Nr. tto ♦ Z7.�ahrgaag Msgabe A Ve.4 9tga9»pt*Ui BetWlSlitL»,-TOt, mtman.»,—«t frei in* Ho»», voraus zahlbar. Polt- beznz: Mvuatllid Mh. exkl. Zu- stellungiqebllhr. Uuter Kreuz band fü: Deutichl-md und Oesterreich l«/« Ml. für da» übrige Ausland bei taglich eiumal. Zustellung lllSll 1J>. Postbe- stellungrn ntbnun cm Oesterreich, Ungatr, Tfchecho- Slowakei, Däne- marl. Holland,«.utemimtg, Schweden und die Schweiz.— Ei» getrogen in die Bost- Zeitung»- Preisliste. Der.Bonoftrts* mü der Sountog» beilag«.Polt».steir» ericheint wachen- täglich zweimal Sonntags and Man- tag«»mmat. Selegramm-Adreffe �Sozioldeniokral von»«». Morgen-Ausgabe Vevlinev Volksblstt ( ZV Pfennig) AuzeigenpreiS: >ie«chtgespaltene Nonpareillezeile kosteil.— M., Teueningszuschlagdo«/». sftloinc Anzeige»-, das fett- gedrnckte Bon 1,— M. izuläsflg zwei fettgedruckte Wotte), fedes weitere D»N 00 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Won « Pfg. fede» weitere WoN 40 Pfg. Wotte über 15 Buchstaben zählen flu Zwei Wotte. Teuerunqsznfchlag 50°,„ Zamilien-Anzeigen für Abonnenten Zelle ir- SB., politische und gewerkschaftliche Vereins- Anzeigen 3,— Mi. dt« geile ohne Aufschlag. Anzeigen sür die nächste Rumwec müssen bis 5 Ahr nachmittag» im Hauptgeschäft, Berlin SB SS, Linden- striche 3, abgegeben werden. Geöffnet von S Uhr früh bis S Uhr abends. �entralorgsn äef Ibzialdcmokrati leben parte» Dcutfchlands Neöaktion unü Expedition: Ew. 6$, findenfh. 3. gerufvrecher:«m» Morinvla», Kr. 15190—13197. Freitag, de« 4. Juni 1920 vorwärts.verlag G.m.b. h., EW. öS, Ändenstr. Z. Nerusprrcher: Amt Moriiivlad, Nr. 117 58—54. Denkt an öle Kader! Der tiefste Sitra des sozialistischen Gedankens ist der. dah der wirtschaftliche Befreiungskampf die Grundlage uyd das ZNittet ist zum kulturelleu Befreiungskampf. wir wolle« nicht wehr die bis zur Raffiniertheit verfeinerte Sultur einiger weniger Bevorzugter auf dem Grunde des geistigen- und wirtschaftlichen Glend, der Massen, sondern de» lebeudigeu Anteil der ge- samt e n Bolksgemeiuschafi au dea Kulturgütern ihre» Volkes und der well. Da» Recht aufSultur soll nicht länger ein Privileg der Hesitzeuden sein, sondern eiu Rech�**» Volkes. Darum siaadea fr*, fragen der Volksbildung, der Erziehung, der S�nle vov jeher mit im Brennpunkt nnferer Arbeit: darum hak die Sozialdemokratie für da, Volks b i l- d n u g» wefen ebenso große Opfer geleistet wie für den politischen und wirtschaftlichen Kampf. Die wirtschaftliche Befteinng war und ist frelllch die Vorbedingung für die kulturelle: die Bedingungen, zu denen der Mensch seine Arbeilskrafi iw kapitalistischen Zeit- aller verkauft, sind der wertmester feiner kulturellen Bedürfnisse. Die Grundlage für eine wirMche Knlknrgemeinfchafi innerhalb eines Volke, bildet eine einheitliche Schul- bildung. Die wahre Einheitsschule, die jeder Begabung die höchstmöglichste Ausbildung ohne Rücksicht auf Besthunterfchiede gewährleistet, ist nur möglich in einer klassenlosen, sozialistischen Gesellschast. Darum können sich weder die Rechtspartelen noch die auf dem Boden des Kapitalismus stehenden Demo- traten ans innerster Ueberzeugnug für eine Einhells- schule einschen. In der Verfaffung ist auf da. Drängen der Sozial- demotralen der Grund für eine wirMche Einheitsschule gelegt. Zu einem einzigen Zahre Ist für die Be- frelung der Schote au, den Fesseln de» Klassenstaate» und der Kirche jetzt— dank der Mitarbeit der Sozialdemokratie— mehr geschehen al» in eiaem Meoscheaalter vorher unter der Herrschaft der Rechtsparteien und de» Liberalismus. Gewährleistet ist? der organische stufbau öes gesamten Schulwesens, eine einheitliche Srunöschule, die Schulpflicht bis zum IS. Lebensjahre, die Sewahruug von Erziehnngsbeihllfen für be- gabte Kinder, die Gberaufstcht des Reiches über üas gesamte Schulwesen, die 5reiheit der Lehre und des Unterrichts, die Hochschulbildung oller Lehrer. Beseitigt ist: die geistliche Schulaufstcht, der Zwang zum Religionsunterricht. Bresche gelegt ist: in die alle Klassenschichtung der Sildung durch das Srundschulgefeh, das trotz des Wider- staades der reaktionären Parteien, trotz der stblehnung durch die veutschnationalea noch von der Natloualverfammluug beschlossen ist. Da, alles hat die Sozialdemokratie erreicht trotz der KoaNllon. Es ist aber erst ein Anfang. Die Schule der Zukunft wird so aussehen wie der Reichstag, den e» jetzt zu wählen gilt. Der S. Zuni ist der Schicksalstag öer deutschen Schule. Die Schulgesetze, die der kommende Reidjslag zu erledigen hat, entscheiden darüber, ob die Entwicklung vorwärts oder rückwärts gehen soll, ob im äußeren und inneren Ausbau unsere» Schulwesen» die Losung Fortschritt oder Stil lstand oder Rückschritt heißen soll. Von allen Parteien hat einzig und allein die Sozial- demokratie durch die Tat bewiesen, daß sie bereit ist, ihr Schul- und Kulturprogramm in die Wirklichkeit umzusetzen, wenn ihr ein entscheidender Einfluß auf die Gesetzgebung möglich ist. Die übrige« Parteien, Konservative, Liberale und Zentrum, haben es bei sthönen Worten bleiben lassen, auch wenn sie die Macht tu Händen hatten. Von allen Partelen kann auch an» inneren Gründen einzig und allein die Sozialdemokratie für eine einheitliche und freie deutsche Schule kämpfen und arbeiten, weil sie zugleich mit allen anderen Privilegien auch da» Privileg auf Bildung beseitigen will. wer als» seinen Kindern und dem heranwachsenden Geschlecht die Wege bahnen will zu einer schöneren und glücklicheren Zukunft. wer mithelfen will, alle in der Tiefe schlummernden Kräfte unsere» Volke» zu entfalten. wer mit uns d a» V o r r e ch t des Besitzes und der Ge- burt auf eine bessere Schulbildung beseitigen will. wer allen volksgenosien die Güter unserer Kultur erschließen will. der sorge für eine« entscheidenden Einfluß der Sozialdemokratie im neuen Reichstag und wähle am b. �uni sozialäemokratisih! Ungarn im verkehrsbopkott. Ab S«. Juni. Amstcrda«, L. Juni.(WTB.) DaS Bureau drS iuter» nationale« GdverkschaftlbuudeS hat im Einveruehmeu mit de« Geueralrat der iaternatioualr« Transportarbeiter- föderatiou, der am ZI. Mai und 1. Juni in Amsterdam zusammen- getrete» war, teschloffe»,»oa Sountag, den 20. Juui, an de» voll. komme»»» Boykott gege» Ungar« z» verkstndeu. So» diese» Tage a» soll jeder Berkehr mit Ungarn durch Eiseudahn. Schiff, Pop, Telegraph oder«elcher Art sonst als Protest gegen dir Bcrfolgnng der ungarischen Arbeiterschaft»ollständig still- gelegt werden. Alle» gewerkschaftliche» Landeszentralen, TranS- portarbeiter- und Eisendahnerorgauisatione« werde» entsprechende Anweisungen z«ft«sandt. Ein au die Arbettrr aller Lind« gerichtetes Manifest wir» im Lauft der woch« erscheine«. Wiffenschast od« Politik? Die Budapest« r KSaigliche ««ategesellschast hat 22 Mitglieder wegen ihr«» Verhallens wäh- «ch der PrÄetarierherrfthast«»»gaschtOfto»«"d S-st« Mit- '||f||rr chn,»fly edeitt. Lenin unter der Lupe. Die englischen Sozialisten lassen sich nichts vormachen. Helstugfore, 2. Juni. sDena.) Hier sind Mitteilungen aus einwandfreier bolschewistischer Quelle durcksgesickert, nach denen die Sowjetrcgierung ganz und gar nicht einverstan« de» ist mit den U n t e r s uchu n g s m e t h o d en der eng. lischen Arbeiterabordnung, die es offenbar mit ihrer Aufgabe sehr ernst nimmt. Die russische Presse, die ja durchweg jetzt offiziell, weil„nationalisieot" ist. gibt ihrem Erstaunen über die wachsende Zurückhaltung, die seitens der britischen Mission an den Tag gelegt wird, Ausdruck und erklärt, daß die Delegierte» mit vorgefaßten Meinungen durchtränkt seien. Man hält«S demnach nicht für wahrscheinlich>datz der Aufenthalt der englischen Arbeitermission in Rußland sich n o ch längere Zeit ausdehne« wird. Bolschewismus kein Exportartikel. Amsterdam» 2. Juni. Laut.Daily MaiT hat Lenin den englischen Arbeitervertetern zugegeben, daß die gesellschaftliche Umwälzung in England ihren eigenen Weg nehmen müsse, und daß die Forderung einer Anwendung de, russisch,» Taktik auf ander« Scknder«ookohrt fei. Die Angestellten am ö. Juni. Bon Franz Krüger, M. d. R. Bei der bevorstehenden Reichstogswahl spielen die Privat-� angestellten in Handel, Industrie usw. eine weit größere Rolle als bei früheren Wahlen. Das Wahlrecht der Frauen und die Festsetzung des Wahlberechtigungsalters auf 2s> Jahre hat den .Kreis der stimmberechtigten Angestellten bedeutend erweitert, dazu kommt, daß die Wahl nach dem Verhältniswahlsystem und mit Zählung der Stimmen letzten Endes durch daS ganze Reich den Angestellten eine ganz andere Möglichkeit gibt, sich zur Geltung zu bringen. JDie bürgerlichen Parteien waren es bei früheren Wahlen gewöhnt, daß die Angestellten mit vereinzelten Ausnahmen für sie stimmten und arbeiteten, und ein w e s e n t l i ch e r Teil der Angestell t�e n bildete gemdezu einen Stoßtrupp der reaktionärsten Parteien. Diese Parteien wissen sehr Wohl, daß sie schon während des.Krieges und noch mehr nach der Revolution viel Boden in den Angestelltenkreisen verloren haben, und bemühen sich, ihn durch eine verlogene Agitation wieder zurückzugewinnen. Auch jetzt wieder betätigen sich wie schon früher die Har- monie-Angestelltenverbände als Zutreiber der bürgerlichen Parteien. Ganz besonders der Deutsch- nationale � Handlungsgehilfen. Verband übte eine umfang- reiche politische Tätigkeit im Interesse der a n t i s e m i- tischen und konservativen Bestrebungen aus. tWL gründete er aus seinen Mitgliedern eine besondere„Wart- burg-Vereinigung", um die Propaganda für die antisemitische Rcichstags-Klindidatur seines Vorsitzenden Schack zu betreiben. Die agitatorischen Kräfte und Geldmittel sür die Antisemiten Raab. Lattmann und andere wurden hauptsächlich vom D. H.-V. gesteist. llltZ gab der D. H.-V. bei den Reichstagswahlen allgemein die Stichwabl-Parole.gegen die Sozialdemokratie heraus und rühmte sich mit deren Erfolge Daß selbst die Revolution nicht vermocht hat, den reaktio- när-volitischen Charakter dieser Organisation zu beseitigen. ergibt sich aus einem Artikel, den der Direktor des Verbandes Deutscher Handlnngsaehilfcn zu Leipzig. Gustav Schnei- der, demokratisches Mitglied der Nationalvcrsamm- lung, in einem Alissatz in d'r„Hilfe" über den„Gewerkschafts- bund der Angestellten" veröffentlicht: Der Dewerffchaftsbund. wohl der stärkste Block in der Ange- stelltenbelvegung, hat die große Aufgabe, Förderer und Träger frei- beitlich-natisnalen Geistes zu fein. Er ist txr? Bollwerk sowohl gegen den Ansturm sozialdemokratnch-Hol- schewistischer Gedanken, wie oitck> gegen die konservativ-reaktionären Elemente der Angestellten. bewegung. Auch die allgemeine wirtschaftliche Tätigkeit dieser Vor- bände diente im Grunde nur dem Kamps gegen die Sozial- dcuwkratie. Sie bemühten sich, den Angestellten klarzn- inachen, daß zwischen ihnen und den Arbeitgebern kein Interessengegensatz, sondern weitestgehende Harmonie be- stände. Infolgedessen wehrten sie sich gegen Streiks, Tarifver- träge der Angestellten usw. Noch im Dezember 1917 schrieb der Vorsteher Reif des Leipziger Handlungsgcliilfen-Verbandes in seinen„Verbandsblättern": Wir sind nicht Masse unö können nicht als Masse wirken wi« die Arbeiter. Unser Arbeitsvertrag ifb wie unsere Ar- beit individuell, Massenverträge wie Massenanstcllungen und dementsprechende Lohnbemessnng sind«ndenk- bar in unserem Berufe. Wir werden bezahlt nach F ä h j g- ketten, Erfahrungen, Sertraucn, nach rein persönlich bestimmbaren Eige, tschaften. Ihm wurde von dem Direktor desselben Verbandes Schneider(Demokrat) im August 1917 auf einer Besprechung wegen Regelung der Stellenvermittlungsfrage assisnert. Und daß diese Organisationen es direft darauf anlegten, Streiks der Angestellten unmöglich zu machen, gab das Vor- standsmitalied A. Roth vom D. H.-V. auf dessen 12..Handlungsgehilfentag am 18. Juni 1911 in zynischer Weise zu, indem er in einem Vortrag über gewerkschaftliche Kanipfniittel u. a. erklärte: Aber auch selbst wenn die Hilfsarbeiter und die Frauen mit- organisiert wären, halt« ich einen allgemeinen Streik der Hand- lungsgehilfen für ausgeschlossen, und unsere ganze berufsgenossen- schaftliche Arbeit ist gerade darauf gerichtet, die ihm eni- gegenftehcnden Schwierigkeiten noch zu befestigen. Infolgedessen war es kein Wunder, daß zwar im Jahre 1913 für die Arbeiter 18 446 Tarifverträge für 218 933 Be- triebe mit 2 972 456 beschäftigten Personen bestanden, fiir An- gestellte fast nicht ein einziger. Nimmt man dazu die Rechtlosigkeit der Angestellten in ihren Anstellungsverträgen. die Konkurrenzklausel usw., so er- gibt sich ein Bild völliger wirtschaftlicher Knechtschaft. Bestand doch z. B. bei der HubertuS-Hütte. Kattowitz. noch kurz vor den: Kriege die Bestimmung, tvß der Angestellte die Erlaubnis zum Heisaten einholen muffe, und daß sie ihm verweigert wird. wenn das Schalt nicht 200 Mk. monatlich deträgt, Senn er eine Polin heiraten will, oder wenn das betr. junge Mädchen als Beamtenfrau nicht anerkannt wird! Die bürgerlichen Parteien haben sich für die geleisteten Dienste wenig erkenntlich gezeigt. In der Frage der Sonn- tagsruhe, des 7.Nhr-Ladenschlusses haben sie sich bis zum äußersten gegen alle Fortschritte gesträubt, und die Angestellten kentten zur Genüge gerode die rückständige Haltung des K o in- munal-Freisinns, wenn es galt, Ortsstatute über diese Fragen herbeizuführen. Die gesetzliche Regelung der Berufs- Verhältnisse der Anwaltsangcstclltcn ist von den Rechtsanwälten bis auf den heutigen Tag verhindert. Und es ivar der frei- sinnige Abgeordnete Mngdan. der heute bei der Deutschen Volkspartei gelandet ist, der durch seine Hetze gegen die sozial- demokratische Leitung der Krankenkassen d'e Rechtlosmachuna der Krankenkassen-Ängestellten in der Rcichsversicherungs- ordnung herbeiführte, während der nationalliberale Abgeord- nete Felix Marguardt voin Leipziger Handlungsgehilfen-Verband sich im Reichstag gegen die Einführung von Angestellten-AuSschüsfen im Hilfsdienstgesetz wandte. Nachdem die Revolution einen starken Wandel m den Anscharrungen der Angestellten herbeigeführt l?at, haben auch die Harmonie-Verbande sich dem schleunigst angepaßt. Sic nennen sich setzt Gewerkschaft, treten für den Streik ein. schließen Tarifverträge ab usw. Neberall kommt aber immer wieder ihr wahrer unternehmerdienerischer Charakter zum Vorschein. Und auch bei diesen Wahlen bemühen sie sich, die Angestellten von der Sozialdemokratie fernzuhalten und sie den bürgerlichen Parteien zuzuführen. Wollen die Angestellten richtig wählen so müssen sie sich über ihre wirtschaftliche und soziale Lage völlig klar sein. Wie ist die Entwicklung der letzten Zeit seitdem gegangen? In der Industrie ist von 1892 bis tgn? die Zahl der in Kleinbe- trieben beschäftigten Personen um 2 Proz. gesunken, die Zahl der in Mittelbetrieben Beschäftigten um 150 Proz. und die Zahl der in Großbetrieben(übe? 50 Arbeitnehmer) beschäf- tigten Personen um 2 20 Proz. gestiegen. In Sandel, Verkehr und Gastwirtschaft ist die Zahl der in Klein-, Mittel- und Großbetrieben beschäftigten Personen um 100, 230 und 8 8 5 Proz. gestiegen. Die Vorherrschaft deS Großbetriebes nimmt also msend zu. Die Gesamtzahl der erwerbstätigen Personen in Industrie, Bergbau und Baugewerbe stieg von 1882 bis 1007 um 76 Proz., während aber die Zobl der Selb- ständigen u m 10 Proz. sank, stieg die Zahl der Arbeiter um 100 Proz., die Zahl der Angestellten sogar um 502 Proz. In Handel, Verkehr und Gastwirtschaft stieg die Gesamtzahl der Erwerbstätigen um 121 Proz., wäh- rend die Zahl der Selbständigen nur um 44 Proz., dagegen die Zahl der Arbeiter um 160 Proz., die der Angestellten um 257 Proz. anwuchs. Bis zum Jahre 1017(während deS Krieges) sank die Zahl der Selbständigen um 42 Proz., die der Arbeiter um 45 Proz,, während die Zahl der An ge stell- t e n noch weiter um 75 Proz. a n st i e g. Aus diesen Zahlen ergibt sich, daß das übliche Arm>ment vom� Sekbstnndigwerden nicht mehr ziehen kann. Der fort- schreitende Uebergang zum Großbetriebe macht den Angestellten immer mehr zur bloßen Nummer in dem kapitalistischen Pro- duktionsprozeß. Daraus ergibt sich aber mich, daß all? Per- besserungen der Lage der Angestellten in der kapitalistischen Gesellschaft nur Scheinerfolge sind und daß den Angestellten wirksam nur durch die Verwirklichung des Sozialismus ae- bilfen werden kann. Da dieses Ziel aber von allen bürgerlichen Parteien, besonders aber auch von den Demokraten bekämpft wird, können die Angestellten diesen ibre Stimme nicht geben, sondern für sie kommt allein die sozialdemokra- tische Partei in Betracht. Dies wird noch unterstrichen durch daS Perbalten der bürgerlichen Parteien und besonders des demokratsschen An- gestelltensübrers Gustav Schneider beim Betriebsrätegesetz. Herr Schneider war gegen das Mitbestimmungsrecht der An- gestellten bei Einstellungen, gegen die Varlegung der Bilanz Trommelschlag von rechts. Es geht ein Butzemann im Reich herum, Didum, didum, bidi, bum! Der W e st a r p s-iilägt die Tnrmm. Ec will sein Heil versuchen mit Schmeicheln und mit Flilchen, JDidum, didum. didum! Und hinter ihm im Schwarme trabt, was sich an Krieg und Not gelabt. Wer irech gehetzt zum Morden, der ist mit einmal über Nacht zum Englein fast geworden, ES geht ein Butzemann im Reich herum, Der Westarp schlägt die Trumm... .Herbei, herbei, zur Wahl heran l*— •D sieh den Trotz gehörig an. Du wirst sie alle finden, Die Boll und Land zunicht gemacht mit Trügen und mit Schinden. ES geht ein Butzemann im Reich herum, Der Westarp schlägt die Trumm... Wie stöhnt und knarrt die alte Haut, pe brummelt leiS, sie ruft eS laut: .DaS Recht mutz uns doch werden. zu mästen unfern breiten Bauch— waS wird sonst auS der Erden?" ES geht ein Butzemann im Reich herum, didum. didum. bidi, bum! Der Westarp schlägt die Trumm. siolgt ihm, dann wird euch besser, der Schlächter schleift die Messer— didum, didum, didum. _ S ch l a r a s f. Der„Phosphor". Es gibt eine Zeitschrift in Deutschland � die sich politisches Witzblatt nennt und die«inrye v»n den wenigen Leuten, die fiejesz*. wohl auch für ein politisches Witzblatt halten. Die!« Zeitschrift wird von.soerrn Frcksa herausgegeben und heitzt „Phosphor". Die politische Tendenz dieses Blattes ist ui-bt etwo deutschnational oder aniisemitisch-doutschnatioiralisttsch oder so etwaS sandern kurzum chelhaft. Ties« Zeitschrift bekämpft auf ihre Weise die Republik. Dadurch nämlich, das; sie all« politisch linksstehenden Leute(und die beginnen für sie bei den Demokraten und hören bei den ZuchthanSinfassen auf), daß sie di« also ,n Wort und Bild als Idioten, Saufbolde. Harlekine Lumpenpack, Hochverrälcr. Raubmörder oder Beschützer dieser Menschentategorien darstellt. Diese Art der Bekämpfungsweise hat etwas für sich: sie ist cm den Beinebsmt, gegen die Entsendung von Vertretern des Betriebsrates in den Aufsichtsrat, fiir die Herauftetzung des Wablberechtigungsalters usw. Herr Schneider wollte auch den Arbeitgebern eine Vertretung im Betriebsrat geben und der. teidigte die Arbeitaeber warm gegen den Vorwurf, daß sie gegen die Betriebsräte seien. Wenn nun die reaktionären Parteien gerade bei den An- gestellten mit der nationalen Hetze Erfolge zu erzielen der- fucben und alles Elend unter dem wir beute leiden, auf die Revolution und die Sozialdemokratie zurückführen, so sei noch darauf hingewiesen, wer mit Schuld an der Verlängerung des Krieges ist, und wer durch dieannexionistische Hetze während des Krieges der Entente erst den Vorwand für den OZewaltfrieden geliefert hat. Bei Kriegsausbruch schrieb die Zeitschrift de? Deutschnationalen Verbandes: DaS ist oii- herrlicher Tag und wir freuen unS feiner. DaS Schlnert ist au? der Scheide und die Fr iedenZsch wärmer sind verstummt. Ein fauler Frieden war e« scksn lange, und gar zu genußreich lebte eS sich in Deutschland. Und im Frühjahr 1015 wurde der Regierung eine Ein- gäbe überreicht, in der es unter anderem beißt:� Alle diese Anstvengnnqen und Opfer sind umsonst, wenn«in vorzeitiger Friede geschlossen wird, d. h. wenn der Frieden nicht nach jeder Seit« hin eine'tatsöchkiche Sicherung gegen weitere An- griife gewährleistet und eine Vergrößerung und Stärkung unseres Vaterlandes mit fich bringt. Diese Eingabe wor unterzeichnet vom Teutsckinationolen Handlungsgehllfen-Verband, dem 185.8er Verband, dem Leipziger V c r b a'n d(Direktor Demokrat Schnei- d e r!), dem Frankfurter Verband kaufmännischer Vereine, Diese nationalistischen Kriegshetzer haben also kein Recht, nun von neuem das Volk in die Verhetzung hineinzutreiben.� Alle Tatsachen beweisen, daß wobre.Demokratie, die den Angestellten Freilxüt und Gleickhercchticmng sichert, nur von den Sozialdenmkraten vertreten wird. Jeder Angestellte, der volitiscb und wirtschaftlich seinen und der ganzen Menschheit Aufstieg will, muß daher am 6. Juni für die Sozialdemokratische Partei stimmen. Edöbnifle üer Verfajsungstreue. Ebert bei den Generälen. Am DonnerScag halte de: Reichswehrministrr die sämtlichen Generäle der Reichswehr in Berlin versammelt, nm mit ihnen eine Aussprache über olle schwebenden Fragen der Reichswehr zu pfiegen. Zu dieser Aussprache war auch der Reichspräsident E b e r t erschienen. Minister Getzler hielt eine einleitende Ansprache, in der er die gegcnwärlige Lage als»ine KrisiS des Bercrauens bezeich- nele, die die Reichswehr infolge des Kopp-BuischeS durchmachen müsse. Er betonte die schwierige Situation, in der sich die Offiziere alten Schlage« befinden, da sie zum größten Teil in anderen An- fchauungen erzogen seien und eS gerade charaktervollen Männern schwer falle, sich ohne inneren Kampf in neue Zeiten zu finden. Es dürfe im Offizierkorpl wie überhaupt in der Reichs- wehr keine Gesinnungsschnüffelei geben. Wenn man aber Glaubensfreiheit für sich beanspruche, müsse man sie auch an- deren zubilligen. ES geht nicht an. daß repudlika- nifch gesinnte Offiziere von ihren Kameraden irgendwie zurnckgefetzr werden. ES kann niemand ein öffentliches Amt bekleiden, der nicht bereit ist, unter allen Umständen feine dem Staats gegenüber dadurch übernommene Pflicht zu tun. Das müsse von jedem niilitärischen Führer be- sonders verlangt werden. Es sei notwendig, datz wieder zwi'chen Volk und Reichswehr ein Vertrauensverhältnis hergestellt werde, Gegenüber der wirtschaftlichen Unsicherheit der Offiziere betonte der Minister, daß diese Unsicherheit kaum ein Ende nehmen werde, bevor wir wissen, ob wir 200 000 Mann behauen werden. Darüber solle erst in Spa entschieden werden. Damit es zu dortigen Verhandlungen überhaupt komme, sei aber eine Hauprbedingung die Erhaltung der inneren Ruhe und Ordnung in Deutichland, Der Minister berübrle sodann die Frage, was nach den Wahlen selbst bei denkbar sparsamstem Umgang mit Geist auszuführen. Aber sie hat auch elwas gegen sich: sie ist unwitzig. Denn nicht wabr: das ist doch noch kein Witz, wenn ich unter ein ganzseitiges farbige» Bild schreibe(wie in der 17.„PhoSphor"-Numiner ge- schiebt):„Wenn das Band der gemeiusamsn Not euch fest zufam- menbiudet, Bürger, so reicht die Kraft deS Spartakus nicht aus. euch zu zerbrechen. Darum: Tretet e'n ,n den Bayerischen Ordnung?- block! Gründet Ordnungsblöcke im ganzen deutschen Vaterland! Anmeldung: München Pension Feldhüter."..., sondern daS ist ein in den eigentlichen Textteil einge„schobeneS" und als Bestandteil de- Textes vorgegebenes ganzseitiges bezahl! e? Inserat, und wenn ich zum hunderttausendsten Male herplärre, daß Erzberger der größte Lump deS Jahrhunderts ist und die Ruhrrevierarmec ein« versoffene Horde vertierter Men'chenschänder war, so sind auch das keine Witze, sondern Ungezogenheiten dummer Jungen. Der Witz darf krech, übertreibend, unverschämt sein,� Aber er muß immr Witz bleiben. Er muß komische Tendenz fem, ein in ulkige Form gegossener Inhalt, Illustrierte Keiferei gegen AuS- land und Arbeiter ist nicht deshalb schon Witz, weil sie illustriert ist und als Witz ausgegeben wird, So ist eS also ein Trugschluß, daß der„PhoSphor" ein Witz- blatt ist. Er ist ein Sammelsurium reaktionärer Gemeinheiten, «in« Pinselcigaleri« von Anlibolfchewistenplakaten. Man schmun. z«lt nicht Haha nach seiner Lektüre, sondern bricht während der Lektüre mit dem Lesen ab und benutzt die durch Gähnen be- wirkte Mundstellung zum inbrünstigen Schrei nach der Feuerwehr, HanS Bauer. Amerikanische Einstein-Ehrung. Di« Tolumbia-Univevsität zu New York hat Professor Einstein die Große Goldene Medaille per- liehcn, DaS Atom. Die Materie besteht au? winzigen unzerlegbare,'. Teilchen, die so klein sind, daß man sie auf keine Weise" sehen kann. So lernt man in der Schule, und diese Anschauung geht bis auf den Griechen Demokrit zurück. Die Theorie ist«ine der ältesten in der Geschichte der Naturwissenschaften, und nur wenige groß- Geister— darunter Goethe und Kant— zählten zu ihren Gegnern. Bei dieser Vorstellung palten die Atome nl? unzcrleg- bar und massiv, bei den einzelnen E!«m«n:-n verschieden nach Größe und Gewicht, Während Demokrir alle Atome al? gleich- arftg ansah, wurde in späteren Jahrhunderien dtese Anschauung fallen gelassen und die Atome der bisher bekannten 87 Elemente mit je besonderen Eigenschaften ausgestattet. Es ist nun außer- ordentlich interessant zu beobachten, daß die heuttge Forschung auf dem besten Wege ist, zu den Anschauungen eines Demokrit zurück. zukehren. Die Forschungen von Rmherford, Bohr. Debve haben diese Umaiandlung herbeiMührt. deren Bedeutung nich: hoch genug eingeschätzt werden kann. Au- d«r Feder bedeutender Gelehrter bringt die„Umschau"(Frankfurt«. Vt.) er»e Reihe laich: faßliche: Aufsätze über den ganzen Komplex dieser Anschauungen, nach denen ein Atom aus einem Kern besteht, der von einer Elcktroncnwolke umkreist wird, öbnlich wie die Sonn? von den P'aneten. Der Kern, dessen Größe sich zu den Elektronen etwe wie ein Tennisball zu emem Ozeandampfer verhält, läßt sich nun wahrscheinlich auf ein einziges Urelement zurückführen. Bis- geschehe« werbe, wen« ew« mm Regle» ung«l« gWch fw» stände komme. Er betonte dieser Frage gegenüber als Meicm»g des Reichskanzler«, daß eine verfassungsmäßige Regierung auf jeden Fall gebildet werde. Außerdem habe noch der Verfassung der Reichspräsident die obersteKommandogewalt über alle Truppen. Schon aus diesem Grunde könnten auS der Frage der Regierungsbildung keinerlei Schwierigkeiten für die Reichswehr entstehen. Wer sich allerdings gegen die Befehlsgewalt des SieichS« Präsidenten wendet, verstoße unter allen Umständen gegen die Ber» fassring. Nach Getzler evgriff der Reichspräsident das � Wort, um auch seinerseits o-uf die Schwiewigkcrten der yegenwärtrgen Lage Deutschlands hinzuweisen und zu betonen, daß nur die zu» smnmenfassende Arbeit aller Volkskräfte auf dem Boden der Ver» fassung und Gesetze zu einer besseren Zukunft führen könne. Als Vertreter der versammelten Generale richtete General v. S e« ck t an den Reichspräsidenten eine Ansprache, in der es u. a. heißt:„Wir bedürfen zu unserer Arbeit deS Vertrauens und drS Verständnisses weiter Kreise des gesamten Volkes, als dtzss-n Ver- tretung nns die Regierung und an ihrer Spitz« Sie, Herr Präfi» denk, gelten. Wenn wir um dieses Vertrauen bitten, so geben wir dafür als Pfand die Versichevung unserer entschlaf. senenTreuezuder beschworenen Verpflichtung auf Gesetz und Verfassung". Der Reichspräsident nahen hi-rarrf noch einmal da» Wort und betonte, eine unbedingt verfassimgstreue, gut disziplstliert« und von pflichtbewußten Offizieren geführte Truppe sei in Zeiten der Gärung und Entwicklung notwendiger den» je. Dw Organisation dieses H-ereS ist geschaffen; sie nun auch ganz zu er- füllen mit dem Geiste der Treue zur Verfassung und zum Volksganzen, dem Gefühle der Veramtwor iung für Recht und Gesetz und dem Gedanken selbstloser Hingabe für haS Vaterland med dessen Zukunft, ist ein« Aufgab«, die in den Händen der Führer ruht. Er habe volles Verständnis für di« heutige schnne- rige Lag« des Offiziers. Mit dem Abbau deS allen Heeres ver- schwindet sein Beruf, für den er seine Lebensarbeit ein- gesetzt hat. Und der klein« Teil der Offiziere, der im neiuen Herne steht, kommt in der langen UebergangSzeit nicht au» Wirtschaft- licher Unsicherheit heraus. Soweit es möglich, haben wir dem mit Fürsorge maßnahmen«ntgegengetmrkt. Die Er- baltung der Ruhe im Jwnsrn ist die erst« Voran Ssetznny für die Wiederbelebung und Erstarkung unseres Vaterlandes. Diese? Ziel, daS uns allen gemeinsam sein muß. erreiche» wir aber nmr durch ruhige Entwicklung auf dem Bode» der Verfassung und der Gesetze; nur so können wir Vaterland und Volk vor Not und Vernichtung schützen. Ansprache an die Sicherheitspolizei. WTB. meldet: Der Reichspräsident staSete""zeften? nachmittag der Sicherheitspolizei«inen Bestich �nb. In der Alexander- Kaserne hatte ein« Gruppe derselben Aufstellung genommen. Dazu waren sämtliche Beamte in Offiz i err a ng.'die Vertrau- e n S leu te der Awigen GrnpP«» und di« Zivilkommifsar« versainmelt. Nachdem der Reichspräsident die aufgestellten Mann- schafien besichtigt und sich dabei anerkennend über die gute Haltung und Disziplin der Mannschaften ausgesprochen hatte, richtet« er eine kurz« Ansprache an die Versammelten. In ihr gedachte der Reichspräsident des Ernstes der Zeit nnd gab seiner Freude und seinem Dank für die twryestuge Vertrauenskundgebung der Kommandeure der Sicherheits, ,olizsi Ausdruck. Tie Ansprache schloß mit einem Appell an die Berfas-' sungStreue, Darauf fand eine Besichtigung der Mann- schaftSwohnräum«, sowie der gemeinnützigen Ein« richtungen in der Kaserne statt. Auch hier äußerte sich der Reichspräsident über den guten Eindruck, den er von der dort Herr- schänden Ordnung empfangen hatte. Vertagt bis zur Ermittlung LiUtwib' wurde am Donnerstag ein Beleidigungsprozeß des ehemaligen Korps Lüttwitz gegen di« „Freiheit". ES handelt sich um Angriffe weaen eine» von der„Ar." bebauvleten Lünwitz-Befebls zu militärischer Bekämpfung eines lwlS- radikalen Massenstreiks. Lüttwitz ist Hmiplzeuge. her erschien in der„Umschau" ein Aufsatz von Prof. Regener über die Zerlegung deS Stickstoffes und soeben ein Artikel von Prof, Schenck über den Bau de» Atoms. Eine Kino-AuSstellung wird am 72. J«ni im„C l o u", der ehemaligen Markthalle, dte jetzt zum großen Ausstellungsraum umgebaut worden ist, unter dem Namen„Der Film" eröffnet. Sie ist voll befetzt, zeigt Technik, Kunst, Wissenschaft, Literatur un» alle?, wa- mit dem Kino- und Filmwesen zusammenhängt. Tag- lich finden 23 Tage lang Sondervcranstaldnngen statt. Bildnisse von Dautcr. Professor Georg Sawter ist 28 Jahre iii England als beliebter Porträtmaler tätig gewesen. Wenn man weiß, was das m dem klaffischen Lande der ästhetrfchen Unkultur bedeutet, so ist man angenehm überrascht von den Arbeite», die der seit einigen Jahren wieder in Deutschland lebende Künstler jetzt bei Nicolai, Viktoriastr. 28», ausgestellt hat. Sanier hat tn seinen PorttätS weder biographisch« Extrakt«, wie eS die gr.ßen klaffischen BtldniSmaler hatten, noch ist er ein visionärer Svslenkünder nach Art Kokoschka. WaS er bietet, sind—' rem gegenständlich anfg«. faßt— lebensvolle Momentbilder, die charanevistifche Merkmale der äußeren Erscheinung geschickt fixieren, ohne ti-ser Liegendes auS- und andeuten zu wollen. Kürfftlerffchen Wert erbabteu d« Porträts vor allem durch das künstlerische AetngcfüL mit den großen, diskret getönten Farbflächen, die gegeneinander abgesetzt und miteinander zu vornebmen Harmonien verschmolzen werden. Namentlich di« beiden großen Damenporträts sind bei verschieden- artiger Technik von ausgesuchter Del'kateffe.-Da» höchste in der Bildniskunst wird auf diese Werse freilich nicht erreicht. WaS Sauter schafft, ist mehr Produft eine» kultiviert«« Geschmacks, al» «lententare künstlerische Uekraft. Auch ein Zuviel an Routine und ein« gewisse Müdigkeit der forme nschaffenden Fantasie Macht fich an einzelnen Bildern bemerkbar. Aber immerhin könnt« man zu. frieden sein, loenn sich die Famili« noovträtS in den Salons der deutschen zahlungsfähigen Bürgerhäuser stets auf einem so an- ständigen und gediegen«» Niveau halte» würden, wie es hier zw- tage tritt._ I. S. Die Mmee« atn Wehltage. Am tz. Juni i. J., dem Tag- der KeichScagSwohlen, bleiben daS ttlt- und Neue Aftlfeum, da? Kader-Frirdrich- iNuseum, das Kunstgewerbemuseum, da? Museum jllr Vöilerkunde, die Sammlung iür deutsche Votr?iunde und das Zeughau« geschlossen. Max Liebermann ist einstimmig zum Präsidenten der Alademte der Künste gewähl» worden. Am 1, Oktober tritt er an die Stelle Mangels, der eine Dcedcrwahl ablehnte. itzriedmann-Vortrag. Auf Beranlassung de» gevtralkomit««» zur Bekämpfung der Tuberkulose und de? Komitee« für das ärztliche �ort» bildungswefen stricht Prof. Friedmann im Tuberluloseinstitur im Siarnüon. lazarect, Tcharnhorftstr. 18.«rn 9. Juni, mittags 12 Nkr, über iciue Heil« und Samtzimosungsbehaiidlung der Tuberkulose um Vorstellung van Patienten vor und nach der Vebandlung, Theater. Im Deotlche» Opernhaus varanstaltet am 12, und lg, Juni Frau Kamm-rsingeirn Marie Jeritza na* dar StaalSistac i* Die» ein zweimaliges Gastspiel. Gin Tternheim- Skandal, veranlaßt durch da? Schauspiel„Die Kassette", wird a»? dem Wiener Bucgthealer gemeldet, Hille der tÄtcienschoft t Zur Förderung naturivusenichuillicher Arbeiten Mstete Dr Anschüp-Kämpsi: der Bahschchen Akademie der»ige» schalten eine Million War/. TreugeMm's aus Pommern. Erklärung des Wehrkreiskommaudos. Stettin, Z. Juni. DaS Wehrkreiskommando gibt folgende Erklärung ab: Sämtliche Truppenführer der Reichs- wehrbrigade 2 in allen Garnisonen der Provinz Pommer» und der Grenzmark Westpreußen-Poscn haben erklärt, das, sie mit ihren Truppenteile» vom ältesten Offizier biS zum jüngste« Mann ge- fchlvsseu auf den, Boden des Zlufrufs ihres Militärbefehlshabers und deö Obcrpräsibenten vom 1. Juni siehe» und fest gewillt sind, die Berfaffung und die verfassungsmäßige Regierung geze» jeden Angriff von rechts oder links zu schütze». Gewerkschastskommz�lon unö putsthgefahr. Am Mittwoch abend nahm die Berliner Gewcrkschasts- konimijsion Stellung zur gegenwärtigen innerpolitischen Lage. Der Referent Rusch teilte eine Reihe von Einzelheiten über Ansammlungen in der Umgebung von Berlin mit. Er betonte, dasi es sich in allen Fällen um Truppen handelt, die zu reaktionären putschistischen Zwecken Berwendung finden sollen. Weiter habe der AuSlchuB sichere Mitteilung, daß Ojfiziere der Berliner Sicherheits- Polizei am Werke seien, um die von Atbeitern gesäuberten Ein- w o h n e r w e h r e n in der Umgegend Berlins für einen reaktionären Putsch mobil zu machen und sie zu diasem Zweck mit der SicherheitS- wehr zu vereinen.'Die reaktionären Einwohnerwehren seien alle noch bewaffnet. Die Reaktion sei schlagfertig, während die Regierung schlafe. Der Ausschuß der GewerkichaftSkomtnission habe sich mit dem Gcwerkschasisbund in Verbindung gesetzt und von dieser Seite sei die Regierung um Verhandlungen in dieser An» zelegenheit ersucht worden. Die Regierung habe aber erklärt, erst nach der Konferenz in Spa verhandeln zu können. Angesichts dieser Saumseligkeit der Regierung halten die Vertreter der Gewerlschaftskommission ein Mirarbeiten in der Wehrkommisfion nicht mehr für möglich. Durch ihre» Rücktritt soll der Bevöllerung gezeigt werden, daß die Regierung ihre nach dem Kapp-Putsch gc« gebenen Versprechungen nicht gehalten habe. Die Versammlung beschloß einstimmig folgende Erklärung: „Nachdem die Berliner GewerkschastSkommission bereits am April Stellung genommen hat zu dem Wortbruch des preuh:- scheu MinistermmS über Einstellung der Vertrauensleute der Ge- werk'chasten in die Sicherheitspolizei, ist nunmehr die Angelegenheit so weit gediehen, daß es unmöglich ist, die Vertreter der Berliner Gewerkschastskommisston in dem von den am Generalstreik betei- ligten Organisationen gebildeten WchrauSschuß. noch weiter zu de- lassen. Nachdem erneut Verhandlungen seitens des WehrauSschusteS mit dem preußischen Ministerium des Innern verlangt worden sind, hat dasselbe nach 14 tägiger Wartezeit die Verhandlungen verscho- ben bis nach der Konferenz in Spa. Blind steht die Regierung den inneren politischen B-rhältnisien und dem Rüsten der Reaktion ge- genüber. Die Durchführung b'S Punktes 6 der Abmachungen ist in keiner Weise eingehalten. An Stelle organisierter Arbeiter und An- gestellten worden ehemalige Baltikumer und reaktionäre, national- gesinnte Söldner angenommen. Wir müssen daher die Verant- wvriunz arg?sichtS der drohenden Gefahr ablehnen und den Minister des Innern und den Berliner Polizeipräsidenten für die jetzige Loge verantwortlich machen. Die organisierte Angestellten- und Arbeiterschaft machen wir auf die drohende Gefahr aufmerksam und ersuchen sie, ihr volles Augenmerk auf die Bestrebungen der Reaktion zu richten." Zu diesem Bericht sei bemerkt, daß die Vertreter der am Generalstreik beteiligten Organisationen am letzten Montag beschlossen hatten, die Wehrkommission um einstweiliges Ver- bleiben im Amte zu ersuchen und neue Vcrhandlun- g e n mit der Regierung anzubahnen. Der Reichstagsbegwn. Nicht vor dem 23. �uni möglich. Die Frage des Zusommcntritis des ReichSlagS ist von folgenden Terminen der RcichSwohlordnung abhängig: S. Juni Wahltag. 0 Jmii Eingang der Ergebnisse der Wahl- bezirke beim KreiSwahllciter. 10. Juni Sitzung der KieiSwahlauS- schüile zur Erminlung der Wablkreisergebnisse. 1l. Juni Eingang der Reststimmen bei den BerbandS-Wohlleilern und beim Renbs- wahlleiter. 13. Juni Sitzungen der BerbandSausschüsse zur Er- miitlung der noch auf die Kreiswohlvorschläge emsallenden Abgeordneten; Mitteilung an die Kreiswahlleiter und Abgabe der Rest- stimmen an den ReichswaHlleiter. 18. Juni Sitzungen der Kreiswabl- auSschüsse zur Verteilung der Abgeoidnelensitze auf die Kreiswahl- Vorschläge; Erklärung der erforderlichen Anzahl von Abgeordneten für gewählt; Benachrichtigung der Gewählten; gleichzeitig Eingang der Reststiinmen der WablkreiSveröände beim Reichswahlleiter. 14. Juni Sitzung des ReichSwahlnuSschnsseS zur Fesistellung� der auf die R-ichtwahlvorschläge fallenden Abgeordnetensitze. Erklärung der ent- sprechenden Zahl von Abgeordneten iür gewählt; Benachrichtigung der Gewählten, lö. Juni Zustellung der Nachricht an die auf Grund der Kreiswahlvorschläge Gewählten über die Wahl. 18. Juni Zustellung der Nachricht an die auf Grund der ReichSliste Gewählten über die Wabl. SS. Juni Ablauf der Frist zur Erklärung über An. nähme der Wahl auf Grund der Kreiswahlvorschläge. 23. Juni Ablauf der Frist auf Grund der Reichsliste. Die Znsammenrufung deS neuen Reichstages ist daher frühestens auf den 23. Juni möglich. Die Konferenz in Spa soll am 21. be- ginnen. Engli'che Melduiigen französischer Blätter wollen aber schon von einer unten Verschiebung wissen. Das neue Arbeitsrecht. Der Ausschuß zur Ausarbeiumg des Entwurfs eines neuen Arbeitsgesetzbuchs ist am 2a und 29. Mai unier Leitung seiiu? Vorsitzenden, deö Ministerialdirektors Siefart, im Reichs- arbeitSministcrium zu Beratungen zusammengetreten. Dem AsiS- schuß gehören u. a. unsere Genossen Paul Um breit, Rudolf W i s> e I l und Dr. Sinzheimer(Frankfurt a. M.) an. Die Arbeiten der von dem GesamiauSschusse gebildeten Unter- auSschüsse sind zum Teil bereits weit fortgeschritten. In Be- arbeitung find insbesondere die Entwürfe einer SchlichtungSvrdnung. eine» ArbcitsgerichtSgeselze", eines ArbcitsnachwciSgesetzeS. eines HeimarbeilgesegeS, eines HauSdicnstgescyeS und emeS Tarifvertrags- gesetzeS. sowie mehrere Sonderabichnitte des allgemeinen Arbeits- vemagSrechlS. Die vorerwähnten Gesetzentwürfe sollen vorweg er- ledigt und später in das Äesamtwerk eingearbeitet werden. In Aussicht genommen ist ferner ein Gesetz über Arbeits« behörden. Die jetzigen Beratungen hatten hauptsächlich die Erörterung der bisber vorliegenden Vorentwürse, insbesondere eines ArbeitsgerichtSgeietzes. eines ArbeirSuachweisgesetzeS und eines TarifvertragSgesetze» zum Gegenstände. Außerdem fand eine Aussprache darüber statt, wie die Fort- führung der Arbeiten zweckmäßig zu gestalten und tunlichst zu sör- dern sei. Auch wurden die Beziehungen zum internationalen Arbeits- recht, namentlich mu Rücksicht auf die von der Hauptversammlung deS Jnternalionaleu Verb iudeS der A�lleir im Oktober und??ovember 1919 in Washington gefaßieu Beschlüsse erörtert. An der Besprechung de» TarisvertragSgesetzes nahmen auch Mitglieder deS Tarlfrcchts- auSschusteS der Geiellschaft für soziale Reform teil. ver wai Die Stimmung ist gut. Wahkeindrücke aus dem Westen. Der frühere preußische Ministerpräsident Genosse Paul Hirsch ist soeben anS dem westdeutschen Industriegebiet, wo er in einer großen Anzahl von Versammlungen gesprochen hat, zurück» gekehrt und teilte über seine dort gewonnenen Eindrücke folgen- deS mit: „Im Ruhrgebiet wird von allen Seiten eine sehr lebhafte Wahl- agitation getrieben. Besonders rührig find die Deutsche Volksparlei und die beiden sozialistischen Parteien. ES ist mir sehr in« teressant gewesen, zu sehen, daß, im schärfsten Gegensatz zu den Prophezeihungen der reaktionären Presse von einer Wahlniederlage der Sozialdemokratie, in den Versammlungen der Sozial- demakraten überall frohe Sieges st immung herrschte. Man rechnet auch nicht mit starkem Abzug nach links, obwohl zugegeben wird, daß durch das Anwachsen der Real« tion die Massen radikalisiert werden und das eine oder andere Mandat auf Kosten der Sozialdemokraten an die Unabhängigen fallen kann. Daß, abgesehen von vereinzelten Fanatikern, in nennenswertem Umfange Putschabsichten bestehen, glaube ich nicht. Die Unabhängigen, die in meinen Versammlungen sehr stark vertreten waren, haben mir durchweg zugestimmt, wenn ich vor Putschen warnte und darauf aufmerksam machte, daß sie nur der Reaktion zugute kämen. Große Erbitterung herrscht auch heute noch über das Verhalten des Militärs. Insbesondere über die von den Kriegsgerichten gefällten Urteile. Die Forderung, daß auch in diesem Gebiet der Ausnahmezustand beseitigt werde, erscheint mir nach meinen Eindrücken gerechtfertigt. Besonders erfreut war ich darüber, daß, von einer einzigen Ausnahme abgesehen, die unabhängigen und selbst die kommu- nistischen DiskusfionSpedner mir völlig darin beipflickteten, daß das Proletariat fich endlich die Bruderhand reichen und gemein- iam gegen die Reaktion kämpfen müsse, anstatt sich wie gegenwärtig zu zerfleischen. ES scheint, daß allmählich die Stimmung zu- a u ii st e n deS Zusammenschlusses der beiden sozialistischen Parteien die Oberhand gewinnt. Dazu hat zweifellos der Kapp- Putsch stark beigetragen, so daß es in diesem Fall heißen kann, daß auch Herr Kapp ein Teil von jener Kraft gewesen ist, die stets das Böse will und doch da» Gute schafft." tzelffen'ch, der Bekenner. Die Ortsgruppe Hannover de«.Zeniralverews Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens' hatte an Herrn Helfferich folgendes Telegramm gesandt: Billigen Eure Exzellenz die in Hannoverschen Zeitungen zur Unierstützang Ihrer Kandidatur erlastenen Austuie mit folgendem Inhalt: 1. Aus saugung des deutschen Volkes durch das geldgewaltige Judentum, das in den Krieg«. gesellschafte» sitzt, in Höhe von sährlich 12 Milliarden Mark. 2. Wollt Ihr Eure Söhne und Töchter bewahren vor jüdischer Vergiftung und schmutzigen Kinostücken und unzuchtigen Nachtlokalen? Erbitten dringend Drahtantwort. Nun war der Herr StaatSminister a. D. etwa? in Verlegenheit und in Gefahr, auf der einen Seite die antisemitischen Schreier der Deutschnationalen Partei, in der er gelandet ist, auf der anderen Seite seine jüdischen Großfinonzsreund«, die man im Leben doch auch braucht, und auf die man sehr leicht in der Zukunft wieder an« gewiesen sein kann, vor den Kopf zu stoßen. Also, redete cr sich mit einer gewundenen Erklärung, die einem persönlichen Be- kenntnis aus dem Wege ging, heraus: Betreffende Zeitungsartikel find bisher nicht zu Geficht ge- kommen. Ich verantworte meine eigenen Erklärungen, sehe keine Veranlassung, gegenüber Dritten zu Zeitungsänßerungen billigend oder mißbilligend Stellung zu nehmen. Helfferich. Ja, es ist etwas Herrliches um den Bekennermut eines deutsch- nationalen Kämpen, der es mit keinem seiner Gönner verderben will, ob er Jud' sei oder Christ!— Der Tiefpunkt. Die„Tägliche Nundschau", das Hauptorgan der Deui- schen Volksvartei, beginnt ihren Leitoufsatz vom Dannerstag abend mu den folgenden Worten: Ein Halbanalphabet wurde KultuSm,i nister in Preußon, «in Zuhälter Polizeipräsident in München,«in Kneipwirt ist ReichSreyent und ein Reisender in Spülklosetts fitzt «ruf Bismarcks Kanzlersessel. Die Partei für Besitz lind— Bildung ist also mit ihrer Wahlagitation bereits stn Svülklosett angelangt. Die Leute können es eben nicht verschmerzen, daß heute auch Männer mitzureden haben, die nicht mit dem goldenen Löffel im Munde geboren sind. Ihr Hochmut, ihr Dummstolz, ihr Ge- sinnung sschmutz kennt keine Grenzen. Möge diese Gesellschaft am 6: Juni dahin verschlvinden. wohin ihre eigene Spül- klosettphantaste den Weg zeigt! Koalition und Stresemänner. Der demokratische Reichsminister Koch hielt gestern in Nürnberg eine Rede, in der er sagte: Selbstverständlich bin ich für ein« möglichst luSgiSbige Vertonung des Bürgertums in der Koalition. Was sich in Wort und Tat auf den Boden der Verfassung stellt, gehört hinein. Ich be- dauere, daß die Deutsche Volkspartei durch ihre Pokitzik des letzten J«hr«S, durch ihr Verhalten beim Kapp-Putsch und durch die Art, w-ie sie den Wahlkampf vielfach mit dem verrotteten Unter- schied zwischen nationalen und cmtinationalen Parteien führt, ein so berechtigtes Mißtrauen hervorgerufen and die ab- lehnende Erklärung de« Reichskanzlers Müller geradezu prov»- ziert hat._ Rechtsbolfchewiften. Di- innige Seelenverwandtschaft der Deutsm?tmorgm?isationen haben nach langer Aussprache schlietzllch doch zu einer Einigung geführt, so daß der drohende AnS- stand iim Bankgewerbe vermieden wird. Auf Vmschlag des Gudrun- vatS Dr Dittmar vom ReichZarbeitSministerinm wurde schließ- lich von beiden Parteien der nachstehende Vergleich cnrgeriommen: Sämtliche Angestellten Scholien zu den nach der Sieuregelung bewilligten Sätzen vom 1. April 1S20 ab monatlich im voraus eine besondere Teuerungszulage: In Ortsklasse 1: Verheiratete 200 M., Ledige 136 M., Lehrlinge und Burschen 60 M. In Ortsklasse 2: Verheiratet« 100 M,, Ledige 130 M.. Lehrlinge und Burschen 60 M. In Ortsklasse 3: Vor- heiratete 180 M.. Ledige 120 M- Lehrlinge und Burschen 46 M. In OrtZAass« 4: Verheiratet« 170 M., Ledige 115 M., Lehrlinge und Burschen 40 M. In Ortsklasse.6: Verheiratete 160 M., Ledige 110 M., Lehrlinge und Burschen 40 M. Die auf Probe Angestellten«halten die besondere Teuerung«- Zulage, sobald sie mindestens drei Monate bsi der Bank beschäftigt sind. Aus die besondere Teuerungszulage kommen in Anrechnung die seit dem 1. April 1020 bereits örtlich bewilligten oder durch Schiedsspruch ausgesprochenen, üb« die Neuregelung hinausgehen. den Anlagen. Die Teuerungszulagen werden bei der endgültigen tarifarischen Regelung ans die darin bewilligten Sätze angerechnet. Die Verhandlungen üb« einen endgültige« Reichs- tarif beginnen spätestens am 16. Juni 1020 auf Einladung des RetchSarbvitSminifteriuimZ. Die Verhandlungen finden vor dem gleichen Unparteiischenkwllegium wie die letzte» SchlichhwvgSver» Handlungen statt. In den besetzten Gebiete« ist zu den tariflichen Sätzen sin der Höhe nach noch zu bestimmend« TeuerungS-uschlag zu ge- währen. Nach Annahm»« dieser vorläufigen Regelung sind örtliche Arbeitskämpfe nnverzüglich einzustellen. Matz- regeln ng sn dürfen nicht stattfinden,«S sei denn, datz«ine straf- gerichtliche Art d« Verfchlimg vorliegt. Bis zum Srlatz«ineS Nr- teils erster Instanz kann Entfernung vom Dienst unter Fori- zahlnng der Bezüge swttsiniden. Eine Bezahlung der Streiktage findet nicht statt. Es wird empfohlen, wegen des VerdienstauSfalleS Vorschüsse zu gewähren. Die vorläufige Regelung gilt bis zum Zustandekommen eines ReichStarifvewtrageS. längstens jedoch bis zum 31. August 1920. A«nahme des BermittelungSvorschlages. In einer vom Deutschen BanU>«nntenv«ein und dem Zlllgc- meinen Verband der Bankbeamten einberufenen überfüllten Ver, sammlung erstattete zunächst Fürstenberg Bericht über die Verhandlungen im Reichsarbeitsministerium, die Donnerstag vor- mittag gcpilogsn wurden. An de» Verhandlungen nahmen für die Arbeitgeber teil Dr. MoSlsr, Geheimrat Schreyer und Willing. Die Arbeitnehmerarganifationen waren durch Fürstenberg, Gurr. Kornaker. Hase, Scholz, Grunewald und Escher vertreten. Ange, ficht S d« ungünstigen Lag«, so führte Fürstenb«g auS, feien die Vertreter der Arbeiinehmerverbände zu dem schweren Entschluß ge- langt, einen BermittlungSvorschlag der Arbeitgeber anzunehmen. Wen» eS auch kein Sieg der Angestelltcnschaft sei. so bedeuie es doch einen Fortschritt, datz von den Arbeitgebern zwei Drittel der gestellten Forderungen bewilligt worden seien, da diese mit der Absicht i» die Verhandlungen getreten seien, nur eine wesentlich geringere Erhöhung zuzugestehen als sie nun bewilligt ist. Dies« Ver- trag sei nicht von lang« Dauer, da die Verhandlungen üb« den Reichstarif bereits am 16. Juni beginnen würden und es dann daraus ankäme, dem Arbeitgebertum eine geeinte Kampffront entgegenzustellen. Die Ergebnisse der in den Betrieben vorgenommenen Abstim- mungen gab Marx bekannt. ES wurden abgegeben in d« für den Streik dagegen Deutschen Bank.... 3107 128« DiSconto-Banl..... 2301 785 Dresdener Bank.... 2969 918 Darmstädter Bank... 1625 983 Mitteldeutschen Kreditbank. 413 181 Commerz-Baak.... 1149 576 N. F. D........ 558 264 ungültig 104 11 19 Die Werkzeugmacher zur Mktorüarbeit. Am Dienstagabend tagte« in de» Sophiensälen die im Metall- arbeiterverband organisierten W«kzeugmacher, um zn dem neuen Tarifabkommen Stellung zu nehmen. Bor vierzehn Tagen hatte ein« Versammlung sich schon mit diesem Thema beschäfrig: und die Vorschläge der Verhandlungskommission und der Unternehmer ab- gelehnt. Knopf teilte mit, daß die neue, sehr slart besuchte Versammlung auf Veranlassung der Bevollmächtig- t e n einberufen sei. und daß heute die Entscheidung fallen müsse, da von der Stellung der Werkzeugmacher die Unternehmer die weiteren T a r i fv e r h a n d l u n g« n abhäneig machen. Der Bevollmächtigte Z i S k a führte aus, daß die W«k- zeugmacher seit Jahren nach einem Branchenbeschluß das Werkzeug nur im Lohn herstellen. Die Unternehmer versuchen diese» Beschluß zu durchbreche«. Ein Teil der Kollegen umgeht den Beschluß, indem« Scheinakkorde«ingeht, um dadurch einen höheren Verdienst zu erzielen. Mit dem Standpunkt der Werkzeugmacher, daß sie die Akkordarbeit ab- lehnen, müsse gebrochen werden.(Bei diesen AuS- führungen fand der Redner stürmischen Widerspruch der Bersam- melten.) Es seien dafür zwei Gründe maßgebend: erstens werde der Branchenbeschlutz nicht allgemein durckgeführt und zweitens gebiete die wirtschafilich« Lage, eine andere Stellung einzunehmen. Der Hauptausschuß habe v«sucht. mit den Unternehmern dadurch einen Ausgleich zu schaffen, daß die Werkzeugmacher höher ent- lohnt werden und habe zugestimmt, daß überall da, wo sich die Arbeit kalkulieren lasse, die Arbeit im Akkord herzustellen sei. Für die Werkzeugmacher habe man 60 Pf. Lohn über den abzuschlie- ßenden Tarif vorgesehen und er ersuche daher die Versammlung, den Vereinbarungen zuzustimmen. Auch hier wieder fand der Redner stürmischen Widerspruch und eS ertönten Rufe„Ver- räter, an der Arbeiterklasse". In der Diskusston sprachen alle Redner gegen den gemachten Vorschlag. Die Ablehnung wurde damit begründet, daß es un- möglich i«i, das Werkzeug im Akkord herzustellen, da von der Be- schaffenheit der Werkzeuge die gesamte Produktion abhänge. Von anderen Rednern wurde ausgeführt, daß es sich bei dem Bor- gehen der Unternehmer um eine Machtprobe handele. In der Abstimmung wurde der Vorschlag aus Akkordarbeit von der Ber- sammlung fast einstimmig abgelehnt. Di« Branchen- kommifston erklärte darauf, daß sie ihr Mandat niederlege. Börner erhob heftige Vorwürfe gegen den Bevollmäcktigten ZiSka und die Branchenleitung. Er sagt«, sie segeln im Fahr» wasser der Arbeitsgemeinschaften. Man könne eS verstehen, wenn das die alte Verwaltung getan habe, von der neuen sei eS gerade vom Standpunkt der U. S. P. ein Verrat an der Arbeiterklasse. Es müsse einmal Abrechnung gehalten werden. ZiSka konnte in seiner Ver- teidigung den Eindruck nicht verwischen, daß die jetzige Taktik nicht ganz mit den vor einem Jahre gesteckten Zielen überein- stimme. Die Verhandlungskommission wurde dann nochmals be- auftragt, den Posten bis zum Abschluß der Tarifverhandlungen zu behalten, um dann die Neuwahlen vorzunehmen. Achtung, Setriebsräte! Da die Beröstentlichung de? Ausschusses des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes unklar gehalten ist, die Einzelbetriebe sich an die Berliner Gewerkschaftskommission wenden, ergeht hiermit die Aufforderung: Die Betriebsräte der einzelnen Betriebe haben sich unbedingt an ihre Gewerkschaften zu wenden und empfangen von dort ihr Material und ihre Legitimation. Der Ausschutz der Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend. I. A.: Hildesheim. Boykott gegen die z?riseurgcschäste. Um den Streik der Friseurgehilfen zu unterstützen, hauptsäch- lich um die Arbeitgeber zu Verhandlungen zu bewegen, hat die Ber- liner Gewerkschastskonunission am Mittwoch abend einstimmig fol- genden Beschlutz gefaßt: Seit drei Wochen stehen die organisierten Friseurgehilfen und --Gehilfinnen in heftigsten Lohnkämpfen, Alle Versuche der strei- kenden Friseure, mit thren Arbeitgebern zu Verhandlungen zu kommen, find bisher gescheitert. Den Schiedsspruch der SchlichtungSkommiMon haben die Ar- beitgeber abgelehnt. Verhandlungen im ReichSarbeitSministerium wurden gleichfalls abgelehnt. Der Versuch der Berliner GewerkschaftSkomimission, zwischen den streikenden Friseuren und dem Jnteressenverband der Friseure Groß-Berlin« eine Einigung herbeizuführen, scheiterte gleichfalls an der unnachgiebigen Haltung der Arbeitgeber. Der Versuch der Gewerkschaftskommission, vor der Verhängnng des Boykotts in letzter Stunde zu Verhandlungen zu kommen, scheu terte an der brutalen Ablehnung des Vertreters de« Interessen- Verbandes, deS Obermeisters Leopold. Arbeite, und Angestellte Grsß-BerNnS! SnZ diesem Grunde steht sich die Berliner GewerkschastSkom- Mission genötigt, über sämtliche Gvoß-Berliner Friseurgeschäst« den Boykott zu verhängen. Der Ausschuh der Gewerkschaftskrmrmission wird ermächtigt, falls die Arbeitgeber sich zu Verhandlungen bereit erklärt haben, die Aufhebung deS Boykotts zu beschließen. In allen Stadtteilen Groß-BerlinS werden fliegende Friseur. stuben in genügender Anzahl eröffnet, die durch die Tagespresse und gelbe, durch die Zentralstreikleitnng unterzeichnete Plakate bekannt gegeben werden. Sei« organisierter Arbeiter und Angestellter darf da« heute ab «ine anderr alS durch dir Ttreikleitung freigegebene Frifvorstube be. suche». Kein« darf zum Boykot threcher werden. Hoch die Solidarität. Di« GewerkschaftSkommisfio« Berlins und Umgegend. Abschlag der Tartfverhandluuge» für die Angestellte« in de» Geldschrankfabriken und Bauschlofsereien. Am 2. Juni find die Verhandlungen über de« neuen Tarif zum Abschluß gelangt. Aufgabe der Betriebs- und Angestelltenräte ist es jetzt, dafür Sorge zu tragen, daß die neuen Gebaltssätze überoll ausgezahlt bzw. die Differenzen nachgezahlt werden. Auf" samt- liche LehrlingSlöbne ist ein Zuschlag von je 50 M. vereinbart. Die bisherigen Tariflöhne der anderen Angestellten stnd ab 1, April 1980 erhöht für die ersten 500 M der alten Tarifsätze um 60 Proz. bei den Bauschlossereien, um 76 Proz. bei den Geldschrankfabrite», die 500 M. übersteigenden Summen in entsprechender Weise um 30 bzw. 45 Proz. Diese Erhöhungen sind aber keine TeuerungS- zuschlage. Die Lohnsätze müssen nach wie vor bei den Abrechnungen wie im Neudruck des TarifeS in einer einzigen Summe erscheinen, Die Bestimmungen des RahmentarifeS find dieselben geblieben� auch der§ 10, der das sogenannte Mitbestimmungsrecht enthält, ist wieder aufgenommen. Der Vertrag läuft zunäthst bis zum 31. Juli 1920._ Deutscher DranSPorta-beiterderbaud. Kollegen und Kolleginnen aus den Buchdruckereicn, Buchbindereien und ZeitungSverlag-anstalten. Die Versammlung ündet nicht am Freitag, sondern am Soimabenb, nachmittags S Uhr, in demselben Lokal statt..._ Steinseber uud BerufSgeuosse«. Tarisbezirk»rog- Berlin. Sämtliche Betriebsräte und Betriebsobleute treffen sich am Freitag, 4. Juni, abends 7 Uhr, im Lokal von Schlott erbt;-!, Dauzlger Straße 93. Jede Firma muß unbedingt einen Vertreter seuden.— Filiale Berlin. Sonnlaz. 13. Juni. vorm. 9'/, Uhr. findet m der Harmonie, Jnvalidenstr, 1, eine sehr wichtig« Generalverjanunlung stau. Erscheinen aller ist unbedingt erforderlich. Wirtschaft Das Existenzminimum im Mal 1320. Die Besserung unserer Valuta hat auch für den Mai noch kerne Verringerung der Kosten deS ErrstenzminimumS gebracht. Zwar waren Kleidung, Schuhwerk und einige Nahrungsmittel, wie Reis. billiger al« im April,«ber die rationierten Waren sind im allgemeine» noch teurer geworden. Das gilt besonders sür Brot. Fleisch, Kartoffeln und Zucker. In Groß-Berlin kosteten so nach Dr. Kuczinski Brot. Zucker und Milch 9mal soviel wie vor dem Kriege. Kartoffeln 13mal soviel, Butter 14mal soviel, Margarine 22 mal soviel. Schmalz 29 mal soviel. Beschränkt man sich auf die rationierten Mengen, so ergibt sich im ganzen eine Veiteuerung auf das Vierzebnsacke. In den vier Wochen vom 5. bis 50. Mai wurden an die Bevölkerung verteilt: Vom Mai 1914 bis zum Mai 1920 ist da? wöchentliibe Existenz« minimum in Groß-Berlin gestiegen: für den alleinstebende» Mann von 16,65 M. auf 170 M,. d. h. auf das 10,8 fache, für ein linder- loses Ehepaar von 22,20 M. aus 268 M,, d. h auf da» 12,1 fache. für ein Ehepaar mit zwei Kindern von 28,70 M. auf 370 M,. d. b. auf das 12.9fache. An dem Existenzminimum in Groß- Berlin gemessen, ist die Mark jetzt noch 8 bis 9 Pf�wert. Preisabbau in England. Auch in England hat der Kampf gegen die übermäßige Preissteigerung in weitestem Ausmaß begonnen. Eine ganze Reih« von Kau i Häusern kündet in Riesenlettern in den Schaufenstern herabgesetzte Preise an; anderr haben einzelne Artikel wesentlich herabgesetzt. Im Strand, wo«in Parlamentsmitglied vor einigen Wochen einen Schrieiderladen einrichtete, in dem man«inen fertigen Anzug für 3 Pfund(60 Goldmark) kaufen konnte, haben jetzt zahlreich Berufssämeider die Konkurvenz mit diesem Schneider-Jdealisten aufgenommen. Ein Schuhworenhau» zeigt cm, datz sein Einheitspreis von 38 Schilling.eus_ 25 Schilling (25 Gold mark) herabgesetzt ist, und auch die Preise für Tee, Honig, Konserven, frisches Fleisch, besonders Hammelfleisch, sind bedeutend zurückgegangen. Obwohl die offiziellen Persönlichkeiten das Publi- kum vor zu weitgehenden Hoffnungen auf Preisherabsetzungen warnen, dauert dieWelleser billigen Preise nun doch schon einige Zeit an. Der neue englische ErnährungSminister Me. E»rd h Hot Er- nährungSbeiräte eingesetzt, die die Aufgabe haben sollen, gemeinsam mit dem LebenSmittelamt die Preisbewegung der wichtigsten Lebensmittel zu regeln. Sie werden jeweils für einen bestimmten Produktionszweig, zurzeit sind sie schon für die Marmeladeher- stellung, für die Obst- und für die Gemüseprodichtion einberufen, eingesetzt._ Auweudung bra MottrpflSge» i» der rnmänische« Landwirtschaft. Da» rumänische Domänenministerium hat eine besondere Kom- Mission ernannt, welche die Fr«« der Einführung der Feld- bestellung durch Motorpslüge studieren soll. Im engen' Znsammenhang hiermit steht die Absicht, demnächst eine größere An- zahl von Moiorpflügen im Ausland zu bestellen, für deren Lieferung insbesondere auch die deutschen landwirtschaftlichen Ma- ichinenfabriken herangezogen werden sollen. Verantw. kllr den redaitlon. Teil: Seich ftnttn», Temvelbof: für Alleeigen: Td. chlecke, Berlin. Berlag: BorwLrte-Verle»®. m. b. 6.. Berlin. Druck: Cnr. wäris-Buchdruckerei u. Berleaeanstali Beul Sineer a. So. Berlin, Lindeulir. 8, Sterz» 1 Ben«,,. AWcrtheim Leipziger Strasse Konserven fllimfisch in Oel.................... Dose 6.35 Gekochter Lachs..................Dose 6.65 Heringe in Gelee................. Pfooddose 6.90 Fischpaste.................... Pfunddose 4.90 Delikatessheringe 13.25* o«. 7.25 Bismarckheringe ohne ortte»...... ov»ie Dose 11.75 Heringe io Senfsauce, ohne Qriten. ovale Dose 12.00 8.75 Fischwürstchen.................. Dose 10.40 Fischklöße.................... V, Dose 13.50 Schwäbische Salzgurken....... a utcr-Dose 8.25 Pork U. Beans(Bohnen u. Schweinefleisch) Dose 8.50 3.00 Spaghetti(Makkaroni mit Fleisch und Tomaten) Dose 2.95 Gebr. Kaffee 2L°° 32" 36*° Köm g stro ss e ßosznthaler Strasse Soweit Vorroi* Kirschen...... 3" Safsäl,............... 3 Kspi. M o ritzp/ o fz Mohrrüben iS ÄT« SS«. Grüne Schoten............ 1" Frische Qurken..... 1M Junger Kohlrabi 70m. Blumenkohl... 1" Zwiebeln i».»..!»«...,.. SSM. Stachelbeeren... m..« 1" Trauben-Rosinen.. 12°° Große Salzheringe».»» Delikateßheringe.. 30 m. Anchovis...............-».-3'° Muscheln>. mm m..- 1° Schellfische........... M..-1°° Frische Flundern..... 1" Kartoffeln Neue Italienische__ ohne Marken.... Pfund m '9t Nr. 282 ♦ 37. Jahrgang Heilage öes Vorwärts Lreitag, 4. �ttnf 1920 Wen soll Sie Seamtin wählen! Bon Charlotte Buchow. Bei den Beamtinnen ist der Zwiespalt in diele r Frage nicht gering. Auf der einen Seite steht noch immer das Alte: die Anhänglichkeit an die Tradition des Beamtentums als l Stand und Klasse, die scheinbare Unzertrennlichkeit der beiden Begriffe: Kaiser und Reich und der Rückblick auf die Gerub- iamkeit des Lebens vor dem Kriege. Auf der anderen Seite steht das Streben nach aufrechtem Menschentum, nach politischer Freiheit, nach Erlösung von der Bevormundung durch überhebliche Vorgesetzte, die dringende. Rotwendigkit eurer Reform der wirtschaftlichen Lebens, und Eristenzchedin- gungen der Beamtenschaft.* Durch die Revolution verloren gerade die Beamtinnen zunächst rein gefühlsmäßig die Orientierung. Denn alles, was von links kam, galt im kaiserlichen Deutschland, dem sie eingeschworen waren, als Sünde wider den heiligen Geist des Beamtentums und wurde mit Entlastung geahndet. Da kam der Kriag— es kam der 9. November 1918. An diesein Tag stürzte der überstolze Bau. des kaiserlichen Deutschland in sich zusammen, wurde über Nacht eine dem Sozialis- mus zustrebende Republik, ein demokratischer Staat. Man be- hauptete: Die Heimat hat die Front erdolcht. Aber das war eine Verdrehung der Tatsachen, das war bewußte Lüge. Denn Heimat und Front war vom ersten bis zum letzten Tage eine untrennbare Einheit, und als die Heimat vor Hunger und Elend zusammenbrach, fiel automatisch auch die Front in sich zusammen. Es ist wahr: Zusammengebrochen stnd unsere uralt ge- heiligen Begriffe von Recht und Treue. Wer aber gelernt hat, Ursache ubd.Wirkung miteinander zu verknüpfen, der weiß es: Nicht die Revolution tat uns dies, sondern der entsetzliche, nicht endenwollende Krieg. Mit eigener Hand zerbrach der Staat die feste Form von Sitte und Moral, als er zum Kriege rief, die blutige Saat trug bittere Frucht und droht uns alle zu vergiften. Die Revolution ztocmg den Kaiser zum Gehen.. E S blieb aber das Eigentliche, dem der Beamte dient: da? Reich— der Staat. Er braucht seine Beamten heute nötiger denn je. Wer ihm aber jetzt dient, tut es anders als früher. In der Demokratie ist redet einzelne~ ob Mann, ob Frau— mitbestimmendes Glied des Ganzen. Die Demokratie erlöste die Beamten aus dem alten Hörigkeitsverhältnis, sie bmchte aber vor allem den Frauen das Wohlrecht und beseitigte die drückendsten Ausnahmebesstmmungen für die weiblichen Beamten. Vieles ist schon erreicht in der kurzen Zeit ihres Bestehens und unter den unsagkichen Schwierig- keiten, mit denen die junge Republik mrter den Nachwirkungen des Krieges zu kämpfen hatte. Sollen die geplanten Reformen wirklich zur Tat werden, soll sich der soziale Gedanke in der Gesetzgebung noch weit mehr als bisher durchsetzen,. so mjisten vor ollem die Beamtinnen lernen, daß sie. ihr Schicksal selbst in der Hand haben. Nur weyn eine überwiegende Mehrheit sozialdemokratischer Ab geordneter im Reichs- tage sich durchsetzen kann, kommen auch die Beamtinnen zu ihrem Recht, erkämpfen sie sich oegen die stets reaktionär ge- richteten Bestrebungen der einstigen Machthaber ihre volle Gleichberechtigung als Staatsbürger, die Wertutta ihrer Leistungen nach dem Maßstabs der Tüchtigkeit und nicht nach dem Geschlecht. Die alte Sozialdemokratische Partei kämpfte von je für die Gleichberechtigung der Frauen, für die Rechte der Unterdrückten und Schwachen. Sie ist nicht nur eine Partei der Albeiter, sondern eine Partei der Arbeitenden aller Berufe. Sozialismus ist helfende, tragende Gemeinschaft. Wer den Gedanken deß Sozialismus ganz zu Ende denkt, für- den gibt es keine Frage mehr, wen er zu wählen hat. Er gibt seine Stimme der alten Sozialdemokratischen Partei, die den sozialen Gedanken am reinsten zu verwirk- lichen trachtet und dabei den realen Dingen deS LebenS doch nicht Gewalt antut. Keine Partei kann jemals restlos und auf die Dauer befriedigen, nur wenn sie getragen wird von einer ethischen Grundidee, bleibt sie lebensfähig. Nicht in der Vergangenheit liegt das Heil, sondern im zukunftsfrohen Vor- wärtsschreiten. Im Beamtentum liegt soviel sittliche Kraft, soviel stumnr-bescheidene Größe, sie darf nicht verzettelt wer- den im nutzlosen Kampf für überlebte Ideale. Darum. Ihr Beamtinnen, stellt Euch in den Dienst der jungen Republik, stimmt am 6. Juni sozialdemokratisch l Beratungen über die Wirtsihastskrifls. Tagung des Wirtschaftsrats. Der Wirtsckaftirat beim Reichstvirtschafts- Ministerium eröffnete gestern seine große Aussprache über die durch die V a l u t a b e s s e ru» g eingetretene Geschäfts- st o ck u n g und die dadurch geschaffene Wirtschaftslage. Reichs« wirtschaftsminister Schmidt führte etwa folgendes aus: Die Umstellung von der Kriegs« zur FriedenSwirtschast konnte nicht nach einem starren System volkswirtichaftlicher Grundsäye eriolgen, sondern nur nach allgemeinen Richtlinien. ES ist leichter, die Krankheit festzustellen, als daS allein richtige Heilmittel zu finden. Ein typischer Beweis hierfür ist der B e r g b a u. Die alte Schule hat angeregt, die Bergleute mit Gewalt zur Arbeit zu zwingen. Wir haben versucht, die Belegschaften zu belehren, und auf diesem Wege emen durchaus beachtenswerten Erfolg ernelt. Einer Belegschaftsziffer vot'IEnde 1S18 mit 629 000 Mann im Steinkohlenbergwerk standen Ende Januar 730 000 Mann gegenüber. Bis zum April ist diese Zahl noch erbeblich gestiegen. Auch im Transportwesen hatten wir mit schlimmen Berhältnifien zu rechnen. Am schlimmsten traf unser« Volkswirtschaft aber der Mangel einer Kontrolle für Ein- und Ausfuhr. ES war indessen völlig unmöglich, eine Kontrolle durchzusübren. solange das Loch im Weste« bestand. Di« Folge dieses LocheS war die ungehemmte Einfuhr von Luxusartikeln aller Art und eine planlose Verschiebung unserer ganzen wirtschaftlichen Kräfte. Dazu kam die Einführung deS Goldzolles und die Ablehnung der Entente, den Goldzoll anzuerkennen. Roch vor kurzem, nach Ein« sübrung der Kontrolle, ist in einem Monat und an einer Auffangsstelle Ware im Werte von elf Millionen beschlag- nahmt worden. Um diese Berhältnisie zu ändern, haben wir Selbst- Verwaltungskörper geschaffen, aber leider hat sich auch in diese die Bureankratie eingeschlichen, aber diesmal diejenige, die au« den Erwerbskreisen selbst erwächst. Hierfür ist indesien das ReichSwirtschaftSministerium nicht verantwortlich. Die»ngeheure« Kenjunkturgewinne, die früher hier erzielt wurden, find ein« ganz unerfreuliche Erscheinung. Es wurde gegen da« ReichSwirtschaftSministerium der Vorwurf erhoben, daß es nicht rechtzeitig Maßnahmen getroffen hat. um einen Teil dieser Gewinne für die Allgemeinheit zu erfassen. Aber auch hier waren enorm« Schwierigkeiten zu überwinden. Solange da» Loch im Wetten bestand, waren sie ganz unmög- lich. Wir sind dazu übergegangen, die unzweifelbaft degründeten Ausfuhrabgaben durchzuführen. Aber wir find damit sehr spät gekommen. Ich stehe auch jetzt noch auf dem Standpunkt, daß man zunächst ohne alle Rücksichten für eine Besserung der Er- n ä h r u n g der Bevölkerung— namentlich der Arbeiterschaft— sorgen muß.» Eine recht unerfreuliche Erscheinung war auch die G e l d f l u ch t nach dem Ausland«. Eine Kontrolle hierüber war aber, wie nur allzu erklärlich ist. aus technischen Gründen nicht restlos möglich. Mit der Bcsierung der Valuta haben wir gleichzeitig vielfach ein Ginken der Preise im Ausland zu verzeichnen. Für Baum- wolle ist der PieiS in England um t0,Proz. gefallen, in Deutsch- land um 55 Proz. Die Wolle ist in England um 15 Proz. ge- stiegen, in Deutschland um 63 Proz. gefallen. Kupfer ist gesunken tn England um 18 Proz., in Deutichland um 65 Proz. Diese Erscheinungen müssen natürlich in unterem WirtschaftS- leben eine ungeheure Wirkung auslösen, namentlich dort, wo die Inlandspreise sich den Weltmarktpreisen genäbert haben. Dort muß die Lage sich jetzt geradezu lata- st r o p h a l gestalten. Wo wir setzt noch eine gewisse Spannung »wischen Inlands- und Auslandspreisen haben, können wir uns die Sache noch mit ansehen. Deshalb haben wir uns auch dagegen ge> sträubt, den Kohlenpreis an den Weltmarktpreis heranzubringen. Denn dann hätten wir jetzt fünfmal so hohe Kohlenpreise. Welche Wirkung diele hätten, kann man sich leicht ausmalen. Die ungesunde Neöerkapitalisieruug der Wirtschast war das. verkehrteste, was geschehen konnte. In etnigen Fällen bat der Zwäng dazu geführt. Kapitalcrdöhungen vorzunehmen. Wo abee die Unternehmer Auflagen von 50 und 100 Proz. genommen haben, müssen Schwierigkeiten eintreten, wenn die Mark weiter steigt. Die Unternehmer find aber selbst daran schuld. indem sie den Zustand der Ueberkapitalisierung herbei- führten. Die gegenwärtige Kanfunlust kann man nicht als verderblich bezeichnen, denn sie wird am ehesten auch im Klein- Handel die Preis« herabdrücken. Wir werden alles aufbieten müssen, um die gegenwärtige KriftS in ihve-r Wirkung zu mildern. Wir müssen durch sie hindurch, um zu gesunden Verhältnissen zu kommen. Der Preisrückgang ist notwendig und feine Folgen müssen überwunden werden.';.ij-M Wir können nicht anders aus der KrisiS herauskommen, als daß wir die Preise m Einklang bringen Milden natürlichen Gestehungskosten'dar Waren. Auf die Außen- Handelsabgaben müssen wir bestehen. Vielleicht sind sie in einzelnen Artikeln zu hoch. Ueber die Höhe läßt sich reden. Von einer gänzlichen Aufhebung kann alber nicht die Rede sein. Die Konzentration aller finanziellen Machtmittet in den Vereinigten Stoatsn, wie sie sich im Laufe des Kriege? herausstellte» muß geradezu zur Bildung von WrkttrnstS führen. Man ist drüben auf dem besten Wege dazu. Wir selbst werden in orne gewisse Abhängigkeit von dieson Trusts kommen. Diese großkapitalistische Organisation bildet gegenüber dem geschwächten Deutschland eine nicht zu unterschätzend« Ge- fahr. Aber auch England hat gewaltige 5bräfte in sich auf- gesammelt. Dein Kolomallbcsitz gibt ihm die sicheren Roh st off- quellen und sichere Absatzquellen in die Hand. Wir sind in unserem Rohstoffbezug abhängig und nicht minder in unserem Absatzgebiet. Man hofft in Frankreich, von Deutschland den Ersatz der ftanzchi scheu Kriegslasten zu erhalten. Die müssen sich helfen wie der Blinde und der Lahme. Aber die Stimmung im französischen Volke ist hierfür nicht günstig. Größere AnSstchten bietet«ine Annäherung an den Osten. Eins ist sicher: Der internationale Kapitalismus wartet nur darauf, seinen Einzug in Rußland zu halten, od mit ober ohne Bolschewismus. Kommen wir au« der jetzigen KrwfiS heraus, so haben wir auch die Möglichkeit, mit der Zwangswirtschaft auf�u- hören; an der Zwangswirtschaft hat niemand Freude. Bleiben wir J,, Mt politischen Erschüttern«««« bewahrt, dann werden wir auch zu einer Verbesserung unserer Wirtschaft- lichen. Lage gelangen. In der Aussprache wurde von Vertretern der weiterveravbei- tenden Industrie und des Außenhandels betont, daß die Ausfuhr- abgaben für einen Teil unserer Probukticrn eine Erschwerung deS Exportes bedeuten. Dagegen nahm jedoch Harr U m b r e i t für die deutschen Gewerkschaften Stellung, der sich gegen eine Aufhebung der AuSftchrabgaibe wandte. Dr. Walter Rathenau forderte einen organischen Aufbau der Wirtschaft, dar seinen Ausgang nehmen müsse t»«* einer Besserung der Tranisporwerhältniss«, von einer Deruhigui.g der Arbeiterschaft und von einer rationellen Betriebs- weise in der Urproduktion. Vertreter der Leder- undDchuhindustrie wchrten sich gegen die Annahm«, daß die Leder- und Schuhprois« zu hoch seien. Die Beratungen wevden fortgesetzt. Segen öer Eröe. R o m a u v o n K n u t H a m s u n. Ja, selbst wenn er daran verlor, wollte Brede verkaufen. was sollte er mit einem Grundstück! Er söhnte sich wieder ins Dorf hinunter, nach Leichtsinn, Klatschereien und dem Kaufladen— dahin sehnte er sich, anstatt ruhig hier zu schaf- sen und zu wirken und die große Welt zu vergessen,.ich. hätte er die Weihnachtsfeiern mit dem Lichterbaum, oder da- * Nationalfest am siebzehnten Mai oder die Wohltätigrertsver- kaufe im Gemeindehaus vergessen können! Er liebte es ra über alles, mit den Leutssi zu schwatzen, sich nach Neuigkeiten zu erkundigen, aber mit wem hätte er sich hier aus den Mooren unterhalten können? Inger aus Sellanraa hatte eine Weile Anlage dazu gezeigt, jetzt war sie wieder ganz anders geworden, wieder ganz wortkarg. Nein, er hatte sich selbst auf die Seite gestellt, als er das Dorf verließ. Jetzt sah er mit Eifersucht, daß der Schultheiß einen andern Gerichtsboten und der Doktor einen andern Kutscher hatte: er war von den Menschen, die ihn brauchten. fortgelaufen, jetzt, wo er nicht mehr zur Hand war, behalsen zie sich ohne ihn. Aber so ein Genchtsbote und so ein Kut- icker! Eigentlich müßte er— Brede— mit Wagen unk» Pferd ins Dorf zurückgeholl werden! Aber da war nun Barbro, und warum hatte er denn versucht, sie aus Sellanraa unterzubringen? O, dqs hatte er nach reiflicher lleberlegung mit seiner Frau getan. Wenn alles richtig ging, so hätte dos Mädchen da Aussichten sui die Zukunft gehabt, ja vielleicht wären da Aussichten für dl? ganze Familie Brede gewesen. Die Haushälterinnenstelle bei zwei Junggesellen in Bergen war ja schon recht, aber Gott mochte wissen, was Barbro da schließlich bekam? Barbro war ja hübsch und auf ihren Vorteil aus, sie hätte vrelleich. hier bessere Gelegenheit, vorwärts zu kommen. Es waren zwei Söhne auf Sellanraa. Absr als Brede merkte, daß dieser Plan fehlschlug, dacht� er sich einen andern aus. O, im Grunde war es wirklich nicht- Erstrebenswertes, mit Inger verwandt zu werden, mtt einer bestraften Person, es gab noch andere Burschen als die aus Sellanraa! Da war nun Axel Ström. Er hatte Hör und Gamme. er war ein Mann, der schaffte und sparte und ßch allmählich Vieh und and«« Besitztümer anschafft«, ab« keine Frau und keine weibliche Hilfe hatte.„Das kann ich dir sagen, wenn du Barbro bekommst, so hast du alle Hilfe, die dir not tut!" sagte er zu Axel.„Und hier kannst du ihre Photographie sehen." sagte er. Ein paar Wochen vergingen, dann kam Barbro. Ja. Axel war nun schon mitten in der Heuernte, er mußte bei Nacht mähen und bei Tag wenden und hatte alles allein zu leisten: ober nun kam Barbro. Sie kam wie ein wirkliches Getchenk. Es zeigte sich auch, daß sie arbeiten konnte: sie scheuerte das Geschirr, wusch die Kleider und kochte das Essen, sie melkte die Tiere und half draußen beim Heurechen, jawohl, sie war mit draußen beim Heu und trug es mit herein, es fehlle nicht. Axel entschloß sich, ihr einen guten Lohn zu geben, er gewann doch noch dabei. Hier war sie nicht nur die Photographie einer feinen Dame. Barbro war groß und schlank, sie hatte eins etwa- heisere Stimme, zeigte Reife und Erfahrung in vielem und wat durchaus keine Neukonfirmierte. Axel begriff nicht, warum ihr Gesicht so mager und elend aussah: ,Jch sollte dich eigentlich vom Ansehen kennen, aber du gleichst deiner Photographie gar nicht."—„Das kommt von der Reise." erwiderte sie. ,Aa und von der Stadtlust."— Es dauerte auch nicht lange, da wurde sie wieder rund und hübsch, und sie sagte:„Glaub mir. so eine Reise und so eine Stadtlust. die zehren tücktig an einem!" Sie spielte auch auf die Per- suchungen in Bergen an— da müsse man sich in ach: nehmen! Aber wahrend sie sich weiter unterhielten, sagte sie, Axel solle sich auf eine Zettung, eine Bergener Zeitung abon- nieren, damit sie auch sehen könne, was in der Welt vorgehe. Sie sei jetzt ans Lesen, an Theater und Musik gewöhnt, hier sei es sebr einsam, sagte sie. Da Axel Ström mtt seiner SommerauShilfe so«Glück gehabt hatte, abonnierte er auf die Zeitttng und ertrug auch die Familie Brede, die recht oft auf seine Ansiedlung kam und da aß und trank. Er wollte seinem Dienstmädchen Freude machen. Nichts konnte behaglicher sein, alS die Sonntag- abends, wenn Barbro die Saiten ihrer Gttarre schlug und mtt ihrer etwas heiseren Stimme dazu sang: Axel war über die fremden hübschen Lieder und daß wirklich jemand aui der Ansiedlung bei ihm war und sang, fast'gerührt. Im Lause des Sommers lernte er Barbro allerdings auch von anderen Seiten kennen, aber im großen und ganzen war«r zufrieden. Sie war nicht ohne Launen, und sie konnte rasche Antworten geben, etwas zu rasche. An jenem Sonn- abend, wo Axel notwendig ins Dorf hinunter zum Kaufmann muhte, hätte Barbro das Vieh und die Hütte nicht verlassen und auch alles andere nicht einfach im Stich lassen dürfen. Die Ursache dazu war ein kleiner Streit gewesen. Und wo war sie hingegangen?. Nur nach Hause, nach Breidablick, aber trotzdem. Als Axel in der Nacht Zurückkam, war Barbro nicht da,'er versorgte die Tiere, aß und ging schlafen. Gegen Morgen erschien Barbro.—„Ich wollte wieder einmal fühlen. wie es einem in einem Haus mit einem Bretterboden zumut ist," sagte sie recht höhnisch.— Darauf konnte Axel eigentlich nichts erwidern, denn er hatte ja nur eine Torfhutte mtt einem Lehmboden, aber er antwortete, er habe immerhin auch Bretter und werde wohl auch einmal ein Haus mit einem Bretterboden haben!— Da war es, als gehe sie in sich: nein. 'chlimmer war Barbro nicht, und obgleich es Sonntag war, ging sie rasch in den Wald, holte Wachbolderzweige für de« Lehmboden und machte ihn hübsch. Aber da sie so ausgezeichnet und von Herzen gut war, mußte ja auch Axel mit dem hübschen Kopstuch herausrücken. das er am vorhergehenden Abend für sie gekaust hatte: er hatte eigentlich gedacht, er wolle es aufheben, um ordentlich etwas von ihr dafür zu erreichen. Aber nun gefiel es ihr sehr gut, sie probierte es sofort auf, ja sie fragte ihn, ob es ihr nicht gut stehe. O doch, sehr gut, aber sie könnte gleich sein Felleisen aus den Kaps setzen, es würde ihr auch stehen. Da lachte sie und wollte auch recht liebenswürdig sein, des- halb sagte sie:„Ich gehe lieber mtt diesem Kopftuch in die Kirche und zum Abendmahl als im Hut. In Bergen trugen wir ja alle Hüte, ja, ausgenommen die Dienstmädchen, die vom Lande hereinkamen." Wieder lauter Freundschast! Und als Axel mit der Zeitung herausrückte, die ihm auf der Post mitgegeben worden war, setzte sich Barbro hin und las die neuesten Nachrichten von der Welt draußen; von einem Einbruchs bei einem Goldschmied in der Strandstraße von einer Schlägerei zwischen Zigeunern, von einer Kinds- leiche, die in der Stadtfjord hereingettieben und in ein altes. unter den Armen quer abgeschnittenes Hemd eingewickelt ge- Wesen war.„Wer kann nur das Kind hinaiisgeworfen haben.?" fragte Barbro. Aus alter Gewohnheit las sie auch noch die Marktpreise. Und die Zeit verging.(Forts, folgt.) Staötrerorünetenverfammlung. Nachprüfung der Lustbarkeitssteuer.— Berlins Stram- versorgung. Zu Deginn der heutigen Sitzung führt Oberbürgermeister Mermuth den Stadtv. Leid(U. Soz.) in das Amt eines un» besoldeten Stadtrats als Nachfolger Emanuel Wurms ein. Die NachtragSdorlage betr. den Abschluß eines Mantel- tarifS und eines V e rg ü t u ng S t o r i f S für die Hilfskräfte wird ohne Erörterung einem sofort vom Bor- 'iande ernannten Ausschuß überwiesen, der in der nächsten Sitzung Bericht erstatten soll. Die Bewilligung einer Dienstaufwandsentschädi- gung an die Vorsitzenden der Gemeindewaisenräte, wie sie in Höhe von M. monatlich ab 1. Oktober lülst gewährt werden soll, wird ohne Erörterung ausgesprochen.» Der Bewilligung von 80V00 M. für 1200 Exemplare eine? von der Stadt heransKilgebenden Werkes über die Kriegs- geschichte der Stadt Berlin widerspricht Cassel(Dem.) mit nachdrücklichem Hinweis auf die elende Finanzlage und die zwingende Notwendigkeit sparsamster Wirtschaft.— Während der Oberbürgermeister für Ausschußberalung plädiert, lehnt Koch(Bg. Vag.) auch diese und die Vorlage selbst unter scharfen Angriffen auf die Stadtverwaltung entschieden ab.— Bruns (Soz.) beantragt zur näheren Prüfung der Vorlage Ausschuß- beratung, der jetzt auch Cass.el zustimmt.— Hintze(11. Soz�s repliziert auf Koch und empfiehlt ebenfalls einen Ausschuß. Die Einsetzung wird beschlossen. Die 4 M a r m o rg r npp e n der B eil e»A lli a n c«» Brücke beabsichtigt der Magistrat im Friedrichshain um die Büste Friedrichs des Großen herum aufstellen zu lassen. Dem wird zugestimmt. Anläßlich einer Forderung von 5000 M. zur Miete von Räu- men im„Jägerheim", Chausseestr. 1, fiir Zwecke der Studentenspeifung durch die Quäker spricht der Vorsteher Heimanu den englischen und amcrikani» schen Quäkern, den Mitgliedern der Heilsarmee und den übrigen beteiligten Organisationen den wärm st«»Dank für ihr Liebes- werk aus, das nicht nur unmittelvar den größten Segen stifte, son- I dern auch beweise, daß hier wahre Freunde der Mensch» heii am Werke seien, die die Menschen nicht nach Nationen klassifizieren: da? damit gegebene Beispiel müsse versöhnend und erhebend wirken. Namens der Versammlung ersucht er auch den Magistrat, den genannten Organisationen den Dank der Stadt Berlin auszudrücken. Stadtschulrat Dr. Fischer stimmt diesen Ausführungen aus vollem Herzen zu.— Die Vorlage wird angenommen. Hierauf werden die vorliegenden Initiativanträge beraten. Am 18. Mai haben die U. Soz. beantragt, mit Rücksicht darauf, daß die bisherige« Ergebnisse der LufibarMtSstsver eine schwere Gefährdung der Knnstpslege in Berlin befürchten lassen, den Magistrat zu erluchon, in eine Prüfung der beschlossenen Steuersätze einzutreten. Der Antrag wird von Dr. W ei nberg ausführlich begründet. Di« Steuer wirke geradezu verhängnisvoll. Der Rückgang der Einnahmen der Theater fei enorm, steige in einzelnen Fallen auf über 80 Proz.; die wertvollsten Stücke hätten die stärkste Be. suchSverminiderung aufzuweisen; das ganze Kulturniveau Berlins werde durch die Steuer herabgedrückt. Einzelne Theater hätten fährlich mehrere Millionen an Steuer zu leisten, mehr als das ganze Brutioeinnahmesoll betrage! Mit Recht könne mau bereits von einer Erdrosselung des Berliner Kunstlebens reden. Diese Form der Lustbarkeitssteuer sei ein Schild burger- streich. Kämmerer Böß bemüht sich, die Argumente des Antragstellers zu entkräften. In den drei Monaten hätten noch keine Erfahrungen gesammelt werden können. Die Platzpreife seien nackj Einführung der Steuer ganz unverhältnismäßig erhöht worden; daneben spiele eine Menge anderer Faktoren bei dem Rückgang des Theaterbesuchs eine Rolle. Eine Revision der Sätze werde stattfinden, sobald die bezügliche RvichSgesetzgebnng zum Abschluß gekommen sein werde. Herrmann(Soz.) ist bereit, auf den Boden d«S Antrags Wehl zu treten. Ob aber die Kunstpflege gefährdet sei, müsse erst geprüft werden. Man möge daher den Antrag ohne die ihn ein, leitende Erwägung annehmen. Nach weiterer Erörterung wird der Antrag Wehl gogen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt und darau, einstimmig die von Herrmann empfohlene Fassung angenommen, wonach der Magistrat« eiste Rachprüfung der Steuer, insbesondere der Höhe der Sätze und der Art der Erhebung da- treten soll. Ein Antrag aus den Reiben der Damotraten. den Magistra: zu ersuchen die Hilfsstelle beim Berliner Polizei- Präsidium, die vom Berliner Frau«rbuni> unterhalten wird, j« stadtische Borwaltung zu üibernechnen und auszubauen, wird von Frau Friedenthal begründet. Frau R ö t g e r,(B. Vgg.) be. fürtvortet, ein Pflegeamt für die Prostituierten zu schaffen. Stadt. medizinalrat Weber hält e» für zweckmäßiger, diese Institution durch das künftige Groß-Berlin errichten zu lassen. Frl. Dr. WhgodzinSki(Soz.) tritt jeder Verzögerung entgegen; e» handle sich darum,«ine der dringlichsten Kulturanf- gaben für Berlin zu läsen. Aehrrlich äuHert sich Frau Dr. Wehl(U. Soz.). Von den Demokraten sprechen noch Rosenow für, D o v e namens einer Minderheit aus den vom MrigistratSver- treter entwickelten Gründen gegen den Antrag. Letzterer wird ««genommen. Stv. Ritter(Soz.) gibt die Begründung für den Antrag BarfowSki, den Magistrat zu ersuchen, bei den in Betracht kom- Menden Stellen sofort alle geeigneten Schritte zu unternehmen, um die Strombelieferuug mit Fernstrom für Berlin sicherzustellen. Er bezieht sich auf die Pressenachrichten, wonach das Werk Golpa in feinem Betriede durch den Kohlenmangtl gefährdet fei und fragt, wie eS um die Belieferung für deu nächsten Winter stehe. Stadtrat Hamburger bestätigt, daß die Situation keine besonder? günstige ist. Selbst die Belieferung au? Golpa im bisherigen Umfange sei in Frage gestellt. Das Reich könnte helfen, wenn es die geplante Fernstromleiwng aus dem Spcem- berger Revier schneller ausbaue. Der Magistrat fei unausgesetzt um die Besserung der Lage bemüht.— Dr. L e v y(Dem.) spricht für den Antrag; die Versorgnng Berlins mit Fernstrom müsse verstärkt werden.— Hintze(U. Soz.): Die Lage scheint sich nach alledem für Berlin im nächsten Winter»och trostloser zu aesralten als im borigen. Der Staat ist eben mit der Soziali- sierstng der Energie nicht kräftig genug vorgegangen. Die Versammlung nimmt de» Antrag an. Schluß 9 Uhr. Augenöveranftaltungen. Tharlotteuburg. Die Iugendgenoffen treffen fich vollzählig am Sounabeud, 51/, Uhr. sowie Sonntag. BL Uhr vorm und 1',, Uhr»ach- mittags, zur Dahlpropazanda im Jugendheim. Ztofioenstr. 4, vorn 1 Treppe. ZSttterauSstchren tür da««tttlere Rordventschland UtS Sonnabend mittag. Ktühl und überwiegend bewölll mit wiederHollen, öitllch der Oder vtelsach starken, weiter im Besten schwächeren Regen- schauer» uud lebhajte» uocdwesUicheu Binden. Zeitweise aasklarmd. Reaktion oöer Demokratie! Ju dieser Frage fällt an» kommeudeu Sonntag das deutsche Bolk die Entscheidung. Sir muß zugunsten der Demokratie, die allein ösm Sozialismus Sie Wege ebnen kann, anöfalleu. Noch einmal werden heute um 7 Uhr abends die Arbeiter Berlins in H öffentlichen Versammlungen der S. p. D. zu dieser Frage Stellung nehme». Pflicht aller Wähler und W ä h l e r i n« e n, die es ernst nehmen mit der Erfüllung ihrer höchsten Staatsbürgerpflicht, ist es, in deu folgenden VersammlnugSlokale» z» erscheinen: Patzeuhofrr Branrrei, Turm- Ecke Stromstratze, Pherus- Säle, Mülleistr. 142. GewertschastShaus, Engeluker 15, Zlönigsbank, Kr. Franksurter Sir. 117, Andreas- Festsäle, Andreassir. 20. Känigstadt-Casin», Holzmarkistr. 72, Vlüthner- Saal. Lützowstr. 76, Aula, Sckönfließer Str. 7, Aula, Schönhauser Allee 166». Neserente«: Dittmer, Richard Fischer. Groger. Böhm«Schuck, Heinig, Heimann, Hetzschold, Hoppe, Riedger, Ritter, Schlegel, Rob. Sckmidt. Außerdem finde» um 7'/, Uhr in den Bororte« folgende Versannnlnngen statt: Steglitz: Oberrealschule, Elisenstraße. Referent: Genosse Konrad Haenisch. Nirder-Schöneweide: Restaurant Loreleh. Referent: Genosse Dr. Cohn. Johannisthal: Lokal Kenftksben, Friedrichstraße. Referent: Genosse Karl Wermuth. Zeuthen: Neues GeiellschaftShauS. Referent: Genosse Max Vieth, M. d. 8. Treptow: ParadieSgarten. Referent: Genosse Jobann Haß. Friedenan/SchSneverx: Bilrgersaal des Friedenauer Rathauses. Genosse Dr. Cassau, Referent im ReickSwirtsckafisministerinm. Grunewald: Aula des Neal-Gymnasiums, Cafpar-Tbcist-Straße, Ecke Königs-Allee. Referent: Genosse LegationSrat Dr. Zechlin. Wannsee: Restaurant Reichsadler, Königstraße. Referent: Genosse Robert Breuer. Weißensee: Restaurant AlbrechtShof, Parkstr. 16. Referent: Genosse Tbeodor Kabelitz. Reinickendorf- West: HartmannSbrouerei, Scharnwcberstr. 101/104. Referent: Genosse Louis Brunner, Vorsitzender des Eisenbahner- verbände?. Karlshorst: Deutsche? Hau?. Referent: Genosse Rudolf Wissel!. Reinlckcndorf-Qst: Schönholz, Kastanienwäldchen. Referent: Genosse Stadtrat Koblenzer. Rirderschönhaufen: Schloß Schönbanlen, Andenstraße. Referent: Genosse Graßmann(GewersschaitSbimd). Lichtenberg: Cccilicn-Ly zemn, RatbauS. Referent: Gen. Dr. Striemer. Jabn-Real-Ghmnafium, Marktstraße. Referent: Gen. Hermann Müller. Wittenau: Lokal Schulz' Festsäle. Oranienburger Straße 88/89. Referent: Genosse Fr. Stampfer. Buchholz: Häckel, Pafewalker Straße 63. Referent: Genosse Fritz Brokat. KaulSdorf: Turnhalle. Adolfstraße. Referent: Genosse Dr. Holz. Pankow: Restaurant Kurfürsten, Berliner Straße. Referent: Gen. Paul Hirsch. Hohenschönhausen: Schulaula, Rödernstraße. Referentin: Genossin Marie Juchacz. Friedrichsfelde: HaberlandS- Festsäle; Wilhelmstr. 88. Referent: Genosie Kreutziger. Buch: Gipfert, Bahnhofstraße 1. Referent: Genosse Dr. Vendiner. Blankruburg: Egge, Dorsstr. 1. Referent: Genosse Walter' Israel. Wilmersdorf: Restaurant Rberngau, Binger Straße 1/3. Referent: Genosie Hetsschold.— Lokal Schramm. Hildegardstraße. Refe- rent: Genosse Franz Krüger. Neukölln: Neue Welt. Referent: Genosse Reichskanzler Müller. Charlottenbnrg: Vollshau?, Rofinenstr. S. Referent Genosse Dr. R-striepke. SchSneberg: Tbamisso-Schule. Barbarossavlatz. Referent: Genosse Lebnerdi.— Fichte-Realfchule, Kolonnenstraße. Referent: Genosse Eduard Bernstein. Hohen-Renendorf. 8Nhr. bei Merten, Berliner Straße 91. Referent: Genosse Horlitz-Berlin. Bernau': Elhstum. Referent: Genosse Dr. Hisserich-Berlln. Lichterfelde: Aula Oberrealschule. Referent: Genosse Bürgermeister Dr. Ostrowski. Männer und Frauen! Auf zum letzte« Appell? Besiegelt die Niederlage öer Reaktion! Erkämpft de« Sieg öes Sozialismus! GroßSerlw alle! Kriegshetzer, Krautjunker, KriegSgewinner. Byzantiner und Kapp-Gonosien— wählt deutschnational? Die Dankbarkeit gebietet euch, nur dieser Partei, die den Krieg vorbereitet und verloren, euch eure Riefcngewinne der- schafft unv den Putschversuch zu eurer Rettung unternommen hat, die Stimme zu geben! „Herren im Hause". Schwerindustrielle, Schieber, Wucherer. Etappengewinner. Leuteschinder. Baltittuner, verfrachte Generäle, Revanchepolitiker— ihr seid es eurem Strescmann schuldig, Deutsche„Volks". Partei zu wählen? Unklare, Halbentschlossene. Hausbesitzer. Kleinbürger, an- geblich.besserer" Mittelstand, Börsenmänner und Luftschaukel- besitzer— wählt deutschdewokratisch? Werftätige in Stadt und Land, Arbeiter und Bauern, Kopfarbeiter uud Beamte. Arbeitnehmer und Der- braucher— Alle Schaffenden und ZukunftSklaren wählen am 6. Juni die Partei, die länger al« ein halbes Jahrhundert für Frieden, Freiheit und Brot gekämpft hat: öle Sozialöemotratie! Zur StaSwersrönetenzrah!. Die Einteilung der Stimmbezirke und di« A u Z-- wähl der Wahllokale entspricht für die Gemeindavachlen der der ReichStagswahl. Beim leitenden Wahlkonrmissar müssen bis zum 10. Jumi Stadtwahlvorschläge, hiim Kreiswahl- kommrissar bis spätestens 6. Juni Kreis- und Bezirksver. ordnetenwahlvor schlag« eingereicht sein, und zwar für jeden WcchlkreiZ bzw. jeden Verwaltungsbezirk besonders. Die in einem Kreiswahlvorschtag benannten Bewerber dürfen auch in dem angeschlossenen Stadtwablvorschlage(8 9 Nr. 1 Abs. 3 des Ge- setzeS vom 27. April 1920) benannt wcrden. Die Benennung in einem Stad-t- oder Kreiswabl vorschlage schließt die Benennung in einem BezirkSvervrdnetenwchÄwrschlage nicht aus. Verbindungen dckr KveiSwahlvorschläge sind abwesend von den Besiimmnumgen zur ReichStaaswahl unzulässig. Die in dem KreiSwahlvor schlagen nicht verbrauchten und rricht berücksichtigten Stimmen können dem angeschlossenen Stadtwahlvor- schlage zugerechnet werden, wenn der S.inrmzettel eine ent- sprechende Zusatzevklärung enchält. Stadtwahlvacschläge und s�zirfsverorbneteiiwahlvorschläge— diese nur innerhalb desselben Verwaltungsbezirks— dürfen i�i sich miteinander verbunden iverden. Dl« Anzeige über die Verbindr:ng mebrever Bezirksver- ordn�nwahlvorschläge ist beim Kroiswastlkommiffar, die Erklärung über den Anschluß eines KreiswahlvarschlageZ an einen Stadttvabl- Vorschlag und die Anzeige über die Verbindung mehrorer Stadt- wahlvorschlüge sind(sämtlich bis zum 10. June er.) beim leitenden Wachlkommissar sinz-nr eichen. Vom leitenden Wahllkommissar sst eine Vereinfachung dcS Stimmzettels angeordnet worden. Hiernach ist die Berwandung eines Stimmzettels für beide Wahlen, zur Stadtve-Mrdncten- Versammlung und zur Bezirksver sammlung, zulässm, wenn der Stimmzettel neben der Parteibezeickniung die für dessen Gültigkeit erforderlichen— vom leitenden Wahlkommissar näher bezeiameikn — Angaben enthält. Der.(in' Berlin vom Wahll-ureau des Magi- strats. C. 2, Stralauer Sir. 44/45) auf Ersuchen auszustellende Wahlschein dient nicht dem gleichen, Zweck wie der ReichstagS- walhlscheim, der infolge beruflicher oder sonstiger Behinderung am Orte zur Stimmabgabe in jedem Wablkreik- und in jedem b--- kÄigen Stunmbezirk berechtigt. Vielmehr soll der Stadlwahlschein rentenempfangenden Kriegsbeschädigten, heim- gekehrten Kriegs- und Ii vi lg e fa nqe n en sowie Flüchtlingen ans den verlorenen oder besetzten Gebieten das Wahlrecht deshalb sichern, weil sie durch ihre u n- freiwillige Abwesenheit vom Wohnort« und die damrii verbünde spätere Rückkehr die zur Ausübung de» Wahkechks erforderliche Ans ässtr�eitsfrt st von einem Jahr(im neuen Berlin) schuldlos nicht erreichen können. Sie können mit diesem Wahlschein aber nur in einem Stimmbezirk'hrek Wohnortes, dessen Gemeinde» behörde den Wahlschein ausgestellt hat, wählen. Schon wieder ein Mord. 5060 Mark Belohnung. Ein Kapstalbsrbrechen wurde Donnerstag mittag in der Steg- litzer Straße tS entdeckt. Hier wohnte im 2. Stock de? Ouergc- oaude S ein 45 Jahr- alter Kunsthändler Assred Reißer. Der Angestellte fand heute morgen keinen Einlaß. Er ließ durch einen SÄosser öffnen und fand nun in dem erste» Zimmer, das auch als Schlafraum dient«, alle Behältnisse, Vertiko, Spind usw. durchwühlt. Im zweiten Zimmer lag Reiher mit dem Rücken aus dem Teppich neben einem eutderen, den er wohl einem Kunden auZ- gebreitet und gezeigt haben mag. Rock und West« waren ihm auf, � ? wissen, Papiere und dergleichen, lagen umher. Auch im dritten immer, dem besten, in dem besonders die Oelbilder hingen, sah es wüst auS. Auch hier waren die Behältnisse geöffnet oöer sc- brachen. Der Kunsthändler scheint erschlagen oder er- st o ch e n worden zu sein Genauer kann die Todesursache«rst durch nähere Besichtigung festgestellt werden. Teppiche oder dergleichen scheinen n i ch t zu fehlm. Ter Mörder hat eö wahrscheinlich nur auf bares Geld abgesehen gehabt. Vir! aber wird ihtn ivohl auch nicht in die Hände gefallen sein, weil Reiher alles hexe. Gelb, das er einnahm, gleich wieder zu Einkäufen benutzte. Auf die Meldung von dem Verbrechen erschienen am Tatort alsbald der Ehef der Kriminalpolizei OberregierungSvat Hoppe, der GerichiSarzt Professor Dr. Strauch der Leiter des Er, kennungSdienstes Kriminalkommissar Dr. Schneickert und Kriminalkommissar Hoppe mit den Beamten des Mordbcreit- schafrSdiensteS, um den Befund aufzunehmen und die Ernrittlungen nach dem unbekannten Täter sofort einzuleiten. ES scheint, daß der Ermordete in seinen Geschäften auch mit zweifelhaften Elementen zu wn gehabt hat, und vielleicht ist in diesen Kreisen auch der Mörder zu. suchen. Bemerkenswert ist, daß auch der Hund des Ermordeten einige Schläge oder Stiche auf den Kopf bekommen zu haben scheint. Er hat auS mehreren Verletzungen stark geblutet. Der Ermordete selbst ist, wie die L eiche nbestch�ignng durch den Gerichtsarzt Professor Dr. Strauch ergab, wahrscheinlich er- würgt wckrden. Der Gerichtsärzt fand an äußeren Verletzungen nur«ine kleine Schnittwund« über dem linken Äuge und zwei Kratzer im Gesicht. Dies« Verletzungen sind nicht tödlich Ob die Todesursache Evvnrrgen oder Ersticken ist, kann erst die Obduktion feststellen. Auf Ersticken deutet hin, daß ein Teppichende über da? Gesicht und den halbe» Körper geschlagen war. Di« Leiche-wurde, nachdem der Erkennungsdienst die Oert- lichte it und den ganzen Befund phatographisch festgelegt hatte, zur Obduktion nach dem Schauhaufe gebracht. Die Zeugenvernehmungen durch die.Kriminalkommissare Hoppe und Trettin. die sofort aufgenommen und den ganzen Nachmittag und Abend fortgesetzt wurden, ergaben bisher»och nichts Be,, ftimmtes. Auf die Ermittlung des Täter? ist«in« Belohnuna von 5000 Mark ausgesetzt worden.__ Die Birkeuwerder FamiNentragSdie. Am Donnerstag wurden die Leicken der Frau Minna Rei- m e r und ihrer Kinder Erna und Bruno von Medizinaleat Dr. Pfleger und Professor Fr Snkel obduziert. Die Unrer- fuchnng ergab, daß alle drei aus unmittelbarer Nähe gr« lötet sein müssen, da sich Spuren von Pulvergasen in den Wim« den besanden. Im itörper der Frau wurden auch Anzeickien dafür gefunden, daß die Getöleie allem Awcheine nach vorher Gift zu sich genommen hat. Der Befund der Leichen verstärkt den Verdacht. dgß der Ehemann die entsetzliche Tat selbst verübt bat. Besonders auffällig erscheint, daß der tödliche Schuß bei der Ehefrau durch die Finger der rechten Hand gegangen ist. Hätte, wie der Ehemann behauptet, Frau R. die Tat selbst auSgettrhrt, dann hätte sie sich die Augen mit der linken Hand bedeckt und mit. der rechten den Revolver abgefeuert. Es ist also damit zu rechnen, daß Frau Rei- mer sowie ihre Kinder von dritter Seite getötet worden sind. Nach den einwandfreien Zeugenaussagen, die besagen, daß Reimer seine Familie auf dem AuSfluge begleiier habe, kann kein Zweifel daran sein, daß der Ehcmorn und Vater als Täter in Betracht kommt. Vorläufig bestreitet Reimer jegliche Schuld und verharrt bei seiner Aussage. j_ Heute, Freitag, findet die Jnristisch- Sprechstunde nur von 3— 5 Uhr statt, nicht von 3— 6 Uhr. Die Hilfskräfte de? Berliner Magistrats demonstrierten Ton- uerStag nachmittag vor dem Roten HauS. Eine Depuiatisn würbe m die DtzÄ>tverocdnetenv«rsmnmlunjg gesandt ,um gegen die Magistratsbesoldungsvorlage für die HilfSkräfdS energisch zu protestieren. Der Führer der Devutation. H e i n r i ck. verkündete dann den Demonstranten daS Ergebnis der Verhantn. lungen mit den Stadtverordneten. Es fei die bestimmte Zusicherung gegeben warben, daß fc« Fraktionen der MogistratSvorlage nicht zustimmen, sondern den Forderungen der HilfSkr äfte in weitestgehender Weis« Rechnung tragen würden. Die Demonstranten gingen hierauf ruhig aus- einander. Ter Kvhlonkommissar gegen neue Strahenbehnen. Gegen den A«u neuer Srrzßenbahnen har sich der Reichskohlenkom- m i> sar ausgesprochen, und der Minister des Innern bringt diese Mahnung den in Frage kommenden Gcmeindeverbänden zur Kenntnis. Der Neichskohlenksnrmissar befürchtet, dag. sobald die Bauten von Klcinbabnen und elektrischen Straßenbahnen fertig- gestellt sind, die betreffenden Gemeinden an ihn wegen Lieferung der zum Beirieb erforderlichen Kohlen und deZ elektrischen Stromes herantreten werden. Ganz ähnlich liegen die Verhältnisse beim Bau vok Neberlandleitungen. Auch auf diesem Gebiets wird eine ziemlich rege Bautätigkeit entfaltet, und auch hier ist voraus- zusehen, daß demnächst Antrüge ans Anschluß dieser Usdcrland- leitungcn an vorhandene Stromtoerke gestellt werden. Bei der überaus schwierigen Kohlenlage ist aber der Reichs- kohlenkommissar in vielen Fällen nicht in der Lage, die getvünschten Kohlenmengen zur Verfügung zu stellen. Aus all diesen Gründen hält es der Reichskohlenkominissar für zwechmäßig, daß die Ge- meinden und Gemeindeverbände darauf hingewiesen werden, vor-' sichtshalber vor dem Beginn neuer Stratzenbahnbauten und lieber» landleitungsarbeiten sich mit ibm oder dem Michswirtschafisminifter in Verbindung zu setzen, damit sich nach Fertigstellung der Bauten nicht die Unmöglichkeit ergibt, diese in Betrieb nehmen zu können. Wie.S gemacht wird. Der ZentralauS schuß der BureauhilfSträfte des Magistrats erließ DienSmg «ine Einladung an die einzelnen Angestelltenräte, so auch an die der Vorortgemeirchen. ES handele sich um eine Temonirration gegen die Ablehnung des Tarifs seitens des Magistrats. Als die Angestellten im Lustgarten erschienen, fanden sie zu ihrem größten Erstaunen eine Propagandaversammlung der U. S. P. Nachdem nun das bekannte Loblied auf diese Partei gegeben war, zog man— immer unter dem Banner: Wähle U. S. P.— zum Rathaus. Unter der Vorspiegelung, es handele sich um die rein wirtschaftlichem Ai�eleaenheiten der Angestellten, hatte man es verstanden, eine«große Wählerversammlung der U. S. P. zusanimenzubrüngen. fe. Sämtliche Volkskonzerte vis zum 22. Juni find ausverkauft. Schall und Rauch. Das Kabarett im Zirkusstall wird ein ewig ungkücklicheS Kind der Muten bleiben. Das Ueberbrettl von dünne- mal kommt nicht wieder, selbst wenn es wieder unter dem Sterne eines Wolzogenschen sieht. Zum richtigen Kgbaretl gebort auch das richtige Publikum, und da sitzt heute an Stelle des launigen Spießers und des Zigeuners der Schieber und der Enlenterich. So ist im Juniprogramm nur vom Unabänderlichen zu klagen. Selbst ein Danny Gürtler würde vergeblich sein.Slirgmung, Stimmung I* brüllen. Tlaire Neichenau mit den Liedern des Prinzen Rosmarin ist riesig nett. FegetiS Violine singt die Seele wach. Der Spanier Olindo Lovael hat allein im Kommeir und Geben mehr Schönheit, als ein deutsches StoatSopernballelt im Ernstfälle. Zwei Chansons von Tiger müssen von der Holländerschen Musik und Hanna Lierke gerettet werden. Paul Grätz ai? Anstreicher ist wieder die Säule vom EiSsalon. Theobald Tiger gibt sich im Text mit Erfolg, aber nickt ohne Hemmungen aus. Er kann nicht recht, wie er will, und man merkt es."Tiger ist zu ehrlich, um auf zwei Achseln Wasser zu tragen, aber er sckießt mit Kartuschen; man hört wobl den Abschuß, aber keinen Einschlag. Wenn er Paul Grätz im Ernst pathetisch werden läßt, gibt es einen Stich ins ungewollt Komische. Eugen Herberts Revolutionsdicktung.Marie Äntoinette"' darf da unten nur erzählt, nickt dargestellt werden. Also runter mi: der Jakobinermütze und rin in den Frack. Auch Dora Kasans Tänze sind zu bunt. TiaerS Sketsch„Im Spiegel" steht und fallt mit Grätz und der Orska. Die beiden sind wie schöne Tiere. Auch Erich PabstS doofer Kavalier ist durchaus zu Haufe. �*z. ReichSbnnd der Krirgsbrichödiglcn, Bezirk 3 Südost,«erncin- «einsamer Zahlabend Monlag 7 Uhr in Schuhmachers Festsälen, Skalitzer Straße 12S. Marientors» Südente. In der letzten Gemeinde- Vertreter sitzung erfolgte zunächst die Abnahme der Jahres- recknung für 1919. Der Hauptetat schließt bei einer Einnahme von 1303 783,47 M. mit einem PerwallungSüberschuß von 6 0ö8.SO M. ab. Dem R-chuungSleger wird Entlastung erteilt. Hierauf er- folgte die Nachbewilliguug von Mitteln für den Fuhrpark, Futter- mittel, Lehrer-Alterszulagekasis und für die Schülerinnenbücherei. Für Einführung des Handferligkcitsunlerrichl« an den Gemeinde- schulen werden 2490 M. bewilligt. Auch am Lyzeum soll ab 1. April 1929 der Handferiigkeitsunterricht nach einem Beschluß de« Kuratoriums zur Einführung kommen: die Gemcindrvertreiung nimmt davon Kenntnis und bewilligt die Mittel. Dem Lohntaris und Mantelplan für die G e m e i n d e a r b e i t er wird nach den Ber- liner Sägen zugestimmt. Den Beamten und ständig Angestellten wird eine Vorschußzahlung auf die Teuerungszulage ge- währt und nach den Berliner Sätzen genehmigt.— Gleichfalls zu- gestimmt wird der Vorlage über die Vereinbarung mit dem Besitzer des Seebades Marien dorf; hiernach steht den Gemeinde- schülern für die Badesaison vom 1. 6. 29 bis 1ö. 9. 29 die Bade» ansialt zur Benutzung frei. Das Schwimmgeld beträgt 1b M., davon sollen den Eltern b9 Pioz. erstattet werden. Von den höheren Lehranstalten haben nur diejenigen Schüler und Scküle- rinnen Anspruch, welche Freistellen haben. Die Summe von 4599 Mark zu diesem Zweck wird bewilligt.— Auch für Mariendorf ist die O u ä l e r s p e i s u n g zur Einführung- gelangt. Hier« über berichtet ausführlich der Schöffe Günlher. Die sich daraus ergebenden llnkosten in Höhe von 6990 M. werden bewilligt. Der Gemeindeladen in Südende bat einen Zuschuß für den Monat April von 192Z M. erfordert; Genosse Huhn als Dezernent de» Wirtschastsamis empfiehlt deshalb, diesen Laden aufzuheben; eS wird demgemäß beschlossen. Die Errichtung eine« Jugend- gmteZ hatte bereits die Gemeindevertretung beschäftigt. Nachdem nunmehr die rechnerischen Unterlagen gegeben sind, erfolgte die einstimmige Annahme der Vorlage. Der Fußballklub Preußen, welcher seinen S p i« lp l a tz zur Mitbenutzung durch die Schulen und Mariendorser Bereine zur Verfügung stellt, bat«inen dem. entsprechenden Vertrag mit der Gemeinde obgeichloffen Z dem wird zugestimmt. Ter Fußballklub erhält für die Mitbenutzung von der Gemeinde 5009 M. Eine Erhöhung der Gebühren für die Nahrungsmitteluntersuchungen durch die Landwirt- schaitskammer ist notwendig, den: wird zugestimmt. Die Erhöhung ?hr Zrauen unö Mütter! Wollt Ihr, daß ein neiier tlvtigcr Krieg ausbricht, daß sich die LebensmittelknapPheit und Teuerung noch weiter unermeßlich steigert, daß Eure blühenden Söhne abermals hinaus müssen auf da« Schlachtfeld des Todes, das Eure jüngeren Kinder daheim darben und hungern muffen— dann wählt drutschnarionol. Wollt Ihr, daß Eurr kaum der Schule entwachsenen Söhne und Töchter für einea Bette! lohn in der Fabrik io schwer arbeiten müssen, daß sie Sck�dca an ihrer körperlichen Gesundheit im Frondienst des Kapitals ncbmen— dann gebt Eure Stimme der Deutschen BoAspartei. i Wollt Ihr, daß Eure Krnder noch weiter in eine Schule geschickt werden, in der sie zwar die halbe Bibel anewendig lernen müssen, aber nie etwas hören»oz» wahren Ehrislei.tu« und edler Menschlichkeit, in der sie nie coageregt werden zu tätizer Nächpro- liebe, in der sie nichts hör«: dürfen vom wahren Wissen und Forschen der Erkenntnis— dann wählt die Christliche VohZ- Partei. Wollt I b r. daß auch weiterhin im Leben Eurer Kinder nicht persönliche Begebung, nicht Tüchtigkeit und Wissen, sondern nur der Geldsack der Eltern entscheidet, wollt Ihr, daß ein reicher Esel im Leben höher steht a!S ein G e i st e S r i e s«, der nichts weiter verbrochen hat als arm an Geld zu fein, dann gebt EureStimme denKandidatender Demokratischen Partei. Wollt Ihr, daß Eure Kinder systematisch»erbrtzt werden gegen jeden Andersdenkenden, baß sie für politisch reif erklärt werden, bevor sie im Kampf des Leben? ihre Kräfte schulten und ihren Mann standen— dann wählt die Kandidateu der Unabhängigen oder Kommnnisten. Wollt Ihr aber. Ihr Frauen und Mütter, daß Eure Kinder eine glücklichere Zukunft erleben, als Ihr die Gegenwart durchkämpft und es in der Ver- gangenheit hattet, wollt Ihr, daß Eure Kinder genau so wie die Kinder der Reichen>-» ..»> eine höhere nnd bessere Schnlbildung genießen, die sie befähigt, eine ihrer Begabung und ihrer Tüch- ti gleit entsprechende Stellung in der menschlichen Gesellschaft einzunehmen, wollt Ihr, daß e« «ie wieder Krieg gibt, daß Eure Söhne nie wieder hinaus müsien, in Kampf und Tod, in den Hagel der Granaten oder auf die gefahrdrohenden Meere, wollt Ihr, daß wahres Ehristentum» daß die sozialistische Weltanschauung triumphiert— üann wählt am H.?uni öie Sozialüemokratisthe Partei Deutschlands de? Schulgelde« für dte Pflichtfortbildungsschule wird auf viertel- jährlich 4 M. festgesetzt; die Kosten sind zur Hälfte vom Arbeit- geber und Schuler zu tragen. Für die höheren Lehr- an st alten wird daS Schulgeld auf 240 M. jährlich festgelegt. Seiten» der Unabhängigen war in Anregung gebracht, für diese StandeSschulcn die entstehenden Unkosten zur Erhebung zu bringen. Genosse Binte weist darauf hm, daß eine ganze Anzahl minder- bemittelter Einwohner ihre Kinder in diese Schulen schicken, und wird der Vorschlag der Unabhängigen hierauf abgelehnt. «roh-Berliner Lebensmittel« Pankow. Am Freitag 259 Gramm Haferflocken(23 und 29) Hroß-Serliner partelnachrichten. I.«dt.\ Heute, 4. Juni: Uhr Zusammenkunst aller BczirkSführer und Wahlhelfer bei SchihlowSIt, Savhienstraße. 7. 916». 10 Uhr. bei Siegmund, Blücherstr. 37: zweite Klebekolonne. IS. Abt. 8 Nhr: Funlttonärützung dei Große, Blumenstr. 88. Sämtliche Wahlhelfer sind zu dieser Zktzirng eingeladen. LS. Abt. Die Genossen werden xebcien, sich heute und morgen abend um S Uhr im Partcilolal, Gollnowstr. 13, v/i Eichler zu Partei- arbeiten einzufinden. L7. Abt. lll, Uhr Sitzung der Funktionär« und Betriebsvertrauens. lrute bei Dobrohlmv, Swinemllnder Sir. 11.■ 33. Abt. S Uhr: Flugblattverbreitung von den Zahlabrndlokolen au«. Nachdem Sitzung sämtlicher Funktionäre bei HanS Blum, Lortzingstr. 41. Wahlbureä« der I. Abteilung in HabcrlandS Festsälen, Neue Friedrich str. 35. Amt Norden 4854. Werbeaustchnß der G.P.D. der Gemelndebeawten pp. Gross- Berlins l 7 Uhr tm Kulmbacher Bierhaus, Breiteitr. 22. wichtige Sitzung des Vorstandes und der Bezirkssübrer. Die WablflugbläUer sind von den Bezirksährern im Sekretariat, In den Zelten 23, Zimmer 19, abzuholen und- sofort zu verbreiten._ Ju ngsozialissische Vereinigung C. P. t. Ortsgruppe Lichtcrfelde. 8 Nhr bei Kynast, Bahnhos Botanischer Garten: Vortrag über»Sozia- Itstische Ehe». Achtung, Polizeibeamte! Alle Ob« und Vertrauensmänner der Grünen Polizei müssen im Lause de« TageS Stimmzettel In den Zelten 23. Zimmer 10, in Empfang nehmen. Im BchinderungSsalle ist es unbedingt erforderlich, daß ein Vertreter gesandt wird. Tcmpelhof. Sämtlich« Wahlleiter und«Helfer abend« 7 Ubr zwecks Materialausgab« in: Zenwalwahllo.al, Hammermeister. Berliner Str. 143. Morge« st. Juni! 3. Abt. Mitgliederverfammlupg bei Kcnsner, Hagelbergerfin 20» Einteilung der Wablarbeit. 17. Abt. 6 Uhr bei Murrer, Eaprkviftr. 8: Sitzung der Funktionäre und BetrtebSvcrtrauenSleuw. 83. Abt. fBätzow-Diertel.) 7 Uhr bei Gott, Kniebrode-, Ecke B:rd tebenitraße: Funktionärsitzung. Alle Eu: essen, die Wahlhil'e leisten wollen, werden gebeten, gleicksall« zu ersche.nen. 37. Abt.'/.S Uhr wichtige Konferenz sämtlicher Funktionäre und Wahlhelfer Arlushof, Perlebcrger Str. LS. 43. Abt. 7 Uhr bei Meyer, Panlstr. 82: Sitzung drr Bczirkssührer, BetrirbsocrirancnsZeute und Wahlhelfe,: Sleuköllu. 7 Uhr ösfrnUiche Wählervcrfaminlung 4, und 5. Abt. Aula ReaZgümiwsimn, Kaiier-Friedrich-Stt. 210. Res: Genosse Karl Wermuth. — Sonntag 10 Uhr Beamten- und Angestelllenversammiurg Kindt- Brauerei, feermamffttaße. Nesercnten: Die Genossen Karl Mücke und Clemens Nörpcl. Tempethol. Oeffcntliche Versammlung 7 Uhr Aula deS Realgymnasiums, Kaiferin-Augusla-Straße. Rescrcnt: ReichSlauzler Genosse Hermann Müller. Oberschöneweide. 7'/, Uhr Wählervci-sammlung in der Aula deS Realgymnasiums. Rcsercut: Genosse Brunne:-. Fredersdorf(Lsibahn). Oeffcntliche Versammlung 8 Uhr bei Heine. Dorlrag deS Geuossen Ger der über SozialdemotraUe und Reichstags» Wahl. Röntgental-Zepernick. Gemeinsame Zusammenlunst 8 Uhr bei Paulick aller Genossen, die sich an der Wahlarocit beteiligen. _ Mohlsdorf. VI, Uhr im»He.dekiug-, Eöpcnicker Allee, iffenMche Wählerversammlung.'Genosse Sleinweg-Berlin spricht über die bevor- stehenden ReichStagSwablen unö die Soztaldcmoiratie. Renenhage». Oessentliche Volksversammlung 7st, Uhr im Lokal deS Herrn Wolter, KöninSallec. SUt-Glienirke-Falirnberg. Mitgliederversammlung 8 Uhr det Franz Bahn(Deutsches Haus), Grünauer Str. 55. z Bm affer Weit. Die Nntoraserei drr S!,tentechauffeure.Nach dem LudwigShafener Polizeibericht geriet ein Kraftwagen, der von französischen Soldaten gelenkt wurde, als er an einer Straßenecke auf den Bürgersteig hinauffuhr, in eine Gruppe spielender Kinder. Zwei Kinder wurden getütet, zwei weitere schwer verletzt, ebenso ein Radfahrer, welcher von dem Automobil erfaßt worden war. Da« Automobil, dessen Nummer bisher nicht festgestellt werden konnte (da« also nach dem Unglück weitcrgesaust ist l Red.), befand sich in äußer st rascher Fahrt in Richtung Oggersheim. Arn FrpnleichnamStag, den die Katholiken gestern, Donnerstag, feierten, durften im französisch besetzten Gcibiet die deutschen Reichsfarben in den Prozessionen nicht noitgeführt werden� obwohl selbst Frankreich die? mit' Eintritt des.FviedenS" gestattet hat. Der Präsidentschaftskandidat im Gefängnis. Der amerikanische Sozialistenführer Eugen DebS, der wegen Bolschewismus ei zehnjährige Gefängnisstrafe verbüßt, ist dieser Tage offiziell dav in Kenntnis gefetzt worden, daß die sozialistische.Partei seine.Kr didatur auch diesmal wieder aufstelle. Eine Abordnung von Par- teimitgliedern erschien im Gefängnis, nm DebS den Parteibeschluß mitzuteilen. Der Vorgang spielt« sich, wie die Blätter berichten. im Geschäftszimmer des GefängniS-OberinspektorS ab und verlief ziemlich theatralisch. Unter großer Rübrung schlössen die Mitglieder der Abordnung ihren gefangenen Genossen und Präsident- schastSkcmdidatcn in die Arme. Natürlich durfte auch— echt amerikanisch—«in Kinooperateur nicht fehlen, der die ganze Szene für den Film verewigte. Sport. Dem Jockey W. Adolph ist die Reitlizenz entzogen Wörde Werl er am 18. April 1929 zu Berlin-Grunewald mehrer« Pfer. wcrtte te, die er selber wicht ritt. Adolph war am fraglichen Tage i Grunewald überhaupt nicht im Sattel tätig, doch darf ein Jockc nur die Pferd« wcttmi, die er selbst reitet.— Zu den unlicbsamri. Vorgänsen bei dem Wohltätigkcitsfest in»oppcgarten erlaßt d-c Lckorst« Rennbehörd« folgende Bekanntmachung: Bei den Wohl- tütigkoitSrennen des Trainer- und Jockehverems zu Berbin-Hoppe- garten am 15. Mai ließ der Vorsitzende de» Trainer- und Jockey- verein«, Trainer Karl Feller, im Lehndorff-Rennen das Pferd Bal> hur unter dem falschen Namen Mein Liebling und demgemäß unter falschen Gewichten laufen. Dies P erfahren bedeutet ein« grob Irreführung.— Da das Lehndorff-Rennen kein öffentliches Rer war, kann die Oberste Behörde' wegen dies.cr Täuschung gege: Trainer Feller nicht einschreiten,— Die Oberste Behörde hälfe fiel jedoch für verpflichtet, ihre schärfste Mißbilligung über diese Hanl lung deS Trainers Karl Fellcr auszusprechen. Die Technische Koni- Mission des Union-Klubs fügt ihrerseits hinzu:„Bei dem Wohl- tät-.gkeitSvenncn des Trainer« und JockehvereinS zu Berliu-Hoppe- garten am 15. Mai d. I. nannte und startote der Vorsitzende dcs Trainer- und JockehvereinS, Trainer Karl Feller, im Lehndorff- Rennen das in seinem Stall befindliche Pferd Bsldur unter dem falschen Namen Mein Liebling. Hierdurch wurden die am Rennen teilnehmenden Ställe und Reiter sowie bat Publikum irregeführt. Die Technische Kommission des Uuion-KlubS sieht sich driier ge- nötigt zu erklären, daß sie nicht in doe Lage ist, in Zukuust d-" Tvainer- und Jocktzhverein die Rennbahn des Umon-Klubs zu WohltätigkeitSzwccken zur Verfügung zu stellen, solange der Trainor Karl Feller dem Vorstand: deS DevoiuS angehört." Nennen z« KarlSborft. DannerStag. den 3. Juni. t. Rosen- Jagdrennen. 16 000 M. 4200 Meter, t. LuchS(Schuldt), 2. Kur.;- kehrt(Iltbrich), 8. Delterschelde(Hanke). Tot. Siez 21-10. 2. Fortuna« preis, EhreilpreiS dem siegenden Reiter und 2300�- 4200 Relcr. >. Sieg(v. Pelzer). 2. Durchbruch(v. Faltenbauscn), 3. liitty(v. Herder). Tot. Sieg 30:10, Platz 17. 17, Ferner liefen: Heimat(4.), Furchtloi mn geb.), Gogo'(5.>. 8, Preis von D r e n ir c in s u r t. 18 IM) M. 3400 Meter. 1. Eischen kAckermarn), 2. Algebra( Steffen). 3. Knecht Rupp- recht I Wurst). Tot. Siea 20:10. Platz IL, 13. Fenicr liefen: Offmark II (4.), Minimal;(5). 4. Prci« von Stnrgardt. 23 000'ff!. 340» Meter. 1. Wolpoto(Jzmenii), 2. Gebhard(Wurst), 3. Minorca(Hekbrig). Tot. Steg 34:10, Pia» 18, 12. FGner liefen: Lanbirosch(ausgebr.). Halte» (4., anSgcbr. u. nachger.). 5. Germania(63�)0. Rennen). Ehreuxrei? u. 45 000 M. 5000 Meter. 1. Frcilauf(Streit). 2. Minor(Nash), 3. Hun-? ding(Jzmeniyt). Tot. Sieg 100: 10, Platz Lff. 50, 43. Ferner licsen:'- voyard(5.), Benncwar Waldsriedcn lgef.), Flieger(7), Ostry(ges.), Gtztt» tnabe(4.), Attilleriesener(angeh.), Gernegroß(6.). 6. äbarlotten buraer Erinnerungs rennen. IL 000 M. 8500 Meter. 1. D Sogenannte(SlUtultfl), 3. Deinhart(Bismark). 8. Oceana lTYalccke). Tr Sieg 22! 10, Play 12, 12. Ferner liefen: Figaro(4.). Da« Plipperch (ges.) 7. ss uni-Ja g d r«nne n. 16009 Mark. 8299 Meter. 1. Fr! dcnStanbe(S-ager). 2. Cphwx(Jzmeuiyi), 3. Vierzcbnte(Heid-man» Tot. Sieg 5?: 10, Platz 20, 15, 26. Ferner liefe»: Presto, Minrtcja. Sankt Martin(6.), Deckung(5.), Vardar(4.). iiii"ii im null« HIHI IINUI'IIIII"i nm im i«in■:•ummrtsmnma Kachrnfl Arn 23. Mai 1920 ver. starb unser langjähriger, treu« Genoffe Aygus! VoÜlireGht im Alter ron 64 Jahren. Wir verlieren w ihm einen tapferen, lieben Senoffen, der un» allen in seinem Pflittetscr sür da» SBalffer. gehen der Proletarier ein Muster gewesen ist, dem vachzuei'ern, ist unsere Hdchlt« Pdiair 160/1 Die Einäscherung har bereit» stattgefunden! Ehre seinem Andenkens Dte»ensss«» yer 33- Abteilung der So. »laldonorratffchea Partei. ' Verein Veriin. a�NrntiHIB B«rtrauen»voll« Danksagung. Da e» un» nicht nüigUch ist, allen persönlich zu danken, sv lagen wir unseren Derwandten, Freunden nnd Besannt, n, sowie den Mietern der Häuser Harzer- ftratze 57, 83, 69 Und 91 und meiner werten Kundschaft für die herzliche Teilnahme beim Hin- scheiden unseres lieben Erhne» Waltrr unseren herzlichen Dont. Eleichxeifta herzllchm Dank fllr die trostreichen Worte des iifrtn Duvonl und dem Herrn Lehrer Siagelkow nebst seinen Echül-rn der 5! lasse«01.. Familie Luck, 80 8«. Harzerstr.»8. Karre und Teiliahlunz S.GR1Ü, ' nahe Belle Allianca-Plau. Bekanntmachung betreffend die Wahlen der Mit- glieder zum Deutschen Neichstage. Di« Abgrenzung der Wahlbezirke, die ernannten Wahl- varsteher und deren Stellvertreter und die Wahlräume, tn welchen die Reichstagswahlen am«. Juni igzg srattsinden werden, haben wir— nach den Berliner histcrffchen läiadti eilen abge- grenzt— am vergangenen Sonntag öffentlich mittel» Eaulcn. onschlag« bekaunigcgeben. Der gleiche Sai-lcnanichlag wird nochmals or.t 5, d. Ria.«rfolgen und am 6. d. Mts. wlederhoii werden. Wir machen hierauf mi: dem Hinzufttgen ausmertsam. datz jeder Wähler mit Leiäuig-eit fein zuständige, Sahlwla! an der nächsten w sewe» Ttadtdezirk bcüiidlich-n Anschlagsäule feststellen kann. Soweit Aenderungen in den Wahlrstumm und in der Besetzung de, Wahlvorficmde» notwendig geworden sind, wird die» nach Alöglichkett am Wahltage gleichfalls durch Länieoanschiag vcröfftntlicht werden. Außerdem wird am Swaang zum Wahllokal ein P'akat mir der Stummer dr» Wahllusirli, und derAiigrenzung desselben am Wahltag- selbst angeheftet werden. Berlin, den S. Juni 192». Magistrat. (Tgta-Str. 744, Wahl. Sh) z. A.: Albert!. 8«dr. p. Pia. äl. ZS.ö0 »» ,,« 31,25 •«.1„„ 33,25 Jones& Co. BERLIK c», Nene Fi-Jedrlcliftr, 47. Korden 4976.* Versand a. e. Nachnahme. fipezkalant Dr. med. GrQtermg Haut-, Harn-, linterleihslcid h.Minn.u. Fra'-en, Blutunters. Invalldeostralie SS, Ecke Cliausseeslr. Stett. Bhl. Spr. 11-1 u. SVi-eVi. Sonnt J2-I üniiealin{8 Erwerts-MögliGieiien oiefat die nächste Zukunft Eine tieffireifamie Aendcrung unseres gosamien WlrtschaflsleBens. ein gewaltiger Umschwung unserer Industrie und de« Handels steht bevor, und e« werden Qberall geschulte Kräfte gesucht sein. AncehBrljce tectinlacher Berufe nn« Handwerker sollen nicht versäumen, ihre Kenntnisse und Fertigkeiten der Kommenden Zeit anzupassen. um teilzunehmen an dem wirtschaftlichen Umschwung, der naturgemdS das Ergebnis des de wältigen Ringens sein muß. Das beste Mittel, rasch und gründlich ohne Lehrer, durch einlachen Selbumnterricht eine gründliche Ausbildung In technischen Wissenschaften zu erwerben, sind die technischen Stsibstumerrichlswerke„System Kar. nack.Hnchfcld". Ausülhtllche 80 Sellen starke ===== Broschüre kostenlos.-------- sioNncß& Hacbfeld, Potsdam. Postlach 167. Obe�laudesseriehlsrat ?»ukfth. sachgemäße Rechdaherutung, Abwicklung ichwierlgslec äll«. Ehe, Aümenten, Bertrauenosachen,'irmittclungeu. otsdamer Str. Hü, Lützot» 2494, Direktor Fabtsch. p��iisrioo feilwStrauß- : leäera zu verkau/en,. ca. lang, StBcK l M. 5 M.: ca. 10 Muster Hesse, Drüsde Sehr fTeff-traUc- rauicie ca. 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Die Trlbfine in Banbury. hp'riidr.-AVUlieiiuBt.Tli. --.r. Cveliefi fiumtipeeht. Ber große Erfoljr! Kleine» Theater. ühn Die Maiiskomödie. Romlnche Oper ui!r. Eine Baünacht. '•HHtüDielhnuK Arreld Rieck in aniseiiKiuartlerung. ■tropol-l heater. Im weißen RössT .Veucs Central.Theater fEln seltsan?erFall Neues Operert iMilmna ; uhr-, Prinzessin Frlzdl. »»»«. Tolhnthcater �Pension Scholler Üiviiaabarjr KBni' gritzer Str. 121. hr Lbö Peuken m Weflrder Tater BlSoiiof.. Uer-Tbeat. Chnrl. : Dl! ÜllJBBStBinErl!!. � taUn-Theater - mor an! Reisen '• i.VolleudortplatE ""E Hacht im Paradies. er!. d. Alt. Jakobstr. 'meveFseliwüi!d.Paiiline. Wn Diter-Tlicnter Lustige Weffier t. Wiudsor :n!t Maria Ivoglln. Walhalla-Theater. ..uhr: Kaserneniuft. Residenz-Theater. Stadtbahn Jannowitzbrücke. Sgl ich VjSUhr; j RasclMs ig, Uhr, kiaine Preise •v gute Ruf« Volksböhne Theater am BUlowplatz. �DerRielitefvonZalainea. Ussing-Tlieater. Heute bis Montag 7>/,: Die Marqnise von Arcis. (Leopoldine Konstantin, Erna Relgbert, S fraßmann- Witt, Conr. VeldL) Dentsclies Künsller-Tlieater Heute bis Montag TU,: Die bessere Mifte — tWaz Adalbert» Röse-TheaterT" 7V, v.- Sehsarzwaidmäiiel .Oaftenb T1/,: Phiclrtnt» d.Erde lipollol Theater | Direkt lames Klein, Vsriängertes [ Gastspie! ßlanvalet| Natura- | listlsch-pbantasttsch.•; Ballett 2 Hartweils Phänom. Luilakt Varictd-üastspiel Franz Oross | v. Thea», d. Westens| Smarayda ' Univcrsal-Dressuren 1 Ivan d. Felden Zigeunerleben Harry& Jack! die Urkomischen 2 Franzis Salon-Akrobaten 1 u.wciter.Sensationcn.l StKRensT-SJ-jA O Allabendlich 7 Uhr: O j 2 Lorleys l t Dr.BennoWQnschj | Ciselatus i Rosel Dehny t Martin Loewe I Annie Trautner t 2 Kajanows iMiD!iB?ix(jUst.W8rnBp| ! m Coco u Coca Ißeeves uReevesj | Am Flügel: E. ilcntschcl.i | Kapelle Mund! Neumanu.' fleiebsliail.-Tlieater Täglich 71/, Ul)r: SletLSäfiger. s imon-Theater. Bhol Frledrichstraße. {Täglich 8 Uhr: At u. 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Bastiänstr. 7, Immanuel kirchstr. 24, Wilhelmshavener Str. 48.— Char- (Ottenburg, Scscnheimer Str. I, Kaiserdamm If», Tauroggencr Str. II.— Lichtenberg, Wartenberg- etraße f.— Neukölln, NeckarsPaße 2. Siegfrled- straße 28,29.— Wilmersdorl Gasteiner Str. 12.— ItiliManl«tsFBfti(5J1) Freitag, den 4 Juni, abends 7 Nhr: GefjentticheWählenjersatntnlungen AM. J.. W. p... �21-.. Cy.. f a» Of V« r* Ä f�w« Ol 12000 mtt Pre!smtsschrelbe?�Ü�I�?c�on Kürschners Bücherschak (Rnman. unb Nanellenfamtnlung. Zeder Band 83 Pf., m. Teuerung»- , Uschlag l M.). Bedingungen skr das Preisausschreiben liegen allen neuen Bänden»ort Rltrschner» Bücherschatz bei und sind durch jede Buchhandlung oder von• SeilkmgWeivnliüi l|l 5 Bctlin 3 9,»jltcnlas zu beziehen. Frauenstimmen iltia Aus dem Inhalt; WiUieimlnc Kätiler> Unsere Frauen in der Naiionalversammiund— Marie Juchaozt Die Frau als Staatsbürgerin.— Johanna Reitze: Sollen die Frauen eigene Wege gehen?— Clara BobicSchoch t Die Politik und die Frauen.— Antonie Pffilft Betrachtungen zut Weimarer Verfassung— Elisabeth BSbi« Das uneheliche K!n« Berlin. Markgrafen Sit 26. bWfaf mJMch gcatiea, avi GkurralversMmlllng im Berliner®eioerrfd»ottB- houn, Sngdufrc 15, Saal L Tagesordnung: 1.«efchüftsderlcht des Bat» stand es. 2 Bekanntgabe der BUanz und deren Genehmigung. 8. Wahl des Boistandes und Uufsichtsrates. L®»f,täftilches Und eoen» welle Anträge. Der Rechiumgsadfchlust des (Bridjäftsiahtes 1019 liegt»ur Einsichtnahme dm(denoffen von hmte ad In der Tefchäfts. stelle, göpmtckez Str. S2a, in dm Stunden von 9 bis 1 und 3 bts 7 Uhr aus. 138/6 Set«ufsichtsret: J. Dietrich. Der Vorstand r W. Bofh. Fr. Wils. von Hont-, Harn-" und Cntcrlelbalelden� ohne Berutsstörung. 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