ktr. 330 ❖ Z7. Jahrgang Ausgabe A Nr. 28 Bezugspreis: B zrteliijkzc!. 30.— Mt.. monotl.lO,— Mi. !t« tu» Jiauö, noraii«-ahlbar. Posl» oeL SU' öeUungsgebüllt. IbutsSreusbonb für 'Drmickilaird und Qrfterrei» ld 0 KU, riic da» übrig« Ausland bei laglich rnnial. gu'lfflunn 2130®. Daltd»- ürilungen n'hmm-it Oesterreich. Unzarr, Tschecho-SIowalel, Lane. utarü äolluuo.»u�emburg. Schweben -.n» die Schwell,.— Singelragen in die Past- eimng». Preisliste. l'er„Dorwarts� mir der Sonnlag»» detlaze»Poll u. steit� erlcheinl wachen» agiich zwelwal Sonnlags und Man- lag»«nmal. Telegramm-Adreste- .Sozlaldamokral verllu". Morgen-Ausgabe Verlinev Dolllsblatt (SÜPffenKig�) Auz«Lenp»e»s: Die achiysi'xrll»« Nemraneilleieil« lostel»,— M.,?euer>mg»g«sch>«>g 50% »Alaine Slajelgat»", bor tctl» zgdrnckte Morl 1,— A./» llamilien-Alrteige» Mr«bsnaenlen geile 2,— M» politifche und ge- werlschaststche Vereins- Anzeigen 3.— MI. die geil« ohne Anffchlag. Anzeige» für dt« nächste Rümmer miiste» bis S Ahr»achmitta»» im r-auntgelchiist. BerAn SW SS, Linden- ftraste 3. adgegsoe»»erden. Ssilynet von 3»yr fr«,«» i»h, abends. Zcntralorqan der roztaldemokrattfd�en parte» Oeutfcblands r.eicftion und Expedition: SM. 68, Lmdenstr. 2.> ."eruwrecker- Amt MoriAPln«. Nr.»V—»Sl 97. vorwärts-verlag G.m.b. H., EM. 68, Linöenftr. 2. ihernivrecher: Amt Dioritzplal«, Nr. 117 SS— 6t. vor öer Konferenz in Spa. Erweiterung öes Programms? Paris, 1. Juli.„Echo be PnriS" gibt der Ansicht AvS- druck, dah das Programm für die Konferenz vo» Spa sich er- w c i t e r t habe. Lloyd George habe die Generäle in Berlin und Ostpreußen berufen. Es müsse daraus ge- schlössen werden, daß nicht nur die Entwaffnung Deutsch- lands, fondern auch da« Schicksal der Gebiete,. in denen eine BolkSabstimmnug stattfinden soll, sowie auch das Schicksal gewisser von Deutschland abgetrennter Gebiete, z. B. Danzigs, in die' Debatte hineingezogen werden soll. Die üeutsche Velgation. Mi verli«, 1. Juli. Zur Konfcreits'W Spa werben nach den vorläufigen Beschsüssen sich begeben Reichskanzler Fehrenbach, Reichsminister des Beußern Dr. Simon?, sowie die Reichs- minister Wirth, Scholz und Hermes. Insgesamt werden 25 bis.30 höhere Beamte mit dem nötigen Bureaupersonal nach Spa gehen. Frankreichs Vertreter. Paris, 1. Juli.(WDB.) Als Hauptvertreter Frankreichs auf den Konferenzen in Spa und Brüssel werden noch folgende ge- nannt: Präsident der Wiedergutmachungskomm'ssion Dubais, General Weygand, Admiral Levassieur, UnterstaatSsekre- tär Bignon und Direktor deS Auswärtigen Amts Berthelot. »�wei deutsche Tenkschriften überreicht. verlin, 1. Juli.(WTB.) Di« FriedenSdelegarion in Paris hat haute der Friedenskonferenz zwei amtlich« Denk 'chriften überreicht, die gleich-roitig den alliierten Regierungen in London, Rom und Brüssel übergeben worden sind. Die erste be- wandelt die Zahlungsfähigkeit Teutschlands für die Wiedergutmachung, die zweit« legt im einzelnen dar. wieweit t outfchXcrrtd schon heute seine Steuerquellen angespannt ■vit. In einer Begleitnote wird darauf hingewiesen, daß L utschland Heute wesentlich weniger wi rtschaftliche Hilfsquellen zur Verfügung stehen als bor dem Kriege. Die Durchführung der vorgeschlagenen Maßnahmen soll Gegenstand mündlicher Besprechung in Spa sein. Gloichzcitig wurde ein Gut- achten über die wirtschaftliche Gesaantlagc in Deutschland, seine Leistungsfähigkeit und die Möglichkeit der Kräftigung übergeben, vi« von 22 hervorragenden, im wirtschaftlichen Loben stehenden Männern unterzeichnet ist. itcinc Zvrifivcrlängorung für die Räumung im Ruhrgebie t Paris, 1. Juli. Der.Lüatin" erklärt, daß die Botschafter- 'onferenz, die gestern die Antwort auf die letzte Note der . eutschen Regierung um F r i st v e r l ä n g e r u n g für die Räu- mung der neutralen Zone auf dem rechten Rheinufer prüfte, sich n aller Form dagegen ausgesprochen habe. Dieser Beschluß wird dem Obersten Rat bei seiner Zusammenkunft in Brüssel zweifellos unterbreitet werden. Die Last öer öesetzung. Die neugewählten ReichStagSabgeordnetcn aus den besetzten rheinischen Gebieten hielten am Donnerstag im Reichstage eine Besprechung ab. Alle Fraktionen mit Ausnahme der Unabhängigen waren vertreten. In einer mehrstündigen Aussprache wurden manchcilei Mißstände aus den besetzten Gebieten vorgebracht. Mit großer Entschiedenheit wurde verlangt, daß die Reichsregierung auf eine Perkürzung der BesatzungS- o u e r hinwirken müßte. Die Anwesenheit der Besetzungstruppen "leichtere nicht die Verständigung der Völker, sondern erschwere M Chauvinistische Agibation geaen die Entente und ihre Truppen 'rdc von allen Vertretern der besetzten Gebiete entschieden ab- lolehnt. Tie BesetzungSdauer müsse jedoch abgekürzt werden, weil Deutschland die ungeheuren direkten und indirekte» Lasten der Be- latzung nicht tragen tonne. Daß von irgendwelchen Gewaltmitteln der deutschen Politik gegen die Entente nicht die Red« sein könne, wurde von allen Seiten anerkannt, von manchen Abgeordneten wurde behauptet, daß eine gewisse Verschärfung der Maß. nahmen der BesetzungZbehörden zu beobachten sei. Es wurde beschlossen, den parlamentarischen Beirat beim ReichSkommissar, der bisher Iss Mitglieder und 18 Stellvertreter zähl:e. entsvrechend dem veränderten Stärkevcrhältius der Parteien zu rekonstruieren._ Die angeblich große Gchiffskatafirophc auf der Newa, bei der 2000 Befangene der Mittelmäckne»mgelommen sein sollten, stellt sich glücklicherweise al« vwl harmloser herau«. ES befanden sich an Bord nur 300 Jiwmmerie. di»«achd««« da« Schiff in«olqe un- geschickten Manövrieren« gekentert war. sämtlich bis auf zwei Mann ungarischer Ralionalität und a ck t Mann der r u s s i- icken Besatzung gerettet wurden. Weder Deulsche noch Oesterreicher sind also umgekommen. Der Alandskoaflikt. Der schwedisch« Reichstag wird am Freitag « geheimer Sitzung die Lluudssrage behaudew. Der französische Dotschaster. Der Reichspräsident hat gestern den neirernannten außerordentlichen und bevollmächtigten französischen Bot- schafter Laurent zur Entgegennahme seines Beglaubigung«- schreibens empfangen. Bei drr Neberreichung hielt der Botschafter folgende Ansprache:' Herr Präsident! Ich habe die Ehre, das Schrechen in Ihre Hönde zu legen, durch da« der Herr Präside in der Republik grar.Tit'ih mich bei Ihnen beglaubigt. Berufen, die amtlichen Beziehungen unserer beiden Länder in vollem Umfange wiederherzustellen, werde ich bemüht sein, beizutragen zu ihrem fruchtbringenden gemeinsamen Zusammen- wirken zwecks Heilung der Wunden des Krieges und schnellem wirtschaftlichen Wiederausbau vem Europa in ehrlicher AuS- führung des Friedensvertrages, der hinfort die ge- meinsame Urkunde aller ihn zeichnenden Mächte sein wird. Gestatte« Sie, Herr Präsident, mir, zur Erfüllung meines Auftrages auf das erfahrene Mitwirken Ihrer Regierung zu zählen und Ihnen meine«nsrichtig en Wünsche für Ihre Person und für das Gedeihe» des neuen Deutschland in Arbeit und in Frieden zu übermitteln. Der Reichspräsident nahm das Beglaubigungsschreiben xnt- gegen und erwiderte mit folgenden Worten: Herr Botschafter! Ich habe die Ehre, aus den Händen Eurer Erzellenz das Schreiben des Herrn Präsidenten der ftanzösischen Republik entgegenzunehmen, durch daS Sie als Botschafter bei mir bsglaubigt werden. Hierdurch Werder v r-- m• ch* Bezs»b««»«» zwischen unseren beiden Ländern wieder in vollem lim- fange aufgenommen. Mit Befriedigung entnehme ich Ihre» Worten, daß es Ihr ernster Wille ist, dabei mitzuwirken, die Wunden, die der Krieg unseren beiden Ländern geschlagen hat. zu heilen und die Ausführung des Friedensvertrages duirch eine gemeinsame fruchtbare Arbeit das wirtschaftliche Leben Europas wieder in Gang zu bringen. Von dem gleichen Streben bin ich mit der Deutschen Regierung erfüllt. Ich danke Ihnen für die Wünsche, die Sie für das Wohlergehen Deutschlands ausgedrückt und für die freundlichen Worte, die Sie an mich gerichtet haben. Seien Sie versichert, daß ich und die Deutsche Regierung alles tun werden, um Ihnen die Erfüllung der Ihnen gestellien Aufgabe nach Möglicbkeit zu erleichtern.. Ich begrüße Eure Epellenz al? ersten Botschafter der sran- zösische» Republik bei der Deutschen Republik und wünsche Ihnen vollen Erfolg bei Ihrer hiesigen Tätigkeit. Bei dem Empfang war der Reichsminister des ÄuSwärtigen Dr. Simons zugegen. Kein vertrauen. Konflikt zwischen Saararbeitern und BesatznngSbehörde. Saarbrücken, 1. Juli. Western«achmittag fand im hiesigen Arcisheufe unter Borsitz des Präsidenten der Regierungskommission, Rault, im Beiseln der übrigen RegierungSmitgliedcr, einer Tele- gation des Saarbriickcr KnapvschaftsvereinS, der Bcrgwcrksdirektion und je eines Vertreters des Deutschen Bergarbeitrrver- h a n d e S und des E h r i st l i ch e n Gewerlvereins eine Sitzung der Regierungskommission statt, um die Maßnahmen zu prüfen, wie in Zukunft der Saarbrücker Knappschaftsvcrein nach dem Friedensverträge von Versailles sichergestellt«erden sell. Laut „Neuem Saarbrücker Kurier" wies zu Beginn der Sitzung Präsident Rault darauf hin, daß die Regierungskommission von vorn- herein jede Erörterung über die Befugnisie sowie über die grundsätzlichen Fragen der Einsetzung des OberöSrgamtcs Saar- brücken ausschließe, daß das Oberbergamt Saar. brücken vollständig das Oberbergamt Bonn ersetzen solle, mit denselben rechtliche« Befugnissen. Auf«ine weiter« Aeuße. rung des Präsidenten, daß die Regierungskommission gewillt sei, vornehmlich die Interessen der Arbeiter zu fördern, rief der Ber> trctcr des Christlichen Wewerkserein» Karius dem Präsidenten zu:| „Wir habe» ein Rechtzusragen, wie die Regierung dazu kam,, das Cberbergamt einzurichten, und mit welche» Machtbefugnissen. � Wir beurteilen die Regierungskommission nicht nach ihren � Worten, sonder» nach ihren Täte», und da haben wir keine; Ursache, der Regierung vertrauen entgegenzubringen."� Präsident Rault hob hierauf ohne weitere Verhandlungen die. Sitzung auf Nowno?on öen Roten desetzt. Moskau, 30. Juni.(Dena.) Nach einem Moskauer Funk- sprach wurden die Polen vo» roten Truppen in Richtung R o w n o zurückgeschlagen und die Stadt selbst schon vo» de» B» l s ch e» «istea geaommcn. Rowno liegt in Wolhynien und ist nicht zu verwechseln mit Kowno, das in Nord-Polen bzw. Litauen liegt. Die internationale Seemannskonfereuz in Genua nahm den Bericht über da? internationale Seemannsrecht an und be- ichlaß, die Kodifizierung der nationalen See- maunteezht» za««»psohleu. die Mär vom besseren frieden. Von Ulrich Rauscher. Während deS Wahlkampfes ist von doeltschnationater Seite, unter Vorantritt des Staatsmintstcrs und frühere« Vizekanzlers Helfferich, das Märchen von einem zweiten Friedensvertrag verbreitet worden, der wesentlich milder gewesen sei als der schließlich von uns untersch-riebene, nutz den man aus der Schublade herausgeholt und»nS z«r Unterschrift vorgelegt hätte, wenn wir in Bersailles nur recht brav und ausdauernd„Nein" gesagt hätten. Die Existenz eines solchen zweiten Vertrages ist von Regiernngsseite bereits dementiert worden. Die Ungeheuerlichkeit einer solch«« Erfindung auf einem Gebiet, das für demagogtsche Verhetz»»»? keinen Raum bieten dürfte, ist von uns in zahlreichen Wahl- Versammlungen gebrandmarkt worden. Heute find wir in der Lage, die Entstehung dieser außenpolitischen Lüge»ach- zuweisen und ihr damit ein- für allemal das Genirk nm- zudrehen. Am 25. Juni hat der Mitarbeiter Elemenemn-ö, Herr T a r d i e u. seinen Herrn und Meister gegen die Angriffe Briands verteidigt, der Clemenceaws Orientpolitik anfß schärfste angriff. Herr Tardieu hat de« beliebten Weg gs- wählt, nicht das zu widerlegen, was zur Diskussion stajid, sondern gegenüber der absprechenden Kritik Verdäsaste Clemenceaus auf anderen Gebieten hera«szustreichen. Z« diesem Zwecke zählte er auf, was Herr Clemenceau Räch- teiliges für Frankreich verhindert habe, unter anderem die sofortige Zulassung Deutschlands zum Völkerbund, die Be- zahlung des deutschen Staatseigentums in Elsatz-Lothringen, das Freiwerden Deutschlands von jeder Schuldzahlung n'ch 30 Jahren und die Erlaubnis eines Zusammen- schlusses der deutschet� und der deutsch- österreichische» Republik. Auf die Zwischenrufe, wer denn diese„Unge- heuerlichkeiten" empfohlen und vertreten habe, vermied er zuerst jede Antwort, und auf die präzise Frage eineS Abgeordneten hin erwiderte er, diese Forderungen seien bald von dem einen, bald von dem anderen der Alliiert«« unter- stützt worden. Daraus geht vor allen Dingen klar hervor, daß os sich nicht etwa um ein zusammenhängende« Pro- g r a m m, um eine zusammengehörige Reihe von aufeinander abgestimmten Bedingungen handelt, sondern mn einzelne, von einander unabhängige Vorschläge, wie fie in der sechs- monatigen Diskussion innerhalb der Entente auftauchte» und verhandelt wurden. Hauptsächlich aber beweist diese Kammer- debatte und beweisen vor allen Dingen die sonstigen Ver- öffentlichungen Tardieus, daß es sich bei all dem um Unstimmigkeiten zwischen den Alliierten handelte, die längst ausgeglichen waren, ehe der formulierte Friedensvertrag vom 7. Mai 1919 in Versailles überreicht wurde. Ein dokumentarischer Beweis dafür ist TardieuS Schilde- rung in der„Illustration" über den Kampf Clemenceaus um die Besetzung der R h e i n l a n d e. Da wird von Tag zu Tag. ja manchmal von Stunde zu Stunde geschildert, wie zuerst, besonders bei Amerika und England, eine heftige Ab- neigung gegen diese Besetzung bestanden habe, wie sie als den Grundsätzen der Selbstbestimmung der Völker zuwiderlaufend empfunden worden sei, wie man in ihr eine ewige Vergiftung der internationalen Beziehungen erkannte, wie aber Clemencaan auf der Behauptung stehen blieb, abgesehen von allen gegen- fettigen Vertcidigungsverträgen müsse dem Friedensvertrag eine Bürgschaft für die Durchführung und müsse Frankreich ein physischer Schutz gegenüber einem Deutschland gesichert bleiben, daS vom Krieg her auf Jahre hinaus über Millionen ausgebildeter Soldaten verfüge. Nur die Besetzung erfülle dies doppelte Bedürfnis. Am 20. April, abends 6 Uhr, so erzählt Tardieu, erreicht Clemenceau die Zustimmung des Präsidenten Wilson zu den Bestimmungen des Kapitels 14 (Besetzungsbestimmungen), am 22. April gibt Lloyd George die seinige. Damit war die Tragödie der Rheinland« be- schlössen, lange ehe der Vertrag zu den sogenannten Friedens- Verhandlungen in Versailles führte. Auch in unseren Reihen hat es Männer gegeben, die am 23. Juni 1819 von einer Unterzeichnung abrieten und einer Politik der Ablehnung als der richtigeren das Wort redeten. Aber keiner von ihnen hatte eine derart kindliche GeschichtS- auffassung. daß er glaubte, ein Nein sei das Zauberwort, das nun automatisch neue und mildere Friedensbedingungen herbeischaffen könnte. Herr Tardieu hat mit seinen Enthüllungen französrschsn innerpolitischen Erwägungen dienen wollen. Sie waren ihm eine Waffe gegen die immer mehr erstarkende Kritik, mit der m Frankreich die antideutsche Monomanie Clemenceaus bedacht wird, der unablässig seinem Deutschenhaß opferte und zwar nicht nur unsere LebenÄnteresfen nnd die herrlichen, oft betonten Ideale der Entente, fondern auch die Ziele der französischen Imperialisten auf anderen außereuropäischen Gebieten. Für deutschnationale Hetze bieten sie keine Handhabe, weil sie einerseits mit Willen unklar ge- hatten find nnd ander e»s»eM beweise«, daß wir in Versailles einem gs�chloAmsn Willen gegenüberstanden. Gegen die Der- gang«« he«t und iac deutsche Potitik der Vergangenheit sagen sie nichts aus; aber für s«re wahäsaft pazifistische Politik der Zukunft nimm f»e uns Wege und Mittel zeigen. »enthüllt". Der gestrige drÄe Tag der Debatte über das Re- � ierungsprogvcnmU bngmnr mit einer Rebe unseres Genossen Hermann Müller, die noch einmal mit überzeugender Klarheit die Grikade»»che»er Haltung in der Regierungsfrage wmohl nach rechts«ie nach links darlegte. Die Rechte spielte erst bei der An seina« derseszun g mit den Unabhängigen den vergnügten Zuschamsc. nulfite sich aber alsbald auch Tinge iagen lassen, die m hören ihr weniger angenehm lvar. Mit großer Uebrr�Wtmgswärme bekannte sich Genosse Müller zu einer nicht bloß deutschen, sondern europäischen Politik, in ihr sah er den Hauptgrund der Unmöglichkeit, mit einer Partei z«isan»niz«»�wfechen, die, wie die'Deutsche Volkspartei, nationalistische Tendenzen vertritt. Hieraus gab der Reichssinanzminister Dr. W i r t h ein erschreckendes Bild von dem Finanzelenö, in das Deutschland durch den Krieg gestürzt worden ist. Die Summe von Alt) Milliarden Schulden und 13 Milliarden jährlichen . Defizüs b« dem ReichZei s enbah neu ist schon genannt worden. Gegen den Rachtzveis, daß dieses Finanzelend in der Finanz- Politik wä[«'Citzd des Krieges seine Ursache habe, versuchte sich! der sich sehr getroffen fühlende Herr Helfferich vergeblich durch Zwiichenr«fe z« wehren. Dann ergriff der Unablstingige Henke das Wort, um es'bis kurz vor Sitzungsschluß nicht wieder loszulassen. Wenn er ganz besonder? scharf aus Rosse ist. so versteht man das' merrscMrh, weit ja NosLe einst in Weimar den Heldenmut dieses großen Zdevolutionärs in der empfindlichsten Weise bloßgestellt hotte. Henke berannte sich dann ohne Umschweife � zur Diktatur des Proletariats und zum politischen! Rätesyste«, ohne zu verraten, wie er sich dieses System, oomeüe und wie man zu ihm gelangen könne. Es ist die alte Methobe, die Arbeiter mit SchlagNwrten zu füttern und auf l den st. Nitzw-e-rteanÄag zu vertrösten. Den Haupttrumps' gla-ubre aber der tmatchängige Redner ausspielen zu können.' indem er aas«irrem vertraulichen Rundschreiben des' so ziaffd?»o-kra t i s cbe n P a r t e i v o r st a n d e s an! die ParteipeeHfe vo«i 9. Juni d. I. einige Sätze zum besten; gab. Im diese» Sähen wird vorausgesagt, daß die Unabhän-! gigen den Eintritt iu die Rchierung ablehnen würden, und! weiter«Soetprochen. daß es der Sozialdemokratischen Partei! nur rächt wenn eine Rechtsreqierung nach Spa gi»ge,«li z« swge». was sie leisten könne. Das waren gerade! keine a»A«uand?«„Enthüllungen", und Henke blieb kein' anderer Trrnrnlph als der, in den Besitz eines vertraulichen.> nicht m iü» gerichteten Schreibens gelangt zu sein, woraus er aarrnhr ziußch sehr stolz war. M««e Rebe de? bayerischen Bauernbündlers in Alpen- emm Eisenberger, gegen die Zwangswirtschäst j 'chtoß far d-wfe« Tag die zweite Rednerreihe, mit der man' bsirie'Mfefl m«erden hofft. Dann kommt die Abstimmung.! am dte man nicht«ehr neugierig ist. Die lang gesuchte„For- l meiff Ht gch»»t>»», und die Regierung wird die Koffer nicht l wieder cmÄpackei, mffssen, die schon für Spa gepackt sind. Uttaichö'nglge Hewijsenlosigkeit. ts" vom 1Z. Juni hatten wir unter der Eigenartige Völkerversöhnung" einen Brief losen Dokumentes hegten— wir bemerkten ausdrücklich, daß ein„Jacques M e u n i e r in der französischen Gewerkschaftsbewegung niemals besonders hervorgetreten ist"—, so konnten wir doch nicht glauben, daß das unabhängige Blatt derart gewissenlos und leichtfertig fein würde, ein solches Schreiben in solcher Aufmachung zu veröffentlichen, ohne sich über die Penönlichkeit des Einsenders vorher zu informieren.� Es war aber an sich schon ein st a r k e s S t ü ck seitens der„Frei- heit", diesen gehässigen Brief überhaupt und dazu noch als einen„Aufruf zur Völkerversöhnung" an leitender Stell: zu veröffeiitlichen! Inzwischen hat sich die Zeitschrift der französischen C. G. T.. „L'Informaücn ouvrif-re ot sociale", unter der Ueber- schrift:„Ein merkwürdiger Brief" mit der An- aelegenbeit befaßt. Sic stellt fest, daß ein Jacques M e u n i e r im französischen E i s e n b a b n e r v e r> band gänzlich unbekannt ist. csie fügt hinzu, daß es „kaum glaublich ist, daß ein so bedeutende? Organ, wie die „Freiheit", einen derartigen Text veröffentlicht, ohne den Per- fafscr durchaus z» kennen". Arbeiter, an dieser Geschichte könnt Ihr das Wesen der unabhängigen Propaganda und den Tiefstand der unabhän- gigen Führerseele erkennen! Es läuft bei der„Freiheit" ein Schreiben ein. Man kennt den Unterzeichneten weder persönlich, noch dem Namen nach. Aber tut nichts! Haupt- fache ijt, daß es reckt g e m e i n c B e s ch i m p f n n- gen der deutschen Regierung enthält, und zwar ans französischem Munde, Hauptsache ist, daß man damit in den Augen derjenigen d e u t- scheu Arbeiter, die die„Freiheit" lesen, weil sie die niedrigen Beweggründe der ll.-S.-P.-Hetze noch nicht durch- schaut haben, die deutsche Regierung herab- setzen kann, Hauptsache ist. den m e h r- h e i t s s o z i a l i st i s ch« n Reichskanzler Hermann Müller und den in e h r h e i t s s o z i a l i st i s ch e n Außenminister Dr. K öfter unter Berufung auf einen französischen„Genosien" als Cbauvinisten verleumden zu werden, die„i m deutschen Volke den Haß säen wollen". Wir haben dabei die für die„Freiheit" verhältnismäßig g ü n st i g e r e Vermutung als die richtige vorausgesetzt nämlich daß das Blatt dank seinem blinden Parteihaß irgendeinem französischen Polizeiagenten auf den Leim gegangen ist. Sollte die„Freiheit" sich nicht hierzu schleunigst äußern und ihren elenden Reinfall öffentlich zugeben, so müßten wir annehmen, daß„Jacques Meumer" ein Redakteur der„Freiheit" ist. Indessen mögen auch die französischen Genossen ans die'em Fall lernen und das wahre Gesicht der ll u ssb h ä n g i ge n erkenen! Es ist die alte Geschichte, die Lenins„Prawda" in eine bittere, aber leider mir zu wahre Formel zusammengefaßt bat:„Die deutschen Unabhängigen lecken nur die blntbesleckten Stiesel der französischen Generäle ab." «uAirs* f i besprochv«, de» die.Zreiheir" tags zuvor unter großer Aus mochaag o® eiwe«„Aufruf zur Volke rversohnung" ihren Lssinm hatte. Es war dies ein Brief voll ge- häPtzger B�chsi»ps»mgen der„verbrecherischen" deutschen 3fce»chS»eg«er»«y«id ohne ein Wort des Tadels gegen die ffcmzösifqx gtegienkng unterzeichnet: Jacques Meu- niex, GaaearMsitrerö r des Eisenbahnerverbandes der Linie Pack»— iZyo«— Mittewcker. Obwohl anr soforl Zweifel an der Echtheit dieses schäm- Die Lübecker Unruhen. Schwere Ausschreitungen.— Lockspitzel am AZerke.— Vier Tote. Lübeck, 1..Juli.(CfiqeJier Dwahtberlcht de?.Vorwärts".) lieber die E n t ste h u n g? u r s a ch e n der Leberömiltelplünde- ruivgen in Lübeck erfvbren wir folgendes: Tie Unruhen nahm:» ihren Auszang in der Frühe de? Metkvoch? in der hiesigen städ- tischen Markthalle und griffen mit rasender Schnelligkeit um sich. Lawinenartig wuchsen die A n sammln n gen, die unter Führung von OrtZfremden, die ans Hamburg herübergekommen waren, fast durch die ganze Stadt zogen. Bor dem Warenhaus Karstadt machte die Menge Halt, zertrümmerte sieben Spiegel- icheihen. raubte die Auslagen und plünderte da? Waren- Haus halb leer. E? gelang j.doch, viel« der Plünderer zu fassen. Für 50 000 M. Waren wurden diesen abgenommen und in da? GewerfichaftSbau? geWaEt. Andere Plünderers im.vpS räuber:«n inzwischen Schuhwarengeschäste aus und zwar- gen die Bäckermeister. Brot ohne Marken zu verkaufe«. Schok o la deng e sch ä f t e, Butterhandlnngcn wurden ebenfalls geplündert. Tic Fettwaren wurden zum großen Teile unter Hallo auf die Straße geworfen, fielen teil?, in offenstehende Fenster und klebten zum Teil an den Häusern. Polizei war demgegenüber machtlos; erst al? die S i ch c r h e i t? we h r an- rückte und die Menge mit Gewalt auseinanderjagen mußte, ebbten diese Plünderungen ab. Leider find auch hier wieder vier Tote zu beklagen. Einer fiel in die Fensterscheibe und schnitt sich hierbei die Halsader durch. Wie überall, so waren auch hier umer den Mensebenmengen zahlreiche Neugierige, vor allen Dingen Schüler an? böbcrcn Lehranstalten. Zwei von den letzteren wurden ertappt, alz sie mit Gummimänteln aus den geplünderten Geschäften kamen. Tie Mäntel wurden ihnen abgenommen und sie selbst fest- gestellt. Es besteht die Wahrscheinlichkeit, daß auch hier Lockspitzel am Werke waren, um die Unruhe zu vergrößern. Die Gewerk- schaftsvorstände und Betriebsobleute traten zusammen, um über Maßnahmen zur Wiederherstellung!«r Ordnung zu beraten. Die Kommunisten und einzelne Unabhängige versuchten zum Protffi gegen das Eingreisen der SicherheitS- und Einwohnerwehr Propa- ganda für den Generalstreik zu machen. Die Kommunisten fordern die Betvaffnung der Arbeiter. Inzwischen sind von den Gewerk- sckrnts- und Betriebsdertrauensleuten 200 organisierte Arbeiter be. j stellt, die, durch Armbinden kenntlich gemacht, in Gsmeinschast mit j der Sicherheitswebr den Ordnungsdienst in der«tadt aufrechter- ' halten. Seitdem sind Zwiscbenfälle nicht mehr eingetreten und cS ist zu hoffen, daß die Ruhe jetzt nicht mehr gestört wird. Hamburger Bilanz. Hamburg, 1. Juli.(MTB.) Nach amtlicher Feststellung find bei den Lebensmittelunruben am 20. Juni vier Personen g e- tötet und 10 verwundet worden. In Worms. Worms, 1. Juli.(28X35.) Gestern irachmittag und abend fänden hier Siraßenkundgebungen gegen die Lebensmiitelteue- rung statt. Einige hundert Arbeiter mit roten Fahnen verfammel- ten sich auf dem Marktplatz und marschierten geschlossen nach dem GewerkschaftZhauZ, wo Besprechungen stattfanden. Sämtlich« Läden und Geschäfte waren geschlossen. Pom Gewerkschaftsbaus begaben sich die Demonstranten zur Handelskammer, wo der Geschäftswelt ein befristetes Ultimatum überreicht wurde. In den Abendstunden strömte wieder eine Menge �nach der Mittelstadt. Halbwüchsige Burschen schlugen Schaufenster ein und plünderten die Wllagen. Es kam mehrfach zu schweren Schlägereien und wüMA? Szenen, so daß die Pol-.zei öfters mit blanker Waffe vorgehen mutzte. Worms, 1. Juli. In den gestrigen Ubendstunden setzten nch die Plünderungen fort. Alle großen Kolonialwaren- lüden sowie Schuhwarengeschäste und Kleider- magazine wurden gründlich ausgeräumt. Der Schaden Alrfte e!i!r>a 2 bis 3 Millionen Mark betragen. Die Polizei stand den Plünderungen machtlos gegenüber. Gegen Mitternacht griffen französische Patr»liillen ein. Die Straßen wurden gesäubert. Die Franzosen blieben bis zum Morgen auf dem Marktplatz in Bereit- schast. Der tägliche Wochenmarff war trotz alledem sehr gut be- schickt und die Preise zeigten eine sehr erhebliche Scn- kung. Die Läden sind auch heute noch geschlossen. Vorsichtsmaßnahmen in Braunschweig. Praunschweig. 1. Juli. Um Te u e r u n g s k r aw a I l- n vorzubeugen, hat die Sladlveiordnetcnversammlung circen Ä U S s ch U ß eingesetzt, der die Preise für Lebensmittel. Bekleidung und Schuhwaren prüfen und in erträglicher Höhe festsetzen soll. Maler Prinz verhastet. Köln, 1. Juli.(W.T.B.) Hier wmde der Maler Prinz, b« in einer Druckschrift bcbanptet halte, Schtzidemann und S klar z hätten eine Belohnung auf die B e i s e i t e s ch a f s u n g der Roia Luxemburg und des Dr. Liebknecht anSgeseyst festger.oinme». Er wird nach Berlin übers üb rt�ver�rn� Die Gperelte in öer Staatsoper. 2»o Blech:„Die Strohwitwe." j lrmg trägt demnach den ungünstigen Anitellungsaussickten der Frauen i ini höheren Lehramt deutlich Rechiuurri. Bon diesem Studiensach rücken die Studentinneu merklich ab. Au' die Rechtswuienschafl ent- sallen nur etwa 200 Studentinnen; hier wirkt der Zustand, daß r«_______....... I„...,' die F»au zum Richterainl nicht zugelassen ist. Der Zulani zur Unyet 9mm*mtnp) Kcuc b-tle un'-aa!I,ch.n Schau, MlhauS Volkswirtschaft ist bezeichnenderweise sprunghaft in die Höh- oe- eint» ganz gsäsitz» Erfolg mit die, er lebendigen, lustigen und in> gangen. der nvfiSfficMiDhe« Struckrue außerordentlich saubereiii, nobel an. 1'''... sprechet CHmite Obgleich das Stück Neidtbardt in der voc-., Dsr wahre G-.st der W.ffensch.sie». Ein Aunatz von W.l- r: uiiiiij.tLT._ r-n-uu-CfiiL.-...,., belm Wien über d,e Beziehungen der Physsl zu anderen Wlssen- Z � K: 0b-8UläL � Kalauer vor! s�n. den die„Tüddäu.stheu Monatshefte" drucken, faßt da- dei« vä6 BNKOe vor der! Humorlgen bevorzugt, oogleich die Ergebnis seiner Erörterungen in dem Himoeis zusammen, daß epiochc»«cht wählerisch und poetisch ist, spricht diese mi:' jede einzelne Wissenschaft nicht nur für sich selbst arbeitet und n«?«?.'$>eti!»QW»dch«tdt»wat!onen und akrobatischen Verwechslungen dein ibr zugewiesenen Teil der Erkenntnis zustrebt. Für die zwffch»« DdtzriBch«ch Puppe arbeitende unsentiiwenlale Liebesge-' deutsche Wissenschaft hat die Wahrbeit dieses Satzes setzt, wo sie schichte gut nafc»cheikrnb an. Vor allem ist einmal wenig von �>br« Arbeit in barter Bedrängnis fortzusetzen Hai, besondere Bc- Gh-kwuch wnd-tti» von Treue stoischen Mann und Weib zu hören deutung. � Ter internationale Zusammenschluß der Wissenschaft- Mio. lichen Arbeit ist durch den Krieg ichwer gestört und die deutsche s» ac. r. e Forschung muß berghohe Mühen überwinden, um wieder in Reib k � t r r � � � Operetten. �ied mit der Arbeit der anderen Länder zu gelangen. Wem, .ompc�tpen �....�ag»- manch>e„ gelernt, und nun können sie die Spaltung in einzelwissenschastlnbe Forschung heut« nickt mehr alle drsfem ÄeSfi>«*ct wieder Lehrgeld zahlen. Wie schmiegsam] so bedrohlich wirkt, so wirk! um so ärger diese neue Svaklung, die geht diche f»«chtM»�ge Musik dem Spiel nach, wie kokett und reiz- j als eine Frucht der politischen Länderaegensätze über un? gekom- voll prichrfd hwc«» Ta«z hoch, wie leicht und träftipsnd wende:! wen ist. Wilhelm Wien geht auf diese"Gesichtspunkte in folgen- sich hi« ma Iw«g-p«g i» de« Dreivierteltakt! Da ist nicht i den Ausführungen ein: e», JntcHehtztze««nwe emes Ecupkiis; dem erfindungs »eichen Sä»g«i der SfabväUb&c faklen gleich ein halbes Dutzend Walzer,«m W»n»«kt, d»« Ltebeslteder, Soldatenmärsche und Wnge,, Sie Shvtz» m inmtzem, liebenswürdigem Wechsel ein. en und Hckwm-i.el find.>° ffaben d� alle Wl,,en,chw- � l o l! ten ein Gememfanies. Es find die kritischen Geisteskräfte, welche schwarz«rd Erzch W.rl, b�.de mit vollendeter Lonne und! � zyh�ologe anwendet, um die EntstehungSzeit einer Schrift des SpietfrÜhAch«»«».«»ch das zweite Paar H e n k e und E l l i L e u x. Neuen Testaments festzustellen, mit �eren Hilfe der Philologe und lustig««d�vall btztvegsichen Cbarmes. Der groteske Franz Groß Historiker die Zuvkrlässtgkeit der übellieferten Texte prüft und mit! dem Sch»Isectvir«id der SchlaivgengelenklgkoÄ war mit seiner deren nch der Pbtisiker bedient, um die Zuverlässigkeit seiner Bc- Pallenibergstim«« ein« Frei de des das Werk mit verständiger Hingabe. K. Publikums. Blech betreute obachtungsniethode» zu untersuchen. Wenn auch p-v Jiiduttions. schluß die Naturwissenschaften und besonders die Pbyii! ftberrscht. n-äbrend stcki die Geisteswissenschaften meist mit dem uiivollkomme- neren Analogieschluß begnügen müssen, io ist doch die objektive Denkweise überall die eigentliche Grundlage. So mächtig ist die Gewalt der wahrhaft wissen'chaftlichcn Methode, daß sich ihr nie- wand, der für solche Ackeit überbaupt befähigt ist, entziehen kann. Auch der Historiker, der in die Leidenschaften der Tagespolitik ge- zogen wird, wird, sobald er für die Wissenschaft arbeitet, gezwun. gen, sich ibren Forderungen unterzuordnen, und der Klang ihrer Sprache wird von jeden: loissenkbaitlich gerichteten Menschen sogleich erkannt werden. So''eben wir denn sin zw« reich gsgli«d«che». aber doch einheitliches gewaltige? SftchSude der Mssenfchast v« der eine trUTTf Die Zahl d« V—sich«« Stnvenstnncn. Die Zahl der an den Nwivrrsitzäts» b«« Nstchos«—geschriebenen Stlidenti»nen beläuft sich zunzcht am 8182 qcfl—äb« HAi vor fünf und etwa 2000 vor zehn Johr—. T«r dschtttisiiwmäßige Anteil der Frauen«m lluiverfitäts- st«d«nl ist fest 19580 v»n vier auf fast elf Prozent gestiegen. Auf die einzelnen Studienssächer verteilen sich die Studeniiiinen folgen- dermaßen: Philosophie, Philologie und Geschichte studieren enoa 3200»egeu 2V00 bor fünf Jahren. Medizin 2192 gegen 9k4, Mathe- maiik und No'nrwsisenfchaffe« etwa 1200 gegen 691, Rechtswissen- '1; asten und Slagtswsif?« schast en 1150 gegen 185, Zabnheilkunde 182 gegen 06-, PharmaK»«toa töo»tzgiö IS. ükt Lsschsil«»achtw6e, Verbindung siebende Fächer beginnt durch die Einsicht verhindert zu werden, daß die Einzelwissenschaften nur gedeihen können, wenn iie den Zusammenhang mit dem Ganzen nicht verlieren. Und für die Wissenschaft als Ganzes müssen wir einstchen. Dabei müssen wir uns vor allem hüten, den wahren Geist verkümmern zu lassen, der gleichmäßig in allen lebendig sein soll. Gewaltig« Hindernisse toerden sich uns entgegenstellen, Hindernisse materieller Natur, welche durch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des deutschen Volkes bedingt sind, Hindernisse ideeller Art, hervorgerufen durch die Verwilderung der Geister in diesen vevoorrenen Tagen! Manche Bestrebungen in unseren eigenen Reiben haben wir zu bekämpfen, wenn lki den aus praktische Ziele gerichteten Fächern nur die unmittelbarste Nutzanwendung ins Auge gefaßt und vergessen wird, daß die großen äußeren Erfolge nur auf wissenschaftlicher Grund- , tage gedeihen können. To tritt mehr als je die Forderung an unS beten, die deutsche j Wissenschaft fortzuführen. Wenn sie in den wilden Leidenschaften > der letzten Jahre geschmäht, wenn die Zusammenarbeit mst ibr ftir � lange Zeit abgelehnt wurde, so wollen wir daraus mit den Worten erzvidern, die Goeibe nach dem Penienlampf an Scküller schrieb: Wir wollen indessen unsere positiven Arbeiten fortsetzen und ihnen i die Oual der Negation überlassen. Tic Berliner Mundarten. Ein vor einiger Zeit über dieses Thema von uns veröffentlichter Aufsatz«Nr. 219) sagte in einer Fußnote, über das Verhältnis der netchockdcutfchen Schrift- und Umgangssprache seien leider auch in Lehrer kreisen noch ganz falsche Vorstellungen verbreitet, und verwies dabei auf ein von Nickel tn der Sammlung„Aus Natur- und E-eisteswelt" erschienene? Buch. Herr Nickel nimmt in einer Zuschrift an uns gegen diese Vorwürfe Stellung. Sein Buch behandle die Mundarten als solche überhaupt nicht, sondern verweise auf diese nur beiläufig an zwei Stellen, und zwar geschebe das vom lantvbhsi ol o.rische n. nicht aber vom philologischen Standpu-nkie aus: es sei für die Sorackcheilkunde, besonders nrr die Sprachheilvädagogik geschrieben und von Autoritäten anerlanrrt. Außerdem sei der Titel des Buches nicht richtig angegeben. Wir neb- men gern Gelegenheit mitzuteilen, daß dar Titel folgender- maßen lautet:„Die menschliche Svracke.ihre Entwick- l u n g beim Kinde, ihre Gebrechen und deren Heil u n g." Seinen Standpunkt in der Frage Schule. M und- art und Schriftsprache kennzeichnet Nickel kurz fo'gendcr- maßen: Tie Schule bat die Pflicht, eine mustergültige neubock» deutsche Sprech- und Schriftsprache zu lehren also die Kinder aus der Nmyangssprache in die Schriftsprache bin überzn führen. Tie Schriftsprache ist zwar aus der Mundart hervorgegangen, darf aber nickt mundartlich artikuliert werden, sondern ist nach den phone- tischen Gesetzen der Landessprache zu sprechen. Es handelt sich also hier um die strikte Anerkennung sener?onve»tioncllen Maßnahmen, wie sie cm? den Beratungen wissenschaftlicher Vertreter und den Vertretern des Teutichcn Bühnenvereins zur Regeluna der deutschen Bübnensprache bervorgeaangen sind und die gleichzeitig auch den ästbeti setzen Maßstab der Sprache einschließen. Der Nerv and der konzeetiercitden tHMttot TeotichleuvS teP «it. daß d« Zahl sicher«chsick« sich ch»-ieqttn S-richtchtzh» adfan imtopptU hat. Tit. 330 ♦ 37. Jahrgang Heilage öes Lreltag, 2.?uk 1020 Die Ermordung I �Fortsetzung aus dem Wendblatt.) Der Vorfttzends hält dem Zeugen aus den Akten verschiedenes vor. So soll er in Flensburg einem Dritten(Samson) gegenüber gesagt haben: er habe TZ M. erhalten gehabt, um Blau umzubringen, ih» habe das Los getroffen, Blau zu ermorden. Zeuge Dohms weist dies entschieden zurück: er habe Blau nicht umgebracht und wisse auch nicht, wer es getan.— R.-A. Dr. Weinborg protestiert gegen diese Vorhaltung aus den Akten, die ein falsches Licht auf den Zeugen werfen könne.— Vorsitzender Landgerichtsrat Joel: Zunächst ersuche ich Sie, den Ton zu beobachten, der vor Gericht möglich und auch nötig ist! Das Recht zur Feststellung aus den Akten lasse ich mrr auch von Ihnen nicht nehmen. Herr Verteidiger!— Dahms wird vereidigt. Zu der Frage dos Alibis von F i ch t m a n n wenden noch mehrere Zeugen vernommen. Der Schankwirt Obst und dessen Soon bekunden, genau zu wissen, datz F i ch t m a n n am Abend des L. August bis 11 lg Uhr im Lokal gewesen ist. Frau Worin, die Mutter des vorvernmnmenen Zeugen W., wohnt in der Parochial- straße gegenüber der Wohnung von Fichtmann. Sie habe am 2. August abends vor der Tür ihrer Wohnung gesessen und habe ge. sehen, daß nach 12 Uhr eine Gruppe angeheiterter junger Leute singend durch die Parochiatstratze gekominen sei; darunter habe sie mit voller Bestimmtheit Fichtmann erkannt. Gefängnisarzt San.-Rat Dr. Leh nfen berichtet sodann über � feine Nachforschung bezüglich der Verlegung von Fichtmann und j Hoppe in eine andere Zelle: Es handelt sich darum, dag ge- meldet worden war, es bestehe der Verdacht, dag die Leute von bestimmter Seite befreit werden sollten. Aus diesem Grunde allein habe die Verlegung stattgesunden. Di« Zellennack. barn, die er befragt habe, haben die aufgestellte Behauptung nicht bestätigt. Der eine habe ausgesagt: aus dem Wege der Freistund« sei von der Amnestie gesprochen worden; da sagte der eine: die Amnestie ist auch ins Wasser gesollen. Dem hat Fichtmann wider- sprochen: cr spreche täglich den Dr. R o s e n f e l d. und dieser babe gesagt, die Amnestie komme doch noch zustande. Die andere Zelle neben Fichtmann sei unbelegt. Inzwischen ist ein Telegramm vom Generalkonsul aus der Schweiz eingelaufen, in welchem gemeldet wird: Schrei- b e r habe srklärt, cr werde nur der Vorladung als Zeuge Folge leisten, wenn ihn: vorher 4000 M. ssir seine Dienste, die er der Polizei in München geleistet habe, gezahlt würden. Hierzu spricht sich Staatsanwalt Dr. Ort mann dahin aus: Ich habe bekanntlich erklärt, dasi es schliesslich doch wohl sich ermög- lichen lassen würde, die 4000 M. zur Verfügung zu stellen. Nach- dem die Verteidiger aber unbegründete Vorwürfe deswegen gegen mich erhoben haben und ich von Ansang an kginen Zweifel darüber gelassen habe, dass ich auf Schreibers Erscheinen kein Gewicht lege, bab? ich nach dem Verhalten'der Verteidiger keinen Anlaß mehr, Anstrengungen zu machen, um die Hierhcrkunft des Schreiber zu ermöglichen. R.-A. Dr. Weinberg: Die plumpen und unerhörten Er- p r e s s ung s m a nö per des Schreiber, die er Tag für Tag vor- genommen, haben;bn doch als ganz charakterlosen Lumpen gekennzeichnet, dessen Angaben doch zur keinen Wert haben können. Die Geschworenen werden doch wohl auch keinen Zweifel darüber � heben, daß Schreiber ein großer Lump ist und auf die in den Akten niedergelegten Aussagen desselben gar kein Wert gelegt werden- kann. Erst wenn der Staatsanwalt auch seinerseits eine solche Er. lärung abgibt, würden wir auf eine persönliche Vernehmung Schreibers Verzicht leisten können. Bon der Loyalität des Herrn Staatsanwalts kann man wohl eine solche Erklärung erwarten. Staatsanwalt Dr. Ortmann: An meine Loyalität braucht nicht besonders appelliert zu werden. Min Bestreben ist nur, die Wahrheit zu ermitteln. Aber ich kann nicht so weil geben wie der Verteidiger, den Schreiber ohne weiteres als einen Lumv zu bezeichnen, selbst wenn man unterstellt, dass er aus die 4000 M. keinen rechtlichen Anspruch bat. Taraushin kann ihm doch noch kein Vor- wurf gemacht werden, denn er soll aus der Schweiz kommen und setzt sich grossen Unannehmlichkeiten aus. auch Ge- fahren für Leib und Leben. Er muh doch befürchten, dass ihm von kommunistisechr Seite«in Leid zugefügt werde. Diese Furche ist doch auch nicht unbegründet. Deshalb kann ich nicht so leicht- fertig sagen: er ist ein Lump! R.-A. Dr. Weinberg: Diese Bemerkung beleuchtet grell die Psychologie, aus der heraus dieser Prozeß entstanden ist. Es ist in keiner Weise dargetan, daß von linksradikaler Seite solche Gewalt- akte geplant oder ausgeführt werden. Wir behalten uns unsere Bs- schlusssassung vor. Unter den weiter vernommenen Alibizeugen, die bekunden, daß Fichtmann in dec� Nacht vom 2. zum 3. August nicht bei der Mord- tat beteiligt gewesen sein kann, befinden sich auch dessen Bruder und Schwester. Erstercr bekundet, daß sein Bruder mit ihm in jener Nacht in einem Bett geschlafen habe. Er gibt zu, an jenem Raubzuge beteiligt gewesen zu sein, wegen dessen sein Bruder verurteilt worden. Der Bruder fei geistig manchmal wie abwesend, der Baier sei in Dalldorf gewesen. _ ES folgen noch einige Leumundszeugen für H o p p e, die über- einstimmend aussagen, dass Hoppe ein weichherziger, unter keinen Umständen �zu Gewalttaten geneigter Mann sei, der infolge seiner hypnotischen Veranlagung leicht von einem Dritten be- einslussbar sei. Nach der Mittagspause wurde der vom R.-A. Dr. Sieg- fried W e i n be rg geladene Zeuge Julius Meyer, Mitglied der Kommunistischen Partei, vernommen, welcher u. a. bekundete, dass der Zeuge Ottomac T o i f e l im Anschluß.an die Orlowski-Sache erzählt� habe, er habe jetzt eine grosse Sache vor, wenn sie ge- linoe, so wäre einer der größten Spitzel erledigt. Toifel habe ihm bald darauf erzählt, daß sich eine kommunistische Mörder- zentrale gebildet und beschlossen habe, jhn, Zeugen, zu er» schiehen. Toifel habe stets prädistiert, die Politik der Kommunisten sei zu waschlappig, er sei mehr für Gewalt, für die Propa- ganoa der Tat. Der Zeuge Tischler Paul Hoppe, Vater des Angeklagten Hoppe, bekundet, daß cr selbst sibon in seiner Jugend mit den' Nerven zu tun gehabt und OhnmachtLanfälle gehabt habe. Sein Vater sei Gewohnheitstrinker gewesen und im Delirium ge- starben. Er, Zeuge, Halle seinen Sohn für sehr weichherzig und mitleidig. Es folgt nunmehr die mit Spannung erwartete Vernehmung des vielgenannten Zeugen Toifel, der bis zu seinem Erscheinen im Gerickstssaal in einem geheim gehaltenen Zimmer untergebracht worden war, um ihn vor etwaigen kommu- nistischen Terrorakten zu schütze n. Der Vorsitzende erläßt die Mahnung an den Zuschauerraum, sich absolut ruhig zu vcr- halten, anderenfalls er den Raum räumen lassen würde. Ter Zeuge Otmar To i fl(ni.bt Toisel) ist ein blasser schmück:- tiger junger Mensch, der ini: höflicher Verbeugung vor den Ge- schworenen den Saal betritt, begleite! von mehreren Beamten'n Uniform und Zivil. Ter Zeuge bekundet: Ich bin n i ch t P o l i ze i- a g e n t und habe auch nichts m i j der a n t i b o I s ch e w i st i- scheu Liga zu tun. Ich war in der österreichischen Armee Fähnrich. Nach dem Kriege bin ich nach Berlin gekommen und dann nach der Revolution bei der Neichtwehr eingetreten. Dort habe ich wie j.dcr Solsat meinen Dienst geleistet, mit der Polizei habe ich nichts zu tun. Vorher war. ich mit kommumstischen Kreisen in Berührung gekommen und der Vater Fichtmann und ander- haben mir nahegelegt, doch bei der Reichswehr einzutreten und Propaganda für den Kommunismus zu treiben. Ich habe das auch versprochen, ohne docu Kommunist zu sein, wofür man mich wohl gehalten hat. Ich babe aber keine Propaganda gemacht, auch nicht als Spitzel mich betätigt und der Polizei leine Nachrichten aus kommunistischen Kreisen gemacht. Ich habe mit FichtmannS ic,eundschaftlichsn Verkebr unterhalten und bin auch nach meinem Eintritt in die Reichswehr, woäch Unteroffizier war, häusiger, auch in Uniform, in dem Fichrmannschen Lokal gewesen. Tort Hobe ich verschiedene Kommunisten kennen gelernt. Ich habe die Leitsätze der Kommunisten aus eigenem kennen lernen wollen, war aber sehr enttäuscht, als ich sah. daß die Bewegung von gewissen Elementen ausgenutzt und zu Verbrechen ge- trieben werden sollte. Darüber bin ich mit den FichtmannS mehr und mehr auSeinandergekemmen. Vors.: Ist in den Zu- sannnenkünften bei Fichtmann auch t.?n einer Propaganda der Tat gesprochen worden? Zeuge: Jawohl. Es wurden sogar durch Zirkular M i t g l l e d e r gesucht, die„nichts zu verliere» hätten". Vors.: Sie entsinnen sich aus den R a u b ü b e r fa l l, der in der Nacht vom 81. Juli zum 1. August auf den Diamantos» Händler Orlowski verübt worden ist. War der Angeklagte Max Fichtmann dabei? Der Bruder des F. hat hier erklärt, daß di-S nicht der Fall sei. sondern er selbst dabei gewesen sei. Zeuge Toifl: Nein, nur Max Fichtmann war dabei! DZeuge Hugo 1 Fichtmann tritt vor und erklärt laut: Ich erkläre, daß ich da- bei war und nicht Maxl Toifl: Das ist eine bodenlose. Lüge! Zeuge Fichtmann: Toiil war bei jener Tat der Anführer, der den Schlag auf Orlowski ausgeführt und den Sch uss auf ihn abgegeben hat. Aus Befragen des V»r- sitzenden bekundet der Zeuge Toifl weiter: Der Angeklagte Fichtwann habe sich auch zur D-Abteilung(Terror-Abteilung) gemeldet gehabt. Das fei eine ganz heimliche �ache: sie habe den Zweck, Spitzel wegzuräumen. Diese T-Gruppe werde wieder aus dem Material oec Kampftruppe gebildet; die letztere umfasse nur solche Männer, die mit der Waffe ausge- bildet sein müssen oder denen leicht der Wasfengebrmich beigebracht werden könne. Diese Gruppen seien nicht aus sich heraus gebildet worden, sondern der Leiter sei ein A r b e i t e r r a t im Neuköllner Nathans gewesen. Am 2. August sei er abends im Fichtmcmnschen Lokal gewesen und sei dort bis 2 llbr nackts geblieben. Mar Fichtmann sei bi** zu dieser Zeit nicht nach Hause gekommen, so daß seine Mutter schon Besorgnisse um ihn äusserte. Am zweiten Tage nach dem kritischen Sonnabend, 2. August, also am Montag, 4. August, sei er im Obstschen Lokal gewesen und d»rt babe er gehört, wie ein gewisser I a s che k und ein gewisser Schulz sich'm Flüsterton darüber unterhielten, dass am Tage vorher ein Vergnügen bei Obst stattgefunden habe, bei dem die Schwester Fichtmanns stark angezecht ncincstn sei, so dass sie Angst gehabt hätten, sie könnte etwas über Blau ausplappern. Nun babe' cr, Zeuge, gesragt, was denn eigentlich los sei und wer denn Blau sei? Jaschek babe ihm geantwortet, Blau ist ein Spitzel, der in de« Nacht vom Sonnabend zu Sonntag um die Ecke gebracht worden s«i. Schulz sagre noch: Fichtmann sei mit der Tat von der Terror- Gruppe beauftragt gewesen, Schulz habe selbst der Terrorsitzung beigewohnt. Auch die Todesart sei genau beschrieben worden. AIS Täter sei ihn? Max Fichtmann genannt worden und der Zeunc Hugo Fichtmann hob: ihm dann noch gesagt, dass auch«*l gewisser Franz. der Fichtmann gegenüber wohnt, beteiligt gewesen sei. Als dann die Nachricht von dem Auffinden der Leich« durch die Zeitungen bekannt wurde und die Auslobung von ZOOV M. für die Ermittlung der Täter an den Säulen erschien, habe er den Max Fichtmann gefragt:„Fürchtest Du denn nichts? Bon- der Sache wissen doch schon reetzt viele, beispielsweise die„Wand er- vögcl", und diele könnten doch durch die Belobnuna zum Plan- dern verleitet werden und Verrat üben." Fichtmann habe darauf erwidert:„Zl ch w a S. Verrat: wer mich verraten will, mnß sterben»nd ich auch. Wenn alle Stricke reißen, wende ich mich au d e n' L e i t e r der D- G r n p p c. der als Arbeiter- rat im Raibaus in Neukölln sitzt." Ter Zeuge Toifl hat dann am folgenden Donnerstag durch eine Nütelsperson durch einen Brief die Kriminolvolizei verständigt.— Es schließt sich fiwran eine grosse Reihe von Fragen und Gegenkragen, in deren Erledigung Toifl dm oben angeführten Vehanvtungen des Zeugen Meyer be. streitet. Zeuge? Das ist ja alle? Schwindel! Der Zeuge Meyer bleibt entschieden dabei und macht dem Toifl verschiedene Vorhaltungen, die damit enden:„Otto, sage die Wahrheit, Du bast jetzt viel gelogen!" Zeuge Toifl fügt seinen Aussagen noch hinzu: Als Max Fichtmann wegen de? AeherfallS verhaftet worden war. habe Frau Fichtmann nach Bekanntwerden von dem Morde erklärt: „Wenn sie dem Max auch da noch was naebweiken können, dann nehme ich niir das Lebe n!" Zeuge Toifl aibt zu, dem Kriminalkommissar Dr. Riemann gegenüber fälschlich ge- sagt zu haben, dass er den Fichtmann nicht kenne. Er habe dieS getan, weil er den Terror fürchtete. Den vielgenannten Schreibe« kenne er nicht. R.-A. Dr. Weinberg richtet noch zasslre'ch« Fragen an dsn Zeugen Toifl: Ob ibm der Oberleutnant v. W e kl a r v Aufträge volitifcher Natur e-eeben Hab» Aukträae zur Beseitigung nn« i beguemer Persönlichkeiten, z. B. de? Fichtmann. ob er von d«m Hauptmann v. Ledebaur solche Austräge erhalten babe. ob er nie- mals einen Kommvnisten habe veranlasien wollen, einen Svitzel zu ermorden und ins Wasser zu werfen usw.»stv. Der Zeuge v«r- nein! alle diese Fraaen und erklärt schkiek-lich:„Da? geht mir doch über die Hutschnur!" Vors.: Können Sie beschwören, dass Max F'chtmann Jbnen zvaeoeben. an dem Morde teilgenommen zu haben? Zeuge: Das kann ich beschwören! Fichtmann: Das ist ebenio gelogen, wie die Behauptung, dass er am 2. August den ganzen Tag in meiu-m Lok-st gewesen sei. DaS ist von A bis Z gelogen! Zeuge: Das ist wahr! Fichtmann: ES ist gelogen. Um 5 Uhr wird die Verhandlung auf Freitag Slh Uhr vertagt. 70) Segen öer Eröe« R o m an von Knut Hamsun. Tie Sache sollte ihn nichts kosten, gar nichts. Aber sie müsse doch etwas Geld haben, nur eine kleine Summe; sie brauche Geld zur Reise und für den Zahnarzt, außerdem brauche sie ein Mantlett und noch verschiedenes andere, aber das müsse ja nicht sein, wenn es ihm unangenehm sei. —„Du hast bis jetzt schon Geld genug bekommen." sagte Axel.—„So," erwiderte sie.„Das ist aber jedenfalls nicht mehr da."—„Hast du denn nichts zurückgelegt?"'—..Zurückgelegt? Tu kannst ja in meiner Kiste nachsuchen. Ick hob' auch in Bergen nichts zurückgelegt, und dort hatte jch doch einen viel größeren Lohn."— ,�}ch Hab' kein Geld für dich,' sagte er.. Are! hatte keinen rechten Glauben daran, daß Barvro von dieser Reise zurückkommen werde, und sie hatte seine Geduld mit ihrer Kratzbürstigkeit so über alle Matzen ge- prüft, daß er anfing, ibrer überdrüssig zu werden. Es ge- ang ihr schließlich auch nicht, eine nennenswerte Summe ans ihm herauszupressen, aber er sah durch die Finger, als sich einen ungbbenren Mundvorrct einpackte, ja. er fuhr sie und ibre Kiste selbst hinunter ins Dorf zum Postboot. Nun war es also geschehen. Er hätte ganz gut wieder allein auf der Ansiedlung 'ein können, er war es von früher her gewöhnt, aber er mar jetzt durch seinen Viehstand all-usehr gebunden, und wenn er einmal von Hause abwesend sein mußte, waren die Tiere nicht versorgt. Der Kaufmann hatte ihm geraten sich Oline kommen zu lassen, sie fei doch einmal mehrere Fahre auf Sellanraa gewesen, allerdings sei sie jetzt alt aber noch rührig und arbeitsam. Ja, Axel hatte nach Oline geschickt, aber sie war nicht gekommen, und er hatte auch nichts von ihr gehört.____ Während Are! auf sie wartet, fallt er Holz rm Walde drischt seine kleine Kornernte und besorgt seinen Viehstand. Es war einsam und still um ihn. Hie und dq kam Sivert von Sellanraa vorbei auf der sisahrt ins Dorf oder vom Dorf-urück; hinunter führte er Brennhcl., oder Häute od?» Käse,"aber zurück kam er fast immer leer, der Hof Sellanraa brauchte nicht viel Waren zu kaufen. Hie und da stiefelte auch Brede Olsen an Maaneland vorbei und in der letzten Zeit häufiger als sonst— wer konnte wissen, was cr hier so eifrig, so fleißig zu laufen hatte! Es war, als ob er sich noch in den letzten Woche.: an der Telegraphenlinie unentbehrlich macken und den Posten behalten wolle. Seit Barbro abgereist war, kam er nie mehr zu Axel herein, sondern ging nur rasch vorbei, und das war doch vielleicht ein gar zu arger Hochmut von ihm, da er immer noch auf Breidablick wohnen blieb und nicht abgezogen war. Eines Tages, als er vorbeigehen wollte, ohne auch nur zu gnißen, hielt ihn Axel auf und fragte, bis wann er den Hof zu räumen gedenke.—„Aus welche Weise host, du dich von Barbro getrennt?" fragU Brede dagegen. Das eine Woi t gab das andere:„Du hast sie ohne Mittel fortgeschickt. Es war nahe daran, daß sie nicht einmal bis Bergen gekommen wäre." „So. sie ist also in Bergen?"—„Ja. schließlich sei sie hingekommen, schreibt sie, aber dir hat sie nicht dafür zu danken."—„Ich werde dich jetzt sofort' aus Breidablick Him auswerfen." sagte Axel.—„Ja, weil du seither so gutherzig gewesen bist," erwiderte der andere spöttisch.„Nach Neujahr werfen wir uns selbst hinaus," fuhr er fort und ging dann seines Weges. So. Barbro war nach Bergen gereist, es war also genau � so gegangen, wie Axel sich gedacht hatte. Er war nicht be- i trübt darüber. Betrübt? Weit davon, sie war ein Zank-. teufel, ober bis setzt hatte er doch noch nicht alle Hoffnung � aufgegeben gehabt, sie würde doch vielleicht wiederkommen. Er wußte beim Henker nicht, wie es zuging, er hing doch ein bißchen zu fest an dieser Person, an diesem Ungeheuer; zuzeiten konnte sie. sehr lieb sein, unaussprechlich lieb, und gerade, um sie zu hindern, nach Bergen davonzugehen, war er beim Abschied mit Geld so geizig gewesen. Und nun war sie doch auf und davon gegangen. Bon ihren Kleidern hing noch dies und das da, und ein Strohhut mit einem Flügel daraus lag in Papier gehüllt droben auf dem Bodenraum; aber sie kam nicht ihr Eigentum zu holen..Ach ja, vielleicht war er doch ein wenig betrübt!� Wie Spott und Hohn erschien es ihm. daß er immer noch ihre Zeitung erhielt, und das würde wohl auch vor Neujahr nicht aufhören. Aber schließlich hatte er. doch an anderes zu denken, er mußt? ein Mann iein. Im«Friihiabr mußte er an der Nw-dwand des Neu- haus eine Scheune anfügen, jetzt im Winter mußten die Stämme dazu gefällt und die Bretter gesägt werden. Axel hatte keinen zusammenhängenden Wald mit großen Bäumen, aber da und dort standen auf seinem Grund und Boden mächtige Föhren, und er suchte sich solche am Wege naci; Sellanraa aus, damit sich das Hinschaffen der Stämme nach dem Sägewerk leichter bewerkstelligen ließe. Eines Morgens füttert er sein Vieh sehr reichlich, damit es bis zum Abend ausholten kann, schließt die Türen hinter sich zu und gebt in den Wald; außer Art und Mundvorrat nimmt er noch eine hölzerne Schnrichausel mit. Da? Wetter ist mild, gestern tobte ein schwerer Sturm mi: Niederschlägen, aber heute ist e? still. Er geht den gainen Weg an der Telegraphenlinie entlang, bis er zur Stelle st dort zieht er seine Jacke aus und fängt an zu hacken. Jede: Baum, den er fällt, zweigt er sofort ab, haut die Bal?»n zurecht und schichtet Zweige und Scheiter auf Haufen. Brede Olsen kommt den Weg herauf, dann ist alio die Linie wobl durch den gestrigen Sturm in Unordnung ge- raten. Aber vielleicht lief Brede auch ohne besonderen Grund die Linie ab, er mar sehr eisrig im Dienst geworor, er hatte sich also doch gebessert. Die Männer sprachen nich' miteinander und grüßten sich auch nickt. Axel merkt wohl, daß das Wetter im Begriff ist. uinzu schlagen, der Wind wird immer stärker, ober Axel arbeitet nur eifrig weiter. Die Mittagsstunde ist längst vcrbei, abe- er hat noch nichts gegessen. Jetzt eben fällt er eine gross- Föhre, und diese schläat ibn in ihrem Fall zu Baden W ist das zugegangen? Unglück war unterwegs. Eine Riese"- fähre schwankt auf ihrer Wurzel, der Mensch bestimmt ihr eine Seite zum Fallen, der Sturm eine andere. Der MeMch verliert. Es wäre noch angegangen, allein der Schnee deck?? den unebenen Boden, Axel trat fehl, sprang auf die Seite und kam mit einem Bein in eine Felsspalt�, nun log ei zwischen Felsen eingeklemmt und hatte eine große Föbre über sich. Jawohl, es hätte trotzdem noch angehen können, allem er lag so ausgesucht verdreht, allerdings, soweit er füblen konnte, mit ganzen Gliedern, aber schief und ohne eine Möglichkeit, sich unter dem schweren Gewicht hervorzuar- beiten. Nach einer Weile hatte er die eine Hand frei, aul der andern aber liegt er. und er kann die Axt nicht erreichen Er steht sich um und uberlegt, wie jedes gefangene Tier es auch gemocht hätte, siebt sich um und überlegt und arbeitet und müht sich unter dem Baum. Brede muß in einige? Zeit auf dem Rückweg wieder vorbeikommen, denkt er und müht sich ab und atmet schwer.(Forts, folgt.) Die berliner KmanZen. Erhöhung des Gaspreises. In d«r B«rri««r Sia!>tt>srord«etsnversammlun l u tz u n s äh i g k e i t eintrat; als Stadtverordneter mutz ied freilich sagen, dvtz es noch nie einen Vorsteher gav, der in dics'm Saale die Objektivität, deren gerade er sich zu be sleitzigen hat, so sehr verletzte.— Redner legt dann eingehend dar. datz für die llebergangszeit ein Preis normiert wird, der annähernd den Herstellungskosten cnlsprickl. Berlin stehe b'nächtlich dss Preises keineswegs an der Spitze der deutschen Kommunen. Es sei ein Defizit von 2? Millionen zu decken. Dr. Wehl sU. Soz.) hält für geboten, gegen diese Art der, Vel-mik Front zu machen. Er habe gar nickt nötig gehabt, so zu nl-rfahren, wie ihm vorgehalten werde. Ein Fraktions- beschlutz der U.� Soz. sei' dahin gegangen, alles zu tun, nm eine so verhängnisvolle Vorlage nicht zustande kommen zn Has an. Von einer Sabotage sei keine Rede. lWie nennt Herr Weil da? denn? D. Red.) Tie Gaswerke ständen technisch und kaufmännisch nicht auf der Höhe, tseit vorigen Oktober seien Vorschläge zur Vereinfachung und Verbilligung von den A r- beit erVertretern gemacht worden; aber die Direktoren hatten sie samt und sonders abgewiesen. L i« b i g(Bg. Vgg.) stimmt der Erhöhung zu. Tove(Dem.): Wenn die städtische Gaswerksverwaltung so schlecht ist, so kann das doch wirklich nicht ermutigen, weiter zu sozialisieren. Wenn es nicht anders geht, mutz eben gezahlt wer- den: darum stimmen wir für die Vorlage. Koblenzer(S. P. D.): Wenn Dr. Wehl von Demagogie sprtw, deren ich mich schuldig gemacht haben soll, so brauche ich darauf wohl nicht weiter einzugehen. Nach dem Rezept des Kol- lea»i� Wehl kann überhaupt nicht gearbeitet»erden. Dr. Lev y(Dem.): Die seit Ende Mai eingetretenen neuen Erhöhungen der Löhne und der Kohlenprrise rechtfertigen an sich die Steigerung des Gasprcises auf 1,25 M. durchaus. Der Hinweis auf das billiger arbeitende Charlotten- bürg trifft durchaus daneben. Das Automaterigas haben wir längst zu billig abgegeben.< Der Kämmerer tritt Wevl und seiner Politik, die zur stärksten Belastung der Massen führen müsse, schars enr- a-gen. Es fei kein Kunststück, die Ausgaben zu bewilligen und die Deckung den MehrheitSsozialiswn zu überlassen und böchstens mit persönlichen Angriffen zu operieren.> Große Unruhe und andauernde Zurufe bei den U. Soz.) Im Interesse der Finanzen Berlins müsse die Vorlage angenommen werden. Dr. Lammerich(Z.) wird mit seinen Freunden für die E höhung stimmen, die die unverantwortliche Finanzpolitik der N. Toz. nötig gemacht habe. Weise(U. Soz.) polemisiert gegen Koblenzer. Auch im nen-n Grost-Berlin werde sich die U. Soz.-Fraktion ihrer Berant- wortung voll bewußt sein.(Bisher waren sie sich derselben noch n i c bewußt. Die Red.) Persönlich weist Dr. Wehl die vom Kämmerer gegen ihn und seine Partei ausgesrpochene Verdächtigung zurück, daß er(Wehl) In der besseres Wissen behauptet habe, er und seine FraktionSge- nossen hätten Verbesserungs- und Verbilligungsvorschlägc gemacht. D er Kämmerer habe objektiv die Unwahrheit gesagt. In der Abstimmung wird die Vorlage gegen die Stimmen der U. Soz. angenommen. Ein Antrag der Bg. Vgg. verlangt vom Magistrat in 7 zum Teil detaillierten Fragen Auskunft über die Gründe der Verzögerung der Rechnungsprüfung seit llllS— 1917, über den Termin, zu dem die JahreSrechnung für 1318 vorgelegt werden wird, und über den voraussichtlichen Fehlbetrag des Jahres 1313. Ten Antrag begründet Pfarrer Koch, dem sofort zu Beginn seiner Rede von der Seite der U. Soz. der Zuruf»Demagoge�' ent- gegenschallt. Es entsteht Unruhe, der Redner hält inne; �tadtv. Ulrich meldet sich als derjenige, der den Ruf ausgestoßen hat, und fügt hinzu:„Ich bleibe dabei." Darauf Koch: Nachdem festgestellt, daß Herr Ulrich den Ausdruck gcvraucht hat. verzichte ich auf den Ordnungsruf.(Lachen bei den U. Soz.)— Herr Koch verbreitet sich dann über die..Mißwirtschaft" des Magistrats, über die skandalöse Verschleppung der Prüfung, besonders der Baurechnnngcn, fragt, wie die schwebende Schuld von 11- Milliarden gedeckt werden soll und ob der Fehlbetrag von 1313 nicht doch höher al 2?3 Millionen Mark sein wird. L ö s e r(Dem.) und der Kämmerer B ö ß stellen fest, daß die Kriegsjahre die Verwaltung der Stadt aufs Schwerste beein trächtigt und die zeitweise Zurückstellung der Rechnungsprüfung unvermeidli chgemacht hätten. Mit 1321 werde die Prüfung jedoch beendet sein. Die Kasse sei durchaus in Ordnung gehalten worden; es handle sich nur um formale Schwierigkeiten auch beim Ab- schluß für 1318. Ter Abschluß von 1313 werde demnächst vorliegen. Der Abschlus, für 1918 werde einen Fehlbetrag nicht ergeben. Das kolossale Anschwellen der schwebenden Schuld erkläre sich aus der Beschaffung gewaltiger Massen von Lebensmitteln, wobei die Konjunktur ausgenutzt werden mußte. Wie groß die Verluste ans der Valutadiffercnz sein werden, lasse sich noch nicht übersehen. Seit Dezember 1318 habe das R e i ch nichts mehr er- stattet, und Berlin werde auch nichts mehr erstattet erhalten. Nach /in er kurzen Bemerkung des Stdtv. 2 ö w y psoz.), der sich durch oic Antwort des Kämmerer? völlig befriedigt erikärt, zieht Koch unter der Heiterkeit der Mehrheit den Antrag zurück. Ein weiterer Antrag von derselben Seite betrifft die durch die Kricgswirtschastsbctricbc entstandenen Verluste; er gliedert sich in 12 Einzelfragen. Auch hier liefert.A o cb die Begründung. Es stebe noch immer die Antwort aus, wieviel Lebensmittel verloren gegangen oder der menschlichen Nahrung entzogen worden, weil sie keine Äbnehmcc fanden. Es handle sich dabei um Hunderte und aber Hunderte van Waggons mit Gemüse und dergleichen. In allerletzter Zeit soll der Magistrat für nickt weniger als 3'2 5 Millionen Bohnen angekauft haben, die nicht abzusetzen waren. Den Verlust habe bier ebenso wie beim Dörrgemüsc der Steuer- zabler zu tragen. Eine solche Wirtschast würde als Privatbetrieb unmöglich sein. Die Zwangswirtschaft habe FiaSko ge- mack" und müsse abgebaut werden; durch die Beibehaltung schädige der Magistrat nur die Bevölkerung. Mit Plataten, in denen er seine Sckuld auf die Landwirte abzulenken suche, trage er nur noch mehr Erregung in die sÄon so erregte Einwohnerschaft. Bürgermeister Tr. Reickc: Aus inanchc der 12 Fragen würde sich erst in 3 Monaten Antwort geben lassen. Die Form der Fragen ist so inquisitorisch, daß die Tendenz nur zu deutlich bervortritt. Es ist rast ein Wunder, daß die Kriegslvirtschaft, wobei 1 Milliarden umgesetzt worden sind, mit nur 12 Millionen Verlust- abschließt. In der Kartoffelwirtichaft war der Verlust 7 Proz., ein ganz normaler Schwund; bei der Obst- und Gemüseversorgung 6,7 Proz. bis 33. April 1923. Daß der Magistrat sehr große Vor- räte anschaffte, ist nickt als Vortvurf anzusehen. Nach dieser Erklärung zieht Koch auch diesen Antrag zu- rück. iAba! und große Heiterkeit bei den IL Soz.) Im Anschluß an den Antrag BarkowSki(Soz.) auf Errichtung xiner StcAerbcratungSstcllc wird beschlossen, daß festgestellt werden soll, ob und wieweit in den Vororten bereits solche Einrichtungen bestehen, die zur Uebernahme geeignet sind. Die Frag« des Beiintts der Stadtgemeindc Berlin zu einem zu gründenden Arbeitgeberverband deutscher Ge- mein den wird der Gemeinde Groß-Berlin überwiesen.— Tie Erhöhung des WasserpreiseS von 53 auf 73 Pf. pro Kubikmeter von der Standausnahm« im Juni 1323 ab wird beschlossen. Die Neuregelung der Gebäller der Lehrpersonen wird mit einigen Modifikationen, die von den Demokraten, den �Sozialdemokraten und den Unabhängigen Sozialdemokraten im Interesse der Rektoren beantragt sind, im übrigen nach der Ma- giitratsvorlagc angenommen; ein weitergehender Antrag der Bürgerlichen Vereinigung bleibt in der Minderheit. Eine große Anzahl von Vorlagen, Nachtragsvorlagcn und un- gedruckten Vorlagen wird genehmigt. Zuletzt kommt nni"<13 Uhr noch eine erst nm_ Nachmittag eingegangene Vorlage zur Verhand- lung, die die Mietung von 6333 Quadratmeter Burcauräumcn im Hause Klosterstr. 83-85 betrifft und zirka 2 Millionen Mark erfordert. Tie Vorlage ermöglicht die Schaffung bzw. Wieder- beschafsung von etwa 7 5 Wohnungen im Zentrum und wird um dieses ioziolen Zweckes willen angenommen. Um Mitte Juli muß in den Ferien uockt eine Sitzung statt- finden, in der die Frage des allgemeinen Verhältnisses der Löhne usw. der Arbeiter und Beamten zueinander beraten werden soll. Bei de» wciteercn Ausführungen de? Redners entstand ein offenbar gegen die Person des sozialdemokratischen Red- ners gerichteter unabhängiger Skandal, der ganz besonders im Hinblick auf den Zweck der Versammlung tief bedauer- lich war. Ter Lärm übertönte jedes Wort und der Redner mußte abtreren. Zwei eingelaufene Resolutionen, die folgende Grundforderungen enthalten, wurden angenommen: Rücksichtslose Erfassung des verfügbaren Wohn- raumS unter Mitwirkung wohnungsloser Mieter. Einstellung einer weiteren Milliarde Mark in den neuen Etat de? Reichs zur Gewährung weiterer Buutonen- Vorschüsse und zur schleunigen Förderung des Kleinwohnungsbeues. — Steigerung der B a u st o s f e r z e u g u n g durch aus- reickende Belieferung der Baustoffbetriebe mit Kohlen.— Verbot des Abbruchs von Baustoffbetriek- n(Ziegeleien usw-L Ausbau des Beschlagnahmerechts an Baustoffen aller Art.— Sozialisierung g e r Zement- und Kalk- i n d u st r i e und weitestgehende Unterstützung ler von der deut- scheu Bauarbeiterschaft eingeleiteten S o z i a l i f i e r u n g d c r Baubetriebe.— Beseitigung des privatkapitalistischen WobnimgSwnchers. Unterstützung gemeinnütziger Siedlungsgesellschasten. Ueberführung des Besitzrechts am Boden in die öffentliche Hand; Belastung des Bodci.ö mit der Grund- Pflicht intensivsten Anbaues zur Hebung der Lebensmittel- erzeug u ng. Die Versammlnngsteflnehmer zogen vielfach in zesch'oisenen Zügen in ihre Bezirke zurück._ Masseuk«»dflebung der Angestellte». Tie Vollveriammlunq aller Angestellten der Reichs- und Staatsbetriebe hat kürzlich zwecks Verbesserung des Teiltarifvertrages beschlossen, in Ziisamnienarbeir ntil den be- teiligten wirtschaftlichen Organisationen den Zusammen- schluß d e r A n g e st e l l t e n r ä t e herbeizuführen. In Verfolg dieses Bes-blusseö fand am gestrigen Nachmittag eine Protest- knndgebung im Lust garten statt, die zaaireich besucht war. Die Angestellten moricvierten in geschlossenen Zügen auf und führten zahlreiche Plakate mit sich, die sich gegen die Rick t- linien zum Reichstarisvertrag. gegen den zehn- prozentigen Steuerabzug und gegen gewisse höhere Beamte richteten. Es sprachen Mühlenkamp vom Bund der technischen An- gestellten und K o b e l t und K a m i e r o vom Zentralverband der Angestellten. Dazwischen versuchten auch.wilde" Redner zu Worte zn kommen. Die Versammelten beauftragen ihre Vertreter, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln dahin zu wirken, daß 1. die Einreihung in die einzelnen Gehaltsgruppen unver- züglich unter AiiSichaliung der einseilig erlassenen vertragswidrigen rigorosen Ausführungsbestimmungen erfolgt; 2. für jeden, auch den jüngsten Angestellten trotz aller Abzüge ein Einkommen Verbleibi, das ihm ein menschenwürdiges Daiein ermöglicht;, 8. der im April in Erwartung einer entsprechenden Gehalts- erhöhung gezahlte Vor�mß niedergeschlagen wird, tocil die Tarifgebälter die Rückzahlung ohne Gefährdung der Ex i il e n, nicht ermöglichen bezw. denjenigen Angestellten, die den Vorschuß trotz der mehrfachen Regierungserklärungen über- banpl nicht erhallen haben, eine Summe in gleicher Höhe nach- gezahlt wird; 4. den Angestellten, um dem augenblicklichen Notstand zu steuern, sofort eine besondere Entschuldungssumme gezahlt wird; ö. für die zur Verhandlung stehenden Soziolleistungen, welebe- in der im Regierungsentwurf vorgesehenen Form als enr- würdigend und völlig undiskutabcl abzulehnen sind, der Entwurf der Arbeitnehmer ausschließliche B e r- Handlungsgrundlage bildet. Eine dahingehende, einstimmig angenommene Entschließung wurde an die Adresse der Gewerkschaften mit dem Auftrage gerichtet, den Wortlaut zu geeigneter Zeit den Unterhändlern der Regierung zu übergeben. Von einem Demonstrationszuge wurde Abstand genommen. Die� Versammlung ging in voller Ruhe auseinander. Die konstituierende Stadtverordnetenversammlung wird nicht, wie wir gestern mitteilten, am 6., sondern frühe st enS am 3. d. MtS. zusammentreten. GrvßGerün Aufruf zur Pflicht! des P a r t e i v o r st a n d e S wird uns ge- AuS de« Bureau scb rieben: Am 11. Juli entscheidet sich in der Volksabstimmung das Schick- sal M a s u r e n s u n d g r o ß e r Teile West- u n d O st- Preußens. Alle diele Gebiete sind nach der Geschichte und nach der Art der großen Mehrzahl der Bewohner deutsch. Sie bel Deutschland zu erhalten und nicht an Polen auszuliefern, ist ein Ziel, das im Interesse des g a n z e n deutschen Volkes wie der Abstimmungsgebiete selbst mit größtem Eifer verfolgt werden muß. Auch die Sozialdemokratische Partei Deutsch. d.i Ii d S erwartet von allen ihren ubstiinmungsberechtiglen Mit» «Uedern. daß sie am 11. Juli zur Abstimmung zur Stelle find um ihre Stimme für Deutschland in die Wagichale zu werfen LLie in Flensburg, so muß im Osten der AbstimmungStaa ,u einem überwältigenden Bekenntnis des Zu gehöria- keitSgefllhlS zu Deutschland werden. Gegen das Wohnmtgseleud. Zum Kampf gegen das Wohnungselend und die drohend« Ar- ceitSlosigkefl im Baugewerbe hatten die baugewerblichen A r- ögiterorgan isationen. der Bund technischer An- gestellten und Beamten, der Mieterverband Groß- Berlin und«in« Reih« am SxdlutisSwese» interessiextep Versine aufgerufen. Viele Dausende waren am DonnerStagnachmittag ibrem Rur gefolgt. Während der Zirkus Busch bis unters aDch gefiillt war, fanden gleichzeitig noch Versammlungen im Lu st garten statt, wo verschiedene Redner ebenfalls vor Tau- senden sprachen. Im Zirkus hatte Reichstagsabgeordnetcr Silber schmidt das Referat Übernoinmeil. Er führte auS: Eine der großen Ge- fahren, die gegenwärtig das deutsche Volk bedrohen, sind Wob- n u n g sn o t und W o h n n n g Se l e n d. die sich in erschreckender Weise bemerkbar wachen. Besonders stark bar die arbeitende Bevölkerung zu leiden. Der Bau von Nenwohnungen ist völli g unterblieben und die vorhandenen sind immer schleck- ter geworden. Dazu kommt der ungeheure Zuzug aus den besetzten Landesteilen. In Berlin allein haben sich16 333Fa- Milien gemeldet, 53 333 bis 63 333 Familien in Berlin wohnen zurzeit in Notwohnungen oder bei Verwandten. Was will es demgegenüber besagen, daß der Staat 1313 in Berlin die Her- richtung von 12 333 Notwohnungen und 4333 Dauer- Wohnungen durck Subventionen finanzierte. Von �en 4333 Dauerwohnuiigen harren noch über 8333 der Vollendung. Im übrigen hat man die Beschaffung von Mitteln zur Befrie- digung des oWhnungsbedürfntsses so gut wie eingestellt. Bis zur Neuregelung der finanziellen Unterstützungssragcn sollen Neu- bauten nicht mehr begonnen werden; die begonnenen sollen fertiggeftellt werden. Wenn man weiter bedenkt, daß das Woh- nungsbedürfniS im Reich mindestens eine Millio» F a m>- (teil übersteigt, so erkennt man die Größe der Gefahr. Tie Wirkungen können keineswegs dazu lieitragcn, den Gemeinstnn zu erhöhen. Ohne Abstellung dieses Notstandes wird man nicht daran denken können, den allgemeinen wirtschaftlichen Wiederaus- bau zu forde«,. Ein fingierter Raubüberfall. Für eine halbe iTOillion Lebensmittelkarten sollten kürzlich auS den Räuinen der 33. Brottemmission am Görlitzer User geraubt worden sein. Der Hilfsbeamte Walter B ö t tchc r wurde in einem Zimmer der Komtnission geraume Zeit nach«chluß der Bureaustunden besinnungslos am dem Fußboden liegend aufge- funden und mußte nach dem KrankenbalUs gebracht werden. So erschien es zunächst ganz glaubhaft, als er bei der Vernehmung angab, daß er überfallen, gefesselt und geknebelt worden sei und daß die Räuber den ganzen Posten Lebensmittel" karten erbeutet hätten. Die Beamten der Kriminaloolizci schöpf- t«n aber bald Verdacht. Tie Vermutung, daß der Uebersall e r> dichtet sei, hat sich jetz� bestätigt. Gestern wurde in der Frankfurter Allee 75 ein Ehausmir festgenommen, als er Lebens. mitteltartcn, die zu den angeblich geraubten geborten, verkaufen wollte, lieber die Herkunst dieser Karten zur Rede gestellt, gab er an, daß er sie von einer Frau Lindemann erhalten habe. Tier Beamten stellten nun fest, daß Lindemann und Böttcher zu- samuien den Plan faßten, der Kommission eine große Menge Lebensmittelkarten zu entwenden und zu Geld zn machen. Um diesen Diebstahl zu verdecken, wurde der.Raubüberfall" in Szene gesetzt. Unier der Last des BeweiSmaterials legten sie nach an- fänglichem Leugnen ein Geständnis ab. Das Gehalt der Magistratsmitgliedcr, der Direktoren der Gas- und Elektrizitätswerke ist nun geregelt worden. Der Magistrat ist dem Beichluß der Stadtverordnetenversammlung beigetreten. Danach erhalten nunmehr diese genannten Beamten neben einer Teuerungszulage von 2333 M. eine weitere von 53 Proz.. so daß der Oberbürgermeister setzt 77 333 M. bezieht, der Bürgermeister 33 533 M.. die S l a d l b a u r ä t e 29 333 M., die Stadt schulräte 24 533 M., die Stadträte 17 333 M. Zur Abgabe einer Steuererklärung für die Veranlagung zum Reichsnotovier widert das Landcsstnanzaml Grog-Berlin Aöt I. im Inseratenteil dieser Nummer auf Hroß-Oeriine? parteinach?!chten. Heute, Ä. Juli: 18. Abt. 318.. 319., 320., 324.. 325 und 327. Bezirk 8 Uhr Zwam- menkmift bei Heese, Memeler Str. 63. Jung sozialistische Vereinigung. Die letzte Gruvpenkonkerenz wählte den Kenoisen Kurt Weg» er zum««eschäjtssührer. Sämtliche Zufthtiften lind von jetzt ab an die neue Ge-chästSstellc zu richten: Kurt VZegner. Ber- l-n X 20. Euterstr. 8.— Lrtsgrupve Lich ter selbe. 8 Uhr im Jugendheim, Albrechtstc. t4a, Unteihattungsabend. 31. Abt. Familienausflug Sonntag nach Zepernick t.Vriesterwald'). Treffpunkt pünktlich 8 Uhr Promenade Wisbytr Straße, Schönhauser Allee. Nachbarabteilungen willtommen. TeUnebmerliste bei Goldtchmidt, Stolpische Straße 36; für die 32. Abt. bei Vogel, Kopenhagener Str. 14. Elnzcich- nungen bis Freitag. Anzahl der Kinder angeben. �ugenöveranftaltungen. H-utc Uhr: KönigSwufterhauIen. Jugeudheim, Gemeindeschule Kirchplatz: IMit» ollederversammluna.— Moabit. Jugendbeim, ZZaldenser Str. 20. Schule: Mitglied erverjmnmliin».—»eukollu-Süd. Jugendheim, Nogatstr. 53. Bortrag: Stcrrftrfurt'e.— Nied�ikchünhausen. �itnenbBeim, 1. Ge- mciiDeiifiulf, Blankenbiiig« Str. 69/70: Lcfeabend.— Nordost. Achtung, neues Solalt Aula der Efceircat|chu(c, Päsleurslr. J4/-ä6: Mltqlieder- Dcriammiung.— Osten Petersburger Viertel. Stratzmaimstr. 6: Mit. gliedekrieriammlimg.— Pankow. Knabenmittetschule, Wollanlftr. 13t: Milglieververiauimluiia.— Petershagcn. Lokal Vollak. Hennickendorf«? Stratze: Mitgliederversammlung.— Luden. Iugendkiubzimmer, Wilms- ftraf;e 10: Mitgliederversammlung.— TrePtow.Baunrschulenweg. ElsenKr. 3: Mitgliederversammlung.— Weißensee. Woellpromenade 1: Leseabend. Vorträge. Vereine unü Versammlungen. Reichsbund der.«iricgebcs.bädigteu, Bezirk Lüden. Heute 7 llhr, in der Schulaula Wiltusstr. 10: Außerordentliche Versammlung.— Ortsgrupvc Nord-Ost der Heimattreuen Oderschlesier. Heute Commerseit in den Räumen der Brauerei Julius Bötjmv. Prenzlauer SlUce'>42/�17.— Repu olikanischer Jübrerbund(Ortsgruppe l'icritüQn). Montag 7 Uhr Mitgliederversammlung bei Wals, Kirchliosilraxe, Ecke Wivver- stratze. Sport. Renne» zu Grunewald, Tonnerstag, 1. Juli. Kiesern- Jagdrennen. 22 000 M. 4000 m. chl. Eiders Glorie �Bismarck). Ich. �ustanclla lLewicki). 3. Alrrich(Falke). Tot.: Sieg 8: 10, 18:10, Platz 10. 11, 11. ferner liefen: Der Sogenannte 14). Knecht Rupprecht, Feldherr Rene<6>, Onix(5).— E i ch k a m p- Jagdrennen. 22 000 M. 3500 m. 1. Oceana(Schuldi). 2. Ophelia sMasialski). 3. Vierzehnte(Tarras). Tot.: Sieg 67: 10, �Blatz 10, 14, 15, Komtesse Macaroni(41, Radieschen(5), Mßmut (6). Ferner liefen: Harem lget.). Rotbart(ges.), Eichelkönig, Malching. Figaro langch.), Gallipoli II, Freundlich lgef,).— 3. Tattersall-Jagdrennen. Ehrenpreis dem siegenden Reiler und 22 000 M. 3500 m. 1. Wall(d. Falkenbauieni. 2. Minorca lv. Pelzer). 8, Samum(Freese). Tot,: Sieg, 43:10, Platz 18. 13, 27. Ferner liefen: Haut Brion(4),- Jodler(5),� Künstelei(6), Eitel, Talfahrt, Peredur, Hepenlind lausgsbr.).— 4. Metropole-Preis. Ehrenpreis und 42000 M. 1. Lallo (Walt. Müller). 2. Roiendaal(Edler). 3. Tantalus (Bismarcks. Tot.: Sieg 103: 10, Platz 36, 63, 56. Ferner Uesen: Rübe-ahl(41, Narwal(5). Siegerin II t6), Demetrius(gef,), Giroflee, Radom, Quertreiber, Gölterknabe(gef.I, Streit(gek.), Rosenkönig. Wellenbrecher, Rheinpreutzen(gef.), Doyo» (angcb.), Schnucki II(gef.). Fips(augeb.)— Havcl-Hürden- R e n n e n. 22 000 M. 2800 m 1. Lolie(Teichmann). 2. Npderich (ircholz). 3. Flamingo(Wurst). Tot.: Sieg 57:10, Platz 23, 89, 47. Ferner liefen: Sorna(4), Eimer(5), Wardar(6), Das Pupperchen. Löffelente(gef.), Rufa(gef.), Jgazgaio, Vehmlinde, Merovinger II (gef.), Glücksritter.— Heyden-Llnden-Erinnerungs- Nennen. Ehrenpreis dem siegenden Reiter und 30 000 MI 1. Honved(Frhr. v. Bercktem). ch2. Wolvoto(Freese). ch2. Hunding iv. Pelzer). Tot.: Sieg 97: 10, Platz 24. 31, 15. Ferner liefen: Minor(4), Kleiner Schlag, Durchbrucki, Ostry(ausgef.).— C a l- Vello-Preis. 22000 M. 2400 rn. 1. Hcnricus(Tyhr). 2. Markscheider(Jzmentz!). 3. Note(v. Keller). Toi.: Sieg 21: 10, Ferner liefen: Valerius, Doldt(5). Kiefer, Fischerin(gef.), Willberta, Ladro, Amor(4), Teita, Rio, Lorrssa, Rosendorn, Mein Leopold, Kantinier, Cariisima. Kreier Wander.bund. Sonnad-nb: Bernau— Hellse-, Mfahrt- nachmittags 5,40 Uhr vom Stettiner Aorortbabnhos. Sonntag: Hangels- berg— Marxsee— Strausberg. Abfahrt: vormittags S Uhr Schief, Äahnhof. Arbeiter.Radfahrervcrein.Grost-Berlin«. Sonntag früh 4 Uhr! Tour nach Prirosbrück— Dubrow, Nachm. 1 Uhr: Zeuthen, Seglerschloh, Start: Mariannenplatz. Arbeiter-Nadsahrerbund„Tolidaritüt«, II. Abteilung. Sonn- abend, abends 5 Uhr, nach Luckenwalde, Kloster Zinna, Sonntag, irüh 6 Uhr, nach Trebbin(Altes ischützenhaus). Geschäftliche Mitteilungen. „Der getreue Eckart«, eine neue Halbmonatsschrift sür das ganze deutsche Volk, wie ihr Herausgeber, Eurt A. Nitzsche, sie nennt, liegt vor uns. Wenn man beute allen Nerierscheuningen in der Literatur und aus dem weitverzweigten Markt des Zeitungen- und ZeitichrisienioesenS etwas allzu skeptisch sich gegenüberilellt, so findet das(eine begründete Erklärung in dem Wust von Unmöglichem und Minderwertigem, was aus diesem Ge- biet uns in letzter Zeit dargeboten Warden ist— neben mancher Perle allerdings, die aus dem oft wertlosen Tand in schönem Glanz beroor- lenchiele. Und zu dielen Perlen gehört„.Ter getreue Eckart". Namen wie Heutig, Eduard Bernstein, Stegeiwald, Eugen Zimmermann, Hedwig Hehl, Walter von Moio u. a. sind in dem ersten Heft mit wertvollen Bei- trägen vertreten. Die Zeitschrift ist im Verlage von Sans Robert Engelmann, Berlin W 15, erschienen. DeS Preis jedes Heftes beträgt 2 M., der Vierleljahrspreis 11 Vi. Wctterbvricht bis Soniiabeiid mittag. Sehr warm, ziemlich heiter, zunächst trocken, später im Westen etwas Regen bei mäßigen süd- westlichen Winden. Allen Freunden und Bekannten die traurige Räch. Ii s richt. daß bei Rohrleger WälheSm Trieb i Marianncnltraße 11, am Mittwoch, den 30, Juni, nach; | langem, schwerem Krankentager verstorben ist. Ein Leben voll Mühe und Arbeit hat ausgekämpft. Um stilles Beileid wird gebeten. Ottilie Trieb. Wiiw?) Aritz&raie als Schwieqersohn i Berlin. 3'cieöa Lrulr, geb. Trieb I Georg Sruse, Enkel i Luci««rni-, geb. Mendt/ Terlin-Duckow. Bio EinSicherung findet am Sonnabend, den 3. Juli, I mittags i Uhr, im Krematorium, Baumschulenweo, stall. I assFaso MW.SliSllWkek!We """-C: vekannklvolhnng. An die Herren Arbeitgeber, Mitglieder sowie sonstige Interessenten der Allgemeinen Ortskrantenkasse Berlin-Lichtenberg. Für gest. K'nnmisnahme, datz die JJebcnfkeB» In der Qolkeifl«;.I2oom3.3alll6 6töA> Bestand an Werk- papieren... 7 636.3!) lörundstücks-Konto 1 336 I0t,40 Außenstände.. 40 328,75 Vorschuß-Konto I. 30 632,— „ Ii. 1 2S,L2. Inventar usw...> 717.70 M. 1477 406,68 Passiva. M. Hypotheken... 1 185 280,— Borsch. Kreditoren 67 726,3.5 Darlehns-Konto 1. 16 42iB2 II. 34 000_ istelchäftsanteile. 71 76 ,20 Rcmgewinn... 10t 306"2 wk. i 477 406,!,8 Oeminn- und Vertust reit" nag. Ä! Händig?-Unkosten 14 552 30 Kursverluste... 1 838,50 Abschreibung.. 125,— Reingewinn... ntt 30>i/!2 Vi. 117 8221)2 M. Bruttogewinn.. 112 787.30 Eintrittsgelder.. 2 700,— Pacht..... 2 000,— Zinsen und Miete. 334,22 Mi 117 822,0 i Im Laufe des Geschäitsjahres 1910 sind 106 Genossen aus- geschieden und 262 Genossen neu eigetreten. Am Schlüsse des Geschäftsjahres 1910 gehörten der Genouenschait 164 Ee- nassen an mit einer Gesamt- Haftsumme von M 52 5P0. Berlin, den 1. Juni 1020. Baugeaosseuschast Bürgerwatde i. d. Mark. eingetragene Genossenschaft mit beschräntter Haftung. Osk-r Meknert. Otto Dmesc. Geprüft und mit den Büchern I übereinstimmend befunden:| Berlin, den IL Juni 1020. Deutsche Repisiovs-Gesellschast beeideter Bücher-Reoisoren m. b. H. Dr. P. GersMer. B. Wedig. tiperinlnrri Lr. KkiUermg Haut-, Harn-, Unterleibsleid U.Männ.u. Fraaen, Blutunters. knvaJidenstratte 33, Ecke Chausseestr. StetL Bhf. Spr. 11-1 u. 4V2-61. 2, Sonnt. 12-1 seilZällahran enerkanni beste •lüaarfaBi?© färri echl».nalüriich Mond, hwin, ichvwz dr. 11.18." PrelkUto �.F.ScbwarzloseSisttne Berlin, Markgrafen 5�? 25. werben Sie durch Davids HesLMk-ZWm Aus dem Inhalt Dle no!mendi�?n Voraus- ssgwlger» potiiiichen Wir- iens.— Die allgememeVil- dunc,.— viep�Utische�ach' biidün?!. Wie sammle und ordne ich das Tages- Material?— Die ardeilet man e ne Rede aus?— Die Technik des Sprechens. Win'.e für das Auftreten. Das Buch'oll dem heran- wachsenden PoMi!er die Bahn öffnen. Auch man- cher alter Drakliter findet in dem Buche wertvolle Anregungen. Zu beziehen geg. Eins. von 5,4090!?. und 40 Pf. für Porio(Smeckkonto Berlin 1243) durch die Sorf.-Snchfjblg. 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Beteiligung an Gemeinschaftsunternehmungen............ Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und Firmen........ Schuidner in laufender Rechnung gedeckte........... ungedeckte.......... (außerdem: Schuldner aus geleisteten Bürgschaften 1452 Millionen) Forderungen an das Reich und die Reichs- bänk aus für Rechnung derselben überuommenen Verbindlichkeiten.. Bankgebäudo........... Sonstiger Grundbesitz....... Verschiedenes.......... 12.451.094 87 24.753,877 38 3.910,510 24 1,570,863,530 74 51 9.354.283 ,60 749 722,700 95 1 1.189,483,318162 i 9.733, 546.002i46 116,718,92553 | 273,589,519 38 214,938,618 89 18.000.407 05 >2,205,940,403 78. , 41,006,382 40 1 23,828,898 40 53,604,074 30 2, 120, 217, 8�4 43• 1,217,173,570 50 40,000,000;— 1- 1— Grundvermögen........ t. Rücklagen gesetzlich vorgeschriebene.... freie............ Gläubiger in laufender Rechnung Verpflichtungen für eigene Rechnung (darunter M. 2,462,700 36 noch nicht ablösbare Hypotheken auf unseren Grundbesitz)........ seitens der Kundschaft bei Dritten benutzte Kredite....... Guthaben deutscher Banken und Bankfirmen......... Einlag. auf gebührenfreier Rechnung innerhalb 7 Tagen fällig. M. 5,563,557,412.52 darüber hinaus bis zu 3 Monaten fällig. nach 3 Monaten fällig... sonst. Gläubiger innerhalb 7 Tagen fällig.. darüber hinaus bis zu 3 Monaten fällig. nach 3 Monaten fällig.■._ Akzepte (außerdem: geleistete Bürgschaften 1 452 Millionen) Für Rechnung des Reichs und der Reichsbank übernommene Verbindlichkeiten Sonstige Verbindlichkeiten, Unerhobene Dividende..... Dr. Georg von Siemens-Fond für die Beamten.......... Rückstellung für Zinsbogensteuer. U ebetgangsposten der eigenen Stellen unter einander........ Zur Verteilung verbleibender üeberschuß 1,595,320,308.18 718,495,816 05 M. 4,506,640,703.05 65,027,970.09 645.864,071,05 173,388,031 30 50,611,968:70 3,015,02256 62,185.784!30 ' I 571, SO», 426 64 7�77,382,537 65 5.307,582,834 10 SV 2,762,006- 9,329,116 3,150,000 29,901.735 AnsgabciA Mark 15,791,860,764 99. i Gewinn- nnil Verluot-Kechming. 275,000,000!- 230.000,000�- 505,000,000 13,822,021,605 34 138,066,840' 31 1,217,173,579 45,142,918 64,464,821 50 08 76 Mark 15,791,869,764 89 Einnahmen. Gehälter an Vorstand und Beamte, Bezüge der Filialdirektoren, Teuerungszuschüsse und Weihnaohts- Zuwendung an die Beamten sowie allgemeine Unkosten.. Wohlfahrtseinrichtungen für die Beamten (Klub.Kantinen, Erholungsheim u dergl.) und Beiträge der Bank zum Beamten- fürsorge-Verein.......... Steuern und Abgaben....... Zinsbogensteuer......... Gewinnbeteiligung des Vorstands, der Stellvertreter und anderer Tantieme- berechtigtei- in Berlin(62 Personen). Abschreibungen auf Einrichtung... „„ Bankgehäude... Zur Verteilung verbleibender Ueherschuß Gewinn aus 1919... Vertrag aus 1918,.. 108,370,748 85 6.424,529 24 24,509,847 20 550,000!— 2.642.195|22 4,657,28091 3,842,43S!62 62,527,12876 1,937,683 Prea&M-KtonlM 214 OOO Gewinne and 2 Prämien im ö Klassen mit mmd 97Mi8lionenMark äs: 1 1Nlgilion Mani der l.Klcsse: 13. und lUnli La:r:;,1@©0©0 Mark 1 not,.«_ il_ �____ 1/._ LVOUi 7.30 14,60 29,20 58.40 KZ. (Postgebühr u. Liste 60 PI. besonders) Erhältlich bei den Pr8Uis.Loti8rie-EinneiiinßrnGroB-Berllns Vortrag aus 1918........ Gewinn auf Zinsen und Wechsel.. „„ Sorten, Zinsscheine usw. „„ Wertpapiere..... „„ Gebühren...... „„ Dauernde Beteiligungen. 142,497,320 51 I■ 8,499,71953 64,404,821176 141,390,652172 6,293,092 37 5,280,817 67 57,390,957 83 3,168,648121 Mark 215,461 ,861 j80 Mark 1,937,693 215�24,168 80 215,461,861(80 »fcpejWÄäS« Von der Reise zurück Dr. Marx, N ervenarzt, Potsd. Str. 84 a. 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Vene« Operettenlma« �.uhr: Prinzessin Frieiil. Jtenes Volksthi-ater ühr: Die 3 Zwillinge Thiilla-Theiiter u!i Ihre Hoheit die Tänzerin Th.nm V»Ueudurf)il:it7. a- Eine lacht im Paradies Theater 1. d. Alt. �akoibstr, u.l DiBf8rschwuDd.Pag(lBe. Wallner-Thettter (ihr. Tannhäuser. Walhalla-Theater. TVjUhr: Kasernenluft. r ReiehshalL-Theater! Täglich T/t Uhr: ZL Stett. Sänger. Variete Dönhoii-Brettl. Garten. u. Saal. �n�VtSmtnuj Winter- Galten Täglich 7.is ilhr- Variete-Spielplan Rauchen gestattet! 1 Sommer-Theater „Groß-Berlin44 vorm. Kliem, tlascnheide. Täglich 8 Uhr: Sensations-�chausplel Krone und Fessel. Das Ende ein. Königskrone. Ab 51/2 Spezialitäten. Kasse vorm. iO-l u. ah 3 U. Volksbühne Theater am Blilowplatz. 7V2 uhr: Bruder Martin Lesslao-Tlieater. Sommerspiel Allabendlich 8 Uhr: liKonstit1:! D.KlLL dJungfrau Deutsches Künstler-Theater Allabendlich 71/» Uhr: Die bessere Hälfte mit Max Adalbert._ PrIedr.-WiThelrast. Theater 7v, uhr: Erchßfl Humbrecht. Der große Erfolg. Residenz- Theater. Stadtbahn Jannowitzbrücke. Allabendlich'v,8 Uhr; Der grolSe ür/olg! Die Rasciitioffs von Hermann Sudermann. Sonntag 4 Der gute Hut._ TrianoH-Theater. Bahnnot Friedrichstraße. Allabendlich 71/2 Uhr: Der groDe Ertolg! JülasUerade von Lucwi� Fulda. Sonntag 4 Unr: Störenfried. Admirals-Palast VJa U.: Flirt in St. Moritz. gäsmt&rjMsm.:: Geschäftszeit von bis 7 Peek& Cloppenburg..SAL Fertig am Lager: Für die Reise unii Sommertfisclie Vollständige Ausrüstungen: Sport-Anzüge aus Loden- u. Fantasie-Stoffen Spcrt-Joppen, Pelerinen, Wettermäntel Loden-Hüte, Mützen, Sporthemden, Oberhemden, Gamaschen und Rucksäcke Wander- und Gebirgs-Schuhe Rose-Theater. 7V. Uhr: Schwarzwaiumädel Tlieaier Föües Cpee Friedrich-, ecke Linienstr. 7l/3 Uhr: Flimmer-Kiarchen Musikalischer Schwank. » Potsdamer Str. 38 Der gr. Cowboyfilm Der schwarze Jack | außerdem das Lustspiel j S. M. der Reisends mit' i Paul Heidemann Turmstr. 12 Die Iträdcr KarniuasafT Regie: Karl Froeblich (Alexanderpl.-Passage 3 Der Tainpyp | Friedenau, Rheinstr. 14] Asta Nielsen; Das Ende vom LIede Mus Welt Arnold Scholz TIas.nhelde 108— 114 Täglich Konzert and Vorstellung. Dienstags, Mittwochs, Don nerstags u. Sonntags; Großer Ball. Die KaffeekBcne ist täglich geöffnet Anfang wochentags S Uhr, Sonntags 4 Uhr. '/, Theater T1).,] | Direkt. James Klein Juli 1920 Reue Natura lebende Kunstwerke von de Vry I.Mauß tollkühne llOOESFÄHRTl 2 Aegirs in ihrer S�ene am Meeresgrund Mary ZirMRMAEt 1 v. Dtsch. Opernhaus f in ihren Tänzen 15 YüMAZETTlSS tnsaüons- Akrobaten| und 1 weitere Sensal orten �3 11 h C r m ber. Parteien Halbmonatsschrift für das ganze Deutsche Volk Herausgeber: Curt A. Nitzsche neue Zei ts chrift Vierteljährlich 11 Mark und Zustell- gebühren./ Das Einzelhcft 2 Mark Zu Ceziebcn durch die Post, alle Buckchindlungen oder den Verlag Haue Robert Sngclmann/ Berlin.2B 15/ Knesebcctstraße 52 Bekatttttmachuttg. t Es entfallen cuf die Abschnlffo 33 und 36 der aC- gemeinen Scbensmitleftacfe Der Stahl Berlin je 125 Gramm, zusammen'250 Gramm Gersteufabrikate. (Graupen zum Preise VON 71 Pf. je Pfunb.' (GrSf-e„, 73„,„ .(Sieden,„ 75... 2. Unter Ausschlun nachträglicher Annahine sind die An- meldeabschnitte nom Sannabenb. den 3., bis zZienslag, dem 6. Bull 1920, bei den Kleinhändlern abzugeben. Z. Die Kleinhändler haben die Anmeideabschnilte zu den oben aufgerufenen Nummern bei den Ecoßhändiecn am Aittmoch. den 7. Inli'920, abzuliefern. 4. Nicht abgeholte Ware verfällt mit dem?. August 1920. Berlin, den 1. Inli 1920. Magistrat. Abteilung für Nährmittel. Tgb.-Nr. 7234 Na. AWW MUSemg zur Abgabe einer Jteucrerklärung für die Ber- anlagung zum Reichsnotopfcr. mm-fAfW, Sonderangebot! Ralbschnlie, S5,- Dsmeastlefel, sc"wvirk 125,- Damenstiefel. bra«k. 185,- Prima weis Leinenstietel Größe 23i24 25/26 27 30 31/35 Mk. 32,50 39,— 49,50 59,50 Turnschuhe mit Ledersohle Größe 23/24 25 26 27/30 31/35 Mk. 12,- 13,75 18,50 23,- Münzstr. 20,1, Etage Ecke Raiser-Wilhslm-Slraßb schwarz_ Mk. ßerrenstletel, Berrenstlslel/'�Mk 285,- MOnzstr. 20,1. Etage tSÄi»» üM A Ecke kaiter-Wüiielm SlraBe Heute, Soppel-Jtanzert. Thealer am Koitbuser Tor. .£si!e-SSns«r TäL'lich Übr GaatspieJ d. ör.gin-! Lsi�xiger. xT Frltz-Weber- JlW Sänger. Vorverkauf 11-1V9 u. 4-6 Diu rtfsa Freußildje Klatien-Colterie. Ziehung 1. Klaffe 13. und 14. Inli ..>, Vj»/, noch abzugeben-- Lose 7,30 14,60 innehr Postschecktonio Berlin 31031, 20,30 58.40 u, Porto Boetf. preuhijcher Lotterieeinnehmer, Berlin,(Schouffeeftr. 17. ........"" Fernruf Norden 8844. Zur Abgabe einer Gleuerertlärung lind verpflichtet: a) die Angehbrigen des Deutschen Reiches: b) Angehörige uufzerdeulfcher Staaten, die die deutsche Etaatsangehörigteit erst nach dem 31. Juli 1014 verloren haben, und Staatenlose, die am 31. Dezember 1019 im Deutschen Reiche eine:: Wohnsih oder in Er- mangclung eines Wohnsitzes ihren dauernden Aufenthalt gehabt haben: c) Angehörige augerdeutscher Staaten, die sich am 31. De- zember 1913 im Deutschen Reiche dauernd des Er- werbe» wegen ausgehallen haben: falls die zu a bis c Seuannten am 31. Dezember 1919 allein oder mit ihrer Ehefrau ein Bermugen von 5000 M und darüber gehabt haben oder eine Aufforderung zur Abgabe der Sleuerertiärung er- halten. 2. Die nächste! end Senonnien, und zwar ohne Rücksicht auf d'.e Hohe des Vermögens: a) inländische Atliengesellschaften. Kommanditgesellschaften aus Ailten, Kolanialgelellichaslen. Verggewerltchasten und andere Bergbau treidende Vereinigungen, Gesell- schaften mit bei chriintter Haftung, Verstcherungsvereine, eingetragene Genossenschaften, deren Anleile aus minde- stons 50 M. lauten, sowie Kredilanstaiten: d) sonstige inlilndische juristische Personen: a) inländische nicht rechtsiilhige Verein' sowie sonstige in- landische Bermögensmaffen, die nicht den Vermögen anderer Abgabepflichtiger onjurctfiuen sind, insbesondere Etistungea ohne jurtstische Pertöniichtei«; d) die Eigentümer von inländischem Grund- und Betriebs- vermögen oder diesenigen Permnen, denen nach Art. 29,1 des Friedensvertrags eine Entschädigung gewährt Warden oder zu gewahren ist. 3. Wer zur Abgabe der Eteuerertlärung nach Rr. 1 und 2 Berpstichtete zu vertreten hat, Die Angehörigen des Deutschen Reich», die flch bereits var dem 31. Juli 1914 mindestens zwei Jahre ununterbrochen de» Eewerdes wegen oder aus anderen zwingenden Gründen im Armland au'gehalien haden, ohne eiv.en eöohitsih Im Inland :,u haben und noch am 31, Dezember 4919 Im Ausland gewohnt haben, sitid zur Abgabe einer Seeuerr'rllärung nur insoweit veeoflichter, als sie zu den oben unter 2 8 bezeichneten Persoven gehören, Di.se Ausnahme findet jedoch keine Anwendung auf Reichs- und Ciauisdeamle, die ihren dienstl'chen Wohnsitz im Ausland gehabt haben. Die zur Abgabe der Eteuerertlärung Vervflichleten werden aufgefordert, d e Steuererllärung unter Benutzung des tot- geschriebenen Vordrucks in der Zeit vom 28. Juni bis 28. August 1920 bei dem für sie zuständigen Finanzamt einzureichen. Bordrucke für die Sleuerertiärung tonnen von dem Finanzamt bezogen werden und-war. soweit den SieuerPflichtioeu Vordrucke Nicht zugeteilt worden sind und es sich um die beiden ersten Stücke handeil, lofleulos. Die Verpflichtung zur Abgabe der Steuer- er larung besteht auch dann, wenn em Bordruck nicht zugesandt w. rden ist, Die Fr st wird jedoch auch durch Einsendung an ein ürittch uvzn.stä tdige» Finanzantt de» Bezirl» der unler- zelchn.len Behörde gewahrt. Die Einsendung tchrtstlicher Erklärungen durch die Post ist zuläiffg, geschiekt aber auf die Gefahr de« zur Abgabe der. Steuererklärung Berpflicht-teu und deshalb zweckmäßig mittels StitsPreibebriets. ffilunolid)■ E tlärungen werden von dem j F-nanzainr während der Defchäflsstundeu werttägluh van 11 bis > I Uhr zu Prota.'oll entgegengenommen, t Wer die Frist zur Abgabe der tbm obliegenden Steuer- : crtläranej versäuutt, wird mit Geldstrafen zu der Abgabe der ! Sleuerertiärung angehasten: auch kann Ihm ein Zuschlag bis i zu 10 vom Hundert der entgültig festgesetzten Steuer auserlegl werden. Wer da« Reichsnotopfer ganz oder teilweise hinterzieht oder zu hinterziehen versucht oder eure derartige Handlung telnes Vorlest« wegen begünstigt oder hierbei hliit oder wer seines Vorteil» wegen Gegenstände,»on denen er weiß oder annehmen muß, daß das Relchsnatopfer für sie hinterzogen ist, verheimlicht, absetzt oder ,U ihrem Absatz mirwtrlt, wird Pitt Geldstrafe»' bis zum dreifachen Betrage der beireffenden Steuer hcftcalt Reden der Geldstrafe iann auf Gefängnis und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt sowie die Be- Sonstige gnwiderhandlungen gegen die Borschrislen des Gesetzes über das Reichsnotopfer oder die zugehörigen Bei- waltungsdestimmungen rönnen mit Ordnungsstrafen bis zu 1000 Mark geahndet werdein für die bis zum 30 Juni 1920 auf da» Reichsnotopfer bar tlen Beträge(§ 41 des Gesetze») werden 8 Pom Hundert und sür die in der Zeit vom i. Juli bis 31. Dezember 1920 bat ezahiten Beiräae 4 vom Hundert als Veraiitung gewährt, Die in dem ff 30 de»(ßefeges über da« Reichsnotopfer vor- geschriebene bprozeutige Verzinsung der Steuer vom i Januar 1920 ad hört für den durch die Zahlung getilgten Betrag mit dem Tage der Einzahlung aus. Berlin, den 21. Juni 1920. Landcsfinanzamt Grofz-Berlin. Abteilung L Städtische Dehleidungsstelle Keuhöll«, Sergsfr. 29 GigetHümerin: Stadtgemeinde Keukälln i & Ganz bedeutende Preisenmeßigungen! HEßREN-KONFEKTION saubere Verarbeitung, gute Stoffe M. Anzüge, Sommer-Paletots,--.-..-n 650, SSO, 425, 845 M. ÖTT Hosen, 90 gestreift...... M. 105, ttS, 125, 100, 75 Breil-Änzüge«„ s.,»d ge,.«)............. m. 60 DÄ M EN- KG N FEKTI O Kostüme'-'Äas-Ä- 5i5j ggS, 245, 105, 125 Sommer-Mäntel i%ÄrtÄÄS,iSäI,e.n f"!"?...«. 895 Ws5!hS!lPhli,dräl?fl nictai' in verschiedenen Farben, modernste SO'? 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Der Ausschuß soll sofort nach Schluß der Sitzung zusammen- treten.• Das deutsch-französische Abkommen über elsaß- lothringische Rschisangelegenheiten wird in allen drei Lesungen ohne' Aussprach« angenommen. Darauf wind die Aussprache über die Erklärung der Regierung fortgesetzt: Nbg. Hermann Müller-Franken(Soz.): Aus dem Gebiet>der Ernäbrungswirlsckaft muß unter allen Umständen die heimische Lantenrtscheft gestärkt werden. Aber ich muß mich gegen die �Sebauptung des Dr. Heim wenden, daß die Regierung zu spät im Ausland gekauft hätte und deshalb allzu bohc Preise hätte zählen müssen. Ich stelle denigegenübcr fest, daß wir schon im Dezember vorigen Jahres große Ein- kaufe im Ausland machen mußten, weil die heimische Landwirtschaft nicht genug lieferte imd die Arbeiterschaft unbedingt eine bessere Ernährung erhalten mußte. Ich bin gewiß mit Herrn Schiffer darin einig, daß an dieser Stelle parteipolitische Auseinandersetzungen möglichst ein- gedämmt werden sollen. Ganz besonders hoffe ich, daß auch die Unabhängigen dies tun werden, denn dadurch wird keinem deutschen Arbeiter auch nur der geringste Borteil erwachsen. sSehr richtig!) Trotzdem muß ich mich gegen den Abg. Ledebour wen- den,-der gemeint hat, wir seien in den Wahlen nach allen Regeln der.Kunst zusammengehauen worden. Es war selbstverständlich, daß die große Verantwortung, die wir durch die Uebernahme der Regierung auf uns geladen hatten, einen Rückschlag aus die Wähler ailsmachen mußte. Wenn die Unabhängigen einmal nach ihren Prinzipien IZ-S Jahre regiert haben, dann werden sie dasselbe er- leben. iSebr richtig! Widerspruch bei den U. Soz.) Viele Wähler halten die Wahl immer noch für eine passende Gelegenheit, um sich an der Regierung zu rächen und haben noch nicht begriffen, daß die Macht heute beim Volke liegt. Ich habe erst neulich mit einem französtschen Sozialisten darüber gesprochen, daß es kein Zand gibt, in dem die Mehrheits- ioziokiften so gut dastehen wie in Deutschland-(Lachen bei den Un- abhängigen.) Auch die letzten Wahlen in Mecklenburg und Thüringen beweisen das. Aber auch der Abg. A e r g t täuscht sich, wenn er meint, daß die Wähler sich rüchvärts orientieren würden in die Gegend setner, der Deutschnationalen Partei hin. Gerade er müßte wissen, daß die große Masse der Landarbeiter und Kleinbauern, die vor der Revolution sein Gefolge zu einem erheb- lichen Teil bildeten, endgültig für ihn verloren sind. Der?sbg. Hergt bat. sich schon einmal als recht schlechter Prophet bewiesen. (Heiterkeit.) Unser Brief an Erispien sollte bezwecken, die Möglichkeit zu klären, eine starke sozialistische Regierung herzustellen mit dem Zweck, die Republik zu erhalten, die Errungenschaften der Revolution auszubauen und eine pazi- sistische Außenpolitik zu betreiben. Und schon die gewünschte Aus- spräche über eme solche Möglichkeit ist abgelehnt worden. lHört! hört!— Unruhe b. d. U. Soz.) Wenn Sie(zu den U. Soz.) so verfahren, dann ijaben Sie nicht das Recht, gegen uns irgend- welche Anklagen zu erheben, Sie hätten die Pflicht ge- babt, Ihre Energie mit der unseren zu vereine n. Sehr richtig!) Ick habe die Ueberzeugung, daß die deutsche Ar- beiterschaft diese Politik der Entsagung nicht verstehen wird, denn >ie deutschen Arbeiter verlangen, und können es mit Recht, daß die Kraftquellen, die sie Ihnen zur Verfügung gestellt halben, auch voll ' nsgenütz- werden.(Andauernd« Unrube b. d. U. Soz.) Es sollte ja angeblich nach den Geletzen des proletarischen Klassenkampfes nicht erlaubt sein, daß Sozialisten mit Bürgerlichen zusammen regie'-m. Ich weiß nicht, wer das ausgeheckt bat, aber ich weiß, daß er,0 der hervorragendsten Unabhängigen, Kautskh, das Gegenteil gesagt hat und daß die österreichischen Genossen da? Gegenteil seit Monaten tun.(Andauernde Unruhe b. d. U, Soz.) ?Senn Ledebour weiter behauptet, wir haften nicht mebr die reine iozialsstische Lebre, so möge er doch sich zuerst mft den Leuten noch weiter links von ihm anseinandksetzen, besonders mit den Moskauer Heiligen, bei denen die Unabhängigen als kleinbürgerlich und re- a k t i o n ä r gelten.(Heiterke-it bei der Mehrheit, lebhafte Unruhe b. d. U. Soz.) Meine Partei unterscheidet sich von den Unabhän- gigen dadurch, daß sie es ablehnt, die Spuren der russischen Sozialisten zu betreten, die, wie mir die Genossin S n o w d e n vor einigen Tagen erst wieder bestätigt«, nichts weniger als nach- ahmenswert sind. Eine Staatsfomn kann man durch ein Dekret mit einem Schlage ändern, aber die Wirtschaft ist ein eigener Orgonis- mus. der nicht durch einen Erlaß geändert werden kann, sondern der seine eigenen Entwicklungsgesetze bat.(Lebhafter Beifall.— supuse der U. Soz.) Und nach der Novemiber-Revolution war es unsere erste Pfticht, die deutsche Wirtschaft wieder hochzubringen, was durch die ständigen Putsche unmöglich gemacht zu werden drobte. Aus diesen Erwägungen und Anlässen heraus entstand die Reichswehr, wobei auch wir bedauern, daß ihre Einstellung hauptsächlich gegen Putsche von links gerichtet war. Zuruf Ledebour: Durch Ihr« Schuld!) Während des Wabl- kampfcs ist immer behauptet worden,, daß wir Stellenjäger und Kleber seien, dagegen gab es keinen besseren Gegenbeweis als durch die Tat. Nachdem eine Mehrheit durch den Willen der Wähler für die«M? Koalition nicht mehr gegeben war, kam für uns nach der unabhängigen Ablehnung eine Erweiterung der Koalition noch rechts nicht in Frage. Ich spreche nicht von den'.Kampfmethodon der Dc«schen Volkspartei vor und während der Wahl, aber au» rein sachlichen Gründen war ein solche? Zu- iammengehen unmöglich, ganz besonders wegen der miswärtigsn Politik, über die wir uns nie mit der Deutschen Bölkspartsi einigen werden. Wir sind davon überzeugt, daß wir nicht nur deutsche, sondern »ropäische, kosmopolitische Politik treiben müssen, während die Deutsche VokkSpartei von ihrer naiio- ralii tischen niemals abgehen wird.(Zurufe.) Die Geringschätzung, mit der der Abgeordnete Schiffer gestern von der Jntcrnaiio- nale sprach, ist recht unangebracht, denn eine Revision des Per- sailler Friedens wird in den'Ententeländern nur von den sozia- liftischen Parteien gefordert, nur im Verein mit ihnen also können wir dazu kommen.(Sehr richtig! links.) Auch ist die Deutsche Bokkspartci heute noch ein« monarchische Partei. Und wenn wir auch— solange die Iiandbeme rkungen Wilhelms kl. noch im Volke lebendig sind— keinerlei Angst vor der mmiarchischen Propaganda baben, so ist«S uns doch unmöglich, mit einer solchen Partei zu- 'ammeuFugehen. Auf keinen Fall also kann der Vorwurf gelten, daß meine Partei die Veraniwortung gescheut hat. Das haben wir in den sechs Jabrcn deistlick, genug bewiesen, sowie auch ein zweites: daß wir das Vaterland stets über die Partei stellen. CLsteafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Sla d» Rsgiovuitg u«d mswentSch au der Deutschen VoMpartsi mit ihren.Fachen in i st e r n" ist es nun m beweisen, daß sie es besser kann, daß sie dem Notenumlauf steuern kann, die Tmwrung senken' und alles, wie in so schönen Aufruten versprochen, besser machen kann als die alte Koalition und wir.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten,— Zuruf des Abg. Helsserich: Es war ja früher auch besser!) Ich stelle fest. daß auch wir uns— und zwar sowohl mein Vorgänger Bauer wie ich— stets bemüht haben, hervorragende Kapazitäten des beut- scheu Wirtschaftslebens zum Eintritt in die Regierung zu ge- Winnen, z. B. neben anderen den Gebeimrat Wiedseld, Geheimem Frisch von der Dresdner Bank, Herrn Euno und viele andere. Und wenn sie abgelehn: haben, so tragen daran sicherlich nicht finanzielle Bedenken schuld, sondern die Einsicht, daß es unter den heutigen Umständen kein Vergnügen ist, Minister zu sein und sich von den reaktionären Blättern täglich durch den Kakao ziehen zu lassen. lSehr richtig!) Von dicftr'Stelle aus möclste ich noch dar- auf hinweisen, daß an diesem Wahlaussall niemand mehr Schuld trägt als die Entente, als die Politik der FochS und ElcmcnckauS. (Sehr richtig!) Kein einziges Entgegenkommen gegenüber der jungen Republik—, da mußten nationalistische Strömungen aus- tauchen und gestärkt werden. In Spa müssen wir, da bin ich ganz der Meinung des Abgeordneten Schiffer, nichts übernehmen, waS wir nicht ausführen können. Notwendig aber ist es, alle Kraft- meierei zu vermeiden, denn Deutschland kann und darf nur mehr eine pazifistische Außenpolitik treiben. Wenn wir Sozialdemokraten das Steuer des Rcichsschiffcö aus der Hand gelegt haben, so sind wir lrehdem auf diesem Schiff geblieben und sind bereit, in jeder Not in alter VerantwortiingSfrrndigkcit wieder für das Vaterland und das deutsche Volk einzutreten.(Lebhafter Beifall bei den Soz.) Michsfinanzminister Dr. Wirth: Gegenüber dem Abg. Dr. Helsserich stelle ich fest, daß die Ansänge der jetzigen Finanzkrisis schpn Äs in die ersten Zeiten des Krieges zurückgreisen.«, Mit dem militärischen und politischen Zusammenbruch k�cgann dann die geradezu beängstigende Zunahme dar schwebenden Schuld; denn einerseits fehlen im Reiche größere Sieuerquellen, ferner die Grundlagen für die Aufnahme von festen Anleihen, andererseits waren die RiesenauSgaben infolge des Krieges zu bewältigen. Seine Liquidation kostete Monat für Monat�M i l I i a r d e n und wird auch weiterhin noch große Summen ver- schlingen. ie Ausgaben für einen unendlich harten Frieden, die gewaltigen Summen für die Verbilligung der Lebensmittel und andere volkswirtschaftliche und soziale Zwecke. Dazu komml der unheimlick�Ausgaben steigernde Zusammenbruch unserer Währung. Der Haushalt d e S Jahre s lSlll, die geradezu fabelhafte Summe von rund UVi Milliarden, übersteigt geradezu jedes Vorstellungsdermögen. 2k lb' Milliarde entfallen davon auf den Kriegsfoirds, 17 Milliarden werden zur Ausführung des Friedensvertrages eingestellt und 16 Milliarden für die Abwicklung und Wiederherstellung verwendet. Tie Lebens m ittelmilliarden, die Hunderte von Millionen für die Verbilligung der Bautätigkeit und viele ähnliche Summen zeigen, wie ungeheuerlich die Wirkungen des Krieges die Volkswirtschaft belasten. Die Post rechnet mit einem Fehl- betrag von 870 Million«n Mark, die Eisenbahnvcrwaltuug mit 1k bis 1v Milliarden Fehlbeträgen. Ursachen dieser Fehlbeträge sind der Raubbau während des Krieges mit unserem Verkehrswesen, die Schädigungen infolge des Waffen- stillstaiides durch die Unterlagung der rechtzeitigen Vornahme von Reparaturen, und sonstiger Schäden. Ter Hauptgrund der außer- ordentlich schlechten Lage unsexer Verkehrsverwaltungen liegt in den r t'e sen Haft ft e i g e n d c n P e r s o n a l a u f w e n d u n- gen, in denen noch kein Aufhören zu erblicken ist. Beim Verkehrs- wesen zeigt sich die verhängnisvolle Wirkung der noch vor einigen Monaten soviel gepriesenen Theorie der Angleichung der Inlands- preise an die Weltmarktpreise. Das Verkehrswesen kann mit Rück- ficht aut die eigene Rentabilität und mit Rücksicht aus die Volks- loirtschast die Tarife nicht beliebig erhöhen. Wenn die Fehlbeträge der Betriebsvertvaltungeu zusammen ettva 1ö bis 16 Milliarden ausmachen werden, so ergibt sich ein Gesamtauftvand aus dem außerordentlickien Etat von 26,6 bis 27,6 Milliarden Mark, so daß wiederum ein Etat von insgesamt öklh bis bä'A Milliarden vor uns sieht. Bei derartigen Anforderungen wachsen selbstverständlich die Schulden des- Reiches l a w i n e n h a f t. Gegenwärtig be- trägen sie rund 209 Milliarden. Da das Reich auch aufzukommen bat für Kriegsaufwendungen der Länder und Gemeinden, ferner für die Abfindungen im Zusammenhang mit der Uebernahme der Eisenbahnen, so ergibt sich eine Reichs schuld von ungefähr 26 5 Milliarden Mark. Es kann nicht weiter geschehen, daß die ganze Volkswirtschaft vom Reiche zehrt und dann noch bei Erhebungen von Steuern Schwierigkeiten gemacht werden. Die Folgen von etwaigen Steuersabotagcn wären nicht auszu- denken und müßten in erster Linie den Arbeitcrstand treffen. Wir stehen vor Spa und damit vor unserem Schicksal, ja vor dem Schicksal Europas.(Lebhafte Zustimmung) Raubt man dem Schuldner die Möglichkeit zu. arbeiten, sich wirtschaftlich über Wasser zu halten, dann beraubt man sich selbst seiner Forderungsrechte.(Lebhafte Zustimmung.) Das ganze Wiedergut- machuugsproblem ist das Problem der Produktion. Der Geldschleier muß zerrissen, die M i l l ia r d e n p s q cho s e überwunden werden. Nur von diesem Gesichtspunkte aus kann von Spa aus das Problem zu einem für Europa günstigen Ende gefuhrt werden. An unserem festen Willen wird es uns bei den Verhandlungen nicht fehlen. Das deutsche Volk hat trotz aller ungeheuren Nöte bisher schon Leistungen vollbracht, wie sie noch niemals einem Volke auf- erlegt worden sind. � Halten wir uns Tag für Tag,«tunde um stunde vor Augen, daß wir arm, bettelarm geworden sind, daß jeder von uns opfern und seine letzten und besten Kräfte hergeben muß.(An- haltender Beifall.) Abg. Henke(U. Soz.): Die Unabhängige Sozialdcmokranc steht nicht auf dem(Stand- Punkt, daß der Kampf zwischen Kapitalismus und Proletariat im Parlament ausgefochten wird. Nur die Diktatur des Proletariats kann die Diktatur der Osfizierskasie brechen und das Mittel dazu ist in erster Linie der Ausbau der Räteorganisation. Deshalb lehren wir die Arbeiter, daß ihr Ziel nur i m Kl a ss e n- kämpf erreicht werden kann. Diesen Kampf sieht meine Partei als ihre Aufgabe an. Jede Partei, die sich Sozialdemokratie nennt und nicht mit der Erfüllung dieser Aufgabe beschäftigt ist, hat das Anrecht auf ihren Namen verwirkt.(Beifall bei den IL Soz.) Nach rechts ist bei den Wahlen nur ein kleiner Teil des Volkes abgeschwenkt, der Sehnsucht hat..nach dem Ungarn des weißen Terrors. Herr Hergt hat hier nur der Weit den Schmerz darüber geklagt, daß er von der Regierungs- kriptze ansgeschlosse» ist. Den Grund für diesen Aus- schlug der Deutschnatstmale» hat uns Herr Schiffer erzählt: er scheint die DeutschnatiooaM» gleichsam als vaterlandslose Gesellen zn betrachten.(Heiterkeit� Noch interessanter war für uns das Werben der bürgerlichen Parteien um die Gunst der Sozialdemokratie. Die Koalitionsparteien scbmollen mit der in der Ecke stehenden Freundin. Herr Müller hat gemeint, hier ein« große Lippe ertönen lassen zu müssen; aber wir werden Arfefter» d«cmßg»A«ig»n, daß st« ntiemral» devlsgogs- scher angelogen Wörde« sind.(Zuftrinmung bei den ll. Soz.) Müllers Rede sollte man eigentlich öffentlich anschlagen. Sie wird die Flucht der Wähler von der Soz.ialde«okrafte weg noch beschleunigen.(Sehr richtig! bei den U. Soz.) Müller hat die Kriegspoliiik verteidigt. Er lobt insbesondere Herrn Noske. und er muß ihn loben, denn Noske ist ja zum Oberpräii.denr�t von Hannover ernannt worden, ausgerechriet Herr Noske, den die Arbeiter hassen gelernt haben wegen seiner Brutalität und wegen seiner Zubälterdienste für den deutschen Kapitalismus. i Beifall bei den II. Soz.— Lach«: bei den Soz.) Unter der Politik, die Herr Müller gemacht hat, sind viele Arbeiter getötet worden, baben Tausende von Arbeiter» in den Gefängnissen ge- schmachtet. Wer Noske heute verteidigt, ist genau so wenig wert wie er. Die Polilik der Mehrheitssozialtsten war ei* Verrat an den Interessen des Proletariats. Herr Müller bat wie eine Landpomeranze gefragt: wo find den» die Gesetze, gegen die wir verstoße» haben? Die fi»d gegeben in den Be- schlüsselt der Internationale.(Sehr richtig! bei den U. Soz.) Da ist beschlossen worden, daß eine Arbeiterpart« sich niemals an etner Koalitionsregierung beteilt- gen darf, und warum sie das nicht darf, den Beweis dafür bat die Haltung der Sozialdemokratie in der Koalitionsregierung erbracht. Bald werden das alle Arbeiter erkennen. Man speku- lierte darauf, daß die Arbeiter von uns abfallen würden, wenw wir es ablebntcn, in die Regierung einzutreten. Die Gemeinde» wablen in Berlin baben bewiesen,, daß diese Spekulation falsch war. Aber die Spekulation der Mehrheitssozialisten ging weiter. Sie haben das Ldium der Entlassung vieler Ofsi« ziere u n d v i e l e r Man nschafte», die sich aus der Unter» schritt von Spa ergeben wird, nicht aus sich nehmen wollen. Z» gleicher Zeit, als man uns aussorderte. in die Regierung e-inza» treten, bat der mehrheitssozialistische Parteivorstand ein der» trauliches Rund schreibe« ausgesandt, in welchem er da- mit rechnet, daß nicht die Unabhängigen, sondern die Rechisparte-i«» in die Regierung eintreten.(Hört! hört! bei den II. Soz.) Und das bezeichnet er nur als erwünscht.(Lebhaftes Hört, hört! bat den U. Soz.) Weiter heißt es dort, Ebert sollte Präsi» dent bleiben, sonst gehe der Achtstundentas und die andere« Errnngensdsirsten der Revolution verloren.(Lachtkn bei de« U. Soz.— Zuruf des Abg. Müller(Soz.): Ich weiß nichts voq dem Rundschreiben.) Na schön, dann hat man sich gesagt: wnz sagen Hermann nichts davon, dann weiß er von nichts.(Hefter» keit.) Man könnte dieses Kapitel der Auseinandersetzung de? Mehrheitssoziolisten mit den bürgerlichen Parteien vielleicht schließen mit der Ueberschrift„Betrogene Betrüger". Diese Au»> einandersetzung hat aber weiter die Zerklüftung der dür« g e r l i ch e n Parteien bewiesen und darüber freuen wir: uns. Die Folge wird sein, ein Mißtrauen k>»i Ihnen(nach recht?) gegenüber der Sozialdemokratie und Ihr(zu den Soz.) erzwuw» genes Verharren in der Opposftso». Oder die Sogialdemokrativ muß sich den Bürgerlichen auf Tod und Leben verkaufen. Alls Nachrichten über rote Armeen sind Lügen. Herr T r i m.« dorn bat gesagt, die Negierung müsse hart sein gegea Ruhestörer. Die Plünderungen sind sedoch alle' von Lock- spitzeln veranlaßt.(Rufe rechts: Aha!) Jetzt rolle« unnntev� brachen Züge mit Bewaffneten nach Hamburg,, da begreift man, daß Lockspitzel die Arberter zu verleiten suchteth, um der Reaktion die Wege zu ebnen.(tBtderspruch rechts, leb- haste Zustimmung links.— Zuruf: Vorarbeit für Spa!) Darum! sagen wir den Arbeitern: Seid auf der Hut und fallt daraus nicht herein. Trotz aller Gegensätze sind sich die bürgerlichen Parteien einig in der Feindschaft gegen den Sozialismus und schon der nächste Redner wird das be- weisen.(Abg. Helsserich(Dnat. Vp.): Das überlassen Sie mir.) Demgegenüber wird die Arbeiterschaft einig werden im Kampf gegen die Reaktion. Die bürgerlichen Pav- teien haben nicht aus Liebe um die Sozialdemokratie geworbou, sondern aus den Gefühlen heraus, die die Zuhälter ihren Dirnen gege«ülnr baben.(Große Unruhe und Pfuirufe.) Auch die Arbeiter wissen, daß die Politik außerhalb der Parlamente gemacht wird, daß man am besten außerbalb der Parlamente mit Metssenakftonen für den Sozialismus wirken kann. Die Banken haben Millionengewrnne gemacht auf Kosten eines totkranft'n Volkes. Das ist natürlich viel \ interessanter als in der Regierung zu sitzen. Diese großen Wirt- � schaftsleute sind Internationalisten vom reinsten Wasser und Pro» zenipatrioten wie vor dem Kriege. In ungeheurem Maße ist aub« ländisches Kapital in Deutschland angelegt worden. Die Kriegs-» a n l e ih c n läßt man den deutschen Arbeitern und den kleine«! Leuten, die ehemals auf die Ankündigungon Helfferichs herein-» > gefallen sind.(Sehr richtig! b. d. IL Soz.) Die Reeder bev- � brüdern sich jetzt mit den amerikanischeit Kapitalisten; da möchte I ich doch nächstens'einmal Abrechnung darüber baben, welche Sum» � inen ihnen aus bei; Reichskasse bereits zugeftossen sind. Wo sind ! denn die Einnahmen des Reicks aus den K r i e gSg e wi n n e Die Steuereinnohmen aus den Taschen der Arbeiter sind ge- stiegen, aber die aus den Taschen der Kapitals st en sind zurückgegangen. Auch die Agrarier hohen im Rechnung-» sabr 1919/20'ganz bedeutende Summen erhalten. Sie bekämest 3775 Millionen Mark als FrWdruschprämie, damit sie ihre gesetz- lichen Verpflichtungen erfüllen sollten. Das sind die sogen a n n- t c n vaterländischen Parteien. Ich gratuliere Ihne» (zu den Soz.) zu dem Werben dieser Parteien um Sie. Die Re« aktion will die klassenbewußte Arbeiterschaft zu« s n m n: e n s ck i c ß c n lassen, dazu braucht sie die Reichswehr, Aber die' klasseu,be!oußte Arbeiterschaft wird einmütig zu» sam me n stehe n', wie sie einmütig bei der Linderung der Rot: der Opfer im Ruhrgebiet zusammengestanden ist. Die Welt- revolntion wit dem Ziel der Verwirklichung des Sozialismus i st auf dj; in Marsch, der E n tschei dun gskam pf steht bevor. Es geht zum Sieg!(Gelächter.— Beifall h. d. U. Soz.) Bayer. Bevollmächtigter v. Preger erklärt, die Angrisse des Fi n a n z m i n i st er s gegen die Länder seien nicht he.» r e ch t i g r. Abg, Eisenbcrger(Baher. Bauornbund) stellt fest, daß der alten: Koaltttonsregierung an und für. sich nicht? vorzuwerfen sei. De« Redner fordert Ausfi«bu*i!g der Zwangswirtschaft. Nur die Landwirtschaft kann uns aus der Not retten. Ihr« Produktion muß vervielfacht werden. In persönlicher Bemerkung führt der Abg. Ledebour(U. Soz.) mehrmals unterbrochen vom Peäsidenten aus, daß der Abg, Müller-Franken— unter großer Heiterkeit des HauseZ sprach er von Müller-Meiningen— seine Beteiligung a u »en Januarunruhe« falsch'dargestellt habe. Er hätte unbedingt auf die crAHsülhrliche« Darlegungen zurückgreife« müssen. Eine Einigung mit den Mehrbettssozialiste» sei so lang« unmöglich, als in dieser Partei Scheidemanzt noch eine Roll« spiele, an dessen„verdorrter ftand das Blut von Tausenden Arbeitern klebe".(Stürmischer Protest b. d. Csoz. Zurufe: Schwindel! Sie haben dieses Bdut auf dem GewäGe»!) Das Haus vertagt sich Freitag 1 Uhr: Saftageti. Wetterberatwig. ©chl«B 0% U3je. • «erli«, 1. Juli.(W. T Bl) De« AeichStag«au»schuß ftir auswärt i g e Angelegenbeiten trat Donnerstag abend zu einer Sitzung zusammen. Der Minister das Aeußern Dr. Simons er- stattete eingehenden Bericht über die Vorbereitung der Konferenz vo« Spa. Darauf t»«rtaM M fer. AMchuttz ohne in eine Be- Gewertschastsbewegung Generalversammlung öer Holzarbeiter. Die Verwaltungsstelle Berlin de«- Deutschen Holz arbeiterverbandes hielt am Mittwoch eine General» Versammlung ab, in welcher siegle einleitend folgende Auisührunge» machte: Belanntlich hat das von den Verband«- Vertretern angeru'ene Tarilamt über die Streitfragen lLohnfrage usw.) nicht tätig werdeir können infolge des Verhaltens der Unter» nehmer, die die Sitzung verliefen. Als darauf die Vertretung der Kollegenschait beiin Neichsarbeilsamt die Einsetzung eines Schiede gerichts beantragte, setzten die Unternehmer die Sabotage fort Die Arbeitgeber suchten die Sache so hinzustellen, daß sie für die Sitzung des Tarifamts nur keine Zeit mehr gehabt hüllen, wohl aber für ein andermal zu Verhandlungen im Tarifamt bereit gewesen wären beziehungsweise bereit seien. Demgegenüber habe Kollege T a r n o w dem Reichsarbeil« aml llipp und klar dargelegt, bafe lediglich die Unternehmer durch ihr unverschämtes Berhalten gegen den unparteiischen Vorsitzenden de« Tarifamts ein Verhandeln des TarisamtS unmöglich gemacht häiten. Die Arbeitgeber blieben jedoch dabei, dag die Möglichkeit bestände, da» Tarifaml wieder zusammenzuberufcn. Der Vertreter de« ReichSarbeitsministers erklärte dann, er müsse erst amtliche Rück» spräche nehmen, ob nunmehr die Einberufung eine« amtlichen Schied«» gerichts in s�rage käme. Einige Wochen vergingen. Erst am?9. Juni -ei ein Be'cheid des Neichsarbeilsminister« eingegangen, worin e« heigc: Dem Antrage, ein besonderes Schiedsgericht beim Neichsarbeilsamt einzuberufen, könne nicht stattgegeben werden, da die im Tarisoertrag vorgesehenen Schlichtungsstellen nicht tätig ge< wesen seien, nach einer Verordnung vom Jahre 1918 aber die durch Tarifvertrag vorgesehenen Schlichiungseinrichlungen in solchen Streitfragen erst angerufen werden müßten. Daß das Tarifamt nicht tätig sein konnte oder wollte, sei nicht nachgewiesen. Die Geltendmachung der Arbeitervertreter, daß die Arbeitgeber jene kritische Sitzung des Tarifamt? verlassen häiten. könne der Minister als ein ausschlaggebendes.Nichiinligwerden" deS Tarifaml« nicht ansehen. Jedenfalls lägen die VolauSsetzuiigen tür die Bildung eines außerordentlichen---chiedsgerichts beim Arbeitsministerinm nicht vor.— So der Herr Minister. Dadurch iei seitens der Regierung die BerschleppungStakrik der Uiitcrilchmcr gestützt worden. Redner habe Heine fo'oit versucht, die formalen Anforderungen, die gestellt find, sobald als möglich zu erledigen. In einer Rück'vrache mit dem Vorstand habe man sich dahin verständigt, eine Möglich» keit auszunutzen, Sie durch die zufällige Anwesenheit de« Obmanne« des Arbengeberschutzverbandes beim ReichswirtschaftSrat gegeben iii, und zwar durch Herbeiführung einer Zusammenkunft des ObmanneS der Arbeiter, des Kollegen Tornow, mit dem Obmann de« Arbeit ieberverbaude«. Sie seien heute zusammen, um zu beraten, ob sie daS Tarifamt lajen lassen wollen. Ein Bc- ichetd könne beute nicht mehr etiilauien. Möglich sei eine Einigung der beiden Obleute aus die Feststellung daß das Tarif» aml nicht z u s a ni e n t r e l e n könne. Außerdem gebe es noch die Möglichkeit, daß die beiden Obleute die S.chlichlungskommission zusammenberufen und dort nochmals die Lohnsrage und die Ferien» frage besprechen. Wenn das nickt möglich wäre und wenn die Un< Möglichkeit eines Zufammentritt« des Tarüamls festgestellt werde. dann sei das Reichsarbeitsamt zu veranlassen, ein Schieds» gerichl einzusetzen. Zirkel erstaitele den Geichäflsbericht der Ver« waliung für das erste Oiiorial. Die Tätigkeit der Aeri-atiiiiig und sämtlichen Angestellten und Funktionäre war im erste» Ouartal eine beionders um'aiigreiche, besonders woge» der Lohnkämpie, die im ganzen ei sten Quartal ge'ühri werden mußten. Die Mitglieder» zahl beirug am Schluß des ersten Ouattals SS 012. Nach dem Kaisen öeriäi:.»u dem der Ka'sierer Miele Erläuterungen aab, hatte Mit r i sten Ouartai die H a u p t k a s s e eine Geiamteiniiabme von 2 l)1L'>91 M und eine Gesamtausgabe von 129? 79� M..'o daß am Schluß de» ersten Ouarlols ein Bestand von 748 7gS M vei blieb Die Aeiamteinnahme der Lokalkasse beirugim ersten Ouatial 1 894 4Ü0 M Die Ausgaben betrugen 1829433 M. Der Zenlialvois,and gewährte im ersten O->artal einen Zuichnß von 1170 000 M.— Dem Kassierer wird Entlastung erteilt. Angenom» men wird ein Antrag, daß die arbeiislosen Delegierten zur Gene» ralveriammlung beim Besuch der Versammlung eine Entichädigung von 3 M. erhalten Neber die Tätigkeit und die Vorschläge der Reorganisa» t i o u« ko m m i s s i o ii berichtete Tiedemann in eingebenden Darle uugen, an die sich eine lebha'te-Diskussion schloß. E« ban- belle sich»m eine Ausiviache t-arübcr, ob die im vorgelegten Eni» Win' aegebenen R etil Urnen eine brauchbare Grundlage bilden für die Nnigestaliung der Organiialion. Die Beichlußfassubg ioll erst in einer nächsten Geueraloeriammlung erfolgen. Die Versammlung erklärte sich d mi- einverstanden, daß die Vorschläge der Neorgoiii» saiian«lommi>sioii als Grundlage dienen sollen für die Tiskuision unter den Mitgliedern und für die Siellungnahme der nächsten Genera lne-iamitzliing. Als Beisitzer für den Hauptvorstand wurde Schrottke gewählt. Eine Anregung aus der Veriammlung. die Exlrabeiträge auf» zuHeben, wurde durch Beschluß abgelehnt. Das Kulturkonto eines Gewerkschastsverbanües. Durch die Zerstörung des Leipziger Volkshauses während bei Kapp-Putsche« hat der Zentralverband der Stein- arbeiter Deutschlands, der dort seinen Sitz hatte, seine wertvollen Sammlungen, Archive usw. eingebüßt. In einer vom VerbandSvorsitzenden herausgegebenen Denkschrift wird in bewegten Worten geschildert, was alles verloren gegangen'.st. Wir wollen davon einiges hier sestbalten, um zu zeigen, in welchem Maße der Sleinarbeiterverband Kulruraufgaben erfüllt hat. Vernichtet wurde die giesomte Redaktions» und Verban-dsbiblio- thek: Werke über Geschichte, Staatsverfassung und Volkslvirtschasls» lehre, weiter eine umfangreiche Literatur über Arbeiter-, Arbeiter- rechts» und Zunftfragen. Auch schöngeistige Werke fehlten nicht. Zugrunde gingen die Krnnmentau hervorragender Rechts gel ehrt er, desgleichen die sämtlichen Gesetzbücher, die umfangreichen Bande über das Tarifwesen, die GeschiöbtSwerke über die anderen Ber» bände, die Veröffentlichungen der deutschen Gewerkschaften u. a. Verloren ging ein« reiche Sammlung der steinindustriellen Zeit- schritten sowie von Monographien über die verschiedenen Gruppen der Steinindustrie, serner eine zum Teil unersetzliche umfang- reiche geologische Bibliothek. Verloren ging ein« Katalogsammlimg der Dcnkmalsfabrikantep und Grabsleinkünstler. Tie gesamte Literatur über den deutschen Bauarbeiterschud, das statistische und wissenschastliche Material über die Berufskrankheiten der Steinarbeiter, auch die Stencgramme des Reichstages und der verschiedenen Bundesstaaten, soweit sie auf den Steinaroeiterschutz Bezug hatten, wurde» zerstört. Vernichtet wurde die Gesteins-, Mineralien- und Petrefakten- sammlung, die so vollständig war, wie kaum in irgendeiner Uni- versität. Sämtliche deutsche Gesteinsarten waren darin vorhanden, allein für den Granit gab es 150 verschiedene Plättchen; 100 Staubsorten der Sandsteine waren gesammelt. Neben den geschliffenen Steinen gab es auch Handstücke im rohen Zustande. Die sämt- Ischen deutschen Marmörarten waren so gut vorhanden, wie die gangbarsten Sorten des Auslandes.. Auch die Kcmptarten der Art» stalle waren vertreten. Es febtre auch nicht an den wichtigsten Ver- steineruügen. Vo» de» vielen speziellen Sammlungen für Tarif- zwecke, für die Auskunftei sowie dem Material über die schwedische Steinindustrie und vielem anderen, den Akten, Broschüren, Sta- tistiken und Veröffentlichungen des Verbandes soll hier nicht die Rede sein. Das Angeführt« genügt, um zu zeigen, in wie hohem Maße der Steinarbeiterverband Kulturaufgaben erfüllt hat. All das mühsam Gesammelte, das zum Teil gar nicht oder doch nur zu unerschwing- lichen Preisen wieder zu beschaffen ist, ist durch die glorreiche Zcr- stürung des„Volkshauscs" ausgelöscht worden. Beilegung des Lohnstreits im»oberschlesischcn Bergbau. Im Reichsarbeilsministenum bat unter dem Vorsitz des Regierungsrats Dr. B o d e n st e i n mit dep Vertretern der Arbeit- geber und Arbeitnehmer der oberschle fischen Berg« und Hütten-Jndustrie eine Sitzung stattgefunden, in der es gelungen ist, die seit mehreren Wochen schwebenden Lohnstreiligkeiten beizulegen. Es wurde die Vereinbarung getroffen, daß zu den tariflich seit April gellenden Löhnen der im Schiedsspruch des SchlickiungSaus- schuilesGleiwitz für die einzelnenArbeilerkategorien festgesetzteZuichlag entsprechend der im Monal Mai und Juni 1920 im Durchschnitt veriahrenen Schicknenzahl einmalig, verteilt auf die Monate April. Mai und �uiii 1920, gezahlt werden solle. Die Auszahlung erfolgt mit der Junilöhnuug. Nachdem der Arbeitgeberverband die Vereinbarung nunmehr angenommen hat, ist auch die Zu'limmung der Belegichatren nicht zweifelhaft und kann die Lohnbeivegunz im oberschlesiichen Bergbau als beendet angesehen werden. Ter Tchiedssvruch im Einzelhandel. Trotzdem der SchlichjungsauZschuß des Reichsarbeirtministe- riums in seinem Schiedsspruch den Arbeitgebern reichlich entgegen- kommt, haben die Arbeitgeber den ganzen Schiedsspruch unter»ich- tigen Vorwänden abgelehnt. Der Zentralverband der Angestellten pat deshalb sofort die VerbindlichkeitSerklärung diese? Schiedsspruchs beim Nerchsarbeitsministerium beantragt, und es findet am heutigen Fteitag dort eine Verhandlung statt. Sollten die Arbeit- geber auch bei dieser Verhandlung auf ihrem ablehnenden Stand- Punkt verharren, so wird dem Reichsarbeitsministerium weiter nichts übrig bleiben, als den Schiedsspruch für verbindlich zu er- klären. Diejenigen Angestellten aber, die bisher noch immer meinten, daß die Arbeitgeber nur das Wohl ihrer Angestellten im Auge hätten, werden hierdurch wiedep einmal treffend belehrt, daß ein Arbeitgeber und Kapitalist lediglich seine Profitinteressen im Auge hat. Deshalb müssen die Angestellten dem klassenbewußten Ausbcutertum endlich die geschlossene Front der klassenbewußten Angestellten und Arbeiter entgegenstellen Einzeln sind sie macht- los, zusammengefaßt sind mit Leichtigkeit imstande, den Mde» stand dieser Handvoll Ausbeuter zu brechen. VerbindlichkeitSerklärung der Teuerungszulagen für de» Einzelhandel Grost-Berlins. Nach monatelang«» Warten hat das Reichsarbertsminlsterium die drei Teuerungszulagcri, die der Arbeitgeberverband im Einzel- Handel noch Verhandlungen mit dem Zentralverband der Ange» stellten festgekegk hatte, für allgemein verbindlich erklärt, und zwar rückwirkend vom 1. Januar 1920 ab. Diejenigen kaufmännischen Angestellten, di- in Spezialgeschäften tätig sind und bisher weder da? tari'mäßige Gehalt, noch die Teuerungszulage erhalten haben, müssen den ihnen zustehenden Betrag unbedingt sofort nachfordern. Sollten sich die Firmen- Inhaber weigern, Nachzahlungen zu leisten, so fordern wir hiermit die betreffenden Kollegen auf, sich unverzüglich in unserem Ver- bandsbureau, Bellealliancestr. 7 10, Fachgruppe 7, zu melden. Diejenigen Kollegen, für die bereits ein besonderer Tarisverrraz abgeschlossen ist, wie z. 53. die Kollegen der Lebensmittelgeschäfte, Eisenwarengefchäfte, Papiergeschäfte, kommen nicht in Betracht für die Nachzahlung.____ Her mit dem K-Uhr-Ladenschlust. Alle Angestellten des Ein.zellandeis Groß-BerlinS, gleichtrel irelcher Art, werden aufgefordert, teilzunehmen an einer großen Demo» st ratio nS ver sammlung, die vom Zentralverband der Angestellten veranstaltet wird, um die Regierung und die Ar- beitgeber endlich zu zwingen, den K-Ilbr-Ladenschluß für alle offenen Verkaufsgcfchäfte herbeizuführen. Keiner darf fehlen I Zeigt, daß auch Ihr als freie Menschen Wenigstenz für einen Teil Eures Lebens über Euch frei verfügen wollt! WLvtsehß# Zum Wiederaufbau der Hamburger Schiffahrt. Zwischen der Hapag(Hamburg-Amerika-Lhue) und dem nordamerikanischen Harr im an Schisfahrltlonzern ist«in Ad- kommen zustande gebracht worden. Gehermrat C u n o bestätigt, daß der Vertrag auf 20 Jahre läuft und einen gemein- samen Dienst beider Teile auf allen Linien vorsieht, di« früher von der Homburg-Amerika-Linie allein oder in Jntercsscngemein- schaft mit befreundeten Reedereien betrieben wurden. Es ist in Aussicht genommen, diese Linien nach Maßgabe des zu erlangenden Schiffsraums und des Bedarfs wieder in» Leben zu rufen. In erster Linie soll der Verkehr zwischen Hamburg und den Ver- einigten Staaten, dann auch der Verkehr mit L a P l a t a und W e st i n d i e n wieder aufgebaut werden. Jede der Vertragsparteien ist berechtigt, in den Dienst der Linien ihre eigenen oder von ihr gecharterten Schiffe bis zu 5 0 P r o z. einzustellen. Diese Abmachung ist von außerorden.lichec Bedeutung, denn dadurch kann jede der vertragschließenden Parteien innerhalb dieser 50 Proz. ihren Dienst voll ausbauen. Weiter sieht die Abmachung vor. daß alle von der tzamburg-Amerika-Linie für die verschiedenen Linien einzustellenden Schiffe auch unter deutscher Flagge fahren können, während man bisher ange- nvmmen hatte, daß die sämtlichen Schiffe'deS neuen ReedercitrusteS unter amerikanischer Flogge fahren müßten. Geheimrat Cuno be- stätigt Weiler, daß der ganze Pertrag auf dem Gedanken einer durchaus quf Gegenseitigkeit und Freundschaft auige- bauten Partnerschaft beruhe. Englisch« Staatswolle für Deutschland. Di« amtliche Einkaufs- stelle für Nohmaterialiea hat an da! Syndikat in Bradford für 4 Million«» Pfund Sterling Wolle verkauft. Man glaubt, daß diese Wolle für Deutschland bestimmt ist. D«r Chef der Abteilung für Rohmaterialien teilt aber mit. daß von einem Verkauf an Deutschland- nur durch Privatpersonen die Rede sein könne. Jeder Käufer von StaotSwoll« habe die Freiheit, diese Ware auf eigene Gefahr an Deutschland zu verkaufen. Hierzu l BeUage. Zur Krästipug Illiilj Kmilihcittll solrie bei Nervosität unh Blutaimut gebrauche man nur die neuartigen Regipan-Tabletien. Erwlg wird garan- tieit. Aerztlich glänzend tegumchlel. In allen Apotheken,(oreie Drogerien zum Preise von M. 7,— per Packung erhälllich. Alleinige Fabrikanten: Kontor Pharmacia München II. f-...... / Bufari�(jffggp V ........ - \ r...................... r* ®-"Haferflocken SZ ch m* 70 •. �LJO 2V•_ werden von allen üdusfrauen in ganx •5crlin* *' bevorajqr Si4rungajanHahIi.CafyslDciktiwh TOPfd. an aur aö Laaer Qcichdfhof, öerlh i.O.iö- Weu'uhs SlrZö.- Hl. Marilzpl. 150hZ}