Nr. Z22>?7. Jahrgang Ausgabe A Nr. 24 Bezugspreis: B»«eljiihrl. M.—!» Monat I.W.— ML. trs! ms dalli-, voraus mhldar. Poi'i- dezug Monatlich 10,— Mi» shkl. Sit- itellungsgeoühc. Unter Irreusbanö füt Deutschland und Oesterreich IK, 0 Mk» für das übrigc Ausland dei taalich einmal,-lultelluna 21 50 Volt de» itellunaen nedmen in Oeüerreich. Unzarr, Tschccho-SIamakei, Dane- muri,'h oll an Q.»uhemourg, Zchweden und die Schweis»» Einqetraaen m die Poil-�eiMnas�Preislilt«. Der»Vorriärts' mit der Eonntaa«. deilaze»Boll u. iieir' erichemi woMen- täglich tjwetmai. Sonntags und Mon- tags einmal. Teieqramm-Adrefse. «Sozialdomokroi Verl in-, SomttagS'Ansgkbe Berliner VolKsblntt 33 AnzeiaenvreiS: Die achrgelpallene Nonnaretlleteile iolte: 3,— SR., Teuernngszui chlag öO'/e- «fticiav Anzsigon' das>ctl> gedrucite Wo« I,— M. tzulaista fttci iettgednicfte Worte), edcs ir eitere Wo:! kl) Pfe. Stellengesuche und Schlafstellen anzeigen das erüe Wort W Pfg»'edes weitere Wort tv Vig, Worte iider IZ Buchstaben jiäbien lüt zwei Worte. Teuerunnszuschlao öl>e» �antilien-Anzeigen für Abonnenten geile 2,— M,, politifche und c.e- werkschaftliche Beaeins- Anzeigen 3,— Mi. die geil- ohne Aufschlag, Anzeigen Mr die n g ch st e tliuwmer müssen bis ö Ahr nachmittags im Kmtvtgeschüst, Berlin SW öS, Linden- ftratze 3, abgegeben werden. Deöffnei oon 9 Uhr früh bis ö Uhr abends. Zctitralorgan der fozialdemokratifdjcn parte» Deutfchlande Neüaktton und Expedition: SW. v8. Lindenstr. Z. Fernsprecher: Amt Moritivlnn. Rr. 15 1 90— 15 1 97. Sonntag, ven 27. Juni 195JO Vonvärts-Verlag G. m. d. K., SW. b8, LindenKr. Z. Fernsprecher: 2lmr Morinpian. Ar.»17 55—51. Wer wirb Reichspräsident! Ebert verlangt Neuwahl. Dsr Reichspräsident hat folgendes Schreiben an den Reichs- langer gerichtet: „Rech Z 2 dck Gesetze« über die Wahl des ReichSpräsideute« vom i. Mar 1920(ReichSizesetzblatt Seite 849) hat der Reichstag de» Tag für die Präsidenteuwahl zu bestimmen. Ich bitte Sie» Herr NeichSlanzler, veranlasse» zu wollen, das, der Reichstag den Wahltag alsbald bestimmt." Indem der Reichspräsident auf baldige Neuwahl hin- drängt, erweist er sich als Hüter picht nur des Wortlauts, son- dern auch des Sinnes der Verfassung. Die Verfassung gibt dem Volk das Recht, den Reichspräsidenten selbst zu wählen, und Ebert. der bekanntlich von der Ztationalveriammlung ge- wäblt ist, wünscht, daß dem Volk dieses Recht keinen Augen- blick länger als unbedingt notwendig vorenthalten wird. Indes, ist die Neuwahl jetzt verfassungsmäßig möglich? Tie Verfassung bestimmt ausdrücklich, daß die Wahl des Reichspräsidenten vom ganzen Volk vorgenommen wirdi es steht aber in dk'cm Augenblick noch nickt fest, welche Realität sich mit diesem Begriff verbindet, da die Grenzen des Reichs und' damit der Volksgemeinschaft noch nicht feststehen, Die Bevölkerung der Abstimmungsgebiete kann von der Wahl des Präsidenten, die für sieben Jahre erfolgt, nicht aus- geschlossen werden. Es wird daher kaum zu vermeiden sein, die Wihl so lange aufzuschieben, bis die Äbsi.mmungen'und endgültigen Grenzfestsetzungen erfolgt sind. Eure Ausnahme mach: nur das Saarrcvier, das ja erst nach 15 Jahren ob- stimmungsberechtigt fein wird, in den nächsten sieben.Jahren also vom Mitbestimmungsrecht auf alle Fälle ausgeschlossen bleibt, Erst nach den Abstimmungen in den Grenzgebieten wird also aller Wahrscheinlichkeit nach die Präsidentenfragc akut wer- den. Tann wird die Partei zu entscheiden kiahen, wen sie als .Kandidaten präsentieren will, und wir zweifeln nicht daran. daß der Genosse Ebert, trotz seines Wunsches, vom höchsten Sorgenstubl der Deutschen Republik baldmöglichst fortzukom- men, die Pflichten übernebmen wird, die sie ihm auferlegt. Das neue Kabinett. Sonnabend nachintttag 4 Uhr fand die erste Sitzung des neuen ffinbinetts statt. Zunächst leisteten der Reichskanzler und die neu in die Regierung eingetretenen Minister den Eid anf die Verfassung. Darauf wurde unverzüglich in die Erörterung deS neuen Pro- grammS der Regierung eingetreten, über das völlige Urberein- stimmung erzielt wurde. Der Pressechef, Ministerialdirektor Gen. Ulrich Rauscher, hat sich beurlauben lasse«. Rote Gegenoffensive. Haag, 26. Juni.(Hollandsch NienwSburean.) Die seit einem Monat ständig angekündigte große bolschewistische Offensiv«, die dann jedesmal wieder dementiert wurde, scheint nunmehr tatsäch- lich auf der ganzen Linie eingesetzt zu haben. Bereits vorgestern schrieb die„P r a w d a", im Zusammenhang mit der Offensive sei es klar geworden, daß die Vonrgeoisie aller Nachbarstaaten und de? Westens nur voller Haß gegen da? Sowjetregime auf Gelegenheit warteten, ncnerlich militärisch aufzutreten. Wir dürfen, heißt ez weiter, den Vorschlägen über einen Waffenstillstand und Einstellung der Feindseligkeiten sowie BcrmittlungSversuchen nicht die geringste A u fmerksamkeit schenken. Wir werden den Kampf an der Westfront nicht eher aufflöreu lassen, als bis an Stelle des B» u r g e o i S- P o l e» s ein bolschewisti. fch e S Polen mit unserer Hilfe entstanden sein wird. Wir wer- den künftig der Südfront genügend Kräfte senden, um die Deniki- Armee vollends zu lignidierrn. In dem amtlichen Moskauer Bericht heißt e« heute, daß in- folg- deS Eingreifens der russischen Kavallerie in die vorderen polnischen Linien folgendes Ergebnis erzielt fei: 1. Die 2. polnische Armee ist außer Gefecht gesetzt. 2. Die Z. polnische Armee in der Gegend von Kiew ist von ihren hintere» Verbindungen abgeschnitten. Z. Die 6. polnische Armee in der Gegend von PolonS! hat in ihrer rechten Flanke die Stütze verloren und ihren Rück, z u g Hereitz begonnen. Weiter fegt der rote Bericht: Ausgehend von dem Einbruch in dir polnische Front hat die russische niederschmetternde Offensive auf der ganze» Front begonnen. Die 3. polnische Armee hat auf die Gefahr hin, ganz in unsere Hände»« falle«, ihre Konvoi», Depo» und Lager ver- «richtet. Ihr Rückzug ist in Flucht ausgeartet. Ein Teil der Armee ist in unsere Hände gefallen, ein anderer Teil hat sich über die Felder und Wälder zerstreut. De« Rest gelang eS, über Kontvoste« sich einen Rückwog zu bahne». Jedenfalls existiert die Z. polnische Armee nicht mehr. Die ganze Gegend von Jnto(?) ist von brennenden Konvois und AutoS aller Arten erfüllt. Wir haben 70 Geschütze, 250 Maschinengewehre, nn- gezählte Gewehre und Kanone« erbeutet. Di« rote Armee mar. schiert auf det ganze» Front vorwärts. Die Türkei unterzeichnet nicht. Sonstantinopel, 26. Juni.(HR.) Die türkisch« Frie benSabordnung in Paris hat an? Konstantinovel den Auftrag erhalten, der Entente mitzuteilen, daß die türkische Regierung sich unbedingt weigern werde, irgendeinen Friedensvertrag zu unterzeichne«, der das Land spalte. London, 26. Juni.
hr zusammenzuarbeiten. Die Kredite für Svrien wurden alsdann bewilligt. §och macht Cnylanö Aie tzolle heiß. Paris, 26. Juni. lWTB.) Marschall Fach erklärte dem Vertreter der„Daily Mail" in bezug aus das Verhältnis Frank- reich» zu Deutschland u. a., die Zerstörung von 15 000 deutschen Kanonen sei nicht das einzige Mittel, der Gefahr vorzubeugen, die die Deutsche» für den Weltfrieden bedeuten könnten. Di« wahre Gefahr liege � in dem feindseligen militärischen Geiste deS deutsche« Volkes. Wenn dieser Geist aufS neue ein«« Konflikt hervorrufen könnte, dann wäre die gefährlichste Waffe, derrn sich die Deutschen in weitestem Maße bedienen würden, das Bombrn- flugzeug. ES sei Pflicht gegen die kommende Generation, Bor- kehrunge» dagegen zu treffen. Ein Mittel dafür sei die Ent- f e r n u n g, die Frankreich von de» Feinden trenne, zu ver. größer«. Wenn wir de« Rhein verlassen, sagte Fach, sind die Deutschen Ostende nahe, und von Ostende kann Deutschland London in einer Nacht zerstören. Van einem„feindseligen militärischen Geist" ist seit dem Waffenstillstand jedenfalls mehr bei Fach selbst als beim beut- scken Volke etwas zu verspüren gewesen. Wenn der Marschall sich aus das Wahlergebnis vom 6. Juni und den starken Zu- wachs der Rechtsparteien berufen sollte, müßte man ihm ent- gegenhalten, daß gerade seine eigene Gewaltpolitik die Ursache dieses Rückfalles eines Teils der Bourgeoisie in die alten Gedankengänge gewesen ist. Die deutsche Ar- beiterklasse jedenfalls träumt von allem anderen, als von Bombenflugzeugen und von Zerstörung Londons. Sie ist allerdings der Meinung, daß dem Weltfrieden und der Völker- veriohnung unendlich gedient wäre, wenn die Fach und Ge- nassen endlich einmal den Zivilisten die Leitung der enrvpäi- schen Politik überließen und wenn es keine Northcliffe-Blätter mehr gäbe, die sich willig in d»n Dienst eines jeden Scharf- machers stelle«. Die Mrdeitslosenfrage. Die Zahl der Arbeitslosen steigt erschreck ad und zeigt die inneren Widersprüche der bestehenden L" schastsordnung. Nach Jahren sinnloser Zerstöning aller,.. luchsgiiter und Lahmlegung oller produktiven Kräfte leidet Deutschland und die ganze Welt an einem noch nie erlebten Warenhunger, Wir müssen Waren erzeugen, um unfern enorm gesteigerten Inlandsbedarf zu decken, wir müssen Waren erzeugen, um sie gegen Lebensmittel und Rohstoffe umzutauschen, wir müssen schließlich auch Waren erzeugen, um die Kriegsentschädigung zu bezahlen, die anders als in Waren nicht bezahlt werden kann. Diesem üngeheurcn Güterbedarf müßte normalerweise eine ebenso starke Nachfrage auf dem Arbeits in arkt ent- sprechen. Das Gegenteil ist der Fall. Eine Produktionsstockung ist eingetreten, die darin ihren Grund hat, daß eben nickt Güter nach dem Bedarf sondern Waren für den Markt her- gestellt werden, deren Absatzmöglichkeit sich nach ihren Her- stellungskosten auf der einen Seite, nach der Kaufkraft der Käufer auf der ändern Seite reguliert. Nun sind bei schlech- tem Valutastand Waren teuer erzeugt worden, die bei ver- bcsscrtem billiger hergestellt werden können: zugleich hat sich durch die Valutabcsserung der Preis der deutschen Inlandsware für den ausländischen Käufer erhöht. So stockt der Auslands- absatz wegen der erhöhten Preise, der JnlandSabiatz aher stockt gleichfalls, teils weil die Kaufkraft mit deu Herstellungskosten nicht Schritt halten kann, teils weil das Publikum, auf den Preisabbau spekulierend, mit seiner Nachfrage zurückhält. Die Folge ist Stockung des Ilmlaufs und Ueberfüllung der Lager, Rückgang der industriellen Beschäftigung, Arbeitslosigkeit. Käme es nur darauf an, die Unzulänglichkeit der kapitali- stischen Wirtschaftsordnung, ihren Widersinn und ihre Grau- samkeit zu demonstrieren, so wäre die Aufgabe der Arbeiterklasse in dieser Situation sehr leicht. Wer angesichts der drängenden Not und Gefahr handelt es sich nicht darum, theoretische Beweisführungen zu liefern, sondern vielmehr darum, praktisch zu helfen. Das kann nun nicht geschehen, indem inan sich einfach aus den Standpunkt stellt: Die Schlechtigkeit der kapitalistischen Wirtschaftsordnung ist erwiesen, also muß diese Ordnung ge- sprengt und durch eine sozialistische ersetzt werden. Gegenüber einer so einfachen Zirgumentation gilt das Wort: „Leicht bcieinandH wohnen die Gedanken, doch hart im Raum? stoßen sich die E�aen." Wenn erst einmal die kapitalistische Produktion durch eine wirklich sozialistische ersetzt sein wird. dann wird es sicherlich keine Arbeitslosigkeit mehr geben. Aber der Umwandlungsprozeß vom Kapitalismus zum Sozialismus ist ein Prozeß, der ziemlich lange dauern wird, sedensall? io lange, daß unterwegs die meisten von denen, die heute arbeitS- los sind oder in Gefahr stehen, arbeitslos zu werden, Hungers sterben dürften. Um im Gleichnis zu reden: Wenn z, B. ein Bahnhof sich als irnzulänglich erweist, wird man ihn nickt ohne weiteres in die Luft sprengen, um an seiner Stelle einen neuen zu er- bauen, sondern man wird— wie jedermann am Bahnhof Friedrichstraße beobachten kann— die Arbeiten so vornehmen. daßcker Verkehr keine Stockung erleidet. Wollte man anders verfahren, so würde man den Verkehr zunächst nickt verbessern, sondern ihn vollends zum Erliegen bringen. Genau so würde man durch den Versuch, die kapitalistische Wirtichast plötzlich und vollständig in eine sozialistische zu oer- mandeln, nickt den jetzt Arbeitslosen Arbeit verschaffen� ion- dern die setzt noch?krbestenden arbeitslos und brotlos machen. Solche Betrachtungen bedeuten keineswegs einen Verzicht auf den Sozialismus, sondern im Gegenteil die Aufforderung, sein? Methoden zur Lösung der Arbcitslosenffagc wirklich praktisch zu machen. Schon die staatliche Erwerbs- I o s e n fü r s o r g e ist ein dilrckvnis sozialistisches Prinzip: die Allgemeinheit tritt mit ihren Mitteln für die wirtschaftlich Notleidenden ein und gewährt ihnen Hilfe, nicht als Almosen, sondern als Recht. Dieses sozialistische Prinzip so anzuwenden, daß den Arbeitslosen nach Maßgabe der Kräfte wirklich geholfen wird, ist eine Forderung des Tages. Einer Erhöhung der Unterstützung wird man— von Menschlichkeit ganz abgesehen— aus dem doppelten Gesichts- Punkt heraus das Wort reden dürsen, daß es einmal unwirt- schaftlichstst, vorhandene Arbeitskräste durch Verelendung voll- ends zu zerstören, und daH darin andererseits ein Anreiz für den Staat liegt, der wohnwitziaen Versckvvcndung, die durch die Erhaltung brachliegender Kräfte getrieben wird, durch B e- Schaffung von Arbeitsgelegenheit Einhalt zu ge- bieten. Da das Versagen der„freien Wirtschast" in diesem Fall vollkommen feststeht, ist es Aufgabe des Staates, den Erzeuger und den Verbraucher zusammenzubringen, den Abfluß der angehäuft«» Waren auf den Markt zu erleichtern und als Auftraggeber von Arbeit, als Verteiler von Arbeits- erzsugniffen den Gütsrumlauf wieder in rascheren Fluß zu bringen. Dadurch wird zwar die kavftalistische Wirtschaft nicht obne weiteres beseitigt, aber der Einfluß des im Staate or- ganisierten Volkes auf sie erhöbt. Der Weg führt nickt von ber Demokratie weg sondern weiter in sie hinsm. BoffSberr- fchaft über die Volkswirtschaft»st Sozialismus.
Eine ivertvelle Unterstützuncr seiner nc!twend?c!en Arbeit kann sicl> der Sta-.it durch die Betriebsräte sichern. Durch ihre Mitarbeit wird dafür gesorgt werden, daß nicht von oben ber dekretiert und bursaukratifiert wird, sondern daß die Ar- beitcrsclwft an er Lösung der sie bedrängenden Probleme lebendigen An! eil nimmt. Nur darf man von den Betriebs- raten nicht a l I es erwarten, denn dicie Einrichtung ist noch sung und muß sich erst einleben. Wo sich die Räte alS Treib- , bauökultur ein ickeln, da bekommen sie nicht, sondern verlieren sie alle Macht, wie das Beispiel von Rußland nur allzu deutlich gezeigt hat. Als stärkl Arbeiterpartei des Landes hat die Sozialdemo- kratie auch ar einer praktischen Lösung der Arbeitslosenfrage das stärkste I itercsse� Eine Intervellation der Sozialdemo- kretischen Fraktion ist im Reichstag eingebracht, weitere Schritte werden folgen müssen. Die Partei wird nichts unter- lassen, um die Oeffentlichkeit auf diese brennende Frage auf- merksam zu machen, den in Not geratenen Kameraden zu helfen und von der Arbeiterschaft und der ganzen Bolksgemeinsdiaft die ungeheure Gefahr abzuwenden, d'e der Bestand einer großen industriellen Reservearmee für sie bedeutet. Zu diesem Zweck einpsieblt sich die Anwendung aller Mittel, die das Gesetz an die.Hand gibt. Seine Uebcr- schrcitung könnte vom Standpunkt einzelner Verzweifelter ans menschlich entschuldbar erscheinen, üe bliebe aber nichtsdesto- weniger unentschuldbar im Interesse der gesamten Arbeiter- klosse, die nur durch den Ausbau und Umbau der gesehlich- demokratischen Staatseinrichtimgcn zu ihren Zielen gelangen kann, nicht aber durch Akte sinnloser Zerstörung. Die neue Regierung soll'hier zeigen, was sie leisten kann, und wenn sie den rechten Weg geht, wird eS ihr an der llnterstiitzung der Arbeiterschaft dabei nicht fehlen. Sie muß sich aber auch der ungeheuren Verantwortung bor der Gesamtheit bewußt sein, die gerade mit dieser Aufgabe auf ihre Schultern gc- legt ist!_ v vo'kszorn gegen Wucher. Vorsicht vor Lockspitzeln! Tie Teuerungskrawalle sind Feuerzeichen, die neuer- dings wieder über ganz Teutschland aufflackern. Die reiche Ernte dieses Jahres in Obst und Gemüse hat die Preise nicht beeinflußt, sie vielmehr auf schwindelnder Höhe gehalten. Was der„freie Handel" hier leistet, wo keine gesetzliche Bin- dung auf die Prcisgestaltuig einwirkt, schreit zum Himmel und läßt Einblick tun tn die idyllischen Zustände, die sich bei völliger Veseitigiing der sogenannten Zwangswirtschaft er- l>eben werden. Tic Deutsche Volkspartei, die jetzt ja als Re- gicrungspartct die Wirtschaft reformieren will, hat vor den Wahlen die Aufhebung der Zwangswirtschaft gefordert. Wir f Ü r ch t e n, daß sie versuchen könnte, jetzt ihre Versprechungen wahrzmnackzen und damit die Ausplünderung des Volkes noch ungenierter als bisher treiben zu lassen. Was dann läme, mag niemand ausdenken, der an die Ereignisse dieser Zeit denkt. Eier, Schuhe, Gemüse, Obst— alles, was im freien Handel zu haben, hat.fast unerschwingliche Preise. Wieviele Faktoren daran mitwirken, um die Preise von. „Produzenten"— sagen wir: dem Kirschbaum— bis zum letzten Straßen-Händler so in die Höhe zu treiben, mag un- untersucht bleiben. Tatsache ist, daß der freie Handel nicht im geringsten Miene macht, die Preise zu verbilligen. Und es steckt doch keine KriegSgesellschaft mit ihrem viel ange- griffenen angeblich verteuernden BureaukratismuS dazwischen. Die Preise bleiben und auf die Zwangswirtschaft wird ge- schölten, trotzdem sie mit diesen Preisen nichts zu tun hat. Wenn daher jetzt überall sich eine Erregung über diese Preisgestaltung.bemerkbar macht.>wenn die Frauen in den Einkaufsläden, in den Markthallen, auf der Straße ihrem Unmut? Ausdruck geben, so ist das durchaus zu verstehen. Und die neue Regierung sollte diese Dinge nicht auf die leichte Achsel nehmen, sondern, da sie ja jetzt„Fachleute" har, sofort an eine Preisregelung gehen. Aber so sehr wir die Empörung der Hausfrau begreifen io sehr müssen wir die Ausbrüche des Vollszorns bedauern, die sich jetzt in allen möglichen Orten des Reiches zeigen, und die ganz den Eindruck der plan- mäßigen Vorbereitung erwecken. In Stuttgart wie in Bremen, in Mainz wie in Magdeburg, in Ulm wie in Bremerhaven und noch in manchen anderen Städten sinv die gleichen Krawalle vorgekommen. Ausgebend von der „zwangsweisen Herabsetzung" der Obst- und Ge- müfepreife auf den Marktplätzen und in den Lebensmittel. geschäftel>, haben sich dem Vorgehen der Menge fast überall Zerstörungen und Plünderungen angeschlossen, die gerade vom Arbeiterstandpunkt aufi schärfst« zu vevur- teilen sind. Wie die Dinge auslaufen, zeigt folgende Schil- derung unseres Bremer Parteiblattes: Nachdem die Menge die Märkte geräumt hatte, wurden in allen Stadtteilen die Obst- und Gemüsegeschäfte, die Kolonialwaren-, Delikatessen- und auch Schuhwaren-, Garderoben- und Wcißwarengeschäft« von größeren Trupps, darunter viele Frauen, selbst zahlreiche Frauen au« wohlhabenden Kreisen, aus- gesucht und die dort vorhandenen Waren teils gänzlich zu b«- deutend herabgedrückten Preisen aufgekauft. Leider kam e« an mehreren Stellen zu Ausschreitungen, die auf da? schärfste verurteilt werden müssen. So wurden junge Nur- scheu beobachtet, die beim Eindringen in Schuhwarengcschäfte mehrere Paar Stiefel an sich rissen und damit da? Weite suchten. Natürlich, ohne zu bezahlen. Al« so ein Bursche. der vier Paar Stiefel unterm Arm hatte, angehalten und gefragt wurde, was er mit den Waren machen wolle, erklärte er:„De will ick verschür'n". An anderer Stelle wurde ein Bursche von Arbeitern angehalten, der einen Beutel voll Schoko- lade geraubt hatte. Ihm wurden die Leckerbissen wieder ab- genommen. In mehreren Geschäften wurden die Schaufenster- schcibcn bei dem Tumult zertrümmert.' So ging's in Bremen am Donnerstag. Zwei Tage spä- ter, am Sonrurbenb früh, ging'S in den Nachbarorten los. Bremerbavcn, Lehe. Geestemünde— überall dasselbe Bild. Erst Vorstöße gegen die Obst- und Gemüfepreise, dann Plün- derung anderer Geschäfte, woran weniger daß darbende Volk, als berufsmäßige Verbrecher und jene zahlungsfähigen Kreise ein Vergnügen haben, die die Gelegenheit zum billigen Einkauf um so lieber wahrnehmen, alS ihr Portemonnaie ibnen teuren Einkauf ja alle Tage gestattet. Ter planmäßige Verlauf dieser Aktionen läßt auf einen einheitlichen Anstoß schließen. Da jede volitische Partei diese Krawalle von sich abweisen wird— Sozialdemokraten, Unabhängige itnd Kommunisten bemühen sich vielfach gemeinsam, die Menge zu beruhigen— so kann man annehmen, daß irgend- welche Spitzel am Werke sind, die da8 Volk zu Plünde- rungen verleiten, um dann reaktionäre Gcgenmaß- nahmen zu erzWinnen. Dgrum beißt es für alle Arbeiter und Arbeiterfrauen: Aufgepaßt! Spitzel! Der Volks- zorn gegen den Wucher darf nickst mißleitet werden von dunklen Elementen! Hütet euch vor den„radikalen" Phrasenhelden. Fragt sie, in wessen Solde sie stehen! Teuerungsunruhen unü preisgestattung. Die LebenSmittelkrawalle, die in allen Teilen de« Reiches auS- gebrochen sind, haben auf die P r e i S g e st a l t u n g in den be- treffenden Ortschaften revolutionierend gewirkt. ES ist nickt ohne Interesse, die Preisfestsetzungen miteinander zu vergleicken. Go wurde in Mainz von den Verbrauchern ein KirschenpreiS von 1 M- und ein Erdbeerprei« von 2 Mark pro Pfund verlangt. Jn Olden« bürg kam die Kavfmannschaft der Zwangsmaßnahme zuvor. Dort wurde Fleisch mit S M., Reis mit 2—4 M.. Kaffee mit 10 M. auS- gezeichnet. In Bremen, wo sich die Bewegung auch auf die Vororte ausgedehnt hat. haben verständigerweise die Behörden der- mittelnd eingegriffen. Sie haben folgendes beschlossen: 1, Bei allen Versteigerungen und Grogverkäufen von Obst und Gemüse wirken drei Personen der Bevölkerung mit, Das„Tienfihe" im Mensthen. Von Hank Gothmann. Man könnte vielleicht mit demselben Rechte oder Unrechte vom ..Menschlichen" im Tier sprechen, um zu erkennen, wie unzulänglich uno unzulässig es ist, Wefe«chaftcS einer Gattung einer anderen unterzuschieben oder anzudichten. Wir sind gewohnt, kurzerhand all- die Kräfte, die in uns gegen da« SittlichkoitSgefühl. gegen Zucht und Moral verstoßen, gegen die Erkenntnisse deo guten Menschen, gegen- die Pflichten de» menschlichen GoisteS und Herzens, ali„tierisch" oder„viehisch" zu bezeichnen. Wenige denken daran. wie unzutreffend und falsch dies« Bezeichnung ist. Der Sittlich- keitSverüncher handelt nicht tierisch, denn daS Tier begeht keine -Sittlichkeitsverbrechen, und wenn der Mensch von„viehischer" Grausamkeit spricht, so beleidigt er damit tatsächlich die Tiere, die niemals solcher Grausamkoiten fähig find. DaS Tier kann niemals so tief in* Tierische sinken, wie etwa heut« im allgemeinen der M«nsch ins Unmenschlich-Uutermenschliche gesunken ist. Aber dies« Bezeichnung rein menschlicher Entartungen, rein menschlicher Per- brechen nnd Grausamkeiten als tierisch kennzeichnet auch ganz be- sonders scharf die VcrständniSlosigkeit, dl« der heutige Mensch dem Wesen des TiereS entgegenbringt. Oder bezeichnet der Mensch scin« unmenschlichen Fähigkeiten und Taten vielleicht nur deshalb als „tierisch", we-il er sonst vor dem Tier« schamrot werden müßte? Das Tier hat das Recht, tierisch zu sein, das heißt, den Grenzen seiner Vernunft und seines GesüthIS gemäß zu leben, es hat nicht die Möglichkeit, untierisch zu soin. Der Mensch hat die Pflicht, menschlich zu leben, denn er hat die Mög- lichkeit, unmenschlich zu sein. Vom„Menschlichen" im Tierleben und vom„Tierischen" im Menschenleben kann aber niemal« die Rede'sein. CS ist dies eine Begriffsverwirrung, eine Gedankenlosigkeit, aus dem Unverständnis entstanden, mit dem Unzählige heute noch dem Wesen de» TidreS g: gen über stehen, eine Ungerechtigkeit aber auch den Tieren gegen- über. Denn es liegt darin,, daß der Mensch seine menschlichen Fehler und Untaten als„tierisch" bezeichnet, doch ein« Herab- Würdigung und Berachwng deS Tiere», die ganz unberechtigt ist. Der Mensch könnte zu gewissen Zeiten manches vom Tiere lernen, in Liebe, gegenseitiger Hilfe, tn Geduld und Treu«. Wenn wir, die wir uns rühmen, allein Goist und Vernunft zu besitzen, wir. die wir die Idee der Brüderlichkeit und Weltverbrüderung ver- künden, die wir die Sinnlosigkeit der rohen Gewaltanwendung end- lich erkannt baben müßten, uns im eigenen Volke zerfl-ischen. wenn Menschen immer noch ihresgleichen abschlachten, dann ist das un- menschlich, menschenunwürdig, wahnsinnig vielleicht, aber niemals „tierisch". Solcher Bestialitäten, wie der Mensch, ist nicht einmal die Bestie sähig. Deshalb wird«s Zeit, daß sich der Mensch sndlich aus sich be- sinnt, die einzige Macht der Erde erkennt, den Geist, und den Glauben an die rohe, unmenschliche Gewalt verstößt, der ihn tief unter das Tier stellt. Er unterlasse es auch, das, was seinem Wesen zuwiderläuft,„tierisch" zu nennen, sondern nenne eS sinn- gemäß unmenschlich oder untcrmenschlich; damit sei der höchste Grad der Bestialität, der Grausamkeit, des Blutdurste» gckenn- zeichnet, den eben nur der Mensch auf Erden erreichen kann. Wir haben nichts Tierische» in uns zu überwinden, wir haben nur un« selbst zu erkennen und zu überwinden. Wir find durch daS Elend der Mordjahr« gesunken, wir sind immer noch von jenem Geiste der brutalen Gewalt, dem Geruch« dcß DluteS und dem Pestatem der Lüge umwittert. Wir haben un« noch nicht erholt. Den Willen aber zu uns selbst, zur Liebe, zur Brüderlichkeit, den haben wir Offenbaren wir ihn täglich, damit die unmenschliche Zeit endlich aufhöre. Damit Erfüllung werde, was Werfel einmal sang und!vaS allein d:e Menschen reiten kann: „Wähl' uns zum Horn auS, Herr, in das du stößt! — Schon beben wie Gebärende die Erden— Gib, in dem letztes Antlitz aufgelöst, daß alle wir einander Mütter werden." BilbungSarbeit der Gebildeten. Dar deutsch-amerikanische Professor Franz B o a r in New{Jork, der von vielen jungen deut- scheu Gelehrten um StellungSvermittelung im.gesegneten" Amerika angegangen worden ist, erläßt alS Antwoot einen offenen Brief. Darm räl er don der Auswanderung ab und mahnt die akademische Jugend, im Vaterlande ihrer Wissenschaft und ihrem Volke zu dienen. Der Brief enthält für die BolkSbrldungSarbeit beherzigenswerte Anregungen: „Wenn dem Staate wegen der Bürden, die ihm auferlegt sind, die Mittel vekiagt sind, die Erziehung genügend zu pflegen, wenn die Nachbarvölker in verblendeter Kurzsichtigkeit glauben, ihr eige> ne» Interesse zu fördern, indem sie der Jugend Deutschland» die Fittiche de« Geiste» binden, dann ist es Ihre Aufgabe, diese Hemm- niffe zu überwino�n, und zwar dadurch, daß Sie dre Erziehung und Forschung, die der Staat nicht ausreichend pflegen kann, selbständig machen. Der Drang nach Wissen ist so heiß wie je; und der junge Mensch ist stets zu Opfern bereit, um sich zu vervollkommnen und zum Kampfe für» Leben auszurüsten. Verlangen Sie von jedem, daß er als Ersatz für da? Recht auf eine Erziehung, die seinen Anlagen entspricht, dem Erziehung»- Wesen einen entsprchenden Teil seiner produktwen Kraft widmet. und Sie werden sich zum großen Teile von dem Zwang« der Vor- hältnissc befreien. Vor längerer Zeit habe ich mit Interesse einen ähnlichen Vor- schlag von General von FranizoiZ aelesen, der statt deS militärischen Dienste» ökenoinstcheu Dienst verlangte. Ordnen Sie eine solche Dienstzeit, die einen Teil der Erziehung ausmacht, in Ihr Schul- und Univerfitätsstsstem«in. und dce deutsche Wissenschast wird wieder ihre Schwingen regen können. ES ist aber nicht allein die ökonomische Grundlage für eine breite Volksbildung und für Stätten der Forschung, die Sir sich schaffen;«ine solche Einrich» ' einer vom GewerkschaftSkartell, einer von der LebenSmittekkonv Mission und einer von den Händlern. 2. Auch bei kleinen A n kü n f t e n wird diese Kommissiotr für mäßige Preise sorgen. 3. Die drei Vertreter haben täglich auf Grund der Groß- Handelspreise Kleinhandelspreise festzusetzen. Auch in Bayern suchen die Behörden den Stier bei'den Hörnern zu fassen. Der bayerische Justizminister hat angesichts der steigenden Erbitterung der Bevölkerung über das Wucher- und Schiebertum angeordnet, daß schwerere Fälle von Preistreiberei und Schleichhandel nicht durch Strafbefehle, sondern in öffent- licher Verhandlung vor den, Wuchergericht erledigt werden sollen. Und der bayerische Städtebund hat eine eindring- liche Kundgebung erlassen, die vor loeiteren Preiserhöhungen auf da» Nachdrücklickste warnt, weil die städtische Bevölkerung mit den iorlwährcnden Preiserhöhungen nicht mehr Schritt halten kann und in eine geradezu verzweifelte Lage komme. So sehr diese Einzelmaßnahmen zum Schutze der Konsumenten zu begrüßen sind, so wenig darf man von ihnen kaum eine end- gültige Besserung der Teuerungsproblew.c erwarten. Hier spielt die Volutakrage und die Frage des internationalen Warenausgleichs die ausschlaggebendere Rolle. Gegen Sie Militarjuftiz. Die Regierung für Abschaffung? In parlamentarischen Kreisen verlautet, daß die neue Regierung die Vorlage betreffend die Abschaffung der Militärgerichte wiedereiuzubringen gedenkt. Der Anstoß dazu ist von der Sozialdemokratischen Reichstagsfraktion ge- geben worden, die bekanntlich die schleunige Erledigung der Äusschuhbeschlilffe ohne ihre neuerliche Kommissionsberatung verlangt hat. Die OffizierSvcrcinlgung der Deutschen Republik erläßt folgende Kundgebung: Die LsfizierSvereinigung der Deutschen Republik ist der lieber- zeugung, daß eine militärische Sondergerichisbarkeit heutigen TageS fachlich keine Exi st enzberechtig ung mehr har. Es scheint die weit überwiegende Mehrheit unserer Nation zu sein, die jede« Vertrauen zur Militärjustiz verloren hat, infolge verschiedener Pro- zesie. nicht zuletzt deS Kasseler Prozesses gegen die Marburger Zeil- freiwilligen. Bei dieser Sachlage erachten wir die s o- forlige Aufbebung der Militärgerichtsbarkeit als eine unabweisbare demokratische Pflicht der Volksvertretung und der Regierung. Die Ab- ichaffung der Militärgerichte scheint uns schließlich auch im wohl» verstandenen Interesse des Offizierskorps selbst zu liegen. An den neuen Reichstag richtet die OsfizierSvereinigung der Deutschen Republik die dringliche Forderung, sich die unverzügliche Beseitigung der Militärsustiz als eine der ersten Ausgaben angelegen sein zu lassen,_ Oberpräsiüent Noske. Der frühere Rcickswehrminister Noske fft zum kommissari- schen Oberpräsidenten von Hannover ernannt worden. So sehr wir die Versäumnisse de» Gen. Notke als Reickswcbr- minister zu tadeln gezwungen waren, so sehr freuen wir uns. daß seiner unzweifelhaft großen Befähigung an anderer Stelle Gelegen- heil gegeben wird, sich zu betätigen. Genosse Hörstng. der bisher iommissarlscker Oberpräsident von Sack'en war, ist endgültig dazu ernannt worden. Landrar Schlitt zum Landrat in Wiesbaden ernannt, Landral Freiherr v. Schröder-Eckernförde in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Abg. Rath in Essen ist mit der tommisiarticken Verwaltung des Landratamte» in Wittlag« zum 1. Juli beaustragl worden. An dir DeutschlaiidStreue der Oberschlesier appelliert H i n d e n« bürg tn einem Äufrus, der an die schweren Schlachten zur Fern- hallung der Russen erinnert und eine elende Zukunft unter pol- nt scher Herrschaft in Aussicht stellt.— Eni Bund erm- ländischer Polen will dafür arbeiten, daß Ostpreußen bei Deutschland bleibt.„Los von Warschau" ist seine begreifliche Parole. tung wird die segensreichsten Wirkungen ausüben: Erziehung zu produktiver Arbeit sowie das Bewußtsein der Zu- sammengehörigkeit der Handarbeit und der geistigen Tätigkc-t wird gefördert werden. Die Schwierigkeit, produktive Arbeil, w-e Ackerbau, Handwerk und Fabriktötigkeit in die Schulordnung ein- zufügen, kann überwunden werden," wenn da» Problem ernsthaft in Angriff genommen wird. Wenn bisher der einzelne bereit war, ein Jahr oder mehr dem militärischen Dienste zu widmen, wirs er nicht um so mehr bereit sein, ein Jahr dafür herzugeben, sein Volk so zu erziehen, daß es fortfährt, einen würdigen Platz in der Völkersamtlie einzunehmen?" „Die Prinzessin von Trapezunt" im Deutschen Opernhaus. Die Berliner Erstaufführung der„Prinzessin don Trapezunt", OfenbachS entzückender komischen Oper, die 1863 in Baden- Baden zum erstenmal auf die Bretter kam, war ein voller Erfolg. Georg Hartmann hatte das Wert für das Deutsche OperncaiS eingerichtet. Ich boffe jedoch, daß die zum Teil recht wenig tn das giaziöse Milieu Ofsenbachscher Kunst passenden Extempores nickt aus seiner Feder stammen. Man will doch wahrhaftig e'nmal die trarnge Zelt, in der wir leben, vergessen und nickt auch noch in der Kunst an Schieber, und Schuftenränke erinnert werden. Die Ausstattung war ganz hervorragend. Ein vertvoller Fingerzeig für die Direktion, auch in Zukunft die Künstler der Paleue, d'.c in diesem Hause schaffen, zu berücksichtigen. Mizzj Fink sana die Hauptrolle mit unübertrefflicher Grazie, Fräulein Uhr al» Prinz Rakael war ihr eine würdige Partnerin. Die Herren Kantl sZtrkuSMrektor), Ritsch(Fürst Casimir) und Heyer(Erzieher gaben ihr Bestes und ernteten mir ihren Späßen tobende Lach- erfolge. Die Glanzpunkte des Abend« waren da« Lied von den Tauben im ersten Akte und das Lied deS Prinzen im zweiten Akte. Der Chor und die Kapelle unter der temperamentvollen Leitung des Kapellmeisters Zander zeigten tüchtige Schulung, da» Jägcrlied war ein Meisterstück. Man muß e» an dieser Stelle wieder bekennen: Ofsenback Vitt die Anpöbeleien der Wagnerianer und Genossen nicht verdient, sein- Musik, so leicht beschwingt und fröhlich sie ist, atmet nichts von der Schwül« und Sinlichkeit eines Tannhäuser, und es ist zehnmal besser, man führt ibn auf, als man begeistert sich an den Plattheiten der modernen Operette, die diese alte Höhe kaum wieder erklimmen wird.?. U. Die Verjüngung der Hochschule iür Musik. Nachdem Hons Pfitzner mit der Verwaltung einer Meisterschule für musikalische Komposition an der Akademie der Künste betraut worden ist. wird die Ausgestallung de» Lehrlöcper« an der tünilig unier Leitung von Franz Sckreker stehenden staotlicken Hochschule kür Musit in der Form fortgesetzt, daß Sigsried OckS die Leimng der Chorsckule, Regisseur Hörth die Leitung der Overnlckule übernimmt. Außer- dem ist Frau Lula MySr- Gmeiner für die Gcsanpsabteilung. Gustav Havemann für die Viclinabteikung verpflichtet worden. Ilronia. Emma Kottmann wiederholt Ihren Vortrag.!>m Schwarzwald" Sonntag. Mittwoch, Freitag. Dienstag u. Sonnabend wird Prof. Boerke seinen' neuen Vortrag.Der Mensch und die Natur' halten. Am Montag.-»Die Hösel Rügen-', Donnerstag:.Ja den Bergen Tico!»".
Nr. 322 ♦ 37. Jahrgang 1. Heilage öes vorwärts Sonntag, 27. Juni 1920 Der Steuerabzug. Won Wilhelm Keil. Der am 25. Juni in Kraft getretene zehnprozentige Steuerabzug ruft viel itnwillen m den Kreisen der Arbeiter, Angestellten und Beamten hervor. Das ist begreiflich im Hinblick auf die Tatsache, daß das Inkrafttreten dieser Stcne- rung zeitlich zusanrmenfällt mit einer neuen ungeheuren Preissteigerungswelle und einer geradezu katastrophalen Stockung des Wirtschaftslebens. Unbegreiflich aber ist es, daß eine Partei, wie die der Unabhängigen, die auf dem Boden der direkten progressiven Besteuerung des Einkommens und Vermögens steht, den Kampf gegen den Steuerabzug ntit der- schwommenen, demagogischen Argumenten führt, die letzten Endes nur den Anhängern der Kopfsteuer zum Vorteil ge- reichem Die Unabhängiger peitschen die Arbeiter und Festbe- soldeten auf mit der Redensart von dem„Ausnahme- recht", das der Steuerabzug darstellt, Wie steht's mit diesem„Ausnahmerecht"? Nach Z 42 des neuen Einkommensteuergesetzes ist die für ein Rechnungsjahr geschuldete Einkommensteuer in vier Raten jeweils in den ersten fünfzehn Tagen der Monate Mai, August, November und Februar zu entrichten. Das erste Viertel der für das Rechnungsjahr 1920 geschuldeten Steuer war demnach schon in der ersten Hälfte des Mai fällig. Die Veranlagung des Einkommens, die nach dem neuen Gesetz jeweils für ein Kalenderjahr erfolgt, wird für das Kalenderjahr 1920 erst nach dessen Ablauf durchgeführt. Das Ergebnis dieser ersten reichsrechtlichen Veranlagung gilt dann zugleich auch für das Rechnungsjahr 1921, denn künftig bemißt sich die Steuer stets nach dem steuerpflichtigen Ein- kommen, das der Steuerpflichtige in dem dem Rechnungsjahr unmittelbar vorangehenden Rechnungsjahr bezogen hat. Inzwischen aber ist für das Rechnungsjahr 1920 inner- halb der erwähnten Zahlungsfristen die Steuer zu entrichten, die sich nach den Tarifvorschriften des neuen Gesetzes für das bei der letzten einzelstaat- lichen Veranlagung festgestellte Einkommen berechnet. Macht der Steuerpflichtige glaubhaft daß sein Einkommen im Jahr 1920 sich voraussichtlich im� Vergleich mit dem zuletzt veranlagten um mehr als ein Fünftel vermin- dorn wird, so Haidas Finanzamt die Steuer dem mutmaßlichen Einkommen entsprechend zu ermäßigem Das find die für alle Steuerpflichtigen ohne Unter» schied gültrgen Vorschriften. Wären nicht die Steuerbehörden durch die große Zahl der neuen Steuern, die nach der schweren Versäumnis des Kriegs-Reichstags im letzten Jahr in vcr- schärftem Tempo geschaffen werden mußten, aufs äußerste überlastet, so würden die Steuerpflichtigen längst im Besitz der Steuerzettel sein, und der Arbeiter, der Angestellte und Beamte hätte genau wie der Landwirt, Kaufmann, Fabrikant schon in der ersten Maihälfte ein volles Viertel seiner Jahres- steuer bezahlen müssen, weil ja— wiederum infolge der Ueberlaswng der Steuerbehörden— der zehnprozentige Abzug im ersten Quartal des laufenden Rechnungsjahres noch nicht möglich war. Hätten sich die Geschäfte in dieser Weise abwickeln lassen, so würde das Inkrafttreten des Steuerabzuges von den davon Betroffenen zwar immer noch als eine finanzielle Belastung, aber nicht als ein„Ausnahmerecht", sondern als eine Maß- nähme empfunden worden sein, die gegenüber der Verpflich- tung zur vierteljährlichen Ratenzahlung eine Erleichterung bedeutet. Denn wenn schon pro Quartal ein bestinunter Bs- trag fällig wird, so ist er natürlich von dem zu Einschrän- kungen genötigten Steuerpflichtigen, falls er wöchentlich ent- lohnt wird, in drei Raten leichter zu verschmerzen als in einer Summe. Do-n einem Ausnahmerecht kann darum nickst gesprochen werden, weil jeder Steuerpflichtige, bei dem ein Abzug am Einkommen technisch durchführbar ist, davon be- troffen wird, der Reichskanzler wie der Bureaudiener, der Bankdirektor wie der Arbeiter. Beim Landwirt. Kaufmann, Gewerbetreibenden läßt sich der Abzug nicht durchführen, weil er kein festes Einkommen von einer bestimmten Stelle be° zieht. Der Reichskanzler, der Bank- und Fabrikdirektor konmnt aber nicht mit dem Abzug von 10 Proz. davon, sondern je nach der Größe seines Einkommens kann er 30, 40, 50 und nahezu 60 Proz. zu zahlen haben. Den über 10 Proz. hinausgehenden Teil seiner Steuer zahlt er in vierteljähr- lichen Raten, wie der vom Abzug nicht betroffene Steuerpflichtige seine ganze Steuer vierteljährlich bezahlt. Nun sind aber Fälle denkbar, in denen der Abzug mehr ausmacht, als der Steuerpflichtige schuldig ist. Hat der Ar- beider beispielsweise ein Jahreseinkommen von 9990 M., so werden ihm, verteilt auf die Lohntag«, 990 N. ahaezogen. Hat dieser Arbeiter Frau und 6 Kinder unter 10 Jahren, so bleiben steuerftei zunächst 1600 M., sodann 600 M. für die Frau und 700 M. für jedes Kind, zusammen 6200 M. AlS steuerpflichtiges Einkommen bleibt übrig 8700 M Er hat für die ersten 1000 M. 10 Proz., für die zweiten 1000 M. 11 Proz., für die dritten 1000 M. 12 Proz., für die restlichen 700 M. 13 Proz., zusmnmen 421 M. Steuern zu zablen. Das sind nicht 10 Proz., sondern 4,25 Proz. des tatsächlichen Ein- kommens. In den Fällen dieser und ähnlicher Art ein ganzes Jahr lang den Abzug von 10 Proz. durchzuführen und erst nach der endgültigen Veranlagung die zuviel einbehaltenen Beträge bar zu erstatten, wäre ein Unrecht. Die Vcr- pflichtung der Steuerhebestellen zur baren Herauszahlung der zuviel abgezogenen Beträge, die nur ans einen ent- sprechenden Antrag des Arbeitnehmers an das Finanzamt erfolgt, macht dieses Unrecht nicht gut. Das Reich hat kein Recht, dem Steuerpflichtigen mehr abziehen zu lassen als er schuldig ist, und Ihm auf den umständlichen Weg der Antrag- stellung zu verweisen, tvenn er den zuviel abgezogenen Ein- kommensteil wieder zurückbekommen will. In diesem Punkte müssen die getroffenen Verfügungen geändert werden. Auch die Bestimmung, daß 20 Proz. des Barlohns abzu- ziehen sind, wenn neben einem Barlohn Naturalbezüge ge- währt werden, deren Wert den Barlohn übersteigt, hat sich als nicht haltbar erwiesen. In diesen und anderen Einzelheiten sind Aenderungen geboten. Den Steuerabzug aber prinzipiell zu bekäinpfen ist widersinnig. Wer der Meinung ist, daß der Arbeiter prin- zipiell von der Einkommensteuer frei bleiben soll, der mag die Besteuerung des Arbeiters bekämpfen. Er wird damit denen in die Hände arbeften, die ganz gern auf jede direkte und progressive Steuer verzichten und dafür alle Lasten auf den Verbrauch der breiten Massen wälzen möchten. Wer der Ansicht ist, daß der Arbeiter mit der Einkommensteuer zu schwer belastet sei, der mag sagen, wiche Belastung er für angezeigt hält. Aber sinnlos ist es, gegen das teckmische Verfahren des Abzugs, das die Steuerentrichtung erleich- tern soll, zn wüten, wenn man die Steuerpslicht auch für die Arbeiter im Prinzip anerkennt. Die Steuerpslicht der Arbeiter lwben auch die U n a b- h ä wg i g e n anerkannt. Bei der Ausschußberatung haben sie zu der Einkommensteuervorlage Anträge nicht gestellt. Mit ihren im Plenum eingebrachten Anträgen stellten sie sich auf den Boden der Steuerpslicht der Arbeiter. Soweit diese Anträge einen vernünftigen Sinn lMten, fanden sie unsere Zustimmung, aber nicht die der Mehrheit der Nationalver- sammlung. Angenommen nun, diese Anträge wären Ge- setz geworden, würde es dann dem Arbefter nicht viel leichter fallen, tvcnn er die daraus sich ergebende Steuerschuldigkeit in 62 statt in 4 Jahresraten abtragen könnte? Die harten Steuern, die bei der heutigen finanziellen Lage des Reichs getragen werden müssen, berühren gewiß die Existenzmöglichkeit des Arbeiters. Aber reden wir nicht demagogisch vom Steuerabzug, son- dcrn von der Steuer an sich. Und fragen wir uns, ob heute eine erheblich mäßigere Belastung der Arbeiter möglich ist. Gestehen wir uns ehrlich, daß das nicht der Fall ist. Wir werden— denken wir doch au die Forderungen der Enteute — noch mehr Steuern bekommen, aber keine bestehende Steuer abschaffen können, wie die fteuerscheuen Besitzenden hoffen. Die neuen Steuern werden in um so größerem Maße Steuern sein, die man„nicht merkt", je mehr sich die Arbeiter gegen die Steuern, die man merkt, ivehren. Wird das Einkommen des Arbeiters durch die Steuerlast so stark in Anspruch genommen, daß er nicht mehr auskommen kann, so muß er einen entsprechend höheren Lohn fordern. Einen solchen durchzusetzen ist allerdings bei der heutigen Wirt- schaftslagc seltnerer als noch vor einigen Monaten. Trotz- dem aber darf die Arbeiterschaft nichr eine Steuer sabotieren, die auf dem gerechten Prinzip, der Progression beruht, wenn sie nicht will, daß an die Stelle der Einkommensteuer, die den Arbeiter mit 10 bis 15 Proz. und den Millionär mit 50 bis 60 Proz. trifft, eine Konsumsteuer tritt, die den Millionär mit 10 und den Arbeiter mit 50 Proz. belastet. » Sozialdemokraten, Zentrum, Deutsche Volksparici und Demo- traten haben im Reichstag folgenden Antrag eingebracht: „Der Reichstag wolle beschließen, einen Ausschuß von 28 Mitgliedern einzusetzen mit dem Austrage, die auf Grund der ZK 46 und 52 des Einkommensteuergesetzes von 1920 erlassenen"A u s f ü h r u u g sl> e st im m u n g e u über die vorläufige Erbebung der Einkommensteuer vom Arbeitslohn einer P r ü- f u n g zu unterziehen, insbesondere zu untersuchen, welche Maß- nahmen zu ergreifen sind, durch die Härten bei der Durchfüh- rung beseitigt werden können." Der Antrag wird möglichst bald auf die Tagesordnung gesetzt werden.— Ein Antrag der deutschnationalen Fraktion verlangt bis zum Abschluß der Prüfung die vorläufig« Aussetzung des IlbzugSverfahrenS. Wie es' heißt, ist der ReichSfinanzminifter Wirth grundsätzlich bereit, auf diese Forderung einzugehen und ent- sprschende Verfügungen zu treffen. Svettervertcht vtS Montag mittag. Nctst bewölkt, Tcinperstur wenig verändert, im Binnenland! schwache, im Ällstengebicte etwa? stärkere Regensälle, bel mätzigcn nordwestlichen Winden. Soziales. Dcr Stellenwechsel ausländischer Wanderarbeiter. soll diu» eine Verordnung des Reichsamts für Arbeilsverinittluug vom 26. Mai, die am 15. Juni in Kraft getreten ist, erschwert werden. Den gewerbsmäßigen Stellenvermittlern ist jede Tätigkeit zur Vcrmiiilung ausländischer Wanderarbeiter untersagt. Zuwider- Handlungen gegen dieies Verbot werden mit Geldstrafe bis zu 10 000 M. bestraii. Gleiche Strafe wird denen augedroht, die als Arbeitgeber selbst oder durch einen Beauftragten oder denen, die im Auftrage oder zugunsten eine« Arbeitgebers einen ausländischen Wanderarbeiter zur Lösung eines Dienstverhältnisses zum Zwecke des Eingehens eines neuen in dem eigenen Betriebe oder in denrM� dcS Auftraggebers oder des begünstigten Arbeitgebers auffordert, wenn daraufhin die Lösung des Dienstverbältnisies erfolgt. Ttos aller Welt. Glaube» Sie an das- Zuchthans? In der letzten Montagssitzung des Mainzer MieteinigungS- amtes sollte eine als Zeugin vernommene Frau den Eid leisten, weigert« sich aber aus religiösen Gründen. Der Vorsitzende, Amts- gerichtsrat Dr. Schneider, fragte die Frau über den Grund der Eidc-sverweigerung und erhielt die Antwort:„Ich glaube nicht an Gott!" Der Richter gab die Antwort:„Dann glauben Sie an? Zuchthaus!" Anstatt nun nach der deutschen Ver» sassung den Eid ohne religiöse Eidesformel abzunehmen, ver- urteilte der Richter die Zeugin wegen Eidesverweigerung zu 100 M. Geldstrafe. Abgeordneter Genoffc Engelmann(Mainz) wird diesen Kapp-Richter zum Gegenstand einer Interpellation im hessischen Landtag machen. Die Autorascrei. Bei dem Griesheimer Ilebsrgang vom be- setzten in das unbesetzte Gebiet wurde Mittwoch abend ein französischer Grenzposten von einetn Automobil überfahren und gelötet. Jnsolgedesfen sperrt die sranzöstsche Militärverivaltung nachlS den Fiihrverkchr. Eine halbe Rüllion Einwohner weniger hat Budapest seit einem Jahr, nämlich 1.1 Millionen.. Ein AbwicklungSfkandal in England. Di«„Times" veröffcnt- licheri einen Bericht über�dic Mißstände im Depot von Elstlwell bei Notringham, einer der größten MunitionSwerkstätten Englands, wo mehr als die Hälfte aller Granaten der englischen Armee ge- füllt wurden. Seit dem Waffenstillstand Ivurde die Anlage baupt- sächlich als Materialdcpot benutzt und es wurden dort beinahe un- schätzbare Werte eingelagert. Die„Times" sprechen von zehn Mil- lionen Paar Socken, sechs Millionen Hemden, sechs Willioucn Pferdehusen, einer Unzahl von Instrumenten für drahtlose Tele- graphie, ungeheuren Quantitäten Stacheldraht usw. ja, dieiem Lager sollen durch M i ß V e r w a l t u n g ungeheure S rfi den angerichtet worden und Material verkommen sein, das für die Volkswirtschaft vom größten Werte wäre.— In England verkommt'S, bei uns wird'S verschoben, da und dort zahl! das Peik drauf! Italiener können eS auch. Am Herz. Jesu- Sonntag kam e? in Südtirol zwischen dem sehr zahlreich aufgebotenen Militär uns den Prozessionen zu Konflikten. Genosse Zlvmek, lungenleidend, teilt unserem Bozcner Parteiblatt über sein? am Herz-Jesu-Sonntag erfolgte Verhaftung imt:„Ich ging um zirka 11 Uhr abends durch die Kapuziuergasse heimwärts, indem sich mein Zsin-UM in der Wangergasse befindet. Als ich gegen den Josefsplatz law, sah ich einen Menschenknäuel und aus demselben lösten sich einige Caralbinieri, welche den mir bekannten Notariatskanzlisten Kotti'ig abführten. Der Hauptmann Marinelli soll nun dem Verhaste- eine Ohrfeige gegeben haben, worauf einer aus der Meu.w, „Pfui!" rief. Da man in mir den Pfuirufer vermutete, wurde ich verhaftet und mit zur Kaserne geschleppt. Auf dem Wege dahin' wurde ich dreimal von den Carabinievi geohrfeigt und ins G e's i ch t gespuckt. In der Kaserne wurde mir alles al>ge- nommen bis auf Hose, Leibwäsche und Rock; sodann wurde ich zu Herrn Kottnig gesperrt und neuerdings mißhandelt. Bis Dienstag früh blieben wir im Gefängui s, ohne daß man un# etwa? zum Essen gab. Dann wurden unser sieben Mann, an Ketten gefesselt und zu sammen gebunden. nach Trient über- führt. Dort wurden wir zu dritt in eine Zelle gesperrt. Wir wurden nicht verhört und cS wurde uns auch nicht»witgetrilk, warum wir verhaftet und dortbin gebracht morden sind. Tic Kost war derart schlecht, daß man sie kaum genießen konnte. Sonntag nachmittag erst wurden wir durch den Geheimagenten Weinig wieder nach Bozen zurückgebracht. Hauptmann Mariuelli kam i:;ch der Verhaftung in Bozen in unsere Zelle und sagte zu Herrn Kotwig:„Sie sind der Rädelsführer!" Und aus mich zeigend, sagte er, soweit ich es verstand:„Dieser Slovak hat Pfui ge- schrien und wäre eigentlich schon genug bestraft, aber er soll nur auch mitkommen!" Und so wurde ich mitgeschleppt." Soweit der Bericht eines ruhigen, kranke» Arbeiters. GclbeS Fieber ist im Nordlvcsten von San Salvador an der Grenze von Guatemala ausgebrochen. Bis jetzt sind 49 Krank» heiiStälle seslgestellt und 19 Todesiällc gemeldet. atme h u. 7 M. mit 7riLl!sn8k3utssÄuk S.lastre»ctiriftl. Garantie. Zahnziehen mit Betäubung bei Bestellung von Gebissen gratis. Kronen r. 30 Mk. an. Spez.: ZShne ohne Gaumen. Keine Luxuspreise. aM-Praxis Katvam, Danziger Strajie t.
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Separ.Damenrim iSpezssaiarzi Haw-.liarn-.Pranenleidcn.Sal- varsan-Kn rrn, Biutuntersuch., Mannestcltwäciic, Ausschlaf;, lialicnsonne-Bt.'atrihlunK.* flcilansl. Or. med. Lommer, Sprechz. 10-1. t-TI-, Stg 10-12, Bri!i::iEJis!p.l35(Ropmtzh)a'<:r Nach iangcm. mit Geduld ertragenem Leiden verstarb am 2.1. Juni, srfih 1 Uhr. durch eigenen Willen meine lieb« Frau u.Lebensgenossitt Berta Krebs geb. Weber, im SS. Lebensjahre, Beuefinug Montag. 28, G., . nachm.'-.5 Uhr, non der j»alle des ScieDijof« Trrp- low-Baumschulenwcg, Kiel- Holzsir.— Um stilles Beileid I i bittet Paul Kreitz, Stutko- | teur, O 112, Miiggeistr, 23, SiJ6z!alarzt Erfolgreiche Behandlung. Rönlgstr. 34/36 Alexar.derplatz.• 10—1, 5—8, Sonnt. 10— 1. Jufbsu unö werden GeseUschaft für praktische volksaufklärung_ WW MUWMW Dienstag, den ÄiZ.Jnni abds. 8 Uhr: Sitziingssnal deö Hirreuhauses, Leipziger Straße. Germania-Prachtsäte, Chansscestrape 110. Aula deS Sophien-GqmnasiumS, Weinmeisterstraße 15. Aula der Cäcilicuschule, Wilniersdorf, NifolSbuvger Platz 5. ÄulkshauS, Charlvttenburg, Rosincnstraße 4. Thema: Das Gebot der Stunde. Redner: Prof. Tr. Paul Aensch f�errcntjauä), Max Tohe»- Reust (Geeniania-Zölc). Ariur Wickler(Sovhien-Gyinnaflum), Erwin Bart!, (Cäcilienschnte), iUrtio Frauke(BoiKhauo). 1641 Eintritt freL Sratnn pflnküldj 8 Ahr. Seele Aussprache. ' m. depfbnke odep im Mil, Dein wö?d. e6 nap mif NszÄWÄZ. Ueberall erhältlich. Hersteller: KRISCH ü. m.b.H., Berlin SW 68. Der praktifchc Mobelsekreins? von Robert Bürlulcr Mit 163 Abdildungcst und 2 Werkjeichnungcn N. 24-40 Sortimentsbuchhandlung vorwärts verttu Sw. C$, Cinhensfragt 2. Garantiert reiner Tauak lOO-Oratnm-Hakete(verst.). I Pfund 19,50 M. M. Kühn, Charlottenbg., Rückertstr. II. Steilengesnche ODO Pensionär, mittlerer stlidt. Beamter, geh. Eiellung, rüstig, 68 Jahre, vor- nehm, treundl, Charakter, sucht Stelle als Amts» und Gemeinde- Vorsteher. Nur Bufwandsettt- schSdigung von 6000 M, Sefl. 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Nr. 322 ♦ 37. Jahrgang 2. Seilage öes Vorwärts Sonntag, 27.�llni1y20 Geffentliche Volksversammlungen Thema: Regierung und Sozialdemokratie. in Groß-SerZin. Sorgt für Massenbesuch!'MW GrosSerün Die weiße Weste. � Damals, als unsre Welt noch die beste, Da trug er seine weisze Weste. Sie war von reinstem Gesmnungsadel, Sie zeigte weder Fleck noch Tadel. Das allerhöchste Auge sprühie Blitze des Lods ob solcher Blüte. Er trug die Weste im Sitzen, im Wandern, Er trug sie in Polen und in Flandern. Wenn alles in Blut und Kot verreckte, Kein Spritzer die weiße Weste befleckte. Von des Volkes Not, von des Volkes Leid, Die weiße Weste war meilenweit. Fünf Jahre Häven wir Blut geschwitzt, Aber die weiße Weste blitzt. UnS hängen die Kleider in Lumpen, in Fetzen, Die weiße Weste kann nicht» verletzen. In blendender Weise, in blankem Hohn Lacht sie ob der verdreckien Nation. Mit laller, herrischer, höhnender Geste Wendet sie sich von des Volks Gebreste. DeS Volkes Lastern, des Volkes Schmutz Bietet die weiße Weste Truy.-- Und wenn einst alles in Schutt zerbricht, Die weiße Weste kümmert es nicht. Auf den schneeigen Gipfeln der fernen Schweiz Lacht sie ob unsres Drecks, unsre» Leids. Lucia». Die§rauen unö üer Wahlausfall. Groh-Berlincr �unktionärinnenkonferenz. t Girre sehr stark besuchte Aortfcicnz der Par tetfunktionäni n nen Groß-Bertins beschäftigte sich gesterm mit dem EvgebniS der Wahlen und der bevorstehenden Organisations- und Agitationsarbeit. Die Genossin Bohm-Schuch führte in ihrem Referat u. a. auS: In Zukunft Haiden wir, besonders in Berlin, den Kampf nach zwei Seiten zu führen. Er muß unbedingt sachlich, aber schärfer nach rechts und link- geführt werden. Unsere Aufklärung S- arbeit mutz in einem anderen Maße eipsctzen, als es bisher der Fall war. Die Frauen müssen vor allen Dingen erst dem Sozia- liSmus zugeführt werden, und dann müssen sie die Unter- schiede zwischen S. P. D. und U. S. P. D. kennen lernen. Wir müssen nicht Gefühls-, sondern Berstanbespolitik/ treiben. Diese Wahl � war eine Wabl dds Gefühls, denn die Parteien, die sich aus nackt« Tatsachen stützten, habe» an Stimmenzahl verloren. Mit dem Zentrum und den Demo- traten vereinte uns die Notwendigkeit der Stunde, denn nur auf diesem Wege überhaupt war etwas für den Sozialismus zu tun. Im Hinblick auf die Wabl aber müssen wir sagen, was uns an Frauenstimmen äögcganycn ist, ist nach links abgc- wandert, also dem Sozialismus nicht verloren. Es ist keine Niederlage, wenn ein Vormarsch zum Stehen gebracht ist, aber er kann leicht zur Niederlage führen. Wir müssen nun den Vor- marsch mit anderer Taktik fortsetzen. Wir müssen immer v daraus h r.we- eu. daß alles, was wirklich erreicht ist, untergegangen ist in dem großen Mahlstrom. Von unseren sozialistischen Idealen haben wir auch kein einziges klar durchführen können, aber die Wege zum Sozialismus haben wir geebnet. Wir müssen von neuem, aber sofort-mit der Aufklärung»- arbeit beginnen. In Groß-Berlin soll die A g i t n t i o n s a r b e i t und die O rg a n i sa t i o» eine andere werden. Unbedingt müssen Frauen indicKreisvorstände kommen. Von den Abteilungen über die Kreisvorständc. bis in den Parleivorstand muß das ganze Netz der organisatorischen Tätigkeit m ist Frauenarbeit durchzogen werden. Frauen müssen auch auf den Bezirkstag dele» giert werden. Die Reseveutin versprach dann, Zusammenkünfte mit den Funktionärinnen für sede neue Gesetzesvorlage einzube- rufen, damit sie über die Stimmungen eines möglichst großen Kreise? von Wälslermnen unterrichtet sei. Hätten wir die alte Koalition beibehalten, so hätte die Oppo- sition jede positive Arbeit verhindern können und wir wären zu einem Scheindasein verurteilt worden. Daher gab es nur dw einzige Möglichkeit, mit der U. S. P. gemeinsam eine Regierung zu bilden, denn mit ihr gemeinsam wäre» wir eine Kraft gewesen, die sozialistische Politik hätte treiben können. Die Verhandlungen mit der U. S. P. aber zwangen uns dazu, in der Lpposition zu bleiben. Wir sind stets gewillt gewesen, das Jnter- esse des Ganzen wahrzunehmen. Parteiopfer waren und sind bis-hdr für die Gesamtheit gebracht. Aber wir dürfen die Partei nicht nutzlos opfern. Wir haben jetzt ein Interesse daran, daß ein« bürgerliche Re- gierung zustande kommt, und daß eine bürgerliche Regierung nach S p a geht. W i r wären gerne nach Spa gegangen, wenn wir durch das Volk den Austrag bekommen hätten. Wir wollen die neue Regierung nach ihren Taten beurteilen. Daß sie unser Vertrauen nicht besitzt, därüber ist kein Mensch in der Regierung im Zweifel, aber wir wollen nicht durch Mißtrauen ihr die Arbeit unmöglich machen. Wir wollen eine klare Verstandespolitik im kleinsten, die aber von warmem Menschengefühl durch- drungen ist, und aus dem Wege der Demokratie ihre Eni- Wicklung bat.(Stürmischer Beifall.) Die Genossin Hanna sprach insonderheit über die Schäden, welche die Politik der N. S. P. anrichtete, sie fragte, was nützt denn die Politik der U. S. P. dem Sozialismus und den Interessen der Arbeiter? Wir müssen sagen, wie der Genosse Heimann:„Der Feind steht rechts und der Gegner link s". Die Genossin Müller forderte die Frauen auf, mehr Jnter- esse am öffentlichen Leben zu nehmen. Die Genossin Todenhagen trat in eine sachliche Abwä- gung der Fehler und ihrer Ursachen ein. Sie betonte, es kommt darauf an, Tbeorie, Praxis und Hindernisse zu kennen und danm die gerade Linie zu behalten. Die Genossin BrischinSkh fordert« auf, in der Opposition stark zu bleiben, damit wir nicht wieder die Prügelknaben von rechts und links würden. Die Genossin Hedwig Kiesel forderte auf, jetzt wieder fleißig und tüchtig zu arbeiten. Wir müssen fest mit den Unabhängigen inS Gericht geben. NlS»Frauen aber müssen wir erst uns zu Sozialdemo- kraten erziehen, dann erst können wir unsere Kinder zum So- zialiSmus erziehen. . Nachdem noch zu einigen Tagesfragen Stellung genommen worden war, sprach die Referentin das Schlußwori. in dem sie besonders noch auf die Steuerfragen und die Steuer- t e ch n i k hinwies. flus Sem Nachüus BrsoldungsveihältinssederLchrpersoiien.—«teuerberatnugsstellc. Der Magistrat hat beschlossen, die Besoldungsverhält- nisse der L e h r p e r s v n e n neu zu regeln. Bei der letzten Resorin wurden die Lehrer den städtischen Beamten gleichgestellt. Nachdem aber bei der Besoldung der Beamten i von de» Stantsiätzen abgewichen ist. kann diese Gleichstellung nicht mehr auficcht eihaltcu werden. Sämtliche Lehr- und ErziehungSpersoncn müssen nun aus dem städtischen Gruppen- plan herausgenommen und in die entsprechenden Staats- gr Uppen übergeführt werden. So sollen zum Beispiel die Lehrer von den Gcmeindeichuleu und die V o r s ch u l- l e h r e r in Gruppe VIl eingereiht werden, die Lehrer an städti- s ch e n A n st a l t e n in Gruppe VtXl, die Lehrer an Taub- stummen- und Blindenanstalten und Technischen Lehrer in die Gruppe IX, die Oberlehrer in Gruppe X, die S ch u l i n i p e k t o r e n in Gruppe XI. die Direktoren in Gruppe XII. Unter dem Porsitz de? Genossen Brückner hat der Stadtver- ordnetenausschuß zur Vorberatung des Antrages über die Er« richtung einer städtischen Steuerberatungs stelle beschlossen, den Magistrat zu ersuchen, Feststellungen darüber zu erheben, ob und inwieweit schon in den Vororten Berlins die jetzt zur EmheitSgeineinoe Groß-Berlin gehören, Einrichtungen bestehen, die dem Zweck der Steuerberatung dienen und zur Ueber- nähme geeignet sind. Der Magistratsvertreter hat im Plenum aus die große Verantwortung hingewiesen, die von der Stadtgemeinde nnt der Erteilung von Auskünften übernommen würde, daß sie strafbar gemacht werden könne, falls städti'che Beamte Auskünste über Reichksteuern usw. erteilen, die außer« halb ihrer Tätigkeit liegen. Freigabe weiterer Abschnitte der Kohlenkarte. Die Kohlenstelle Groß-Berlin teilt mit: Vom l. Juli 192l> ab werden zur Entnahme und Abgabe von Kohlen«folgende weitere Abschnitte freigegeben: Abschnitt ö 12 Ztr., Abschn. 15 16 Ztr., Ab« schnitt 25 24 Ztr., Abschn. 35 32 Ztr. Kochkarte. Ferner Abschn. 5 5 Ztr,, Abschn. 15 10 Ztr., Abschn. 25 20 Ztr.. Abschn. 85 30 Ztr., Abschn, 45 bzw, 55 und 65 40 Ztr, Ofenkarte. Bevorzugt zu beliefern sind die früher freigegebenen Ab« schnitte der Koch-, Ofen-, Koks« und Sonderkarte, sosern sie nichr für verfallen erllärt sind. ES kann den Verbrauchern nicht dringend genug empfohlen werden, sich rechtzeitig um die Belieferung der freigegebenen Ab- schnitte 4 und 5(14 und 15 usw.) der Koch« und Ofenkarte zu be- mühen. Die baldige Verfallerklärung des Abschnitt» 4 (14 uiw.) ist in Aussicht genommen, im nächsten Winter muß zudem mit einem höheren Koblenpreise und mit großer Knappheit an Brennmaterialien gerechnet werden. Großer Silber- und Tcppichdiebftahl. Wie wir vor einiger Zeit berichteten, ist in einer Villa im Tiergarieuviertel eine sehr wertvolle Perlenkette durch einen angeblichen Koblenrevisor gestohlen, dann nach Paris verschoben und von der hiesigen Kriminalpolizei wieder nach Berlin zurückge- holt worden. In der Nacht zum 26. d. M. wurde nun in derselben Villa ein Einbruch verübt. Die Einbrecher waren von der Straße über den Balkon in die Wohnung eingedrungen und erbeuteten Silberzeug und einen Teppich in sehr hohem Werte. Unter den ge« stohlencn Sachen befindet sich ein großer mit Talern belegter und mit mit einer Widmung versehener Humpen, ein ovaler silberner Wandteller aus getriebener Arbeit, mit zahlreichen Namen am Rande, ein sehr wertvolles Teeservice mit dem Monogramm L. G. F. Der auch sehr werlvolle Perserteppich ist 7X4 m groß, in grau-blau und rolcr Farbe mir weißen Tupfen. Für die Wiederbeschaffung der gestohlenen Sachen ist eine Belohnung von 15 000 M. ausgesetzt. Mitreiliingen Über den Verbleib nimmt Krimi» nalkommissar Gennat im Zimmer 61 des Berliner Polizeipräsidiums entgegen._ Personalausweise sür Abstimmungsberechtigte. Der Polizeipräsident von Berlin hat die Meldestellen d?S Landeöpolizeibez ir!S angewiesen, den zur Abstimmung nach Ost- vrcußen und Westpreußen auf dem Landwege reisenden Ab« stimmungsberechtigtcn auf deren Antrag kostenfreiePersonal« a u s w e'i s e auszustellen. Diese dürfen nur ausgestellt werden solchen Abst.mmuugSberechtigien, die sich durch den Ausweis des Abstimmungsausschusses der Heimaigemeinde oder durch einen Ausweis des Deutschen Schutzbundes als abstimmungsberechtigt ausweisen. Diejenigen, die leinen dieser Ausweise vorlegen könueu, sind zwecks Erlangung de» Ausweises an den Deuischen Schutzbund für die Grenz- und Auslandsdeutschen, Zweigstelle Berlin, Li» en« 66] Segen öer Eröe. Roman von Knut Hamsun. Axel geht wieder an seine Arbeit, verrichtet indes nicht diel) aber er klapst ein wenig und, hobelt ein wenig, damit ihn Barbro hört; schließlich keilt er das Fenster ein und dichtet es mit Moos. Am Abend hat Barbro nicht visil Hunger, aber.sie ar- bestet hier ein wenig und dort ein wenig, sie geht in den Stall und melkt und steigt nur etwas vorsichtiger als sonst über die hohen Schwellen. Wie gewöhnlich legte sie sich im Hsustall schlafen, und die beiden Male, die Axel während ösr Vdacht nach ihr schasst». schliss si» s«ft. Tie hast» ein» gnte «•efit.. � «« uftfBtn Utarem 9*r pmtin WTwIf» k-ick. nur >stnzlich stimnstoZ vor Heiserkeit, irnd sie hatte sich«inen tan- yen Strumpf um den HalL gewickelt. Sie konnten nichts imiteinonder reden. Die Tage vergingen, und das Ereignis wurde alt, andere Tinge traten in den Vordergrund. � Der Neubau sollte eigentlich leer stehen, daß die Balken sich setzen konnten, damit das Haus dicht, und zugfrei werde, aber es blieb keine Zeit, das abzuwarten, es mußte sofort beziebbar gemacht und der Stall eingerichtet werden.'Nachdem dies geschehen und der Umzug vollendet war, wurden die Kar- löffeln herausgenommen und nachher das Korn geschnitten. Das Leben lief im gewohnten Geleise. Aber an vielen kleinen und großen Dingen merkte Ares. daß ihre Beziehungen lockerer geworden waren, Barbro fühlte sich in Maaneland jetzt nicht mehr zu Hause und auch nicht mehr gelumden als jedes andere Dienstmädchen. Das Band zwischen ihnen hatte sich gelockert, als das Kind starb. Are! hatte immer so großartig gedacht: Warte nur, bis das Kind da ist! Aber das Kind kam und ging wieder. Zuletzi legte' Barfiro auch noch die Fingerringe ob und trug keinen mehr davon.—..WaS soll das bedeuten?" fragte er.'—. Was das bedeuten soll?" sagte sie und warf den Kopf zurück. Aber daS konnte doch nichts anderes als Arglist und Verrat von ihrer Seite sein. Jetzt hatte er die kleine Leiche am User des Baches ge- funden. Nicht als ob er weiter danach gesucht hätte, er wußte ja beinahe genau das Plätzchen, wo st« liegen mußte, aber er ließ es träge auf sich beruhen. Ter Zufall wollte, daß er es nicht ganz vergaß: Vögel fingen an, über diese statte zu kreisen, schreiende Elstern und Raben und eine Weile später auch ein Adlerpaar in schwindelnder Höhe. Es war gerade, als ob zuerst eine winzige Elster gesehen hätte, daß hier etwas niedergelegt worden war, und als�ob sie dann auch gerade wie ein Mensch nicht darüber schweigen gekonnt, sondern darüber schwatzen gemußt hätte. Dadurch wurde auch Are! aus seiner Gleichgültigkeit geweckt, und er wartete einen passenden Augenblick ob. sich hinzuschleichen. Er fand die Leiche unter Moos und Zweigen und ein paar Steinplatten in ein Tuch, einen großen Lappen, gewickelt. Mit einer Mischung pon Neugier und Grausan öffnete er das Bündel »in wenig— geschlossen» Augen, dunkl« Haare, ein Junge. gtkreutzie v»in», m»nr s«h rr nicht. D»r Lapptv wer naß gewesen und war bald getrocknet, das Ganz« sah a:i* wie ein halbausgcwundenes Bündel von der Wäsche. Axel konnte die Leiche nicht so offen liegen lassen, dm Innersten hatte er wohl auch Angst für sich selbst und für sein Haus. Er lief heim, hoste einen Spaten uno machte das Grab tiefer: aber da es'o nah am Bach war, sickerte das Wasser herein, und er mußte weiter oben am Hügel ein neues Grab schaufeln. Währenddem schwand leine Furcht, Barbro könnte kommen und ihn hier finden, er wurde trotzig t und dachte, seinetwegen könne sie wohl kommen, ja, dann ' könnte sie, bitte, die kleine Leiche nett und ordentlich ein- hüllen, ob dos Kind nun totgeboren war oder nicht! Er sah sehr wohl ein, wo? er mst dem Tode dtejeZ Kindes per- loren, daß ar nun olle Aussicht hatte, in deinem Neubau ohne Hilfe zu sitzen, und Zwar gerade jetzt, wo sein Viehstand mehr als dreimal so groß war wie vorher. Bitte schön, es wäre gar nicht zuviel, wenn sie käme! Aber Barbro— es kann gut sein, daß sie entdeckt hatte, womit er beschifrigt war, jedenfalls kam sie nicht, er mußte selbst die kleine Leiche ein- hüllen, so gut er konnte, und sie in das neue Grab legen. ! Dann brestete er schließlich die Rasenstücke wieder darüber und verwischte jede Spur: nun war nichts weiter zu sehen als ein kleiner grüner Hügel im Gebüsch. Als er heimkehrte, traf er Barbro im Hofe.„Wo bist du gewesen?" fragte sie.— Tie Bitterkeit in seinem Herzen hatte sich wohl verloren, denn er antwortete:„Nirgends. Wo bist denn du gewesen?" Aber Barbro las wohl«ine Warnung aus seinem Gesichtsausdruck, si? ging inS Haus, ohne noch ein Wort zu sagen. Arel ging ihr nach. „Was soll denn das bedeuten, daß du deine Fingerringe nicht mehr träfst?" fragte er geradezu.— Vielleicht fand sie es am rätlichsten, ein klein wenig nachzugeben, sie lachte und sagte:„Du bist so grimmig, daß ich lachen muß. Wenn du aber willst, daß ich die Ringe zufchanden arbsste, wenn ich sie Werktags trage, so kann ich es ja tunl" Damit suchte sie sie hervor und steckte sie an. Aber nun sah sie wohl, daß sein Gesicht einen dummzu« friedenen Ausdruck annahm, und sie fragte dreist:„Hast du noch mehr an mir auszusetzen?"—„Ich Hab nichts an dir auSzufctzin,"»rwidert» er.„Du sollst nur wieder siin, wie b» früher U»w»f«n bist, zan� zu Anfang,«llS du h«ekomst. DcUi mein« ich."—„E» ist wicht so leicht, iniü'oc gleich xn fem," sagte si«.— Er fuhr fort:„Daß ich deines Vater? Gut kaufte, geschah nur deshalb, daß wir dorthin ziehen könnten, wenn du lieber dort wohnen möchtest. Was meinst du dazu?"— Ho, nun hatte er verspielt, o, er hatte nur Angst, er könnte seine weibliche Hilfe verlieren und mit feinem Viehstand und seinem.Haushalt allein bleiben, das merkte sie gut.—„Das hast du schon einmal gesagt," ettvidcrte sie ab- weisend.—„Jawohl, aber ich Hab' keine Antwort erhalten." —„Antwort?" sagte sie.„Ich ertrag's nicht, das noch einmal zu hören." Axel meinte, er sei ihr weit entgegengekommen Er hatte die Familie Brede weiter auf Breidablick wohnen lassen, und obgleich er den kleinen Ertrag mit den: Gut gekauft hatte, so hatte er doch nur einige Fuhren Heu eingeführt und die.Kartoffeln der Familie überlassen. Es war eine große Ungereimt- heit von Barbro, jetzt böse zu werden, aber es war ihr ganz einerlei, sie fragte, als ob sie ttef gekränkt wäre:„Sollten wir nach Breidablick ziehen und meine ganze Familie obdachlos machen?" Hotte er denn recht? Mit offenem Mund saß er da, dann fing er an zu schlucken, wie wenn er sich zu einer langen Ant- wort vorbereitete, aber es wurde nichts daraus und er fragte nur:„Ziehen sie de� nicht in die Stadt?"—„Tos weiß ich nicht," erwiderte flr.„.Hast du ihnen vielleicht dort eine Wohnung gemietet?" (Forts. folgtB
den Aufenthalt telephonisch oder brieflich zu » vergütet..Vvrwai iS'-Verlag G. m. b. H., straße i, zu verweisen, der ihnen den borerwähnten Ausweis aus» stellen wird._ Wenn alles teurer wird--. Vom 1. Juli ab erhöhen sich die Gebühren für die Benutzung der B e d 2 r f n i s a n- stalten in der I. Klasse auf 3i1 Pf. und in der II. Klasse— nur in der iNSnnerscile out 20 Pf. Zirkuc- Bornum gesucht(nicht zu verwechseln mit der ZirkuSschau Darum). Wir bitten, nnS'......... übet Mitteln. Unkosten werden Üindenstr. 3(Amt Moritzpldh 15190) Der Fachabtciluug der Berliner Holzindustrie des ArbeitSnacki- weise- der Stadt Berlin, Rückerstratze g, wird mit dem 1. Juli d. I. eine Abteilung für Holzbildhauer angegliedert. Die Abteilung ist von 8— 10 Uhr geöffnet. Bestellungen werden unter Amt Norden 11040—40, 8701—37, 8091—92 und 9704 erbeten. Telegramme nach Jugoslawien lKZnigreich der Serbin, Kroaten, Slowenen und der der nnlerjochteii Deutschen und Madjaren) können jetzt auch in deutscher Sprache abgefaßt werden. TnS iilichsie Städtische Voikokonzert deZ Philharmonischen Lchc'lcrS unter Heitung von Richard Hage, findet Montag 8 Uhr in der Bbiiöarmonie, Bernburgcr Str. 22/23. statt. Der Boroertaus findet statt in der Anitralstelle für VoliSwohlsabrt, AugZburper Str. St, in der Berliner tAewcrlschastskommission, engeluscr IS, im Zigarrengeichäft von Horfch und in tem betreffenden Konzertsaal Tos nächste Bolkelonzert des Bliithr.cr• Orchesters findet Montag 7'/, Uhr in der Brauerei Hapvoldt unter Leitung von Paul Scheinpflug statt. Karlen irn Vorwärts, Ltndcnstr. 2, und an der Abendkasse. Grost-Berliner Lebensmittel. Brorkartensttchwort:»Wtnd< (tu dieser Woche gelangen zur Lertei.ung In: Berlin: 250 Gramm ausländisches Gesrierfieisch oder inländisches Frischfleisch. Auf Magcrmilchlarlen der Serien I— III: 1 Liter saure Voll« milch, «?liarlottc»bnrg. Haferflocken 250 Gramm(33), Gcrstcnsabrikate 125 Gramm(35). Teigwaren>2S Gramm(36). amerikan ichrs Zercaltennichl 250 li'roinm>306), Kunsthonig 125 Gramm(307), Maisflocken 250) Gramm (309). gür K riegSbeschädigle, die 30 Pro;, und mehr crwetbSunsähig find, erhalten für A/onat Juli je l Pfund Teigwaren, Weizengrieß, Graupen und 2 Pjuild inläktdische Hafernährmittel. Für schwangere Frauen: vom 3. bis 6. Monat ab: 2 Piund Teigwaren. 1 Pfund Zwieback und 2 Pfund Hawiflockeu; außerdem 3 Büchfen kondensierte Milch. Für Kinder im !. L bcnsjahrc 750(Äramm, im 2. Lebensjahre 600 Gramm inländische Hafernährinittel. An Kinder, die in der Zeit vom 1. Luit 1905 bis 30. Juni 1808 geboren find, einmalig je eine Büchse kondensierte Vollmilch auf Grund besonderer BcrechtigungZkarten. Schi-neberg. 125 Gramm Teigwaren oder Dago je nach Voirat(30), 250 Gramm Haferflocken(32), 2 Päckchen Rote Grütze und 1 Päckchen Snucenpulver(35), 2 Päckchen Rote Grütze<33), 125 Gramm Haferflocken (20), 250 Gramm aiiäi. Marmelade(28). Abschnitt 85 der grünen Schöne» ba.ur Bezugskarte wird hiermit für versallen erklärt. Wilmersdorf. 375 Gramm Zucker(92). 250 Gramm Haferflocken(32). Für Kinder: 1 Päckchen Panin<53 0 II). Voranmeldung für den Bezug von Kindcrgcrsteiimchl für Kinder im t. bis 6, Lebensjahre. Für werdende Mütter: 4 Plund Nährmittel,>/. Pfund Kakao. 50 bis 200 Gramm Trocken» ganzei, 1 Dose Molzexirakt, 3 Dosen Kondensmilch(nur im 4. bis einschl. 6. di/ona!). Für stillende Mütter: 2 Pjund Nährmittel,'J, Pfund Kakao, 50 bis 200 Gramm Trockenganzei, 1 Tose Malzextrakt. Äteglin. Anmeldung: 250 Gramm Graupen oder Graupcnmehl, 500 Olramnr Marmelade, 500 Gramm Kartesselstärkemehl und 250 Gramm Zrrcaltenmehl. AährmUtel für(jugendliche, werdende Mutier, Kinder im t. bis 6. Lebensjahr, Personen über 65 bis 70 und über 70 Jahre. Ver- lerlung: 250 Gramm Marmelade und 1000 Gramm Erbsen. Dahlem. 250 Gramm Weizeninchenmehl und 125 Gramm Kunst» henig(3)). Lankwitz. 250 Gramm Küchenmehl<34), 375 Gramm Zucker(90). Lichkcrfelde. 250 Gramm Kuchenmehl(34), 250 Gramm Siudcln<35 und 36). 4 Päckchen Süßstoff(8S>. Für Kinder bis zu 2 Jahren 2 Psund yaserflocken(8), 2 Dosen Matzexiratl. P. 21. Wir warnen vor j e d e r Auswanderung; auch nach Nordamrrika. Zweckdienliche Auskunft beim ReichSwandernngSamt. Wiihetin straße 62.— 23. M. 1)3. Nein. Konsuiti>Genossenschaft Berlin und Umgegend eb0r Manufaktisrwarenlagers Brunnenstraße 188-190, I.Etage Das Geschäft ist von 9 bis 6 Uhr geöffnet » Wir bringen, solange Vorrat: Baumwollwaren: Louisianatuch, DeckÄrcite::; Dowlne, für Laken.......... Betlkattun, geblümt......... Inlett, gute Qualität 1 Deckbett breite jHemdentuch! • extra starke <>uaMt?lt.... Kleiderstolle: Mtr. .. Mtr. 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Juni 1920 festgeftellt, daß als Srfatz für den ausgeschiedenen Abgeordneten nach der durch de» Wohd- Vorschlag Adolf Hoffmann gegebenen Reihenfolge Frau Üllinnn Reichert, Berlin NW. 62, Lüneburger Str. 7 gemäß z 20/21 des Reichswahlgesetze» vom SO. November ISIS in die Bersaffunggevende Preiitzische Landesversammiung eintritt. Berlin, den 20. Juni 1920. Der Wahlkommisiar für den Wahlkreis Berlin für die Wahlen zur Lerfasiungqcbeuden> Preußischen Landesversammlung. Tgb. N°. 1071 Wahl 1920. Loehnin-I, Stadtrat. Louis X Vi. Schiskrimmer tlLZSvd vrexkllS ttuatüratendamm Itt Stelnplatz 53 88.• Ankauf Brillanten Juwelen:: Piatin:: Qold-Brueh Mull, iolpzlger Str. 60/1 Gold-, Silber-, Platinbruch, Be?~ auch a.f, zn Höchsten Tagespreisen"WZ laust stets Ä llrönirOsl,®oU" £W 68, Markgrafenstraße 23. Markgrafenstraße 23._______* j
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.Wrtsetzuni, aus der peitri�n Abendausgabe.) 'Äecbisanwalt Weinberg stellt an den Siacsanwalt die dringende Bitte, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um den Kon- ditorjO t t o m a r T r t s e l, geboren in Herzogenburg, als Zeuge zur«telle zu schaffen. Ein Geschworener erklärt: Ich hätte dann gern den Herrn Äcosta-Mendelsohn ebenfalls zur Stelle. Vielleicht tonnen che Herren Verteidiger des Ihrige dazu beitragen, daß auch dieser Zeuge hier erscheint. Staats- anwaltschaflZrak Dr. Ortni ann: Ich beauftragte die Kriminal- Polizei, auch nach Arosta(Ermittlungen anzustellen i-nd ibn unter Mordverdacht zu verhasten.-- Rechtsanwalt Tr. Wein- b c r g: Wir erwarten von der Loyalität des Herrn Staatsanwaltk-. daß er uns auch ll) den Herrn Trisel beranschafft. Deisel soll die Spitzelnummer 1tK0 tragen.— Staatsanwalt Dr. Ottmann: Die Verteidigung bat wirtlich nicht nötig. Zweifel an der Objektivität und Lotzaliät der StaatSanwaltschalt zu hegen, wie der Gang der Srmitlungen und der jetzigen Verhandlung zeigt. Es wird hierauf das Urteil des onherordentlichen Kriegsgerichts vom 2S. Oktober v. I. verlesen, durch welches Fi cht mann wegen räuberischer Erpressung und versuchten Mordes zu 12 Iahren Zuchthaus verurteilt worden war. Aus dem Urteil geht hervor, daß Fichtmf-nn auf der dunklen Chaussee in der Rabe von Fried- richshagen den Edclsteinhändler OrlonSkv von hinten mit dem Karabincrkolben über den Kopf geschlagen hattd, eS sagt weiter, daß Fichtmann zu jenen unreifen jungen Burschen gebore, welche glauben, sich mit rober Gewalt iibcr Gesev und Recht hinwegsetzen zu können.— Rechtsanwalt Dr. Weinberg w.eist darauf hin, daß dieses Urteil von einem Gericht gefällt sei, dem drei adlige Offiziere angehört hatten. Staatsanwaltsrat Dr. O r t m a n n be� tont, daß dem Gericht auch alte erfahrene Z i v i l r i ch t e r ange- hört haben und daS Urteil auf Grund der eidlichen Zeugenaussagen deS Ueberfallenen eroangen sei. Zeuge Kriminalkommissar Trettin ist im amtlichen Auf- trage nach München gesabren, um Schreiber zu ermitteln. Schreiber faß zu jener Zeit in Schutzhaft, weil er in eine höchst abenteuerliche Sache verwickelt war. Schreiber hatte der Polizei mitgeteilt, daß ein Mann an ihn herangetreten sei mit dem Er- suchen, ein? bestimmte Persönlichkeit in den Starnberger Wald zu locken, damit er dort beraubt werden könne. Er, Schreiber, ging zum Schein mit dem Betreffenden in d>n Wald. Inzwischen hatte Schreiber erfahren, daß der Auftraggeber beabsichtigt hatte, auch ihn zu erschießen, um die Beute für sich allein zu behalten. Als «r den Revolver zuerst auf ibn, Sch., anlegte, sei er ibm zuvorgekommen und Hab? ihn erschossen. Deshalb sei Schreiber in Schutzhaft genommen worden. Nach der Mittagspause beton! Rechtsanwalt Liebknecht, daß dir Verspätung der Verteidiger und der dadurch verzögerte Beginn der Verhandlunaen nicht Schuld der Verteidiger ist. Der Vorsitzende ersucht die Verteidiaer. die Verhandlungen nicht über ein gewohntes Maß auszudehnen. Die Vernehmung des Zeugen KriminalkommisiarS Trettin setzt wieder bei dessen Darlegungen über seine Ermittlungen in München ein. ES bandelte sich damals darum, die intellek- tuellen Urbeber des Mordes, die in München sitzen sollten, aufzu- decken. Schreiber, der damals in Schutzhaft faß, hat bei feiner Vernehmung angegeben, daß er zuerst bei der Negierung als Spitzel tätig war und-n kommunistisch? Kreise hineingegangen sei, um der Regierung Material zu verschaffen. S? war im Dezember 1018 von Zürich gekommen, zunächst al? Sanitäter zur Regierung gegangen. Nachher, bei dem Sturm auf Dachau, isi er zur Gegenseite übergetreten und auch dort al-Z Sanitäter tät'.g gewesen, Hot aber auch als Kommunist noch Mitteilungen an die Regierung gemacht. Als er als Kommunist erkannt worden war. ist er ent- lassen Warden. Tie Mitteilungen, die Schreiber dem'Zeugen über Blau machte, trugen, nach der Bekundung Trettins, das Gepräge voller Wabrbeit»ud wurden mit aller Vorsicht und wieder- Bollen ernstlichen Vorhaltungen entgegengenommen. Schrei- ber ist ein ganz junger Mensch, der einen sehr guten Eindruck mochte und bei aller Prüfung seiner Aussagen doch sehr bestimmt dabei blieb. Er erzählte u. a. auch von einer kommunistischen Ver- schwörung und daß er in feierlicher Weise auf den Kommunismus vereidigt worden sei. Dies sei in einer kommunistischen Sitzung geschehen. an der auch der Leiter des Muncheuer Rechtsschutzes zugegen war. Es waren acht Genossen anwesend, ein Tisch war aufgebaut, auf dem Tisch stand eine Schale, in die eine Flüssigkeit ge- gössen wurde. Dann gab es, nach Schreibers Darstellung, einen roten Schein, bei dein er schwören mußte, daß er der'Kommu- nistischen Partei trenbleiben und in Not und Gefahr seinen Mann stehen werde. Blumenfeld hat diese ganze Geschichte bestritten. Schreiber machte übet auf den Kriminalkommissar den Eindruck Slsu. größerer Wahrhaftigkeit. Während des AkicK der Verpflichtung auf die Kommunistische Partei war eine Freu gcldmmen und sagte, ihr Bräutigam, namens Schuster, müsse wn von München. Nach der Angabe. Schreibers hat er dann d>e Nac.?t bei Blumenseld zu- gebracht. Zeuge Trettin schildert weiter, daß nach seinen Er- mrttlungen in München und nach der?lngc• des Schreiber Blau am 29. Juli abends von München abgefahrcn sei. In seiner V» gleitung befanden sich Schreiber. Hcrm und Schuster. Dies w'rd auch in einem an die Redaktion des„B c r l i u s c Tageblatts" gerichteten anonnmen Briefe mitgeteilt. Da beißt es, daß der Plan der Ermordung Blaus in dem Eisenbahnzuge mit der Fabrt nach Berlin gefaßt werden fei. Die Fahrt ging über Leipzig nach Magdeburg, wo Herm mit Blau die Bureaus der K. P. D. und der U. S. P. D. besuchen. Vorsitzender Landgerichtsrat Joel stellt aus den Aiten fest, daß Blau in München für verschiedene militärische Stellen tätig gewesen sei, aber das Veriraueu dieser Stellen verloren habe,.weil er angeblich einen militärischen Befehl kommunistischen Kreisen in die Hände gespielt habe. In längerer Tarstellung gibt der Zeuge weiter eine ganz ins einzelne gehende Schilderung der Fabrten der vier Leute nach Berlin mit den einzelnen Zwischen- stationen und der Tätigkeit, die die einzeinen Teilnehmer dabei entfaltet haben. Im Kuvce sei der Mardplan entwickelt worden. Blau sollte erst nach Wien gebracht und dort ermordet werden. Bon diesem Plaue ist dann iedoch abgegangen worden. Blau soll gewußt haben, daß dieser Plan geschmiedet sei, und es ist ein psychologisches Rätsel, daß er protz dieser Kenntnis mitgefahren ist.— Die Verteidigung weist daraus hin. daß nach diesen Be- funbungen Schreibers(der von der Verteidigung als der Täter angesehen wird) dieser reichlich Gelegenheit gehabt hätte, den Mord zu verhindern, wenn er-3 gewollt hätte. Aus den weiteren Darlegungen TrcttinS geht n. a. hervor, daß Schreiber am 81. Juli 1919 auf Weisung des Herm nach Hötensleben zu den Eltern des Herm gefahren ist. Am 2. August ist nach Angabe Schreibers abends Hcrm aufgeregt dort eingetroffen und hat ge- sagt, er komme direkt au? Berlin. Auf die Frage Schreibers, wo denn Blau geblieben sei. habe Herm geantwortet: Blau ist besorgt! Zu weiteren Neußerungen über diesen Punkt ließ sich Herm nicht herbei. Schreiber bat nach seiner Bebauvtung dann von Herm einen eingeschriebenen Brief an seine frühere Logiswirtin in München. Frau Kalieubauier. zur Bcsorgur- erhallen. Schreiber will gleich geahnt hoben, daß da drin etwas WichiigeS stehen tvcrde. und behielt den Brief. Statt dessen leghe er einen leeren Zettel in einen Briefumschlag, adressierte diesen an Frau Kaltenhauser und brachte dann den postalischen Belea dem Herm. Der zur Vor- lcftiry- gebrachte Brief de? Herm enthält u. o. die Mitteilung, c>aß der Svitzel Blau, da er, der Briesscersiber, nicht anders kouutc, von München fortgenommen und unkerwegK l�sorgt worden sei, so bald werde er nicht wieder in München austauchen. Herm habe der Fall Blau 209 M. gekostet. D'e vcrtesiiger erbeben zahlrei.be Einwände aegen d-e Glaub- Würdigkeit des Zrig-n: einzelne Angaben d-u Schr-iber feien to.b offenbare Hinigefpinste Blau sei ein fear oeMrsscher Spitz:! gewefen. u. a. seinerzeit Kommandant bei Büren stein. er babe in einer Kommiinistenversammlung einen Kon- kurrenten namens B o d d i n als Spitzel entlarvt und in einem zur Berlefung gebrachten Telearamm babe die Konstanz er Polizeibebörde vor Blau gewarnt, da er rn? zwüselbafte Periön? lickkeit fei. Tis Verteidiger bleiben dabei, daß aller Wahrscheinlich- keit nach Schreiber selbst die Mordtat begangen habe. � Es wurde dann der > Zwage Wilhelm Herm vernommen. Er ist ein Bruder des hier in Frag« stehenden Herm, der nicht auffindbar ist- da? Verfahren aegon diesen ist vor- läufig eingestellt worden, der Steckbrief geaen ihn besteht aber noch. Im Gegensatz zu dkr vom Zeugen Trettin wiedergeaebenen Be- hauptung SüreiberS bekunde: Zeuge Herm. daß sein Bruder nickt erst am 2. August, sondern schon am 1. August bei seinen Eltern eingetroffen und Schreiber erst zwei b-Z drei Tage sväier aus der Bikdfläche erschienen sei.— Der Vater des Herm bekundet das- felbe unter dem Eide. Kriminalkommissar MaSlak spricht seine Ansicht dabin aus. daß nach seinen Feststellungen er nicht annehme, daß Schreiber die Mordtat begangen habe. Es sei festgestellt worden, dab Schreiber zu der kritischen Zeit schon in Hötensleben gewesen ist. Die weiteren Mitteilungen des Zeugen bezieleu sich auf seine Ermittlungen in Magdeburg und HötenS- leben. Tic Versammlung wird am Montag 9Zh Ilhr fortgesetzt. ES soll nochmals versucht werden, das Erscheinen Schreibers, der sich in Zürich befindet, hier an Gcrickstsstelle zu ermöglichen. Unabhängige Moskaukriecher. Wenn vor dem Kriege ifdhechifckje. auch polnische und ukrainische Politiker zum heiligen PinslawlSmu» ngck Moskau pilgerten, so taten sie rS a!S aufrechte Männer. In ekler Kriecherei aber winden sich die Vertreter von Millionen deutscher Arbeiter, die unab- lhängigen Oberbonzen, im Staube ihrer Grundsatzlosigkeit gen Moskau, das sie zugleich ersehnen und scheuen. Erst nach wochenlangen und vehementen Angriffen der»Roten Fahne" hat sich sie Parteileitung der Unabhängigen entschlossen, das Anklage- und Urteils schreiBen der Moskauer Internationale zu veröffentlichen, und anch das geschah nicht einfach im Wortlaut, sondern durch Kommentare unterbrochen, um den Ein- druck auf die Leser der unabhängigen Presse nicht allzu stark werden zu lassen. Jetzt hat nun die Parteileitung in zlvei Nummern der ..Freiheit" auch berichtet, was sie zur Ausführung de? Leipziger V arte i tags b c sch lu s se S über die Internationale getan hat. dieser Beschluß enthält bekanntlich den Austritt aus der ll. Inter- nationale und wünscht weiter einen Zusammenschluß der links- sozialistischen Parteien mit Moskau; für den Fall, daß dies nickt Zustandekommen sollte, wird auch der Anschluß an Moskau selbst in Aussicht genommen. ?lus dem Bericht der Parteileitung ergibt sich daß sie alle Anregungen nichtdeutscher und uichtrussischer linkssozialistischer Parteien auf Abhaltung einer intcrnalionalcn Konferenz abgc- lehnt hat. da die Initiative Moskau verhleiben müsse. Moskau aber ließ alle Schreiben der deutschen Unabhängigen u n- beantwortet. Im Februar 1929 beschloß man, eine Rom- Mission nach Moskau zu entsenden, aber ein maßgebender Bol- schewik in Berlin— darf man den offiziellen Sowsetvertreter Migdor Kopp darunter vermuten? erMrte der Leitung der Partei von Millionen deutscher Arbeiter, sie mühte zur Erlangung der Einreiseerlaubnis sich erst ein BcfürwortungSschrci- Ben deS westeuropäischen Sekretariats der 8. Internationale ver- schaffen. Also Namen wie Däumig, Trispien, Zietz oder doS enragierten Moskauers Stöckcr genügten noch nicht— eine wahrhaft entwürdigende und demonstrativ beleidi- g e n d e Behandlung, die aber von dem Zentralkomitee der U. S. P. nach ihrem Bericht als selbstverständlich und dankbar empfunden worden zu sein scheint. Denn man versuchte, allerdings vergeblich, diesen Weg zu gehen. Als während der Kapp-Tage. Mistral-Parik in Berlin war, baten ihn, d. h. die Sozwlistenpa-wi Frankreichs, die Unabhängigen wieder, die Einbenifung einer Internationalen■ Konferenz zurückzustellen— es müsse doch cndkick eine Antwort von Moskau kommen. To übte man sich in der edlen Tugend de4 Wartens und dpr Geduld. Beides kann fohr revolutionär sein, wie wir oft genug von einem Viktor Adler gehört haben, aber«S ist doch be- zeichnend, daß die deutschen Unabhängigen Geduld zwar für Moskau haben, Geduld bi» zur Erschöpfung. Geduld, um auf einen einfachen Brief Monate um Monate zu warten—, daß sie aber keine Geduld predigen für die Verwirklichung deS Sozialismus in ihrem zusammengebrochenen deutschen Vaterland und daß sie, sehr gegen da» bessere Wissen der Kautskv, Wurm, Hilferding und Ströbcl, unausgesetzt die Ungeduld im die Massen hinein. trugen und zur Hetze gegen die Brüder von gestern ausnutzten! Endlich, am 9. April 1920. erschien Moskaus Apostel B o r o d i n und bracht««in Schreiben des Westeuropäischen Se- kretariats vom 5. April mit einem Schreiben deS Moskauer Ere- kutivkomiteeS vom 8. Februar 1920. Di« Adresse d«S West- europäischen Sekretariats, an das die deutschen Unabhängigen von dem Moskauer Exekutivkomitee mit allen ihren Anliegen gewiesen wurden, wa« übrigens auch ein« ehrende Einschätzung der deutschen Millionsnvartei ist. wurde ixt U. G P. dauernd und auch von Borodin vorenthalten, waS wiederum«in verflucht geringes Sehnen MoSkauS nach der U. S. V. und auch ein höchst deutliches Mißtrauen in die Verschwiegenheit und Sicherheit der ll. S P. für«in ihr anvertrautes Geheimnis beweist. Diese» ganze Ver- fahren ist so verschwörermäßig, daß man eS zwar bei der Partei »Narodnaja Wolja" von 1679, aber schwerlich doch bei dem Mos- kauer Komitee von beute, das mehr oder weniger mit der R e- gierung Sowjetrußlands identisch ist. verstehen kann. Und für die Millivnenpartei der U. D P. gar sind natürlich derartig« Ver- schwörermethoden schon ganz ungangbar. Uebrigens muß man doch auch m Moskau wissen, daß der Weg Berlin— Reval— RtoSkau, durch Kurier oder selbst durch Post, ganz ungleich sicherer und kürzer ist als der den Crispien und Däumig vorgeschriebene, aber nicht auch— anstindigerweise angegebene Weg über daS West- europäische Sekretariat, da» irgendwo in Neutral'en sitzen mag und van dem übrigens letzthin«ine ülsse Gestankgeschicht« durch die Presse ging. Dann wird der Bericht über die Unterredung Crispien-Borodin veröffentlicht, wobei nicht gesagt ist, ob Borodin dieie Wiedergabe auch als richtig anerkannt bat. Das Charakteristische an dieser Unterredung ist. daß beide um die entscheidenden Punkte herum- gehen. Borodin versprach zunächst, auf eindringliches Befragen. daß die U. S: P. nach Mossau kommen dürfe. Crispien wendet sich dann gegen den von Moskau geforderten HinauSwnrf de? rechten Flügels der U.<3. P. und der Longuetisten— aber Borodin hüllt sich in Schweige.« und gebietet Beantwortung der fchrifilich, überreichten Moskauer Fragen. Dann erklärt sich Crispien auf eine weiter« Frag« bereit, eventuell nur mit Moskau zu verbandeln, wenn dieses geruh«, so zu tun, also die anderen linkssozialistischen Parteien im Stich zu lassen. Ledebour hat bekanntlich die Eiuschmugaeluna eines entsprechenden Satze» in die Leipziger Resolution äls Schiebung gebrandmarkt. Auf eine Frage BorodinS, ob Crispien glauve, daß in der TU- Internationale derselbe lose Zusammenhana und eine gewisse Dezentralisation sei wie ru der IT. lehnt wiederum Crispien«ine sofortige Antwort ab. Und da Borodin immer nur die.Kommunistische Partei anerkennen will, spricht der Vorsitzende der Unabhängigen— eS ist schwer, eine Satire nicht zu schreiben— von der schwanken. den Politik der Kommunisten, was übrigen» auch richtig ist. Schließlich mußte sich Crispien gegen den Vorwurf Borodins veneidigen, daß im Anschluß an den Kapp-Putsch nickt die Röterepublik errichtet worden sei, und der Bericht endet damit, daß auf BorodinS weitere Frage nach dem fetzigen Stand der»Sache", worunter er sicher den gewaltsamen Umsturz(wenn auch mir Horthvfolgeus versteht. Crispien sagt, es handle sich um eine Aktion, die noch im Fluß sei. Die U.S.P.-Leitung bezeichnet e» al» eigenartig, daß das McSkaucr Schreiben in erster Linie an»alle Arbeiter Deutsch- landS", in zweiter Linie an die Reichszentrale der Kommurnstlscheu Partei Deutschlands und erst in dritter Linie an den Vorstand der U. S. P. gerichtet sei. Fußtritte über Fußtritt«— aber trotzdem der beiße Drang, immer neue Mißhandlungen einzuheimsen. Dazu kommt nun gerade Nock der bisher in der»Freiheit" nicht erwähnt« Bericht des»Daily Herald" vom LS. Juni über die neuen Beschlüsse de» Moskauer Internationalen Vollzugsausschusses, der unter einer Flut von Vorwürfen die endgültige Lossagung von Thomas, KautSky, H i l fc r d i n g, Turati fordert. Die U.S. P.-Leitung kündigt an, daß sie da» Schreiben der Moskauer vom 5. Februar demnächst beantworten und die Antwort veröffentlichen werde. Dieser Schriftwechsel geht etwas langsam und was für die deutsche U. S. P. dabei heraus kommen wird, weiß kein Mensch. In ihrem tiefsten Gemüt mag manche unabhängige Seele heimlich ersehnen, daß die Weltherrschaft Moskaus über kriegsverwüstete Gemüter so oder so verschwinden möge... Wer nicht pariert...! Für Leute mit eigener Meinung, zumal wenn sie gar noch Demokraten und keine Moskauer sind, ist in der U. S. P. kein Platz mehr. Die Artikel Heinrich Ströbels in der»Weltbühne", deren Kritik auch vor der eigenen Pgrtei nicht Halt macht, haben wiederholt den Eifer der Steglitzer'Ketzerrichter enlsachr. Sie haben jetzt Ttröbel wegen eines solchen Artikels kurzerhand, ohne Anhörung, ohne Untersuchung und Schiedsgericht, a u S g e- schlössen. Der patentierte Revolutionär aber fragt: Wann folgt KautSky? * Der Kongreß der spanischen Sozialisten hat m»t 8000 gegen 5000 vertretenen Stimmen den Uebecgang zu Möttau de- schlössen. Diese Zahlen zeigen die Stärke der spanischen Sozia» listenpartei. » St-ckhvlm, 26. Juni.(»Franks. Ztg.".) Bei der Vorbereiten- den Kcnfercnz de« Geichäftsführenden Ausschusses der Kommunistischen Internationale in Moskau waren, nach einer Rosta-Mel- dung. Vertreter der kommunistischen Parteien Rußlands, Amerika», Italiens, Polen», Ungarn», Austrolten» und Hollands sowie de» linken Flügels de.r deutschen Unabhängigen zu» gegen Aus Frankreich wohnten Cachin und Frossard der Sitzung bei.(Wohl al» Gäste, denn man hat auch die französische U. S. P. scharf gerüffelt.s Lenin führte aus: Propaganda, Aguatton und Demonstrationen jahraus jahreln müßten das Proletariat auf die Uebernahme der Macht vorbereiten.(Offenbar lernt man dabei die Leitung der Produkrion so gut, daß man sie nachher, wie in Rußland, den Ingenieuren und Fabrikdirektoren wieder über- tragen und die Betriebsräte zu Nulperollen„ausbauen" muß.) » TN. HelsingforS. 26. Juni. Hier eingetroffene Räch- richten bestätigen den BvSbruch eines AufruhrK in Südrutzland. Die Eisenbahnverbindung könn? nur durch Panzerzüge auf- rechterhalten werden. Am stärksten sei die Bewegung in den GouserucmcutK Tschvrnigo« ubp Poltawa. SMelmacbe oöer Generalftreikhetze? Aus München wird gsmesdet: Wie die»Münchener Zeitung" in Ergänzung der Enthüllungen deS„Bayerischen Kuriers" erfährt, haben in der letzten Zeit Be- qirkSversammlunzen der U. T. P. D. stattgefunden, in denen alle Vorbereitungen für den deutschen Generalstreik eingebend erörtert wurden. Die Einwohnerwehr sei über diesen Plan genau unterrichtet und werde auch ihre Gegenmaßnahmen getroffen haben. AuS Avberterkreisen wird mitgeteilt, daß die Münchener Arbeiterschaft namentlich in reiferen Iahren weniiz Lust empfindet, sich zu einem Geucralstreik mißbrauchen zu lassen, bei dem die Ardeiter die Kosten zu tragen haben. In München geht das Gerücht, daß die Unabhängigen Über große Waffendepots verfugen. Das Houptflewicht dieser Nachricht scheint uns in dem Satz zu liefen, daß die Einwohnerwehr schon ihre Eegenmaßregeln betroffen haben werde. Denn jo gering die Lust der Ar- beilerschaft ist, sich aus heiler Haut in ein Generalstreik- Manöver— zu welchem Zweck? einzulassen, so groß scheint auf der anderen Seite die Lust zu„Gegenmaßregeln" zu sein. Hat aber die Arbeiterschaft begriffen, daß nur A n I ä f s e zu„Gegenmaßregeln" gesucht werden, so wird sie hosfent- lich nicht so dumm fein, sie zu liefern. WaS wir England schulden. Eine Denkschrift de» Ausschusses für die Kriegsentschädigung Deutschlands an England schätzt den Gesamtbetrag, der gezahlt werden muß, auf 7 228 622 000 Pfund Sterling: davon gehen 215 260 000 Pfund ab, die der Ausschuß auf die Kreditfcite des deutschen Kontos fetzen zu müssen glaubt. bleiben also 7014 Millionen Pfund oder 140 289 Millionen Gold- mark. Englisch-russischer Handel. Eine Gruppe von britischen. G r o ß k a u f l e u t« n hat mit K r a s s i n verhandelt. Der Füb rer erklärte später, die Deputierten hätten mit Rußland Handel»- abmackungen von großer W i ck t ig k« i t getroffen.' Aller Wahrscheinlichkeit nach würde e« Mi: Rußland zu bedeutenden Geschäftsabschlüssen kommen. Krassin habe sich verpflichtet, daß Rühland alle Einkäufe in Gold bezahle. Ein allgemeiner Hafenarbeiter- und Schisferstreit in Danzig zieht auch die Ernährung der Stadt in Mitleidenschaft.
GeWsrGhQDbsDLgung Verbanüstag der öuchörucker. Schlußtagung. Nürnberg, 24. Juni. Die Vorschläge der TtalutenberatungSkoMmission wurden uiii geringfügigen Aenderungen angnow.men. Untr den Punkten, die als Zweck des Verbandes angeführt sind, bleibt die parteipoli- tische uno religiöse Neutralität bestehen; neu ist der Satz..Erstrebung einer gern einwirtschaftlichen Produktionsweise. Für besonders wichtige organisatorische oder lariftiche Fragen sieht das neue Statut auch unter gewissen Voraussevungen die Entscheidung durch Urabstimmung der Miiglieoer vor. Der Beschlutz des Kölner Verbandstages über das Verhältnis der Zsn- tralkon? Missionen der Sparreu zum Hauptvor-tand und das Ter- bot. eine Handsetzersparte zu gründen, werden ausgoboben. Wich- tigc, die Allgemeinheit des Verbandes berührend: Publikationen der Sparten dürfen nur im Einverständnis mit den Verbands- instanzen zur Versendung kommen. Der Vorstand wird beauftragt, eine Wahlordnung für die Delegiertenwahl zur Generalversammlung ouSytordriteu und einer Gauvorsteherkonferenz zu unterbreiten. Zum nächsten Ge- wertschastSkongretz werden der erste Vorsitzende, ein Redaktions- Vertreter und je ein Vertreter der Gaue Rheinland, Berlin, Frankftlrt und Hannover bestimmt. Zur Frage dsS Unter st ützungSwescnS wird eine Re- solution angenommen, die die Unterstützungen deS Verbandes als notwendige Hilfsmittel im wirtschaftlichen'Kampfe erklärt. Deren Aufrechterhaltung falle fort, wenn der Ausbau der Sozialoersiche- rung so wen gefördert ist, datz jeder Erwerbstätige gegen wirt- ichastliche Nöte ausreichend geschützt ist. Zn einoin anderen Be- ichlutz erklärt sich die Versammlung im Pruizis dafür, datz die Unterftützungseinrichiungen vom Verband abgetrennt und geson- dert geführt werden. Die weiteren Vorbereitungen werden dem Vorstand überlassen. Der Verb«tndS>bcitrag betrögt ab Juli M. Die neuen! Unterstützungssätze treten am 27. Juni in Kraft. Die von der L-chrlingsabteilung vorze'ezren Satzungen zur Schaffung einer LehrliugSabteilung werden angenommen. Die Abteilung tritt am 1. Oktober ins tteocu. Eine Resolution empfiehlt den öal.ichen ÄyrlinzsauSschüssen, mit den LekrltngSaus'chüs en andorm graph'chtr Organlklnicman in engste Arbe'.isgemeinschafi zu'.retmi. In Orken, wo vsgen zu geringer Anzahl der Sehtlmge ieföttändige Veranstaltungon nicht möglich frnd, sollen die Scirlinge auf die Ju�ondorzanliatton«, Nvgestellte der Berliner Metallindustrie. Montag vormittag S Uhr findet in HaverlandS Festsälen. Neue Friedrichstr. 85, eine Versammlung der VeiriebSräte, Angestellten- röte, BeiriebSobleute, sowie der Verbandsfunttionöre, die der Ufa angesidlonen sind, statt.• Es wird Bericbt erstattet über dieSonnabend-Verhand« lungen im Reichsarbeitsministerium. Diele haben zu einem vorläufigen Vergleich geführt, über de» un- bedingt Beschlutz gefaht werden mutz. Alle?l»a-Mi»glicder der Betriebkveitietungen. sowie alle Ata- Funktionäre müssen unbedingt anwesend sein, um in den Betriebs- ver'ammlimqen am Montag nachmittag Bericht erstalten und ab- stimmen lassen zu können. Afa. Ortskartell Krotz-Bcrlin. Flatau. Liebeskind. Reinsberg. PotSdam ohne Käs und Elektrizität. Naäi Ablehnung der Forderungen der Angestellten und Arbeiter der Stadt BotSdam natb dem Berliner SlbiedS'vrnch für Arbeiter urO Angestellte ist die gesamte Arbeitnehmer>ck>asi Sonnabend nach- mihtng 6 Uhr in den Streik getreten. Sirahenbahn, Elektriritäts- werk und GnSwerk ruhen, soweit nicht lebenswichtige Betriebe in Frage kommen. eine noue Grundloge gestellt, den Gewerksch.rrlen ein ont'ckeiden des MitbestrmmungSreäit eingeräumt wird usw. Als Ort per nächsten Generalversammlung wird Leipzig bestimmt. Ein: Re- solwrion gegen den Papierwucher wird angenommen, ebenso ein Antrag Baufvld-Leipzig, der Matznahmen ig der Arbeitslosen- frage und gegen die Ueberstundenschinderer fordert. Einem Antrag Schaesfer, der Frage der Errichtung eines eigenen Verbandshaus es näherzutreten, wird zugestimmt, der zweite Teil das Antrages, das VerbairdShuus in Leipzig zu errichten und den Berbandc-jitz sahin zu oeclegun. da- gegen abgelehnt. Dafür wird ein anderer Borschlag ongc- nommen. wonach der Borstand ermächtigt wird, das Haus in Berlin, in dem iich die BerbandSbureauräume zurzerc befinden, anzukaufen. uuntqe Anoräge auf C. narning der>üoste» für wilde Streit» aus der Verbandskasse werden abge-ehui. � Bei den VorstairdSwahlen wurden!41 gültige Stimmen -abgegeben. Gewählt wurden als 1. Bors-tzender S e i tz mir 123, als 2. Vorsitzender Kraust-Essen mit 75, als Kassierer?ifl:r und Schweinitz mit HO, als Hauptverwalter Glaser, als Sekretäre Fülle und Höhne. Die Opposition verlangte c:nx Vertretung im Vorstand und schlug Bierakh-Berlin als 2. Vorzitzondtv vor, der 01 Stimmen etchieli. Als Redakteur,- wurden wiedergewählt Schac'fer mit 131, Helmholz mit 120 und Krahl mit 03 Stimmen. Hier halte die Opposition an Stelle Krahl» einen der Ihrigen, Böttcher-Lsipzig. vorgeschlagen, der 43 Stimmen aus sich vereinigte. Damit waren die Arbeiten d«S VerbandStazeS nach llläzizer Dauer beendet. Ter pommersche Landarbcitcrstrcik. Ueber den Stand des Landarbeiterstrciks in Poinmern wird den ?. P. N. von zuständiger Seite geschrieben: Im Kreise Lauen- bnrg ist ein freiw'llfger Tarifvertrag zustande efommen und der Streik beendet. Im Kreiie Büro steht man vor dem Vertrags- ab'chlutz Im Kreise B n blitz wird noch verhandelt. DaS den Kreis K ö s l i n angeht, fo hofft der Regierungspräsident bis spätestens Ankang kommender Woche die Parteien geeinigt z» haben. In RiinimelZbiirg und Büto ist Sicherbeilspolizei stationiert. Wie im gnnzen übrigen Bezirk, fo herrscht auch in diestn beiden Kreifen vollkommene RuKe. Zu dem Artikel in der.Deutschen Taaesreitiing' vom Zb, Juni: „Ban�enterror in Pommern' erkkänc der ReglervnaSpräst'-ent in KöSlin in bestimmtester Form, datz die Angaben nicht den Tatsachen entsprächen, wie überhaupt der pommersche Landbund auch bei dieker Geleaenbeir wieder durch zu mindest stark über- trieben? Angaben die O ffentliltikeit übermätzig beunruhigt und einseitig aegen die Arbe-rer einzunehmen versucht, Ueber den Einsatz der T e ch u i s ch e n Rothilfe im Land- arbeiterstreik wird erklärt, datz dieselbe nberhalipt nur im Kreife Stolp i. P. eingesetzt, inzwischen aber wjeder zurnffaezogen worden ist. da eine Einigung zwischen Arbeitgebern nnd Arbeitnehmern zu- stände aekommen ist. Im Kreise Flatow erübrig» sich der Einkotz, da dort die NotstandSarbeiten verr chlet werden. Besonders irre- führend ist eine Preffeuachrichr. laut welcher die Technische Noihilfe .che» ihrer Abfahrt durch die Stettiner SicherbeitSvolizei entwaffnet' worden sei oder.die geietzmätzig bewaffnete Technische Nothilfe seitens der Stettiner Sicherhciisvolizei entwaffnet' worden sei. Demgegenüber w'rd betont, datz die von der Technischen Nor» Hilfe beim ReichSministerium des Innern zur Verfügung gestellte Nothilse überhanvt nicht bewaffnet werde. Den erwähnten irre- führenden Nachrichten liegt nach genauen Erkundiguugen bei den matzgebenden Stellen in Sterin folgender,� von der dortigen Sicherhehsvolizei mitgeteilter Tachverbalt zugri nde: Um die durch den Landarbeilerstreik geschaffene Lage möglichst zu entspannen, bot im Kreis Lauenburg die Sichecheiispolizei �eine allgemeine Entwaffnung der Landwirte und Arbeiter lalso beider Parteien) vor- nehmen lassen. Die Technische Nothilse hat mit den betreffenden Vorgängen nichts zu tun._ Ächtung, Holzarbeiter! Folgende Betriebe find wegen Einführung verschlechterter Arbeitsbedingungen und �ri t l a t s n n g der B e t r i e b S- räte gesperrt: Tischlerei Kurt Löbel RüderSdorser Str. 20; Tischlerei Norddeutsche Möbelfabrik, Frankfurter Allee 307: Tischlerei George ck Kobler, Strelitzer Str. 60: Tischlerei Steinbach& Schau- dinS. Wollankstr. 0t. Die Sperre über die Tischlerei Försterling ist aufgehoben. Die Orlsverwaktung Berlin des Deutschen Holzarbeiterverbandes. Streik bei der Kohsenfirma Sochaezewer. Alle Versuche deS Deul'chen TranSporlarbeUer-Lerbandes im Auftrage ihrer dort beschäftigten Mitglieder die Kohlenfirmn Sochaezewer zur Anerkennung des Tariies zu verpflichten, sind vcr- geblich gewesen. Auch der Spruch des Schlichtungsausschussec- Grotz-Berlin. datz die Firma den zurzeit gellenden Tarif anzuet- kennen verpflichtet ist, ist an dem Starrsinn des Firmeninhabers geicheiterl. Nunmehr sehen sich die Arbeiter genötigt, von dein letzten ihnen zu Gebote stehenden Mittel Gebrauch zu machen und die Arbeit niederzulegen. Seit Montag, den 21. Juni, stehen die« selben geschlossen im Streik. Die Firma versucht sich nunmehr da- durch zu Helsen, datz sie eine Kleiiikoblenfirma in der Emdencr Strotze mit der Ausführung ihrer Arbeiten beauftragt hat. Dieselbe hat sich auch tatsächlich bereit gefunden, den Streikenden in den Rücken zu fallen. Wir haben nunmehr die Sperre über die Firma S o ch a- czewer, Union- und Wiclcfftratze, verhängt. Jeder, der dort arbeitet, ist als Streikbrecher zu betrachten. Vor Zuzug wird dringend gewarnt. Deutscher Transportarbeiter- Verband, Bezirk C!rotz-Be:lin. Sektion ll. Aufhebung deS Hastbefehls gegen EuivntS. Der seinerzeit gegen den Leiter des Allgemeinen Verbandes der deutschen Banibeamtei! Emonts verhängte Haitbesehl ist aufgehoben worden. Emon'.s soll sich bereits wieder in Berlin befinden. Holzarbeiter. Am Montag. 28. Juni, abends 5 Uhr. Migliederoer- saminlungcn. Tagesordnung: Stellunanabmc zur Generawenammtuu,; am 30. Iunj. Pracht iäle deS O>lcn«, Franlfurter Allee K ö n ig S b a n l, Franiiurler Str 117. P ha r u s f ä le, Müllerstr. 1-:J Büttners F e ft s ä W, Schwcdter Str. 23. K l I e m S F e ft f ä 1 c. Haicnheide 1 4/ 15. AetverlschaitSbauS, Engeluser 15('Saal 5). Ebarlottenburg und ZU- g l i h: Tunak, Cbarlottenbura. Sic- Icndstt. 4. am Bahnbot Savignpplatz. Weitzcnsee: Zum Prälaten. Berliner Allee, Ecke Lchderitratzc. Oberschöneweidc und Adler»- hos: Ltrohbach, Lbcrlchönelveide. WUbelminenbosstr. 18. Tie Mtglieder w erden daraus ansmertjam gemacht, datz lein« besonderen Branchennci-anim- lungen slatlnndcn Zcntralverband der A»goitell»e». Fachgruppe 14!(Eisen«. Erstn waren-, Stahl-, Röhien-, Werkzeug-. Werkzeugmatchmenhandel): Mtglicde: vcr-ammlung am 29. Juni, abend« Ist, Ubr. im.Alexandriner'. LlerandrinenÜr. 37a. linier Tarisvertrag.— Fachgruppe 1». b, r (Ai'geslcllte bei den Reich«- und Staatebebördcn. Berjorgungzweien und Poll).— Fachgruppe Illb(Angestellte in den HeercSbetricbev Flugelälter für die Beranga tuog am DönnerStag um 4 Uhr im Lustgarten sind am Dienstag von 10 Uhr ab im Verbands bureau abzuholen. Verband rer Tteinietzer und Bcrufsgenossen. Am 1. Just. nachmittags 5 Uhr.. findet im Zulus Vuich eine grotze Protcstoersammluug stall Zwecks Sielli ngnabme hierzu treffen sich alle VorstandSmitglicdci. Betriebsräte. BctriebSobmänncr iowie alle Bei trauen Smänn er aus dem (Sau(»>otz-BerIin am Montag, den 28. Juni, abends 7 Uhr. m Serl-n. Invalidenilr. 1(Harmonie). Erscheinen der betreffenden Kollegen ist dringend crsordelUch. I. A.: I. Sibura, Gauleiter. Die Werkmeister der Fachgrnpve Ehemilche Industrie des Pueab haben am Montag, den 28. d. MtS., im Restaurant(schmtbeitz. Nene Iatobilr. 24/26. eine Versammlung. ES soll über die Tarisgehöller gesprocheu werden. ilichtung, Fnrbbandarbeitcr und-arbetterinuen k Am Montag. den 2». Juni. abcudS 6 Ul■. allgemeine Versammlung in der Aula der 12S. Grmcindeschule. Annci ir. lb, an der Prinzenstrage. Fabrilarleiter-Leibaup. Aus anderen Organisationen. Der Verband der Privalschiffer bielt am Sonnabend eine außerordentliche Generalversammlung ab. Es wurde die Verlegung der Verbandsstelle von Breslau nach Bellin beichlossen und zum Geschäftsführer des Verbandes der che- maligc Abgeordnete Georg Davidsohn gewählt. vortrage, vereine unü versammiungen. Lchertchlefier, der OriSgrupve L zuqebörig.«erden gebeten, ihre Gcbiirts. lezw Heiratsurkunden sti der GclchäitSstellc, WilmSnr. 21, abzu- geben Taselbst wird auch AuSlunst allen AbftimmungSbeiechiigten er» eist. — Die Gciell, chaft.Ausbau und Werden- dcruit für Dienstag öffentliche Versammlungen ein, in denen über»Das Gebot der stunde getprochen und die augenblickliche politische Lag« crörten werden soll. Nüdeics im beutigen�Jnserat.— Reichsverband Lstichutz. Donnerstag 7st, Ubr im grotzen saale de« LchrervcreinShauseS. Alexanderstr. 41: Bei iammlung der oftmärkischen Flüchliinge von Grotz-Berlin.— Ncpnbli- tonischer Fuhrcrbund, Bezirk Tempelhaf. Mitgliederversammlung: Montag 7 Ubr bei GanSkc, Ringbahnftr. 4. Mitglieder- und ParteianS- weise mitbringen. Perantw. für den redalt. Teil: Dr. Werner Pelscr, ilbarloUenburg: für Anzeigen: Tb. Glocke, Berlin. Vertag: LorwSrtS-Vertag Ä. m. l>. H.. Berlln. Druck: Vor« wärls-Buchdruckerei u. BerlagsanstaU Paul Singer u. Co.. Berlin. Lmdentw. 3. Hlerju 2 Beilage». Eydtr& tAnüefo of wr die Reife Uamenmänte] aus Imprägniertem— Baumwollstoff, gute Ausführung 225 £,ti3Wf'©3 imprägn., Baumwoll- �. Covortcoat, gute Ausführung... 2©5 Uamenkleidi er H.errenldei düng Reise-Anzüge. von 350» Reise-Ulster...... 575°° Sporf-Anzüge.... 400°° Ssjert-�äntel..... 350'° Tenntsstosen..... 133°° S'SSnQt fesche, jugendl. 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