ttc« 340■» 37. Jahrgang Msgabe A Nr. 33 Bezug SveetS: B erte-ILHrl. Zl>.— Ml» monatl-lli�-M� frei in, Z>aus. voraus zahlbar. Pok- v-Mg� M-uatticd 10.— SU. sxkl.8u- ItMuugsgeollHr. Unler Xr«widi> Ml Deutschland und Oesterreich 1K�t> MI« für das übrige Ausland vei tiigltch einmal, �ultelluna 2130 M. P»fti>e- ftellunqen nsdmen au Oesierreech. Ungarn, Tschecho-SlowaZei, Sane- Marl. Solland, duzemdurg, Schineden und die SduDtig.— Eingetragen m dt» Vvit-sieitu»a«-PrrlsliIt». Der«Borw-irts' mit der Sonntags- beiiage«Boll u. sieit� erschein: rvorben- täglich zweimal. Sonntag» n»d Man- tags einmal. Telegramm-Adreife .»ozialdeaeotr«, TStrHtf. Morgen Ausgabe (- Berliner VolKsblstt (30 Pfennig) Auzeigeupeeis; Sie achtgespaltene Nonpareillezeile koste ill,— M., Teuernngszuschiag 30«/» »Ulaia« Meezelge»-, da» seit- gedrnckte Wart l,— M. lMiäsjig zwei iettgedruckt» Wort«), s�s weitere Dort 00 Psg. Stelle»gefeeche und Schtasseellenanzeige» dos er»« Wort Si Pfg. jedes ixeiter« Wort 40 Pfg. Worte über 13 Zwchstabe» zähle« für lwei Worte. Teitemma�uschlog 30°/» !?<»niIie»-A»zeigen ftir Abonnenten geile 2,— M.. politische und ge- werlschastliche Bereins- Anzeigen 3.— Mk. die gelte ohne Axsschlag. Anzeige» für die» a ch lt-«nnimer mllssen bis 3»chr nachmittags im SanptgeschBt. Berlin KW«, Sind«»» ftrahe S, adgegeben«erde«. Geöffnet oon 9 Hht mlh dfe 5 Uhr abend». Zentralorgan der rozialdemokratifdien parte! Deutfcblands Neüoktion und Expedition: SW. 68. Lindenftr. 3. TvcmiiJrctfeer: Amt Vtorii�piaH, Nr» 151— 15197* Donnerstag, den 8. Juli 1920 vorwarts-veriag G.m.b. H., SW. 68, tmdenstr. Z. Fernsprecher: Amt Moriliplat,, Str. I17äZ— St. Um öie§rift öer Entwaffnung. 'V. K. S P a, 7. Juli.(Eigener Drahtbericht des„Vor- wäris".) Der deutsche Standpunkt wurde in der Mittwoch- sibung vou dem Rcichsminister Simons vertreten, was an sich schon einen annsttgcren Eindruck ans die Alliierten zu machen schien. Lloyd George zeigte sich in seinen heutigen Zwischenbemerkungen wesentlich entgegenkommender als am Dienstag. Uebcrhaupt war die Atmosphäre dieser Sibnng etwas wärmer als in den ersten Tagen. In englischen Kreisen werden heute abend die Aussichten einer Verständi- gung in der Entwaffnungsfrage nicht ungünstig beurteilt. Wahrscheinlich glaubt man, twxsi sich von deutscher Seite eine gewisse Nachgiebigkeit in der Frage des Termins zeigen wird. Die Alliierten verlangten, dasidie Herabsetzung oes Heeres auf lOOOllO Mann binnen drei Monaten erfolgen soll, die Deutschen erboten sich dagegen, sie binnen fünfzehn Monaten zu vollziehen. Die Kluft, die zwischen der Frist von drei Monaten und dem deutschen Angebot von fünfzehn Monaten liegt, ist an sich allerdings ziemlich breit. Doch würde das deutsche Volk es nicht begreifen, wenn es die deutsche Delegation deshalb ans einen Bruch ankommen liessr, das wird man auch in den Kreisen der hiesigen deutschen De- lcgation verstehen. Bei aller Erkenntnis der äußerst schwie» rigen Lage für das Reichswehrministcrium muß gesagt wer- den, daß die Ansichten der Militärs nicht ausschlaggebend sein dürfen. Tie Reichsregieruug dürste ans das Vertrauen des Reichstages größereu Wert legen als auf die Zustim- mung der Bendlerstraße. » Der Verlauf dar geftrigen Konferanztagung hat die An» cht der Optimisten gerechtfertigt und bewiesen, daß sowohl auf deutscher Seit« wie auch mindestens zu einem Teil« auf � er gegnerischen Seite der ernste Willezum Ausgleich besteht. Ter Reichskanzler Fehrenbach hat in der gestrigen Sitzung geschwiegen. Die lebhaste Debatte würbe von S'rnonS und S e e ck t geführt. Eine Kommission, die sich z den militärischen Bevollmächtigten zusammensetzt und ch« zu ihren Mitgliedern u. a. auch die Marschälle Foch und Wilson und General Geeckt zählt, ist noch gestern abend zu- 'ommengetreten und soll bis heute mittag eine gemeinsame Formel für die offengelassenen Probleme finden. Fortführung der Beratungen in Ostende? V. 5. Spa, 7. Juli. In Ententekreisen verlautet, daß im Anschluß an die ersten Haupiberatungen die Konferenz später nach Ost ende verlegt werden soll. Inzwischen werden die Kommissionen verhandeln. Die Idee wird Millerand zugeschrieben. Graf Sforza soll sie unterstützen, Lloyd George aber bekämpfen. Verhandlungen mit der Türkei. Spa. 7. Juli. Der Oberste Rat trat heute vormittag 11 Uhr zu einer Beratung der von der türkischen Delegation überreichten Note zusammen. Nachdem der Rat die Unmögllchkeit fest» gestellt hatte, im türkischen Vertrag alle von der türkischen Regie- rung verlangten Punkte abzuändern, da dieses Begehren alle wesentlichen Punkte betreffe, beschloß der Rat. eine K o m- Mission politischer Sachverständiger unter Mitwir» kung militärischer Sachverständiger mit der Ausarbeitung der Ant- wort zu beauftragen. Die Antwort soll in c i n i g e n Punkten auf die begründeten Einwände der Türkei Rücksicht nehme«. Belgische Prioritätsschmerzrn. Spa, 7. Juli.(Eigener Drahtbericht deS.Vorwärts'.) Es verlautet in der Frag« der Verteilung der EntschädigungS- summe, daß die Alliierten weniger denn je einer Verstän. digung nahe sind. Die Frage der Priorität Belgiens über 2'/� Milliarden Goldmark der deutschen Entschädigung, über die man am Montag glaubt«, zu einer Einigung gelangt zu sein, wurde wieder neu aufgerollt, und die belgische Press« zeigt groß« Desorg- nis in dieser Frag«, zumal es sich nunmehr herausstellt, daß die Summe von 2zh Milliarden durch die Erstattungskosten, die laut Friedensvertrag überhaupr eine Priorität hoben, schon lange aufgezehrt sind. Weitere deutsche Teilnehmer. Spa, 7. Juli.(MTB.) Reichsjustizminister- Dr. H ei»ze traf heute mit dem Reichsanwav Richter hier«in, um über da» ReichSgerichtSverfahren gegen die Kriegsverbrecher vor der Kon« ferenz Auskunft zu geben. Außerdem wird Geheimrat Schmied vom ReichSministertum des Innern hier erwartet. Zur Teilnahm« an den Beratungen über die Kohlenfrage, die voraussichtlich alsbald beginnen werden, sind von der deutschen Re. gierung als Sachverständig« folgende Herren dringlich nach Spa gebeten worden: Hugo S t i n n e S, Geheimrat H i l g e r, Gekeimrat Ar n h o l d, Herr L ü b s e n, Herr H u e(von unS schon gestern gemeldet. Red.), der Reichskohlenkommissar und General« direktor K o n g« t« r. 300 Journalisten. Wie die belgischen Blätter melden, sind fast 300 ausländische Journalisten in Spa anwesend, wa» natürlich ein« v o l l st ä n- dige Ueberlastung des Telegraphen- und Tele- phonverkehrS zur Folge habe. fWir können �auS eigener schmerzlicher Erfahrung bestätigen, daß Telepbongespräche mit Spa fast absolut unverständlich sind, Telegramme ungemein verzögert werden! Red. d.„Vorw.'.)_ £3 polnische fibftimmungssorgen. Ein Antrag auf Aufschub der BolkSabstimmung. Die Gefahr von Osten hat die bisher so sieges- sicheren Polen um die Abstimmung besorgt gemacht. Alle k einlichen Schiftinen gegen die Abstimmungsberechtigten und all« Machenschaften zur Beeinflussung des Abstimmungser- aebnisses. über die sich die Meldungen häufen, können sie nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Erfolge ihrer Pro- vaganda gefährdet sind und daß die Stimmung in den ost- deutschen Randländern für den Verbleib der Ge- biete beim Mutterlande ist. So wird letzt aus Warschau gemeld-t: Warschau, 6. Juli. I« der heutigen Sitzung des D ej m brachte der Abgeordnet« Gt>i,k einen DriaglichkeitSantrag «in, der vrrfassunggebende Sejm möge au die Parlamente der verbündeten Mächte eiuen Aufruf ergehen lassen, um die �olkSabstimmuag hinauszuschieben. Der An- trag wurde mit sehr bedeutender Mehrheit an- genommen. Ferner wurde ein Antugs! de» Inhalt» angenommen, daß die da» Ergebnis der BolkSabstimmung der Republik zufallen werden, das Ergebnis der volksbastimmung der Republik zufallen werden, «bne Rücksicht auf die Natioualität vonderMilitärdienst. »flicht für acht Jahre frei fein sollen. DaS Vordringen der Russen und da§ dadurch notwendig gewordene Massenaufgebot polnischer Truppen bat natürlich manchen Wankelmütigen bestimmt, nun doch lieber da zu bleiben, wo die Kugeln nicht mehr so nahe sind. Wenn Polen im Bewußtsein seiner Verantwortung die Rolle des P r e l l b o ck S gegen Rußland übernommen hat, so mag es sie auch allein oder mit Hilfe seiner Freund« weiterspielen. Dann aber Sann es keinerlei Gewähr dafür übernehmen, daß es die durch Volksentscheid gewonnenen Wehrpflichtigen nicht einmal doch zum Kampfe aufbieten muß. Daher ist die Kundgabung des Sejm, soweit sie sich auf die Wehrpflicht der neu hinzukommenden Bewohner bezieht, zum mindesten u n- wahrhaftig.„ ffUftfl jetzt die Polen, nachdem st« monatelang eine intensive Propaganda in den Abstimmungsgebieten entfaltet haben, den Entscheidungstag hinausgeschoben wissen wollen, so haben wir unsererseits nicht das geringste Interesse dar- an. Für Ost- und Westpreußen, wohin die Trans- Porte bereits unter großen Schwierigkeiten begonnen haben. kommt ein Aufschub ü b e r h a u p t n i ch t in Frage, und ein baldiger Entscheid über O b e r s ch l e s i e n, dessen Koh- len durch Verfügungen der Interalliierten Kommission mehr und mehr für das Ausland willkürlich beschlagnahmt wer- den, ist geradezu ein« Lebensfrage für die deutsche Wirtschaft. Tos sind Gründe, denen sich auch die En- tente nicht wird entziehen können. Tie Polnische Jront abermals durchbrochen. Der polnische GrncralSftabSbrncht vom 6. Juli berichtet u. n.; Auf dem nördliche« Frontobschnitt entwickeln sich die bolschewisti- fchen Angriffe weiter fort. Die feindliche Kavallerie, die durch unsere Front zwischen D r y w i a t-— U k l e» f e e durchgebrochen ist, operiert in der Gegend von VzarkowS- zczyzna. Unsere Jnfanterieabtcilungrn haben sich nach erbitterten Kämpfen auf der Linie Luschki— Plissasce— Boryija— Minjutaflust befehlsgemäß(?) in südöstlicher Richtung,«rückgezogen. In Poljcssie erbitterte Kämpfe, die sich besonders im nördlichen Ab, schnitt in der Gegend der unterrn Brrefiaa zur größten Lnspan- aung steigern. Abteilungen der berittenen Armee«ndjenn» haben im Angriffe von gestern R»««» genommen und unsere Ab- tcilungen gezwungen, zu weichen. Der polnisch« Bcrickt gibt sich offenbar Mühe, die Niederlage der Polen noch zu beschönigen. Paris, 7. Juli, ssiach einer HavaSmeldung aus Aonstantinopel soll die russische Südarmee Cherson besetzt haben. Vor einem polnischen Friedensangebot? Frankfurt a. M., 7. Juli.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Der.Frankfurter Zeitung" wird auS Warschau ge- meldet: In der heutigen Sitzung des Sejm brachten die Do- zialdemokraten den dringlichen Antrag«in, daß Polen sofort Sowjetrußland Friedensdorschläge mach«. die Militärfrage in Spa. Die Aufgabe der deutschen Delepation in Spa ist gewiß sehr schwer, und niemand wird beabsichtigen, sie ohne Not noch schwerer zu machen. Die Delegation in Spa muß ver- suchen, ihre Verhandlungsgegner soweit wie möglich zu ihrem Standpunkt zu bekehren, und sie braucht dazu die Hilfe der öffentlichen Meinung im Ausland sowohl wie auch im In- land. Sie darf dabei nicht übersehen, daß diese Unterstützung nur dann wirklich wertvoll ist, wenn sie freier U e b e r- z e u g u n g entspring, mit einer bloßen taktischen Reserve ist ihr nicht gedient, da ist es schon viel besser, daß M e in un g s- Verschiedenheiten offen ausgesprochen werden. Der Rcichstvehrinimstcr Dr. Geßler scheint noch den vorliegenden Berichten in Spa sich auf den Standpunkt zu stellen, 200 000 Mann Reichswehr seien für Deutschland nn- erläßlich. Dieser Standpunkt ist nicht haltbar, schon deshalb nicht, weil die Frage der Reichswehr nicht, von sener der Sicherheits- und Ordnungs Polizei getrennt be- trachtet werden kann. Hoffentlich trifft'der preußische Mi- nister des Innern, der besser gleich mitgefahren wäre, noch rechtzeitig in Spa ein, um die Sache ins rechte Gleis zu bringen und den richtigen Zusammenhang der Dinge wieder-. herzustellen. Die Reichswehr ist heute und kann heute im wesentlichen nichts anderes sein als eine verschiebbare Verstärkung der an den Ort gebundenen Sicherheitsorgane. Je stärker diese Sicherheitsorgane ausgebildet sind, desto schwächer kann die Reserve fein, und umgekehrt, je schwächer die örtlichen Organe sind, desto mehr Reichswehr ist zu ihrer Verstärkung im Falle der Gefahr notwendig. Dieser Zusammenhang wäre sofort richtig erfaßt worden, wenn die Führer der Reichswehr nicht hartnäckig an der Vorstellung fest- hielten, die ihnen anvertraute Truppe sei ein Rest und ein entwicklungsfähiges Keimstück der alten Armee. Gerade in dieser Vorstellung liegt aber der grundsätzliche Gegensatz zu den Bedingungen deS Friedensvertrages und den Fände- rungen der Alliierten. Angesichts der Angst, die die englische und die franzöfische Bourgeoisie vor dem Bolschewismus hat, sind die Verhand- lungcn über die Militärsrage gewiß nicht von vornherein aussichtslos. Es ist nicht anzunehmen, daß die Staatsmänner der Entente absichtlich der Deutschen Republik das verweigern wollen, was sie zum Schutz ihrer inneren Ordnung wirklich braucht, und daß sie sich Belehrungen in diesem Punkt als ganz unzugänglich erweisen könnten. Aber es war sicher nicht das richtige Mittel, sie und die öffentliche Meinung der Welt für die Forderungen Deutschlands zu gewinnen, daß man die Sicherheitsfrage zu einer alleinigen Reichswehrfrage machte, die sie ja, wie jedermann weiß, nicht ist. Di« deutsche Delegation mußte sich sagen, daß die 23er- steifung auf die Reichswehr schon aus psychologischen Gründen eine taktische Unzulänglichkeit ist. Jni Ausland sieht man in der Reichswehr eben nicht das Organ, das die Ordnung schützt, sondern die Gesellschaft, die den Kapp-Putsch gemacht hat und aus deren Mitte abscheuliche Ausschreitungen bei der an sich notwendigen Unterdrückung von Unruhen begangen worden sind. In breiten Kreisen des deutschen Volke? selbst erscheint die Reichswehr seit dem März noch nicht genügend rehabilitiert, daß man ihr zuliebe sich in eine neu« außen- politische Krise zu stürzen bereit wäre. Die 23ers»che des Reichsministers des Aeußeren, Dr. S i m o n s, ini heftigen Streit der Meinungen zu oernnttekn, sind sehr anerkennenswert. Aber es wäre besser gewesen. die Sache von vornherein so anzulegen, daß Z3ermtttlungs. versuche überflüssig gewesen wären. So wie die Dinge ge- laufen sind, gewinnt man den Eindruck, als ob nicht volle Uebereinstimmung zwischen den beteiligten Ressorts herrscht. und als ob der alte Gegensatz zwischen dem diplomatischen und dem militärischen Ressort, der während des sdrieges so viel Unheil angerichtet hat, wieder aufgelebt sei. Eigentlich aber sollten wir, bald zwei Jahre nach der Revolution, so weit sein, daß sich das Militär den Notwendigkeiten der Politik reibungslos unterwirft. Außerhalb der ganz rechtsstehenden Kreise würde sich in Deutschland niemand für ein Scheitern der Verhandlungen an der Militärfrage begeistern. Die Rechtspresse glaubt uns freilich wieder vorwerfen zu können, daß wir die„nationalen Interessen" preisgäben, und versucht nachzuweisen, daß dir Reichswehr auch zum Schutz nach außen gebraucht würde. Zur Verstärkung dieser Beweisführung glaubt sie aus den Einmarsch der Franzofen indenMaingaü hin- weisen zu können. Als ob irgendein Mensch in Teutschland, der seine fünf Sinne beisammen hat, damals auch nur einen Augenblick daran gedacht hätte, den Franzosen mit bewaff- neter Hand entgegenzutreten. Wäre dieser Versuch gemacht worden, so wären die Franzosen heute nicht nur noch im Maingau. sondern wahrscheinlich auch schon m 2ZerI«i. Nur durch Politik, nicht durch Militär, ist es gelungen, den Rück- zug aus dem Maingau zu erreichen, und ähnlich müßte auch in ähnlichen Fällen wieder gehandelt werden. Gerade die Leute, die das milttärrsche Denken für sich gepachtet zu haben glauben, klamrnem sich heute an den D-ihn, olS fei es möglicfi, mit einigen im Bettstroh versteckten Gewehren militärisch elrvas auszurichten. Sie wagen nicht vcr-Tal lache ins Gesicht z» sehen, daß wir militärisch ganz und gar fertig sind, und daß wir jetzt das Kiinststück fertig dringen rniisten, unser Recht in der Welt ohne die schienende ? linte und den hauenden Säbel durchzusetzen. Sic denken luiljtarisch schief, weil sie in keiner- Weise imstande sind, politisch, zu' denken., Der Friedensvertrag, den wir unterschrieben haben, be- läßt uns nur ein Heer von lOOlWO Mann. Wenn wir uns auf das Doppelte dieser Zahl versteifen, setzen wir uns ins lknrechte Die Vertragsaegner sind berechtigt, von uns die Durchführung dieser Bedingung zu verlangen und können mr durch das Vortragen von Gründen, die auch ihnen ein- . leuchtend erscheinen, dazu bewogen werden, auf ihr Recht dauernd oder zeitweilig zu verzichten. Was sie wollen, ist vollkommen klar. Sie wollen uns unfähig machen, Kriege 'u führen, und diesem stärkeren Willen haben wir uns, durch die llnterzeichuung. de� Friedensvertrages unterworfen. Sie wollen ni ch t, daß' Deutschland, von dessen Leistungsfähigkeit !!r>T eigene wirtschaftliche Existenz abhängt, dem Chaos der- vllt. und werden über die Mittel, dies zu verhindern, mit sich-reden lassen. Die Hindernisse für eine Verständigung in diesem Punkt scheinen uns daher nicht unüberwindlich. Ds'e Schulö öer Unabhängigen. Mamille Huismaus über die deutsche NegierungSfrage. Kn einem Gespräch mit dem Sonderberichterstatter der .Basler Nawiichten" urteilt Caniille Huysmanns,-der be- kannte Führer der belgischm Sozialisten, über die Haltung der- deutschen, Unabhängigen folgendermaßen: ■-„Die deutschen unabhängige» So z ick listen haben e.inc s-ehr ungeschickte Politik verfolgt. Diesen Ein- druck, hatte ich schon in den Äapp-Tagen, als ich in'Berlin war »nd.sah, daß sie.sich mit den Mebrheitssozialisten nicht an einen Tisch fetzen trolllen, aber in den Gewerkschaften gemütlich mit ihnen zusa»:mensaßen.. Das ist kindisch. Das ist leine Politik■ Der größte- Fehler war aber, daß sie nach den Wah- ltn- die R e g i e r u n g s ni ä ch t aus den v ä n d e n gaben. Sic hätten ganz rubig in eine Koalition mit den Mebrhe'ts- sozialisten und den wirklich demokratisch gesinnten bürgerlichen Kreisen eimreien können. Diese Zurückhaltung vor einer Zu» sammemirbeit mit bürgerlichen Kreisen bat keinen Zweck. Deuischland befindet sich heute in einer ganz außerordentlich schwierigen Lage, in einer Lage, in welcher man wirklich"alle Kräfte 311 einer, organischen Wiederaufbauarbeit zusammenraffen muß. In solcher Zitliatio», angesichts dieses RiesentzrpblcmÄ, kann sich Deutschland eine abriikruerliche Politik wie die der Unirbhängige» nicht leiste».. Es ist unnioglich in die- ,!cr Lage, dnü volitische Fanatiker, die ihre eigenen Prinzipien noch nicht verdaut babcn, stch einfach beiseite stellen. Während des Krieges babe ick stets mit den Unabhängigen sympathisiert. i'lber sie müßten jetzt endlich begreisen, daß man nach der Be- endigung des Krieges keine Kriegspolitik mehr treiben kann. ...'Das Unglück der-deutschen»nabhäiigigeii Sozialisten ist, daß sie keine einzige starke Persönlichkeit, keinen einzigen Führerwillen besitzen. Sie sind nur die Kehrseite der e r,i r e in- 1 o nj e r v a t�v en Parteien. Noch heute gilt das Wort ffau res, der in Stuttgart zn.Bebel gesagt hat, das lfn- glnck Deutschlands sei. daß es in der deutschen Politik ke r.n e ■-B-a-r'ke's e n der M ist' t e, keine' liberalen' Parteien-, im wah- 'Lsn Stnn'e des Wortes likternle- Parteien gäbe, lind-dieses Un- glück lastet jetzt, wo die beiden extremen Parteien die -stärksten geworden sind, mit doppeltem Gewicht ans der poli- tischen Lage Deutschlands."> Camille Hupsmanns spricht damit aus, was wir den Un- . abhängigen seit ihrem Machtznwachs schon immer vorgehak- ten haben. Sein Urteil ist von doppeltem Wert, weil ihm als unbeteiligtem Ausländer und bei seiner früheren Sym- Krawall. Von Paul Haupt. Man könnte meinen, die billigen Friedenszeiten, in denen noch kein fünfjähriges Weit- und Weltniorden jede gesunde Wirtschaft zerrissen hatte, wären wieder da, wenn man die lange Reihe der Obst- und Gemüsestände auf dem Markt en�langsieht. Da lachen in der vollwangigen Julisonne gelbglasige und tiefrote Kirschen. da lugen friste Erdbeeren zwischen grünen Blättern hervor, da runden'sich volle Blumenkohlköpfe.— Kohlrabi und Salat, Möhren und Spinat und zuletzt noch Körbe voller blauschwarzer Heidel- beeren und was nicht sonst noch alles— glles ist da in Hülle und Fülle. Man könnte meinen— wenn man nämlich seine Augen vor dsU'Käusern, vordem Marktpublikum verschlösse. In dem aber, in Gestalt, Kleidung und Gesicht jedes Menschen, der suchend und kaufend wollend von Stand zu Stand geht, hat sich der Krieg ein» gezeichnet, bei dem einen so, dem andern so, aber sein Zeichen hat er. jedem aufgedrückt. Da sind die Arbeiterfrauen, die ganz früh oder ganz spät, in der Mittagspause oder nach Feierabend einkaufen gehen. Sie werfen kaum einen Blick auf die Erdbeeren, die Kirschen. Sie kaufen vielleicht ein Pfund und gehen schnell weiter. Das Kind an der Schürze wirft noch einen bettelnden Blick aui die vielen Herrlichkesten, von denen es höchstens ein Kosthäppchen bekommt, die Mutter geht schnell-weiter. Dort, wo die billigen Mohrrüben, der Salat liegen, dort füllt sich ihre Tasche. Mehr kann sie nicht ausgeben. Zum Sattesien reicht es manchmal— Leckerbissen—.. .Die teuren Erdbeeren? Mädel, nächstes Fahr, wenn fie billiger sind". Das Mädchen schlägt die bittenden Augen nieder. So heißt e? nun feit fünf Jahren. Jedes Jahr: „Nächstes Jahr, wenn sie billiger sind". Die Beamtenfrau, die Frau des„Mittelstandes" kann sich noch nicht recht in das?ttchtkaufen fügen. Ihre Blicke wandern- noch von Taiel zu Tafel, erwarten noch, auf einer einen billigeren Preis zu siNden� Ihr Gehirn rechnet und rechnet noch krampfhaft, ob es nicht doch für ein paar Pfund Obst reicht und schließlich sprichi eS ihr Mund aus: „Werden die Heidelbeeren denn nicht billiger?" Die Hökersfrau beteuert, daß es bei dem teuren Pflücklohn unmöglich sei. Jeder brauche sein Geld in dieser teuren Zeit. Andere Frauen bleiben stehen, das Wort fällt: „Wucherbande." ßr'.n.' Polizei zieht mißtrauisch engere Kreise um den schimp- 'erwen Knäuel, wie unter ihrem Druck zerteilt sich die Ansamm- lstng. Jede ober derer, die weiter gehen, trägt ihre Sorgen, ihre Nor, ihren Hunger wie frisch aufgeriffene Wunden mit sich. patstie für die U.üabMhfttgc«. der Vorwurf' pvrteii'F'r Be- fvngmüest niwt gemocht werden känn. Daß seine Worte aus die unabhängigen Fü-brer großen Ein-druck mackcn werden. ist jedoch nach ihrer bisherigen Haltung nicht anzunehmen. Närrisches Treiben. Ermächtigungsgesetz und U. S. P. Tie„Freiheit" macht den Versuch, das törichte Treiben d:: ll.-S.-P.-Frakuon im- Reichstag, das wir in unserem gestrigen Leitartikel kennzeichneten, wenigstens in e i n.e m Punkte zu recht- fertigen. Sie behauptet, ihre Fraktion habe das Zustandekommen des Ermächtigungsgesetzes d a r u m verhindert, weil das Plenum des Reichstages besseren Schutz gegen eine übermäßige Steigung der Geireildepreise biete als ein Reichetagsausschuß. Dieser m:i den üblichen Redewendungen begleitete Verteidigungsversuch wird hinfällig durch die Tatsache, daß die Unabhängigen der Per- tagung des Reichstags zustimmten. Hätten sie die Ab- ficht gehabt, die ihnen die„Freiheit" ehrenhalber unterstellt, so hätten sie sich mit aller 5iraft der- Vertagung des Reichstages widersetzen uud die Festsetzung der Getreidepreise durch den Reichs» tag fordern müssen. In Wirklichkeit haben- die Unabhängigen nur verhindert, daß sich ein Reichstagsausschuß mit dieser unausschied- baren Angelegenheit beschäftigt, und dann haben sie durch ihre Einwilligung in die- Vertagung auch den-Reichstag selbst aus- geschaltet. Tie Fraktion der Unabhängigen hat sich eben in Wirk- lichkeit gar nichts gedacht, als sie das Zustandekommen de? Ermächtigungsgesetzes verhinderte, sie befand sich über die Fol- gen ihrer Haudlungsloeise vollständig im unklaren. Bei cuier Fraktion, die unter Ledebours Fühtung steht, ist auch wohl etwas anderes nicht gut möglich. Tarifvertrag unK SesoZöungsreform öer Eisenbahner. Besprechungen mit den Fraktiousvcrtretern. Am 6. ustd 7. Julli fanden im Reichstage Besprechungen zwischen der P e r s o n a l v e r t r e t n n g des Reichsverkehrs- -rnntrsteriumtz— bestehend aus Führern der Eisenbahner- gewerkschaften— und Vertretern der Fraktionen in Fragen des Tanfpertrages und der BesoldAngsreform statt. Während die Vertreter der Sozialdemokratie und der Unabhängigen bereits in der ersten Sitzung eine klar zustimmende Stellung einnahmen, wollten die bürgerlichen Vertreter erst mit ihren Fraktionen Fühlung nehmen. In der zweiten Sitzung erklärte dann der Abg. Erling (Ztr.) namens der Regierungsparteien, daß diese zu den aufgeworfenen Fragen erst nach Rückkehr der Mi- n ist er aus Spa Stellung nehmen könnten. Auf den Einwand der Srgani sätionsverlreter, daß sie sich gerad- wegen der ii n g e u ü-ge n d e n Erklärung der Re- gi er ri ng' cm die Fraktionen w wandt hätten und daß bei dem Enst der Lage mit dem Abbruch der endlich sich ihrem Ende nähernden Ta'rifvesihardlungen und mit anderen Ver- Wicklungen zu rechnen sei, gaben die Adgg. De l i u s(Dein.) -und M oral HFD.. Kp.). Elgäozungeu zu. den_Aiisfü:» rtm-geu Ab�'. Ersing. Hexi Delius meinte, seine Fraktion stehe den. Forderungen sre-imdlich. gegenüber, er hoffe auf eine zusriedenstell-snöe Lösimg Dagegen erklärte �Herr Morath, daß er hinsichtlich der Arbeiter die Schwierigreit der Lage nicht verkenne, für die Boamteu fei jedoch die Re- Vision der Besotdungsordnung bis zum Herbst gesetzlich vor- gesehen. Seine Fraktion könne daher keine Zusage erteilen, er bitte, nach außen beruhigend zu wirken. Schließ- lich bat noch Herr Ersing, die abgegebene Erklärung nicht als parteioffiziös anzusehen. Er empfehle den Organi- Fabrik- und Kontormädels, junge Burschen, genußhungrig schlendern sie durch den Markt. „Gib mir'ne Mark, denn reicht's noch zu'nem Pfund." „Eigentlich wollte ich mir ja Geld aufheben, ich brauche ein Paar Strümpfe.. „Ach was, so kapntt und so kaputt." Es liegt viel ratloie Verzweiflung in ihrem lachenden Leickt- sinn. Und wie das Geld alle ist, fällt doppelt schwer auf die Seele, wozu es eigentlich gebraucht, notwendig gebraucht wurde. Mit zusammengekniffenen Lippen, hungrigen Augen sehen sie frische Ware, Korb für Korb vom Wage» berunterheben. Verärgert, ver- grämt, daß sie jetzt selbst auf den Markt gehen muß. wohin sie früher nur ihr Dienstmädchen sandte, in giftiger Scham, daß auch sie jeden Pfennig jetzt erst dreimal umdrehen muß, reizt sie eine gutgekleidete Bürgersfrau: „Soviel Kirschen wie nie, aber billiger werden sie nickt." Da kippt ein Korb, die Früchte rollen über den Boden. Eilige Hände greifen danach, die Leute lausen zusammen, stoßen sich, haschen nach der kollernden teuren- Ware. Arbeiterfrauen, Bürger» frauen,„bessere",„gewöhnliche" Möschen, alle bücken sich. Stöße lösen Geschimpfe, Reden und Widerreden aus, der Händler versucht die Leute fortzudrängen, ein Mann wirft ihn in seinen Stand, andere Körbe werden umgerissen, die Wut, die Not, der Hunger schreien heraus:- „Billiger müsien fie sie- laff-n, die Bauern!* „Wuchern tun sie, gebt keinen Pfennig!" Polizei greift ein, wird selbst angegriffen, beschimpft. Die nächsten Händler packen ihre Ware, werden unter Drohungen zum Bleiben gezwungen. Schon liegen Körbe der Früchte im Kol, Schreien. Jammern, harte Polizeibefehle. Grüne Patrouillen rücken an, drängen die wütende Menge aus den Marktgassen. Fiel nickt ein Schuß? Kreischend flüchten die Frauen: Ohne Körbe, ohne Hüte zum Teil. „Mein Geld, mir ist mein Geld gestohlen." Der Markt ist frei, wutgeladene, vestohlene und betrogene Menschen kehren mit leeren Händen nack Haii'S zurück. Stärker, finnloier ist die Verzweiflung geword-�r. Vielleicht wird der Rest der Waren billiger verkauft— und Tauseirde von Kirschen, Erdbeeren faulen zertreten aus dem Pflaster. Wilhelm Bode, der, wie wir sckon meldeten, sein Amt als Generaldirektor der staailichen Museen in kurzem niedeilegen wird, gehört als Kunstforscher und Sammlungsleiter zu den stärlstsn und eigenwüchfigsten Persönlichkeiten der Gegenwart. Seine Geschick- lichkeit und iein Glück namentlich beim Auisinden und Erwerben wertvoller alter Kiinstlberke war sprichwörtlich geworden. Man iagte, die gerstieiisren italiemichen'Händler ziilerteii, sobald e? hieß, Gehei'nirat Bode fti, die Alpen-herabgestiegen. Was er für die Kunftsammliingen geleistet bat. die den Stolz des Kaiser- Friedrich- Museums bilc-en, wird ihm unvergeffen bleiben. sationen, aus Grund ihrer Eindrücke bei der Besprechung den Mitgliedern, eine beruhigende Erklärung abzugeben. Die Lrgamsationen wollen sich, wie verlautet, hiermit nicht znsriedenaeben und gedenken, am Tonnerstag einen weiteren Schritt beim Hauptausschuß des Reichstages zu tun._ Hstemwanöeruna und 92amtenwohnungtn. Baltische Junker sind tuas anderes! Die alldcni'chcn Blauer bebanvien tägläglick. daß die Ostjuden den ans dein beietzeen Gebieten veNriebenen Beamten die Wob» nungen wegnehmen. In der Preußischen Landesveriammlung bat Genosse Heilmann schon darant hingewiesen, daß dnrck die Ver- treibuug dieser Leute aus ibren elenden Onanieren in der Dia» aonerstraße wohl kaum Beamtenwohnungen zu gewinnen'eien. Echon vor einiger Zeil wurde im„Vorwärts" vom Preußiichen Ministerium für Landwirtschaft betont, daß geeignete Wohnungen I für die veNriebenen Beamten noch zahlicich in den Schlösse rn der o st e l b i s ch e n Rittergutsbesitzer zu finden sind. Diese aoer bedanken sich inr solch proletische Ecnguartierung von simplen Beamten. Das„Wirlichaftsblait tür de» deutschen Adel" veröffnulicht einen von der„Kreuz-Zeining" nachgedruckten Auiruf, worin der deutiche Adel autgeiorderl wild, die baltischen Barone bei sich unterzubringen, denen es jetzt in Letiland und Estland nicht mehr gefällt, seitdem iie dort die polit'.iche und wirtschaftliche Herrfchaft verloren haben. Gegen di-ie Masien einwand ernng ans dem Osten bat die„Kreuz-Zeitung nich'» einzuwenden, sie iöiderl sie sogar, obwohl die baltischen Junl-r ganz andere Ansprüche an Wohnung und llnterbringung stellen, a>»? d'e meist bettelarmen Oscjndi n, die schon von Hanse aus e n Leben in größter.Zufammengepferchtheit gewohnt sind. Schon jetzt befindet sich in Berlin eine groize Anzahl berrscha"- licher und hochherrichafiiick er Wohnungen bis zu 10 und 12 Zimniern in Händen emigrierter russischer und baliiicher Adelsiamilien. i,a-3 hat noch keinem Alldeniichen Uzeb getan, es verursacht auch keinem von ihnen der Gedanke Schmerzen, daß diese Wohnräume den o:r- iriebeneii deutschen Beamten verloren gehen. Denn russischer Adel geht noch immer über deutsche Rvtüre. ßrauen a!s Richter. Ablehnung eines sozialdemokratischen Antrages. Der N e ch t s a u s s ck u ß der Preußischen Landesveriamm« lung beriet den Antrag Friedberg und Genossen(Dem.) über die Zulassung der Frauen zum juristischen Vorbereitungsdienst und zur zwei.en juristischen Prüfung. Dazu war von den Abgeord- neten Heil mann'Scz.) und Sick ten stein(II. Soz.) der Zusatzantrag gestellt, gemäß der Reichsverfaffung- die �gesetzlich m Bestimmungen zu beseitigen, welche der Zulasinng von Frauen als Richter»'Rechtsanwälte und Staatsanwälte entgegenstehen. Für die Antragsteller betonte Frau Dr. Heine(Dem.ß�daß es ihnen vor allen Dingen darauf ankäme, sofort ein praktisches Refn.:ar zu erreichen: Tie Frauen, die die erste Prüfung bestanden hätten» müßten sogleich zum juristischen Vorbereitungsdienst zugel-aß'eii werden. Alles andere fönne man später regeln. Es ergab sich im Ausschuß Ilebereinstiminung darüber,� daß nach den gel- tenden gesetzlichen Bejiiuiinungen Frauen mit selbständigen richier- lichcn Handlungen oder einer selbständigen Tätigkeit als Ge- ricktöschr eiber nickt betraut werden könnten, und es ergab sich die Frage, od trotzdem durck' einfache Anweisung des Hauses an den Justümtnifter. der Ansbüdirngsweg für die Frauen eröffnet wer- den rönne. Schließlich tu,',» der Ausschuß gegen die Stimmen der Reet'.sparteixn eine Entschließung O p pe n h o f f an. die den Justizminister auffordert,' Frauen unter den gleichen Vor- Aussetzungen wie Männer zu den juristischen Prüfungen zuzulassen, ohne daß sie dadurch die amtliche Stellung von Refe- rendaren und Assessoren erhalten, was nack dem Stand der Ge- setzgebung nickt zulässig wäre. Tie Resolution Heilmann-Lich- lenstein wurde gegen die Stimmen der beiden sozialdemokratischen Fraktionen und der weiblichen Mitglieder der übrigen Parteien abgelehnt. Bode vor allem ist es-u danken, daß dieses Museum heule zu den schönsten und reichhalti itcn der Weli zählt. Fünfundzwaniig Jahre halte er am Berliner Museum die Ab- teilung der christlichen Plastik, fünfzehü Fahre anck, die Gemäldegalerie geleitet, als er im Herbst löllö kommissarisch, im Find- jähr 1S0S desiniliv zum Generaldirektor ernannt wurde. Sein Borgänger S ai ö n e hatte dieses Amt, das in erster Linie bnreaukraiiicke Fähigkeiten verlangt, vorwiegend als Vermittlung-:-- stelle zwischen den ihm unteritellien Museumsdirektoren einerlei:« und dem Kultusministeriwu und Parlament andererseits aufgesaßt. Bode, der keine Spur ooin'Bureaukraten an sich hatte, vermochte sich diese Zurückhaltung nicht aufzuerlegen. Cr griff o't temperainentvoll in die Einzelverwattungen der Muieen ein, und da er sehr ausgeiprochene künstlerliche und persönliche Zu- und Ab- Neigungen halle, so tain es zu allerhand Reibungen, die der Sackie nicht immer nützlich waren. Namenllich die Nationalgalerie und ihr damaliger verdienstvoller Leiter Hugo v. Tschudi wurden von ihm stiefmütlerlich behandelt, und als Tschudi schließlich ge- gangen war, blieb nichtS anderes übrig, als die Galerie dem Machtbereich des Generaldirekiors zu einziehen und sie direkt dem Kultiismimstenum zu mnel stellen. Zum Nachfolger Bodes in der Generaldireklion ist Geheimrat Otto v. Falke, der geaenwäriixe Direktor unseres Knnitgeiverve- miiseurns, bestimmt worden, ein Mann, der als Gelehrter und Sammlungsleiter mit Recht hohes Ansehen genießt und von dem man im übrigen annehmen darf, daß er in seiner Amtssührnng mehr der Methode Schönes folgen, als die Bahnen Bodes ein- ichlagen wird. Dies ist allerdings auch die nnbedingte Voraus- l'etzung, unter der allein man da-5 Weiterbestehen des General- direkte'! Postens wird guiheißen köiineii, für dessen Abschaffung heute mancherlei Stimmen laut weiden. Die zweite VoraliSietzung aber ist, daß die Leitung der Nationalgalerie nach wie vor> e l b st ä n d i g bleibt. Das Gebiet FalkeS ist ebenso wie das Bodes die ältere Kunst, der modernen bringt der neue General- direktor weniger Jnleress« entgegen und der beute im Werden begriffene» steht er. ioweii ich nnlerrichtei bin, schroff ab- letinend gegenüber. CS bestände also immerhin die Gefahr, daß die Modernisierung der Naiionalgalerie,' die unter der Leitung von Ludwig Justl so erfreulich im Gange ist, durch das Eingreifen euicr anders orientierten vorgesetzten Behörde gelähmt oder gar rück- gängig gemackt werden könnte. Der gegenwärtige Zustand hat sich aufs beste bewährt und irgendwelche praktische Nncksichlenn auf eine beguemere oder wohlfeilere Verwaltung dürfen unter keinen Um- st'.: den als Grund für eine Aenderung gelten. Ter ideelle Schaden wäre iinverg�ichlick größer als der etwaige materielle Nutzen. In bezng aus die übrigen Kunstsammlungen darf man aber hoffen, daß.ih:e Leuer in Herrn v. Falke einen verständnisvollen und wohlwollenden Pioteklor erhallen werden. Be'vnderS erfreulich ist es, daß die freundichaftlichen Beziehungen des alten zum neuen Generaldirektor aiick iernerhiii die Mitarbeit Bodes an der weiteren Ausgestaltung des Kaiser-Friedrich-Museums ermöglichen, so daß uns diele iinichätzbare und trotz der Last der Jahre unentwegt schaffen?« trobe Kra't gerad- auf dem Felde ethalien bleiben wird, auf dem sie ibr Größtes geleistet..n und noch immer Großes an leisten verniag.>k. 3. Liebermanns Präfitentschakt der-Akademie der Künste sit von der preußischen StaatSregieiiinii bestäligt worden. Elellvertrelep ist Dr. Schumarn; auch er winde bestätigt. Nr. 340 ♦ 37. Jahrgang Heilage öes vorwärts Vonnerstag, 8. Juli 1020 Abrechnung mit öer Reaktion. preußische Lanöesversammlung. 143. Sitzung. Mittwoch, 7. Juli 1320. 12 Uhr. Am RegierungÄisch: Haenijch, Oeser. DaZ Haus ist schwach besetzt. Die Gesetzentwürfe über weitere Mittel zum Ausbau der Wasserkräfte des Main? und der Weser und über die Aenderungen des Pfandleihegesetzes werden in zweiter und dritter Beratung einstimmig angenommen. Hierauf wird die Aussprache über den Etat fortgesetzt. Abg. Dr. v. Richter(D. Vp.): Die Neuwahlen in Preußen würden sicher eine ganz andere Zusammensetzung der Regierung zur Folge haben. Das Verfahren des Ministers des Innern mit den Beurlaubungen von Landräten ist unerträglich, die Aufforderung des Finanz. Ministers an die Beamten, sich zur Demokratie und R e p u. b l i k zu bekennen, ist nach der Reichsversassung unzulässig. Trotz des Streiks am 1. Mai hat der Landwirtschaftsminister den Forst arbeitern den Lohn aus Staatsmitteln bezahlt. Wir verlangen\ klipp und klar Antwort, db die Regierung die Bestimmung der; Reichsverfassung achten will, wonach die Beamten ein Recht auf freie politische Betätigung haben. Wir erwarten, daß die Regt-.. rung den unerhörten Schilanen der Polen scharf entgegen- treten wird. Ministerpräsident Braun: Der ostpreußischen Frage will ich einige Wort« widmen. Der durch den Frieden gewährleistete freie Verkehr durch den Korridor ist seit der bcbocstehenden Abstimmung in Ost. und Westpreußen offenbar verhindert. Tie Polen legen der ungehinderten Durchfuhr der Abstimmungsberechtigten alle möglichen schikanösen Sindernisse in den Wog. Ter Minister Simons hat dafür im Reichstage ernste Worte der Verurteilung gefunden. Die Staats- regierung unterstreicht diese Worte ausdrücklich. Sie spricht weiter die Hoffnung und die Ueberzeugung aus, daß die nach der Heimat strebenden Ost- und Westpveußen sich durch diese schikanöse Behand. lung nicht abhalten lassen weiden, ihre Pflicht gegenüber Deutschland und dem Deutschtum ihrer Heimat zu tun. Sie hofft und erwartet, daß die Abstimmung ein Siegestag der Deutsche« sein wird. Herr von der Osten hat gestern die Vorgänge in Pommern gestreift. Uebcr die Einzelheiten ist bielfach falsch berichtet worden. Nicht der Umstand, daß der Landbund nur be-, zirks- oder kreisweise verhandeln wollte, hat den Streik verur- sacht, sondern der Streit liegt tiefer: sonst wäre er längst beige- legt, wie tatsächlich in den einzelnen Kreisen Verträge zustande ge- kommen sind. Ueberall, wo die Arbeitgeber mit den Arbeitnehmer- orgaizisationen verhandelten, gelang die Verständigung ohne Schwierigkeiten. Der Konflikt wurde hier aber dadurch ver- schärst, daß die Arbeitgebergruppe, der Landbund, die anderen nicht als gleichberechtigt anerkennen wollte. Es sollte den Arbeit- nehmcrn gezeigt werden, daß ihre Organisation nicht anerkannt werde und daß sie von den Unternehmern abhängig seien.(Wider. spruch rechts. Hört, hört! links. Andauernde Unruhe.) In Pom- mern spielt noch der Mackststandpunkt eine große Rolle. Der Streik geht zu Ende, aber die Gefahr eines neuen Konfliktes droht noch Ich habx deshalb«inen Kommissar hingeschickt, und dieser bat in Vexhändlungen mit dem Borstund des LanbbundeS festgestellt. daß er in der Tat die Anerkennung des Arbeitnehmerverbandes als Machtfrage behandelt. die fetzt ausgekochten werden solle.(Hört, hört! links. Andauernde lebhafte Unruhe.) Auf Hinweis des Kommissars auf die Schäden, die ein Streik für die Ernte im Gefolge haben müsse, wurde ge- antwortet: Da« ist ganz gleich, die Sache muß jetzt ausgefochten werden.(Große Unruhe und Widerspruch rechts. Hört, hört! links.) Darin liegt die Ursach« des Streiks. Ich habe mm die Regierungspräsidenten angewiesen, sofort mit alle« Teilen zu verhandeln und schiedsgerichtliche Ausschüsse einzusetzen, um beide Parteien zu Verhandlungen zu bringen. Der Ernst der Lage mutz beiden klargemacht werden, sie müssen wissen, daß der Streik und seine weitere Ausbreitung jetzt verhindert werden mutz, und daß nicht auf Kosten der Allgemeinheit und der Volksernährung«ine Machtsrage durchgedrückt werden darf.(Große Unruhe und lebhafter Widerspruch rechts.) Bezüglich des 1. Mai haben Ii5it lemeStbegs einen Beschlutz des Hauses verletzt.(Unruhe rechts.) Wenn wir Arbeitern und Angestellten Urlaub geben, so war das nur unser gutes Recht, aber es war ein Recht der Arbeiter und Angestellten, den 1. Mai ebenso gut zu feiern, wie früher patrio- tische Festtage gefeiert worden sind.(Beifall bei den Soz.) Minister des Innern Severing: Der M>g. von Richter hat eine Verbilligung der Lebensmittel gewünscht. Im Reichstage sitzt im ReichswivtschaftSmintsterium ein Parteifreund von ihm. An dieser Stelle mag die Deutsche VolkSpartci einmal versuchen, waS sie zu leisten imstande ist.(Sehr richtig! links.) Solange die StaatSregierung das Vertrauen der Mehrheit der Lan'deSversammlung besitzt, hat sie die Polftrk zu treiben, die zur Festigung der jungen Republik erforderlich ist.(Beifall links und im Zentrum.) Dazu rechne ich die Aufgabe, die ich in meinem Ressort durchzuführen verpflichtet bin. Wir sind wohl alle einig in dem Wunsch, daß der nächste Sonntag in Ostpreußen sich würdig an die Seite stellen möge dem 14. März.(Leibhafter Beifall.) Ich kann aber nicht der Anregung dos Abg. Dominicus zustimmen, die patriotische Gesinnung in den Grenzbezirken gewissermaßen zu erkaufen durch besondere Ver- günstigungen.(Lebhafte Zustimmung.) Mit dem„Loch im Osten" meinte der Abg. Dommicus wohl die Einwanderung mißliebiger Ausländer. Wir haben schon mancherlei Maßnahmen zur Ver- Hinderung der unbegrenzten Einwanderung der Ostjuden getroffen, aber die Ostjuden sind auch Menschen und Europäer. (Lärm rechts.) Wir dürfen nach'dem Friedensvertrage diese Ausländer nicht anders behandeln wie die Deutschen.(Große lln- ruhe rechts.) Bis heute sind alle Zeitungsnachrichten und Ver- sammlungöreden über die ungeheure Einwanderung der Ostjuden kolossal übertrieben.(Lärm rechts.) Mein Parteifreund Dr. August Müller, den Herr v. d. Osten als Kronzeugen an- geführt hat, leidet an dem Fehler, daß er nur den Splitter im fremden Auge, aber nicht den Balken im eigenen' sieht. Er ist in seiner Kritik sehr einseitig geworden, nachdem er keine Gelegenheit mehr hat, sich aktiv in der Politik zu betätigen.(Zurufe rechts: Ach wie bald! Ach wie bald!— Heiterkeit.) Die neue Partei- k o n st e l l a t i o n im Reichstag, di« Sie ach so bald auch für Preußen erwarten, kann sich doch nur so lange halten, wie sie die Unterstützung der Sozialdemokratie findet.(Sehr wahr! bei den Soz.) Meine Kollegen und ich, wir kleben nicht an Mandaten und cm Ministersesseln. Bitte, ergreifen Sie(nach r«htS) doch die Initiative und verbinden Sie sich mit den Herren von der äußer st en Linken.(Sehr gut! bei der Mehrheit.— Große Unruhe rechts.) Solange die jetzige Parteikonstellation in der Landesversammlung besteht, solange die Regierung sich stützen kann aus das Vertrauen dreier großer Parteien, solange wird die StaatSregierung ihre bisherige Politik fortsetzen.(Beifall links. Lärm rechts.) Ich lege Protest ein gegen die Unterstellung, daß wir bei dieser Politik nicht das Interesse des Landes, sondern ein- festige Parteiintieressen maßgebend sein lassen, sondern daß die Parteizugehörigkeit ausschlaggebend ist für die Besetzung hoher Verwaltungsstellen. ES ist eine ganz zwangKläufigs Erscheinung, daß bei der Berufung auf hervorragende StaatSposten jetzt in erster Linie die Leute von ftnkS berücksichtigt werden. TaS ist einfach die Folge der Unter- lassungen früherer Zeit.(Lebhafte Zustimmung bei der Mchpheib.— Unruh« rechts.) Hätten Sie, waS Herr v. d. Osten jetzt als wünschenswert bezeichnet, schon früher einige Arbeiter- Vertreter auf solche Posten gesetzt, dann wären diese großen Aende- rungen heut« nicht nötig.(Abg. Rippel(Dnat.): Es kommt Ihnen nicht auf den Arbeiter an, sondern auf den Sozialdemokraten!) Jetzt sagen die Herren von der Deutschnationalen Partei, sie wenden sich nicht gegen di« Arbeiter, dabei haben sie die Regierung ständig angegriffen, weil in ihr Schlosser, Schreiner, Gastwirte usw. sitzen sollen. Nein, Ihr Widerstand richtet sich auch gegen de» Arbeiter(Lauter Widerspruch rechts.), von dem man sagt, daß ihm für die Verwaltung eines Kreises die nötige Vorbildung fehl«.(Erneuter Widerspruch rechts.) Die Arberter, di« ein Handwerk erlernt haben bringen in ihr Amt die Kennt» nis des praktischen Lebens mit, wahrend die Leute, die früher LartdratSpostcn bekleideten, nichts werter mitbrachten, als daß sie die Söhne ihrer Väter waren.(Laute Zwischenrufe und minutenlang anhaltender Lärm rechts.— Der Präsident bittet um Ruhe.) Der Geschichtsschreiber Momsen sagte, daß daS Hirn von August Bebel die Gehirne von 13 ostelbischen Baronen auf. wiegen könnte.(Erneuter Lärm rechts.) Dem Abg. Dominions möchte ich erwidern: wenn fest und oft zugegriffen wird, dann wird auch einmal vorbeigegriffen. Ich nehme für mich durchaus nicht in Anspruch, daß ich bei allen meinen Maß» nahmen unfehlbar bin. Ich habe es aber eigenartig empfunden, daß mir ein derartiger Vorwurf gemacht wird von dem Vertreter einer Koalitionspartei. Mein Amtsvorgänger und Parteifreund Heine hat von einem demokratischen Redner den Vorwurf erfahren, daß er nicht energisch genug durchgegriffen habe. Jetzt macht ein Redner derselben Partei mir Vorwürfe in umge» I e h r t e r Richtung. Gewiß ist es«ine bedenkliche Belastung des Staats, wenn soviel Beamte auf einmal pensioniert werden, aber es wäre eine Bankerotterklärung des'demokratischen Staatswesens, ließe man diese Leute noch länger im Amte.(An- haltende große Unruhe rechts. Beifall links.) Die meisten zur Disposition gestellten Landräte haben sich als durchaus unzuver« lässig erwieftu und hatten schon lange nicht das öffentlich« Ver- trauen mehr. Ich brauche nur einfach einige Bekannt« machungen zu' verlesen, wie sie in Schlesien und Pommern, Brandenburg und Hannover erlassen worden sind. Unter großer Un, ruhe verliest der Minister einen solchen Erlaß. Die Sicherheit s- Polizei verfolgt tatsächlich keine militärisch:« Zwecke, sondern hat nur die Aufgabe, für die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ord- nung einzustehen, ob gegen rechts oder links. Wenn erst di« anderen— das sage ich zu den Unabhängigen— ketneHand« granaten und Maschinengewehre mehr haben, dann kann auch di« Sicherheitspolizei auf ernste Waffen verzichten. (Zuruf bei den U. Soz.: Haben Sie doch kein so böses Gctmssenl—? Große Heiterkeit.) Von den Mannschafton sind 43 Proz. g e w« r k- schaftlich organisiert, aber Polizei ist doch keine gewerk- schaftliche Arbeit. Di« Entente oerlangt nicht die Auflösung der Einwohnerwehren, um im gleichen Atem bewaffnete Ortsorgani- sationen zu gestatten. Ihr kommt«S nicht auf den Namen, forw dorn auf die Sache an, daß kem Deutscher Waffen tragen soll. In der unabhängigen hessischen„Arbeiterzeitung" stand freilich neulich zu lesen, die Waffen der Noskiden müßten der Entente ausgeliefert werden.(Stürmische langanhaltende Unruhe. Hört, hört! rechts und in der Mitte.) Die StaatSregierung wird dieselbe Politik wie in den letzten Monaten weitertreiben, unbe, kümmert um rechts oder links.(Beifall bei den Soz.) Abg. Göll(Dem.): Die Forderung meines Freundes Domi- nieut, das Loch im Osten zu schließen, richtete sich gegen die AuS» wüchse der Gnwanderung gegenüber der ungeheuren W o h- nungSnot. unter der auch die gesamte Arbeiterschaft zu leide» hat.(Vchr richtig!) Di« Arbeitslosenunterstützung muß endlich in eine Versicherung umgewandelt werden. In alle» Ver- sammlungen hört man da? Schlagwort„Sozialtsierung". ES ist gefährlich, alles Elend zurückzuführen auf die kapitalistische Wirt» schast. und in der Sozialisierung das Allheilmittel zu sehen. Nur Betriebe, die einen monopolartig:« Eharakter haben, sind geeignet zur Sozialisierung. Wir sind nicht Gegner des Achtstundentages: wir wenden u-ns aber gegen die Gleichmacherei der Betriebe. Wenn Sie inach rechts> gegen dt« Klassenkampf sprechen, so macht sich das in Ihrem Munde sehr schlecht: Sie sind doch nichts als eine Klassenpartei.(Lehaste Zustimmung links; Zuruf«chtSr Stimmt nicht!) 7S) Segen öer Erbe. Roma» von Knut Hamsun. Sellanraa kann kleine Verluste seines Viehstandes ver- schmerzen, denn es ist groß und stark, aber es ist nicht ohne Sorgen, ach nein! Inger ist keineswegs das ganze Jahr hin- durch mit sich und ihrem Leben zufrieden, nein, sie hat einmal «ine große Reis« gemacht, und da ist wohl eine Art verberb- licher Wgespanntheit über sie gekommen. Die verschwindet und kommt wieder. Sie ist rasch und fleißig wie in ihren besten Tagen, und sie ist eine hübsche und gesunde Frau für ihren Mann, für den Kraftmenschen, aber Hot sie mcht auch Erinnerungen von Trondheim? Träumt sie niemals? Doch, und besonders während des Winters. Da gärt zuweilen eine ganz verfluchte Lebenslust in ihr. und da sie nicht allein tanzen kann, gibt es keinen Ball. Schwere Gedanken und ein An- dachtsbuch? Ach ja, jawohl, aber Gott weiß, das andere ist auch schön und herrlich! Lebhaste Zustimmung.)� Das wird in dem Maße abnehmen, in dem sie erkennen müssen, daß heute schon der Druck der auslän- ducken Machthaber und Kapitalisten auf den deutschen Arbeiter viel schlimmer wirkt, als jemals früher der der einheimischen Machthaber.�(Lebbaster Beifall.) Die Teutickmationalen behaupten '.nimer, sie seien nicht mehr identisch mit den Konservativen. Der .rrüftere konservative Abgeordnete v. d. O st e n aber hat im preutzi- scheu Klassenparlament den U-Boot-Krieg gefordert und erklärt, wenn wir nicht eine hohe Kriegsentschädigung von unseren Feinden erzwingen, sei der finanzielle Zusammenbruch Deutschlands sicher. Derselbe Abgeordnete hat gesagt, das gleiche Wahlrecht sei für das deutsche Volk eine Unmöglichkeit.(Lebhaftes Hört, bbrt! links.) Als die Rechte die Macht hatte, das Volk zu verachten, da hat sie es verachtet. Jetzt spielt sie sich als Hüter der Demokratie auf. Die Landwirte ton Wiesbaden sind in einen Lieferstreik ein- getreten, weil ibnen der Milchpreis von 1.05 M. für den Liter nicht genügt.(Hört, hört?) Die Justiz im Ruhrrevier und in andc- ren Gebieten ist keine Rechtsprechung, sondern Rechtsvergewalti- gimg.(Beifall.) Ten Abstimmungsgebieten im Osten entbieten wir unfern Gruß und hoffen, daß sie die Pflicht tun für unser freies Polh(Lebhafter Beifall bei den Äzö Hievauf wird die Aussprache abgebrochen. Donnerstag, 12 Uhr: Etat. Mittellandkanal. Kleine Vor- lagen. Schluß 5 Uhr 30 Minuten. GrofrBerlw die Schnellbahn Sesunöbrunaen— Neukölln. Ter stand der Bauarbeiten. Die Schnellbahn Gesundbrunnen— Neukölln,.deren Bauten zur- zeit aus Sicherungsarbciten beschränkt find, zeigt jetzt, wie wir von der Bauleitung erfahren, längs ihrer Bahnstrecke folgendes Bild: Am Nord ende, der Reinickendorfer Grenze, ist der Platz zwischen Tchiveden-, Kristianiastraße und Oskarplatz für den großen Betriebsbahnhof nebst Werkstall zum Teil.angeichültet, da die Auf- stellgleise aus halber Höhe zwischen der Hochbahn und der Straße liegen sollen. Ron der Hochbahnstrecke zwischen Kristianiastraße und dem Bahnhos Gesundbrunnen ist noch nichts ausgeführt. Der Eisen- inangel würde auch einen Bau unmöglich gemacht haben: doch liegen die Einzelpläne für die einstieligen Viadukte in der Badstraße und namentlich auch für die interessanten Eisenkonstrukiiouen des Ueber- gongSbahnhofs Gesundbrunnen bereits zum größten Teil fertig vor. Unmittelbar vor diesem Bahnhof soll abseits der Straße die Rampe für den Uebergaitg von der Untergrund- zur Hochbahnstrecks liegen, mit rellweijer Ilntersohrung des Eckhauses Ramler-Brunnenstraße. Von hier an sind Tunnelbauten ausgeführt. Die schräge Unter» querung der Brunnenstraße bis zur Strecke im Humboldthain, die durch Umlegung von städtische» Leitungsanlagen und verzögerte Materiallieferung iehr aufgehalten war, ist im weiemlichen fertig» gestellt und die wieder gepflasterte Straße wird in den nächsten Wochen dem Verkehr freigegeben. Im Humboldthain selbst ist in offenem Einschnitt der Tunnelkörpcr bis zur Deckenhöhe betoniert. Die anschließende Tunnelstrecke durch die Brunnenslraße längs der A.E.G.-Fabriken und bis zur Jnvaltdenstraße liegt im Robbau bereit: sie enthält zwei unterirdische Bahnhöfe, Voltastraße und Bernauer Straße. Mehrere in Straßenmitte eingezäunte Flächen enthalten die Zugangstreppen der Slalioncn und den Ausbau für eine Verladeeinrichtung, mit der das Kartoffellager eines an die Stadt»vermieteten Teiles des Bahntunnels bedient wird. Weiter über den Roienthaler Play, die Rosenthaler und Weinmeiftcrstraße find umfangreiche Kanalisations- und LcilungS- umlegungen ausgeführt, denen zu gegebener Zeit der Tunneleinbau folgen soll. Die Straße zeigt nichts mehr von den großen mit mehreren Millionen Mark hier bereits vollführten Vorarbeiten und der eigentliche Tunnelbau ist erst wieder zu erkennen, wo die Bahn von der Münzstraße in die Kaiser Wilhelm-Slraße einbiegt. Auch hier war eine große Kanalisationsverlegung zu bewirlen mit neuen Dükcranlagen, sowohl im Zuge der Dragonerstraße, als auch der Dircksenstraße. Die Eckhäuser an der Münzstraße sind mit starken Parallelmauern unterfahren, auf denen die zahlretchen, teilweise gewaltigen Abfangciräger zur Unterstützung der drei Häuser ruhen. Zwischen den Parallelmauern soll der eigentliche Tunnelkörper frei von den Hausfnndamenteli Aufnahme finden können. Eine ähnliche Bauweise wurde angewendet da, wo die Bahn in die Neue Fnedrichstraße einbiegt, zur Unlersabrung der Zentral- Markthalle, deren Betrieb nicht gestört werden durste. Der mittlere Teil der Abiangkonftruklion wurde auch hier in der Haupt- fache fertiggestellt. Zwischen den beiden Ilnterfahrungen liegt der Bau der tiesfundierlen Tunnelstrecke der Kaiser-Wilhelm-Stratze, deren Fertigstellung noch aussteht. In der Neuen F r i e d r i ch si r a ß e war im vergangenen Frühjahr südlich der Königstraße>nil dem Tunnelbau begonnen: zmn größeren Teil ist der Bodenaushub bis nahezu Grundwaffer- höhe bewirkt. Hker folgt der S p r e e t u n n e l tu einer Länge von 180 Meter zwischen der Waisen-� und Jannowiybrücke, einschl. der beiderseitigen Rampen 440 Meier, ein besonders schwieriger Bau, der fast ganz in der Kriegszeil ausgeführt worden ist. In der B r ü ck e n st r a tz e bis zur Cöpenickcr Straße ist der Tunnel ebenfalls hergestellt, dann wieder auf einer Strecke der Dresdener Straße vor dem Oranienplatz. An diesem Platze selbst, mit dem geplanten Endbahnhof der verkehrsdichteslen Innenstadt- strecke sind abseits der Straße die Aushubarbeilen erfolgt, die eigentlichen Bauarbeiten für den Bahnhof sind in vorgeschrittenem Stadium abgebrochen. Umfangreiche Kanalisations- und Leitungs- Verlegungen sind in dem genannlen Straßenzug ebenfalls erfolgt. Die S ü d st r e ck e bis zu dem von der Stadt Berlin zu er- stellenden GemeinichaftSbahnhof am Hermannplatz ist noch nicht in Angriff genommen worden. Die Gesellschaft hat bekanntlich erklärt, das Unternehmen nicht mehr ausführen zu können, zurzeit schwebt darüber ein Prozeß mit der Stadl und dem Verband Groß-Berlin. Nach dessen Erledigung lväre es die dringende Aufgab� der neuen Einheitsgemeinde, sich mit besonderem Interesse dieser wtchtigen VerkehrSsrage zuzuwenden. Tie erste Grost-Berlincr Ttadtverorduetcnversammlung. Der Oberpräsident von Berlin. Dr. M a i e r, bat aus Grund des Geseyes über die Einbeitsgemcinde an die Mitglieder der Groß- Berliner Stadtverordnetenversammlung die Einladungen zu der ersten Sitzung am Montag, den 12. I u Ii, m i t t a g s 12 Uhr. iui Festsaal des Berliner Rathauses ergehen lasien. Oberpräsident Dr. Maier wird nach einer allgemeinen Eröffnungsansprache. in der auf die Bedeutung der Stunde hmgewteien wird, die Ein- sührung der Stadtverordneten in ihr Amt vornehmen und sie durch Handichlog an EideSstatt verpflichten. An die feierliche Eröffnung des Groß-Berliner Stadiparlaments dürste sich die Wahl des Vorstandes anschließen. Robert Knvll•{■ Wieder hat Gevatter Tod einen braven Streiter aus unserer Mitie gerissen. Ter Schleifer Robert Kn o ll, Neue Hochstr 20, ist nicht mehr. Noch bei der letzien Wahl war Knoll, trotzdem er das Unglück hatte p einen Arm zu verlieren, unser Pflicht- eifrigster Helfer. 1802 der Partei beigelreten, verlor unser Freund nie den Glauben an die siegreiche Kraft des Sozialismus und wußle wie kaum ein zweiter, den Wert der Klein ägitatron, die ihm Herzenssache war. zu schätzen. Es fehlte nicht an Veriuchen. den Toten von unserer Seite zu reißen. Slandhittt focht er mir uns, bis ihn der Tod abrief. Den Genoffen der 35. Abteilung wird Knolls Hipgabe ein immer leuchtendes Beispiel iein. Seine Beisetzung finde! beute nachmittag 3VUhr auf dem DankeSkirchhcff, Reimckendorf-West, Scharnweberstr., statt. � Borläufig feine Frühkartoffeln. Vom Magistral wird uns geschrieben: Die Frühkartofffelernre hat sich leider noch weiterhin verzögert, io daß größere Zuiuhren bisher nicht erfolgt, auch für die nächsten Tage noch nicht zu erwarten find. Bisher werden Frühlarioffetu nur aus einzelnen wenigen Kreisen, in dene« infolge der günstigen Bodenbeichaffenheit und besonderer Behondlnng schnellere Reife erkolgi. in sehr geringen! Mengen angedieni. Ter Magistral wird deshalb die Gültig-! ke�il der Abswnttte 28a und b zum Bezüge von 2 Pfund Frühkarioffeln verlängern. Soweit die Händler mil in- ländlichen Finhkartoffeln vom Magistral beliefert werden, die sie für 50 Pf. für das Pfund abgeben münen, wird eine g e- naue lleberwachung des Gefchäfisbetriebes dahin vorgenommen, daß der Händler nicht diese als ausländische Kartoffeln verlaufl, denn die Einfuhr ausländischer Karioffeln, die zunächst nur bis 1. Juli gestatlet war, ist von den Rcichsernäh- riingSlnirnsleriRi bis zum 20. Juli dem Handel freigegeben worden, ohne daß eine P r e i s i e st i e tz n u g für dieie ausländi- ichen Kartoffeln er'olgt ffr. Weil die Fiühkartoffel. wie bekannt, im Ansang wenig hallbar ist, war es nichl möglich, die zunächst in ganz geringen Mengen ankommenden inländischen Frühkarioffeln anzusammeln und erst dann auszugeben, bis eine allgemeine gleichzeitige Verteilung durchführbar war. So konnte auch leider das an sich sehr unerwünschie Nebeneinanderbestehen de« Handels mit ausländischen und inländischen Frühkarioffeln nicht vermieden werden. Ein Mädchcnmord. In einem Pensionat in der Morienür. 18 w» t-'•» v-r zum Mittwoch ein Mord verübt. Tori wohulen>cu c.wa Nacht acht i Tagen der 33 Jahre alte Emil Schubert mit der 23 Jahre alten Agnes Seifert, beide aus Hamburg. Als gestern vormittag die Pensionsinhaberin das Zimmer belrat, fand sie in dem einen Belt die Seifert mit d u r ch i ch n i t t e n e m Halse vor. Schuberl war verschwunden. Aus einem Zettel, den er aus dem Tische zurück- ließ, scheint hervorzugehen, daß er die Tal begangen Hai. weil der ehelichen Verbindung des Paares unüberwindliche Hin d e r- n ii s e entgegenständen. Schubert hatte sich als Photograph ausgeoeben. Man fand jedoch außer den geringen Habieligkeitcu des Mädchens keine Apparate. Die Tat ist vermutlich zwischen t/a13 und 4 Uhr morgens verübt worden. Der Mörder hat ein Oberhemd, daß er bei Ausführung der Tat trug, gewechselt und am Tatort zurückgelassen. Die Buch- stabenzeichen sind von ihm lorgfältig entfernt worden. In der im Zimmer stehenden Waichtoilette bat sich der Mörder dann img- fältig von allen Blutipuren gereinigt. Die Kriminalpolizei rechnet damit, daß sich der Flüchtige, der ebenso wie seine Be- gleiterin norddeulsche Mimdarr sprach, nach Hamburg gewandt hat. Wer irgendwie Milteilungen über ihn machen kann, wird gebelcu, dies sofort an Kriminalkommissar G e n n a t im Zimmer Klo des Berliner Polizeipräsidiums zu richten. Auf die Ergreifung des Mörders ist eine Belohnung von 1000 M. ausgesetzt worden. Die Sonntagsknnllerei im Grunewald, die von Erholung suchenden Ausflüglern als arge Belästigung empiurrden wird, geht lustig weiter. Nach, wie vor wird an Sonntagen in den am Ost- rand des Grunewalds belegenen Schießständen des Mili- t ä r s stundenlang geschossen. In einer Wiedergabe der �nns zu- gegangenen Klagen wiesen wir bereits darauf hin, daß �Soldaten an Sonntagen keinen Schießdienst haben. Die Privat- Personen, die zur Befriedigung ihrer Schießlust die Schieß- stände des Militärs benutzen, scheinen um das sonntägliche� Rubc- bedürsnis des durch seine Werktagsarbcit erschöpften Großstädters sich wenig zu kümmern. Will nicht die zuständige Stelle dem Treiben ein' Ende machen? Eine Wohnhausruinc, wie Schöneberg sie auf dem Grundstück an der Trägerstraßc bisher hakte, aftl es auch in Dahlem. Nicht weit von dem Untergrundbohnhof Thiclplatz steht an der Fara- daystraße der Robbau einer Villa, die. unvollendet geblieben nt. Die Bauarbeiten kamen schon vor einigen� Jahren zum Stillstand. und seitdem ist nichis geschehen, dem allmählichen Verfall des�Ge- häudeS vorzubeugen. Warum bat man die Arbeiten nicht läng't wieder aufacnommcn, damit das Haus fertig und bewohnbar wird? Die Schöneberger Ruine ist endlich von. der Stadt angekauft worden, die nun den Bau weiterführt und kleine Wohnungen in ihm einrichtet, um zur Linderung der Wohnungsnot beizutragen. Auch für die Dahlemer Ruine fordern wir diese Maßregel, durch d.i« in der stattlichen Villa vier kleine Wohnungen gewonnen werden könnten. Ist das bisher unterblieben, weil dem Villengelände Dahlem diese..Proletarisierung- einer Villa erspart werden sollte? Zur Einreise in das Memelgebiet brauchen deutsche Staats- angehörige keinerlei Gcnebmiguna oder Visum, weder von deutscher Seite noch von der französischen Okkupationsverwallüng. fie können mit einfachem Personalausweis ein- und ausreisen, dagegen wird das Memelgebiet im Ware nv e r k e h r wie das Ausland bebandelt. Wer Waren dorthin versendet oder von dort erhält, muß Ausfuhr- bezw. Einfuhrgenehmigung dafür besitzen und die Waren an der Grenze verzollen. Das nSchite VolkSkonzert des BIutbner-OrihefterS findet etn_Frei< tag. 7'/. Ubr, in der Hapdoldt-Brauerei linier Leitung von Paul Schein- billig statt. Karten im Zigarrenqcschäsi Horlch. Enaeluser IS(OeircrN lchaftshausl: Crckieftertareau, Lützowstr. 76<11— 1 116r(;„Vorwärts", Lindenftr. 2:„Freiheit".'Breite Straße, Und än der Wendkasse. Vor Zuzug nach Köln warnt im heutigen Inseratenteil das Wohnungs- ami Köln a. Rh._ Grofi-Berliner Lebensmittel. Verlin. Bis aus weiteres auf die B I- und B ID Karten Liter Bollmilch. Die übrige Bclieierüng bleibt unverändert. Steglitz. Für Kriegsbelchädigte 1000 Gramm Teigwaren und iwO Gramm Haferflocken(13). Für werdende Mütter 500 Gramm Reis und 1000 Gramm lote Haferflocken(36). Für Kinder im 1. Lcbensj. 500 Gramm Gerilen flocken und 250 Gramm Weizengrieß, im 2. LebenSj. 250 Gramm Gerflenflocken und 250 Gramm Weizengrieß, im 3.-6. Lebensjahr 500 Gramm Gerstenflocken. Für Jugendliche 200 Gramm Grieß /53>. Für über 65—70 und über 70 alte Personen 1000 Gramm Gersten- flocken/, Uhr. im Jugend- beim, Nogatslr. 53, Vortrag.— Ortsgruppe Norden. 7»/, Ubr, bei Dobroblaw. Swinemünder Str. 11, am Arkonaplatz, Borwag über„Die antike LebenSkunlt". � �„ 85. Abt. 3 Ubr Beerdigung unseres Genossen Robert Knoll aus dem Dankestirchbaf. Remickcudori-Weil, Scharnweberslratze. Treffpunkt 2 Uhr bei Weile, Gerichtin. l2. � �. Bl», Glienicke— Kallenberg. Frauenleieabend 8 Uhr. bei Klmgcn- berg. Grünauer Straße. Thema: Die Frauen und die verflossenen Wahte». Morgen, 9. Juli: StegliU. Zu den Ferienipielen. die der Frauenausschuß veranstaltet, wessen sich tu Kinder im: S'/, Ubr an der HoÜcitelle der Grunewaldbahn, -u» Bahnhof Steglitz. Eßnävsc. Lötlel. Zucker und Zimmt mitbringen. Roienihal. 7'., Uhr Funkiionäriitzung bei Tttran. » Zweptow- Bauw'chulenweg. Bei der Dampieffahrt nach Nedlitz i>t «we Malroienkindermützc gesnnden worden: abzuholen bei Genosse» Scherbel, Bouchsstr. 83._ Jugenöveranftattungeo. Heute ftoS ltbr: Lichtenberg: Juaendbeini. Müggcllw. 10 Mäbchrnabend.— Marien- fclbr: Jugendheim. Schule. Dori'lr. 5:. Vortrags Sport und ArbeUcr- jugend.— Reuenhageu: In endbeim Gemeindeschule, Niederdaideultraße. Milglicderoerlammluno.— Niel erichönewerde: Jugendheim, Gemeinde- schule, Berliner St: atze 3l.'Mlgliede: Versammlung.— Neinickendorf- West: Jugendheim, Eichbvrniöle. Eichbornslr. 60. Bor wag: Bon der Poü- tutiche zur SchneUbnbn.— Schmargendorf: Jugendbeim, Breiteiw. 3a Diskussion.— Schönhauser Vorstadt 1: Jugendheim. Tonnenburger Straße 20. Mitgliederversammlung mit äußert: wichtiger Tagesordnung. Ertcheincn oller iit Pilichi.— Schöuhaufer Vorstadt II: Jugendheim, Popvelölle« 42. TisiuissonSabend.— SlrgliU-Friedenan: Jugendheim, Ossenbawer Siraße. Genwindttchulc. M:tgiici)e:ve:>am:::tung. Silöungsveranftaltungen. Steglitz. 7 Uhr. Sitzung des Bildungsausschusscs im Logenrestaurant. Vorträge, vereine unü Versammlungen. Jungiozialisttiche Vereinigung, Ortsgruppe Lichter eide. Freiiaz 8 Uhr öflenlliche Versammlung in der Obcrrealschule. Riugür, 3. Thema: „Chriilcn tun: und SozialisuiuS".. Rcsereut: Genosse Pastor Zraucke, Gälte willkommen. Schlrsicrverein„Rübezahl", Charlottenburg. Sonntag: Ausflug nach P»elsiverder iWtefe hütter Freunds Lokal). Be: ungünstigem Wetter Zujammentmift zm Äereintzlokal Kaiser-Fnedrich-Straße 63. Wirtschaft Die Diktatur der Fabrikanten. Ter wirtjchaftSpolitische Ausschuß des vorläufigen ReichSwirtschaftSrateS unter dem Vorsitz deS Gen. Rud. Wissel! hat sich mit den Problemen auS der gegenwärtigen schweren Wirtichaslskrisis zu befassen. Er wird boffeinlich bald mit positiven Vorschlägen heraustreten können. Wir haben im.Vorwärts" wiederholt darauf hingewiesen, daß es u. E. darauf ankommt, möglichst schnell Schiedsgerichte ins Leben zu rufen, die die I n r e r e s s e n g e g e n s ä tz e zwischen den Produzenten. Zwischen- Händlern und Verbrauchern ausgleichen. J»� der Heuligen Wirlichafr hdben wir. wie Walter Rathenau e's auch ausgesprochen hat, die Diktatur der organisierten Jnteressentengruppen, die voll- kommen monopolistisch handeln. Die industriellen Fach- verbände üben in bezug aus die Preisbestimmung als auch in bezug aus die Lieferungsbedingungen die vollendetste Diktatur aus und lehnen es zum Teil grundsätzlich ab, sich mit rhren Abnehmern überhaupt an irgendeinen VerhandlungS- lisch zu setzen, dank ihrer Machtposition. Die Lage ist nun so, wie wir es wiederholt dargestellt haben, daß die gegenwärtige Krisis die Lösung der Frage notwendig macht, wie sollen die Bcr- lustc. die zu tragen sind, verleilt werden, damit die Arbeiter- schart vor der Arbeitslosigkeit bewahrt wird, und anderer- serks die Verbraucher wieder instand gesetzt werden, kaufen zu können. � Ein großer Teil von Fabrikanten besteht darauf, daß die in . Auftrag gegebenen Waren zu den seinerzeit vereinbarten hohen Preisen abgenommen werden müssen, oder daß dort. wo überhaupt keine festen Preise, sondern gleitende Preise vertraglich vereinbart wurden, die Abnehmer noch heute die hohen Preise zahlen sollen, die die Fabrikanten sich aus ihren teuren Materialien usw., die sie seinerzeit eingekauft haben, er- rechnen. Es ist ein unhaltbarer Zustand, daß die Preisbestimmungen von Produzentenringen einseitig erfolgen. Schuld daran ist natürlrch die Organisationslosigkeit der Verbraucher. Aber solche Organisationen lassen sich nicht im Handumdrehen s chasfen. Deshalb ist das Eingreifen von Schiedsgerichten, die unverzüglich zwangsweise zu bilden wären, der wichtigste Schritt vorwärts. Die jetzige WirtschaftSkrisiZ ist wie alle Vorgängerinnen eine Erscheinung der Anarchie, die sich auS der. völlig freien Wirt- schafr, in der sich in großer Zahl privatkapitalistrsche Monopole bilden, erklärt. Diese Krisen treffen die A r b e i t c r s ch a s t am schwer- sten. Deshalb fordern die S o z i a l i st e n die Umstellung der freien Wirtschaft in eine planmäßige, in eine BedarssdecfungS« Wirtschaft, die ohne eine Organisation der Verbraucher sich nicht erzielen läßt. Erst muß der Bedarf ermittelt werden, damit für den Jnlandmarkt die Produktion und die bestmöglichst« und sparsamste Verwendung der knappen und kostbaren Rohstoffe gesichert werden kann. Jede Ware muß auf dem kürzesten Weg an den Verbraucher gebraucht werden und die Verteilung muß nach dem Grundsatz Großer Umsatz— Kleiner Nutzen erfolgen. Wenn der W i r t s ch a f t S r a t dazu gelangt, tem gesamten Volk zu erklären, daß diese Grundsätze Anerkennung finden müssen, dann ist schon etwaS erreicht. Dann werden die Vertreter des freien Handels und der freien, planlosen Wirtschafi wissen, daß sie schnellstens Or g a n i sot i o u S f o r m en zu finden haben, die den Verbrauchern Einfluß und Kontrolle bei der Preis- sestsetzung sichern, da im Zustand der Warenknappheit ein sich auf die wirklichen Produktionskosten aufbauender Markt« konkurrenzpreiS bekanntlich nicht bildet, sondern Mono- polpreise von den Interessenten gebildet werden. Hafer um 209 M. billiger. Die Tendenz im Hafergeschäft schlug bereit? gestern nach Feststellung der Kurse und Niederschrift des Berichts zur Flaue um. Heute ging diese in scharfem Tempo weiter. Von der Provinz war viel Angebot im Markt, zum Teil zu bestmöglichem Verkauf. Fragt man. waS seit gestern Neues für die Situation des Haiergeichästs eingetreten ist, so wäre nur das Zirkular des Ver- bände« der Getreidebändler zu erwähnen. Dieses teilt mit, daß die Reichsgetreidestelle zu Mitte August ben im Besitz des Handels vorhandenen Hafer zu einem Preise aufkaufen wolle, der wohl den neuen Höchstpreis übersteigt, aber den gegenwärtigen Marktpreis nicht erreicht. Es scheint, daß diese Mitteilung zu dein heuligen Preisrückgang beigetragen hohe.. Hülsenfrüchte ruhig. Heu ebenfalls. Stroh stark angeboten und- nachgebend. Amtlich festgestellte Preise der Berliner Produktenbörse am 7. Juli: Harer per 1000 Kilogramm loko 2800—2740 M., ab Bahn, auf Abladung 2600—2500 ab Station. Tendenz flau. Protest gegen dl« erhöht« Erzengerprelse. Die Berliner Gewerkschaftskommission hat an den ReichSrat und die Reichstagsfraktionen folgenden Protest gesandt: Nach den in den letzten Tagen in die Oeffentlichkeit gedrungenen Mitteilungen plant das Mlnrsterium eine Erhöhung der landwirtschaftlichen Erzeugerpreise um durchschnitt- lich 55 Prozent. Wir erheben gegen diese Absicht, der Landwirt- schafr einen über ihre Erzeugungsloiten wesentlich hinausgehenden Preis aufichlog zu gewähren, den a l l e r s ch ä r f st e n Ei n s p r u ch. Wir verlangen von der Regierung, daß sie dem Wunsche der Groß-Agrarier entschiedenen Widerstand entgegcnietzl und daß sie in U e b e r e i n st i m ni u n g mit einem großen Teil der Landwirt- schafl jede Erhöhung der Preise ablehnt. Die Lage der Arbeiter- k l a s s e verlrägt leine Erhöhung der Preise, sondern fie erfordert, daß sofort mit dem schleunigen Abbau derselben begonnen wird, insbesondere mit dem Abbau des hoben B r o I p r e i s e s. Auch der Versicherung der Regierung, daß die Steigerung der Erzeugerpreise keine Erhöhung der Verbraucherpreise zur Folge haben würde, permag die Gewerkschaftskommiision keinen Glauben beizumessen. Sie erblickt darin viel- mehr nur den Versuch, die Arbeiter, Angestellten und Beamten darüber hinwegzutäuschen, welche unerhörte Belastung ihre Lage durch diese LiebeSgabenpolitik an die Agrarier erfahren würde. Sollte die Regierung trotzdem ihre Absicht durchsetzen wollen. so werden weitere und größere Erschütterungen des Wirtschaftslebens die Folge sein. Hiervor zu warnen halten wir sür unsere Pflicht. Soziales. Die Stellung der Reichsangcstellteu. Man schreibt uns: Die Not, welche bisher bei den Beamten und Angestellten der früheren Militärbehörden de? Deutschen Reiches herrschte, ist durch den neuen Teiltaris bis zur Unerrräglichkeit ge- steigerr worden. Troy der Unierlagen, woraus sich das von Herrn Dr. KuczinSki errechnete Existenzminimum stützt, ist es gerade das Reich, welches vielen hundertlausenden Beamten und Angestellten kaum die Hälfte dessen gewährt, was sie zur Frislung des Lebens bedürfen. So verdient der Ernährer einer vierköpfigen Familie in den Persorgungsstellen die horrende Sumnie von 820 bis 860 M. pro Monat, während ein lediger Mann durchschnittlich 600 bis 650 M. verdient. Rechnet man Krankenkasse, Steuer. Miete usw. ab, dann verbleibt einer Familie durchschnittlich 550— 600 M., und der Ledige müßte mit 350— 100 M. auskommen. Wir fragen die Regierung, was sie zu tun gedenkt, um diesem Zustande ein Ende zu bereiten. Langsam aber sicher gehen unsere Familien an Unterernährung zugrunde. Wir denken mit Schrecken an den Tag. an dem wir gezwungen sein werden, unsere Frauen und Kinder den Armenverwaltungen zur Verfügung zu stellen._ Gerichtszeitung. der ZNassenmörüer Schumann vor Stricht. (Fortsetzung aus.dein Abendblatt.) Aus Befragen des Rechtsanwalts Dr. Frey bekundet Zeuge Lohmann, daß Schumann erklärt habe, er habe nur deshalb aus die Wandervögel geschosson, weil diese ihn ärgerten und ihn in seiner Jagdleidenschaft störten. Als dem Angeklagten die Photogravbten der— wie die Anklage behauptete— von ihm bewohnt gewesenen H ö b l e am Falkenhagener See vorgelegt wird, erklärt er:.I ch kenne keine Höhle und habe nie eine Höhl« besessen." Der Borsitzende geht dann zur Erörterung des Falles über, in welchem es sich um die Tötung des Nachtwächters Engel in der Nacht zum lO. Mai 1917 handelt. In jener Nacht bemerkte die in Falkenhagcn, Haupifir. 23, wohnhafte Schneiderin W e s- s e l e r einen Mann, der sich in verdächtiger Weise an dem Schloß -der Tür zu schassen macht«, die in das Haus führte. Fräulein Wesseler rief den Nachtwächter Engel; aber noch ehe sie diesem ihren Verdacht auseinandersetzen konnte, hatte der Verdächtige das HcmS schon wieder verlassen und ging dem Dorfe zu. Engel ver- folgte ihn. Da fielen lpöblich etwa sechs Schüsse. Auf die Rufe des Nachtwächters eilte der Gendarmerie-Wachtmeister G e i se lc r herbei und fand Engel, der unter einem Baum zu- sammengcbrochen war. Er hatte schwere Schußverletzungen im Unterleib, die den Tod herbeigeführt hatten. Der Angeklagte hatte in der Voruntersiichuna zugegeben, dve Schüsse abgefeuert z u haben. Jetzt bestreitet er, von dem Vorfall etwa? zu wissen; er will auch das HauS Hauptstraße 23, dessen Abbildung ihm vorgelegt wurde, nicht kennen. Tie Zeugin kann in dem Angeftagten nicht mit B e- st i m m t h e i l die von ihr beobachtet« Person wiedererkennen.— Der Gendarmerie-Wachtmeister Geiseler hatte sofort mit Hilfe einiger Dorfbewohner dem Täter nackgespürt, aber nichts mehr von ihm entdecken können. Alle Fragen des Porsitzenden an den Angeklagten, ob er nicht in der Voruntersuchung über diesen Fall diese und jene Angaben gemacht babe, beantwortet Schumann mit einem kategorischen Nein!", noch ehe er weih, wie die Fragen lauten. Als der Vor- fitzende ihm vorhält, das; er bei der zweiten richterlichen Verneh- mung.von zwei Mädchen gesprochen Hab«, über die er sich ge- ärgert hätte, antwortete der Angeklagte: Das ist mir nur so vorgehallen worden und ich wollte nicht lange herum st reiten, ick wollte die Untersuchung abkürzen und eine rasche Herbei- führnng der Hauptvcrhandlung ermöglichen. Später habe jch mich eines Tages vooführen lassen und dem Untersucknngs richter erklärt, daß ich alles widerrufe und das angebliche Ge- ständniS nur unter dem Einfluß der Mißhandlungen gemacht habe. Nach einer weiteren Aussage des Kriminal-Oberwachtmetster? L o h m a n n, die sich auf die früheren Aussagen und das Ge- ständnis Schumanns beziehen, wird in die Bewcisausnahme über den- Mord an einem Brautpaar eingetreten. Am 1. Pfingstfe'iertage 1919 hafte der 22jährige Schlosser Robert Kiewitt mit seiner Braut Martha Reick einen Aus- fing nach dem Falkenbagen«r See gemacht. Am 10. Juni Ivurden die Leichen der beiden jungen Leute am Nordrande des Sees im Schilf aufgefunden. Tie Leiche des Mannes zeigte eine S ch» ß- wunde im Gesicht, die Leiche des Mädchens eine Schuß- wunde aus der B r u st. Die Kleidungsstücke des Mälchens waren gewaltsam aufgerissen; Geld, Wertsachen und Ausrüstunge- gcgciisiäiide fanden sich weder bei den Leichen, noch in her Nägd. Nach der Aussage des Vaters Kiewitt hat er seinem Sobnc eine Uhr mit Eingravierung geschenkt gphabt, und diese Uhr mit beseitigter Eingrabicrung, der Rucksack des Sohnes und ein Schlips desselben sind im Besitze des Angeklagten vorgefunden worden. Ter Zeug« erkennt die Sachen mit aller Bestimmtheit als die seines Sohnes wieder und b e st r e i t c t«benso bestimmt, daß von einem Selbstmord der jungen Leute die Rede sein könnte, Der Angeklagte erklärt aus Befragen, daß er die bei ihm ge- snndenen Sachen am Falkenhagcner See im Schilf gefunden habe. Seiner Frau bat er die Sachen nicht gezeigt. Die Mutter des Ermordeten erkennt diese Sachen als die ihres Sohnes wieder und bricht dabei in Schluchzen und Wehklagen aus. Di« will sich aus Heu Angeklagten stürzen, der ohne eine Miene zu verzichten und mit verschränkten Armen tn der Anklagebank steht. Die Mutter der ermordeten Martha Reick und der AmtSsekreiör Borchardt be runden, daß die Leib wüsche des Mädchens offenbar mit großer Gewalt zer- rissen worden sei. Frau Reich erkennt bei Schulmann gefundene Sachen als die ihrer Tochter wieder. Rechtsanwalt Dr. Frey richtet an den Zeugen Borckardt mehrere Fragen, welche darauf hinausgehen, ob die Zerreißung der Kleidungsstücke auch durch das Schilf oder beim Bortschafen der Leiche geschehen sein könnte. Der Zeuge gibt diese Möglichkeit zu.(Diese Dinge wurden er- örtert, weil die Anklage behauptet, daß das Mädchen vor der Er- mordung vergewaltigt woxden s«f.) Die Verhandlung wurde aus Donnerstag QM Uhr vertagt, Sport. Der Schwimmverein„BorwärtS", Verlin 1897(Mitglied de? Arbeiter-WassersporiverbandeS) veranstaltet am Sonntag ein Dauer- schwimmen unter Beteiligung aller Lrbefter-Sckwimnivereine Groß- Berlins. Der Start ist dorm. 10 Ubr im Urbanhasen: d.urw- schwömmen wird der Landwehrkanal bis hinter die Tbielenbrücke (Stlldenlcnbad). Retiungsvorführungen, Unter Beteiligung der Ar- beiter-Samariiev-Kolonnes finden stark: Gegen 9.30 Uhr an der Kotlbyier Brücke, gegen 10 Uhr an der Hobrechtbrücke und gegen 10i45 Uhr an der Thielenbrücke. Mus aller Welt. Schwere Erplosion in einem Bergwerk. Frankfurt a. M., 7. Juli. Tie„Frankfurter Zeitung" meldet aus Budapest: Durch Explosion eines Thnamitlagprs im Ungaria- Schockt des Aninacr Kohlenbergwerks wurden 210 Bergleute ge- lötet. 170 Leichen sind geborgen. Wolkenbruch in der Tteiertnark. Graz, 7. Juli. In mehreren Geyremden der östlichen S t e i e r' mark sind schwere Wolkenbrüche niedergegangen, die an Feldern, Brücken und Häusern ungeheuren Schaden anrichteten. Sämtliche Telephon- und Telegravhenleitungen sind zerstört. Die Einwohner konnten oft nur mit Mühe sich und ihr Vieh retten. Wetterbericht bis Freitag mittag. Sehr warm und ziemlich ich'wiil, vielfach heiter, aber veränderlich, im Wcften an vielen Orten Gewitter. In u. alle Harnleiden, Harn* and Blataatersacbunscn. Dr. med. Karl Reinhardt, Pofr-damer Straße 117, Sprechstunden:>/.l2— 2,>//.— J/2I0 abds. Sonnt.>/,>>— I Uhr. Aufklärende Broschüre mit Beschreibung sämtl. Heilver- fahren in verschl. Kuveit eeg. tinsend. v. 2,— M. portofrei Sozlaldem. üahlvereln lleukSiln(S. P. D.) Ilachrnft Den Mitgliedern die traurige Nachricht, dag un|et Genosse Hugo Ballasejns 51. Bez. verstorden ist Ehre seinem Andenke»! 240/1 Set vorstand, SpeziaEarzt Haut.Harn-.Franenleidea.Sal- Tarsan-Kurcn, Blutuntersuch., Macnesschwäche, Ausschlag, Höhensonne-Bestrahlung.- HelUnsL Dr. med. Lommer, Spreche, lo-t. 4-71),, Sig. 10-12. ßTinnenslF.lSS'��" ipezialarzt Dr. med. Koeben ür Haut-, Harn-, Frauenl., ichwäeh« Beh. schnell. icher, schmerzl. ohne (erufsst.. Blut- u. Harn intersuch(Fäden i Harn) 'riEiiric!iS!r.8lÄp"k. tönigstr.SWlfSS; ipr. 10-1, Sonnt 10-1. :eUziaLStp'uMtmWia Spezialarzt Dr. med. Haschä[' Frieilrielistr.90,s?irde,bähTh. Haut-, Harn-. Frauenleiden Spr. 10— 1,5— 8. Sonnt. II— 1. Kostenl. Berat. Beq. Zahlung, Hingerichtet sei Ihr Auge auf die T billige Bezugsqdelie für FahrrSder, Pneuma.| tlks und Fahrradersatz-| teile. W. Selrnlz, sÄVg, I Meraner Str. 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Für die neu gegründete Verwaltungsstelle Hattingen wird baldigst ein Geschäftsführer gesucht, Das Gehau regelt sich nach den Beschlüssen der Generalversammlung in Stuttgart mit den örtliciien Tenerunf�zu- lagen._ Kellegen, welche nach ihrer Beltiagsle'stung (260 Beiträge) fünf Jahre Mitglied unserer Ürgamsauon sintj, agitatorische und ürganitatorische Fähigkeiten besitzen, m Verwaitungsarbeiten vcrtiaut sind, wollen utuer Angabe ihrer Famnienverl.äiircsse, Oesundheitszustaiides, ihre Bewerbung bis 17. jali einsenden mit der Aufschrift„Bewerbung" an den Kollegen Job. Wie an dt, tiattwüw? (Ruhr), fitggertfriü# A. JÖ.7* L Staatl. Schauspielhaus. (Operetten-Gastspiel) Allabendl."*" len-üastspiel) Die Strolivltve. 71/3 Uhr: Musik von L e o B e c h. Groies Sehauspielhui. 71/,; Jul. Cäsar(19. Abt., 4. Ab.) Frt.: Jul. Cisar(18.Abt.4.A.) Deutsches Theater. Maria Orska 8 Uhr: M lI.DlUM!llIW Kammerspiele. Abel/ Kate Dorsch su: Leibgardist Kleines Sctiaospielhans. Fasanenstr. I(Nähe ßfif. Zoo). tv, u.; BütlisederPMiler«. TheaterdesWestens Max Pallenberg: v> 71/, Uhr: Lessing-Tliiatir. Semmeraplelzelt Allabendlich 8 Uhr: Iftunti in D.Glas d. Jungfrau Gsutsehes Kiinsiier-Ttieaier Allabendlich 7,/jUht; Die bessere Hälfte mit Max Adalbert. Rose-Theater. 7V, Uhr: Schwarzwaldmädel Friedr.-Wilhelmst.Theater jv, uhr: Evclien Humbrecht. Der große Erfolg. Theater Folies Capriee Friedrich-, Ecke Linienstr. 7'/, Uhr: Fiimißsr-KiarcheR Musikalischer Schwank. Winter- Garten Täglich 7.18 Uhr: Varlute-Spiiiplan KeucLen gestattet! APOLLO |7>/, Thohter T1/,! J Direkt. James Klein, f Juli 1920 ■•ue iNaturaj lebende Kunstwerke iMauß tollkühne} ITODESFÄHRTI 2 Aejfirs J am Meeresgrund. »iiiiiitnl j v. Dtsch. Opernhaus I in ihren Tänzen I u. weitere Sensation. I Pinnnp S'üaeL©aerao- rldllUü, niuma, nunft- fplelpianos�lpiclapparote, für jedes Harmonium palsend. Vlune-BlUgazin' A. Lehmaii&Go., Zuh.: eanrienbeeg. Ceipsigec Skr. 115 IIS. Ot. gratitfuelmr Str. 106. 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Die echten Garbäty-Cigaretten werden nach wie vor aus rein orientalischen Edeltabaken hergestellt Nachahmer werden strafrechtlich verfolgt, sachdienliche Mitteilungen belohnt. Berlin-Pankow, Juni 1920, Garbatjf. ÄMWWM' DDi MMe flopfbebetfungen. Harken, Sensen, Slluniinafioiis-. Verlosung»-Artikel. Itiefen und Läse. Zeuer- wert.Iunzfarkroller, Guirfunden. Jahnen usw.' Wjl S M« M>. »«R1.IN C 19 Am Spittelmarkt 4—7 1. Versand nach Außerhalb. Verlangen Sie Preisliste Rr. 33. Das Ehfistusproblem gelöst!%Vw1esu0srchrii?u\r?i In einer alten orientalischen Bibliothek ist ein Dokumentl gefund. worden, das ganz genau mitteilt, wer Jesus Christus 1 ein Bundesbruder des Essäerbundes, einer Artl Freimaurervereinigung. Es ist der Bericht des Aeliesten[ diesesBundes injerusalem an denAeltesten in Alexandrien. Dokument zu vernichten, da sich die ganzen mystischen Wundergeschichten auf einmal ganz natürlich erklären. Die Vernichtung gelang ihm aber nicht. Dieser Bericht ist von Ferd. Schmidt ins Deutsche übersetzt Kein Denkender wird das Werk unbefriedigt aus der Hand legen a Preis Mk. 6,30 und Mk. 1,10 fr. Nachnahme. W Gr. Bücherkatalog gratis. Albrecht Donath. Verlag, Leipzig 42 Wir bieten an: Zigarren - hochfein, rein überseeisch—— zu M. 560, 590, 680, 795, 850 und 880 pro Mille | exkl. Steuer, in pr. Holzkisten, gröBtent. V» gepackt.{ Probesendung i. Höhe v. ca. M. 800,— sortiert gern»u Diensten. Auiträge finden d. Reihe nach Erledigung. ■' Umsonst ist ein Besuch unseres Lagers nicht Ein Versuch mit unseren Marken führt bestimmt zu dauernder| Kundschaft. ELSTE& Co. [Tabakvertriebsges. m.b.H., Gnelsenaustr. 65. � Perlen fJuwelei Mw groests Silberiager Margruf.* cu Kmnonimtrmstt 9 Für den Bau eines Wohnbansss mit Harten am Baknbof IWarfeufefde, 20 Minuten ab Potsdamer Platz, 3 Zimmer, Küche, Kammer, Bad und Stallung, durch den Bauverein Mariendorf•Süd, sind a*ch einige Grundstücke zu vergeben. Besichtigung täglich von 4—8 Uhr Meldung im Rectaurait Wlldgrube am Bahnhof Marianfelde. Telephonische Anfragen: Wilhelm 3302. 7580 Jfteine großen Jßöbet- Säger mit Speisezimmern, Herrenzimmern, Schlof- zimmern, Leber- u. Gobelin- Garnituren, JJlüsd). fofa», Trumeaus, Schrünfen, Vertikos, kam» pielfen»ücheneinrichtungen nfto. stehen zur ge- > älligen zwanglosen Besichtigung in der Srnnnensf rasze Ar. 7. Ar. 6 u. Ztr. 1S6 nahe Rosenthaier Platz bei �ödel-TecKner, ÄÄN 1 diebffnet von 8— 6| Keiligensee--gel Parzellen; an Wald� und Wasser, auagezeichneter Boden, billiger[ 1 Airschollee, Tellstrecke der Tegel rsi: Lamp: Heiligense eer Siraßendahn. zealrelMene eer Wer 11. ZeressR». Teutschlands. Filiale Grotz-Berlin. Außerordentliche Mitglieder-Versammlung am Sonnabend, d. ID. Juli 1VSO, abends 5 Ilhr< im Saal I de» Sewerkschastzhauses, Engelufer 15. Tagesordnung: Unsere Lohnbewegung. OtF" Alle Zko liegen, auch die der Bororte, haben zu er- schewrn. da eventuell der Streit beschlossen wird.-PD» Der Vorstand. Allgemeine Ortskrankenkasse der Stadl fierlin-Sehöneberg. Das Versicherungsamt hat den Wert der Sachbezüge rückwirkend vom I. April 1920 ab erhöht. Wir verweisen auf die in Nr. 146 des„Schöneberger Tageblattes* enthaltene amtliche Bekanntmachung. Für die Krankenverslcheruns tritt die Erhöhung und damit die Zugehörigkeit zu einer anderen Lohnstufa vom S. Juli 1920 ab in Kraft. Die neuen Bestimmungen beiühren insbesondere auch die in Privathaushaltungen beschäftigten Dienstboten, tut welche vom 5. Juli 1920 ab die Beiträge betragen bei einem Monatslohn bis einschl. 30 M. täglich 42 Pf.(Lohnstufa III) „ über 30 M. bis einschl. 90 M. tägl. 56 PL„ IV .. M„. 150., 70„„ V , 150„„„ 210„„ 84.„ VI) An Invalidenmarken sind in jedem Falle solche zu 50 Pf., ab 1. August 1920 zu 1,40 zu verwenden. 146/17 Berlin-Schönebcrg, den 5. Juli 1920. Der Vorstand Krukow, Vorsitzender, Fritz Senss, Schriitführer. ins vor Im ih Iis. Die Wohnungsnot in Köln hat einen derartigen Umfang angenommen, daß zum wiederholten Mal« vor einem Zuzug nach Köln dringend gewarnt werden muß. Zuziehenden droht Obdachlofigkcit. Ohne Zustimmung des Wohnungsamtes abge- schlossene Mietverträge sind rechtsuugültig. Zu- widerhandelnde haben neben hoher Geldstrafe zwangsweise Aussetzung zu gewärtigen. Köln, den 1. Juli 1g2l). Der Oberbürgermeister. Wohnungsamt. U/U DKLSDIVLR BANK. Aktiva. Bilanz per 31. Dezember 1919. Passiva. Kasse, fremde Geldsorten, Zinsscheine und Guthaben bei Noten- und Abrechnungsbanken. Wechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen a) Wechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen des Reichs und der Bundesstaaten b) eigene Akzepte............ c) eigene Ziehungen........... d) Solawechsel der Kunden an die Order der Bank................. Nostroguthaben bei Banken und Bankfirmen.. Reports und Lombards gegen börsengängige Wertpapiere.............. Vorschüss« auf Waren und Warenverschiffungen davon am Bilanztage gedeckt a) durch Waren, Fracht- oder Lagerscheine. b) durch andere Sicherheiten....... Eigene Wertpapiere............ a) Anleihen und verzinsliche Schatzanweisungen des Reichs und der Bundesstaaten.. (davon M. 44 154 138,66 verzinsliche Schatzanweisungen) b) sonstige bei der Reichsbank und anderen Zentralnotenbanken beleihbare Wertpapiere c) sonstige börsengängige Wertpapiere.,. 4) sonstige Wertpapiere......... Konsortialbeteiligungen........... Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und Banktirmen.............. Schuldner in laufender Rechnung...... a) gedeckte.............. b) ungedeckte............. außerdem Aval- und Bürgschaftsschutdner M. 2 262 903 334,73 hierunter Aval-Forderungen an Reich- und Raichsbank....... M- 418810 700.— Bankgebäude............... Sonstige Immobilien............ Mobllien-Konto.............. Pensions-Fonds-Effekten-Konto....... Effekten- Konto der König- Friedrich- August- Stiftung............... Effekten- Konto der Georg-Arnstaedt-Stiftung.. Saldo der Zentrale und auswärtigen Abteilungen mit unserer Niederlassung in London... Verlust. Mk. 560 1 29 049 4 390 865 843 778 789 362 538 677 316 381 711 755 122 001 799 53 347 357 53 718 053 1 868 926 300 46 164 280 2 830 245 2 218 301 3 714 752 95 205 122 250 20 720 536 Pf 10 90 85 Aktien-Kapital-Konto........... Rucklage A.............. Rücklage B.............. Talonsteuer-ROcklage- Konto....... Gläubiger a) Nostroverpfiichtungen(einschließlich der für Reich und Reichsbank übernommenen)............ b) seitens der Kundschaft bei Dritten benutzte Kredite........... c) Guthaben deutscher Banken und Bankfirmen.............. d) Einlagen auf provisionsfreier Rechnung............... 1. innerhalb 7 Tagen fällig...... 2. darüber hinaus bis zu 3 Monaten fällig.............. 3. nach 3 Monaten fällig...... e) sonstige Gläubiger......... 1. innerhalb 7 Tagen fällig...... 2. darüber hinaus bis zu 3 Monaten fällig.............. 3. nach 3 Monaten fällig...... Akzepte.............,.. Noch nicht eingelöste Schecks...... Außerdem Aval- und Bürgschaftsverpflichtungen(einschließlich der für Reich und Reichsbank übernommenen)... M. 2 262 903 334,75 . Eigene Ziehungen...„— davon für Rechnung Dritter......',— Weiterbegebene Solawechsel der Kunden an die Order der Bank.,— Dividenden-Konto............ Pensions Fonds-Konto.......... König-Friedrich- August-Stiftung...... Georg-Arnstaedt-Stiitung......... Uebergangsposten der zentrale und Filialen untereinander............ Reingewinn............... 8 824 032 605. j 95 i I Gewinn- und Verlust-Konto Mk. 1 016 174 084 327 471 854 271 527 980 4 859 470 546 995 798 176 161 269 511 Pf. 40 50 Mk. 260 000 000 51 000 000 29 000 000 944 536 139 046 052 4 674 883 330 753 434 1 615 173 918 6 016 538 234 107 582 778 190 286 273 749 272 6 841 459 114 759 153 722 508 240 50 658 039 PL 70 per 31. Dezember 1919. 8 824 032 605| 95 Gewinn. Handlungs-Unkosten-Konto Steuern........ Reingewinn....... Dresden, den 31. Dezember 1919. Mk. 72 439 621 12 909 569 50 658 039 PI. 136 607 231 i 70 Vortrag von 1918.................. Sorten- und Zinsschein-Konto............. Wechsel- und Zinsen-Konto.............. Provisions-Konto........,,........ Elfekten- und Konsortlal-Konto............ Erträgnisse aus dauernden Beteiligungen bei andern Banken Tresotmieten.................... 136(.07 231 1 70 DRESDNER BANK. E. Gutmann. Nathan. JQdell. Herbert M. Gutmann. Hrdina. Kleemann. Ritsch er. Frisch. Lebensmittelunruhen. Karlsruhe und Königsberg. Karlsruhe i. S., 7. Juli.(Eigener Drahtbericht beS„Vorwärts".) Hsurc ncnlimitiag senden hier abermulZ schwere Leben«mittclunrnhcn statt, bei denen es au blutigen ZuiemmenstSfien zwischen der Eicherheitspolizei und der Volks- n�ene!? kam. Vor dem Abichnittskomnuttido in der Hnn-Z-TbomaS- circße wurde gegen-1 Uhr die Sicherheitspolizei von der Volksmenge umzingelt, wobei venurbt wurde, den Beamten die Waffen z u entreißen. Tie Polizei setzte sich mit ihren Waffen zur Wehr. 7lls aus der Menge geschossen wurde, machte die Sicherheitsvolizei von ihrer Waffe Gebrauch. Tas zur V'ilie herbeieilende Panzerauto gab mit einem Maschinen- oewehr Feuer aus die Menge ab, wurde dann aber selbst von allen Teiten beschossen. Bei der Schießerei wurde eine Frau getötet und mehrere Personen zum Teil schwer verletz! Vom Metallarbeiterverband wurden Unterhandlungen zur Einstellung des Kampfes mit der Sicherheitspolizei eingeleitet. worauf vorläufig Ruhe eintrat. Trotzdem sammelten sich gegen 5 Uhr neue Menschenmengen vor dem Nbschnittskommando, und es sind leider weitere Zusammenstöße zu befürchten. Königsberg, 7. Juli. Auf dem Alistädtischen Markt und auf dem Fischmarkl wurden heute früh eine Anzahl Verkaufs st ände geplündert. Die Verkäufer wurden mißhandelt. Als die Menge auch ein Schuhgeschäft zu plündern drohte, erschien ein starkes Aufgebot Sicherheitspolizei mit Maschinengewehren und säuberte die Straße. Krefeld, 7. Juli.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Die Zufuhr von Lebensmitteln ist erheblich besser, die Preise sind stark zurückgegangen, und damit ist eine B c r u h i- p u n g der Bevölkevung, die gestern noch sehr unangenehme Teue- rungkunruhen mit Unterstützung der U. S. P. veranlaßt hat, ein- getreten. Steuerabzugsstreik in folle. I Mogheburg, 7. Juli. Nach einer Mitteilung der Presseitell- des Oerpräsidiums hat die gestrige Konferenz der Parteisunklio- nänc der U. S. P. D., der Vorstände der Gewerkschaften, der Mit- glieder de? Gewerkschastskartells und der Obleute der Betriebs- röte sämtlicher Betriebe in Halle einen General st reik wegen des Steuerabzugs erklärt. Kriegsgericht unü Schieber. Ein neuer Beitrag zur Rechtsprechung der Kriegsgerichte. Am 28. August 1919 berichtete der„Vorwärts" über eine um- songreiche Zucker schiebung in Küstrin, in die Beamte des Proviantamts und der Intendantur des 3. A. K. stark verwickell schienen. Ter Hauptschieber, ein gewisier Klauer, zugleich Leitt.r der■ militärischen Lebensmittelbeschasfungsstelle, die der Inten- dantur des 3. A. K. unterstellt ist. hatte 350 Zentner Zucker er- worden, das Pfund zu 59 Ps., die er mit dem kleinen Gewinn- aufschlag von 1299 Proz., nämlich das Pfund zu K,öv M. und mit einem Gesamtnutzen von 179 999 M. zu verschieben gedachte. 199 Zentner hatte er bereits abgesetzt, den Rest von 259 Zentnern batte er mit Hilfe von Beamten des Proviantamts verborgen. Sie waren nämlich in Räunien des Proviantamts abgelagert. aber nicht in dessen regulären Magazinen, sondern in einer ab- gelegenen Scheune, wo sie von der Polizei sorgfältig unter Heu versleckt gefunden und beschlagnahmt wurden. Die Abladung selber war in aller Heimlichkeit zwischen 4 und 7 Ilhr früh'fte- schehen. Klauer ist inzwischen vom Militärgericht zu 8 Monaten Ge- iäugnis und 56 999 M. Geldstrafe verurteilt worden, hat aber Re. Vision eingelegt. Dagegen weigert sich die Staatsanwaltschaft, gegen die Helfershelfer des Klauer, die mitschuldigen Jntendan- iurbeamten vorzugeben. Hierbei geht sie von folgendem aus: Tas Militärgericht hat Klauer nur verurteilt wegen der Ber- schiebung der ersten 199 Zentner. Bezüglich der in der Inten- danturscheune aufgefundenen 259 Zentner macht da? Militär- gericht dagegen die merlwürdige Annabme, daß diese für die mili- t arische Lebensmittelbeschcrssungsstelle angekausl worden seien. Da- bei mußte dem Militärgericht bekannt sein, daß die gesamten 359 Zentner Zucker aus einer Hand stammten, daß Klauer sie au? feinen privaten Mitteln bezahlt hat. daß der Zucker in zwei Pasten von erst 399, dann 59 Zentner eintraf und daß somit die 259 Zentner ein Teil der gesamten Schiebung waren. Ilm ihn für das Heer zu erwerben, hätte Klauer auch vorher die Genehmigung der Intendantur einholen müssen— zumal Zucker gesetzlich rationiert und dem freien Handel entzogen ist—, er hat aber keinerlei Genehmigung zum Einkauf gehabt. Wenn gegen die Jntendanturbeamten ein Verfahren eröffne: worden wäre, so hätte der Fall wahrscheinlich ein großes ösfent- liche? Interesse � weit über den Rahmen eines gewöhnlichen Schieberprozesse? hinaus— erlangt. Aber die Einleitung des Verfahrens scheitert einstweilen an der„Annahme" de? Kriegs- gcrichtes. Wir sind allerdings der Ansicht, daß auch diese An- rahme sür den Staatsanwalt kein rechtliches Hindernis zum Vor- gehen bildet. Zum besonderen Studium empfehlen wir den.Fall der Deuischnationalen Volk spartet, die einerseits so warm für die Beibehaltung der Kriegsgerichte eintritt, anderer- seit? in ihren Wahlanßrufen die Bekämpfung des Schie- b e r t u m s mit großem Pathos verckünidet. « Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten schreibt unS: E? ist allgemein bekannt, daß nach der Revolution im No- veMber 1918 die einseitige Grußpflicht im.Heere abgeschafft worden ist. Eine gegenseitige Grußpflicht wurde für das Friedenkheer erst teilweise im Januar 1919 und für die gesamte Reichswehr durch Erlaß der Reichsregierung vom 29. Mac 1919 eingeführt. Lazarettinsassen, die\ Angehörige des alten Heeres waren, fallen nicht unter diese Verordnung. Trotzdem ist ein Hauptmann Sehmsdorf in Stettin wegen des Vergehen? der Achtungsverletzung, die in der Nichteinnahme einer„strammen Haltung" bestehen soll, gegen den Lazarett- msasssn Wilhelm Lindemann vorgegangen. Das Kriegsgericht der Abwickelungsstelle der 3. Division Stettin verurteilte den Ilebeltäter wegen Gehorsamsverweigerung zu vierzehn Tagen mittleren Arrestes. Das Obcrkriegsgericht in Berlin er- mäßigte die Strafe auf 3 Tage Mittelarrest und nahm nur Ach- tungsverletzung an. Beide Urteile entbehren jeder recht- lickten Grundlage. Der Erlaß der Reichsregierung vom 29. Ma? 1919, auf den sich das Urteil der 3. Division beruft, regelt die beiderseitige Grußpflicht nur im FriedenSheere. Zu die- fem gehören aber die Lazarettinsnffen nicht, da das alte Heer be- kannrlick am 31. Mai 1919 aufgelöst worden ist. Wie kommt da? Kriegsgericht dazu, einen Verwundeten zu verurtetlen, obwohl eS iwr fem Recht dazu hat? Der Bsrurtetlte befindet sich wegen seiner schweren Verwundung jetzt«och im Lazarett und soll nun-. mehr die Strafe absitzen. Es klingt geradezu wie Hohn, dass heute noch Kriegsgerichte in Wirksamkeit treten, weil em Verwundeter, der gar nicht mehr zum Heere gehört, erklärt hat, daß er„die Finger nicht mehr an die Hosennaht lege". Ein neuer Beweis, wie notwendig die Abschaffung der Kriegs- gerichte ist. die Kriegsgefangenen in Sibirien. Ein dänischer Hllfernf. lieber die Zustände unter den d e U t sck, e n. u n d öfter- reiöbischen Kriegsgefangenen in Sibirien unierrichtct folgender Brief, den..Verlingske Tidende" von dem dänischen V i z e k o n i u l in Jrkutsk, I. L. Moller-Hol st, erhalten bat: Der Zustand der Kriegsgefangenen in Sibirien ist vollkommen verzweifelt. Nach mehr als fünfjähriger Gefangenschaft bc- zweifeln diese Unglücklichen jetzt, ob ihnen jemals Hilfe und Be- frcinng von ihrem Leiden gewährt werden wird. Seit ich in Jrkutsk bin, haben wir Dänen uns immer an die verschiedenen Regierungen getrwitdt, wir haben namentlich mündlich mit den Vertrelern der Ententeregierungen verbandelt. So ein- dringlich wie möglich haben wir um Hilfe gebeten, aber b i s b e r ist wenig Hilfe gewährt worden, die Welt scheint diese Tausenden von unglücklichen, nicdergebrochenen Menschen ganz vergessen zu haben. Die materiellen Mittel, die der Dänischen Kriegsgesariigenen- bilfe hier zur Verfügung standen, sind nur gering gewesen. Die ?lrbeit galt daher rn erster Linie einer möglichst großen m o r a l i- s ch e n Unterstützung. Man hat dafür gesorgt, daß die Ge- fangenen erhielten, was ihnen zukam, und hat sie gegen Wirtschaft- liche und persönliche Uebergriff« seitens der w»chseln>den Lager- kommandanten und Arbeiter beschützt. Die Kräfte reichten beinahe nicht aus zu der vielen Slrbeit. Nach eingebender Schilderung der Tätigkeit der Dänischen Krieg sgerangenenhilfe. die sich nicht nur auf die Kontrolle der den Kriegsgefangenen zugewandten. Unterstützungen erstreckte, sondern auch in der Verwaltung der Kriegsgefangenen- l a g e r und in der Sorge um das leibliche Wohl der Kriegsgefange- nen Hervorragendes leistete, schließt Moller-Holst seinen Bericht: Die dänischen Kriegsgefangenenkomitees in Sibirien werden aus ihren Posten ausharre« und keine Gelegenheit versäumen zur Rettung der zahlreichen Opfer de? Weltkrieges, die hier in den Ge- fangenenlagern noch hungernd, frierend und leidend schmachten. Ich richte durch diese Zeilen einen neuen Hilferuf nach D ä n e- mark und Europa. Möchte er erhört werden, möchte die Hilfe kommen, bevor abermals Taufende von Menschenleben vernichtet werden. Der Kampf um Crmlanü und Masuren. Allenstein, 7. Juli.(Eigener Drahtbericht des.Vorwärts".) Dstdeutschland siebt unter dem Eindruck der bevorstehenden A 5 st i m m u n g über die künftige StaatSzugebörigkeit von E r m- l a n d niid Masuren. Alle anderen politischen Ereignisse, selbst die Konferenz von Sva, sind in den Schatten gerückt. In Ost- und Westpreußen herrscht eine einmütige deutsche Volksbewegung. die jeden Klassen- und Wirtschailskampf. vollständig ausgeschaltet bat. Wohin man nebt, Fahnen- und Girlandenschmuck. Stunde um Stunde treffen trotz volniimer Korridor-Schikane Züge ein. die AbstiinmungSberechtiate ans ganz Deutschland bringen. I» iever Stadt und in jedem Dorf ist ein beißer Kampf zwischen D e» l s ch e n und Polen entbrannt. Die Brennpunkte liegen in den Hauvt- städten der Abstimmungsgebiete. Allenstein und Marien- werder. von wo aus die Organisationen ihren umfassenden Wablavparat in Beweguna setzen. Niemand zweifelt an dem deutschen Sieg, jedoch geben Sprachenparagraph und deutsche Ostmarkenvolitik unseligen Angedenkens in verschiedenen Bezirken den Polen beute noch guten Agitation? st off.< Pom Ratbau? Allenstein weben die Fabnen der I n t e r- a l l i e r t e n, unier deren Oberhoheit sich der Wahlkampf und die Volksahstiinmnna vollziehen. Namhafle Künstler bringen Abend kür Abend in Festvorstellungen die Werke der großen deul'chen Dichter zu Gebor. Die Polen sind angesichts der voraus zu- sehenden Niederlage nervös geworden. Hänsia kommt eS zu Schlägereien. Die deutschen Abstimmunasbehörden und Organi- sationen, von denen der Kampf geleitet wird, mahnen mit allen Kräften zn Rübe und Besonnenheit. Vor einigen Tagen wurde ein Deutscher vou den Polen im Allensteiner Siandguartier dieser Partei erstochen. Darauf versuchte die erregte Bevölkerung daS von den Polen belegte Hotel zu stürmen. Deutsche Sicherheitsmannschaften verhinderten dies. Nunmehr ist das polnische Ouartier mit Stackeldrah� abgesperrt. Der Krieq Polens mit Rußland und die polnische Mobilisierung haben der polnischen Sache schweren Schaden zugefügt. Aus dem jetzt zu Polen gshörenden Kreise Soldau sind Hunderte von Militärpflichtigen in den Kreis A l l e n st e i n übergelaufen, die sich zum Teil den Uebertritt mit Handgranaten erzwungen haben, um der E i n z i e h u n a zu entgehen. Diese Hunderte von lleberläufern sind die beste Pro- paganda für Teutschland. Wie bei allen Wohlkämpfen fehlt es hier natürlich um lo weniger an Lügen und Entstellungen. Die Schwäche der Polen zeigt sich vor allem darin, daß sie jetzt Ermland und Masuren die Autonomie versprechen, wenn sich eine Mehrheit für Polen ergeben sollte. Die durch den Friedensvertrag den Deutschen aufgezwungene Abstimmung und der dadurch not- tvendig gewordene Kampf erzeugen eine maßloie Erbitterung unter der verschiedensprachigen Bevölkerung, die jahrelang kort- wirken muß und ein schwere? Hemmnis für die Völker- Verständigung bildet. silach Art. 2 des AbstiminungZreglements vom 14. April 1929 können in den Gemeinden mit mechr als 699 Abstimmungsberech- tiglen besondere Stimmbezirke für diejenigen Wohl- berechtigten gebildet werden, die zwar in dem Bezirk geboren sind, aber dort keinen Wohnsitz oder besoldeten Ausenthalt haben. Eni- gegen dieser klaren Bestimmung hat die interalliierte Kam- Mission in Allen st ein eine Verfügnna angeordnet, daß auch in den Bezirken mit weniger als 699 Abstimmungsberechtigten für die auswärtigen Wähler besondere Wahlbureaus und Urnen zugelassen werden können. Diesen Beschluß bat die interalliierte Kommission auf Vorschlag der Polen gesaßt. Da es Stimmbezirke gibt, die nur ganz wenig Stimmberechtigte haben, sogar nur ein oder zwei Personen, wird durch diese Verfügung das Wahl- geheimnis verletzt. Auch soll affenbar bei der Entscheidung über das Schicksal der Bezirke gegebenenfalls erreicht werden, daß den Stimmen der von auswärts kommenden Wahlberechtigten, die oft den größtep Teil der Wähler ausmachen, eine geringere Bedeutung beigemessen wird, als den ansässigen Bewohnern. Der Reichskommissar für das Abstimmungsgebiet Ostpreußen, Frei- Herr v. G a y l, hat gegen diese Maßregel eine scharte Protest- note an"»die interastiierte Kommission gerichtet. Es kann nicht laut genug gefordert werden, daß die deutsche Regierung diesen Protest nachdrücklich in Spa unterstützt. Ter Friedensschluß mit Oesterreich. Ter Botschalterrat der Emente hat beschloffen, daß der A u S ta u s ck der R a t i s i- zierungsurkunden mit Oesterreich am 16. Juli stattfinden soll. Er bat ferner de« Antrag, die Bolksabstinlnrung im Bezirk Teichen nicht vornehmen zu Kruen, abgelehnt, Der Kampf um A!e freie Schule. Reaktionäre Temokraten in Tanzig. Wie uns aus D a n z i g mitgeteilt wird, besteht die dringende Gefahr, daß das im größten Teile des Frelsiaatgcbiekes, iusbr- sondere i» Danzig selbst bestehende S i m u I t a n s chu l s ystc m ourch die Konfessionsschule, die den P o l o n i s i e r u n g s- oeitrebungen außerordentlich zustatten käme, verbrängz wird. wenn nicht noch in der bevorstehenden zweiten Lesung die Danziger Demokralen eine andere Haltung einnehmeu. Die Mehrheit des Perfassungsausschusses hat nämlich in der ersten Lesung einen Beschluß gefaßt, dessen vorangestelltes Prinzip der Simultanschul« in den folgenden Sätzen über die Erhaltung der b st c b e rr- den und Neueinrichtung weiterer Konfession?- schulen geradezu Lügen gestraft und verhöhnt wird. Wie sieht nun die Mehrheit aus. durch die ein solcher Beschluß zustande kam? Hierüber schreibt die„Danziger Voflsstimme": Die Stellung des Zentru m s in dieser Frage konnte von vornherein nicht zweifelhaft sein, und bei den Deutschnatio- nalen werden wir uns über nichts mehr wundern. Ta? IIn- erhörte ist dies: die Demokraten sind es. die in lieblichem Verein mit Polen, Zentrum und Deutsch nationalen diese Berschandelung unserer Schule auf dem Gewissen tragen wenden, wenn sie nicht noch in letzter Stunde eines Besseren sich besinnen. An ihrer einen Stimme im Per- fassungsausschüß lag es, an ihren 19 Stimmen im Plenum wird es liegen, wohin in dieser entscheidenden Frage das Züng- lein an der Wage ausschlägt. Die reaktionäre Gesinnung dieser„Demokraten" wird durch den Umstand besonders beleuchtet, daß sich der Vertreter der„Wirt- schaftlichen Vereinigung", dieser den Deutsch nationalen äußerst verwandten Gruppe, gegen die Dunkelmänner aus- sprach, denen sich die„Demokraten" in Danzig zugesellt haben. Dos richtige Urteil über das Verhalten dieser„Liberalen" gab«in bürgerlicher Abgeordneter, gls er von diesem Streich als von einem „Verrat aller demokratischen Prinzipien" sprach. Wir sind gespannt, welche Stellungnahme die Temokraten im Reich dem reaktionären Treiben ihrer Danziger Kollegen gegenüber einnehmen werden.' Gelingt es nicht, diese vor der zweiten Lesung der Schuloorlage zur Vernunft zu bringen, so werden sie sür immer mit dem Vor- wiirf belastet sein, in Danzig die Schule der Kirche»usge- liefert zu hoben. pomphaste �lpochekerpolitik. Man schreibt uns aus Apotbekerkrcisen: Unier dem Titel:„Politische Schulung— das Gebot der Stunde" schreibt der Vorstand des AvotbekervereinS de? besetzten Westens in der„Pharmazeutischen Zeitung" u. a. folgendes: Der vierte Stand, über Nackt zur Hcrischait gelangt. verlangte eben die Einlösung der betreffenden Wechsel aus dos Diesseits, das Teilen mit den„Reichen" an erster Stelle, und da diese Reichen sich doch nicht so laminäßig geduldig das Fell über die Ohren ziehen ließen, d. h. den Helden der Straße ihre Geldschränke öffneten, wart man der nun einmal auigepeitichlen Masse zur vorläufigen Beschäftigung den G o- »ialitierungsk Nochen hin, denkend: Kommt Zeit, kommt Rat! Politisch Geschulten tat deshalb beim Zauberwort„So- zialisscrung" daS Herz keinen Schlag mehr, schlug weder das gute, noch das schleckte Gewissen. Der Führer dieses Apotbekervereins ist Herr Apothekenbefitzer Josef Pomp in München-Gladbach, der sich in den Fachzeiriingett als Vertrauter des Ministers Stegerwald vorsübrr. Unterm 7. Dezember 1919 sagt derselbe Mann nack Mitteilung des„Zrntralblattes sür Pharmazie" in Nürnberg in cioem streng- vertraulichen Nmidschreiben an die Mitglieder des genannten Per- eins über das Resuliat seiner Verhandlung mit Minister Stegerwald: Aus taktischen Gründen kann über das Gesamtresultot weiterbin nur dies gesagt werden, daß die moralische Wirkung unserer Darlegungen sichtlich eine große war. zumal diele Darlegungen unter voller Ausnutzung der politischen Loge im allgemeinen, der Rheinlandfrage im be- sonderen, mit rheinischem Freimut erfolgten. Diese aufs Ganze gebende bürgerliche Politik eines mit den Synipathien der christlichen Arbeiterschaft sich brüstenden Mannes,-der in den engeren Kreisen seiner Fachgenosscn den vierten Stand vollkommen identifiziert mit den Helden der Straße, die den Reichen die Geldichränke öffnen, und der die äußerst prekäre Rheinlandfrage mit.rheinischem Frei- mut" alS Druckmittel zur Durchsetzung pekuinärer Forderungen der Äporhekenbesitzer benutzt, dürste doch auch wohl den christlichen Arbeitern etwas bedenklich erscheinen. Die Schulen in Noskau. Der„Prawda" vom 16. Juni zufolge erwies sich bei der Unter- suckung der Anfangs- und Mittelschulen in Moskau, daß sie sich in einem Zustand vollkommener Desorganisation be- finden. Die Schulen wurden in Wirklichkeit nur vom vierten Teil der Schüler besucht. Die Ernährung der SÄüler ist höchst mangelhaft. Die S p e i s e a n st a l l e n. die angeblich an- gegliedert sind, existieren in Wirklichkeit fast gar nicht. Ebenso mangelt es den Kindern an Schuhwerk. Sie fühlen fich wohl! Das Ungarische Telegraphen-Eorr» Bureau vepbrciret eine Meldung, die den Eindruck erwecken soll, als sei es Ungarn nie besser ergangen als zur Zeit des Trausport- boykotts, der seit einer Woche andauert. Die einzige sichtbare Wir- kung sei eine wesentliche Verbesserung der Lebens- mitielversorgung der Hauptstadt und der Provin�städre. da sür Oesterreich bestimmte große Mengen Obst und Gemme auf den inländischen Markt geworfen werden und die Preise in kürzester Zeit auf ein Drittel des vorwöchentlichen Standes g e s u n, k e n sind. Die Bevölkerung ist damit so zufrieden, daß bereits Stimmen laut werden, man sollte dies Verhalten zu Deutsch. österreich unabhängig vom Boykott andauern lasse».— Es ist bloß die Frage, ob die ungarischen Agrarier, die doch die Hauptstützen des weißen Terrors sind, obrem Patriotismus das Geldop ser bringen wollen, das die Preissenkung nach sich zieht! Jedenfalls spricht die Abdankung der Horthy-Regiening dagegen. Im übrigen kann man ruhig abwarten, ob die in?lussicht gestellte Verschärfung des Boykotts die ungarische Reaktion nicht sehr bald veranlassen wird, andere Töne anzuschlagen. Franklin Roosevclt, der Sohn des ehemaligen Pränderiten der Vereinigten Staaten und Gehilfe des Marinesetretärs, wurde vom Demokratischen Konvent zum Kandidaten für den Possen des Vizepräsidenten gewählt« Berichtigung. In unserem Reichstagsbericht in Nr. 336 deS Blattes darf es in der Rede des Abg. Käppler nicht heißen: Bei strenger Erfaffung des Brotgetreides hätte jeder 269 Gramm Brot mehr erhalten können, sondern es muß heißen, daß bei strenger Erfassung die ursprüngliche Ration von 269 Gramm Mebl vom ersten bis zum letzten Tage des Erntejahres hätte aufrecht «rhalten werde» können. GeVerMastsbewegung üie Arbeiter, Angestellten, Seamten unü üeren Organisationen! Die Rechtsanwaltsangestellten streiken. Ihre jetzige Bezahlung ist eine geradezu jämmerliche. Soweit Ihr gezwungen wäret, einen Anwalt zu Rate zu ziehen, fragt diesen, ob er die Forderungen der Angestellten anerkennt oder enzieht ihm sofort die Prozesse. Der Zentralverband der Angestellten, Belle-Allianceslr. 7/10(Nollendors 4460/63) ist bereit, tüchtige Rechtsanwälte, die die Forderungen de- willigt haben, zur Fortführung Eurer Angelegenheiten zu empfehlen, ohne daß hierdurch besondere Unkosten enstehen. Wir erwarten, dah Ihr die in der größten Notlage be- findlichen Angestellten in seder Weise unterstützt und unserem obigen Ersuchen Folge leistet. Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission. S a b a t h. Äfa, Ortskartell Groß- Berlin. Flatau. Reinsberg. Generalversammlung öer �ngestelltenorganisation. Die Generalversammlung der Berliner Verwaltungsstelle des Zentralverbandes der Angestellten tagte am Diens- lag. Die Tagesordnung wurde auf einen Antrag aus den Reihen der Opposition völlig umgestellt, indem als neuer und dazu erster Bunkt auf die Tagesordnung gestellt wurde: „Der Ausschluß von Hirsch». Gen. aus dem Verband". ES handelt sich um die bekannte Angelegenheit, die auch außerhalb der Organisation als ein„Mundtotmachen einer gewerkschaftlichen Opposition" hingestellt worden ist. Danziger als erster Redner der Opposition und nach ihm Gries verlraten diese Auf« lassung und betonten, Hirsch und die anderen fünf Aus- geschlossenen hätten keinerlei ehrlose Handlung begangen. Ihnen antwortete B u b l i tz, indem er unter anderem ausführte: Die Opposition sollte durchaus nicht mundtot gemacht werden. Gegen eine Diskutierung grundsätzlicher Fragen habe niemand etwas in der Berliner Verwaltungsstelle. Uebrigens herrscht über verschiedene der von der Opposition aufgestellten Punkte bei der großen Mehr- heit Einheitlichkeit der Auffassung. Und worüber sie nicht besteht, das kann ruhig diskutiert werden. Hat aber die Opposition grund- sätzliche Diskussion betrieben? Durchaus nicht! Der ganze Kampf im Verwaltungsbezirk Berlin ist ein solcher von Personen um Personen. Der Ausschließungsantrag gegen die sechs, den die Orts- Verwaltung gemäß ihrem Mehrheitsbeschluß an den Verbands- vorstand weitergegeben hat, ist lediglich deshalb gekommen, weil die Kollegen sich herausgenommen haben, gegen Beschlüsse der Organi- iation nicht innerhalb, sondern außerhalb der Organisation vorzugehen. Keine Organisation kann dulden, daß einzelne Kollegen Verbandspolitik auf eigne Faust zu treiben. Ein Ausschlußantrag war schon gestellt, nachdem Mitglieder der Oppo- fition mit der Unterschrift:„Die Afa-Delegierten des Verbandes der Angestellten" aus Anlaß der Betriebsrätewahlen in der„Freiheit" einen Artikel veröffentlicht hatten, der den Anschein erwecken mußte, daß die Afa-Delegierten nun doch sim Gegensatz zu den wirklichen Beiwlüssen) beschlossen hätten, politische Listen aufzustellen. Die Antragsteller wurden, nachdem der Kapp-Putsch das schöne Bild wirklichen einheitlichen Zusammenarbeitens ergeben halte, von der Ortsverwaltung zur Rücknahme ihres Antrags veranlagt. Dann kam die Angelegenheit der Zusammenfassung der Be- triebSräte. Unsere Organisation und die Afa stellten sich auf den Standpunkt, daß die Angesiellten-BetriebSräte innerhalb der Afa zusammengefaßt werden solltet. Buch dagegen haben Hirsch und Genossen verstoßen. Nicht innerhalb des Verbandes kämpften sie gegen den Beschluß an, sondern sie hielten es für zweckmäßig, außerhalb des Rah- menS der Organisation unter Mißbrauch des Namens der Organisation gegen die Organisation Stellung zu nehmen. DaS ist etwas, waS sich auch der Verband der Angestellten nicht auf die Dauer gefallen lassen kann. Wer außerhalb der Organisation gegen die Organisarion wirkt, der begeht eine Verbands schädigende Handlung.— Redner fand lebhaften Beifall bei einem Teal der Versammlung. Tann sprach L i n d i g von der Opposition, dem der andere Teil der Versammlung lebhaft applaudierte. Es sprachen dann noch eine ganze Anzahl Redner, teils im Sinne von Bublitz, teits in dem von Denzer, Gries und Lindig. Die Opponenten meinten, daß der Verbandsvorstand durch den Ausschluß einen Keil in die Organisation treibe. H u h n f l e i s ch und Schmidt hoben als entscheidend für den Ausschlußantrag und Ausschlußbeschluß hervor: Nachdem die Ata die Erfassung der Betriebsräte durch die Gewerkschaft beschlossen und die Betriebsräte in zwei großen Versammlungen sich den Be- schluß zu eigen gemacht hätten, habe Hirsch es für angebracht ge- halten, in einer von der Betriebsrätezentrale der Münzstraße ver- anstalleten Versammlung die gegenteilige Stellung- nähme zu vertreten, wobei der Name des Angestclltcnverbandes mißbraucht wurde. Denn es sei an den Säulen zu lesen gewesen:„Referent Kollege Hirsch, Zeniralverbaird der Angestellten."— Wenn Hirsch, so meinte Schmidt, dies nicht wollte, dann hätte er es sich verbitten müssen. Das war der zweite eklatante Fall, wo Hirsch, als er und andere in der Organisation in der verschwindenden Minderheit blieben und es ihm zu langsam erschien, aus der Minderheit durch Wirken in der Organisation eine Mehrheit zu schaffen, in die Oeffentlichkeit außerhalb der Organisation ging und nicht bloß seine Organisation, sondern auch Personen der Organisation angriff. Weder in einer Partei noch in einer Gewerk- schaft könne man sich das gefallen lassen. Nach weiterem Für und Wider wurde die Debatte gegen 11 Uhr nachts geschlossen. Auf Verlangen aus der Versammlung wurde festgestellt, daß Besch! ußunfähigkeit vorlag, da nur 183 Delegierte anwesend waren. Ueber die Protest- resolution der Opponenten konnte deshalb nicht abgestimmt werden.— Damit trat der Schluß der Generalversammlung ein- Die eigentliche Tagesordnung muß ein andermal erledigt werden- Angestelltentarif der Metallindustrie. Der Angestelltentarif der Metallindustrie, der von der Afa herausgegeben wird, befindet sich im Druck. Die erste Auflage wird Ende dieser oder Anfang nächster Woche ausgegeben. Der Preis pro Epemplar ist dann 1,50 M. Einzelne Exemplare der Ausgabe des Verbandes Berliner Melallindustrieller, für unsere Hauptfunktionärs bestimmt, sind in der unterzeichneten Geschäftsstelle schon jetzt zum Preise von 1.7Z M. zu haben. Afa, OrtSkarlell Groß- Berlin ffW 61, Belle-Alliance-Slr. 7/10. Opposition oder O-uerulantentum. Der Kommunist Paul Lange behandelt in der„Roten Fahne" den Ausschluß der Mitglieder im Zeniralverband der Angestellten, für die die unabhängige„Freiheit" bekanntlich gegen die unab- hängige Ortsverwaltungsmehrbeit in die Bresche sprang. Paul Lange läßt unter Würdigung der Ausschließungsgründe durchblicken, daß es sicb bei den Ausgeschlossenen weniger um Leute handele, die den Radi- kalismus im Inhalt einer Bewegung, sondern durch Aeußerlichkeiten fördern wollen. Am Schluß seiner Darlegungen betont er, er wolle keineswegs gesagt haben, daß es gegen guerulierende Mitglieder nur den Aussäluß gebe. Uns will scheinen, daß Lange nur zu.recht hat. wenn er in den oppositionellen Mitgliedern weniger«ine gesunde radikale Opposilion als vielmehr einen MaulradikaliSmus sieht, hinter dem sich im Grunde nichts verbirgt. Wer sich für jenes radikale Querulanten- tum noch einsetzt, leistet lediglich dem Spallbazillus in der Organi- sation Borschub und hindert die Förderung des einheitlichen Organi- sationsgedankens unter der sowieso schon allzu sehr desorganisierten Angestelltenschaft._ Achtung, Töpfer! Am ö. Mai beschlossen die Töpfergeiellen, einen erhöhten Stunden- lohn zu fordern, der ab 10. Mai gezahlt werden sollte. Die Ver- Handlungen gestalteten sich äußerst schwierig, da die Meister- kommission zunächst jede Lohnerhöhung ablehnte und sich auf keine Verhandlungen einlassen wollte. Eine Versammlung der Töpfer- gesellen am 30. Mai beschloß an den Forderungen festzuhalten und beauftragte ihre Lohnkommission, nochmals zu versuchen, mit den Unternehmern in Verhandlung zu treten, da die Löhne der anderen Bauarbeiter, wie Maurer, Putzer usw.. vom 23. Mai ab durch Schiedsspruch gleichfalls erhöht wurden. Bei den neuen Ver« handlmrgen erklärten die Mitglieder der Meisterlohnkommission, daß sie die Berechtigung der Gesellenforderung anerkennen, daß aber die Verhältnisse im Töpfergewerbe es nicht zulassen, die Forderungen ganz zu bewilligen. Sie wollten in einer schleunigst einzuberufen- den Meisterversammlung dafür eintreten, daß den Gesellen vom Tage der Beschlußfassung an 7,50 M. pro Stunde in Zeitlohn und im Akkord 550 Proz. Teurunaszulage auf alle Positionen deS Berliner LohmarifeS gezahlt würde. In Anbetracht der ganzen Verhältnisse und um einen Kampf in der jetzigen Wohnungsnot zu vermeiden, glaubten die Gesellen« Vertreter dem zustimmen zu können, aber die Unternehmer hielten nicht Wort, eine Versammlung der Meister wurde nicht einberufen. Auf Drängen der Töpferorganisalion kam noch- malS eine Sitzung am 16. Juni zustande. In dieser Sitzung er« klärten jedoch die Unternehmer, daß sie gezwungen wären, ihren Breslauer Verbandstag abzuwarten. Sie verpflichteten sich aber ehrenwörtlich, nach dem Verbandstage am 5. Juli in ihrer Ouartalsversammlung dafür einzutreten, daß ab 1. Juli ein Stunden- lohn von 7,50 M. reip. 550 Proz. Teuerungszulage auf Akkordpreise gezahlt wird. Wieder wurde den ehrenwörtlichen Versicherungen Glauben geschenkt: aber es kam anders. Die Ouartalsversammlung lehnte trotz des Eintretens der Meisierlohnkommisfion für den Einigungsvorschlag eine Erhöhung des Stundenlohnes ab. Sie bequemte sich nur dazu, den Teuerungszuschlag für Akkordarbeilen um 30 Proz. zu erhöhen. Dagegen sollte, trotzdem es fast in allen Berufsgruppen tariflich festgelegt und üblich ist, die Bezahlung der fehlenden Sonnabend-Arbeitsstunde wegsallen. Bei früheren Ver« Handlungen erklärte die Meisterkommission auf Vorhaltungen der Gesellenvertreter, daß, wenn ihre Vorschläge, sfo die sie sich ver- bürgen, nicht angenommen werden, sie die Konsequenzen ziehen und ihre Aemter niederlegen würden. Nichts von dem ist geschehen. Die Arbeitgeber glauben jetzt Oberwasser erlangt zu haben: das beweist die Kündigung des TarifeS zum 1. Juli. Sie denken auf Grund der großen Arbeitslosigkeit und ihrer vermeintlichen Sprengung des Arbeitsnachweises Arbeitskräfte zu billigeren Lohnbedingungen zu erhalten. Kollegen! Seid auf der Hut! Haltet fest am Arbeits- Nachweis: Einigkeit ist mehr denn je notwendig I Der Vorstand und die Lohnkommisfion haben am Dienstag abend beschlossen: Bei allen Firmen haben unsere Kollegen sofort an die Unternehmer heranzutreten und die Erklärung zu verlangen, daß der Unternehmer ab 1. Juli pro Stunde 7,50 M. zahlt. Bei Akkordarbeiten muß die Teuerungszulage 550 Proz. betragen. Ein Abzug der sehlenden Sonnabend-Arbeiis- stunde darf nicht erfolgen, da die Bezahlung tariflich bis zum 1. Oktober festgelegt ist. Die Erklärung hat schriftlich zu erfolgen und ist von den Kollegen in der Versammlung, welche am Sonn- abend, den 10. Juli, nachmittags 5 Uhr, im Gewcrkschastshause, Saal I, stattfindet, mitzubringen.(Siehe auch Inserat in der heutigen Nummer.) Dem Verbandsbureau ist aber sofort Bericht zu geben. Eine Reihe von Firmen haben schon bewilligt. Kollegen! Haltet fest am Nachweis! Geht nicht umschauen. Kommt Mann für Mann zur Versammlung. Der Vorstand der Filiale Groß-Berlin de? Zentralverbandes der Töpfer. I. A.: Max Kemnitz. verband der Dteinfecher und Berufsgenosseu. Heute, Don- n e r S t a g, nachm. 4 Uhr, findet in den AndreasfestsSlen, AndreaSstr. 21, eine Verlammlung der Betriebsräte für die Stein- und Bauindustrie statt. Wegen der Wichtigkeit dieser TageSo-dnung ist es Pflicht, daß alle Be- triebSräte. Betriebsobleute sowie der gesamte Vorstand an dieser Bersamin- lung teilnehmen. Kentralderbaud der Angestellte». Fachgruppe 7s. f&iienbe Angestellte.) Mitgliederversammlung 9. 7., 7'/, Uhr, KelelllchastShaus am Hackelchen Markt, Rosentbaler Str. 36: Die Wirtschaftskrise und die An- gestellten.— Fachgruppe 17 Ho.(Hotel-. Kaffee- und Reswurations- angestellte.) Mitgliederversammlung 9. 7., 7 Uhr, m den Zelten, Zelt 4. Der Schiedsspruch de« SchlichtungsauSschusse». Arbeitnehmerverbond des Friieur, und Haaraewerbes. Zweigverein Groß-Berlin. Donneistag, 8. 7., abends 7 Uhr, Engeluier 15, Versammlung. i i---—.----------------- Verantw. für den redalt. Teil: Dr. Werner Peiser. Tharloltenburg: Mr Anzeigen Tb. Glocke, Kerlin. Bertas: Borwärl�Verlag G. m. b. H.. Kerlin. Druck: Par- wärtS-Bnchdruckerei u. BerlagsansiaU Paul Singer u. Co.. Kerti.r, Lindenstr. 3. Hierzu 1 Beilage. mm Auffallende Vorteile Wir dringen In allen Abteilungen viele Angeboie zu enorm herabgesetzt Preisen durch auffallende Kreises 1 ßenforce etwa 80 om breit.. jetrt Meter Hemdentycfl etwa so cm breit. Jetzt Meter . hell u. dunkel, genme- k tert, 70 bia 80 cm breit Jetzt Meter Volles u. 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