Nr. 2S5» 37. Jahrgang Ausgabe B Nr.S Bezugspreis: B-rteljährU 30.— Ä monat i.10.— Mt. frei ins Haus, voraus Zahlbar. Post« üe�uq Monatl'lck 10.— e?tl. Zu« üellungsaediihr. Unrer Kreu?dand Mr Deutschland und Oesterreich 16.- 0.0!!� für das ubriQf Ausland bei täglich einmal. Zustellung 2150" Pnst�e» stellungen neimen.'.n Oesterreich, Unzarn, Tschecho» Slowake:, Dänemark. Holland, u-emvurg. Schweden und)ie Schweis.— �'inaetragen in die Post»-eitunqs-Pre'.sliste. /'er..Bonwärts" mn d�r Sonnraqs« Vellage �Volt u. Zeit" erichemi wo.öen« aqlich Donniaa- und Mon- tags''nmcit Abend-Ansgabe Telearamm-Adreste Sozialdemokrat verlin- Bccliitcr PoUifililntt Zentralorgan der rozialdemohratircben Partei Deutfchlands (20 Pfennig) Anzeigenpreis: Die adjtgclpalten» Nonpareillezeile koste Z.— M., Tcuerungszuschiag SV«/». »Kleine Anzeigen-, das fett» gedruckte Wort 1.— M. izulässtg zwei iettgednickte Worte), Ildes weitere Wori K0 Pfg. 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In der Nationalversammlung sagen: Zusammen.. 421 Die Medrhcit betrug 221, die beiden Rechtsparteien hatten aber nur 62. die beiden Mitlclpartcien, Zentnlin und Demokraten, nur 166, die beiden sozialistischen Parteien nur 135 Abgeordnete. Eine Koalition mustte geschaffen werden, wenn nicht alles wieder auseinanderftiegcn sollte. Sic wurde gebildet zwischen Sozialdemokratie, Zentrum und Deutschen Demo- traten. In dieser Koalition hatte die Sozialdemokratische Partei die Fuhrung. wenn auch nicht allein ausichlag- gebenden Einfluß. �Hr Programm war: Festigung der republikanisch-demokratischen Staatsordnung. Kampf gegen die Ausbeutung des Volke? durch die Mächte des Geldsacks, plan- mäßiger Fortschritt von der kapitalistischen Wirtschaftsanarchie zu einer sozialistischen, dem Wohl des Ganzen dienenden Wirtschaftsordnung. In der auswärtigen Politik verfolgte die Sozial- de ni akratische Partei das Ziel, die Achtung der Welt vor dem deutschen Volk als einem mit friedlichen Mitteln emporstrebenden Kulturvolk wiederherzustellen und eine Re- Vision des Friedens von Versailles zu erreichen. Welche Lage fand die Sozialdemokratische Partei vor, als sie in die Regierung eintrat? Deutschland war unter Führung eines wahnsinnigen Kaisers in einen Krieg hineingerannt, in dem es unterliegen mußte, weil es gegen zehnfache Uebcrmacht stand. Letzte Gelegenheiten, einen erträglichen Frieden zu schließen, waren trotz allen Drängens der Sozialdemokratie versäumt worden. Die Deutschnationalen und Deutschen Volks- p a r t e i l e r hatten nach Eroberungen geschrien, zu den grausamsten Methoden der Kriegführung gehetzt und so den feindlichen Gewaltpolitikcrn jede erwünschte Handhabe geboten, Deutschland einen Frieden nach ihrem Herzen aufzuerlegen. Das Land war durch vierjährigen verlorenen Krieg grenzenlos verarmt. Millionen, vom Heer entlassen, suchten neue Beschäftigung. Die furchtbare Not schuf auf politischem Boden Schwarmgcisterei, auf sozialem Verbrechertum. Die demokratische Republik wurde von zwei Seiten gewaltsam berannt, von denen die eine die Monarchie wieder her- stellen, die andere eine Sowjetrepublik nach russischem Muster aufrichten wollte. Dann kamen die Schwierigkeiten, die sich aus der Not- wendigkeit ergaben, die Regierung mit zwei bürgerlich en Parteien gemeinsam zu führen, die alles andere als sozial- demokratische Grundsätze vertraten. Trotz dieser ungeheuren Hindernisse ist eS der Sozial- demokratischen Partei gelungen, die Grundlagen einer neuen Ordnung zu schaffen. Jetzt verlangt sie bei den Wahlen von den Massen des schaffenden Volkes den Auftrag, die begonnene Arbeit weiterzuführen. Am Volke ist es, zu entscheiden, ob die Sozialdemokratische Partei im neuen Reichstag mehr Macht oder weniger Macht haben soll. Die bürgerlichen Parteien stärken heißt, das Großkapital stärken! Auf diesem Gebiet unterscheidet sich die bürgerliche Mitte von der bürgerlichen Rechten nicht nach dem Wesen, sondern nur nach dem Grade. Die Deutschnationale und die Deutsche V o l k s p a r t e i suchen im Zentrum und bei den De- m o k r a t e n willfährige Diener ihrer großagrarischen und großkapitalistischen Politik. Durch sie hoffen sie. auch ohne selber Mehrheit zu werden, maßgebenden Einfluß im neuen Reichstag zu gewinnen. Dagegen hilft nur geschlossenes Ein- treten für die Sozialdemokratische Parteil Alle bürgerlichen Parteien stehen bewußt auf dem Boden der kapitalistischen Wirtschaftsweise. Sie sind von den Geld- mächten abhängig und bekämpfen daS Große, Neue, das sich in unserer Wirtschaft entwickelt: die veniünstig-planmäßige Ordnung deS Ganzen, den Gemeinschaftsgeist, der alle zum Ziel gemeinsamer Wohlfahrt hinlenkt und keinem Reichen, Mächtigen mehr die Taschen füllt. Die Unabhängigen und die Kommunisten stärken, heißt die politische Gleich berech» tigung gefährden und den Sozialismus k o m P r o m i t i e r e n. Wer für die Deutsch nationale Volkspartei stimmt, der stimmt für Großgrundbesitzer und Revanchetrieg. Wer für die Deutsche Volkspartei stimmt, der stimmt für Schwerindustrielle und Scharfmachertum. Wer für Zentrum oder Deutsche Demokraten stimmt, der weiß nicht, wofür er stimmt, für Fortschritt oder Neakrion. Wer für Unabhängige oder Kommunisten stimmt, der stimmt für leeres Gerede und bloßen Klamauk. Wer für die SozialöemokratiV stimmt, der stimmt für Schnst der Republik für Ausbau der Errungeuschaften der Revolution für Volksherrschaft für Sozialismus! Das bedenkt am 6. Juni! Gebt nur diesen Stimmzettel ab: Stadtkreis Berlin: Hugo H e i m a n n, Berlin. Klara Bohm-Schuch. Berlin-Britz. Richard Fischer, Berlin. Roberl Schmidt, Karlshorst. Adols Ritter, Berlin. Friedrick Schlegel, Berlin. Martha Hoppe, Berlin. Alfred S t r i e m e r, Berlin. Adolf W u s ch i ck, Lichtenberg. Max Gronefeld, Lichtenberg. Heinrich Bahlke, Berlin. Ernst Rüben, Berlin. LiSbeth R i e d g e r, Berlin. Arthur A l b i n u S, Berlin. Max Echterbecker, Berlin. Teltow-Beeskow-Charlottenburg: Eduard Bernstein, Schöneberg. Elfriede N y n e ck, Baumichulemveg. Franz Krüger, Köpenick. Karl Mermuth, Neukölln. Ernst Dalibor, Teltow. Johanne« Haß, Treptow. Dr. Max B e n d i n e r, Schöneberg. Gertrud Scholz, Neukölln. Adele Schreiber, Charlottenburg. Emil Woldt, Weißensee. Robert Kohl, Wilmersdorf. Franz C z e m i n s k i, Schöneberg. Niederbarnim: Rudolf Wissel!, Berlin-Treptow. Marie I u ch a c z, Berlin. Otto S i d o w. Brandenburg a. H. Hermann Müller, Berlin-Lichtenberg. Adolf W u s ch i ck. Berlin-Lichtenberg. Alex Sailer, Luckenwalde. Anna Simon, Brandenburg a. H. Heinrich Witt, Brandenburg a. H. Ernst Meyer, Neuruppin. HanS Heck, Zehdcnick. Hermann Tilemann, Potsdam. Friedrich K ersten, Prenzlau. Wählt sozialüemotratisth! Die Kommunisten wollen das gleiche Wahlrecht wieder abschaffen und mit Gewalt Wirtschaftsreformen durch- führen, zu denen das Volk seine Zustimmung nicht gegeben hat. Sie sind des Glaubens, daß die Menschheit noch tiefer in das Elend hineingestoßen werden müsse, damit sie einmal glücklich werden könne, ihr Ideal ist Rußland, wo das Volk noch viel mehr hungert als hier und dabei ohne alle Rechte ist. Wir aber meinen, daß es genug des Elends ist und daß eS wieder aufwärts gehen soll. Unschlüssig, schwankend, unbestimmt stehen die U n- abhängigen zwischen uns und den Kommunisten. Eine Reihe ihrer früheren Führer ist daher schon wieder zur alten Sozialdemokratischen Partei zurückgekehrt, der greise Vorkämpfer der Arbeiterbewegung. Eduard Bern st ein, einst einer der ihrigen, steht jetzt an der Spitze unserer Kandidaten in Teltow- Beeskow, WaS kann durch die Vermehrung der unabhängigen Mandate erreicht werden? Man blicke auf die Zahlen I Die Unabhängigen werden auf jeden Fall im Reichstag eine einflußlose Minderheit bleiben. Macht und Stärke der sozialistischen Bewegung drückt sich in der Zahl aus, die die alte Sozialdemokratische Partei erreicht. Nicht im Streit der Richtungen, sondern im Kampf der Sozialdemokratie gegen Reaktion und Kapitalsmacht fällt die Entscheidung über unsere Zukunft. Die Sozialdemokratische Partei maßt sich keinerlei Un- fehlbarkeit an, sie übt Selbstkritik und ist bereit, aus ihren Fehlern zu lernen. Aber mehr denn je ist sie von der Ueber- zeugung durchdrungen, daß es sür den Aufstieg des schaffenden Volkes keinen anderen Weg gibt als den, den ihre Grund- s ä tz e ihr weisen. Jedem Mann, jeder Frau gleiches Recht im Staate! Das Volk gibt sich selbst die Gesetze, denen jeder- mann zu gehorchen verpflichtet ist l Kein Beharren auf alten Wirtschaftsformen! Kein Herren- und Knechttum in Fabrik. Kontor und Bureau! Aber auch keine überstürzten, gewalttätigen Experimente, sondern plan' mäßiger, methodischer, vom Volke gewollter und gebilligter Fortschritt zu neuen, glück- licheren Gesellschaftsformen! Auch wir von der alten Sozialdemokratischen Partei sind erfüllt von der Ueberseugung,>daß der S o z i a l i s m u Z die Wirtschaftsform der Zukunft ist, die aus den Kämpfen der Gegenwart geboren wind. Aber wir wissen aus Erfahrung, daß die verwickelten Fragen der Wirtschaftspolitik nicht mit einem Schlage und nicht mit gewaltsamen Mitteln gelöst wer- den können, ohne daß die Masse des arbeitenden Volkes selbst darunter den schwersten Schaden erleidet. Wir wollen darum keinen Weg gehen, der erst tiefer hinunter und dann vielleicht wieder aufwärts geht, sondern wir wollen praktischen Sozialismus treiben, der die Macht des arbeitenden Volkes ständig erweitert, ihm sofort alle erreichbaren Besse- rangen seiner Lebenslage schafft und es so zu den Gipfeln politischer und sozialer Freiheit emporführt. Damm sind wir auch bereit, unsere Arbeit jederzeit dem Urteil des Ganzen zu unterbreiten, wir maßen uns nicht an, dem Volke von oben herab zu dekretieren, was ihm nutzt und frommt. Wir wissen,'daß wir nichts sind ohne das Volk, aber wir glauben, daß das Volk alles werden kann durch uns! Kein Völkerkrieg! Kein Bürgerkrieg I Aber Kampf mit den Waffen des Geistes und des gleichen politischen Rechts gegen die Mächte des Beharrens und des Besitzes, der Unter- drückung und Ausbeutung für ein freies Menschen- tum! Das ist's, wofür sich die Männer und Frauen einsetzen wollen, deren Namen auf den Listen der alten Sozialdemo- kratischen Partei verzeichnet sind. Ihnen dabei zu helfen, ist Eure Aufgabe, Wählerinnen und Wähler des schaffenden Volkes. Darum, wer diese Zeilen gelesen hat und mit ihnen ein- verstanden ist, der gebe das Blatt an feine Nachbarinnen, Nachbarn, Kameradinnen, Kameraden weiter und sage ihnen Ich wähle sozialdemokratisch. Tat Ihr desgleiche«! was Vir Krauen wollen! Von Klara Bohm-Schuch. Wir wollen den Frieden! Weil der Krieg die Ouclle des Unglücks der Menschheit ist, iveil er Leben und Glück von Millionen vernichtet, weil er den Mord sanktioniert und dadurch olle Sittlichkeit unter- gräbt, weil er alle Kulturgüter zerschlägt und die Menschheit in den Zustand der Barbarei zurücksinken lägt, weil er sinnlosen Haß an die Stelle versöhnender Liebe setzt. Tie„Deutschnationalen" sind Schuldige am letzten großen Weltenkriege. Sie wollen durch Ausstachelnug blinder Leiden- schaft in neue Kriege führen. Frauen, Mütter, Mädchen, zieht den klaren Trennungsstrich zwilchen Euch und diesen Leuten, indem ihr cm 6. Juni sozialdemokratisch wählt. Mahnend klingen die Stimmen der 2 Millionen Toten, die in fremder Erde ruhen, an unser Ohr:„Bewahrt die Menschheit vor neuen Kriegen, nutzt Euer Wahlrecht, um für den Frieden zu stimmen." Wir tu o l l e n den Wiederaufbau; er ist nur durch eine sricdliche WirtschaftSentwickelung möglich. Wir wollen, da' der A r b e i t s v e r d-i e n st wieder in Einklang mit den Kosten der Lebenshaltung kommt. Wir wollen, daß jedem arbeitenden Menschen ein Kultur- dasein.möglich ist. Das Brot würde aber nicht billiger, sondern teurer werden, wenn die Frauen„dentschnational" oder Deutsche Volkspartei wählen würden. Wer ist es denn ge- Wesen, der den freigegebenen Hafer zu Wucher- preisen verkauft und Brotgetreide verfüttert hat? Wer ist es denn gewesen, der sich seiner Ablieferungs- Pflicht an Lebensmitteln entzogen hat? ES waren zumeist die konservativen Landwirte, die heute schreien. daß nur sie Deutschland erretten könnten. Leider hatte die Regierung nicht die Machtniittel, um diese Leute zur Erfüllung ihrer Pflicht zu zwingen, deshalb mußte sie die teuren ausländischen Lebensmittel kaufen und Milliarden zugeben, um der arbeitenden Bevölkerung das Sattessen zu ermöglichen. Hausfrauen! Laßt Euch nicht von Euren Sorgen hin- reißen, dentschnational oder Deutsche Volkspartei zu wählen. Denkt an den K o h l r ü b e mo i n t e r 1916/17, den wir der Politik dieser Parteien zu verdanken hatten. Auch die bürgerlichen Parteien, welche den freien Handel� auf ihre Fahne geschrieben haben, können die Hausfrauen nicht wählen. Wenn wir soviel Waren hätten, daß jeder kaufen könnte, soviel er wollte, dann könnten wir den Versuch wagen, aber so lange wir knapp und arm, be- sonders an Lebensmitteln, sind, müssen sie eingeteilt werden, damit jeder etwas bekomnit. Wir kommen nur aus dieser bedrängten Lage heraus, wenn tvieder m e h r Lebensmittel im Lande gewonnen und wenn der Staat den ganzen Ein- und Verkauf aller Rohstoffe und fertigen Waren organisiert. lieber die organisierte Wirtschaft müssen wir zur sozialistischen Wirtschaftsweise kommen. Nur dieser systematische Aufbau kann uns vor dem Hunger retten und ihn verfolgt konsequent nur die Sozial- demokratische Partei. Wir Mütter können im Interesse unserer Kinder auch nur sozialdemokratisch wählen. Vor jeder von uns steht der stolze Traum, daß unser Junge, unser Mädel einmal die Welt gewinnen soll. Und der kann sich doch nur erfüllen, wenn der Gedanke der Einheitsschule sich in der Gesetz- gebnng durchsetzt. In der Verfassung der deutschen Republik ist durch die vorwärtsdrängende Mitarbeit der Sozialdemo- kraten der Grund' für diese Entwicklung zur geistigen Freiheit geschaffen. In dem Gruudschulgesetz, wonach vom 1. April 1920 ab alle Kinder des deutschen Volkes, ob arm, ob reich, vier Jahre lang eine gleiche Volksschule besuchen müssen, ist Fum H. Hallo, du Arbeitsmann mit Weib und Kind, nian will dich abermals betrügen. Die schlauen Diebe rennen wie der Wind, sie spinnen Netze, iv e b e n Lügen; wenn s i e in seid'nen.Schuhen gehen, sollst frierend vor der Tür d u stehen— gedenke des am t». Jnni! Als sie im Würfelspiel verpraßt dein Blut. da spieen sie nach dir und ließen verwüstend ihrer Sünden hohe Flut in deine kahle Hütte fließen— Noch prunken sie mit stolzen Namen, die dir das Recht zum Leben nahmen, gedenke des am V. Juni! S ch I a r a f s. höchstes ösr Eröenkinöer. Von Minna T o d e n h a g e». Es gibt Augenblicke im Leben, die Ewigkeitswerte haben. Ein solcher Augenblick ist der Moment, in dem Ihr am 6. Juni-den Wahlzettel in die Urne steckt. Was Ihr an diesem Tage versäumt. wird sich an uns rächen auf lange Zeit hinaus. Der neue Reichstaz soll ein« Arbeit verrichten, die weit über den Zeitraum seines De- stehens hinauswirkt. Er soll, soweit da» in vier Jahren möglich ist, unsere Gesetzgebung nach den Grundsätzen der neuen Neichsver- fassung gestalten. Auf unfern Gesetzbüchern lastet der Staub der Jahrhunderte. Den Stoßseufzer Schillers:„Es erben sich Gesetz und Ziechte wie «ine'ewige Krankheit fort," empfinden gerade wir Frauen au» tief- ster Saele nach. Die Wertschätzung, welche die Frau nach dem Sozialismus als Mutter und Mitschaffende im Volke genießen soll und die für uns die Grundlage für die Stellung der Frau in der Gesetzgebung ist, steht in krassem Widerspruch zu der Behandlung. die wir noch heute in der Gesetzgebung genießen. Vergleicht Eure samilienrechtliche Stellung im Bürgerlichen Gesetzbuch, Eure sozial- rechtliche in der gesamten BersichermngsgesetzzeHung und nicht zuletzt Eure Lage in strafrechtlicher Beziehung mit den Anfordemn- gen. die Ihr als Mensch stellen müßt und überdenkt, ivelche Partei Euren Persönlichkeitsrechten gerecht wird. Die Sozialdemokratische Partei hat tv Jahre lang allein gegen die ganze bürgerliche Gesellsckmit um die Anerken- nun« der Frau als glsichberechtigtcs und glclck wertiges Glied des Staates gekämpft. Das ist keim Zufall. Ist sie doch die Partei der Entrechteten überhaupt, dt« Partei des Mannes m der Arbeits- der erste Schritt zur praktischen Durchführung getan und nun, Ihr Mütter, sorgt dafür, daß am 6. Juni eine Mehrheit in den Reichstag einzieht, die Euch den Weiterbau der Einheits- schule gewährleistet. Das ist nur die Sozialdemokratische Partei Deutschlands. Alle erwerbstätigen Frauen und jungen Mädchen aber müssen danach streben, daß die wirtschaftliche Gleich- berechtigung der Frauen, wie sie in der Verfassung garantiert ist, sich mit Hilfe der Gesetzgebung durchsetzt. Darum müssen sie eine Partei wählen, die stets für die gleichen Aus- bildungsmöglichkeiten für Knaben und Mädchen und darauf aufbauend für die gleiche Bezahlung für gleiche Leistung eingetreten ist. Das ist die Sozialdemokratie. Ten Achtstundentag— dem für Frauen ein noch kürzerer Arbeits- tag oder die Halbtagsschicht folgen muß— hat der Arbeiterschaft die sozial! st i s ck e Nevolutionsregierung gegeben. Alle Arbeiterinuenschntzgcsetze, alle sozialpolitischen Errun- genschaften sind das Werk der Sozialdemokratie. Für das Recht der unehelichen Mutter und ihres Kin- des haben wir gekämpft und wir werden nicht ruhen, bis hier die volle gesetzliche Gleichberechtigung mit den ehelichen Kin- dern erreicht ist. Jede bürgerliche Partei, wie sie auch beißt, ist ein Hemmnis auf diesem W-ge. Tie Jugend- schutzgeseHgebling und das Jugendfürsorgsgesetz müffen aus- und umqestaliet werden. Das kann in freiheitlichem und fori- schrittlichem Geiste nur geschehen von Volksvertretern, die das volle soziale Verständnis für die erwerbstätige Jugend haben. Die die Bedingungen kennen, unter denen die Arbeiterjugend heranwächst. Die ihren heißen Drang nach Lebensfreude, nach Bildung und Wissen mitempfinden. Darum werden die jungen Mädchen sozialdemokratische Frauen und Männer in den Reichstag wählen müssen, wenn ihrem Höhenflug der Weg freigegeben werden soll in der künftigen Gesetzgebung. Ihr jungen Mädchen, Ihr Hausfrauen, Ihr Mütter, alle Ihr Mühseligen und Bcladcncn, laßt uns alle unser gut Teil tun, daß wir wieder aufsteigen ans dem Jammertal, daß es in Zukunft wieder sonniger werde im Leben des deutschen Volkes. Gebt Eure Stimme ab für die Sozialdemokratische Partei! Protest d e AausenUme. Flensburg, 5. Juni. In der gestrigen Sitzung der städtischen Kollegien wurde auf Antrag des Stadtvcrord- neteuvorstehers» Justizrat Tr. Loehmann, eine Entschließung einstimmig angenommen, in welcher die städtischen Kollegien noch- me� schiirfstci! Einspruch gegen die sogenannte Ciauscnsche Linie als neue Grenze erheben, da sie nicht dein nationalen Besitz- stände entspreche und dauernden Streit zwischen beide» Ländern veranlasse. Eine alsbaldige Revision des Friedensvertrages zur Festsetzung dieser Grenze werde unerläßlich sein, die Reichs- r r g i e r» ii g solle die Forderung ablehnen, die über den Friedens- vertrag hinausgehe. polon?fterunstberscblesisns. B e u th c n O.-S., 4. Juni. DaS Amtsblatt der alliierten Kommission in Oppeln er'hält eine Verordnung, wonach zum Schutze der Interessen der polnischen Bevölkerung den Land- raten polnische Beiräte beizegeben werden, die da? Recht haben, sämtliche Akten einzusehen»nd gegen die Zlerordnun- gen der Lanbräie Protest zu erheben. Bei der Schulverwal- t u n g der Regierung in Oppeln soll cm höherer polnischer S ch u l r a t mit demselben Recht wie die Beiräte bei den Landrätcn arbeiten. Ebenso erhalten die Kreisschulinspcktorcn der Lehrer- semiuare eigene Kontrolleure. D.'e Vsrhanölun�en mit ffrajjnt. London, 4. Juni. Re-uter erfährt, daß die nächste Z u s a m- menkunft Krassins mit den Mitgliedern des enqlischan KabimtS am 7. Juni stattfinden wird. Hieran wird sich voraus- bluse. Er empfand den Druck der Lohnsklaverei zuerst, mußte ihn. ob er wollte oder nickt, übertragen auf die Familie und selbst dar- unter leiden. Jede U eberlast ung der Frau durch Vcrbin- dung der Hausfrauen- und Eciverk? Pflichten kürzten auch ihm die vielen kleinen Glücke gemeinsamer Freude am Werden und Ge- deihen der Kinder, die dos große Glück einer Familie ausmachen. Es ging unter im Schaffen für das Glück der andern. Jene andern aler gingen gedankenlos darüber hinweg. Ter Mann m der Ar- beitSSlufe dachte nach. Er erkornke feine Lage und die der mit ihm schaffenden Frau als d-e Folge einer falschen Gesellschasts- ordnung. Mann und Frau stechen unter demselben Druck, unter dem Druck des Kapitalismus. Er. erkannte aber auch, daß der Kampf gegen den Kapitalismus getragen werden muß von allen, die unter ihm leihen. Unter der alten Gefetzgeibung war aber die Kraft der Frau gefesselt. Sie hatte keine Möglichkeit, be! der Gesetzgebung mitzuwirken. Ein- sichtSlose Schichten wehrten sich bis in die jüngste Zeit hinein gegen die Befreiung der Frau. Tarunter befand sich sogar die kleine Schicht einsichtsloser Arbeitnehmer, wie die deutschnationalen Handlungsgehilfen.-Ihr Vorgehe u gegen die Frauenrechte ist typisch für die Behandlung der Frauenfrage durch die„nationalen" Parteien überhaupt. Geht sie durch, alle Fragen Eure? Leben?, im öffentlichen, im Arbeits-, im persönlichen, im Familienrecht. Ihr findet immer nur der Begriff d.'r Unterordnung bis hart an die Grenz« sachlicher Einschätzung Eures Ich?. Objekte einer kapitalistischen Staatsordnung. Es ist kein Zufall, daß die nationalen Parteien diele Gesellschaftsordnung für gut und richtig befanden und für ihre volle Wiederaufrichtung im Wahlkampf kämpfen. Hinter dem Nakimiatismus verbirgt sich der Kapitalismus. Heute hängt er sich ein volksfreundliches Mäntelchen um in der Absicht, sich durch das Volk am 6. Juni in die alte Macht wieder einsetzen zu lassen, um es danach auf- neue knechten zu können. Frauen und Mädchen, damit wäre es vorbei mit Euren Rechten. Die Sozialdemokratie hat Euch den Weg frei gemacht zur Entfaltung der Persönlichkeit, die Goethe als da? höchste Glück auf Erden preist. In gemeinsamer Arbeit sollen Mann und Frau die PcrsöniichkeitSwerte fortentwickeln von Generation zu Generation bis zur reinsten Harmonie der Menschen untereinander. Das ist unser Ziel. Frauen und Mädchen, einen Schritt zu diesem Ziel geht Ihr. wenn Ihr am 6. Juni Eure Stimme der Sozialdemo- krati scheu Partei Teutschlands gebt! Kunst und Mensch. In einer vom Stuttgarter Verein zur För- derung der BolkSbftdu:: a- herausgegebenen Denkschrift„Die Schwäbische. Vol.'öoücne"— sie gibt eine Reihe Betrach- tungen allgemeineren Werts, die an das erste Spicljahr anknüpien, und enthält auch einige Bühnenbilder— sagt Konrad Düffel am sichtlich im Laufe der Woche eine Konferenz mit d:m Obersten Wirtschastsrat anschließen. Amsterdam, 4. Jum. Die„Time s" schreibt zur gestrigen Erklärung Lloyd Georges: Die Maske ist endlich gefallen. Das englische Kabinett, und nicht der Oberste Rat der Alli erten, ge- stehen ein, daß es sich in direkten politischen Vcrhand- lungen mit der Sowjetregicrung bcftndet. Wir wundem uns nicht. Im Januar und Februar war die Trumpfkarre Lloyd George» vor dem Obersten Rat der Vertreter der nichtpotiti- scheu kooperativen Bewegung in Rußland. An dessen Stelle bat Lenin jetzt Kcassin und andere gute Marxisten gesetzt. Unsere Re- gierung ist genau so bereit, mit der einen wie mit der anderen Schule zu verhandeln. Wird die französische Regierung und das französische Volk uns gleiche„Großzügigkeit" zeigen? Am Schlüsse des Artikels rät die.„Times" Lloyd George, die Aeußcrungen fran- zösischer Staatsmänner in der Presse und in der französischen Kammer recht sorgfältig durchzulesen und sich zu überlegen, welchen Eindruck die Extratour mit dem Sowjetismus in Frankreich her- vorrufen dürste. „Daily C h r o n i c l e" schreibt: Die englische Auffassung ist, daß der Güteranstausch nicht nur beiden Teilen für den Augenblick förderlich sein soll, sondern auch der Gütererzeugung in der Zu- k u n f t zugute kommen muß. Die Ergebnisse werden aber viel- leicht nicht so schnell zu erreichen sein. Die englischen Minister und der Wirtschaftsrat müssen noch Sicherheiten haben, daß Krassins Darlegung die nötigen Grundlagen besitzt. Es wird viel- leicht nötig sein, in wichtigen Plätzen w:e Odessa, Riga und R e v a I Untersuchungen vorzunehmen, um festzustellen, ob die Vor- rate vorhanden und wie groß sie sind. Die litauische verfajsung. Kopenhagen, 4. Juni. Nach einem Telegramm der„BcrlingSie Tidende" aus Kowno hat die litauische Nationalver- s a m m l u n g gestern eine provisorische Verfassung angenommen, die unter anderem folgende Hauptpunkte enthält: Litauen ist eine demokratische Republik, die von einem von der Nationalversammlung gewählten Präsidenten und einem Kabinett regiert wird, das der Nationalversamm- lung verantwortlich ist und deren Vertrauen genießt. Alle Bürger ohne Rücksicht auf Geschlecht, Nationalität und Religion sind� vor dem Gesetze gleich. Die Verfassung enthält weiter Bestimmungen über Preß-, Ver- sammlungs- und R:iigionsfreiheit, sowie über die Abschaffung der Todes st rase. Bis zur Wahl eines Präsidenten durch die Nationakdersamm- lung übernimmt deren Präsident Stulginski alle Pflichten eines Präsidenten Ter jetzt zurücktretende Präsident Smetana hat keine Aussichten für eine Wiederwahl. ' Ter belgische Diplomat Baron Greinbl, dessen Berichte in den belgischen Gesandischaftsberichien einen breiten Raum einnehmen, ist in Rom gestorben. Er war einer der bekanntesten Diplomaten der Vorkriegszeit. Ter„Verband national gesinnter Soldaten" eni ialtet gegen» wältig in den Poisdamer Kasernen eine besonders rege Ilgitation. Wir warnen»niere Genossen und Kameraden nach» drücktich, sich von den Werl'iingen dieses erzrealiionären und m i t> l a r t st i i ch e u Verbandes einfangen zu lassen. Sorgenkind Militarismus. Wie uns von durchaus ziiverlä'ssaer Seile milgeleilt lviid, marichierte Beine früh mindestens eine Kam- pagnle Noichswehr, an der Spitze ein Major und mebrere andere O'sisiere, mit Pferden. Wagen und Maschinen- i g e w e h r e» vom Lehrter Bahnhof aus über Moabit nach der Ziegesatzee zu, wobei eme starke Mttitärlapclle vor der eng- tischen Kommission„Deutschland,' Deutschland über alles" iwelte. Ein derartiges Auflreieu wird besonders in dielen kmenschweren Tagen von der Bevöllernng als aufreizend und provozierend einpfundeu.. Beruhigungspulver. Um Mißdeutungen vorzubeugen, wird seitens des R e i ch s w e h r m t n i st e r i u in s darauf hingewiesen, dß die Lehrbrigade Döberitz am Sonnabend, den ö. Juni, in Verbindung mit Teilen der Garnison Potsdam einen Marsch und Gefechtsübung in größcrem Rahmen abhalten wird Schluß eines Aufsatzes über Kunst und Volksbildung: Alle Kunst wendet sich an den einzelnen Menschen. Aber sie läßt ihn nicht vereinzelt. Sie sckafft eine A mospbäre gemeinsame» Erlebens und bildet so das Band einer Gemeinsamkeit, beut Brücken von Mensch zu Mensch. Am stärksten dann, wenn das künstlerische Er- lebnis auch räumlich und zeillich gemeinsam empfangen wird. Und hier liegt auch die besondere. Bedeutung der dramatischen Kunst, die ganz einzigartige Stellung, die der Bühne als einem Jnstru- ment der Volksbildung zukommt. Wenn die Menge, umhüllt von der Dunkelheit des Raums, den Vorgängen mü der Bühne folgt, dort Menschenfreude und Menschen leid und das Walle» deZ Schicksals erfährt, dann mag die edle Wärme des Gefühls, der Aufruf der gesteigerten Empfindungen, der belebende St: am der Bcgeiste- rung gemeinsames Erleben werden. Und e» liegt eine wun- derbere Kraft und ethische Sanktion in dieser Gemeinsamkeit.??ie- wand hat dies schöner ausgedrückt als Schiller, der immer wieder als der große Zeuge angerufen werden muß, wenn die Kunst zu rechtfertigen ist als Mittel der Volksbildung. Ich meine die Sätze, mit denen Schiller seine?lbhandlung„Tie Schaubühne als eine moralisch« Anstalt betrachtet' schließt:„Wenn Menschen aus allen Kreisen und Zonen und Ständen, abgeworfen jede Fessel der Kün- stelei und der Mode, herausgerissen aas-edem Drange des Schick- sa's, durch eine allwebende Sympathie verbrüdert, in ein Ge- schlecht wieder ausgelöst, ihrer selbst und der Well vergessen und ihrem himmlischen Ursprung sich nähern. Jeder einzelne genießt die Entzückungen aller, d'e verstärkt und verschönert ans hundert Augen auf ihn zurückfallen, und seine Brust gibt nur einer Empfindung Raum— e» ist diese: ein M e n> ch zst sein." Ten Menschen zu suchen, den Menschen zu sicki hinzuführen; dies ist im Grunde das Wesen aller Volksbildung. Sie können, daher auch nie- mal» getrennt sein: Volksbildung und Kunst. Auch die„Jugend" wird verramscht. Wenn sich die Nachrichten über den Berkauf der„Münchener Neueste Nachrichten" aus dem Nachlaß der Familie Georg Hirth bestätigen, woran kaum noch zu zweifeln ist, so würde damit auch das Schicksal der Münchener „Jugenh" best'a>lt fan. Ihr Grün. er, Georg Hirth. hätte dazu nie seine Zustimmung gegeben. Aber Zeitungen und Zeit'chriften sind ja— vergessen tri r es nicht— VermöaenSobjekte, mit denen die Erben machen, waZ ihnen der Profil gebietet. Die Bildbanerii, Anna Kalile, die eine vom Märkischen Mweilm kewahrle Biüie TbeodorFonlanes ichn!, ist 77 Jahre nlt, peilmbem Sckttvsser in Atelier ivsrkrn. Die Diit>'chait?verei»iguna Berliner bildender Künstler Herme einen Antra' vor. Nicht hemihie Räume von Tchtösscrii für Ateliei zwecke bildender Küntiler zur Vniügung zu stellen. Ei» Mnoderar-Br, innen is, in München, dem Geburtsort deS vor fünf Fahren vkisloibkneü Roman- und Tramei-dichlers. anigesleM worden. Em Wert Eduard Bevrers. bat der Brunnen jahrciang den Gallen des DMIcrs geichmückt. Ote Biunnenschnlc ii'l mit einer PuUenaeÜaU verbunden. die wir schelmisch-nachdenklichem Kcsichlsausdiuck dreinschaut und tu der;«chlän Hand die Schreibfeder bald verborgen bält. Ruedercis Wiiwe bat das anmutiae Werk der Stadt München gejchcnkl, die eS nun in den Jsarantagen ausstellen Uetz. 4 Kr. 255 ❖ 37. Jahrgang Seilage öes Vorwärts Sonnabend, 5. Juni 1y2d Die Möröer unserer kinöer. Im V-rtrauen auf die Dcrgeßlichkeit weiter Volkskreise leiern die Alldeutschen um Stresemann und Hergt Lagtäglich das„Sündenregister" der deutschen Regierung herunter, um ?u beweisen, daß diese allein die schuld an allem trägt, was sich an Elend und Unglück innerhalb der deutschen Grenz- pfähle auffindet. Vor keiner Lüge und Verleumdung schrecken sie zurück und je näher der Tag der Zlbrechnung heranrückt. desto gemeiner und niederträchtiger wird ihre Kampfesweise. Die Gunst der Frauen suchen sich diese Parteien besou- derS dadurch zu erwerben, dosz sie ihnen in Flugblättern erklären:„Wenn eure Kinder blast und matt sind— das dankt ihr der weitschauenden RegierungSkum't der glorreichen deutschen Republik. Erst sie hat den Scharen der Aussauger aus allen Himmelsrichtungen Tür und Tor geöffnet. Im Namen der Menschlichkeit!" Wie sieht es aber nun in Wirklichkeit aus? Wer trägt die schuld an dem ungeheuren Massen- st e r b e u deutscher Kinder, wer hat„den Scharen der Aus- beuter aus allen Himmelsrichtungen Tür und Tor ge- öffnet"? Darüber gab Herr Stresemann in der Reichs- tagssitzung vom 23. Oktober 1918 Auskunft. Er führte nämlich aus: „Datz beispielsweise in deck Fragen der Vergebung vor. Lieferungen durch das Kriegsministerium gerade im erste» Jahre beS Krieges ein Sostem befolgt ist, d-m wir die Schielier- wirt'chast in Teutschland und die Kricgsgewinnwirtschaft am aller- meisten zu danken haben." Wer regierte im ersten Jähre des Krieges Teutschland? Nicht die Sozialdemokratie und ihre Mitarbeiter in der Re- gierung, sondern die Parteien um Stresemann und Hergt, die„Patentpatrioten", die Deutschland ins Elend gehetzt lwben und es jetzt nicht gewesen sein wollen. Wer trägt die Schuld daran, dast die deutsche Jugend „blast und matt" ist? Nach den Lügen der Rechtsparteien zu urteilen natürlich die Republik und ihre Negierung. Was lehren aber die Tatsachen? In dem Bericht, den die„Vereinigung für.Kinderhilfe" zu Berlin an den Jnter- nationalen Kongrest für Kindcrhilse zu Genf im Februar d. I. richtete, lesen wir, dast sich unter den 3383999 Kindern der deutschen Grostsiädte 299 633 tuberkulöse tzeianden. 836 973 waren schwer unterernährt oder mit anderen Krankheiten behaftet, so dast insgesamt allein 1936 696 Kinder als krank angesehen werden müssen. In Frankfurt a. M. fiel in der Zeit von 1916 bis 1919 dao Durchschnittsgewicht der zehnjährigen Knaben von 28 auf 26 Kilo, das der dreizehnjährigen von 36 auf 321/2. das der vierzehnjährigen von 41 auf 37 Kilo und dreizehnjährige Mädchen wogen statt 39 Kilo in normalen Zeiten durchschnittlich 35 Kilo... Nach demselben Bericht wurden in Leipzig 8999, in Köln 18 999, in Hamburg 13 999, in Breslau 7999 und in Berlin ungefähr 39999 tuberkulöse Kinder gewählt... �. v Im Vergleich zum Jahre 1914 st: e g d: e S t e r b l i ch- k e i t der Kinder von 1 bis 5 Jahren bis zum Jahre 1918 in Hessen um 25 Pro,., in Lübeck um 39 Pro,., in Tachseu-Meiningen um 84 Proz., in Anhalt um 39 Pro,. und Mecklenburg-Schwerin, aar um 47 Proz. In der- selben Zeit stieg die Sterblichkeit bei den Fünf- bis Zebn- jährigen um 96'�?roz. für ganz Prensten, um 124 Proz. in Hessen, um 128 Proz. für Mecklenburg-Schwcrin und um 158 Proz. in Sachsen.Altenb'.irg. Die Engländerin Mist Hobhouse erklärte, dast sich die Yevölkcriing'Leipzigs auf dem tiefsten Punkt des Elendch das selbst noch das Elend der Wiener Kinder übertrifft, befände. Sie fand Kinderkliniken, in denen man lYx Liter Milch fa glich für 95 Kinder zur Verfügung hatte; in denen Wäsche nnd Seift völlig fehlten. In der 115. Gemeindeschule von Berlin fand man von 659 Kindern 151, die keine Schübe mehr beftsten(nur noch Holzschuhe), 142, ohne Mantel oder warmes Unterkleidungsstück, 8.53, die keine Wäsche oder nur elende Lumpen besasten, 513,- bei denen es daheim keinen gebeizten Nauui gab, 841, bei denen nie ein Tropfen Milch inS Hau? kam, 106, deren Eltern nicht die dürftigen Lebensmittelrationen kaufen konnten, 113 tilberkukijse, 43 durch Unterernährung geistig znrückg-bliebene, 50 außerordentlich schwache(sie wogen bis zu 10 Kilogramm unter der Norm),.», � �3 Kinder starben im Laufe' de? Jahres an den �o.gen der Entbehrung und Unterernährung. In der kleinen Berliner Kirchengemeinde St. Marien wurden im Jahre 1913 115 und im Jahre 1918 2J5 Todesfälle gezählt, wozu noch die 59 im Felde gefallenen Mannei kommen. it., Tie schon erwähnte Engländerin schreibt in lyreiv. Bericht: „Dill man genau ermessen, was Amerika für Oesterreich getan hat, dann muh man die deutschen Kinder sehen! Tic Erinnerung an die Kinder, die wir gesehen, ist unVergleich- liches Grauen. Niemand kann sie beschreiben, mit ihren der- krümmten Gliedern, ihren aufgeschwemmten odec ausgemergelten, rachiiischcn Körpern, ihren greisenhaften Ge'ieylcrn,— Kinder, zu schwach, um zu schreien, Kinder, die niemals lächeln." Der Bericht erstattende Verein für.Kinderbilfe kommt zu dem Sailust, dast„ungefähr 2ya Millionen deutscher K i n d e r in den nächsten Jahren dem Untergang g'eweiht sind, wenn nicht so rasch als möglich für eine bessere Ernährung gesorgt werden kann. Ungefähr sechs Millionen Kinder sind als ernstlich gefährdet zu betrachten, zum Teil haben sie schon schweren Gesund- heitsichadcn erlitten." Angesichts dieser Zahlen und Tatsachen, die ausschliest- lim ans den Jahren 1914 bis 1918 stammen, wagen es die Mörder unserer Kinder, die in der Deutschnatio »den und der Deutschen Volkspartei sitzen, der Koalitions regierung die Schuld in die Schuhe zu schieben. Wahrlich. sie, die sich heute als die Wiederaufbauer Deutschlands be- zeichnen, haben alle Ursache, ihr Verbrechen zu verber- gen. Aber es wird ihnen nicht gelingen, ihre ungeheure schuld ans dem Buche der Geschichte auszulöschen. Das deutsche Volk wird nicht vergessen, dast die Alldeutsche« den Krieg als„das einzige Heilmittel für k r a n- kende Völke r", als„die hehrste und heiligste Aeusterunz menschlichen Handelns" gepriesen haben. Trotz aller Wahl- Plakate, trotz aller Lügen und Verleumdungen wird die deutsche Arbeiterschaft nicht vergessen, daß. der Schriftleiter der„Alldeutschen Blätter", F. Sontag. im Oktoberheft 1915 des„Panther" schrieb: „Der Krieg ist uns Alldeutschen nicht der große und blind- wütige Zerstörer, sondern der sorgsame Erneuerer und Erhalter. der grosse Arzt und Gärtner, der die Menschheit auf ihrem Wege zur Höherentwicklung begleitet." Und die„Tägliche Rundschau", die heute ganze Jauche- kübel über die Regierung ausschüttet, schrieb am 12. Novem- ber 1912: „Soll die Götterdämmerung, die über der europäischen Rasse und Kultur nun schon so lange liegt, endlich weichen und dem Morgenlichte Platz machen, so dürfen namentlich wir Germanen wahlhilfe für öen b.?uni! Alle Genossinnen und Genossen, die sich für den Wahltag, den 6. Juni, als Stimmzettelvcrteiler für die Landkreise Niedcrbarnim und Teltow zur Verfügung stellen wollen, werden dringend ersucht, sich sofort beim Bezirksverband Grost-Verlin, In den Zelten 23, Part., Zimmer 6, Sekretariat Kieüerbarmm-Teltow zn melden. Es kommen nur solch? Genossinnen und Genossen in Betracht, die bisher von den örtliche» Stetten noch nicht zur Wahlarbeit eingeteilt sind. Parteigenossen! Helft alle mit, cS geht um öie Sache öes Proletariats. Bezirksvcrband Grosi-Berlin. in dem Kriege nstkit mehr unseren Verderber sehen, sondern wir müssen in ihm endlich wieder den HeUbringer, den Arzt erkennen, der zwar nicht allein uns von allem Uebel des LcibeS und der Seele erlösen kann, ohne den es aber absolut unmöglich ist." Das sind die Worte und Taten unserer ,�rieg-bis-ans- Ende"-Poliriker, die heute als„Deuttchnationale" und „Deutsche Volkspartei" firmieren. Heute werben sie um die Gunst der deutschen Wähler, vor allem um die der Frauen, indem sie dem ganzen Volke den Himmel auf Erden versprechen. Traut ihnen nicht, ihr Männer und Frauen! Denkt an die Jahre 1914 bis 1918! Wenn ihr diese Zeit, in der B l u t und Eisen die Welt regierte, wieder herbeisehnt,— dann gebt getrost eure Stimmen den Deutschnationalen und der Deutschen Volkspartei. Wollt ihr aber, dast endlich der Trümmerhaufen, den sie uns mit ihrem Krieg hinterlassen haben, hinweggeräumt wird, wollt ihr, dast eure Kinder wieder gesund wer- den und im schönsten Alter nicht wieder hinaus müssen auf die Schlachtfelder Europas, wollt ihr Völkerverständigung und Völkcrfrieden, dann wählt am 6. Juni die Kandidaten der alten deutschen Sozialdemokratie! Wae am Wahltage zu beachten ist. Tie Abgrenzung der Wahlbezirke hat nach den önlichen Verhältnissen zu erfolgen. Kein Wahlbezirk soll mehr als 2500 Einwohner umfassen, er soll durch seine Größe auch sichern, daß das Wahlgeheimnis nicht beeinträchtigt werden kann. Tic Abgrenzung der Wablbezirke, die Ernennung des Wahlvorfteherö und seines Stellvertreters, die Bestimmung des Wahlraums und der Wahlzeit sind in den Amts- blättern und miitels Plakatanschlag zu veröffentlichen. Wann wird gewählt? Von 8 Uhr vornmtags bis 0 Uhr abends. Ter Wahlvorstand. Der Wahlvorsteher berusl 3 bis 6 Wähler seines Wahlbezirkes als Beintzer und Schriftführer, wobei die Zugehörigkeit zu den in diesem Wahlkreise sich bewerbenden Parteien berücksichtigt werden muß. Falls Beisitzer nicht erscheinen, kann der Wahlvorsteher aus den anwesenden Wählern den Walilvorstand ergänzen. Auch Wäblerinnen könne» Mitglieder des Wahlvorstandes iein. Jeder Wahler nnd jede Wählerin ist zur UebernahrUe der ehrenamtlichen Tätigkeit eine! Dtitgliedes des Wahlvor- stände« verpflichtet. Eme Bezahlung für diese Tätigkeit wird nicht geleistet. Um die Ocffentlichkeit der Wahlhandlung ru gewäbrleisten. muß der Tiscli. an dem der Wahlvorstand Platz nimmt, so aufgestellt werden, daß er von allen Seilen zugängig ist. Tie Wahlurne. Ein verdecktes Gesäß. zum Hineinlegen der Stimmzettel wird aus den Tisch gestellt, an dem der Wihtvorstand Platz nimmt. Die Wahlurne muß milideslens 90 cm hoch jem lind der Abstand von der gegenüberliegenden Wand muß mindestens 35 cm betragen. Im Deckel muß die Wahlurne einen Spalt haben, der nicht breiter als 2 Zentimeter iem daist nnd durch den die Umschläge »m dem Stimmzettel' bindnichgesteckl werden müssen In der Wabl- Niederschrift(Protokoll) ist festUlslellen, daß die Wahlurne de» An- iordcrungen der Rcichswahlordming entspricht und bei Beginn der Wahlhandlung leer war. Vom Beginn der Wahlhandlung bis zur Heraiisnahme der Umschläge mit den Stimm, elieln, die erst nach Schluß der für die Wahl bestimmten Zeit erfolgen darf, darf die Wahlurne nicht geöffnet werden. Tab Geheimnis der Wahl. Es muß Vorsorge aetrossen werden, daß die Wählerinneu und die Wähler die Stimmzettel unbeobachtet in den Umschlag legen können. Das Reichswahlgesetz, die Wahlordnung, wie die Vekanntmachuui über die Wahl sind im Wahllakale auszulegen. Die Stimmzettel müssen van weißem oder weißlichem Papiere sein, sie können auch aus Zeituiigspapier gedruckt sein. Sie dürfen lein Kennzeichen tragen und sollen 12 Zentimeter breit und 9 Zentimeter hoch sein. Tic Umschläge, die in erforderlicher Zahl bereitzaballen sind, müssen aus undurchsichtigem Papier gefertigt sein und sollen 15 Zentimeter breit un? 12 Zentimeter hoch sei». Im Wahlranme dürfen Stimmzettel weder ausgelegt noch verteilt Iverden. Die von den Parteien übergebeuen Stimmzettel sind am Eingang so aufzulegen, daß sie von den zur Stimmabgabe erscheinenden Wählern entnommen werden können. Beginn der Wahlhandlung. Die Wahlhandlung wird damit erösfuct. daß der Wahlvorsteher den Schriftführer und die Beisitzer durch Handschlag an Eidesstatt verpflichtet und so den Wahlvorstand bildet. Ter Wahlvorstand muß stets ans mindestens 3 Mitgliedern bestehen. Der Wahlvorsteher und oer Schriftfühler dürfen sich nicht gleichzeitig wahrend der Wahlhandlung entfernen und sie müssen für Stellvertretung sorgen. Nur der Wahlvorstand darf über das Wahlgeschäf! beraten und beschließen, darf Störer der Ruhe und Ordnung der Wahlhandlung aus dem Wablraunt entfernen oder durch die Polizei entfernen lasse»: handelt es sich um einen im Bezirk Wahlberechtigten, so muß ihm die Möglichkeit gegeben werden, vorher seine Stimme abzugeben. Wie wird gewählt? Der Wahlvorsteher leitet die Wahl. Dem Wäbler und der Wählerin muß ein abgestempelter Um- schlag in der Nähe des Zugangs zu dem Nebenraum oder Neben- tische zur Verfügung gestellt werden, um den Stimmzettel in den Umschlag zu geben. Dann hat sich der Wähler oder die Wählerin an den Vorstandslisch zu begeben, seinen Namen und eventuell auch seine Wohnung anzugeben, dessen Eintragung in die Wähler- liste festgestellt wird, worauf der Umschlag vom Wahlvorsteher oder seinem Stellvertreter uneröffnet in die Wahlurne zu legen ist. Besitzer von Wahlscheinen müssen erforderlichenfalls die notwendigen Auftlärungeii über den rechtmäßigen Besitz des Wahl« scheines abgeben. Kontrolle der Stimmabgabe. Der Schriftführer vermerkt die Stimmabgabe jedes Wählers neben dessen Namen in der Wählerliste. Schlaft der Wahlhandlung. Nach 6 Uhr abends dürfe» nur die Wähler und Wählerinnen zur Stlmmabgabe zugelassen werden, die um 6 Uhr abends im Wahlraum schon anwesend waren. Hat der letzte im Wahlraum Anwesende abgestimmt, so werden die Umschläge ans der Wahlurne genonimen und uneröffnet gezählt. und festgestellt, ob diese Zahl mit den Abstimmungsvermerken über» einstimmen. Feststellung des Abstimmungsergebitisses. Womöglich sofort nach dem Abschluß der Wahlhandlung ist das Abstimmiingsergebnis festzustellen Sollte das nicht möglich iein, io sind die uneröffneten Wahlvorschläge zu versiegeln und auizube- wahren bis zu der spätestens am nächstiolgenden Tage zu erfolgenden Prüfung deS Absliinmungsergebnisses. Das Abstimmungsergebnis wird festgestellt, indem ein Beisitzer die Umschläge öffnet, die Stimmzettel herausnimmt, sie dem Wahl- vorsicher übergibt, der sie lani vorliest und nebst den Umschlägen einem anderen Beisitzer znr Aufbewahrung bis zum Ende der Wahl» Handlung übergibt. Die den gesetzlichen Bestimmungen nicht entsprechenden Sliinm- zsttel. also die mir Kennzeichen versehenen, die nicht auf dem vor- geicbriebeneu Papier gedinckleii, die nicht aus einem amtlich ab- gestempelten Unischlage z» einnehmenden, die eine Verwahrung oder einen Vorbehali enthaltenden Wahlvorichläge, die Namen aus verschiedenen oder Personen ans nicht öffentlich bekanntgegebene» Kreiswahlvorschlägen anführen, sind imgiillig. Usber diese Un- gültigken hat der Wahlvorstand Beschluß zu fassen und die un- gülligen Stimmzettel zu verwahren und sie der Wahlniederschrist beizufügen. Die Wahlniederschrift ist möglichst rasch an den Kreiswahl- leiler zn übermitteln. Feststellung des Wahlergebnisses. Der Kreiswahlleiter bestimmt Zeit und Ort der Sitzung zur Ermittlung deS Wahlergebnisieö. Die Verhandtungen des Wahlausschusses sind öffentlich. Reststimmeu Iverden dem Verbandswahlleiter, die enva ferner übrig bleibenden Reststinimen dem Reichswahllciter zur Kenntnis gebracht. Tic Abgeordiletetlsiste sind nach Ermittlung des Wahlergebnisses auf die einzelnen KieiS- ivahlvorichläg- in der Reihenfolge der Wahlvcrschläge zu verteilen Sind in einem Wahllreisc 492 0Ö0 iozialvcmofratisdic Stimmen abgegeben worden, io sind die eisten acht auf der iazialdemakranschen Kandidatenlisten stehenden Bewerber und Beiveiberinne» als gewählt zu bezeichnen nnd von der auf sie gefallenen Wahl durch den* KreiswabUeiler zu benachiichiigen. Er bat die Namen der inr gewählt Erklärten sowie die Namen der Ersatzmänner und die Zahl der überhaupt gültigen Stimme» und die Zahl der Stimmen, die im Wahlkreis unberücksichtigt geblieben sind und die dem Verbands- ivahlkreisleiter zur Rennlnis gebracht wurden, zu veröffentlichen. Der Berbandwnhlleiter hat die Reste der>n den ziliammengehöcigen Wahlkreisen für jede einzelne Paviei verbliebenen Nesistimmen zusamineiiulzählen und, falls diese 60009 eine Pariei betragen, den Bewerber der Partei aus dem Wahlkreise, in dem der größere Rest vorbanden war. als gewählt zu bezeichnen. Die bei dieier Ziisnmmenstellung nochmals übrig bleibenden Reste sind für jede einzelne Pariei gc- lreiini dem Neichswahlleiter zur Kenntnis zu bringen, der dann festzustellen Hai. tviediele Nisl- stimmen für jede einzelne Partei in ganz Denlichland übrig ge- blieben sind. Diese Zahl ist durch 60 000 zn teilen und nach dem Ergebnis ist die entsprechende Anzahl von Kandidaten jeder Paitei aus der Neichsliste entivrechend ihrer Reihenfolge als gewählt zu eriläre». Ein bei dieser Rechnung für eine Partei übrigbleibender Rest von 30 000 oder mehr Stimmen hat den Reichswablleiler zu veranlasten, den nächsten Bewerber oder die nächste Bewerberin auf der Reichswahlliste dieser Partei als gewählt zu erklären. | I II III..... IIIII— II I Ml III II i— im i»ii«im wimi—— Jackett Ännigr Cutaways, Paletots, Hosen, Kostüme, Mäntel, von 3S0 7tl. an. Grofier Posten pelzworen zu dilligen Sommerpreisen im I�eikküus Moritzplatz 58a. prima n feinster ÄlusfOyruag, enorm billig. felMigefettiqt oiis. .?riedensst-,stea in fetnster Thenfer i. d. Köaiggrätzer Str. Ta 1:ich'/jS Uhr: Die groEe Katharina und Mit dem Feuer spielen Maria Orska, Ludwig Hanau, Robert Scholz, Curt Hänsei, Heinz Micda, Eva Brock. Konsuicaläaas an üer A\arscha|ibrücke. Tä llcn 8 Uhr; Die Reise in die Mädelienzeil. (Enka Uläßner. Else Eckersberg,|enny Marba, lohannes Riernann, J ilius Brandt, E-rnst Hröekl, Ernsi Dernbur). Berliner Theater. rä-'lich'.8 Uhr Dar letzte Walser. Otto Storm. 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E ne hdus.icnc Auseinandersetzung über das, was uns trennt..........(,,75 Mk. Franenstlninien zn den Zu ragen 2.7Z Mk. Der Siindenspieye'. Illustrierte", humorisiisch-sa- tirische M ahlzeitung 0,50 Mk. BuohiiEni'luüg Vorwärts Berlin S W CS, Llndenstr. 2 ■TgriTr'i— rl UA't'i I ..... a 12000 EÄ;ypiraBß- .|edero zu ve- kauen, ca. t,4 Meier lang, Stück 1 M. 2 M., 3 M.. 9 ftL; ca.'/> Meter lang 5 M., 10 M., 15 M, 25 M. Muster gegen Nachnahme. Messe, Dresden, Schelfelstra'c. B tt 4 e c oon Denen man fpridjl. Verlangen Ste tottcnloic Vtoip. d. Verlc Aurora, V»e«de»-Wei»bZbla. für Cutaway, vornehme Streifenmuster....», 225." ßWWt-kSMlel gute QtmhtS�moderne Forme� 425.- Cfii&my k. Weslc 6?s.- ScMmcr-Farclcl"3,�.!•.Vei- 575,- �älCSSfl�ÄSISif� mo.�ern�e Formen, bcete, haltbare Futiersachen, teils mit Gurt, Hose mit Umschlag— teils ohne Gurt,_ Kcüno Fll'alan mehr Mus» eh e Verhau sstelle Ct�syssee-Stralle 2? 30 M?.3 z ---'—■'•-»v- Schuhputz überall zu beziehen! 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',■'■■�.f�}C-i-(:*-■ i.■'■"'.-i w/mmm� 'WMMMmmfr wmmmm As» Lahnhof Ul«raad«rpla� Lstm Stettin«? Lahnhot (Zelärevolution u. �rbeitslokn �in öeitrsg zax Lehre von den gleitenden Löhnen. Jeden Arbeitnehmer und Arbeitgeber, jede Gewerkschaft und Behörde muß heute im Interesse unseres Wiederaufbaus die Frage: Streik oder gleitende Löhne? beschäftigen. Mk. 1,80 POSTSEKRETÄR STEINKOPF; Was muß der Beamte von der Besoldungsreform wissen? Wichtig für jeden Beamten......... Mk. 2,40 Frauenstimmen zu den Zeit- tfnna.n Ein Buch, das jede Frau lesen__ ragen sonte.............. Mk. 2,75 DR. RICHARD LOHMANN; Die Arbeit im Elternbeirat Ein Mann der praktischen Volksbildungsarbeit gibt hier die für jeden Elternbeirat unentbehr- liehen Anregungen und Ratschläge.... Mk. 1,80 Die Verfassung des deutschen �dCheS nebst Reichstagswahlgeset-. Mk. 2,40 FRIT� MÜLLER; Die Kunst der freien Rede Praktische und gründliche Anleitung zum Versammlungsredner nebst den wichtigsten Regeln aus d. Geschäftsordnung u. Vortragsmuster. Mk. 1 ,80 FRIEDRICH STAMPFER: Von Versailles zum Frieden Nicht nur eine Kritik der übersichtlich gebotenen Vertragsbedingungen, sondern für uns und die anderen Völker ein Wegweiser vom Scheinfrieden zum wirklichen Frieden, ist dieses Buch, das durch die bevorstehende Zusammenkunft in Spaa größte Bedeutung erhält..... Mk.'•,ov J. STEINER-JULLIEN: Wilhelm Picard Ein Roman für Freunde der Menschheit. In spannendster Entrollungeines tragisch. Einzelschicksals führt der Verfasser aus allen Elends- tiefen empor zur lichten Höhe geschichtlichen Begreifens— zu sonnigen Ausblicken in eine harmonische Zukunft............. Mk. 6,— HERMANN WENDEL: Südslawien Hochinteressante Refsebilderund Abhandlungen über den neuen S-H-S-Slaat jenseits Donau und Save, eine reiche Entdeckungsfahrt in ein Land, das über kurz oder lang vielleicht un- ser Nachbar sein wird............ Mk. 5,40 KAUTSKY: Delbrück und Wilhelm II. Ein Nachwort zu meinem Kriegstagebuch. Mk. Cj-" BERNSTEIN: Die Wahrheit über die Einkreisung Deutschlands Mk. 4,8c preis 7,20 Mar? Ernste und heitere, aber immer von frischem Sturmgeist, von köstlichem überquellenden Humor durchwehte Schilderungen einer Proletarierjugend. Der durch seine famosen Reden in der Nationalversammlung bekanntgewordene Verfasser erzählt hier von seinem eigenen Emporkämpfen aus geistiger Düsternis zum freien Menschentum, von zwerchfellerschütternden Lausbuben- und Jugendstreichen Lirräenslrsße 2 Brieflich« Bestellungen werden sofort erledigt besuchen Sie unser« Verkaufsräume / GroßGerüu Der Vahltampf. Zur freunöiichen Ssachtung! Um unsere Telephone für die Berichterstattniig freizuhalten, bitten wir, in der Nacht z u ni Bi o n t a g Anfragen an uns zu unterlaffen und im Jutcrcsie der ungefiörten Arbeit auch von Besuchen a b z n s c h c u. Tie Redaktion. Polizeipröllöent unü Wahl. Ter Berliner Polizeipräsident, Genosse Richter, gab uns auf unsere Anfrage, was geschehen sei, um die Wahlhandlung in Berlin zu sichern, folgende Antwort: »Ter bisherige Verlauf der Wahlbcwcgung in Groß-Bcrlin ist trotz aller Leidenschaftlichkeit, mit der der Wahlkampf geführt wird, ein so überzeugender Beweis von der politischen Reife der übergroßen Mehrheit der Bevölkerung und zugleich ein Bekenntnis zur Demokratie, daß jeder Versuch, den Wahlakt selbst zu stören, mit aller Bestimmtheit die gesamte Bevölkerung gegen sich vereint sinden wird. Ter von mir zu Beginn der Wahlbcwcgung eingeführte B e r s a m m- l u n g s s ch u tz wurde nur in ganz vereinzelten Fällen in Anspruch genommen. Tie wachsende Erkenntnis der Massen, daß wa h r e Freiheit nur auf dem Boden der Ordnung gedeihen kann, ist mehr wert als der beste polizeiliche Schutz. Sollten trotz aller Voraussicht radaulustige Elemente StörungSvcrsuche unternehmen, so steht den Wahllcitern polizeiliche Hilfe schnell und ausreichend zur Verfügung." ßtt öis 20- bis 25 jährigen Nählee! Jugendgenossen! Viele unter euch haben im schweren Ringen an den Frorissen des Krieges gestanden, haben gelitten, geblutet für die Gddsackinteressen der S t i n n e s, der Krupp und der Großagrarier, die daheim das Volk bis auf den letzten Heller ausgebeutet und die deutsche Wirtschast zugrunde gerichtet haben. Ihr alle, die ihr den Krieg mit seinem wahnsinnigen Gemetzel als Soldaten miterlebt habt,>v i ß t, daß ihr niemals die P a r- teien der Alldeutschen und Kriegshetzer wählen dürft, die bas deutsche Volk, die euch abermals hinausjagen möchten in das Toben der Schlachten, die euch von neuem zum Brudermord aufhetzen wollen. Ihr tonnt, ihr dürft das Erlebte nie, niemals vergessen I.. Aber auch ihr, die ein gütiger Slern vor dem Schicksal des Soldaten, des„gemeinen" Soldaten belvahrte, werdet nimmer das Wollen der Kriegsparteien oerantworten können, indem ihr am 6. Juni für sie stimmt. Ihr werdet aber auch keiner anderen bürgerlichen Partei eure Stimme geben können; ihr alle wißt, wie wenig es ihnen um eure Interessen zu tun ist. Haben s i c jemals nach euren Talenten, nach eurer Begabung gefragt, wenn ihr, wenn eure Eltern trotz lebenslanger schwerer und ehrlicher Arbeit für eure Zukunft doch nur— trotz alledem— arme Schlucker geblieben sind ihr Leben lang? Oder habt ihr es nicht erleben müssen, daß man von jener Seite euer Streben und Wollen verlachte und dem reichen Esel den Vorzug gab?... Jungkameradenl Rechts und auch links wirbt inan um eure Stimme. Besonders die Unabhängigen und Kommunisten mißbrauchen unsere jungtrotzige Be- geisteruna für ihre Parteizwecke. Tie spekulieren auf unseren Idealismus, weil sie uns für summ genug halten, auf ibre Phrasen hereinzufallen. Mit unserer Hilfe wollen sie S t i m m u n g s w a h l e n erzeugen, weil die klar denkende Vernunft ihre Bestrebungen ablehnen muß. Jugendgenossen!� Bedenkt auch, daß durchaus kein großer geistiger Fonds dazu gehört, sich immer den sich am radikalsten Gebärdenden zuzugesellen. Ihr jungen Wählerl Groß sind chie Hindernisse gewesen, die die Nationalversammlung zu überwinden hatte. Wenn es uns doch gelungen ist. wenigstens einigcrmaße.r über die traurisian Zustände hinwegzukommen, die der der- brecherische Krieg zurückließ, so haben wir dies einzig und allein der m e h r h e i t s s o z i a l! st i s ch e n Partei zu verdanken. Sie war es, die auch uns den A ch t st u n d e n- tag brachte, sie ist aber auch die einzige Partei, die in ihrem Programm die Forderungen der Jugend aufge- nomine« hat, die energisch unsere Rechte vertritt. Jeder junge wahlmündige arbeitende Mensch, ob Arbeiter, Beamte, Student— stellt sich mit all seinem Wollen und Fühlen an die Spitze des käinpfenden Pro. l e t a r i a t s, in die Reihen der st ä r k st e n s o z i a l i st i. s ch e n Pa r t e i— und wählt die Liste der Sozialdemokratischen Partei!(S. P. D.) * Junge Sozialisten! Helft auch bei der Wahl- arbeit, tragt den sozialistisiben Gedanken der Gleichberechti- gütig und der Verbrüderung hinaus ins Volk! VSkr schafft Kartoffeln? Ueber Berlin ist in den letzten Toqen eine Hochflut von Kartoffel sendungcn hereingebrochen. Tie Bevölieruiig wird sich fragen, wo kommen auf einmal diese Kartoffeln her? Die ganz Schlauen werden natürlich jetzt, fünf Minuten vor den Wahlen, sagen, daS sei nicht der Tüchtigkeit der Regierung, sein- dern der Opferbereit schaft der Großagrarier zu verdanken. Wer das glaubt, ist auf e-nen großen Schwindel hereiiuzefalten. Wenn wir auf unsere Großagrarier warten wollten, dann wären wir längst alle miteinander ins Grab ge- funken. Woher kommen also die Kartoffeln? Sie kommen aus dem Auslände. Die Polen, die sich schon seit langem zur Lieferung von größeren Kartoffe.'mciigeii verpflichtet hatten, kommen jetzt diesen Verpflichtungen nach.' Dazu kommen riesige Zufuhren aus S ck w e d e n und Dänemark. Wollt Ihr, daß unser? Lebensmittelzusuhr weiter steigt, daß endlich die Lebensmittelforgen verschwinden, dann sorgt dafür, daß ein Reill'stag aas der Wahlurne entsteigt, der eine starke demokratische Mehrheit hat. die weiter mu dem Wege der Verständigung die Feinde von gestern für Teutschland zu gewinnen sucht, die die Sicherheit des Landes gewährleistet und dem Auslände die Zuversicht gibt, daß endtick in Deutschland wieder Rübe und Ordnung einkehren. Gelingt da?, dann wird man in der Welt wieder Vertrauen zu uns fassen, unS Kredit einräumen und uns Lebens- mittel geben Wollt Ihr das, dann gebt keine Stimme einer Partei, die den Umsturz, ganz gleich nach welcher Richtung, will, sondern wäblt nur die Partei, tue auf dem seit dem st. Nooemtcr begangenen Wege weiter schreitet zur Rettung de? Volkes, die Sozialdemokr«ptic k p.uf üis Schlachtbank! Tem schlechten Gedächtnis des„Lokal-Anzeigers"! In leicht zu diirchschauender Absicht wirbt der„Berliner Lokal' Anzeiger" seil mehreren Warben um die Gunst der Angestellien. So brachte er erst vor einigen Tagen einen Ariikel mit der Ueber- schrifl„Ter Beamte soll weiter schuften", in welchem er sich den Anschein gibt, als od e r gerade in erster Linie ein Vorkämpfer des A ch t st u n d c n> a g e s für die Beamten sei. Wie> ch e i u b e i l i g und heuchlerisch dieies Verhallen ist, daS zeigt ein anderer Bcamienarlikel des„Lakal-AiizeigerS", und zwar vom 2. Sepiember 1918, zu emer Zeil also, in der keine Wahlen vor der Tür standen und man also den Beamten sein wahres Gesicht zeigen konnie. Unier h�r nicht iebr wohlwollend lautenden Neberschrifi „Unser Fciiik- tu eigenen Lande" führt der„L.-A." den beginnenden miliiärischen Zl»iamme>ibruch auf den Bureaukratismus im Lande und ans die allerdings übe>flün>gen zahllosen Kriegs- bestimmungcn, Veriü nmgen unv. zuiück. Obwohl er hierbei das von ihm selb st verlretene System krnisiert, läßt er es dabei noch nicht beivendcn, sondern der Beamte, insbesondere aber der unlere Beamte, bekomml noch ganz besonders eins ausgeiviicht. Das Schaismack, erblall schreibt, man solle von den zahllosen KnegSbestimmungen alle bis aus hundert streichen, und fährt iorl: 'Sie U. S. P. D. scheint mit dem bereits in unserer heutigen Morgenausgabe angekündigten Plakatunfug schon in der letzten Nacht begonnen zu haben. In verschiedenen Stadtteilen sind unsere Plakate durch daS Uebcrklcben vo» N. S. P-Zetteln und Plakaten völlig entstellt worden. Wir warnen hiermit niiscre Freunde vor diesem Schwindel. Männer und Frauen des arbeitenden Volkes! laßt Euch nicht irrcmachcil, Mäh!! gefthlsssen ssZmlöemokrMsih(©.p.D.) Sport. Spalls gegen Podzithn! Außer dem bereits mitgeteilten Boxkampf Jacodsen-Nalijoks bringt die rührig» National« Vrreinignng zur Förderung des Boxkampfes am 15. Juni im Zirkus Buich noch den italienischen Schwergewichlsineister G u i s ep p e Spalla! auch die„mästntichen", angeführt haben, die am Wahltage noch nicht wissen, welches der„richtige" Stimmzettel ist.„Der b.sherige Verlauf der Redolulion hat die Auffassung ins Recht gesetzt, daß man erst aufklären mutz, ehe man wählen läßt, wenn man nicht an die Wand gedrückt werden will. DaS ist dann aber allerdings Diktatur des Proletariat s." Diese Auffassung eröffnet hübsche Ausblicke und wirft ein be- zoich-ncndcs Licht auf die Verschwommenheit und Unklar- h e i t in manchen Köpfen. Sie wagen es nicht, sich offen als Gegner des von der Sozialdemokratie seit Jahrzehnten angestrebten gleichen Wahlrechts zu bekennen, und deshalb wollen sie die Möglichkeit der Ausübung des Wahlrechts— ein wen.g hinausschieben. Fragt man sie, auf wie lange Zeit, so müßten sie als ehrliche und logisch denkende Menschen antworten' So lange, bis auch der letzte Deutsche s o z i a l i st i s ch— und na'.ürlich unabhängig-sozialistisch— wählt. W od u«ch die ganze Theorie glänzend aä absurdum geführt wird! Ferner ist diese Aufassung eine schwere Beleidigung für die breiten arbeitenden Massen des Bolk.s, die man der I n d i f f e- r e n z und der politischen Unreife zeiht. Deshalb gibt es für sämtliche Angehörige der arbeitenden Klassen, zu denen auch in erster Lin.e die Hausangestellten gehören, nur eine Mög- lichkeit der Wahl: Gebt eure Stimme der Sozialdemokratic! Es geht auch anSers! In Lichtenberg fand gestern im Cäcilien-Gymnasium eine öffentliche, gut besuchte Wahlversammlung statt, in der Gen. Dr. S t r i e m e r über das Thema sprach: Warum wählen wir sozialdemokratisch? Er beründete mit starken sachlichen Argumenten die Politik der Partei und zeigte, was noch zu tun ist, um die Arbeiterklasse für die Uebernalme der Macht r e if zu machen, daß ohne bestimmtes Maß positiven Könnens und prakiischer Erfahrung in leitender und verantwort- sicher Arbeit e-n wirtschaftlicher Aufbau im. Sinne des Sozialis- mus nicht denkbar sei. Eingehend beschäftigte er sich in einer ob- i e k t i v e n Kritik mit dem„R ä t e s h st e m". seinen b e st e ch e n- den scheinbaren Vorzügen und seinen praknschen Unmöglichkeiten. In der Diskussion verzichteten die Gegner auf eine Kritik. Der Vorsitzende schloß dje Versammlung mit dem Ausdruck der Freude darüber, daß seit dem 9. November t918 wieder �die erste Versammlung stattgefunden hätte, die einen störungslosen» von � höchstem Interesse der Besucher zeugenden Verlauf nahm. Ein be- geistert aufgenommenes Hoch beendete die Versammlung. Es ' geht auch anders, selbst in Lichtenberg! gegen Hugo P o d z n h n. Spnlla hat ivirtlicki internationalen Ruf, konnte er Poch sogar im März dieieS Jahres den belgischen ZchwelgewichlSnieister Lenaers, den bekannien ständigen Trat isiigspariner Ca r p e n l i e r s..schon in i Randen f. o. schlagen. awin ganzer Rekord, auf den wir iiocb zurückkommen, ivoist in dieiem Jahre nur Siege aus. �Podzub» trainterl jchv» seil 4 Wochen in seinem eigenen TrainingSquartier Tegelort sür diesen Kampf. „Von dem so frei werdenden Personal könnte die zweiie Forderung erfüllt werden, nämlich die a n s i ü b r e n d e n l l e i n e n Beamten n n d Beamtinnen bei i b r e m V e r k e h r in i i d e m P n b t i l u n> u n t e r i ch ä r f st« A n i« ficht z n stellen..., von dem dann noch freilileibeiiden Per- sonal könnte eine stattliche Armee aufgestellt werde». Sie töniilon ihr Mülchen am Feinde lüh>eii, die Heimat Iv ü r d e v o n Plagegeistern befreit, die Stimmung im Lande um 109 Prozenl gehoben werden. Das wäre immerhin schon ein Eriolg." Wenn es alio nach dem braven„L.-A." gegangen wäre, io wäre die gr'bße Mehrzahl unserer unteren Be- a in t e n nicht mehr am Leben! Ter M i l i l a r i s in u s, der gerade in den letzien Monaten des Welrkriege? seine höchsten Wollen schlug und sich deutlich in dem lricgSIüsternen„Berliner Lolalanzeigei" wiederspiegclie. hätte neue, ungezählte Opfer, lind zioar aus den Reihen der unteren Be- amten, gefordert. So sieht in Wahrheit die„Beamten- r r e u n d l i ch k e i t" der Kreise, die sich um den schwer- indusiiiellcn„Lokal-Anzeiger" gruppieren, aus. Die Schwer- induslrie wollte die Beamten zur Schlachtbank führen. Beamte, merkt euch das! Keine Stimme der Reaktion! Jede Stimme der Sozialdemokratie! Was ist Reaktion? Die„Tägliche Z�ndschau" wird philologisch und geht auf den lateinischen Ursprung des Wortes zurück: reagieren— zurückwirken. gegenwirken. Und sie schließt ihre Betrachtungen wöri- lich mit folgender Feststellung:. „Reaktion kann also etwas sehr Natürliches und durchaus Berechtigtes sein, kann Gesundung, kann Fortschritt beden- ten." Kann! Daß aber die Reaktion, wie der politische Sprachge- brauch das Wort auffaßt, etwas ganz anderes, und gerade da? Umgekehrte ist, gibt die„Tägliche Rundschau" indirekt selber zu. Sonst würde sie schreiben: Reaktion ist etwas durchaus Berechtigtes, bedeutet Gesundung und Fortschritt! Kein Wahlrecht für ffausangefteUte! In unserer MontagSausgabe vom 31. Mai brachten wir unter der Rubrik„Der Wähkkampf" ein kleines Siimmlungsbitd über die Bernstein-Versammlnng in Cöpenick. Darin waren die Ausführungen eines U.S.P-D.-Redners Max Kette besonders gekennzeichnet, weil er bedauerte, daß sogar auch die Dien st- mädchen das Wahlrecht hätten uwd so Einfluß auf die Ge- stalwng der Republik hätten. In einer längeren Zuschrift an uns berwahrt sich nun Herr Kette, daß er Mitglied des Akdionsaus- schusses sei, wovon wir im Interesse seiner Genossen gern Kenntnis nehmen.> Was er aber dann über das Wahlrecht schreibt, ist für einen Arbeiter und Angestellten noch weit beschämender, als was wir in unserem ersten Bericht sagten. Herr Kette will auch nach seiner Zuschrift gesagt haben,„daß die Arbeiterschaft wegen der entgegenstehenden Tendenzen des Kapitalismus und der Volksverdummung niemals zum Ziel gelangt, wenn sie die Entscheidung über den Sozialismus, nachdem sie die Macht erobert hat— was doch am 9. November der Fall war—, in die Hände von politisch vollständig indifferenten und urteilslos cn oder der Arbeiierschaft von vornherein feind- lich gegenüberstehenden Männern und Frauen legt, ohne sie vorher gründlich über daS Wesen des Sozialismus aufgeklärt zu haben". Als Beispiel will er dann die Dienstmädchen, Wahlversammliing in Potsdam. Mit einer glänzenden Ber- samnuilna haben die Pols damer Genosien ain DonnerSlag abend den Wahlkampf beendet. Ter preußische Finanzininister, Genosse L ü d e m a u n, referierte vor überfülltein Saale des „Allen Fiitz" und er verstand es, nicvt nur ieine Parieigenosien, 'ondern auch die aiiweienden Gegner und vor allen Dingen die Beamte n miiznreißnl und zu überzeugen, daß nur die S u z> a l- demolratifche Partei diejenige ist, welche durch ihie bis- Kecige Täligteii bewiesen hat, daß sie nicht nur dw Interessen der wcrktäiiaen'Bevölkerung, ganz gleich ob Kopf- oder Handarbeiter, rücksichtslos vertrilt, sondern welche durch ihre bisherige Milarbeu am Wiederaufbau des durch den Krieg in den Abgrund getriebenen Volies mich gezeigt hat, daß sie sähiq ist. vrakliiche Arbeil zu leisten. Wenn diese Versammlung als cm Vorzeichen für die Wahl am 6. Juni gewerlet werden darf, dann wird dieser Tag in Potsdam, de, Hochburg der Real- t i o n, ein Tag der Abrechnung mit den rechiSsteheiiden Pur- teien iverden. Auch den Unabhängigen wurde getagt, was ihnen getagt Iverden mußte. Sie baben b'i aer u'chl den Beweis erbracht, praktische Arbeit leinen zu können, �faft könnte man wünschen, daß gerade sie in einer beirächtlichen Slärle ans dieser Wahl hervorgehen würden, damit sie gezlvniigen sind, den bisher schuldig gebliebenen Beweis abzulegen. Also frohen MnieS a n die letzte Arbeit! Stelle sich zur Wahlarbeii am Wahlia ze jeder zur Ver« siiguna, helle er mit beitragen zum Erfolge, der in Potsdam nicht ausbleiben darf und wird, wenn alle sich regen und heranholen, wa? heranzuholen ist. Hel'cr und Helf.rmnen mögen sich sofort, soweit dies noch nicht geicheben, beim Genossen Hörig in der Waisenslr. 2t, oder im Lokal Becker, Lmdenstr, 29, melden. ' Eine moralische Schlappe. Einen eigenartigen Verlauf nahm eine öffentliche Versammlung, zu der die Ortsgruppe der S. P. D. in Nowawes am Mittwoch, den 2. Juni, im Restaurant„Volks- garten"(Jnh. Köppens eingelctden halte. Genosse Wissel! sollt« hier einen Vortrag halten. Der große Saal war überfüllt. Der Redner aber erschien nickst!— Warum? Mir Mühe konnte fest- gestellt werden, daß ein großer Unbekannter beim Be- z i rk s vo r sta n de die Versammlung telephonisch a b b e st e l I t h a t t e. Genosse Wisssll, der nach einer tclephonischen Verständigung in bereitwilligster Weise dennoch mit mehrstündiger Verspätung aus Tieptow herbeieilte, konnte trotzdem nicht mehr zu Worte kommen. Genosse Cohn hatte inzwischen einen recht wir- kicngsvollen Ueberblick über die Lage und die Bedeutung des WahlauSfalls gegeben, und seinen Ausführungen waren zwei Redner, Neumann von den Unabhängigen und Wittke von den Kommunisten, in sachlicher Weise entgegengetreten. Als man nun endlich dem Genosien Wissel! das Wort erteilen wollte, verhinderten das die Unabhängigen, die absolut noch einen zweiten Diskussionsredner, der nachts weiter brachte, als was Neumann vorher schon breit ausgeführt, und sich in lächerlicher Weitschweifigkeit heiser schrie, hören wollten. Da nun jede Sach- lichkeit ein End« nahm, entfernten sich mit Wissell die ruhigen und rechtlich denkenden�Teilnehmec der Versammlung. Der allgemeine Eindruck war der, daß das kindische Betragen den Unab- hängigen eine moralische Schlappe eingetragen hat. WeShalb sie ins Parlament gehen. Die K. P. D. hatte gestern abend eine öffentliche Wählervcrsammlnng in den Treptower Kon- kordiasslcn elnvernfen. Die Versammlung war schwach besucht, im Gegensatz zu einer Wäblerversammlung im Dezember 1918. welche überfüllt war und sich für den Bolschewismus auSHesprochen Hatto. Die gante U S P. bekam nnang- nehme Wahrheiten zu hören. Der Redner behauptete, daß Emil Barth gesagt habe:„Ich ni ö ch t e Euch auf den Knien bitten, geht wieder in die Betrieb e." Gerade die U. S. P. D. hat die Arbeiter in das alte kapitalistische I o-cfi gestürzt. Ins Parlament gehe die K. P.®._ nur. um den Arbeitern zu zeigen, daß sie gegen das Parlament sei. Der Redner schilderte weiter, daß die Mark von Tag zu Tag sinkt(stimmt gar nicht! Tst Red.i und wir die Lebensmittelpreise nicht mebx bezahlen können. Er ver- gaß aber zu sagen, wodurch dies geschieht: nämlich durch Put- scherei von link? sowie von r e ch t s. Natürlich sprach sich der Redner für die Diktatur de! Proletariats aus. Nichts geschehen- Cm letztes Wort an sÄeinrevolutionäre Worthelden. Mit Worten läßt sich die Welt in fünf Minuten um- krempeln. Ehe ein anderer die Hand umdreht, hat so ein echter Wortrcvolutiouär alles umgestaltet. Kein Stein bleibt auf deni andern. Er will es, er sagt es und damit ist es fertig. Wie in der Bibel:„Es werde Licht, und es ward Licht." Hand anlegen? Mitarbeiten? Wo so ein langweiliges Gesetz so viele Paragraphen hat und deshalb zum Nachdenken zwingt? Nein, das ist nicht revolutionär. Fordern! Schreien! Das ist's, worauf es ankommt. Damit läßt sich am besten beweisen, wer es ehrlich meint, zumal sich dabei auch keine Fehler machen lassen. Auf's Ganze kommt es an. Der Achtstundentag? Eine ganz altmodische Sacke. Wer spricht noch davon. Warum auch. Jetzt, wo wir ihn haben, zeigt es sich, daß die Alten dunim genug waren, dreißig Jahre lang um nichts zu demotistrieren. Denn in Wirklichkeit ist der Achtstundentag nichts. Die allgemeine Sonntagsruhe soll etwas sein? Daß ich nicht lache. Ich ruhe, wenn ich will und pfeife auf den Sonntag. Zumal die neue Regierung schwächlicherwcise versäumt, stets für gutes Wetter zu sorgen. Ueber die Erwerbslvsenfürsorge ist erst recht wenig zu reden. Jeder, der im Arbeitsloscnrat die Arbeitslosigkeit zum Beruf gemacht hat. kann hier Besseres schaffen, da die junge Republik im Golde nur so herum- plätschert und bloß nichts herausgeben tvill. Was habt ihr noch getan? Die Tarifverträge habt ihr auf feste Grundlagen gestellt? Das einzugestehen habt ihr den Mut, ihr Verräter? Tarifverträge unter- wühlen den Klassenkampf. Weg damit und die Fault auf den Tisch, ihr Bonzen I Das Koalitionsrecht ist durch die Verfassung geschützt. Stimmt. Jeder darf sich jetzt in Verbänden zur Erringung besserer Lohn- und Arbeits- bcdingungen zu'ammenschließen mit seinesgleichen. WaS be- weist das? Daß ihr die Ausbeutung verewigen wollt. Nur Ausgebeutete brauchen das Koalitionsrecht. Weg damit I Tie(Sesindeordnungen sind abgeschafft, ja. aber das Gesinde ist noch da und das hat nun keine Ordnung mehr. Dafür habt ihr eine Landarbeitsordnung geschaffen. Ordnung. Ordnung, überall Ordnung. Ihr Ordnungsbanditcn. Glaubt ihr, der Landarbeiter w'll �rd- nung? Tie Ausnahmegesetze für Landarbeit.. habt ihr auch nur abgeschafft, um bei der Landbevölkerung kein revolutionäres. Feuer aufkommen zu lassen. Ueberall verratet ihr die Revolution. Wer soll noch Ketten sprengen, wenn sie ihm abgenommen werden. Einlullen wollt ihr das Volk! Beim Siddlungsrecht, An- das ihr geschaffen habt, sieht man es recht deutlich. siedeln sollen sich die Leute, sagt lieber versumpfen sollen sie. Wo sind denn übrigens die Siedlungen? Weite Kreise laßt ihr vergeblich darauf warten. Ein gutes Jahr ist verstrichen und überall nur erst Anfänge. Ihr Leisetreter. Her mit den Siedlungen, und zwar sofort!! Der Wohnungsnot in den Städten wollt ihr mit den Verordnungen zu Leibe, in denen ihr Höchstgrenzen für Mieten festsetzt? Also soll die Miete so hoch wie möglich werden? Niedrigstgrenzen sind festzusetzen. Macht nur so weiter. Bald seht ihr alle Hauswirte im deutsch- nationalen Lager. Nicht? ist geschehen. Der Wortrcvolutiouär sieht nichts. Er berauscht sich an seinen Redensarten, macht große Gesten, schwadroniert über„Forinal"dan:okratie und Diktatur dos Proletariats, wenn er auch nicht sagen kann, was er darunter versteht. Er reißt alles herunker. Sonst tut er nichts. Leider ist auch die Not und das Elend so groß, daß vielen gar nicht zum Bewußisein kommt, was alles ieit der Revo- lution erreicht worden ist. Fast all die sozialistischen Forde- rungen sind erfüllt, für die wir seit Jahrzehnten am 1. Mai demonstrierten, und der zweite Teil des Erfurter Programm? ist kaum noch den Abdruck wert, weil auch er �zmr größten Teil erfüllt ist. f' Vieles ist erreicht. Dem Arbeiter hat der neue Kurs eine ganz andere Stel- lung im Wirtschaftsleben gegeben. Das Betriebsrätcgesctz, das viel verlästerte, ist trotz seiner Mängel ein großer Schritt vorwärts. Es beseitigt das Hansherrnrecht des Unter- nehmers im Betrieb. Die Arbeiter sollen sich das neue Recht nur nicht verekeln lassen. Tarauf kommt es an. was die Arbeiter aus dem Gesetz machen. Die Schlichtungsausschüffc haben schon viele Mängel des Arbeitsrechts au Deglichen. Tic Arbeitsnachweise sind ausgestaltet, die Meldepflicht der Arbeitgeber ist cingc- führt. Das weitschichtige Gebiet der Arbcitrrver�ckernna ist be- achtenswert umgestaltet. Tic Invaliden-, Alters- und Waisenrenten sin-d durch die Zulagen zum Teil um mehr als das Doppelte erhöht worden. Kein Mensch bestreitet, daß die Renten auch jetzt noch zu niedrig sind, aber die Erhöhung ist trotzdem weit über die Grenzen der Leistungsfähigkeit der Landesversiche- rungsanstalten hinausgegangen. Die Unfallrenten sind erhöht worden. Tie Wöchnerinnenfürsorge ist so verallgemeinert, daß kaum eine Wöchnerin ohne Unter- stützung bleibt. Die Grundlöhne bei der Krankenversicheruna sind er- höht, wodurch die Möglichkeit geschaffen ist, Höheres Krankengeld gewähren zu können. Mr die Kriegsbeschädigten und ihre Hinterbliebenen ist durch das ReichsversergungS- gesetz gesorgt worden. Tie Einstellung der Schwerbeschädigten ist gesetzlich geregelt worden. Die Zahl der sozialpolitischen Gesetze und Verordnungen, die. im letzten Jahre erschienen sind, ist so groß, daß ihre Nennung hier gar nicht angängig ist. Es konnte nur das hauptsächlichste genannt werden. Vieles bleibt noch zu tun, in einem Jahre kann nicht alle? erreicht werden, was not- wendig ist. Es konnte alles gewissermaßen nur aus dem gröbsten herausgearbeitet werden. Notwendig ist die Ncugestaltnng des ArbcitSrichtS. Das Nebeneinander der vielen den Arbeitsvertrag regelnden Ge- setze muß beseitigt werden. Schlichtungswesen und Arbeits- nachweise sind�auf großzügiger Grundlage aufzubauen, die Erwerbsloscnfürsorge muß verallgemeinert werden. Bezirksarbeiterräte und Neichsa�bciterrat sind zu schaffen, wie auch BezirkSwirtschaftSräte und Reichs- wirtschaftSrat dem Arbeiter größeren Einfluß bei der Ge- staltung des Wirtschaftslebens zu geben haben. Ter Arbeiterschutz ist auszubauen und eine vollständig neue Gestalt hat die Arbeiter- und Angestelltenvcrsicherli« zu bekommen. Die JugcnSffürsorg». ist reichsgesetzlich zu regeln. Wir stehen nicht selbstzufrieden mit der Hand in der Tasche, um das Geschehene als ein fertiges Werk zu bewun- dorn. Wir sehen die Mängel auch. Und wir wollen an ihrer Abstellung arbeiten. Das geschieht nicht mit Schlagworten, wie„Diktatur des Proletariats",„alle Macht den Arbeiterräten". Damit ist nicht nur nichts gesagt, sondern erst recht nichts getan. Die sozialdemokratische Partei hat ihre Aufgabe darin gesehen, an der Neugestaltung unsere? sozialen Rechts positiv mitzuarbeiten. Jbr, ihr allein ist es zu danken, daß wir vorwärts gekmnmen sind. Sie muff stärker werden, wenn der Arbeiter auf Erfüllung seiner berechtigten Forde- rungen rechnen will. /toi 6. jtoni wählt üccher jeüer Arbeiter mir die Kandidaten der alten SvAialdemokratijchen Partei. Wietfehctft Wiederbelebung der Schuhwarenindustric. Wie die.German i.a" mitteilt, steht das ReichSarbeiis- Ministerium mit der Pirmasenser Schuhwaren. Industrie in Verhandlung, um eine Wiederausnahme des Be- triedes in einem Teil der geschlossenen Schuhworenfabriken herbei- zuführen Es wird daran gedacht, auS den Mitteln der produk- t i V e n ErwerbSlosenfürsorge Darlehen z-u gewähren, die in ihrer Höhe r.ach der Ersparnis an ErwerbSlosenfürsorge bemessen werden. Die Preise für die Schuhwaren, die auf diesem Wege hergestellt werden, sollen sich in einer Höhe halten, die sie auch für die minder bemittelte Bevölkerung erträglich erscheinen läßt. Da- von wird zugleich eine günstige Einwirkung aui die Haltung de§ SchuhwarenhandelZ erwartet, der sich gegenwärtig vielfach noch nickt zu dem notwendigen Abbau der Preise cntschlietzen konnte. Solange eS nicht gelingt, die Produktion unter eine fach- verständig«, die volkswirtschaftlichen Interessen schützende Kont rolle zu stellen, damit daS Leder vorerst zur Deckung des Massenbedarfs Verwendung findet, werden die Arbeiter- fchaft und die Volksgemeinschaft bei allen neuen Krisen wieder die Leidtragenden sein. Es geht eben nicht, daß jeder ein- zelne Unternehmer mit dem„Geschäftsgeheimnis" produziert, also der eine von dem anderen nicht weiß, was auf de�» Markt gebracht wird. Schafft Produktionsgemein- schaften, schafft eine organisierte Wirtschaft, dann allein kann eS besser werden._ Errichtung amerikanischer Fabriken in Teutschland. Dem Deutsch- Anienkanilcheii WirtschaflSverband wird von seinem Vertrauensmann ni New Dort berichtet, daß die National Eaih Regt st er Company sofort den Bau einer großen Fabuk in Deutschland plant, um dadurch den europäischen Markt mit ihren Kassen zu der- orgen. Auch verschiedene andere amerikanische Großfirmen beabsichtigen den Bau von Fabriken in Deutschland. Verantw. fllr den redaktion. Teil: Seich Kuttnek, Temveiiiof: für Anzeiaen: Tb. chlocke, Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlaa D. m. b. H. Berlin. Druck: Ber- wärls-Buliidruckcrei u. Verlaaaanstait Paul Stnaer u.(£0. Berlin. Lindeuür. S. Hierzu 1 Beilage. 1A PFUND TÄGLICH FFLI�Ch_ AUS EIGENEN ELEKTR, D,KA»MANN ERhtfT lÄDEWIG OTTO RÖCHELT MKEUTTERliUNION BUTTERh. 12RELEY TA3, e filiAlen h IN GRO�-BERLIN, laser-undbiüikorWumh �Cl-lLE�ljCliE�TRASSE// NR' SS.