Nr. 298■» Z7.�ahrgang Ausgabe ü Nr. 12 BezugSpretS i B srteliühri.30.— Mt�msnatl.lV.— Mt. frei ms Haus, oorau«>ahlbae. Post- de�uq Monatlich 10.— Mt, erfU Zu- itellunqsqeöüdr. Unter Äreuxbanb für Deutichlano und Desterretdi 16. 0 Nk� für aas üdngc Anslant oet taystch emmal. Zustellunc 21-50'V stellunqen nehmen ,n Oesterreich, Un�acr, Tfchecho-Slowalei, oane- niart, öollanc».-u�emvurg, Schweden und Schwerz.— imqetraani m die Post, eitunas Preisliste. Der..Vorwärts- mit de? Sonmaqs- beilege.Volt u.Zelt- erilhetni morden- ttigiich»wetwr" Sonnkaq- uud Mon- tags"nrnät Teiea ramm- Adresse �Sozialdemokrat Verkia-. Konntags-Ausgabe c ) !} berliner OolKsblettt AnzetaenvreiS: Die achtgelvattene Nonpareillez-i!« lotte 3— X. leuenmcsjufcfilog SO'/c. »Swine linzeinen- das irtl- jeftmöte Wort 1,— M. t?u lässig zwei ■ettgednilfte Wortes, icdes weitere Wori 60 Psg. Eteltengeitiche und Schtattlellenanzetgen das erste Wort SS Pfg. ledes weitere Won 40 Psg. Worte ttber lö Buchstaben zälslen sttr uoei Worte. Teuerunaszulchlaa öM/» 4am>lien-An, eigen fllr Abonnenten Feile 2,— M. poliiiiche und ge- werttchattliche Vereins-?!n, eisen 3,— ViL die Feile ohne Ausschlag. Anzeigen üir dt, nächste Siummer müssen bis S Ahr nachmittags im Hanptgefchäit. Berlin SW 33, Linden» Krage S. abgegeben werden. Geöffnet von v Uhr IcitH bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemokratifcben partei Deutfcblands Redaktion und Expedition: SW. 6$. Lindenlir. 3. sternivrrehrri Jim« tviorilivla«,"Mr. 151 SM)— 151 S7. Sonntag, den 18. Juni 19�0 Vorwärts-Verlag S.m.d. h., SW. b8, Lindenstr. 3. itzersivrrcher: Amt NlorlNvla». Sir. 117 5?— St. Deutfihösterreichs Krise. Neuwahlen in Deutschöfterreich? - Wien, 12. Juni. tEigenrr Drahtbericht des„Vorwärts".) Die Großdeutsche Vereinigung hat sich für Neuwahlen a«S- gesprochen. Die sozialdemokratischen Vertrauensmänner Wiens faßten am Sonnabend nachmittag«ach de« Ausführungen Dr. Otto Bauers einstimmig folgenden Beschluß: Die Wiener VertraucnSmännerversammlung nimmt den Be- richt des Sozialdemokratischen Verbandes mit einhelliger Zu» stimmung z»r Kenntnis. Sir fordert die Organisationen und Bertraucnsmänncr aus,»nverzügsich die Borbereitungen zu Wahlen in Angriff zu nchmcn. Tie christlichsoziale Bereinigung hat den Präsidenten Genossen S e i tz ersucht, an den Sozialdemokratischen Verband die Anfrage zu richten, ob dieser die Koalition al? noch bestehend be» trachte. Ter Sozialdemokratische Verband hat darauf dem Prä- sidentrn geantwortet: Auf die uns übermittelte Anfrage der christlichsozialen Ver- einigung erlauben wir uns mitzuteilen, daß nach der Auffassung unseres Verbandes die Koalition mit der Demission der Regierung zu bestehen aufgehärt hat. Sonnabend vormittag waren die Führer der drei Parteien beim Präsidenten. Die Krise dauert an. Die Miefs der Ententemissione« haben sich für Nichteinmischung in dir innervolitischen Ber- hältniffe Tcutschöstcrrcichs ausgesprochen. Unruhen im erlösten Land. In Trieft und T r i e n t, den zwei größten Städten des ehemals unerlösten(irredenta) Italien, hat es blutige Zusammen» stehe gegaben. In? r i e n t feuerten Gendarmen auf Arbeiter, die im fjeneralstreik stehen: 3 Tote und lv Verwundete blieben liegen. In Trieft denionftrierten Soldaten und Arbeiter gegen Truppenabsahrt nach Albanien. Militär schritt ein. Nationalisten beschossen die Demonstranten, irgendwelche Nebellen verschanzten 'ich im Stadtzertrum. Kämpfe kosteten Leben und Gesurrdheit�Di« Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt. Rom, 12. Juni. sWTB.) Wie„Temps" aus Valona berichtet. schicken sich die italienischen Truppen an, Montenegro zu ver- lassen. Heber das Schicksal der Besatzung von Skutari ist man noch im Ungewissen. Der 112. Kassel, 12. Juni.(WTB) Bei der amtlichen Feststellung des Wahlergebnisses im 21. Wahlkreis ergab sich, daß das Zentrum und die Sozialdemokraten je einen Sitz mehr erhalten, als bei der vorläufigen Feststellung. Der Zuwachs des Zentrums gleicht sich dadurch aus. daß für daS Zentrum die AnSsicht auf einen weiteren Sitz durch die Wahlkreisverbindung mit dem 22. Wahlkreise Hcssen-Darmstadt nunmehr entfällt. Das fozialdemo- kratische Mandat fällt auf den Schriftsteller Gustav Hoch in Hanau. Ten Deutschnakionalen ist ein weiterer Sitz aus der Wahlkreis- Verbindung gesichert. Die im 21. Wahlkreis insgesamt abgegebenen 1136 256 Stmmen verteilen sich wie folgt: Deutschnationale 177 273. Deutsche Vollspartei 182 511. Zentrum 132 808. Demokra- len 116 384, Sozialdemokraten 810 TA. Unabhängige 133 321, Kommunisten 16 524. Leipzig, IL. Juni. Endgültiges amtliches Wahlergebnis im 32. Wahlkreis Leipzig: Deutschnationale 107 288. Deutsche Volkspartei 132 633, Demokraten 53 400, Zentrum 2616, Sozialdemokraten 57 743, Unabhängige 267 520, �Kommunisten 12 853, Deutschsozialistische Partei 2071 Stimmen. Wahlbeteiligung 87L Proz._ Die„Times" zp öen üeutftben Wahlen. Verschärfte Durchführung der Entwaffnung. Amsterdam, 12. Juni. Zu den deutschen Reichstag». wählen erklärt„Times", die Hauptsache sei jetzt, daß England und Frankreich in der Frage der Entwaffnung Deutsch- l a n d s zusammen gingen. Die Bestimmungen über die Entwaff- nrnig bildeten den Grund- Ätd Eckstein des Friedensvertrages. Deutschland habe bisher die größte Abneigung gegen die Erfüllung der Friedensbcdingungen zur Schau getrvgen und die Parteien der Rechten, die bei den Wahlen einen so be- inerkenSwerten Erfolg erzielten, hätten ständig auf den Bruch des Vertrages gedrungen. Am 10. Juli müsse Deutschland laut Vertrag sein Heer auf 100 000 Mann herabgesetzt haben. DaS Anwachsen der unabhängigen Stim- wen werde zweifellos dazu benutzt werden,„m einen Aufschub der HeereSvermindcrung zu fordern. Wenn England seinen fran- zösiichen Alliierten in dicier Frage nicht offen und ehrlich unter- stütze, werde das Vertrauen FrwnkreickS. das in der lctzien Zeit in bedauerlicher Weise abgenommen habe, vielleicht nicht wieder herzustellen sein.. Der künftige präftöent Amerikas. General Wood republikanischer Kandidat. Aus Bakel wird gemeldet: Im Nativnalkonvent der Republikaner in Chi- cago ergab sich im ersten Wahlgang f-lgendeS Wahlergebnis: Ge- neral W-vd SSTfh, Lowden 211«, Johnson 133)4, Sproul 84. Butler 69K, Harbin g G5H, Coolidge 34 Stimmen. H» o v e r erhielt nur 5)4 Stimmen. Das Wahlprogramm der Republikaner. Amsterdam, 12. Juni. Wie..Time«" rni« Chicago meldet, um. faßt das Wahlprogramm de« republikanischen Kon- v e n t s außer der Mißbilligung der Besttmmuwzen des Völkerbundsvertrages unter aicherem noch folgende Punkte: Forderung der freien Fahrt für amerikanische Schiffe durch den Panama-Kanal, Forderung eine« Ausfuhrverbots auf amerikanische Kohl« nach Kanada, falls dieses Land nicht feine Gesetze, über die Wälder zugunsten der amerikanischen Papierinteresseuten abändert, und Schutz der amerikanischen Interessen in Mexiko unter gleichzeitiger Verurteilung von Wilsons mexikanischer Politik. Ein« Uclbernahme des armenischen Mandats wird für u n. erwünscht erklärt Den Demokraten wird vorgeworfen, sie hätten weder für den Krieg noch für den Frieiien Vorbereitungen getroffen. Wilson wird des autokratischen Auftreten» beschuldigt und seine Amtssührrcng verurteilt.!. Ovation für General Wood. Chicago, 14. Juni(Reuter.) Auf dem republikanischen Kon- dem haben heute di« Benennungsreden begonnen. Ver- schieden« Delegierte empfahlen nacheinander den vormaligen Stabs- chef der amerikanischen Armee, General Leonard Wood, den Gouverneur von Illinois. Lowden, und den Senator Hiram Johnson, vormaligen Gouverneur von Kalifornien, für di« Prä- sidentschaftskandidatnr. Außer den Genannten wurden noch vor» geschlagen der Gouverneur von Massachusetts Coolidge. der Präsident der Columbia-Universität Butler und der ehemalige Lebensmittelkontrolleur H o o v« r. Als die Benennung Woods vorgeschlagen wurde, folgt« eine langandauernde, be- geisterte Beifallskundgebung. Bei den darauf folgen- den vier Mstimmungen erhielt Wood die meisten Stimmen nächst ihm Loevden. Hoover erwielt nur einige wenige Stimmen. Da nach der allgemeinen Mißstimmung in den Bereinigten Staaten über die durch Wilson verkörperte Politik der Demokraten, der im Herbst 1916 nur äußerst knappe Sieg der Demokraten sich diesesmal in eine glatte Niederlage umkehren dürfte, ist die Wahl des Republika- nischcn Konvents von besonderer Bedeutung. General Wood, der nun als künftiger Präsident der Bereinigten Staaten be- trachtet werden kann, verdankt seine Popularität seiner Eigen- schaft als siegreicher sseldherr. Der Kandidat der republikanischen Deutschamerikauer bzw. Deut'chenfreunde war der Senator Johnson. Bon einem Waffengefährten Fochs ist eine ähnliche Gesinnung leider nicht zu erhoffen. Allerdings soll für die Demokraten, falls Wilson auf eine Wiederaufstellung doch verzichten sollte, wozu er sich anscheinend trotz allen Zuredens nicht entschließen kann, der Vorgesetzte Woods im Weltkriege, General P e r s h i n g, kandidieren. Wenn es nach unseren Wünsckvn ginge, würde der seit über einem Jahre eingekerkerte Sozialist D e b s siegen. Ob aber im Lande des ausschlaggebenden Großkapitals die Geldmittel der Sozialisten genügen werden, um eine aus- reichende Propaganda für diesen zu machen, ist allerdings zu bezweifeln. Schon erheben die beiden bürgerlichen Lager gegen ihre einzelnen prominenten Führer die schwersten Korrup- tionSvorwürfe, und auch Wood ist dieserhalb bereits scharf angegriffen worden. Ob aber diese Beschuldigungen ge- nügen werden, um bis zur Wabl die taktisch viel stärkere Posi- tion der Republikaner zu erschüttern, ist unwahrscheinlich. Wer verelenüet Rußland! Send»n, 11. Juni. fReuter) Der vorläufige Bericht der eng« lisiben Arbeiterdelegation für Rutzlaud erklärt, die Politik der Intervention und der Blockode sei die Wurzel ber 'ckilimmsten Slbäden sBesmehrung der Trcin-?port''cbwi«rigkeiten. Hungersnot unter den Stadcbewobnern»nd Epidemien) die R»ß- land betroffen hätten. Die Wiede, aufnahm« der Feindseligkeiten dnrck» Polen habe einen neuen V o r w a n d für die Ein» schränk nng derversänlichen Freiheit gegebe«. Diese Zustände könnten nicht geändert werden, so lange der Krieg fort» dauere. Der Bericht fordert Beieitigung de« letzten Ueberreste« der Blockade und der Intervention, sowie bedingungslos«>ner» kenn»na der gegenwärtigen russischen Regierung versprechen und Erfüllung- Tie geprellten Wähler der U. P. S. Von Franz Krüger. Der Borstand der unabhängigen Partei hat durch seine, i Vorsitzenden Crispien dem Reichskanzler M-üller die Erklärung abgegeben, daß die U. S. P. jede Beteiligung au einer Koalitions-Regierung ablehnt, und daß sür sie im äußersten Falle als Uebergangsministerium nur eine rein sozialistische Regierung in Frage käme, in der. die U. S. P. di« M e h r h e i t und die Leitung habe. Damit ist klipp und klar zum Ausdruck gebracht, daß die Unabhängr- gen mit ihrer Forderung nach der Diktatur des Proletariats lediglich etne Diktat ur ihrer Partei er- reichen wollen. In den Agitationsversammlungen zur Reichstagswahl ist die Forderung- der Diktatur von unabhängigen Rednern häufig damit begründet worden, daß ja das Proletariat 85 bis 90 Proz. der Bevölkerung ausmache, eine Diktatur de:. Proletariats also eine Herrschaft der Volksmehrheit bedeute Die Unabhängigen haben bei der Reichstagswahl noch nicht 20 Proz. der abgegebenen Stimmen erhalten. Selbst wenn diese Stimmen ausschließlich aus proletarischen Kreisen ge- kommen wären, würde die U. S. P. nur etwa e i n V i e r t e l des Proletariats hinter sich liaben. Wenn sie trotzdem die unbedingte Vorherrschaft ihrer Partei verlangt, so ist das also die klare Diktatur einer kleinen Minderheit nicht nur über die große Mehrheit des Volkes, sondern auch des Proletariats. Diese Aussicht, als Minderheit die übrigen vier Fünftel deS deutschen Volkes beherrschen und rechtlos machen zu können, hat, so scheint es, für manche Führer und Anhänge, der Unabhängigen etwas Berauschendes. Sonst würden auch sie sich auf den Standpunkt stellen müssen, den der Chefredak- teur der„Freiheit", H i l f e r d i n g, auf dem letzten unab- hängigen Parteitag in Leipzig eingenommen hat, wo er sagte: Es muß offen ausgesprochen werden, daß wir die d e m ok r a- tische Republik mit Nägeln und Zähnen verteidigen müssen, da sie der beste Boden für den proletarischen Klassenkampf ist.» Diese Situation ist jetzt gegeben, Republik und Demokratie sind durch das Ergebnis der Reichstagswahl, die dank der unabhängigen Agitation einen erheblichen Machtzuwach- der reaktionären Parteien gebracht hat, in Gefahr. Was in den letzten Fahren, insbesondere durch die Revolution, an politischen, wirtschaftlichen und sozialpolitischen Fortschritren für die Arbeiterschaft erreicht wurde, kann vernichtot werden, wenn die bürgerlichen Parteien die unumschränkte .Herrschaft erhalten. Der politische und wirtschaftliche Be- freiuugskampf der Arbeiterschaft wird damit aus eine wesonr- lich ungünstigere Basis gedrängt. Die Unabbängiaen haben im Wahlkcim� schärfste Kritik geübt an der Politik der bisherigen Korlitions.r hrheit und. der Sozialdemokratie, und haben, wenn auch unter großem Phrasenschwall, doch in einigen Punkten gesagt, welche Politik sie gn deren Stelle setzen wollen, und wie sie diese Politik durchzuführen gedenken. In. besondere haben sie imme'' wieder betont, daß die Arbeiterschaft selbst durch eigene Kraft und Tat die Besserung herbei- führen müsse. In einem Flugblatt iiü'erinr.en und Wähler" heißt es: Ernst und schwer ist die Zeit. Verantwortungsvoll ist dt.' Entscheidung, die Ihr am 6. Juni treffen sollt.. Das Alte stürzt, die Gestaltung deS Neuen kann nur Eure eigene Tat, der Entschluß E.: reS bewußten Wollens sein. Und zum Schluß wird gesagt: Arbeiter und Arbeilerinnen! Angestellte und Beamte! Wcllt Ihr die Beseitigung d«S reaktionären M i l i t a r i S- muS, so wählt am 6. Juni die Unabhängig« Sozialdemolratie! Wollt Ihr sicher sein, daß nicht di« reaktionär Horde mit H il s e der Offizierskamarilla und der Bureaukratenkliquen Euren Aufstieg hemmen,/ dann stimmt für die Unabhängige Sozialdemokratie! Wollt. Ihr, daß die politisch Macht und die Staatsgewalt endlich dem arbeitenden Volke ge- höre, so schließt Euch cm der Unabkängig?-- Sozialdemokratie! Jetzt ist die u. S. P. vor die Frage t, mitzuwirken. daß diese Forderungen verwirklicht und! Hindernisse, die den weiteren Aufstieg der Arbeiterklasse yemmen können, be- seitigt werden. Sie könnte für ihren Eintritt, in eine Regie- rung gemeinsam mit anderen Parteien ibre Bed ng u n- gen stellen, die sich auf das sachliche Arbeitsprogramm dies, r Regierung beziehen. Statt dessen lehnt sie es rundweg überhaupt ab, in einer solchen Regierung mitzuarbeiten.• In einem Flugblatt an die Frauen. Arbeiterinnen und weiblichen Angestellten schrieb die unabhängige Partei: Nur die Unabhängige Sozialdemokratie ist die wahre Vertreterin Eurer Interessen. Sie tritt für den Grundsatz„Gleicher Lohn und gleiche Arbeit" überall ein. Sie »erwirft und bekämpft da« kapitalistische bürgerliche Prinzip, daß die Arbeit und der Lohn nach dem Geschlecht vergeben werden soll. Sie tritt für die Berkürzun» der Arbeitszeit der Frauen und In- gendlichen auf sechs Stunden, für einen ausreichenden Mut- ter- und Kinderschuh, für den erhöhten Schutz der Frauen' in gewerblichen Betrieben, für die Abschaffung der Nachtarbeit der Frauen und der Arbeit in gesundheitsschädlichen Betrieben, für die Reform d e S Haushalts und des Wohnungswesens ein. Auf dem letzten Parteitag der Unabhängigen Sozialdemokratie wurden alle Mit- glieder und parlamentarischen Vertreter auf diese Forderungen der arbeitenden Frauen verpflichtet. Jetzt glaubt die U. S. P. diese Versprechungen an die Frauen am besten dadurch verpirklichen zu können,' daß sie die Regierung den- Parteien Helfferich5 und Ttresemanns überträgt. Der Sechsstundentag soll von denen verwirklicht werden, die den Achtstundentag auf zehn und zwölf Stunden verlängern wollen! Noch in einem letzten Flugblatt„Wir und die Anderen" hat die U. S. P. in deutlicher Weise die Wähler in den Glau- den versetzt, daß sie durch die Wahl Macht erlangen wolle, um diese Macht zum Nutzen der arbeitenden Klasse zu gebrauchen. Es heißt dort: Beseitigung der kapitalistischen Wirtschaft und ihre Ersetzung durch eine sozialistische Ordnung, in der es keine Ausbeuter uns Ausgebeutete, keine Herrscher und Beherrschte, keine in Glanz und Wohlleben prunkende Minderheit von Besitzenden und kein« im Elend dahinvegetierende Mehrheit von Besitzlosen geben soll. An die Stelle der Diktatur des Kapitals soll das S et bst b e st i m» m'ungs recht der arbeitenden Massen über ihr Ge- schick treten. Solange die sozialistische Gemein- schart noch nicht durchgeführt ist, sollen die Lasten des Staates denjenigen auferlegt werden, die den größten Vorteil von ihm haben, nämlich den besitzenden Klassen. Das ist in kurzen Worten das Programm der Unabhängigen Sozialdemokratie. Nicht gottbegnadete»der kapitalgesegnete Führer svlleil daß Boll leithammcln, sondern das Volk selbst soll i n A k t i o n t r e t e n. An die Stell« der heutigen Scheindemo- kratie, hinter der sich das nackte Kapitalsinteresse verbirgt, soll die wirkliche Demokratie, die Selbstherrschaft des Volkes treten. Jeder Wähler der Unabhängigen Sozialdemokratie ist«in Mitstreiter gegen da» Elend der Kapitalswirtschaft, für den Aufbau einer sozialistischen Gemeinschaft. In dem sc Iben Flugblatt schreibt die U. S. P. gegenüber den ktommunisten: Die Unabhängige Sozialdemokratie weiß, daß sie ihre Ziele nicht im luftlseren Raum«iraichen kann, sondern daß sie sich«uf daS Volk stützen, daß fie dl» ws-rk» tätige Bevölkerung für sich gewinnen muß. Aus diesen Darlegimgeri der unabhängigen Flugblätter konnte kein denkender Mensch auf den Gedanken kommen, daß die Unabhängigen nur dann praktische Arbeit leisten wollen, wenn sie die unumschränkte.tzerrsckdrst erlangen. Alles war darauf zugeschnitten, bei den Wählern den Eindruck zu er- wecken, daß die Unabhängigen das Maß � von Macht ge- brauchen werden, das die Wahl ihnen verschafft. Wie soll man es sonst verstehen, wenn es heißt:„Solange die sozia- listische Gemeinschaft noch nicht durchgeführt ist, sollen die Lasten des Staates den besitzenden Klassen auferlegt werden"? Eine solche Politik kommt natürlich nur unter der gegenwär- tigcn Gesellschaftsordnung in Betracht, und kein« Partei, die ernst genommen werden will, kann sich darauf beschränken, nur Forderungen zu stellen, ohne an ihrer Durchführung selbst mitzuarbeiten. So stchen die Wähler der Unabhängigen Partei, die die- ser ihre Stimme gegeben haben, um eine bessere Politik her- be-zuführen als tue bisherige Regierungskoalition sie getrie- ben yat, vor der Taffache, daß dve Partei ihres Vertrauens dieses Vertrauen in der schmählichsten Weise mißbraucht, daß sie anstatt für Verwirklichung' ihrer Versprechungen einzu- Neue Einsichten in öer organischen Ehemie Von R. H. France- München. Mö mn Jahre 1828 der deutsche ThömÄsr Friedrich W ö h l t r kurz nach der Entdeckung des WumintmnS eine Methode fand, wie man auS zyansaurem Ammoniak Harnstoff machen könne, entstand daroib so großes Anffehen, daß seine elftere Entdeckung, die der Menschheit Millionenwerde in den Schoß warf, ganz verdunkelt wurde und sein Vordienst darum biß heute eigentlich im Vergessen- beit geriet. Dagegen wird Wähler als der eigentliche Drachen- töter des VitaliZmuS noch immer gerühmt. Ju seiner Zeit pries man ihn vornehmlich als donjen-igon, der die trennenden Mauern zwischen anorganischer und der organischen Theini« nieder- gerissen hatte. Um das zu versteihen, muß man sich vergegenwärtigen, daß die alte Ehemie sehr genau unterschied zwischen den im lebenden Körper von ihr vorgefundenen Verbindungen, die sie nicht nachmachen konnte(und als organische unterschied), und denen, die sich außerhalb des Organismus fanden, und die sie, seitdem Dal- t o n und Berzelius eine besondere Mathematik des Stoffes, nämlich die Atomistik, ersonnen hatten, ebenso gut aus ihrem Bestanddeileu zusammenzusetzen verstand, wie die.Natur" selbst. Wie so oft, verführte auch in diesem Fall die Schwierigkeit zu Fabeleien. Obwohl sich anorganische und organische Verbindungen uur durch die größcoe Komplikation der letzteren voneinander zu unterscheiden schienen im Sinne der Atomistik, glaubte man doch in den organischen etwas prinzipiell anderes nur durch die.Lebens. kraft" Hergestelltes zu sehen— und nun war durch Möhlers Entdeckung diese„Fabel" vernichtet. Der gesamte VitaliSmuS, der im Leiben etwas Besonderes sah, brach seitdem zusammen. Der„Mechanismus" triumphierte mit der Lehre, Atomistik sei das ganze Ilm und Aus der Welt und Leben uisb Tod seien nur dadurch von einander geschieden, daß Lebendes ein komplizierterer, Totes ein einfacherer Mechanismus sei. Öitne andere Naturwissenschaft entstand dadurch mit einer anderen Anschauung von der Welt. Die Ueberzeugung triumphierte, Lehen sei überhaupt ein Rechenexempel wie der Harnstoff eines gewesen— Stoff und seine Gesetz« seien alles, nicht durch Denken werde die Welt erkannt und beherrscht, sondern durch Forschen und Rechnen. Leicht erkennt man. wi« pyn Möhler der Trennungsstrich anhob zwischen idecngläubiyer Vergangenheit und einer'realen Gegenwart. Seltsam, daß nun genau derselbe Punkt wieder die organischen Bevbindungen und ihr« Eigenschaften der Ausgangspunkt einer Be- wegung sind, die die Entwicklung zurückverweist auf vergangene und. tt>i� wir glaubten, für immer begrabene Ideen. Die organische Chemie hat sich in den fast 100 Jahren ihres Bestehens entwickelt wi« ein ungeheurer und unübersehbarer Baum, voll von Früchten kostbarer Art. Wir hatten gelernt, zahllose treten, jetzt daraus hinarbeitet, die Verhält- nisse nochviel schlimmer zu gestalten, indem sie durch Ablehnung jeder eigenen Mitarbeit die äußerste Reak- tion zur Uebernahine der Herrschaft zwingt. Diese Tatsachen müssen den Kreisen, die bisher gutgläu- big den Unabhängigen gefolgt sind, die Augen öffnen und sie veranlassen, dieser Partei die Gefolgschaft zu kündigen. Viele Anzeichen sprechen dafür, daß die Stellung des unad- hängigen Parteivorstandes auf starken Widerspruch in seiner eigenen Partei stoßen wird. Wem aber da? Wohl und die Zukunft der arbeitenden Klassen am Herzen liegt, wen nicht der Größenwahnsinn verblendeter Parteiführer und irrege- führter Nachläufer befriedigt, sondern wer das Volk aufwärts zu Freiheit und Sozialismus führen will, für den mutz jetzt die Parole lauten: Hinaus aus der U. S. P., schärfster Kamps einer Politik, die den Ruin der sozialistischen Bewegung und' es deutschen Volkes überhaupt bedeutet! Mögen die Ar- beiter, Ange st eilten und Beamten Groß- Berlins schon am 2 st. Juni bei den Gemeinde- wählen zeigen-, daß sie mit dieser Politik nichts zu tun haben wollen! apolitische Schiebertricks/ Die„Freiheit" itf Verlegenheit. In einem Artikel, den sie ziemlich zutreffend„Politische Schiebertricks" überscknetbt, versucht die arme„Freiheit" ihren Lesern einzureden, daß der„Vorwärts" den Sinn ihrer Aus- führungen gefälscht' habe. Und zwar liefen beim„Vorwärts" zwei Fälschungen durcheinander, einmal behaupte er, die „Freiheit" wolle Helffcrich, und das andere Mal sage er ihr nach— diesen Vorwurf empfindet die Redaktion der„Frei- heit" offenbar viel peinlicher—. sie habe Sehnsucht nach einer Koalitionsregierung verraten und deshalb ihre berühmten acht Forderungen aufgestellt. Die Sache war eben einfach die. daß die klügeren Köpfe in der Redaktion der„Freiheit" einsahen, welcher Schaden der Partei aus ihrer blödsinnigen Haltung erlvachsen müsse. Sie formulierten deshalb die acht Forderungen in der Hoff- nung, dadurch die Verantwortung für den NIchteintritt der Unabhängigen in die Regierung der Sozialdemokratie zu- schieben zu können. Die Linke bestand jedoch auf ihrem Schein, und statt der klugen Haltung, die in dem 8-Punkte- Artikel der„Freiheit" anempfohlen war, wurde sie unsäglich dumme eingenommen, die in dem Brief CrisPienS an Hermann Müller zum Ausdruck kommt. Der Konflikt liegt. offen zu Tage, und der versuch der „Freiheit", ihn vor ihren Lesern zu verstecken, steht auf der gleichen Höhe wie die Beharrlichkeit, mft der sie alle Zu- schriften, die die Frage der Internationale de- lichten—.'mögen sie aus Brüssel oder auS Moskau kommen�— ihren Lesern vorenthält. In beiden Fällen handelt es sich um Versuche, sich durch Vertuschen und Verschweigen aus einer grenzenlosen Verlegenheit zu helfen. Not, Pflicht unü Reichtum. Dr. David a» die Schulmänner. Svnnabrnd abend fand«in« Begrüßung der Teilnehmer der Reichsschulkonferenz und geladener Gäste in der Wandelhalle de« Reichstages statt. An Stelle de» durch eine Konferenz zunächst verhinderten Reichspräsidenten führte Minister Dr. David aus: Auch auf dem Gebiet des BildunzSwesenS drängt die Entwicklung nach böherer Zweckmäßigkeit der Organisation, Eine Grundidee kann und muß uns alle vereinigen: die, daß der sittliche Wert jedes Gliedes der Volksgemeinschaft sich danach de- mißt, ob einer seine Arbeit in den Dienst der Gemeinschaft stellt. In der Schule soll das Kind arbeiten lernen. Warum muß es das? Weil der Mensch«in Schmarotzer ist, der Güter Dufsstanzen herzustellen, die man früher nur au» dem Pflanzen- und Tierkörper entnehmen konnte. Deutschlands chemische Industrie steht auf diese-m Boden, und unabsehbar sind noch ihre ZuckunftS- Aussichten. Was frühor nur die Hsilpflangon lieferten, baS erzeugt heute die Fabrik. Statt Mohnkapseln verwendet man Morphium, statt Fingsrhutsäste da? Digitavin für den Herzkranken, statt Pfefferminze das Mrnthok, ja man stellt langst schon sogar für die Küche Vanillin her, da« die vanilleschoten ersetzt, und geht mit Erfolg daran, sogar die geheimnisvollste aller organischen Substanzen, nämlich dak Eiweiß sselbst, aus seinen Bestandteilen aufzubauen. Namentlich der Steinkohlenteer ist daS schier unerschöpfliche Roh- Material dieser chemischen Industrie, deren Produkt« unzählbar find, deren Zukunft mit Recht als der glänzendste Lichtpunkt der ge- samten materiellen Kultur gepriesen wurde. Die Pflanzenwelt, der uralte helfende und heilende Freund deS Menschengeschlechts, war im Begriff, pensioniert zu wenden. Au« der Apotheke, wo das„Heilkraut" einst den Ehrenplatz eingenommen hat, ist sie so ziemlich bereits verdrängt durch die viel«, chemisch hergestellten Arznei stoffe, die sich noch durch den gerühmten Vorzug auszeichnen,„chemisch reine" Produkte gegenüber den früheren zu sein. Da kommt nun die Wende. Die Physiologie macht uns neue» sten» darauf aufmerksam, daß zwischen künstlichem und natürlichem Kampfer dennoch ein Unterschied besteht, nämlich ein physiologischer. Beide Produkt« haben dieselbe chemische Zusammensetzung, den gleichen molekularen Ausbau, identische physikalische und optische Eigenschaften; nach menschlichem Ermessen kann man keinen Unter- schied zwischen ihnen finden außer dem. daß man den künstlichen Kampfer wögen seincr Reinheit bevorzugen mutz. Wenn wir sie aber in den Körper einftihren, hat das natürliche Produkt andere Wirkungen als das künstliche. Und so ist auch mit den Arznei- vflanzou gegenüber den chemischen Mitteln. In zunehmendem Maße kehrt man zu den Methoden der alten Pharmazie zurück, weil man erkennt?, daß auf die„natürlichen" Substanzen der Körper denn doch anders reagiert. Und so erhebt sich kaum 100 Jahre nach Möhlers großer Tat unabweisbar bor dem Denken die Frage, worin denn der Unterschied der„biologischen chemischen Verbindungen" gegen die ohne Zutun eine» lebenden Körper» entstanden«, bestehen mag. Der Unterschied ist unleugbar. Irgend etwas können wir beim künst- lichen Kampfer, bei den Alkaloiden der ch-imi schon Laboratorien nicht nachahmen, und wir bringen heute nicht mehr den Mut auf, zu sagen, Wühler habe die Grenze zwischen organischer und an- organischer Ehemi« verwischt. Allmäblich beginnt sie sich wieder herzustellen und damit auch mtvder all das viele Unbegreifliche, da« sich um den Begriff Leben wctbt. Ein Jahrhundert lang wiegten wir uns in dem Traum, der nächste Schritt der Erkenntnis werde das Rätsel Leben läsen; jetzt entfernt sich Hoffnung und Erktznntni«. sreude wieder qou uns. Da aber jeder Irrtum doch ein Schritt nimmt auS der Gemeinschaft des Volkes, ohne frofir fhftett M leisten. Dieser gesellschaftliche Ehrbegriss, d,ese sittliche Pflicht der Arbeit, muß die gemeinsame Grundidee der Schul« sein. Das Kind mutz fühlen, daß es E h r e n s a ch e ist, zu arbeiten und das, was man von der Gesamtheit nimmt, wieder zu vergelten, ja m e h r zu geben. Ohne diesen filtlichen Pflichtbegriff der Arbeit kann unser Volk nicht aus dieser Not herauskommen. Unsere Zeit kann eS fich nicht mehr leisten, daß«rbeilsfähige nicht arbeiten. An dem sozialen Pflichl- und Ehrbegriff entzündet fich die wahre Liebe zur VolkSgemeinichast. ohne ihn bleibt jeder Ehrbegriff eme leere Hülfe. Wenn wir einen solchen Pflicht- und Ehebegriff Haben, dann brauchen wir um unsere Zukunft nicht Bange zu sein. Der Einzelne gibt nicht nur, sondern er empfängt auch und die Schul« gibt ihm daS Wertvollste, was er von der BollSgemernichaft empfangen kann. Denn so verarmt wir sonst auch sein möge«, auf geistige« Gebiete sind wir reich, so reich wie je. Diese Güter werden bei der Verteilung nicht kleiner, sondern immer größer. Der Reichsschulkonserenz steht die große Ausgabe bevor, unser Schulwesen mit diesem Geiste zu durchdringen. WOen wir nichi sähig dieses Werk zu lösen? Aber e» w i r d uns gelingen. Erfüllen Sie unsere Jugend mit dem starken sozialen Pflichtgefühl und mit einem ebenso starten sozialen Zusammen- gehörigleitsgefühl. DaS ist die große Aufgabe, durch du Sie unserem schwergeprüften Vaterlande einen großen Dienst erweisen. Unser Vaterland, unser Volk, seine Jugend, sie leben hoch! Die Versammlung stimmte ein und dann begrüßt« in Vertretung d�S gleichfalls verhinderten Oberbürgermeister» Wermuih Stadt- schulrat Dr. Fischer die Teilnehmer im Namen der Siadt Berlin. Gesangsvorträge de» Berliner Lehrergesangvereins und de» Lehrerinnenverein« füllten den übrigen Teil des Abends au». Um'/,l0 Uhr kam auch Reichspräsident Ebert. der unsihulüige �acobi. Zu der«ich von un» wiedergsgedeneu Mitteilung, daß eine Anzahl Werber für ein Freikorps Brandenburg-von der Magde- burger Sicherheitspolizei festgenommen, aber auf Betreiben des früheren konservativen LandratS und Abgeordneten, jetzigen Ge- Heimrats im Reichsministerium deS Innern, v. Jacob-i, wieder frei. gelassen werden mußten, muß jetzt WolffS Bureau eme Art Richtig. stellung verbreiten. Danach hatte der Leutnant Schmidt bei dem Reichsministerium des Innern Beschwerde über seine Jnschutzhaft- nähme geführt. Dem hierüber erstatteten Bericht des Re- gierungSkommissars iu Magdeburg log ein Befehl der Reichs- Wehrbrigade 81, Abteilung I, bei, daß Schmidt dem Bataillon Brandenburg angehöre und daher freizulassen sei. Gleichzeitig mit dem Bericht des Regierungskommissars ging ein Schrei- ben des Reichswehrministeriums beim Reichsministerium des In- nern«in, in dem das Verlang ep gestellt wurde, alle Persönlich- leiten, die sich als Angehörige der Reichswehr ausweisen könnten, unverzüglich freizulassen und nur beim Verdacht strafbarer Handlungen dem Gericht des WehrkreiSkommandaS zu- zuführen. Lediglich auf Grund dieser' Unterlagen habe Jacobi telephonisch Anweisung nach Magdeburg gegeben, und zwar„iy� vollen Einverständnis mit seinem Dienstvorgesetzten". ES wird also offiziös bestätigt, was bestritten werden soll. Festgenommen« Werber für ein Freikorps werden als Angehörte der Reichswehr reklamiert und dann ihre Freilassung erzwungen. Das zeigt ja gerade die völlige Haltlosigkeit unserer Zustände, die behauptet wurde und hier bestätigt wird. Hamburgs putfthabwehr. Hamburg, 12. Juni.(MTB.) Die Blätter veröffentliche««nun Briefwechsel zwischen dem Reichspostministerium und dem Senat. d« sich aus die von dem sozialdemokratischen Senator Krause und dem Garnifonäli«sten während dsS Kapp-Putfche» angeordnete Uebevwachung deS Post, und Telegraphenverkehrs bezieht. Der Senat stellt sich auf den Standpunkt, daß dies« USberwachung not- we�dßg. gewesen sei und beantragt die Abberufung deS Oberpostdirektors. auf dem Wege zur Wahrheit ist, so war auch dieseS Jahrhundert der Arbeit nicht vergeblich, wenn eS unS nur die eine Sicherhett gebracht hat: auf chemischem Woge ist das Rätsel Leben wicht zu lösen. Tonkünstlerfost i» Weimar, l. In der Generalversammlung des Allgemeinen Deutschon Musikvereins herrscht« Krisenstimmung. Der Vorstand versteifte sich gegen die Möglichkeit, daß ein Erz- reaktionär wie Scherchen etwa in den Ausschuß zur Prüfung neuer Werke der Tonkunst berufen werden könne. Nach endlos über. flüssigen Debatten wurde der part-ilose Professor Volke gewählt. Das ist charakteristisch und entscheidend für die Gvsamthaltung de« Vereins. Der fortschrittlich« Zug, den Liszt für die Tonkünstlvr ÄS Lebensbedingung ausstellte, will nicht ungern bei der Gefchichts- Phase Richard Strauß' stehenbleiben. DaS beste Experiment, da» gewagt wurde, die Uraufführung der Erdmannschen Sinfonie, op. 10, war für zwei Tage das einzige positive Musikereigni» und riß auch das konservative Publikum mit. Erdmann, der geniale Pianist, ist mit seinen 20 Fahren ein leuchtender Ansang, ein spezifisches Talent auch in der Kom- Position. In der einsätzigen Siiffvni« wirbeln noch unverbunden, Stile durcheinander, das musikalische Pathos stürzt sich zu gern in lärmende Raserei und die Kantilene wie die Keckheit der Scherzo» Bläser bekennt sich frei und offen zu Richard Strauß. Ein jung- tinghafte» Eifern und Hinausstürmen, aber auch ein reckenhaftes Kraftgefühl. Hier blüht etwas und hier gedeiht etwa», das zu fördern Pflicht ist. Peter Raab« war dieser Sinfonie«in kerniger und«last. scher Deuter.. Eine„G. T. A. Hoffmann" genannte Ouvertüre von B e s ch ist bestes Handwerk, dankbar geschrieben, aber mehr in kleinen Punktierungen der Lichter phantastisch als im großen phaniasicvoll und spukhaft. W e i g l S Skizzen op. 21 bleiben in der versonnenen Romantik stecken. In der Kcnnmermusik-Auffühvung weist Gtrüver» Ouartett op. 25 gleichfalls rückwärts, doch ist die straffe und geschickte Führung der Instrumente, daS Variationen- talent anzuerkennen. Persönlicheres Aussehen hat daS Ouartett op. 10 von Bodo Wolf, einem jungen Saarbrücker Musiker. Koischendurch Ltcder von Juliu« Kopsch op 9 auf Texte von Storm, die in ihrer lückenlosen Antiguaschrift trotz einzelner burschkioS-lustiger Einfälle ganz und gar nicht gefielen. k.». Lrsfingtbeater:„Da» GlaS der Jungfrau". Neulich war hier getadelt worden, baß die Herrgötter der Sommertheoter ihre Neu- heften schwarmweise am gleichen Abend loslassen. Das war vor- eilig; et steckt eine wohlüberlegte hygienische Absicht dahinter: wenn einer die Mehrzahl oder auch nur die Hälfte dieser Sachen durch- machen müßt«, e» wäre um den Armen geschehen. Es ist wirklich nicht vorzustellen, auf welche Ausaefallenheil-n diese m»rck»nt. ackvcntures de« Dommertheater« verfallen; et ist eine wahre Hausse in abgelegten und ausrangierten Artikeln. sPallenberg. sonst das Ert/gicken der wärmeren Monate, ist diesem Mißsvstem setz, auch geopfert� worden.) Dem Saisonstück-de« LessingtheaterS gebührt unier all diesen Konkurrenten um die Minderwertiatect ein kior0 cf ift fo kurz wie kurzweilig. Das will etwas Heiken, den von Boccamo bis zur Zaza hat es wele Väter, wenn auch wi« bei der Nr. 298«• 37. Jahrgang 7. Heilage öes vorwärts Sonntag, 13. Juni J920 Die Reichsfthulkonferenz. Arbeitsunterricht. (Schluß d«r VormittagSsitzung.) Suf LyzsaldireLor V o ß folgt T e w S mit einem äußerst leben- digen und wirkungsvollen B-ienittniS zum Neuen. Mit dem Begriff des geschichtlich GeVOtdewn ist unendlich viel Miß- brauch getrieben. Wir wollen gern Lebendiges übernehmen, aber wir lassen die Toten ihre Toten begraben. Wir Alten können unS vielleicht nicht mehr umstellen, aber wir haben die Jugend, lassen wir sie handeln. Wir wollen gerade die Mannig- faltigkeit in Schulen hineintragen, wir wollen keine Schabionisierung. Die Klassenschule muß zusammenbrechen, wie der Klassenstaat zusammengebrochen ist. Wir wollen in den Volksstaat hineinlommen, darum brauchen wir eine Volks- schul«. An Stelle von Direktor Karsen erhält für die entschiedenen Schulreformer Professor O e st r e i ch das Schlußwort. Wir wollen die Lebensschule, die Arbeitsschule, oder um mit Löwen- stein zu sprechen, die Produktionsschule schaffen. Die Arbeit hierfür muß in Versuchsschulen geleistet wer- den. Wir würden uns freuen, wenn man unter unsere Arbeit der» einst das Wort setzen könnte:.Diese Männer waren Sämänner einer Volkspädagogik." Wir müssen die Masse erheben, dann wachsen die Spitzen von selber empor. Auf Oestreich folgt Professor Dr. Bin- der- Stuttgart, der sich als Protestant zu dem Mönchsideal des Gutsagen lern« ns bekenn-t. Er will dem„Ich Willi*, das»Du mußt!" entgegensetzen. Er wehrt sich krampfhaft gegen den Vorwurf des Standes, und Kastengeistes, den man der höheren Schule mache, unter dem stetig wachsenden Widerspruch auf der Linken. AIS letzter Referent spricht vor der Mittagspause Oberstudien- rat Dr. Kerschensteiner. Am Schlüsse dieser Debatte über die Einheitsschule konnte llnterstaatSsekretär Schulz mit Recht auf die erfreuliche Höhenlage und die praktischen Ergebnisse dieser VormittagSdebatte hinweisen. Leider sank die Nachmittagsdebatte über den ArbeitSunterricht zum großen Teil wieder auf die Niederungen des Redestroms vom ersten Nachmittage herab. Kurz nach llhr eröffnet Minister Koch wieder die Sitzung. Zur Frag« des ArbeitsunterrichteS gibt Professor Natorp- Marburg als erster Referent tiesschürfende und gcist- volle philosophische Ergänzungen zu seinem gedruckt vorliegenden Referat. Der wirtschaftliche Zusammenbruch, wie wir ihn erlebt haben und noch erleben werden, setzt einen geistigen und sittlichen Zusammenbruch voraus. In unserer unsäglichen Not kann unS nur ein vollständiger Neubau Helsen. Die Einheitsschule der bür- gerlichen Reformer ist aber nicht mehr als eine geistige Planwirt- schaft. Wir brauchen schaffende Arbeit, die unser Volk scheinbar verlernt hat. Die Berufung auf daS„bewährte Alte* hör« ich mm seit bv Jahren. Bildung ist der Weg zur Naivität, ich bin gegen jede Uebertätigkeit, daS Alte stürzt von selbst. Der Weg. der unS zur Schule der Zukunft führt, heißt G e- nossen schaft der Arbeit. In ihr wird das Problem der Führerschaft gelöst. Volksschule soll Schule zum Volke, Einheits- schule Schul« zur Einheit sein. Religion will gelebt sein und nicht gepaukt. Als zweiter Referent gibt Privatdozent Dr. Seidel- Zürich erneu Ueberblick über die geschichtliche Entwicklung der Ein- gliederung der Handarbeft in die Erziehung. Seine Leitsätze gipfeln in folgenden Gedanken: Die schöpferische Handarbeit ist die Grundlage aller materiellen, geistigen und sittlichen Kultur. Jede schöpferische GetsteSarbeft ist auch Handarbeit. Der Arbeitsunter- richt lehrt die Jugend, die Arbeit, die Arbeitserzeugnisse und die arbeitenden Menschen lieben und achten. Das sind die Grund- mauern sozialpolitischer Sittlichkeit. Als dritter Referent gibt Professor K ü h n e l- Leipzig die praktischen Wege an, die uns dem Ideal der Arbeitsschule näher kommen lassen. Er warnt insbesondere vor dem Zwang zum Stillsitzen in der Schule, vor Uebcrschätzung der Haus- arbeit und vor der Abschätzung der Bildung nach dem theore- tischen Wissen. Unsere Schule ist wie ein alte? Klavier, das durch Generationen hindurch liebevoll erhalten wird, auf dem aber keiner mehr musizieren kann. Wir brauchen in den einzelnen Ländern besondere Reierate für die Arbeitsschule, eine Pressezentrale im Reich und ein Zentralinstitut für die pädagogische Forschung. IlnterstaatSsekretär Schulz teilt mit. daß von einer Reihe von Teilnehmern der Wunsch ausgesprochen sei, nicht während der Kirchzeit am Sonntag-u tagen. Er schlägt deshalb vor, heute bis 5 Uhr und am Sonntag von litt Uhr ab zu tagen und bittet unter dem lebhaften Widerspruch der Linken von einer Diskussion über diese Anregung abzusehen. So wird denn die heutige Sitzung zu einem geschlagenen geistigen 8°Stundentag und es beginnt sogleich die DiSkusfion, zu der 35 Redner vornotiert sind. Obeibürgermeifter Dominica?- Schöneberg: Tie Folgen de? Krieges gefährden die körperliche Leistungsfähigkeit unserer Jugend. Das Turnen muß eine selbstverständliche Vglkssitte werdeir. Professor Tö I l e- Dresden: Die Schule muß mehr Kunst- erziehung treiben. Die Schüler sollen aber erst schaffen lernen und dann genießen. Dr. K aw e ra u- Berlin: Mit dem Beginn des kapitalistischen Zeitalters bat die geistige Oberschicht dte eigentliche F ü h. lung mit der Werkarbeit verloren. Körperliche Arbeit gilt auch beute noch vielfach als Schande.(Widerspruch rechts.) Unsere geistigen Arbeiter u»d nicht zuletzt unsere Lehrer sind beute noch zumeist von einer erschreckenden Weltsrembheit. (Widerspruch rechts, Beifall links.) In unseren überladenen Schu- len sind die schlechten Lehrer einfach ein« Notwendigkeit zur Er- Holling der Schüler. Unser« Schulen müssen aus der Großstadt hinaus an die Peripherie. Erst durch gemeinsame Arbeit schaffen wir eine wirkliche Gemeinschaft, nicht durch Erlasse. Rektor S e i n i g- Charlottenburg berichtet von den Schwic- rigfciten, die sich seiner Arbeit entgegengestellt haben. Es gibt auch geistige Blinddärme, di« in der Entwicklung der Menschheit ebenso langsam und noch'angsamer verkümmern wie die körperlichen. Der Redner erläutert dann eingehend die Art, in der in seiner Schule der Werkunterricht eingebaut ist. Bürgermeister L u p p e- Nürnberg: Auch in der Familie tritt die Hanobetätigung wieder mehr in den Vordergrund. Daraus kann man Rücksicht nehmen, wir dürfen aber keine Schule schaffen wollen, die den gegebenen Verhältnissen nickt ent- spricht. Dr. Adrian. Herford erkennt di« Berechtigung des Arbeits- Prinzips in der Erziehung an. warnt aber vor Ueberschätzung. In materiellen Dingen ist die Sozialisierung«in« heikle Sache, weil man dem anderen damit etwas nimmt. Auf geistigem Gebiet aber kann nicht genug sozialisiert werden, denn hier gewinnt jeder dabei. Frau Helene Cum per t: Beim Arbeitsunterricht wird die H a u s w i r t s ch a f t s k u n d e gewöhnlich vergessen. Sie ist aber am wichtigsten, denn sie hat einen ganz praktischen Wevt. Schulinspektor G ö tz e- Hamburg: Die meisten Deutschen wissen mit der Kunst nichts anzufangen, wenn sie ins praktische Leben greift. Die Volksschule war bis heute lediglich auf das Prinzip der Nachahmung eingestellt. Di« Arbeit als Prinzip ist das Mittel, auch rn der Volksschule den Gedanken des schöpfe. tischen Menschen zu verwirklicheit. Neben den Begriff muß die Gestalt, muß die Form treten. Die Jugend muß g e st a I t e n lernen. Schulrat W e ig l- Arnberg: Unabhängig von der Hand, un- abhängig von den Sinnen entfaltet stck das große Reich des Geistes. Das dürfen wir nicht vernachlässigen. Professor Dr. Sch wa rz- Greifstvald: Wir dürfen den Sckü- ler nicht mit neuen Handlverkstcchniken überschütten und den Gc- danken der Handfertigkeit zu Tode hetzen. Schluß der Sitzung 5 Uhr. Nächste Sitzung Sonntag, 11H Uhr(Fortsetzung der Diskuision über den Arbeitsunterricht). Wie wähle ich am 20. Junil Von Hugo Heimann. Noch ist in der Berliner Bevölkerung die Erregung über den Ausgang der Reichstagswahlen nicht verebbt, und schon rüsten die Parteien zu frischer Werbearbeit. Neu-Berlin soll in seiner wichtigsten Körperschaft am 20. Juni erstehen. Dank der Sozialdemokratie wird die Wahl zum neuen Berliner Stadtparlament auf Grund des freiesten Wahlrechts der Welt erfolgen. Dieses Stadtparlament wird zu entscheiden haben über die Geschicke von 94 bisher selbständigen Gemeinden und Gutsbezirken mit einer Einwohnerzahl von 3 806 000 Seelen. Alle früheren Kommunalwahlen verblassen daher an Wichtig- keit gegen die des kommenden 20. Juni. Mit dieser grund stürzenden Umwälzung wird ein Zustand beteitigt, wie er ein zweites Mal in dieser Art in der Welt nicht existiert hat. Während alle Länder, gleich- viel welche Staatsform in ihnen herrschte, gleichviel welchen Zeitepochen und Kulturen sie angehörten, bestrebt waren, ihre Hauptstädte zu fördern und möglichster Blüte entgegenzuführen. sah Jahrzehnte hindurch die Kgl. Preußische Staatsregierung, als der gehorsame Diener der preußischen Junker, ihre stetige und vornehmste Aufgabe darin. Berlin aus politischen Gründen niederzuhalten, es in all seinen Bestrebungen zu hemmen und zu hindern. Diesem Streben wurden die wirtschaftlichen Bedürfnisse einer Millionenbevölkerung untergeordnet. Nur einmal bot sich in den Jahren 1891— 1893 die Möglichkeit, zu einer Eingemeindung größeren Stils zu kommen. Sie scheiterte, weil die städtischen Behörden Berlins trotz deS schärfsten Widerspruchs der sozialdemokratischen Mitglieder das Eingemeindungsprojekt nicht nach Allgemeininteressen. sondern lediglich nach engherzigen fiskalischen Interessen Berlins behandelten. Erst die Revolution setzte die Sozialdemokratie in die Lage, in dem kommenden Neu-Berlin ein Gemeinwesen von einer Größe und Machtvollkommenheit aufzubauen, wie es sonst nirgends besteht, denn selbst der Krieg mit all seinen Lehren konnte unsere bürgerlichen Gegner nicht von der Richtigkeit unserer Forderung auf grundsätzliche Aenderung des bestehenden Zustandes überzeugen. Das trifft genau so zu auf die Demokraten wie auf die Deutsch- nationalen. Letztere hatten in dem alten Zäsarengrund- sah deS„Teile und herrsche* immer der Regierungsweisheit letzten Schluß gesehen und noch um die Mitte des Jahres 1918 erklärte der damalige Oberpräsident von Berlin in einer Sitzung des Zweckverbandes, die Kgl. preußische Staatsregie- rung würde sich durch keine sozialdemokratischen Anträge oder Angriffe zu einer Aenderung der Berliner Gemeindeverfassung bewegen lassen. Diese Haltung der preußischen Staats- regierung entsprach den Auffassungen der damaligen konservativen Parteien, und unsere heutigen Dcutschnationalen haben den gleichen Faden weiter gesponnen, indem sie bis zuletzt versuchten, die Einheitsgemeinde Berlin zu Fall zu bringen. So schwankend und unbestimnibar ihre Haltung im Berliner Stadtparlament auch gewesen ist, wie ein roter Faden geht durch ihr ganzes Verhalten ihr Haß gegen die Revolution, gegen die Rcvolutionsregierung und gegen uns, die wir als die eigentlichen Träger dieser Regie- rung gelten. Im Vertrauen auf das kurze Gedächtnis der Masse, hoffen sie, wie im Reich so in der Gemeinde an den ungeheuren Lasten und Steuern der großstädtischen Bevölkerung ihre Parteisuppe kochen zu können. Sie möchten ver- geffen machen, daß sie mit ihrer verbrecherischen Kriegspolitik, ihrer Verhinderung jeden vernünftigen Verständigungsfriedens, ihrer wahnwitzigen Finanzpolitik, die alles auf die Karte deS Sieges setzte, die einzigen Schuldigen an dem Elend des Volkes und der finanziellen Bedrängnis der Gemeinden sind. Auch die Demokraten hatten aus den Lehren des Krieges nichts gelernt. Die Revoft.tion mußte erst komnien, um die Entwicklung gegen sie voranzutreiben. Noch im Ok- tober 1918, unmittelbar vor der Revolution, lehnten sie die sozialdemokratische Forderung ab. in einer Petition an den Landtag wenigstens das Frauenstimmrecht zu befürworten. Der alte berüchtigte„freisinnige Rechtsgrundsatz": wer nicht mit tatet(d. h. direkte Steuern zahlt), darf nicht mit raten— bildete die Schranke für alle Zugeständnisse, und wenn sie auch jetzt aus Vernunft sich mit unseren politischen Grund- sähen mehr oder minder abgesunden haben, so stehen sie in allen wirtschaftlichen Fragen nach wie vor in schärfstem Gegensatz zu uns. Können die Hunderttausende von Wählern, alle die Jünglinge, die Frauen und Mädchen, die am 20. Juni der Sozialdemokratie ihr Wahlrecht verdanken, wirklich glauben, daß Parteien kraftvoll im neuen Berlin ihre Interessen ver- treten werden, die wie alle bürgerlichen Parteien bis zuletzt daS Recht mitzuraten einer kleinen Oberschicht Besitzender vorbehalten und den alten Zustand der Zersplitterung und der Schwächung aufrechterhalten wollten? Alle jene Parteien hatten in fernen glücklichen Friedonszeiten ausgiebige Mög- lichkeiten zu zeigen, was sie für die Masse der großstädtischen Bevölkerung leisten wollten. Sind diese Ergebnisse derart gewesen, daß ihnen jetzt nach der Katastrophe des Krieges die Macht durch die Wähler wieder in dte Hände gelegt werden darf? Wie rechts von uns die bürgerlichen Parteien, so de- haupten lins von uns die unabhängigen Sozial- demokraten, daß nur sie die Jnteresseu der Masse der Bevölkerung vertreten. Mit nicht zu überbietender Skrupel- losigkeit schieben sie in ihrer Agitatioii uns die Schuld am Elend des Volkes zu, trotzdem sie genau wissen, daß. wären sie an der Macht und damit an der Veranttvoriung. auch sie nicht frei sich bewegen und durchführen könnten, was sie wollten, sondern wie»vir auf Schritt und Tritt durch die Not der Zeit eingeengt und gehemmt sein würden. Diese Erkenntnis ist es ja, die sie bisher jede Mitverantwortung hat ablehnen lassen. Vom sicheren Hafen der Opposition aus werden Forde- rungen aestellt, die in den gegenwärtigen traurigen Zeiten trotz bester Absichten nicht erfüllt werden können. Aber das ficht die Unabhängigen nicht an. Auf die Frage,>v o h e r die Mittel zur Durchführung ihrer Forderungen ge- nommen werden sollen, haben sie zwei stereotype Antworten: „Das geht uns nichts an; wir sind für die jetzigen Zustände nicht verantwortlich", oder:..Sozialisiert! Warum habt Ihr Regierungssozialisten nicht dafür gesorgt, daß mehr komniu- nalisiert werden konnte? Wäre dieses oder jenes schon kommunalisiert, dann...!" Ganz abgesehen davon, ob in den gegenwärtigen Zeiten durch Sozialisierung oder Kom- munalisierung überhaupt mehr Einnahmen zu erzielen sind, heißt es in den von der unabhängigen Partei- leitung herausgegebenen„Richtlinien für ein Gemeinde- Programm":„Gemeindcbetricbe dürfen nur. solveit sie nicht allgemein notwendigen Bedürfnissen dienen. Preise oder Gc- bühren berechnen,' bei denen Ueberschüsse erzielt werden. Alle gewerblichen Unternehmungen, die allgemein notwendigen Bedürfnissen der Gemeinde dienen, sind ausschließlich von der Gemeinde zu betreiben, insbesondere.. Und nun folgt eine Aufzählung von 30 Betrieben, darunter ein so alles um- fassender wie:„Herstellung von Gegenständen des Bedarfs der Gemeindeverwaltungen!" Daß selbst unter einer ausschließlich unabhängigen Verwaltung in absehbaren Zeiten mehr als diese aufgezählten Betriebe kommunalisiert werden könnten, ist ausgeschlossen. Alle diese Betriebe dienen uack) den Richtlinien allgemein notwendigen Bedürfnissen der Ge- meinde und dürfen daher keine Ueberschüsse abwerfen. Nach außen wird also gesagt:„Kommunalisiert I Die Millionen liegen auf der Straße und wir brauchen die Mittel I" Käme es dann dazu, hieße es achsclzuckend:„Ueberschüsse dürfen nicht erzielt werden". Gegen Bewilligung durch die Negierungssozialistcn zieht man mit den größten Schmähungen zu Felde, sorgt aber bei der Abstimmung durch rechtzeitige A b k o m m.a n- Vierung dafür, daß die benötigten Gelder bewilligt werden, da man ja sonst in die tödliche Verlegenheit käme, selber für Deckung sorgen zu müssen. Oberstes und einziges Gesetz ivar und ist: nichts sagen oder tun, ivas die Agitation und das Wahlergebnis beeinflussen könnte. Vieles mag diese Partei besitzen; das Gefiihl der Verantwortung besitzt sie nicht. Können die Wähler einer solchen Partei die ungeheure Verantwortung für die Geschicke des neuen Berlin übertragen? Seit die unabhängige Sozialdemokratie nun gar unter kom- munistischem Druck auch auf dem Gebiet der Gemeindever- waltung den Boden der Demokratie verlassen, und einen „Kommunalen Arbeiterrat", dessen Mitglieder mir Arbeiter sein dürfen, als höchste Instanz für die Beschlüsse und Taten der Gemeinde anerkannt hat, ist sie ganz außerstande, die Interessen der Allgemeinheit wahrzunehmen. Diese wichtigen Gesichtspunkte sollten alle Wähler vor ihrer Entscheidung sich vor Augen halten. Nicht momentane Verstimmungen, nicht der Aerger, daß unter dem Druck der Verhältnisse dies oder das anders geworden ist, als man es sich persönlich gewünscht hat, darf bei der Wahl entscheiden. Ausschlaggebend darf nur der eine große soziale Gedanke sein, daß über den Interessen des einzelnen die Interessen der Gesamtheit zu stehen haben. Die Sozialdemokratische Partei hat bewiesen, daß sie den Mut, den Opfermut besitzt, nur diesen Richtlinien zu folgen. An den Wählern liegt es, die Zukunft Berlins sicherzustellen vor rückschrittlichen oder schein- bar radikalen Experimenten und auf dem festen Bßden der Demokratie dem organischen Ausbau einer sozialistischen Wirt- schastsordnung innerhalb der Gemeindeverwaltung die Wege zu ebnen. Die Kandidaten unserer Partei stehen unverrück- bar zu diesem Programm. Wähler, wählt a m 2 0. Juni die sozialdemokratische Liste! Wirtschaft ver Stanü der deutschen Währung. IVO Schweizer 100 holländische Franken Gulden kasteien am 31. 7. 1314.... 81 M. 108 M. , 31. 12. 1916.... 117, 239. . 81. 12. 1917.... 220, 221. . 31. 12. 1918.... 173, 316„ . 1. 7. 1919.... 250, 535, . 31. 12. 1919.... 885, 866, . 16. 1. 1020.... 1000, 2091, „ 27. I. 1920.... 1802. 4204, . 0- 2. 1020.... 1721. 8754, . 28. 2. 1920.... 1616. 3725, . 8. 3. 1920.... 1528„>3336, . 10. 3. 1920.... 12738/. M. 2607. . 11. 3. 1020.... 12188/,, � 2472'/, M. . 7. 4. 1920.... 112H8/ � 2382V,, . 8. 5. 1920.... 894, 1873, . 14. 5 1920.... 871. 1798„ . 21. 5. 1920.... 784. 1526. „ 26. 5. 1920.... 625. 1201 . 5. 6. 1920.... 725 ,. 1471 „ 11. 6. 1920.... 709„ 1426. Die Tabell» zeigt den tiefsten Stand der deutschen Valuta, d. h. die höchsten Preise für AuslandSdevisen, am 27, Januar. Die rücklZufige B-wequng erreicht ihren Höhepunkt am SO. Mai. Am Tage vor da» Reichsiagswahlen, am S. Juni, ergab sich der obige Stand. Der Ausfall der Wahlen hat bisher die Bewertung des deutschen Geldes nicht becinflutzt. Obgleich die Kaufkraft des deutschen Geldes im Ausland seit Ende Januar um etwa das Dreifache gestiegen ist. hat sich eine erhebliche V e r- billig un g der LebenZunierhalteiiiittel im Inland, soweit es sich dabei um Einfuhrwaren handelt, nicht bemerkbar ge- inacht. Ter Handel, die Gemeinden und auch die Konsumvereine haben noch bedeutende, zu hohen Preisen eingekaufte Lagervorräte, an denen sie möglichst wenig verlieren wollen. Auch rechnen sie damit, das; die deutsche Valuta wieder nachgeben kann, was in Hinsicht ans die politischen Ausblicke nicht unwahrscheinlich ist. so bah eine Preisabsenlung bei den Lagervorräten sich vermeiden ließe. Ausschlaggebend ist zurzeit die Kapitalkraft. Die kapitalschwachen Firmen, die Geld brauchen, werden gezwungen sein, mit Ber- lusten zu verkaufen, während die kapitalttarken Häuser die Entwick- lung mit Rlihe abwarten und ihre Preise halten werden. Die Macht der Verbraucher ist aber sehr begrenzt, sie hört auf bei dem Kauf der zum Leben unentbehrlichen Waren. Nur bei Genußmitteln und Luxuswarcn ist ein K ä u f e r st r e i k aussichtsreich. bei Bekleidung, Möbeln usw. ein Hinausschieben der Bedarfs« deckung in manchen Fällen möglich, bei Lebensmitteln dagegen undenkbar. Die vorliegenden statistischen Zusammenstellungen zeigen ein weiteres A n st e i g e n der Ausgaben zur Bestreitung des Existenzminimums. Die weitere Vermehrung des Papier- geldumlauis aus der Verschuldung des Reiches und die steigen« den Guthaben bei de» Banken und Sparkassen zeigen eine Ver' m e h r n n g der papiernen Kaufkraft und damit die unauS» bleibliche Fortsetzung der allgemeinen Preissteigerung. — astr. Nafhebung der Fifchbewirtschaftung. Wie wir hören, wird die Fischbeivirtschaflung nunmehr ebenfalls ausgehoben. Noch den Erfahrungen, die mit der Freigabe anderer Lebensmittel gemacht worden find, ist die Befiirchtuna am Platze. das; tür Fische Preis st eigerungen eintreten werden. Für den Augenblick ist die Gefahr natürlich nicht groß, da ausreichende Fänge vorliegen und infolgedessen genügende Belieferung des Fi'chmarktes Preistreibereien unmöglich macht. Dagegen besteht die Geiahr, daß bei ungünstigerem Ergebnis der Fischfänge auch dieser Teil deö LebenSniittelmarkteS dem Preiswucher frei- gegeben wird. Der gegenwärtige Stand der Valuta begünstigt natürlich die F.sch ein fuhr in hohem Maße. Es ist jedoch nicht abzusehen, ob die jetzigen Marklverhältnisse auch anhalten werden. Die spätere Entwicklung muß zeigen, ob mit der Freigabe der Fische, die seit dem 5iriege in erhöhtem Maße zu einem Volksnahrung?- nrittel geworden sind und bei der schlechten Belieferung mij Fleisch zur Ernährung unbedingt erforderlich sind, nicht genau das Gegenteil der beabsichtigten Wirkung erreicht wird. Zum mindesten hätte der Weg einer gemeinwirtschaftlichen Regelung vorgezogen loecden müssen, für die Ansätze aus der Zwangswirtschaft her bereits vorhanden waren. Wir erinnern daran, daß bei der Einrichtung der Fischauktwn die Fisch« bändler selbst gegen die Preistreibereien vorgegangen sind, in« dem sie die Fischauklion absagten. ES ist fraglich, ob sie diese» Maß von VoNdaritSt mit den Verbrauchern ohne jede gemeinwirt« schaftliche Bindung auch fernerhin zeigen werden. Wir haben des« halb alles Recht, der Gestaltung deS Fischmarkte» in der Zukunft mit Bedenken entgegenzusehen. Preisrückgang am Berliner Markt. Amtlich festgestellte Preise der Berliner Produktenbörse am 12. Juni: Hafer pro 1000 Kilogramm auf Abladung 2S40 bi» 2600 M. ab Station. Tendenz flau. Nichtamtlich sind folgende Preise ermittelt, alles für 50 Kilogramm ab Station: Erbsen, Viktoriaerbsen 150—165 M., gelbe und grüne Erbsen 110 bis 135 M., Peluschken 100—105 M.. Ackerbohnen 100 bis 105 M.. W i ck e n 80—90 M., L u p l n e n 50—65 M., S e r r a. belle 45— 55 M., Wiesenheu lose 21��— 22 M M., Stroh, drahtgevreßt Sl-S— lO M., gebündelt 9— 9H M., Trockenschnitzel 57—63 M. Patent Steffen 95—100 M. parteinachnchten. Ter ZcntralbildungSausschuß der Sozialdemokratischen Partei Teutschlands, Berlin SW. 68, Lindenstrahz 3, ersucht die Orts- und Bildungsausschüffe um umgehende Rück- sendung der Berichtsfragebogen für das vergangene Geschäftsjahr, soweit dies noch nicht geschehen ist. Ferner wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Bestellscheine für die neue Monatsschrift die„Arbeiterb'.Idung- baldigst zurückgesandt werden müssen. Ebenso muß die Bestellung bei der Post rechtzeitig erfolgen, da sonst eine Gewähr für die künftige Liefe- rung der Schrift nicht übernommen werden kann. Berlin Gz Brette Siraße Herkoa Berlin Ez Brüdersiraße Faebigs Llsöerz-'eher aus ein artigen, mclicrtcn und geinusterken Steffen, bell und tun elfcrblg. 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Dies zeigt tiefdeiriidt an 3 Anna Köhler, Gräsestr. 7. Berlin, den 12. VI. 20.| Di« 1 Dienstag . mittags 4 Uhr, von der / Leichenhalle des neuen J Iakobi- Kirchhofe«. Her- ! mannstraße aus, statt, sa Beerdigung findet ag, den lo., nach SeMkl SWIM'VklSM Achtung! Achtung! Buchbindereiarbeiter und Buchbinderei- arbeiterinnen der reinen Buchbindereien! Montag, den 14. Juni, nachmittags llt3 Uhr, in den Berliner Vereins- und Konzertsälen (Armtuballen), Kommandantenstraste 58: Branchen versamml ung Tagesordnung: Stellungnahme zur Teuerungszulagen- beivcguqg. Das Erscheinen aller in den reinen Buchbinderelen Be- schäftigten ist dringend erforderlich via Sranchanlaltung. Patent-Geliraiiclisiiiiister- nnd WarenzelBlienannieSilinip Gutachten in Patentstreitigkeiten, Konstruktionsdurcharbeitungen, Modellanfertigung, An- und Verkauf von Schutzrechten. Erstklassige Referenzen. 81/20* Inj;. 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Genossenschafter.... 900,00 Darlehns-Konto.. 87065.00 Hypotheken-Konto. 175050,00 Reservefonds-Knt.. 12460,83 Konto-Korrent- Knt. Kreditoren.... 13 473,-6 23.3949, m Im Laufe des Geschäftsjahres hat sich die Mitglltder- zahl nicht verändert und beträgt 18 Genossen. Das Ge- schäftsguthaben d. Mitglieder sowie die Haftsumme befragen am 3i. Dezember 1919 je 900,— Mark. 138/10 Berlin- Reinickendorf, den II. Juni 1920. Robert Engel. Karl Marschel. Kail Köpfner. Dadhi� eömiif wek±i Hochgefühl e£riSJc£d�Hmt BgxSwsoK! Ueberall erhältlich. Hersteller: KRISCH G.m.b.H., Berlin SW68. Bekanntmachung. L Es entfallen auf den Abschnitt 32 der allgemeine» Cebenamilteltacfe der Stadl Berlin SSV Gramm Haferflocken (hergestellt aus freiem Hafer) zum Preise von 1.70 M.). 2. Unter Ausschluß nachträglicher Annahme stnd die An- meideai'schnitte vom Montag, den 1«. bis Vonnerslag, den 12. Znnl 1920, bei den Kleinhändlern abzugeben. 3. Die Kleinhändler haben die Anmeldcabschnitte zu dem odm aufgerufenen vli'schnitt bei den Großhändlern am Freitag, den IS. Zuni 1920, adzuliesern. 4. Nicht abgeholte Ware verfällt mit dem 18. ZuU 1920. Berlin, den IL Inn! 1220. Magistrat. Abteilung für Nährmittel. Tgb..Nr. 7200 Nä. Bekattnimachnng. Der Plan, welcher die mit inin'.stcriellcr Genehmigung ge- mäß fi 8 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 frstgeftellte Aufhebung der Fluchtlinie iiir die Dtestelmeyerstraße von der Matthias- siraße bi» Tilfiier Siraße und Festsetzung neuer Fiuchtllnien für die Matthiasstraße und Tiistter Siraße an den Ein- Mündungen des eingezogenen Teiles der Diesleimeyerstraßa darstellt, iiegt in der städtischen Plankammer zur Ginstcht offen. Berlin, den 5. Juni 1920. Städtische Tiefbaudeputation. Kranso. nmiliti'''.Ö r-AT!:rm. urvi Dirles», Lonls XVI. Scblefzlmmeri Joseph DrevfuO Kurfürsten da mm 213 Steinplaiz 5388.• Arzt gesucht für Dauervertretung m. 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Wir beehrea uns. den Bericht über das fünfziffite Geschäftsjahr unserer Bank vorzuleben, deren Betheb am 9. A.pril 1870 eröffnet wurde. In Bücksicht auf die durch den unglücklichen Ausgang des Krieges enteiandeno traurige Lage unseres Vaterlandes haben wir davon abgesehen, diesen Tag festlich zu begehen. Wir haben zur Erinnerung unseren Angestellten, ferner den pensionierten Beamten und Pension beziehenden Witwen und Waisen eine Jubiläumsgabe gewährt und unseren Beamten davon Kenntnis gegeben, daß wir im Einvernehmen mit unserem Auf- siebtsrat bei der Generalversammlung die Errichtung eines Jubiläums- fonds beantragen werden, der bis zur Höhe von zehn Millionen Mark angesammelt werden soll. Der Antrag s�eht auf der Tagesordnung unserer Generalversammlung vom 30. Juni d. J. Uncerem Institut war im verflossenen halben Jahrhundert eine glücklich© Entwicklung besefaieden. Der Sonderaufgabc, die unserer Bank bei ihrer Gründung gestellt wurde, don geldlichen Verkehr der deutschen Heimat mit überseeischen Ländern zu pflegen, ist sie in weitgehendem Umfang gerecht geworden. Im Zusammenwirken mit führenden Unternehmungen der Industrie bat sie die Bahnen schaffen helfen, die der Ausbreitung unserer wirtschaftlichen Betätigung im Auslande zugute kamen. Zu gleicher Zeit wuchs ihre Stellung und Bedeutung dadurch, daß es ihr gelang, auch für den Geld- und Kreditverkehr des Inlandes neue Weg© ru finden. Das deutsche Bankwesen hat durch die organische Verbindung des Wertpapier- und Koutokorrentgeschfifts mit dem Betrieb der Depositenkassen eine Gestaltung erfahren, die»ich in den letzten Jahrzehnten und ganz besonders in den Stürmen der Kriegszeit voll bewährt hat. Wenn es eines Beweise« bedürfte, daß der zurückgelegte Weg richtig und nützlich gewesen ist, so liegt er in der Tatsache, daß die Organisation unseres Bankwesens auch bei unsern früheren Feinden vielfach als mustergültig anerkannt wird. Während der fünf Jahrzehnte des Bestehens der Deutschen Bank hat es nicht an Krisen gefehlt, die das wirtschaftliche Lehen unserer Heimat und des Auslandes auf das schwerste schädigten. Erwähnt seien der Börsenkrach im Jahre 1873, die Pariser Börsenkrisis in der Wende der Jahre 1881/1882, die russisch-englischen Wirren in der Afghanistan-Frage im Jahre 1385, die Zahlungseinstellung verschiedener Staaten 1892,'1893, die Börsenredoute in Deutscland 1900 mit ihrne tiefgreifenden Nachwirkungen im Jahre 1901, die Welthandelskrisis 1907. Alle diese Ereignisse mit Ihren verhängnisvollen Folgen vermochten das Vorankom- men unserer Bank nicht zu hemmen. Eiasclne Merkmale ihrer Entwicklung seien in Erinnerung gebracht: Es betrugen die Umsätze ta Millionen Mark am Ende des 1. Jahrzehnts 1879..... 8,534 „„„ 2. M 1889..... 28,135 A» M«» ä,„ 1899•»■•■ 50,770 „»« A„ 1909..»„ h 101.780 m h h Jahres 1918.... 139,201 „'„„„ 1918..... 342,952 *„*» 191».....«8,878 An diesen Umsätzen waren beteiligt das Kontokorrentgeschäft das Wertpapiergeschlft 1879 mit 3,373 Millionen Maik mit 1,397 Millionen Mark 1S89 ,, 11,608„« t,2«„„ 1309 ,. 21,281*„**,52«„» 1909„ 46,654 M»«,3« 1913„ 61,068 m y 4,®55 ,,»» 1918„ 120,401„„„ 7�522 Ä � 1919„ 212,935„„„«,546„ Die alle Ziffern des letzten vollen Friedensjahres weit übersteigenden Umsätze der Jahre 1913 und 1919 sind allerdings stark durch die Wertverminderung der Reichsmark beeinflußt. Die Summe der der Bank anvertrauten fremden Gelder stellte sich Ende 1379 auf rund... 68,5 Millionen Mark „ 1869 ft... 217,3„„ » 1899 m•*•• s 479,9„ w w 1909„*»•• 1 294,8 w 1913„„... 1580,0 w„ w 1918 �, 6 740.1 w„ M 1919 �... 13 822,0 Im laufenden Jahre haben die fremden Gelder einen weiteren Zuwachs ei fahren. Für den Gescäfteurafang der Deutschen Bank gibt die folgende Ucbersicbt einen Anhalt. Es betrugen die fremden Gelder: bei allen deutschen Banken bei der mit einem Aktienkapital von also tn Prozenten Deutschen Bank 1 Million Mark und darüber für die ki Millionen Mark: Deutsche Bank 1918. �• 1,380 9,643 16,39 I9i8... 8,740»M 22,« Die Zahl der bei der Bank geführten Konten hrt von der be- scheideneo Ziffer im ersten vollen Betriebs jähr(1371): 472 gestiegen 1889 auf 20,428 1899„ 64,012 1009„ 227.935 1918 ,, 269,709 1918„ 573,367 1019„ 601,921 Die Baak hat gegenwärtig außerhalb Berlin« 108 Niederlassungen. Sie bat außer ihren Berliner Gebäuden, die eine Bodenfläche von 22 844 qm umfassen, eigene Gebäude in 62 Städten. Der Krieg hat den geregelten Gang unseres Wirtschaftslebens unterbrochen und Handel und Gewerbe unseres Landes bis in ihre Fundamente •rschütten. In die Organisation unserer Bank hat er auch unter anderem dadurch empfindlich eingegriffen, daß er die Tätigkeit unserer ausländisohen Niederlassungen lahmlegte.' Andererseits haben sich nach Friedensschluß die Umsätze mit dem Aaslande außerordentlich vermehrt, indem fremde Untern eh m er und Kapitalisten im Vertrauen auf die deutsche Arbeitskraft große Beträge von Reichsmark kauften und für diese Gelder Betätigung la Deutschland suchten. Ein Teil ift zum Erwerb von Wert- papieren verwendet worden, die Guthaben sind jedoch immer noch ;:!liergewbhnl!oh hoch. Es ist die« von großer Bedeutung für die !.ün:ßgo Entwicklung und den Wiederaufbau unserer Wirtschaft; denn die neu geschaffenen Verbindungen rechtfertigen die Hoffnung, daß der Wert der deutschen Mitwirkung in der Weltwirtschaft allmählich wieder Anerkennung findet. Es wird um so eher geschehen, je schneller sich die Verblltnlsse dos Arbeitsmarktes besem. Das hervorstechendste Kennzeichen der bankgoechäftüchcn Tätigkeit im vergangenen Jahre war ein ungewöhnlich großer Umfang des Börsen- -rcchäfts. Als sich nach der Unterzeichnung des unheilvollen Friedens und nach Aufhebung der Blockade unsere Valuta täglich verschlechtorte, weil es unmöglich war. die großen Mengen notwendiger und überflüssiger Einfuhr waran andeis als mit deutschem Gclde zu bezahlen, nahmen die Umsätze an der Börse eine Ausdehnung an, der gegenüber die vor- baudeneu Einrichtungen und die verfügbaren Arbeitskräfte versagten. Die geste.igerie Inflation wurde die Ursache einer Effektenspidwut, die in den ersten Monaten des laufenden Jahres jedes Maß überstieg. Die Böraenbehorden sahen sieb genötigt, vorübergehend den Verkehr auf nur drei Tage der Woche zu heschänken In den vorangegangenen Kriegsjahren hatten die regelmäßig aue- eegehenen Kriegsanleihen das beliebteste Anlagepapicr gebildet. SHt der Revolution Jedoch übte das Publikum den Anleihen des Reiche's gegenüber Zurückhaltung. Die Im November v. J. aufgelegte, mit großen Vorteilen ausgestattete Spar-Prämienanleibe hatte nur einen mäßigen Erfolg; ihr Ergebnis wäre entschieden größer gewesen, wenn nicht zur Zeit der Emission in der Nntjcnal Versammlung die unheilvollen. üc Sparkraft und Kapitalbildung'schädigenden Steuergesotze zur Vcr- htndlaug gestanden hätten. Als!m September auch für die festverrins- lichcn Werte die amtliche Notierung wieder eingeführt werden sollte, war daher eine Stütze für die Kursnotierung der Rcfchsanleihc nötig. Es tat sich die gesamte deutsche Bankwelt zur Gründung der Reichs- aRlelhe-Aktlengeeellschaft zusammen, die den Kurs der Anleihen stabil halten konnte. Da der St?at die Arbeit der Notenpresse durch die Aufnahme großer langfristiger Anleihen nicht mehr in erträglichen Grenzen halten konnte und die Einziehung der verschiedenen neuen Stenern wegen technischer Mängel noch nicht vor sich ging, wurde drr gesteigerte Geldumlauf nicht abgeschöpft und wirkte auf allen Gebieten des gewerblichen Lebens preisverteuernd. Die Folge war die fortgesetzte Steigerung der Lob nfo rd�nmgeo, der.ca die Unternehmer nachgaben well c« ihnen an- gvM* fea!**«■ WMMtew« möeUeh ww, die Hebnowteo dsrek Geschäftsbericht Cur das Jahr 1919. Hinaufsetzea ihrer Verkaufspreise auszugleichen. Dich Industrieaktien, von denen das Kapital, verängstigt durch die Ansprüche der Arbeiter und durch die drohende Sozialtaierung in den ersten Monaten nach der Revolution, sich abgewendet hatte, wurden zu beliebten Anlagepapieren und im weiteren Verlauf zum Gegenstand zügelloser Spekulation, da die unheimlich wachsende Teuerung, der die bisherigen Einkommen nicht gerecht werden konnten, immer weitere Kreise des Volkes zu Spielern machte. Die Beteiligung am Erwerb von Industrieaktien wurde auch dadurch gefördert, daß die Enteignung der ausländischen Wertpapiere und die erzwungenen Verkäufe großer ludustricuntemehmungcn In dem besetzten Gebiet goße Geldbeträge in Bewegung setzten, die in erster Linie dem Effektenmarkt zuströmten. Durch das Schwanken unserer Währung ist ein unsicherer Faktor in die Beurteilung der allgemeinen Wirtschaftslage gekommen. Geeichta- punktc, wie die Preisentwicklung der Rohmaterialien, der Ausfall der Ernte, die V-crkebrsverhältnisse, die Steuerlasten, der Wettbewerb anderer Unternehmungen, die früher einen Anhalt für die Kursbewertung boten, haben an Bedeutung verloren, weil die nicht übersehbare Entwicklung der Valuta jede Schätzung unmöglich macht. So niedrig die Mark noch immer bewertet wird, so hat doch die ziemlich umerwartete Besserung im Monat März dieses Jahres©inen großen Umschwung in der allgemeinen Wirtschaftslage hervorgerufen. Für die in den Vormonaten zu jedem Preis angefüllten Läger der Warenhändler fehlt gegenwärtig der Absatz, weil das Publikum in Erwartung billigerer Preise mit seinen Einkäufen zurückhält. Auf die stellenweise zügellosen, für unsere Währung und Wirtschaft gleicherweise schädlichen Einkäufe ausländischer Waren während der Periode des scharfen Niedergang« unserer Valuta haben wir— unter Mißbilligung mancher Kunden— im Interesse der Allgemeinheit und im wohlverstandenen Interesse der Kunden seihst nach Möglichkeit eindämmend einzuwirken versucht. Die Größe des wirtschaftlichen Chaos in Europa hat anscheinend die Auffassung unserer bisherigen Gegner gegenüber den Verhältnissen unseres Landes geändert. Wäre nach dem Waffenstillstand die Blockade gefallen, wären zur Bezahlung von Nahrungsmitteln die in Deutschland besclikvgnahraten ausländischen Wertpapiere angenommen worden, wäre nicht für uns der Zwang entstanden, diese Einfuhren unter großen Opfern mit Gold und durch Reichsmark-Verkäufe zu begleichen, so hätte man schon früher mit einer Hebimg unserer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit rechnen können. Immer fühlbarer wird©«, daß wegen der gestiegenen Löhne, der hohen Preise für Rohmaterialien, der verteuerten Kosten für Anlagen jeder Art die verfügbaren Mittel unserer Industrie nach und nach erschöpft worden sind und aufgefüllt werden müssen. In der Mitte vorigen Jahres wurde zunächst die Beschaffung neuer Mittel durch die Ausgabe von Obligationen bewirkt, seit der Jahreswende und weiterhin durch Erhöhungen, zum Teil durch die Verdoppelung des bisherigen Grundkapitals. Dadurch werden an den Kapitalmarkt große Anforderungen gestellt- Die Erscheinung ist international. Im Auslands hat sie bereits ihren Ausdruck in einer Steigerung der Diskontsätze der großen Noten- ineiitate gefunden. Daß nicht durch schroffes Eingreifen des Staate« in das gewerbliche Leben das deutsche Kapital abgeschreckt wird, seine Mitwirkung*u leihen in einer Zeit, in der es sich darum bandelt, unserer Industrie diejenigen Mittel zuzuführen, die sie zur Steigerung ihrer Produktion und zur Erhaltung ihrer Kraft im Wettbewerb auf dem Weltmärkte befähigen, ist die Sorge der nächsten Zukunft. Im einzelnen ist folgendes zu berichten: Wie Im vorangegangenen Geschäftsjahr haben vrir die Bnanrzahlen unserer ausländischen Filialen nach deren leisten an uns gelangten Ausweisen in unseren Abschluß unter vorsichtiger Bewertung der Aktiven eingestellt. Die Bearbeitung ihrer Geschäfte, soweit«le durch den Friedensvertrag unserer Mitwirkung nicht entzogen ist, erfolgt in besonderen Abteilungen innerhalb des Betriebes unserer Zentrale. Die von uns für Rechnung de« Deutschen Reiches und der Reichsbank im Ausland übernommenen Verpflichtungen sind infolge der Steigerung der Wechselkurse erheblich größer al« im Vorjahre; auch die Avalverpflichtungcn haben sich auf dem gleichen Grunde vermehrt. Doch Ist hervorzuhehon, daß sich in beiden Fällen die Beträge In fremder Währung durch Abdeckungen stark ermäßigt haben. Die Verminderung hat sich im laufenden Jahr fortgesetzt, so daß Ende April noch 674 Millionen Mark Verpflichtungen für Rechnung de» Denflchcn Reiches und der Reichsback und 850 Millionen Hark Verpflichtungen aus Avalen vorhanden waren. Unser Akscptkonto ist durch das Wiederanflehen des Handelsverkehr» uml besonders wegen des vermehrten Außenhandels höher als im Vorjahr. Besonders ist dies für einige unserer Filialen der FoIL Unsere Niederlassungen haben befriedigend gearbeitet. Das Konto Bankgsbände ist unverändert geblieben, da die Aufwendungen für die besonders durch die Ausdehnung unserer Filialen bedingten Neuerwerbungen und Neubauten durch die vorgenommenen Ab- Schreibungen ausgeglichen wurden. Im Geschäftsjahr hat sich die Unruhe der Bankangestellten noch gesteigert. Verhandlungen des Verbandes Berliner Bankleitungeu über den Abschluß eines örtlichen Tarifvertrages, welche im Verfolg des Schicdbpruchs vom 20. April 1919 geführt wurden, verliefen ergebnislos. Um indes der steigenden Teuerung Rechnung zu tragen, bewilHgten die Verhandsbanken den Angestellten anstatt der von ihnen vom Tarif erhofften Einkomraenserhöhung eine Abgeltungssumme und ließen außerdem für die Zeit vom L Oktober 1919 ab eine Erhöhung der Teuerungszulage eintreten, welche mit Beginn des laufenden Jahres eine weitere Steigerung erfuhr. Inzwischen war auf selten der AngestelUcnorganlsationcn das Verlangen nach Zusammenschluß der örtlichen Verbände der Bankieltungen zu einem Reichs verbände und Abschluß eines Reichstarif« verschärft hervorgetreten. Dem Verlangen ist durch Errichtung de« Reicbsverhandee der Bankleitungen entsprochen worden. Auch die Verhandlungen dieses Verbandes führten zu keiner Einigung. Der Rcichßvcrband bat indes, ohne den am 3. März 1920 ergangenen Schiedsspruch, anzunehmen, den Angestellten die darin festgesetzten Ein- kommensbezüge mit Wirkung vom 1. Februar diese« Jahres ab in Form einer Neuregelung gewährt. Seine Erwartung, dadurch Ruhe ifl der Angestelltcnschaft zu schaffen, ist leider nicht in Erfüllung gegangen. Nachdem schon früher in Hamburg und an einzelnen anderen Plätzen gestreikt worden war, brachen an zahlreichen Orten im Rheinland, in Westfalen, Bayern, Sachsen. Schlesien und Ostpreußen hartnäckige Streiks aus, bei denen es vielfach, zum Teil unter Zuziehung von nicht zu den Bankangestellten zählenden Elementen, zu gewaltsamem Vorgehen gegen die Aubeitswilligen und zu sonstigen bedauerlichen Aus- schreUungen gekommen ist. Nachdem die Streiks teils zusammengebrochen, teils beigelegt waren, wurde die Arbeitseinstellung, soweit sie noch bei Aufnahme von Einigungsverhandlungen vor dem Reichs- arbcitssninistcrlum bestand, durch ein Abkommen beendet, in welchem der Reichs verband für die Zeit vom 1. April dieses Jahres ab eine neue Erhöhung der Teuerungszulage auf sich naluo. Die persönlichen Aufwendungen für die Angestellten, wsi« he Mch für das Jahr 1917 auf 41.9 Millionen, für 2918 auf 60,7 Millionen bcKefen, erhöhten sich für das Jahr 1913 auf 30,6 Millionen und dürften sich für das laufende Geschäftsjahr schätzungsweise auf etwa 180 Millionen steigern. Die Zahl der Angestellten am Ende des Gcach&ftsjahref hat gegenüber dem Stande vom 31. Dezember 1918 eine Erhöhung nicht erfahren. Der rege Geschäftsverkehr und der erweiterte Geechflftsumfang brachten im Bcrichtsjare eine außerordentllc große Arbeitslast mit sich, Hierzu trat die völlig unproduktive Arbeit, die den Banken durch immer neue Geeet/.e und Verordnungen insbesondere au? dem Gebiete der Steucrgeselzgcbmig und der Maßnahmen zur Verhütung der Kapitalabwanderung auferlegt wurden. An die Arbeitskraft der Angestellten achaft mußten ganz ungewöhnliche Anforderungen gestellt werden. Wir er- kennen gern an, daß mit Eifer, zum großen Teil mit vollem Einsatz aller Kräfte gearbeitet worden ist Des Konto der Hamilungsunk osten zeigt ohne Berücksichtigung der Steuern und Abgaben ein© Erhöhung ahf M. 117 437 473,31. Die andauernde und auch im laufenden Jahr wieder In erheblichem Umfang vorhandene teigerung dieses Kontos ist für uns ein Gegenstand großer Sorge. Für Steuern und Abgaben hatten wir©In schließlich der Rücklage für Zinsbogensteuer und der Geld Umsatzsteuer M. 25 059 847,20 zu erlegen gegen M. 14 203 502,69 im Vorjahre. Der Ertrag aus„Dauernden Beteiligungen" und Kom- manditeB enthält die für 1918 vereinnahmten Dividenden auf unseren Besitz an Aktien der Deutschen Vereinsbank(8%)(für ISIS 6%) der Essener Credit-Anstalt<*9%)(», 9%) der Hannoverschen Bank(8%)( n 8%) der Mecklenburg. Hypoth.- u. Wtchselbank(15 15%) der Oldreihurgischen Spar- und Lcft-Bcnk(10%)(„ 10%) der Prjlzischen Bank(6%)(„ 7%) der Privatbank zu Gotha(CH%)( ,, 7%%) der Rheinischen Creditbank(5%)(», 7%) der Württembergischen Vereinsbank(�.z%)(„ 7%) und der Deutschen TreabaDd-Gcaeileetoft f« 15%) Da« Anwachsen unserer„Dauernden Beteiligungen" erklärt sieb auf unserem Besitz an Aktien der Reichsanleihe- Aktiengesellschaft. Die Deutsche üeberfecische Bank hat die Bilanz ftit 1919 bis jetzt noch nicht fertigstellen können. Ef ist jedoch ein gutes Ergebnis zu erbarten, da nicht nur bei der hiesigen Zentrale der Gc- schäftsumfang erheblich zugenommen hat, sondern auch die über- seeiachen Niederlassungen mit dem Eintritt des Friedenszustandes ihre Tätigkeit auf allen Gebieten mit Erfolg wieder aufnehmen konnten. Die Deutsch-Ueberseeische Elektrizitäts-Ge-. Seilschaft wird für 1919 wiederum nur eine Dividende von 6% auf die Vorzugsaktien verteilen, während auf die Stammaktien eine Dividende nicht ausgezahlt werden kann. Im Jahre 1919 erreichten die Kosien der Brennstoffbeschaffuaig ihren Höhepunkt. Seit Friedensschluß ist hierin eine Besserung eingetreten, so daß jetzt auch In Buenos Aires wieder Ueberschüsse erzielt werden. Andererseits macht sich jetzt aber auch die Notwendigkeit geltend, in der Unterhaltung und Ausgestaltung der Werke viele« nachzuholen, was während der Kriegsjahre unterbleiben mußte, und den wachsenden Bedürfnissen der in steter und rascher Entwicklung begriffenen südamerikanischen Arbeitsgebiete der Gesell-» schaft Rechnung zu tragen. Die gegenüber der Vorkriegszeit stark erhöhten Weltmarktpreise einerseits, die katastrophale Entwertung der Mark andererseits stellten die Gesellschaft hinsichtlich der künftigen Kapitalbeschaffung vor ein Problem, das unlösbar schien. Die Verwaltung hat sich daher schweren Herzens entschlossen, den Aktionären da« Augebot einer spanischen Bankengruppe zur Annahme zu empfehlen, das die üeberführung der Aktiva der Gesellschaft auf©ine zu bildend© spanische Aktiengesellschaft zum Ziele hat. Die Aktionäre erhalten danach im Umtausch für ihre Aktien Werte der neuen spanischen Gesellschaft, teil» in Form von 6% Igen Ecntenbons, teils in Form von Aktien, so daß sie auch an der weiteren Entwicklung des Unternehmen« beteiligt bleiben. Durch die Vereinbarungen mit der spanischen Banken- gruppo sind die deutschen Interessen sowohl in materieller wie auch in sonftiger Hinsicht derart gewahrt, daß die geplante Umwandlung als ein unter den gegebenen Verhältnissen für all« Teile befriedigender Ausweg aus einer leider unhaltbar gewordenen Situation betrachtet werden darf, so schmerzlich es auch an und für sich ist, ein so bedeutendes überseeisches Unternehmen, das deutscher Initiative»eine Entstehung verdankt, in fremde Hände übergehen zu fehen. üeher das Schicksal verschiedener anderer uns nabeftehender Ans- Jand.sunternehmupgen ist noch nicht entschieden. Die Deutsche Petrolcum-Aktien-Gesellsehaft ven. teilte wiederum 8% Dividende. Die noch unter Zwangsverwaltung stehende Steaua Romana Aktien-Gesellschaft für Petroleum-Industrie, Bukarest, hat für das Jahr 1318 etec Dividende von 16%(wie für die Vorjahre) erklärt Der Bayerische Lloyd-Schlffahrts-Aktfengesell- « c h a f t hat seinen Verkehr im laufenden Jahr, zunächst allerdings to beschränktem Umfange, wieder aufgenommen. Die Bayerischen Stickstoffwerke A.-G. befinden aieb in erfreulicher Entwicklung und haben neuerdings ihr Kapital au! Iß Millionen Mark erhöht Von Gemeinschaftsgesehäften erwähnen wir: Gründung der Reichsanleite-Aktiengesellschalt, Kapitalerhöhungen£ der Hubertus Braunkohlen A�-G. 6% Vorsege-Akttem, der Braunschweigischca Bank n. Kreditansalt A.-G«, der Aktien-Gesellschaft vorm. Seidel dk Naumann, der Mechanischen Baamwoll-Spinnerel n. Weberei Bamberg, der F. H. Hammersen Akt-Gea* der Schubert& Salzer Maschinenfabrik A.-flt, der Deutschen Vereinsbank, o der Maschinenfabrik Augsburg-Mfimberg A.-GL« � der Hirsch, Kupfer-«. Messingwerke, AktiengCicBsehalt � der Vereinigten Fränkischen Schuhfabriken vorm. Max Brost—- vorm, B. Berneis, der Lübecker Privatbank, der R. Wolf Aktiengesellscball, der Maschinenfabrik Esslingen, Einführung von Aktien des Siegen-Sollnger Gußstahl-Aktien- Vaream. Von abgewiekeltenGe«ebäften erwähnen w|»; Obagattaaea der Badischen Anilin- u. Soda-Fabrik, der Anhaltischen Kohlcnwerke, der Braunkohlen- und Briket-lDdustrie A.-G., der Gesellschaft für Teerverwertung m. b. H., der Oberschlesischen Elecnbahn-Bedarfs-Act-Gea., der Siemens& Haiske A.-G., der R. Wolf A.-G., der Sächsischen Kamro- gam-Spinnerei ru Harthau, der Lingner- Werke A.-G., der Gewerkschaft Carlsfund, der Gewerkschaft Wilhelms. Braunkohlenwerk u. Briketfabrik, der Donnersmarckhötte, Oberschles. Eisen- u. Kohlen werke A.-0,, Anleihe der Pinna E. Merck Chemische Fabrik und Aktien der R. Wolf A.-G, der Schultheiß* Brauerei A.-G.» Fusion Brauerei Ptefferberg A.-G. vorm. Schneider& Hillig; ferner von Ohligotionen der Deutschen Continentalen Gas-Gesellschaft, des Bochumer Verein» für Bergbau- und Gußstahifabri- kation, der Farbwerke vorm. Meister Lucius ft Brüning, de« Steinkohlenbergwerks Graf Bismarck, der Phönix, A.-G. für Bergbau und Hütten- betrieb, der Eötgerswerke-A.-O., der Allgemeinen Elektricltäts-Gcsell- sebaft, der Linke-Hof mann- Werke A.-G., der OberschTealschen Eteen-In- duatrie, Aktien-Ges. für Bergbau und Hüttenbetrieb, die 4% Anleihe der Stadt Dresden von 1913, der 4% Sächsischen Staats-Anlclhe von 1319 und Aktien der Buderus'schen Eisenwerke Akt.-Ges., der Akt.-Ges. für Anilin-Fabrikation. der Farbwerke vorm, Meister Lucius ft Brüning«nd der Anhaltirehen Kohlcnwerke. Unsere KonsorHal-Rechnung enthielt am Jahresschlüsse Beteiligungen an festverzinslichen Werten... M. „ an Aktien von Banken«»«wie Eisenbahnen und anderen Trans- portunternehmungen...... M. 186T 640.20 „ an Grnndrtücksgeschäften,.• M. 1 866«91.56 » an industriellen und verschiedenen anderen Unternehmungen, M. 16 123, CS an Kriegskredithanken ond Kriegsgesellschaften..... M. 1 309 242.87 im Buchwerte von M. 23 828 338,49 Unsere Abteilung für Zahlungen an Kriegsgefangene und Zivllinter- nierte wird wegen der in«wlscben fast restlos erfol'rten Rückkehr der Gefangenen demnächst ihre Arbeit beendet haben. Es war von vornherein beabsichtigt, aus eigenen Mitteln die Unkosten der Abteffung tu tragen. Der Zuschuß dürfte recht erb elflich»ein. Zur Linderung de« Elends der aus den früher feindlichen Ulndem sowte aus Elsaß-Lothrfn- gen und den Ostmarken vertriebene» Deutschen haben wir in Gemeinschaft mit anderen Banken unter Beihilfe des Reiche« eine Reihe von Dartehnskassen ins Leben geruten, deren Gescliäftsfübrnng wir trote der damit verbundenen Arbeit nnentgeltiich besorgen. Dtpss Kassen hah»n bis jetzt große Beträge an Hilf«bedürftige ausgezahlt und dadurch beigetragen, vielen Tausenden die Not der Uebergangszett und die Errichtung einer neuen Evi stenz ru erleichtern. Zu dem Reingewinn de« Jahres von.... M. 62 6fT 128,76 tritt der Vortrag ans 1918 mit. M. 1 987 633,— nuflammep M. m im sgi.76 Wir beantragen: I. der freien Rfiriklage zu überwedsen.... M. 5«6 060.— 2. für Abschluß-Zuwendungen an die Angestellten zu bewilligen,.. Ä, 3««9 W3,- 3. dem aus Anlaß des fünfzigjährigen Bestehens der Bank neu zu bildenden„Jubiläums- Fonds" zu fiberweisen......... M. 8 968«98,-» '4. eine Dividende von 15% auf M. 275 600 600 Grundkapital an die Aktionäre zu veftrilen. M TOCIP6068,—' 5. dem Aufsichtsrat den satsang s- gemäßen Gewinnanteil(7 v. H, nach 6V2% Dividende und allen Rücklagen und Zuwendungen) zu überweisen.... M 1-�93 440M 6. und den Rest von.......... M 11 326 386.60 auf neue Rechnung vorzutragen. susecamen M. 64 494 ggl.79 Das Vermügen der Deutschen Bank am Kamt «nd Rücklagen beträgt somit M. 510 000 000. Berlin, im Juni 1920. Der Vorstand der Deutschen Bank. P. M. Hcmwum. P. MmiWowKi 0. O. SobrMec. De. 8 O. t- OotS. O. SSubenhandlttcher weiß. Reinleinen, gesäumt und bebändert 40x110 cm.. 11.75 jv�jsma&Id Damen-Hlile Matelot, hell od. dkl BERLIN C S Landauer Str. 16 Gegründet 1815 BERJLIN C Ki'nigstr. 11-14 Wäsche Strümpfe herrenkleiSung damenkleiSuag -yn cn Stickerci-Anaatz. Bcinkieid mit 0, Stickcrei-Volanl. TSacktkemd mit Ein- u.- Anaatz Ou.UL/ DeckLettbezug feinfädiget Stoff f\o nf\ 130x200 cm.... VÖ.UU Kissenbezug nj en 80x80 cm...... d4.50 Laken Hemden- tuch, 148X220 cm �a.'JU Wischtuch weiß, Reinlein., rotKante.oO�ßO 0#I/V? D amenstrurap f e Baumw., schwarz X2,/5 Baumw.. schwarz,"X AH ti mit Doppelsohle. X � Baumwolle, weiß\ rntL oder Icderfarbig. XO. i Herren- Socken Baumw., schwarz H oder lederfarbig. 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Komödienhags 1 äslich 8 Uhr: Die Reise in die Midchenzelt. Berlißer TSseater T'zS Uhr: Der letzte Walzer l>e«itsclte» Opcrnkans ukx: Taniihäuser. Morgen 7 Uhr: Ticfiand. Die Tribüne s uhr: Buiibury. Friedr.-Wlllicimai.Tli. 7«/. uhr: Eitlien liüuilirecht KleJne« Theater. u'hr: ills PlaFFliauskoniiilfE. Komische Oper uilr: Eine Ballnacht. LtintsplelkaGH Arnold Rieck in uhVZwangsEinqiiartieriing, Hetropol-Theater v!'-. im weißea RössT Neue» Centi-al-Theatei- u!* Ein seltsamer Fall Jteue» Operetten hnn»' t/, uhr: Prinzessin Frieill. Xenes Vulkstthcater uhrPensioiiScööller Seliauburp Könlpgrätzer Str. 121. 7 Uhr: LE3 PEOhEFt in Wenn der SaterinlSohne.. hehlller-TtaeRt. Chart. 3 Uhr: Wie es euch ceiälil. 7'/, u.: Der VislgEprüfls. Morgen?>', Uhr; 2X2= 5. TUaUa-Theater u'hr: Amor auf Reisen Th.am Nollendorrplatx 31/, Uhr: Das(iliieksniiide!. u.1 Eine«ml Im Paradies. Theater 1. d. Alt. Jakobstr. u./?Dievei,scl!ffDßd.PaalinE. Wailner-Theatcr 7.i5 u: Cavaüeria u.Bajazzo Morgen 7.15; Rigoletto VVaihalla-'i henter. 7i/2 unr: aaserneninft. Residenz- Theater. Stadtbahn JannowitzDrllcke. Heute 4 phr, kleine Preise: Johann tsf euer. Taglich V,8 Uhr: PaulWegencru OlraLimbargin Bis RasciiiioBs Lessing-Tlieater. Notnme rKj>5eJ/.clt 3 Uhr; Der rote Hahn. Allabendlich T/r Uhr: Ligpcldios KoßM w- Dasöiasd. Jungfrau BestsshES Könsfier-TliBatEF 3 Uhr: Dies irac. Allabendlich 7-/» Uhr: Die bessere P.ifte mit Max Adalbert. TrWoh-TheäterT Bahnhof Friedrichstraße. Heute 4 Uhr, kleine Preise: Der StSrenlried. Täei'ch 8 Uhr: SsrgttteKnf Friedr>WilBctrhiFTrieater jv. unr: Eichen BmnhFDClit, Der große Erfolg. j Direkt,[arnes Klein, j Vsrianpsites! [ Gastspiel Blanvalet YerliimdöeFFF.YoIkshühnen' 6or.itta(j, bett 13. Sunt nachm. 2'/, Uhr: Deutsch. Oventhau»; Boeeacclo.] Schauspielhaus: Maria Stuart. Ziachm. Z llhr: Bolt.b: Siitz von Beriichingen.! SdiiNer-TH. Chartottenburg: Wie e, euch gefüllt. Leifing-Theatcr: Der rote Kahn. Kilnitler-Theater: Dies irae. Frtedr..WiiheImst.TH.: Diezilrt. lichen Berroaudien._ fKRosc-Töeater. ?-/, Uhr: Schitarzwaldm§del nilEster am Kollendoripl. Tillen 7f'j: Der Operetten- 1 schlaget von Berlin I Eins«acht im Paradies mit Aioliy Wesseiy. I Stg ,l3�3V> D.QIücksmf de! | Volksstdc« rn.Ges.u.Tanz. J Vnlkstüfn'. Preise!! Casiuo-Theater cotbrlngerstr.37. Tägl.ä/4SU.: Dtr Sensatlons-Schla;er Onkel Sohn Volksstück in 3 Aufzügen. Schluß der Spielzeit 15. Juni. W lodere nüffnun� 14. August. WinterGarten Heute: 2 Vorstellun-en Zoo Sakko- Anzüge 290.- 520.- 875.- Beinkleiaer g««treift 75.- 138.- 180.- SportLemkleidoo weiß. Baumwollsto� Sport-Ulster 290.- 440.- Sportbluse für Knaben a. gestreift Zephir rt£ 7 C Gr. 2 für 4 Jahre XO./J Jede weitere Gr. 3 M. mehr Herren »u» weißem Nottöstoff, M Kragen 4.75 Weiße Voile-Kleider 135.- 225- 330.- Seid. 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Januar 1919 Zieu eingetreten......,■ «usgeschieben durch Tob..... Bestanb am 3L Dezember 1919... Die Saftfumme betrug am 1. Jan. 1919 - selbe------' 5" Dieselbe verminderte sich um. 184 41 ItT" s 178 26800 M. 400, 26 400 M. 8200 Sie vermehrte sich um....., Höhe der Haftsumme am 31. Dez. 1919. Ä iiOO M. Borsiehenbe Bilanz geprüft und mst den Blichern w Uede» einstimmung gefunden, bescheinigen die Revlsoreu. Berlin, den 20 Februar 1920. Susi, jenes, ZOitst. pörtner. Aug. Busse.». ylckel. „Hoffnung� Berliner Tchneiderei-Geuofsenschaft eingetragen« Genossenschaft mit beschriinlter Hastpflicht. 138,0 Oer verstand. Wilh. Kaulh. E. Becker. M. Schmitt. H. Stobb«. P. Ander», 1. LssekSN: Berlin W, Mohrenstratse 37 a 2. Geschäft: Berlin NO, Gr. Frankfurter Str. 115 Sonntags geschlossen! Preise zahlen wir Ihnen lür Altpapier, ätmetall, Alteisen u. Flaschen, daß Sie stets nur noch tu uns kommen.» P.& W. Seydlitz Metall- und Paplervervfertang Kleiit-Eiukauf: Berlin S. 59, Hermannpiltz 4. 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Als er seinen Mundvorrat bekommen hafte und sich ver- ahschiedete, war eS, als falle ihm Plötzlich noch etwas ein.„Ei. als ich daS letztemol fortging, vergaß ich gewiß ich hatte einen Schein auS meinem Taschenbuch genommen, hatte ihn dann aber in meine Westentasche gesteckt. Do Hab ich ihn nachher gefunden. Ich habe so vielerlei Geschäfte."— Damit legte er Inger etwas in die Hand und ging. Ja, dann ging Geißler, und er schien ganz getrosten ' Mutes zu sein. Er war durchaus nicht herunter und starb auch noch lange nicht, kam auch wieder, nach Scllanraa, und erst viele Jahre später starb er. Die Hofleute vermißten ihn aber sehr, als er nun gegangen war: Jsak hatte ihn wegen Breidablick um Rat fragen wollen, war aber nicht dazu ge- kommen. Geißler hafte ihm wohl auch abgeraten, den Hof zu kaufen— für einen Kontoristen wie Eleseus Oedland zu kaufen! 18. Oheim Givert war doch am Sterben. EleseuS war un- gefZhr drei Wochen bei dem Alten gewesen, da war er tot. Elefeu» bestellte daS Begräbnis und war recht tüchtig in dieser Richtung, er holte da und dort in den Häusern einige Fuchsiastöcke, entlehnte eine Flagge und hing sie auf Halb- mast. kaufte schwarzen Flor beim Kaufmann zu herunterge- fcfleaa» Rollvorhängen. Jsak und Inger wurden benachrich- lichen Beamten sich aber dagegen sträubte, und die Unglücklich« dabn wirklich entlassen wurde. Hieran wurde die Bemerkung geknüpft, daß sich die Behörde gerne hinter das Votum der Beamtinnen verkrieche, weil die Entlassung ihr im Grunde gar nicht unangenehm sei. Ich wollte dies nicht glauben, weil ich eine solche Stellung- nähme der Beamtinnen nicht für möglich hielt. Doch jetzt glaube ich es. Tatsächlich scheint sich die Postbehörde solchen Beschlüssen des Beamtinneuverbandes nicht ungern« zu fügen. Dies scheint mir eine Nachgiebigkeit am verkehrtesten Ort. Aber noch nicht genug. Eine andere Sache, die mit der Eni- schließung zusammenhängt, muß noch erwähnt werden Die un- selige Entschließung preist in ihrem ersten Satz jene herrliche Be- wer am nächsten Sonntag wählt, besuche die öffentl. Kommunal- Wählerversammlungen ües öezirksverbanäes Hroß-Serlin der 6. P.D. Wahlkreis Berlin-Tiergarten. Montag, den 14. Juni 1920, abends 7 Uhr. Patzenhoier Brauerei. Turmstraße, Ecke Siromstraße. Reiereat: Genosse ö r o l a t. Nalionalhos, Bülowstr. 37, Referemen: Genoisin Riedger und Genosse Hermann. Wahlkreis Berlin-Friedrichthain. Dienstag, den 13. Junt 1S2<1, obends 7 Uhr, Alte Taverne. Alt-Siralau 27. Referenten: Genossin Hoppe und Genosse D i t l m e r. Wahlkreis Bcrlin-Mitte. Mittwoch, den IS. Juni 1220, abends 7 Uhr. GewerkschastShauS(Saal 6), Engelufer 13. Reserent: Genosse Glocke. Geffentliche Kommunal- Wählerinnenversammlung Wahlkreis Bcrlin-Friedrichshain. Miltwoch, den IS. Juni, abends 7 Ubr, ll. Handwerkerschule, LndreaSstr.' I. Referentin: Genossin Hoppe. Tagesordnung in allen Versammlungen: Die Stadlverordnelen» und Bessrksverordnetenwabten für die neue Stadtgeineinde Berlin und die So,ialdemokralie. In den Vororten: Charlottenbvrg. OeffenUiche Kommunal-Wäblerbersammlungen am Montag, abends 7 Uhr, in der Aula der Siemens-Oberreal- schule, Schloßslr. 27; Hindenburg-Realschule, Guenckestr. 32; «nla der 10. Gemeindeichule, Gvelhrslr. 22. Referenten: Stadtverordnete Dr. Borchardl, Rekror Blum und H o r Ii tz. Schöncbcrg. Am Montag in der Fichte-Reolschule. Kolon, renstraße, . Kommunal-Wählerversammlung. Redner: Prot(£ Hajes, Lehrer A l b r e ch t, ssrau T a n k r e und Assessor Joachim. Tbema: DaS GesundheiiSiveien, Schulsragen, Frauensragen und die Parieien im neuen Berlin. Tcmpclhof. Montag, abends 8 Uhr, in der Aula des Realgymnasiums, Kaiserin-Augusia-Straße 19 20, öffentliche Versammlung. Tagesordnung: Die bevorstehenden Siadlverord« neten- und BezirlSwahlen. Referent: Pressechef Genosse B r ä u e r. stimmung im 8 10 des Neichsbeamtengefetzes, welche jedem Be- amten die Verpflichtung auferlegt,„durch- sein Verhalten in und außer dem Amt der Achtung, die sein Beruf erfördert/ sich würdig zu zeigen", und' verlangt von den Beamtinnen ihre strengste Be- obachturiE Wenn ich vorhin sagte, daß der Verband scheinbar sehr schlecht geleitet werde, so muß ich dies jetzt unterstreichen und hinzu- fügen, daß die Leiterinyen die letzten zehn Jahre offenbar verschlafen haben. Denn sonst müßtbn sie wissen, daß die gesamte deutsche Beamtenschaft gegen diese« Schmachparagraphen seit Jahren Sturm läuft und sein« Beseitigung verlangt. Sonst könnten die Postbeamtinnen nicht der ganzen deutschen Beamten- schaft in den Rücken fallen und in ihrer Entschließung jene Kaut- schukbestimmung, welche das gefährlichste Instrument der kaiser- lichen Regierung zum Abwürgen mißliebiger Beamten war, als besonders beachtenswert nachdrücklichst betonen. Das Menschliche, Allzumenschliche schafft man auch für Reichs- becwitinnen nicht mit prüden Entschließungen auS der Welt, deren Perlogenheit durch die Klausel von der„etwaigen" Wiedcreinstellung rn den Dienst mit Genehmigung der„Vereinsvorsitzenden" nur noch größer wird. Der richtige Weg führt genau in der umgelehnen Richtung. Nicht„Entlassung in jedem Fall", sondern Entlassung nicht> n jedem F a H"— so müßte der ent- scheidende Tenor der Entschließung bcif�r. und man würde er- kennen, daß Frauen mit verstehendem und verzeihendem Herzen dahinter stehen. Die endgültige Lösung dieser Frage liegt beim Reichstag. DaS Beamte nrätegesetz und daS neue ReichSbeamtengesetz in Verbindung mit der Neuregelung der Stellung des unehelichen Kindes im Bürgerlichen Gesetzbuch werden auch der Beamtin, die außereheliche Mutter wurde, Gerechtigkeit zuteil werden lassen. Die„Vereinsvorsitzende" wird dabei allerdings etwas weniger mitzureden haben als bei dem Herrn Reichspostminister——— GroßGerlw flngewanöter Naturschutz. Die Berschandelung des Erpetals wird verhindert. DaS liebliche Wieiental des ErpebacheS bei FriedrichSbagen« Hirschgarten, dessen Schönheit neuerdings durch das Torsstichunter- nehmen des Herrn Wellstein arg bedroht war. wird, wie uns mit- geteilt wird, noch in letzier Minute vor dieser Ge'abr bewahrt werden. Polizeiinspeltor Bäcker machte Freitag abend der Gemeinte- verlrelung FriedrichShagen einig« daraus bezügliche wichtige Mit» teilungen. Der Landrat Schlemminger hat brieflich miigeteilt, daß er die Bestrebungen zum Schutze des ErpetalS auf- das nachdrücklichste unierstütze. DaS Bauen der Baracke des Herrn Wrllstein wird verhindert und die Lokomobile muß abgebaut werden. Schon gestern wurde eine Verordnung erlassen, die sich u. a. auf die ge'etzlichen Bestimmungen über die Vorflnl slützl»nd verordnet, daß alle A»sschüliil»gen, Dämme und derglckchcn in einer Entfernung bi« zu 200 Metern vom Fließ der Genehmigung be« dürren. GenehmigungSbebörde ist in dieien Aiigelegenheilen der Landrat. Er wird die Genehmigung nich: erteilen. Der Landrat bat sich auch dafür ausgesprochen, daß sofort daS Gesetz rurn Schutze landschaftlich hervorragender Gegenden— daS sogenannte BerschandelurigSgeietz— in Anivendung tritt. �Danach ist eS nur �rötig. daß der RcgierungSpräsidrnl durch eine Anordniing feststellt, daß daS Erpelat zu den zu schützenden landschosilich' her« vorragenden Gegenden gehört. Der Erlaß einer iolchen Frststellung ist zu erwarren. Somit ist alle Hoffnung vorhanden, daß alle weiteren Verschandelungsveriuche gleich dem jetzt abgewehrten ver» hindert werden. Wichtig ist noch die Mitteilung des PolizeiiiispeliorS, daß das Erpelat höchstwahrscheinlich auch»nter H o ch w a> s e r s ch u tz ge» stellt werde» wird. Der MelioralioirSral i» KotibiiS, bei den, der Polizeiiiiipekior und der Gcmeindebaiirol persönlich vorgesprochen habe», bat seinen früheren ablehnenden Tlaiidpnnli ausgegeben und veriproche», die Uiitelstelliiiig des Erpetals unter Hochwasser- schütz nunmehr eifrig betreiben zu avollen. : Mmausstellung. „Der Film" heißt eine Ausstellung oder besser ein Jahrmarkt von Dingen und Geräten, die mit der Herstellung von Filmen irgend- wie zusammenhängen und die der..Clou", die alte gedalbige Berliner Markthalle, über sich ergehen läßt. Diese bunte Veranstaltung wurde gestern vor geladenen Gästen und Pressevertretern mit schönen Reden und Gcsmig eröffnet. Man sah zunächst, soiveit die Aussteller mit ihrem Aufbau fertig waren, alle die Apparate, die notwendig sind, um technisch solch ein widerspruchsvolles Ding, wie es ein Film ist, herzustellen. DaS ist nicht sehr unterhaltsam für den Laien, dem an VcrführungSmaschinerien und ähnlichen Sachen herzlich wenig gelegen ist. Was sonst in dem Programm Nr. 298 ♦ 37. Jahrgang Die Seamtin als uneheliche Mutter. Von Postsekretär Willy S Hein köpf, M. d. R. „DaS Wesen des Beamtentum? bedingt, i m Gegen. fatz zu den freien Berufen, die Unterordnung der vollen Persönlichkeit unter Gesetz und Sitte, die in der unehelichen Mut.terschaft grundsätzlich«inen Makel sieht." Dies« Worte stammen nicht etwa von irgendeinem hinter Altenstößen verstaubten reaktionären Gelheimrat, sondern sie sind zu lesen in dem Organ des Verbandes der deutschen Post» und Telegraphenbeamtinnen. Sie sinld von Frauen gesprochen und geschrieben worden und entstammen einer Sn Ischl ietzung. welch« der genannte Verband auf seinem kürzlich in Hamburg abgehaltenen Bundestag faßte. Wenn man diese von Ueberhebung getragenen Worte kiest, weiß mau wirklich nicht, soll man die Urheberin dieser Entschließung und die Zustimmenden ob ihrer Weltfremdheit bedauern oder sie wegen der bodenlosen Leichtfertigkeit, mit der sie derartige Beschlüsse in die Welt setzt, schelten., Mit einem Federstrich werden von diesen Beamtinnen die aSeitenden Frauen und Mädchen der fteien Beruf« zu solchen minderer Sfttenreinheit degradiert. Die Beamtin nimmt hier das Privileg erstklassiger Moral für sich in Anspruch und gestattet gütigst eine etwas laxere Moräl den anderen. Deutlich spürt man zwischen den Zellen die Ueberhebung:„Na ja, bei Euch kann.so etwas" schon vorkommen, das ist nicht so schlimm, aber bei uns.. Man sieht, trotzdem feit der Revolution mit der Beamten würde lies Beamtendünkel— schon erheblich aufgeräumt worden ist. gibt eS auf diesem Gebiet noch sehr viel zu wn. Ueberdies feiert hier ein Dünkel Orgien, der mir weitaus gefährlicher erscheint als da», was man gemeinhin unter Beamtendünkel versteht. Während die Führer der männlichen Beamten,.welche die Zeichen der Zeit erkannt haben, ihr Bestes daransetzen, alles Trennende zwischen Beamten und Arbeitern— im weitesten Sinne— auS der Welt zu schaffen. Gegensätze, wo sie sich noch zeigen, zu über- brücken, um endlich die so dringend erforderlich« Einheitsfront aller schaffenden Stände herzustellen, versucht hier ein offenbar sehr schlecht geleiteter Verband weiblicher Beamten zwischen Beamtinnen und Frauen anderer ErwerbSkreisi«in« neue Kluft aufzureißen. Ich glaube nicht, daß die Frauen und Mädchen der freien Berufe, welche genau so wie die Beamtin von ihrer Hände oder ihre? Kopf«? Arbeit leben, und die genau soviel Ächtung wie jene zu beanspurchen haben, von der Stellung der Poftboamtinnen be- sonder» entzückt oder mit ihr auch nur einverstanden sein werden. ES wäre nicht uninteressant, zu erfahren, was die Verbände der weiblichen Angestellten und Arbeiterinnen zu der Angelegenheit zu sagen haben. Vermutlich wird die nächst« Zukunft dies zeigen. In Konsequenz seiner— eigenartigen Stellungnahme verlangt der Verband der Postbeamtinnen„Entlassung der zu- widerhandelnden Beamtin in jedem Fall". Ich weiß nicht, ob an dem Vcrbandstag nur Beamtinnen von über fünfzig Jahren haben teilnehmen dürfen, aber selbst wenn das der Fall gewesen sein sollt«, möchte ich doch fragen: Sind daZ »och Frauen, die«ine solche Forderung aufstellen? Sind diese Damen nie jung gewesen, und haben sie die HerzenSnöt« eines jungen liebenden WcibeS nie kennen gelernt? Ist diesen Damen noch nie ein Fall bekannt geworden, wo ein jungeS Mädchen das unschuldige Opfer gewissenloser Verführung geworden ist? Woher nehmen diese Damen das Recht, über jede ihrer Kol» ksginnen, welche—(rn Gegensatz zu anderen— daS-„Pech" hatte, außereheliche Mutter zu werden, den Stab zu brechen? Man hat mir von ein paar überaus traurigen Fällen erzählt, in denen die Behörde angeblich bereit war, die Beamtin trotz des unehelichen Kindes im Dienst zu belassen, der Verband der Weib- tigt und kamen zum Begräbnis. Eleseus war der eigentliche Wirt und verstand sich sehr wohl auf die Aufwartung für die Eingeladenen ja, nachdem am Sarg noch gesungen worden war, sprach Eleseus sogar einige passende Worte, worüber seine Mutter vor lauter Stolz und Rührung ihr Taschentuch gebrauchen mußte. Alles ging ausgezeichnet. Auf dem Heimweg in seines Vaters Gesellschaft mußte Eleseus seinen Ueberzieher offen trckgen, den Spazierstock aber verbarg er in einem Aermel.-Es ging alles gut, bis sie im Boot übers Wasser fuhren: da stieß Jsak aus Versehen an den Rock und ein Krach ließ sich hören.—„Was war das?" fragte Jsak.—„O nichts," antwortete Eleseus. Aber der zerbrochene Stock wurde nicht weggeworfen: als sie heimkamen, suchte Eleseus nach einem passenden Ring um die Bruchstelle.—„Können wir ihn nicht speideln?" fragte Sivert, der große Spaßvogel.„Sieh hier, wenn wir auf beiden Seiten einen guten Holzspan siegen und mit Pech- draht umwickeln...?"—„Ja, ich werde dich mit Pechdraht umwickeln!" erwiderte Eleseus.—„Ha Halm! Ach so. du willst wohl lieber ein rotes Strumpfband herumwickeln?" —„Hahahal" lachte auch Eleseus, aber danii ging er zu feiner Mutter hinein, und bei ihr bekam er einen alten Fingerhut, von dem er den oberen Teil'abfcilte, wodurch er dann einen ganz guten Ring für den Spazierstock bekam. O. Eleseus war gar nicht so ungeschickt mit seinen langen Fingern. Die Brüder trieben immer noch ihren Spaß miteinander. „Bekomme ich das, was der Oheim Sivert hinterlassen hat?" fragte Eleseus.—„Ob du es bekommst? Wieviel ist es?" versetzte Sivert.—„Hahabal Du willst zuerst wissen, wieviel es ist, du Geizhals!"—„Ja, du kannst es gern haben," sagte Sivert—„Es wird zwischen fünf- und lechstansend sein." —„Talern?" rief Sivert: er konnte die Frage nicht zurück-' halten.— Eleseus rechnete ja nicht nach Talern, aber jetzt paßte es ibm, er nickte und ließ Sivert bis zum nächsten Tag auf dem Glauben. Dann kam Eleseus wieder auf die Sache zurück..Lkellt dich wohl dein Geschenk von gestern?" fragte er.—„Du Dummkopf," versetzte Sivert � allerdings, aber fünftausend Taler waren nun einmal fünftausend Taler und keine Klei- nigkeit: wenn der Bruder nicht ein Geizhals oder ein schlechter Kerl war. dann teilte er mit ihm.—„Nun will ich dir etwas sagen." erklärte endlich Eleseiis.„ich glaube nickii daß ich von der Erbschaft fett werde." Sivert sah ihn überrascht an: „So, nicht?"—„Nein, nicht besonders und nicht par ex- cellence fett." Eleseus hatte ja gelernt, sich in Rechnungen auszudennen; des Oheims Schrein, der berühmte Flaschenkasten, war r�n ihm geöffnet worden, und er hatte alle Papiere und Summen durchgehen und Kassensturz halten müssen. Oheim Sivert hatte seinen Neffen nicht zur Landarbeit oder zum Flicken des Fischnetzes verwendet, sondern ihn in eine fürckterliche Un- � Ordnung von Zahlen und Rechnungen hineinversetzt. Wenn ein Steuerzahler vor zehn Jahren mit einer' Ziege oder einer � Kiste getrockneten Kohlfisch bezahlt hatte, dann stand weder die Ziege noch der Kohlfisch da. sondern der alte Sivert holte den Mann aus seinem Gedächtnis hervor»nd sagte:„Er Hai : bezahlt."—„Nun dann streichen wir diesen Posten." sagte ! Eleseus. I Hier war EleseuS der rechte Mann, er»vir freundlich und munterte den Kranken damiß auf. daß er sagte, eß stehe � alles gut: die beiden hatten sich gut zusammen eingelebt, ja � ab und zu hatten sie sogar ihren Spaß miteinander. Eleseus i war ja wohl in dem einen oder andern töricht, aber das mar der alte Sivert auch: sie hatten geradezu hochtrabende Do- kumente abgefaßt, nicht nur zum Vorteil von Klein-Sverl. sondern auch fürs Dorf, die Gemeinde, der der Alte drvißiz Jahre gedient hatte.—.Ich bättc nxchrlich niemand Besseres bekommen können als dich. Eleseus!" sagte Obeim Sivert. Er scluckte jemand fort und ließ mitten im Sommer ein ge- schlachtetes Schaf kaufen, die Fische wurden ihm frisch aus dem Meer gebracht, und Eleseus wurde befohlen, ans dem Schrein zu bezahlen: sie lebten recht gut miteinander. Zur Hilfe hatten sie Oline kommen lassen, und sie hätten wahrlich niemand Besseres haben können, um an einem Fest- mahl teilzunehmen, auch war niemand besser dazu gescfyissen als sie, von des alten Siverts letzten Tagen das Iluglaub- lichste zu verbreiten. Und die Befriedigung war gegenseitig. „Ich meine, wir sollten Oline auch mit einer kleinen Erb- schaft bedenken." sagte der Obeim.„ste ist jetzt Witwe und bat es recht knavv. Es bleibt trotzdem noch genug für Klein- Sivert."— Es kostete Eleseus nur ein paar Federstriche mit geübter Hand, einen Nachtrag zu dem letzten Willen, und dann war auch Oline unter die Erben eingereiht.—.Ich werde für dich sorgen." sagte der alte Sivert zu ihr:. falls ich nicht wieder gesund werden sollt?»nd nicht mebr auf der Erde leben werde, will ich. daß du nicht Himger leiden mußt." sagte er.— Oline rief, sie sei svracblos: aber das war sie gar nicht sie war gerührt und weinte und dankte, niemand hätte solche Verbindungen zwischen einer irdischen Gabe finden können, wje Oline zum Beispiel die mit„der himmlUckien Wiedervergeltung drüben," wie sie sagte. Nein, sprachlos wurde sie nicht.(Fortsetzung folgt.) an unterhaltenden Filmvorführungen dem Publttum versprochen wird, kriegten die geladenen, voll Fachwisienschaft ohnedies geladenen Gaste nicht zu sehen, so daß der Pressevertreter auch nicht davon erzählen kann. Sonst waren Bilder von Filmdarstcllern in den bekannten ergötzlichen und rührend-dramatischen Szenen aus- gestellt, was für das kirw gesättigte Berlin auch nicht gerade eine Neuheit ist. Man könnt« weiter aufzählen, was das Publikum zu sehen g-iwünscht hätte, aber leider nicht zu sehen bekam; näm- lich zusammenfassend« Darstellungen über den Hergang bei der Entstehung eine? FilmS von A bis Z. Bei dieser Gelegenheit wäre wieder einmal die Frage auszu Wersen, wie«s kommt, Gaß in Berlin so selten populär« Aus stellu ng sn zustande gebracht wenden. Das Thema..Film" hätte wahrlich Gelegenheit genug gegeben, etwas anderes als einen Ma 'chinenmarkt zu bieten._ Sine Polizeifchnle. Für die Ticherbeitspolizeiinannichaiten PreiißenS ist vor kurzem in Potsdam eine höhere SicherheitSpolizeischul« eröffne! worden. Sie soll in ieminarähnlichem Unterrichtsvelrieb Haupt- iä.tlich Führer undJn st r Ii klaren heranbilden, im besonderen Slreiienführer. Beamte im OifizierSrang und Hundertschaftführer. Die Uliterrichlskurse, deren Dauer zunächst auf nur drei Monate be- messen ist. bieten S'.aatS- und Bürperlunde, Berw.rllungSrecht, Polizeirewt, Krnninalistik. Sirafrecht, Strafprozeß. Polizeiexekutiv- weien. Neben den theoretischen Unterweisungen stehen praktische Uebungen, die sich besonders auf den Straßendienst, auf das Per- halten gegenüber dem Publikum beziehen. Luch allgemein bildende Boriräge werden gehalie». und eine Bibliothek will ein weiteres Bildungsbedürfnis befriedigen. Das Lehrerkollegium letzt sich zu- kämmen au« iech: mit dem polizeilichen und kriniinalistischen Dienst vertrauten Beamien; die Letiung liegt in den Händen de« Majors Neeke von der SichcrbeilSpoiizei. Aus ganz Preußen sind erwa 200 Mann aller Dienstgrade vom Zöachimeister bis zum Hauptmann mir ihrem Einverständnis zu dieser Schul« kommandiert worden. Nach Ablolvierung der Kurse ist eine Plüfung abzulegen, von beten Ergebnis die zukünftig» Besörderung abhängt. Die Polizei- schrile ift einstweilen in der frühere» Unierosfrzterschule untergebrach». seren Räume kehr eruellerringsbedürslig find. Keine Koalition mit der Rechten! Nachstehend» Resolutionen wurden in Mitgliederversammlungen der angeführten Ort» geiaßt: .Die Gönosse» de« Orteverein» R o se n t h a l 1 sehen in dem Ausgang der Rcichslagswahl kein« Mutlosigkeit, sondern einen neuen«nsvorn zum weileren Kampf kür unsere Idee. Als un- bedingt erfoiderlich hallen«s die Parteigeiiossen, daß unsere ge- wählien Vertreter eine Koalition mit den Rechtsparteien auf keinen Fall eingehen dürfen. Eine Koaliiion nach dieser Richlunzt hin haltrii wir für verwerflich und würde den verfall der Partei bedeitien.* Der gemeinschaftliche siahlabend des Wahlverein«-Ä i e d« r- s ch ö n e w e i d e der S. P. D. beschloß einstimmig, daß die sühren» den Genossen unter keinen Um st änden in eine K o a l i r t o n mit den Deuiichnativnalen und der Volkspartei»intreten dürfen. Ein« Maffcnfluchl der Mitglieder wäre die Folge. Sollte die U. S. P D. wirklich io verblendet sein und eine Mitarbeit mit unS ablehnen, dann müssen wir eben in die Opposition geben. Gleich« zeitig mühte aber auf jede Art und Wels«, besonder» durch die Parteipreste. versuchr werden, die Anhänger der U.S. P.D. über ras frevelhaft« Spiel ihrer Führer aufzuklären, und sie zu unS herüberzuziehen. „Viehsuttcr" für Mensche»—? In der Vikroriamühl» sBerlin, Schlesiiche Str. SS) wurde vor kurzem eine große Ladung Mehl abgeliefert, von der eS hieß, daß sie eigenrlich zur Verwendung als Vivhfutter besrimml sei. Das Mehl halte einen unangenehmen dumpfigen Geruch und hing in großen Klumpen zusammen, die von sandsteinähnlicher Sirie waren und sich mit derbem Holzhammer zerschlagen ließen. ewöhrrlich«erden solche Mehlklumpen nochmals vermählen und da« so gewonnen« Produkt geht dann fort, wie nenn alle» in Ordnung wäre. In dem vorliegenden Fall schien den Arbeitern unmöglich, daß man auch diese« Mehl noch für Menschenmagen zu .retten* versuchen würde.-Eine« Tage« kam aber ein Bertroter der Getceidestelle und erklärt», da« Mehl sei zur Nahrung für Menschen geeignet. Jetzt muh e« vermählen und in den Verkehr gebracht werden, um dann zur Brotbereitung zu dienen. Man sollle mal feststellen, wo e« lande». Wie mag da« darau« bereitete Brot schmecken? 368 000 M. erchSbt und der KmralistrtionSverwäktung mußte ein« Forderung von rund 33 000 M. nuchbewillig! werden. Die für Ü m z u g S k o st e» festgesetzten Mittel sind um 2077,08 M. überschritten worden. In bezug auf die Umzugskosten- Besti in munge» hatte der Magistrai eine Vorlage cmgereicht, ivelche einige not- meudlg gewordenen Peränderungen vorsieht. Der Vorlage wird zu- gestimmt. Aur Ausstattung der Realschul« 3 mit Unterrichtsmitteln waren 24 000 Mk. erforderlich. Ebenso wurde der Vorlage, welche eine Erhöhung der Vergütung für Nebenleistung der Lehrkräfte vorsieht, zugestimmt. Zur Ausführung der Kleinwohnungs- Leichtbauten in der Nachbewilligungen.________ WW �. I W forderung von LSS0 000 M. notwendig. Einzelne Arbeiten sind um mehr als das 20fachr des...... eingehenden Prüfung der in der Niebubrstraße waren schon wiederholt erforderlich. Jetzt macht sich erneut eine Nach- M. notwendig. Einzelne Arbeiten sind des Ariede-nspreiseS gestiegen. Zu einer Vorlage wurde ein löglisderigsr AuS- Achtung, Genossinnen! Montag, den 14. Juni 19Z0, nachmittags 5 Uhr, in den GophiensSleu, Sophienstrsße 17/18: Irauenkenferenz TngeSordnnng: Tie nene Stadtqemeinde Berlin. Neferentin: Genossin Martha Hoppe, Stadtverordnete. Tie Stadt« verordneten sowie die neuen Kandidaten und Kandidatinue» werden hierdurch besonders eingeladen. Wn neuer Naubüberfall wurde gestern mittag in d«r Jnva lidanstraße verübt. Dar Altwarenhändler P e t r i au« der Inva� lidenstraße 140 wurde dort von zwei Brüdern, den Bäckern Paul und Theodor Seidel überfallen und mit einem Armee- revolver zu Boden geschlagen. Während der Mann besinnungslos dalag, kam seine Frau hinzu unb rief um Hils«. Di« beiden Vor- breche« flüchteten, wurden aber durch«inen Zivilisten und mehrere SicherheitSbeami« verfolgt und verhaftet und nach der Maikäfcrkaserne in der Chauücestraße geibracht. Die Verletzu» gen des Ueberfallenen sind nur leichter Natnr. Im Sunaparl kommt jeder auf seine Kosten. Nach einem Rundgang tn den schatttflin, geptleglen lSartensnlaqen bei Musiinielfen de« unter Leitung de« Kovellmeister« Y ü h n stehenden Metropoltheater-Orch-ster« bereitet man sich bei Ersrnchungen aUi den Terrassen, in der Luna-Dlelc oder in der küblen Karlenlonditor«! aus die zahlreichen Attraklionen vor. Zuerst die kuhistiiche Bahn, dl« ein Hauptvergnügen de« Publikum« bildet, wofür auch die Laivsalven«euaen, die sich sortsetzen bi« zum.Eisernen See�. zur.Rodelbabn" und zur.Foxtroltmaichin«"'. wo ergötzliche Zwischenfälle da» Vergnügen noch erheblich steigern. In Wild-West kann man die Gc- wandtheit der Trapper im Lassowersen bewundern, und im.Lnna-Palul«' können die Tanzlustigen aus ihre Kosten kommen. Dann ist noch da« HIppodrokv. das Drachenkjau« mit seinem schwarzen Kabarett und Box- tämpsen, und jür die ganz kleinen die Ponhjabrten im Part. Den Höh«. Punkt bildet jedoch da» Feuerwerk, das märchenhast über Halensc« und Umgegend leuchtet. Deutscher Buchbtuder> verban». Achtung, vuchvlnderetarbelter und Buchbinderetarbeiterinnen der reinen Buchbindereien! Montag, den 1«. Juni, nachmittag»'/,g Uhr. tn den Berliner verein«, und Konzertsälen lArmlnhallenj.Kommandatttenstraiie: Branchenversammlung. Tagesordnung: Stellungnahm«»ur Teuerung», ulagevbewegung. Da» Erscheinen aller in den reinen Buchbindereien Beschästlgten ist bringend erforderlich. Buchhäudlerverbau», Ariefumschlaq. und PapieranSftattuug». Betrieb. Montag, den>4. Juni, nachmittag« 6 Uhr: Vollversammiung im Max- und Moritz-Saal(früher Arminhallen), Kommandantenftrah» öS. Deutscher Werkmeister. Berbanv. Fachgruppe 7, Texttl< Industrie. Sämtliche Werkmeister versammeln stch morgen Montag. 7 Uhr, tm Rathaus- keller. Tagesordnung: Bericht über die Tartsoerhandiungen. Deutscher Holzarbeiter-Berband. Verwaltungsstelle Berlin. O'c r> j a m m l u n g aller tu Modellsabrtlen beschsstigteil Kollegen am .V.ontag, dt»»4. Juni, 4 Uhr, Rungestr. 30. Hos parterre. Tagesordnung: Stellungnahme zur Antwort der Modollfabrtkanten und unsere weiteren Maßnahmen. Deutscher Traasportarbeiter-Verbaud. Srupp« ll. Baumwollen, Lewe». Montag. 14. Juni, abend« S Uhr, Echnlaula hinter der Äarniion- tirche. Neue Ariedrichstratze. Tagesordnung! Stellung zu unserem neuen Lohntarise, Aruppenangclegcnheit. schuß gewählt Für Instandhaltung des kürzlich von der Stadt übernommenen Kinder- und Mütterheims.Westend" werden nach dem Antrage des Ausschusses 206 000 M. bewilligt. Dt« neu aufgestcllte Bcsoidungsordnung der städtt- schen Beamten und Angestellten wird auf Antrag de» Aus- schusses einstimmig angenommen. Genosse Horlitz erklärt, daß die sozialdemokratisch: Fraktion lebhaft bedauert, daß in dieser"Bc- soldunaSordnung der Te-ierrngszuschlag prozentig scstgesetzt wurde. Leider war der'Ausschuß gezivungen, in dieser Beziehung sich den Grundsätzen dv» Reich und«taat anzuschließen. Die Sozialdemo- kraten sind der Meinung, daß eS wünschcnSwcrt ist, die Teuerungs- Zuschläge für alle Gehälter in gleicher Höhe festzusetzen. Die Be- ?oldungsordnrmg für die Diag'stvatStnitgiieder und der außerhalb der Besoldungsordnung stehenden Personen sowie das Mttbestim- mungsrecht der städtischen Beamten soll in einer späteren Ausschuß- sitzung beraten werden. Zu diesem Zweck hat die Stadtverordneten- versammlaug i-e schlössen, den eingesetzten Ausschuß weiterbestehen zu lassen.— Namen« der soKialdeinotrattschen Fraktion, fragt der Genosse Dr. Rosen feld an, ob dein Magistrat bekannt sei, daß die Vorsitzenden der Miete. nignngSämter beschlossen haben, ckllgemein, ohne im einzelnen zu prüfen, Reparaturzuschläge a»S � 10 der Höchfttnietknverordnung zu bewilligen, und ob der Magistrat einen solchen Beschluß für gesetzlich zulässig hält. Die Anfrage- Ivurdt- votn Stadtsyndikus dahin beantwortet, daß dieser Beschluß da« Ergebnis einer Aussprache der Einigmcgs- amtsvorsitzenden sei. Als er die Zumutung, den Beschluß rück- gängig zu machen, als unzulässigen Eingriff in die Selbständig- keit der Einigungsämter zurückwies, wurde ibm von dem Genossen Dr.- Rosenseld entgegengehalten, daß er selbst bereits den unzu- lässigen Eingrifr begangen habe. Es werde setzt nur verlangt, den Verstoß gegen die Mieterentlassung und die Höcksitmietenverord- nung wieder guizuniachen. Eine- weitere Anfrage beschäftigt sich mit den, Hausfrauenverein. Dieser betreibt eine Agitation zur bevorsteh-.mden Stadwerordnetentvahl für eine unpolitische Frauen liste unter Führung von Anna von Gt c r kc. Da der Verein durch dix Stadt unterstützt Wied, wird die Jnanspruch» nähme von Mitteln des Vereins für solche Zwecke scharf verurteilt. Oberbürgermeister Dr. Scholz verspricht di« Sacke zu uniersuchen und den gerügten Uebelstand zu beseitigen Die Charlottenburger Staütveroröaetenverfammlung erklärt« sich mit der Teilung des Stadtbezirkes KalowS-Wer- der einverstanden, di« infolg« des starken Anwachsen« der Be- völkerung in diesem Bezirk aus verwaltungstechnifchen Gründen unbedingt erforderlich ist. Zur Ausführung der Stadtverordnctcnwahlen am 20. Juni d. I. wuelfe» 146 700 M. aus Vovbehaltsimtteln bewilligt. Außerdem wurden di« Mittal für Straßenbante» auf Steglitz. Zu Beginn der gestrigen Gtzmeindcvertreterfidung wurde der neugewählte unbesoldet« Schöffe L e i m b a ch(Soz.) von: stellvertretenden Bürgermeister I o ch e m in sein Amt ein- geführt. Hitrauf berichtet« Herr J ochem, daß der«mlätzlich de« Kapp-Putsche« eingesetzte Untersuchungsausschuß seine Arbeiten be- endet und festgestellt habe, daß keinem der Beamten eine Unter. stützung der Kapp. Regierung nachgewiesen werden könne. Gegen Kapitänleutnant K i l l i n g e r, den Führer der OfflzterSpatrouille, die den Massenmord in der Ichönebevger Straße begangen hat, sei tri» der Staatsanivsltsck)aft rtn Verfahren eingeleitet worden. ..G.-V. Szilla t(Saz.) ga> der Hoffnung Ausdruck, daß diese» Verbrechen bald gesühnt iverden möge. Betreff« der E n t I o h- nung der HiliSkrnft« der Gemeinde.wurde beschlossen, die von der Berliner Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Sätze in Anwendung zu bringen. Ein Antrag, den Gemeinde- beamten die staatlichen Gehaltssätze zu zahlen, ivurd« dem Finanz- und Besoldungsausschuß zur schleunigen Be- ratung überwiesen.._ Groh-verliner Lebensmittel. Brotkarte:.Feld«. Berltn. Wegen Nachldsten» der Kartoffelzusuhren verlieren der Ab schnitt V der Berliner BezuaSlarte zum Bezüge von 10 Pfund Kartoffeln rnib die Abichnilte 26 a— 0 der Berliner Kartoffelkarte zum Bezüge von 5 vtund Kartoffeln mit Montag. ,4. Juni 1920. ihr« Äül»gk«it. Wer bi» dahin sein« Kartoffeln nicht abgenommen hat, erhält auj dte genannten Abschnitte leine Kartoffeln. ttbarlotienburg. Sütziloff: 5 Brlefchen Personen. 6 Bricschen für HnuSbaltun! Teigwaren ISö Gramm, Haferflocken 2. mebl 2b0 Gramm, Reis aus«bichnitt 305 vom t& bis 86. gunt. K'tteg«. beschädigte eihalien für Monat Juni je 1 Pfund Graupen und inlündifche Hafernährmiltel. SchSnederg. S00«ramm Linsen, tLä Gramm Serftenfabrlkate. 30 Pf. f« Pfund veravgescht. Dje Kartoffel» wird« de» daiwnqen bei Bestellung zugefahvn. Nährmittel. Berkauf von 37» Gramm Maisflocken. 250 Gramm Zucke vrkchcnlaft, 600 Gramm Äraupemnehl. An Kinder im 5. und 6. Lcbeiisjabre 1 i-OO Gramm Haferflocken, 250 Gramm Nudeln. 1 Dal« Maizettrakt. Anmeldung von: 76 Gramm Kartoffelstärk. Niehl und 50 Gramm Haferflocken. Vertauf von 500 Gramm Marmelade. Anmeldung aus 250 Gramm Kunsthonig. � Brit».>/, Pfund ausländisch« Haserslocken, 1 Pfund Sunsthon Kriegsbeschädigte 1 Psund Röbrennudcln. für werdende Mlltkr und 1 Psund Rölirennudeln. Kartoffeln freihändig in beliebiger Menll«. Treptow. Kmtoffe.n stehen Ireihändig zum Verkauf. Milchlüßspelle l Paket. Süßstoff 2 Päckben. Ret« 250 Gramm. Gerstenflocken für Per- fönen über 65 Jahre 250 Gramm._ ,, 0„ Lichtenberg. Boranmelduvg bis 16. Juni: 125 Gramm Ret«, 250 Gramm Erbsen, 5 Pfund Kattoffelrr aus Wfchnitte-25 a bi, e. Grledrichsfelde. Am Montag: 250 Gramm Marmelade. Käse, so- well Vorrat reicht, au! Abschnitt 6.der Haushaltstarte. Haushaltungen bi» zu zwei Personen erhalten 250 Gramm. Haushaltungen m ll mehr al« zwei Personen 500 Gramm. Am Donnerstag 250 Gramm weiße Bohnen. 10 Pfd. Kartoffeln aus ReichSkartoffeltarte. Die Händler find angewiesen, Irnidermengen ohne Marken abzugeben. Pankow. Marmelade 250 Gramm.. Reinickendorf. Pfd. Grieß. Pfh Sago. 14 W>. Kartoffelu. Ueber die Fl-tschvcit-ilung ergebt noch Bekanntmachung.— Gegen Abstempelung von Feld 27 der Reinickmdorter«luSweG-rvte in den amtltchen Verkauf». stellen ab 16. d M. 1 Pld. Backpflamnen. 1 Pfd. Backobst. Gegen Vorzeigung der Reinickendorfer AuSweiStarte, w den amtlichen BertaufS- stellen ab 14. d. M. 5 Schachteln StretchbSlzer. HerinSdorf. Bon Dienstag bis DonnerSwz in der Turnhalle vor- mittag» von 9 bt» 12 Uhr 1 Pfund Sirup. __\ Hroß-öerliner paktewachrichten. Morgen, TJl. Juni. 1. Abk. KunvIonSrtonItren,- 8 Ubr bei EchitzkoDsri. Sophienstr. S2/3S- S. Ab». BezirtSfllhrer und Funktionäre: T�J, Uhr beim Schirm, Sharlottetlstt"A � 7',. Uhr bei Otto Reim. Urbanstt 29. g. Abt. Sitzung der Funktionäre! 7'/, Uhr im Erdmannshof(Kan- ilO. Abt. Sitzung der Funktionäre und Betrlehsvertrauensleute 1 7V. Ubr bei Bombe. Siiaßmannstc. 7.„.„ v-» •33. Slbt. lBötzowviectcl.f Sitzung der Partcffimkttonare und«c. kriebsvertkalienöleule: l'l, Uhr im»enicuchener Schloß, W-rneuchener. Ecke �Ettlngcr.Sttaße. Parieifunllionäre und Betrlebsvertrauensleute: 7',, Uhr bei Rösner, Jmmanuelklrchftr. 25. Borarbeit zur«ladtoerord- nelenwahl. All« müssen nlchemen.-- 32. Itbt. Versammlung aller Mitglieder: Schulaula, Grilf-nhag-nec Slrab« 58,59. Tagesordnung: Die Sladtverordnctenwahlen..Eimellung cher Äahlardeitc».„. V. SvahlkretS, FriedrichShaia. Wahworftandsfitzung: 7*1, Uhr beim Genossen Schukeri, Rüdertdorser Str 2.__... Lichtenberg. Funktionärkonsercnz: Lokal von Kurkowskt. Psarrstr. ,4. Wir ersuchen die Detriedsoerlrauensmänner, auch zu erschemen. Mitgliedsbuch und arüne Katte milbttngen. Reinickeudors. Ost. Miigliedervettammlung: 7»/. Lette. Allee Tagesordnung: Stellungnahme zu! Madien. Ref.: Genossin Kiesel._„ Oderkchöurwetde. Frauenabend: 7'/, Uhr Im Lulfcnhof, Luisen-, Ecke Marienstraße. Tagesordnung: Ueber Steuerfrage». Referent: Ge- noff« Ramsbrock... �.»......<- Rofentyal. Frauenlescabend: 7'/, Uhr bei Petra«, Hauptstr. 15. « MchtuugPoftbeamtek Sämtliche vertraneuslente der Post un» Telegrapdte werSr« zum DienStag. de» IS. Juut. abeud« k-t Uhr. zu einer B-rsan»»l«»g im Jugendheim. Lindenstr.», hier- mit eingeladen. Tagesordnung- Stadiverordneteuwahl. Was lehrt un» die RcichStaa�wahl. ES ist dringend erforderlich, dab alle Pemauenöteute tu dieser Versammlung«Bei Vci dienftlicher Verhinderuiig bitte» wir unter ollen Uwftaudeu einen Vertreter zu sende». Jede««mt muff vertrete» s-iu. Ter Pgerdeausschuft der Z. P. T. für Post un» Telegraphie. Uhr, Schulaula, den Sladwerordnelen- Gerichtszeitung. Kappist und 5accharinsck>ieber. Der nach den Kapp-Putschtauen vielgenannte Hauptmann bt: sogenannten Eisernen T'vision, Martin C z.o�p ck sollte gestern vor dem Moabiter Schörsenzericht eiue ■--M beu. Mitanaellaat waren: der Wemhändler der. lrlefchen für Haushaltungen bis drei aaen mit mehr al« drei Personen. 250 Gramm, amerikanisches Zereat, Päckchen Penners Rote Grütze und Soßenpulver. Ferner Fortjetzung Verkaufs von 250 Gramm Kunsthonig und 150 Gramm Zereatmehl. de» Ätealiff. Für Kttegsbefchädigle: 1000 Gramm Teigwaren, 1000 Gramm Haferflocke». Abgab« der Marken an dl« Marknviüfungsstelle am 30, d M. Außerdem: Anmeldung von 250 Gramm Marmelade und 1000 Gramm Erbsen. Verteilung von Nährmitteln an«Inder im 1. bi, 6. Lebensjahr« an Jugendliche, an werdende MMer. an Personen über 65—70 Jahre und Über 70 Jahre, an Kttegsbeschädlgte� Artedeuau. Kartoffeln in allen hlestgen GeschSflen freihändig in jeder gewünschten Menge ohne Karle. Graupen 125 Gramm. Haferstocken 125 Gramm und 125 Granim Nudeln. Weizentüchenmehl oder Zerealm-bl oder Kartostelstärkemehl 125 Gramm und 100 Gramm Kartoffttwaizmehl Selbe Sibfen 250 Gramm und 500 Gramm weiß« Bohnen. Marmelade 250 Gramm und 250 Gramm Kunsthonig. Linfen 250 Gramm. BÜtlmerodors. 125 Gramm Maissabrllale, 250 Gramm Marmelade, 250 Giamm RelS.*»*—-"■------ �----------- füßspelfen. Je 1 Nühi mittel. 50 bis 3 3 Doien Kondensmilch 200 Gramm Trocken, Ms-'�uuiui Wiucmciuue Ur Kinder: 250 Gl amm Fiuchtsinip, 6 Stück Milch �"'»n Süßstoff. Für werdende Mütter: 3 Pfund ramm Trockengauzel., I Dofe Malzextrakt 3— M.. Für stillende Mütter: 2 Psund Nährmittel, 50 bis ganzes, 1 Dose Malzextrakt. Ltchierfelde. 250 Gramm Bohnen. 4 Päckchen Süßstoff. Krieg«. beschädigi« erdallen monatlich 4 Psund Nährmittel, heimkehrende Kriegs. gefangene wöchentlich 250 Gramm Hülsenfrüchte. Lankwitz. 125 Gramm Nudeln 250 Gramm geschälte Lohnen 500 Gramm Marmelade. Junlabschnilt der Süßstoffkartc l tt.Packuna Süßstoff. Kartoffeln freihändig. Tahlem. Nudeln 250.«ramni.«ortoffclu 7 Pfd.'An Kriegs. beschädigte 500 Gramm Nährmittel. Für heimkehrende Krieataefangen« 500 Gramm Brot, 50 Gramm Fett, l2Z Gramm Ausiandsspeck oder Kon. feivensleiich und 250 Gramm Hütfensrüchte. Neukölln. In der kommenden Woche Ausgabe von 2 Päckchen Milch. fützlpetfe und 250 Gramm Haferflocken In Leulein. Karloffeln 5 Pfund pro Kopf. Neorn der leichten Berderblichkeit der Krankenbrote tn der gegenwärtigen Jahreszeit gelangen fortan statt der lOOO.Grarnm.Biote 500.Gramni.Brotc zur Ausgabe, die nacheinander entnommen werden können. Tempelhof. Karloffeln ohne Abgab« der Abschnitt« der Kartoffelkarte freihändig. Der Abgabepreis für Kartoffel« a« be« Verbraucher wird auf Gastrolle Saecharinschieber geben. Mitangcklagt waren: der Wemhä Isaak E l b c r g e r, der Kaufmann Jutrns Schwinke. d««auf inann Heinrich E lsner und der Kaufmann Leon- Hochstadt. Tie beiden Letztgenannten waren nicht erschienen, ebenso nicht der Hauptmann Czopnick, gegen den ein Steckbrief wegen Hochverrais erlassen wordenjist.— Von einer in früheren Iahren vielgenernn- ten Frau Kcne'ialdirektor Lapp, die für den Kriminalwachtmeister Haberer tätig ist, war der Polizeibehörde mitgeteilt worden, daß sich in einem Eafö in der Königstraße eine Garcharin-Schieber. zentrale aufgetan habe. Längere Beobachtungen führten zu der Festnahme der jetzigen Angeklagten. Es ergab sich, daß der An- geklagte Elberger durch Vermittlung der Mitangeklagten 14 54 Kilo- gramm Saccharin an den Hauptmann Czopnick verkaustthatte. Gegen sümttiche Beteiligten wurde ein Strafbefehl über je 6000 SR. erlassen. Das Schöffengericht setzte di« Strafen gegen E b er g e r auf«00 SR., gegen Czopnick und Schwinke auf ie 76 M. Geldstrafe herab, da die Angeklagten durch Beschlagnahm« des Saccharins schon eine erhebliche Straf« erlitten hätten. Vorträge, vereine uaü Versammlungen. JÜd..s»ttaIdrm. Ilrbeit.-Org. Poale Ziou. l i ch e Wäbier- Versammlung: Tonnersing, Brauerei Königstadl, Schönhauser Allee to/lt: Große ösfent- den 17. Juni, 7'/, Uhr abend«, Brauerei Königstadl, Schönhauser Allee 10/11:.Die Wahlen zur jüdilch-n Gemeinde". Referenten: Dr. Oskar Cohn. y. M. Kaufmann, B. Laker, A. Berger.—«rveiter. Gama»iter.Kolo««eu Berlia«. V. I, Abteilung. Schul« Annenslraße. Vortrug des Herrn Dr. Weiß. Montag. den lt. Juni, abends. Abteilung Osten: Ledrabend bei Piekenhagen. Scharren- weberslraße 61, Montag, den 14. Juni, abend» 7 Uhr. Mus aller Veit. Ztzlugzeugdienst Genf-PariS. Ge«f, 12. Juni.(I.il.) vom 7. Jgli ab wird ein monat« lich sechsmal vertehrenderFIugzeugdien st Genf- PariS eingerichtet werden. Der Flugdienst wird von einem Schweizer und einem französischen Flieger versehen. Der Preis für eine Fahrt beträgt 900 Franks. �, Tilinnangriff auf Schnlsungea. Der Gleiwitzer.Oberschles. Wanderer" berichtet: Sonnabend vormittag gegen 10 Uhr passierten mehrer« französische Stzloaren den Turnplatz am staatlichen Ghm- nasium. Mehrere Gymnasiasten unterhielten sich lächelnd über die auffällig« Uniform eines schottischen Soldaten. Die F ran- ?aun de» Turnplatzes und ie hilflosen Schüler 0 s e n> übersprangen hierauf den lache 11 mit Seitengewehren a u s ein. Ein Oberprimaner und zwei Sekundaner wurden schwer verletzt. Der Oberprimaner erhielt»inen ledensgefätzrtichen Bauchstich und wird nach Aussagear der Aerzte kaum mir dem Leben davonkommen. Die Verwunderen wurden in französischen Kranken- wagen nach dem städrischen Krankenhause gebracht. Die Erregung der Bevölkerung ist ungeheuer. Schieber Schiebold. In Hamburg wurde eine Schiebergesell» schaft, vi« für 8', Millionen Mark F l e-i s ch verschob»» har. fest» genommen, darunter der Kaniinenpächter G. A p p 0 l d au« Halber« itadi, der Kaufnianil Schiebold, der Elekiromechaniker Waller Bock au« Flensburg, sowie der erwerbslose Drehereigehjlfe Busch au« B« r li n, der di« gefälschten Einfuhrschein« geliefert hat. ♦ Eke Frage an das Schicksal. Ein Kaufmann in Saarlouis wurde auf der Hermlekr von einer Geschäftsreise abends zwischen 10 und 11 Uhr auf offener Strotze von drei französischen Soldaten. im Augenblick, als er an ihnen vorbeigegangen war, von hinten niedergeschlagen. Einer der Soldaten kniete auf dem Wehr« losen und drückte ihn mit dem Gesicht in den Stratzensand. während die andern die Taschen durchsuchten. Mehrere hundert Marl, eine silberne Uhr mit goldener Kette, ein silberne« Messer und Geschäfts- Papiere fielen den Räubern in die Hände. Der Ueberfallene trug Verletzungen am Kopfe davon. Die französische Garnisonkomman- dantur sagte dem Opier Wiedeiguimachnug zu. Tie«Saar- zeilung' sZentrumsblatt) bemerkt zu dem Uebersall:.Da in den letzien Tagen mehrfach von derartigen Ueberfällen durch französisches Militär berichtet wurde, drängt sich die Frage auf, ob Verbrecher bei uns ihren Einzug gehalten haben, oder ob wir unter Menschen einer Kulturnation leben". Meißener Porzellangeld. Wie das„Meißener Tageblatt" be- richtet, ist da« Porzellangeld, da« die Meißener Manufaktur her- stellen will, von Paul Börner modelliert. Die für das Deutsche Reich gedachten Geldstück«— b M. bis 10 Pf.— sind rund, die Vorderseite zeigt einen guadratischen Rahmen mit der Schrift Deutsches Rerch und der Wertziffer. Auf der Rückseite des Fünf. Markstückes sehen wir ein Elternpaar, da? segnend seine Hände über ein Kind breitet; auf dem Dreimarkstück ein nacktes Menschenkind, das die Hände flehend zu den Sternew emporstreckt, auf dem Zwei- markstück einen nackten Buben, der in einem Schifflein Getreide überführt. Die Mark zeigt einen Eichenstumpf, der neue Triebe treibt; da! bO-Pf.-Stück einen Adlerkopf, das L0-Pf.. Stück eine Fackel, das lO-Pf.-Stück eine stilisierte Toppelgarbe. Auf der Vor- derseite der ovalen Stücke ist für die Stadt Meißen der Name der Stadt, da« Stadtwappen, die Wertziffcr und die Jahreszahl ge» prägt. Di« Rückseite der Mark enthält, eingerahmt von zwei Ge- treideähren, ein« Mutter, die ihr Kind an den Busen drückt, dje Rückseite deS SO-Pf.-Stücks ein« verzierte Vase, aus der eine Aehre und eine Traube herauSragen. Fest bestellt hat Porzellang�ld die Hochbahn Hamburg, und zwar 300(300 Stück LO-Pf.-Stücke, die auf der Rückseite mit cinem nackten Bübchen geschmückt sind, das auf dem stilisierten Flüaelrade reitet.— Verschiedene von den Münzen tragen das weltbekannte Meißener Fabrikzeichen, hie zwei ge- kreuzten Schwerter. Sport. Den Propaganda-Wasierballspiele», veranstaltet vom Kreise l des Arbeilei wasseriportverbandes, im Engclbciten wohnten an den letzten Splel- tagen wiederum 8- bis 10 OVO Zuschauer bei. Für die Arbeiteriportdewegung Rekordzahlen. Wer«wen ewigermaßen guten Platz erhalten will, mutz mindestens schon um K Ubr zur Stelle sein. Möbelwagen und Bäume werden als Notplätze requiriert. Dt« Spiele werden am Montag und Donnerstag sortgeletzt, und zwar spielen am U. Juni-.Vorwärts'- Rummelsburg gegen.Nepwn'-Weißensee,.B. S. Union' gegen.A.-S.-V. Nord',.Fr. Schwimmer'- EhaUoNenburg gegen B. S.- B..Welle'; am "" Juni: 81..Neukölln' gegen. Vorwärts', Neulölln,.Vorwärts- B. G.-V..Welle' gegen A.-S.°V. Nord. 17 Norden I gegen S.-B..Freiheit', Spielbeginn pünktlich 7 Uhr. Sportliche Jrühjahröwettkömpse für Kinder veranstaltet die Freie Turnerschaft Derltn heute nachmittag von 2 Uhr ab aus dem Sportplatz SIm Urban(Eingang Klrchenseite). Die Kinder werden ihr« Letswngen im Weltlaus, Kugelstoßen, Vallwcitwersen und Weitspringen zeigen. Der Eintritt ist frei. örkefkasten See Reüaktion. Ak. 8 gl. Sie müssen sich zunächst an das Polizeirevier Ihres Wohn- orte» wenden.— G. Reiher ÜSS. Das Bvrsen.Handbuch verzeichnet nur eine Mannheimer Versicherungsgesellschasi mit einem ANienkapitai von 8 MM. Mark, die sich jedoch in den Haupt-Fluß- und Seeschiffs- sowie Hastpsiichtversicherungen betätigt. Eine Mannheim-Hamburger Versiche- rungsgesellschast ist nicht bestimmt.— M. B. Wir müssen erst Ertun- digung einziehen; Auslunst in einigen Tagen.— X. B. Z. 1. Ja. 2. Rcln. WetterauSfichte« fftc da» mittlere Norddeutschlaud bt» Montag mittag. Ziemlich warm. Überwiegend heiter und Kockrn, bei mäßiger östlichen Winden, nur im Westen strichweise Bewiiter. Mm mkWll sißj Wt ivieSK bei Zielka«.Heiteren Spielen'(Friedrichstr. bS/OO. Ecke Leipziger Straße), die in diesem Monat Juni eine Schar neuer brillanter Künstler dem Publikum vorfuhren. Ein sehr stimmbegabter Künstler, Hermann Staebner. unterhält virtuos mit ernsten und komischen coupletartigen Liedern,«in Kuilsttänzerpaar G e- ich wi st er Winter erfreut da« Auge mit höchst phantastischen Tänzen, eine stimmgewaltige Sängerin K g» e M a n n nimmt Sinn und Ohr mit reizenden Gesängen gefangen, und der Komiker Josef Dill und die Vortragskünsilerin Kttth Detra bringen das Publikum mit überlustigin Couplets zum Lachen. Eine ganz de- sondere Freude und ungewöhnlichen Benutz bereitet der grotze Zauberer auf der Geige, der vielgersihmte Violinkünstler M i ch a i l o w, der mit seinem, die höchste Stufe der Kunst bildenden Spiel die Zuhörer in einen wahren Rausch de« Entzückens versxtzt. Ja, man unterhält sich vorzüglich bei» ajell. Täglich Billard-Wettkämpfr de« D. lv. v. Es wird gespielt: Kadre— vom Roten— Dreibandrn. Leeiferrin-Tabletten sehr beliebt zum Aufbau des nac.hwlohtaa KOrpers, welche durch Krankheit, Aufregung und«argen heruntergckomnien ist. 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Ausserdem werden diese Reisenden auch Schwierigkeiten bei der Gepäckbeförde« rung, der Zollbehandlung und hinsichtlich der Auer- kenn un g ihrer Pässe zu erwarten haben. Der Verkehr mit T a n z i g wird durch diese Regelung nicht betroffen. Damit der Verkehr zwischen Ostpreussen und Deutschland dadurch nicht gänzlich unmöglich gemacht wird, wird die deutsche Eisenbahnverwaltung bis zur anderweiten Regelung der Verkehrsfrage ein Schnellzugspaar über die Strecke Könitz— Czersk— Marienwerder— Ostpreussen einlegen. Bekanntgabe des Fahrplans dieses Zugpaares bleibt vor- behalten. Auf dieser Strecke wird ein polnisches Passvisum wicht erforderlich sein. Die Strecke Könitz— Czersk— Marienwerder ist völlig ausser- stände, den gesamten Personen- und Güterverkehr mit Ost- preuhen zu bewältigen. Insbesondere würde für den bevorstehen- den Abfti�lmungsverkehr diese Regelung ausserordentlich hemmend fem. Die erforderlichen Schritte sind eingeleitet, um diese erneute Erschwerung des Verkehrs wach Ostpreussen über Danzig und durch den Korridor baldmöglichst zu beseitigen. Wegen Sperrung des Neberganges Dlrschau durch Polen und ungenügender Abnahme von Frachien auf den anderen Nsbergängen ist von der Eisenbahndirektion Königsberg die Annehme von Frachtgutladungen, ausser Grubenholz und Alteisen für Oberschlesiew, sowie Umzugg'u nach Stationen jenseits des Kolridors«ingestellt worden. Man scheint also doch den AbstimmuilgSverkehr drosseln zu wollen, wenn man es auch bestreitet.— Der Vertrieb nachstehender Zeitungen und ihre Versendung durch die Post ist in Polen verboten;„Possische Zeitung",„Tägliche Rundschau", „Danziger Zeitung",„Rosenberger Zeitung",„Berliner Lokal- anzeiger",„Praktischer Wegweiser",„Zwanzigstes Jahrhundert". „Gartenlaube",„Deutscher BolkSrat Danzig",„Rote Fahne", „Kladderadatsch",„Neue westpveutzische Mitteilungen",«Die Woche" und„Der Tag". « In letzter Zeit sind in die Presse Nachrichten über die angeblich grauenvollen Zustände erschienen, unter denen mehrere hundert Gefangene im sogenannten Kernwerk der Zitadelle in Posen zu leiden hätten. Amtliche Feststellungen haben nach MTB ergeben, dass diese Nachrichten teils unzutreffend, teil» stark über- trieben sind. Nach einem Bericht deS deutschen FürsorgekommissarS � in Posen, der die in Posen befindlichen deutschen Gefangenen be- sucht hat, betrug die Zahl der am 81. März d. I. in der Zitadelle inhaftierten Deutschen 86.„Hunderte" deutscher Gefangener haben sich dort niemals befunden. Allerdings wird eine Anzahl dieser Inhaftierten teilweise seit langer Zeit au» nichtigen gründen ohne richterliche Untersuchung festgehalten. Die Klagen und Beschwerden,, welche die Inhaftierten selbst vor» brachten, betrafen hauptsächlich den Mangel an Wäsche und die Ungezieferplage. Dem Mangel an Wäsche wird zurzeit nach Möglichkeit auS Reichsmitteln abgeholfen. Dem Kommissar ist von einem Wüten von Epidemien, besonder» Tuberkulose, nicht» de- kanni. ES ist Gelegenheit gegeben, durch Vermittlung de» Kam- missar« Briefe mit den Gefangenen zu wechseln. Gegenwärtig finden über ihre Freilassung Verhandlungen mit den beteiligten polnischen Behörden statt. Operette nur einer die Tantieme erhebt; Motive und DrehS gibt» für ein paar landläufige Dramen genug.' Aber glücklicherweise halten sie das rasche Ende nicht auf und geben Leopoldine Kon- stantin doch alle Stichworte, um:hre Verve, Ueöerlejjer.he:t, Ans- Gelassenheit, Temperaturwechsel usw. usw. in abwechslungsreichster Aufmachung brillieren zu lassen. Sie spielt eine Primadonna, die in ihr italienisches Heimatncst trumphando heimkehrt mit ihrer Vcrehrerschar« um ihre kleine Schwester an einen Makkaronifabri- kanten zu verehelichen. Das Glas der Jungfrau, eine von alters- her überlieferte abergläubische Sitte, gibt in dem ganz veristisch gezeichneten Milieu die Gelegenheit zu genügend Anspielungen, Witzen und Liebesiomplikationen, in deren Wahl der verantinort- lich zeichnende nicht im geringsten wählerisch ist. Das Glas ist natürlich gesprungen, wird aber durch Duplikate ersetzt. Die Theatermutter Else Bäck», Hans Sternberg»(mSbruck»- voller Mitgiftspekulawt und der in allen Sätteln gerechte Jour- nalist Alfred Haase« ergaben ein lustige» Zusammenspiel, dem man gern folgte.— r. Expressionismus und Drama. Im Gegensatz zu den Aller- jüngsten bekennt sich Franz Werfet, selber noch ein Junger, zu der älteren Form des Drama», in dem das Wort noch etwas gilt. In der Wiener„MitlagSpost" sagt er im Zusammenhang mit seinem neuen Drama„Der Spiegelmensch" zu diesem Thema: „Ich stelle mich in bewusstcm Gegensatz zum dramatischen Ex- presstontSmuS, der ja nicht« anderes ol» ein« haltlose Verbeugung vor der Skelsch- und Ktnotechntl der Zeit ist. Wenn auch daS Wort in unseren Zuschauerräumen in dem, wa« rt bedeutet, meist untergeht, so bat e» immer noch eine grosse, ariose. eine musikalische Macht und es hiehe, das Drama noch weiter von seinem Ursprung wegpervertieren, wollld man diesen Rest von Musik, die dramatische Rede, vernichten. Wir müssen die Kraft haben, zu dieser Mode, die sämtliche literarische Theater bald ergriffen haben wird, Nein zu sagen I Unser Herz hängt mehr denn je an der Musik der grossen Bögen, der Stretti, Finali, an den großartigen, atembeschwingen« Unsinnigkeiten de» Theater»— kurz, e« ist beim göttlichen Verdi." Das Arbeitsrecht an den Hochschulen. Der Ausschuß zur Au?- arbeitung des Entwurfs eines Arbeitsgesetzbuchs empstehlt dringend. daß in den Universitäten und auch an den technischen und Handel»- Hochschulen das Arbeit«recht weit mehr berücksichtigt, in den Seminar- Übungen und bei den Dissertationen herangezogen und auch zum Prüfungsgegenstande gemacht werde. TaS Deutsche Opernhaus veranstaltet am Sonnabend, den 13. Juni, zum Beilen seiner Penstonv lasse im Zoo et»„Rosenfest" mit Tanz. Stammsitzinhaber haben Ermäßigung. Da» Deutsche Zentralkomitee zur Erforschung«ud«ekämpfun« der Krebskrauthett hält seine diesjährige»eneraloersammlimg am 19. Juni, nachmittags 5 Uhr. im VolkSwohlsahrtSministerium. Leipziger Straße 2/4. ab. An dle Generalversammlung wird fich um'/«» Uhr eine öffentlich- Sitzung mit Vorträgen anschließen, zu der Merzte und Laien willkommen sind. Zur wissen schaftlichen Förderung der Dextilinduftrie wurde in Dresden in Gegenwart von Vertreter» der Reich», und StaatSregierung tax Reich»luratorimu gegründet. weltboptott gegtt Der Vonstoud deS Internationalen Gewsrkschcrftkbundes erläßt folgenden Aufruf: jKn Sie Arbeiter aller LänSer! Der Internationale GewerkschaistSbund hat befchlossen, du« 20. Juni an Ungarn zu boykottieren und jeden Verkehr mit diesem Lande völlig abzubrechen. ES ist nun beinahe ein Jahr her, ssit die sogenanntem„ord- nungÄiebenden Elemente" in Ungarn die Regierung ergriffen haben. Von diesem Augenblick an wurde die Arbeiterbewegung Unterdrückungen und Verfolgungen ausgesetzt, die ohnegleichen sind in der Geschichte der Artbetterbewegung und bvi weitem noch alle Greueltaten de» einstigen russischen Zarismus übertreffen. ES genügt. Mitglied einer nicht konfessionellen Vereinigung zu fein, um ins Gefängnis geworfen zu werden; eine anonyme De- nunziation ist hinreichend, um verschleppt und in ein Gefangenen- lager gesperrt zu ivevden. Bereits zu Beginn diese» Jahres befanden sich in den Ge- fmigenenlagern in Hamjma»kär 9000 Männer und Frauen, Csepel 4000, Zalaegerfzeg 2400, Egor 2000, Cegltd 8O00 und Komärom Sandberg 2000. Insgesamt wurden 50 000 Männer und Frauen gefangen genommen. Dt« Gefängnisse in den Städten sind über- füllt, die Gefangenen den gvaufamsten und raffiniertesten Martern ausgesetzt. 5000 Arbsiter waren bereits zu Beginn dieses Jahres zum Tode„verurteilt". Taufende und Dausende wurden ohne jeg- licheS vorheriges Prozessverfahren von den Offizierßbandeu er- mordet. Taufende sterben langsam an Hunger, Unterernährung und Krankheit dahin. Di« reaktionären Offizier»de lach vment» sind allmächtig. Wer in ihre Hände fällt, ist verloren; ihre Schlacht- opfer werden gemartert un-d schliesslich totgeschlagen. SS ist vorgekommen, daß die Unglücklichen bot lebendigem Leibe skalpiert, ihnen Arme und Beine entzweigebrochen oder dass sie gezwungen wurden, ihre eigenen Exkrement« zu essen oder Menschenfleisch zu ver- zehren. Männer wurden kastriert, anderen ihre Geschlechtsteil« mit Steinen zermalmt. Alle diese Fälle find nachgewiesen und durch Zeugen unter Eid festgestellt. Männer und Bäter wurden vor den Augen ihrer Frauen und Kinder gemartert und getötet. Frauen und Mädchen vor den Augen ihrer Männer und Väter geschändet. Tagtäglich verschwinden Männer und Frauen au» der kämpfenden Arbeiterschaft, und man findet sie nur wieder als Leichen, ermordet, eofchoffen, totgeprügelt, ertrunken und oft m der fürchterlichsten Weise verstümmelt. Der Internationale Gewerkscha-ftSbund hat gegen diese Greuel bei der ungarischen Regierung sowohl wie beim Oberste« Rat de« Völkerbünde» protestiert und verlangt, daß Massregeln ergriffen werden, um all diesen Greueln ein Ende zu machen. Dieser Schritt Rieb erfolglos. Der weisse Terror herrscht nach wie vor in Ungarn. Der Oberste Rat des Völkerbundes kann oder will offenbar nicht den nötigen Druck auf die ungarische Regierung ausüben. Die Re- gierung selbst will die Greuel in ihrem Laude nicht zügeln und lätzt sie entweder geschlossenen Auges geschehen öder ermutigt sie. Aus offiziellen Dokumenten der ungarischen Regierung, die sich im Besitze deS Internationalen Gewerkschaftsbundes befinden, geht hervor, daß die Regierung die Richter anspornt, die Gefangenen zu verurteilen, auch wenn keine genügenden Beweis« für das, was man in Ungarn„Schuld" nennt, vorliegen und auf das„Unschäd- P">01 Nichts mit tzeiutze! Frankfurt a. M., 12. Juni.(Eigener Drahtbericht de» „vorwärt»".) I» der außerordentlich stark besuchte« vertrauen«. «Snuerversammlung unserer Groß-Frankfurter Parteiorganisation sprach ReichStagSabg. Gen. Eugen Kaiser über da» Thema: „Was lehrt nn» die Wahl?" Räch längerer DUkufstvn wurde folgend« Resolution an Partrivorstand und Neich»tagSfrakti»n ange» nomine»: „Die große Vertrauensmännerversammlung bedauert lebhaft, baß die ReichstagSwahl eine sozialistisch« Mehrheit nicht gebracht hat. Da weder eine Mehrheit aus rechtsstehenden Parteien, noch eine Mehrheit auS Sozialdemokraten einschließlich der U. G. P. zustandrgekommcn ist, erwarten die Vertrauensleute Groß- Frankfurts, daß bei einer eventuellen Regierungsbildung unter Mitwirkung der Deutschen Bollspartei die sozialdemokratische ReichStagSfraktio» es strikt» ablehnt, stch an einer derartigen Regierungsbildung zu beteiligen. Weiter wird der Parteivorstand ersucht, sobald als möglich einen ordentlichen Parteitag einzuberufen."_ die öremer Regierungsfrage. Bremen, 12. Juni.(Eigener Drahtbericht de»„Vorwärts".) Die Weigerung Alfred Henke», an der Bildung der Regierung auch in Bremen teilzunehmen, wo, nach der neuen Bürgerschaft«- wähl Unabhängige und Soziatdemokrale» zusammen stärker sind als alle bürgerlichen Gruppen vereint, scheint in dem Rahmen der Unabhängigen selbst starken Widerspruch zu finden. Wenigstens versucht das Bremer unabhängige Blatt die Schuld an dem Nicht- Zustandekommen einer rein sozialistischen Regierung den— Sozial- demokraten zuzuschieben. ES behauptet, die sozialdemokratische Fraktion hätte heimlich unannehmbare Bedingungen für ein Zu- sammengehen festgelegt. Demgegenüber stellt da»„Bremer Volk»' blast" fest, daß die sozialdemokratische Fraktion der Bürgerschaft bereit ist. an der Bildung einer rein sozialistischen Regierung teil- zunehmen. Die Bedingungen der Unabhängigen würden frei ge- prüft werden. Ein« Festlegung der sozialdemokratischen Fraktion gegen ein Zusammengehen mit den Unabhängigen sei völlig au» der Luft gegriffen. Eine Verbreiterung der bisherigen Koalition au» Demokraten und Sozialdemokraten, die bei den Neuwahlen in der Minderheit geblieben ist, durch Hinzuziehung der Deutschen Volkspartei kommt dagegen für die sozialdemokratisch« Fraktion überhaupt nicht in Frage._____ Eigenartige Volksversöhnung. In der Sonnäbend-Abenbausgäbe der„Freiheit" wird unter der sympathischen U-berschrift„Aufruf zur V ö lkerver s ö h- nung" der Brief eines glwissen Jacgue» Meunier abg«. druckt, der als Generalsekretär des Eisenbahnerverbande» der Linien Pari«— Lyon— Mittelmeer zeichnet, und der angibt,«in« Reife nach Deutschland unternommen zu Haiben, zu dem Zwecke,„ii« Denkweise nicht allein der verschiedenen sozialen Klassen, sondern de» ganzen deutschen Volke» zu studieren". LS dieser Jacgue» Meunier, der nebenbei bemerkt, in der französischen Gewerkschaftdbswegung niemals besonder» hervorgetreten ist, der geeignet« Man« für eine solche Studienreise war und ob«r überhaupt«in Wort Deutsch versieht, lassen wir dahingestellt. Auch ist e» nicht unsere Sache, zu bc- urteilen, ob die Kä-ssen bestand» der französischen Eisenbahngewerk- schaften diesen Luxus der„Studienreise" eines xbeliebigen Sekretärs in jenem Augenblick gestatten, wo mfolge eine» sinnlos vom l horthp-Uzzgarn. lichmachen", d. h. die Ermordung der ins Ausland geflüchteten Ar- beiterführer Prämien gesetzt hat in der Höhe von 20 000 bis 250 000 Kronen. Alle diese Tatsachen sind bekannt und erwiesen. Die Regie- rung em, denen sie bekannt sind, sind nicht gewillt, einzugreifen und frohlocken vielleicht, daß die Arbeiterbewegung Ungarns niedergc- schlagen und ermordet wird. Der Internationale Gewerkfchaftsbund übernimmt die Auf- gäbe der Regierungen und ruft die Arbeiter aller Länder auf, ab Sonntag, den 20. Juni, jede Arbeit zu verweigern, die dem Ungarn des weißen Terrors direkt oder indirekt zugute komm»» würde. Ab Sonntag, den 20. Juni, darf kein Zug die ungarische Grenze dassiere«, kein Schiff in Ungarn einfahren, kein Brief, kein Tele- gram« von oder nach Ungarn weiterbefördert werde«. Der ganze Berkehr muß stillgelegt werde«. Keine Steinkohle, keine Rohstoffe, keine Lebensmittel, kein Brief und kein Telegramm dürfen mehr in» Land. Während des Kriege» hat die herrschende Klasse in den krieg- führenden Ländern ihre Gegner mit der Waffe de» wirtschaftlichen Boykott» bekämpft. Nach dcm Krieg gebrauchte sie dieselbe Waffe und trachtet sie weiter anzuwenden, um die russische Arbeitevbewe- gung zu erdrosseln. Der Internationale Gewerkschaftsbund ruft die Arbeiter aller � Länder auf, nunmehr dasselbe Mittel anzuwenden, um dem Dlutrcgime der ungarischen Regierung Einhalt zu gebieten und Leben und Freiheit von Dausenden und Tausenden Genossen in Ungarn zu retten. Genossen! Transportarbeiter, Seeleute, Eifenbahnarbeiter und Beamte, Post- und Telegraphenangestellte, Arbeiter aller Berufe, leistet alle wie«in Mann dem Ruf des Internationalen Gewerk- fchaftSbundeS Folge! � verrichtet ab Tonntag, den 20. Juni, keinerlei Arbeit mehr f8>. Ungarn! Gegen den weiße» Terror dör proletarisch« Boykott! Hoch die internationale Solidarität! Der Internationale Gewerkschaftsbund: W. A. Appleton, Vorsitzender. L. Jouhaux, C. Mertens, Vizevorsitzende. Cdo Fimmen, I. Oudegeest, Sekretäre. Bei den heutigen Verhandlungen über den Aufruf haben sich die Vertreter der Vorstände der Verbände der Eisenbahner, der Maschinisten und Heizer, der Transportarbeiter und der Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbände für die Durch- führurrg des Boyrotts gegen Ungarn erklärt. Der, Vorstand des Deutschen Bsamternrnndes, der gleichfalls zu der Sitzung geladen war, hatte keinen Vertreter entsandt. Berlin, 11. Juni 1920. Vorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes. C. Legren. Der proletarische Weltbohkott muß die zaghaften ersten Anstandsregungen der ungarischen Regierung, beileibe noch nicht des Horthy und schon gar nicht der Mordoffizrere, zum befreienden Sturm der Menschen in Ungarn anfachen. Zaun gebrochenen, daher schlecht befolgten und katastrophal ver- lovenen Generalstreits Hunderte von entlassenen Eisenbahn«« brotlos dastehen. Daß aber Msunier nicht der geeignete Mann für eine solche Mission war. geht au» dem Inhalt seines Briefe» an die„Freiheit" hervor. Er faßt die Völkerversöhnung so auf, daß er darin die „verbrecherische Regierung" Deutschlands beschuldigt, zum Zwecke der Beherrschung und Ausbeutung de» Volkes dizseS auf da» geistig« Niveau von 1914 zurückzuführen und es blind mechen zu wollen. SiewolleHassgegendaSfranzösische Volk säen, einen Hah, der im Grunde genommen ohne Unter- lagen und ohne Gründe, während der Haß der Franzosen lcider durch den Zustand der zerstörten Gebiete und durch die bavbarische Behandlung der dortigen Bevölkerung während des'Krieges be- gründet sei. Wa» das letztere anbelangt, so sind wir die letzten, die dem entgegengetreten werden. Die Behandlung der Bewohner des während des Krieges besetzten nordftanzösischen Gebietes war«in« Schmach, die, wie der Briefschreibcr übrigens sehr richtig bemerkt, allein auf die Junker, Offiziere usw. zurückfällt, die hinter der Front lagen. Aber-die Bebauptung. die deutsche Regierung wolle Haß säen, ist einfach eine Unverschämtheit. Selbst wenn sie es wollte, brauchte sie nichts diese rhalb zu tun: die Daten der französischen Regierung, Wer dir Meunier kein W o r t de r Verurteilung findet, würden genügen. Die sind eS, die es der deutschen Regierung umnögftch gemacht haben, gegen die sich daraus elementar ergebenden nationalistischen Leidenschaften so anzukämpfen, wie es in ihrem eig.enen Interesse lag. Die Sieger vom 0. Juni heißen nicht nur H e l f f e r i ch und S t r e s e- mann. Kahl und W u l l e, semdern auch Fach und Degouttc — die Besiegten heißen die bisherige Koalition und die Völkerversöhnung. Das erste Wort Hermann Müller» als Minister de» Aeußern an die Adresse Frankreichs war, daß die „deutsche Revanche in der werktätigen Liebe bei der Wiederher- stellung der zerstörten Gebiete" bestehen würde Und bi» zuletzt hat jene Koalition� regierung, haben die Koalitionspartoien und ihre Press« die schlimmsten Ausschreitungen des französi- schen Militarismus, so den U eberfall auf den Maingau mit einer Sachlichkeit und einer Zurückhaltung besprochen, Wer die sich uns gegenüber französische Sozialisten geradezu bewundernd ausgesprochen lzäben. Wenn alle Träger des Versöhn u ngsge danke n s im Auslände politisch ebenso gut orientiert wären, wie der Brieffchreiber, und ebenso kritiklos, wie jene, die diesen Brief abgedruckt haben, dann wäre a» in der Tat um die Annäherung der Völker schlecht bestellt. Wir glaub«, aber, daß die überwiegende Mehrheit der ausländischen Sozialisten anders denkt, und sind überzeugt, daß die„Humanite" Meunier kräftig von sich abschütteln würde— wenn nicht unglücklicherweise gerade die h,F r e i h e i t" diesen eigenartigen„Aus- ruf, veröffentlicht hätte. Denn bekanntlich ist alles, was in der „Freiheit" steht und was die deutschen Unabhängigen tun, in den Augen unserer ftanzösischen Genossen heilig. Die Christliche vilkSpartei ohne Mandate. Ter separatistischen „Christlichen BolkSpartei" sind in der vorläufigen amtlichen Zählung irrtümlich auS Bonn-Land 12 054 Stimmen zugerechnet worden. Die Zahl der abgegebenen Stimmen beträgt in Bonn- Land 1254, so daß für die Ehristliche Volkspartei im Wahlkreis Kiln-Lachen 20 071, nicht 84 871 Stimmen abgegeben sind. So» mit erhält selbst bei Listenverbindung mit Koblenz-Trier diese Partei im Rheinland kein Mandat. Auf den egyptischcn Ministerpräsidenten N essin Pascha wurde ein Attentat verübt. Nessin Pascha wurde nicht ver- letzt, dagegen drei andere Personen. GelverMastsbewegung Wahlen der veisiher Zu den Gewerbe- und kaufmannsgerichteu. Die letzten Gewerbe- und ilauimannsgertchlswahlen fanden vor dem Ä*jene stall. Während de-felben ist die AmiSdauer der Bei- sitzer auf 6 Monate nach dem Friedensschluß auspedehnt worden. Die Verordnung vom 12. Mar 1920 betreffend Abänderung des Gcwerbegerichrsoe'ctzes und des Gesetzes betreffend Kaufmanns- gericble(Reichs-Getetzblatl Nr. 107 Serie 958) bestimmt als Tag des Fnedenss-blusscs den 10. Januar 1L20. Demgemätz wäre die Amtsdouer der jetzigen Beisitzer am 10. Juli d. I. beendet. Sosern jedoch d.e Neuwahlen nichl bis zu diesem geilvunlt durchgeführt sind, wird die Ämlsdauer der Beisitzer bis;ur Durchtührung der Neuwahlen, jedoch längstens bis zum 31. Dezember d. I., ver- tängerr. Es müssen also in der nächsten Zeil Neuwahlen anberaumt werden, und an die geweikichastlichen Organisaiionen tritt die Aus- \ gäbe Hera», sobald wie möglich dazu Stellung zu nehmen. Die Wahlen selbst finden unler vei änderten Bedingungen statt. Jeder gewerbliche Albeiier. der im Besitz der bürgerlichen Ehren- rechte«st und das 20. Lebensjahr(früher 25> vollendet hat, ist zum Gewerbegcricht wahlberechligt, desgleichen BelriebSbeamte, Werk- meiner und mit höheren tertmiicheii Dienstleistungen betraute Än- gestellle, wenn ihr Jahiesarbeitsverdienst an Lohn oder Gehalt 15000 M. nicht übersteigt Zu den KaufmannSgeri.chten kann jeder Handlungs- gebilie wählen, der das 20. Lebs-i sjahr vollendet bat�'oiern sein Jahresaehalt nichi 15 000 M. übersteigl, er nicht Ausländer ist und 'sich im Besiv der bürgellichen Ehrenrechte befindet. Während die neue Verordnung der neueren Entwicklung auch dadurch lltechnung getragen hat. daß den Fiauen das aktive Wahl- recht ru beiden Wahlen gegeben wurde, rst der Bestimmung der Neichsvcr'afiung. ivouach beide Geschlechter gleichberech tgt sein sollen. nicht Rechnung getragen worden. Weibliche Personen dürien wohl wählen, lönnen aber nicht gewählt werden Ferner ist die Wähl- barleil noch an die Vollendung des 30. Lebensjahres gebunden. Für die nächslen Wahlen finden die Bestiminungen de« Ge« werbegerichtsgesetzes lZ 10, Abi. 1, Satz 1) und des Gesetzes be> treffend Kousnlannsgrlchle lZ 10. Abs. 2 u. 3). wonach nicht Wahl- berechiigt ist. wer Riinetrunlcistützling emvsangen und nicht erstaltet hat oder wer»och nichl zwei Jahre am Orte wohnt oder beschältigl ist, keine Anwendung. Die Beitimmllnge» über die Wahlen der Arbeitgeberbeisitzer haben Aendernngen nichl ei fahren. Eine ivichiige Acn.erirng ist auch durch das neue Geletz dahin getroffen worden, daff jetzt allgemein die Verhäliniswahl vorge- schrieben ist. Bisher war diese bei den Gewerbeherichtswahlen zu- lriisig und in cini ien Bezirken auch durchgeführt woiden. Für die icaiiimannsgerichtSwahlcu war sie schon vorgeschrieben Run ist auch für ersterc sestaelegi, dag die Wahlen nach den Grundsätzen der Per- bältnlSIvahi sta'.izufindelt haben, derart, daß neben den Mehrheusariippen auch die Minderbe'tsgrnppen enlivrechend ihrer Zahl vertreten sein müsicn� Hierbei kann auch die Stimmabgabe nui Vorichlaalislen beschränkt werden, die bis zu einem>m Statu! sestgeietzien Zeilpunkt vor der Wahl einziireichen sind. Ein? wichtige Aiif.iabe der Gewerlschaflc» ist es. sich schon jetzt nach geeigneten tüchtigen und»uverlässtgen Männern umzusehen, die bereit sind, als Beisitzer zu fungieren. b»s Kundgebung der Techniker. Am heutigen Srnntag wird in Berlin der Bundestag der tech- nisehen Angestellten und Beamten seilten Anfang nehmen. Als Vor- spiel der Tagung veropstaltete der Bund der technischen Angestellten und Beamten gestern abend im großen Saal der Bockbrauerei eine Kundg.bung der Techniker Berlins. Vor einer äußerst zahlreichen Zuhörerschaft sprach Dr. Pfirr- mann über die Stellung des Technikers in der neuen Wirtschaft. Er vertrat den Gedanke», daß der Techniker in der neuen Wirt- schaft, die ans Demokratie und Sozialismus aufgebaut sein muh, eine vom technischen Denken getragene führende Stellung einzu- nehmen berufen ist Der Sozialismus ist für den Techniker nicht ein Problem der Vcrleilung. sondern ein Problem der Pro�rktion, die mit möglichst geringem Aufwand von Kräften möglichst ergiebig gestaltet werden muh. Die auf das höchste gesteigerte Produk- tiviiät soll nicht wie bisher im Dienste des nach Profil strebenden Privatunternehmers, sondern im Dienste der Allgemeinheit stehen. Der Redner erörterie das Problem des Sozialismus. Er erklärte sich gegen das shwdffalistische und föderalistische Prinzip, ebenso gegen das in Rahlano zusammengebrochen� wirtschaftliche System d«S Bolschewismus gmd trat fltr den fn' England propaglerl?« Gildensozialismiis«in. Di« groheu Aufgaben, die dem Techniker in der neuen Wirtschast gestellt sind, muffen mit Euisetzung aller Kräfte bewältigt werden.(Lebhafter Beifall.) Hierauf sprachen einige von d'n geladenen Gästen. Eduard Bernstein, mir Beifall begrüßt, verwies darauf, daß das Los des Technikers in der kapiraliftifchen Gesellschaft ist, ein Proletarier zu bleiben sein ganzes Leben. Die soziale Stellung des Technikers ist eine andere geworden, als sie früher war. Das muh auch das soziale Denken des Technikers beeinflussen und ihn dazu führen, mitzuarbeiten an dem sozialistischen Neuaufbau der Wirtschaft, in der neben dem Volkswirt, chastler auch der Techniker große Aufgaben zu erfüllen hat.— Ter Redner schloß unter starkem Beifall mit einem.Glück misl* für die Arbeiten des Bundestages. Georg Bernhard, der ebenfalls eine Begrüßungs- ansprach« hielt, sagte, der vom Referenten befürwortete Gilden- sozialiSmuS sei identisch mit dem Rätegedanken, den seine Freunde Cohen und Kaltski aus dem Rätekongreß vertreten haben und der hoffentlich auch in Teutschland noch anerkannt werden würde. Den Schbiß bildete eine mit großem Beifall aufgenommene Ansprache seS Finanzministers Lüdemann. Auch er gedachte der Aufgaben deS Technikers;n der neuen Wirtschaft. Er begrüßte die nach der Revolution erfolgte Verschmelzung der beiden Tech- rrikerorganisationen und den Zusammenschluß zum Reicbsbund deutscher Techniker. Durch diese Organisationen würden sich die Techniker zur Geltung bringen können. Durch die ungeschwächt« Einigkeit im Bund dienen die Techniker nicht nur sich selbst, sondern auch der Allgemeinheit._ Achtung, Maurer und Bauarbeiter für das Hoch- und Bctonbaugewcrbe! Der am 21. Mai d. I. unter dem Vorsitz des Herrn Geheimen RegierungSrates Wuli vom Reicbsarbeitsmmisterium geiällte Schiedsspruch hat die Zusiiminung der Arbeitgeber- und Arbeitnebmer- organisationen geflinden. Hiernnch werden die Stundenlöhne ab 29. Mai 1020 um 80 Pf. und ab 1. Juli 1920 um weitere 30 Pf. erhöht. Die Nachzahlung erfolgt am Freilog, den 18. Juni. Arbeiter und Angestellte! Nachdem die Berliner Gcwerkichaflsloinmiision anläßlich des Etreii« im Friscurgcwerbe zur Unterstützung der streikenden Fritcure den Boykott über sämilicke Friseurgeichäfle ausgesprochen halte. haben sich auf Veranlassung der Berliner Gewerkschaflskommission erneut Berbandlungen ergeben, die am 10. d. Mls. stallfanven Zu diesen Verbandlungen bildeten die Grundlage die letzten im Mai stattgefundcnen Verhandlungen. Der Jnieresienverband der Fiiseure hat sich verpflichtet, in ein taüiliches Bei Hältiiis mit dem Verband der Friseure einzutreten. Die am l l. Juni statlgefundenen Veriammlungen der streikenden Früenre haben darauihin beschlossen, die Arbeit wieder mitzrniehmen. Damit sind die Ursachen des BoyloitS behoben. Der Ausichuß der Berliner Gcwerljchafts- kommiision erUärl�.dcn Boykott hiermit für aufgehoben. Berlin, den l2. Juni 1920. Der Ausschuß der Geweiktzvaitskommiision Berlins und Umgegend. I. A.: Vollmer Haus. Steinsetzer und Berufsgenoffen, TnrifbafirkWrost-Berlin. Am 5. Juni 1020 wurde folgender Schiedsspruch gefällt. Es erhakten pro Stunde: Sternsctzcr 0.50 M., Steinhauer 0,40 M., Ramme r 6,15 M., Hilfsarbeiter 5,50 M. Ab 5. Juni zahlbar mit vierwöchiger Kündigung. Nun haben die Arbeitgeber am 10. Juni den Schiedsspruch abgelehnt mit folgender Begründung. Der Vorsitzende des Einigungsamts erklärte in serner Begrün- brrriy, die Lebcnsmittelverhältniffe hätten sich seit der letzten Lohn- vereinbarring am 15. AprU 1920 weiter verschlechtert. Zugegeben wird, daß sich der Preis für da? Brot wester verteuert hat. Alle übrigen Lebensbedürfnisse aber haben seit dem 15. April zum Teil eine recht wesentliche Berbilligung erfahren, Fleisch und Kartoffeln sind wesentlich billiger, letztere in unbegrenzten Mengen am Markte. Schuhe-und andere Bekleidungsstücke sind zu wesentl.ch billigeren Preisen zu kaufen, und die Entwicklung der Preise nach unten setzt sich zurzeit ständig fort und ist in ihrer Entwicklung noch gar nicht abzusehen. Aber auch die allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse lassen es unseres Erachtens nicht zu, ein« Erhöhung der Löhne zurzeit vorzunehmen. Abgesohcn von einigen Neu- arbeiten, bei denen die außerordentlichen Kosten aus besonderen Gründen kerne Rolle zu spielen scheinen, ist die Tätigkeit nnsercS Gewerbes sowieso sehr eingeschränkt nnfc erstreckt sich fet allgemeinen nur auf notwendige UntevhaltungSarbeiten des Straßen- Pflasters, für die in dcn Haushalten der einzelnen Behörden be- slimmre Beträge ausgeworfen ssnd. Diese Beträge sind im Ver ! hällnis zu den in unserem Gewerbe gezahlten Löhnen so riiedrig. , daß nur eine kleine Anzahl unserer Facharbeiter mit diesen Ar- ■ betten betraut werden kann, während die große Anzahl, besonder.. Gesellen und Rammer, Unlerkunst in anderen Berusen, namentlich als Erdarbeiter, hat suchen müssen. Ein« erneute Erhöhung der Löhne würde die für die Unterhaltung von Straßen ausgesetzte Summe noch schneller erschöpfen und die Arbeitslosigkeit in nn screm Gewerbe vergrößern. Eine Erhöhung der für die Unter- Haltung von Strahcnpflaster ausgeworfenen Summen durch die Gemeinden ist nicht zu erwarten, weil die Behörden sich sämtlich in Not befinden und in ihrer Not zuerst daran gehen, die für die Straßenuwterhalmng bestimmten Beträge zu anderen Zwecken zo verwenden, so daß an eine Ausdehnung unserer Avbeitsmöglichkei: gar nicht zu denken ist. In Anbetracht der Verhältnisse findet am Montag, den 14. Juni. abends 7 Uhr, in Berlin, Jnvalidenstr. 1(Harmonie), eine wichlin- j Sitzung aller Vorstandsmitglieder sowie Betriebsräte, Detridbs-. j obl ente und Vertrauensleute aus dem Gau Groß-Berlin statt. Es ist das Erscheinen der betreffenden Kollegen dringend erforderlich. I. A.: I. Sibura, Gauleiter. Achtung, Holzarbeiter!' Der Inhaber der Tiichlerei Försterliiig, Neukölln, Berliner Str. 32. har säni'liche Arbeiter enilassen. da dieselben eine Lohn- kürzung von 00 Pfg. pro Stunde ablehnen. Aus Giuud dieses Verhallens verhängen wir über obigen Be- trieb die Sperre. Die OrtZherwalrung des Deutschen Holzarbeiterverbandes. Zahlstelle Berlin. Eine noble Zvirnta. Wie das Koalitionsreckt der Arbetler von den Arbeitgebern ge« wahr: wird, zeigt folgender vom Deuticheir Transporlaibeilcr- verband, Gruppe Martrhelfer. berichteter Vorgang: Bei der Firma Haiustegel Nachf., Kunsthandlung. SW, Linden» stroße 16 17, war seil 36 Jahren ein Packer beschäsiigt, der sich seiner Organlsalion, dem TraiiSvoriarbeilerverbaiid, anschloß, nnr die in dieier Branche gezahlten Tarislöhne zu erlangen. Die Firma sah darin einen Bruch deS bisherigen harmonischen Zuioinmen« arbeiienS, lehnte die Zahlung ab und letzte den Arbeiter auf die Straße. Selbst das Eingreiie» der Organiialion tübite zu keinem Eriolg. Hoffentlich wiid der angeruiene SchlichiungsanSichnß dem Arbeitgeber klar machen, daß man ein Recht bat. für lariimäßlge Bezahl„ig bei den Arbeitgebern vorstellig zu werden, ohne dadurch mit Entlassung bestrafr zu werden. Eine Kundgebung der Hausangestellten findet heute nachmittag 5 Ubr im Lustgarten statt. ES sollen fol- gende Forderungen erhoben werden: Der Hansangestellre hat eine Arbeitszeit von lO Stunden, sie darf nicht vor 6Ühr morgens beginnen und nicht nach 3 Uhr adeuds enden. Der jugendliche Hausangestellte unter 18 Jahren darf nichl länger als 8 Stunden beichäfligl werden: die Arbeitszeit darf ntchr vor 7 Ubr morgens beginnen und nicht nach 7 Uhr abends cndeir An einem zu vereinbarenden Wochentage muß die Arbeitszeit nnr 3 Uhr nachmiriagS und am Sonn- und Feiertag um 2 Uhr beendet sein. Jeder vierw Sonntag ist ganz arbetlsfrer. Dt« Pausen öe- tragen täglich 2 Stunden. Es ist das elsteinal. daß der Zentralverband der HauSange- stellten der ieit vielen Jahre» schon zähe»nd emsige Organiroilcnis- i und Erziehungsarbeit im stille» geleistet bat. zu euier großen Allion aulrusr. Die Ver>am>nlling muß beweise», daß diese Arbeit nicht vergeblich gcweien ist. Die Arbeiter und Ärbeiicrrnnen werden ersucht, ihre Töchter und Södne. Schweslerii und BrnhAr und alle Belanute, die H.rnsaiigcstellie sind, zu veranlaffen, daß sie sich auch resttos in die Reihen der Organiialion stellen. T Ein Akt der Solidarität. Eine vorgenommene Sammlung der im Hotel Eip!a»a�e beschä'ltgien Moschiuisten. Heizer»nd HaKd- iverler zur Uiileistütziing der politische» Geiangeue», Wttiveü und Waisen des Ziudrgebieles ergab die stattliche Summ« von t08S M. Dieselbe ist dein UnlerNütziingStomilee der Bcilinrr Arbeilerichast, z. H. Adolj Baer, Manteuffelstr. 72, zur Weiterleilung übeiwiejeu worden.' Verantw. für dcn redlilt. Teil: Dr. Wcrncr Prtscr, Charlotlenburg: fflr Zliizeinci" II). Glocke, Berlin. Verlag) VarwärlS-Verlag G.m.b.H., Berlin. Druck: Von- wiirlS-Luchdruckerci u. VerlagSonflalt Paul Singer u. Co., Berlin, Sindenstr. Hierzu 3 Beiiagcn. rll d 1 s b es- re l s I Ist« nsct, auswärts kostenfrei Versand- Abteilung: Berlin W 9.. Leipziger Str. Außergewöhnüdie Angebote! n\ &§ iL! S 6 aus Waschstoff, FH ÄOO verschiedene Fassons...... 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