Nr. 327 ♦ Z�.�ahrgarg fiusgabe B Nr. 2b Bezugspreis: B»rt»I>LI>r!.Z0,-— M�monatlLO.— M. frei m» dmis. oornus zahlbar. Post- deniz Monatlilb III.— MI. trfL gu- ltellungsqebühr. Unter Kreuzband für Deiltfchland nad Oefterreiib U>,!0 Mh, rür da» übrige Aneland bei täglich einmal. Zu stell unü 2150 M. V-'ü�e» stellungen nehmen an Oesterreich. Ungarn, Tschecho-Elowalei, Däne- wart, äolland. �iiremdarg. Schweden ttnd die Schweiz.— Eingetragen m die Poli- Leitung» Preieliste. Der.Borwäris� mit der Sanntag». deilage.Boll u.Zetr'-r chetni wachen- tägtitv«wetmal Sonntags tlud Man» tag,"ntnai. Abend-Ansgabe Telegramm-Adreste �Sozialdetnotrai Berlin**. c 3 Berliner Nolk5»blettt t Zentralorgan der f orialdemohrati f eben partei Deutfcblands AnzeiaenpretS: Die achtgelpaliene üimtnaretllezeil« laste' 3.— M., Tetterungeztlschlag ÜO0/� .flieine Anzeigen-, das lett- gedruckie Wort 1,— M.* lzuläfftg zwei settgedritlli« Wortes,>edes weitere Wort 00 Pfz. Stellengesuche und Schlafstellenauzeigen IJas erste Wort 63 Pfg.. ,edes weitere Wort 40 Pfg. Worte über 15 Vttchstaben zählen für -wet Worte. Teuertmgszaschigg 50° � Fai!t.tten>An,'.eigen für Abonnenten Zeile 2,— Lt., xoiitische and ge- werischastliche niettms- Anzeigen S,— MI. die Zeile ohne Aufschlag. Anzeigen für die nächste Äumtner müssen bis 6 Ahr nachwtitag» rnt Hauotgeichäst, Berlin 6® 68, Linden- ftraste 2, abgegeben werden. Geöffnet von S Uhr früh bia 5 Uhr abend». Neöaktion unü Expedition: SM. HS» Linüenstr. 2. ifernivrerster: Zitnt Morisvla«, Sir. 15190—15197. Italien zum Rom, 29. Juni. Die sozialistische Parteileitung und daS Bureau des Allgemeinen Arbeiterbundes tagten heute auf dem Monte Cittorio. Der Sekretär der Partei- leilung schlag eine Tagesordnung vor, durch die der allgemeine Ausstand in ganz Italien verlündet werden sollte. Hier- gegen erhob das Bureau des Arbeiterbundes entschieden Einspruch und verließ den Saal. Die Tagesordnung wurde von den Zurück- gedliebcaea mit vier gegen drei Stimmen abgelehnt. Eine andere, von einem Mitglied der Parteileitung eingebrachte Tages- ordnung wurde angcuommen, dir das Proletariat auffordert, Haltung zu bewahren und sich zur Ausführung der Befehle der Partei brreitzuholtea, falls die Regierung ihrem Verspreche» nicht treu bleiben sollte. » Rom, AI. Juni. tStesani.) In Maserata wurde der allgemeiue Ausstand erllärt. Aus der Provinz werden von anarchistischen Elemeuten angestiftete Zwischenfälle gemeldet. Die Stadt A n c o n a ist ruhig. Die Polizei setzt ihre SäuberungS- arbeiten in der Umgegend fort. vorwärts-verlay G.m.d. H., EV.bS, Linöenstr. 2. fferuivreebert Amt Morinplat,, Str. 117 53—51. Deutfchlanü und die Zinanzkonferenz. Paris, 29. Juni. Der Völkeribundrat hat den Aufamunettbntt der Internationalen Finanzkouferenzin Brüssel- auf den 23. Juli festgesetzt. In dem Schreiben an den Mitrifterpräsideirten sagt Bourgeois, dass die Einladung Deutschland? iur Konferenz nötig sei, die Form der Einladung aber erst nach der Konferenz von Spa fest- gesetzt werden lönnte. Der Rat des VölieiÄundes sei davon Über- zeugt, daß die'Verhandlungen zum Zwecke der wirtschaftlichen und finanziellen Wiederherstellung in der Welt nur zu einem Ziel führen könnten, wenn die VerpflichtungenDeutschlands und seiner Verbündeten und die finanzielle Lage der Mittelmächte klar bestimmt werde. Anderenfalls würde sowohl den Lün- dern, denen Entschädigungen zu leisten seien, als auch Deutschland und den übrigen Ländern jede sichere Grundlage für ihre Kredit- operationen fehlen. Bei einer P-rüfwng der finanziellen Weltlage müsse Deutschland unbedingt vertreten sein. Die fiusweisungsfolter. Wir berichteten kürzlich von der Ungeheuerlichkeit, daß man eine deutsche Frau, die durch Heirat mit einem Oe st erreicher jetzt„Tschecho-Slowakin" geworden ist, aus dem preußischen Staatsgebiet und dem Deutschen Reiche auszuweisen beabsichtigt, weit sie als kommunisti- sche Agitatorin tätig war. Wie uns der Anwalt dieser deutschen Kommunistin mitteilt, ist auf seine verschiedenen Eingaben an das Reichsministerium des Innern und an den Reichspräsidenten noch immer keine Entscheidung erfolgt. Wir halten es für u n m ö g l i ch, daß die alte Praxis des Vor- kriegpreußens in der Deutschen Republik ihre Fortsetzung finden solle. Leider erhalten wir jetzt Nachrichten aus dem Ruhrrevier, die die eisten Mitteilungen' noch unterstreichen und übertreffen. Danach sind eine ganze Reihe von Arbeitern, insbesondere Bergarbeitern, meistens Angehörige der Oesterreichischen oder der Tschecho-slowakischen Republik, von der Ausweisung be- droht, Weil sie während der Käpp-Tage im Einverständnis mit der sozialdemolratischen Parteileitung ihres Wohnortes die Waffen zur Verteidigung der Republik ergriffen haben. Unter den Auszuweisenden befinden sich Bergarbeiter, die zwanzig Jahre und darüber in Deutschland arbeiten, sogar Taubstumme sind von der Ausweisung bedroht.> Die Proteste, die von unseren Parteigenoffen an das Neichsministerium des Innern gerichtet wurden, werden an den Regierungspräsidenten in Münster weitirgegeben, dieser läßt sich aber nicht bceinflußen und erteilt die AusweisungS- befehle, die dann von den Ortspolizeibehörden ausgeführt werden müssen. Unsere Parteigenossen haben sich jetzt an das Preußische Ministerium des Innern gewandt. Hoffentlich ge- lingt es dem Genossen S e v e r i n g, der sa als früherer Regierungskommissar die Verhältnisse im Ruhrrevier gut kennt, die Ausweis.ungsschmach zu verhindern. Man kann nicht in einer Zeit, da die Oesterreicher aller Pdrteirichtungen den Anschluß an das Deutsche Reich ersehnen, durch solche Ausweisungsmaßnahmen die Sympathien zer- stören und wieder die Antipathien ins Leb n rufen, die uns durch den ganzen Weltkrieg begleitet haben. Selbst wenn der eine oder der andere eine im bürgerlichen Sinne strafrecht- Itche Handlung begange« haben sollte, so genügen die deutschen Strafgesetze, um sie zu sühnen. Die Ausweisung aus Arbeit und Familien beziehungen ist aber eine Folter, die aus poli- tische» Gründen anzuwenden die Republik verschmähen sollte. Hruch Zwilchen Finnland und Schweden! i S t o ck h o l m, 39. Juni. Alle hiesigen Blätter bringen äugen- scksetnlich inspirierte Artikel, die einen Abbruch der diplo- vzatifchen Beziehungen mit Finnland voraussagen. Das Verhältnis zwischen Finnland und Schweden ist schon seit gbraumer Zeit gespannt, da Schweden Rechte auf die den Bottnischen Meerbusen beherrschenden Aalandinseln geltend macht. In de�r Vorkriegszeit sah man in den Aalandinseln Festungen, die die russische Küste gegen Seeangriffe schützten. Schon während des Kriegs traten gewisse Kreise Schwedens für Abtrennung der' Aalandinfeln von Rußland ein, stießen aber auf einen ener- gifchen Widerstand des größten Teils des schwedischen- Volkes. Auch heftte noch besftht in Schweben eine starke Strömung gegen jede Annexionspolitik, und im allgemeinen war man damit zufriedeu, dafj die Aalandfrage dem Völkerbund vorgelegt»werde. Die indirekte Drohung der schwedischen Regierung ist wohl deshalb vor- lächfig nur als Pression in einer mehr lokalen Angelegenheit aufzufassen. Die finnländische Regierung hat nämlich gegen zwei angesehene aaländische- Politiker, die für Schweden Stimmung machten, ein Verfahren wegen Hochverrats einleiten lassen. -Wae die»Berlingske Tidende" aus Stockholm meldet, hat das schnkedische Außenministerium nun die Frage zum Gegenstand ernster Erwägungen gemacht. Als Ergebnis dieser Erwägungen wurde vom Ministerium des Aeußern dem finnischen Gesandten in Stockholm eine Note überreicht, in der die finnische Regierung aufgefordert wird, weitere Schritte gegenüber den verbaftetca AalÄchern- aufzugeben und die Verhafteten freizugeben im Hinblick darauf, daß die AalandSftage jetzt vom Völkerbund gelöst werden soll. Der schwedische Geschäftsträger in HelsingforS hat von der schwedischen Regierung Anweisung erhalten, vom finnischen Mi- nister des Aeußern eine sofortige Antwort darauf zu verlangen, ob der Schritt der schwedischen Regierung finnischerseits Maßnahmen in entgegenkommender Richtung zur Folge haben wivd. Dadurch gibt man der Note fast die Form eines Ultima t u in S, dessen Ernst noch durch die in die Presse lancierte Ankündigung unterstrichen wird. Ob diese brüske Tonart im Interesse einer ruhigen Entwicklung der Aalandfrage ist, muß be- zweifelt werden. Völkerkämpfe auf klajsisthem Soden. Jahrzehntelang hat die Sozialdemokratie im alten OesteH- reich, allen voran— und zuletzt allem— unsere deutschen Genosse», für die Selbstverwaltung der Nattonen ge- kämpft, nm den verwüstenden Völkerkampf einzudämmen. Es war vergebens. Sicherlich hat die K r ieg s t r e i be r-am Habs- burger Hof, im k. u. k. Ministerium des Aeußeren und im Generalstab auch der Gedanke geleitet, durch das verbrecherische Hasard- spiel das Toben des Nationalitätsnkampfes nach außen abzu- lenke n. Die Sieger im Weltkoieg haben den Völkerstaat zerrissen, aber nicht nach den Linien der nationalen Siedlungsgebiete. Selbst wenn sie ihpzn fanatischen Haß gegen die Deutschösterreichcr, die doch wahrlich niemals Preußen und noch weniger jemals kriegs- lustig gewesen find, soviel hätten bezähmen können— selbst die nationale Abgrenzung hätte die restlose Auslieferung der natio. nalen Minderheiten nicht verhindern können. Die Folgen bleiben nicht aus. In der deutschen Sprachinsel Ig lau, die man jetzt durch Hinbeorderung einer kleinen tschechischen Garnison von Le- gionären— ehemaligen Kämpfern gegen die Zentralmächt«— gemeindewaihlmäßig zu tschechisieren sucht, ist es zwischen Dcutschnationalen, die von der Sonnwendfeier heimkehrten, und tschechischen Soldaten zu schweren, blutigen Kämpfen gekommen. Zahlreiche Opfer, auch auf der militärischen Seite, sind zu beklagen. Die Deutschen behaupten einen planmäßig vorbereiteten Ueberfall und führen dafür auch ziemlich einleuch- tende Beweise vor. In S ü d oft- U ngaru verhindert die rumänische Grenz. sperre die Bergbewohner» wie sonst zur Ernte in die Ebene hinab- zusteigen und sich zu versorgen. Der uralt« Haß zwischen Nu- mänen und Ungarn, die heute die Rollen von Herrschern und Be- herrschten gewechselt haben, führte auch hier zu wahren Schlach- ten, in denen die Rumänen gar Artillerie gegen Dörfer feuern ließen und all«? zusammenschössen. So belebt neuer Haß alte Feindschaft— hier und dort im ehe- maligen Donaureiche. Au? weiteren Berichten der deutschböhmiscken Parteipresse ergibt sich, daß die tschechischen Legionäre in der Dunkelheit mög- kicherweise aufeinander geschossen haben. Am Tage nach diesen Vorfällen gingen sie daran, alle deutschen Aufschriften, Straßen- und Firmentaseln usw. gewaltsam zu zerstören. Zahlreiche Ber- hastungen von Deutschen wurden vorgenommen.— In der Nord- westböhmtschen BergwerkSstadt Dux wurden die Teilnehmer an der dsutschnationalen Sonnwendfeier auf dem Festplatze von Tschechen mit Zaunlatten und anderen Werkzeugen Überfallen und viele von ihnen, auch Kinder, erheblich verletzt. Der Reichswirtschastsrat. Ein neues Gutachterparlament der deutschen Wirtschaft wird heute eröffnet.. Haben bisher in wichtigen wirtschaftlichen Fragen fast ausschließlich die industriellen, landwirtschaftlichen und Handelsorganisatonen der Unter- n e h m e r allein ihre Stimme vor den maßgebenden Behör- den und Gesetzgebern zur Geltung bringen können, so soll fortab eine Arbeitsgemeinschaft von Unterneh- mern und Arbeitervertretern zu den lebenswichtigen- Fragen des Wirtschaftslebens Stellung nehmen. So wenig wie der Reichstag, der auch eine Arbeitsgemeinschaft ist, einen Harmanieverbtznd darstellt, so wenig wivd auch der Reichswirtschastsrat eine Gemeinschaft werden, in der die Interessengegensätze, die zwischen Unternehmerkapital und Arbeit bestehen, keinen Ausgleich finden werden. Die Angst der„radikalen Arbeiterschaft", daß der Reichswirtschaftsrat das Grab des K l a s s e n k a m p f e s werden könnte, ist sicher unbegründet. Unsere Arbeiterschaft hat, weil das Unternehmertum sie von allen Einblicken in die wirffchaftlich leitende Arbeit bewußt ferngehalten hat, das Wrtschastsleben und seinen ungeheuer feinen Organis- mus immer nur von der einen Seite des Arbeftnebmers. der ausführenden Arbeit aus kennen len können. Das ist ein großes Unglück, das sich nicht im Hano.uudrehen wieder gutmachen läßt. Es steht sicher außerhalb jeden Zweifels, daß viele unserer Arbeitervertreter, die sich heute nicht radikal genug gebärden können, ein völlig verän» de-rtes Gesicht des höchsten Erstaunens zeigen würden, wenn sie an Stellen gestellt würden, wo sie für Tausende von Arbeitnehmern die Leitung des Produktionsprozesses oder der Güterverteilung verantwortlich zu besorgen hätten. Dieser Zustand des A b s e i t s st e h e n s der Arbeiter» Vertreter von der wirtschaftlich leitenden und verantwort- lichen Arbeit ist nun überwunden, sie setzen sich als G l c i ch- berechtigte mit den besten Fachleuten und den bedeutendsten Wirtschaftsführern an den Nerhandlungs- tisch, um von den Sachverständigen und Fachgelehrten Auf» klärung zu erhalten. Nur, wo völlige Berbohrtheit besteht, kann die überaus große Bedeutung di■ Fortschritts für die Schulung und Heranbildung von vcrtretungsfähigen Arbeiterführern geleugnet werden. Die Machtposition nützt der Arbeiterschaft nichts, wenn sie nicht über die Kräfte sicher verfügt, die in dieser Maclstposition die Wirtschaft besser zu leiten vermögen, als sie bisher privatkapitalistisch geleitet worden ist. Die Be- deutung des Reichswirtschaftsratzes für die Arbchserschaft wird sich erst ergeben aus dem Können der Är- beitervertreter, denen die Aufgabe zufällt, die s o z i a- listische Wirtschaftsausfassung in einem Kreise von Fach- kundigen zu vertreten und zu verteidigen. Das ist eine andere Plattform als die Versammlungen, wo die Schlag- Wörter und Phrasen wie Hagel über die Versammlungsteilnehmer geschüttet werden können. Theorie und praktische Erfahrungen, Genialität und natürliches Empfinden für das Mögliche müssen auf dem Gebiet der Wirtschaft aufs engste zul'nnnenwirken. Des- halb ist es so furchtbar schwer, erfo zu wirtschaften. Wir sehen im neuen Reichswirtschas jene vorzügliche Schule der Arbeiterschast, die besser als irgendeine an- dere Insfttution geeignet sein wird, sozialistische Wirtschaftsführer heranzubilden. Nur Schwach- sinnige können glauben, daß ein Arbeitervertreter dümmer wird, wenn er Gelegenheit findet, mft hervorragenden Lei- tern großer Unternehmungen sich aussprechen oder ihre Aus- führimgen persönlich«if sich einwirken lasse» zu lännen. Nichts trägt besser zur Vertiefung de? eigenen Wissens und zur Festlegung des eigenen Standpunktes bei, alz die sachliche Aussprache mit Fachleuten, die auf gegnerischem Bo- den stehen. Im politischen Leben und Kampf außerhalb der Parlamente fehlt ja diese Auseinandersetzung der Fachleute da reden di« Wortführer der Parteien aneinander vorbei. » Bringen wir also dem neuen Wirtschaftsrat das Ver- trauen entgegen, daß sich in seinem Kreide di? schwierigen und oft völlig undurchsichtigen wirtschaftlichen Probleme soweit werden klären lassen, daß sie als Bilder mit feste» Kon- tnren vor das große Parlament gebracht werden können, das die besten Mittel zu suchen hat, um sachlich geklärte Fra- gen zu erledigen. Für den Sozialismus und seine Fortentwicklung �bedeutet der Reichswirtschastsrat keine Ge- fahr, sondern im Gegenteil eine erhebliche Förderung; er wird dazu beitrogen, daß in weiteste Kreise die Er- kenntniS von der Notwendigkeit einer organisierten Wirtschaft dringt. Wa? viele den Soziasisteu nicht glau- b e n, das glauben sie vielleicht doch, wenn es von oem Reichs- wirtschaftsrat ausgesprochen wird. Denn eS kommt ja so oit im Leben darauf an, w e r etwas ausspricht, damit es An- erkennung findet. Ter Reichswirtschastsrat in feiner vorläufigen, vielfach anfechtbaren Gestaltung ist natürlich auch nur»me Etappe, aber eine Etappe auf dem Weg nach vorwärts i iTenm über den roten Terror. Die englische Arbeiierdelcgation hat aus Nußland einen Brief Lenins nach England mitgebracht, den die„Note Jahne" veröffentlicht. In ihm kommt zunächst LeninS U n- mille über die Haltung der englischen Arbeitervjirtreter zum Ausdruck, und es zeigt sich auch hier wieder, das alles, was nicht kommunistisch im Sowjetsinne ist, als„bürgerlich" be- zeichnet und verurteilt wird. Lenin schreibt: Ich war nicht überrascht, als sich berausstellte, daß der Stand- Punkt von einzelnen Milgliedern Eurer Delegation mit dem der Arbeiterklasse«nicht übereinstimmt, sondern mit dem der Bau r- g e o i s i e. Der gereizte Ton, in dem das Schreiben gehalten ist, läßt doch darauf schließen, daß Lenin darauf gehofft hatte, die eng- lischen Arbeiter würden unter Verleugnung ihrer Vergangen- beit fich in die weit geöffneten Arme Moskaus werfen. Daß dies nicht geschieht, wird von Lenin als Zeichen klein- bürgerlicher Gesinnung ausgelegt, und selbst den- jenigen, die sich selbst als K o m m u n i st c n bezeichnen, wird ausdrücklich das allerhöchste Mißtrauen ausgesprochen. Doch wenn noch irgend jemand in geistiger Kncchlschast unter der B/urgeorfie verdorrt und die kleinbürgerlichen Vorurteile über„Demokratie"(bürgerliche Denrokratie), über Pazifismus usw. teilt, dann können natürlich solche Leure dem Proletariat nur noch in größerem Umfange Schaden tun, loenn sie sich den Namen L/ommunisten zulegen und sich der drillen Internationale anschließen. Rückhaltloses Bekenntnis zu Taktik und Methode nach rufst- scheut Muster ist also Vorbedigung für die Erteilung des ge- heiligten 5!amenS eines Kommunisten. Von besonderem Interesse ist, was Lenin über die Knebelung der öffentlichen Meinung und Beseitigung der P r e ß s r e i h e i t mittels Ersetzung durch den roten Terror sagt: Einige Mitglieder Euerer Delegation haben mich mit V e r- wunderung über den roten Terror, über die fehlende Presse- und Versammlungsfreiheit, über die Vc:- folgrnig der Menschewiki usw. ausgefragt. Ich erwiderte ihnen, daß die wirklich Schuldigen iür den Terror, die Jmperia- listen Englands und seiner Verbündelen sind, welche in -Finnland und Ungarn, in Indien und Irland den weißen Terror ausgeübt haben und ausüben, die Iudcnilsch, «toltschak, Denikin, Piliudski und Zßrangel unterstützt haben und unterstützen. Der Rote Terror ist eine Verteidigung der Arbeiterklasie gegen die Ausbeuter. Er ist die Unter- drückung des Widerstandes der Ausbeuter, mit denen die Sozial- revolutionäre, die Menschewiki und eine unbedeutende Anzahl von menschewistischen Arbeitern fich verbinden, Die Freiheit der Presse und der Versaminlung in einer bürgerlichen Temorratie bedeutet die Freiheit der Reichen, sich gegen die Arbeiter- klaffe zu vcrschuiören, bedeutet die Freiheit, Zeitungen zu besteche» und aufzukaufen. Aus diesen Ausfuhrungen geht zunächst hewor, daß die englischen Arbeiter ihre Mißbilligung über die Lenin- schen Terrormethoden unverhohlen zum Ausdruck, gebrachl haben. Ter Verteidigung, die Lenin für sein Gewaltregi- ment ins Feld führt, ist äußerst schwach und läuft auf die Argumentation hinaus, die während des Kneges allgemein üblich war: Der II ebergriff der einen kriegführenden Partei wurde durch sogenannte Repressalien" der anderen Kiegs- vartei beantwortet, und hierdurch wurde der Unrechtszu- stand in Permanenz erklärt, ein Vorgeben, das von den Sozialisten aller Länder schärfste Verurteilung fand. Von Interesse ist ferner, daß Lenin, wie aus den letzten Zeilen des eben angeführten Absatzes hervorgeht, die B e s e i t i- gung der Preßfrciheit nicht nur als taktische und vorübergehende Maßnahm« betrachtet, sondern daß er die Knebelung und Unterdrückung der freien Meinung als «inen Grundsatz der proletarischen Diktatur ansieht. Wenn diese Auffassung in deutschen Arbeiterkreisen all- gemein bekannt wird, so werden sie sich für di� gewaltsame Die Seuche. Max Hochborf schreibt uns aus Franken: Ein entsetzliches Unglück ist über das Land gekommen. Am Morgen raschelten die Mäuler der Kühe und Ochsen noch frühlich im Grünfutler, das dieses Jahr besonders üppig irnd duftig gewachsen ist. Der Bauer freut sich der munter fressenden HauSge- fährten, die sein Besitz, die seine Hoffnung, die seine LebenSsicher- beit find. Dann wendet sich plötzlich und gegen alle Erwartung das Tier von seinem Futüevtrog. DaS Maul wird träge. DaL Vieh bozinnt zu zittern. ES brennt im Fieber auf. ES wird bald darauf vom Froste geschüttelt. Dann wiederum daS Feuer des inneren Brandes, der das Blut und die Eingeweide austrocknet. Kurze Zeit, und das Frieren stellt sich wieder ein. Das ist'ein gräßlicher Wechsel, bei dem das nützliche Tier imaner mehr, immer gospenstt« scher verdorrt. Nach wenigen Tagen steht klappernd und dünn wie ein Bvott, waS prächtig und hochansehnlich und Bauernstolz ge- wesen ist. Der Schaum rinnt trüb und lutzig aus dem Maule der kranken Kreatur. Die Klauen quillen auf wie ein weicher Schcvamm. Horn wird zu Vvvi. DaS Weh bricht zusammen. DaS Horz hat nicht mehr gehalien. Dieses Bild der Trauer ist nun alltäglich in allen Bauern- Häusern hier. Seit fast zweihundert Jahren ist �>as Vieh- ' sterben hier im fränkischen Lande nicht mehr so heftig aufgetreten wie in diesem Jahre. Der teuflische Tod soll von Schweizer Bergen inz Schwäbische Land hinübergewandert sein. Er wandert und wandert unaufhörlich noch. Sie melden aus dem Thüringischen. dnß die Seuche noch nicht Halt macht und Veiterwandert. Dabei ist seltsam und beängstigend für die hütenden Menschen, daß gcrad? die schönsten und kostbarsten Tie«, die in langen Geschlechtern rein- blutig gezüchtet worden sind, am schnellsten sterben. Was von ge- mischtem Blute abstammt, was ein Bastard genannt wird, das hält sich noch am längfün, daS wird häufig über die Seuche hinweg- gebracht. Wer welche Mühe ist notwendig, damit solche Heilung ge- schaffen werden kann? Die Bauern, die jetzt den lieben, langen Tag auf ihren Feldern sein müssen, finden auch zur Nacht keine Ruhe mehr. Sie müssen wachen und pflegen. Sie müssen, die letzte Milch, die, ihnen vielleicht noch bleibt, hergeben, damit die kranken HauÄiere durchgebracht werden. Nicht nur die Ochsen und Kühe fallen, auch die Zicklein, auch die Schweine. Das Elend und die Trauer in diesem Sommer, der schon sonst genug der Angst ge- währt, sind umgeheuer. Di« Bauern und ihre Rinder sisind. ratlos und hilflos wie vor einer geheimen, entsetzlichen GotteSplage. Kommt der Tierarzt m den Stall, so bringt er vielleicht aus an- deren Ställen die Ansteckung mit. Denn die Menschen tragen das höllische Gift von Ort zu Ort, ohne daß sie es merken. So hütet man sich meist, den Tiararzt zu rufen. So sieht mqp selber zu,«*e Einführung eines Regimes bedanken, das ihnen?aS e! e- m e n t a r st e Recht der Arbeiterschaft, das Recht aus V e r- s a m m l u n gen nämlich, nicht zuerkennt. Die Tatsache daß Lenin von diesen Beschränkungen„in der bürgerlichen Demokratie" spricht, ändert nicht daran, daß diese Gewalt- maßregein ausschließlich in der„proletarischen Demokratie" des Sowjetsystems eingeführt sind. Inzwischen sind die Bstr dingungen bekannt geworden, die Lenin„für eine Aussöh- nung der Räterepublik mit den Sozialisten der Weststaaten" aufgestellt hat. Sie lauten: 1. Anschluß cm die Moskauer Internationale und Aufgabe jeglicher Propaganda zugunsten der vierten Internationale, in der die Strömungen der zweiten und dritten Internationale aufgehen sollen. 2. Anerkeimung des Rechts der Bolschewiften, ihre Weltpropaganda fortzusetzen, und Abgabe des Versprechens, die revolutionäre Aktion zu unterstützen, die sich daraus ergeben kLnnte., Mg Diese Vorschriften sind ebenso kurz wie unbescheiden. Punkt 1 ist vom kommunistischen Standpunkte aus allenfalls verständlich, Punkt 2 aber, nämlich das Recht mrf Welt- a g i t a t i o n und das Verlangen noch Unter st ützung hierzu zeigt dieselbe Verblendung und Ueberhe- b u n g, die» an russischen Auslassungen nachgerade nichts Neues mehr sind. Wir sind gespannt, ob die U n a b h ä n g i- gen, die wiederholt erklärten, ans b o l s ch e w i st i s ch e Agitation in Deutschland verzichten zu wollen, nun- mehr mit plötzlich entstandener Geneigtheit auch diesen Be- fehlen des Generalfeldmarschalls Lenin folgen werden. Gotha ahmt Graunsibweig nacb. Was die Rechisparteien in Braunschweig eine Zeitlang versucht haben, nämlich durch Obstruktion im Landtag die Regierungsbildung zu verhindern, daz. ahmen jetzt die Unabhän- gigen in Gotha nach. In der auf Dienstag anberaumten Sitzung der Landesver- sammlung. in der die Bildung der neuen Regierung auf der Tage?.. ordnung stand, brachten die Unabhängigen einen Dringlichkeit?� antrag ein, den Reichspräsidenten zu ersuchen, den Ausnahme- zustand sofort auszuheben und den Reichskommissar Hölle sofort abzuberufen. Nachdem der einzige demokratische Abgeordnete der. Sitzungssaal verlassen hatte, wurde die Dringlichkeir des Antrages mit 9 gegen 9 Slimmen abgelehnt. Nach einer kurzen Unter- brechung gaben die Unabhängigen dann folgende Erklärung ab: „Durch die Verhängung des Ausnahmezustandes und durch die Einsetzung des Reichskommissars in dem Gebiete des Frei- staaies Gotha sind rechts- und verfassungswidrig,. e Zustände, eingetreten/ Die Rechte der Landesversammlung sind verletzt. Die Schließung des früheren Landtags und die llleuwahlen zum jetzigen Landtag sind Verfassung swidri g erfolgt. De politische Freiheit der Beamten ist bedroht, die Pressefreiheit eingeschränkt und so weiter. Die Fraktion der Unabhängigen sieht darin eine schwere Gefahr für die veriassungs- mäßigen Rechte des Larrdes und sieht sich nicht imstande, sich weiter an der parlamentarischen Arbeit zu beteiligen. Sie wird ihr« parlamentarische Mitarbeit verweigern." Daraufhin verließen die Unabhängigen den Saal und machten die weiteren Verhandlungen, vor allem die Regierungsbildung, unmöglich. Zur Reform des Strafrechts. Tle sozialdemokratischen Abgeordneten Dr. Braun(Famiken) und R a d b r u ch haben im Reichstag folgende kleine Anfrage «ingebracht, auf die sie sich mit einer schriftlichen Antwort beginl�rn 5' „Die R e f o r m b c d ü r f t i g k e i t deS Strafrechts war schon vor dem Kriege unbestritten. Sie ist nun eine der dringlich- sten Aufgaben der Gesetzgebung geworden. Die Entwürfe fll einem neuen Slrafgesetzjuch, die vor dem Kriege Gegen- stand der Wissenschaftlichen und politischen Erörternrigen waren, sind überholt. Die Grundlinien für die künftige Reform deS Strafgesetzbuches durch eine alle Interessenten aufrufende Er- örterung jju schaffen, soll nicht aufgeschoben werden. Diesem Zwecke wurde in hohem Maße die Veröffentlichung des im Reichsjustizamt in der Zeit, als Herr Landsberg ihm man sich rettet und das Vieh. Ja, eS handelt sich darum, daß neben dem Vieh auch die Menschen nicht ganz zugrunde gehen. Di« wenigsten haben ihren Verlust versichert. Di« meisten haben ihn viel zu niedrig versichert im VcvhAinis zu der allgemeinen Zeit- tH/erung. Ernem Bauern, der mit vier Kühen.ein wohlhabender Mann war. fallen in einer Woche all« vier Tiere. Er ist in einer Woche ein Bettler gewoiden. Darum weinen die Bauern jetzt, sie weinen wie die Kinder. Sie beten, da sie keinen anderen Rat mehr wissen, in ihren Ställen, als wenn sie in der Kirche wären. Sie verzweifeln, wenn der letzte, Beistand erflehende Mick des leidenden Tieres ihrem eigenen, übernächtigton Auge begegnet. Ter Bauer glaubt ja nicht daran, daß solch Haustier ein seelenvolles Wesen ist. Er sieht den flehenden Blick, den die Seele des Haustieres verrät. Er kann nichts erwidern, er kann nicht viel mehr tun als in Trübseligkeit den Kopf schütteln und sich in Ratlosigkeit aufoeiben. Er weiß zu gut, daß all seine Mühe meistens vergeblich ist. Und dann kommt noch ds« allerletzte und nicht die leichteste Prüfung über ihm Er muß unsrendlich werden, beinahe boshaft und listig. Er darf nicht dulden, daß jemand, der ja auS dem verseuchten Lande irgendwie geheimnisvoll das Gift herbeibringe» kann, sein Gehöft bebvitt. Und auf den Dörfern und in den Marktflecken und in den kleinen Landstädten arbeiten die Schlächter vom Morgen bis in den Abend. Das Morsch des so schnell dahingerafften Tieres ist nicht schlecht oder schädlich. Noch nie mußte soviel Vieh so schnell unter das Beil und unter da? Messer. Der Ueberfluß, der aus der Not kommt, wandert vorläufig noch vom Land« in die großen, ge- ftäßigen Städte. Bald wird auch dieser Ueberfluß der Not er- schöpft sein. Und dann? Es scheint, daß ein großer Teil dcS deutschen Vaterlandes nach der Kriegsplage und nach den übrigen Plagen noch immer schwerere, noch immer dunklere Zeiten durch- machen soll. Ter Philharmvnisch« Chor— tot. Was dunkle Stimmen seit kurzem ungestraft zu melden wußten, ist nun schmerzhaste Wahr- heit geworden: Der OchSsche Thor hat zu bestehen aufgehört. Auch wer nachfühlt, daß in früheren Jahrzehnten Chöre großen For- rnats in sich zusammenbrachen, daß der einst vortreffliche Chor der Kgl. Hockschule, det Cäcilien-Verein, der Sternscke Gesangverein mich riesenhaftem Aufschwung und nach künstlerischen Groß- leistungen versanken, auch der muß bekennen, daß hier ein Institut allerersten Ranges durch die Hemmungen der Zeit zum Schaden der Kunstfreunde zugrunde geht. Ochs war eS, der in den 89er Jahren der Stagnation im chorischen Kunftleben einen Riegel vorschob. Was der junge Ochs versprach, hat der ältere gehalten; er hatte Entdeckermut und den Glauben des Förderers. Immer war er mit und bei den Jungen, wenn ihr Werk vor seinem kritischen Urteil bestand. Nicht nn künstlerischen Niedergang. nein, im höchsten Glanz verläßt Ochs seine Truppe. DaS Traurigste, das Beschämende dabei ist eben: Kein inneres Er- leben zerstörte diesen Organismus, sondern die Unmöglichkeit der vorstand, ausgearbeiteten Strafgesehentwurfs dienen. -Wir rjck/.en an die R e i ch s r e g i e r u n g die Anfrage, ob sie zum Zw.ecke der Information der Mitglieder des Reichstags und zur Schaffung einer'Grundlage für die fachwissenschapiliche und polirisck ft Erörterung der Strafgesetzprobleme diesen Entwu rf schleunigst zu veröffentlichen gedenkt. Es.st zu hoffen, daß die Anfrage recht bald in befriedigendem Sinne c erwidert und die Reform des Straftechts b e s ch l e u- n igt: n Angriff genommen wird. Die Verbesserungsoorschläge für das Strafgesetzbuch reichen bis in die ersten Jahre dieses Jahr- hundert s zurück. Die meisten hiervon sind durch den W e l l k r i e g und eri r recht durch die ihm folgende Revolution überholt. Das neue: Strafgesetzbuch muß ein Spiegelbild der geänderten so- zial'.n und Machtverhältnisse werden und insbesondere das ZSechtScmpfinden des Volkes, das in dom bisherigen Gesetz. mehr als stiefmütterlich behandelt wurde» zum klaren AuS- druck bringen. internationale Seemannskonferenz. Tie Tculschen und der U-Bvot-Krieg. Die über die Verhandlungen der Interna. ionalen Seemanns- kor.ferenz gebrachten kurzen telegraphischen Notizen geben kein er- sch öpfendes Bild über den Fortgang der Beratung. Sie sind auch ui n deswillen nicht bollständig, weil beispielsweise die Wiedergabe in;t deutschen Erklärung über den U-Boot-Krieg d urch die Rückübersetzung aus der fremden Sprache in die Ursprung- !'.che Sprache des Schriftstückes erhebliche Entstellungen aufweist. lSem ersten allgemeinen Bericht lassen wir nunmehr in aller Kürze eine Uebersicht über den bisherigen� Gang der Verhandlungen folgen. Der Schwerpunkt der Tätigkeit derartiger internationaler Kon. ferenzen liegt in den Kommissionen.. Das bedingt an sich schon einen recht schleppenden Gang. Diese Verzögerung der Vcrhand- lung lag aber auch zum Teil an den Mißhclligkeiten in der Ar- beitergruppe, die auf die Anfechtung des Mandats der de u t s ch e n Arbeitervertreter durch die Hamburger Gruppe des Jnter- nationalen Seemannsbundes zurückzuführen sind. Nach dem Friedensvertrag sollen die Vertreter der Arbeiter und?lrbeitgeber in den Hauptversammlungen des Bundes der Arbeit, wie ihn der 13. Teil des Friedensverträge? vorsieht, nach Einvernahme mit den maßgebenden Berufsorganisationen von der Regierung bestimmt werden. Der Internationale Seemannsbund erhob nun den An- spruch, die maßgebende Organisation zu sein. Die deutsche Del«- gation ist vom Kongreß, und zwar schließlich fast einstimmig, am sechsten SitzungStage anerkannt worden. Inzwischen hatten sich dl« deutschen Delegierten in der Sondergruppe der Arbeiter ihr Recht der gleichberechtigten Teilnahme entschieden wahren müssen. Der Friedensvertrag schreibt für Abstimmungen vor. daß nur der eigentliche Delegierte, nicht aber seine technischen Ratgeber, die er zu den Verhandlungen zuziehen kann, stimmberechtigt ist. In der Gruppe der Arbeitgeber und der Regierungsvertreter ist dem- entsprechend auch verfahren worden. In der Guppe der Arbeiter hatte jedoch der Vorsitzende, als welcher der aus der Gruppe der Arbeiter gewählte Vizepräsident der Gesgmitonferenz Havelock Wilson den Vorsitz führte, wahllos jeden zur Abstimmung zu- gelassen, der in der Sonderzusammenlunft der Gruppe der Ar- beiter anwesend war. Dagegen war von deutscher Seite Einspruch er- hoben und beantragt worden, festzustellen, wieviel Nationen anwesend seien, damit daraus sich die Zahl der abzugebenden Stimmen er- gebe. Dieser Antrag löste, veranlaßt durch den belgischen Delegier- tcn, eine Erörterung der Frage über Deutschlands Schuld am Kriege und das Verhalten der deutschen See- leute im U-Boot-Krieg aus, und man wollte in der Ar- beitergruppe über die Zulassung der- Deutschen selbst eutfcheiden. Dabei blieb ganz unbeachtet, daß die Entscheidung über Mandate nur der Gcsamtkonferenz zusteht und daß auch ein angefochtenes Mandat bis zu dieser Entscheidung als zu Recht bestehend gilt. ES wurde den deutschen Delegierten auch gar nicht da? Wort zu dem Hinweis darauf gegeben, daß die beliebten Erörterungen die Kompetenz der Gruppe der Arbeiter überstiegen. ES blieb nichts übrig, als daß die deutsche Delegation fich an die Gesamtlonferenz wandte. Der Vermittlung, namentlich des Direktors des Jnter- nationalen Arbeitsamts, des früheren französischen Ministers äußeren Existenz. Wer die Forderungen der unentbehrlichen GesangShilfsftätte, wer vor allem die riesigen gesteigerten Ho- norare der Orchester und der Solisten kennt, der' weiß, dag Männer von der Gewissenhaftigleit eines Ochs, der nie zuviel Proben haben konnte, lieber ihr eigenes HauZ in die Luit sprengen, als daß sie das Feuer an daß Fundament dieses DauZ heranlassen. Hut ab vor diesem Künstler von Charakter, den Bülow schon zu seinem Kunstgenossen erhob! Um ihn selber ist unS zwar nicht bange in dem Augenblick, wo er ein« Muster-Thonchul« in der Staatsakademic auS dem Nichts emporzuheben sich an- schickt, aber bitter empfinden wir als Berliner die Lücke, die nun auf immer im Konzertleben klafft. Vielleicht ist dieser shmptomische Tod eines unschätzbaren künstlerischen Privatunter- nehmen? aber geeignet, Einsicht in die Köpfe derer zu hämmern» die schuld sind an diesem Tod. ES hätte nicht so kommen dürren, nicht so kommen müssen. K. S. Ein Archiv des KriogeS und der Revolution ist in Irma im Kriegsarchiv der dortigsn Universität geschaffen worden. Vorhanden sind jetzt 12 300 Bücher des In- und Auslandes, 700 Zeitschvifien in vollständigen Reihen. 400 in Einzelwummern, außerdem 75 Re- vollUtionSzeitschrösten. Die K vi egS Zeitungen wurden mit 52S voll- ständigen Reihen abgoschtossen. Die Abte.lung der Textplakate und Maueranschläge weist etwa 19 990 Stück aus. darunter 599 au? die Revolution beziiDche. Die AiWeilurig der B.lder entbAt 1990 Bild- Plakate, davon«wa 300 RevolutionSpla-kate. 400 Bilder, 2009 An- sichtskavten, 650 Photographien, ferner das Notgeld Thüringens und die wertvollsten Stücke aus dem übtigess Deutschland. Seit Kriegs, beginn nmrden 250 ausländische und 43 deutsche Zeitungen gehalten. Bei Auflösung der Krieg? Nachrichtenstelle wurde der ganz? Bt stand dem Archiv übergeben. Das KriegSarchio ist in der UniversitätS- btbliolhck untergebracht. Der systematische Katalog ist bereits fertiggestellt. Die Gewinnbeteiligung der Künstler. Der französische Senat hat jetzt das• Gesetz angenommen, das den Künstlern und ihren Evben«in« Gewinnbeteiligung bei solchen W'rlen gibt, die in öffentlich« Versteigerung kommen. Diese Boleiliyung wurde fest- gesetzt auf 1 Proz. bis zu 10 000 Franl. 1>5 Proz. von 10 000 bis 20 000 Frank, 2 Proz. von 20 000 bis 50 000 Frank, 3 Proz. bei noch höheren Beträgem_ Nepublikanische Hofnachrichte». An die Presse wird eine Notiz „über eincn SUelierbeiuvi von Frau ReichSPräüdent Eberl" ncricbictt Darin wird das bachwichtigc Ereignis mitgelcill. dah Frau ReickiStiröbdenI trotz der Hitze in Ecineinstast mi! dein Knlmsminisier, dem Wobüabrtsminislcr und anderer vrominentcr Periönlichkcilen einer„bacchantischen Filmoiis- nähme- beiwobnte.— Wir wissen, das, es unseren Genossen in der Re- gicrung höchsl peinlich ist. wenn in solcher Weise mit ibrer Peison Reklame getrieben wird. Anstündige Betriebe sollle da? daher bleiben lassen. Sonst werden Mtgliedcr der Regierung in Zukunft die FreiblllcNe in den Paplerkoib werfen müsse».« Sine neue Faustmustk. Franz Schrecker wird für Reinhardt eine neue Faust-Mufik komponieren. Georg Serschenfteiner. der bekannte Münchener Schulreform er, überntmiul dt« Projesfur sür Pädagogik in Leipzig. MüBeit Thomas ist eS gelungen, eine(Sinigle;. auch in der Gruppe der Arbeiter herbeizuführen. Er� stellte fe datz bei den belgischen und englischen Seeleuten die Befürchtun bestand, daß Deutschland die ihm obliegenden Vert�lichtungen zar Wiedergur- machung der Schäden, die durch den iFBoot-Krieg entstanden sind, nicht ganz erfüllen würde, und das war Anlaß für den deutschen Vertreter W i s s e l l eine Erklärung abzugeben, die wörtlich wie folgt lautet: Wir beklagen mit Ihnen die zahlreichen. Opfer, die der in bitterer Not von Deutschland als Gegenmittel gegen die Blockade unternommezie U-Boot-Krieg von Ihnen gefordert hat. Di« deutsche Regierung hat sich, ohne irgendwelche Einwen- düngen zu erheben, in der Anlage 1 zu Artikel 244 des Friedensvertrages verpflickitet, den alliierten und assoziierten Mächten und ihren Angehörigen allen Schaden, den ihnen dm deutsche Seetriegsührung verursacht hat, wieder gutzumachen. Nach den vor unserer Abreise eingegangenen Erklärungen hat di« deutsche Negierung auch dort, wo besondere Billtgkeitsgründe vorlagen, Angehörigen neutraler Mäckte entstandenen Schaden auf Re- klamation dieser Mächte im Einzelfall erstattet. Es ist nicht be- absichtigt, an dieser. Ucbung etwas zu ändern. Bei der Bekanntgabe dieser Erklärung durch Thomai? konnte er feststellen, daß nunmehr die entstandenen Streitpunkte beseitigt seien, und daß die Arbeitergruppe an allen Arbeiten der Konferenz gemeinsam mitarbeitete. Daraufhin wurde dann auch in her Ar- beilergruppe den Vorschriften über die Abstimmung entsprochen, und während in die bisher gewählten Kommissionen von Arbeit- nehmerscite kein Deutscher gewählt worden war, änderte sich auch dies Verhalten der Arbeitergruppe. Von deutscher Seite ist der Gesamtkonferenz ein Antrag upter- brei:et worden, der auf den engen Zusammenhang des See- und Binncnschiffahrtswesenö mit dem Hafenwesen hinweist. Es wird bchoni, daß gerade im Hafcnwesen der See- und Binnen- schisfahrt sich ein weiteres und überaus dankbares Gebiet sozialer Betätigung von internationalem Umfang erschließe. Die deutsche Delegation ersuche daher zu prüfen, ob nicht noch auf dem tagen- den.Kongreß, angesichts der Anwesenheit zahlreicher Sachvcrständi- ger für das in Frage stehende Gebiet, vorbereitende Arbeiten und Veranstalrung einer Enquete aufgenommen werden können, und wenn nicht, diesen Fragenkomplex für die Tagesordnung der nächsteu Konferenz vorzusehen. Kriegsgefangenenrecht. Wir entnehmen aus dem„Oeuvre" vom S. Juni 1920, daß sich der französische Senat mit einem wegen Mordes zum Tode ver- urteilten deutschen Kriegsgefangenen beschäftigt hat. Der Tat- bestand ist kurz folgender: Im Januar 191� ermordete der deutsche Kriegsgefangene O. H. das Bauerw. hepaar Desmarvets zu Ddetot und wurde deshalb vom Kriegsgericht zu Rouen im Juni 1918 zum Tode ver- urteilt. Tie Vollstreckung der Strafe konnte aber im Hinblick auf Artikel 34 der Berner Vereinbarungen vom 20. April 1920 nick: erfolgen. Ter Senator QueSnel ist über den Richtvollzuq der Strafe empört. Er weist daraus hin, daß der Präsident Poincace zwei Gnadengesuche zugunsten die'es Mör- ders, der keine Gnade verdiene, abgelehnt habe. Der Uebeltäter gehe in einem Gefangenenlager bei» Croistet spazieren, während von den Kindern seiner Opfer das eine seit Begehung des Ver- brschenS gestorben, das andere zurzeit schwer krank sei. Der iranzösisch« Kriegsmmiste� hat, wie der„Oeuvre" hervorhebt, nicht ganz zur Zufriedenheit der ziemlich zahlreich erschienenen Senatore aeaniworter. Der Minister Lefetrre wies den Vorwurf, daß H. von irgend- einer Seite Vorteil genieße, zurück. Er hob aber hervor, daß es set't zu spät sei, einen seit zwei Jahren zum Tode Verurteilten hrNzurichtcn. Die an ihn gerichtete Frage, warum die Hinrichtung nicht erfolgt'ei. konnte er nicht beantworten. Aber er hob nochmals ausdrücklich hervor, daß er in� seiner Seele und in seinem G e- wissen der Ansicht sei, daß der Verurteilte heute nicht mehr hingerichtet werden könne, sondern daß eine Strafumwand. [ u ng zu seinen Gunsten e'-ntMen müsse. 2.3 diese Antwort nicht genügte, verlangte der Senator Dela. baye. daß hk? Frage in eine Interpellation umgewandelt würde. Diesem Antrag stimmte der Senat zu, und Minister Lefevre. er- klärte sich bereits s'e in 14 Tagen zu beantworten. Wir können die Geftöle der über die Untat de? H. empörten Senatoren voll und ganz beistehen und sind auch der Ansicht, daß diese Tat i.'re gerechte Siihi'.e hätte fii'den müssen. Aber trotzdem geben wir.Herrn Lefevre recht, baß es heute, mehr als zwei Jahre nach der Tat, nicht mehr angängig ist, den Mörder hinzurichten. Einmal schon aus rein menschnehen Gründen; denn bei der Unge- wißbesi seiner Lage hat der Däter den Tod durch Henkerslmnd soctisch jeden Tag während dS* langen Wartezeit durchgemacht. Ferner ist eine Hinrichtung aber auch aus rein rechtlichen Gründen, und dem wird sich der französische Senat nicht entziehen können, ausgeschlossen. Artikel 84 der Lern er Vereinbarungen sagt in wörtlicher lieber. setzung(abweichend vom amtliche!' deutschen Text);, Tte gerichtlich ausgelproch�en Strafen wegen der von den Kriegsgeianaenen während ib'�r Gerangenichaft zwischen dem 1. September 1914 bis einschli-Ä>ch den LS. April 1918 begange. nen Verbrechen oder Verycl'-n, welcher Natur und Dauer ste auch sein mögen, werden vollstt'eckl(seront executees) unter folgenden Bedingungen: Die verurteilen KriegSges-nigenen werden unverzüglich in ein Sveziallager. dessen Einrichtung und Tienstbetrieb übereinstimmend ist mil dsn.-n der«"deren Lager, untergebracht. Tie Verurteilten worden genau so rehandelt wie die anderen Gesan- •jenen unter folgenden Einschränkungen.(Folgen vier Einschran. lungen, die hier nicht weiter bon Belang sind). Ohne Zweifel, und das rirrt' auch kein objektiv denkender fron- zösischer Jurist leugnen können, ist H. der Wohltat dieses Artikels teilhaftig geworden. Der Strafvollzug durch Aufenthalt in einem Spezicsiazer stellt eben für den Mörder eine Begnadigung dar. Selbst wenn H. sich im L.oger Evotsset(er gehört eigentlich in das Sveziallager Aviznon) frei bewegen kann, ist das nichts Un. billiges. Denn alles dies, so u�esriedigend es sein mag, geschieht im R Ehmen des angezogenen Artikels 34. Hinterher aber einem Strafgefangenen die ihm durch Ge- setz gewährte Wohltat der'Begnadigung zu entziehen, ist eine rech.'liche Ungeheuerlichkeit. Das Unbefriedigende in der Erledigung dieses Falles hätte ver- mieden werden können, wenn die französische Regierung bei den Verhandlungen-n Born für de" Fall H. eine besondere Regelung angeregt hätte. Sie wäre gefunden worden am besten dadurch, daß sie H. nach abgo-'chlossener Voruütersuchung der deutschen Regie- rung mi: den Akten zur Abur�'lung überliefert hätte. Für Verbrechen wie das vorliegende hätte man in Teutschland keine falsche Milde walten lassen. Bei dieser Gelegenheit mäg das Rechtsempfinden des fran- wüschen ScnalS auf den Fall te£ Soldaten Emil VuillequeS önt 35. französischen Infant«'' e-Regiment aufmerksam gemacht : erden, der eine alte deutsche Bäuerin in bestialischer Weise mit 'xthieben erschlagen hat. Auch ihm würde beim Strafvollzug die 3 ahltat des Artikels 34 zuteil, und dann wurde er auf Grund des WaffenstillstandsvertrogeZ nach Frankreich he im gesandt. Daß er in Frankreich erneut bestrast ist oder daß die ihm in Deutschland zuerkannte Strafe in Frankreich. vollstreckt ist, ist nie bekannt ge- worden. Das Rechtsempfinden der zivilisierten Welt würde es aber nicht verstehen, wenn sich der französische Senat nicht auch für die Bestrafung dieses Verbrechers interessieren würde. Denn es ist doch anzunehmen, daß seine Interpellation im Falle H. nur aus dem Willen diktiert ist, einer höheren Gerechtigkeit zu dienen, nicht aber um Rache an einem armen deutschen KriegSgefan- genen zu nehmen, der zwar ein fluchwürdiges Verbrechen begangen hat, dafür aber seelisch hundertfach gebüßt hat. Aus der Reichsratssitzung. Aus unserem Bericht in der Mar- genausgabe konnte irrtümlich die Annahme entstehen, als wenn die Mitglieder des Reichstags Diäten erhielten. Dies ist nicht der Fall; vielmehr empfangen die Mitglieder des Reichstags die monatliche'Entschädigung von 1500 M. Für jede Sitzung, an der sie nicht teilnehmen, werden ihnen 100 M. abgezogen; dies gilt auch dann, wenn sich die Abgeordneten zwar haben eintragen lassen, bei namentlichen Abstimmungen aber fehlen. Hoffent- lich tragen diese verschärften Bestimungen dazu bei, der„Paria- mentsflucht" der Abgeordneten zu steuern. Aus der Pöbclredaktion. Die„Deutsche Tageszeitung" über- schreibt ihren Bericht von dem Mordprozeß Blau mit dem auf- re-.zendcn Tirel:„Ter jWsch- kommunistische Meuchelmord". Gerade zu diesem Kapitel ließe sich allerhand sagen, namentlich was die Beteiligung der Arier und dsr S e ui i t e n am Delikt des Mar- dos betrifft. Wir lehnen, es jedoch ad, auf das Niveau der„Deut- schen Tageszeitung" herunterzusteigen. Dankend abgelehnt flaiben Holland, die Schweiz und ganz Skan- dinNvien den Anschluß an die„internai-ionale" Lustfahrkonvention. Tie Neutralen wollen sich nicht verpflichnn, den Fliegern aus Staaten, die der Konvention nicht angehören, ihre Luft zu verbieten. Jetzt will rnan die Neutralen damit einfangen, daß ihnen mit Zustimmung der KonventionSmächte gestattet werden soll, das Ueberfliegen ihres Gebietes unbeschränkt freizugehen. Zur Bekämpfung her TyyhuSgefahr in Polen und den Nachbar- ländern ruft der Völkerbund auf, Gcldmitiel zu sammeln. England stellte 50 000 Pfund unter der Bedingung zur Ver- süssung, daß alle anderen Länder ebenso hohe Summen auf- bringen. Abkomme« über Deutsch, Ostafrika. Zwischen England und Belgien üt ein Abkommen über Deutsch-Ost asrika geschlossen wor- den, das den belgischen Kolonien nach den Grundsätzen des freien Durchfuhrhandels unter Fortfall aller Zollschranken eine Verbin- dung mit dem Indischen Ozean durch Nutzbarmachung der großen Eisenbahnlinie Taresalaam— Kigoma mit Abzweigungen an beiden Enden und durch Errichtung von Freihäfen eröffnet. Die verhöhnten Vesatzungstruppen. Genosse Kallenbach, der Geschäftsführer der„Freien Presse", unseres ParbeiblatteS in Höchst, würbe vom französischen Pokizeigaricht in Wiesbaden zu 15 Tagen Gefängnis und 1500 M. Geldstrafe verurteilt. Außeroem soll das Urteil im„Höchster Kreisblatt" veröffentlicht und einen Monat im Schaufenster der„Freien Presse" ausgehängt werden. Die Straf? erfolgte wegen Verhöhnung der Besatzungs- trappen durch Aushang des Wahren. Jakob" im Schaufenster der „Freien Presse'. GroßSerlm Sie habe« Geschmack. Wer reich ist, hat Geschmack, und arm �sein ist unge- schmackooll, das wurde doch unter dem alten System in allen höheren Lehranstalten den Schülern beigebracht. Man ehrt: die siir Kunst schwärmenden Neichen, die Förderer von Kul- tur und Geschmack, weil sie gönnerhaft dann und wann Künstlern Aufträge gaben. Die Leutchen, die der Aristo- rrotie das Wort reden, ehren die Künstler, die besonders Bs- galten, und bestrafen sie für ihr Talent, indem sie sie zuni Alftosenempfänger der Kapitals machen. Aber für staat- lich Anerkennung der Künstler, der Verkünder' der Schön- hei- und der Schaffer erhebender Freude, einzutreten und für die Arbeit des Künstlers ein auskömmliches Einkommen zu veMugen, ist eine sozialdemokratische Ansicht, die in den be- sitzenden Kreisen für eine verruchte gilt. Während nun aber die Neichen von Geburt durch da- gewaltsame Heranraffen der Bildungsmöglichkeiten sich noch immerhin eine gewisse Geschmackskultur erwerben konnten. ergeht es den neuen Speichen vom Kriegsgewinn wirklich schlimm. Die Neichen aus der glorreichen Zeit haben nichts als ihren Nachahmungstrieb, in die Wagschal-e zu werfen. Dabei haben sich diese Menschen um das Vaterland sq verdient gemacht. AD die Lebensmittelknapvheit so sachte an- fing, da verkauften sie ein paar Pfund Kartoffeln hinten- herum, als sie stieg, verschoben sie ganze Schweine, und zum Scbluß wurden ganze Waggons mit Zucker verschoben, und solche Peschäste sollen sich noch heutigentags machen lassen. Diese verdienstlichen Leutchen aber haben auch ihre Sorgens und unter denen drei Hauptsorgen. Die erste ist der verdam.fte Einfluß der Sozialdemokratie. Darum schelten st: mächtig auf die Roten, denn wer nicht für einen frisch- fröhlichen Krieg ist, der ist bestimmt-tzin Schänder des Na- tionalgefühls und ein Verbrecher an der Menschheit. Nur ein Idict kann für den Völkerfrieden schwärmen, denn bei dem kann man sich doch nicht gesund machen. Ihre zweite Sorge ist, ihr Vermögen steuerhinterziehlich unterzubringen. Die dritte Sorge aber ist— sie müssen repräsentieren. Den Schauvlatz— ihres Nepräsentierens— jedoch oerlegen sie sehr oft auf die ssfznnbahn. Und dort sah man neulich, es war im Grunewald, eine neue Reiche, deren Kleidung ein für allemal das Dokument dafür war, daß die KriegSge- winner Geschmack haben. Obwohl sie stark einwärts ge- drehte Gelenke hatte, trug sie sich bedenklich fußfrei, sie stapfte durch ein zertrampeltes Stiefmütterchenbeet(denn wenn nicht irgendwo ein Schild hängt;„Das Betreten des Rasens ist verbaten", weiß der echte Deutsche sich nicht zu benehmen) und führte ihr Kostüm spazieren, gute Schneider- arbeit, mit drei mächtigen, handgestickten Hakenkreuzen, die bei der mehr als rundlichen Dame wie folgt verteilt Wareick Zwei varen auf dem Vorderbalkon angebracht und schmückten je eine Seite, und eins zierte, breft ausladend, das bintere Sitzfeld.„ Nun ja. sie haben Geschmack. E. B. Nuhe in öer Zentralmarkthalle. Die Berliner Zentralmarkthalle zeigt heute wieder das bisher 'gewahnie Bild. Lange- Wagenreihen bildeten sich auf dem Platz vor der Halle. Das Publikum, das meist in größeren und kleineren Gruppen die gestrigen Ereignisse bespricht, zeigt heute nicht die gering st e Kauflust. Die Erregung gegen die Händler hat sich noch keinesfalls gelegt. Bemerkenswert ist, daß die Klein. h ä n dler sich mit dem P u b/l i k u m solidarisch fühlen, da sie behaupten, bei den hohen Preisen nichts zu verdienen. Allmählich setzt ein Boykott de? Publikum» und der Kleinhändler gegen die Großhändler ein. Sobald ein Wagen einer Obstgroßfirma er- scheint, ist er von einer Anzahl Kleinhändler umgeben, die ihren Unwillen über die immer noch sehr hohen Preise in nicht gerade sehr gewäh'M»n Ausdrücken kundgeben. Im übrigen weisen die an den StändM und Handwagen ausgehängten Tafeln keine wesent- liche Preisminderung auf. Da heute Ansammlungen und Demonstrationen nicht statt- fanden, wurde da? Polizeianfgebot zurückgezogen. Nur einzelne Patrouillen der Sicherheitspolizei bewegen sich in den benachbarten Straßen. In der Marktballe ist ein kleines Aufgebot von Kriminalbeamten untergebracht, die die ausdrückliche Weisung erhalten haben, nur dann einzuschreiten, wenn es unbedingt im allgemeinen Interesse erforderlich scheint. Die Betriebsräte der Groß-Berliner(kommu- nalen) LebenSmitte l st eilen, der Vorstan dder A r b e i l s- gemein sckait des Magistrats der Itavt Berlin und die A r b e i t er e r n ä h r u n-g S k o M m i ss i o n haben einen Aufruf an die Bevölkerung Berlins erlassen, in dem sie zu der Lebensmittelleuerung und zu den dadurch im Reiche Hervorgerufe- neu Unruhen Stellung nehmen.� Der Aufruf, der zur Beruhigung der Bevölkerung beitragen wird, ist heute in Berlin öffentlich ange- schlagen.' Der Herr Oberinspektor. Im Berliner Hospital Buch regiert seit Januar 1920 als neuer Oberinspektor der. Stadtsekretär Schellpfefser, der früher bei der Berliner MehlverteilungSstelle beschäftigt war. Dieser Herr, der ein sehr starrköpfiger Beamter zu sein scheint, bat in letzter Zeit, wie der Betriebsrat uns mitteilt, der Stadt Berli» durch unberechtigte Personalkündigungen erhebliche Kosten verursacht. Der SchlichtungSavsschuß, den die von Arbeits- lostgkeit bedrohten Pfleger und Pflegerinnen anriefen, erkannte in den bisher erledigten sechs Fällen auf Wiedereinstellung. Den schon Entlassenen mußte dann für die Zeit, in der sie nicht mehr beschäftigt wurden, der Lohn nachgezahlt werden. TaS Personal hatte gehofft, Herr Schellpfefser werde nach solchen Erfahrungen etwas weniger eifrig kündigen. Er hat aber kürzlich schon wieder ein paar Kündigungen ausgesprochen, über die der SchlichtungSauS- schus? noch zu entscheiden haben wird. Ueber denselben Herrn Schellpfeffer wird, wie wir erfahren, in einer ibn selber betreffenden Angelcgenbeit das Kuratorium für die Hv'pitäler urteilen. Der Betriebsrat de? Hospitals Buch hat gegen ihn Anzeige erstattet mit der Beschuldigung, daß für seinen aus der Zentrale Buch mit Brot versorgten Haushalt unberecki- rigterweise Schwarzbrot in Weißbrot umgetauscht worden sei. Auf Vorhaltungen soll er erklärt haben, daß seiner Frau daS Weiß- brot vcm Arzt verordnet worden sei, daß aber bei dem Brottausch die Papiere noch nicht in Ordnung gewesen seien. Der Schell- pfeffersche Haushalt bezieht schon seit zwei Monaten wöchen'I'ch zwei Pfund Krankenmehl. Der Bcscheid auf die Anzeige gegen den Herrn Oberinspektor steht noch aus. Kleinbänsor iruf dem Tempelhofer Feld. Die Tempelhofer Gemeindevertretung wird sich in ihrer morgi- • gen Sitzung mit einer Vorlage des Gemeindevorstandes über� die i Errichtung von K r i e g e r h e i in st ä t i e n auf dem westlichen Tempelhofer Feld und die dadurch bedingte wesentliche Herabsetzung des Kaufpreises von 72 auf 17 Millionen beschäftigen. Dam:t haben die bald nach der Umwälzung begonnenen VerHand- lurtgen über eine; den durchaus veränderten Verhältnissen ange- paßte andere bauliche Erschließung des westlichen Tempelhofer Feldes einen Abschluß gesunden, der zum Besten der Volksgesund- : beit zu begrüßen ist. Zwei Drittel des von der Gemeinde ange- rauften westlichen Feldes werden dem Flachbau zugewiesen, nur der nördliche, schon größtenteils nvi mehrgeschossigen Häusern bebaute Teil bleibt dem Hochbau vorbehalten, aber unter weit- gehender Beschränkung der bisherigen Ausnutzungsmöglichkeit ans 53 Proz.. d. h also auf Rawdbebauung mit großen Jnnenhösen. Hier ist die Anlegung schmaler Slraßendamme mit Gartenterrassen in Aussicht genommen, wie im Gartcnstadtviertel in Wilmersdorf. Insbesondere ist an die Errichtung von Kriegerheim- statten gedacht, die durch die Gemeinnützige Tempelhofer H e i in st ä t t e n g e s e l l s ch a f r m. b. H. gebaut werden sollen. Diese Heimstättcngesellschaft wird mit einem Kapital von 5 Millio- neu Mark vom preußischen FiskuS, dem Wohnungsvdrbond. dem Kreise Teltow und der Gemeinde Tempelhof mit einer Beteiligung von je ihi Millionen gegründet werden. Ihre Aufgabe ist die Schafung von Wohnstätten für minderbemittelte Personen, inSbe- sondere für �Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigte unter AuS- schluß jeden Gewinns.____ Um Brennspiritus zu erhalten, muß man sich an die Brenn- f p i r i t u s g e s e ll s cb a f t in Tempelhos wenden. Nach Prüfung des Bedürfnisses erhalt man einen Nusferiigungssche> über die bewilligte Wenge, auf welcben die Ausgabestelle die ver- absolgtsn Quantitäten verzeichnet. Sie behält dann jedesmal den Schein, schickt ihn an die Gesellschaft als Nachweis über die ord- nungSmäßige Abgabe. Die Gesellschaft schickt dann den Schein wieder an den Aogekmer aus dessen Gefahr. Sie schreibt:„Es empfiehlt sich daher, der Verkaufsstelle mit dem Schein einen frei- gemachten E i n i ch r e i b e b- i e f u m s ch l a g mit Ihrer genauen Anschrift mitzuübergeben, damit wir Ihnen den Schein als„Ein. geschrieben" zurücksenden können." Frage: Ist das nicht ein allzu umständliches Verfahren? Ließe sich das nicht besser organisieren? Wie, wenn die Verkaufs- stelle sich jedesmal vom Abnehmer eine Quittung geben ließe und diese der.Gesellschaft zustellte? Hier werden unseres Erachtens ganz unnötig dem Abnehmer Kosten und der Post Arbeit verursacht,> Ostpreußen! Es haben sich noch nicht alle abstimmlinasberech- tigten Osipieußen auS Bestrk Lichtenbera, Friedrickisfelde, Karlshorst. Sirnlau zur Fahrt angemeldet. Wer seiner Heimat dienen will, melde sich sofort bei Leh>er Weller. Müggelstr. 31, im Restaurant. Etbtsch.koziaüstische Arbeitsgeineinkchnft(E. S. A.). Nachdem sich die iostaliltilchen lletrer. Techniker. Jurüien, Acr.,tc zu Arb-itSgemein. tchaften„lsummengeschlossen daben. ist klirst'ch eine OKiipp? zur Bearbeitung der Problem- der sozmlmisch-n Echik gejcheften worden. Die Vorträge der Stbisch-sovaiistisch-n ArbettSgemeiNschast shiden jeden ersicn Montag im Monal. abends 7 Ubr, in der Aula der LS. cvcmeiiidcschute, Berlin W, Pavassir. 15, statt. Erster Vortrag Moiiing, den 5. Juli, Dr. K H Busse: -Die„Toziolisierung". der Frau. Die LS'ung der Fumcntiane' in der kommenden Gescllschast". Eintritt frei. Srmii'fjigte Pastgebübre»! Zu den Klagen über dl- hohen Gebühren sur Pah- und Sichtvermerk bei Auslandsreisen wird vom Oeilmeichisch-Deutschen Vollsbund in Berlin mitgeteilt, daß aus seine An- reguug hin die O e st e r r e i ch i s ch c n Konsulate ermächtigt wurden minderbemittelten Reisenden eine wesentliche Ermäßigung zu gewähren. Die Wirtschaftlich« Nminigung RriegSbeschitdigter und Hrnterblieboner Deutschlands, Tip Berlin, neiauliall-l morgen den 1. Juli, abends S Ubr im Wc.ßcn Saal der Pazenhoser Brauerei. Strom. Eck- Turms, raße, eine össeiittiche Versammlung. Redakteur Paul Riemer referiert über das Tbcma: Volksvertreter, Pharisäer und Heuchler(Nach- klänge zum ReichSverjorgungSgejetz). Ar-bettcr.Samariter-Kolonnen Berlin e. B. Heute Fortletziing der Generalversammlung im Ähumastum zum grauen Kloster. Beginn 7 Uhr. Zentralverband der Arbeitsinvaliden. Ortsgruppe Berlin. Oeffent bche Versauimlungon. Donnerstag, den I. Juli,, abends S Uhr: Realschule Boeckhstr. 9110, Gymnasium Steglitzer Str. Lg, Schule Bergmannftr. 28/29, schule Turm skr. SS. N-ulölln, Gymnasium Kaiser Friedrichstr. 210. Frei. tag. den 2. Juli, abends 6 Uhr: Realschul- Rheinsberger Str. 4/5. Char- lotienbitraer Schule, Goelhestr. 22/24. Weigmsee, Schule Wilheimstratze.— rele Aussprache. GswsrMastsbswegung Der Streik im Kraftwerk Golpa. Der Streik im Kraftwerk Golpa bei Bitterfeld dauert fort, da di« gestern nachmittag zwischen der Direktion und den Arbeitern geführten Verhandlungen zu keinem Resultat geführt haben. Die Lage ist ernst, da auf der einen Seite die Berliner ElektrizitätZ. Werke auf- die Dauer den Strombedarf Groß-BerlinZ nicht zu decken vermögen und die Arbeiter der Berliner Werke sich dem Streik der Bitterfelder Arbeiter anschließen wollen. In der letzten Nacht sind Versammlungen abgehalten worden, in denen man zu dem Entschluß kam, der Direktion ein b e- fri stetes Ultimatum zu stellen. Falls die Verhandlungen in Bitterfeld nicht bis zum Donnerstag erledigt sind, soll der Streik in Berlin beginnen. Die Direktion der Berlmer Elektrizitätswerke und der Magistrat haben infolgedessen das Ar- beitsministerium ersucht, einzugreifen, um schwere, wirtschaftliche Schäden, welche eine Stromunterbrechung dem gesamten Verkehr und der Industrie bringen würde, zu verhüten. Da? Arbeits- Ministerium hat deshalb zu'heute mittag ein« Sitzung anberaumt, an welcher die Direktoren der Bitterfclder Werke, di« heute morgen hier eingetroffen sind, sowie die Vertreter der Bitterfelder Arbeiter teilnehmen. Die Berliner Elektrizitätsarberter haben im Laufe des heutigen TageS eine Besprechung mit Vertretern der Stadt. Die Ueberfüllung öer technischen öernfe. Vom Bund der technischen Angestellten und Beamten wird uns geschrieben: Noch immer wenden sich Dausende und aber Tausende dem techni schen Berufe zu, ohn« zu wissen, daß gerade hier mathe- matische und zeichnerische Befähigung mit einem ausgeprägten Vor- stcllungSvermögen unerläßliche VovauSsrHungen sind, abgesehen von dem Pftichtbowußtsein der Arbeit und der damit übernommenen sozialen Verantwortung. Noch immer fehlt weiten Kreisen die Er- ZenntniS, daß man nicht Techniker, Ingenieur. Architekt oder Che- miker wird, wenn man auf den sogenannten höheren Schulen nicht mehr mitgekommen ist oder zu den angeblich„höheren" Berufen nicht geeignet ist, sondern nur, wenn man ein« ansgesprocherc natürl:chs Veranlagung zum Techniker besitzt. Unsere Schulen sind nicht nur augenblicklich, sondern schon für die nächsten Semester .auSoerkauft'. Der Bedarf an technischen Kräften ist für Jahre gedeckt. Wir wissen nicht, was Industrie und Baugewerbe miit dem Uoberangebot an Technikern beginnen sollen. Wenn man bedenkt, daß unsere technischen Hochschulen zurzeit von rund 20 000 Studierenden gegenüber 12 000 vor dem Kriege besucht sind, wenn man die Ueberfiillung der staatlichen und namentlich der privaten technischen Mittelschulen betrachtet, die ja bekanntlich aus der Schule ein Geschäft machen und in ihvsn„Fn- genieurfabriken" die Konjunktur ausnutzen und deshalb wahllos alles aufnehmen, was sich nur anmeldet und in dio Hörsäle noch hineingestopft werden kann, muß man eine Verelendung des ganzen Techniker st an dcS befürchten, der koinsrlei Tarifpolrtik gewachsen wäre. Mangelhafte Ausbildung, Stellcnlofigkeit,� Untevbiotung, Auswanderung und letzten Endes Iluzufriederiheit und Unglück werden die Folge dieser volkswirtschaftlichen Kraftvergeudung sein. Tüchtige Handwerker, die sich als Arbeiter vortrefflich bewähren, wc ittden ihre letzten ersparten Groschen daran, eine technische Schule zu besuchen, und bedenken nicht, daß der Handwerker meist besser gestellt ist, als der mittlere Angestellt« und Beamte. Zu spät bereuen sie den Ueber tritt in den angeblich gehobenen Stand. Wer also als gelernter Facharbsitter das technische Studium ergreift, muß im allgemeinen mit>dem Rückgang seines Einkommens, min- bestens aber mit dem zinslosen Aufwand evhsblichcr Geldopfer rechnen. Die Ueberfüllung der technischen Berufe ist somit eine 'oziale Gefahr, und eS tst die höchst« Zeit, daß die breite Oeffentlich- keit, vor allem die Eltoon und Schüler selbst die augenblicklichem Verhältnisse klar erkennen und daß alle BerufSberatungS- stellen mit allem Nachdruck vor Ergreifung des technischen Be- rufeS warnen. Nur die wahrhast Begabten und Geeigneten dürfen sich von jetzt ab diesem Berufe widmen, denn nur sie allein werden imstande sei«, den Gsfahren der Ueberfüllung standzuhalten, nur sie allein werden der großen Nusgabe, Mithelfer am Wiederaufbau unseres VatealandeS zu werden, gewachsen sein. z w isch en D i ß m a nn, dem Hauptvorstand uyd dem früheren Redakteur der.Meraltarbeiterzeitung" Richard Müller. Nach einer einstündigen Diskussion über den Antrag, an der sich Eckert, Ziska, Rusch, Dißmann. Urich und Knack bereiligten. wurde vereinbart, in kurzer Zeit eine außerordenrliche Generalversammlung der Verwaltungsstelle Berlin einzuberufen, in der die Angelegenheit behandelt werden soll. Hieraus wurden die von der Generalversammlung zurüch gestelllen Anträge beroten. Der Antrag, die gewerkschaftliche Fraucnzeitung nicht mehr den weiblichen Mitgliedern zu geben, sondern dafür dio.KSmpferin" zu liefern, wurde der Verwaltung als M a l e r t a l überwiesen. Ein anderer Antrag der Vertrauens« mäimerkonferenz des 25. Bezirks fordert, daß alle Beziehungen zum varitätischen Arbeitsnachweis der Meralllndu- fit teilen abzubrechen seien. Ziska erklärte in dem Antrage, daß sich in der Verwaltunqskommiision Meinungsverschiedenheiten her- ausgestellt hätten. Die Orlsverwaltung ist mit der Kündigung ein- verstanden. Sollte bis zum 30. Juni die Kündigung der Unter- nehmer nicht emgeiroffen sein, so lündioe der Verband den pari- tätiichen Arbeitsnachweis der Metallindustriellen. Dieser Ausfassung schließt sich die Generalveriammlung an. Ein Antrag, in einigen Bezirken probeweise ständige Beitragssammler anzustellen, wurde nach kurzer Diskussion vertagt. Ne Straßenbahner für öen Streik. In den letztem Tagen hat miter dem Personal der Straßen- bahn eine geheime Wstimmnng darüber stattgefunden, ob daS Per« fonäl gewillt ist, seine Fordsvung, Gleichstellung der Straßenbahner mit den städtischen Arbeitern, mit dem Mittel dos Streiks durchzusetzen. Für den Streik stimmten 11 661, dagegen, nur 1628, ungültig waren 144 Stimmen. G eneralversammlung'der Metallarbeiter. Am Montag fand in den Germaniasälen- eine ordentliche Gencralversammiung der Metallarbeiter statt, der ersten, die nach dem neuen OrtSstatut zusammengesetzt ist. Vor Eintritt in die Tagesordnung verlangen die Delegierten der Arbeitslosen dos Wort und fordein Maßnahmen gegen die Härten der Arbeitslosigkeit. ES wird dabei auf ein Inserat in der„Berliner Volkszeitung" hinge- wiesen, wo von einer sozialistischen Technikervereinignng 800 Ar- beiter verlangt wurden. DaS Inserat erwies sich als Schwindel. Den Kassenbericht erstattet Schmidt. Als Kassenbestand der Lokallasse lind am 1. Aplil 1920 angegeben 1 420 862.96 Mark. Zu beachten ist dabei freilich, daß das Darleben von!>/, Millionen Mark aus der Hauptkasse, das während des Streiks im vergangenen Jahre gegeben wurde, noch nicht beglichen ist. Bei der Neuwahl von 23 Angestellten gibt K. Weitzel nid Auftrage von 11 Angestellten die Erklärunn ab, daß sie nicht in der Loge sind, sich zur Wahl zu stellen, da da« Hauptstarut des Deutschen Metallarbeiterverbandes im ß 33 das nicht zuläßt. DaS Hauptstalut sei maßgebend für alle Verwaltungsstellen. Bei der Neuwahl selbst wurden die übrigbleibenden 12 Angestellten'wiedergewählt. Zu einer lebhaften Debatte führte ein gleich bei Beginn der Versammlung von Eckert eingebrachter Antrag, wonach in 14 Tagen eine außerordentliche Generalversammlung einzu- berufen sei. um Stellung zu nehmen zu den Differenzen Tie eingestampfte„Metallarbeiterzeitung". Zu dem von uns im Auszüge wiedergcgebenen Artikel Paul Hgases in der„Metall- arbsiterzeitung", der den Rücktritt Richard Müllers von der Redak- tion des Blattes behandelte, sendet uns Richard Müller eine lange Erklärung, der wir folgendes entnehmen: „Der Artikel„Unlernchmerftechheit" ist von mir geschrieben. Er ist, wie auch Haase zugibt, mehreremal zurückgestellt worden. Haase hatte Kenntnis von dem Artikel; er hat keine Ein- Wendung dagegen erhoben. Während ich in Berlin an 7er Sitzung des engeren Beirats teilnahm— also nicht in der Räte« zentrale war—, stellte Paul Haase die Nr. 18 fertig und nahm ver- abrÄungsgeinäß den Artikel mit auf. Er hat die Korrektur gelesen und nichts Anstößiges an dem Artikel gefunden. In der Sitzung des engeren Beiratz war man allgemein der Ansicht, daß eS zu keiner Verständigung mit den Unternehmern kommen würde, ja, daß die Sitzung mit den Unternehmern wohl kaum eine Verhand- lung ermöglichen werde. DaS Ergebnis der Stellung des engeren Beirats konnte mich, wenn ich von meiner sonstigen grundsätzlichen Auffassung absehe, gar nicht veranlassen, den Artikel zurückzuziehen, sondern in der Annahme stärken, daß die Veröffentlichung not- wendig sei. Gegenüber dieser Feststellung bewerte man die Aus- führungen des Kollegen Haase. Paul Haase hat, nachdem ein Mitglied des Vorstandes' den Druck ohne sein Wissen einstellen ließ, plötzlich entdeckt, daß der Artikel einen Satz enthält, der zu sachlichen Bedenken Anlaß gibt. Er bringt diesen Satz des Artikels zum Abdruck und unterschlägt den folgenden Satz, der die sackilichen Bedenken beseitigen muß. Diesen Fälschertrick wendet Haase an, um den Anschein zu er- wecken, als hätte ich den Standpunkt vertreten, unser« Kollegen sollten sich nach der Arbeitszeit noch eine Nebenbesckiästtgung suchen. Ich habe geschrieben:.. Auch wir wollen, daß sich der Arbeiter nach seiner Beschäftigung im Betriebe Ruhe und Muße gönnt." Diesen Satz unterschlägt Paul Haase. Wenn er schon den Inhalt des Artikels„Unternebmerfrechhett" zur Rechtfertigung für sein? Haltung heranzieht, so soll er ehrlich sein und den ganzer. Artikel zum Abdruck brinaen, erst dann werden sich unser« Kol- legen das richtige Urteil bilden können. Haase steigt aber hier auf ein Niveau der persönlichen KämpfeSweise herab, über das ich mich eine? Urteils enthalten will." Bei diesen recht temperamentvollen Auseinandersetzung! n radikal-revolutionärer GewerkschaftSreformatoren wird man u i- willkürlich erinnert an das bekannte Wort Heines vom Rabbi und Mönch._ Die Kinderarbeit im Seelcuteberuf. Genua, 29. Juni. Die. Internationale SeemannSkonferenz nahm den Entwurf eines Uebereinkommsns an, daS die Beschäfti der Vorschlag. nacht worden, von der weiteren Produktion � Ziegelsteinen u 17 Dachste�ien btS zu 7p Proz. freihändleri'ch zum Verkauf zij bringen, d. h. die zwangsweise Bewirtfckas- hing aufzuheb- a. Begründet wird dieser Vorschlag damit, duz gegenwärtig d« Bautätigkeit derart stilliegt, daß die Erzeugur: ;elbst der wenigen Fabrinrnten, die augenblicklich arbeiten, v u w Ma rkt nicht aufgenommen w i rd. daß somit mehr Ziegel erzeugt als abgenommen werden. Letzteres mag im allgemeinen zutreffen, muß indes als eine ganz vorübergeöeww Erscheinung betrachtet werden. Allerdings kann die private Bau. tätigkeit in libsehbarer Zeit nicht größeren Umfang annehmen, weil die Materialpreis« und Löhne sie unrentabel machen. Anders die gemeinnützige Bautätigkeit. Es wird eine der ersten Auf- gaben des neuen Reichstags sein, den von der NaitonalVersammtung nicht erledrgten Entwurf einer Abgabe zum Baukosten-' au s g I e ich zu beraten und die erforderlichen Zuschußmittel für die weitere Belebung der gemeinnützigen Bautätigkeit zu bewilligen. Dieser Tätigkeit erwachsen aber von jeher die größten Schwierigkeiten durch die cHen geschilderte fortgesetzl zu- nehmende T e u« r u n g der Baustoffe. Von der Freigabe des Ziegelhandels aber ist sicherlich kein Rückgang der Mauerziegelpreis« zu erwarten. Eine Senkung der Preise ist schon deshalb ganz auLgeschlossen, weil der, bisher allerdings geringen. Nach- frage ein noch geringeres fest organisiertes Angebot der Ziegel- interess eilten gegenübersteht. Die Produktion würde dementsprechend zurzeit auf Sandlerlager verkauft werden, sich hiermit der Kon- krolle gänzlich entziehen, um bei steigender Nachfrage allmäk/.�ch zum Vorschein_ zu kommen. Die zu Richtpreisen erhältlichen 25 Proz.� der gesamten Ziegelerzeugung würden nach Belebung der gemeinnützigen Bautätigkeit durch die vom Reichstag zu bewilligen- den Baukaswnzuschüsse natürlich nicht ausreichen, um d:e Gemeinden und Sirdlungsgesellschasten mit dem erforderlichen Material zu versoogen, und letztere wären gezwungen, mit Ziegelpreisen zu rechnen, die zu einer ganz unerträglichen Erhöhung der Baukosten führen müßten. Es ist daher im Interesse der erfolgreichen Be» kämpsung der gegenwärtig im ganzen Reich herrschenden Wob- nungsnot dringend zu verlangen, daß den Wünschen der Ziegel. interessenten nicht nachgegeben wird. Es wäre im höchsten Geaee zweckwidrig, wenn öffentliche Mittel, die zur Linderung der Wob- nungSnot aufgewendet werden, dazu benutzt werden, um eine vor- übergehend sich zeigende Stockung im Absatz der Ziegelrabriken dururch zu deHeben, daß man den Privatwirt schchftlichen Wünschen der Ziegelinteresscntcn uneingeschränkt nachkommt. Wie bei den Schuhe«, Möbeln usw., so auch hier Vorrat von Ziegeln auf den Lagern, die infolge zu hoher Preise tjnver- käuflich sind, lieber die Baumaterialienvcrteilungsstellen wird die lebhafteste Klage wegen ihrer Schwerfälligheit und bureaukrati- schen Verschleppung dringlicher Anträge geführt. Eine Verein- fachung des Geschäftsganges erscheint dringend notwendig, besser wäre ja eine Beseitigung dieser Amtsstellen, doch ist daran so lange nicht zu denken, als die Industrien sich selbst nicht zu Produk- tionsgemeinschaften zusammengeschlossen haben, denen di« Verteilung der Produktion überlassen werden kann. Einfuhr vsn Gemüse und Obst. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirischast bar eine Berorvnung über Einsuhr von Genius« und Obst erlassen,»acki welcher ohne die vorgeschriebene B e- w i l l i g u n g die Einfuhr von frischem Obst gestaltet ist mit Ausnahme von P ii r s i ch e u und seinen Tafeläpfeln und Tafelbirnen sEdelobst». serner für�g etrockneteS und gedörrtes Obst und frisches Gemüie. Die Vorschrift tritt für irisches Gemüie mit Wirkung-vom 28. Juni, im übrigen mit dem Tage der Verkündung in Kraft. Die AufsichtSrätr und Direktoren. Die neueste Ausgabe des Adreßbuches der Direktoren und Aussichtsräre. Jahrgang 1920 sFinanzverlag. Berlin, Neue F.iedrichstr. 47, Preis 75 M.i tst erschienen. Rund 3000 Namen von Direktoren und Auf- sjchtsräten enthält dieieS Nachschlagewerk, daS dem Wirtschofts« voliiiker und Gewerkschaftler«in wertvoller Ratgeber ist. Tie JnteresienverknNpfungcn tn ver Industrie.durch d>e Aufstchistäl« gung von Kindern unte. 14 Jahren aus See verbietet, nachdem tritt beim Studium des Adreßbuchs augenfällig zutage, insbesondere die Artikel 4 und 6 zurückgezogen worden waren, die die Beschäf-- fffnr«kennt man den Einfluß der Banken auf die Wiit'ÄanS- � t..___ tri vi**>/*•■» tirtr rhtot ttt VMoi rt-i»»* I l r- 1 tsr M r» r-ntlt• c»»er tigung von Personen unter 18 Jagren im Heizraum und die V.r- Wendung von Personen unter 17 Jahren alz Nachtwache verbietzn. e Bund der technische» Angestellten und Beamten. Mitalle ,. r« Versammlungen Osten I. II und Lichtenberg in der Brauerei Pseffew.g, O. 112, Fronlsurter Allee 813, am Donpcrstag, den 1. Juli, cdl.»Z 7«;, Uhr.— Westen und Wilmersdorf Im Restaurant Zluqustaboi, WilvirrS- darf, Augustaitr. 1, am Donnerstag, den 1. Juli, abends VI, Uhr. VtetfickmK Die WohuungSnot und die Freigabe der Ziegelwirtschift. Folgender Einsendung geben wir Raum: „Wohl auf keinem Gebiet des Wirtschaftslebens hat die Preissteigerung einen so rissigen Umfang angenommen, wie im Bauwesen, nirgends hat aber auch die Preissteigerung zu so nachteiligen Folgeerscheinungen für die Allgemeinheil gesührt, wie im Baugewerbe, sie bildet das HciupiblnderniS für eine Be- lebung der Bautätigkeit, ohne die wiederum eine LinderPg der Wohnungsnot undenkbar ist. Die Kosten deS HäuserbaueS zerfallen in zwei Kategorien: in Arbeitslöhne und Material» preise. Die Steigerung der Löhne für die Bauhandw-rkcr be- trug Ende Mai d. I. 7u0 bis 800 Proz. gegen 1914, noch viel bedeutender aber ist die Steigerung der Materialpreise. So kosteien z. B. 1000 Mauerziegel frei Bau 1914 29,60 M., Ende Mai bis Juni 1920 600 M., das bedeutet eine Steigerung von 1600 Proz., Zement<60 Kilogramm) weist eine Steigerung von 1300 Proz. auf, Breiter aller Art sind im selben Zeitraum um 2800 Proz. gestiegen, ein einfaches Pappdach kostet heute 2600 Proz. mehr als t9l4 usw. Dabei sind die Z i e g e l r i ch t p r e i s e in den letzten Monaten werler erhöht worden, was aber bei dem fortschreilenden Rückgang der Produklion infolge Abbruchs der stilliegenden Ziegeleien keine wesentliche Hilfe schaffen kann. Es sind allein im Nordwesten des Reich? bereits im März 126 Ziegel- und Kallsteinfabriken ab- gebrochen worden. Nun ist letzthin ans den Kreisen der organisierten Ziegelinter- essenten(Ziegelfabrikanten, Händler und Baugeweröetreibende) sührung, wenn man sich unterrichtet, in welchen Unternehmungen die Direlloren und leitenden Beamten der Bauten mS Aufsichtsräte vertreten sind. DaS Material ist bis auf die jüngste Zeit ergänzt, also zuverlässig. Küs LÜe? VOÜU Ter Mann mit den drei Seelen. Dieser Zag- traf in Prag der General G r a c i a n r ein, der im Wgffkrieg die tschechischen Legionäre in Italien kommandiert batte. Auf die Begrüßur.gSan- spräche deS bekannten Dichters und Ge�raltruppeninftekleurS Dr. Machar erwiderte der General den Blättern zufolge,, er f« Wetzl geborener Italiener, dem Gefühl r,� aöcr ein Dschechoslowake. Drei Seelen wohnten in seiner Brust eine italienische, eine tschechische und eine ftowakischel— Oesiz�g sind aber Tschechen und Slowaken ein Volt.' Umsonst gefahren sind letzthin die Reisenden vom Wiener Ostbahnhof. Die deutschnattonalen Beamten harten ihren eriofg- losen Widerstand gegen den Hort�.Bopkott aufgegeben, sich aVr entfernt und die Bureau, und?mssenschlüssel mitgenommen. Di- Arbeiter und Unterbeamten setzte� die Arbeit fort, damit der Ver. kehr mit dem Gebiet der ungarischen Grenze offen bleibe und fertig. ten die Reisenden mit Hilfe von Na��ahlungsblockS ab. Diese gingen zu Ende, die höheren Behörden schickten aber keine neuen, trotzdem sie es versprochen hatten und chsten angekündigt war, daß sonst die Reisenden frei fahren. Und so geschah es auch. „SittlichkcitSverbrcchn an Kind-rn." Die Montagsematz- „Morgenpost" fühlt sich durch ihre konsequent reaktionäre Haltung veranlaßt, die Schauermären der, Wiener christlichsozialen Presse über Sittlichkeitktz.-rbr-chen an dmi�gstemichischen Pfl-gckinder:, in Italien nachzudrucken. Hatte d�'Blau �r einen Blick in die Wiener„Arbeiterzeitung" getan, sc, häti««s zahllose Gegenbe- weise gefunden. Di« Kinderhilfstzktion wird von dem sozialdcmo- kratischen Bürgermeister Max Winter geleitet— daher das ganze Verleumdergeschrei I Berantw.'slir den fda». re»: Dr. Wcrnn»iciffr, SstarloNendurs:»t»meinci-s. Tl>. Biorft, Perlin. Verlag! Vorwarts-L-rkg. N, m. 6.©., Perlin. lErutf:. wärtS-Buchdruckerei u. VkrlagSanstalt Singer u. Co.. BerU.r. 3. öiePersärtepplsllä bis 3X4 aus Phvathand gesucht. John Rosenthnl. BerllaW.8,Toubenstr. 10, Fernsprecher Zentrum 7791. hz'MMÄM Waudlfti, nahe Bahnhof. Luadrotrut« 30 Mark, 1A> Mark UnsaHIuna. Slilfen, Steglitl. Bionoillestrahe 11. gernfbtethtt: Steglih 2894.* StHupHuubc, etubenbünb chen, junge ffotterrier,«int- scher. Schäkorhande»erkaufi TchasNand. PaUsaHenftraße 85. 34/14* Ricci«, Lacke laufen(Sebrü. her Sototosfi,(Sncifcnau- strafte 8. StoBenbocf 2379.* Slihstriiinpialche fauit su absolut Hochsien Vreisen Blu- mel. Elsasserstr. 25- I. 123/9* Bettec, pommersche, oertaufl SübUe, fflöben(tea|e 16. fUÄ Sardine», stllnstleraarn!» für, Stores, Bettdecken. Meterware preiswert. Lands- bergerstrane 13._ 152R* Entlaffimgssach«», Militär- ftiefel(p-tfisanoeböte). 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