Hc. 334 ♦ Z7. Jahrgang Ausgabe A Nr. 50 Bez»q»pre<»- V ert»>j exkl. �v- fteLmlg�ediihr. Unter Krru»dand für Ssutschland und Oesterreich IS/.O M!» für fta» übrige Ausland bei laglich einmal. Zustellung 2USO M. Poitde- 'triiungen nehmen an Oesterreich, Ungarn. Tschecho- Slomakei. Däne- mart, Holland, üiuemburg. Schweden und die Schwedt.— Tingetragen t» die Past- Leitung»- Preislist». Der.Borwärt«� mit der Sonntags- deiiage.Boll u. steit� ericheml wachen- täglich zweimal Sonntag» und Man- tag» einmal. Telegramm-Adreste- JSeglntoaewtest Berlin-. Sonntags Ausgabe Vevlinev Volksblatt �ZTNksnnig) AnzeiffenpreiS: Die achtgelvaliene Ronparrillezeiie tosieiZ.— M., Teueriingszuschlag 50°/» Kleine Anzeigen-, da» iett- geSrnäte Morl 1,— M. izuläistg zwei settgedruikte Worte). lede» weiterr Wort M Big. Stelleitgesuche und Schlafstellenanzeigen da» erst« War, Sä Psg. jede» weitere Wort 40 Psg. Worte über 10 Buchstaden zählen für 'wri Wort» Deuerungszuichiag M. �omilien-Anzeigeu für Abonnenten fleile Z,— M. noliniche und g«. werlschasiliche Verein»- An«igen Z.— Mt. die sseile ohne Ausschlag Anzeigen für die nach sr e Itummei müssen bis S Ahr nachmittag« im Hauorgeschäft, Berlin SW SS. Linden- straß« S. abgegeben werden. Seöffnei von 0 Uhr lrüh bis 5 Uhr abend». Zentralorgan der foztaldemokralircben partel Deutfdblands Reöaktioa und Expedition: SW. öS, Linöenstr. Z. .st srn>precbert«ml Moritiyla», SNu KSISv— ISIS?. Sonntag» de» 4. Juli 1NÄO vorwärts-verlag G.m.b. tz., SW. v8, Linöenstr. Z. Fernsprecher: Amt s0tori«plan. Nr. 11« 53—54. Was wir leisten können. Deutsche Denkschriften siir Spa. Das«rugeher�e Gutachte» der deutschen Wirtschaft- I i.ch« n Sachverständigen über Deutschland? Wirtschaft- liche LeistungSfähigteit, das am 30. Juni dem Obersten Rar neben zwei amtlichen Denkschriften über die ZahlungSsäbigkeit DautichlandZ und über die Steuerbelaftung in Deutschland von der deurschen Regierung als Material für die Verbandlungen in Spa überreicht worden ist, enthält in fernem ersten Teil eine ausführ- liche Darstellung der wirtschaftlichen Lage Deutsch- landS. TZ werden zunächst die vernichtenden wirtschaftlichen Wir- kungen der Waffenstillstandszeit geschildert, weiter die Minderung der deutschen Produktivkräfte durch den Vertrag zu Versailles und ihre verhängnisvollen Folgen in allen ihren Einzelheiten. Das Gutachten geht dann kurz auf den Zmtand der deutschen Finanzen und auf die durch die neuen Steuern verursachte Be- lastung der deutschen Volkswirtschaft ein. Der zweite Teil des Gutachtens beschäftigt sich mit den Voraus, s-tzungen zur Feststellung des WiedergutmachnngSbetrage». und behandelt zunächst das Angebot der deutschen FriedenSdele. gaiion in Versailles vom 29. Mai 1919. wobei Deutschland sich zu Zahlungen bis zur Höchst summe von 100 Mtllrarden Gold verpflichten wollte. Die Sachverständigen halten an sich den folgen, weil einmal von den damgl? als inlergrierender Teil des deutschen Angebot? aufgezählten Voraus sctznngen(bor allem Be- lustung Ost. und WestpreußenS. Oberschlesien? und de? Saargebiet?, SelbstbestünuugSrecht kür T;euiichösterrei«/ Belastung d«!r Kolonien als Äandürar'M VolkerbündeS. Verzicht auf Auslieferung� der Handelsflotte, keine Okkupation deutschen Gebiets) auch n r ch t e n e e i n z i g e' e r fü l l t worden sei, i'odann aber auch die ye- samt« äußere und innere Wirrschast?lage Deutschlands nch unter erheblicher Mitschuld der alliierten und afloziierten Mächte wesent- lich verschlechtert habe. Bei der Erörterung der Möglichkeit deutscher Leistungen bezeichnen eS die Sachverständigen als ihren Wunsch, ibre Erörte- rung der Wiedergutmackmngsfrage einem festen Vorschlag soweit anzunähern, als eS überhaupt in einer wirtschaftlichen Gcsamtlage möglich ist, bei der nicht nur die bekannten Faktoren schon besorg. niSeregend genug sind, sondern zugleich weitere wesentliche Faktoren sich überhaupt der Erkassung durch Rechnung oder Schädung en:- zieven. Sie kommen dabei zu der Äuffasiung. daß die Bemühungen aller Beteiligten am die Lösung der einzigen wirklich großen Fragen konzentriert werden sollten, die der Äohlenliefcrungen und der Beteiligung Deutschlands am Wiederaufbau Frankreichs im eigentlichen Sinne. � Bei der Kohlenlicierung bleibt nach Ansicht der Sach- verständigen kein anderer Ausweg, al? den gegnerischen St.raten. insbesondere also Frankreich, zwar eine Option auf bestimmte Ktohlenmengen zu gewähren, jedoch unter der Voraussetzung, daß die Lieferung auf Basis der im freien Wettbewerb �sich bildenden deutschen bzw. englischen Ausfuhrpreise tatsächlich bezahlt werden. Deutschland würde sich dann verpklichien muffen, die Ein- Zünfte aus diesem Posten in erster Linie kür die Erfüllung der in Geld auszudrückenden Wiedergutmachungsleistung sicherzustellen. Weiter ist eS erforderlich, daß Deutschland, da eS nicht genügend ervoriieren kann, einen Teil seiner lebendige« Kräfte in« Ausland sendet, um durch werbende Arbeit einen weiteren Betrag aud aus- ländi'chen Zahlungsmitteln zu:'Abgeltung seiner Wcdergut- mackungSschuld zu erhalten. Die Sachverständigen halten es, ,0- lange ander« BetätgungSmöglichkeiten größerer BevölkecungSmassen im Ausland den Deutschen durch Kolonien nicht gewährt werden, iür unerläßlich, daß die Verhandlungen über eine ArbeitSbe- teiligung beim Wiederaufbau Frankreichs mit allem Rachdruck fortgesetzt und einem greifbaren Ergebnis zugeführt werden._ Eine weitere Notwendigkeit für Deutschland ist die G i n f u h r derjenigen Warenmengen, die für unmittelbare Wiederherstellung der menschlichen Arbeitskraft und der Landwirtschaft nötig sind. Der unbedingte Einsuhrbedarf für die Zeit vom 1. Juli 1920 bis zum 30. Juni 1SS1 beträgt nach Berechnung der Sackverständigen über Millionen Tonnen Nahrungsmittel und mindestens 300 000' Tonnen Rohphosphat. Dafür benötigl Deutschland ausländische Kredit« in Form einer Not- anleihe. Die näheren Bedingungen dieser Kredithilie würden im übrigen nur in mündlichen Verhandlungen festgelegt werden können, deren baldige Einleitung den Sachverständigen äußerst dringlich erscheint, wie überhaupt nach Äuffasiung der Sachver- ständigen die alsbaldige Aufnahme von wirtschaftlichen VerHand- lungen dazu beitragen würde, jene Atmosphäre von ruhiger Sach- lich seit und verantwortungsbewußter Gemeinschaftsarbeit herzu- stellen, ohne die der Vertrag von Versailles niemals die ihm fehlende Kraft, ein wirklicher Fried« zu fein, erhalten würde. Schließlich beschäftigt sich die Denkschrift mit den Voraus- f« tz u n g e n für die Abgabe eines neue« dentfchen Angebots und kommt zu dem Ergebn'S, daß ein solches Angebot nur mög- lich ist, wenn bei der Ausführung des Vertrages zu Versailles von folgenden Voraussetzungen ausgegangen wird, die allerdings eine abschließende Aufzählung nicht darstellen: Deutschland wird im Wege der Gegenseitigkeit Meistbegünsti- gung, wirtschaftlich« Gleichberechtigung und RechtS- sicherheit im Ausland gewährt. Der Wirtschafitzfrieden wird durch ausdrücklich zuzu- sagend« Nichtanwendung der Represialienklauiel gesichert. Deutschlands' W ir t sich a f t S h o he ist im Inland bleibt un- angetastet-. Deutschland? Einheit als �Zollgebiet wird. durch keinerlei Eingriffe gefährdet. Freier Verkehr mit Ostpreußen wird gewährleistet. Die Lasten aus der Okkupation werden durch Begrenzung ge- mildert. Die Restitutionen der aus den besetzten Gebieten weggeführten Gegenstände müssen in daS System der Wiedergutmachungsschuld eingegliedert werden. Di« finanzielle Allseinandersetzung mit den ehemaligen Bundes- genossen wird unter Mitwirkung der Entente ermöglicht. Deutschland wird der zu seiner Existenz notwendige Schiffsraum zur Verfügung gestellt. Der Gegenwert der bereits liquidierten und das Eigentum an den noch nicht liquidierten Rechten und Interessen im Auslands bleibt den Berechtigten zu unmittelbarer Verftigung erhalten. Die Erhaltung Oberschlcsicns bildet die unerläßlich« Boraussetzung seder Wiedergut- machungsvervilickstung für Deutschland. Sollte wiber alle? Er- warten die Abstimmung aegen Deutschland ausfallen, so würde die Abgabe eines deutschen Wiedergutmachungsangcbots hinfällig wer- den müssen, da die Unfähigkeit Deutschlands zu nennenswerten Leistungen ohne Gegenleistung ohnehin für alle Welt erkennbar sein würde. DaS Gutachten schließt: Selbst nach Erfüllung dieser Voraussetzungen bleibt Deutschlands Lage ungeklärt und ge- fährdet. Es besteht ftrr noch nicht absebbare Zeit keine andere Möglichkeit, als öen Notwendigkeiten des Staatshaushaltes, soweit äußerste Einschränkung und stärkste Steueranspannung nicht aus- reichen, durch hemmungslose Ausgabe neuen Pavürgelds? zu genügen. Dieses Verfahren läßt sich wegen der sozialen Wirkungen der ständigen Preisveränderungen nur noch kurze Zeit fortsetzen. Was dann kommen wird, ist ungewiß. Ohne raschen Beginn wahrhaft solidarischen Zusammen arbeftens der Völker sind die in oer gestörten Weltordnung liegen den Ursachen der WirtschaftS- und Währungsnoi nicht zu beseitigen.— Lemberg gefallen? Aus Brüsiel wird„Daily Mail", dessen Zuverlässigkeit nicht sehr groß ist. telegraphiert, Lemberg sei in die Hände der Roten Armee gefallen. Daß diese Meldung nicht ganz unbegründet zu sein scheint, bestätigt das folgende Telegramm der amtlichen Agenturen Havas und Reuter aus Brüssel: Ys bestätigt sich, daß die-Konferenz alarmierende Nachrichten über die Fortschritte der Bolschewisten gegen Polen erhalten hat. Fach und Wilson habe» de« Auftrag, die militärische Lage zu untersuchen. Möglicherweise hängt wit diesem Auftrag schon die teil- weise Mobilisation der franzysiich-m Armee zusammen. DaS französische.Journal ofjirzell" veröffentlicht nämlich die Er- mächtigung det Ministervate» an den SriegSminister. folgende Truppen der ftnnzösische» Armee u n t e r die Waffen zu rufe«: alle Jahrgänge von IW-si bis einschließlich 1002, ferner alle Unteroffiziere der Jahrgänge 1889 bis 1894. Aus der Nachricht geht nicht hervor, weshalb Frankreich diese Mobilisation vornimmt. Es scheint jedoch die Absicht zu be- stehen, größere französische Truppenmassen nach Klein- asien oder Polen zu senden. L« n d o n, 3. Juli. Nack einer„Times"-Melbung aus Brüssel verkündeu die Bolschewisten neue große Er» folge in Pole». Di« rot« Armee stehe ö Kilometer vor S» w»». valona nickt gefallen. Barts, 3. Juli.(TU.) Ein Mareonuelegramm aus Lalona, daS gestern in später Abendstunde eingelaufen ist, demontiert di« Belgrader Meldung von der Einnahm« valona«. Um Europas Schicksal. B e r l i n, 3. Juli. Die deutsche Delegation für Spa ist heute abend mit Souderzug um»410 Nhr vom Potsdamer Bahnhof abgereist. Die nächsten Tage sollen zeigen, ob der GesunÄungS- Prozeß Europas Fortschritte machen kann oder ob die leidenden Völker in beschleunigtem Tempo dem verderbenbringenden Ehaos entgegcngleiten sollen. i Als in den letzten Apriltagen aus San Nemo die Kunde kam. daß der Oberste Rat der Alliierten die deutsche Reichs- regierung zu mündlichen Besprechungen nach opo einzuladen beschlossen.hatte, begrüßten wir diese Nach- rtcht mit Genugtuung, wenn auch ohne Ueberichwänglicfsseit Wenn auch zu verfrühten Hoffnungen kein Anlaß vorlag so Ichien doch die T a t s a ch e allein, daß es endlich zu einer per,onlichen Aussprache kommen sollte, eine Etappe auf dem Wege zur Wiederherstellung sineS wirklichen Friedenszustan- des in Europa zu bedeuten. Alsbald freilich machten sich im Lager der Entente Sa-' botagetteniiAe bemerkbar. Da waren vor allem die französs- Ichen Gewaltpolitiker in Bürgerrock und Uniform im Verein mit den Leuten um Northcliffe rührig am Werke, um einer- seits die Konferenz immer wieder zu verschieben und anderer- leits�ihren Charakter und ihr Programm abzuändern. Wa? vorschwebte und wozu er offenbar ichließlich auch Lloyd George bekehrt zu haben schien dos war eine freimütige Aussprache zwischen qleichberech- tigten Verhondlurrgsparteien über die Aus- iuhrungsmöglichkeiten und Modalitäten des Friedensvertrags� Und wenn dies auch mit Rücksicht auf die französische Empfind- iamkeit nickst ausdrücklich ausgesprochen wurde, so war doch der ursprüngliche Ziveck von Spa eine Klarstellung derjenigen Bedingungen des Versailler Dokumentes: die sich als u n a u«- fuhr bar erwiesen hatten— also letzten Endes doch der Anfang einer Revision. Die französische Presse und noch mehr die französische Re- gierung waren sich von vornherein darüber so sehr im klaren. daß sie alles taten, um die Verwirklichuna der Pläne Nittis zu durchkreuzen. Zunächst schien das sehr schwierig, denn die Stimniung war zurzeit von San Remo und in den ersten Maitagen angesichts der prachtvollen Erhebung der deutschen Arbeiterklasse und eines guten Teiles des deutschen Bürger- tum? gegen die Kavpisten Deutschland gegenüber Verhältnis- mäßig g ü n st i g. Selbst jene nicht kehr zeitgemäß überreichte und unglücklich redigierte deutsche Note betreffend die Bei- beMtung von 200 000 Mann wurde gar nicht so unfreundlich aufgenommen, wie das unter anderen Umständen geschehen wäre. Ein.Havas Communiguä sagte danach hierzu: Die deutsche Note, welche die Fordrrunq von einer Armee von 200 000 Mann stellt, hat in Konferenzkreiscn ledhasien Ein- druck hervorgerufen. Es scheint, daß sie ohne Ueberraschung und sogar mit gewissem Wohlwollen aus italienischer ussd englischer Seite aufgenommen wurde. Aus französischer Seite behält man sich die Bildung einer Meinung bis zur Prüfung dieser Frage durch die Konferenz vor. Damals konnten die böswilligsten Bckvwfntacher unmöglich behaupten, daß dieses deutsche Volk noch immer das blinde und gehorsame Werkzeug einer Militär. Scilla sei. Das Volk selbst batte jene Tat vollbracht, die auch die Ungläubigen bekehren mußte, es hatte, den Beweis kür die Echtheit seiner Wandlung geliefert, es hatte die„Atmosphäre kür die Re- Vision" geschaffen. Und jetzt? In welchem Ton sprechen jetzt die offiziösen.Havas-Telegranmie gerade über diese selbe Frage? Verflogen ist das„gewisse,. Wohlwollen'' aus den Togen von San Remo und nicht mehr allein die Herab- setzung der Reichswebr aus 100 000 Mann, sondern auch die Auflösung der Sicherbeitsvolizei wird nun gefordert und die ftm'teriten Drohungen werden laut für den Fall, daß sich Deutschland dein nicht glatt unterwerfe. An diesem Vergleich kann das deutsche Volk ermessen, walchen Schaden es sich am 6. Juni selbst zugefügt bat. War für Parteien stimmte, die sich einer„Täglichen Rundschau" als ihres Sprachrohres bedienen, hätte sich sagen müssen, daß er damit selbst dazu beitrug, die Atmosphäre iür die Revision ungünstig zu beeinflussen. Die politische Gruppierung, die am ehesten' eine Aenderung des Friedensvertroges von den Siegern erhoffen durfte, war die alte Koalition. Sie zu stär- ken und besonders ihren linken Flügel, die Sozialdemo- k ratische Partei, als das in republikanischer und pazi- fissischer Hinsicht zuverlässigste Element in ihr so kräftig wie möglich zu gestalten, das war das Ziel, das allen Klarsehenden während des Wahlkampfes hätte vorschweben müsse«. Die große Dumheit des 6. Juni kann nun nicht mebr rechtzeitig und nicht mehr ganz gutgemacht werden. Die not- wendig gewordene Anwesenheit von Vertretern der Deutschen Volksvartei in der Reichsregierung bleibt jedenfalls für die deutsche D«/«gation in Stu eine Nelolfting, die den Gönn der i Verhandlungen ungünstig beeinflussen könnte, zumal auf Gegenseite Kräfte am Werke sind, die weniger nach Gründen lak» nach Vorwänden suchen, um ein für Deutschland er- sprreßüches Ergebnis dieser ersten mündliDn Aussprache zu verhindern. Immerhin ist es unter diesem Gesichtspunkte für die deutschen Delegierten als ein moralisches Plus anzu- sehen, daß sich die Deutschnationalen bei der Abstimmung im Reichstage am Donnerstag der Stimme enthalten haben und daß dagegen der Reichskanzler Fehrenbach sich darauf be- rufen kann, daß die Sozialdemokratie ihm am Vorabend von Spa nicht feindlich gegen- üb e r stan d. Was nvn den Gegenstand der Verhandlungen selbst anbe- langt, so kann man den deutschen Delegierten nicht eindringlich genug nahelegen, die Linie nicht zu verlassen, die die alte Koalition der Entente gegenüber befolgt hatte und die sie auch befolgt hätte, wenn sie selbst nach dem Verhandlungsort ge- fahren wäre: die Linie der Offenheit und der Wahrheit. Rückhaltlose Anerkennung der übernommenen Verpflichtungen, aber ebenso aufrichtige Darlegung der U n- Möglichkeiten, die aus dem Vertrag von Versailles für uns entstanden find. Keine Demut, aber auch keine leeren Gesten, die nur dcutschnationale Leitartikler in Entzücken ver- setzen würden, sich aber. am deutschen Volke bitter rächen müßten. Ob die Alliierten unter sich in der Verteilungsfrage der deutschen Entsckwdigung einig werden, oder ob die Brüsseler Konferenz die Gegensätze unter ihnen nicht auszugleichen ver- mochte, sollte für unsere Haltung vollkommen gleichgültig sein. Was wir anbieten können, miisschi wir vorschlagen, nicht allein wegen unserer Versailler Unterschrist, sondern auch in der aufrichtigen Erkenntnis, daß cS unsere Pflicht ist, die Wun- den, die das Schwert unserer einstigen Gewalthaber den Völ- kern geschlagen hat, heilen zu helfen. Die französische Presse gefällt sich seit zwei Monaten in der Ankündigung, daß die deutschen Delegierten in Spa ge- wissermaßen die Rolle der Angeklagten werden spielen müßten, die auf Fragen und Vorwürfe zu antworten hätten. Wir glauben nicht, daß der Versuch unternommen wird, Deutschland in Spa wie in Versailles zu behandeln. Die Tatsache allein, daß die mündlichen Verhandlungen erst jetzt beginnen sollen, ist eine furchtbare Anklage gegen die Entente: Warum erst jetzt? Warum nicht schon vor einem Jähr? Warum hat damals Siegeriibermut einen Frieden diktiert, von dem jeder neue Tag beweist, daß er für alle unheilvoll ist, für die Sieger, ebenso für die Besiegten, und obendrein noch ungerecht und undurchführbar?! Es mag sein, daß. wie in ihrer ReichstagSrede Klara Zetkin prophezeite, in Spa ,cher internationale Imveria- lismus durch neue Verbrechen die Verbrechen des deutschen Imperialismus wird sühnen wollen". Aber nur die weit- fremde kommunistische Ideologie kann glauben, daß das deutsche Volk durch irgendein Mittel, sei eS auch durch Sowjet- rußland, davor geschützt werben köime. Wir gehen nach Spa in der Hoffnung, daß sich dort die Erkenntnis des Notwendigen, nämlich der Nc» Vision des Friedensvertrages von Versailles, bei den Siegern aus der mündlichen Aussprache allmählich durchsetzen wird. Wer sich dieser Erkenntnis verschließt, wer an dem Buchstaben dieses Dokumentes der Verblendung und der Gewalt festhalten will, der kann bestenfalls die Völker der Genesung nach dem Muster der Echternacher Springprozession— drei Sprünge vorwärts und zwei rückwärts— entgegenfübren. Aber noch viel wahrscheinlicher führt er sie damit nur dem allgemeinen Zusammenbruch entgegen. Was nun immer daS Ergebnis von Spa sein mag, so sei heute schon festgestellt, daß es— nach dem Umschwung in Deutschland— bürgerliche Regierungen sind, die sich dort am Verhandlungstisch zusammensetzen. DaS internationale Proletariat ist in allen seinen Teilen zwar leiden- der Mitbeteiligter, aber nicht Akteur, sondern nur Zuschauer dieses politischen Vorgangs. Und so darf heute schon gesagt werden, daß sich seine Aufgabe auf diese passive Rolle schwerlich dauernd beschränken wird! Grüne pspche. Von Alwin R a t h.� Es brummt sonmierlich um meine heiße Stirn, brummt kiber daS hitzeschwälende, diirrborstigc graue Heidegras nieder, in dem ,ch liege und die Leimtropfen betrachte, die auf dem kleinen Fang- teller des Sonnentaus glitzern. Brummt plötzlich dicht vor mir, angezogen von dem blüten- haften, leuchtenden Schimmern der Fangrcller dieser Bandilenblume, dieser Wegelagerin, und zappelt mit lristallschwirrenden glitzernden Scktvingen in den Leimiüpfelchea der grünen Mörderin: eine kleine, goldbereisie Hummel. Sie arbeitet mit den verklebten Fützen, zieht, zerrt, brummt sehr ungehalten, macht neue Fliegversuche. Die übrigen Fangpollen um die verzweifelt herumwurschtelnde Hummel starren alle wie kleine lebendige Augen gierig glimmend nach der Hummel herüber, krümmen sich hungrig, fresserisch heran. Da sitzt auch der eine Flügel plötzlich im Leim. Jetzt hängt sie bös schief, meine kleine Hummel, wie«in kenternd Schiff. Ein herangleitender Faugpollen berührt ihr pelzig Rückenschildchen und nun brummt sie, wenn auch doppelt so wild, doch nur noch halb so laut. Da hat sie plötzlich den verklebten Flügel wieder frei. Sie möchte ihn putzen. Aber die armen Beine I Was ist geschehen? Ich sehe, alle Fangteller der Drosera kommen wie kleine Hände mir vielen greiflustigen Fingern langsam heran, wenden sich olle mir einer stummen, zähen TodeSsicherhcit drohend gegen die Brummerin, die beharrlich tritt und stampfr wie ein Hund in der Tretmühle. Als sei sie in ein Nest von Klapper- schlagen geraten, die todverlorene Hummel, tauchen wie Schlangen- köpfe von allen Seiten die ,Fangfeller herauf, züngeln mit ihren leimigen Zungen gegen die Gefangene an und senken sich langsam darüber nieder, kapseln sie gänzlich ein. Aber die Drosera ist eine Schwerfällige, eine Plumpe, eine Schncckenlangsame. Wie lange bat eö gedauerr? Mir. scheini, eine Siunde. Ihre Nerven sind so stumpf, die Leitung darin'ist so dick- flüssig und zähklebrig, daß die zuckende Springlollheir eines Wimper- lierchenS dagegen ganz tierbaft anmurei. Denn dies ein Zehniel- Millimeter grohe Wimperwesen ist absolut kein Tier.— Unverstand hat es irrtümlich anfangs ob seiner quecksilbern lebendigen Sprünge dazu gerechnet. Es ist ein einzelliges Pflänzchen, ein mikroskopisch kleines Jnfusor. Und doch, berühr' es unierm starrenden Mitrostop nur mir einem Pserdehaar. es zuckt wie ein Wasierfloh nach allen Seiten. Der ganze verwickelte Mechanismus ist hier mir der Biitz- leitung von Nerven lebendig, wie er bei uns Meiiscben im Moment der Berührung funktioniert und die nötigen Abwehrhandlungen gleicb auslöst. Ich habe ein anderes.Tierchen", das Wunder der grünen Psyche, unterm Mstroflop im Basier vor mir. Die Mtosöla, mir Lorö ö�bernon. Die„TägiicheRundschau"gegen den englischen Botschafter Die„Tägliche Rundschau" veröffentlicht einen Artikel gegen den neuernannten englischen Botschafter in Berlin. Sie bezeichnet ihn als einen mit allen Wa s s e r n gewaschenen Mann, dessen Anwesenhest in Berln die schwärze st en Befürchtungen errege und der gewiß mit shylockartiger Gewandtheit aus Deutschland das Letzte herauspressen werde. Zum Beweis fü: ihre Behauptung beruft sie sich auf angeblich« unlautere Finanzoperationen, die Lord d'Abernon vor etwa dreißig Jahren in Konstantinopel unternommen haben soll. Wir sind selbstverständlich nicht in der Lage nachzu- prüfen, ob Lord d'Abernon vor dreißig Jahren in Konstanti- nopel Geschäfte gemacht hat und welcher Art sie gewesen sind. Das ist auch nicht unseres Amtes. Wir erblicken in dem eng- lischen Botschafter den Vertreter der englischen Nation und bringen ihm dieselbe Achtung entgegen, die wir der englischen Nation selbst entgegenbringen. Wir wissen ferner, daß englische Botschafter nicht ihre eigene Politik, sondern die ihrer Regierung machen, und halten daher Befürchtungen, die an ihre angeblichen besonderen Charakter- eigenschaften geknüpft werden, für unwürdig und albern. Die persönliche Klatsch- und BerleumdungSsucht, die sich auf die Vertreter fremder Völker stürzt, gehört zu den gif- tigsten Pflanzen aus dem alldeutschen Treibhaus. Wft er- beben den schärfsten Einspruch dagegen, daß diese bornierte �Hetze, die soviel zum Unglück Deutschlands beigetragen hat, 'von neuem anfängt! Herr Rippler, der Herausgeber der„Täglichen Rundschau", ist als Mitglied der deutschvolk»- parteilichen Fraktion im Reichstag auch Mitglied einer Regierungspartei, diese ist für sein Treiben mitverant- wortlich. Er hat jüngst in seinem Blatt eine Theorie auf- gestellt, die er wahrscheinlich selber als„orientalisch" bezeich- neu würde, wenn es nicht seine eigene wäre. Was der R e- dakteur Rivvler anncMet, aebt den Abaeordneten Rippler nichts an. die Reckte soll nicht wiffen. was die Linke tut! Diese Theorie wird sich nicht halten lassen. Hat jedeS deutsche Blatt die Pflicht, im deutschen Interesse den inter- nationalen Anstand zu wahren, so hätte diese Pflicht doppelt ein Blatt, das durch seinen Äbgeordneten-HerauSgeber in naher Verbindung mit der gegenwärtigen Regierung steht. Möge sich darum die„Tägliche Rundschau" mit ihren„fein- geschliffenen Sätzen", in denen Zuhälter, Analphabeten, Reisende in Spülklosetts, Schieber und Spekulanten entdeckt werden, wenigstens—„national"— auf die Vertreter des eigenen Volkes beschränken, die Vertreter fremder Völker aber nicht zum Gegenstand seiner„kleinen Kunststücke" machen, die nur der Änfana von großem Un- her! find!_ �reiheit�-Schww�el. Bei der qestrigen Abstimmung im Reich?t.Tg über di« Frage, ob die Interpellation Ledebour über die Marburger Vorgang« sofort zur Erörterung gestellt werden solle, haben die Sozialdemo- traten mit den Unabhängigen für sofortige Beratung gestimmt. Di«.Freiheit" begnügt sich aber nicht mit der Feststellung dieser Tatsache, sondern behauptet unter der Ucberschrift„Mörderschutz im Reichstag", ein Teil der Sozialdemokraten habe sich absichtlich der Abstimmung entzogen. Es liegt auf der Hand, daß derartige Me- thoden darauf beredjnet sind, jedeS Zusammenarbeiten der sozia- listischen Parteien unmöglich zu machen. Erlauben wir uns, in einer Frage anderer Meinung zu sein als Ledebour, so sind wir natürlich„Verräter". Sind wir zufällig— was ja nicht immer sein muß— derselben Meinung mit ihm. so werden uns irgend- welche Ränke angedichtet. Die Sozialdemokratische Fraktion hat in diesem Fall mit den Unabhängigen gestimmt, trotzdem ist sie „Schützerin von Mördern". Ein Schlagwort muß immer in d-ie Welt hinauSgebrüllt werden, ob wir so handeln oder so! Pseudonym: Geißellierchen. Einen glashell schimmernden zierlichen Becher bat e« als Panzer um seine so leicht derschluckbare Stäub- chenexistenz, um seine winzige einzellige Köeperlichkeit herum aufge- baut. An einem haarfeinen Fädchen hängt es darin, und mit einem anderen Härcken wirbell es draußen im Wasier herum, strudelt sich Nahrung, Bakterien heraus, wirbelt sie in seine Schlingröhre herein. ES ist noch viel fixer, viel munterer und behender, als die jäh zu- packenden, milchhellen, punktierten Fangarme der gefährlichen Zylindcrrose, wenn sie am Meeresgrund sich stürmisch um ein See- pferdchen krallen und knäuethait verwickeln. Jetzt berührt ein größere« Insular gefahrdrohend die hungrig berumlavierende Bikosöka unversehens. Im gleichen Moment rollt sie sich schnell wie ein Blitz zusammen, und schon ist sie von dem Ankerfaden ihres kleinen Körper« wie von einem stürmisch reißenden kraftvollen MuSkel zurückgezerrt in ihren Glaspanzer.--- Muß man schon beim Sonnentau, der zuletzt alle Fangapparate in Bewegung setzt, von ei»em Analogon eines Ncvenzentrums. einer Ärr Erkenntnisstalion eines Gehirns sprechen, hier bei der Bikosöka kommt man gewiß nicht mehr mir dem plumpen Hilfsmittel der Reflexbewegungen aus. Vielmehr tiegr eine zweckgerechte Handlung vor. Man kann den höchst entwickelten unter den Pflanzen Emp- findung, Urteilskraft und Fähigkeit zur Selbsrhitfe nichr mehr ab- sprechen. Wenn allerdings diese Fähigkeiten bei Infusorien und Algen ohne weiteres in die Augen springen, hat das seine Ursache darin, daß diese Pflanzen die in ihnen schlummernden Eigenschaften durch den schweren Äamps in den Nöten ihrer so arg gefährdeten Existenz ausS höchste gesteigert haben. „Mimosenhaft! Mimosenhafte Empfindlichkeit!" Wer kennt das Tadelsworr nicht! Und welche Anerkennung für die Fein- fühligkerl einer Pflanze liegt darin! In den seinen Tüpfeln der Epidermis bar man bei Cucurbita ilelopcpo zart«ingelagerre, ganz unscheinbare Kristallstückchen enideckr. Reizempfangendc Mecha- nismen, von dcr.en die Nerven der Pflanzenpsyche in den grünen Leib ausströmen. Am schärfsten ausgeprägt ist dieser Nerven- Mechanismus bei der Mimose, wo er in Fühtborsten zutage irilt. Hier wird es schon dem oberflächlichen Beobachter klar, daß die einzelnen Zellen de« Pflanzenköpers durch leitende Reizsäden, Plasmafäden verbunden sein müssen. Die berührte Mimole senkr nichr nur die Blailfieder, die.gereizi" wurde: Blau für Blan wird von der erschlaffenden Aufregung ergriffey,— es sinil gar die ganze Pflanze in„Schlaf". Nemcc har die verbindenden Zellsäden, die Pflanzen- nerven:„Fibrillen" in besonders starkem Maße an den Wurzel- spitzen der Zwiebel, der Hyazinihe, der Schwertlilie und auch an denen der Farne und Kürbisie entdeck:. Aber die durch diese Fibrillen Übeimuielie» Berübrungen lösen die Reatrion gewöhnlich nicht an der EmpfangSsielle des Reize« aus. Bei den von den Lichistrahlen getroffenen Schaitenpslanzen unserer Wälder führt nicht das Blatt, das mn leinen Lichllinien in den halbkugelig vor- gewötbttu Zellen der Oberjeue den Lichuelz aujjängt und dem Polnisthe Rechtsbegriffe. Den Deulschen in den an Polen abgetretenen Gebieten steht nach dem Friedensvertrag eine zweijährige Frist für die Wahl ihrer Staatsangehörigkeit zu. Sinngemäß dürfen sie während dieser Zeit auch nicht zum Heeresdienst herangezogen werden. Aber Not bricht Eilen. Polen braucht Kanonenfutter für die Ostfront, und so bar die polnische Regierung denn verordnet. daß auch die gebürtigen Deutschen der ehemalig deutschen Gebiete in das Heer eingereihr werden. Von deutscher Seite aus das Un- moralische dieser Handlung hingewiesen, ließen sie sich herbei, den Deutschen wenigstens das Recihr zuzugestehen, schon beute ihren Anschluß an Deutschland zu bollziehen. Obgleich auch da? dem klaren Wortlaut des Vertrages nickt entspricht, bedeutet es immerhin eine Erleichterung in einem auch heute noch unerträglichen Zustand. Wer nun allerdings denkt, die Frage sei damit erledigt, irrt sich. AnSdem Soltauer Kreise werden Nachrichten laut, die darauf hinweisen, daß die polnische Regierung in derRelrutierungs- frage einen ähnlichen Terror ausübt, wie seinerzeit bei der Er- schießung der 17 Unabhängigen. Mit Maschinengewehren sind die Grenzen nach Deutschland gesperrt und nach Hunderten zählende Deutsche, die aus Angst vor dem Terror ihrer Sehnsucht nach Deutschland nicht durch öffentliche Oplion Ausdruck zu verleihen wagen und heimlich nach Deutschland zurück zu wandern versuchen, müssen erst den Sperrgürtel polnischen Maschinen- gewehrfeuerS kreuzen, bis sie— die Freiheit wiedererlangt haben. Die Fälle, in denen man Deutschen, die ihrer Abstimmungs- pflickt genüge tun wollen, ihre Pflichterfüllung durck mehr un- mögliche denn mögliche Chikanen unmöglich machte, sind ja bereits Gegenstand ernster Erwägung unserer Regierung gewesen und selbst die rnieralliierte Kommission sah sich genötigt, diesen Unfug zu ver- bieten. Was fick die polnische Regierung daraus macht, gehl aus einer Meldung der D. A. vom 3. d. M:s. hervor. Sie berichtet: Die Polen baben die Weisung der interalliierten Kommission, Vertrags- widrige Erschwernisie der Reise der Abstimmungsberechtigten zu unterlassen, auch am 2. Juli nicht befolgt. Es wurden 1 S S 0 Stimmberechtigte widerrechtlich von der Weirersahrt ausgeschlossen, sodatz sie durch den Deutschen Schutzbund nach Stolpmünde und Swinemünde umgeteiiet werden mußten. Nach all' dem nimmt es weiter nicht wunder, wenn man ersäbrt� daß die Polen auch mit Fälschungen aller Art im Abstimmungs- gebiet arbeiten. So haben sie einen„Bund heimatlrener Oberschlesier" gegründet, der mit den„Vereinigten Ver« bänden heimattreuer Oberschlesier" verwechselt iverden und naive Gemüter ins polnische Lager übersübren soll. Die Polen kennen den deutschen Arbeiter schlecht, wenn sie glauben, daß er aus eiilen derartigen Bauernfang hereinfällt. ES beweist ihm nur, w i e übel eS um Recht und Freiheit in der Republik P o l e n b e st e I l t i st._ Diktatur in Dolen. Warschau, 3. Juli. lTU.l Angesichts der ernste« Lag? Polens find seitens der Negierung besondere Maßnahmen getroffen. Auf Anregung des StaatSchcfs Pilsudski wird ein R a t d e r n a t r o- nalen Verteidigung gebildet, bestehend ans dem Staats- chcf, dem Ministerpräsidenten, drei weiteren M-inistern, Vertretern der Heeresleitung und zwölf Abgeordneten des Reichstages. Der Verteidigungsrat dürfte diktatorische Macht erhalten zur Heran- ziehung aller Kräfte der Nation für die Kriegführung. Der Mi- nisterpräsident brachte bereit» eine entsprechende Vorlage ein. Der sozialdemokratische Abgeordnete Daszynski erklärte, der Vor- schlag des Ministerpräsidenten anf Einstellung eineS Rares der nationalen Verteidigung werde von allen Parteien an- genommen. Seine Partei fei bereit, jedes Opfer zu bringen. Böhmische Kohlenlieferungen an Dentfchland. Im Monat Mai sind auS Böhmen nack Deutschland im ganzen 152 339,4 Tonnen Braunkohlen geliefert worden. Davon gingen 123 9ö3. 3 Tonnen nach Sachsen und 23 375,9 nach dem übrigen Deirischland. Außerdem wurden 5 200 Tonnen Bunkerkohle aus dem Wasserwege nach Deutschland geliefert. inneren Nervenzenirum meldet, die darauf onlworlende Krümmung auS, sqndern der Dlatrstengel. Der aber ist ein Blinder, gänzlich lichtunempfindlich I Die Berberitze, die mir ihren Scharlacktroddeln von Beeren die Randgebüsche unserer Wälder so prächiig färbt, hat außerordentlich reizemvfindliche Siaubgefäße, bewegt nickt nur jene Zellen, an die daS ausfliegende Insekt tupft, sondern der ganze Staub- saden schlägt plötzlich in lrästigster Eigenbewegung zu und überschüttet ganz zweckgemäß den kleinen Honigschlürfer mir dem Blüienstaub. Berühre ich die winzige Bikosöka mit einem Pserdehaar, spritzt sie eiligst in ihre Glasburg zurück. Berührt sie ein vorbeisirudelnd Körnchen Sand, flitzt sie eiligst in ihre kristallene Feste. Und es gehen dem Sonnentau Insekten, die er kaum angeleimt har. wieder dadurch verloren, daß er zu gemächlich ist, nur fühlr, nickr sieht. Tie vergebliche Flucht der Bikosöka. die zu schwache, zu langsame Kraft- anstrengung des Sonnentaus sind Folgen der zu großen Enge des PflanzenurieilS Unsere Gehirnzellen, die fich nur im Denken zu üben brauchten, durchschauen gleich die Dummheiten unserer Körperzellen. Aber trotz ihrer„geistigen Unbildung" ver- mag sogar die dumme Pflanze biSwetleir den stomo sapivas zu läuschen. Die Körner des Flughafers(avaaa futa) vollführen bei feuchtem Weller ganz eigentümliche, nach zweckbewußrem Handeln aussehende, bohrende Bewegungen, mirrelS deren eS ihnen tatsächlich gelingt, sich in den Boden hinabzuschrauben. Jahrelang erhielien botanische Jnstilule von einem allen Herrn Proben dieses mysteriösen Flughafers, wobei immer wieder rn epochal aufgemachien Worren auf jene Sellsamteir genauest hin- gewiesen wurde, die doch längst einen völligen Umsturz dcr ganzen Botanik bätte hervorrufen müssen. Was aber der Flughaier lut, tun auch das Werlermännchen und Wetlerfrauche» an den allbekannten kleinen Propheteahäussrn der Himmelsstimmung. Hier ist's� ein Haar. Beim Flughaser eine Granne, die die Drehung verursacht. Absolure Mechanik! Hhzroikopizirät Anziehung der Feuchrigkeit)! Aber seltsam, Hygroikopizilär ,st eS auw. die die abgestorbenen Hüllblätter der Wenerdistel bei feuchter Luft zusammenkrümmen und so das bei solcher Witterung nicht vorteilhafte Ausfliegen des Samens vereireln läßt!_ Tie Leartragödi- Ernst HacckelS. Unter diesem Titel ist jetzt auf Grund von unveröfsentlichten Briefen und Aufzeichnungen Haeckels sotoie der offiziellen Akten im Verlag Hosfmann u. Eampe eine von Dr. Adolf H e i l b o r n geschriebene kritische Darstellung des Martyriums erschienen, daS die letzten Lebensjahre des großen Nerturforschers tief verbittert hat. Tie Frauenfrage»»d tbre Läning in der kommende» Gesell- fchaft. DicS Thema untö beipvochen werde» in einer Vera iiiatlung, die am 7. Juli, abeutis 7 Uhr in der Aula der Gemewdeschuic. Vallasstr. 15, 'laUfindet. Veranlaßt wurde der Adcud durch eine neugebildcte Soztalisti- sche Arbeitsgemeiiiicha'l für Kemeinschaftskunde und Gefelljchasts- wisjenschast lSoziowgie), die aus Atademitern und Arbeitern besteht. Vor- tragender deS Abends ist Ar. Surr Buße. Nr. 334 ♦ 57. Jahrgang 1.OeiSage öes vorwärts Sonntag, 4. 5uli1y2S Deutscher Reichstag. (Fortsetzung aus dem Abendblatt.) Abg. Hamm(Dem.)-begründet- eingebend seinen Äntrag, dem die Abgeordneten Hock(Sog.). Dr. Nusicr(D. Vp.), Dr. Herz iU. Sog.), Blum(K), Jaüdh(Boyr. Vp.) und Bruhn(Dnat. Dp.) zustrmmcn. Reichswirtschaftsminiiter Scholz: Ich. freue mich, daß ich mich bei meiner ersten Bede im Reichstag mit dem ganzen Hause in erfreulicher Uebereinstimmung befinde. Die Reichsregie- rung begrüßt die Anregung und wird ihr'Folge leisten. (Sä fit schon vieles geschehen, so bat sich vom Januar 1S19 bis zum Fruhjabr 1929 die Zahl der vom■Reichswirtschaftsm'inisterium re- iorticrenden Angestellten der Krregsgesellschaften von 13 909 auf "999� vermindert.(Beifall.) Der) Antrag wird- darauf einstimmig angenommen. Es folgt der Antrag über die Einsetzung eines UntersuchunzSausschusses. Abg. Warmuth(Dnat. Vpfi: Wir find gegen Einsetzung eines Untersuchungsausschusses. Aus rem parteipolitischen Gründen könnten wir zustimmen, denn schön die bisherigen Ergebnisse haben eine Entlastung der Angeschuldigten ergeben. Aber wir sind der Meinung, daß. solange die. Archive, der anderen Mächte nicht offen stehen, wir nur halbe unddarum f als che U r t e i l e er- hallen können.(Beifall bei' der Dnat. Vp.) Abg. Rietzer(D. Vp.): Da ein abschließendes Urteil über die Frage bei der einseitigen Untersuchung nicht möglich ist und außer- dem n u r'die Parreigegensätze verschärft würden, leh- nen wir die Einsetzung ob. Abg. Breitscheid(U. Soz.): Auch bei uns waren zwei Rich- wngen. die sich aber auf einem Gesichtspunkte gründeten. Die eine war die Meinung, daß die bisherigen Untersuchungsausschüsse sowohl nach dem Umfang der Arbeit als n-.ch der Qualität der Ergebnisse Are vollkommene Unfruchtbarkeit solcher Ausschüsse, beweisen würde. Dieses unbefriedigende Arbeiten fängt mit der Zusammensetzung. der Ausschüsse zusammen.(Bei- iall bei den U. S.) Daß man da kein gerechtes Urteil er- warten kann, fit menschlich begreiflich. Andererseits aber— und diese Auffassung hat gesiegt— wird dock, wie der bisherige Aus- schuß schon bewiesen hat, durch die Untersuchung erne Menge wichtiger Einzelheiten zutage gefördert; so war es z. B. sehr tnttzrcssant, die Abhängigkeit Bethmann Holl- wegS von Luden dorff zu sehen oder die Wandlung des Herrn Helfferich aus einem Saulus einen Paulus des U-Boot-Krieges auch von amtlicher Seite aus bestätigt zu sehen.(Heiterkeit und Beifall.) Wir wollen ein objektives Bild, aber ebenso sehr ein schnelle? Urteil und glauben, daß beiöes wohl vereinbar ist.(Beifall bei. den U. Soz.) Abg. Frau Btihtn-Schuch(Soz.): Wir sind uns klar, daß wir nicht Richter, sondern nur objektive Untcrsucher in diesen Aus- schüssen find.(Beifall.> Wir find durchaus damit einverstanden. daß alle parteipolitfichen Betrachtungen ausgeschaltet werden müssen, sowie daß jeder Abgeordnete nach seinem Gewissen ohne Parteizwang urteilt, damit es auch wirklich et« Aolkszericht und. nicht', ciu Partokzorscht. wtpd. Gegen. den Vorwurf, gerade. Parlamentarier jtmzii zu erwählen, säge ick, daß die Parlackentarier doch die Erwählten de? Volkes sind und sicherlich viel unabhängiger auftreten können als beamtete Richter oder Professoren. In dem Augenblick, wo Italien sich anschickt, solche Ausschüsse ins Leben zu rufen, können wir unsere nicht aufgeben und ihre. umfangreichen Vor- arbeiten wieder annullieren.(Sehr richtig!) WaS würde das für einen Eindruck im Ausland machen. Wir sind heute mehr denn je der Meinung, datz nicht Deutschland einseitig die Schuld trägt, sondern datz die Ursache im kapitalistischen System aller Lander I egt.(Beifall links.) Das deutsche Volk hat ein Recht darauf, die ganze Ursache der Katastrophe zu erfahren. Wir fordern, die Wahrheit hören zu wollen und sind deshalb für de w Unter- suchung sausfchutz und bitten ebenfalls für-Einsetzung dieses Ausschusses zu stimmen, damit die ganze Welt sieht, daß wir unser Teil zur Klärung der Katastrophe beitragen wollen.(Leb- hafter Beifall bei den Soz.) Nachdem Abg. Heile(Dem.) und Spahn(Z.) für Einsetzung des Ausschusses gesprochen haben, wird die Wiedereinsetzung gegen die Stimmen der beiden �RechiS-parteien a ng e n o m m e n. Es folgt die zweite und dritte Beratung des NotetatS. Sämtliche Positionen werden ohne Aussprache in zweiter Le- sung a u g e n o m m e u. Zu dem Haushalt des ReichSmini- steriumS für Ernährung und Landwirtschast ist ein Posten von 13 925 999 M. eingestellt als Zuschuß des Reiches zu den durch die Empfangnahme und Verteilung der ausländischen Liebesgaben entstehenden Kosten. Dazu gibt Präsident Löbe folgende Erklärung ab: Diese Aus- gaben, die wir soeben bewilligt haben, hängen zusammen mit. dem großen LiebeSwerk, das durch ausländische wohltätige Kreise für Deutschland in Angriff genommen worden fit. Im Namen der Volksvertretung und ohne Unterschied der Parteien sagen wir den großherzigen.Helfern unseren a l l e r h e rz l i ch st e n Dank. « Lebhafter Beifall.) Wir danken für ihre Hilfe und für ihre edle und mensihliih« Unterstützung der Gesellschaft der Freunde in Amerika, den englischen Quäkern, den Helfern in Schweden und in der Schweiz und ganz besonders auch den Deutschamerikanern und vielen anderen. Ihnen gilt unser allerherzlichster Tank. (Erneuter lebhafter Beifall.).. Sic alle haben mugeholien an dem Wiederaufbau unseres kostbarsten Gutes, der I u g e n d. Sie alle haben dazu beigetragen, daß ein wahrer Frieden zwischen Volk und Volk erreicht wird, sie zerleiltcn die Nebel des Hasses und des Mißtrauens, die noch immer zwischen den Völkern siegen. Das deutsche Volk wird ihnen die an seinen Kindern geübte Liebe niemals vergessen.(.Anhältender'lebhafter Beifall.) Abg. Packnicke(Dem.): Der einzurichtende Ausschuß für die Verbilligung bei den einzelnen Verwaltungszweigen soll auch die Vorgänge in den Aemrern auskläron, die sich kurz vor der B e r- reich! i.chung der Eisenbohnen abgespiell haben.,(Sehr richtig!)--■ Es wird sofori die dritte Lesung vorgenommen. Abg. Crispien(U. Sozh:"Der Notetat ist wie ein ordentlicher Etat zu behandeln. Das. Stimmen' für den Etat wäre eine V e'r- t ra u c n S ku n d g�e b u n g' f ü r d i e R-e g i e r u n g.- Da meine Fraktion der Regierung ihr Mißtrauen ausgesprochen hat, muß sie auch den Noteta.t ablehnen(Auruf: Natürlich!), umso mehr, als auch gestern der Reichskanzler keine Zusicherungen über die A m n e st i e geben konnte, wie auch über die Einhaltung der den A r b e i te r de r t re t u n ge n gegebenen Versprechen. Wir lehnen den Notetat ab. unbeschadet dessen, daß einzelne For- derungen unsere Billigung finde».(Beifall' bei' den U. Soz.) Der Not-Erat wird darauf in zweiter und dritter Lesung gegen die Stimmen der Unabhängigen angenommen. Es folgt die erste Beratung des Antrags Müller-Franken (Soz.) auf Aufhebung üer Militärgerichtsbarkeit. Abg. Dr. Nosenfeld(U. Soz.): Es ist eine Schande, daß wir nach zwei Jahren sogenannter Revolution noch über einen solchen Antrag sprechen müssen. � Der alte Militarismusist noch immer nicht tot, wie erst jüngst das Marburger Schandurteil bewieien hat.(Sehr richtig!) Die Militärgerichtsbarkeil hat auch vor dem� Kriege keinerlei Vertrauen und Sympathie genossen und hätte spätestens beim Zabernprozeß ausgelöst werden müssen. Besonders schlimm war es während des Krieges, wo die Militärgerichtsbarkeit slbuld an den ungeheuren Bluturteilen gegen deutsche Soldaten ist.(Sehr richtig!) Der Fall Helm hake war nur eins der beliebig vermehrbaren Beispiele. Auch nach der Revolution hat die Militärgerichtsbarkeir weiter gewütet und gezeigt, wie sie rücksichtslos zur Unterdrückung der Arbeiter angewendet werden kann. Man braucht nur den Prozeß' gegen die Mörder Liebknechts und L u x e m b u r g s. dem gegen den Grafen Arco gegenüberzustellen, mn die ganze Gemeinheit dieser söge- nannten Justiz zu sehen.(Sehr richtig!) Und die Verbrechen an meinen Genossen Schottländer und Fifdran, sowie an P aas ch e. sind alle nickt geklärt, weil die Mililärgerichtsbarkeit noch weiterbesteht.(«Sehr ricktig?) Wir sind durchaus gegen eine Ueberweisung an einen Ausschuß, weil dadurch nur eine Ver- ickleppung herbeigeführt wird. Unerhört ist es,. daß gestern ein Mitglied dieses Hauses, Herr Hel fferich, sich zum Helfershelfer der Marburger Mordbuben gemockt hat.(Lebhafte Pfuirufe, bei den U. Soz.) Auck wenn die. Ziviljuftiz an die Stelle der Militärjustiz tritt, ist nur wenig geholfen, denn die Justiz war und ist immer ein Mittel des Kapitalismus gegen die Arbeiterschaft. (Sehr richtig!) Lieber wäre uns die Abschaffung der Militärmacht überh au-pk" die uns inner- und außen- politisch nur im. höcksten G�e. schädlich nnd gesährlich ist.(Zuruf: Für..Sie.pesäbrlichj.!) Darum sagen., wi�. nach. einWtl-, haß die Militgrgerichlsb-fi'keit sösört ausgehoben werden'muß. daß e? aber dabei nicht sein Bewenden haben kann.(Beifall, b. d. U. Soz.) Abg. Warmuth(Dnat. VtO beantragt die Ueberweisung an einen Ausschuß zwecks gründlicher Durckberatung.(Widersvruch links.) Abg. Schöpslin(Soz.):'' Es ist notwendig, daß der Gesetzentwurf ohne ÄuZschußberatung sofort vorgenommen wird.'(Sehr richtig!) Schon in der Nationalversammlung hat der Regierungsdertreter, der Unter st aotssekretär Lewald, ausdrücklich betont, daß eine Hinousschiebung nicht.angebracht.ist..Vielleicht hat ihm- dabei das Marburger Schandurteil vorgeschwebt. Daß' gewisse Pars- graphen geändert werden können, ist..natürlich möglich, und wir selbst werden in der zweiten Lesung solche Anträge � einbringen. Jetzt aber handelt es sich darum, sofort, etwas zu er» reichen, damit solche fürchterlichen Dinge- nicht mebr vorkommen können. Eine Ausschußberatung bedeutet ja nur eine Verschlevpung der Angelegenheit. Zu dem Marburg er Urt.eil will ich nur bemerken, daß der Einwand hinfällig ist, daß alle Angeschulbig- ten gleich ausgesagt haben. Das ist sebr natürlich, denn die Herrchen durften ja bis zur letzten Stunde frei herumlaufen; wären das Sozialisten gewesen, dann hätte man jeden von Anfang an in Einzelhast genommen.(Sehr richtig!—'Widersvruch rechts.! Die Rechte möchte ich noch stet gen, womit wollen See eigentlich die Aufrechterhaltung der Militärgerichtsbarkeit begründen? Mft militärischen Gründen wohl kaum. Bei einem Heer von 299009. vielleicht nur 199999 Mann wird Unsinn, was nach Ihrer Meinung wenigstens bei einem Millionenheer Sinn war.(Sehr richtig?) Man wird das Gefühl nicht los, datz man twrch die Rilitärgericktsbarkeit nnr die gesebl'che Grundlage haben will, um die zu entschuldigen, die gegen Arbeiter lwrgech«ttt. (Sehr richtig! links. Widerspruch rechts) Doppelt notwendig ist es darum, datz der Entwurf so schnell wie möglich Gesetz wird, um die ungeheure Erregung im Volk zu beruhigen und der Gerechtig- keit zum Sieg zu uerbelfen.(Lebhafter Beifall- bei den csoz.) Abg. Schach(D. Vp.) wendet sich gegen die unabhängigen und sozialdemokratischen Ausführungen und unterstützt den deutsch- nationalen Antrag auf Ueberweisung an eine Kommission. Die Abg. Bolz(Z.).llnd Woldstein(Dem.) erkläre«, daß sie der Ausschußberatung nicht widersprechen wollen, aber nur in der Hoffnung, daß dieselbe allerschnellstens arbeitet und spätestens nach zwei Sitzungen der Gesetzentwurf wieder dem Reichstag vorgelegt T wird. Auch Dbg.' Emminger(Bayer. Vp,) ist mit der Ausschuß- beratung einverstanden. Abg. Dr. Leui �Kommunist): Hier handelt eS sich nucht darum, ob der Zivtlprozetz besser ist als der Militärprozeß, sondern um eine Personensrage.' Es wird' immer gesagt, nur Soldaten könnten in Militärangelegenhciten' urteilen. Ich glaube, daß 89 oder 99 Proz. derjenigen, die vor Militärgerichten abgeurteilt werden, aus' den Kreis endes Proletariats stammen, und sie werden abgeurteilt/von Ricktchn, die auch nicht in den Kreisen des Prölrtariats aufgewachsen sind.(Sehr richtig? links.) Es kommt im- gegenwärtigen Stadium nur daraitf' an, ob die' Richter, die gegeiUrärtig die Militärgerichte bc setzen, fähig und würdig dazu sind.' Die Art, wie sie gerichtet haben, spricht dafür, daß sie der Würde der Rechtsprechung verlustig gegangen sind. Selbst das Reichs Militärgericht hat bei Kommunisten, dw in Schutzhaft saßen, nicht untersucht, ob sie mit Recht oder mit Unrecht in Schutzhaft genommen waren. Zwei bis drei Monate sind? Kömmünisten ick Haft behalten worden, ohne daß -sich da? Reick sm'ilitärgertcht bequemte, darüber zu verhandeln. Als aber ein Hohenzollernprinz angeklagt wurde, war dasselbe Gericht bereit, in 14 Tagen seinen Spruch. zu finden.(Leb- Haftes Sehr richrig!' links.)'.«Solche Vorkommnisse sind keine Irr- Himer.- sondern bös er, schlechter Wille.(Lebhaste Zustimmung links)- Was tritt nun etwa an die Stelle der Militär- gerichte, wenn sie jetzt aufgehoben werden? Auch die bürger- lichen Gerichte sind tief gesunken in den Sumpf des Rechts- verbreihertums All dies führt Sie(zur Rechten) zu einer ganz neuen- Ordnung unseres Lebens. So ist dies auf allen Gebieten — ich will Ihnen(zu den Bürgerlichen) nur zeigen, wie heute alles Geschiebe zwischen rechts und links und hin und her sich immer stößt an der großen Frage, welche Klasse herrschen soll..(Zuruf: Klassenlose Gesellschaft wollen Sie doch!) Ja, zu diesem klaffen- losen Staat werden wir kommen, wenn zuerst ihre Klassenherrschaft vernichtet wurde. Wenn Sie es wünschen, werde ich Ihnen darüber ein Privalissi m.u m lesen.(Heiterkeit.) Ihr Tag der Rache ist es. wenn der Genevalseldmarschall wieder die höchste Ge- walt ausübt, und darum suchen Sie das Heer wenigstens in seinen Kerneinheiten zu erhalten. Und weil wir dies wissen, deswegen müssen wir aulh das Netz der Militärgerichtsbarkeit zerreißen, so- weit es überhaupt möglich ist.(Lebhafter Beifall bei den U. Soz.) Justizminister Dr. Hernze: Ich weise die Angriffe des Vor- rednerS auf die Gerichte auf da?«rllerschärfste zurück.(Beifall.) Damit schließt die Aussprache. Vizepräsident Tittmann stellt aus dem Stenogramm fest, daß der Abg. Rosenfeld den Abg. Helfferich als den Helfershelfer der Mörderbande von Mechlerstedt bezeichnet habe. Dafür müsse er nachträglich zur Ordnung gerufen werden. Ter Gesetzentwurf geht an einen Bvsschuß van 21 Mitgliedern. Das Haus vertagt sich auf Montag 2 Uhr: Interpellation über die Brotversorgung im Ruhrgebiet,- die Arbeitslosigkeit und die fortgesetzte Steigerung der Lebensmittelpreise. Schluß 4 Uhr.. Soziales. Die Bekriebsunfälle in den Jahren ISltS»md IStS. Nack einer vorläufigen Ermittlung des ReichsversicherungtamtS wurden 1919 574 849 Betriebsunfälle angemeldet, von denen 194 692 erstmalig entschädigt wurden. Tie Summe der Eni» ichädigungen dafür betrug 204 321 817 M. Zulagen zu Verletzlen« reuten wurden an rund 23999 Perioneii in Höhe von rund 2-599 990 M. gezahlt.-Trose Zablxn durften' stch bei den end« güttigen Feststellungen wobt noch erheblich erhöhen. 1918 wurden, wie den im'-ZanytsthixftftHSY dpp'.BmilickeN Nachrichten.des Reichs» öersiäjcriingsamts" veröffentlichsen Rechnungsergebnissen zu ent» nehmen ist, 657277(1917: 68416.1! Unfälle gemeldet, von denen 197275 (197 534! erstmaligenischädigl wurden, wofür 192467 391 M.(132 481413! gezahlt wurden. Die Ausgab? für Renten, ulagen wird sich 1929 bedeutend höher stellen, da sie durch die Verordnung vom 5 Mai 1929 wesentlich erhöht sind. Unfälle mit tödlichem Ausgang waren 19.18 11 992(1917; 11520) zu verzeichnen, solche mit der Folge einer dauernden völligen Erwerbsunfähigkeit 626(704). Die Zabl der von tödlich verletzten Perionen hinterlasse»?« Entschädig ustgS» berechtigten, die 1918 die erste Rente erbalten habe«, betrug 18499 (1917: 20 502), darunter 6467(7l42) Wiiwen und Witwer 11193 (12 937! Kinder und Enkel sowie 539(423! Verwandte aufsteigender Linie. Verletztenrenten erhielten 1918 von den gelverblichen BenfiS» genossynschaften insgeiamt 422486 Perionen in Höhe von 90 279695 M.. von den landwirischaftlichen Benissgenossensckafien 323525 Vertonen in Höhe von 25 145 430 M. Renten an Witwen oder Wilwern Getöteter wurden von den elfteren an 63 448 Perionen im Betrage von 16 578 050 M. gezahlt, von den landivirischaftüchen an 27,454 Perianen in Höhe von 2 971 62'4-M. Dazu kommen noch die Hinter» btiebenenrenten, die von gewerblichen Berussgenossenichaiten an 77 836 Kinder und Enkel Gelöteter im Betrage von 18 282 545 M. und an 3919 Verwandte aussteigender Linie im Betrage von 941 940 M., von den landwirtschaftlichen Berufsgenossenschasten an 17 886 Kinder und Enkel 1 726 540 M. und an 310 Verwandte auf» steigender Linie 82 632 M._} Kriegsbeschädigte und Unfallreutuer. Mitteilungen bei der Beratung des Gesetzes über die-Be- schäfligung Dchwerbetchädigter zufolge, wurden Ende 1919 1 353 000 Kriegsbeschädigte gezählt. Davon waren erweibsbeschränkt um 10—33'/, Proz.— 827 000, um SS1/,— 50 Proz.= 238 000 und um 60 Proz. und mehr 268 000. Nack dem Gesskmftsbencht des ReichsversicherungSamls bezogen im Jahre 1919 933 755 Personen Emschädigimgen(Renten) auf Grund der Unfalloersicheinng und zwar 713 823 Verletzte, 109 359 Witwen oder Witwer Getöteter, 104 943 Kinder und Enkel Gelöteter. 6125 Verwandte aussteigender Linie, daneben noch 21 816 Angehörige von in Heilanssalien unter» gebrachten Verletzten die gesetzliche Unterstützung. Die Zahl der Unfallverletzten mir einer Erwerbsbeichränkung von 33'/, bis 50 Prot, beträgt rund. 60 000 und von 50 Proz. und mehr rund- 190 000. Vev Kmifcrtcufct (Nachdruck verboten.) ist ei« Spezialteufel. der den Druckfeblerkobold und den Dämon des Zufalls an boshafter Findigkeit noch um einiges überlnffl und besonders dann in Nieder- trächtigketten schwelgt, wenn man ihm aus Gnade und Ungnade ausgeliefert ist, z. B. aus der Reise. Zwischen der Möglichkeit, daß der Kneifer schon im Gedränge an der Perronsperre leise klirrend berabfällt und unter den soliden Stiefel« eines nistig Nachdrängenden ein schnelles, knirschendes Ende findet, und der, daß der Kneifer plötzlich nicht mehr da ist. wenn man nach stundenlangem, halsbrecherischem Steigen einen .— schönen Ausfichtspunkr- erreicht hat. gibt es eine Menge kleiner Tricks, durch die sich der Kneiferteufel in unliebsame Erinnerung bringt. Ein Herr erzählte neulich, er sei nun zwölf Jahre verheiratet. und fünf davon habe seine Frau damit zugebracht, ihren Schlüssel- bund zu suchen, weitere fünf mir der Jagd aus ihren Kneifer, und nur zwei Jahre seien ihm ganz gewidmet gewesen. Der Mann härte mindestens fünf Jabre länger glücklicher Ehemann sein können. a feiner gleich m ersten Jahre einen gutsitzenden Kneifer geschenkt hätte, denn nur diejenigen Kneifer gehen so oft verloren. werden verlegt oder zertreten, die so nnbeguem sitzen, daß man froh ist, wenn man sie zeitweise abnehmen kann. Ein gutsitzender Kneifer kennt keine Mucken und Tücken. Er fällt nicht herab, wenn man reitet, turnt, sich bückt, radelt, schwitzt oder niest. Man braucht ihn nicht beim Seien, orrwährend zu rücken, er drückt nicht die Nase wund, und sei» Tröger braucht nicht mit dem Schicksal zu badern. wenn es ihm starr einer griechischen Nase eine solche beschert hat, wie sie in Lappland gedeihen, denn ein solcher Kneifer klammert sich mit sanftem Druck ebenso fest auf eine Nase, die mehr in die Breite geht, wie aus eine klassisch geformte. Wenn jemand behauptet, einen solchen Kneifer«zäbe es gar nicht, so müssen wir dem widersprechen. Er existiert, und zwar unler der Bezeichnung.Lohmann Kneifer"; außerdem bat er noch eine Anzahl weiterer Vorzüge, auf die man bei mtnderwerligen Kneifern längst verzichten gelernt hat. Während beim gewöhnlichen Kneifer je nach der Breite des Nasenrückens die Gläser rechts und links schräg berabhängen, was dem Gesicht immer eine gewisse fatale Aebnltchkeir mit einem an LeibiÄmerzeu Leidenden gibt, sitzt ein Lohmann Äneiser florr, unauffällig und ganz wagerecht vor den Augen.. Das wirkt nicht nur vorteilhast auf den Gesichts auLdruch sondern es werden dadurch überhaupt erst die gesundheitlichen An- forderungen erfüllt, die man an Augengläser stellen muß.. Mancher, der an Kopsschmerzen und Nervosität leidet, hat es aber lediglich einem schlechtfitzenden Klemmer zu verdanken. Viele Leute wissen gar nickt, daß sie mit einem guten Kneifer weit besser sehen, viel leichter arbeiten und von ihrem Leben viel höheren Genuß haben würden. Ihnen sind Fehler im Bau ihrer Augen noch nicht aufgefallen, und sie hatten noch keinen besonderen Anlaß, ihre Augen untersuchen zu lassen. Die einzige Verkaufsstelle für die patentierten L o h m a n n Kneifer, die O r t h o z e n tr i s ch e K n e i f e r- G e s e l l s ch a ft m. b. H., Berlin, Potsdamer Straße 134a. die auch alle Arien anderer optischer Instrumente für Sport und Reiie führt, gewäbrl eine gründliche Augenprüfung kostenlos zu jeder Tageszeit und ist gern bereit, jedem, der Augengläier trägt, einerlei, ob er Käufer ist oder nicht, einen L o h m a n n Kneifer aufzupassen, um zu zeigen, wie gut ein Kneifer überhaupt sitzen kann, und welch enoxmer Unterschied zwischen einem wirklich gutsitzenden und einem leidlich gut passenden besieht. Wie gesagt, ist L o h m a n n. Kneifer nur in diesem einen Geschäft. Potsdamer Straße 134a. zu haben. Filialen oder Nieder» lagdn in anderen optischen Geschäften gibt es nickt. Nack auswärts verlange man Prospelt Nr. 3J, der kostenfrei gesandt wird. Berlin C2 Breite Straße RUDOLPH HERTZOG Berlin C2 Brüder straße PipeSswer�e MKWSdGtS Für die Sommer-Reise Preiswerte Angebote OadehancStüsherF?olfr' 19�39 so CO Frottieretoff 125/160 cm. M.123 140/200 cm. M � 94 ladentinfeS F�-e�wif... m. 3388® is.Tnk�tS BsdeschyhQjeJHauben knÄr �aienciennesspitzen■ Einsätze ÄBre�70pf 80 pt. 1 00 1 1 0 1 2C; 1 50 bis 250 �alendennesspitzen-ßeste Ml von M. 30 CO an Cd an ReisecSecke»...... Schlafdecken...... Reise- Handtaschen üSST* Schweins- oder Rind�eder, in verschiedenen Größen u. Preislagen iiil©E'SßSädi©70XiO0, pass.f.l Stand Betten 0� ausimprägniert.Seqelleinen mit Bügel und Schloß 100X150, pass. f. 3 Std. Bett. B w*# einfarbig oder kariert aus haltbaren Stoffen S&arhI'aG aus Gummistoff 0&QSO für Badewäsche... 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M. 60.000.000,— zum Umtausch der Aktien der Mitteldeutschen Privat-Bank Akticngesellschalt. welche laut Oeneralversammlungsbeschluß vom gleichen Tage ihr Vermögen als Ganzes unter Ausschluß der Liquidation aul die Commerz- und Privat-Bank Aktiengesellschaft überträgt.. Die weiteren nom. M. 55.000 000,— Aktien der Kapiialserhöhung sind von einem Konsortium mit der Verpflichtung übernommen worden, den alten Aktionären unserer Gesellschaft und den Aktionären der Mitteldeutschen Privat-Bank Aktiengesellschaft ein Angebot derart zu machen, daß auf je nom. M. 3.000.— Aktien eine neue Aktie von nom. M. l.oon,- zum Uebernahmekurs von I3ä 0/o bezogen werden kann. Nachdem die Kapitalserhöhung und die erfolgte Durchführung in das Handelsregister eingetragen worden ist, fordern wir namens des Konsortiums die alten Aktionäre unserer Gesellschaft, sowie die Aktionäre der Mitteldeutschen Privat-Bank Aktiengesellschaft auf, das Be/ugsrecht in der Zeit vom 8. Juli bis 23. Juli 1920 einschlleSHch auszuüben und zwar: bei unseren Niederlassungen In Hamburg, Berlin, Magdeburg sowie bei unseren sämtlichen übrigen Niederlassungen und denen der bisherigen Mitteldeutschen Privat-Bank Aktiengeseltechalt• außerdem in Aschersleben) bei der Ascherslebener Bank Qeraon, Koken Ä Co., Kommanditgesellschaft; In Cassel; bei dem Hessiscben Bankverein Aicticngestllschaft; in Chemnitz: bei dem Ctaomaitzer Bankverein; in C5ln a. Rh.: bei unserer Niederlassung und bei Herrn J, H. Stein; in Dresden t bei der Niederlassung der bisherigen Mitteldeutschen Privat-Bank AktieogeseUschatt und bei dem Chemnitzer Bankvereins in Palkensteln: bei der Vogtlindlschcn Credlt-Austalt;, in Praaklurt a. M.; bei unserer Niederlassung und bei den Herren J. Dreyfus dk Co.; in Gera(ReuB): bei der Firma Gebr. Oberlaender; in LBbau: bei der LSbnuer Bank; in München: bei unserer Niederlassung, bei der Bayerischen Vereinsbank und bei Herrn Alfred Lerchenthal; in Weimar; bei der' Thüringischen Landeubank AktfengeseUschatt. 1. Die Ausübung des Bezugsrechtes vrJolgi provisionsfrei, sofern die Aktien nach der Nummernfolge geordnet. ohne Qewinnanteilscheinbogen und mit einem doppelt ausgefertigten Anmeldeschein, wofür Formulare bei den genannten Stellen erhältlich s nd, während der bei jeder Steile üblichen Geschäftsstunden eingereicht werden. Soweit die Ausübung des Bezugsrechtes im Wege der Korrespondenz geschieht, wird die übliche Bezugsprovision in Anrechnung gebracht. Die allen Aktien werden abgestempe* zurückgegeben. 2. Der Bezugspreis von 1.18 Proz. zuzüglich SchiuBscheinstempel ist bei der Anmeldung in bar zu entrichten 3 Jede Bezugssttllc ist bereit, die Verwertung oder den Zukauf von Bezugsrechten provisions- und courtagefrei zu vermitteln. 4. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt nach ihrer Fertigstellung bei derjenigen Stelle, bei welcher die Anmeldung erfolgt ist Gleichzeitig fordern wir die Aktionäre unserer Gesellschaft auf, die Aktienmäntel der Commerz- und Dis- conto-Bank-Aktien in der angegebenen Ze.t zwecks Vermerks der Firmenänderung durch Aufdruck bei den genannten Stellenv-In der angegebenen Weise einzureichen. Wir machen ferner bekannt, daß die GewinnanteMscheine für das fahr 1919 der Mitteldeutschen Privat-Bank Aktiengesellschaft bei den oben genannten Stellen mit 9 vom Hundert eingelöst werden. Wegen Umtauschs der Mitte deutschen Privat-Bank-Aktien wird seäter besondere Bekanntmachung ergehen Hamburg., den 30. Juni 1920. Berlin, Commerz� und Privat® Bank Aktiengesellschaft. Der Vorstand. j Gold-, Silber-, Platinbruch, � auch alt, zu Höchste» Zagespceifen' tauft stete mam. SW 68, SRartgraftnfttcSt 23. HEINRICH 3ERLIM C., AL£XAN Die ISSTRASSE 54' « von Haut-. Harn- und UntcrleibHleideiv ohne Beraf.-störang. Aufklärende, belehrende Broschüre für 1 JJk. portofrei in verschlossenem Umschlag ohne Aufdruck durch Spezialarzt Dr. med. Dammann, Berlin 1 1, Potsdamer Straße 123 B. Sprechzeit; 9—11. 2—4, Sonntags 10—11. W!l!>jlIJi»!i!IiIIlllIIIIl»!IlIi!li!!!!!!!!!iIlIIiI!Ii!i!!!!IIl!IIIMIjiWIIIII!I!I!lIIlIIIlII!l!M!III»il>iD (3m0e. fefren&werte. i/ i/ | Speifezimmer, Tjerren- 1 j zimmer, Schlafzimmer| | Wohnzimmer, Wohn- 1 | fafons, Dielen, Küchen| ufw. uftv. | Tfefidjtigung[ofjncnd u. ermün/cfjt Vcriauf tu Mr foliien Trei/en. Cchle Perser und deutlcbe Ceppicbe, echte Krittalle, Por- zellanCj Kronen, Klubietfel u. Sofas m Leder und Gobelin. Kunttmöbel aller Art:: Hl�djlewinshf&fto. Derfin C. 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Wir gönnen den Jungen und Mädeln diese Freude von ganzem Herzen, möchten sie aber bei dieser Gelegenheit daran er- innern, daß sie es doch in der Schule noch gar nicht so schlimm haben. Sicher werden sie das nicht glauben. Sie alle sind davon überzeugt, daß ihr Lehrer der strengste ist und daß gerade sie sich am meisten mit Schulaufgaben„quälen" müssen. Am wenigsten werden sie glauben, daß es früher, vor vielen hundert Jahren, weit s ch l i nr m e r war, ein Schüler zu sein. Im 14. Jahrhundert z. B. besuchten zwar die meisten Berliner noch keine Schulen/ Sie konnten in der Regel weder lesen noch schreiben. Schulen gab es nur einige und zwar in der Nikolai- und Marienkirche. Diese Schulen mußten von jenen Leuten besucht werden, die sich dem Geistlichen- oder Gelehrtenstande widmen wollten. Ihr Leiter war meistens ein Geist l i che r, der vom hohen Rat bezahlt wurde, seine Arbeit aber in tzer Hauptsache dem V i c a r i u s(Rektor) überließ. Dieser nahm sich„Schul- g e s e l l e n", die die Schüler unterrichten mußten, aber kein b e st i m m t e s Gehalt bezogen. Sie waren in der Haupt- fach« auf Freitische bei Bürgern angewiesen, machten sich bei Festlichkeiten nützlich und leiteten die Gesänge der Kinder bei solchen Gelegenhesten, was ihnen immer etwas einbrachte. Daß unter solchen Umständen der Unterricht nicht sehr erfolgreich war, ist begreiflich. Aber auch sonst war es mit dem Lernen schlecht bestellt. Drei bis vier Jahre dauerte es, bis so ein ABC-Schütze das Lesen oder Schreiben erlernt hatte. Mancher soll es überhaupt nie gelernt haben. Der Grund dafür lag darin, daß die Schüler die größte Zeit des Tages mit Betteln und Stehlen verbrachten. Die Schüler waren nämlich in zwei Abteilungen geteilt. Tie einen waren die Bacchanten und die anderen, die jüngeren Schüler, die Schützen. Jeder der Bacchanten hatte einige Schützen zu unterrichten und diese wiederum hatten die Verpflichtung, die Bacchanten zu ernähren. Das war natürlich keine leichte Aufgabe. So zogen denn die armen Schützen mit dem Bettelsack durch die Stadt, sangen irgendwo und trugen die Almosen zusammen. Der Ertrag war natürlich sehr oft s e h r s ch m a l. Da wurde dann durch Diebereien gründlich nachgeholfen. Die Chroniken er- -äblen, daß keine Speisekammer, kein Rauchfang vor den Schützen sicher war und daß die Bürger eine heillose Angst vor den kleinen Tieben hatten. Was so erbettelt und zusammengestohlen war. gehörte restlos den Bacchanten. Wehe, wenn sie ihren Schützen be- fahlen, sich mit reinem Wasser den Mund auszuspülen und dann Speisereste darin gefunden wurden. Eine gehörige Tracht Prügel war der Lohn für die Gefahren, in die sich der Schütze gestürzt hatte, um Lebensmittel zu erhalten. Aber nicht nur in der Stadt setzten die Schützen die Bürger in Schrecken, auch die Bauern fürchteten sie sehr, denn die Schüler zogen nach Sitte und Gebrauch von einer Schule zur anderen und was ihnen auf diesen Wanderungen in die Quere kam, war natürlich rettungslos ver- l o r e n. Man sieht also, es war früher in der„guten, alten Zeit" nicht so leicht, ein Schüler zu sein, und mancher unserer heutigen Schulbuben wird sicher nicht mit den Schützen tauschen mögen. Man kann es daher auch den alten Ber- linern nicht verdenken, wenn sie ihre Kinder nicht in diese Schulen schickten. Da ließ der Vater dann lieber seinen Sohn einen tüchtigen Handwerker werden, gab ihm Gelegenheit, sich im Gebrauch des Schwertes zu üben und der- Chronist weiß zu erzählen, daß nur die in die Schule gs- schickt wurden,„die zu nichts anderem gut waren oder die Eltern verloren hatten und für die niemand sorgen wollte; zu Schützen und später zu Pfaffen oder gelehrten Leuten waren sie ja immer noch gut genu g." Einigung zwischen Krankenkassen und Aerzten. Zwischen dem Groß-Berliner Aerztehund E. B. und dem Verband der Krankenkassen Grotz-Berlins ist heute eine Vereinbarung über eine zukünftige einheitliche ärztliche Versorgung der Mitglieder sämtlicher Groß- Berliner Krankenkassen abgeschlosien worden. Es wird durchweg die freie Arztwahl eingeführt werden. Als Honorar bezahlen die Krankenkassen vom 1. April d. IS. ab für jeden Versicherten vierteljährlich M. 7,60, außer- dem einen Zuschlag von M. 2,60 für das erste Vierteljahr 1920. Während dieses Honorarabkommen zunächst nur für 1920 gilt, soll der übrige Vertrag fünf Jahre Geltung haben. AlleS Weitere bleibt späteren Vereinbarungen vorbehalten. Die allgemeine freie Arztwahl tritt in Kraft, sobald die unumgänglichen organisatorischen Vorarbeiten beendet sein werden. Die Vertragschließenden waren sich darüber einig, rmd zwar auf Anregung eines Kassen- Vertreters, daß, falls einzelne Kassen die freie Arztwahl nicht einführen sollten, deren Aerzte von der Teilnahme an der freien Arztwahl ausgeschlossen bleiben sollen. V- Der Revolver in der höheren Schule. Ein au stehenerregender Vorfall spielte sich Freitag vormittag vor dem städtischen Arbeitsamt m Schöneberg ab. Als dir Schüler des gegenüberliegenden staatlichen Priuz-Heinrich- Gymnasiums in die Ferien entlassen' wurden, mischte sich ein Primaner unter Berufung auf seine Zugehörigkei: zur Bürgerwehr in die Verhaftung eines Mannes, der za den Arbeitslosen gehörte, die vor der Tür des Arbeitsamtes warteten. Da der Amateurpolizist sofort als Schüler erkannt wurde, bemächtigte sich der Arbeiter eine große Erregung. Bevor sie aber ihre Empörung an dem jugendlichen SicherheitSbeamtea auslassen konnten, zog dieser«inen schweren Armee- revolver und zielte auf die Menge. Glücklicherweise wurde ihm das Schietzeifen entwunden, bevor er damit Schaden anrichten konnte. Nachdem er eine gehörige Tracht Prügel empfangen hatte, nahm ihn die inzwischen herbeigerufene Sicherheitswache in Empfang. � j Was sagt das Probtnzial-Schulkollegium zu diesem waffentragenden Primaner, der, wie festgestellt worden ist, den Revolver auch in der Schule bei sich trug und seinen Kameraden vorzeigte? Lüftet dieser Vorfall nicht ein bißchen den dichten Vorhang, der über das Spektäkeistück„K et p p- P u t s ch und höhere Schule" gefallen ist? Die Not der Studenten. Am Freitagabend fand in der Berliner Universität eine Kund- gebung der Studentenschaft über die wirtschaftliche Not der Studierenden statt. Es waren unter anderem der schweizerische Gesandte und der Kultusminister H a e n l s ch anwesend. Der letz- tere versprach in seiner Ansprache alles zu tun. um die Notlage der Studenten zu mildern. Der Rektor der Universität Professor Meyer dankte dem Minister für die Unterstützung, die er der Wissenschaft und den Studenten zusagte und schilderte eingehend die Not der studierenden Jugend und die bereits getroffenen Ab- wehrmatznahmen. Professor S a u t e r forderte eine Organisation, die die billige Beschaffung von Büchern ermöglicht und teilte mit, daß er die zwei Baracken als Erholungsheim für kranke Studenten errichten wolle. Professor I a st r o w forderte von den Studenten, daß sie in wirtschaftlichen Fragen mehr Ver» trauen zu ihren Dozenten zeigen möchten und ihre soziale Rotlage rechtzeitig klarlegten, da nur im Anfangsstadium erfolgreich Hilfe geleistet werden könne. In seinem Referat über Studenten und Staat führte Hermann K r a n o l d aus, daß es eine Notwendigkeit sei, allen B e f ä h ig t en den Zutritt zu den Hochschulen zu ermöglichen. Der Staat müsse den Hochschulen geben, was sie notwendig brauchen. Für die Studentenschaft fordert er volle Selb st Verwaltung. Professor Sonnenschein betonte die Notwendigkeit einer groß- zügigen Organisation der Berufsberatung, um ein blindes Drauflosstudieren zu verhindern. Für die Studenten, die unmittcl- bar vor dem Examen stehen, forderte er eine finanzielle' nterstützung und erwartet von ibnen, daß sie sich der Notlage des Staates anpassen. Der Notschrei der Studierenden müsse im Sinne der Volkssolidarität erfolgen, die andererseits erfordert, daß auch die große Masse des Volkes Verständnis für die Lage der g e i st i g e n Berufe empftnde. Zum Schluß konnte der Referent im Kultusministerium Schirm er mitteilen, daß fast alles, was hier gewünscht wurde, im Ministerium bereits v o r b e- reitet sei und daß in nächster Zeit dementsprechende Matznahmen getroffen werden. Diese Kundgebung der Studentenschaft zeigt mit aller Deut- lichkeit, wie groß die Verarmung unseres Volkes ist. Aber sie zeigt auch, daß in der Studentenschaft Kräfte am Werke sind, die sich frei machen wollen von den aus der Vergangenheit herüberreichenden üblen Tendenzen, die sich nicht mehr als Mitglieder einer Klasse über den Klassen fühlen, die vielmehr erkennen, daß in gemeinschaftlicher Zusammenarbeit mit dem Volksganzen nicht nur die Kräfte ihres Schaf- fens liegen, sondern daß auch dadurch die Möglichkeit geschaffen wird, die soziale Not, die auch bei ihnen Einzug gehalten hat, zu meistern. Hoffen wir,'daß diese Erkenntnis von der Volkssolidarität bald Allgeweingut der gesamten Studentenschaft w'id, dann werden die beiden großen Schichten des Werktätigen Volkes, die Kopf- und die Handarbeiter, von diesem Zusammenwirken der Kräfte nur Nutzen und das gesamte Volk die größten Vor- teile haben. Weitere Mietserhöhungen in Groh-Berlin. Der Verbandsarisschuß de? Wohnungsverbaudes Groß-Berlin hat die aus Mietern und Vermietern bestehenden Sachverständigen, sowie die Vorsitzenden der Groß-Berliner Einigungsämter über die Frage der Abwälzung der öffentlichen Lasten(Gas- und Wassergeld, Schornsteinfegergebühren, Kanalisationsgebühren, Müllbeseitigung usw.) auf die Mieten gutachtlich gehört und im Anschluß hieran beschlossen, dis in der Verordnung des Woh- mrngsverbandes vom 14. April d. I. festgesetzte Höchstgrenze für Mietssteigerungen um l0 P roz. der Friedensnriete zu erhöhen, so daß sich für Wohnungen der zulässige Höchstzuschlag von 2 0 a u f 3 0 Proz. erhöht. Die Ergänzungsverordnung des Wohnungs- Verbandes bedarf zu ihrer Gültigkeit noch der Genehmigung des Oberpräsidenten als Kommunalaufflckstsbehörde. Diese Genehmigung ist bereits nachgesucht. Laufende Verträge werden durch die Nachtragsverordnung des Wohnungsverbandes nicht berührt. Ferner hat der Wohnungsverband den für die Berechnung des Vermieters für Heizung und Warmwasserversorgung zu zahlenden vierteljährlichen Vorschuß und den in Ansatz zu bringenden mittleren Preis für einen Zentner GaS- und Schmelzkoks für dieses Vierteljahr auf 24 M. festgesetzt. Der Verbandsausschuß beschloß weiterhin, den Geschäftsführer des Verbandes, Baurat Beuster, zu ersuchen, bei d>r Reichs- und Staatsregierung nochmals die dringend st cn Vorstellungen gegen weiteren Zu- zug aus dem Reich und insbesondere gegen die weitere Versetzung von Beamten nach der Reichshauptstadt zu erheben. Aus Antrag der Gemeinde Schöneberg wurde eine Kommission eingesetzt, die die Grundsätze für die in der jetzigen schwierigen Lage nicht mehr vermeidbare verschärfte Z w a n g s e i n q u a r- t i« r u n g in kürzester Zeit aufstellen soll. Es bleibt abzuwarten, ob die nachgesuchte Genehmigung für die Erhöhung des Mietszuschlages auf 30 Proz. vom Oberpräsi- 72] Segen öer Cröe. Roman'von Knut Hamsun. Da habe sie rufen hören und sich gesagt:„Entweder ist es der Axel oder einer der Unterirdischen, in beiden Fällen ist es der Mühe wert, ein wenig nachzusehen, die ewige Weisheit des Allmächtigen in so viel Unruhe im Walde zu ergründen— und mir tut er nichts, ich bin nicht wert, ihm die Schuhriemen aufzulösen—" Hier steht sie nun. Die Axt? Oline gräbt und gräbt im Schnee und findet die Axt nicht. �Sie sucht ohne Axt fertig zu werden und gibt sich Mühe, den Baum, so wie er daliegt, zu heben: aber sie ist wie ein kleines Kind und vermag nur die äußerstem Zweige zu schütteln. Sie sucht wieder nach der Axt, es ist finster, aber sie gräbt mit Händen und Füßen. Axel kann nicht deuten, er kann nur sagen, wo die Axt ein- mal gelegen hatte, aber da ist sie nicht mehr.„Wenn es nur nach Sellanraa nicht so weit wäre!" sagt Axel. Aber nun fängt Oline an nach ihrem eigenen Kops zu suchen, und Axel ruft ihr zu, nein, nein, dort sei sie nicht.—„Nein. nein," sagt Oline,„ich will nur überall nachsehen. Und was ist denn das?" fragt sie.—„Hast du sie gefunden?" fragt Arel.—„Ja, mit des Allmächtigen Beistand," erwidert Oline hochtrabend. Aber Axel ist nicht sehr hochgemut, er gibt zu, daß er vielleicht nicht recht bei Verstand sei, er ist beinahe fertig. Und was denn Arel mit der Axt wolle? Er könne sich ja nicht rühren, sie, Oline, müsse ihn loshacken. O. Oline habe schon mehr Aexte in der Hand gehabt, habe schon mehr als einmal in ihrem Leben Holz gespalten. Axel kann nicht gehen, sein eines Bein ist bis zur Hälfte wie abgeftorben, der Rücken ist ihm wie gerädert, hef- tige Stiche bringen ihn beinahe zum Heulen, im ganzen ge- nommen fühlt er sich kaum als lebendiger Merffch, ein Teil von ihm liegt immer noch unter dem Baum.„Es ist so sonderbar, und ich versthe es nicht," sagt er. Oline versteht es gut und erklärt das Ganze mit wunderbaren Worten: ja. sie hat«inen Menschen vom Tode errettet, und soviel weiß sie, der Allmächtige hat sie als sein geringes Werkzeug gsbraucht, er hat keine himmlischen Heerscharen schicken wollen. Ob Axel nicht seinen weisen Ratschluß erkenne? Und wenn der Herr einen Wurm in der Erde hätte zu Hilfe schicken wollen, so hätte er das tun können.—„Ja, das weiß ich wohl, aber es ist mir so sonderbar zumut," sagte Axel.— .Sonderbar?" Er solle nur ein ganz klein wenig warten. sich bewegen, sich vorbeugen und wieder aufrichten, ja, �so, immer m»«in wenig auf einmal, seine Gelenke seien ein- gerostet und abgestorben, er solle seine Jacke anziehen, damit er warm werde. In ihrem ganzen Leben werde sie Nim und nimmer den Engel des Herrn vergessen, der sie das letztem« l vor die Türe gerufen habe, und da habe sie Hilfe- rufe aus dem Walde vernommen. Es sei wie in den Tagen des Paradieses gewesen, als mit Posaunen geblasen wurde bei den Mauern von Jericho--- Wunderbar! Aber während diesem Geschwätz hat Axel Zeit, er übt seine Gelenke, und er vermag wieder zu gehen) Langsam geht's dem Hause zu, Oline ist immer noch der Retter in der Not und stützt Axel. So geht es ganz gut. Ms sie ein Stück Weges hinuntergekommen sind, begegnen sie Brede.—„Was ist denn das?" fragt Brede.„33ist du krank? Soll ich dir helfen?" sagt er.— Axel schweigt abweisend. Er hat Gott gelobt, sich nicht zu rächen und Brede nicht anzuzeigen, aber weiter ist er nicht gegangen. Und weshalb war Brede nun wieder auf dem Wege bergauf? Hatte er ssesehen, daß Oline nach Maaneland gekommen war, und begriffen, daß sie die Hilserufe hören mußte?—„So. du bist da, Oline?" sagt Brede geschwätzig.„Wo hast du ihn gefunden? Unter einem Baum? Ja, ist es nicht sonderbar mit uns Menschen!" legt er los.„Ich sah eben die Tele- graphenlinie nach, da hörte ich rufen. Wer sich sofort auf die Beine machte, das war ich, ich wollt« Hilfe leisten, falls es nötig sein sollte. Also du bist es gewesen, Axel? Und du hast unter einem Baum gelegen?"—.Zawohl, und du hast es gehört und gesehen, als du herunterkamst, aber du bist an mir vorbeigegangen," antwortete Axel.—„Gott sei mic Sünder gnädig!" ruft Oline über solch schwarze Bosheit.— Brede ertstärt, wie es gewesen sei.„Dich gesehen? Ich Hab' dich gut gesehen. Aber du hättest mir doch rufen können, warum hast du nickst gerufen? Ich sah dich ausgezeichnet, aber ich dachte, du hättest dich ein wenig zum Ausruhen hin- gelegt."—„Willst du den Mund halten!" ruft Axel drohend. „Du hast mich absichtlich liegen lassen." Oline sieht ein, daß Brede jetzt nicht eingreifen darf, das würde ihre eigen« Unentbehrlichkeit verringern nnd ibr Rettnngswerk nicht mehr ganz vollständig erscheinen lassen. Sie verhindert Brede, Axel hilfreiche Hand zu reichen, jm er darf nickst einmal den Rucksack oder die Art tragen. Oh, in diesem Augenblick ist Oline vollständig auf Axels Seite; wenn sie später einmal zu Brede kommt und hinter einer Schale Kaffee sitzt, wird sie ganz auf seiner Seite sein.— „Laß mich doch wenigstens dte Axt oder die Schneeschaufel tragen," sagt Brede.—„Nein!" erwidert Oline an Axeis Statt.„Die will er selbst tragen."— Brede bleibt dabei: „Du hättest mir doch rufen können, Axel. Wir sind dock» nicht so verfeindet, daß du mir das Wort nicht hättest gönnen können. Du Haft gerufen? So, dann hättest du lauter rufen. müssen, du mußt doch wissen, was für ein Schneesturm tobte. Und außerdem häftest du mir mit der Hand winken können."—„Ich hatte keine Hand frei, mit der ich-hatte winken können," erwidert Axel.„Du hast wohl gesehen, daß ich wie gefesselt dalag."—„Nein, das Hab' ich nicht gesehen. So etwas ist mir doch noch nie vorgekommen! Laß mich doch deine Sachen tragen, hörst du!"— Oline sagt: ,Laß Axel in Frieden! Er ist krank." Aber jetzt hat auch Axels Hirn sich wieder erholt. Er hat schon früher allerlei von der alten Oline gehörst, und begreift, daß sie für alle Zukunft teuer und lästig für ihn werden würde, wenn sie die einzige wäre, die ihm das Leben gerettet hatte. Er will den Triumph ein wenig verteilen, Brede darf wirklich den Rucksack und die Werkzeuge tragen, sa, Axel ließ ein Wort fallen, daß ihm das eine Erleichterung sei, daß es ihm wohltue. Allein Oline will sich nicht darein finden, sie zerrt an dem Rucksack und erklärt, daß sie und sonst niemand tragen werde, was zu tragen sei. Die lauernde Einfalt ist im Streit von allen Seiten. Axel steht einen Augenblick ohne Stütze da, und Brede muß wahrhastig den Rucksack fahren lassen, um Axel zu stützen, obgleich dieser gar nicht mehr wankt. Und nun geht es in der Weis« weiter, daß Brede den schwachen Mann stützt und Oline die Last trägt. Sie schleppt und schleppt und ist voll Grimm und Bosheit. Sie hat sich den geringsten und gröbsten Teil der Arbeit auf dem Heim- wege zuschieben lassen müssen! Was, zum Teufel, hatte Brede hier derloren?"—„Du, Brede," sagt sie.„Was muß ich hören? Dein Hof ist dir verkauft worden?"— „Warum fragst du?" erwidert Brede keck.—„Warum ich frage? Ich Hab' nicht gewußt, daß das geheim gehalten wer- den soll."—„Unsinn, Oline, du hättest kommen und auf den Hof bieten sollen!"—.„Ich? Du treibst deinen Spott mit einSm alten Weibe."—„So, bist du denn nicht reich ge- worden? Es heißt doch, du habest des alten Siversts Geld- schrein geerbt, ha, ha. ha!"— Es stimmte Oline nicht milder. daß sie an das fehlgeschlagene Erbe erinnert wurde.„Ja, er, der alte Sivert, hat mir alles Gute gegönnt, das kann man nicht anders sagen," erwidert sie.„Aber als er tot war wurde er all seines irdischen Gutes beraubt. Du weißt es ja auch, Brede, wie es ist, wenn man ausgeplündert wird und kein eigenes Dach mehr über dem Kopf hat. Aber der alte Sivert, der hat jetzt große Säle und Paläste, und du und ich, Brede, wir sind noch auf der Erde, und jedermann wischt die Schuhe an uns ab."—„Was gehst denn du mich an," lagt Brede und wendet sich an Axel.„Ich bin sehr froh, daß ich gerade vorbeigekommen bin und dir nach Hause helfen kann. Gehe ich dir auch nicht zu schnell?"—„Nein." Worts, folgt.) imitv. erteilt Ivird. Zu begrüßen ist, baß man endlich eingesehen hat, daß eine verschärfte Zwangseinquartierung unvermeidbar ist." Das hätte man eben eher erkennen sollen und manches Elend wäre erspart geblieben. Die„billigen" Kirschen. Vom Reichsverband deutscher Obst- und Genrusehändler, S-itz Verlin, werden wir um Aufnahme folgender Zuschrift gebeten: „Der Zweckverband'Berliner Fruchtgroßhät«dler hat in der Berliner DageS presse eine Mitteilung veröffentlichen lassen, nach der er sich verpflichten wollte, vom 2. Juli ab beste süße oder saure Kirschen nicht höher als l60 M. für den Zentner an den Kleinhandel zu verkaufen. Der Berliner Wayistrat hatte durch sein Nachrichtenamt verbreiten lassen, daß die Straßen- und Klein- Händler die Bekanntmachung des Berliner Fruchrgroßhandels in der Berlinct Zentralmarkthalle sofort abgerissen Haiben. Wir erklären h.erzu, daß der Straßen- und Kleinhandel zu diesem Vorgehen leider nur zu berechtigten Grund hatte, weil er von vorn- herein der Ansicht war, daß der Großhandel seine Verpflichtung, Kirschen mit 1,60 M. und sämtliche Beerensorten nicht höher als 1,20 M. an den Kleinbandel abzugeben, nicht innehalten würde._ Diese Voraussicht hat sich im vollen Umfange zum größten Lridwesen deS Kleinhandels bestätigt, denn in der Zentradmarkt- Halle forderte der Großhandol noch am 3. Juli für Kirschen bciin � Verkauf an den Kleinhandel 1,8 0 M. und 2 M.; für Stachelbeeren 1,3 0 M. und für Heidelbeeren 2 M. für ein Pfund. Wir sehen uns zu diesen Feststellungen veranlaßt, um das Publikum darauf aufmerksam zu machen, daß der Kleinhandel nicht in der Lage ist, Obst zu billigeren Preisen abzugeben, solange der Berliner Fruchtgroß Handel seine Versprechungen aus Lieferung von billigerem Obst lediglich aus dem Papier tnacht und nicht in die praktische Wirklichkeit um- setzt" « Zu Zusammenstößen kam es am Sonnabend bei Eröff- nung des Marktes auf dem Lbinterfeldtplotz wegen der ge» forderien hohen Preise. Einige Marktstände wurde u m g e- warfen und die Ware ans den Boden zerstreut. SicherheitS- Polizei griff ein und konnte allmählich die Ruhe wiederherstellen. Man sieht al'o, daß die Berechnungen der PreisprüfungSfteüe wirkungslos geblieben find. Ein Stadion im Osten. �Jn Lichtenberg wivd am heutigen Sonntag das Stadion eröffnet, das die Stadt aessb äffen hat. 1913 wurde das Unternehmen von den Gemeindebehörden beschlossen, 1914 ging man trotz Kriegsansbruch wagemutig noch im Herbst an die Ausführung, aber die Arbeit.:» mußten dann bald eingestellt werden. Erst 1919 wurden sie wieder ausgenommen, und nachdem inzwischen für Lichtenberg ein einheitliches Spielplatzprogrmmn ausgestellt worden irmr, ist nunmehr das nach Entwürfen des Stadtbaurats Dr.-Jng. G I e v e ausgeführte Stadion fertig geworden. Wir hatten Gelegenheit zu einer Vorbesichtigung. Auf dem der Stadt gehörenden 5% Hektar großen Gelände am äußersten Ende der Herzbergstraße bietet die Anlage sich dar, reizvoll umrahmt von den grünen Aeckern und Laubenparzellen dieses noch unbebauten Gebietes und dem prächtigen Park der benachbarten Anstalt Herzberge. Das Hauptstück ist die ovale Laufbahn, die infolge der Beschränkung ihrer Länge auf 400 Meter sich gut über- sehen läßt. Aus der Westseite steht an der Geraden mit ihrer 1 00-Meter-Lau fbakm und ihrer 110-Meter-Hü.rdenbahn die verdeckte Sitztrtbüne, die 700 Zuschauer ausnehmen kann. In feinem Unter. geschoß hat der freundlich-schlicht; Bau die nötigen Räume zum Umkleiden, Waschen, Ausruhen, Massieren usw. für die Spieler. Aus der Ostseite des Ovals ist eine Stehtribün« angeordnet. Der Jnnenvaum der großen Lausbahn ist eingerichtet für Spring- übunger., Fußball, Barkauf usw. DaS Gelände enthält noch Tennisplätze, Turnplätze, einen Spielplatz für Mädchen, Plätze für Ballspiele und Hockey. Bei der geplanten Erweiterung soll auch ein 100 Meter langes Schwimmbassin' mit Tribüne geschaffen werden. DaS Stadion wird dem in Lichtenberg längst empfundenen Mangel einer Stätte für größere sportliche Per- änstaltungen abhelfen. Die Kosten der ganzen Anlage betragen 88ö 000 M-, woran die Kosten des GmurdstuckSankaufS mit ISO 000 Mark beteiligt sind. Herbst-Jugcndweihsn. Unsere Jugendweihen, welche für die Kinder veranstaltet werden, welche an der Einsegnu ngs feie r einer Religionsgemeinschaft wicht teilnehmen,.finden wie folgt statt: Sonntag, den 26. Septsmber, für Berlin Lehrervereinshaus Und für Lichtenberg Realgymnasium. Parkaue. Sonntag, den 19. September, für Neukölln Neue Welt, Hasenheide. für Tharlottenbur� westliche Vororte Fürftin-BiSmarck. Schul«, Shbelftraße.' Anmeldungen müssen bis IS. Juli unter Zahlung von 1,S0 M. Einschreibegeld■(wofür die Kinder als Andenken ein Buch erhalten) an nachstehende Adressen gemacht werden: Juyendsekvetariat, NW. 40, In den Zelten 23, sowie bei Walto: Rüdiger, N. 58, Lllchener Str. 127; Wöllstein, NO. 18, Lietzmannstr. 5; Joseph lZ.-Z.-Laden), Wilhelmshavener Str. 48; Haß, Treptow, Harzer Slvaße 117; Partcibnreau Neukölln, Jägerstr. 66; Parteibureau Charlottenburg, Rosinenstr. 3; Baranovsky, Lichtenberg, Niederbar nimc-r Sir. 4. Ein Morälnnterichd findet nicht statt. Ansprüche«ms Bergütunge« müssen die nack Maßgabe von tz 22 des Kriegsleistiingsgesetzes vom 13. Juni 1873 in Anspruch Ge- nommenen alsbald anmelden und zwar a) für. Leistungen nach§ S Ziffer 1—5 und Z 23 beim Berliner Magistrat; d) für Leistungen nach ß 28 bei der Eiienbahnabteihmg deS HeereSabwick- InngShauptamtS in Berlin; c)für Leistungen mach§ 3 Ziffer 6 und§ 25 bei der zuständigen AbwicklungS-Jnten« dantur in Berlin. Die Anmeldungen müsse« binnen einer mit dem Tage der Ausgabe von Sir. 61 des ReichsgesetzblatleS für 1920 beginnenden AuSschlußfrist von einem Jabr 3 Monaten bei den oben bezeichneten Behörden vorliegen. Die von den Ge- meinden in Anspruch Genommenen haben ihre Ansprüche bei diesen Gemeinden innerhalb einer wie oben beginnenden Ausschlußsrist Von einem Jahr anzubringen. Einschränkung deS Verkehr? der Straßenbahnlinie 96. Die an den Werktagen von 12.09 bis 1.54 und von 7.24 bis 8.34, Sonnabends von 12.09 bis 12.54 und von 6.54 bis 8.24 llhr verkehrenden Wagen der Linie 96 werden vom 5. Juli ab bis auf weiteres eingezogen. Der Berkehr wird durch die Linien 70, 73, 99 bedient. Die Sammelkarten der Großen Berliner Straßenbahn gelten jetzt nicht mal mehr für einen ganzen Monat. Noch am 2. Juli wurden Sammolkarren verkauft, die nur bis 31. Juli gelten. Dadurch wird mancher genötigt, auf den Kauf einer Sammelkarte zu verzichten und die teureren Einzelfahrscheine zu nehmen. Wir wiederholen unsere Frage, ob von her Direktion diese PluSmache- rei beabsichtigt ist. Im Zoologische« Garten kostet an diesem ersten Jnli-Sonntag der Eintritt wädrcnd»es ganzen TageS 1 Mark ohne AllerSunterschied, eben- so sür das Aquarium, MS bis zum Eintritt der Dunkelheit geöffnet Ist. Von 5 Uhr nachmittags ab großes Konzert der Kapelle der Berliner Sicherheitswehr unter Leitung des MufitdireltorS Brase. Das nächste Volkskonzert deS vlSthnerorchefters findet am Montag 7'/, Uhr in der Brauerei Königstadt statt, Karten sind zu haben stn Zigarrcngeschäst Harsch. Eugeluser 15(GewerlschastShauS), Vorwärts, Lindeifftr. L, und an der Abendtasse. Mariendors-Südcnde.„Praktische Arbeit" leisteten unsere unabhängigen Fmuide in der letzten Gmemdevertretersitzung. Vor Eintritt in die Tagesordnung fragt Richter(U.&. P.) an, warum die Sitzupg öUUt Sß. anberaumt und gleiMeuig me zweite Sitzung vorgesehen ist. Genosse Huhn als stellver- tretender Gemeindevorsteher beantwortet die Anfrage dahin, daß die wichtigen Punkte, welche auf die Tagesordnung' gesetzt sind, unbedingt noch vor den Ferien verabschiedet werden sollen. Sollte die erste anberaumte Sitzung nicht beschlußfähig sein, so soll eine zweite stattfinden, welche dann, ohne die Anzahl der an- wesenden Gemeindevertreter zu berücksichtigen, die Tagesordnung erledigen könnt«. Nach der Landgmeindeo-rdnung ist ein derartiges Verfahren zulässig. Richter ist mit dieser Auskunft nicht zufrieden; Worte wie„Schiebung",.�Heuchler", „Pharisäer" werden unseren Genossen vorgeworfen Brandt, Küter und Bodeutsch unterstützen ihren Frak- tionsgenossen im Schimpfen und Drohen. Dem Genossen Wald- heim wird der Vorwurf„Zuckerschieber" gemacht. Genosse Deinert bleibt den Herren die Antwort nicht schuldig und weist die gemachten Vorwürfe mit asser Entschiedenheit und S a ch- l i ch k e i t zurück. Di« bürgerlichen Vertreter werden durch diesen Streit so angewidert, daß dieselben nach einer Stunde geschlossen den Sitzungssaal verlassen. Es scheint aber den Un- abhängigen nur darum zu tun zu sein, bei den zahlreichen Zu- Hörern den Anschein zu erwecken, als ob sie die wahren Hüter des Rechts und der Ordnung sind. Ganz besonder? scheint es ihnen unser Flugblatt angetan zu haben, welches kurz vor den Stadtverordnetenwahlea zur Verteilung gelangte. Wir haben uns nach Meinung der Unabhängigen„mit fremden Federn geschmückt" und ihre Verdienste als die nnsrigen angeführt. Als alle Ermahnungen und Richtigstellungen des Genossen Deinert unwirksam blieben, verließen auch unsere Genossen den Sitzungs- saal, die Versammlung wurde dadurch beschlußunfähig. Nicht ein einziger Punkt der Tagesordnung konnte erledigt werden. Bei einigermaßen Einsicht und gutem Willen muß es möglich sein, in Zukunft im Interesse der gesamten Bevölkerung bessere, wirklich praktische Arbeit ans kommunalem Gebiete leisten zu können. Reinickendorf. Ein Volkskonzert de? Blüthner-OrchesterS findet Mittwoch, W Uhr, im Garten von Dinkat, Hwuptstr. 31, statt. Karten zu 2.50 M. in der Geschäftsstelle des Kommunalen Volks- bildungsansschusses, Rathaus, Zimmer 18, in den amtlichen Per- kausSstellen und bei den Funktionären der Partei. Neuenhagen(Ostbahn). Großes Jngendfest heute Sonntag, VA Uhr, im Lokal Otto Walter: Musik, Rezichtiowen, Ansprache, Reigen u. a. Um 3 llhr Treffpunkt der Jugend an der Neuen Schul« zum Umzug._ «rost-Berlincr Lebensmittel. Brotkartenstichwort:»Kupfer". In dieser Woche gelangen zur Verteilung in: Berlin 256 Gramm auSl. Gesriersleisch oder inl. Frischfleisch, 300 Gr. Karwffelstarlemehl(28o— e der Kartoffclkarte). Für die am 5. Juli beginnende Fleischkartenperiodc können die Fleisch- karten in Berlin in der Zeit vom 5. bis 7. Juli ISA bei den zustänoigen Brotlommisstonen gegen Bezugscheine ans Haferflocken oder Teigwaren in doppelter Höhe der Fleisch ratio« umgetauscht werden Ctiarlottenburg. 250 Gramm Kartoffelstärkemehi(34), 125 Gramm Gerstenfabrikatc(35), 125 Gramm Teigwaren(36), 250 Gramm MaiS- flocken(309), 250 Gramm Haserfiockcn(310), 125 Gramm Sago(311), 250 Gramm Maisflocken(312). Kriegsbeschädigte.' die 30 Proz. und mehr erwerbSmisäbig find, erhalten für Juli je 1 Pfd. Teigwaren. Graupen und 2 Psd. inländ. Hasernährmitlel. Im Juli erhallen die schwangeren Frauen vom vierten Monat ab 2 Psd. Teigwaren, 1 Pfd. Zwieback und 2 Psd. Haserflocken, vom vierten bis einschl. sechsten Monat außerdem 3 Büchsen kondensierte Milch mit Zucker. Kinder im erste» Jahre 750 Gramm, im zweiten Jahre 500 Gramm Hasernährmittel. Für Kinder vom 12. bis 15. Jadre je eine Büchse kondensierte Bollmiich. Schöueberg. B o r a n m e l d n n g bis 6. Juli 250 Gramm Mühten- Produkte(34), 125 Gramm Hajerkatao i3S). Bis zum 13 Juli— Ferien- Verteilung— für 2 Patcte Zwieback und 1 Paket Keks an die Kinder im 1. bis 7. Lebensjahre und an werdende Mütter, sür 125 Gramm Kakao an die Kinder im 8. bis 10. Lebensjahre, sür 1 Dose Malzertraft an die Kinder im 11. bis 13. Lebensjahre, sowie an werdende und stillende Mütter aus besondere Bezugscheine. Ohne Voranmeldung 125 Gramm BgllreiS (35), 200 Gramm Karloffelstärkemehl(2fed und o der Kartoffeltarte), 500 Gramm Fruchtsast an die Kinder im 14. und 15. Lebensjahre, 2 Patcte Rote Grütze und 1 Paket Saucenpuloer au die Kinder im 16. und 17. Lebensjahre, 500 Gramm Speisesirup und 500 Gramm Haserflocken an alle Leute von«0 Jahren und darüber ans besondere Bezugscheine. Außerdem werden 250 Gramm Fleisch, 1900 Gramm Brot, AlGramm Bntter, 70 Gr. Margarme, 3 Psd. Kartoffeln an Nährmitteln ausgegeben. 125 Gramm Gerstensabrikate(31), 30 Gramm Bolleipuloer(35), 250 Gramm znckerge- süßte Marmelade(36). Fortsetzung des BertauiS von 125 Gramm Teigwaren oder Sago(30). 250 Gramm Haferflocke»(32), 2 Päckchen Rote Grübe«od 3 Päckchen Saucenpuloer(33). Dahlem. 250 Gramm Reis(21), 125 Gramm Rudel»(35), 125 Gramm Kunsthonig(36). Lankwitz. 250 Gramm Haferflocken(32). 250 Gramm geschälte Erbsen(16). Lichterfelde. Für Kinder bis z» 2 Jahren 2 Pfd. Haferflocke»(8), 2 Dosen Malzextrakt ans jedes Mittelstück der Jimi-Milchlarten A I und All. iPjd. auSl. Weizengrieß und 3 Päckchen Milchsüßspeise aus jede« TAttelstück der Junt-MUch karten L I. Sil, Ol und Oll. Für Sechzig- jährige und darüber 1 Psd. ausl. Weizengrieß»nd 2 Dosen Malzextrakt (11), 375 Gramm Zucker(90). Tempel Hof. 250 Gramm Haferflocken(39). 250 Gramm Küchenmehl(34). An Kinder im 3. und 4. Lebensjahre: 500 Gramm Hajer- flocken. 1 Dose Malzextrakt und 2 Pakete Keks. Neukölln. Auf Bollmilchkarte A 1 750 Gramm, ans A 2 500 Gramm Haferflocken und Gerstenmehl, aus Bollmilchkarte S l, S 2, 0 1 und 0 2 je 250 Gramm Sago in den städtischen VertausSstellcn. Britz. 1 Psund Haserflocken(35 und 36), 1 Pfund Marmelade(59). Für Krtcgsbeichädizte 1 Psund Haserflocken. Für werdende Mütter und Kinder Psund Ktndergerftenmeht, lL Pftmd Keis. Für Jugendliche '1, Psund KetS(52). Aus Mllchtarte B und Ol und U-'l, Pfund Keks. 1 Psund seine grüne Delltateßerbsen, 1 Pfund Linsen, 1 Psund Rei» und 1 Psund Bohnen(60). Treptow. 125 Gramm Haferflocken(36), 125 Granun Nudeln(35). Lichtenberg. Voranmeldung bis 7. 250 Gramm Haserflocken(35). Umtausch der Neichteeischlarten gegen Bezugscheine sür N.ibnnillei am 5, 6. und 7. Juli in der Rathausflraße, Baracke 3, Zimmer 29, vormittags von 9 bis 11 Uhr. ES erhallen Envachsene für jeden Wochenabschnitt 500 Gramm, Kinder 250 Gramm Nährmittel. Nur ganze Fleischkarten, also sür 4 Wochen, werden umgetauscht. Hermsdorf. 500 Gramm Großbrot(26a— e) und 125 Gramm Kar- toffelicheiben(261— g der Karloffeltarte). Hennigsdorf. Montag werden Bezugsscheine über 500 Gramm Speck sür Kranke, alte Leute über 70 Jahre. Schwer trtegZbelchädigte, welch« mindestens 50 Proz. erwerbsunfähig find, und hoffende Frauen verteilt Alt-Glienietr. Je 250 Gramm Haferflocken und Nudeln(133). Erbsen und Maisflocken(13t), Marmelade und Kunsthonig(135), Kakao und Zucker(136). Für Kriegsbeschädigte 1 Pjd. Granpen. Hroß-Serliner parteinachrtchtea. Morgen, 5. Juli; Elternbeiräte deS SK. BerwaltuugsbezirkS. 7 Uhr in der Aula der 4. Gemcindeschule in Reinickendors-Ost, HauSotlerplatz(Bahnstation Tchövhvlz). Sitzung der Obleute sämtlicher schulen des Bezirks. 2. Abt. TL Uhr Funktionäre bei Schirm, Charlottenltr. 7(8. S. Abt. 7 Uhr BezirlSsührersitzung bei Tolzmann, Kottbuser Damm 11. Ülbrcchnung vom Vergnügen. S«. Abt. 7>/, Uhr Sitzung der Bezirkssührrr bei Slltmanu, Rtzkestr. 2. Jugenöveranstaltungen. Montag i/ztzs Uhr: Zentraljngendheim: Lwdeuiir. 3, 2. Hos, 3 Treppen links: Mäbchen- abend.— Kaulödvrs: Jugendheim Adolsstraße, Gemeindeschute: Mit- gliederversanrmlung.— Nei«icke»dors-Ost: 3. Gem-indefchule, Zimmer 17, Arbeitsgemeinschast: Deutsche Versassung.— Südost, Eöpeutcker Viertel: Jugendheim, Wrangelstr. 138: Mitgliederversammlung. Silöungsveranftaltungen. Kouferenz der Bezirksbildvngsausschüsse. Montag, 7 Uhr, im Sitzungssaal 4 des Eharlotteuburger Rathauses jionsereuz der BUdungsansschüfie»a» Charlotteuburg, Friedenau. Grunewald, Lankwitz, Lichterfekde, Nikolassee, Schmargendorf, Steglitz, Spandau, LÄauusee»nd Wilmersdorf. Alle Mitglieder der BildungSausschüffe und der Borftände find irennditchst eingeladen. Wichrige Tagesordnung. Frageboge» ausgefüllt mitbringe»._ vortrAge, vereine vnü Versammlungen. Reichsdund der KriegsdeschSdigteu, Bezirk Norde». Moniag Bezirksversammlung 7'/, Uhr, großer Saal Patzenboserdranerer, Chaussee- straße 64. Bezirksausschuß S. Versammlung Montag 7 llhr in der Handwerkerschule, AndreaSstr. 1. Bezirk 12. Osten. Dienstag 7 Uhr Mitgliederversammlung w der Viehhosbörse, Eldennerftr. 37. Sprach'chule für Proletarier. Im Lause der kommenden Woche beginnen nebe An- sängerturse m englisch sür Kinder bis 14 Jabre. Anmeldunzen Montag und- Dienstag von 9 bis 1 llhr im Zimmer 7 der 24. Gemeindejchnie, Hinter der Garnisonkirche, Neue Vahnhosstraße. Spott. Im Monat Juli finden die hauptsächlichsten Rennen im Senne- tvald an folgenden Tagen statt: 6. Adonis-Rernien, 40 000 M.; 8. Berolina-Jagdrennen, 36 000 M.; 11. Großer Preis- von Berlin, 130000 M.; 13. Stuten-Hürdenrennen, 30 000 M.; 16. Fervor- Rennen. 40 000 M.; 18. Dannbia-Rennen, 40 000 W. und Engelbert-- Fürstenberg-Nennen, 40000 M. und Ehrenpreis; 20. Podbiel-?ki- Rennen, 40 000 M.; 26. Sierstorpff- Rennen, 40 000 M.. sowie Berliner Ausgleich, 40 000 M., und 27. Lehndorff-Rennen, 66 000 M. — Der Renn stallbesitz er Mendel zieht fich vom Sport zurück, er hat seine zwölf Pferde, darunter auch Mamund, an den Rennstallbefitzer P. Lenz verkauft. � Letzter Mohikaner, v. Chamant a. d. Lozeng«, mußte im Landgestüt Bronnsberg ge- tötet werden. Dieser 1399 geborene Hengst, der letzte lebende Sohn Chamants, war in den Graditzer Farben ein sehr gutes Rennpferd. Genchtszeitung. Berliner Stadtverordnete als Schieber. Eine im letzten Augenblick vevoitolte Verschiebung von 17 000 Paar für die ärmere Bevölkerung Berlins bestimmter Stiefeln bildete die Grundiaye einer VerHand- lirng vor dem Schöffengericht. Wegen Kettenhandels bzw. Kriegswuchers waren angeklagt: der Kontrolleur Leonhard Zucht, der inzwischen sein Mandat ails Stadtverordneter nieder- gelegt hat. der Kanftncnin(Schuhwarenhändler) und Stadtverord- nete Georg Samolewitz, der Bankdirektor Hermann M a n S- Bacher aus Charlottenbnrg, der Syndikus Dr. Gustav S t a h n k e ans Wilmersdorf, der Kaupmarm Theodor Hirschberg und der Komftnami Karl v. Wiedenfeld. Die SiadiveroLdnetenversamrmlnng hatte beschlossen, ange- sichtS des bestehenden SchuhmucherS, aus städtischen Mitteln billiges Schnhwevk für die ärmere BevölZernng, insbesondere Kriegsteilnehmer, zu beschaffen. Ein Teil der ans Hzeres- beständen stammenden Stiesel lagerte in dem städtischen Asyl für Obdachlose, in welchem der damalig« Stadtverordnele Zucht als Hauskurator tätig war. Zucht erzählte seinem Frak- tionskollegeu Samolewitz, daß in dem Asyl so viel Stiefel lägen, wie er noch nie beisammen gesehen habe. Als ein entfernter Ver- Wandler, der Angeklagte Mansbacher. Direktor des Berliner Spar- und Krediwereins, dem S. von dem Vorhandensein der Stiesel er. .zählte, erklärte, daß er die Stiesel sehr gut verkaufen könnrc. bat Samolewitz den Angeklagten Zucht, sich zu erkundigen, ob dir Sdtefol verkäuflich wären. Zucht ließ sich verleiten, den zuständigen Stadtsekretär zu ftagen, ab die Stiesel verkäuflich sind. Der betreffende Beamte bejahte dies, da er der Meinung war, daß Z. in seiner Eigeiischiftt als Stadtverordneter ftagc, oo die Stiefel für die Bevölkerung käuflich seien. Dieser Bescheid setzte mm die übliche Schieberkettc in Bewegung. ManAbacher bot die Stiefel gleich mit 9 M. Ausschlag pro Paar, also mit 146 000 M. Gewinn, den Angeklagten Dr. Stahnkc und v. Wiedenfeld an, welche bei der Deutschuati onaleu Handelsgeselischas! in Wiesbaden find. Durch die Schieberkette wurden die Stiesel, die ursprünglich 14 bis 18 M. kosten sollten, bis auf 29 M. pro Paar hinauf- getrieben. Als fie zu diesem ffftetsc einem Kaufmann Kraft an- geboten winden, griff die Polizei ein und deckte die ganze Schte- bung auf. Vor Gericht bshaswtete der Angeklagte Zucht, daß er stets nur Angestellter gewesen sei und sich nie m>vt kaufmännischen. Dingen befaßt habe. Er habe in völliger Unkenntnis gehandelt und me einen Gewinn erhofft, abgesehen von der Rückerstattung der Fahrgelder.— AlMsanwalt Magnus beantragte je 1000 M. Geldstrafe. DaS Gericht sprach v. W. frei. Dagegen wurden verurteilt: der Bankdirefto Mansbacher zu 1 Monat Gefängni s und 3000 M. Geldstrafe. Dr. Stahnke zu 3000 M. Geldstrafe, Zucht und Samolewitz zu je 1000 M. und Hirschberg zu 300 M. Geldstrafe.— Die Angeklagten beabfi ästigen Berufung einzuteyen. Wer, vom Vertrauen seiner Volksgenossen getragen, ein Ehrenamt übernimmt, muß mit viel größerem Eifer als alle anderen bedacht sein, stets eine fleckenlos« weiße Weste zu tragen. Vergißt sich solche Persönlichkeit, so schädigt sie nicht nur sich selbst, sondern viel mehr noch die, in deren Kreis sie mit eingetreten ist, mag eS sich um eine Gesellschaft, einen Verein oder sogar eine politifthe Partei handeln. Wir empfinden diese Verfehlungen schmerzlich und Haffen zuversichtlich, daß wir in Zukunft vor solchen höchst unangencbmen Ueberraschungen bewahrt bleiben. Daß in allen anderen Kreisen solche Entgleisungen eben- falls vorkommen, ist gerade für uns mit ein schwacher Trost. Sriefkaften öer Expeüktion. Fr»« E. Landman«, Darmstadt. Bei Bestellung nähere Adreffe nicht angegeben, bitte das Versäumte nachzuholen.— P. ist. SO. Nein. Briefkasten üer Reüaktkon. I. S. Kv. 1. und 2. An sich kann der Wirt eine höhere Miete fordern. Ais angemessene gill die Friedensmiete vlus 20 Proz. 3. Kommt eine Verständigung mit dem Hauswirt nicht zustande, so entscheidet daS MietewigungSamt.— P. I. 62. Zweifelhast. Wenn der Abzug bereits stattgesnnden Hätz könne» Sie nicht« mehr dagegen unternehmen.— Zehlendorf St. 17.' 1. Der Anspruch dürste noch nicht verjährt sein. 2. Wende« Sie fich an die Geschäslsstelle der ErwerbSlosenjürjorge. 3. Fragen Sie dieAnSwnftSftelle sür Anfiel lungen, Bertin. Bernburger Str. 13. — F. P. 60. Ihr Arbeitgeber ist tm Recht.— L. E. 27 Unseres Erachtens ist der Wirt zur Rückzahlung des Geldes verpflichtet.— Thnr- mann. 1. Wenden Sie fich an die Rcichsschuldcnverwaltung, Oranien- straße 92/95. 2. New.— F. 1. New, wenden Sie sich aber au die Ge> mewde.— 8. H. 100. Setzen Sie sich zuvor mit dem Wohnungsamt m Wilmersdorf w Verbindung.— S. P. A. 200. 1. Nein. 2. Ja. — H.®. C6. Richten Sie einen Antrag an die NeichSverficherungSanstalt, verlw-WtlmerSdors, Hohenzollerndcmnu. Alles nähere erfahren Sie dort. — M. N. 95. 1. Ja. 2. Ret». 3. Besorgen Sie fich ew SlrmutS- zeugniS und beantragen Sie beim zuständigen Landgericht die Bewilligung des Armeurechts und die Beiordnung eine« RechiSanwaltS.— B.<5i- 2. Stellen sÄt bei Ihrer Krankenkasse einen Antrag auf Zahlung des Wochengeldes. Die ewzelnen Lesslungen ergeben fich aus den Satzungen. — A. H. 42. Können wir nicht beurteile». Eme höhere Unterhalts- renke kann aber Ihre Mutter aus alle Fälle jorder». Falls die Kwder fich weigern, maß gegen sie Klage erhoben werden.— Z. 32. BersicherungS- amt, Klosterstr. 63. ES genügt zunächst ew Antrag.—&" Mäntel a, soliden Stoffen /IQ 148.- 93.- vJ.- Jackenkleider aus praktischen Stoffen,— Jacke auf Seidenlatter|\<2n 450.- 285.- lOU.- Str. 16 Gegründet 1815 Herren artikel Dirndl-Kleid 50cmt\ f\ 65cra m f\ 65cm r* f\ bis<ü, bis J.Ü«b.iossQ - OterlicmJ au« bedruckt. �7 f�erkal mit Klappmansch. f fos»»" Sportkra�en ausweißem A*7 C Panamasloff.......•.•» TT»| 14.50 Stnck-X rawatte in vielen Farben..« W esten-1 Q Lüster-'? 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Des Waßmaun: s uhr: Der ß.ieiu. Icntnant Volksbühne Theater am Bülowplatz. TVsUhrJrnder Martin Theater l. d. KßnigpratzerStraße VjS Ui?r: Geständnis. Komödieahaus 8; D.Reise in die Mädctaenzelt. Berliner Theater Uhr: Der letzte Walzer DeutBchos Opernhaas ; uhr: Carmen. Mtg. 7: Hoiimanns Erzählung. Die Tribüne S uhr: Bunhory. Frledr.-WUU«lm«t.Th. 7'/, uhrs Evctieii Büaiiirecä Kleine». Theater. 7»/, uhr: Sonnte. Komlaehe Oper JKf: Die Fm im Dunkein. TiaatspielbnuB uhr Der untjEireiiE Eckshart jüetropol-Tlieater, a7': Im weißen EössT Neues Central.Tbeatcr N Die Dame im Frack STeaeB Operettephnn« » Operettelrlinni Prinzessin irleßi. 7»/, Uhr Neaeci Tolkstbeater uiir: Die 3 Zwillinge ThnUn-Theater S't Ihre Goheit öle Tänzerin Th.ainNollendorf|»lat> 3� 2 Ühi; Das Qlucksmädel. £'? Eine Haciil im Paradies Theater I, d. Alt. Jakobstr. �iDiererschwantPauilne, Wallner-Thcater uiir; TannMuser. Morgen 7.15 U.: Tannhäuser. . Walfialla-Thee-er. BJ/a JJhr: hie internationale. 1/t Uhr: Kasernenluft. Trianon-Theafer. Bahnhof FrledrichstraBe. Heute 4 Uhr, Sieine Preise: Der Störenfried. Allabendlich Vj, Uhr- Oer grofle Eztolg! Sdaskerade von Lucwig Fulda. Theater Folies Capriee Friedrich-,Ecke Linienstr. I 7V»Uhr.- Flimmer- Kiarctisn Mmlhallscher Schwank.| j-Iheater. Sommetsplclzoit Allabendlich 8 Uhr: WUMM D.filasd. Jungfrau Deutsches Sünsller-Ihesler Allabendlich 7'/, Uhr; Die bessere Bhifte mit Max Adalbert. Residenz- Theater. Stadtbahn JannowitzbrQcke. Heut« 4 Uhr, kleine Preise: Der gute Huf. Allabendlich'/,* Uhr: Der grolle Ertolgl Die MM»! von Hermann Sudermann. Friedr.-Wilhelmsf.Theater vi, uhr: Evchen»umhrecht. Der große Erfolg. Rose-Theater. 7i/j Uhr: SchwarzwaldmSdel Ädmirals-Palast vi, U.: PUl t In St. ittorltz. Friednoh-WliiieliTiStädtiSGlierVariete-Oarten Chausseestraße 30, Nahe Invalidenstraße. Direktion: Alex Grahlmann. Heute und folgende Tage au! der neu eröffneten größten VarietgaBühne Berlins Attraktionen! 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Die übrigen Anträge sind für die Schuldfraae vollständig unerheblich t auf die Feststellung der Tätigkeit anderer kommt es in diesem Verfahren nicht an. Ter Vorfitzende will nun die Beweisaufnahme schließen, die Verteidiger kommen jedoch noch mit einem neuen Beweisantrag. Sie behaupten, gegen Toifl lei 1919 ein Verfahren wegen Er- Pressung anhängig gewesen und Toifl nach der Stadtvogtei gebrocht worden. Dann sei aber vom Kommando L ü t t w i tz an den Oberleutnant Grat Westarp der Belehl ergangen, den Toifl sofort aus dem Gewahrlam abzuholen. Wenn die« bewiesen wird durch Vorlegung der Akten und nochmalige Vorladuno des Toifl, so würde dies auch ein Beweis dafür lein, daß die Militärbehörde nicht nur eine Straftat nicht verfolgt, sondern verhütet hat, daß die Straftat geahndet wird. Staatsanw.-Rat Dr. Ortmann: Dann muß ich doch unbedingt darauf bestehen, daß die Sache restlos aufgeklärt wird; dann muß ich darauf bestehen, daß Toifl nochmals uns vorgeführt wird, daß Graf Westarp vernommen wird, die Akten herbeigeholt werden usw. Unter dielen Umständen würde dann wohl die Beweis- aufnähme wohl noch die ganze nächste Woche dauern. Wenn solche Vorwürfe gegcmdie Behörden erhoben werden, daß ste einen Ver- brecher absichtlich der Bestrafung entziehen, so muß die Sache lest» los aufgeklärt werden. Es entwickelt sich hierüber ein längerer McinungsanStavsch, bei welchem ein Geschworener erklärt, daß es für ihn doch wichtig sei, daß Toifl noch einmal vorgeladen werde. Für ihn lei cS doch sehr wesentlich und für leine NrteitSfindung von großer Bedeutimg, wie die Aussage dieses Mannes zu bewerten ist. In der weiteren Aussprache hierüber wird ein Ausweg dahin gefunden, daß die Ver- leidiger erklären, auf den Vorgang mcht zurückkommen zu wollen und den Geschworenen anheimgegeben wird, diese Angelegenheit aus ihrem Gedächtnis zu streichen. Die Verteidiger behalten sich vor, wenn der Staatsanwalt auf alle Fälle den Toifl zum Mon- tag noch einmal ladet, dann die Beweisaufnahme noch einmal et'- öffnen zu lassen. Der Vorsitzende schließt hierauf vorläufig die Beweisaufnahme. Die Schnldfragen sollen für F i ch t m a n n und Hoppe auf Mord, Totschlag(event. mildernde Umstände bei Totschlags. Beihrlfe zum Mord oder Tot- lchlag; für Win kl er nur auf Beihilfe zum Mord oder Totschlag formuliert werden. Auf Antrag der Verteidiger soll now eine Hilf«- frage auf Grund des�§ 189 hinzufügt werden: ob die Angesagten schuldig sind, von dem Vorhaben eines gemeingefährlichen Ver- brcchenS zu einer Zeit, in welcher die Verhütung des Verbrechens möglich war, glaubhast Kenntnis erhalten und es unterlasien zu Haben, der Behörde oder der durch da? Verbrechen bedrohten Person zur rechten Zeit Anzeige zu machen. Dte Fragen sollen in der end- gültigen Formulierung ant Montag verleseU werden. Der Vorsitzende vertagte die Verhandlung auf Montag 9>/.j Uhr zu etwaigen Fortsetzung der Beweisaufnahme und Entgegennahme der Ptaidoyers.__ Mietsthaft Unveränderte Kohlenpreife. Der Neichskohlenverband hat beschlossen, die Preislage für Kohlen im Monat Juli im wesent- lichen unverändert zu lassen. Für das Ruhrkohlsngebiet ergeben sich überhaupt keine, für die übrigen Kohlenreviere nur ganz unwesentliche Veränderungen. Die Unternehmer tragen von der im vorigen Monat den Bergarbeitern bewilligten Zulage von 7,50 M. pro Kopf und Schicht 3 M.. während das Reich 4,50 M. in Form von Letensmittelbons übernimmt. Diese Stabilisierung(Festlegung) de? Kohlenpreises entspricht durchaus unsercst Forderungen, aber was unseren Widerspruch herausfordert, ist die Erscheinung, daß Reichs- znschüssr geleistet werden ohne Rücksicht auf die JaHresergebntffe der Zechen. Man sollte doch wohl erwarten, daß überall dorr, wo diese Retchszuschüsse geleistet werden, entsprechende Abzüge von den Dividenden zuaunsten de§ Reiches erfolgen, soseru diei« Dividenden die normale Kapitalverzinsung überschreiten. Der jetzige Zustand, hohe Dividenden mit Hilfe von Zuschüssen aus der Reichskasse, ist unhaltbar. Da die Planwirtschaft Gegenstand der Untersuchungen der SozialisterungSkommission ist, wird ja wohl hoffentlich bald mit einer allgetneinett Aenderung des bisherigen Systems gerechnet werden können. Gründung einer GerflenverteilongSstelle. Am 21. Juni erfolgte die Gründung der G e r st? n v e r t e i I u n g s st e l l e G. m. b. H. in Berlin. Der Ausnäitsrat besteht au? elf Vertretern der in Frage kommenden Industrien, ferner einem Mitglied, da? der Reichs- minister für Ernährung und Landwirtichast bestimmt, und zwei Mitgliedern, die durch da» Direktorium der Reicks- ge treibe st elle ernannt werden. Die drei Regicrungsver- treier haben da? Vetorecht gegen alle Beschlüsse der Gesell- sckaft. Gcicllsckafter sind folgende Jndustrieverbände: D e u t s ch e r Bratierbund. Bund deutscher Malzfabriken. Roh- stoffverteilungssteile der. Kaffee-Ersatzindu- strien, Gran penzentrale, Verband deutscher Preßhefeiabriken Kindergersten mehlzentrale, Wirts ckiafts st eile deS Suppenindustrieverbandes. Verein deutscher Malzextraktfabrikanten Außer den von diesen Verbänden vertretenen Industrien sollen auch die Brennereien und Mstcksäurcsabriken von dhr Gerstenverteilungsstelle mit Gerste beliefert werden. Die B e z u g s s ch e i n e werdenden Betrieben nicht auSgcfolgt, sondern dienen nur al? Ausweis für die Landwirte, daß sie die entsprechende Menge Gerste auf ihre LiefentngSverpflichtung ,ur Ablieferung gebracht haben. Die Ge« sellschaft ist auch.ermächtigt, ausländisches Malz und a u S» I S n d i l ch e Gerste zu erwerben und zu veräußern. Freigabe der Ausfuhr von Ledensmittel» in Schweden. Die schwedische Regierung hat wegen des starken Anwachsen? der Produktion das Aussuhrverbot sttr Butter. Käse, Schweinefleisch und ander- Erzeugnisse der Viehzucht aufgehoben. Gefahr für de« deutsch-rusüschen Handel. Wie die Telegraphen- Union meldet, ist auf Veranlassung des französtichen OberltntnanrS S a d o u I, welcher sich zurzeit in bolschewistischer Kommisstott in Petersburg befindet, in enger Fühlungnahme mit Krasstn in Brüssel eine Handelsgesellschaft gegründet worden. Bezweckt wird namentlich der Export von deutschen Waren nach Rußland, in- dem dieselben über Brüssel geleitet und somit mit b e l- g i s ch e r Marke bzw. HerkunftSbezeichnung versehen werden. Drei wichtige lleine Schrtsten. JmVorwärtsverlagstud folgende Schriften kürzlich erschienen: � F ü h.r e r durch das Reichseinkommensteuergesetz von Rudolf Wissell. Preis 2,50 M. Führer durch das Reichsversorgungsgesetz nnd das Gesetz über die Beschäftigung Schwerbeschädigter von Hermann Müller. Preis 2 M. Komment ar zum Reichsversorgungsgesetz von Hermann Müller. Preis 7 M. Mus aller Welt. Bombenanschlag auf ein Theater. Wien, 3. Juli. Die.Neue freie Presse" meldet aus Sofia: Während eines Vortrages zugunsten der Opfer des bolschewistischen Terrors im Odeontheater in Phi lip popel explodierten mehrere Bomben, wodurch das Theater teilweise zer» stört wurde. Unter den Trümmern blieben etwa 150 Leichen. Auf den Straßen kam es zu Zusammenstößen zwischen den De- monstranten und der Polize:. Man vermutet, daß ein Attentat gegen den Ministerpräsidenten Stambuliski be» absichtigt war, dessen Besuch im Od-onrheater erwartet wurde. Wenn eine Depesche an den Unrichtigen kommt. Unter den Wiener Heimkehrern vom 23.' d. M. befand sich auch der Dachdecker Karl B. Der Mann war seit 1910 verheiratet und hatte zw«! Kinder, als er einrückte. Seine Batterie gehörte zur Besatzung der Festung Przemysl. Nach dem ersten Fall der Festung geriet B. in russische Kriegsgefangenschaft. Er wurde nach Jrkutsk verschleppt und blieb dort. Seine Frau wußte, daß er in JrkutSk sei. Da erreichte ihn im Jahre 1916 ein Telegramm aus Wien, daß seine Frau gestorben sei. B. konnte und mußte sich für einen Witwer halten. Seither war er außer Verbindunq mit der Heimat. Einige Monate später erkrankte er schwer. Äber unter den Schwestern war ein Mädchen auS der Umgebung von JrkutZk, das sich des Kranken sehr annahm und ihn mit wahrer Aufopferung pflegte. Hauptsächlich sbrer Sorgfalt verdankte er es, daß er mit dem Leben davonkam. Als B. wieder zu Kräften kam, empfand er «ine tiefe Zuneigung zu seiner Pflegerin. Da er sich für einen Witwer hielt, heiratete er sie. Das war im Jahre 1918. Z.oei Jahre lebte er in ungetrübter Ehe, aber immer sehme er sich nach der Heimat. Als sich nun vor einigen Monaten die Gelegenheit ergab, nach Oesterreich zu kommen, trat er mit semer zweiten Frau die Heimreise an. Wochenlang war das Ehepaar auf der Fabrt und Mittwoch traf es in Wien- ein. Der erste Weg des ManneS war der in seine alte Wohnung, und da harrte seiner eine große Ueberraschung: seine totgesagte Frau empfing ihn frisch und gesund mit ihren Kindern. Das Rätsel fand alsbald seine Lösung. In der nämlichen Baracke, in der er in Jrkutsk interniert war, war auch ein gewisser Franz B. kriegs- gefangen. Die Frau dieses Mannes ist, als er in Gesänge nsdttft war, gestorben. Als man ihn von dem Tode verständigen wollte, wurde irrtümlich statt an Franz B. an Karl B. depeschiert. Karl B- war in schwerstem Gewissenskonflikt. Von seiner jetzigen Frau, seiner Lebensretterin, wollte er sich nicht trennen, zumal er sie aus ihrer Heimat weit hergebrcubt hat, andererseits wollt? er seine Kinder nicht verlassen. Er kam noch auf die Idee, seine zweite Frau seinem jüngeren Bruder abzutreten, aber auch diesen Gedanken verwarf er. B-s erste Frau war selbstverständlich durch das Auftauchen einer zweiten Frau ihres Gatten sehr betroffen. Sie überließ schließlich die Entscheidung'ihrem Manne. In seiner Gewissensnot ging er zum Polizsikommissariat und erstattete die Selbstanzeige wegen Bigamie. Der Polzeirm nahm feine Angal>en zu Protokoll und wird den Sachverhalt der Staatsanwalt- schast mitteilen. Schwäre Boxkalf und Chevrean,) Braun B ox k a lf, u n d C h e vre an, in modernsten Formen, Goodyear Welt I in modernsten Formen, Goodyear Weh Blaue und lila Schnürschuhe, kurze moderne Form mit eleg.hohen Absätzen Schwarze Schnürschuhe, kurze moderne Form mit eleganten hohen Absätzen Derby-Schnürschube mit Lackkappe Elegante Spangenschuhe, mod. 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Friedhofes, Chaussecitratze. f Käfe Till geb. Dalimann, s B.-Tcmpelhos.Stollbergft lb i | Htienc Pnsselt geb. Dallm.| "illpäBfisHeflte Berlin-WeiSensse. Am Montag, den>2. Juli 1929, aiicnds S Ahr, stndet im Restaurant„Zum Berliner Sos" zu Berlin- Weigensee, Anrvn. platz sGiashalle) eine ordentliche mit solgender Tagesordnung statt: 1. Bericht derIahresrechnunxs- Prüfer. 2. Aeschlußfassung iibcrdieEnt- lastung des Vorstandes und des Rendantcn Z. Bericht des Vorstandes durch den Borsttzendsn iiber das verflossene Salbsahr 1920. 4. Festsetzung des Voranschlages flic 1920. 5. Beschlußfassung übet Aende- rnno der KK 1, S. 19. 233. 2a, 29. 43, 45, 75 und 89 der jtasscnstchinigen. 143/16 6. Veschlußiassnng übet Aende- rang der Dienstordnung. 7. Hassen angelegen Helten. gnui Eintritt berechtigt sind nur die mit einer Leginmatjon versehenen Dnsschugmitglieder. Der Vorstand Grneve, Vorsitzender fSjjh Ue&*et h W&f H Bichel, auch die hart- nackigsten, fettglän- »ende, arogvocige Saut lassen sich nur durch die seit 39 Jahren sicher bewährte Posta Sera bcsest. 6,50 M. Jur gleichzeitig. inneren stur Sa««nrin-vlul- reiaigur.go-pnlvcr M. 4,---, üblich 3 Schachteln 17,59 M. StloRsichsl,' Berlin 43, SO., Eiscnbahnstr.4. IM Sek MM BÜMec I. SMMkl Mittwoch, den 7. Juli, abends pünktlich S'/s Uhr im„Gewerkschaftshaus", Engelufer<4/18: Außerordentl. Generalversammlung Tagesordnung: 1. Beschluhfaffung über die Anträge der Arbeitslosen und Er» Hebung. eines Extrabeitragcs. 2. Beschlutzfaffung über die Gauzuschüsse und Jestsetznng des Beitrages. 3. Besprechung der von der Generalversammlung des Verbandes ausgestellten Gehaltsskala und Festsetzung der Gehälter der Angestellten. � Zu dieser Generalversammlung sind nur die Delegierte» und die Teil« nehmer nach§ 4, Abs. S des Berliner Bereinssiatuts eingeladen; ohne Legiti« mation kein Eintritt. Um pünktliches und vollzähliges Erscheinen ersucht zz/z Ter Gauvorstand. Die Kollegen, welche den Posten des Betriebsrats bekleiden, werden ersucht, je ein Exemplar der„Betriebsrätezeitung' des Allgemeinen Deutl'ckien Gewerkitbasisbundes von der Verwaltung gegen Vorzeigung der Legitimation abzuholen._ Bezirksversammlungen. 1. NW. Montag, de» 5. Juli, abends 7 Uhr, in der„Aula des Dorothccn-LvzcumS", Wilhelmshavrncr Straße 2/5. 5. SO. Montag, den 5. Juli, abcudZ 7 Uhr, lm„!1icichenberger Hos", Rrichcnbcrgil Str. 147. Die Tagesordnung ist dieselbe wie in den Versammlungen am Montag, den 28. Juni. � Ter Gauvorstand. Griile h. fiebere, cbrr immer von siäscheiv?:urmtzetz>,voi> töslllchein /Mitnor dvrchwehie Silillderun- gen einer proletarleriuzend Vre!» Mark + 2il0/o Teueruvgszuschlaz Zs-lchba.dlvntzVoewärto Bcrlin 6351. 68, Tiiibeiistratze 2 Spezialarzt Dr. med. ilnsche f* inlpliofn Ol) direiti am liUiikl. vj, Sjadtbahnii. Haut-, Hanl-, Frauenleiden Spr. 10— 1.. 5— 8. Sonnt. II— 1. Kostenl. Berat. Bcq. Zahlung. Spezialarzt Ericigreiclic Behandlung. Köniststr. 34/36 Alexanderplatz.# 10—1, 5—8. Scnnt. 10— 1. Spezialarzt Dr. med. Wockenfnß Frieilriclistr.l2S xorÄs Sonnt. 11—1. Syphilis, Sarn», frauenleiden, Biutmitersuch, chnelle.sichere.schmcrzloseHeiig, ohne Berus-storuno, Teil�ahig.« Dr. med. Kveden R für Haut-, Harn-, Frauen!., Schwäche. Beh. schnell, sicher, schmerzt, ohne Berufsst., Blut- u. Harn untersuch(Fäden L Harn) ffieiipiehstp.öllifop�; 80nigslr.58-51.Äs: ipr. 10-1, 4J/27,Sonnt. 10-1. T eilzahl. Separ.Damenzim Sjpeziaäas�zt Haut-,Hara-,Frauenieiden3al- varsan-Ku ren. Blutuntersuch., Maones.chwäche, Ausschlag, Höhensonne. Bestrahlung.• Heilanst Dr. med. Lommer, Spreche. 10-1, 4-7fli, Sig. 10-12. BMEflslr.l3S(Ro-scn'1'aler Platz). WmSMW entfernt sicher, oft genügt eine Sitzung. C. Weisse«,(osraeL Institut, Znpalibenstraße 147. Ä«-«chst. 10-12»nb 4-öllhr. Spezial-Arzrl £ür Haut» u. alle Harnleiden, Harn, und Blutuntersucbunfcn. Ol«, med. Karl Beinhardt, Potsdamer Straße 117, Sprechstunden:>/,I2— 2,»/yi—»/jlO abds.. Sonnt.'/2n—l Uhr. Aufklärende Broschüre mit Beschreibung sämtl. Heilver- fahren in verschl. Kuvert peg. Einsend, v. 2.— M portofrei Nutzeisen Ankauf Verkauf Stabeisea. Bleche, I-Träger, U-Eisen, Rohre, Ketten, Lagerbficke, Kieoienscheiben, FuS- stanzen etc. in verschiedenen Dimensionen haben ab Lager abzugeben Cohn L Borchardt, Bia.-Lichteaböf b Kitterguistr. 47/48. Tel.: Lichtenberg 646,647. Nuteeisenabteilung: SSSb* Maybach-Ufer 18/19, Nähe der Kottbuser Brücke. Handels- Hasten- leiter- Karre n aller Art Mm& Kaiin Transportgeräte- Fabrik, Cöpenlckcr Str. 78 u. 113. WIIIMIN. ■Bunjiauer Art, prima Quälst., liefert ais Ellickgui u, waggonw. ZSrslenwalder XaatvacealafnrK®. m. 6.Q, Jflcftenmalbe a. Spree. mmat f rcuS. Sewwwffe.*4, Bekanntmachung. Gaswerke. Auf Grund de? Gemeindedeschwffe« vom I. Juli 1920 Ist der®aepr?l« von der im Juni d. I. erfolgten Standeumahrne ab auf 1,26 M, bsm. 1,15 M: für da» Kubilmeter erhöht worden. Temgemätz sind von dem genannten Zeitpunkt ad für ein Ztudikmeter Das I. bei der Entnahme durch gewöhnliche Dasmeffer.. 1,2" M. 2.„„„ vermittelst Gasautomaten... 1,15„ und einschliesiiich Mietzins für die Gaseinrichtung 2.4« Pf--.............. 1474«. ZU zahlen. Abnehmer, die Sa, durch gewöhnliche Gasmesser beziehen und im Verlaufe eine« ganzen Geschäftsjahre» der städtischen Gaswerke bei ununterbrochener Gaebenutzung nicht mehr als Z«Z Kubikmeter Gas verbrauchen, erhalten für da» in der Jeit von der Standaufnahme im Juni 1920 ad verbrauchte Gas vorbehaltlich anderweitiger späterer Gasprcisfeftsetzung 10 Pf. pro Kubikmeter vergütet. Berlin, den 2. Juli 1920. Direktion der städtischen Gaswerke. J-Zlr. 929« Erst l/20. Nachtrag VI» zur Satzung der BetriebSkrankenkaffe der Stadtgemeinde Berlin. guzo. In Abf. l Pos. d, geile 4, wird die Zahl.2600 M." ersetzt durch: ,15000 M."(Verordnung vom 30. 4. 20.. R.®. 951. 769). In Abf. I Pos. c. Zeile 2, ist hinter„Beschäftigte"«in- isiigen:„die auf Lebenszeit oder nach Landesrecht oder mit nrecht auf Ruhegehast angestellt sind"(Verordnung oom 3. 2. 19. R. S. BÜ G. 191). Zu§9. Abf. I und II erhalten folgende Fassung: I. Die baren Leistungen der.gösse werden nach einem Grundlohn bemessen.(§ 180 Abs. I u. II 3t S.O.). Als solcher g:lt der nach der verschiedenen Lohnhöhe stufenweise festgesetzte durch�chnsttilche Tagesentgelt der stassenmitglieder bi» dreißig Mark für den Arbeitstag. Zur Festietzung des Grundlohne» werden die Kassenmttglieder eingeteilt in solche, deren Arbeit»- verdienst für den Arbeitstag deträgt: l. einschl. der ohne Entgelt befchäfstgten Lehrlinge bi» 2.— M— I. Lohnstufe 2.01 M bis einschließlich 4.-„= II. 4.01 8.01 8.01 10.01 12 01 8. 1501 9. 18.01 10. 21.01 II. 24.01 12. 27.01 6.— 8.— 10- 12.- 15.— III. = IV. - V. - VI. -VII. 18.-,-VI». „ und mehr., 21.- 24.— 27.- 30.- - IX. - X. — XI. ---XI!. II. HierUoch wird der Grundlohn bt» auf weitere» festgesetzt für die l. Lohnftus« auf 2.— SR. IL III. IV. V. VI. VIL VIII. IX. X. X.'. XII. 4— «.— 8.— 10.- 12.- 15.- 18.— 2L- 24.- 27.- aa- Zu§ 17. Abf. I Rr. 2 erhält folgende Fassung: in die Zeit nach der Entbindung fallen. Da» Wochengeld für die ersten vier Wachen ist mtt dem Tage der Entbindung iiillig. (Gesetz vom 30. 4. 20 R.-G.-Il 853.) 8 17 erhält solaende Zusätze: Wechselt die Wöchnerin während der Leistung der Wochen. Hilfe die stassenzugehörigkeit, so bleibt die erstverpstichtete Nasse für die weitere Durchführung der Leistung zuständig. Stirbt eine Wöchnerin bei der Entbindung oder während der gcst der Unterstutzungsderechstguna. so werden die noch sälligen Bezüge au» der Reichswochcnhrlfe an denjenigen ge» zahlt, der jür den Unterhalt des Linde« sorgt. WWWW�W SU i 21. Absatz 1 werden die Worte hinter„Grundlohn,' ersetzt durch: Sterbegeld beträgt bemnach: vor nach Enlillimg b«t sechsmonatigen Wartezeit 80 M. für bi« I. Lohnstafe «.. II. In A ""las 1:0 IM 200 240 300 3M <20 480 540 «00 III. IV. V. VI. VII. VIII. IX. X. XI. XII. 80 Sin. 160. 240_ 330. 400. 480, 600. 730, 840. 960. 1080, 1200. 8 22 Ziffer 3 erhält folgende Fassung: Wochendeihilfe erhalten auch die Ehefrauen sowie solche Töchter. Siief» und Pflegetöchter der Versicherten,-welche mit diesen in häuslicher Gemeinschaft leben, wenn 1. sie ihren gewöhnlichen Ausenthalt im Jnlonb haben, 2. ihnen ein Anspruch aus-Bochenhilfe nach§ 195» nicht zusteht, nnb 3. die Versicherten im letzten Jahre vor der Niederkunft mindeste»« sechs Zlionate hindurch auf Grund der Reichs- Versicherung oder bei einer knappschaftlichen tranken tafle gegen Krankheit versichert gewesen sind. AI» Wochenhilfe werden die Im Z 17 I bezeichuetvr Leistungen gewähr«! dabei beträgt ba, Wochengeld einunbeinehalbe Mark täglich, ba» Stillgeld tüniunbstebzig Pfennig täglich. Wechseln die Versicherten während der Leistung bee Wochen- Hilfe die Kassenzugohörigkest. so bleibt die erstoerpflichtet« Kasse für die weitere Durchführung der Leistung zuständig. Zu 5 3«. Absatz I erhält folgende Fassung: I. Die Kassenbeiträge werben auf sech« hundertster(8 385 Abs. I 3L V. O) de» im 5 9 festgesetzten Grundlohne, festgesetzt und je für eine Woche berechnet. Sie betragen: bei« Aide»tagen" bei 7 Arbestsiaaen wöchentlich wöchentlich 042 St. 054 M. L44„ 1.68„ 2.1«. 352 I 2Ji8' a86, 3 60. 4 20* 4-33. 5,04. 5.40;«so; 6.48. 7« � 7-86. 832, 8.84. 10.08. 9.72. 1144. 10.50' 13.«, für die I. Lohnstrrfe Ist. tV V. VI VII. Vitt. XI. XII. 1§ 67. ist„fei „zehn- »u setzen, neben es. v. 26. 9. 19.)" In Abs. IV. Zeile 1 ist geile 1 unter„§ 890«<30." ist zu setzen: U in Kraft. Berlin, t Juli 1920. 143/15 Der Vorstand der SetriebSkrankenkasse der Stadtgemeinde Berlin «—-- .MLMLlL» Deutscher Polier-Bnnd SSÄlS Mittwoch, den 7. JulL abend» 7 Uhr, in den Mustkrrsälrw Kaiser-Wiihelm-Str. 31: Hauptversammlung. Tagesordnung steht n. a.: L A Auf der Tagesordnung steht n. a.: L Abrechnung vom 2. Quartal. II. Bericht der Tarijkommission. 1485b Der Vorstand. J. A.: P. Grahl. ZsorMeutzckerLIisüSrmen Lie regeltnäjHgen jährten ».Wangerooge haben begonnen. Möhorcic bei den Vertretungen des Norddeutschen lealICICo Lloyd, des Mitteleuropäischen Reisebureaus(Mer),'den Eisenbahnstationen und der Abteilung Seebäderdienst des Norddeutschen Lloyd, Bremen, Bahnhofstraße-36,_ 137/19 ■ssir«Ol' r fer «•7f Dr. Skottl für Haut., Harn-, Art. Frauenleiden, hartnäckige Harnleiden« Ausschlag, nerv. Schwäche« Gegen Lues komb. Sslvarsan-Kuren, Blutuntersuchungen, Im ersten und Dir. Löser senior Kur Rosenthaler Str. 69-70 D rTÄi«? VZm SpeziaUBehandlung egg für Haut-, Harn-, Unterleibsleiden, spez. veralttte Harnleiden. nerr. Schwäche, Blurunlersuchung, Salvarsan-Kuren, Licht- Behandlung, Höhensonne, Bestrahlungen. Getrennte Warter. MÄ„Löser", Münzstr. 9, nahe Alexandcrplatz. 9-1, 4-8, Sonntags 9-12." la amerikanische», in Z-ktilo- Weihblechdosen. M. 72,- die Dose, Margarine, Kaffee, Kakao Tee versendet franko gegen Nachnahme bei Ginsenb. einer Portosich erheit Jos, Schiffmann, Mainz, 760D Stlttsfr. 14. Telephon: 1143. Postschedlonto: 27 289 Frantfurt am Main. zellvloik'AüA'Msglle laust 0rdon> er, Friebrichstr.46 Ecke Jimmerstr. und Georgen- kirchstr. 50, nahe dem Alexander- plätz. 9—12»/,. 2>/z— 7. 53/13* Thüringer Spezialitäten: Luali lätsware,* spez. Sienfong-Effenz. Wunder- daisam echt.Karmelstergeist usw., laufend in gross. Mengen lieier- bar: Verlangen Sie bstte gratis Preislage. Ott« Ramm, Penig i. Sa., cheuu-pharm. Präparate. Geld- Verdienst dnred eine gnte Idee.— Wegweiser durch Klauser& Co., Berlin SW 13, Friedrichstraße 9.' sntgirii(?ä Dchallvlatten., Wachswalzen-. 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Meister Mitarbeit., suchen sofort Rupplne* Boolmoscft BtebctASHBccJteacoppla- Tvir suchen einen ehrlichen Mann »T al» Packer und für sonstige Arbeit. Vorstellen 8—9 oder 13—2 Uhr. ................- MöriM. 127.<£& II Geübte Kernioieklerinnen für Pupinspulen werden eingestellt Arbeitsstelle in Charlotten bürg. Meldungen vormittags von 8—11 Uhr. Siemens& Halske A.>Q. Wernerwerk, Arbeiter-Annahme Siemensstadt bei Berlin. Sekretär der auf dem Gebiete der Beamtendewegung Erfahrungen besitzt, rednerisch und organisatorisch befähigt ist, ! für die Beamtenagitation !! im Reiche, zur Besetzung der beim Parteivorstand de- |[ stehenden Zentralstelle gesucht. Bewerbungen mit ausführlichen Angaben über die bisherige Tätigtest und Höhe des Gehattsanspruche» sind zu richten an den > BMotM(Gev. Attei). Betfin 51068. Clnb«nfttc(j« S. Agrarkerhehe gegen öie Steuererhebung. Wie unsere Agrarier, die in FriedenZzeiten mit allen ll�üteln darauf bedacht waren, das Volk durch indirekte Steuern zu belasten, um selbst sowenig wie möglich an Steuern zu bezablen, Keule das Reich sabolieren, gehl aus einem Schreiben Kervor, das von der VerWallung des Rittergutes M e n g e I S d o r f im Krei'e Görlitz den dort beschäftigten Landarbeitern und Arbeiterinnen zur Nnterschnfl vorgelegt worden ist:/ „An Herrn Rilimeister von G ü t e r b o g? Die unterzeichneten Arbeiter und Arbeiterinnen erklären, das; wir uns unmöglich von unserem LoKn 10 Pro-ent Steuern abziebeu lo vn können. Denn das, was wir verdienen, gebrauchen wir rest- lo-Z uim L e b e n s u n t e r b a l t filr uns und unsere Kinder und zur Anschaffung von Kleidern. Sollte die R e a i e r u n g aber trotz uniereS Einspruches auf dieser aanz ilngerechten Steuererbebnng begehen, dann werden wir weniger Tage und Stunden arbeite», ii'n nicht inelsr so viel Lohn zu verdienen. Wir wissen, dad hierdurch die aesamte VolkSernäbrung zu leiden baden würde. Dir können das dann aber nicht ändern, denn jeder ist sich selbst der Nächste.« M'.l Recht haben die Arbeiter und Albeiterinnen die Unter- schriiisleistung unter obiges Schriflsiück a b n e I e b n t. Denn der Z'.tK-Jk. der bierbei veriolgt wird,.ist denn doch zu offensichtlich. Anscheinend ist bierbei irgendeine landwirtschaftliche Arbeit- aeberorganisation am Werk, denn aus einein benachbarten Rittergut soll den dortigen Arbeitern ein gleiches Schriftstück zur Ulltcr'chrih vorgelegt worden sein. So arbeilen die Leute, die in der w i l b e l m i n i s ch e n Zeit nicht eindringlich genug predigen konnten:„Gebt dem Kaiser, waS des Kai'erS ist*, und dabei selbst die Steuerdrückebergerei aus dem ff verstanden. Dieselben Leute, die beute gegen den Achch stundeniag unaufhörlich reden und schreibe», vcrbetzcn die Arbeiter beute dazu, weniger zu arbeiten, als fie arbeiten wollen, zu dem ausgesprochenen Zweck, die Landarbeiterschakt ibren real- ti on äre n Zwecken dienstbar zu machen�.denn jeder ist sich selbst der Nächste". §?eie Einfuhr von Fischen. Zum Abbau der Zwangswirtschaft in der ftfiich- Versorgung wird den P. P. N. von zuständiger Stelle geschrieben: Im„Reichsaesetzblan" Nr. 144 und im.Reichsanzeiger" Nr. 144 sind die Verordnungen über die Beaufsichtigung der ssischversorgung vom??.' November 1910 und über die Ileberwachnug des Verkehrs mit Se-muscheln vom 2. November 1914 mit Wiikung vom 1. Augtisi 1920 ausgehoben. Damit in das Reichskommisiariat für Zilch'oer sorgung mit diesem Tage als aufaeiösl zu betrochien. DeS weiteren sind im Reichsgesetzblatt Nr. 144 Verordnungen über die teilweise Aufhebung der sür die E i n f» b r von Z' i s ch e n und Fischwaren erlasienen Bekannimochunqen veröffenilicht. Mit dieser Lockerung der Einuchrbeschränfiingen darf aeboffr werden, dost die Versorgung Deutschlands mit Fischen reichlicher tmd billiger wird. Vom 8. Juli ab, dem Tage des Inkrafttretens. lönne» völlig frei eingeführt und abgesetzt werden: Fin'che. lebende und nichttebende Sützwasserfi'che(Fliife«, Teich- und Binneniecfiiche). l ämltch Karpfen, Aale, Schleie n'w; sli'che Salzwasser� fi'fe iMe-r« oder Seesischel, nämlich Schellsische. Kabliau rttw.); Stockfische(getrockneter Kabliau) und Kl'pp« filche. MicS- und andere Seemui'chel» in lebenden oder blosi abgekochten oder eingesalzenem Zustande, auch wenn sie non der Sckale beireit sind, schließlich frische Heringe, Breit- lm-e sVrisilinge) und Sprotten. Es wird jedow daraut auimerk- ran, gemacht, daß die Freigabe der Einsubr von frischen .�geringen nur eine vorläusige ist. Sollte sich im Laufe des Jahres ergeben, daß die wirtschaftlichen Verbältnisie eine Be- schränlung der Einfuhr notwendig machen, io würde erneut aep�üst werden mtiffen. ob nicht auch die Einsubr von frischen Heringen wiederum unter Verbot gestellt werden muß. Kein sächsischer Ttaatspräsidcnt, Der VersasinngSauSfchuß der lächnicheii. Volkskammer lehnte einst'mmig einen Staatspräsidenten 'iir Sachsen ab und erklärte sich für einen M i n i n c r p r ä s i d en« icn, der aum gleichzeitig Reformminister sein ioll. Kleines Theater: Eiuaktrr-Bbrnd. Das die Pezeichnung der drei kleinen Spiele' von Karl S l o b o d a als„S o n a t e" bc- deuten soll, bleibt bei dem Fehlen eines einheitlichen Grundtons ziemlich uuüerslättdlich. Die ersten beiden Kleinigkciien sind ffo:: und»o.tzig pointierte Plaudereien, wie sie des Verfassers öster- reichischer Laadsmaiin Äuernbeimer nach Pariser Vorbild.'il. Polizcimannschaften und Sicherheits- wrhr, die später anrückten, muhten dann von der Waffe Gr- brauch machen, nachdem von der Menga Schüsse abgegehen wurden. Z» nächst gab die Sicherheitspolizei einige blinde Schüsse ab, feuerte aber später scharf. Dabei wurden, wie wir hören, eine Anzahl Personen getötet, mehrere schwer und zahlreiche andere leichter verletzt. Die S'.cherhcitStvchr rückte dann mit einer Anzahl Autos an, umzingelte die inzwischen zu mehreren Hun- derten angewachsene Menge, wobei diese durch eine noch frcigc- blicbene.Straße entwich und sich zerstreute. Selbsthilfe Ser Arbeiter. Freiburg kBrrisg'am, 3. Juli. Zu einem Akt der S e l b st- Hilfe des Publikums kam es beute aüf dem Wochenmarkt. Eisenbahner und organisierte Arbeiter erschienen mbrgcnS auf dem Markt und setzten die Preise soft. Es ereigneten sich aber kein« Ausschreitungen.___ Keine Spiethölien in deutschlanö. Homburg v. d. Höhe, 3. Juli.(Eigener Trahtbericht des„Vor- wärts"J Aus Anlaß der wiederholt aufgetretenen Gerüchte, daß die Reichsregieru ig beabsichtige, für einige Bäder die Erlaubnis zur Vcranflaliung von Glücksspielen zu erteilen, hat sich der Ober- bürgcrmcister persönlich an den preußischen Minister des Innern mit der Frage gewandt, ob die Erteilung von Spielkonzessionen nach dem Reichsgesetz vom 23. Dezember ISIS beabsichtigt sei. Nach eingehenden Beratungen mit der Landesregierung hat der Minister heute mitgeteilt, die Regierung bade dahin entschieden, daß eine behördliche Erlaubnis zur Veranstaltung von Glücksspielen inner- halb des Deutschen Reiches nicht erteilt werden solle und daß be- reits erteilte Konzessionen rückgängig zu machen leien. Tie festliegenden Ausfnbrunosbestimmungen zu dem Gesetz, deren Ver- Lffentlichung in kurzer Zeit zu erwarten sei, lassen nur die Ge- nehmigung der auf Jahrmärkten und bei ähnlichen Gelegenheiten üblichen kleinen Sp'ele harmloser Art mit einem Höchsteinsatz von 1 Mark zu._ Netatlarbekterstrenk- im Saargebiet. Saarbrücken, 2. Juli. Wegen unerfüllter Lohnforderung streiken seit Tonnerstag abend die Burbacher Hüttenarbei- ter, denen sich am Freitag die Arbeiter der Mannesmann-Werke, der Waggonfabrik LüttgenS und der Maschinenfabrik Erhardi u. Sehmer anschlössen. Eine von mehreren Tausenden besuchte Arbciterversammlunz fand auf dem Burbacher Markt statt. Die freien und die christlichen Gewerkschaften gehen zusammen. Die Notstandsarbeiten sind sichergestellt. Der Konstikt vor Spa. schritte zur Einigung. Ter Konflikt unter den Gläubigern Deutschlands. von dem im gestrigen Abendblatt Mitteilung gemacht wurde, ist noch n i ch t b c ho b e n, aber es scheint, alS ob er der Form halber abgeschwächt würde. D-r Sonderberichterstatter deS„Maiin" glaubt, daq die Brüsseler Lerhandlungrn ein gutes Ergebnis erwarten lassen. „Echo de Paris" ist dagegen anderer Anficht. Nach ihm hat die 2 i v u n g, die zwischen den Vertretern von Enzland, Frankreich, Belgien und Italien stattgefunden hat. und die über drei Stunden heuerte, zu keinem Ergebnis geführt. Lloyd tsseorge soll ein Kompromiß vorgeschlagen haben, dgh Frank- reich und England ihre Ansprüche auf 52 bzw. 22 Proz. herab- setzen. Italien soll 10 Proz., Belgien 7 oder 8, Südslawien 4.0 Prozent erhalten. Rumänien, Portugal und Japan sollen sich in den Rest teilen. „Echo de Paris" sagt, mau werde jedensaNs auch haute wieder die besonderen Verhandlungen ausuehmcn. Der belgische Ministervräfidcnt habe sich am Freitag sehr erregt zu König Albert begeben, um ilm über dir Verhandlungen z« unt-errichten. Belgien wolle gleich Italien brhande't sein. Am Ab:nd sollen, wie einige Berichterstatter aus Brüssel melden, die pessimistischsten Nachrichten verbrottet worden sein. ' Inzwischen meldet«Ine offiziöse Nachricht von Havas und Reuter, in amtlichen belgischen Kreisen sei am Sonnabendvornütteg eine ziemlich fühlbare Entspannung festgestellt worden. Man scheine auf daS System der Anteile zu verzickten und statt dessen eine prozentuale Zerteil ung beschiolsen zu haben. Belgien würde 8 P r o z. erhalten. „Die Milchkuh ohne Euter." Paris, 3. Juli. In der„Virtoire" sag: Gustave Herve, ein Teil deö französischen Publikums habe es nönz, daß man ihm im Augenblick der Eröffnung der Konferenz von Spa in' Erinnerung bringe, daß,!penn man eine Kuh mellen wolle, man ihr nicht das Euter abschneiden dürfe. Deutschland sc. militärisch erledigt. Es habe einige seiner größten Reichtums- quellen verloren; so präsentiere sich Deutschland in Spa. General Nollct in Vrüffek.. Rotterdam, 3. Juli. Wie nachträglich aüS Brüssel gemet» det wird, ist auch General Nolle:, der Vorsitzende der alliierten Kommission in Berlin, am Freilag rn Brüssel einge- troffen, um als Sachverständiger an den Beratungen teilzunehmen. Millcrand über die Einigkeit unter von Alliierten. Brüssel, 3. Juli. Miller and betonte einem Journaiiste t gegenüber, die vollkommene, enge U e b e r e i n st i m- inung zwischen de n Alliierten sei gegenwörtig die wich- t i g st e Tatsache. Diese Versicherung sei keine Banalität. Eine neue Note üsr Entente. Brüssel, 3. Juli. Der Sonderberichterstatter der Agence Havas meldet: Nach Schluß der gestrigen Bormittagskvnferenz setz- ten die Sachverständigen sür die Schiffe hrts- und Lufr- schiffahrtsfragen den Text einer Note fest, die der dcut. schcn Delegation in Spa überreicht werden soll. Der endgültige Wortlaut wird wahrscheinlich durch de» Obersten Rat festgesetzt werden. Der Berichterstatter glaubt zu wissen, daß die Note ins- besondere auf die Notwendizkeit der Ablieserung dcS Kriegsmaterials bestehen wird, daö den Alliierten bisher noch nicht ausgeliefert worden sei, und dost sie f'wncr»on der deutschen Regierung die Leröffentlichung des Gesetzes verlangen wird, daZ die Wehrpflicht in Teutschland gemäß dem Bersailler Vertrage abschafft. Weiter besaht sich die Rote mit der Herabsetzung der deutschen Armee auf 100 000 Mann, die zu dem ur- sprünglich vorgesehenen Termin vom 10. Juli nicht durchgeführt werden könne. Tie 100 000 Mann regulärer Truppen, die Deutsch- land zu halten berechtigt ist, müssen auf neuer Grundlage verteilt werden, so das, von einem Tage zum anderen große Hemöberbände nicht gebildet werden können. In dieser Hinsicht sei vollkommene Einigung erzielt worden. Voikszähhmg m DeutschösterreZch. Wien, 3. Juli. Das Statistische Amt gibr daö Ergebnis der Volkszählung v o m 31. I a n u a r 4920 bekannt. Die Ge- samtbevöllerinig beträgt 0 007 430, bat sich iomil feit der letzten ordentlichen Volkszählung vom 3l. Dezember 1910 u in 22 7 2 09 vermindert, das ist um 3.61 Praz. Mehr als dt« Hälfte der Bevölkerung' entfällt nur das Land Nirderöfterreich. Von der Be- vötkerung sind 3162932 Personen weiblich und 2 904 478 inännliS. Die weibliche Bevölkerung bar um unge'ähr 1 Proz. abgenommen die männliche hat sich um 0,0l Proz. vermindert. Ungescbwächt fortgesetzt. Amsterdam, 3. Juli.(WTB.) Wie da« Sekretariat deS Int er- nationalen GewcrkichaftsbundeS mitteilt, wird in der Sitzung des Jntemationaleu Bureaus, das anläßlich des Kon- gresses des belgischen GewerkichaslebmidcS vom 3. bis 7. Juli in Brüssel zuiammeuirilt, die weitere Haltung des Jnternatio- nalen GewerkschnftSbundeS in der Frag« des Bahkotts gegen Ungarn näher festgestellt werden. Inzwischen wird der Boykott un geschwächt sorlge setzt, und die beteiligten Organiiatio- neu werden ausgefordert, Maßregeln für eine eventuelle Ver- s ch ä r f u n g des Boykotts zu treffen. Von öe? Seemannskonferenz. Genua, 3. Juli. Die Internationale SeenraiinSkoitserenz nahm den Kptnmissioiit bericht und den Entwurf de? U eberein« k o rn m e u s über die S t e l l e n V e r nr i t t I u ii g und die 81 r» l> e i t Z l o s e N v e r i i ch c r u n g an., Bei Bei'chästigungslosigkeit infolge Schiffbruchs sind die Reeder zur Zahlung eines zweimonatigen Lohnes verpflichtet._ fiu& der Schweizee Soz�alüemokratie. Aus Bafel wird uns berichtet: In dem Prozeß gegen die Leiter des Baseler Generalstreiks vom August borigen Jahres hatten die Verteidiger verlangt, daß der Bundesrat den Platz-, kommandauttn von der Schweigepflicht über die Geheim-•' befehle des Bundesrats betreffend die Unterdrückung des Baseler „Vorwärts" entbindet. Das Gericht hatte sich diesem Begeh reck angeschlossen uns es an den Bundesrat weitergeleitet. Dieser aber lebnte es ab, dem Ersuchen zu entsprechen. Ter Nationalrat hat nach einer Debatte, in der du Sozialdemorraten den Bunde!» rat in der heftigsten Weise angriffen, dessen Verfahren mit großer .Mehrheit g e b i I l l g t. Im Ständerat, wo keine Sozial- demokraten sitzen, wurde die Beschwerde ohne Debatte abgewiesen. �Dsgen des großen GerrcralstvcrkS im Februar 1919 waren Robert Grimm und Schneider seinerzeit zu je 0 Monaten Gefängnis oerurteilt worden. Diese Strafe verhängte dos Tivi- sionSgericktt Bern nun auch gegen den aus'Rußland zurückgekehrten Fritz Platten, wobei betont wurde, daßn ionderbarer Beamter" eriahren wir, dag gegen die Reichszuckerstelle wegen der Beichäriigung des Moritz irgendwelche Vorwürfe nicht erb oben werden können, da Moritz nickt i in B c a rn r e n- oder A n g e st e l l t e n v e r h ä l i n i S»u ihr stand. Die Peichszuckerstelle hat übriger« al�paid nack erlangter Henutuis von dem Ausgange des StrasoersahrenS gegen Moritz auf seine weiteren gelegentlichen Dienste verzichte:. Mndra, nicht von Mudra. Zu der aufichrnereaenden Verhas- tung des angeblichen„HauptmannZ von Mudra" in Essen wird uns von unterrichteter Saite geschrieben! Ter Verhaftete ist weder ReichSlommissar noch baben rhm sämtliche Flüchtlingslager im Reich unterstanden, sondern er war lediglich Leiter des Essener FlücklliissrSlagerZ. Außerdem(st er nickt Hauprmariu und heißt nicht von Mudra.. sondern Mudra. Tas Undersuchunas-, verrühren schweb! noch. Ergebnisse irgendwelcher Art liegen bis setzt nicht vor. OewsrMostsbewegung Bn die arbeitende Sevölkerung Groß-Herlms! Angestellte, Arbeiter und Arbeiterinnen! Am Dienstag, ven 6. Juli, nachmittags Ußr, sind« im Lustgarten eine große DemonstrationSveriammlnng statt. TageS- ordnung:„Dw Arbeitslosenfrage, ihre Ursachen, Folgen und chre Lösung." Arbeiter, Arbeiterinnen, Angestellte und Ar b e i t s lo s e, erscheint zu dieser Versammlung in Waffen, keiner darf fehlen. Diese T-emonstro..-sversammlung mutz zu einer wuchtigen Kundgebung der arbeitenden Bevölkerung Grotz�Äcrlins werden. Jedem Arbeiter und Angestellten droht durch die Still- kegung der Betriebe des Gespenst der Arbeitslosigkeit. Da? Kapital sieht seinen Prosit geschmälert und lätzt die Arbeitslosen verelenden. Diesem Treiben mutz Einhalt geboten«erden. Nicht die Geld- Unterstützung kann die Arbeitslosem vor dem Elend. retten, sondern Arbeit. Das mutz der Regierung und Gesetzgebung durch diese Demonstrarion gezeigt werden. Referenten: König, Krüger, Liebeskind. Malzahn, Müncheberg, Wrpcl, Rein- knecht, Sahath, Echmidt, Wegmann..,, Gewcrkfchasiskommifsiön Berlin- und Umgegend. Ortskartell der Afä..... Bstrievsrätezentrale S. P. D. Betriebsrätezentrale. der Münz- stratze. Die Arbeitslosenräte � Gbotz-BerlinS. (Sewerkschafts» und Parteigenoffo«! In einer Anzahl von gaftwirtschaftlichen Betrieben und in. der Hauvtsache von Sommerlokalen werden«eben den üblichen Preisen noch Ausschläge von 10 Proz. für Bedienung erhoben. Auf Anruf der Arbeitgeber und- Arbeitnebmer-Organsiationen hat das Reichs- wirtschafrSministerium am 1.' Februar d.J. folgenden Schiedsspruch gefällt: .Die Unkosten für die Entlohnung. Heizung. Beleuchtung und dergleichen sind grundsätzlich in die.einzelnen �Preise für Speisen und Getränke einzukalkulieren und dürfen nickt als prozentualer Ausschlag in der Rechnung erscheinen. In den Ggslwirlschaften sind an deutlich sichtbaren Stellen Pläkgke anzubringen, in denen daraus hingewiesen wird, datz die Entlohnung der Kellner und alle sonitigen Unkosten in den einzelnen Preisen eingerechnet stnd und das Trinkgeldnehmen bei sofortiger. Entlaffüng verdo.ten ist. Der gleiche Vermerk ist auf allen Speise- und Getränkekarten deutlich sichlbar anzubringen." Nach diesem Schiedsspruch haben die Arbeitgeber keine Berech- tigung, die 10 Proz. noch exrra durch die Kellner erheben zu laffen. Sie verslotzen damit auch gegen eine Entscheidung des Reichs- finanzministeriümS,'das die Aufschläge als umfatzstenerpflichtig be- zeichnet. Was veranlatzt die Gastwirte zu dieser Handlungsweise? Wenn die Ärbeiterschan die Preis- Verzeichnisse in den einzelnen Betrieben mit den sonst üblichen ver- gleicht, so wird sie finden, datz in diesen Betrieben, wo extra 10 Proz. erhoben werden, die Gäste ertra geschröpft werden. Wir richten daher an die Besucher aller Lokale die Bitte, die Bezahlung der lOprozenligen Aufschläge als' unberechtigt zu verweigern. Der Gastwirt soll genau sv wie jeder andere Geschäfts- mann sein Personal selbst bezahlen. Die Angestellten dürfen nicht ans diese ZwangSwinkgelder angewiesen sein. Das Trinkgeld führt die Angestellten moraliih herab und mutz ganz abgeichofit werden. Jeder Gast mutz sich die einzelnen Pofirionen seiner Zeche genau vorrechnen lassen und sie mir dem Preisverzeichnis vergleichen. Er swützt sich dadurch vor Uebervorteilnng. weil vielfach die Aufschläge ohne Hinweis gleich eingerechnet und jeder in Unkenntnis noch zum Trinkqeldgeben veranlatzt wird. Partei- und Gewsrkscbafcsgsnoffen' Verweigert deshalb in allen gästwirtschaftlichen Betrieben die Bezahlung der ISprozentigen Auf- schlage... Verband der GastwirtSgehilfen. Verwaltungsstelle Grotz-Berlin. I. A.: M. Schröder, Vorsitzender. Wieviel braucht der Meusch zum Leben t lieber diese Frage hatte ein vom A rlxnlSm i v isterium einae« fetztet Schlichtungsausschutz zu entscheiden, welchgr di«. Gehälter der Rechtsanwaltsangestellten festsetzen.sollte. Diese Angestellten tpsriv.n, wie uns der Zentralverbano der Ungestillten schreibt, von jeher am jämmerlichsten bezahlt. Die Lehrlinge«r- halten monatlich 70— 120 M.. Gehilfen 320--440 W(letzteren Betrag nach neunjährger Tätigkeit), Sfenotypisttirnen 2K0— 490 35!.. Registratoren 510— 850 M. und die Bureäuvorsteber 750— 825 M. Tguetungszillogen werden nicht gezahlt; t« Gegenteil, von diesen Beträgen kommen noch Stevern und Versichenüngsbeiträg« rn Ab- zug. In der Verhandlung wurde seitens der Leptreter der.Ange- stellten nach Matzgabe, der' augenblicklichen VerbÄtnisse der Zsland-. > Punkt vortreten, datz diese GehDk««ändesten? um 100 Proz. zu erhöhen sind. Die Rochrsanmälte hielten 10 Proz. nir ausreichend und die Arbeitgebs: bzist. der Vorsitzende des SchltchrungSauS- schusies standen aui dem Standpunkt, datz 25— 30 Proz. mehr als eine ängemeffpne Bezahlung seien. Die Gehilsen würden danach das horrende Gehalt von ungefähr 500 M. erhalten. Es dürste an- gebracht erscheinen, den MrtgliÄern' de? schlichiungSausicsiuiscs diesen Betrag, mal für einen Monat zu überweisen, damit sie ver- suchen, mit ihren Familien ihren Unterhalt davon zu bestreiten. Daß übrigens die Rechtsanwälte selbst die Teuerung für sich etwas anders einschätzen, als für ihre Angestellten, ergibt sich daraus, datz sie sich zu den gesetzlichen Gebühren einen Teuerungszuscklag von 50 Proz. von ihren Mandanten zahlen lassen. Nicht unerwähnt möchten wir laffen, datz die RotarialSgebühren vor kurzer Zeit gesetzlich um 200 Proz. erhöbt worden find und datz dieie Erhöhung unter der Begründung erzielt morden ist, datz die Anwälte ihre Angestellten höher befahlen müßten. Die Angestellten müssen er- warten, dätz' die.Regierung nunmebr auch eine Kantrolle ausübt, daß sie tarsächlich durch die Mehrbeträge, die die Anwälte ein- heimsen, ein« den beutigen Verhältnissen angemessene Bezahlung erhalten.. Temoustrationsstreik der Wilmersdorfer Hilfsarbeiter. Die HiltSangestellten deS Wilmersdorfer Magistrat« waren am gestrigen Sonnabend nicht zur Arbeit erschienen, weil wegen der Anstellung und Entlassung von Hilfsangestellten durck den Magistrat Differenzen ausgebrochen sind. Ter Angestelltenausschutz behauptet. daß der Magistrat die Bestimmungen über daS Betriebsrätegesetz sabotiere. Da außerdem die Angestellten mit der neuen Besoldung«- reform, die der Magistrat für sie durchgeführt hat, nicht einver- standen sind, legten sie nun die Arbeit nieder und begaben sich am Vormittag nach dem Wilmersdorfer Ratbaufe, wo eine Kommission dem Magistrat bestimmte Forderungen unterbreitet«. Anschließend daran hielt der Magistrat eine Sitzung ab. in der er fich mit den vorgebrachten Wünschen der Hilfsarbeiter beschäftigte.* Abflaue« des Landarbeiterstreiks in Pommern. ,; Heber den Stand des Londarbeiterstre'ks in Pommern wird uns von zuständiger Seite geschrieben: Die Lage hat fich bisher ge- beffcrt. Im Kreise Bublitz ist es zu einer freiwilligen Vereinbarung gekommen, in Köslin hofft man heute eine solche abzuschließen. In Belgard wird noch gestreikt. Die Lage im Regierungsbezirk Köslin ist vollständig ruhig und es besteht begründete Aussicht, daß in wenigen Tagen bereits wieder völlig ruhige Zustände Platz greifen. Tarifverhandlunge« in den Annoncenexpeditionen. Tor Zentralverband der Angestellten schreibt unS: In dem Tarifsireit der känstpaiüstschen Angestellten in den Annoncen- expedstionen.. der vor dem SHlichrungSausschutz ausgetragen wird, wurde am 22. Juni ein Schiedsspruch gefällt, der den Zeitverhalt- nissen �i-d der wirtschaftlichen Lage der Angestellten nickn Reckmung trag:.»Trotzdem ist der Spruch in einer vom. Gewerkfchaftsbund der Angestellten und dein. Ängesielltenverband des Buchhandels. Buib- und ZeitüngSgewerbes eiuberuienen Versammlung, obwohl die Bekanntgabe desselben eine starke Mißstimmung unter dey Ver- saurmelten hervorrief, angernrnrnten worden. Unsere Mitglieder haben uns beauftragt, die Mängel des Schtedssbruches bei den weiteren Verhandlungen zu bchcitigcn. Sie. haben sich bereit er- lläxt, uns in allen Maßnahmen zu unterstützen. Wenn die Arbeit- gebet in den Annoncenexpeditionen die Stimmung der Anoest.'llten nicht noch mehr aufpeitschen wollen, dann sollen sie bei den jetz'gen Verhandlungen im Gegensatz zu ihrer bisherigen Berhandlungs- Methode mehr Verständnis für die Notlage der Angestellten zeigen. Achtung, GastwirtSgehilfen! D.as Restaurant Schmetterlingshörst am Langen See bei E ö p e n i ck ist wegen Nichtinnehaltung des Tarifvertrages für organisiert« GastwirtSgehilfen gesperrt. Johannes Bittmer weigert sich, den Arbeitsnachweis anzuerkennen sowie die tariflichen Löhne zu zahlen... Verband der GastwirtSgehilfen, Verwaltungsstelle Groß-Berlin. I. A.: Schröder, Borsitzender. Darifbcwegung der Augestellten im Kolonialwaren- Kleinhandel. In der am Frssiäg, den 2. Juli, in den Berliner Kön�eri- sälen. stattgefu irdenen■ Versammlung referterte Andres über den'gefällten Schiedsipnuch dcZ Schlichtungsausschusses. Redner verwie« darauf, unter welchen ungünstigen Arbeitsbedingungen die Angestellten m dieser. Branche noch heute arbeiten müssen. Die gesetzlichen Bestimmungen über den Ladenschluß würden von den meisten'Arbeitgebern nicht innegehalten; einzelne Arbeitgeber' scheuen sich nicht, Angestellte mit täglicher Kündigung zu enga»! chen-n.. Ganz eigenartige Verssältnisse sserutche» bei her Firma R. Ado.'- Kaufmann in BeÄin Dieter Aroeirgeöer bave md mau gescheut, Angestellte zu prügein. Zum Schluß forder?« errt'-t Angestellten au», den Schiedsspruch, welcher, für Ledrln�e:m 1. Jahr 200 M.. im 2. 250 M., im 3. 300 M., für jugendliche Angestellte:m 15. Lebensjahr 280 M.. im 16. 300 M., im IT. 350 M., für die Angestellten in Grupne l:«n 18. Ledensjalne 525 Z?!., dann steigend pro' Jähr und Monat um 25 refp. 30' 3«l. bis zum Höchstgehalt von 835 M.. für Gruppe II: 800 M.. dann steigend pro Jahr und Monat um 40 R. bis. zum Höchstgehalt von 1080 M.. für Gruppe III: 1100 M., dan» sletgend p:r> Jahr und Monat um 50 M. bis zum Höchstgehalt von 1360 M. vorsieht, anzunehmen. Sollten die Arbeitgeber diesen Schiedsspruch ablehnen, so soll der Zentralverband der Angestellten beauftrag: werden, sich'o- fort mit der Gcwerkschaktskommission Berlins und Umgegend.in« Benehmen zu sepen, daß alle Firmen, welche drese Entlohnungen nick: bewilligen, seitens d-r gewerblichen Arbeitnehmer boykomert werden. Noch längerer Debatte wurde der Schiedsspruch fast em- stimmig angenommen, gleichzeitig eine Entschließung, wonach ve: Ablehnung des Schiedsspruches seitens der Arbeitgeberverbände der Zentralverband der Angestellten beauftragt wird, sofort schär- fere Kampfmittel zu veranlassen. Deattckicr Zlransvortarbeiterverband, Sektion I, Branche der Jekleidimgsindustrie,L>cmfielShiIsSarbeitcr und-arbeitersnnen auä allen Betrieben der Damen», Mädchen- und Bluienkonfektion. Dienstag, den 6. öuii, nachmittags 5 Uhr, bei Schoner. Seydelstratze 30, Gruppenversaminlung HandelshilsSarbeiter und«,rbettertnnen der Gruppe VI, ans den Betrieben der Herrenwäsche.. Krawatten» und Schirmbranche. Am Mittwoch, deu 7. Juli, abends.V/, Ubr, im Lokal von Karl Witte, Post- slraße W. Gruppenveriammlung. Tagesordnung in beiden Veifammlunaen: 1. Tie Antwort der Arbeitgeber zur neuen Lohnregulierung. 2. Branchen- angelegenheiten.. Achtung! Betriebsräte im GasttvirtSgewerb«. Dienstag, den s. Fuli, vormittags 10 Ubr, Bersammlung aller Botriebsräte und Betriebs- obleutc in den Residonz-FeWälen. Landsberger Str. 31. Tagesordnung: 1. Valutairage. lReferent Emil Bartt. 2. Wahl von 14 Betriebsräten in das Kartell. Zutritt haben nur diejenige», welche AuSweiSkarten der Ge- werllchasiSkommiision besitzen. Zentralverband der»tzleischer. Treffvunkt zur Demonstration am DienStag. den 6. Aull, nachmittags 4 Uhr. in der Alexanderplatz- Pasiage. Nach der Domonfra'.ion. abends 7 Uhr. Mitgliederversammlung in BökcrS gesiiälen. Alle Delegierte der Üivejlt de« ZentealverdaudeS der An' gestellten werben eriucht, zwecks Stcllimgncchrue zur Delegiertenoersamm- lung am TaenStag, den S. Juli, nachm. S Uhr, im Borraum d-S großen EaäloS Sophienitr. 17/18 beftimmt einzufinden. Verband der Itzabrikarbetter. Am Dienstag, den«. Juli. aLendS '1,7 Uhr. in der Schulaula, Annenitr. 1 d: Branchenversammlung der Pariümeriearbeiter und-arbeiterinnen Groß-BerlinZ. Mitglieds- buch bzw.-karte logllimiert. Zeutralverbaud der Angestellte». Achtung: Delegierte zur General Versammlung! Die iSenoraw'ersammIung findet am DienSlaä. den S. Aull, abends 6'.', Ubr, in den Sophleniäten,«ophien- ftraße 17/18, ilalt Aui der Tagesordnung siehen jolgende Punkte: 1. Be- richt von der Beirätekonferenz. 2. Ersatzwahlen der Delegierten zur Afa und GewerkichaitSkommiisign. Anjolge der Wichtigkeit der zur Erörterung stehenden Fragen ist daS Erscheinen jedeS Delegierten unbedingt eriorderlich. — Betriebs- und Ä n g e st e l l t e n r a t S m i t g I i e d e r der Reichs- und Staatsbehörden QesienUiche Betriebsräiever- samwllmg: Mnnlag. 5. Juli, 4 Ubr. ReichSaibeitSministermm, Scharnhorststr. ö? (Hörsaal l).�-r- Fachgruppe 141(Auto-, Motoren /, Fahrrad- und Flugzeugbau und Handel: Oefientllche Beriammlung am 5. Juli, 70, Ubr. Ortsbureau, Belle- Allianee-Str. 7-�10.— Fachgruppe I 4k (Even und Stadl): Die iür DlenSlag, den 6. Juli, angeietzte Milglieder. Versammlung iindet uicht Natt.— Fachgruppe 15»(A.-E.-G.-Konzern',. Mitgliederveriammlung: S.Juli, 7Udr. ÄusikersäIe,Kaiier-Wiloelm-Str. 31. — Fachgruppe lob(Siement-Konzern). Mitglied eroeriammluug: 5. Juli, Tj, Uhr, Musikersäie, Kaiscr-WUhelm-Str. 3l.— Fach- gruppe 15 ä. Oesfentliche Bersaminlung: 5. Juli, 71/, Uhr, Cr»- burcau. Belle.?lllmnce« Str. 7— lv.— Angestellte der Wagen- und Karoiseriebaubranche. Oestentliche Beisammlung aller 'Angebellten dieser Branche am Montag, den 5. Juli, abends Tl, Udr, im Drtsbmeau des ZeptrawerbandcS der Angestellten, SW. 61. Beste. Alliiniee- Straße 7—10. Tagesordnung: Stellungnahme zum neuen Tariwcrtrags« entwurf. Deutscher iLcrkmeislcr.Verbond. Berlin 7. Nächste General- Versammlung am Dienstag, den 6. Juli, abends 6si, Uhr, im PatzenHoscr, Turm-, Ecke Stromstraße.- Nerarnw. illr den redalt. Zell: Dr. Werner Vesser, Etzarlottenburg: für Anzeigen: SS. Glocke. Berlin. Lerlag: BorwSrtS-ZZerlaz G. m. b. Beiila. Druck, Bor- Würts-Buchdruckerei n. SerlagSanstaU Paul 7! Inger u. Co., Berlin. Lrndenstr. 3. Hierzn 8 Beilagen. z ahne 4 n. 7 Akk. mit?ttedenshau!schnh 5 Jahre schrifth Garantie. 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