Nr.3S7<37.?ak'rgaag Ausgabe B Nr. 1b Bezugspreis t S?rtcl}äitL80,— JB�monatUO,— 9H. frei au Jxras, ootauo Zahlbar. Pok- cesuft JRonallidi 10.— MI. erkl. ftn- stsllunzegedilhr. Unter-Ireiudand kür Leutlchlan» and Oelterrei» 10,' 0 MI. iür da« übrig« Ausland oei laglich einmal. SufteHuno 2150" üellungen lehnten in OeKerreich. Unzarn. Tfchech»> El nwalri, Dane» Marl,■joBaua,-uremoutg,; dm» den und»i» Sibweiz.— jtnnetraaen in die PoO->eiiuna« Vreislilie. i>er»Borwaris� mit der Snnmag» deUoge.Boll u. üeii�-richeini wachen- aglich ,we:mn Ssnntaqe und Man- lag« nnmai Telearamm-Adrelfe .Soilaldemottal Berlin" Abend-Ausgabe v y? berliner VolKsblAtt (�20 Pfennig� Anzeigenpreis: Sie achigelnaliene RonvarrMeieil» lalle 3,— M.. Teurnmgsziischlag SO»/,. Gleina Anzeigen-, da. frti- gedruckte Won 1,— M. lzuläfsig zwei lettgedruckte Wortel jedes weitere WoN 00 Pfg. Stellengefuilie und SchlaffirBenanzeigen dos erste Wort SS Pfg. ledes weitere Won 10 Pfg. Worte über IS Buchstaben zahlen liir imet Worte. Teueniuavzuschlaa 50" ,. lraniilien-Aiiie gen für Monncnten gell« i— M. politiiche uns oe- wertjchnftliche Berein«- Anzeigen 3,— M! die geile ohne Aufschlag. Anzeigen sür die Nächste Nummer Müssen bi» S Abr nachmittag» im Sauptgeschilt. Berlin SW Sb. Linden- ltrage Z, abgegeben werde». Meössnei von S Uhr Irüh bi« 5 Uhr abends. �entrslorgan der rozialdcmokratifcben Parte» Dcutfchlands Keöaktion und Expedition: SW. öS,£indenfh. Z. itemiürerijer; Amt Marinvla«, Nr.»7,1 iiv— täl S7. Freitag, den 18. Juni vonoärts»verlag G.m.d. h.. EW. öS» Lindenstr. Z. Krrnwreeber: Am» MoriNplnü. Nr. 117 53—54. Noch immer Idi Ju der Regierungskrise ist immer noch keme Eutschei- dung gefallen. Tie Demokraten machen aufs Neue den vergeblichen Versuch, die Sozialdemokratie in eine Koalition cinzubczichen. Tic Demokraten beraten in ihrer Fraktion mittags um 2 Uhr immer noch, ohue bisher zu einer Entscheidung gekommen zu sein. ck ES wird in diesen Ta�en der schwebenden Kabinetts- knie in der bürgerlichen Presse viel zusammen gemunkelt und kombiniert. Man wird auf alle diese Erörterungen nicht allzuviel Gewicht legen dürfen, da sie in der nächsten Stunde schon durch neue Tatsachen über den Haufen geworfen sein können. Fest steht bisher nur die Tatsache, daß die Sozialdemo- kraten wester auf ihrer Weigerung beharren, in die Regierung einzutreten. Die Gründe dafür sind an dieser Stelle oft auseinandergesetzt. Inzwischen setzt Fehrenbach mit großem Eifer die Be- '"Übungen fort, ein Koalitionskabinett zustande zu bringen. w..Berliner Tageblatt" hat über den Stand dieser Per- Handlungen in der"Nacht noch folgendes erfahren: Die Sozialdemokratie erklärte endgültig, daß sie sich nicht an der Regierungsbildung beteiligen würde, und daß man daher von weiteren Bemühungen um ihren Eintritt in. das Kabinelt absehen möchie. Die weiteren Äerhaudlungen othu Reichspräsidenten galten dann der Frage, wie sich die sozialdemo- kratische Fraktion zu einer etwaigen Regierung, die aus dex De- mokratischen Partei, dem Zentrum und der Deut- schen Bolkspartei bestehe, verhalten würde. Die sozialdemo- kralischcn Vertreter erklärten, daß sie dem neuen Kabinett ange- sichts der Berhandlungen in Spa keine Schwierigkeiten bereiten würden, daß sie sich aber natürlich alle Schritte vor- b e h a l te n müßten, wenn die Regierung eine arbeiterfein»« l i ch e Politik einschlagen würde. Ein ausdrückliches Ver- trauensvotum würde die sozialdemokratische Fraktion freilich dem neuen Kabinett nicht geben können, aber sie würde andererseits nicht für ein Mißtrauensvotum stimmen. Die sämtlichen sozial- demokratischen Minister würden zurücktreten. Dagegen würden die sozialdemokraiischen Staatssekretäre nur insofern aus ihren Remtern scheiden, als eS sich um sogenannte parlamentarische Slaatssekretäre handele� Alle anderen würde � man als Beamte ansehen und sie nicht zum Aufgeben ihrer Positionen veranlassen. Dasselbe ist von den sozialdemokratischen Beamten überhaupt zu sagen. Wie wir heute hören, sind die Erklärungen der sozial- demokratischen Unterhändler' nur zum Teil richtig wieder- Neue Verhaftungen in Luöwigshafen. LudwigShafe«, ig. Juni. lP.P.R.) Heute morgeu zwischen 4 und S Nbr wurde« von der französischen Besatzung?- behörde iu der Pfalz neu» Verhaftungen van Arbeiter- führern in LudwigShaf-n vorgenawweu. Es wlirde« verhaftet: 1. Stadtrat und Arbritersckretär Rau schert» 2. Stadtrat und Metallarbciterverbandsbeamter Fischer, 3. Stadtrat und Eisen- babnverbandsbeamter Baum. Die Verhafteten wurden in Aiito- mobilen durch die Franzosen dem Weichbild der Stadt entzogen. Um der Bevölkerung den„erforderlichen Schutz" bzw. die nötige A» g st beizubringen, ist eine größere Kavallerie-Abtei- l u n g um 7 Nhr. von Mordach kommend, in Lndwigshafen ringe- zogen. Der pommerlche Lanöarbeiterftreik. Der Landarbeiterstreik in der Provinz Pommern greift laut Meldung der„Tena" weiter um sich. Bisher streiken in den Krel- sen K ö s I i n, S t» l p und S ck l a w e ungefähr 8l> Güter. Ueber das Verrichten der Notstandsarbeiten wird»och verhandelt. Augenblicklich können dir landwirtschaftUchc« Arbeiten mit Hilfr von Hilfsarbeitern zur Not verrichtet werden. verfasfungsreviston in Selgien. 'Brüssel, 18. Juni. lHollandsch NieuwSburcan.) Di? Be- eatungcn über die Verfassungsrevision sind gestern wie- der aufgenommen worden. Die Kammer bcschlosi gegen vier Stim- wen die Entschädigung der Kammr.r Mitglieder auf IWll Franken monatlich festzusetzen. Weiter wurde beschlosicn, daß die Kammer alle vier Jahre neu gewählt werden muß und daß auf tvWll Einwohner ein Abgeordneter entfällt. Ebenso ist die Wählbarkeit von Frauen angenommen worden, m«t der EinsanAnkung, daß sie kein Stimmrecht haben. Die Kam- mcr hat weiter die Münzkouvention erweitert, wonach ge- stattet wird, Schcidemüuzen prägen zu lassen, dle für den aus- ''-''estli�-en Gebrauch im Kongo bestimmt sind. ES wurde mitgc- teilt, daß Minister Ja spar seine Dew isston eingereicht hat. \t Entftheiöung. gegeben. Insbesondere ist über die Frage bes Verbleibens ber bisherigen StnatSsekretäre unb der sozialdemokratischen Beamten überhaupt noch nickt verhandelt worden. Was das „Vertrauensvotum" sür die geplante Regierung anbetrifft, so konnten die Unterhändler weder eine Zusage machen noch ablehnend sich äußern. Diese Entscheidung müssen sie der Fraktion vorbehalten, die selbstverständlich ihrerseits das Programm der neuen Regierung zu prüfen hat. Die Entscheidung über die Frage, ob überhaupt die Re- gierungsbildung auf der neuen Basis möglich ist. liegt bei den Demokraten, die am Donnerstag Fraktionssisiung hatten und am Freitag vormittag sie fortsetzten. Gestern hatte man den Wunsch geäußert, unter allen Umstän- den die Sozialdemokraten zur Teilnahme an einer Regierung der alten Koalitionsparteien zu bewegen. Der Abg. Haas erstattete Bericht über die Verhandlungen mit Feyrenbach und teilte besonders mit, daß das Zentrum und vor allem Präsident Fchrenbach den Sozialdemokraten das Folgende nahezulegen versucht habe: Zentrum uud Sozialdemokratie seien es gewesen, die den P e r s a i l l c r Frieden abgeschlossen hätten. Jetzt, wo es gelte, in der Konferenz von S p a die letzten finanziellen Konsequenzen ans diesem Friedensschluß zu ziehen, sei es nicht angängig, daß die Sozialdemokratie das Zentrum einfach im Stich lasse und sich so der moralischen Verantwortung für Versailles entziehe. Keiner d'Srj« die Suzlaldem.fii itie in einem so kritischen Augenblick wie gegenwärtig nicht das ebener st errungen eparlomentarischeSy st em durch eine reine Oppositionspolitik sabotieren... Da die Sozialdemokratie nur die Konsequenz ans den Wahlen zieht, kann von einer Sabotage nickt gut die Rede sein, um so weniger, als ein Koolitionskabinett alter Art nach der ziffernmäßigen Zusammensetzung dos Reichstages keine genügende' Grundlage mehr hat und als die U n a b- hängigen, die ja einen Teil �der sozialdemokratischen Wähler aufgesogen haben, auf den Standpunkt beharren, daß eine Rechtsregierung,„geschichtlich betrachtet", besser sei, als eine solche, an der sie selber beteiligt wären. Die Neichslisten. Nack amtlicher Feststellung sind 466 Abgeordnete zum Reichs- tag gewählt. Es entfallen auf die Reichsliften für die Sozialdemo- krati« 8 Sitze, die U. S. P. 7. für das Zentrum 6, die Deutschen Demokraten 8, die Deutscknational« Volksparlei g. die Deutsche Volkspartei 8, den Bayerischen Bauernbund 1, die christlich-födera- listische Partei 3. Neuwahlen in Dänemark. K« p e u ha g e n, 18. Juni. Wie„PnllHfcn" meldet, hat die dänische Regierung gestern brschlossen, den R e ich s t a g iu«inigen Tagen aufzulösen. DI» nächsten Folkechingswahlen werden am 6. Juli abgehalten. Hiernach scheint die Regierung damit zu rechnen, daß es noch mehr als einen Monat dauern wird, ehe die Berhandlungen mit Deutschland abgcschloffeu sind und die Souve- ränität über die erste Zone Nordschleswigs an Dänemark über- gehen kann. Der türkische Kreiheitskampf. Konstantiuoprl» 17. Juni.(Reuter.) Eine an Zahl über» legene nationalistische Streitmacht hat gestern eine schwache Wteilung englischer Truppen au der Ismail- Front umzingelt. Der englische Befehlshaber verhandelte m:t den Nationalisten, die ihm freien Abzug gewährten. Die Vorhui kam unbehelligt durch, aber auf die Hauptabteilung eröffneten die Nationaltsten verräterisckerweisc das Feuer, verwundeten 36 Mann und nahmen den englischen Nachrichtenoffizier gefangen. Hilfe ist sofort abgesandt worden. Ein englisches Kriegsschiff bat die Stellungen der Nationalisten mit Granaten beschossen und sie dadurch bei der Verfolgung aufgehalten. Heute herrscht völlige Ruhe. Paris, 17. Juni. Aus einer Meldung deS„TempS" geht her- vor, daß die Türken bei Bozanti zehn französische Offl. ziere und ungefähr SoO Soldaten gefangen genommen haben. �apan zur Nücksabe von Kiautscbou bereit. Tokio, 18. Juni. Java» veröffentlicht den Inhalt einer am 14. Juni an Cbina gerichteten Note. Darin wird wieder. hrM gesagt, daß Japan wünsche, Verhandlungen über die Rück- g a v e von L i a u t i ch o u an China einzuleiten. Japan sei zur Rückgabe dielcS Gebietes und zur Zurückziehung der Truppen be- reit. Tie Notr erinn-rt daran, daß China vor dem Borsailler grie- den in die Uebertragung von Dchontung an Japan eingewilligt hat. Tie Rückgabe von Kiautscho« an China würbe an den Bestimmungen deS Berfailler Vertrages nichts ändern. Ein Rechtfertigungsversuch. Das Zentralkomitee der U. T. P. zur Regiernngsfrage. Das Zentralkomit« der U. S. P. veröffentlicht in der „Freiheit"«ine lang«, die ganze Titelseite ausfüllende C'!- klärung mit der Uebcrschrist:„Warum gehl di« U.S. P. nicht in die Regierung?" Sie richtet sich gegen die verwirrend«' Hetze", die nach dem bekannten Abjagebrief Crispiens an Hermann Müller gegen die U. S. P. losgebrochen sei, und feiert die.Haltung der Partei im Wahlkamps, die niemals einen Zweifel daran gelassen habe,„daß Wohlkompf und Parle- mentsarbeit nur e i n Mittel des proletarischen Klasienkamp- scs, daß in dem Ringen unserer Zeit die Aktion der Masse das vornehmste und entscheidenste Kampfmittel sei". Dann müssen allerdings die Wähler in den Versamm- lungen falsch gehört haben. Sie nahmen nach den Reden der unahhängigen Kandidaten an, datz sie durch fleißige Ao> gabö von U.S.P.-Zetteln etwas Positives zur Besserung ihrer Lage erreichen könnten. Das war, wie sich jetzt zeiqt, ein Mißverständnis. Die Wähler werden jetzt auf die„Piasien- aktion" vertröstet, es wird ihnen freilich nicht gesagt, wie diev Massenaktion aussehen und was durch sie zu ihrem Wohle erreicht werden wird. Der Aufruf fährt fort: Den Wnhlkampf hat unsere Partei als Todfeind der kapi- ialistischen Wirtschaft, der bürgerlichen Parteien und der ver- bürgerlichten Scheinsozialiste? kichrt. Nach den Gesetzen der formalen Demokratie, nach dem rein zahlen- mäßigen Wahlergebnis könnte unsere Part-- t die Bildung d-r parlameütal.ischen Regierung mit' in Beicacht kommen. Nach den Gesetzen de? proletarischen Klassen- kam pf es ist aber' eine Beteiligung unserer Per« t e i an der Regie r'ung undenkbar. Die Bezeichnung der Sozialdemokraten afs„Todfeinde" ist eine läppische Entgleisung,' die wir nicht ernst nehmen. Nichtig ist aber, daß die U. S. P. den Wahlkampf so geführt hat, als ob es. für sie nur einen„Todfeind" �gcbe, die Sozio' demokratie, denen Reichskonfenenz zur E i n i g k« i t all«■ Arbeiter aufgerufen und die Parole ausgegeben hatte:„De- Feind steht rechts". Dadurch hat die U. S. P. die Gesamtzahl der sozialistischen Stimmen vermindert, die politische Mc.iiit des Kapitals und der bürgerlichen Parteien gestärkt. Die„Gesetze des proletarischen Klassenkampfes", durch die sich die U. S. P. zu ihrem unsinlli' Verhalten veranlaßt sieht, werden nun weiter folgender:?n erörtert: In Deutschland ist eine Koalition r-�gierung, eine Re gierung auf die Dauer unmöglich, die sich aus Vertretern der ko pitalistischen Klassen und aus Vertretern der Arbeiterklaffe zu- sammensetzt. Die bürgerlichen Parteien dulden nur solche So ziaüsien in der Regierung, die ihre sozialrevolutionäre Ilcberzcu- gnng abgeschworen und sich zum reinen R'eformsozialismuo be- kannt haben. Bemerkenswert sind die einleitenden Worte:„In Deutschland". In Deutsch-Oesterreich sitzen nämlich die To- zialdemokräten. die dort den Unabhängigen sehr nahestehen. sogar mit christlichsozialen Antisemiten in einer Regierung weil unter den gegebenen tollen Verhältnissen ein« ander.' Regierungsbildlinq eben nickt möglich ist. Gelten die„Ge setze des proletarischen Klassenkampfes" nur für Deutschland? Es wird dann weiter ein langes Lamento darüber an- gestimmt, was für forsche Kerls die Vertreter der bürgerliche!: Parteien in der Regierung sind und wie ein paar unahhän. gige Ministsr gar nichts gegen sie auszurichten imstande wären: WaS könnten einige unabhängige sozialdemokratische Minister etwa auf dem Gebiete einer energischen Sozialisierung ode- der Enteignung de» Großgrundbesitzes dnrchsenen. wenn sie in einem Kabinett säßen, in dem die Mehrheit der Minister Verscckter und HelrerShelfer der kapitatistiscken AuZber tungSwirtschaft und des kapitalistischen Privateigentums sind? Wer sagt, daß die Mehrheit der Minister bürgerlich sein müßte? Im Reichstag sitzen 193 Sozialisten, sie brauchen zur MeHrbeitsbüdung etwa noch 40— 50 Mann. Und gegen diese 40—50 sollten die 193 vollkommen ohnmächtig sein? Dann heißt es im gleichen Klageton weiter: Wie könnten einige»«abhängige sozialdemokratische Minisirr tatkräftig an die Entwaffnung der G e g e n r c d o l u t! o n gehen, wenn ihnen Minister aus Parteien i n d ie A r me fallen. die der Betr-affnuiig der Arbeiterklasse den wütendsten Widerstand entgegenstellen?„ Wie könnten einige nnabhängige sozialdemokratische Minister etwa für die Erweiterung der A r b e i t e r r e ch t e, sür die weitgehendere Betätigung der Betriebsräte, für sozialpolitische Maßnahmen durchsetzen, wen« die Mehrheit ihrer Ministe:- kollagen für Antistreikgesetze, für Verlängerung de: Arbeitszeit und Abbau der Löhne eintreten? Auch dafür gilt das schon vorher Gesagte. Die U.S. P., die doch sonst den Mund wahrlich nicht voll genug nehmen kann bemüht sich setzt auf einmal, sich selber als s o schwach, so klein, so iämmerlich wie möglich hinzustelleu. Sie konnte gar nicht- durchsetzen gegen den reaktionären Kurs in der Reichswehr, gar nichts für die Erweiterung der Arbeiterrechte, denn die Mehrheit ihrer Ministerkollegcn— warum denn die Mehrheit?— würde für Antistreikgesetze, Verlängerung der Arbeitszeit, Abbau der Löhne eintreten I Ja. wenn sich«die Unabhängigen trotz ihrer sonstigen arohen Redensarten und trotz der Massen, die hinter ihnen stehen, schon nicht die Kraft zutrauen, etwas Positives für die Arbeiter durchzusetzen, ist es dann nicht doppelt ihre Pflicht, in die Regierung mit hineinzugehen, um dort wenigstens Rück- sch r i t te zu verhindern? Können die bürgerlichen Partien. wie sie nun einmal gebaut sind, olles, die sozialistischen Ar- beitervertreter gar nichts? Und da soll man— an die„Diktatur>des Proletariats" glauben? Warum macht man denn mit der„Diktatur des Pro- U'wriats" nicht jetzt schon den Anfang, indem mon die er- worbene Macht ausnützt und gegen die.bürgerlichen Parteien etwas durchzusetzen versucht? Es wind dann weiter gesagt: Wäre die rechtssozialistische Partei in der N: lonalversamm- lung mit der Unabhängigen Partei in eine geschlossene Opposition gegen die gesamle bürgerliche Welt/ getreten, so wäre dem deutschen Proletariat eine Unmenge »BN Blutopfer»> Nöten und Entbehrungen er- spart geblieben. Ter proletarische Klaffenkampf hätte ein- heitlich und geschlossen erfolgreich durchgeführt> Verden können. Nur der rechtssozialistischen Partei ist es zu danken, wenn immer wieder Koalitionen zustande kamen und kommen, die einemimmer reaktiv- näreren Charakter tragen. Hätte die Sozialdemokratie fich in der Nationalversammlung nicht au'der Regierungsbildung beteiligt, so hätten wir damals schon, zwei Monate stach der Revolution, eine rein bürgerliche Regierung bekommen, und der Klassenkamps hätte vollends die Bahn ruhiger gesetzlicher Entwicklung verlassen, •c wäre auf der ganzen Linie in seiner gewalttätig- st c n, b l u t i g st e n F o r ni aufgeflammt. Das hätte Ströme von Blut, unendliche Entbehrungen gekostet, und in Deutsch- land regierte dann aller Wahrscheinlichkeit nach jetzt schon längst der weiße Terror. Wenn die Koalitionen einen immer reaktionäreren Cha- rakter tragen, so soll„nur" die Sozialdemokratie daran schuld sein. Aber die Sozialdemokratie hat sofort nach den Wahlen der U. S. P. den Eintritt in die Regierung angeboten— zeugt das von ihrer Absicht, den Koalitionen einen immer reaktionäreren Charak.er zu verleihen? Wer hat die gemein- same Arbeit niit der Sozialdemokratie abgelehnt? Wer trägt chso die Schuld daran, wenn uns jetzt ein reaktionäres Re- gjment droht? Ter Ausruf verspricht dann freilich:„Gegen diese kapitalistische Regier ung wird die N. S. P. inner- I>alb und außerhalb des Parlaments in entschiedener Kampf- stellung stehen". Man nimmt den Kampf auf. nachdem man freiwillig dem Kapitalismus alle Machtpositionen ein- geräumt hat! Das Ziel, heißt es zum Schluß,„bleibt nach wie vor die Eroberung der politischen Macht durch die zu- sammengesaßte Kraft des gesamten klassenbewußten Prole- tariats". Der Wablkamps hat gezeigt, wie die U. S. P. die Kraft des gesamten klassenbewußten Proletariats„zusammen- saßt", der Grispien-Bries hat bewiesen, was die U. S. P. tut. unr die vorhandene Kraft im Interesse der Arbeiterklasse nutzbar zu macheru Das ganze Schriftstück ist durchzogen von Angriffen aus die„formale Demokratie" und Verherrlichungen der .Diktatur des Proletariat s". Dabei wird natür- sich auch mit den bekannten Vorwürfen gegen„unfruchtbare Reformpolitik" und den„Verrat" dey Rechtssozialisten uichr gespart. Sic Früchte der Reformpolitik befriedigen nicht— aber wo sind die Früchte der Il.S.P.-Politik? Und will man nickt endlich io ehrlich sein zuzugeben, daß die Sozialdemo- kratie mit ihrem Bekenntnis zur politischen Gleichberechti- guug. zum allgemeinen Wahlrecht den alten Grund- 'ätzen t r e u g e b l i eb e n ist, während die Unabhängigen diese Grundsätze zugunsten einer ganz nebelhaft verschwom- nieuen„Diktatur des Proletariats" preisgegeben haben? Der ganze ellenlange Aufruf des Zentralkomitees be- weist nur aufs neue, daß sich nach dem Abgang der alten in sozialistischen Gedankengängen geschulten Führer eine u n- glaubliche Konfusion in der Leitung der U. S. P. breitmacht. Diese Konfusion ist schuld an dem Verhängnis- vollen Entschluß, durch Verweigerung positiver Arbeit zum Schutz der Republik und der Arbeiterinteresien die Bildung einer bürgerlichen Regierung zu erzwingen und alle Macht den Gegnern ,der Arbeiterbewegung in die Hände zu spie'cn. D i e Arbeiter begreisen diesen Ent- 'chlußnichtundwcrdenihnnichbegreifen. mag das Zentralkomitee noch soviel Bandwürmer von Erklärungen von sich aeben. Die Arbeiter in ibrer Masse sind keine ge- lehrten Theoretiker des Sozialismus, ober ihr gesunder Klassenrnstinkt sagt ihnen, daß sie mit Vertretern/ die die Wahrung ihrer Klasieninteresien auf Grund spitzfindiger theoretischer Erwägungen preisgeben, nichts ansangen können. Die II S. P. bat bei einem Teil der Arbeiter Ver- trauen gefunden, aber sofort bewiesen, daß sie dieses Vertrauen nicht verdient. Tie Arbeiter haben ihr Mandate gegeben, sie sagt kläglich:„Ich kann damit nichts anfangen." Di« Arbeiter ober zucken<)ie Achseln und sagen:„Einmal und nicht w ieder!" De? Nasienmorö von TKa?.. Hassel, 19. Juni,(Eiacner Dmbtbericht des„Vorwärts".! Gestern wurde die Verhandlung in Marburg gegen die Zeit- freiwilligen von Thal fortgesetzt. Zur Führung der Interessen der Angehörigen der Erschossenen war Rechtsanwalt Dr. Liebknecht anwefen. Zunächst wurde die Vernehmung der Angeklagten fortgesetzt. Sic blieben auch dieKtna-l auf ihren Aussagen bestehen, die Gefangenen auf der Flucht erschossen zu haben. Da eine weitere Vernehmung der Angeklagten zwecklos erscheint, wird um lO Uhr mit dem AZ erhör der Zeugen begonnen. Beim Aufruf der Zeugen erhebt sich bei dem Namen des Studenten 2 e m m e r, der wegen seines energischen Austretens gcgenüiber dem reaktionären Professor Träger sowie während deS Kapp-Putsch«« gegenüber den reaktionären Studenten wenig beliebt ist, im Zuschauerraum von studentischer Seite Fjtjjefcharten. Nachd.m der Vorsitzende die Zeugen auf die Wichtigkeit ihrer Aussagen und die Bedeutung des Eides aufmerksam gemacht hat, beginnt die Aussage des ehemaligen Fregattenkapitäns Selchow, der als Student mit der Führung des Zeitfreiwilligenbataillons beauftragt war. Er sagt etwa folgendes aus: Auf dem Transport Hab? er Nachricht erhalten, daß ganz Thüringen in Aufruhr steh» und sich dort die Verbrecher und daS Gesindel von ganz Deutsch- land zusammengefunden haben. In E i s e n a ch hätten sie am Fuße der Wartburg auch geheime Waffenlager gefunden. Dann hätten sie den Marsch von Eisenach nach Gotha fortgesetzt, wobei sie an Verlusten unterwegs zwei Tote und einen Schwer- verwundeten hatten. Am Mittag des 24. März sei in Settel- siedt Quartier gemacht worden. Aus eigenem Antrieb habe er dann das Unternehmen gegen Thal be- fohlen, da ihm von feiten der Bevölkerung mitgeteilt worden sei, daß in Tbol Spartakisten und ein Teil der Roten Armee i'e-ien. Die Gefangenen seien dann in Settel siedt ins Spritzenhaus gesperrt worden. Am anderen Morgen habe er Befehl gegeben, die Ge- fange neu unter schwerer Bewachung hinter dem Bätaülon zu fuhren und auf Fliehende unter allen Uulstünbe» zu schichcn. Einen Be- fehl, die Gefangenen zu erschießen, habe er nicht gegeben. Auf dem Marsch habe er sich wegen anderweitiger Beschäftigung nicht um die Gefangenen kümmern können. Kurz vor Gotha habe er die Nachricht von der Erschießung der Gefangenen er- halten und sofort Meldung an den Brigadelommandeur gemacht. Auf die Frage des Vorsitzenden erklärt Selchow., Dumdumgeschosse seien nicht verwendet worden. Auf die Frage de» Anklagever- trete rs, ob der Befehl nicht genau wiedergegeben werden könne, er- klärt v. Selchow, daß er sich seiner Worte nicht mehr genau erinnern könne. S>k alte Schule. Von Richard Lohmann. „Diese Konferenz ist bekanntlich der Orl. an dem die alte Schule zu Grabe getragen wird." Wie eine Stichflamme fuhr es hinein in die erla-uchie, hochweise Versammlung aus der Reichs- schulkonferenz, dieses Wort Gustav WhnekenS. Die alte Schule — war'S nicht die Reibfläche, an der sich Widerspruch und Zustim- mung wie von selbst entzünden mußten? Da fitzen dort auf den Bänken der� Rechten zweihundert, die sprechen eS nur mit einem lächelnden Stolz auf den Lippen, mit einem Hochgefühl der Ehrfurchi in der Brust, das Wort von der „alten Sclnle". Der Universitätsprofessor dort, den Hornkneisec mit den abenteuerlich großen Gläsern aus der Nase, der Bart in Ehren ergraut im Dienste der Wissenschaft, Hüter und Vermittler de? Wissens zweier Jahrtausende—„Kerze der Tradition" hat ihn Harnack genannt—. er ist stolz darauf, stolz aus die„alte Säiulc", die seine Jünger deiähigt. dieses Wissen zweier Jahrlausende in sich aufzusaugen.„Ter HistorizisnmS ist tot", hat ihm sein Kol- leg: aus Marburg zugerufen—, et lächelt nur, zufrieden, über- logen: zwei Jahrtausende leben, und die alte schule soll auch leben. Und der junge Oberlehrer neben ihm— eines kleinen Unter- beamten Sochii—, mit Stipendien durch die„alte Schule", mit Stipendien durch die Univerfität gegangen— nun aber hinaus- gehoben aus dem piakarnnn vulgus, Gehaltsklasse X, Mitglied des Verbandes akademiscb gebildeter Lehrer— die alte Schule, mit ihr verknüpft ihn die Pflicht der Dankbarkeit:„Was ich bin und was ' Und'der Gymnasialdirektor neben ihm— dienstlich sein„Vor- gesebter". heute leutseliger Mitkämpfer zum gleichen Ziele: die deutsche Kultur steht auf den Schultern der Antike— Barbaren, d'e die Sprache Pindars und Ciceros nicht kennen— Barbaren, die an den Fundamenten der„alten Schule" rütteln— und sein Per- gamentgcsicht überrötet ein Hauch griscbi scher Schönheit.... Im hochgeschlossenen scknoarzen Rock neben ihm, mit dem feisten Geficht dicht' über dem rundlicher. Bäuchlein, der-geistliche Herr: die alte Schule ist die Hüterin chiistlichkatholischen Geistes— die Kirche hat noch beute nicht ihren Frieden mit den Resormanstalten geschlossen, die die Sprache der Heiligen Schrift mit der Sprache eines Zola vertauschten. Und die Brillengläser stinkcln dem kecken Sprecher da oben entgegen: Wir halten sie fest, unsere alte Schule!... Gemack, ihr Herren: wje alt denn? Ihr verteidigt mit Zähnen und fttauen den alten Bau. als stünde er schon eine Etvig- keit, Ihr feilsch', um das eine Jahr, das euch nun die Grundschule nimmt— und eS siiid doch noch nichi zwei Menschenalter darüber l n. da gab's überhaupt nur eine sechsstusige„höhere" Schule. Das „Bildungsniveau" Deutschlands aber wird rettungslos herunter- gedrückt, wenn dieser jungen„alten" Schule auch nur e i n Jahr genommen wird! Nein, so alt ist der Bau wirklich noch nicht, den ihr in Ehrfurcht als das Heiligtum der deutschen„Bildung" be- wacht l „Mag sein, die Form nicht, aber der Geist." Ist dieser Geist wirklich etwas von innen heraus ErtoachseneS. etwa» aus dem Wesen der Bildung Gewordenes? O nein, diese„alte Schule" ist nichts Gewordenes, sie ist etwas Gemachtes, die vom Klassenstaat gemachte Bildungs-.Anstalt", der Schul-„Bctrieb" für die geistige Oberschicht. Nicht wahr, nun staunt und wallensteinert ihr:„Bei Gott, von dieser Seite sah ich'S nie!" Aber getrost— wir reißen die Schule, die alte Schule ja gar nicht ein. wir tragen sie nur zu Grabe. Sie hat sich ja längst selbst eingerissen, ist ja längst selbst zerfallen und vermorscht. Oder was ist das alles: die Realgymnasien, die Realresormanstalten— sind das etwa neue Zweige am alten Stamm? Oder sind das nicht vielmehr Wucherungen am morschen Stumpf? ZersetzungSerschei- nungen, ZerfallpriHukte? Wir tragen die alte Schule zu Grabe, die Schule, die daS Sil- dungSideal einer vergangenen Zeit in sich verkörpert«. Die Schule, die Bildung gltich einer Summe von Kenntnissen setzte. Die Schule, die auf dem' AutoritätSprinziv ruhte. Die Schule, di« Geist und Arbeit trennte. Die Schule, die Weltstemdbeit als Weisheit lehrte. Die Schule, die unser Volk in Klassen schied. Die Schule, die den Menschen von außen formen wollte. Sie ist tot, die alte Schule. Ein lebender Leichnam. Und die neue Schule wird. Schüttelt nur nicht die grauen Perücken, ihr Ungläubigen und Abergläubigen dort auf der Rechten. Seht, hier vor euch sitzt ein anderer: grau das Haar wie eures, aber die Augen nicht blind wie die euren— und wenn er spricht, spricht er jung und zu den Jungen— der hat die Schule, die neue Schule als da? Band der Sehnsucht, der Ver» heißung von ferne gesehen— der fühlt den heißen Pulsschlag unserer Zeit— der spricht die Sprache, die wir verstehen: Leben, Arbeit, Freiheit, Ehrfurcht nach unten. Erziehung zur Gemeinschaft, Schule zum Volke, Schule zur Einheit. Und ist dock einer der euren, der Form nach, Paul Natorp, der unsere steilich im Geist. Darum weiß er wie wir: diese Reichsschulkonferenz ist der Ort, an dem die alte Schule zu Grabe getragen wird. Ihr, die ihr an ihr hängt, gebt ihr das letzte Geleite— wirbauenunterdesdie neue! LnstspielhanS:„Der nngetrcne Eckehart". Ein Schauspieler- stück, dessen Verfasser— Hau? Sturm— selber in der Titelrolle auftrat. Die Poraussetzungen, die im ersten Akt entwickelt werden — ein Schwager, der auf außerehelichen Seitensprüngen ertappt wird, verüeckt sich hinter dem andern Schwager— berührten in ihrer erklügelten Gesuchtbeit und renommierenden Frivolität erst ziemlich peinlich. Ein Eindruck, der dann aber bei dem tollen Verwecbs'ungsspiel im Mittclakie mehr und mehr zurückiritt. Hier schlägt die Erfindung, stellen- und streckenweis wenigstens, in�den aiiSgcIcifieiien Galopp Pariser Schwanke um. Dem Gerechten, iwr sich zum Büßer für fremde Fehler hergegeben, wird von dem Possenteufel unbarmherzig mitgespielt. Der. Gipfelpunkt erreicht die Schadens rnrde als er rn der Wohnung des betrefsendsn Däm- chenS von der Mieterin, einer höchst energischen Jrrenärztin, als vernickt erklärt und inS Badezimmer eingesperri wird. Auch in dem Schlußakt, der dem Durcheinander nachträglich einige satirische Als zweiter Zeuge wird Oberleutnant B a I d u s, der Führer des Unternehmens nach Thal, vernommen. Er führt aus, daß er in Setlelstsdt eine Liste mit den ildamen der Leute erhalten hätte, die am Tage zuvor in Setrelstcdt geplündert und Wösten mitgenommen hätten. Es habe in Thal ein« Formation der Roten Arme? gegeben. Tie Verhafteten seien im Amtsgericht in Thal vernommen worden. Einer der Erschossenen, der ansang- lich seine Teilnahme geleugnet, habe sich später als Führer der ganzen Bande herausgestellt. Es sei den Gefangenen gesagt wor- den, daß sie vor ein Kriegsgericht gestellt würden, von einer Erschießung sei keine Rede gewesen. Dann sind die Verhafteten auf einen Leiterwagen gepackt worden und wurden in Sertelstedt ins Spritzenhaus geschafft. Der Zeuge Schein, Bürgermeister von Thal, berichtet von den dortigen Vorgängen: Nach dem Auftuf der Kapp-Regierung sei von der Arbeiterschaft eine Rote Garde gebildet worden. In Sattelitsdt hätte' man ziemlich viel Wasten vorgefunden. Am gleichen Tage seien dann die Zeitfreiwilligen erschienen und hatten die Leute, die an der Bildung der Roten Garde beteiligt gewesen waren, verhaftet. Am folgendcn Tage habe er die Nachricht von der Erschießung der Gefangenen erhalten. Zeuge Bürgermeister Luck. Mechterstedt, macht Angaben über das Auf- treten der Roten Garde, das Veranlassung zur Gründung von' Bürgerwehren gegeben habe. Nach der Mittagspause wurde als erster der Gastwirt H a r- t u n g- Mechterstedt vernommen. Dieser hat an dem fraglichen Morgen einen Schuß gehört und ist um sich von der Ursache zu überzeugen, auf den Hof gegangem Dort habe er laute Rufe wie „Straße frei", „Stellen Sie sich an die Häuscr". Als plötzlich sieben Schüsse sielen. Er fand dann die Leichen von zwei Erschossenen. Während er zurückging, fielen neue S ch ü s s e. Ter Sohn des folgenden Zeu- gen, Arbeiter Hart mann, war an dem fraglichen Tag? nach Settelstedt gegangen, während er selbst in Thal blieb. Dorr ver- haftete man ihn, ließ ihn dann aber wieder frei. Alz er am nächsten Tage' nach Mechterstädt grng, fand er die Leiche seines Sohnes. Weichensteller Leid verließ, als er die Schüsse hörte, fein Haus und fand die Leiche des erschossenen Fuldner, der mit dem Kopf an der Straße lag. die Hände gefaltet. Er hatte «inen Schuß am Halse. Der Zeuge F e l l e n be r g- Thal hatte die Autos der Zeitfreiwilligen gesehen und beobachte!, daß einige zur Villa Felseneck gingen und dort von den Besitzern empfangen und begrüßt wurden. Am nächsten Morgen war er nach Settelstedt gegangen. Da er keinen Ausweis hatte, wurde er von dem Posten angehalten. der ihm sagte:„Anständige Leute haben einen Ausweis, nur Lumpen haben keinen. Sehen Sie sich den Chausseegraben an, wer keinen Aus w,e i ö hat, wird erschossen." Später habe er einige Leiche« gesunden. Unter den Erschossenen befanden sich wohl einige Tumchtgute. die M ehrzahl aber seien tüchtige, ebrenwerte Arbeiter gewesen. Als der Zeuge darauf einige Gründe wegen der Beschlagnahme in Settel- stedt durch die Arbeiter angeben will, wird er lebhast von dem Vorsitzenden unterbrochen. Student Kober sagt aus. daß einzelne Leichen von einigen Bewohnern von Settelstedt mit Füßen getreten worden sind. Der folgende Zeuge gibt an, daß er von einem Angehörigen der Roten Armee aufgefordert wurde. Wache zu stehen, er habe sich aber ge- weigert. Am Morgen noch der Vernebmung der Gefangenen im AmtSgerichtStaal habe er eingekerbte Patronen gefunden. Beim Abtransport der Verhafteten habe Fuldner seinen Angehörigen zugerufen:„Macht eS gut, grüß Marie und die Kinder, ich komme nicht wieder!" Sodann wurde der Sachver'tänd.ge und Zeuge Dr. Kind ver- nommcn. Er gibt an, daß nach dem Kapp-Putsch etwa 70 Ar- bester mit Waffen nach Mechterstedt gekommen seien. Sie hatten dort in einem Hotel ihr Quartier aufgeschlagen und Ouartierscheine ausgestellt, sonst hätten sie sich vollständig ruhig verhakten. Am Donnerstag habe er die Nachricht erhalten, daß von den in Settelstedt eingetroffenen Zeitfreiwilligen 15 Arbeiter erschossen worden seien. Da er dies nicht glaubte, habe er sich überzeugen trollen und dann die Leichen auch gesehen. Die Leichen haben Wendungen vom Schlag der Thema fiten Moral zu geben sucht, hielt noch die animierte Stimmung an.- Der Sündenbock von Schwiegersohn, aus dessen unschuldiges Haupt der Zorn der wohl- geborenen kommcrzienrätiichen Familie sich entlud, verwandest sich auf einmal zu einer anerkannten Zier der Swpe, da Seine Hoheit, der Prinz, das grab vakant gewordene Dämchen patronisierend unter seine Fittiche nehmen will. Man ist entzück:, aus diese Art zu solcher hohen Konnexion zu kommen. Der Herr Kommerzienrat, natürlich Mitglied eines Sittlichkeitvereins, empfängt vom Prinz- lieben Erzieher einen Orden. Der eigentliche Sünder aber, eifcr- süchtig, daß ihm daS Ansehen und die Ehre, die er im Grunde Verdiend hat, entgehen soll, macht seine Ansprüche bei der Familie geltend, doch vergeblich Niemand glaubt ihm. Die flotte Auf- führung hat einen entschiedenen Heiterkeitsersolg. ckt. Deutsche und»merikauische Stiftungen. In dem wilhelmini» ichen Deutschland stifteten reiche Leine manchmal, um Titel und Orden zu bekommen, 10—100 000 M. für Wissenschaft. Kunst usw. Heule fehlt meist der Anreiz dazu. W>rd aber noch gestiftet, io ist es in Anbetracht des gesunkenen Geldwerts aber noch weniger. Wie bescheiden wir geworden sind, zeigt die rübmende Pressenotiz, wckkiach schweszerische Freund« Deui'chlandS, die in Deutschland studiert baben. der Berliner Universtiätsbibl'othek ganze 300 Frank gespendet haben. Rührend! Damit vergleiche man die jüngste Stiftung RockeiellerS. Sie belrägt I 205 000 P-'und iungefäbr>02 Millionen Mark) und ist iür die medizinische Fakultät und das KrankenbauS der Londoner Universität bestimmt. Sicherlich ist der Amerikaner viel reicher alS irgend ein Deutscher. Trctzdem ist eS beschämend, wie wenig der Kopitalismu» bei uns für die notleidende Wissenschaft übrig hat. Eine McnschhritStrilogie hat noch englischen Blattern Bernhard Shaw vollendet. Sie reicht von Adam und Eva über die Geaen- wart bis zum Jahre 20 000. wo glücklich die Fähigkeit ewigen Lebens errungen ist. Die neuen Dramen sollen echtester Shaw, voll Witz und Ernst sein. Dofiojewskis Biographie ist von seiner in der Schweiz lebenden Tochter geschrieben worden. Sie wird in einer schweizerischen und reichsdeutschen Ausgabe erscheinen. Eine Zldolt-Hayer-Gesell'chait wurde am 16 Jnni in Berlin.zur Förderung der chemischen Literatur" gegiün'et. Tie chemische Aiblio- grophie ist eine Lebensbedingung der dcutichen Chemie. Da aber ibre Forlsübrnng in Frage gestellt ist, will die neue Gesellschast die erforder- lichen TViUI ausbringen. Ter.Kunltwart-- wird infolge der Teuerung jetzt nur noch einmal im Monat erscheinen. Die L.'yüncheiier Festspiele werden am 1. August mit Parsifal er- öffnet: die Schauspieworsielllmgen beginnen am 7. August. Literatur über Zowjrtruftlaud. Dr. Mon« ikoldschmidt, der so- eben uon einer Virttchasts. Studienreise au» Sowfetrußland zurückgekehrt ist. wird im Ernst Rewoblt-Verlage binnen kurzem Tagebnchblätter„Moskau 1920" und rn umfangreiche-» Wert„Die wlrtjchajUiche Organssatio» Sowjetrußlands" erscheinen lassen. Die ReichssihultonferenA. Fortsetzung der Ausschutzberichte. Erklärungen über Erklärungen. .Haus- urü! TriStmim- stud wieder vollbese�t. Man nimmt all- gemein an, daß die große Erregung, die den gestrigen Tag üeZerrsche, heute noch irgendwie nachschwiirgen wird. Mindeiien-S Hetit zu erwarten, daß die letzten Protaftvorstöße der Äiirlen mit den Rückzugsgefeckten der Reaktion heute zusammen treffen werden. Kurz nach 10 Uhr eröffnet Unterstaatsierretär Schulz die Sitzung und gibt einen Ueberblick über die Geschäftslage. Er schließt mit der überraschenden Erklärung, daß die Einlegung einer Mittagspause geplant sei., weil er aus chm gewordenen Mitteilungen entnehme, daß vielleicht doch noch ein Ausgleich ber gestern zutage getretenen Gegen. s ä tz e möglich sei. Zunächst aber erhält Prof. O e st r e i ch das Wort zu folgender Erklärung: ..Bei der Zufallszusammensetzung der Teilnehmer, Bericht- erstatter und Diskussionsredner der Reichsschulkonserenz wäre die Klarstellung der Ueberzcugung der einzelnen Mitglieder durch namentliche Abstimmung pon wesentlicher Bedeutung gewesen. Die unterzeichneten Verbände bedauern, daß die Ablehnung der Abstimmung eine erfolgreiche Einwirkung der ReichS'chulkonrerenz auf die schulpolitische Entwicklung verhindert hat. In der bloßen Entgegennahme von Ausschußberichten und Erklärungen sehen sie eine Zeitvergeudung und eine Herab- Würdigung der Reichsschulkonferenz." Verband soz. Lebrer. Arbeitsgeme-nschaft soziald. Lehrer. Bund der entsch. Schulreformer. Bund für Erziehung. Vertreter der der S. P. D- Vertreter der U. S. P. D. Proletarierjugend. Arbeiterjugend. Freideutsche Jugend. Entschiedene Fugend. Bund für Schulgemeinden. Internat. Frauenliga. Ein Vertreter des Allg Deutschen Gewerkschastsbuudes. Dieser Erklärung und dem lebhaften Beifall, den sie auf der Li nken auslöste, folgte ein Rückzugsgefecht der Reaktion, wie es kläglicher kaum zu denken war. Dr. H e ß erklärte namens der katholischen Lehrer- organisation und der Zentrumspartei, „daß sie eine Abstimmung aus rein sachlichen(!) Beweg- gründen nicht für angängig gehalten hätten. ES sei unmöglich, lediglich auf Grund mündlicher Berichte sofort eine sichere Ent- schetdung zu finden. Viele Teilnehmer sähen sich außerstande, sich über alle Einzelfragen sofort ein sicheres Urteil zu bilden''. Fielen dies« Argumeme schon in sich zusammen, nachdem man sich entschlossen hatte, nur über die Gegenstände abzustimmen, die bereits drei Tage lang im Plenum behandelt waren, so er- kannte man den Pferdefuß der Erklärung an den Schlußsätzen: „Wir weisen auch darauf hin, daß diese Konferenz nur durch die freie Entschließung einer Regierungsstelle -usammonberufen ist und kein getreues Abbild der VolkSmeinung darstellt. Wir unterstreichen die Erklärung der'Regierung, daß d:e Ergebnisse der Reicksschulkonferenz, keinerlei Bindung für die Gesetzgebung enthalten." Und damit auch das Satyrspiel am Schlüsse nicht fehle: „Wir weisen den Vorwurf, als hätten�wir eine fort» fchri ttliche Entwicklung des deutschen Schulwesens de» hindern wollen, als unsachlich zurück." Wohlgemerkt: als unsachlich, nicht etwa als unb e grün- d 2 t.— Abg. Mumm, mit lebhaftem Aha! begrüßt, schließt sich dieser Erklärung namens der evangelisch. orthodoxen Organi- sationen und namenS des Deuts chn ationalen Lehrer- Hundes an.(Lebhafte Zurufe:..Wir danken für die Klärungt" „In den Armen liegen sich beide!") Nunmehr berichtet Prof. Ziehen über die Beschlüsse des AuS- schusses für technische Vereinheitlichung des Schulwesens. Den vorgelegten Leitsätzen entnehmen wir: 1. Der Gedanke der R e i ch s e i n h e i t muß im Schulwesen überall da zur Geltung gebracht werden, wo eS unbeschadet einer durch innere Gründe gebotenen Sonderentwicklung ge- schehen kann. Die Behandlung schultecknischer Fragen muß dabei mit der der Fragen der inneren Schulreform Hand in Hand gehen. 2. Die Durchführung des Reick sgödan kons muß sich im Sinne des Artikels 10,2 der Reichsverfassung durch eine Rahmen» gesetzgebung vollziehen, die durch eine sorgsame, alle in Betracht kommenden Gesichtspunkte, auch nach der h i st o r i- s ch e n Seite hin, berücksichtigende Beratung von Sachverständigen vorzubereiten ist. 3. Trägerin diescr Vorbereitung muß ein selbständig zu ge- stallendes Reich sbildungSami sein, das von einem die Gesamtheit des BildungswesenS überblickenden Fachmann in Berlin geleitet werden und dem ein ständiger, nicht nur ans Schulfachmännern bestehender Beirat zur Seite stehen muß. In allen dazu geeigneten Fallen mutz das ReichAhildungsamt sich auch der Mitwirkung des Deutschen Ausschusses für Erziehung und Unterricht und anderer in diesem Ausschuß nicht vertretenen Ver- sinigungen bedienen. Im einzelnen wird gefordert: einheitlicher Beginn des Schuljahres am Schlüsse der heißen Jahreszeit, gleiche Ferien dauer, einheitliche Benennung der Schularten und Klassen. Einheitlichkeit der Amtsbezeichnungen, gegenseitige Anerkennung der Prüfungen. An dem Bericht schließt sich eine Reihe von formulierten Er- klärungen, aus denen wir hervorheben: Oc st reich für die sozialdemokratischen Lehrer: Die Reifeprüfung ist abzuschaffen, da sie eine unnötige Zwangs- und Themaprüfung ist. Sofort ist Waihlsreihcit für Prüfungsfächer einzuführen. ■ Tews für den Deutschen Lehrerverein: Die Amtsbezeichnung der Lehrer wird lediglich durch die Amts st eilung, nicht durch die Vorbildung bedingt. (Schluß des Berichts in der Morgenausgabe.) seiner Ansicht nach von Anfang an so gelegen, wie sie nachher auf- gefunden wurden. Eine Verwendung von Dum»Dum-Ge- schössen sei nicht wahrscheinlich. Die Zertrümmerung der Schädel sei auf die aus größter Nähe abgegebenen Schüsse zurückzuführen. Um 6 Uhr 30 Min. nachmittags wurde die Verhandlung ab- gebrochen. Fortsetzung heute vormittag 12 Uhr. Stimmen aus öem Volke. Wir harten schon einmal auf die Fülle von Zuschriften hinge- wiesen, die uns:äglich zugehen und in denen die K a t a st r o p h e n- Politik der Unabhängigen hart gegeißelt wird. Einen der Briefe, die uns heute zugehen, lassen wir im Wortlaut folgen, weil er uns besonders charatieristisch für d'e Stimmung in der Arbeiterschaft zu sein scheint. Er lautet: Werte Genossen! Gestatten Sie birte einem einfachen Arbeiter, seine Anschauung über die geradezu frivole Haltung der U.S.P.-Leitung bei der Regierungsbildung zum Ausdruck zu bringen. Bitternis, ja Zorn erfaßt einen, wenn man sehen mutz, wie die Errungenschafren der Arbeiterschaft so frevent- lich aufs Sviel gesetzt werden. War es nichl schon genug, tme in den verflossenen 1)4 Jahren nach der Revolution die Jnter- essen der Arbeitmschaft mit Füßen getreten wurden? Alle Miß- erfolge unserer Politik sind ja fast ausschließlich den S a b o- teuren von links zuzuschreiben. Die Herren lebten und leben noch heute in dem Wahn, künstlich eine„revolutionäre Si- tuation" schaffen zu können, in welcher die Arbeiterschaft dann das .Heft in die Hand bekommen soll. Leider lassen sich manche meiner Arbcitsaenossen täuschen von dem Phrasen schwall, weil sie nicht ermessen können, wie unendlich schwierig es ist. aus einem Nichts Brauchbares zu formen. So laufen sie dem M e i st b i e- t e n d e n nach. Leider geben sich auch gute Köpfe meiner Arbeits- brüdcr dem Wahn hin, der„radikalen" Zeitströmung Rechnung tragen zu müssen. Ihnen fohlt der Mut, den Arbeitsbrudern ein Bild der Wirklichkeit zu geben. So trottet alles hin, einem furchtbaren Abgrund entgegen. Nun, sie werden ihre ..Freunde" schon noch erkennen lernen. Schmerzlich und schwer ist dos Lehrgeld, was infolge de: Verkennung der Sachlage ge- zahl! werden muß. Wir müssen nun sehen, wie die reaktionären B a> tail lone sich formieren werden zu gemeinsamem Sturm gegen uns. Doch wir werden ihm trotzen? Wir werden zeigen, daß die uns angedichtete„Harmonieduselei" eine der schäbigsten Phrasen unabhängiger Parteidemagogen ist. Ändert. balb Jahre haben diese„Freunde" und„Förderer" der Arbeiter- interessen dem Wachstum der Partei, unserem Vorwärtskommen Steine in den Weg gerollt, der Reaktion die Bahn freigemacht. Jetzt machen sie noch den passiven Pförtner zum Einzug der Flüchtlinge vom November 1918. Wenn jemals Verblendung Unheil angerichtet hat, so ift es die Halrung der U.S.P.-Leitung in der jetzigen Situation. Nur der eine Wunsch beseelt uns jetzt: Mögen unsere Arbeitsbrüder von links an dem verfehlten Experimentieren ihrer Parteigrößcn erkennen, wohin rS geht, wenn man ssch außerhalb aller Wirklichkeit stellt. Darum zurück zur Vernunft! Ein skanüalö'ser Vorgang. Ter arbeiterfeindliche Reichsrat. Nach einer Notiz in versch'.edenen Berliner Zeitungen vom Freitag, den 18. Juni, hat der R e i ch S r a t die 1'2 Mitglieder für den Reichswirtschaftsrat nunmehr ernannt, wie dies in der Verordnung über den vorläufigen Reichswirtschaftsrat vorge- sehen ist. Wenn wir nun auch verschiedenes für möglich gehalten hätten, so ist doch das, was hier durch Beschlutz festgelegt ist, geradezu ein Skandal. Sämtliche 12 vom Reichsrat ernannten Mitglieder sind Arbeitgeber. Das heißt denn doch die Zusammensetzung des vorläufigen Reichswirtschaftsrais derartig einseitig b e e i n- f l u s s e n, daß dazu nicht geschwiegen werden kann. Es bleibt abzuwarten, ob die A r b e i t n e h m e r s e i t e sich eine derartig arbeiterfeindliche Haltung des ReichSrais gefallen läßt. Die andere Bemerkung in der Pressenotiz, wonach der bahe- riscke Gesandte von P r e g e r bedauert, daß bei der Zusammen- setzung des Reichswirtsckaftsrats auf die süddeutschen Staaten und auch aus die preußischen Gebietsteile außerhalb Berlins von den Verbänden, denen das Ernennungsrecht zusteht, zu wenig Rück- ficht genommen ist, steht mit den Tatsachen nicht im Einklang. Möchten sich doch die Herren einmal die bis jetzt an die Oefsentlichkeit gekommenen Ernennungen zun, vorläufigen Reichs- iuirtschaftsrat ansehen, dann können sie unmöglich mehr' eine solche Behauptung aufrechterhalten Anstatt derartige unzutreffende Be- merkunigen zu machen, wäre es richtiger, wenn die Herren im Reichsrat die au? Süddeutschland in verschiedenen Körper- schasten sitzenden Vertreter veranlassen würden, wenn sie nun schon in einem solchen Wirtsckwftskörper sitzen, auch zu den Sitzungen zu erscheinen und nicht, wie dies regelmäßig geschieht, am Tage vor dem Stattfinden der Sitzung telegraphisch Mitteilung zu machen, daß sie nicht kommen können! Sieölungspolitik in Hroß-Serlin. Vom Siadtverordnelen Paul Schlegel, Wilmersdorf. Angrsichts der kommenden Sonntag stattfindenden Stadt- verordnetenwahlcn für das neue Grofi-Berlin interessiert es die Gemcindewähler, das Programm der Sozialdemokratischen Partei bezüglich der so aktuellen Siedlungsfrage zu erfahren. Gewiß, die Massen der unter der furchtbaren Wohnungsnot Leidenden wünschen einzig und allein Schaffung von Wohnungen, von schönen und ge- sunden Wohnungen, am liebsten im eigenen, wenn auch beicheidcnfien Heim mit Garten. Wie diese schwere Aufgabe gelöst werden soll, interessiert weniger und— leider muß es gesagt werden— man stößt in weitesten Kreisen, auch bei Politikern, auf erhebliches Unverständnis gerade auf dem Gebiete praktischer Siedlungs- und Wohnungspolitik. Ich sage ausdrücklich praktischer Politik. Die alte Forderung der Sozialdemokratie nach Sozia- lisieruug des BodenS kennt jeder. Die Ucberführung des stark verschuldeten städtischen und ländlichen Bodens in den Besitz der Allgemeinheit läßt sich aber nur mit enormen Geldmitteln durchführen, selbst wenn bei Festsetzung der Abfindung jeglicher Spekulations- und Konjunkturgewinn, ja überhaupt jeder Gewinn ausgeschaltet wird. Bei der ungeheuren Schuldenlast, unter der heute Reich, Staat und Gemeinden fast zusaminenbrechen, ist an die Er- füllung dieser Forderung vorerst nicht zu denken. Während wir unseren Blick fest auf dieses Endziel richten, lassen wir nichts unversucht, nebenher alles zu erreichen, was im Zusammenhang mit diesem Endziel praktisch mög-' lich ist. i Der Sinn des Sozialisierens des Bodens ist, die A u S- b e u t u n g der auf Boden angewiesenen Massen durch den Bodenbesitzer zu verhindern, den niühelosen Gewinn ans dem Boden zu Lasten der großen Masse der Mieter un- möglich zu machen. Dieses Ziel kann aber schon heute in weitestem Umfang erreicht werden durch Wahl einersozialdem o- kratischen Stadtverordneten-Mehrheit. die in die Lage verfetzt ist, die Bauordnungen durch Abstufung der baulichen Ausnu'tz barkeit in der H ö h e der Gebäude sowohl als auch nach der B a u f l ä ch e mehr oder weniger einzuschränken. Denn die Bauordnungen, also die ortspolizeilichen Be- stimmungen darüber, wie stark ein Grundstück ausgenutzt werden darf, ob fünf, vier, drei oder zwei Geschosse hochgeführt. ob Rückgebäudc angegliedert werden dürfen und ob zu jeder Wohnung eine bestimmte Mindestfläche Gartenland ge- hören muß: diese Bauordnungen bestimmen für die einzelne Gegend die Bodenpreise! Warum sollen die Stadtbewohner bei Neubauten weiter in sonnenlosen Höfen eingepfercht werden! Warum sollen die Kinder des werktätigen Volkes nach wie vor auf die Straße angewiesen sein! Müssen Millionen der Großstadtbewohncr auch in Zukunft jeden Sonnenstrahl in der Wohnung vermissen, nach wie vor dem Würgeengel Tuberkulose ausgeliefert sein! Nein! Schafft am Sonntag. 20. Juni, eine über- wältigende sozialdemokratische Mehrheit für das Parlament Groß-Berlin, und es ist möglich, auf dem Gebiete des Wohnungswesens eine revolutionäre Tat zu vollbringen, die volksgesundheitlich, städtebaulich und Volks- wirtschaftlich an Bedeutung und Wirkung der politischen Um- wälzung des 9. November gleichkommt! Der ausgezeichnete Erlaß des preußischen Minister« für Volkswohlfabrt vom 11. September 1819 betr. Abstufung der baulichen Ausnutzbarkeit der Grundstücke(Zeitschrift für Wohnungswesen vom 25. Oktober 1919) gibt den Gemeinden die nötigen Fingerzeige und Vollmachten. Es bedarf also nur des festen Willens zur Tat. Und dieser ist, wo es sich um die Beschneidung der Gewinne bei Grundstücksgeschäften handelt, von keiner bürgerlichen Partei zn erwarten, sondern nur von der Sozialdemokratie! GroßSerün Jagdnutzung 1920. Um möglicbst weilen Kreiien der Bcvötkerung den Bezug von Wildbret zu mäßigen Preise möglich zu machen, hat der Preußische Landwirtichastsminister Gen. Braun bestimmt, daß in diesem Jagdjahre das erlegte Wild aus den S t a a t s t o r st e n nicht in öffenNichen Meistbietenden Veikäusen, sondern freihändig z u Richrpreiien in erster Linie an Gemeinden abgegeben wird, die sich vertraglich verpflichten, das Wildbret zu den ieslge- letzten KleinbandeiSböchstprrlien unmittel bar den Verbrauchern, inebeserndere den m r n d e r b e m i l t e l t e n Kreisen der Bevötke- rung. zuzuführen. Ferner soll das Wildbret gemeinnützig en Anstalten ,um Eigengebrauch zugcsielli werden. Eine Wildliefe- ruiig an Abnahmestellen findet nicht mehr statt. De» Forstbeamten bleibt das Wild für den eigene» Bedarf zu den Richtpreisen über- lassen. Eine jugendliche Schwindlcriu wurde gestern, zwei Tage nach ihrer Verheiratung, verhaftet. Die 22jährige Dame gab sich als „Konlrolleurrn" des Magistrats oder der Kohlenstelleaus und schwindelte allen und alleinstehenden Leuten die Lebensmittel- und Kohlenkarlen mit.der Motivierung ab, daß si« dieislben gebrauche, um nach Prüfung der Bedurftigleit eine vi„ s b e s i e r u n g der Ver- j o r g u n g der meist in nicht allzu rosigen Verhältnissen lebenden j Leute durchzusetzen. Die erfreuten und gutgläubigen Leute warteten natürlich vergeblich auf die Aufbesserung. Mit demselben Geschick wußte die Schwindlerin sich in Wohnungen, in denen Kinder ohne Aufsicht zurückgeblieben waren, Einlaß zu verschaffen, um alles, was nicht niet- und nagelfest war, zu stehlen. Dachstuhlbrand. Auf dem Grundstück Stolpische Straße 8 brach heute vormittag gegen 11 Uhr auf bisher unaufgellärte Weise Feuer aus. Der Dach stuhl des Quer- und Hintergebäudes ist bis zum dritten Stock vollständig abgebrannt. Menschenleben find nicht zu beklagen, einige Leute sind an R a u ch- Vergiftungen erkrankt. Zwei Familien sind die Möbel voll- ständig ausgebrannt. Die Feuerwehr ist noch mit AufräumungS- arbeiten beschäftigt. Wer nach Tirol reist, sei darauf aufmerksam gemacht, daß dort Brot, Fett- Und Fleisckwaren nur gegen Hingabe der entsprechenden reichSdeutschen Karten ausgehändigt werden. Treptow-Tternwarte. Sonntag. 3 Nbr:.Mit Ozeandampfer von Bremen nach New Aork". 5 Uhr; ,(Xm Lande der Schwarzen", 7 Uhr: .Durch den-Schwarza' nid ins Donautal", DienStag, 7 Uhr:„Vielheit der Kelten"(Vortrag mit Lichtbildern von Dir. Dr. Archenhold). Mittwoch, 7>/, Uhr,.Die Hochgebirge der Erde"(Vortrag mit Lichtbildern von Pros. Baichi»). Donnerstag, 7 Uhr:.DaS Einfteiniche Relativitätsprinzip und seine Bedeutung für die Astronomie'(Von Kepler über Newton zu Einstein). Vortrag mit Lichtbildern von Dir. Archenhold). Sonnabend, S Uhr: .Durch dm Schwarzwald MS Donautal.- Grost-Berlincr Lebensmittel. Hermsdorf. Für Kinder bis zu 2 Jahren und werdende Mütter (vom 4. Mona«) bis Sonnabend, den IS. l1/, Pjund Kindergerstenmebl und st, Piund Panw. Bezugsschein« im Lebcnsmittelbureau, Zimmer 6, gegen Vorlegung der Milchlarte. Groß-Serlmer partetnachrichten. Heute, 18. Juni: Nosenthal. 7'!, Uhr, Haupistr. 1: Kommunalwähler oersammlung. Rcseicnt Redakteur(X. Mermuth. S.P.D.-Fraktion des Berbandes lozialiftischcr Lehrer. 7st, Uhr im Muschelsaal.Rheingold'. Wichtige Tagesordnung. Morgen, Iv. Juni: 18. Abt. 8 Uhr: Milglirdervsrsammlung mit Vortrag bei Große, Blumenstr. 88. Es ist Pflicht aller Mitglieder, zu erscheinen. 31. Abt. 8 Nbr: Sitzung sämllichcr BezirlSführer und Wahlhelfer bei Goldjchmidt. Stolpische Str. 3g. Vorträge, vereine unü Versammlungen. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vormittag 11 Uhr in der Stadt- balle, Ktoileistr. 60: Vortrag des Herrn P. Rogal: Haben wir Kultur.— Harmonium: Nociurno(ssicld).— Gäste willkommen.— Lberichlesier! DienSIag, 29. Juni._4Va Uhr: Sommerfest der OUSgiuppe WilmerSdork, Htldcgardstraßc, bei Schramm. Mittwoch, den 30. Juni: Sommeriest Zehtend.'rs, 6 Uhr abends, in Schlachtensee, Neue Fiicherhütte.— Allgemeine Kranken- und Gterbekasse der Metallarbeiter, Filiale Tegel. Sonnabend 8 Uhr, im Lokale P. Gulsch, Schlieperstr. SI: General- Versammlung._ Sport." Der ungarische Fußballmeister M. T. Ä. Budapest unternimmt zurzeit eine Rerse durch Dsulichland und trifft am Mittwoch, den 23. Juni, mit dem B. F. C. Hertha 92 zusammen. DaS Spiel beginnt um 6l/2 Uhr auf dem Hertha-Spielplatz. Geschäftliche MiÄeilungea. Die S5-Pf.ellui'.g, daß sich der Umsatz des Unternehmens mit Emichliiß der T o ch l e r g e s e l l s ch a j r e n auf M. 205 348 053<132 918229 M. deträgt. Umstellung der Rhein. Metallwaren- nnd Maschinenfabrik. Es fand die Fertigstellung der ersten Lokomotive und 30 Güterwagen statt. Die Gesellschaft fertigt jetzt neben Stahl- und Rohrwaren aus den Abteilungen des Berg- und Hüttenbaues. Ackergeräte. Erntemaschinen, Apparate, Bureaumaschinen und Emaillewaren an. Im E'senb-Hnbau beträgt die Leistungsfähigkeit 400 Lokomotiven und 800 Güterwagen jährlich. Das Unternehmen hat in den letzten drei Vierteljahren e>ne große An- zabl von Lokomotiven für die preußischen Eisenbahnwerfstätten in- stand gesetzt. Die Verschleuderung von Militärgut. Bon den Reichsstellen waren große Posten neuer sächsischer Militärtornister mit und ohne Fclliücken sür 3 M. an eine Berliner Firma verkauft worden. Die sächsische zuständige Stelle hat die Auelieferung der bei ihr lagernden 40 000 Toinister verweigert und damit wenigstens diesen Posten vor dem Verschleudern gerettet. Soziales. Dentfcher Visenbabner-Verband, OrtSarupvc Mroß-Berlm.?lm i Mittwoch, 23. Funi, nackmitlags 5 Uhr, in den Musiter-Sälen, Kaiset Wilhelm- Str. 31, Branchenversammiung der K o h l« n l a d e r. Wirtschaft Abschluß der Dresdner Bank. 39S Milliarden Umsatz— 9 Proz. Dividende. Die Dresdner Bank in Berlin wurde als Filiale cinrS Tres- dener Bankgeschäfls 1872 errichtet und arbeilet heute mit 260 Will. Mark Aktienkapital. Der Rohgewinn des abgelaufenen Ge- ichästSjadreS belauft sich auf 176 Millionen Mark. Tie Entstehung des Reingewinns zeigt folgende Zusammenstellung: 1919 1913 1917 1916 Sorten und ZinSschein«. Wechsel und Zinsen... Provisionen...... Ertrag aus dauernden Be- teilipungen bei Banken. Handlungsunkosten, Steuern Reiugcwinu...... Die Dividende der Pennonsionds 2,97 81,06 48,23 in Millionen Mark 1,33 46 41 22.65 0.63 38.05 17,72 0.82 32.94 14,02 1915 0,78 25,92 12.49 2.86 2,63 0,69 0,90 0,67 85.33 39.97 2190 18,73 16.18 50.66 84,20 36,12 30,82 24 97 Von 9 Proz. beansprucht 23,4 Millionen Mark. erbält L Millionen, der damit auf 10 Millionen steigt.(Zahl der Angestellten 9310.) In welchem Maße die Gläubiger an dem Abschluß beteiligt sind mit ihren Depositengeldern und sonstigen Einlagen, zeigt die folgende Zusammenstellung: Paisiva in Millionen Mark Gläubiger...... 8126,2! 4150 8 2047.6 1759 8 1192,8 Akzepte und Schecks. 107,6 63,6 75,5 68,0 92,3 Gegen den Abbruch von Ziegeleibetriebrn. In letzter Zeit mebren sich ausfällig Anzeigen über Abbrliche leistungssähiger Ziegeleibetriebe, die lediglich ans spekulative» Gründen erfolgten. DaS Reich Swirtschafts Ministerium� hat sich daher, wie die P. P. N. erfahren, an die Negierungen der Länder gewandt mir dem dringenden Er- suchen. den unwirlsckafthchen Abbruch von Ziegeleien| im Interesse der Allgemeinheit und der in ihrer Existenz bedrvhien Arbeiterschaft mit allen gesetzlichen Mitieln zu verhindern. Gesetzliche Handhaben finden sich in der Berordnuna über die wirt- schaftliche Demobilmachung vom 7. November 1918 und in der Verordnung zur Behebung der dringendsten Wohnungsnot vom 9. Dezember 1919. Gleichzeitig hat daS ReichSwirtschafiSministerium zur Ver- bindermtg der nnwirtschaftlichen AuSs chlaebtung von Be- die volkefürssrge. Die„Volks für so ige", gewerkschastlich�enossenschaftliche Versick/erungsaktiengesellschaft. Hamburg 5, zeigt in ihrem Geschäftsbericht für 1919 die großen Schwierigkeiten auf, unter denen das Versicherungsgewerbe im allgemeinen und die Volksfürsorg« als junges Unternehmen im beönderen zu leiden hatten. Während die übrigen Wirtschaflszlvoigc die gewaltig gesteigerten Unkosten aus die Warenpreise cbwä'.gen konnten, die der Konsument zu zahlen bat'e. war da? im VersicherunzSgewerb: unmöglich, da die Prämien, die hier die Warenpreise bedeuten, durch langfristige Verträge festgelegt sind. Etwas ausgleichend konnte nur die Erhöhung der durchschnittlichen Versicherungssumme wirken. Sie betrug bei der Volks f.ürscro« in den ersten Jahren gegen 250 Mark vro Bersicherungssall, konnte aber bis zu den letzten Monaten des Jahres auf das Dreifache gesteigert werden. In den erster. 5 Monaten des laufenden Jahres stieg sie ständig bis auf 1233 M. im Mai. Wenn keine außerordentlichen Rückschläge erfolgen, so sind die Aussichten für die Versicherten in diesem Geschäftsjahr günstig. Dank einer zähen Pcopagaicha gingen 155 991 Anträge 'gegen 70 665 im Vorjahre) mi» einer Versicherungssumme von 91 130 984 M.<23 644-26 M.) ein, so daß Ende 1919 435847 Versicherungen mit 145398964 M. Ver- si chcrungS summe bestanden. Aus die S p a r d e r j i ch e- r u n g wurden 1919 706 412 M. einge-ahlt. In den ersten 5 Mo« anten dieses Jahres sind bereits 93 522 Neuabschlüsse mit 942919 91 M. Versicherungssumme zu bücken, so daß am Schlüsse dieses Jahres, wenn die Entwicklung nicht un- natürlich gelmmt wird, mit einer Biertelmilliarde Mark VeriickvrungSinwme zu rechnen ist. Diese g e» waltige Steigerung ist der beste Beweis für de. Z zunehmende Vertrauen des arbeitenden Volkes in die Volksfürsorge Tie PrämieneinnaHme stieg von 5 178 413 M. auf 10 643 421 M. und die Z i n s e n e i n n a b m e von 449 363 M. auf 614 304 M. Die BersicherungS.e'ftungen für Sierbefälle steigerten sich von 314 653 M auf 357 867 M., wofür ein Kapital von 673 414 M. zur Verfügung stand, so daß ein Sterblichkeitsgek-inn von 316 0 4 7 M verblieb. Gewinn, und Vo�lustrecknung schließt mit einem llsberschuß von 673 603 M. gegen 500 218 M. im Vorfahre ab. An Dividenden werden mit Genehmigung durck die Gcncralver- sammlung den Versicherten 476 810 M.<349 347 M.) gutgeschrieben. Dem gesetzlichen und vorgeschriebenen Reservefonds mutzen 134 720 M.<100 044 M.) überwiesen werden. Die Kriegs Versicherungskasse schüttet mit ibrem Abschluß am 17. Juni 463 575 M. an 60 896 Personen mit 92 715 Anteilen auS. Tie Auszahlungen erfolgen ohne Aufforderung. DaS bare Vermögen betrug rund 16 Millionen Mark, die Prämien- und Gewinnreftrve der V> rsicherten nabezu 19 Millionen Mark. Berücksichtigt man. daß der Krieg die Volksfürsorae gerade in den ersten Monaten ihrer Entwicklung traf, der ihre Organisation in den meisten Orten labm lsgte. sich dieser Zustand während des Krieges nur mühsam besserte und"Vst im Berichtsjahr ein gro5:r Teil Verbindungen wieder anoeknüpft werden konnte,'o ist daS Resultat als ein erfreulicher Schritt zu dem Ziele zu betrachten: DaS sozialisierte BersicherungSstnternehmen der Gewerkschaften und Genossenschaften immer mehr zu einer wirklichen Volksfür- sorge auszugestalten. Die Erfolge im laufenden Geschäftsjahr berechtigen zu die>em hoffnungsvollen Ausblick. Ter weitere Aus- bau der Organisation bildet dabei die sicher« Grundlage. Ueber die Vorteile der V o I k S f ü r s o r g e für die Ar- beiterfamilie» lasse man sich Auskunft von den Gewerkschaften, den Konsumverefnen, Rechnungsst-llen der einzelnen Orte oder der Hauptgeschäftsstelle der Volksfürsorge in Hamburg 5 er- teilen, wo auch Aufnahmen vollzogen werden V.-rllNtw. fLr d«n redakt. Teil: tr. Sfmet Seifet, TSarlottenkmra: für Sfn.einer,. Vi.(*Ho?fc, Berlin. Verlag: Vorwürts'Verlaa G. m. S. H.,' Nerlln. Druck: Vsr< Co.. Verlis./ Lrnbsqfk. wärtS-Duchdruckerei v. Bersagscmstalj PoUl S'.irgßr u. Film-Palast ftgft 4114. Koppenstr. 29. vom 18. bis 21. Znul: „Hungernde Millionäre" Soziales Sensationsdram I tn 6 3Ittcie aus der Neujeit. und«eirno awei Bränte." IK e■ t erwocho. A! e?tro- Motore eitungs-Dynamo-Drijhte. In» »allat.>Material kauft laufend ilettrrmech.. Zentrum. lAlex. ■762). Sturze Str. 18000 Mark monatlich leicht zu Hause ohne Borkcimwlffc.. Näheres auf briefliche An» frage durch Webrel u. Gr.. G. m. b. H., Lichtertslde Postfach 220. Ivb 17' Arbeitsmarki Maschtarnarbeiter sstr Ärei?-, Bandsäge und Hobelmaschine mit lanasSkrtgen Crfahmnvn im Holzbearbeilungsbetriod ne- sucht von Hermann S 3.. Holzbearbeitung afadru»öchmnr- a.endarf. Merkionburgischestr..»>'> die�SI.____[14183 Ete lmacher auf StotofTecSiü Wagenkasten. Lackierer auf Auto uud Kutschwagen bei hohem Lohn sofort gesucht. S-Perkowskl, Poznan(Posen) 10. Zasva 1 (Polen). 1095D