"-„".rgT' Abend-An-gabr( MPf�-ig) Bezugspreis: B»rtellährl. ZV.— OTUmonatl.lO,— OTt frei in» Siau«. ooraus-ahlbac. Pokl- besuq MonaiUld 10,— MI. tjfl flu- Itillungsqeoühr. Umft Sreusbanb für Deutichlanb anb Oesterreich-Ungarn IS 0 MI.!Ur ba« Übrige Anslanb bei täglich e nmal. Zustellung ZI SO N. Pastzsstellunqen nehmen an Däne- marr Rolland, rn-emburg, Schweben. Tfchecho-Slowalei unb o!« Schweiz. iringetragen m Nie Dost-Zeiiungs- Preisliste. Der„Vorwärt«' mit ber Sonntag». bettage„Volt u. Zeit' erlcheini wochen» täglich zweimal Sonntags unb Moa» tags«inmar Teleg camm-Abreste: �azialbemattai Berlin". Derlinev DolKsblntt Anzeigenpreis: Die achtgespaltcne NonpnreMezeU» loste, g,— iM., Teuerttngszuschlag 50%. »Sieine Anzeigen", das lett» gebruckte Wort V— M.(zulässig zwei scttgebruckte Worte), jedes weitere Wort SO Pfg. Stellengesuche unb Schlafstellenanzeigen das erste Wort SS Pfg. jedes weitere Wort 40 Pfg. Worte über IS Buchstaben zählen fsir zwei Worte. Teuerunaszufchlag soo,» lvamilieit-Anzeigen für Abonnenten geile 2,— M„ politische unb ge- wertichaftliche Vereins-Anzeigen Z,— Ml. die Zelle ohne Aufschlag. Anzeigen für bi: n>. a.(; e Nummer müssen bis 5 Ah- nachmittag« im Hauptgeschäft. Berlin EM SS, Linden. strafte 3, abgegeben werben. Geöffnet von 3 Uhr früh bi» S Uhr abend». Zentralorgan der rozialdemokratifcben parte» Deutfcblands Redoftion und Expedition: EW. v8, Lindenstr. Z. »ernivreckier: Amt ivlorinvia«, Str. tU>— lSIV?. Dienstag, den 1. Juni vorwärts-verlag G. m. b. h., SV). HS, Lindenstr. Z. Aernfprecher: Amt Moristplat,. Nr. 117 5»— 54. Stillstand der rustlsthen Offensive. Kopenhagen, 1. Juni. Noch einem Telegramm aus Warschau meldet der polnische General st ab: Längs der Eisenbahnlinie von Polotsk in der Nillstung nach Südwesten werben die Angriffe der Bolschewiste» schwächer infolge der erlittenen großen Verluste und ihres Mangels an Proviant und Kriegsmaterial, Ein neuer Versuch der Volschcwisten, die Beresina zwischen Borissow und Bobrufchk zu überschreiten, ist gescheitert. Zwei Infanteriedivisionen und eine Kavallerie- d i v i s i o n, denen cz gelungen war, das Wcstufer des Flusses zu erreichen, wurde bei Jakoszyce umringt und vernichtet. Wir machten über 2000 Gefangeue. Der R�st der bolschewistischen Truvpcn flüchtete in wildester Panik über die Beresina zurück. Beim D n j e st r r haben wir mit dem ukrainischen Heer alle Angriffe abgeschlagen und einen kräftigen Gegenangriff eingeleitet, bei dem wir dir Städte Zabokrzykh und Lbodowka ein- «ahmen. Rotterdam, 1. Juiri. Dem„Nieuwe Courant" zufolge find in London Meldungen eingetroffen, wonach zwei rote russische R c g r in e n t c r im armenischen Distrikt von E r i w a n eingefallen sind.— In türkischen Kreisen läuft das Gerücht, daß die Na» tionalisten JSmid erreicht haben. Amsterdam. 1. Juni. Englischen Blättern zufolge hat die per- fische Re gierung auf ihre Protestnote eine Antwort von der Sowjetregierung erhalten, in der versprochen wird, daß die bolschewistischen Truppen möglicherweise bald aus Persien zurückgezogen werden sollen. Reorganisation ües britischen Kolonial- amtes. London, l. Juni.(Hollanfch NiruwSburea«.) DaS b r i» t i s che K o l o n i a l a m t soll auf einer völlig neuen Basis aufge- baut werden. Die Ursache dafür ist in der Tatsache zu suchen, daß die Dominien nicht mehr als Kolonien, sondern als glejchbe- rcchtigtc Staaten betrachtet werden und das Kolonialamt in seiner alten Fassung nur noch für die eigentlichen Kolonien in Frage kommen kann. Das Kolonialamt soll für die Dominien zu einem Hohen Rat umgewandelt werden, in dem sie als gleich. berechtigte Staate» vertreten sind. die Sozialdemokratie in polen. Nach dem Parteitag der P. P. S. A. N., SS a r f dj a u, 27. Mai 1920. Der Stand der sozialistischen Bewegung in Polen wird durch den Umstand bedingt, daß dieses Land erst an der KraPn und Llopü George verhanüeln. London, 3t. Mai. K r a s s i n Hai heute die erste Unterredung mit LloydGeorge gehabt und die WicdoraaisnaHme der Handels- b-ziehungen mit ihm besprochen. Lord C urzo n, Bonar Law � Schwelle"seiner7'allerdmgs''vÄ" verheißenden, industriellen und mehrere andere englifche Sachverstandige waren auch anwesend.'"- Bei der Znsanrrnenkunft wurde lediglich die Frage behandelt, welches die Bedürfnisse Rußlands sind und was zu e x p o r- tieren es imstande ist. Es wurde davaus hingewiesen, daß die Ausnahme der Handelsbeziehungen mit einer Fortsetzung der Pro- paganda unvereinbar sei. » Amsterdam, 31. Mai. Laut»Daily Mai!" hat Lenin den englischen Arbeitervertretern zugegeben, daß die ge- sellschafrliche Umwälzung in England ihren eigenen Weg nehmen müsse und daß die Forderung einer Anwendung der russischen Taktik verlehrt sei. Italiens Ersatzansprüche. Rom, 1. Juni. Die italienische Regierung will vor der Zusammenkunst in Spa e-in neues Uebereinkommen mit den Alliierten über die Verteilung der deutschen Schadenersatzsurnme herbeiführen, und zwar will Italien von den Alliierten die Zustim- mung dafür erlangen, daß es mehr als ein Zehntel der B«. träge, die Deutschland als Sch>adenersatzsumme zahlt, erhält. Dieser Anteil war ursprünglich festgesetzt well Italien der größte Teil der von Oesterreich und Ungarn zu zahlenden EntschädigungS» summe zufallen sollte. Italien verlangt jetzt, daß sein Anteil an der deutschen Entschädignngssumm«'«Höht wird, bis Oester. reich und Ungarn die Entschädigungssumme zahlen können. Neue Ausschreitungen üer Franzosen. Benthe», 8t. Mai. Wie die„Oberschlesische LandeSzeiwng" meldet, wurden bei der Absperrung am Sonnabend harmlose Passan- ten von französischer Kavallerie mit dem Säbel geschlagen, polnisch Sprechende aber unbehelligt gelassen. Sonntag nacht wur- den Passanten, die die Posten höflich um Durchlaß baten, geschlagen, geohrfeigt oder mit dem Kolben niedergeschla- gen. Dies hat sich heute nacht wiederholt. Die Erregung der Bevölkerung ist immer noch groß. ist nicht zur e r n Wort letzten �Silbe wie war es mit tzergt! Erklärung des Genossen Heitmann. Die„Deutsche Tageszeitung"' veröffentlichte am Sonnabend eine Erklärung der Deutschnationalen Volkspartei über das Ge» spräch. das ich am 13. März mit Herrn Minister a. D. Hergt ge- habt habe. An dieser Darstellung wahr, alles vwn der ersten bis Lüge. Die Veröffentlichung des Gesprächs im„Vorwärts" ging nicht von mir aus. Was der„Vorwärts" veröffentlicht hat, ist nur meine Niederschrift vom� 14. März, die ich auf Wunsch deS Herrn Abg. Trimborn angefertigt habe. Dies« Niederschrift ist nicht„für Par- teizwecke nachträglich zurechtgemacht", sondern unter dem frischen Eindruck der Unterredung als Material für die Haltung der Mehr- heitspartLien festgelegt worden. Für die Richtigkeit dieser N i e d e r s ch r i f t b ü r g e i ch S a tz f ü r S a tz. Die Darstellung der„Deutschen Tageszeitung" fälschte alle Zeiten und Daten.« Die Unterredung hat gar nicht Sonnabend vormittag, sondern nachmittag von 4 Uhr bis 4 Uhr 40 Min. statt- gefunden. Damit entfallen die dummen Bemerkungen über meine Aufgeregtheit von selbst. Ebenso unwahr ist, daß Herr Hergt mich unmittelbar vor seiner Rede gefragt hätte, wer für die Sozialdemo- kratre sprec£>en und ob er das Gespräch vom 13. März berühren werde. Wahr ist vielmehr, daß Herr Hergt mich drei Tage vor seiner Rede im Restaurant deS' Abgeordnetenhauses beiseite bat und mir sagte:„Sie haben leider am 13. März richtig prophezeit. Aber Sie werden doch unser Geipräch wohl als ein vertrauliches ansehen und keinen Gebrauch davon machen. Seine Veröffentlichung könnte ja auch Ihnen schaden." DaS bestritt ich, versprach aber, meinerseits, nichts zur Veröffent- kichung zu iun. Nur seien die Mehrheitsparteien voll unterrichtet. Dann fragte mich Hergt, ob ich in der bevorstehenden Debatte über den Kapp-Putfch sprechen würde. Ich erwiderte, daß ich als einer derer, die an diesen Wahnsinn nicht geglaubt hätten, daS unter keinen Umständen tun würde; ich wollte eben in die Fraktionssitzung gehen, wo der Redner bejtzmml würde. Ich würde ihr von dem Gespräch keine Mitteilung machen.— Dementsprechend bin ich»er- fahren Niemals habe ich in der Unterredung vom 13. März vorge- schlagen. Vertreter der Richtsparteien in die Regierung aufzu- nehmen. Bon einem solchen Projekt- hör:« ich zum erstenmal am 17. März, als die Herren Dr. Leidig und Dr. Strescmann durch Fernsprecher bei mir anfragten, ob ich ihre Aufnahme in die Re- gierung Bauer vermitteln wollte. Niemals hat Herr Hergt mir vorgeschlagen, wir sollten»rit Kapp und Lüttwitz über deren Rück- tritt verhandeln. Vielmehr war Herr Hergt fest überzeugt, daß Kapp und Lüttwitz biS zu den Neuwahlen die Macht behalten wür- den, und verhandelt sollte erst nach dem von»hm sicher erwarteten Mißlingen des Generalstreiks werden. In diesem Zusammenhang — von der Einstellung der Lebensmittelversorgung, nicht vom Fortfall von Lebensmittel zu lagen sprach Herr Hergt— erklärte mir der dvutschnationale Vorsitzende: „Ich habe nie begriffen, warum die frühere Regierung - gegen streikende Arbeiter ihre Machtmittel nie ernsthaft ange- wendet hat. An dieser Schwäche ist sie jetzt zugrunde gegangen — von Rechts wegen." Bei der Besprechung der Gefahr eines Eingreifens der Entente sagte Herr Hergt, wie der„Vorwärts" berichtet hat:„W i r sind mit den fremden Militärmissionen einig." Dieses„Wir" erläuterte er dann allerdings, er meine nicht sich und die D. N. V., sondern Kapp und Lüttwitz. Ich erwiderte, das sei unmöglich, das sei nur eine Fall« von Foch, der einmarschieren und Deutschland zerreißen wolle. Ueberhaupt könne der Putsch für Süddeutschland und West- de-utschland ja keinesfalls glücken. Deutschlands Einheit gehe also bestimmt in Trümmer. Daraus sagte Herr Hergt: „Dann gewinnen wir vielleicht Posen und Westpreußen wieder. Und ein kräftiger Oststaat ist für die fernere deutsche Zu- kunst vielleicht wertvoller«13 dieses Deutschland, das ja doch zugrunde geht." Beim Beginn- deS Gesprächs hatte ich allerdings gesagt, die Führer der Deutschnationalen Volkspartei hätten öffentlich und privatim stets erklärt, nichts von einem Putsch wissen zu wollen; deswegen käme ich zu Hergt in der Hoffnung, daß er alle Kraft aufbieten werde, daS namenlose Unglück abzuwehren, das der Kapp- Putsch über Deutschland bingen müsse. Herr Hergt wiederholte nachdrücklich, daß er und seine Freund« dem Putsch fernstünden, baute aber auf sein Gelingen und lehnte jedes Tätigwerden gegen den Putsch rundweg ab. Di« Deutschnationale Volkspartei hart« gegen Putsche nur Worte gesagt, auf die Probe gestellt, versagte sie kläglich. Diese Tatsache geht selbst aus der berlegen-.verlogenen Erklärung in der„Deutsch«: Tageszeitung" deutlich hervor. Kassel, 31. Mai._ Ernst Heilmann. Das putsthverbrecken öer Rechten festgestellt Interessante Mitteilung des Oberreichsanwalts. Magdeburg, 1. Juni.(T.U.) Gelegentlich eines von der j Deutschen Demokratische» Partei veranstalteten Konzerts in Magd« bürg hielt der OberrcichSanwalt Baumgarte» aus Leipzig. einer der Referenten deS Reichögerschts, denen die Strafver- j folgung der am Kapp-Putsch Beteiligten obliegt, eine politisch« Rede. Aus seinen Ausführungen ging hervor, daß die Beteili- gung der Rechtsparteien an dem Putsch auK den Belege» grundsätzlich festgestellt ist. Entwicklung steht. Bedeutendere Industriezentren bilden nur Warschau, Lodz und Czenstochau. In diesen wenigen Zentren unterliegen die Industriearbeiter, die Kerntruppen des So- zialismus, erheblichen Spaltungen. Die unmittelbare Nach- barschaft des Bolschewismus hat naturgemäß nicht unbcdeu- tende Bruchteile der Arbeiterschaft der Sozialdemo?ratie ab- spenstig gemacht und kommunistischen Verbänden zugesührr. Die meisten jüdischen Arbeiter, welche hier numerisch sehr ine Gewicht fallen, besitzen ihre eigenen Organisationen, wie der „Bund" und„Poale-Zion". Diese Umstände bringen es mit sich, daß das Werbegebiet der Polnischen Sozialistischen Partei(P. P. S.) vorläufig ein ziemlich begrenztes ist. Die von der Partei erzielten organi- satorischen Resultate müssen angesichts dessen immerhin als bemerkenswert bezeichnet werden. Wie aus dem Bericht des Zentral-Exekutivkomitees hervorgeht, hat die P. P. S. ber den Wahlen zum Sejm rund 500 000 Stimmen erzielt uns 35 Abgeordnete in die Volksvertretung entsandt. In 57 Städten hat sie Vertreter im Gemeinderat. Seit dem Eni- stehen eines unabhängigen Polen hat die P. P. S. eine äußerst rührige Tätigkeit entfaltet, um die Gruppen der früheren Teilgebiete zu zentralisieren und neue ins Leben zu rufen. Sie hat nunmehr ihre Exposituren auch in der Schweiz. Frankreich, Dänemark. Amerika, Litauen und Weißrußland. Eine Fraktion von 36 Abgeordneten kann innerhalb einer 400 Mitglieder zählenden Körperschaft, wie der Sejm, keine ausschlaggebende Rolle spielen. Dennoch ist der politische Einfluß der P. P. S. unbestreitbar«in sehr erheblicher. Sie verdankt dies dem Umstand, daß sie über eine Reihe von er» fahrenen Parlamentariern verfügt, wie Moraczewski, Da- szynski, Diamant. Leitende Staatsmänner, wie ber„pol- nische Garibaldi" Pilsudski, sind ans ihr hervorgegangen. Mit großem Geschick weiß die P. P. S. die bäuerlichen Volks- Parteien, welche im Sejm die Majorität bilden, zu behandeln. Der17. KongreßderP. P. S., welcher vom 21. bis 25. Mai in Warschau tagte, hatte aus vielen Gründen für die sozialdemokratische Bewegung in Polen epochemachende Bedeutung. Es war der am ständigsten besuchte sozialistische Kongreß auf dem Boden der wiedervereinigten unabhängigen Polen. Dies sowie die Entwicklung des sozialdemokratischen Gedankens während des Weltkrieges veranlaßte die Partei- leitung, das Programm der P. P. S. neu zu for- m u l i e r e n. Das vom Gen. F. Perl redigierte und vom Kongreß einstimmig angenommene Programm enthält neben einer vorzüglichen Zusammenfassung der bekannten Hauptmomerne der sozialistischen Doktrin manchen neuen bemerkenswerten Gedanken. Der Weltkrieg— heißt es darin— hat das Herannahen der sozialistischen Organisation außerordentlich be- schleunigt, indem er die produktive Rolle des Kapitalismus untergraben und die wirtschaftliche Betätigung des Staate? sehr ausgedehnt hat. Auf dem Hintergrunde dos danieder- liegenden Wirtschaftslebens treten die Riescnvermögen der Spekulanten und Schieber in ihrem Parasitencharakter um so greller hervor. Andererseits haben die Staaten unter dem Zwange, für die Kriegszwecke alle Kräfte anzustrengen, das ganze Wirtschaftsleben ihrer Kontrolle unterworfen, manch. Zweige in eigene Verwaltung übernommen, ja sogar die Vor- teilurg der Produkte organisiert.„Auf diese Weise hat man den Begriff des freien Wettbewerbs sowie der Unantastbar keit des Privateigentums untergraben und neue Ansätze de: Kollektivwirtschaft geschaffen. So wird das Ringen uin die sozialistische Organisation zum Kenn- zeichen der auf den Weltkrieg folgenden historischen Periode." Hinsichtlich der Wege zum definitiven Sieg des Sozialismus stellt das Vrogromm klare Richtlinien auf.„Die Er- oberung der politischen Macht durch die Arbeiterklasie ist nicht das Ziel, sondern das Mittel; die darauf gerichtete Aktion muß sich den Zielen der sozialen Befreiung unterordnen. Man kann den Sozialismus nicht mit einem Schlage verwirklichen, noch auch ihn mechanisch, durch Gewalt, und Terror aufdrängen. Die sozialistische Organisation kann nicht gegen den Willen der Mehrheit der Gesellschaft eingeführt werden. sie muß sich daher auf demokratische Prinzipien stützen."„Die rücksichtslose, diktatorische Herrschaft einer Minorität ist mit den: Ebarakter des Sszialismus unverein- bar und kann nicht zur Befteiung der Arbeite: ftasse führen. Daher l e h n t die Partei die so verstan eneDiktaturdes Proletariats ab." Als Kommentar zu dieser Stellungnahme können die Worte de? Referenten Niedzialkowskt dienen:..Die IJbee der Diktatur des Proletariats ist im Laufe ber letztes Jahre Zswch JoS Derspie! Rußlands widerlegt worden. So- ziaüsmns ist Areihest, die Diktatur des Proletarats in Ruß- land aber h«t zur Parteioligarchie geführt. Das Programm befürwortet also die allmähliche Sozia listerunguvter der Kontrolle derAll- gemeinheit. Als daZ zweite Hauptmittel zur Perwirl- lichung der sozialistifchen Organisation erachtet es daS Zu- fammenwirken mit dem Proletariat aller anderen Länder. Die Solidarität der Nationen als Ziel des Sozialis- mus wurde auf dem Kongreß vielfach stark betont. Der Refe- rent für diese Frage, CzaHinski, versichert dos europäische Proletariat, daß tue P. P. S. keineswezs eine chauvinistische Partei fei, die gleich dem französischen Nationalsozialismus nur die eine Losung kenne„Jsm V olke für das Bvl k", sondern, daß fie auch der Devise huldige derMemsch- h ert für die Mens chHe i t." Im Programm wird die Bildung eines Völkerbundes verlangt, der auf der«Gleichberechtigung aller Nationen sowie auf der Beseitigung der Hegemonie der Großmächte beruhen würde. Eine neue Anregung brachte der Kongreß der P. P. S. hinsichtlich der weiteren Ausgestaltung der Jnter- nationale. Den Anschluß an die dritte Moskauer Jnter- nationale lehnt die einstimmig angenommene Kongreßresolution mit der Begründung ab, daß diese Organisation nur eine einseitige Gruppierung kosiMuaistischer Elemente unter> der Hegemonie des russischen Bolschewismus seil Aber auch' die zweite Internationale sei nach dem Austritt der frauzösc- scheu und italiemscheu Sozialisten und der deutschen llnab- hängigen eine einseitige Organisotan geworden. Trotzdem befürwortet die P. P. S. die Entsendung von Delegierten zu dem bevor stehen den Kongreß der zweiten Internationale in Genf, jedoch mit der Weisung, daß gelegentlich dieser Veran- staltung idie Gründung einer neuen, alle sozia? l i str s ch e n P a r t e r« n, die auf dem Boden der Demo- kra tie stehen, umfassenden Organisation angestrebt werden solle. Die erste Internationale konnte nur eine Jnter- nationale derJnitiativ« sein. � Tie neue kann und soll dreJnternationale der sozial: st ischen Tat werden. Die leidenschastliWen Debalten veranlaßte die Frage der B cteili gung der P. P. S. an der gegenwärtigen Re- g ie r u ng in Polen. Die Führer des Sozialistischen Klubs im Sejm setzten sich mit Entschiedenheit für die Beteiligung ein, da fie sich von einer solchen den boldigen Abschluß eines gerechten Friedens mit Rußland sowie die staatlich? Segnestrie- nmg der Lebensmittel und die Durchführung der Agrarreform versprachen. Daszhnski war bereits als Minister des Aeußern, Diamand als Finanzminlster in Aussicht genommen. Ter .Kvngrhß eutsästed seboch im entgegengesetzten Sinne. Die BeteWgnng der Sozialdemokraten an einer Koalitionsregie- vung würde nach Ansicht der Mehrheit nur die Fiktion einer arbeitevfrenndlichen Staatsleitung schaffen, ohne den Ge- nassen die Möglichkeit zu geben, die wahren Absichten und Interessen des Proletariats zn vertreten. Immerhin wurde der Parteileitung anheimgestellt, im Falle einer Aenderung der politischen Lage die Angelegenheit der Partei wieder zu unterbreiten. In en�em Zusammenhange mit der Frage deS Eintritts in die Regierung verlief die Erörterung der für Polen heute nktuellfteu Angelegenheit: des Krieges oder Frie- d e n s' m i t R u ß l a n d. In Westeuropa wird der P. P. S. bekanntlich vorgeworfen, daß sie die neue Offensive Pilsudzkis unterstütze. Aus der Kongreßresolution in der Friedensfrag: ersteht man das Bestreben, die Stellungnahme der Partei zu klären. Wohl wird betont, daß die P. P. S. stets die Auer- kennung der Unabhängigkeit der Ukraine befürwortet habe. De? Kongreß stellt jedoch fest, daß die Verlängerung des Krieges imt Rußland inmötig und gefahrvoll sei und fordert di« Regierung zu baldigster Friedensfchließung nicht auf der Grurtdlage neuer Siege, sondern auf der ehrlichen Verstand:. gung sowie der Selbstbestimmung der Völker auf. Die Maffetwersöhner. Von H. Zimmermann. DaS war blitzhafte Klarheit. Damals, in der Stellungnahm: der Parteien zum Moifest der Arbeit, erhellt« sich mehr als die Haltung in Liebe, Unverständnis und Haß gegen ein Svmbal. Es fiel ein grell-S Licht in den Abgrund, über den vom Bürgertum zur Arbeiterschaft keine Brücke führt. ES offenbarte sich— gut, daß das einmal augenscheinlich wurde wie beziehungslos die beiden Welten im tiefsten gegeneinanderstehen; offenbar wurde die ganze eitle Torheit des Geschwätzes von der Klassen- und Schich- tenversöhnung, offenbar, wie wenig erst vom Morgen im Heute lebendig ist. Der Geist Gottes über den Wassern ist hungrig nach Zukunft, nach Gestalten und Bauen auf neuerschlossenem Grund, nach den Wetterkeilen, die die uralten Felsen zerkrümeln, nach dem Wind- rauschen, daS trocknend über Wirrnis und Wildnis geht. Aber fettiger Bürgergeist schwimmt auf den Strömen, die au« dem Gestern aufsteigen, Oel lastet auf den Wellen, geschmeidiges, glei- chcndes, gleitendes, bewahrende« Oel wehrt den Winden— Den» ken, das in den Schuhen der Väter geht. Siebe, die rückwärts schaut, Glätte, die im Formalen endet, sattes Brüten über Besch und Erbe und die Sorge um daS behäbige Ich. Der Bürger denkt vom Gestern her, er nimmt die Vergangen- heit und mißt damit die Gegenwart, er hat sein Kräfkzentru« hinter sich, den Vätergeist und Väterspuk. Der Arbeiter lebt mit Sorge und Sehnsncht im Werdenden, er trägt sein Denken mW Planen von vorwärts in den Tag, den er lebt, den er haßt, weil er ihn elend läßt, er ist hungrig wie der wirkende Geist, er wertet nach dem Rest, der noch nicht erfüllt wurde, er hat sein Kräftezentrum vor sich, seiner Kinder Elend und seiner Kinder Hoffnung. Ueber diesen Abgrund will der Bürger Brücken schlagen. Er kommt von seinen Vätern her, er las und hörte, daß einst ein Hirt und eine Herd« war. Der Bürger will Almosen geben und die armen schmachtenden Brüder satt machen mit den Geistesfrüchten seiner ausgezehrten Felder, er will sie zu sich ziehen und heben in den Schein seiner Formen, er will die Enterbten sänftigen mit der Salbe seiner Worte, die eigensinnigen Kinder will er ablenken und betören, daß sie deS Teil-S vergessen, da» ihnen gehört. Er erbte das Vcrtergefühl seiner BSter. Er kommt von ihren Gräbern her. Und er läßt sich seine Sorg« Mühe kosten. Zähl einmal die Worte.Flassenversöhnung".„Ueberbrückung der Kluft",„Ver- schmelzung der Völker im Volke", die Tausende in Broschüren und Programmen, in Aufrufen und Satzungen, in Volkshochschulreden. Vorträgen, in Entschließungen und Gesprächen: es ist eine Sünd- Die Reaktion in üer Reichswehr. Der Zivilreferent im Reichswehrministerium, Genosse Bernhard Rausch, ist, wie schon im gestrigen Abendblatt mit- geteilt wurde, von seinem Posten zurückgetreten und hat diesen Schritt in einem Schreiben an den parlamentarischen Staatssekretär Stock mit der innerhalb der Reichswehr sich immer mehr ausbreitenden Reaktion de- gründet, wofür er als Sozialdemokrat nicht länger die Mt. Verantwortlichkeit tragen könne. In dem Schreiben erklärt Rausch, daß er die Politik Noskes, als durch die Zeit- umstände geboten, aus Ueberzeugung vertreten habe, weil sie in sich geschlossen und konsequent war. Nach seiner Meinung wäre niemand mehr berufen gewesen, nach den bitteren Lehren des Kapp-Putsches in der Reichswehr aufzuräumen und neue Wege zu gehen, als Noske mit seiner umfassenden Kennt- nis der Truppen und seiner starken persönlichen Autorität. Jetzt aber— doch lassen wir Rausch selbst das Wort: ©» ist heute s chlimm er, als je zuvor. Gewiß gibt es in der Truppe und namentlich im ReichSwehministemim sine ganze Anzahl sinsichtSvoller, loyal denkender Offiziere, di« hohe Achtung und absolutes Vertrauen verdienen. In der Mass« sind sie aber weiße Raben und bedeutungslos gegenüber der g«- schlossenen Phalanx einer bewußten staatsfeindlichen Re- a k t i o n und eincs krassen OfftzierSegoiSmuS, der besonders in der Truppe selbst heute frecher auftritt, als je zuvor. Aus zahlreichen Einzelersirhrungen bin ich zu der Erkenntnis gelangt, daß verfassungstreue, republikanische Elemente nun erst recht, konsequent und zäh, in bewußter ober unbewußter Soli- darität aus der Reichswehr entfernt werden, und daß demgegenüber di« Zentralstellen zurzeit so gut wie machtlos sind. Den Leuten, die zu nvir kommen, mutz ich immer wieder sagen, daß ich ihnen wenig helfen kann. Noch jetzt, sechs Wochen nach dem Kapp- Putsch, werden die wegen ihrer verfassungstreuen Hal- tung schikanierten und geschädigten Unteroffiziere und Mann- schastcn innerhalb des Ministeriums von einer Stelle zur anderen geschickt, weil der von uns gewünschte Ausschuß zur Bearbeitung ihrer Angelegenheiten bis honte noch nicht eingesetzt ist. Immer noch werden diese Fälle in der Regel von den Dienst- stellen in der Truppe erledigt, gegen die sich die Klagen und Be- schwcrden richten. DaS erzeugt bei den verfassungstreuen zuver- lässigen Elementen ein Gefühl der Erbitterung und deS BerlassertssrnS, das für den Geist der Reichswehr von den verhäng- nisvollsten Folgen sein muß. Sie selbst, Herr Staatssekretär, find, abgesehen von dem Ihnen zugewiesenen engen Atzbeitsgebiet, inner- bald deS MinifteviumS von einer Ihrer Stellung unwürdigen Einfluß, und Bedeutungslosigkeit. Bei der Um- Organisierung des Ministeriums hat man Sie nicht beteiligt und Ihr« Borschläge übergangen. Der sich aus den Verhältnissen natürlich ergebende Plan, dem parlamentarischen Staatssekretär. als einer politischen Stelle, das Aufklärungö-, Presse- und Für- sorgewefen zu übertragen, ist gänzlich unter den Tisch gefallen. So geht es nicht weiter! Die Reichswehr, namentlich ihr Offiztcrkorps, ist durch die reaktionäre Presse und die deutschnationale Truppe tiagitation maßlos verhetzt, und bei der traditionellen politischen Unbildung des Durchschnittsunter- ofstgkrS ist jetzt nichts notwendiger, als eine konsequente siaatS- bürgerliche Aufklärung und Erziehung der Reichswehr. Auf diesem Gebiete geschieht alber so gut wie nichts, oder, was noch schlimmer ist, ei wird der in den Händen von Offizieren liegende vom Kriege her berüchtigte vaterländische Unterricht fortgesetzt. Wenn die Dinge so weiter laufen, dann is� die Reichswehr in kurzer Zeit eine deutsch nationale Prätorianergarde. Wir gehen zugrunde, wenn nicht der Einfluß staatsfeindlicher Reaktion,>die sich fest und zähe an ihre aussichtsreiche Machtpositionen klammert, in der Reichswehr gebrochen wird. Anstärtdigkeit und Vertrauen wird ais Angst und Schwäche ausgelegt. Die außerordentliche Zeit er- fordert außerordentliche Mittel, namentlich auch Sicherungen da- gegen, daß die Masse der Unteroffiziere und Mannschaften in einer fälschen Anwendung des Disziplinbegriffes gänzlich schutzlos mit ihrer ganzen Existenz jenen Elementen ausgeliefert bleibt, die der bestehenden StoavSordn-ung ablehnend»der feindlich gegenüber- stehen und die in chren Händen liegende Macht oft genug zum Nachteil der Republik mißbrauchen. flut von Geschwätz und Salbe. Seine Prediger sind die„Geisti- gen" im Dienste deS Kopitalismus, sind Geistverwandte in allen Berufen. Zumal in der Volksbildung, die nun der Gaul sein soll vor dem Karren im Sumpf, gehen die Klassenversöhner um, die ehrlich-unehrlichen Naivlinge,©ie versöhnen nicht, weil sie der» söhnen wollen, weil sie sich herablassen, weil sie sich erst eine an- dere Jacke anziehen, wenn sie unter Arbeiter gehen, weil sie ein« geistige Treppe nötig haben, weil sie trotz allem nie und nimmer herauskönnen aus ihrer vernagelten Welt. Gan zgewiß, sie hob?« auch oft«ine ehrliche Sehnsucht, aber die ist bewußt, die ist durch Denken gemacht, die läßt sich anlegen und wieder ausziehen und in die Ecke stellen, die ist nicht Trieb, nicht seelischer Grund, nicht Ouell aus tiefften Schächten, nicht wurzelhafte Verbundenheit. Die KlassenversShner«ollen eine Brücke machen vom brüchigen Ufer der Bürgerklasse aus, di« Toren. Wie kann wohl ein Mach- werk zwei Welten wieder in eine zusammenschließen! Sie wollen aus den Wegbereitern eine« neuen Reichel Proselyten machen, sie»ollen ein Weltmeer in ihr« Körbe gießen, sie haben keine Ah- nung, daß ejn neues Weltreich unter dem Maien liegt, sie sehen nicht im Gewirr ihres dürron Gezweiges, daß der Baum der Menschheit über ihnen zu neuem Grünen treibt. Denn sie blicken unter sich. Sie sind satt wie die Kühe, di« im heißen Mittag der Weide brüten. Der Geist GotteS aber ist hungrig über den Wassern, der brausende Wind geht über di« Bürgerwildni», und die lugenden Trockenplätzchen grüßt der Frühling. Grüßt die Boten und Zeugen deS neuen Weltreiche« der Arbeit, streut das Blühen und die Hoff- nung in den Wind: Alle müssen Hönde werden an eine« Werk, Arbeiter an deinem Werk. Das war blitzhafte Klarheit. Arbeiter, baue deine Welt. Die andere ist morsch und totgeweiht. ES wächst dein Berg in die Kluft hinein, von Grund aus muß fie sich schließen, Brücken sind Mach. und Moderwerk, von deinem Berg« auS müssen die Quellen und Ströme in die sterbende Welt hinüberfließen. Ist dann dein Hoffen ganz im Heute lebendig, ist auch die Welt des Bürgers ein Teil von deiner Welt. Dann sind nur Hirne und Hände im Weltreich der Arbeit. Dürer- Preise von einst und jetzt. Einen höckft schlagenden De- weis für die ungeheure Preissteigerung der Kunstwerke in den letz- ten Jahrzehnten bringt Pros. Max LehrS in einer Zusammenstellung der„Kunstchronik", in der er die letzten bei dex Versteigerung der Sammlung Tavidsohn gezahlten Preise für Dürers Kupfer- stiche mit den Summen vergleicht, die in den letzten vier Jahr- zehnten vom Dresdener Kupferstichkabinett für dieselben Blätter in mindestens ebenso schönem Zustande gezahlt wurden. Danach kostete„Der Traum" 1886 118 M, auf der Auktion Davidsohn 82 000 M;„Die heilige Familie mit der Heuschrecke" 1887 800 M., 1920 33 000 M.; die UNemesis" 700 M, heute 49 000 St; bk.Tifer. Unter den jetzigen Verhältnissen, erklärt Genosse Rausch, sei er nicht gesonnen, eine Verantwortung für Dinge mitzutragen, die nicht zu verantworten sind, und den Schein eines sozialdemokratischen Einflusses im Reichswchrministerium aufrecht zu erhalten, der tatsächlich nicht vorhanden ist. Trotz des Bedenkens, daß sein Rücktritt eine weitere Schwächung unserer ohnehin schwachen Position bedeute, glaube er doch, daß ein klares Aussprechen dessen, was ist und eine reinliche Scheidung in der gegenwärtigen Situation der Sache am förderlichsten sei. Ruftuf der Offiziersvereinigung. Der fjrrfll Paasche. „A n alle deutsch en Offiziere" erläßt die„Offizier?- Vereinigung der Deutschen Republik folgenden Auffuf: „Es häufen sich die Gerüchte, die darauf hindeuten, daß Vor- bereitungen zu neuen Gewalt st reichen im Gange find. Wenn wir auch nicht m der Lage sind, diese Nachrichten auf ihr« Richtigkeit hin zu prüfen, so halten wir es doch für unsere Pflichr. an alle deutschen Offiziere die Aufforderung zu richten, sich nicht durch politische Verbrecher oder WirrkSpfe zn Unbesonnenheiten hinreihen»der vom Pfade der Gesetzlichkeit abdrängen zu lassen. Wir sind überzeugt, daß eine Diktatur von rechts genau so un- möglich ist, wie die Diktatur des Proletariats. Ein neuer Revo- iutionSversuch, einerlei von welcher Seite er kommt, ist der Beginn deS Bürgerkrieges. Neues, unübersehbares Unheil würde über unser armes Volk und Land hereinbrechen. Es ist Pflicht jedes einzelnen von uns, an der Verhütung dieser Katastrophe mitzuarbeiten und dafür mit zu sorgen, daß sich die Entwicklung un- sereS staatlichen LebenS nur in gesetzlichen Bahnen voll- zieht." Die.OsfizierSvereinigung" hat ferner an den Reichswehr- minsster eine Eingabe im Fall Paasch« gemacht, in der sie die empörende, frivole Leichtfertigkeit brandmarkt, mit der hier«in Menschenleben ausgelöscht wurde. Sie gibt darin ihrer Ueberzeu- gung Ausdruck, daß der Fall Paasche und seine Behandlung ein: weitere schwere Herabminderung der Achtung vor dem Offiziers» korps und des Vertrauens zu ihm zum Schaden der Allgemeinheit herbeiführen wird, wenn nicht unverzüglich dem Volke über das schmachvolle Vorkommnis ungeschminkt die Wahrheit gesagt und alle Schuldigen zur Verantwortung gezogen werden. Die Verein- gung hat gebeten, daß eincsx ihrer Mitglieder an der weiteren Un- tersuchung teilnehmen kann. �astentlafiung Oehmes angeordnet. Wie wir erfahren, haben sowohl das Reichsministerium des Inner», wie auch dos Preußische Ministerium deS Innern die sofortige Haftentlassung des unabhängigen Redakteurs Walter O e h m e angeordnet. In der heutigen Sitzung der Pressekonferenz wurde eine Eni- schließung einmütig angenommen, in der dringend um Aufklärung über di« Rechtsgrundlage der Verhaftung Oehmes ersucht und grundsätzlich Protest gegen diese Freiheitsberaubung erhoben wird, Noch einmal Gotha. Nunmehr liegen die endgültigen Ziffern der Land- tagswahlen in Gotha vor. Danach erhielten Stimmen: die Deutsche Volkspartei IL 686(3 Mandate), die Teutschnationale Volkspartei 4217(1 Mandat), Bauernbund 21 412(5 Mandate), die Deutschen Demokraten 7675(1 Mandat), die Sozialdemokraten 3925(kein Mandat), die Unabhängigen 37 899(9 Mandate). Die Mehrheit der Unabhängigen ist also beseitigt. Der bis- herige Landtag setzte sich zusammen aus 10 Unabhängigen, 1 So- zialdemokraten, 4 Demokraten und 3 Mitgliedern der Rechts- Parteien. Nach diesem Endergebnis verlieren die Unabhängigen «in» von ihnen Mcmdaten und damit die Mehrheit. Die alte So- zialdemokratie büßt auch noch das einzige Mandat ein� da? sie bisher besaß. Die Reaktion triumphiert, und das ist der einzig« Er. folg, den di« Herrschaft der Unabhängigen zu verzeichnen hat. sucht" 1892 400 M., heut« IS 500. Für die„Hexen" wurden 1895 85 M., auf der genanntes? Versteigerung 16 500 M. gezahlt; für die „Heilige Genoveva" 1899 105 M., heute 11 000 M, 1909 kostete das „Schweißtuch" 260 M., heute 14 500 M.; die.Mttktbauern" kosteten 185 M., heute 5000 M. In einem ähnlichen Verhältnis stehen alle übrigen aufgeführten Preise zueinander. Geht man zeitlich noch weiter zurück, so sind die Gegensätze bedeutend stärker. 1820 wurden für die gestockene Passion, die bei Davidsohn 66 000 M. brachte, 20 Taler 17 Groschen bezahlt; für„Christus am Oelberg", der jetzt 11 000 M. erzielt«, 1 Taler 1 Groschen. 91 J der Bähoenwelt. Der Direktor des Königsberger Surd�aterS Hertzer tritt infolge eines Mißtrauensvotums seines gesamten Personals zurück,— Der frühere Stuttgarter In- tendant v. Putlitz hat den Antrag, die, Generalintendanz der Frankfurter städtischen Bühnen anzunehmen, abgelehnt. In Frankfurt a. M. war im letzten Augenblick gegen seine Berufung eine sehr starke Opposition entstanden Die„Frankfurter Zeitung' führte aus, daß Herr v, Putlitz zu alt sei und sich in Stuttgart mehr als gefällig« Hofiirteadan: denn als schaffender Küwstler er- wiesen habe. ES wird vorgeschlagen, für Oper und Schauspiel tun- lichst auS dem bisherigen Personal leitende Kräfte zu entnehmen und ihnen einen tüchtigen VerwaltungSmam� an die Seite zu stellen.— Der Wiener Burgtheaterdirektor Heine wird als Leiter zurücktreten, aber als Regisseur weiterwirken. Der Druckfehler. Di« folgende klassische Aerzteanekdote wird tti der„Westdeutschen Aerzte-Zeitung" von dem berühmten Berliner Arzt Dr. Marcus Herz, dem Gatten der m Romantikerkreisen ge- feierten Henriette Herz, erzählt. Er behandelte einst einen Pa- ttenten, der die Angewohnheil hatte, scwe Krankheiten in medizi. mischen Büchern nackqulesen und sich selbst heilen zu wollen. Zu ihm sagte Herz in ernstem Ton:„Nehmen Sie sich in acht, Sie sterben noch einmal an einem Drucksehlerl" Peter Behrens in Königsberg? DaS preußische KultuSmini. sterium bemüht sich, Peter Behrens für die Leitung der Königs- berger Kunstakademie zu gewinnen. Ob der Künstler dem ehrenvollen Antrag Folge leisten wird, ist aber noch fraglich. DaS Flimmerklärchen, ein Schwank au» der Kinowelt mit Musik» von Fritz Fischer, erregt jktzt— nachdem er zuvor im Residcnztheater er- probt war— im Theater FolieS Gaprice die auSbündlqste, sommerliche Heiierkelt. Erich Sandt und Erna Alberty sind im lustigen Reigen die Führenden. Karl KrauS liest Mittwoch, 8 llfir, im Harmoniumsaal(Steglitzer Str, 85), noch einmal vor: eigene Schriften und„HanncieS Himmelfabrt'. Ter Architektenvertreter im RcichswirtscdaktSrat. Der Bund Deutscher Architekten hat den Archiklen klürqen Kröger in Hannover zu seinem Vertreter im vorläufigen ReichtwirtschaftSrat berufen. Ter Berliner Tonkünftiervrrein veranftaitet im Winter mehrere Konzerte mit zeitgenöfsifchen Werten. Die deutschen Tonsetzer»erden zur Einreichung neuer Werke eingeladen, die bis zum 1. August dem Vorstand (W., Zlctbenftr. 17) einzureichen sind. Eine Jury wird die Sompasttioue» prüfen und auSwähleu. Der Wal Kniebeuge werben sie machen! Wie ein„nationaler" Rittmeister mit Beamten«mgcht. Am Sonntag morgen 6 Uhr 39 Min. trnxrde der Rittmeister a. D. Weidemann aus Charlottenburg von dem Schaff- ner des Zuges aus Richtung Charlyttenburg auf dem Bahnsteig Halensee aus dem Schlafe geweckt uud mit der Begründung, daß der Zug nicht weiterfahre, aufgefordert, diesen zu verlassen. Der Herr Rittmeister weigerte sich jedoch und blieb dabei, weiter« fahren zu wollen. Nach mehrmaliger Aufforderung bequemte er sich endlich zum Aussteigen, sprang aber in den anfahrenden Zug wieder hinein. Man holte nunmehr den Fahrdienstleiter, und als der hohe Herr nach dreimaliger Auffordorung den Zug endlich verlassen hatte, beleidigte er den Beamten mit fol- genden Worten:„Sie frecher Mensch, Sie Lump, Sie Lanselümmel, Sie werden noch ftniebenge vor mir machen und stramm stehen. Warten Sie bloß nur noch ein paar Tage; Wasser werden Sie saufen nach dem 6. Juni!" Ferner droht« der Herr Rittmeister, die Beamten zu erstechen und zu erschlagen. Unterdessen hatten sich etwa 199 Personen angesammelt, die den frechen Burschen aus dem Dienstraum herausholtet, und mör- derlich verblauten. Dies««rasche Justiz", so begreiflich sie auch ist, ist nicht die richtige Antwort, die man einem deutsch» nationalen Provokateur auf seine niederträchti» gen Beamtenbeleidigungen und sein« wohl den Etappenerinnerungen entnommenen Schimpfwor- ten erteilt. Die richtige Antwort gibt man solchen Leuten viel- mehr am 6. Juni durch Slbgabe eines Stimmzettels, durch den ein Reichstag geschaffen wird, der dem.gemeinen Volk" weder das Kniebeugen noch daS Wasfersaufen vorschreibt! Deutschnationle Erziehungsmethoüen. Die Deutschnationalen halten ihre Anhänger stramm an der Strippe, das beweist ein Flugblatt der Deutfchnatio- nalen Volkspartei, KreiSg nippe R u p p i n. Unter den fünf Richtlinien für die deuifchnationalen Vertrauensmänner, die dort kngegeben sind, sind besonders hübsch die zweite und dritte, die wir unseren Lesern zur Kennzeichnung der nationalistischen Versammlungstaktik nicht vorenthalten möchten. Sie lauten: Die deuifchnationalen Vertrauensmänner müssen 2. den Parteimitgliedern einhämmern, daß sie nicht stumm dasitzen, sondern unseren Rednern oft und lebhaft Beifall spenden,„Sehr richtig" und„Brav o" rufen, Händeklatschen usw.; 3. dt« Parteimitglieder dazu erziehen, daß sie bei Rednern gegnerischer Parteien dauernd Zwischenrufe machen;... Dies« Methode läuft letzten Endes darauf hinaus, die Men» fchen nicht zu politisch denkenden Wesen, sondern zu immerwährend plappernden Papageien zu erziehen. Namentlich die Ermah- nung, die gegnerischen Redner dauernd durch Zwischenrufe zu stören, wirft ein aufklärendes Licht auf die zahllosen Skan- dalvorgänge in der letzten Zeit, di« sich durch das pöbel- hafte Verhalten der Nationalisten ereignet hoben. Jedoch sind, wie dieser Aufruf beweist, hierfür nicht so sehr die ein- zelnen Schreier verantwortlich zu machen als vielmehr die hinter ihnen stehende Deutschnationale„VolZZ"partei, die sich nach dieser Probe besser als Deutschnational« Radaupartei be- zeichnen sollte. �Neine In einer Wahlrede, auf die im übrigen besonders einzugehe« sich nicht lohnt, stellte der deutschnationaleAbgeordnete Dr. Hu g en- berg fest, daß„die Hände der Rechtsparteien in bezug auf den Kapp-Putsch völlig rein" seien. Sehr hübsch ist die Einschränkung, mit der'er die Reinheit lediglich hinsichtlich deS Kapp-Putsches betont. Und sonst?— UebrigcnS können die Deutschnationalen noch so viel reden. Je mehr sie ihre Un- schuld beteuern, um so stärker tritt ihr Verbrechen an den Tag: dazu bedurfte es kaum der Huldigung, die ein paar Worte später der gleiche Herr Hugenberg dem Hochverräter Traub darbrachte. Man glaubt unseren Nationalisten weder ihre Redens- art von den reinen Händen noch die Bezeichnung all derer, die sich seit Monaten bewußt hochverräterisch betätigen, als»reiner Toren"._ 3m fimeifenstaat. In ihrem wütenden Kampf gegen alles Neu« und Zukünitige steht den Deutschnationalen nicht nur die Togespresse zur Ver- fügung, sondern auch eine große Reihe von Blättern und Blättchen, die nach ihrem Aeußeren sich recht harmlos geben. Zu diesen gc- hört auch der im Scherl-Konzern sGeneraldirektor Herr Ludwig Klitsch) erscheinende„Allgemeine Wegweiser", der bei einem Gorthezitat beginnt und bei einem Rezept für billige Kar- toffelklöße enget und so ziemlich alles behandelt, was die Frauenwelt der Spießer interessiert. In der Nr. 29 vom 29. Mai ist nun ein Artikel enthalten, der betitelt ist:»BolkSstaat im Tierreich." ES heißt da u. a.: »Im Ameisenstaat ist alleS wohl geordnet, im Gegen« satz zu manchem sozialen Slaal sMerkste was, Leser?), indem alles drunter und drüber geht. Im Ameisenstaat ordnet sich alles unter das Ganze, da gibt es weder Streik. noch unerfüllbare Lohnforderungen. AlleS umer- zieht sich willig der Arbeit, damit im Getriebe nichts ins Stocken gerät. Unsere Gegenwart könnte sich dieses staatliche Getriebe des kleinen Jnsektenvolkes zum Muster nehmen. Da gibt es keine vom„Laosr egoismus"(heiliger Egoismus) befallene Kreaturen, leine Kriegsgewinnler, Wucherer und Schieber, Verstöße gegen die allgemeine Ordnung werden im Ameisenstaat nicht geduldet." Der Verfasser(oder die Verfasserin) hat ganz recht: Im Ameisen- staat ordnet sich alles unter das Ganze, es gibt dort keine raub- gierigen Produzenten, die, wenn der Staat und das Volk in Not sind, die zum Wohl des Ganzen angeordneten Maßnahmen sabotieren, um die freie Raub Wirtschaft zu erzwingen, es gibt dort keine 12 999 MMonäre, die lediglich von ihren Zinsen leben, ohne auch nur einen Finger zu rühren und es gibt dort vor allem keine von einer Schwerindustrie auSgehaltene Presse, die alles tut, um dem Volle von neuem die Sklavenketten umzuhängen.!_ Kommunistischer Militarismus. Einen sonderbaren Vorfall be- obachteten wir am Sonntag in Baumschulenweg. Dort kam ein Zug von etwa tausend Männern aus der Königsheide. Sie trugen ein Sd)i-d mit der Aufschrift: K.A.P.D. Im Zuge gingen nur Awei weibliche Personen als Sanitäter. Das wäre an und für sich weiter nichts Auffälliges. Als der Zug auf der Brücke deS Teltowkanals angelangt war, ertönte plötzlich das Kommando:„4. Abteilung, Gruppenkolonne!" Sofort formierte sich die besagte Abteilung in militärischer Weise. Äillten diese Herren etwa ihre militärischen- Exerzitien abgehalten haben, um mit Wolslheim und Laufsenberg zusammen die Entente über den Rhein zu schlagen? der Wahlkampf im Reich. Die Aussichten im Ruhrgebiet. Aus Duisburg wird uns geschrieben: Auch im Ruhrgebiet hat der Wahlkampf während der letzten Woche mit voller Wucht eingesetzt. Immer deutlicher zeigt eS sich. daß unsere Partei selbst hier, in diesem Brennpunkt der kommu- nistischen Agitation, dem S. Juni mil der Zuversicht entgegensehen kann, die da« Gefühl der inneren Stärke verleiht. Trotz des Zusammentreffens der bekannten Umstände, die gerade im Nuhrgebiet einer Radikalisierung der Masse den Boden zu bereiten schienen, stehen breite Schichten der Arbeiterschaft in unverrückbarer Treue zur Fahne der Sozialdemokratie. Dies zeigte sich mit aller nur wünichbaren Deutlichkeit bei allen Versammlungen, die Genosse Otto Braun, der preußische Ministerpräsident, während der letzten Tage im Wahlkreis« abgehalten hat. In Duisburg, Ham- born, Oberhausen, Sterkrade, Dinslaken. Hochheide, Malet und zuletzt noch in Köln gab es Riesenversammlungen mit Tausenden von Wählern, Parallelversammlungen mußten veranstaltet werden. In Hochheide waren es an die 2999 Parteigenossen, die dem Referat Brauns beiwohnten, während wenige Tage vorher im gleichen Saale eine Versammlung der Unabhängigen mit 27 Teilnehmern stattgefunden hatte. Ueberall herrschte die denkbar beste Stimmung; die Versammlungen verliefen ohne jede Störung, und�nur die Kommunisten versuchten in der Debatte mit ihren Deklamationen Eindruck zu machen, was ihnen aber gegenüber dem überzeugenden Tatsachenmaterial, aus das sich Genosse Braun stützen konnte, nicht gelingen wollte. Widerwärtige Bcweihräucherung. Von der„Deutschnationalen Studentcngruppe" der„Technischen Hochschule" in Berlin wird zur- zeit ein Flugblatt verbreitet, daS etwa den Höhepunkt des wider- wärtigen Eigenlobes enthält, der überhaupt erreicht werden kann. Zunächst werden alle d-ie„Ruhmesblätter" aufgezählt, di« in der Geschichte der akademischen Jugend enthalten sind. Dann wird in lügenhafter und entstellender Weife darauf hingewiesen, was die 1 Vt Jahre Revolution für die Akademiker gebracht haben. In diesen tendenziösen Entstellungen wird derart an die nied- rigsten Instinkte appelliert, tvaß diese? Flugblatt als neues Ruhmesblatt vornan in der Geschichte der akademischen Ju- gend zu stehen berechtigt ist! Wenn sich di« jungen Herren über Mißachtung ihrer geistigen Arbeit beklagen, so müssen sie schon andere geistige Leistungen produzieren als die in dem deutsch- nationalen Flugblatt enthaltenen. Ein reattiouärer Telegraphendirektor. Zu den Beamten in ver- antwortticher Stellung, welche noch heule aus die Republik und ihre Nersügungungen Pfeilen, gehörl auch der Telegrapbendirektor O ck, r> n g vom Fernsprechamt S in der Körnerstraße. Er hielt eS noch immer nichr für nötig, die in amtlichen Räumen befindlichen K a i i e r b i l d e r, z. B. im Erfrischnngsramn der Beamtinnen, enlfernen zu lassen. Der gleiche Herr hatte nichts eiligeres zu tun, als während der K a p p r a g e dieLüttwitzschenZuchlhaus- und Erschieß ungsparagraphen auszuhängen, diese mit einem periönliwen Zuiatz geschmückl, daß Streikende sofort ent- lassen würden. Wo bleibt der Untersuchungsaus- s ch u ß? Geschäftsträger v. Hrrff, der kaum erst nach Rom gekommene Vertreter Deutschlands, ist dort gestorben. Berichtigung. In der W'ener Drahtmeldung über den Reichs- arbeiterrat inr„Vorwärts" vom Dienstagmorgen ist ein ..nicht" ausgefallen. Es muß in Friedrich Adlers Rode natür- lich heißen, daß die vorjährige Reichskonferenz recht getan habe, als sie den Kommunisten nicht folgte. HroßVerlm Das Geheimnis üer Spanöauer Aitaüelle. Aufklärung des rumänischen Gelddiebstahls.— Die garnison- dienstfähigcn Wächter mit den Millionenkisten.— Wie man Millionen ausgibt. Der aufsehenerregende Diebstahl von 99 Millionen rumänischen Lei aus der Spandauer Zitadelle hat jetzt seine überraschende Auf- klärurg gefunden. ES handelte sich um Geldscheine, die in Deutsch- land hergestellt und zunächst für die Armee Mackensen in Rumänien bestimmt waren. Nach dem Zusammenbruch fiel der ursprüngliche Verwendungszweck weg, und das Geld sollte gelegentlich der rumä- nischan Regierung übermittelt werden. Die Scheine lagerten in Holzkisten, die je 6 Millionen enthielten, wie man glaubt«, in völliger Sicherheit und unter guter Bewachung. Um so mehr war man überrascht, alz eines TageS eine Revision ergab, daß alles ver- schwunden war. Jetzt hat die Kriminalpolizei das Rätsel gelöst. D i e Diebe waren die Wächter selbst, Leute, die damals zum Heeresdienst eingezogen waren und als garnisonver- wendungsfähig i« Spandau standen und dort auch Posten- dienst auf der Zitadelle versahen. Vier Mann wurden ver- haftet und sind auch geständig. Ter Haupttäter, in dessen Kopf wohl der ganze Plan entstanden ist, ist«in 49 Jahre alter Former Paul Kühn, der damals in der Glasowstraße in Neukölln wohnte. Kühn lenkte die Aufmerksamkeit dadurch aus sich, daß er nach dem Millionendiebstahl etwas unver- mittelt ein wohlhabender Mann geworden war. Er kauft« sich in Nassenheide eine kleine Villa mit Garten und dazu noch ein Neben- Grundstück von seinem Nachbar. Es ergab sich, daß er der Spiritus rector des ganzen Unternehmens war und die anderen als Helfers- Helfer dazu heranzog. Diese sind ein Zigarrenhändler Leo W enta, ein Dreher Paul E l S n« r und ein Heinrich Pesch�eS, der seinerzeit in der Berlichinger Straß« 19 wohnt«. All« drei gehörten mit Kühn zur Wache der Zitadelle und des JuliusturmS. Wenta eröffneie bald nach seiner Entlassung auS dem Heeresdienste in der Köpenickcr Straße 191 und 195 und in Hermkdorf bei Berlin Zi- garrengeschäfte. Er fühlte sich jedoch auf di« Dauer in Berlin und Teutschland überhaupt wohl nicht sicher genug und stand im Be- griff, mit seiner Familie nach Holland auszuwandern. Elsner verlegte, nachdem der bereits bald nach den ersten Revo- lutionstagen verübte Millionendiebstahl entdeckt worden war, seinen Wohnsitz von Berlin nach Werder a. d. H., wo er sich«in« Obst- Plantage erwarb. Zum Schein lebt« er von dieser. PeschgeS unter- nahm gar nichts. Ihm stieg der Reichtum zu Kopfe und er spielte den Lebemann. Wenta, Elsner und PeschgeS waren bald mehr oder weniger geständig. Kühn leugnete zunächst alles, gibt aber jetzt auch zu, daß er cm dem Diebstahl beteiligt war. Nur die Führerrolle bestreitet er noch. Er behauptet vielmehr, daß. alz er ans eigene Faust habe stehlen wollen, zu seiner Ueberraschung gesehen habe, daß die andern Posten und Wächter, schon an der..Arbeit" ge- Wesen seien. Er hat dann auch eine Kiste mit 5 Millio- nen genommen, st- zunächst in einer Nische versteckt und fort- geschakit. Zum kleinsten Teil setzten si« daS rumäntf-be Geld in der Nähe der Bahnhöfe um. Die Verhafteten wollen jetzt von de« Beute n'ichts mehr besitzen, außer einigen lausend Mark, die di« Kriminalpolizei bei ihnen fand und beschlag- nabmte. Das mag bei Pefchge» wohl auch zutreffen, der jedenfalls auf der Rennbahn und im Spiel große Summen verloren hat. Die andern aber haben ohne Zweifel einen Teil der Beute auf die Seite gebracht. Die �amilientragödic in Birkenwerder. Der Leichenfunid im staatlichen Forst bei Birkenwerlder beginnt jetzt in seinen furchtbaren Zusammenhängen langsam fein Geheim- nis zu enthüllen. Die Persönlichkeiten der Fron, der beiden Kinder konnten festgestellt werden. Gestern abend meldete sich bei der Birkenwerder Polizeibehörde der Schuhmacher Bruno Reimer, ein früherer Artist, ans Ret« nickendorf, Graf-Rödern-Allee 69, mit der Angabe, er vermisse seine Ehefrau und feine beiden Kinder. Reimer wurde darauf zu den in der Leichenhalle aufgebahrten Körpern der Getöteten geführt, die er äls die Leichen seiner Ehefrau Minna Re imer und seiner Kinder, der 13jährigen Erna und des siebenjährigen Bruno rekognosziert«. Reimer wurde sofort einem ein- gehenden Verhör unterworfen. Er bestritt jegliche Teilnahm« an der Tat; er sei am Sonnabend abend um 8 Uhr von der Arbeit ae- kommen und habe seine Fvau und seine Kinder reisefertig gesundem Seine Frau habe chm erklärt, sie wolle mit einer Freundin einen Ausflug nach Birkenweoder machen. Das Ehepaar habe sich dann noch eine Stunde unterhalten und dann habe die Frau mit den Kindern unter Mitnahm« eines Stullenpaketes und eines Bade- tucheS die Wohnung verlassen. Reimer will dann die Nacht zum Sonntag in der Wohnung verbracht haben, am Sonntag vormittag seinen Schwager in Reinickendorf besucht haben und am Nachmittag nach Treptow gefahren sein. Auch die Nacht vom Sonntag zum Montag hat er nach seiper Aussage zu Hause geschlafen; am Montag früh habe er angenommen, seine Frau habe sich gleich zu ihrer Arbeitsfrell«, der Reinick«idorfer Asbeftsabrik, begeben. Al» ihm jedoch in der Fabrik mitgeteilt worden sei, seine Frau wäre nicht zur Arbeit erschienen, habe er sofort bei der Reinickendorfer Polizei die Vermißtenanzeige gemocht. Den Aussagen einiger Zeugen, daß Reimer mft seiner Frau in Unfrieden gelebt habe, widerspricht der Mann. Die Ehe sei bis auf gelegentliche Streitigkeiten nicht unglücklich gewesen. Da verschiedene Wider- sprüch« noch nicht gang aufgeklärt werden konnten, wurde Reimer einstweilen in Haft genommen und dem Amtsgericht Ora- Nienburg zugeführt. Eine sofort vorgenommen« Untersuchung der Reimerschcn Wohnung förderte nichts Belastendes zutage, es wurde keinerlei Schußwaffe aufgesunben. Durch einwandssreie Zeugen- aussagen wurde andererseits festgestellt, daß Frau Reimer tat- sächlich vor etwa 19 Tagen Selbstmocdabsicht en geäußert und unter anderem auch erklärt haben soll:„Da wo ich bleibe, müssen auch meine Kinder bleiben" » Der Anskläru-ng bedarf noch ein Leichenfund, der gestern an der Liechtensteinbrücke gemacht wurde. Zwei Soldaten der Reichswehr landeten dort um 6>4 Uhr früh» Tegel. 7'/, Uhr in der Schulaula. TreSckowstcaße: Mitglieder-Ber- sammlung.— Donnerstag, den 3. Juni, abend« 7'/. Uhr, im Lokal Belleou«- Oefsentltche Volksversammlung. Ref.: flienoss« Neüriepke. S. v. D.. AktionSausichuf» der AEtS-B-triebe. Nachmittag» 5h, Uhr: Versammlung sämtlicher Obleute des Aktionsausschusses u» Restaurant Obiglo, Straisunder Str. ll. Erscheine» wichtig. Wirtschast Brotvcrtcuerung und Reichsgetrcidestelle. Blätter verschiedener Richtung bringen in letzter Zeit Angriffe gegen die NeichSgetreidestelle, der Ueberschubwirtschaft mit ganz ungeheuren Beträgen vorgeworfen wird. Tatsächlich mocht die Reichsgetreidestelle, wie das WTB mitteilt, keine Ueberschüsse, muß aber ein Defizit von mehreren Milliarden decken, das aus der Einfuhr ausländischen Getreides stammt, welche ungeheure Reichszuschüsse erforderlich gemacht hat und noch er- fordert. Vom 1. April bis 15. August d. I. sind für VerbilligungS- aktioncn 3 Milliarden Mark, in der Hauptsache für Brotgetreide, zur Verfügung gestellt. Die Schuld an der Brotvertenerung trifft die Verwendung ausländischen Mehle S, welche sich leider angesichts der Verhältnisse nicht umgehen läßt; die reinen Verwaltungskosten der Neichsgetreidestelle betragen etwa 3 Pf. für das Brot von 13l)lZ Gramm. Preisermäßigungen. In der Eisenindustrie. Die bei der heutigen Lage dorauSzu- sehende Preisermäßigung im EifenwirtfchaftSbund ist zur Talsache geworden. Es wurden folgende neue Preise für den Monat Juni festgesetzt spro Tonne in ThomaS-Oualilät): Roh- gewalzte Blöcke 26SV(gegen bisher 2900), Stabeisen 2200 (3050), Universal-Eisen 8535(4050), Grobbleche 4040 (4700), Mittelbleche 4775(5535). Feinbleche 1—8 Mrlli- mcter 4340(5000) dieselben unter 1 Millimeter 4805(5025), Walz- draht 8585(4150), Schwere Schienen 8320(3772) und Gruben schienen 3300(3752). Für Kupferbleche. Der Kupferblcchverband in Kassel hat seine Preise mit Wirkung ab 27. Mai um 1000 M. auf 2905 M, für 100 Kjj ermäßigt. Es ist dies die erste Preisermäßigung feit August 1919. Das Kölner Bleishudikat hat die Verkaufspreise um«eitere 200 auf 800 M. für den Doppelzentner ab Köln ermäßigt. EewerMafisbeiPSgung Zur Lage im öankgewerbe. Die mitgeteilte ablehnende Antwort des RcichsverbandeS der BanNeitungen gegenüber dem Vermittlungsvorschlage des Reichs- arbeits-mtnisteriums hat die Situation in der Tarifbewegung der deutschen Bankbeamtenschaft naturgemäß verschärst. Di« Lei- wngen der beiden Bankbeamtenorganisationen, des Allgemeinen! Verbandes der deutschen Bankbeamten und des Deutschen Bank- beamtenvereins, waren bereits gestern abend zu Beratungen über die infolge der ablehnenden Haltung der Bankleitungen erfordcr- lichcn Maßnahmen und vor allem über ein gemeinsames Vorgehen zufchmmengetreten. Die gestrige Besprechung hat ein positives Er- � gebnis noch nicht gezeitigt; die Verhandlungen zwischen den beiden Organisationsleitungen dauern an. 60 Proz. Dividende bei der Sächsischen Wollgarnsabrik Alt.-Ges. vorm. Tittel u. Krüger in Leipzig-Plagwitz. Nach Abschreibungen in Höhe von 300 000 M. (i. V. 100 000 M.) erzielte die Geiellickait einen Ueberschuß von 3005172 M.(832907 M.) Sie schlägt vor, wieder 10 Proz. Dividende zur Ausschütlung gelangen zu lassen und«ine Extra- Vergütung von 50 Proz.<—) zu gewähren. Im GeichäflS« berichr schreibt die Verwaltung, daß daS Unternehmen während deS größten Teils des verflossenen Jahres auf die Zuweisung von Rohmaterial aus Reichsbe ständen angewiesen war. Noch Aufhebung der Blockade wurde von der Möglichkeit zu Ein- lausen von Wolle im Auslande Gebrauch gemacht. Bei dem Herr- schenden Mangel an Wollwaren aller Art fanden die Erzenguisse zu stetig steigenden Preisen schnell Absatz, und der Umsatz erfuhr daher eine wesentliche Erhöhung. Aufruf an die Landwirte Deutschlands. Der erste Grundfteii' aus dem Gebäude der öffentlichen Bewirlichasmng ist gefallen. Die Kartoffel, dasjenige Er- zeugnis, dessen Zwangsbewirtichaitung die Landwirte mit am meisten bedrück! bat, wird von jeder weireren Bewiriichastima frei, wenn die dänische Landwirlschafr bis zum 1. August 6 Millioueu Tonnen Speisekartoffeln auf dem Wege des Lieferungsvertrages sicher« stellt. Dies wird und muß gelingen l Für den Abschluß der LieiernngSverträge. die nur von LandwirtfchaflS- und Handels« gciiossdlschasleit und deren Beauftragten abgeschlossen werden dürfen, ist die Anbaufläche der einzelnen Betriebsgrößen maßgebend, ohne daß dadurch eine Vereinbaruitg über größere Lieferungsmengen ausgeschlossen wird, Betriebe von 2—3 Hektar liefern 2,5. solche von 2—5 Hektar 6. Beiriebe von 5—10 Hektar 10, solche von 10—50 Hektar 15 und Betriebe von über 50 Hektar 20 Zentner vom Morgen ihrer Kartoffelanboufläche. Ueber den Rest der Ernte steht dem Erzeuger die freie Veriüguug zu. Für jeden auf Lieterungsvertrag gelieferten Zentner Kartoffeln kommt zu dem bereits festgesetzten Minde st preis von 25 Mark ein Aufschlag von 5 M, Das gesamte für die Landwirtschaft wie für die Verbraucher gleich günstige Ergebnis daitken wir den gemeinschaillichen Bemühungen des DeuNchen Städletages, des ReichSauSschusseS der deutschen Landwirlschaft, der Genosienschastsverbände und des Kartoffel- Großhandels. Sache der Landwirtschaft ist es gegenwärtig. in erster Linie die Durchführung der beute erlassenen Verordnung über die Beumtichastmig der Herbsikartoffelernie zu sicher». Nur dann, wenn sie nicht versagt, ist auch der Abbau der Zwangswiriichast bei den übrigen Erzeugnissen auf gleichem oder ähnlichem Wege zu erreichen. Möge jeder, auch der kleinste Landwirt, an dem großen Ziele mitwirken, zum Besten deS landwirtschaftlichen Berufsstandes und zur weiteren Sicherung der gefährdeten Volksernährung. Ter Deutsche LandwirtfchaftSrat. Gefährliche Zunahme der Sparkasseneinlagen. In den letzten Monaten halten die Einlagen der Sparkassen ständig abgenom- m e n. Für April 1920 macht sich plötzlich daS Gegenteil bemerkbar. DaS vorläufige Ergebnis der Statistik läßt erkennen, daß in diesem Monat wieder in allen Teilen Teutschlands ein Geldzufluß zu den Sparkassen eingesetzt hat. Wie Landesbankdirektor Rensch in der „Sparkasse" ausführt, hängt das mit den gleichen Verhält- nissen zusammen wie im Kriege. Handel und Gewerbe beginnen nachzulassen. Vorräte werden ausverkauft. Die Kapitalien liegen brach. Den Sparkassen wird deshalb von Renfch dringend Vorsicht empfohlen, liquid zu bleiben._ ----------- uw Lohnzulagen in der Luxuspapierbranche. Bei den kürzlich stattgefundenen Verhandlungen haben die Unternehmer sich zu folgenden Erhöhungen der Wochenlöhne bereit erklärt: Männliche Arbeitskräfte in Gruppe s) von 105 auf 195 M., in Gruppe b) von 148 auf 105 M., in Gruppe c) von 123 auf 147 Mark, in Gruppe 6) von 100 auf 127 Mk. Weibliche Arbeitskräfte in Gruppe s) von 88 auf 108 M.. in Gruppe b) vqn 79 auf 90 M., in Gruppe c) von 09 auf 80 M. Die Wochenlöhne der jugendlichen Arbeiter werden um 3 M., die Löhne der ungeübten Arbeiterinnen bi» zum 18. Jahre ebenfalls um 8 M., für die über 18 Jahre alten um 10 M. erhöht. Hausdiener, Packer usw. erhalten eine Zulage von 27 M. Eine am Montag abgehaltene Versammlung der Vertrauen?- Personen der in der Luxuspapierindustrie Beschäftigten beauftragte die Verhandlungskommission, bei den Schiußverhandlungen mit den Unternehmern zu versuchen, weitere Verbesserungen namentlich für die unteren Lohngruppen durchzusetzen und dann den Tarif abzu- schließen._ Tarifabschluft im Zeitungsgewerbe. Der Arbeitgeberverband hat in den am Montag mit den Ver- tretern der Angestellten im Zeitungsgewerbe abgehaltenen Schluß- Verhandlungen den Schiedsspruch des SchlichtungSausschusses aner- kannt und auf Grund desselben den Abschluß des Tarifs vollzogen. Tie Firma Müller u. Teilmehmer sendet uns mit Bezug auf die in der Sonntagnummer de?„Vorwärts" vom Transportarbeirer. verband veröffentlichte Sperrnotiz eine Enlgegnnung, worin sie zunächst betont, daß die Firma gegen den vom Schlichtungsausschuß Groß-Äerlin gefällten Schiedsspruch die Entscheidung de/ Demobil- machungskommissars angerufen habe; der«chlichtungsausschuß habe daher noch keine Rechtskraft. Gleichwohl habe die Firma mit dem Arbeiterrat(warum nicht mit der Organisation?) einen Ver- gleich geschlossen, daß die Unterschicdsbeträge zwischen den von ihr gezahlten Löhnen und den Tariflöbnen den Arbeitern nachgezahlt werden. Mit der Schließung des Betriebs und Entlassung hätten die Arbeiter sickr einverstanden erklärt. Die Zahlung sci in Höhe von etwa 10 090 M. sofort erfolgt. Die Stillegung des Betriebs sei von vornherein nur als vorläufige projektiert"worden. Der Betrieb sei erst wieder eröffnet worden, nachdem das Kohlengeschött verkauft worden war. Die völlige Betriebsruhe hat mehr als 14 Tage gedauert. Es sei aber unrichtig, daß die Holzbündelfabrik G.m.b.H., an der der Inhaber der Firma auch nur zur Hälfte partizipiere, dazu benutzt worden sei, um den Betrieb wieder zu eröffnen. Deutscher TOerkmetsterverband. Bez. 23, flaSgttivve 5(Ciiemöche Jndiisliie), Sömtliite Weilweisler vetsnmmeln sich am Äültiroch, 2. Juni, obcrds 7 Uhr, in Haberlards Fcsllälcn(Luiscnsaal', Neue Frrcdrichslilißc. Bund der technischen �lligestellren rnid Veaniten. Mitgliedcr- verfommlung der OrlSvetwaltuiiu Nordosten im KreisSwalder Ho?. GrcisSivalder Strnße S3, am Mülwoch, den 2. Juni, abends 71/, Ubr. Neferat über: Der Einfluß der Valuta auj daß Dirischaitslcbcn.— Seiten im Naiionaihos, Büloiostr, 37. am SNilimo®. den 2. Juni, abends 7'/, Ubr. — Echönebcrg im Hotel EberShof. EberSstr. 08, am flreilag, den 4. Juni. abends 8 Ubr. Referat über: Die pleiiende Lohnikala,— S ü d o fl am Freitag, den 4, Juni, abends 7 Uhr, im Rcichenbcrger Hos, Reichenbcrgcr Straße 147. Referat über: Politik und Technik. Zentrolverbaiid der Angestellten. Fachgruppe Ld(Vatcnt- arwailSangesiklllcs Miipliedcrveriammlnng Mülwoch, den 2. Juni, 4'/. Uhr, in der Bicrglocke, Belle-Alliance-Slr. 100.— Fachgruppe 14n(Fein- nicchanik uro Lplik) Mitglied crrcrf am inliing Mittwoch, 2. Juni, Oh/. Uhr, Verbandslokal, Vclle-Miance-Slr. 7/10(roter Saal). Achtung, Bauarbeiter! Die Bauten der Berlinischen Bodengesellschaft in CZpenick, Dahlem, Friedrichsfelde Karlshorst und Schmargendorf sind wegen Umgehung des Tarifvertrages gesperrt. Deutscher Bauarbeiter- Verband, Bezirksverein Berlin. Streik bei der Deutschen WachgeseNschaft. Die Wachangestellien der Deutschen Wachgcsellsckiaft. Rosen- thaker Straße 36. befinden sich seit April in einer Lohnbewegung. Die Gesellschaft zahlte bei einer Arb-itSzeit von 8—12 Stunden vom April an 130 M, pro Woche. Die Wachangestellien forderten bei einer achtstünoigcn Arbeitszeit einen Lohn von 150 M. pro Woche, Bezahlung der Ucberstunden alle 14 Tage eine freie Nacht oder Schicht sowie Regelung der Bekleidungsfrage. Durch Ver- Handlungen wurde im Mai der Lohn auf 140 M. festgelegt, der neue Tarifvertrag sollte auf Grund der schwebenden Verhandlungen mit den Abonnenten der Gesellschaft tunlichst rückwirkend abge- schloffen werden. Bei neuen Verhandlungen erklärte sich die Wnchgesellschast bereit, ab Juni in ein Tärifverhältnis zu treten, jedoch den gefor- derten Lohn von 150 M. nicht bewilligen zu können. Da eine fried- liche Verständigung nicht möglich war, traten die restlos im Trans- Portarbeiterverband organisierten Wachangestellten am Sonnabend in den Streik._ Rechtsverbindliche Tarisvertrasse. Für allgemem verbindlich sind erklärt der zwischen dem Lokal- verein Berliner Spediteur« E. V, und dem Zentralverband der Angestellten, Bezirk Eroß-Berlin, Sektion der Spcditionsangestell- ten, am 28. Februar 1920 abgeschlossene Nachtrag zu dem allgemein verbindlichen Tarifvertrag vom 30. August 1919, mit Wirkung vom 1. Februar 1920. Der zwischen dem Zentralverband der Angestellten, Bezirk Groß-Berlin, und dem Arbeitgeberverband des Seifenhandels und verwandter Zweige in Groß-Berlin am 17. Januar 1920 abge- schlossene Tarifvertrag vom 1. März 1920 ab. der zwischen dem Schutzvcrband der Berliner Kartonnagenfabrikanten E. V. in Berlin und dem Deutschen Werkmeisterverband vom 1. Januar 1920 ab und der zwischen dem Verband zur Wahrung der sozial- wirtschaftlichen Interessen der Putzbranche und dem Deutschen Hutarbeiterverband, Ortsverwaltung Berlin, am 7. Februar 1920 abgeschlossene Nachtrag vom 1, Januar 1920 ab. Die allgemeine Verbindlichkeit deS Tarifvertrags vom 17. Juli 1919 für die Portiers und HauSreiniger in Wohnhäusern im-Ge- biete de» Zweckverbandes Groß-Berlin wird mit W rkung vom 1. Mai 1920 auf das Gebiet der Stadt Berlin beschränkt. flus aller Welt. Schielicrrazzia in Köln. Montag nachmittag sind auf dem Heu- markt und den umliegenden Straßen Kölns einige hundert Per» sonen von Köln und von auswärts, darunter a-uch Frauen, von der st ä d t i f ch e n und der englischen Polizei wegen Verdachts der Schieberei und des Schleichhandels verhaftet und auf sieben englischen Lastauto? nach-dem Polizei- Präsidium gebracht worden. Vcrontw. für den rcdaktion. Teil: Erich Alittiier, Tempcllias: für Anzeigen: rp, Elocke. Berlin. Berta«: Lorwärts-Verlaq©. m. b. 6., Berlin, Druck: Br r» wärts-Buckidruckerci u. Berlaaaanstali Bäul Sinaer u. Eo. Berlin Lindcnilr, 3. Gewinn-Ausgug der 15. Prenh-Südd.(241. Prcusz.) Kkgssen-Lr�irrie v. il lasse. IS, LichunzStag.«4. Mal lS?l>. Lut xe?oxen« Xammer»in«!»invi*:e'ed hob» Cieninn» fffallen, and»rax je einer auf«iie!-e»s gleicher.'Summer In den beiden Al>tellan;en I und 11 (Ohne G-währ). (Nachdruck Verbotes.) In der BormittagSziehung wurde» Gewinne über 240 Marl 2 Gewinne lu 15000 U 33053 10 Gewinne tu 6000 il 79002 183625 218103 227035 233329 70 üew-ne ru 3000 M 4830 18293 18499 25283 20313 46190 50603 64031 63127 67578 69314 64441 81013 83438 97385 107833 110102' 125031 133048 1412/8 143022 149734 161127 131291 183348 191832 194412 193132 203350 205913 2I63S1 213974 220798 232178 163 Gewinne ru 1000 M 7179 8263 8107 10310 14233 16823 17715 18358 20038 22724 24597 23170 31818 32304 83539 33378 35077 37809 37887 38152 SS215 33701 40722 43031 45144 43978 43333 40507 49723 57318 63138«3674 64326 67071 67643 72109 86585 83114 91028 83534 101223 102245 1C6012 115932 116381 120911 123345 120630 171460 133105 134191 134344 133343 138318 130440 152053 152810 1�7030 154037 155739 156333 156314 105549 160390 167075 183253 153718 189648 130352 170373 172074 174231 173802 1778�8 198383 203439 203851 203976 218100 221423 224425 2292�8 23100» 233911 193 Gcw nne ru 500 II 534 570 1975 6433 8139 0329 13329 16795 17459 21835 23023 29303 32450 42360 60207 52? 15 63166 63 504 63080 66153 63017 63035 70375 71608 73450 73565 81301 84373 83904 90688 91931 93330 93353"5124 93075 93234 93335 97333 103918 107443 113925 117203 121558 123358 123412 127355 123333 123700 123331 130478 134218 133252 140279 140017 141232 141409 143951 144522 149267 149314 158393 153923 153573 161753 180038 107755 169059 179002 183308 133342 190937 191253 192359 194388 194543 197035 198119 198333 200823 201203 20X839 205850 203323 209493 209304 211072 215713 217944 218373 210912 231177 224309 225758 223360 227049 223633 229991 229121 In der Rachmiltagizlchung Wurden Gewinne über 240 Marl gczagc». 4 Gew'nne ru 15000 M 79330 213740 10 Gewinne ru 5000 M 41904 95320 118121. 179543 800088 60 Gewinne ru 3000 31 743 6637 6753 17449 21141 32232 433,4 12594373142333745a2l4S4175TX08llw99"vnst�oV 2034�' 214043 223753 22-773�30181�30248� � � � �74�10097 12831 1-920 17202 20603 22455 24052 25353 28063 34298 38228 38349 40190 45341 43934 47137 61718 62532"4122 67403 57370 53503 59959 64183 83218 66308 67337 69533 71325 72554 72582 74194 04153 83349 91149 69354 100321 >105238......... Vom ReichSverband Deutscher Kolonialwaren- und LebenS- mittclhändlcr erhalten wir eine Zaischrift, worin die in Nr. L7ej deS„Vorwärts" anfgestellie Behauptung des ZeniralverbandeS de/, Angestellten, für Verkaufskräfte seien monatliche Gehaltssätze von 150 M. angeboten worden, als unzutreffend bezeichnet wird. Die niedrigste von den Arbeitgeberverbänden in Vorschlag gebrachte Ge- haltSgrenze für einen 17jährigen Verkäufer im Kolonialwaren- uns Lebensmittelhandel habe vielmehr 366 M., für einen 18jährigen 891 M., für einen lüjährigen 416 M. und für einen Lvjährigen 439 M. betragen. Gehaltssätze von monatlich 159 M. seien weder bei früheren noch bei den letzten Verhandlungen genannt worden. TwreasztÄBSsoTö 101381 120301 135276 156300 183231 105507 101440 134383 122123 123060 124438 125435 133502 133570 139831 150352 103533 153333 177380 182274 1330�2 190957 202205 204953 10332a 123003 140509 140817 154713 135218 184371 134923 207604 212533 112033 128342 145368 195460 183332 213722 113983 131372 150712 165039 114084 134570 153030 167433 133123 195297 215038 218741 223 Gewinne i» 600 M 1095 1392 2980 4478 6130 6337 12685 13310 14907 14952 15020 17135 19590 20355 21057 22776 2290! 24539 23348 23651 23971 3U41 34745 39334 39385 42430 43404 44033 45403 63040 63942 67871 53794 65168 63473 03523 63390 73539 73329 74513 78302 80746 80764 90027 92725 92358 92861 94238 94717 93982 97975 98592 98373 B'-OSl 103425 103380 103353 104388 105199 1083=8 110112 112643 113092 118003 121501 121703 125792 129503 130453 130812 131438 132321 134074 J 34355 135581 133551 141433 143439 144004 147811 ----«_------ 152628 154353 155718 156221 157t 31 153924 130318 158348 153302 170141 172110 175332 173231 177991 181097 183391 187394 19507» 193335 197157 197410 212377 223041 227304 232528 140869 152305 163405 184501 130497 131323 197429 201855 Elektro-Motore LeUnnae-Dynamo-Drühte, In- staliol.-Müedai kauft taufend Meltronie..,.- Zentrum. tAler, 1732), Kurze Str, 18 lAler.Pl.tz Seldstaefirtiate bessere An {üa-, auch Mass, speltbilli-t. tust, Wilhelm Itrass» 40a. Rod)- süaßenecke. 160R Anziiae und Paletots»er- lauft zu lehr billigen Drei- lea Sentral-ilcifchaus Jäger- |tafte_71.__ 15o7®! Sardinen, Kllnfllera-rni. chr. Siorcs. Bettdecken. Me- terware preiswert. Lands- »eraerftreße Jackcttamüge, Cutawans, Palelots, Losen, Roflume, vlänte! nertauft enorm im- jin. Leihhaus Moripplatt 58a. Abelllnier-Pumoen. Erfap. eile Wasseranlaaen billian. töchN» u. So., Berlin 68, jllto Iakoblirak- 20122. 165» Verkanse 2 Auzllae, 3 Ulster. Reithofen usw., 1,75, Sdigft- licfcl 44; auch Tausch. China, Dresdenerstrabe 79, vorn V. Nach S. 1599b RrenifLchfe! sowie alle an- deren Polzarten»u staunen- erregend spottbilliaen Eom- merpreifen! Alpakataschenl Echmuckfachenl PcUwaren- aelcaenheitskäufe Warschauer- strasse 7.___» Rord-Rinderwaacn, preiswert. Wilms. EchSnedera, Eeßlerstrasse ZL 16852 ESHSBsma RonsltSren, Eristcnz, Rontingent. Wohnung, viel Ware, perkaust Petersburgerstr. 24. Mldel-Srost, Droste Krank- funerstraste 141, Invaliden- straüe 5. Au! bar und Rre- dit finden Eie in grostcr Auswahl I- und 2-Eiuben- einrichlunaen, Lerren-, Epciie-, Schlafzimmer, auch einzelne Möbel zu wlrklid, billigen Prriien. Leichte Sali- lunasbcdinaungen. Liefere auch auswärts._ 125RH Möbel, Betten usw. verkauft Schneider, Schöneberg, Mar- straf;- 711.______ t8? Billige Wohnungseinrichtung verkaufe fortzugshalber. Willig. Langestrolle 73. ISWb Moebel-Baeiel, Morillvlall 58. ffabrikgeböude. Denkbar niedrigste Bceife in nustbaum Einrichtungen, eichenen Schlaf- zimmern. Speisezimmern, Lerrcnzimmern, RUchen, Ein- zclmödcln. Bcstchtiguna er- beten. Eventuell Zahlungs- erleichterungen._ Kefewske» Möbelhaus, Sab- straste 66. Spezialität: Ein- und Zweiz immer- Einrichtun- gen. Riesenauswahl, konkur- renzlvs preiswert. Schlaf- zimmer 1688 bis 9580, Speise- zimmer 1710 bis 12 475, Ler- renzwimer 1750 b!» 11 645, Wohnzimmer 873 bis 4950, Rüchen 545 bis 1970. Billige Einzelmöbel. Langiähriae Da- rantie. Lieferung, auch Bar- vrte, kostenlos, auswärts frachtfrei. Lagerung uncnt- geltlich. Rein Raufzwan».' llmbanpMfchlafa» 1175.—, Metallbetleu 150,—, Auflaae- matrallen, P-tcntmatrallcu 175�. Tapezierer Walter. Stargarderstraste 18. 136R l.l'Hl.llrhN'luH.lll Piano», graste« La»er neuer und gebrauchter Iostrumente. Scher«. Chaussee strall» 105. Elaaeivielte Mandallncu, Bialinen Gitarren, Lauten, äusterft billig. lUgterridil 29,— Manatshonorar, Drei. monatekurle zur verfetten Ausbildung.) Mund» und Sandbarmanikas usw., ae- brauchte Klaviere, Sarmo- nium» orrkauft Bcracr u. E»., Dranienstr, 166. 156» Piano«, Stustflstacl, Sar- monrums, aebrauchir und neue Instrumente, Revara. turen und Stimmunaen. War Adam, Mllnzitrast« t>">. ISAR Rlavier 2S00,—, Nustbaum. piano, eleaanies schwarzes 5800,—, Ronzertviano 8500,—, Mozartflsto-I 4800,—, elcaan. ter Stnstflüqel 8500,— ver. kauft Decger. Oranienstraste 166. 156»- Damenfahrrädcr, Lerren. fabrräder, 885, Motorzwelrad. 1530, ffllhrradaummis, Zubc- hfl- vr:iswcrt. Rämmere;!, Slrost, Frankfurteritraste 14, Löf.____• Rennmaschinen, Salzielaen, Schlauchreifen, Drahireflrn, 500,— Rrou«, Dralle ffrank- (urterstralle 52. 46/12» Spiralbohrcr sowie Mint- liche Wcrtzeuge kauft zu ton- turren, losen Preise» Will» Berlin, Turmstraste 19. lOOR- Platin, Eebisse. einzelne Zähne. Rupfcr, Messing. Blei. Zink, Zinn höchst, ahlcnd. Zc». tralc filr Altmetall, Slsaster. straste �78�__ l68R� Spiralbohrer mit höchstem Auiichlaa taust Boet. Lll- beckeritraste�W._* Platinablälle! Zahng-blssel Zahn bis M. 75.—! Gold- fachen! Silbcrfachenl salveter- saure» Silber! Ouedstlderl Rupfcr! Rolanst! M:küna> Aluminium> Nickel! Zinn! Wcistmetall! Clanntolvavier! I Zint! Blei! Dllihstrumpkasche ! M. 133.—. höchst, ihlend! Edelmetall. Einkanlsbureau, Weberstraste LI lAlerander � 4243). l4LK Dilberfchmelze Ehristiouat, Kövenickerstraste 20a laeaen- über Manlcukfclstraste) kault höchstzahlend: Zahnqcdisse. Platinabfälle. Edimuckiachen. sämtliche Metalle._____* Spiralbabrcr mit böchstcm Ausidtlaa taul! Boet Luisen- ufer 18. Bosch-Magncte, Zündkerzen, , Sviralbahrer Schmlrarllei. intn. ffrilen. Solz-, Schlast-, Wulchinenschrauben uiw, tauft zu lanturren, loten Preise» Anders, Droste Zranliurter- straste 101. 106« �Sviralbadrer. Werkzeuge kauli laufend ieden Posten. Schröder, Drinzenstraste 66.' Elettr. Scitungsdrähle, Ra- bei, Listen, Dvnamodrähtc, Rleinmaterial. ssassungen. Sdialter ukw, tauft zu den böchstrn Taarsvreifcn Bartelt, Blumrustraste 90. Babnhok Iannowistbrücke. ffernlvr.: KöniaNabl 2018. lvZR� Zahngcblltr, Platin Dalb- brudi Silberbruch. Edel- steine Schmucksachen taiifl Edelmclallschmclze. Blumen- »raste 88.____' Schallplalteu, attch Bruch. hödillzahlrnd, Wcistbcrger, Müllerstrast« 183-. � ffS» Dam-nrabgefnch, Serren- radgrsnch, Molorradgcsuch, Magnete, Zünblcrzcn, Brrci- funaen. Preisangabe. Rani- mereit, Berlin. Droste Kranl- surteistrast, 14. Las.' Ewammophan-PIatten, auch Bruch, höchstzahlend, Auster Sd>önhauser Allee 182-, Schönhauser Tor.-füg- ünteiTi Mustergülilgc» Den ich sprechen, sdneiben lehrt Er- wadilene abends rrschrcncr Svrachlchrrr.„Bastlaaerlarle 433". Brieivostamt C. 2." Raufmennische Prlvailchule von Luga Strahlendarli, Ber- lin SW,. Deuihstraste ll, am Spiltelmartt. Am 6. Juli be- ginnen Lalbiahreslehraänae für Damen und Lcrren zur Ausbildung für das Ron.ar, Birrleliabreelebraange zur Ausbildung in teuimänni- l lchcm Rechnen, Schristne kehr. ' doppelter Buchführung, Scheck- und Wechlelcunde, Kurzschrifl ! lStolze-Schren). Maschinen- > schreiben lBlindschreibent, Wahlfädter: Einfache, dop- velte. amerikanische und Bank- hnchsührung, kausmllmiifckte« Rechnen, Schristnertehr. Ruit- schrift lStolze-Scheen), Ma- schinenschreiben� Schönschrei- den. Deutsch. Lehrpläne un> entgeltlich.' Englischen Unterricht für Anfänger und Fortgelchrit- icur. sowie deuiichr und lran- zöstsdie Slunb-n eeteii! D. Swientv, CharloUenbnrg, Sluttaart-rvlati 9 Dorten- oon« Ist Mandaltuensaiel, Gitarren-. Lautenspiel. DreiironaMurse zur perfekten Auobi'duna 20,—, Manatshonorar lzeb.n- stündige Sdtnellkurse) Lehr- instrumente billigst, Rlcvic:-. Biolin-Schnellturse. Ernst, Oranienstraste 166. 156K- Dr. Linz. Deutsch, fremde Sprachen, Echulpriifungen. Aleraudiincnstraste 88.* fflcchien, Leberfleck?, Eom- merfvrollrn. Eai-enstrine Wurmrntlernuna, Dr. med, Bittkowsü, D. m, b. H,, Ber- lin-Schäncdrra. Avastil-Pau- lusst raste l2.__ KOT Raoststopsrrei Srostc frankfurter Sirast« 07___ 3SS) Recht»rat. Svezfallst: Ebe- tadien! Strafsachen I Dericht»- vertrclungl Neukölln. B«r- linerstrast« 102 ILermann- .-lall). 126K