütticher Str. 38: Bunter Abend.— Achtting k Nordosten k Neues Lokal! Bis aus weiteres Freitags 8 Uhr im Lolai Gott. Bardelebcnstr. 8. Die Veisetzung des Kollegen Gruft Pätzold findet am Montag. nachmittags 4 Ubr. auf dem Friedhof in Schmargendorf statt. Um zahlreich� Beteiligung wird gebeten. Vorträge, Vereine unü Versammlungen. Sektion Lefterrcich- Unzarn im Reichsbund der Kriegs- beschädigten. Dienstag, den l. Juni, 7 Ubr, bei Schulz, Elisabethstr. 30: Mitgliedcrveriommlung.— Reiebsvereinignng ehemaliger Kriegs- gefangener, Bezirk Nord-Qst. Versammlung am Monta:, den 31. Mai, in den Unions- Fefttälen, Greüswaldcr Str. 221—223, abends 7'/., Ubr. FamUienabend.— Ärbeiter-Tamaritcr-Koloilne» Berlin. Techni jche K o m m i i i i o n: Sitzung am Mittwoch, den 2. Juni, abend? 7 Ubr, im Lokal Fejjahra, Melchiorstr. 15. Abteilung I(Melchiorjlr.): Montag. de i 3t. Mai, in der Schule Annenstraße(an der Prinzenstraße): Ziljammen- kunft. Einführung des neuen tlbteilungsleiters durch Genossen Schatz. Die rückständigen PrüfunaSzeugnisse werden�- verteilt.— Zlbt ei lun g Osten: Montag, den 31. Mai. bei Piekenhaqen,«charrmvebcrstk, 6 1: Lehrabend. Abteilung Süden-Neulölln: Freitag, den 4. Juni, abends 7 Uhr: Mitgliedeiveriammlung im Jdealkafino, Weichjelstr. 8 Abteilung Pankow: Lehrabend am Freitag, den 4. Juni, abends 7 Uhr, bei Hoschke, Florastr. 24._„ Sport. Im IubiläumS-Preis, Ehrenpreis und 55 000 M., Distanz 2200 Meter, dem Hauptereignis des heuligen Grunewald-Renutages, gelten als Voraussichlliche Starter Einsiedler 61(Jauek), Slarabae 62>/„ oder Wallenstein 53(Zimmermann), Lorbeer 6t oder Liebhaber 49(O. Sckmidl), Harlekin 61(Blume), Oneida 60(Olejnik), Blenveim 581/, oder Moldau j 51'/,(Danek), Friedensfürst 53(Raslenberger), Leichtsinn 49(2) und Vergleich 47'/,(Kaiser).« 3 866 235 Mark war der Tolalisatorumsatz am letzten Karlhorster Renntag.___ Sriefkasten der Redaktion. A. D. 18S0. Leider kem Raum. Berlin C- Breite Straße Berlin Ca Vrüderstraße Gpazierstöcke �.ebrauchsstöcke einfacher Art......... an. 550 630.975 Spaziersiöcke ohne Leschläge....... M. 1250 1775'2975 Spaziersiöcke m« Leschläg-n____ M. 1450 2300 bis 16000 Spozierstöcke in Keulenform.. 2JI. S25 1650 20C0 und höher, Bänder Taffetband Schwarz, Är. ca.11-«ScmMsr. R. 10� 12� 15� �iberiyband in hellen Farben. 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Mai 1940, nachmittags 4 Uhr, auf den, Friedhof in Schmargendorf statt. Rege Beteiligung erwartet 234/6 Der Bezirksvorstand. Siietbutch die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Bater, Schwieger- und Großvater. der tiafsenbote itog. Vollbrecht im Atter von 54 Iahren am 26. Mai nach langem schive- tgi Leiden gestorben ist. Dies zeigt liefbetrübt an «w. Mathilda Bollbrecht nebst Kindern und Enlein. Die Einäschening findet am Montag, den 31. Mai, Gerichistraße statt. Blumen- und Kranzspen- den hüstichst verbeten. 1395b Am Mittwoch, den 26.Mai, entschlief nach InrzemLeiden mein lieber Mann, unser guter Bater, der Tischler Emil Stolz im Atter von 60 Iahren. Schmerzerfiillt zeigt dies allen Verwandten und Freunden an krau Ottilie Stelz und Kinder. Tharlottenburg, ' Stuttgarter Platz 4. Die Beerdigung findet am Montag, den 31. Mai, nach- mittags 2-/, Uhr, von der Kapelle des Südwestkirch- hosrz in Stahnsdorf aus statt, gg/ga Abfahrt des Zuges: Charlottenburg 1" Uhr. Snezfalarzf Dr. med. Koeben für Haut-, Harc-, Frauen- leid.,Schwäch.)BcinkranK. Behandig. schnell, sicher u. schmerzi. ohne Berufs- störung. B I u t u n t e r- such. Fäden I. Harn usw. Friedrldisir.Bl.raÄ KönigstriS-SUÄ: Spr. 10-I,4-Jf27, Sonnt. 10-1. Teilzahl. Separ.Damenzim Speztalarzt Dr. med. WockcntuB Frieilnclistr.l2S Ä-uS Sonnt. 11—1. Syphilis, Harn-, Fraueüleide»,«lutunlersuch. ochneile,sichere,schmeizloseHeiig. ohne Berufsstörung. Teiizahlg.» Svezlslsrzt. Frtolgreichc Behandlung. USlllgiitr. 34/36 Alexanderplatz.* 10—1, 5—-8, Sonnt, 10—!. wlschtt BsuotSeiteMletOono Zweigverein Berlin. Achtung! Achtung! Monlag. den 31. Mal, abends 6>/. Ahr. im blauen Saal der Berliner Vereins- und Konzertsäle, Kommandanten- , straße 58/59: Bersamutlung sämtlicher Betriebsobleute sBandelegierte), Betriebsräte und Generalversammlungsdelegierte für das �och- und Tiefbaugewerbe. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Hildeshetm über: vekrtebsrate und Gewertjchastea. 2. Diskussion. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert vollzähliges' Erscheinen. llttgliedsbuch legittmiert. 143/15 Der Vorstand. Spezial-Arzt für Haute u. alle Harnleiden, Harn« und Blutuntersuchungen. Dr. med. SCari Fleinhardt, Potsdamer Straße 117, �uow.�Be. Sprechstunden: V«12— 2, V-fi-V�O abds. Sonnt,«/jll-l Uhr. Aufklärende' Broschüre mit Beschreibung sämtl. Heiiver- fahren in verseht. Kuvert geg. Einsend, v. 2,— M portofrei. SfdCTräfll- Afyf'�r haut-, Harn-, Unterleibsleiden, � spez. veralt. Fälle, nerv. Schwäche, Blutuntersuchung, Salvarsan- Kuren, Licht- Behandlung, Höhensonne, Bestrahlungen. In der Heilanstalt von* Löser, Münzstr. 9, n 1- A rfi Uir Haut., Harn-, Frauenleiden. «,1 speziell veraltete bartnäckige Harnleiden, Ausschlag, nerv. Schwäche. Gegen Lues komb. Salvarsan-Kuren, Blutuntersuchungen. Im ersten und Dir. Löser senior rtl-rkÄ-i" Nur Rosenfhaler Str. 69-70 von Haut-, Harn- und llnterlelbslelden, oWno Berufsstörung. 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Werden die folgenden Ausführungen in diesem Geiste gelesen, so zweifeln wir nicht daran, daß die Massen des schaffen- den Volkes auch am L. Juni treu und fest zu den alten Fahnen der Sozialdemokratische» Partei Deutsch- lands stellen werden, deren Sieg allein die Niederlage der Reaktion und den Sieg des schaffenden Volkes verbürgt. dle Redaktion öes„vorwärts". Unser Ziel unö unser Weg. Von Hugo Heimann. Er st er Kandidat für Berlin. Weit und hoch hat sich die Sozialdemokratische Partei ihr Ziel gesteckt- Sie will, dag ein Geschlecht freier, glück- licher Menschen die Erde bewohnen soll, sie will eine Ge< sellschastsordnung. die weder Herren noch Knechte kennt, in der es keinen prunkenden Reichtum einzelner und keine bittere Not der vielen mehr gibt, in der jeder in die Lage versetzt ist, nach seinen Fähigkeiten dem Ganzen dienen zu können, und keiner, der etwas leisten will und kann, in menschenunwürdigen und erniedrigenden Verhältnissen-sein Dasein zu verbringen braucht. Die Wirtschaft soll der Willkür einzelner entzogen und in ein vernünftiges System gebracht werden, das den h ä ch st e n P r o d u k t i o n s e r t r a g gewährleistet. Ihre Neberschüsse sollen dazu verwendet werden. Schwache und Hilflose zu schützen und die allgemerne Volkskultur auf eine immer höhere Stufe zu heben. Die höchsten Grundsätze der Menschlichkeit zu ver- wirklichen, das ist das Ziel der Sozialdemokratischen Partei. Und darum sind ihr in den Jahrzehnten ihres Werdens immer neue Millionen von Mühseligen und Beladenen zugeströmt und haben sich mit ihr znin Kampf verbunden gegen alle Hinder- nisse, die die Borniertheit der Herrschgewohnten, der gedanken- lose Eigennutz-der vom Glück Begünstigten ihr in den Weg legten. Der Weltkrieg hat uns in einen Abgrund des Elends geschleudert, und wir wissen, daß der Aufstieg zu neuen Gipfeln hart und schwer ist. Wir haben den Mut zu diesem Ausstieg trotzdem nicht verloren und schöpfen aus den Lehren der Geschichte unsere Zuversicht. Es gab eine Zeit, in der der Kainpf gegen Sklaverei und Leibeigenschaft noch schwerer schien als heute der Kampf gegen den Kapitalismus. Dennoch ist er mit Erfolg geführt und die tiefsten Stufen menschlicher Ernicdri- gung sind überwunden worden. Es gab eine Zeit— und sie liegt noch nicht weit zurück— in der 22 Monarchen über Deutschland herrschten und die Stimme des Staatsbürgers nach der Sckiwere seines Geldsacks gewogen wurde, die eine Hälfte des Volks, die weibliche, vollkommen rechtlos war und in der Fabrik der„ H c r r i m H a u s c" unbeschränkt herrschte. Heute ist Deutschland eine Republik, alle Volks- genossen, Männer und Frauen, besitzen gleiche politische Rechte, im Betriebsrätegesetz haben sich die Arbeiter und An- gestellten den Anfang eines Sebstbestimmungsrechts eikampst. So ist es trotz allem vorwärts gegangen, wenn auch für unsere Wünsche nicht schnell und weit genug, und es wird weiter vorwärts gehen! Unseren Einfluß auf Staat und Gesellschaft lvollen>vir Sozialdemokraten dadurch zum entscheidenden macheu. daß wir di e Mehrheit unseres Volkes von der Richtigkeit unserer Auffassungen überzeugen. Man gebe uns Gelegenheit zu zeigen, was wir allein, ohne die Hemnningcn einer Koalition mir bürgerlichen Parteien zu leisten imstande sind, dann wollen wir dein Volke bei künstigen Wahlen Rechenschaft über unsere Leistungen geben und es von seinem Willen abhängig niachen, ob wir die Regierungsgewalt behalten sollen. Wir streben nach Macht, denn unsere llstacht ist die Macht des schaffenden Volkes selbst, aber wir lehnen den Gedanken ab. daß wir durch Gewalt unsere Herrschaft aufrichten oder behaupten könnten. Die großen Ziele des Sozialismus sind erst dann erreichbar, wenn sie von der Mehrheit des� Volkes klar ins Auge gefaßt sind, und wenn diese Mehrheit fest ent- schlössen ist, den Weg zu ihnen mit uns zu gehen. Dazu rufen wir unsere Volksaenossinnen und Volks- genossen auf. Wir wissen, daß aus den Reihen der herrsch- gewohnten besitzenden Klassen nur ivcnige Idealisten zu uns stoßen werden, erwarten aber, daß das körperlich und geistig schaffende Volk, zu dem neben den Hand- a r b e i t e r n in Stadt und Land auch die Angestellten. die Beamten, die geistigen Arbeiter aller Berufe ge- hören, sich zu einem unzertrennlichen Block vereinigen wird, der unter der Fahne der E i n i g k e it, die die Sozialdemo- kratischc Partei hoch aufgerichtet hat, zum Siege voranschrcitcu wird. In letzter Stunde rufen»vir diesen Volksgenossen zu: Vergesst alles Trennende, erkennt die Gemeinsamkeit Eurer Interessen! Tretet Mann für Mann, Frau für Frau am 6. Juni an die Urnen, um der Sache des fchaffeudcu Volkes zum Siege zu verhelfen! Stimmt für die Listen der Sozialdemokratischen Partei! Es gibt kein Zurück! Habt den Mut, mit uns auf ueuen Wegen zu neuen Zielen cmporzuschrciteu! Hoch die Sozmiöemokratie! die Lratien unö öie Wahlen. Von Elcrra Bohm-Schuch. Zweite Kandidatin für Berlin. Zum zweiten Male werden wir am 8. Juni unseren Willen über die zukünftige Entwicklung der deutscheu Republik zum Aus- druck bringen. Die Entscheidung der Frauen kann ausschlaggebend werden, denn sie sind zahlenmäßig die Mehrheit der Wählerschaft. Dadurch wird eine ungeheure Verankwortung in unsere Hand ge- geben. Die Gegenwart ist schwer. Die zum Teil berechtigte Unzu- friedenheit kann uns so leicht ungerecht machen; kann uns all die Schwierigkeiten und Hemmungen, mit denen oie gegenwärtige Regierung, mit denen vor allem unsere Partei zu kämpfen hatte, über- sehen lassen. Und doch darf das nicht sein. Das Ergebnis der Reichstagswahlen darf keine Augenblicksstimmung darstellen, son- dern es muß die verantwortungsbewußte politische Reife unseres Volkes zum Ausdruck bringen. Der größere Toil dieses Volkes sind die Frauen und Mütter— sind wir. Gefesselt lag unser politischer Wille durch Jahrhunderte. Hast- träger im Wirtschasts- und Staatsleben durften wir sein, aber nie Freischaffende. Der Sozialismus schrieb den Kampf um die Befreiung der Frau aus dieser unwürdigen Gebundenheit Zur Wahl am 6. Juni ftnö Stimmzettel unö?Igitationsmaterialienim GroH- öerliner öezirkssekretariat öer S. p. v., Herl in NW., 3n öen Zelten 2Z, zu haben. ..•«•"-r' auf seine Fahne. � Sciu? Verkündex wußten, daß ein Volk erst dann innerlich frei sein kann, wenn die Mütter freie, wertbewußte Menschen sind. Der Sozialismus baut in der Gegenwart an dem Land der Zukunft/ und dqxum ist es uns Frauen.heilige Religion geworden. Zukunft heißt: Land unserer Kinder,— und das sucht jede Frau mit brennender Sehnsucht. Alles, was wir nicht er- reichen konnten, erhoffen wir für die Kinder. Aus diesem Hof- fen muß sin Wollen werden. Wir waren Nnmündtgc im monarchischen Staat. Nickt ein armseliges Wort hatten wir mitzusprechen, als die Entscheidung über den Krieg getroffen wurde; mit brutaler Selbstverständlich- keit zerriß man unser Leben. Alles Leid, d.?s wir trugen, wurde nur bitterer und schwerer durch diese Schmach der Rechtlosigkeit. Die Revolution kam und machte uns zu freien Staatsbürgern. Nun rann Frau mitentscheiden über ihr eigenes Schicksal und Millionen genügten bei den ersten Wahlen ihrer Pflicht. 'Aber so viele erfüllten sie nichl ganz, gaben nur ihrer Stim- mung, nicht ihrer tiefften Ueberzeugung, die aus klarem Denken und ivorinem Empfinden gebildet war, Ausdruck. Sie folgten den Parteien, die sich zwar bor der Revolution feindlich den Rechten der Frauen entgegengestellt hatten, vor den Wahlen ihnen aber einzureden verstanden, daß bei ihnen die Frauenintercssen am besten vertreten wären. Der Sozialismus, das Schaffen aller für alle, allein aber kann die Frauen als Menschen und als Staatsbürgerinnen aufwärts führen- Jede bürgerliche Partei muß versagen, weil sie im Kapi- taliSmus, der Herrschaft des Besitzes, wurzelt. Um den Besitz, um des Kapitalismus willen, sind alle Kriege der Weltgeschichte geführt worden. Wollen wir keinen Krieg wieder, dann dürfen wir auch keine der Parteien am& Juni wählen, deren Grundanschauung in diesem Boden wurzelt. D>e Herrschcnt der besitzenden Minderheit wurde durch die Re- volution(der wir das Ende des Krieges zu danken haben) und durch die Wählen zur Nationalversammlung gebrcxben. Aber der Weg zum Sozialismus konnte, da eine sozialdemokratische Mehr- heil sich nicht ergab, nur erst freigemacht und durch die demokra- tische Perfasiiliig beschritten werden. Die kommenden Wahlen sollen uns ein Stück vorwärtsbringen auf diesem Wege. Das geschieht aber nicht, wenn wir uns für eine Diktatur der Minderheit, wie sie von den Rechtsparteien ijnd den Kommunisten angestrebt wird, entscheiden. Gewalt löst wieder Gewalt aus und deshalb lehnen wir sie ab. Die Mehrheitssozialdemokratie mußte in der Natiowrlversamm- lung mit dem Zentrum und den Demokraten zusammenarbeiten, um das Zustandekommen von Gesetzen überhaupt zu ermöglichen, und ebenso mußte die Regierung zusammengesetzt werdeni Aber das Arbeiten ist schwer gewesen und jeder kleinste Fortschritt auf dem Wege zum Sozialismus mußte diesen Parteien abgerungen werden. Daß wir trotzdem vorwärts gekommen sind, daß es un- serer Pürtei gelungen ist. dennoch die Interessen der Arbeitnehmer- schafft und der Frauen zu vertreten, beweisen die Tatsachen. Helft alle mit, daß mehr und Bollkommcnercs geschaffen wer- den kann. Helft mit, daß endlich Friede werde im Lande und in der Welt. Helft mit, das? die Hungernden wieder satt werden. Helft schaffen, daß die Zukunft unserer Kinder glücklicher wird als unsere Gegenwart. Wählt am H. Juni foziaiüemokratisch! Der Ieinö steht rechts! Vvn Richard Fischer. Dritter Kandidat für Berlin. Von der Deutschnationalen und der Deutschen Volksparloi droht die Gefahr für die Republik. Man braucht bloß zu fragen: aus welchen Schichten setzen sich diese Parteien zusammen? Es sind die Agrarier, die Junker, ein Teil der höheren Beam- ten, die Kriegsschieber und Kriegsgewtnner aus der Großindustrie, hauptsächlich der Schwerindustrie. Die Junker und die Söhne der Großindustrie hatten alle hohen Staatsstellen in der Armee, in der Verwaltung, in der Justiz inne. für sie war der frühere Klassenstaat die Versorgungsanstalt; sie hatten die Klinke der Gesetzgebung und den Slaatsbeutel in der Hand. Die wüsten Anschuldigungen, daß in der Republik die Stellenjägerei herrsche, ist nur der Wutausbruch darüber, daß sie und ihre Sippe heute nicht mehr ausschließlich„an der Staatkrippe" sitzen. Zoll-, Steuer- und Wirtschaftsgesetzgebung wurde früher von ihnen und ihrem Klassen- und Geldbeutelinteresse gehandhabt. Daß das heute nicht mehr geht, das spüren sie, und daher ihr Streben, die Republik und die Demokratie zu stürzen. Die S ch w e r: n du st r i e, die früher ihre„Kommis" in der Regierung hatte als Schützer und Sachwalter ihrer Interessen, hat heute ihre politische Uebermacht an die Demokratie verloren, die im Parlament und in der Koalitionsregierung diese Vorherr- schaft gebrochen hat. Ihre letzte Ernte hat die Schwerindustrie während des Krieges in Milliardengewinnen eingeheimst, mit einer Schamlosigkeit, die nur übertroffen wurde durch die Unfähigkei: und Gewissenlosigkeit der militärischen Verwaltung. In England verteuerte sich der Stahl während des Krieges um 90 Proz., in Amerika um 9S Proz., in Deutsch- land aber um 899 Proz. Iii England verbot man die Eisenausfuhr, in Deutschland übergab der deutschnationale Minister Delbrück die Ausfuhilkon- trolle dem— Stahlwerksverband! Thyssen lieferte der deutschen Heeresverwaltung die Jnfanterieschutzschilde das Stück mit 117 M., an die hollän- d i s ch e Regierung aber für 6 8 Mark. S t i n n e Z sollte während des Krieges unverwendbares Halb- zeug zu Feldbahnschienen umwälzen; monatelange Verzögerung, dann Ausrede, daß die Wagen zum Abtransport fehlen; als die Militärverwaltung diesen Schwindel aufdeckte, gestand der Ab- teilungschef der Stinnesschen Differdinger Werke ein, daß'die Dortmunder Zentralleiiung san deren Spitze der volksparteilich: Abgeordnete Vogler stand) die Einstellung der kriegs- wichtigen Auswalzungsarbeiten befohlen habe/Jim dafür Auslandsaufträge zu erledigen! Das war ein„Dolchstoß vo� hinten"! Nun kann man wohl begreifen, warum die Herren Stinnes und Thyssen mit der rheinisch-westfälischen Schwerindustrie alle käuflichen Blätter wie.Lokalanzetger", den Büxenstein-Konzern, die„Deutsche Allgemeine Zeitung?, die„München-Augsburger Abendzeitung", die„Kölnische Volkszeitung" usw. aufkauften und woher sie die Millionen dazu haben. Und nun wird man auch begreifen, warum diese Patrioten die Wahlagitation der Deutschnationalen und der Deutschen Volks- Partei, in denen man mit 150 909 M. sichere Wahlkreise kaufen kann, mit Millionen und aber Millionen unterhalten? Wenn es diesen Parteien gelänge, die Republik und die De- moiralie zu stürzen— für diese Gesellschaft wäre es das ren- tabelste Geschäft. Das Volk aber müßte noch mehr bluten. Der Kampf für die Monarchie, für das Christentum, für Ruhe und Ordnung ist der plumpste und frechste Wahlschwindel, der je getrieben wurde. Um ihren Geld sack, um ihre s�u t t e r- krippe geht der Kampf. Um das zu verdecken, rufen diese Kriegspolitiker gleich dem ertappten Dieb: Los auf die Schieber und Wucherer, los gegen die. Juden! Darauf darf das deutsche Volk nicht hineinfallen. Die Wäh- ler müssen wissen, um was es sich in dem bevor- stehenden Wahlkamps handelt. Wenn es den Rechtsparteien, den Kapp-Putsch-Par- teien gelänge, die Demokratie, zu besiegen, womit müßten die Wähler sofort rechnen? 1. Das Wahlrecht, vor allem das Frauenstimmrecht, das die Sozialdemokratie den deutschen Frauen und Arbeiterinnen als Morgengabe der Republik gebracht hat, würde zur Sicherung der reaktionären Herrschaft sofort abgeschafft. 2. Der A ch t st u n d e n t a g fiele sofort und mit ihm alle die sozialpolitischen Rechte und Sicherungen für den wirtschaftlichen Aufstieg der Arbeiterklasse. 3. Gesindeordnung und Unterdrückung der Landarbei- ter würden sofort wieder eingeführt. 4. Die Koalitionsfreiheit würde wieder vernichtet. Man braucht bloß an die Kappschen Erlasse zu erinnern, deren erster Zuchthausstrafe für die Streikenden und Todesstrafe für die Streikposten androhte! 3. Die Beamtenrechte, ibre staatsbürgerliche Freiheit, ihre Aufstiegsmöglichkeit würden sofort beseitigt. Beamte, Schutzleute, Eisenbahner, Straßenbahner, Leh- r e r— kurz alle von Regierung und Behörden Abhängigen würden wieder in das alte unwürdige Joch des Untertanen- und Feld- webelstaates hineingezwängt und in alter langer Bureauzeit ge- schuhriegelt werden. Daran mögen also Arbeiter, Frauen, Beamte, Lehrer, Auge- stellte am 6. Juni denken. Aber noch eine größere Gefahr droht. In ihrem Programm sprechen diese Reaktionäre es offen aus, daß sie zur Stütze von Monarchie und Kirche, zur Wiedereroberung der verlorenen Länder und Kolonien: Wiederherstellung des stehenden Heeres und der Kriegsflotte, also Wiederanfrichtung des Militarismus, also den Revanchekrieg erstreben. Diesen verbrecherischen Wahnsinn braucht man bloß auszu- decken, um zu wissen, daß seine Erfüllung unmöglich ist. Das deutsche Volk verdankt diesen Verbrechern schon den Ver- sailler Frieden. Wir können die fürchterlichen Bedingungen dieses Hunger- friedens nicht erfüllen. Der Versailler Frieden muß geändert werden. Er kann nur geändert werden durch den Völkerbund, in den wir auf- genommen werden müssen, weil wir ein friedliebendes Volk geworden sind und bleiben wollen. Die reaktionären Parteien wollen Deutschland wie gewissen- lose Spieler um den Einsatz ihrer Interessen willen an den Rand des Abgrundes bringen. Es handelt sich also nicht bloß um die Rettung der Republik, die Rettung der Demokratie, die Sicherung der Entwicklung der demokratischen Republik zur sozialistischen Republik, es handelt sich um die Rettung Deutschlands vor seinen Verderbern! Deutsche Demokraten. Von Rudolf Wissell. Erster Kandidat für Niederbarnim. Wir vergessen zu schnell, wo wir unser politisches Ur- teil auf die Gesamterscheinungen unseres Lebens gründen sollen, lassen uns nur zu leicht durch neue auf uns ein- stürmende Ereignisse beeinflussen. Darauf bauen die bür- gerlichen Parteien im Wahlkampse. Ganz besonders auch die Deutsch-Demokratische Partei. Wie schön klingt's im Wahlruft„Wir wollen und dulden keine kapi- talistische Ausbeutung" und„Durchdringung der ganzen Wirtschaftspolitik mit dem sozialen Gedanken der Soli- darität aller Volksgenossen und der Arbeiter." Wir aber wirkt in der P r a x i s die wirtschaftliche Politik derjenigen, die da meinen, daß Erwerbstrieb und höchstens noch der Ehrgeiz die einzige Triebfeder Wirtschaft- licher Tätigkeit sei? Egoistische Triebe sollen die Wirt- schast beflügeln. Das ist die bürgerliche Wirtschaftslehre, die in der Demokratischen Partei ihre Hauptvertreter hat. Seit etwa einem Jahrhundert hat diese Auffassung das Wirt- schastsleben beherrscht, hat das freie Spiel der Kräfte gc- wirkt. Die demokratische Wirtschaftspolitik behauptet, daß die gebundene Wirtschaft die wesentlichste Ursache des Nie- derganges� der moralischen Anschauungen unseres Volkes, ganz speziell auch im Wirtschaftsleben gewesen sei. Sie verschulde es, daß kaum jemand noch die gesetzlichen Vor- schriften beachte. Die Versumpfung der Moral soll durch die Wiedereinschaltung des freien Handels wieder gehoben werden. Es ist eine Torheit, anzunehmen, baß das Pflicht- gefühl derselben Leute, die die gesetzlichen Vorschriften um- gehen, der beste Regulator unserer Wirtschaft sei. Was war nicht versprochen worden, wenn man dem Handel größere Freiheit gewähre: eine Verbilligung der Preise, die Schaffung der notwendigsten Bedarfsartikel. Und statt dessen hat man durch den wahllosen Einkauf den Wert der deutschen Mark verwüstet, hat Paradiesvögel- bälge und sonstige überflüssige Luxuswaren ins Land ge- bvacht, doch nicht das zum Leben Notwendige. Dasjenige hat der Handel, nicht nur der Schleichhandel, sondern auch der reguläre, legitime Handel, ins Land ge- bracht, woran er am meisten verdient hat. unbekümmert, ob es sich um das für das Volk absolut Gebotene handelte oder nicht. Und dieses absolut Gebotene war es zumeist nicht. Die Demokratische Partei hat durch ihre Vertreter im Kabinett, durch Gothein und Dernburg, das verhindert, was zur Errettung unseres Landes hätte getan werden müssen: Eine durch staatlichen Zwang regulierte Einfuhr, die nur das Notwendigste an Nahrung und Rohstoffen zu- gelassen hätte, und eine ebensolche staatliche Regelung der Produktion, die bestimmt hätte, welcher Teil der Produktion auf dem Inlandsmarkt zu verbrauchen sei und welcher ins Ausland zur Zahlung, Abzahlung und Wiedererringung unserer Wirtschaftsposition zur Verfügung hätte stehen können. Es sei anerkannt, daß nicht alle Demokraten die verhängnisvolle offizielle Wirtschaftspolitik der Demokraten mitgemacht haben. Der zum Reichstag nicht wieder kandi- dierende Abgeordnete Vershofen sagt in seiner Bro- schüre:„Außenhandelsbilanz und Valuta", daß es ihm in seiner Fraktion leider nicht geglückt sei, Gefolgschaft für eine einheitlich und schnelle Aktion auf dem Gebiet der Außen- Handelspolitik zu finden. Vershofen ist nur ein Außen- seiter in seiner Partei. Die demokratische Wirtschaftspolitik, die sich im Sommer 1919 in so wesentlichem Maße durchsetzen konnte, hat die Proletarisierung so vieler Existenzen auf dem Gewissen, wie wir sie leider heute sehen. Die Rentenempfän- ger, die kleinen Rentner, die Pensionäre, die entlassenen An- gehörigen des Heeres, viele der Festangestellten, insbesondere der vom Staat Angestellten, sind in eine Lage gekommen, die viel trauriger ist, als man im allgemeinen annimmt. Und gerade diese Kreise des sogenannten kleinen Mittelstandes, die Kreise, die sich formell nicht zu den Arbeitern zählen, wirtschaftlich jedoch vielfach weit ungünstiger stehen, als große Schichen der Arbeiterschaft, erkennen nicht die Ursache ihres raschen Hinabgleitens. Diese Kreise sehen nich, daß gerade W« mit den Grundsätzen, die in diesem Blatt ausgesprochen sind, übereinstimmt, der werde Abonnent de«„Vorwärts"! Der folgende Zettel ist auszuschneiden und an die Expedition des„Vorwärts", Berlin SVV 68, Lindenstr. 3, einzusenden. Ich abonniere ab 1. Juni den.Vorwärts' mit der illustrierten Sonntagsbeilage„Volk und Zeit' in Groß-Berlin täglich zweimal frei ins Haus für 10 Mark monatlich, Außerhalb Groß-Berlins Wohnende wollen beim Postamt ihres Wohnortes bestellen. Name Wohnung: fliti 6. Juni gilt nur öle Tat! Jede für die Sozialdemokratische Partei abgegebene Stimme ist ein Baustein für die demokratische und soziale Republik. Die Freiheit der Arbeiter, Angestellten»nd Beamten, die Sicherung der Gleichberechtigung aller Volks« genossen liegt in Eurer Hand. deshalb jeüe Stimme üer S. p. d.l Achtet am 6. Juni auf de» richtige» Stimmzettel! Er sieht so an»: 1. Im Kreise Stadt Berlin: Sozialdemokratische Partei Deutschlands(G. P. D.) Sladtverordneten-Borsteher Hugo H e i m a n n, Berlin. Schriftleiterin Klara Bohm-Schuch, Berlin-Britz. Geschäftsführer Richard Fischer, Berlin. Reicksminister Robert Schmidt, KarlShorsi. Stadtrat Adolf Ritter. Berlin. GeschättSsührer Friedrich S ck l e g e I. Berlin. Gewerkschaftsangestellte Martha Hoppe, Berlin. Ingenieur Dr. Alfred S t r i e m e r, Berlin. Sekretär Adolf Wusckick, Lichtenberg. Oberpostassistent Max Gronefeld, Lichtenberg. Lehrer Heinrich B a h l k e, Berlin. Landrichter Ernst Rüben. Berlin. Lehrerin Lisbeth R i e d g e r. Berlin. Polizeioberwachtmeister Arthur A l b i n u S, Berlin. Oberpostschaffner Max Echterbecker, Berlin. 2. Im Kreise Teltow-BeeSkow-Storkow-Char« lottenburg:_ Sozialdemokratische Partei Deutschlands(S. P. T>.) Stadtrat und Schriftsteller Eduard B« r n st e i n, Schöneberg. Frau Elfried« R y n e ck. Baumschulenweg. Geschäflsfübrer Franz Krüger, Köpenick. Rcdakleur Karl Mermuth, Reulölln. Porzellandreh« Ernst D a l i b o r. Teltow. BerbandSvorsitzender Johann Haß, Treptow. Hilfsarbeiter imLandwirtschaftsministeriumDr. Max B e n d i n e r, Sckönebrtg. Frau Gertrud Scholz, Reukölln. Schriftstellerin Adel« Schreiber. Charlottenburg. Kaufmann Robert Kohl. Wilmersdorf. Bureauangestelltrr Franz CzeminSki, Schöneberg. 3. Im Wahlkreise Niederbarnim: Sozialdemokratische Partei Deutschlands. 1. Rudolf Wissell, Zentralarbeitersekrelär. Berlin-Treptow. Plesserstr. 2. 2. Marie Ju ck a ez. Parteisekretärin. Berlin. Tempelbeirenstr. 9. 3. Otto Sib o w, Zeitungdverl.. Brandenburg a.H., Steinstr. 22. 4. Hermann Müller. Arbeiterfttretär, Berlin-Lichtenberg. GryphiuSstr. 34. 6. Adolf Wusch ick, Parteisekretär. Berlin-Lichtenberg, Roeder- straße 59. S. Alex Sailer, Arbeiteriekretär. Luckenwalde, Haag 13/14. 7. Anna Simon, Sekretärin. Brandenburg a. H.. Jahnstr. 13. 3. Heinrich Witt, Schlosser, Brandenburg a. H., Steinstr. 22. 9. Ernst Meyer, Lagerhalter, Reurnppin. 10. HanS Heck, Dekorateur, Zehdenick. Bahnhysstr. 1. II. Hermann Tilemann. Rsdokieur. Potsdam, Am Kanal 58. 12. Friedrich Serste», Installateur. Prenzlau. Neustadt 748. -Straße Nr. die Politik, die die Demokrafische Pärtei auf wirtschaftlichem Gebiet betreibt, die Ungunst ihrer Lage so wesentlich mitver- schuldet hat. Sie schen nicht, daß die Demokratische Partei auf wirtschaftlichem Gebiet heute im wesentlichsten eine Per- tretung des Bank- und Handelskapitals ist, nicht die Vertrc- tung der allgemeinen Volksinteressen. Nicht der eigene Vorteil, sondern das Allgemein- i n t er e s s e muß d« Richtschnur wirtschaftlichen Handelns werden. Nur wenn«in neuer Geist der Verantwortlichkeit dem ganzen Volke gegenüber in alle Kreise unseres Volkes eindringt, wenn in der Wirtschaft der Grundsatz sich urchringt, daß Wirtschaften nicht nur«in Mittel sein dvf, um den eigenen Lebensunterhalt zu erwerben, sonern daß Mrt- schaften eine Angelegenheit der Gemeinschaft sein und von den Rücksichten auf das Allgemeinwohl betrieben werden mutz, können wir das Elend meistern, in das das deutsche Volk gekommen ist Einer solchen Wirtschaftspolitik strebt dieSozialdemokratie zu, einer Politik, die im Jnter- esse des gesamten Vofkes liegt. Nur wenn wir uns abwenden von der bürgerlichen Wirtschaftspolitik, wenn wir die Anwendung sozialer Grundsätze auch für die Wirtschaftsführung gelten lassen, können wir hoffen, der furchtbaren Verwüstungen wieder Herr zu werden, die wir zu beklagen haben. Das ist nicht möglich nach den Grundsätzen Demokratischer Wirt- schaftspolitik, sondern nur nach den Grundsätzen s o z i a- listischer Wirtschaftsführung. Wer in der Wirtschaftsführung die egoistischen Triebe ausmerzen und altruistisch« geweckt sehen will, der kann nur einen sozialdemokratischen Stimmzettel in die Wahlurne Wersen._ Die Unabhängigen. San Eduard Bernstein. Erster Kandidat für Teltow-BeeSkow. Kommunisten und Unabhängige verhalten sich in ihrer Mehrheit zueinander leider ähnlich, wie die sogenannten deutschen Volksparteiler zu den deutschnationalen Volks- parteilern. Angesichts der Leipziger Beschlüsse und späterer Kundgebungen der Unabhängigen ist man versucht, sie die Nationalliberalen des neumodischen Kommu- niSmuS zu nennen. Sie sind im Lager des kämpfenden Sozialismus von allem etwas und nichts ganz. Sie nennen sich noch Sozialdemokraten und haben doch daS Element der sozialdemokratischen Politik, das diesen Namen rechtfertigt, grundsätzlich preisgegeben, lllur mit einem Fuß haben sie den Boden der Demokratie noch nicht verlassen, der andere pendelt im Vorhof der Moskauer Doktrin, ohne jedoch dort fest aufzutreten. Sie haben der Politik, die von der deutschen Sozial- demokratie sogar unter den Hemmnisien des kaiserlichen Regimes in den hinter uns liegenden Jahrzehnten mit wachsendem Erfolg geübt wurde, nun, wo diese Hemmnisse gefallen sind und die demokratischen Einrichtungen der Republik ihr ein schöpferisches Wirken im großen Stil möglich machen, den Rücken gekehrt zugunsten einer Politik, die nicht FleischundnichtFischist. Sie haben der zweiten sozialistischen Internationale ohne triftigen Grund den Fußtritt versetzt und stehen nun vor den Toren der dritten Internationale, unentschlossen, ob sie Einlaß begehren sollen oder nicht, und unsicher, ob sie ihn bejahenden- falls erhalten würden. Denn gebieterisch donnert ihnen von drinnen die Stimme der leitenden Dioskuren Lenin-Trotzki im voraus zu:„Halt da! Erst reinigt euch von den Kautskh, Hilferding und ähnlichen Ketzern, ehe man euere Zulassung in Erwägung ziehen wird!' Und statt die Zumutung kurzerhand abzuweisen, haben sie sich erboten, Rom— Verzeihung Moskau Ausklärungen zu geben, die eine Verständigung möglich machen sollen! Nun haben sie fteilich daheim einen ansehnlichen Zulauf zu verzeichnen. Aber wenn sie einmal mit sich selbstkritisch zu Rate gehen, werden sie sich sagen müssen, daß sie diesen Zulauf allen möglichen Beweggründen und Antrieben, nur nickt einer gründlich durchdachten und einheitlich durchgeführten Politik zu verdanken haben. Denn sie haben keine solche Politikl Sie haben als Partei für die An- Wendung der Grundgedanken der sozialistischen Theorie auf die praktische Politik nur noch Schlagworte, die obendrein oft genug einander ins Gesicht schlagen. Die Erkämpfung der demokratischen Republik hat die politischen Hemmnisse hinweggefegt, die einer positiv auf- bauenden politischen Aktion der Partei der Arbeiterklasse bisher im Wege standen. Damit ist die Zeit gekommen, wo das Schlagwort hinter der sy st ematisck betriebenen Reformarbeit zurückzutreten hat. Die Unabhängigen gehen den umgekehrten Weg. Um sie in ihrer ganzen Unfruchtbarkeit zu erkennen, muß man sich die heutige Mehrheitssoziald emokratie hinwegdenken. Wäre die letztere nicht, hätte sie nicht das schwere Werk der Mitarbeit an der F u n- dierung der Republik und ihrer Sozial- gesetzgebung ans sich genommen, so würde die bloße Demonstrationspolitik der Unabhängigen einfach nicht aufrechtzuerhalten sein. Sie nutznießt die Reformen, welche die Mehrheitler erkämpfen, und lebt im übrigen von der Kritik am Tun und Lassen jener. Daß diese Kritik nicht immer unberechtigt ist, kann man ruhig zugeben, nicht aber, daß es zu ihr einer eigenen Partei bedarf. Kommt es doch sehr darauf an, in welcher Absicht Kritik geübt wird, ob sie von dem Streben diktiert ist, zu helfen und zu bessern oder auf das Herunterreißen und Verdächtigen abzielt. Kritik, und zwar oft recht scharfe Kritik am Tun der Partei, ist in der Sozialdemokratie auch geübt worden, ehe sie gespalten war. Aber sie geschah in der ersteren Absicht und war daher oft von großem Nutzen. Bei der Kritik der Unabhängigen überwiegt aber immer mehr die vom Fraktionsgeist eingegebene Absicht des Herunter- reißens um jeden Preis. Ohne die Aufrechterbaltung der im Krieg entstandenen Spaltung wären die Unabhängigen schwerlich zu jener ver- neinendcn Haltung der demokratischen Republik gegenüber gekommen, die sie heute einnehmen und die ein Teil von ihnen bis zur direkten Feindseligkeit treibt. Steht sie doch in Hellem Widerspruch zur sozialistischen Entwicklungstheorie und allen Erklärungen, welche die Partei vordem über ihre Stellung dem Staate gegenüber abgegeben hat. Wie dann, wenn die Verneiner der Republik von rechts und die Verneiner von links zusammen die Mehrheit im Reichstag erhielten? Welchen Zuständen geht Deutschland dann entgegen, welches wird dann seine Weltlage sein? Kein Unabhängiger, dem ich in Wahlversammlungen diese Frage vorlegte, hat mir darmif eine gerade Antwort gegeben, und wer nicht krasser Elends- spekulant ist, kann auch darauf keine gerade Antwort geben. Die Vergogenwärtigung der Lage, die eintritt, wenn bei dieser Wahl das Streben der Unabhängigen Sozialdemokratie sich erfüllt, ist der Nachweis des Widersinnes ihrer p o l i't i s ch e n Haltung. Sie kann an ihr nur festhalten. solange ihre Stimmen keine ausschlaggebende Bedeutung haben. Das ist aber der Prüfstein der Güte der Politik einer Partei, die nicht lediglich auf den gewaltsamen Umsturz abzielt. Die Politik der K o m m u n i st e n ist in ihrer Weise logisch, aber sie führt zu chaotischen Zuständen, die Deutsch- land auf Jahrzehnte ins Unheil stürzen würden. Die Politik der Unabhängigen Sozialdemo- kratie ist weder logisch, noch ist sie geeignet. jenen Zuständen vorzubeugen. Sie führt ins Unbestimmte, die für diese Partei abgegebene Stimme ist für demokratische Republik verloren und für den Sozialismus vertan. Wer die Deutsche Republik auf der Bahn eines gesunden sozialistischen und demokratischen Fortschritts erhalten und fördern will, für de« gibt es bei dieser Wahl nnr eine Partei: die alte Sozialdemokratische Partei DentschlandS. Sozialismus ist Arbeit deS ganzen BolkrS für das ganze Volk. Die verwirk- lichung der sozialistischen Ziele ist deshalb nicht möglich durch die Diktatur einer Minderheit,»estitzt anf terro- ristische Gwalt, sonder« nnr auf de« Bode« der Demo- kratie mit Hilfe der Voltsmehrheit. Gebt deshalb am 6. Juni einmütig Eure Stimme de» Sozialüemokratischen Partei und tretet ihr als Mitglied bei. Hiermit erkläre ich meinen Beitritt zur Sozialdemokr. Partei Vor- u. Zuname Beruf:—--- Geburtsdatum:- Wohnung: Mk__ - für Eintrittsgeld und Beitrag anbei— auf Postscheckkonto 487 43- per Postanweisung. 1. Eintrittsgeld 50 Pf._ z. Beitrag pro Woche: 25 Pf. kür Männer, 15 Pf. für Frauen.— 3. Wahlfondtbeitrag pro Monat 1 Mi. für Männer. 50 Pf. für Frauen. Einzusenden an: Alex Pagets, NW., Irr den Zeiten SZ, pt. Delegiertentag ües Republikanischen Jührerbunöes. Im Muschelsaal des„Rhcinflold"(Berlins versammelten sich Vrtn Sonnabend.die Del�iertcn der Landes- und Ortsgruppen de» Republikanischen Führcrbundcs. Dos Bundcsaorstandsinitglied Fischer bcgrüsite im Namen des durch die augenblinlichen innerpolitischen Berhältnisse verbinderten 1. Borsitzend'n, Oberst Lange, die zahlreich erschienenen Delc- gierken, die Äcrtretcr der Ministevien, der Parteien, der Gewerk- schasten und der Presse. In seinen Ausführungen wies er darauf bin, dass Mannschaften und Führer der Wehrmacht in diesen Tagen wie in aller Zukunft Schulter an Schulter zusammen- st e h e ii müssen, um so mehr, als ständig versucht wird, in alle he- stehenden repiihtikanischcn Verbände reaktionäre Elemente zur Stö- r u n g und Sprengung hincinzubningen. Augen auf, Ohren offen, Mu d geschlossen! Riefstah. /Berlin) gab den Bericht der Bimdcsleiiunq. Er fährte aus, dass leider dem Republikanischen Führcrbund trotz aller Versprechungen von der Regierung nur Schwierigkeiten bc- reitet würden. Das systematische hinausdrängen der republikanisch gesinnten Führer und Mannschaften aus der Reichswehr hat der Republik und dem republikanischen Gedanken ausierovdentlich geschadet. Es hat die Arbeiterschaft davon abge- halten, in die ReichSioehr einzutreten. Das Reichswehrmini st e r i u m ist trotz aller schönen Redensarten noch heute die Brutstätte der Reaktion. Die Aufstellung der Brigade Döbcritz schlägt allen Erwartungen ins Gesicht. Was dort geschieht, ge- schieht völlig im Sinn« der Reaktion. Der Republikanische Führer- Hund wird trotz aller Anfeindungen, trotz des Fehlens jeder Unter- stützung des Reichswchrministeriums weiter das tun, was er im Interesse unseres Vaterlandes für dringend notwendig erachtet; er fordert von seinen Mitgliedern die strengste Disziplin, die unbedingte Treue zu Verfassung und Republik. Ein seder sei uns willkommen, ohne Rassenunterschiäd, ohne Par- teizugehörigkeit!(Stürmischer Beiiall.) Die Vertreter der verschiedenen Untergruppen ergänzten das Referat durch Mitteilungen unglaublicher Zustände in den For- mationen der Wehrmacht. Es kommt vim Ausdruck, das; Herr Staatskommissar Dr. Wei ss ma n n wissentlich falsch unterrichtet wird. Das aufgefundene Material der N a ch r i ch t e n ft e l l e des Ob e rp r äsi d i u m s Breslau bringt hierfür den Beweis. Es wird daraus hingewiesen, dass auch in Berichten an die Regierungs- stellen von..Plänen, Rüstungen und Sammlungen des Republi- kanischen Führevbirndcs" im Verein mit linksstehenden Parteien die Rede ist. Die Vertreter aller Landesteile erklären, dass all dies erfunden ist. Die Versammlung ist sich einig, daß bei erneuten Putschver- suchen Excmpcl statuiert werden müssen, die für die Zukunft jede Gefahr eines Angriffes auf die Verfassung zunichte machen. Folgende Resolution wurde von der Versammlung angenom- men: „Die heute zum Bundestag de? Republikanischen FührerbunbeS versammelten Delegierten sprechen dem Reichswehrministe.r ihre 'chärfste Mißbilligung aus, einmal wegen seines V e r- l a g e n Z in der Verfolgung der am.?apv'Putsch b e- teil igten Offiziere; zweitens wegen des gleichen Versagens in der Bekämpfung der sich neu organisierenden Gegenrcvo- lu t i o n. Der Republikanische Führerbnnd fordert, daß der Reichswehr- minister das im Anschluß an den Kapp-Putsch aegebene Versprechen endlich durch die Tat einlöst, eine rein republikanische Wehrmacht aufstellt und energische Vorbeugungsmaßregeln der Gcgcnrcvo- l u t i o n ergreift. In der jetzigen untätigen Haltung de? Reichstoehrmiirisieriums gegenüber der Verschwörung von rcckstS erblickt der Ncvublikanischc Fübrerbund eine schwere Gefahr für den Be st and der Rc- publik."__ Die Thüringer Kämpf?. Verurteilte Arbeiter. Nach siebentägiger Verbandlung gegen 35 Arbeiter auS den' Städten Weißensee und Sömmerda, die am 6. März bei Kindelbrück anläßlich des Generalstreiks eine Schwadron reitender Jäger mit Maschinengewehren angegriffen und zwei Soldaten schwer verwundet sowie zehn Pferde gelötet hatten, erkannte da? Schwurgericht Naumburg auf Straten von fünf Jahren Zuchthaus bis berab zu neun Monaten Gefängnis. Nach links ist die Justiz nicht blind... Searsustiz. Saarbrücken, 29. Mai.(WTB.) Da# hiesige französische Kriegsgericht hat um„freien, selbständigen Saarstaat"! Red.) den. verantwortlichen Redakteur der sozialdemokratischen„Volks- stimme", Jakob Scher er, wegen Beleidigung des französischen Militärs durch die Presse in seiner Abivesenheit zu einem Jahre Geiängnis und 3000 Fr. Geldstrafe verurteilt. Wie die„Volks- Inminc"'ckreibt, war nicht einmal der Re.htsheistans. Scherers von der Anfetzung des Verhandlungstermins unterrichtet worden._ Die Volksabstimmung in Eupen-Malmeüp. Paris, 20. Mai. lW. T. B.) Der Botschafterrat hat die B e- dingungen geregelt, unter denen die im Friedensvertrag vor- gesehenen P o l k s a b st i m m u n g e n in den Bezirken von Cupen und Malmedv stattfinden sollcu. Der b e l gi s ch e Botschafter wohnte den Beratungen bei. Der Botschafimat hat sich auch mit der'Volksabstimmung in Klagenfurt beschäftigt und die Heber- wachungSkommfision für diese ernannt. Bisher haben die Belgier 430 deutsche Familien aus Eupen- Malrnedy ausgewiesen._ Anfang mit Krach. Im tschechoslowakischen Parlament. Die Wahl des Präsidenten der Republik erfolgte bei Namens- mifruf mit Stimmzetteln. Das Präsidium hat nun alle Vor- namcn der Deutschen und Magharen tschechisiert, was um so grotesker ist, als die Tschechen, für sich immer das Prinzip der U n- übersetzbarkeit von Namen proklamiert haben und zum Beispiel im deutschen Verzeichnis des österreichischen Abgeordneten- hauseS mit ihren tschechischen Namen auftraten. Tie deutschen Abgeordneten demonstrierten gegen den Unfng in erregten Zwischenrufen. Als zum Beispiel der deutsche Abgeordnete Burian mit„Fran tische!" aufgerufen wurde, sagte er:„Ich heiße Franz!" Ter Abgeordnete Halmreich wurde mit„Find rsch ich" (Heinrich) aufgerufen. Er schrie:„Ich protestiere gegen diese Verunsraliung meines Rainens!" Hans Knirsch wurde mit„Jan" tituliert. Sein Kollege Patzelt rief dazu:„Die Freiheit könni Ihr uns nehmen, aber die Namen nicht!" Abgeordneter Meyer, mit„Frantischek" aufgerufen, rief:„Ich bin der deulsche Mayer Fuinz!" Ebenso der. Abgeordnete Atfinger:„Ich wurde als Der wa! Achtung! Wahlarbeit! Ter heutigen Auslage des„Vorwärts" liegt ein zweites „Vorwärts"-Bciblatt bei, das zur Massenverbreitung bestimmt ist. Wir erwarten von unseren Lesern und Lese- rinnen, das; sie keine Mühe scheuen werden, dieses Blatt in die breitesten Kreise der Bevölkerung zu tragen. Wir treten mit dem heutigen Tage in die letzte Woche des Wahlkainpses ein. ?eöer Mann, jeüe Zrau auf ihren Posten! il. S.P. und Todesstrafe. Weder Worte noch Taten. Tie„Freiheit" hat aus unserem Bericht über die Funktionär- Versammlung am Freitag entnommen, daß in der Diskussion die Bestätigung einzelner Todesurteile kritisiert wurde und daß sich Gen. Ed. B ernst ei n als-Referent in seinem Schlußwort dieser Kritik angeschloffen hat. Die Tatsache, daß man. innerhalb der S. P. D. sich freimütig über unerquickliche Vorgänge aussprechen kann, kommt wohl der„Freiheit" ziemlich u n g e- legen, denn sie steht im Widerspruch zu den Vorstellungen, die das unabhängige Organ bei seinen Lesern über unsere Partei sonst zu erwecken trachtet. In Wirklichkeit ist in unseren Reihen das Rc ch t zur Kritik und zur freien Meinungsäußerung viel größer als in irgendeiner anderen Partei, namentlich als in der U. S. P., wo die Kunst des Lavierens mit einer solchen Konsequenz und einer solchen Fertigkeit gchandhabt wird, daß man dort in allen wichtigen Fragen, ob Parlamentarismus oder Rätesystem, ob Demokratie oder Diktatur, ob Gewerkschaften oder Rätezentralen, bei einer chaotischen Programmlosig- k e i t angelangt ist. Die„Freiheit" wundert sich darüber, daß die � Versammlung sich damit.Begnügt" hat, die Schritte des Parteivorstandes und des Bezirksvorstandes in der Angelegenheit der Todesurteile, der Stand- gerichte und des Belagerungszustandes zu billigen. Deshalb über- schreibt sie ihren Bericht„Worte, aber keine Taten." Abgesehen davon aber, daß die Schritte unserer Parteiorgani- sation bei der Regierung erfolgreich gewesen sind und somit diese' Ueberschrift der„Freiheit" nur ein leeres Schlagwort ist, möchten wir unsererseits die Unabhängigen fragen, wo ihre Taten blieben gegenüber den zahllosen Todesurteilen, die ihre großen Freunde, die russischen und u ngarischen Bol- schewisten(von den Münchener Geiselerschießungen gar nicht zu sprechen) gefällt haben. Zu Tausenden sind unter dem Regime T r o tz t y s und BelaKunS Menschen erschossen tvor- den, nicht etwa wegen grauenhcfiter Verbrechen, sondern aus politi- scheu Gründen. Wo blieben da die„Täte n" der Unabhängigen, ja, wo blieben da sogar ihre Worte? Keinen Ton haben wir von feiten der U. S. P. über die Massenhinrichtungen vernommen, die die russischen Dilta- koren auf dem Gewissen haben— aber die Unabhängigen brennen 'danach, sich in die Arme der Bolschewisken zu wer» fen und unternehmen demnächst einen Mttgang nach Moskau, um in der dritten Internationale aufgenommen zu werden! Wo bleibt da die Grund.satzs.estigkeit der Unsb- hängigen gegenüber den p o l i t i s ch e n Ma s. se n mö rd e r n in Moskau, Ich e m Recht reden sie übmhanpt mit über die bestätigten Todesurteile im Ruhrrevier? Genosse Bernstein hat Übrigens-in seinem'Schlußwort auf diese Tinge Hingewiesen,— und wir freuen uns, daß die„Freiheit" uns Gelegenheit gibt, unserem Verhandlungsbericht dies nachtragen zu können er erinnerte an die 800 Geis clerschietzungen in Petersburg als„Sühne" für das Attentat auf den Bolschewtsten- iührer II r i tz f y und an andere ähnliche Fälle von bolschewistr- scher Grausamkeit und von unabhängiger Schweig- s a m k e i t, und fand dabei die st ü r m i s che Z u st i m m u n g der Versammlung. Wenn endlich die„Freiheit" von„schlechter Stimmung" der Funktionäre faselt, so können wir nur bedauern, daß sie nicht in der Versammlung vertreten war. Sonst würde sie wissen, daß die kainp ff rohen und zuversichtlichen Ausführungen des Gen. Bernstein wiederholt mit starkem Händeklatschen unterstrichen wurden und daß das vom Gen. Franz Krüger angeregte drei- fache„Hochl" aus unsere Partei und ihren Erfolg am 6. Juni mit stürmischer B c g c i st e r u n g ausgebracht wurde. Wahlkampf und Deichtftuhl. Sozialdemokraten werden nicht absolviert. Der Bischof von Osnabrück. Wilhelm, hat ein von seinem Hauskaplan, Dr. Selinq. gegengezeichnetes vertrauliches tttunbschreiben an die Tiözesangeistlichkeit herausgegeben, dessen Wortlaut uns zur Verfügung gestellt worden ist, und auf das wir öffentlich einzugehen genötigt sind, weil es sich nm unsere eigene Sache handelt. Tos Rundschreiben trägt die Ueberschrift„Richtlinien für die Behandlung der Sozial- deniokratie" und zerfällt m zivei Teile, von denen der eine Kanzel und Verein, der andere die indiviiduelle seelsorgerische Tätigkeit betrifft. In, ersten Teil wind angeraten, den Kampf gegen Sozial- deniokratie und freie Gewerkfckwsten so zu führen, daß man sie nicht beim Namen nennt. Man solle lieber von religions- feindlichen, gottlosen, sittenwidrigen, umstllrzlerischen Be- strebungen reden. Diese Anweisung schließt eine V e r- -leumdung in sich, die wir energisch zurückweisen müssen. Deutscher geboren und heiße Franz!" Abgeordneter Schollich, der mit„Arnoscht" a»lfgerufen wurdq. protestierte:„Ich verbitte mir das, ich heiße Ernst!" Ter magyarische.christltchsoziale Abge- ordnete Tobler schrie, bevor er seinen Platz verließ:„Hoch daS Selbstbestimmungsrecht. das primäre Recht der Völker gegen Ge- waltl" Run ließ der Präsident den Unfug einstellen. Der Name des Senators Hartl wurde schon deutsch aufgerufen� vlaS auf dernscher Seite.mit den Rufen„Endlich!" aufgenommen wurde. Als Präsident Mafaryk, der von 411 Stimmen nur 284 er- halten hattef erschien, berließen die deutschen Bürgerlichen den Saal. Ihr Führer Dr. Lodgman gab dazu das Signal mit dem Ruf: „Deutsche Kolonisten, verlassen wir den Saal!", was eine„An- spielung" auf eine gelegentliche Bemerkung Masaryks sein soll. Die deutschen Sozialdemokraten verließen den Saal erst später, als von den gesamten Tschechen das„Kde dornov inuj"(Wo meine Heimat ist) angestimmt wurde. Sechs Stimmen hatten auf den tschechischen Kommunisten Munja gelautet, waren aber ungültig, weil er noch nicht 45 Jahre alt ist. Die tschechische sozialdemokratische Linke protestiert öffentlich gegen die Koaliüonspolitik der Partei. Im zweiten Teil des Rundschreibens wird verlangt, daß der Beichtvater auf den Austritt der Beichtkinder aus der Sozialdemokratischen Partei oder der Gewerkschaft bestehen soll, wenn an dem Orte eine christliche Organisation vorhan- den ist. Anderenfalls darf das Beichtkind in der Partei oder der Gewerkschaft bleiben, doch ist ihm das Lesen von Fing- blättern und der Besuch von Versamminngen, rein Wirtschaft- liche ausgenommen, zu verbieten. Weiter heißt es wörtlich: 3. Wenn es sich um Weltanschauungsfragen handelt, so können überzeugte Anhänger der Sozialdcmo- k r a t i e, zu denen die als Agitatoren, Redner und Sekretäre tätigen Mitglieder zu rechnen sind, nicht absolviert werden, wenn sie nicht ihren Standpunkt aufgeben. 4. Was die Betätigung der Beichtkinder bei Wahle» angeht, so sind a) Agitatoren in der Regel zu behandeln wie die unterbgenanntcn; b) die übrigen, die sogenannten Diitläufer, Stimn:zcttelver- teiler, Listenführer, solche, die Säumige zur Wahl rufen und sich damit etwas Geld verdienen, oder Leute, die ihre persönliche Ver- ärgerung durch Abgabe eines sozialdemokratischen Stimmzettels zum Ausdruck bringen, sind zu belehren, indem ihnen das Verwerfliche ihres Tuns ernstlich vorgehalten wird. Sie können also absolviert werden. _ Nach bar Auffassung des Herrn Bischofs steht also der- jenige, der ohne Ueborzengung des Geldverdienstes wegen bestimmte Parteizwecke fördert, sittlich höher, als derjenige. der es aus selbstloser Ueberzcugilng tut.. Der erste findet Gnade, dem zweiten trifft Verdammnis. Ohne uns weiter in moraltheologische Erörterungen ein- zulassen, möchten wir kurz feststellen: Wann und wo die Kirche als Geheimorganisation zur Bekämpfung der Sozial- demakratie benützt wird, ist es Pflicht der Partei, diesem Treiben mit Festigkeit eirtgegenzii treten. Wir mischen uns nicht in� Glaubensfragen und lassen die Kirche in Ruhe, wenn sie uns in Ruhe läßt. Ist dieser Friedenau- stand nicht anfrechtznerhalten, so niag sich die Kirche bei dem streitbaren Herrn von Osnabrück bedanken, der ans der Kirch? eine Hilfstruppe des Kapitalismus macht und den Beichtstuhl zu Wahlzwecken mißbraucht! Der verrat der Schwerindustrie. „Ausbeutung und Verrat: dieie Worte sollte man jedem Schwerindustriellen ins Gesicht schlendern, der mit bohlen Phrasen die Leistungen der Schwerindustrie während des Krieges verherrlicht." Mit diesen Worten klagt Genosse Artur Saternus in seiner Schrift„Die Schwerindustrie in und nach dem Kriege"(Verlag Gesellschaft und Erziehung, Berlin-Fichtenau) das grotzindustrielle Unternehmertum an. An der Hand reichen Tatsachenmaterials werden haarsträu- bende Dinge enthüllt. Der Patriotismus per Schwerindustriellen ging genau so weit, wie das Geschäft einträglich war. „In den ersten acht Monaten des Jahres 1016, in dessen kriege» rischem Mittelpunkt die Sommeschlacht mit ihren schweren Blut« opfern stand, exportierte die Eisen- und Stahlindustrie noch bis zu 250 000 Tonnen Eisen und Stahl monatlich nach dem neutralen Ausland. Im Monatsdurchischnitt betrug die Ausfuhr über 150 000 Tonnen. Wer damals selbst an der Front gekämpft bat, weiß. welche Knappheit an Draht zum Bau von Hindernissen herrschte." Rühmlich taten sich durch ihren Geschäftspatrioftsmus die Stinnes- und Thyssenwerke hervor. Die größte Erbitterung in Frankreich und Belgien erweckte bekanntlich neben der Zwangsdeportation der Arbeiter der Abbruch der fran- z ö s i s ch e n und belgischen Werke. Auch diese Heldentat, für die Deutschland im Friedensvertrage schwer büßen� mußte, ist auf das ungeheure Schuldkonto unserer schwerindustriellen„Volksgenossen" zu setzen. Und diese Leute, die sich in der Stunde der Not als die'.Fcinde des Volks erwiesen haben, die eine Korruption in einem Umfange be- trieben, von der wir uns noch heute kaum einen Begriff machen können— eine Korruption, die unter den Augen Wilhelms II. und H e l f fe r i ch s. des großen Tugend- Helden, vor sich ging—, dieselben Leute wagen es heifte. über „Korruption in der Republik" z» sprechen, während im gleichen Atemzuge ihr politischer Führer Herr Stinnes durch den Aufkauf der Presse eine unerhörte Korruption der öffentlichen Meinung schafft. Am 6. Juni bat das deutsche Volk den Gerichtstag über sie z» halten, über die Partei der schwer- industriellen Korruption: die Deutsche Volkspartei. Lieber Kapp und Luttwitz...! Aus Offenbach wird berichtet: In einer Wäblerversammlung der U. S. P. in Offenbach a. M. erklärte ein Diskussionsredner Müller, der sich als Mitglied der U. S. P. bekannte und nach dem Reserenten Urich aus Berlin das Wort erhielt: Eine Rechrs» regierung werde von der Entente nicht geduldet werden, deshalb stehe der Feind der organisierten Arbeiterschaft in der Mitte und darum lieber Kapp und Lüttwitz die Stimme gegeben als einem Mehr- heitsfoziälisten. Diese Aufforderung wurde ohne Widerspruch aufgenommen und ihr sogar einiger Beifall gezollt. Keiner der nachfolgen den Redner derU. S. P. verwahrte sich dagegen. Ein trauriges Zeichen mehr von der durch die U. S. P. angerichteten Geistesverwirrung. Seemannskonferenz des Völkerbundes. Teutschlands Vertretet!. Am 16. Juni beginnt in Genua die zweite Tagung deS dem Völkerbund angegliederten Internationalen Arbeirsamles. Auf der Tagesordnung steht nur die Beratung über die Anwendung der Beschlüsse der Washingtoner A r b e i t s k o n f e r e n z aus die Seeleute. Als doursche Vertreter gehen zu der Tagung: Ge- heimrat Leyinaiin vom ReichSaibeilsministerium, Geheimrat Werner vom Reichswirtschaftsministerium für die Regierung, Direktor B ö g e r-Hamburg vom ZeMralverein der Dcuischen Reeder für die Arbeitgeber und Genosse Wissel! für die Arbeit- nehmer._ Hugo Stinnes soll, der„Frankfurter Zeitung zufolge, nach Paris zu den Wirtschaftsbe sprechungen gerefft sein. Caillaux, der sich nach seinem Wahlkreis Mamers im Deparle- mont Sarthe zurückgezogen hat, wurde zum Vorsitzenden der Ackerbaukommission dieses Departements gewählt— womit seine lokalen Freunde bewiesen haben, wie sie über das . Senatsurteil denken, das ihm die bürgerlichen Ehren- rechte abgesprochen hat. GeVsrkfchQjwbewsgung Achtung, Bauarbeiter! Am 21. d. M. nahm der Schlichtungsausschich unter Mitwirkunc, eines Unparteiischen zu den strittig gebliebenen Fragen im Gross- Berliner Loch- und Betonbaugewerbe Stellung. Es sei aus der Verhandlung zunächst nachstehendes mitgeteilt. Für Maurer, Bau- arbeiter, Beionarbeitcr und alle sonstigen unter den Tarifbeitrag fallenden Arbeitnehnier sollen die Stundenlöhne dem 29. Mai d. Js. um 89 Pf. und vom 1. Juli d. I. um weitere 39 Pf. erhöht werden. Treten während der Vertragsdauer wesentliche Aenderungen in den Kosten für den Lebensunterhalt ein, so soll in Zwischenräumen von zwei zu zwei Monaten eine Revision der Lobnsätze stattfinden. Die Mitgliedschaft soll am 7. Juni über Annahme s�er Ablehnung des Tarifvertrages entscheiden. Die zentralen Verhandlungen für den Tiefbau werden am 8. Juni fortgesetzt. Tie Tarifverhandlungen im Zeitungsgewerbe. Da der Arbcitgebervcrband zur Anerkennung des am 4. Mai gefällten Schiedsspruches nicht zn bewegen war, haben wir erneut die Berbindlichkeitserklärung des Schiedsspruchs durch dcn Demabil- machungskommissar beantragt. Derselbe hat am 23. Mai die Ver- bürdlichleitserklärung ausgesprochen. Darauf haben wir von dem Arbeitgeberverband für däS Berliner Zeiiunqsgcwerbe bis spätestens 29. Mai, bormiitags 19 llhr, die Anerkennung der Per- bindlichkeitserklärung und Auszahlung der tariflichen Gebälter zum 31. Mai verlangt. Der Arbeitgeberverband hat uns hierauf zu einer Abschluhfitzung der Tarisverhandlungen gemäg dem Schiedsspruch vom 4. Mai zu Montag, den 31. d. M. eingeladen. Zur Entgegen- nähme des Berichts über diese Sitzung versammeln sich die An- gestellten deS Berliner Zeitungsgewerbcs am Montag abend llln Uhr in den Zentralfestsülcn, Alte Jakobstr. 31/32. Zentralvcrband der Angestellten. Tie Akkordfrage in der Modclltifchlerbranche. Die tariflichen Abmachungen werden immer mehr in Frage gestellt, wenn die wirtschaftlichen Vsrhältnifie sich verschlechtern. Aber gerade dann sollten solche Abmachungen doch ein Rückhalt für den wirtschaftlich schwächeren Arbeitnehmer sein. Bekanntlich fällt ein groger Teil der Modelltischler unter das Abkommen zwischen Melallarbciterverband und den Metall- industriellen. Dieses Abkommen wurde zuweilen von den Unter- nehmern durchbrochen, blotz um Leute zu bekommen. DnS führte schon längere Zeit dazu, dah in einzelnen Betrieben der sogenannte „Schieberakkord" seinen Einzug hielt. Und ausgerechnet jetzt, wo mit einer Erschlaffung der Kampfeslust der durch die Wirlschafls- sab»tage der Unternehmer am meisten in Milleldenichasr gezogenen Arbeitnehnier gerechnet werden kann, fordern einzelne Unternehmer die Einführung des festen Akkordes. Das wäre alio der Dank für die„Ruhe und Ordnung", mit der unsere Madelltrschler in den Metallbetrieben sich die traurigen Verbältnisse mit angesehen haben I Nun soll es gestattet sein. 1 M. pro Stunde mehr zu verdienen! Da eine Mehrleistung nicht möglich, ist diese eine 1 M. pro Stunde eine Judasprämie für die Durchbrechung der bestehendeii Organisati ons- beschlüsle! Es ist daruin notwendig, die Modelltischler zu warnen, aas diesen Leim zu kriechen. Welchen Grad der Schädigung ein Nachgeben gegenüber de» Unternebmerwünschen im Gefolge haben kann, kam»n einer der letzten Versammlungen der Branche der Modelltischler des Deutschen Holzarbeiterverbandes deutlich zum Ausdruck. Nicht nur für Berlin, sondern für den ganzen Berus im Reiche ist es einem Verrat an den Interessen der BerufSangchörigen gleichzuachten, wenn Verbandsmitglieder dieses Spiel unwrdersprochen mitmachen. Die Kommission der Modelltischlerbranche macht darum auf die Beschlüsse der Branche und die der Reichskonferen.z der Modelltischler äusmerkiam, die von Berbandsmitgliedern zu resvektieren sind. Sofern Mitglieder den Kamps gegen dtesen Anschlag der Unternehmer nicht abzuwehren gewillt sind, kann die Kommission den Unternehmern gegenüber nicht so auftreten, wie es notwendig ist. Jeder Betrieb nehme da- her zu dieser- wichtigen Sache Stellung. Was geht in den Berliner Waren- und Kaufhäusern vor? ■ Born Zentralvcrband der Angestellten wird uns geschrieben: In den letzten Tagen ist es in einzelnen Warenhäusern Berlins zur Kündigung einer größeren Anzahl von kaufmännischen Auge- stellten gekommen, die ohne Einverständnis mit der Bctricbsver- tvetimg der Angestellten erfolgten. So. wird uns berichtet, daß zum Beispiel im Warenhaus A. Wertheint etwa 199— 160 Kündigungen vorgenommen worden sind, ohne daß dorn Angestelltenausschuß irgendwelche Mitteilungen gemacht worden sind. Aehnlich liegen die Verhältnisse auch im Warenhause Herroann Tietz, wo man unter ganz nichtigen Borwäuden auch einer ganzen Anzahl von Angestellten gekündigt hat., allein in der Leipziger Straße 69 An- gestellte. Auch hier ist«in Einverständnis mit dem Angestellten- aus schliß vorher nicht zustande gekommen. Bei der Firma A. Wert- beim ist sogar neuerdings ein Mitglied der BetriebZvertrctung ge- maßregelt worden. Diese Stellungnahme der Arbritgeber erklärt sich aus der Tatsache daß das Mitbestimmungsrecht im Betriebe den Angestellten nicht mehr in dem Ausmaße zusteht, als unter dem altenjtarifvertrage, weil der SchlichtungsauSschuß Pch entsprechend der Stellung des Reichsatibeitsministeriums nicht dazu verstehen I rorvite, dem bisher bestehenden Mitbestimmungsrecht auch im neuen Tarif Geltung zu verschaffen. Wir müssen diese Tatsache als eine Kampfansage der Unternehmer im Einzelhandel Berlins betrachten und fordern die Angestellten auf, sich energisch zur Wehr zu setzen. Dazu ist in erster Linie erforderlich, daß die Angestellten in jedem einzelnen Falle sich sofort an die Beiriebsvertretung wenden und diese den Vorfall sofort der Organisation mitteilt. In den nächsten' Tagen wird der Zentralverband der Ange- stellten die in dcu Waren- und Kaufhäusern beschäftigten Auge- stellten z usamm e nbe rufen, um' Stellung gegen das Vorgeben der Unternehmer zu nehmen. Die Augestellten tverden aufgefordert, sich am Mittwoch, den 2. Juni, abenss 7% Uhr, zu einer Vcrsamm- lung in der„Neuen Welt", Hafenheide, einzufinden, in der auch die Berichterstattung über die Tarisverhandlungen erfolgen soll. Es ist dringend notwendig, daß die Angestellten sich noch fester als bishcr im Zentralverband der Angestellten zufamnienschliegen. Nnr so werden sie in der Lage sein, die Angriffe des Unternehmertums restlos abzuschlagen._ Achtung! Holzarbeiter. Wegen Einführung schlechterer Arbeilsbedingunge» und wegen Nichtwiedereinstellung des Betriebsrates ist über die Tischlerei Kurt Löbel, Rüdersdorier Str. 26, die Sperre verhängt worden. Wir ersuchen alle Holzarbeiter um Ablehnung jedes Arbeitsangebots obiger Firma. Deutscher Holzarbeiterverband, Zahlstelle Berlin Ter Tarifvertrag für die Angestellten der Metallindustrie ist immer noch nicht zum Abschluß gelangt. Auf die nochmalige Zusammenfassung der Forderungen der Angestellten ist eine erneute Ablebming des Verbandes Berliner Metallindustrieller erfolgt. Dem Wunsche der Angestellten Rechnung tragend, ist jetzt die Verniitt- lung des ReichsarbeilsministeriuniZ angeruseii worden. Um jeder Gefahr von irgendwelchen Komplikationen innerhalb des Betriebes vorzubeugen, sollen die Verhandlungen unverzüglich eingeleitet werden. Vom Schiedsipnich de? Reichsarbeilsminisieriums wird eS abbängen, ob die Riigestellten gezwungen sein werden, sich mit den schärfsten gewerkschaftlichen Kampfmitieln ibr Recht zu erstreiten. Trotzender Streik der kaufmännischen Angestellte» der LTolonialwaren- und verwandten Branche. Der Zentralverband der Angestellten sah sich am Sonnabend, den 29. Mai 1929 veranlaßt, die Tarisverhandlungen mit den Arbcitgeberverbänden abzubrechen, weil der Arbeitgeberverbans sich weigerte, den neuen Tanjvertrag vom 1. April 1929 datieren zu lassen. Ferner ivurden für Vetkanfskräfte usw. Gehälter von 159 M. monatlich angeboten. Die Beratungen mußten nach die-em Borschlage ergebnislos verlaufen. Am Freitag, den 4. Juni 1929» abends 7>/« Uhr, findet eine große öffentliche Versammlung ini Lustgarten statt, in welcher die Angestellten zum Streik Stellung nehmen. Die Firma Müller u Theilnehmer, Jnh. Jercnria?. Holz- und Kohlenhandhittg. Heide str. 29/21, ist durch Schiedsspruch verpflichtet worden, die tarifmäßigen Löhne für Kohlenarbeiter und Kutscher ab 15. Januar 1929 anzuerkennen. Daraufhin erklärte die Firma, sie sei nicht in der Lage, diesen Verpflichtungen nach.znkommcm. Die Firma hat dann ihren Betrieb schein-bar geschlossen und die Arbeiterschaft entlassen. Die eingelaufenen Waggons wurden des Nachts mit Hilfe Arbeitswilliger eniladon. Jetzt hat die Firma unter dem Namen Holzbündel- sab ri k, G. m. b. H., Heidestr. 29/21, ihren Betrieb wieder eröffnet und sucht im Arbeitsmarkt(„Morgenpost") neue Arbeiiskräfte. Wir machen darauf aufmerksam, daß der Betrieb wegen be- stehender LobndifferenKen für organinerte Arbeiter gesperrt ist und warnen dringend davor, bei dieser Firma Arbeit anzunehmen. Deutscher Transportarbeitcvvcwband, Bezirk Groß-Berlin, Sektion II. ßiÜig./ Verbindlich erklärte Tarifverträge. Der Tarifvertrag für di« Angestellten der Herren- und Knabenkonfektion, der Damen- und Mädchenmäntelkonfcktion,' der Blusen- und Kleiderkonfekdion und der Herrenwäschefabrikation ist für'das Gebiet des Zweckverbandes Grvß-Berlin vom l. April 7929 fiir allgemein verbindlich erklärt worden. Desgleichen gilt der zwischen dem Verband zur Wahrung der sozialwirtschaftlichen Interessen der Putzbranche in Berlin und dem Zentralverband der Angestellten, Berlin, am 12. Januar 1929 abgeschlossene Tarifvertrag mit dem 15. April 1929 für allgemein verbindlich. Gedruckte Tarifverträge sind im Bureau des Zentral- Verbandes der Angestellten, Berlin SW. 61, Belle-Alliance-str. 7/19, erhältlich. TeuEcher Transportarbeiter-Berband iBrnncke Apothekenarbeiter'». Montan, den abends 7 Uhr, im Königstadt-Kaftno. Hol, markt. straxe 72: Brau che nversammlun g. Tagesordnung: Der Abichluß unleres Tarises und wollen wir ihn wieder kündigen? Mitgliedsbuch legitimiert. A m M ontag, den 31. Mai, abends 7 Ubr: Allgemeine Mitgliederversammlung der Sektion II bei Böker, Weberftr. 17. Tagesordnung: t. Täliakeitsbcricht für das l. Quartal 1929: 2. ra>ahl der Sektiousleitung; 3. Verschiedenes.. � Vertrauensleute der Krupps III Samt und e i o en. Am Dienstag, den I. Juni, nachmittags 4-/, Uhr: Sitzung bei Wille, Post- jlraß« 29. � Kolleginnen u. Kollegen aus d e in B e r l i n e r B u ch- banoel. Der Tarif sür den Buchhandel iit iiumnehr abgeschlogcn und liegt gedruckt vor. Terielbe kann im Bureau des Transporiarbeiter- Ver- bandes, Engclujer tä, Zimmer 33 und beim Kollegen Fritz schade, i.V. 57, Blumenlhalstiaße 13, in Empscuig genommen werden. Zentralverband der Fleischer. Mitgliederveriammlung am TicnS- Am d o r s. Abends 7 Uhr bei Weber, Weißenjee, Friedrichstr. 37, Ecke Streu- straße. ' Deutscher Holzarbeitcr-Berband, Zahlslelle Berlin. Betriebs- röte und B c l r i c b s o b l e Ii t e. Zwecks Festslellunz der Adressen der Bciricbsräte und Betriebsobieute und Ausstellung der Legilimalionskarte» werden alle mit diesen Funktionell beirauicii Kollegen ersucht, vom Man- tag, den It. Mai und folgende Tage im Bureau, Rmigcftr. 30(Arbeits- loscnsaal), in der Zeit von 4 bis 7 Uhr nachm. zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Deutscher Eisettbahner-Nerband, Ortsgrnbpe Groß-Berlin. Dicns- tag, den I. Juni, abends 6 Uhr, in den Prachtsälen Alt-Berlin, Blumen- sliäße 10: Funktionärsitzung, zn der auch alle an lll'.ssichtsreichcr Stelle stehende Lelriebsratskandidäten eingeladen find. Mitgliedsbuch legitimiert. Deutscher Werkmeister Verband. Sämiliche Werkmeister der Textil- brauche versammeln sich am Dienstag, den l. Juni, nachmittags 6 Uhr, im.Ratskeller". Tagesordnung: Bericht über den Schiedsspruch vom 27. Mai.— Bezirksverein Berlin 24, F a ch g r n p p e 10: Holzindustrie. Mitgiicdei Versammlung, abends 7 Uhr, im„Schultheiß", Neue Jakobstr. 24/-25. Llixuspavierbraiiche. Chromolithographische n. Photo- grapvische Betriebe. Montag, den 31. Mai, nachmittags 5 Uhr, in der Schnlaula der Gcmeindejchute, Annenstraßc tb, Dctegiertcnsilznng sämilicher Vertranensversoncil nnd Ausschußmitglieder. Tagesordnung: Bcrichlersiatiung von de» Tarisverhandlungen mit den Unternehmern. Zlchtiing, Vootsbauer! Donnerstag, 3. Jnni, abends 6 Ubr, im Markgrasen-Bcreinsbaus: Wichtige Versammlung aller Boots- und Schiffs- baucr Grog-Berlms. Zentralverband der Angestellte». Fachgruppe 7(Nsen-KIcin- Handel).- öffeiiltiche Versammlung der Angestellten des Eisen-Kleinhandels, 1. Juni, 7st. Uhr, Zciilraliestsäte, Alle Jakabilr. 30/32. Tagesordnung: .Weshalb haben mir bis beute noch keineu Tarisvertrag?"— Fachgruppe UN(Holzhandei). Miigliederocrsammtung: 31. Mai, 7 Uhr, BerbaudSiokal: Beüc-Älliance-Str. 7/10. Bericht über Tarisverhandlungen. — Fachgruppe 17, III(Gaiienbaubetriebe). Seltionsversammlung: 31. Mai, 8 Uhr abends, im Verbandsbureau, Belle-Alliance- Str. 7/10, Zimmer 16. Bcrantm. für den redatiion. Teil: Erich Nuttaer, Tempelhos: für Anzeigen: TP. esioel«, Berlin. Bering: B�rwärts-Berlna