Nr. ZHH» Z7.Fahrg.— 3tt frei ms ömis, ootmis»ablbar. Poft- bMitg- SBonatlich 10,— li!t_ erfl. 8«' ltellunzsgedilhr. Unter Streaibanö für ■•Deutidj'anO intD OefterretA 16,50 Slü. für Sos übrige Sluslarit sei- rüolich t-mmaU RuHetluno 2L30 20. fünftce* iteQangen nehmen an Oesterreich, Uttgorn, Tfchecho- Sloroale!, Däne- niar!/öollano. �arembarg, Seht» eben und Sie Schweis—-Singetrngen in die Post--ieintngs-Preislffte. Per_,Ssni>crtä" mir der Sonntagsbeilage»füolf u. St'ir" erscheint wochen- tagliü) jtoein i äonn'ags und Montags einmal. Sriegramm-ädtefle «Sojialbenofcai Bern«". Abend Ansgake Vevlinev Volksblatt (gWennig) Anzeigenpreis s ®l? ochtgelpaltene Slonf-aretDeielle kosteiZ.— M., Seuenmgs jufchlag W/o. «ftfeine tlnjeicen". das iett- gebrudte Wort 1,— Ist.(zu lässig jtrei fettgeCnKtte Worte), ede-z wettere Wort«0 Pfg. Siellengesnche und öchlafstellenanzeigen das erste Won SZ Pfg� /edes weitere Wort 40 Psg. Worte übet 15 Buchstaben aätjlen für zwei Worte. Teneningsznschiag 500/,. Familien-Anzeigen für Abonnenten' Zeile 2,— M., politische und gewerkschaftliche Vereins-Anzeigen 3,— Mk. die Zelle ohne Aufschlag. Anzeigen iur die noch si e lliurnnter müssen bis S Ahr nachmittags un töaupigeschäst, Berlin TW 63, Linden» ftrahe 3, abgegeben werden. Geöffnet von 0 Uhr früh bis 5 Uhr abends. Zewtralorgan der fozialdemokratirchcn parte» Deutfri-dands Redaktion und Expedition: SW. öS, Lindenftc. Z. Zhern'preetier: Amt Moritiplav, Nr. 15190—15197. Sonnabend, den 19. Jnni 19*40 T mi vorwärts-verlag G.m.b.H., EW. öS, LinSenstr.Z. Fernfprkcher: Amt Mortiipla», stir. 117 53— 54. J\n[ zur Wahl! Genossinnen und Genossen! Der morgige Tag muß zeigen, daß unsere Partei auf dem Posten ist. Gewaltiges steht bei den Wahlen für das neue Groß-Berlin auf dem Spiel. Nehmt auf der ganzen Linie den Kampf auf gegen Gleichgültigkeit und Wahl- Müdigkeit! Bedenkt, daß nur eine starke sozial- demokratische Fraktion in der neuen Gemeindevertretung imstande ist, die sozialistische Kommunalpolitik in praktische Bahnen zu lenken und Vorbildliches zu leisten, während der Eifer von maulgewaltigen Nichtskönnern nur Schaden anrichten, nur die Sache des Sozialismus kompromittieren kann., Die Unabhängigen wissen, daß sie mit dem 6. Juni den Höhepunkt ihrer Erfolge überschritten haben. Sie wisien, daß ihre frivole Ablehnung gemeinsamerpositiv er Ar- b e i t i m R e i ch e Tausenden und Abertausenden die Augen geöffnet hat. Sie machen die größten Anstrengungen, um durch eine skrupellose Agitation die ihnen entstandene Einbuße wieder welk- zumachen.- Die Sozialdemokratie ist im Reiche die stärkste Partei. Die Mehrheit der. sozialistisch denkenden Arbeiter hat sich für sie entschieden. Berlin steht an Klarheit der sozialistischen Erkenntnis hinter dem Nej6)sdurchschnitk zurück. Wir müssen unsere ganze Ehre daransetzen, daß es auch in Berlin wieder anders wird! Dafür werde der morgige Tag das erste Zeichen! Durch einen Tag unermüdlicher Arbeit könnt Ihr der Sache des Sozialismus den größten Dienst erweisen und dauernder zur Wiederge- sundnng der Arbeiterbewegung beitragen! Alle Mann, jede Frau auf dem Posten für öle alte Sozialöemotratisihe Partei! Erste SeömSUNg: Die Republik. Die demokratische Reichstagsfraktion hat aus Grund neuer Verhandlungen zwischen dem als Reichskanzler 'n Aussicht genommenen Präsidenten Fehrenbach und dem Fraktionssührer Dr. Petersen ihre Beratungen am Sonnabend fortgesetzt. Wie in allen vorangegangenen Sitzungen wurde auch in dieser als erste Voraussetzung für den Eintritt in eine neue, Regierung gefordert, daß die Tätigkeit dieser neuen Regierung sich klar und unzweideutig auf dem Boden der versafsungsmästigen repnblikaui- schcn Stäatsform apsbaut. Die weitere Aussprache war naturgemäß vertraulich. Tagung üer baperisthen Demokraten. TU. München, Ig. Juni. Die Deutsche Demokratische Partei hat auf den LS. und 27. Juni eine Tagung ihres LandesauS- s ch u s s e S nach München einberufen, um, nachdem die cnd» gültige Feststellung des LanldtagsNxchlergebnisses in den nächsten Tagen erfolgt sein wird, zu der durch die LandtagSwahlen in Bayer« geschaffenen politischen Lage Stellung zu nehmen. Demonftrationsstreik in Luüwigshafen. Ludwigs Hafen, 18. Juni. Der Aktiv»'S ausschuß der Arbeiter- und A n g e st e l l t e n s ch a f � der Pfalz weist in einem Aufruf an die Bevölkerung'der Pfalz infolge der er- neuten, durch nichts begründete» Uebergriffe der BefatzungsbehSrde darauf hin, daß es für die Pfalzbewohner gar nichts anderes gebe» könne, als durch eine einheitliche geschlossene Demonstra- t i o n gegenüber den BesayungsbchSrden zum Ausdruck zu bringen, daß sie nicht mehr gewillt seien, derartige Maßnahmen widerstandslos hinzunehmen. Die Arbeiter- und Angestelltenschaft habe demzufolge be- schloffen, ab Freitag nachts IL Uhr bis einschließlich Sonnabend nachts 12 Uhr die Arbeit ruhen zu lassen. Diese Demonstration solle den Zweck verfolgen, nicht nur die Augen Deutschlands, son- dern ganz Europas auf die unerträglichen Perhältnisse, wie sie durch die Besetzung besonders, in der Pfalz hervorgerufen sind, hinzulenken. Das BerHaltniS der Pfälzer zur BesutzungSbc'hSrde habe vnrch das erneute Boegehen einen schweren Stoß er- litten. Der Aufruf sagt am Schluß, wer die Demonstration unter- stützen wolle, solle nicht auf die Straße gehen, sonderu in seinem Heim bleibe». Der Generalstreik wird nur znm Teil durchgeführt. Alle lebenswichtige« Betriebe müssen auf Anordnung der französi- scheu Behörden arbeiten, ebenso die städtischen und die staat, lichen Beamten, denen im Weigerungsfalle Abschiebung auf daS rechte Rheinufer angedroht wird. Tie Lüden in der Stadt sind geschlossen. Die Straßenbahnen verkehre« nicht» dagegen wird der Eisenbahnbetrieb zum Teil aufrechterhalten. Tie Rohe in der Stadt war nirgends gestört. Die Zeitungen erscheinen nicht. Lenin an öie russische Hourgeoisse. Kopenhagen, 18. Juni.„Berlingske Tide rt de" meldet aus Hel- singforS: Lenin, Trotzki und der Justizminister Kurski fordern in einem Manifest daS alt« Offizierkorps auf, die Kämpfe in der Krim, jm Kaukasus und in Sibirien einzustellen und sich der Sowjetreyierung für den Kampf gegen das imperia- listische Polen zur Verfügung zu stellen. Wenn sie zum Siege Rußlands beitrügen, würde man ihnen A m n? st i e für ihre frühere Tätigkeit in den Heeren Koltschaks, Denikins und WrangclS gewähren. Ein ähnlicher Aufruf, sich dem Vaterlande zur Verfügung zu stellen, wird an die Marineoffiziere und di�russische Intelligenz gerichtet._ Cntenteforöerungen an Krassm. London, 18. Juni. Die„Times" glaubt zu wissen, daß der Fragebogen der Allrierten Krassin gestern im Ver- lauf seiner Besprechungen mit dem ständigen Ausschuß des Wirt- schaftsrateS überreicht wurde. Der Fragebogen weift darauf hin, daß der Wirtschaftsrat Garantien zu erhalten wünsche, in bezug auf die Sicherheit der Staatsangehörigen der Alli- ierten, die sich zu HandelSztvecken nachbRuhland begeben werden. Ferner wünschte der Rat die Sicherheiten zu kennen, die hinsichtlich der Bezahlung der an Rußland gelieferten Wären geboten werden könnten. Er verlangt, daß die Sowjetbehörden eine Er- klärung über die allgemeinen Bestimmungen abgeben, unter denen in Rußland Beschlüsse erfolgen könnten. Ferner solle die Sowjet- regierung auch Einzelheiten bezüglich der Bedingungen beibringen, unter denen Schiffe in Rußland be- oder entladen werden könnten.' Die GehaltSfrage der Gemeindebeamten betrifft ein Gesetz- entwurf, der möglichst bald der Landesversammlung zugehen soll. GomperS wurde einstimmig zum Präfidenteti des amerikani- schen Arbeiterbundes wiedergewählt. Die Wahlen in Sapern- Aus München wird uns geschrieben: Der Ausfall der am 6. Juni gleichzeiiig für Reichstag und Landtag vorgenommenen Wahlen hat für diejenigen, die der innerpolitischen Entwicklung seit.dem Niederschlagen der Räterepublik Aufmerksamkeit schenkten, keine Ueber- raschung bereitet. Als das Bürgertum und mit ihm die Mittel- und Großbauern sahen, daß keine Gefahr mehr für Leben und Eigentum bestand, schwenkten sie nicht nur von der Sozialdemokratie ab. sondern schenkten den alten agita- torischen Künsten des Zentrums, nun Bayerische Volkspartei, willig Gehör. Der Eisnerschen Ideologie von der revolutionären bayerischen Bauernschaft mußre über kurz oder lang das Ende aller Seifenblasen beschieden sein. Die Bayerische Volkspartei hat sich ganz planmäßig auf die Wiedererringung der ausschlaggebenden Stellung des früheren Zentrums«eingestellt. Mit dem E r m ä ch t i- gungsgesetz gab sie notgedrungen im'Frühjahr 1919 der Regierung Hoffmann, eine Blankovollmacht, mit dem später getroffenen Bamberg er Abkommen schuf sie die Koalition, als �lebergangszeit— bis zu völliger Be- seitigung revolutionärer Errungenschaften. Wer die Tätig- keit dieser Partei aufmerksam verfolgen konnte, der mußte die Geschicklichkeit bewundern, mit ber sie ünter demokrnl'-. scher Maske planmäßig auf ihre monarchisch-partikularistisch- reaktionären Ziele zusteuerte, die unter ihrer Mitwirkung zustande gekommene Verfassung, wie andere Gesetze wurden von einer Presse, deren Zügellosigkeit nur von ihrem Mangel an Gefühl für Schicklichkeit übertroffen wird, beständig. als sozialistisch und bolschewistisch denunziert, alles Elend der Zeir der Sozialdemokratie in die Schuhe geschoben und die Re gierung Ho ff mann als die Quelle aller Hebel in dei Oeffentlichkeit geächtet. Eine Etappe dieses wohldurchdachten Planes bildete der M ö hl-Putsch im März d. I. und die Einsetzung eine reaktionären Treuhänderregierung v. Kabr mit gleichzefti- ger wllkürlicher Aufhebung' des Baniberger Abkommens. Zu dem Programm gehörten auch die Durchpeitschung den Wahlgesetzes, die verschwenderische Liebesgaben Politik der Aufhebung aller Bodenpreise— die Sozialdemokratie verlangte deren Staffelung nach so.stalwirtschaftlicyes Grundsätzen— und der L e h e n s a b l ö.s u n a. Lelztei' machte 10 schwerreichen adligen. Familien ein 200-Millionen Geschenk! Niemals hat eine Partei angesichts der traurigen Finanzlage des Landes so. gewissenlos, so ausschließlich vor. dem Gesichtspunkte der Wahlmache aus gehandelt, wie die Bayerische Vvlkspartei. Mit der ihr zur Verfügung flehenden Mehrheit und infolge der beständig schwankenden Haltung der Demokraten konnte sie das Wahlgesetz ganz nach ihrem Geschmacke gestalten. So setzte sie die Bildung besonderer Stimmbeziib für Krankenhäuser, Spitäler und Anstalten durch. Was de bei dem Einfluß der Geistlichkeit und der in diesen Anstalw herrschenden Disziplin für Bayern bedeutet, möge ein Bei- spiel zeigen. In dem Martinsspitale in München stimmt er -sämtliche 700 Insassen für die Bayerische Volkspartei! Trotzdem man in den zahlreichen, ihrem Einflüsse zugänglichen Anstalten die Stimmzettel von Bei' zu Bett, von Stube zu Stube gehend einsammelte, jede nf all eine höchst sonderbare Manifestation der„Volkssouveränität- erhielt die Partei in ganz Bayern nur ungefähr 10 000 Stim men mehr als 1919. Ein klägliches Resultat eines mr Himmel und Hölle, mft Kreuz und Belial arbeitenden Wah! feldzuges. Das Zentrum �at in Bayern eine geschlossen- Masse hinter sich, aber esoesitzt keine Werbekrafl mehr! Dagegen gelang es dem konservativ-liberalen Mischmasch. zirka 209 000 Stimmen mehr aufzubringen als 1919, ain Kosten der Demokraten, die ebenso viele einbüßten. Jb- rechter, von Unternehmerinteressen geleiteter Flügel schwenn zu den den„Casselmännern" von jeher sinnesverwandtcu Deutsch-Volksparteilern ab, und der Rest erschöpft sich im Austausch von Meinungen über das, was man hätte tun oder lassen sollen. Den Untergang der bürgerlichen Demo kratie beschleunigt zudem der Aufkauf ihrer großen politistHen Blätter durch die Schwerindustrie. Nachdem die„Neuesten Nachrichten" und die„Münch.-Augsb. Abendzeitung" in München in deren Hände gelangten, besitz-. die bürgerliche Demokratie in Bayern keine" einzige Tagn zeitung! Tie Einbuße von zirka 600 900 Stimmen ist wohl fü die Sozialdemokratische Partei ein Verlust, aber nicht für der Sozialismus, denn rund 300 000 hat sie an die U. S P. und an die Kommunisten(80 000) abgeben müssen. Aber die Anzeichen mehren sich täglich, daß die de? U. S. P. ge folgten Arbeiter die Unvereinbarkeit der widerspruchsvoll' n -Haltung, dieser Richtung mit der wirksamen Vertretung ihrrr Interessen, erkennen. Der Rest, des Verlustes an sozialdemokratischen Stimmen entfällt auf das geängstigte Mitläufer tum, unsichere Kantonisten, von denen man wußte, daß sie bei erster Gelegen best reitzauS nehmen würden, und auf die durch die Hetzereien der Linksradilalen verärgerten Stimmen» entHalter. WaI der Sozialdemokratie in Bayern erhalten bleibt, sind rund eine halbe Ätillion politisch z u- verlässiger und klarsehender Genossen. Was die Partei an Quantität verlor, gewann sie an Qualität, dabei ist sie nach der Bayerischen Poll spartet immer noch die d'ärrste politische Po.rtoi. Gegen die 199 Mandate aller nicht- Sozialistischen Parteien steht eine sozialistische Linke mit 47 Mandaten Go S, P. D., 29 U. S. P., 2 K. P. D.) kanipf- bereit da. Gegenüber dem aus dem Landesparteitag der bayerischen Volkspartei kundgegebenen Prograinm: Rovigon d e r Verfassung(nach rückwärts!), Errichtung .iner zweiten Kammer(Ersatz für das ehemalige ..Schleifzeug" des Reichsrats!) und Einsetzung eines Staatspräsidenten dürfte eine taktische Arbeitsge- rneinscbaft sich um so eher herausbilden, als die Wirtschaft- üchen Faktoren und die Tendenzen der Arbeitgeberverbände 'sie Gemeinsamkeit der Interessen der gesamten Lohn- r.npfängerschaft immer mehr in den Vordergrund schieben. .wii doch der spiritnB rector der Bayerischen Volkspartei, H e im, den Z e h n st n n d e n t a g und Streikverbote offen proklamiert. Und tvenn man wissen will, in welchen Bahnen die bayerische, nun bald definitive Regierung Ka h r demnächst zu wandeln gedenkt, so mich man sich nicht an die Worte der � offiziellen Führer Heim und Speck, sondern an die Anweisungen des Regisseurs Heim halten. Dieser monarchistisch-deinokratische Mephisto der bayerischen Politik . ichtet seine Segel immer rechtzeitig nach dem Winde. Nach rer Novemberrevolutiori st eilte er sich in mnem an Eisnergerich tetcn Briefedeni Um- i! urz zur Verfügung, wie er. heute bereit ist, sür die roittelsbacher die Rolle des Königmachers Monk zu über- nehmen. Diese Vorgänge im sudcn müssen den Genosten iin ' Norden desto mehr zu denken geben, da ihre. deutschnationale Presse Bayern längst als Vorbild für das ganze Reich be- richnet hat.__ Dpnam'tkmschla? auf em Kriegsgericht. Essen, 18. Juni. Beim aus.ercrdonllichen Kriegsgericht in s f e n tief ein etwa sechs Pfund schweres Einschrcibepaket ein, -es mit T y ii n m i t und Sprengzündern gcsüüt war. Das .'aket war mit einem T i c n st st e m p el des außerordentlichen Kriegsgerichts in Buer versehen. ES trug den Vermerk: Heer e s fache. Als Absender war das außerordentliche Kriegsgericht in Buer angegeben. Tic Etayittlungen ergaben, daß daS Paket von dem äußcrordentlichcn Kriegsgericht in Buer nicht l'bgesandt wurde. Der Anschlag hat djc beabsichtigte Wirkung nicht aehabt. Tie NachforfS.ungcn nach dem Urheber de? verbrecherischen Anschlags wurden eingeleiict. 0 Provozierenüe LanKwirte. Kassel, 19. Jnni. sEigener Trahtbericht drS„Vorwärts".) Am Kreise Ziegeuhinn haben sich die Landwirte geweigert, mit dem Landarbeitcrvcrbnnd einen Tarifvertrag abzuschließen. ES ist daher zu einem Landarbeiterstreik gekommen. Dkm Gauleiter des LandarbeitcrverbandeS und auch den Bemühungen de? Land- rates ist es bisher nicht gelungen, die Landwirte Ziegcnhains von der Nottvendigkeit des Abschlusses eines Tarifvertrages zu über- ..engen. Es besteht die Gefahr, daß der Streik auf Marburg !!'? b Dirkheim übergreift, da sich auch dort die Bauer« weigern, Tarife abzuschließen.._ Stmnes kauft. TN. München, 19. Alim. Nachdem die bayerische Demokratie �brc beiden Münchener Hanpiorgane, die.München-Augsburger Abendzeitung" und die.Münchener Neuesten Nachrichten", cm die 'Rechtsparteien verloren bat, sind minmebr auch die dcmo- - eatischen.Augsburger Neuesten Nachrichten" an den. S t i n n e s- ! o n z er n übcrg»Kmgen. Moöerne Köloristen. Jeder echte Maler liebt die schönen Farben, wie jeder echte Poet die klingenden Worte liebt, und dieser wie jener wird aus o-e Wirkungen rein sinnlicher Reize nie ganz verzichten tvollen. -.-der wie cm Gedicht kein blosies Wortgeklingel sein darf, so muh Lause der Jahrhunderte abgenutzt haben, und sie sieben die neuen Gefühlsgehalte in einer i>cucn Fcrrbensprache zu gestalten. Daneben aber gibt es auch unter den Zeitgenossen, selbst unter den modernsten, immer noch Künstler, die die sinnliche. Schönheit mit gerstiger Ausdruckskraft zu vereinigen wissen. Im Sturm(Potsdamer Str.:134a) sehen wir Gemälde emer umgen belgischen Kubislin Tour Donas, die durch das Rafft- ument ihrer koloristischen Reize auch auf ein der neuen Kunst iremdes Publikum wirken müssen. Aus der Ferne betrachtet, bieten " e schlichte, sein getönte Harmonien, und in der Nähe entdeckt das Auge eine Fülle farbiger Einzelwerte von berückender dekorativem Schönheit und zugleich tiefer Durchgeistigung. Man versenke sich rn irgendeines dieser Bilder, etwa den„Tanz"(Nr. Jw), Und be- ucfitc, wie die blauen, roten, stahlgrauen und lila Flächen zu ein- ander steben, wie am rechten Aildrande das Graublau in Rosa übergeht,, wie an einzelnen Stellen die Oberschicht des Malrörpers durch eine fast reliesartige Behandlung belebt ist und wie die klaren Farbformen der kräftig ausgearbeiteten Kegel nnd Zylinder über- all, wo man sie sicher zu fassen glaubt,. gewissennahen in die vierte Dimension entschwinden, so dah der Eindruck nüchterner stereo- metrischer Wirklichkeit niemals aufkommen kann und. während, das 'luge in sinnlicher Farben schönheit schwelgt, der Geist in übersinn- liebe Sphären entrückt wird.. i Mehr im Irdischen wurzelt die Farbenkunst Martin glochs, der bei Cassirer(Viktoriastr. 35) eine umfangreiche Ausstellung hat. Die optischen Eindrücke der Wirklichkeit geben l-: nem Schaffen die entscheidenden Anregungen und unter südlichem Himmel— der Künstlet muhte die Kriegsjahre in Spanien zu- bringen— haben seine Arbeitmi ihre sinnliche Glut und Leucht- 'rcnt erhalten. Aber er ist nicht reiner Naturalist. Die dekora- iiven Tendenzen der Matisse-Schule haben ilm stark beeinfluht, md er wurde zum Karbendichter, der in koloristischer Kühnheit daS Ungeheuerlichste wagt, ohne eine vornehme, fein abgewogene Ge- ämtivirkung zu verlieren(Nr. 22:„Halt an einer Schenke", Nr. lß:„Stilleben im Freien") und starke impressionistische Raum- .wftaliung mit ruhiger Monumeutalität zu vereinen weih(Nr. 12: ' Der rote Berg"). Nur selten entgleist er. wie in der..BaZkiscken Landschart mit Wäscherinnen"(Nr. 19), wo das Gegenständlicbe .inklar bleibt und eine einheitliche Wirkungmder reinen Farben- und Liniensprache nicht zustande kommt. Blochs ganz auf die Farbe gestellte Kunst ist frischer und kräftiger als di« der Belgierin, Schlechterdings nicht aufzukommen�..! Zur Bemerkung in unserem gestrigen Leitartikel, man möge doch mit der„Diktatur des Proletariats" schon jetzt den Anfang machen, indem man für die Arbeiter etwas durch fetze, bemerkt, liebenswürdig und treffend wie immer, die„Freiheit": „D«x.Analphabet, der diese Zeilen geschrieben hat. scheint von dem Begriff de? Diktatur des Proletariats und des Sozialismus überhaupt dieselbe Vorstellung zu haben wie etwa die Kuh von der chinesischen Grammatik." Da uns zeilenschreibcnde Analphabeten und Kühe, die«ine Vorstellung von der chinesischen Grammatik haben, noch nicht vor- gekommen'sind, müssen wir auf eine Fortsetzung der-Polemik ver- zichten. Wir werden die Klarheit der unabhängigen Sprache wahr« scheinlich so wenig begreifen wie die Tiefe ihrer.Grundsätze". pk Craaöüie von Thal. Kassel, 19. Juni, i Eigener Drahtbericht des.Vorwärts'.) llm 8)4 Uhr werden die Verhandlungen aufgenommen� Zunächst er- gänzt der Zeuge Schellenberg seine am gestrigen Tage ge- machten Aussagen und weist darauf hin, dah z. B. an einer Stellb die Toten in einem Halbkreis mit den Fühen dicht nebeneinander, die Köpfe in einem Abstand von etwa zwei Metern, teils auf dem Rücken, teils cknis der Seite, gelegen hätten, also nicht auf der Flucht erschossen' 1 worden sein könnten. Sodann gibt der Sachverständige, Bezirks- arzt Dr, I a e n i ck e, ein Gutachten ab. In einem längeren Schriftstück erläutert er eingebend jede einzelne Wunde der Er- schossenen. Die mutmaßliche Schuhrichtung sei aber manchmal nur sehr schwer festzustellen, da die Leichen bei der Sektion bereits secbs Tage gelegen hätten. Die Richtung, aus der die Köpft schüsse gekommen sind, ist nicht mit Genauigkeit festzustellen, da die Schädel vielfach ganz zertrümmert gewesen sind. Die meisten Schüsse seien von hinten, einige von der Seite und zwei von vorn abgegeben worden. In einem Fall muß der Mann getroffen worden sein, als er bereits am Boden lag. Der Sachverständige Schräder- Gotha führt auS, dah Dumdumgeschosse wohl nicht verwendet worden seien. Die starken Wunden rührten von den neuen, inhumanen Geschossen her. deren Wirkung der der Dumdumgeschosse nickt viel nachgebe, da sie sich beim Eindringen in den Körper herumdrehen und Sprengwirkungen hervorrufen. Etlvos Belastendes sei nicht festzustellen. Professor Ermeling, Führer der Volks- kompagnic, berichtet über die Stimmung der Bevölkerung, die durch die Erschießung hervorgerufen wurde. Als Professor und Theolog« habe er die Brigade um die Erlaubnis- gebeten, die Angehörigen der Toten besuchen zu dürfen. Dies sei ihm nicht ge« stattetworden. Nack einer kurzen Pause werden um'N1 1 Nbr �ne Verband- langen wieder ausgenommen. Zeuge Leutnant Zemmer, Ange- höriger'der Volkskompagnie, berichtet, dah die Zustände in Thüringen bei weitem nicht so schlimm gewesen seien, als man auf Grund der- militärischen Berichte hätte annehmen müssen. Die Rublaer Bevölkerung wäre sehr zufriegen gewesen. Weiter gibt er die Aussagen der Angehörigen der Erschossenen, dencki er eine Vertretung ihrer Interessen versprochen hätte, wieder. Ein weiterer Zeuge bestätigt die Aussagen L e m m e r S. Der Zeuge Metz gibt an, dah einige Studenten gesagt hätten, die Gefan- gencn würden fa wohl nicht weit kommen. Weiter ist ihm gesagt worden, daß bei einer Führerbesprechung der Ba- tcftllonsfiihrer v. Selchow gesagt habe, daß man bei der Er- schicßung von Gefangenen stets auch den Schein des Rechts wahren müsse. Man brauche auch nicht so plump wie im Falle Lieb- knecht vorzugehen. Sergecntt Wagner war bei der Küche, die sich während des Manches zwischen dem/Bataillon und dem Gefangenentransport befand, den'man zeitweilig durch den Nebel habe beobachten können. Er habe gesehen, daß die Gefangenen geschlagen und mit Fühen getreten worden seien. � Der Zeuge, Student H ö.n e m a n n, der ebenfalls hei der Kücke �var und einmal nach hinten gegangen sei, habe bei seiner Rück- kehr gesagt, daß die Gefangenen erst zur Flucht veranlaßt und dann erschossen wurden. Zeuge Höbnemann bestreitet, daß er gas gesagt habe, da er gar nicht bis zu den Gefangenen nach hinten gekommen sei. Zeuge Jäger Basckfeld, der auch bei aber sie bleibt mehr an der Oberfläche hasten und dringt nicht so tief in die Seele. j Ans tragischem Kviegsschicksal ist dem Maler Rudolf Hell- wag eine neue, geläutert« Kunstauffassung erwachsen. Der Aus- bruch der großen Zeit überraschte ihn in London, er wurde in'ter, niert, und in den: Schmutz und Elend des Gefangenenlagers enr- stand eine Reibe seiner und tiefer Farbcnwerkc, die jetzt einige Tage in der Hochschule für die bildenden Künste ausgestellt waren. Nicht Wirklichkitseindrücke, sondern Erinnerungsbilder haben sich hier zu Visionen gestaltet» aus deren stillen, matt leuchtenden Flächen die Stimmung englischer Parks tviederklingt. Die Bilder haben keine Aehnlichkeit mehr mit den früheren Arbeiten Hellwags. Tie bedeuten einen entscheidenden Schritt zum strengen Stil.-Dem Gebalt nach sind sie Farbenlyrik, der Form nach dekorative Wand- maierei von ausgesprochenein Flächencharakter. Ihre eigenartige Schönheit tritt in den Landschaften noch deutlicher zutage als in den Figurenbildern, wo eine gewisse Härte, namentlich der Umrih- linien, zuweilen stört. Es wäre zu wünschen, dah dem Künstler Gelegenheit geboten würde, sein neues Können und Wollen an größeren Aufgaben zu erproben. Die Instanzen, die Aufträge für monumentalen Wandschmuck zu vergeben haben und denen der Expressionismus noch zu extravagant erscheint,, mögen Hellwags reife, vornehme und wirkungsvoll« Farbenkunst sich zunutze machen. I. S. Die soziale Hygiene an der Berliner Nniversität. Professor Zllfred Grotwbn, ger Vertreter der sozialen Hygiene an der Ber« liner Universität, der 1912 von C. Flügge als Leiter des Seminars und der Abteilung für soziale Hygiene des Hygienischen Univer- sitgtsinstituts berufen worden war, ist zum Ordinarius ernannt worden. So ist diesem verdienstvollen Manne endlich der Platz zuteil gelvorden, der ibm schon seit Jahren gebührte. Und�zwar nicht allein wegen seiner bahnbrechenden Arbeiten aus dem Ge- samtgelbiet der sozialen Hygiene, sondern auch kraft seiner ber- vorragenden Fähigkeiten als Lehrer und Führer Ali den von ibm gewiesenen neuen Wegen. Die grkhen Alfforderungen, die die Zukunft an die sozialhygienische Forschung stellen wird, können natürlich nur durch eiiH ztvecken isprechend ausgebautes Institut ihre Verwirklichung finden, zu der der erste Schritt getan ist durch Groftahns Poruftlng. Ümsasscvde Arbeit wird vor allem zu leisten sein ans dem Gebiet« der Volkskrankbeiten, mn die durch den Krieg schwer ge- schädigte Volksgesundheit auch nur einigermaßen zu heben. Die erschreckende Zunahme der Tuberkulose verlangt gebieterisch eine Zusamm'cnflzfiung aller Bekämpftingsbcstrebllngen in sozialhngle- nischem Sinne. Das gleiche gilt von den Geschlechtskrankheiten, deren Verbreitung in nie gesehenem Maße zugenommen hat. Ferner sind Wohnung? und Sicdlmlgsftage brennender denn je geworden. Da die Arbeit aus allen diesen Gebieten naturgemäß nur von wirklich sozialeingestellteu und sozialhygienisch geschulten Aerzten geleistet werden kann, so ist die Durchdringung der ge- samten Aerzteschast, zum mindesten aber di« der kommenden Aerzte- generationen tu sozialhygiemscher Jdeenrichtung die notwendige der Kücke war, macht einige sich widorsprechende UuSsagen, weih aber bestimmt, dah Höhnemann, als er von hinten zurückkam, ge- sagt habe, lue Gefangenen wurden erst von der Straß« herunter- getrieben uM dann erschossen. Leutnant Hagen, Führer der 6. Kompagnie, hatte ebenfalls eine Anzahl Gefangener zu bewachen. Auf dem Marsch habe er von hinten wiederholt Schüsse fallen hören, dann sei der Angeklagte G o e b e l zu ihm gekommen und habe ihm gesagt, daß er Befehl lwbe, seine Gefangenen zu übernehmen. Bei der Uebernahme der Gefangenen durch Goebel nnd einige seiner Leute habe Goebel die Gefangenen sehr scharf angefaßt und auch getxetea. Dann seien die Gefangenen anstatt vorwärts rückwärts ge- führt worden. Der folgende Zeug« hat obigem Transport als Gefangener angehört. Er war an dem Tage nach Gotha unter- Wegs und be-ah einen Ausweis von dem Major eines Reichswebr- bataillons. Auf diesem Ausweis habe man ihn auch überall durch- gelassen, bis er bei Mechterstedt durch Studentenzeitfteiwillige angehalten und der Ausweis für gefälscht erklärt wurde. Er wurde verhaftet. Später wurde er dann in das Mechrerstedier Spritzenhaus gesperrt, vor dessen Tür eine Leiche mit blutendem Schädel lag. Mit dem Zeugen Arnold habe er dort die Nacht verbracht, nachdem sie durch die zerbrochenen Scheiben von den draußen stehenden Studentenzeitfreiwilligen wie-, derholt mit Erschießen bedroht worden waren. Am andern Morgen habe er während des Marsches nach Gotha wiederholt Schießen gehört und zeitweis« durch den Nebel einen Gefangenen- transport bemerken können. Dann sei der Angeklagte Goebel von hinten zu ihnen gekommen und hake mit dem Transportführer nm di� Uebergabe der Gefangenen verhandelt. Goebel sei nach hinten gegangen, dann aber init«iner Anzahl Levte wiedergekommen, die sie gleich mit den Worten: „Da sind ja noch mehr solche Lumpen" und ähnlich begrüßt hätten. Nachdem die Uebergabe vollzogen war, habe man sie nach rückwärts, anstatt nach vorn geführt, und sie dann furchtbar mißhandelt. Sie seien als Lumpen und Schweine beschimpft worden. Der Angeklagte Goebel habe ihm ins Gesicht gespuckt, dann habe er ihm die Kokarde von feiner Militärmütze gerissen, ihm mit der Faust ins Gesicht geschlagen und mit den Füßen in die Seite und an di« Hände getreten, wo die Narben der durch die Nägelschuhe des Angeklagten herbeigefürten Wunden noch jetzt sichtbar sind. Dabei ftel-dem Zeugen ein Stückchen Brot zur Erde, daß der Angeklagte Goebel mit den Füßen zertrat und in den Ehaussec-- graben stieß. Goebel habe ihm mit dem Kolben über den Kopf ge- schlagen und es sei ihm gesagt worden: „In fünf Minuten liegt Ihr auch da unten und sauft Wasser." Auch die anderen Gefangenen seien dauernd beschimpft und mißhandelt worden. Wiederholt mußten sie läv- �ere Zeit rechts um, links um, Kniebeuge usw. machen. Sein Iin« ier Beg�itmann habe ihn mehrmals getreten und mit dem Bajonett gestochen und versucht, ihn von der Straße abzudrängen. Einen zufällig vorbeireitenden Offizier habe er um Schutz angerufen,-worauf dieser mir Goebel eine Auseinandersetzung gehabt habe. Vermutlich auf Veranlassung dieses Offiziers sei dann hinter Teutleben ein anderes' Bewachungstommando von vorn gekommen, das nach längerem Widerstreben von feiten Goebel? die Bewachung übernommen habe und dann sei die Behandlung gut gewesen. Später sei er in Gotha entlassen worden. Zeuge Arnold, der ebenfalls diesem Gefangenentransport angehört' hatte, gibt auch an, daß sie nach Uebernahme durch das Goebelsche Kbmmando als Spqrtaklstenhnnde, Schweine usw. beschimpft worden seien. Sie hätten exerzieren rpüssen und ieien gescklfl■ gen und g e t r e t e n worden, bis dann durch die Uebernahme durch ein anderes Kommando die Beftindlung besser wurde. Als nächster Zeuge erscheint eine Frau mit schneeweißen .Haaren, Frau Wolfs. Sie sagt aus, daß auch- sie von den Studenten als Spartakist in verhaftet worden sei. Am andern Morgen mußt« sie ebenfalls nach Gotha marschieren, wurde aber, als sie nicht mehr laufen konnte, aus einen Bagagewagen gesetzt, wo sie ein Soldat(durch andere Aussagen al? Goebel festgestellt) beschimpft habe und mit dem Kolben habe schlagen wol- ien. Dann schließt die Beweisaufnahme. Schluß der Verhandlung um 2 Uhr. Fortsetzung und Plädoyer heute l,(,9 Uhr vo. mittags._ „Königliche" Bekanntmachungen werden noch immer von der Post und der Badeverwaltung hl Kissingen erlassen. Auch wirg� nur Zutritt zun,„Königlichen" Kurgarten gestattet. Voraussetzung erfolgreicher. Arbeit. Hierin wiffd neben der For- schertättgkeit die Hauptaufgabe der neuen Einrichtung liege«. Der jetzt bOjährige Genosse Grotjabn, 19 Jahre als Kassenarzt im Südwesten Berlins tätig, hat dieses ganze neu« Lehrgebäude aus sich heraus geschaffen und bat durch seine unermüdliche Arbeitsleistung trotz allen Widerständen sein Fach zu der erforderlichen Geltung gebracht. Die unendlich große Bedeutung der sozialen Hygienic wird freilich erst die Zukunft uns erweisen. H H. Eine Volksbühne in Paris. In Paris ist ein VolkSthcater gegründet worden, zu dessen Unterhaltung der Minister der schönen Künste einem besonderen Komitee eine jährliche Summe von. 190 099 Frank zur Verfügung gestellt hat. Die Voltsbühne soll derartig organisiert werden, daß die besten Künstler der lstaats-- bühnen sich dem Theater zur Verfügung ftelleir. Die erste Vorstellung wird ick dem großen Konzer ff aal des Trocadtro stattfinden und dann auf einer Tournee in den Provinzen wiederholt werden. Man will auf diese Weise Oper und Drama in vollendeter Dar stellung dem kleinen'Mann zu hilligsten Preisen zugänglich machen. Ter teuerste Sitz soll 5 Frank kosten, und der Preis für mehr als die Hälfte der Sitze soll nicht 1 Frank übersteigen. Für die Vorstellungen im Sommer sind Aufführungen unter freiem Himmel in Aussicht genommen, nnd besonder? soll dazu das große ' Pershing-Stadisn benutzt werden. In Spezialvercmstaltungen soll die Volksbühne den Schulkindern von Paris nnd anderer franiö- sffcher Städte zugänglich fein. Erstanfführungeu der Wache. M e. KI. SchauspielbauS:„Moral der Frau Dulsla-. Di. Thalia:„Ihre Hoheit die Tänzerw". So. D.Opern- haus:.Prinzessin von Trapczunt'. Eine Mustersilmauffübrung veranstaltete am Mittwoch die Fllmlrga in den Kammersplelcn sür die Teilnehmer der RelchZschultonferenz. Wegencr« an wahrhaft niärcheshasten Reizen und echten NalinbildelU reicher Rübezabl- film entzückte die Zuschauer, lind es würde daS Bedauern laut, dah die Fllmtheätcr dicseo vrächtigc Werk nicht dauernd aus dem Repertoire haben. Dr. Pauli erlfiuterle die Ziele der Filniliga und erwähnte auch, bah eine Filmhoch, chule ins Auge gesagt sei. Sine L e h r s t l m v o r f ü h r u n g der Nfa schloß sich am Freitag daran: sie brachte Ausschnitte aus den verschiedenen Gebieten der Natur- wissenschast, Medizin ic. und zeigte den hohen Stand der Produltion. Im einleitenden Pottrag wurde die Einrichtung eines Schulkinos pratlisch bc- iprochen und die Verpstichtung von Staat und Gemeinden betont, um auch ihrerseiis Mittel dasür zur'Vertilgung zu stellen, nisbesondere aus den Etträgnissen der Lustbarkeitssteuer. In der Urania wiederholt Pros. Goerle Dienstag seinen Vortrag „Der Mensch und die Natur', sonntag, Montag, Donnerstag, Sonnabend Emnia Kottmann:.Im Schwarzwüld". Mittwoch und Freitag:.Die Intel Rügen'. Im Haaidurger Opernhaus gelangte bei ihrer Erstausführung Leo Blechs Overttte.Die Strohwitwe' zu einer freundlichen Ausnahme Dos Werk erhebt sich musikalisch über daS übliche Operetlenniveau, leiSe! aber unier der Anspruchslosigkeit der Textvorlage. Eine»„Bund geistige Werke Schaffende«' haben sie Schweizer Schrtsiftellcr ans ihre? Generalversammlung zu gründen beschlossen. Auch in der vom Kriege verschont gebliebenen Schweiz ist die Lage der kulturellen Arbeiter bedrohlich Muht geworden, I das amtliche Wahlergebnis. 4VK Abgeordnete. NckK der amtlichen Statistik wurden insgesamt 26 017 59(j Stimmen abgegeben. Die Zahl der in den Wahlkreisen ge- wählten Abgeordneten beträgt WS, durch Berechnung in den Wahlverbänden erhielten weitere 44 Bewerber Sitze im Reichstag, und durch die Reichswahlliste wurden M Sitze verteilt. Die Zahl der in den Mstimmungsgebieten bei den Ratio» valwahlen des Borjahres gewäblten Abgeordneten, die vorläufig auch Mitglieder des Reichstages bleiben, beiräg! 42, so daß der neue Reichstag insgesamt 466 Mitglieder ijählen wird. Davon entfallen auf: Sozialdemokraten 112, Unabhängige 81, Kommunisten 2, Demokraten 46, Zentrum 68, Deutsche Volkspartei 63, Deutsch national« 66, Bäuerischer Bauernbund 4, Welsen 5, Christl.-Föd. Gruppe 21. Die abgegebenen 36 017 690 Stimmen verteilen sich auf die eiu- zelnen Parteien wie folgt: Sozialdemokraten 6 614 466, Unab- bängige 4 896 317, Kommunisten 441 996, Demokraten 2 202 334, Zentrum 3 640 830, Deutsche Volkspartei 3 6(�5 316, Deuischnationale' 3 736 778, Mittelständler 11970, Rationaldemokraten 3998, Bahe- riicher Bauerubund 218 884, Welsen 319 100, Wirtschafisbund 88 652, Bayerische Volkspartei 236 941, Deutschnationalisten 7216, Lansttzer Volkspartei 8062; zersplittert haben sich 84 703 Stimmen. ftuf öen pfaöen des Reichsverbanöes. Ein dummer Wahlschwindel der U. S. P. In der Welt ist nicht? so dumm, eS findet doch fein Publikum I Nach diesem Sprichwort handeln die Unabhängigen, indem sie eine Carte nach der anderen in die Welt flattern lassen. Durch die unab- bängige Provinzpresse geht neuerdings ein angeblicher Brief, den der Reichspräsident E b e r t und die sozialdemokratischen Mi- niiter Bauer und'David am 8. November 1919- an den— Prinzen Max von Baden geschrieben baben sollen. Rur zur Erheiterung unserer Leser wollen wir einen knappen Auszug aus dem sehr länglichen Briefe hier wiedergeben. An dem genannten Tage, als dem Jahrestag der Revolution, sollen danach die genannicn sozialdemokratischen Regierungsmit« g! jeder an die„Großherzogliche Hoheit" mitgeteilt haben, daß sie der„treuen Mitarbeit" des Prinzen in jenen weltgeschichtlichen Stunden dankbar gedenken, daß sie die.von weiser Einsicht ge» rührten Bemühungen der Grotzherzoglichen Hoheit... dem dent» iifen Volke die Schrecken innerer Umwälzung zu er- ivarsn", hoch anerkennen und besonder? der welthistorischen Mi- nuten gedenken, in welchen der Prinz.im Auftrage Ihres da- waligen kaiserlichen Herrn" die poliiiscbe Gewalt de? Reiches in dl« Hände der vom Volk auZerwählten Männer legte. Weiter wird versichert, daß die Wahrheit sieghaft den �ügenschleicr durchbrechen und aller Welt offenbaren werde, daß weder der Prinz, noch die wm ihm in die Regierung gerufenan Männer die anschließenden inneren Uirruhen gewollt oder verursacht haben. Besonders wird betont, daß diese Männer wohl die Abdankung des damaligen Trägers der Krone und des Kronprinzen gewünscht haben, aber ebenso energisch für die Beibehaltung der Monarchie und die Regentsbafi de? taiierlickien Enkels einaetreten seien. Zaun Schluß beißt r-. äußeren Zeichen der Dankbarkeit und An- erkenrwng für- die in jenen Momenten von Eurer Großherzog- 'uven Hoheit dem Vaterland geleisteten Dienste hat die Reichs- leitung in vertraulicher Sitzung heute vormittag he- icklossen, den früher gefaßten Vorsatz, das Schloß Mainau 'ür Zwecke der Volkswohlfahrt zu enteignen, aufzugeben und Hussen herrlichen Stammsitz der Vorfahren Eurer Großherzog- lichen Hobeit Ihnen zu ewig unangetastetem Eigeu- t u m zu übertragen..., Dieser Brief würde, in einer.fcrthriscken Zeitschrist abgedruckt, immerhin als Scherz nicht ganz wirkungslos sein. Da er ober ernsthaft in der unabhäitgigen Presse zu Wahl- zwecken verbreitet wird, in Mecklenburg wenige Tage vor der Laudtapswahl sogar a�t allen Plakatsäulen im Wort. laut angeschlagen wurde und wssl damit zu rechnen ist, daß die Unabhängigen iroch weiter mit diesem Brief krebsen gehen, um die Sozialdeuwkraten als Heuchler hinzustellen, so hat sich der Rostocker Parteisekretär, Getlosse Kröger, an Ebe.rt selb st gewandt, um von ihm eine ausdrückliche Bestätigung dessen zu erhalten, was jeder vernünftige Mensch sofort annehmen wird, daß der Brief tat- 'ächlich ans Erfindung beruhe. Diese Bestätigung ist denn auch prompt eingetroffen. Genosse Eberl hat dem Anftagcnden geantwortet: Perlin. 18. Juni 1920. Lieber Kröger! Der von der„Rostock«? Volksnmcht" veröffentljchte Brief des Reichspräsidenten uiÄ der ReickiSregiernng an den Prinzen Max von Baden vom 8. November 1919 ist v o n A b i s Z frei r f n n d e n. Auch ein ähnlicher Brief existiert nicht. Es handelt üch um einen ebenso dreisten wie dummen Schwindel. Areundlicbeu Gruß! Eberl. Wir nehmen von der Angelegenheit nur Notiz, um den Ge- nossen im Lande zu zeigen, mit welchen törichten Mitteln die Unabhängigen Wahlpropaganda treiben. Ihre Erfindungsgabe reicht beinahe an die des selig entschlafenen Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie heran. Sie wird allerdings auch das gleiche Schicksal erleben wie jener, Norwegens neue Negierung. «ristiania, 18. Juni. Der Präsident de? Storthing Halvorssn it haute nachmittag dem Körrig folgend« M i n i st e r Ii st e vorge. schlagen: Storthingpräsident Halvorsen: Ministerpräsident und Ei 4 dez Justizdepartemenis;- Obergerichtsrat M i ch e I« t:(Ichtf des Außendepartements; Oberg« rechts rat Klingenberg: Chcft des Sozialdepartements; Obergerichtsassessor H a g e r u p Eull: Thes deS FinanzdepartementS; Lagthingpräsident Jahren: Chef des Landwirbschaftkde part sments; Konsul Cornelius Middel- th on: Ehef des ArbeitsdepartementS; Oberarzt Wcfring: Chef des Verteidigungsdeportements; FäbrAbcsitzer Gerdtmever Brunn: Chef des HandelsdcparlementS; Lektor J-ensen: Chef des Kirchendepartcments; Kmiful Holmboe: Chef des Proviant-, dcpartementS. Die neue Regierung wird wahrscheinlich am Montag crirannt werden Der Boykott gegen Ungarn. Nach den christlichsozialen Blättern beschloß der Gewerkschaftsbund der nichtsozial- demokratischen Post-, Telegravben- und Fern- sprechangestellten, den vom internationalen sozialdemo- kratiscbcn Gewerkschaftsbund beschlossene» Verkehrsboykott gegen Ungarn nicht anzuerkennen. Tie christlichen und nationalen Poit- ongestelltcn seien gewillt, unter allen Umständen den Berkehr mit Ungarn auftechlzuerhalten und daher alle Sendungen imd Telegramm« nach Ungarn anzunehmen und weiter zu befördern. In der christlichsozialen Presse Wien? mackt sich eine starke Opposition gegen de» Boykott bemerkbar. GroMerlln Jellmek. Der ungarische Winisterwlbearnte Jellwek entlockte zwecks Valutaschiebungen einer Reihe von Schiebern fast eine halbe Milliarde. Heute in der Zeit der Klauer /- Wird das Leben manchem sauer. Der und jener schiebt Millionen Und ich sollte ewig srobnen? Schiebt den Schiebern alles weg Also dachte Jellinek. Ach, so mancher Millionäre Weinte täglich manche Zähre Und ihn packle grimme Wut— oh— Ob der kläglichen Valuta. Mäuse sängt man bloß mit Speck— Fllso dachte Jellinek, AuS der Pleite eurer Kronen Hol ich zahllose Millionen, Das Geschobene, ihr Lieben, Werd ich über Wasser schieben, Geb euch einen Riesenicheck. Also sagte Jellinek. Stahl die Hälfte'ner Milliarde! Voll Begeisterung singt'S der Barde. . Schiebt ihr alle noch so feste, Wer zuletzt schiebt,, ist der beste. . Oben auf dem MensÄhpItsdreck Tront allein dann Jellinek. Luctan, Die„Itxsheit" auf Entöeckungsreifen. Welch allerliebster Mitte! sich die Unabhängigen im gegeuwär- tigen Wahlkampf zur Stadtverordnetenwahl bedienen, um Wähler» fang zu treiben, zeigt wieder einmal eine„Wer ist Gegner der Einheitsgemeinde" übdrschriebene Notiz in der Sonuabend-Morgen- nummer der„Freiheit". Darin wird der Charloitenburger Rechts- sozialist-Dr. B o r Ä a r d t als scharfer Gegner dar ErnheitS- gemeinde bezeichnet, habe er docb sogar in einem bürgerlieben Blatt einen Hilferuf an die bürgerlichen Parteien gerichtet und st? auf- gefordert, gegen die Einheiisgemeinde und damit gegen da? Interesse der Arbeiterklasse zu stimmen. Tie ganze Notiz warakterisiert sich als echt unabhängig« Wahldemagogie schlimm- st e r Art, lediglich. dazu bestimmt, bei Unwissenden Stimmen» fang zu treiben. Tatsache ist, daß Genosse Dr. Borckardt über die.Zweck- Mäßigkeit der Einheitsgemeinde Berlin eine andere Auffassung vertreten haj, aber Dr. Borchardt stand nicht allein. Es gehört in- dessen schon eine starke Portion der berühmten nnobbängigen Logik dazu, aus einer in einer bestimmten Frage verscknedenen Auffassung Arbeiterfeindlichkeit herauszulesen. Feststellen Ivollen wir aber,. daß Genosse Dr. Borchardt wieder, holt in Partciivcisen betont hat, im Interesse des einheitlichen Arbeiten? in dieser Frage seine besondere Anffassung zurückzu- stellen. An dieser Parteidisziplin mögen sich die unabhängigen Wahldcmragogen ein Beispiel nehmen. Di« Haltung Dr. Borchardt? zeigt, daß die Charlottenburger Genossen recht taten, wenn sie ihn als Spitzenkandidaten der Sozialdemokratie nominierten. Wir aber inöcbte? den Arbeitern, Angestellten und Beamten mit den eigenen Worten der„Freibeit" zurufen: „KSunt ihr einer Partei, die etwas Derartige? duldet, die sich sin der Frage demagogischer Verdrehungen! zum Mitschuldigen einer die Arbeiterklasse schwer schädigenden Haltung macht, eure Stimm« geben?" Nein! Wählt deshalb morgen mir die Listen der S. P. X. V Die Spiel« mid Turnplätze Berlins und der Bororte sind jetzt restlos geöffnet. Wie groß das Interesse der� Berliner Bevölkerung und namentlich der Großstadtstigend für Sport rmd Leibesübungen ist, zeigt die starke Benutzung. Es sind in diesem Jahre bereits eine Anzahl Plätze und Anlagen für T u r n v e r- anstaltungc» mehr freigegeben worden als in den vorigen Jahren. Sie reichen jedocb nicht aus, mn dem Bedürfnis der Be- völkerung in weitstem Maße Rechuung zu tragen. Für eine Erweiterung der fiir die Allgemeinheit bestimmten Turn- und Uei'ungspiätze kämen zunächst die im Weichbild der Stadt Berlin liegenden Miiilärübungsplätzc in Betracht. Diese unterstehen dein Militärfiskus, der das alleinige Berfügungsrechi besitzt, aber infolge der Heeresvernzinderung von sciirem Be- Nutzungsrecht fast keinen Gebrauch nyzcht, so daß einige Plätze brach liegen. So befindet sich in der G n e i s e n a u st r a ß e der an die Kaserne des ebcmaligen 2. Gardc-Dragmierregiments an- schließende Reil platz. Dieser Platz wird icit anderthalb Jahren für seine» ursprünglichen Zweck nicht mehr gebraucht, so daß er augenblicklich als Holzlogerpbntz der Milftärbeliörde dient. Ferner die im Weichbild der©tadr Berlin liegende Hai e n h e i d e. Im Jabre 1878 wurde dieser Komplex vom preußischen Fisku? dem Reich übergeben mit dem Vcrtragsv ermerk, daß dem preußischen Fiskus ein Vorkaufsrecht zustehe. Für militärisch« Zwecke wurden Schießstände gebaut, die heute fast gar nicht mehr benutzt werden. Zwar ist das Betreten der Parkanlagen einzelnen mit besonderen Erlaubnisscheinen versehenen Personen auf Grund ihrer Be» ziebungen gestattet, aber sonst ist das Betxrten bei Strafe verboten. Diese Heide würde sich wegen ihrer scho» für diele Zwecke vorhan- denen Anlagen besonders für eine Erholungsstätte eignen. Um. dies zu ermöglichen, sind bereits die maßgebenden ZiviDehörden mit dem Militär fiskus iv Verbindung getreten. Di« Verhandlungen scheiterten jedoch an der Halsstarrigkeit der Militärinstanzen. .Anschließend an die.Hasenheide befindet sich der Jahnturnplatz, der dem Prov-inzial-SchuItollegium unterstellt ist. Wegen seiner bor- teilhaften Lage ließe sich eine Erweiterung übergreifend auf das Gelände der Hasen Heide bei geringem Kostenaufwand ermöglichen, zumal schorr seit längerer Zeit die Anlegung einer Straße längs- seit des JahnpIatzeS projektiert ist, die durch die Verkehrkhcbmcg eine rege Benutzung der Anlagen verbürgen würde. Zur Abstimmung iu Ostprcichen. Die Ausgabe der Fahrscheine für Berlin erfolgt in der Geschäftsstelle des Bundes beimattreuer Ostpreußen, Halle- scheS Ufer 24. Geschäftszeit 9 Uhr vormittags bis 6 Uhr noch. mittags, Sonntags von 9 bis 1 Uhr. Die Ausgäbe der Fahrscheine für Neukölln erfolgt bei Herrn Heinrich, Restaurant Hammer, Kaiser-Friedrichstraße 38B9; für Weißensee bei Herrn Lehrer Groncki, Pärkstraße 32; fiir Lichtenberg bei Herrn Lehrer Weller, Viüggelstraße 30; für L i ch t e r f e l d c bei.Herrn Schikorr, Margaretenstcaße 9. Die Fahrscheine werden jedoch erst dcknn aus- gestellt, wenn der WahlauSweis vorgelegt wird. Die Abstimmungs- berechtigten werden ersucht, icho» jetzt bei den genannten Stellen angeben zu wollen, wann sie die Reise antreten. Eine vorherige Anmeldung fft unbedingt nötig, da die Zahl der Plätze in den Son- derzügen sehr beschränkt ist. Fu der Zeit vom 30. Juni dt» 8. Juli werde» die MstimmungÄberechtigten iu Sonderzügen befördert Für die Fahrt nach Ostpreußen kommen 1. der Seeweg, 2. der Landweg durch den polnischen Korridor und 3. der Luftweg in Be» tracht.—- Die im Stadtbezirk Norden wohnenden abstim- mungsberechiigten Ostpreußen können die"amtlichen Wahlausweise, soweit diese ihnen nicht direkt von den Abstimmungsausschüssen zugesandt worden sind, sm Geschäftslokal Scestraße 39(Restaurant zur Secklanse) täglich von 4 bis 8 Uhr nachmittags in Empfang nehmen._ Der Geliebte als Einbrecher. Das Kapitel von der vertrauensseligen Geliebten, die einem Verbrecher ihr Vertrauen schenk!, ist um einen neuen, besonders krassen Fall bereichert worden. Ter Leidende war diesmal ein Kaufmann Schilde aus der Schwäbischen Straße 30. In der Zeit seiner Abwesenheit hatte ein Kaufmann Karl Herrmann aus der Schwäbischen Straße 25 sich seiner Wirtschafterin genähert und ihr Vertrauen durch die Vorspiegelung gewonnen, daß er sie zu heiraten beabsichtige. In Wirklichkeit knüpfte er die Be- Ziehungen nur an, um Schilde ocstehlen zu können. Während die Wirtschafterin krank im Bette lag, besuchte er sie in der Wohnung und benutzte die Gelegenheit, eine Kassette zu erbrechen und ihre? Jnbaltes zu berauben. Sr erbeutete 70 Goldstücke >50 Louisdor, 20 in Franc, Lire und Kronen), 200 Eintausendrubel- scheine(Tumarubel), 5 Stück 6proz entige mexikanische Anleibc mit ZinSjchemen, ein Paket mit 20 Eintausendmarkscheinen, 33 Pakete mit je 60 Hundertmarkscheinen. Ferner lose Tausend-, Hundert-. Fünfzig, und Ztvanzigmarkscheine mit rotem Stempel, 7 Stück S00-Frcmc-Noien und verschiedene Schuldscheine. Ter Dkib nahm auch noch eine braune und eine rote Aktenmappe mit. Herrmann verschwand stus feiner Wohnung und schrieb an die Wirtschafterin des Bestohlckicn einen?lbschiedsbrief, in dem er mitteilte, daß er vorläufig den Staub Berlins von den Füßen schütteln müsse, spater -aber wiederkommen werde. Er habe�die Absicht, nach Polen zu gehen..Der Flüchtstw befindet sich wahrscheinlich nack in Berlin, um hier seine BeuteWv-usetzen. und wird von der Kriminalpolizei eiftcig gesucht. Er ist i,T0 Meter, groß und schlank, hellblond und trägt einen blonden, englisch geskfctzteii Schnurrbart, hat ein frische» gesundes Gesicht und spricht Thüringer Mundart,. Der Postverkehr mit dem Ausland. Die jetzt geltenden Gebührensätze für Brieisendungen nach dem Aus lande werden sehr häufig von den Versenden nicht hin» reichend beachtet. Im besonderen wird die Einschreibgebühr oft unrichtig berechnet. Diese beträgt allgemein 80 Pf.; dagegen ist sie im Verkehr mit dem Freistaat Danzig, Luxembuiq�ZuuL. Memelgebiet. Oesterreich. Ungarn, Westpolen und nach der i. Zone des Abstimmungsgebiet?«Schleswig auf nur 60 Pf. festgesetzt«wie im Inland). Im Hinblick ans die sehr erheblichen Verluste. die dem Deutschen Reiche durch die Nichtbeachtung der neuen Be- stimmungen über die Gebührenerhöhungen im SluSlandsverkehr er» wachsen, werden in Zukunft die ungenügend freigemachten Sendungen den Absendern, sofern sie zu erkennen find, zur Ver- vollständigung der Freigebühr durch die Aufgabepostanstallen zurückgegeben werden. Da hierdurch in der Abiendung der Briefe sehr oft Verzögerungen entstehen würden, so liegt es im Interesse des Publikums, die Briefscndungen nach dem Auslände genügend freizumachen.— lieber die Höhe der Gebühren erleilen sämtliche Postanstalten bereitwilligst Auskunft. Postpakete nach I t a l i e nmönnen auch'auf dem Wege über Oesterreich befördert werden. Die Gesvichtsgebühr stell: sich aui diesem Wege gegenwärtig um 8 M. billiger als bei der Besörderung über die Schweiz. Vom 16. Juni an wetden Pakete nach Groß- britannien zur Besörderung auf dem unmittelbaren Seeweg über Hamburg angenommen. Bei diesen Paketen ist auch Wert'- angabe zugelassen. Die Befördelung erfolgt Mittwochs und Sonnabends. Infolge Ausfalls der Fahrt des holländischen Dampfers Ryndam von Rotterdam nach New Jork am.2ö. Juni wird der Postschluß für diesen Dampfer aufgehoben. Der italienische Dampfer Tomaso di Savoia geht von Genua nach R i o de Janeiro usw. am 26. Juni ab, P o st s ch I u v, beim Postamt 9 in Frankfurt(Main) am 2 3.- Juni mittags. Das Dunkel um den falschen Dr. Hemberger ousgcklärt. Nach der Aufklärung des grausigen Morde? an dem Oberlehrer Dr. Hemberger blieb noch übrig, den Mcwu festzustellen, der ar. 28. September 1918 in der Grünau Cr F o r st erhängt avi- gesup.de», voi> Frau Hemberger als ihr Mann bezeichnet und dap» auch als Oberlehrer Dr.. Hemberger in'Grünau beerdigt wurde. Er wurde jetzt festgestellt als ein 24-Jahre aller aus Schönsließ gebürtiger Expedient und Sradtvcrtretcr Georg Böttcher, der zuletzt in der Blücherstraße 34 wohnts. Böttck.e" hatte sich bei einem Sparverem, bei'dem er heschäfiigt war, eine kleine Unterschlagung zuschulden kommen lassen und aus der Wob- nung entfernt, um' sich aus Furcht vor Entdeckung das Loben zu nehmen. Seine Wirtin, zu der er Beiziehungen unterhielt, melde!: ihn als unbekannt verzöge» oh und damit war auch für sie die 'Angelegenheit erledigt. Die Frau ist inzwischen auch gestorbn-. Wie die Ermittelungeck der Nachnchtenstell« weiter ergeben hatte»., soll Böttcher vetb-e tratet gewesen fein. Seine'Frau, d»e g. trennt von ihm lebte, soll außerhalb Berlins ein Besitztu»: haben. Sie wird jetzt ersucht, sich zur Regelung der. Persoualverhältnisi. j insbesondere zur Erlangung einer Sierbcurkund« über den Lo- ibres Mannes mit der Nachrichtcnstolle fiir Vermißte und unb-n kannte Tote im Berliner PolizeiprMdium in Vorbindung zu setzen Der Absckilnsi der Berliner Siadkbouptsasse fsi« 1918»ird» den nächsten Wochen seriigssestellt werden. Schon jetzt kann aber.- wie der Magistrat mitteilt, gesagt werden, daß ein Fehlbetrag aus keinen Fall vorhanden ist. Ter Abschluß wird wegen� der technischen Schwierigkeiten erst im Aug, fit oder September der Stadtverordnetenversammlung zugehen. Das Ergebnis des Ab- schlusse? fiir 1.919 kann zurzeit auch nicht schätzungsweise abgegeben werden. Die Zahl von 200 Millionen Mark bezieht sich auf be# Haushaltungsetat von 1920. Zur Deckung dieser Summe kommen die verschiedelfiten Einnahm eauellen in Frage. • Morgen wieder Regen? Das amtliche Weit erb» re an prophezei! den morgen ihn; Pflichten erfüllenden Wähfern einen ganz befon- ders ungünstigen Tag. Ebenso wie der 6. Juni feil! Erscheinen in Begleitung eines Regenschauer? ankündigte, wird auch diesmal der Himmel seine Schleusen bis in die Mittagsstun'den offenhalten. Zum Zeichen, daß die Sonne �»ch nicht öom Himmel gefallen ist. wird sie sich zeitweise nachmittags den Wählern präsentieren, rnn sich für den Rest des.TageS ihre endgültige Stellungnahme vvr- zubehalten..-'• Allgemeine Kranken, und Sterbekasse der Metallarbeiter. Filiale Berlin 7..Heute 7 Uhr ita Lokal Sackse, Lmdower Stellte 2C Mitglieder» ersammlimg. Hroß-Serliner parteinachrichten. Heute, 19. Juni: IW.«W. 9 Uhr bei Oblglo, S Wal, ander Straße U. Treffpunkt der— Kletsterkolamie. V Morgen, so. Juni: Lichterfelde,-aie nickU eingeteilten Helfer wollen sich um 8 Uhr früh' im Zentralwahlburellfi Moltiesiraße 31, bei Ouandt(nicht be! SchnabeO melde». Rolentbal. Die Oienosien und Genosfinnen haben sich von Ti, llhr morgens ab vollzählig bei Pciran, Hauplltraß� zur Wahlbilse einzufiiide». Tempelhof. Zentralwahlbureau bei Hammermeister, Berliner Str. 143. Genossen und Genossinnen wolle« sich zur Vahlarbeit recht zahlreich dort einfinde». OewerGhsfisbewegung ? womrch ein Ofen, der nach dem Tarif mir 53,70 M. zu zahlen ist, i mit 1K M. bezahlt wurde, und ein anderer mit Tarifpreis von � 193,12 M. nur jfiit 100 M. bezahlt wurde, nicht bestritten! Eine Plenarversammluna der Berliner Gewerkschafts-! � � � t � -»„m.»«««.. Bund der teKnnchen Angestellten und Beamten. Montag, den rrminilston 2� Juni, adends Vl2 Uhr. im Berliner Kluddaus. Odmstr. L: Beruls- findet am Montag, den LI. Juni, abends S Uhr, im Blauen! gruppen-Bersammiung der L ab orator iumZ-T e ch nik er.— Zaal der Berliner Vereins- und Konzerthallen, Kommandanten- �~ Monioz._ben_21. Juni, abend» 71/, Uhr, im Kiemen stratze 58/59, statt. Auf der Tagesordnung steht u. a. Äahl des ersten Vorsitzenden und Bericht über die Einigungsverhandlungen rchultheig, Kastanienallee 23: M:tglledervelsammlung. mit den BetridbSrätezentralen. liche Einladung.. Als Legitimation gilt die schrift» Tie Lohnbewegung in der Zigarettenindnstrie. Die in der Zigareitenindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen von Berlin nahmen in einer Überfüllren Versamm- 'ung in den Musikersälen zu dem am 15. Juni gefällten SchiedS- spruch deS Einigungsamtes Stellung. Sie hatten dem Arbeitgeber- verband die Teuerungszulage zum 25. Mai gekündigt und far- derten zu der bereits bestehenden Teuerungszulage eine weitere Erhobung von 150 iproz. In den darauffolgenden Verhandlungen, die zwischen den beiden Organisationen stattfanden, konnte eine Einigung nicht erzielt werden, die Arbeitnehmer wurden vielmehr an das Einigungsamt verwiesen. In der am 15. Juni stattge- fimdenen Verhandlung vor dem EinigungSamt wurde nun ein Schiedsspruch gefällt, wonach für männliche Arbeiter weitere 135 Proz., für weibliche Arbeiter 40 Proz. zu bewilligen seien. Die Versammlung lehnte diesen Schiedsspruch einstimmig ab. Die Arbeiterschaft ist der Meinung, dast bei dieser. Erhöhuna der Teu- erungSzulage für die weiblichen Arbeiter nock nicht leinmal die erhöhten Krankenkassen bei'röge gedeckt werden können, ivielweniger dast dieselbe den verteuerten Lebensmitteln Rechnung trägt. Auster» dem must aber auch betont werden, dast die männlichen Arbeiter.in der Industrie, denen man'ja im allgemeinen weiter entgegen- kommt, nur 10 Proz. der in der gesamten Atidustrie beschäftigten beträgt. Die Arbeiter sind der Meinung, dast die Zigarettenfabrikanten sehr wohl in der Lage sind/vie von den Arbeitern gestellten Forderungen �sanz zu HÄvilligen. Denn gerade die Zigarettenindu- strie hat während und auch nach dem Kriege ungeheure Gewinne eingeheimst. In der lebhaften Diskussion betonten fast alle Redner, dast, wenn sich die Unternehmer nicht bereit erklären, weiter� Zu- geständnisse für die weiblichen Arbeiter zu machen, in den Streik getreten werden müsse. Nur mit Mühe gelang es der Verbands- leitung, die Versammlung von übereilten Beschlüssen zurückzu- halten. Die Versammlung nahm folgende Resolution einstimmig an: Die in den Musilersälen tagende stark besuchte Versammlung 1�. W__<1'____ Ii___ f— t. f- f. �-f, Iii i QT*• ,» ÖfvTiöi- Wirtsthsst Die Unternehmer werden einig. Die Organisationen der landwirtschaftlichen Unternehmer und die Spitzenverbände von Handel, Industrie, Handwerk und Ge- werbe haben am Freitag, wie Wolfis Bureau meldet, den Zu- s a m m e n s ch l u st zu einem ZentralauS schuh der Un- ternehmerverbände beschlossen. Dem Zentralausschuß werden angehören: Reichsausschutz der deutschen Landwirtschaft, Reichsverband de» deutschen land- und forstwirtschaftlichen Arbeitgebervereinigumgen, Reichsverband der deutschen Industrie, Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberver- bände, Reiaisvcrband des deutschen Handwerks, Hansabund für Gewerbe, Handel und Industrie, Zeniralverband des deutschen Großhandels, Vereinigung der Arbeitgeberverbände des Groß- Handels, Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels, Zentral- verband deS deutschen Bank, und Bankiergewerbes, Reichsverband der Bankleitungen, Arbeitgeberverband deutscher VersicherungS- Unternehmungen, Zentralstell« für das deutsche Transvort- und .Verkehrsgewerbe. Der ZentralauSschuh bezw'eckt die geschlossene Wahr. nehmungdergemeinsamenwirtschastSpolitischen Interessen der deutschen Unternehmerschaft und die ein- h'e i t l i ch e Abwehr aller gegen sie gerichteten Bestrebungen. Durch die Errichtung dicseS Zentralausschusses hat die Forderung des Hansabundes zum gewerkschaftlichen Zusammen- schlutz der Unternehmer ihre sachliche Erledigung gefunden. Der ZentralauSschuh wird über die Bildung von örtlichen oder bezirk- lichen Ausschüssen gleicher Art und über die Durchführung der notwendigen Mastnahmen zur Erreichung der gesteckten Ziele auch auf örtlicher Grundlage die erforderlichen Richtlinien erlgsfen. Während die Arbeitersckaft in einem Kampf von unerhörter sind Annullierungen nur in geringem Matze zu verzeichnen. Die Beschätngnng sei Einklangs mit der allgemeinen Zurückhaltung Tii- bei der Ge«I' ichaft nicht gerade flott und bie Käufer verhielten sich abwartend. In letzter Zeit habe die Gesellschaft jedoch lohnende Aufträge bekommen. A.-G. für Papvenfabrikation in Charlottcnburg. Reinge- w i n n von rund 620 000 srund 38 000) M., aus dem der Reserve- fonds voll ausgefüllt wird und ferner 14 Proz. Dividende sowie 14 Proz. Bonus sk Proz. Dividende i. V) zur Verteilung gelangen. Berliner Speditions- und Lagerhaus A.-E.(vorm. Zar» u. Co.). Bruttogewinn von 6,05(3,44) Millionen Mark. Aus dem ver- bleibenden Reingewinn von 967 000(432 000) M. D i v i- den de von 25(12) Vroz. auf 2 Millionen Mark Aktienkapital, dem Spezialreservefonds 250 000 M. überwiesen. Das zweite Halb- jähr des abgelaufenen Jahres brachte eine beispiellose Hoch- k o n j u n k t u r und so auch dem Berliner Speditionsgeschäft u n- gemein lohnende Beschäftigung. Die Gesellschaft er- hielt umfangreiche Lageraufträge, welche eine andauernd vor- teilhafte Ausnutzung der Speicherräume ermöglichten und sogar darüber hinweg zur Lagerung groger Gütermengen die Aus- Nutzung fremder Räume bedingte. In den ersten d r e i Monaten des neuen Jahres erfuhr da? Geschäft eine weitere starke Steigerung, doch ist seitdem eine Abschwächung eingetreten. der in der Zigarettenindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbei- � Leidenschaftlichkeit sich zersplittert und schwächt, heute bereit? drei terinnen nehmen mit Entrüstung von dem am 15. Juni gefällten � Betriebsräte zentralen entstanden sind, die ihre eigene Politik Schiedsspruch des Eimgungsamtes Kenntnis und lehnen denselben j Reiben, hat das Unternehmertum, das sich früher im Kon- einmütig ab. Derselbe steht in keinem Verhältnis zur Lebens kurrenz kämpf zerfleischte, richtig die günstige Lage er- Haltung der Avbeitersc�st D,e Kollegenschaft gelobt. die,en:hnen um � � zerfleischenden Arbeitern die Einheitsfront des aufgezwungenm Kampf mft allen ihnen ZU Gebote �nden M.t-, Unternehmertums entgegenzustellen, die Interessen des teln zur Durchfuhrung zu bringen und beauftragt b* Verbands- � � ��tzen und seine ungerechtfertigte M ach t p° i t i o n leitung, mit dem Hauptvorstand auf dem schnellsten Wege in Ver bmdung zu treten, um die Genehmigung zuirf Streik zu erwirken.. Tarifvertrag für Kauf- und Warenhäuser sowie ' Spezialg�chäfte. Die im Zentralvevband der Angestellten organisierten Ange- stellten in den Kauf- und Warenhäusern nahmen am Freitag abend in einer Mitgliederversammlung ihrer Facbaruppe zum endgültigen Schiedsspruch über den Rahmentarif Stellung. Dieser SchiedS- spruch ist am 12. Juni durch den SchlichtungsauSschutz de» Arbeits- Ministeriums gefällt worden. Teile deS Tarifs, so die GehaltSfrage und einzeln« andere Punkte, sind schon durch einen Schiedssvruch von Milte Mai erledigt worden, der seinerzeit auch von beiden Teilen(Angestellten und Arbeitgebern) angenommen wurde. Ter neue Schiedsspruch vom 12. Juni betrifft nun die zahlreichen ande- ren Punkte des Manteltarifs. Ueber ihn referierte Wille in längeren Ausführungen und teilte dann mit, dast die Fachgruppen- leitung meine, die Annahme dcZ Schiedsspruchs empfehlen zu können unter Berücksichtigung aller allgemeinen Umstände und der Tatsache, dast doch mancherlei durch den Schiedsspruch erreicht war- den ist, wenn auch andererseits ander« Wünsche nicht erfüllt wurden. Ueber die Annahme oder Ablehnung des Schiedsspruchs wurde von der Gruppenleitung eine geheime Abstimmung vorgesehen. Nach der Feststellung des Resultats wird es veröffentlicht werden. Nach dem Schiedsspruch sollen sich die Parteien dazu bis zum Mittag des 21. Juni erklären. Auf Wunsch der Unternehmerver- treter, mit denen man noch aus ihre Veranlassung am Freitag eine Konferenz hatte, ist ein gemeinsames Gesuch an den SchlichtungS- ausschust de» ArbeitSministeriumZ gerichtet worden, den Termin um einen Tag, also bis zum 22. Juni mittags, zu verlängern Die Unternehmervertreter wollen nämlich am 21. Juni ihre Mitglieder noch einmal um sich versammeln Herr Eugen Krieger übersendet un? eine� sogenwmrte Richtig- stellung, worin er gegenüber der Veröficntlichung deS Zentralver- bandeS der Töpfer behauptet, dast bei den fraglichen Aribeften über 7 Mk. Stundenlohn verdient worden seien. Der Akkordsatz sei in- zwischen mehrmals erhöht woz�en. Nach nochmaliger RückspoMe mft der Filicnle Berlin deS Verbandes der Töpfer wird unS versichert, dast die in der Verössent- lichung in der Freitagmorgennummer deZ„Vorwärts" gemachten Angaben den Tatsachen entsprechen. Herr Krieger sucht ja auch im seiner Zuschrift die vom Töpferverband gemachten Feststellungen. zu erhalten. DaS Unternehmertum fühlt sich auch heute noch nicht im geringsten als ein der Volksgesamtheit verantwortliches Organ, daS von dem Vertrauen der drei Viertes der Volks- gesamtheit ausmachenden Arbeitnehmerschaft getragen wird, sondern durchaus als die herrschende Klasse, die mit vollem Macht- b e w u ß t s e i n die Produktion und die Teilung des Arbeits- ertrageS nach dem Profitinteresse der kleinen Ober- schicht zu leiten gewillt ist. DaS Klassenmonvpol der ProduktionS- mittelbesitzer soll erhalten bleiben, damit ihnen der Tribut, den die Arbcitnehmerschaft aus dem Ertrag der Arbeit sich ab- ziehen lassen mutz, möglichst ungeschmälert weiter entrichtet werden muh. Wenn auch die drei Viertel des Volkes, die Arbeitnehmer sind,)noch nicht in ihrer Gesamtheit auf dem Boden der s o z i a- l i st i s ch e n Welt- und Wirtschaftsauffassung stehen, als Tribut- zahlcr zur Erzeugung von Kapitalzinscn und Renten stehen sie alle im schärfsten Gegensatz zu der herrschenden Oberschicht, die den Grund und Boden als auch die anderen Produktionsmittel für den kapitalloseti. nur Arbeitskraft besitzenden Arbeit- nehmer sperrt. Ererbe, erwusbere oder gewune sonstwie Kapital, und du darfst stolz sein, deine Mitmenschen dir zu Knechten machen zu können.>-aztr. 44 statt 4 Millionen Ueberschuß der Teufichen Kaliwerke. Im Geschäftsjahr« ISIS verbleibt nach Abschreibungen in Höhe von 7 OOS 343 M.(1911527 M.) der Ueber schütz 44524 400 M. (4 588 599 M). Die Verwaltung schlägt vor: 3 Millionen Mark (500 009 M.) zum WohlsahrtSfondS, 30 Millionen Mark für Rückstellungen, 25(7) Proz. Dividende. Die Versorgung der Werke mft Braunkohlen hat sich in letzter Zeit«rfteülicherweise gebessert, die Steinkohlenlieferung dagegen noch verschlechtert. Die Nachfrage nach Kalisalzen hat weiter angehalten. Der Wettbewerb des Elsaß war deshalb bislang nicht besonders fühlbar-, die Ge- fahren und der Nachteil de» elsässischen Wettbewerbs bleiben jedoch bestehen. Die Akliengesellschast Deutsche Kaliwerke in Bern- t« r o d e wurde 1904 gegründet und arbeitet mit 41 Millionen Mar? Aktienkapital. Sie hat seit 1909, nack Beendigung der Vau- Periode, durchschnittlich 6 Proz. Dividende ausgeschüttet. Mus aller Weit. Hzpßfeuer bei Krupp. Freitagabend kurz vor 9 Ubr brach in den Kruppschen Holzbaracken an ver Lordstrohe in Essen, die während des Krieges erbaut worden sind, Grotzfeu.er auS. das sämtliche Baracken zwischen der Lordstraste und der Kruppsiraste vernickteic. In den Baracken war das Möbeilager der Rheinisch- west« sälischen Möbelschau untergebracht. daS einen Milli on en w ert repräsentiert. Die Möbel sind sämtlich ein Raub der Flammen ge- worden. Ein Teil der Baracken wurde von der Stade als Kranke-.i- anstalt benutzt. Auch dieser ist den Flammen vollständig zum Opfer gefallen. Ob die zablreichen dorr untergebrachten Kranken iänitl'ch gerettet werden konnten, war bis zur Stunde noch niciu festzustellen._ Grostfeuer in Kowno. Ein Stadtviertel niedergebrannt. Kowno, 18. Juni. Gestern nachmittag brach in einer Bäckerei in der Altstadt Feuer aus, das so schnell um sich griff, dast in wenigen Siunden das ganze Stadtviertel zwischen der Benediktinerlirche und der Wilija in Flammen stand und über Nacht vollständig niederbrannte. Der Schaden geht in die Millionen. Auch einige Menschenopfer sind zu bellagen. Die in der Nähe liegende Kalhedrale, das VolkshauS und die Benediktiner- tirche konnten gerettet werden. Solimtenrcnten in Amerika. DaS Repräsentantenhaus hat mit 280 gegen 92 Stimmen»400 Millionen Pfund zur Zahlung an 3>4 Millionen Kriegsteilnehmer bewilligt. Jeder Kriegsteilnehmer soll fünf Schilling täglich für Kriegsdienste und vier Schilling für Dienste in der Heimat erhalten. De Parteien haben die Vorlag.' annehmen müssen, um nicht die Wahlstimmen der gut organ:- sierten Soldaten bei der Präsidentenwahl zu verlieren. Der von den Wahlsfimmen unabhängige Senat wird aber gegen diese sogenannt«..Soldaten- Schiebungsvorlage" stimmen. da sie das Land überbürdet. Theater öer Woche. Vom»1. dl»«7. Juni. Bollibgha«! so., 22.. 24. u. 27. Eine Landpartie und Eine venolikelte Scsckichie. 21, 23, 25. Der Richter von Zalamea. 2ö. Da» Kiithchen von Heilbronn.— vpcrn. haus: 24. Mignon. 22. Evangeliinann. 23. Sieairied. 24. Echahrozadc.£5. Frau ahne Schatten. 28. Madame Lullerfly. 27. Danerdiunmeruny. 28. Bajazzo.— Schausvietha«,- 22.«ronprinz. und 27. 23. Oihella. 24. Maria Smart. 2S.. 28. Journalisten. 26. Riiuder.- Deutsch», Theater: 20.-2>. Tai'UN. 26. u. 27. Weib und Hampelmann.— Kamerspiele- 20. Die Biichse/ der Pondvra. 21.— 27. Der ry.-. Deutsche»««nstlcrtheater: Die Reise irU dir Modchenzeit.— B»rli.-er kchauspieltzo»»: 20. Der Leidgardu: 21. in von Trapezunt.— Schitlertheater: 20. u 27. Ait.Heidelbe:a 21.23.1: 28. Der Bieigeprilst«. 22.U.24. 2X2-6. 25. Die Rabensteinertn.— Orofee» Stfioufoiel- hau»: 20., r4. Lnfistrata. 21., 22., 23.. 26., 27. Julia» Ciiiar. T a g! 4 ch. SU Tribüne: Bunbur~ bessere Hülste.—»omiidienhau, i�Die s..... Der letzte Walzer.- Älew», SchausptelHim»: 20. Der Leibgardiin»il dl» 27. Die Moral der Frau Dul«!a.— Trianon Therter. Der gute Ruf.—«eä'-eii.;- theaiet: Die Raschhaff».— Zentraltheater i Ein jeltsamer Fall.- Theater in der Alten I'' Euchen Der ung hau»: i 22. aradie»— Theater de» Welten»! Die goldene Riiter-eit— Klelne» Theiüer: iriprgenblatt.— Wallner-Theater: 2l.u.25. Die lustigen Weiber' lrinzestin shre Hohei ������WW»W>W»WWWWW»W>W>WWW>WV»EUxtieR» ricdl.— Thaliatheater! 20. Amor auf Reilen. 2i. Seschlossen. idi« Tänzerin.— Theater am Nallendcrfplatz! Eine Rächt im Kapler Maschinenfabrik Lkt.-Gcs. in Berlin. Dividende 0 Proz. RfttcrgutSbefitzer Mrth neu in den AufiichtSrat. In letzter Zeit Da» 22. Ztigoletto. 23., : von Windjor. . 2t.. 26. und'27. Der fliegende Holländer.— Balhastatheatcr� staiernentuft.— 22. Unsere Magdalenen.— Rose- Theater: Echwarzwaldmadel.— ratcr. Bis 14. August ge.,-____________ ,-,-m- toltstheater: Die drei Zwilling».— Falte« Eaprice: Das Fllmmerl:g:0>?n. — Schauburg: Eine nette Bekanntschaft. iNachmittagsoorftallonnen. BolkebLhne: 20 und 27. SStz von - � cy t: r*..H*■*- Berlichinoen.— Schauspielhaus: 27. Journalisten.—«Stofte» Schaüsptci hau»: 20. Lyststrata. 27. Julius Cäsar.— Deutsches Oper»häu»r 20. Der Aigounerdaron. 27. Hofimoun» Erzählungen. 20. und 27. Die e» euch gr- tällt.— Trtauon-Thegter: 20. u. 27. Der Etarenfried.— Reitdenz-Theater■ 8tolleudorsplatz. 20. und 27 Do» VN. �. Trianou-Theater: 20. u. 27. Der Störenfried.— 20. und 27 Jvhanni«feuer.— Theater an____________________ Dlllck-mädel.— Wallst oll«, Theater: 27. Die Internationale.— Rose-Theatcr 20. Charlep» Tante.— Luiienthratrr: 20. und 27. Meine Ueine bescheidene Frau. 28. Rotkäppchen. Lerantw. für den Th. GloEe. Berlin. wärts-Buchd ruckerei Verksuksi. «r.uzsüchs» neue Peizsacher sowie andere hen aller Art, keine Bersatzwäre, immer noch zu staunenerrcgend fpoitbilligeu Sommerpreisen im Leihhau» Warschauei str. 7._ Schutzhunde, Stubenbllnd chen. junge ffo�erricr. Pint- scher, Schäferhunde nerkausi SchaMaud, Palisadenstrahe Sardine», Künstlergorni- wr, Store». Bettdecken, Mo- terware preiswert. Lands» beraerstraiie 13._ 152« ♦ Seltstaesertlgt» bessere An- üge, auch Mast, spottbillig. tust, Wilhelmstrast» 40», Koch- irastenecke._ 1301k JgckettauzSge. 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