Nr. 351 ❖ Z7. Jahrgang Ausgabe B Nr.ZS Be�nqSprctS: ®°rt«IISHrl. W.— M!.. monoll.lO--TOS. frei ins Haus, voraus zahlbar. Von« dezuq Monatlich 10.— MU erfU 8u- nellunysgeöüdr. Unier ÄrcniÄhanö Für Deutschland und Oeuerretch 16..' 0 Ak» für das übriqc Ausland bei täglich einmal. Zustelluno 2150 Postzustellungen nehmen in Oesterreich, Ungarn, Tschecho« Slowakei, Däne- mact. Holland, �uremdurq. Schweden und die Schweis.— Gmaetragen m die Voll- Leitung s-Pre'glisre. Der �Vorwärts" mit der Sonmaqs- beilage �Volk u. Zeit� er'chemt tnorben» täglich zwetmol. Sonntags und Montags»mmat. Telegramm-Adre�e: »Sozialdemokrat Berlin-. Abend-Ansgabe Devlinev VolKsblstt (Svpksnnig) Anzeigenpreis: Die«chtyeipaltene Ronvar»tIIe»eUe koiKZ.— M�S,utrunß»MschlagSc>°/» «Klein»«»zeigen", da» lctt- grdruckr» Don I,— M.(juläffig zwei 'ettgebrudte SBortt). itbe» neuere 9Bort 60 Psg. Sttantgeludie anb Echiafstejleiranzeigen das etil» Dort 6b Big. lebe» weitete Dort 10 Pig. Dotte fibet 15 Such(loben zählen fiie zwei Worte, aeuttnngsjuftblog SO»)« Familie r>»Anzeigen iüt Abonnenten Feile 2,— 31., potitiiche und ae- wettichailUche Vereins» Anzeigen 3.— Wi. die Feile ohne Aufichiog. Anzeigen Mt die n ä w it e Rümmer � miiiien bis S Ahr nachmittag» tm IHauBtgefdtätt Setiin SW 63, Linden. tteage 3. abgegeben werden. Deoffnel oon 9 Uhr jriih bis 5 Uhr abend». Zcntrzlorqan der rozialdcmokratifcbcn partei Deutschlands Neüaktion und Expedition: SW. 68, LindenlK. Z. �crnivrechert Am» Mortnvlan. Rr. l.äIS«— ISt»?. Mittwoch, den 14. In« 1»«« vorwä'rts-veriag G.m.b. h., SW. öS. Lindenstr. 3. Feruivrechert 31 mt Aiorihpia«, 31t. 117 53— 51. was soll Joch in SpaZ VF. S p a,\i. Juli, l Eigener Drahibericht des„Vor- wärts".) In der Lage ist bisher keine Entspannung eingetreten. In den Kreisen der sranzösischcn Bericht- erstatter wird von der Wahrscheinlichkeit der Besetzung des Ruhrgebietes gesprochen. Ties nm-g aber zu der allgcmineu Regie der französischen Politik gehören, die es geschickt versteht, die Zeitungskorrespondenten sür die Beein- flussuug der deutschen Journalisten und der deutschen Tele. gation zu bcnuben, die auch manchmal ein williges Ohr sin- den. In den Kreisen der deutschen Delegation ist die Stimmung unverändert aus dem Standvunkt, das? man nicht weiter gehen könnte, dap man sich auch vor einer Be- setzung des Ruhrgcbietes nicht zu fürchten habe, nachdem so- Wohl Stinncs wie.Hne der Entente gegenüber übcrrin- stimmend erklärt haben, dast diese militärischen Maßnahme» vom Standpunkt der Kohlenförderung un- haltbar werden. Vielfach wird auch angenommen, daß es mit der Drohung nicht so ernst gemeint sei und daß die An- kunst von Foch und Wilson sich wcniacr aus die Frage des Ruhrgcbietes beziehe, als auf die militärische Lage an den polnischen Fronten.„Polen, nicht. Kohlen" sei der Zweck der Beratung des Obersten Rates mit den militärischen Führer. Rotterdam, 14. Juli.(Meldung des Hollandsch Rieuws- bureau.)„Nieuwe Rotterdamsche Courant" schreibt zu der telegravhischen Herbeirufung von Marschall Foch und Wilson: Dies scheint eine etwa s' g r o b e 31 rl der E i n s ch ü ch- t e r u n g zu sein, die sehr leicht über das zulässige Maß hin- ausgeben kann. Unter den deutschen Industriellen schien es. daß eiste Stimmung für zähen Widerstand vorhanden ist. Die Deutschen machten einen philosopbischen Eindruck und schienen an eine Abreise jednfalls nicht zu denken. Man muß sich bei diesem Konflikt iiiberlegen, daß die ganzen Diffe- renzen eine Frage für Händler ist. ein reiner Han- delskonflikt, wobei er keine allzu große Entfernung zwischen den beiden Parteien mebr gibt. Es kann ober immerhin eine unglückliche Atmosphäre entstehen. Ein Um- schwung zum Guten ist garnicht unwahrscheinlich, ebenso wie der große Umschwung zum Bessern, der am Sonntag statt- fand Kabinettssitzunq in Spa. S P a, 14. Juli. Heute vormittag fand hier eine K a b i. »ettSsitzung statt, an der auch verschiedene Richtmit» g l i e d e r des deutschen KabinetlS teilnahmen. Die Stimmung in Frankreich. Paris, 14. Juli. Im„M a t i n" schreibt Sauerwein zu der Frage der Besetzung des Ruhrrediers für den Fall, daß Teutschland nicht die geforderten 2 Millionen Tonnen Kohlen liefere: Es bc- steht hier allerdings die Gefahr einer Bewegung samtlicher Gruben- arbeit er der verschiedenen Länder. Tiefe Bewegung werde ohne Zweifel nur einige Tage andauern, aber wenn durch eine Gewalt- Politik die Kohlenproduktion im gesamten Europa vollkommen lahm- gelegt werde, und wäre es auch nur für kurze Zeit, so wäre dies doch ein sehr beunruhigender Zustand. Was die Er- n ä h r u n g der deutschen Grubenarbeiter betrifft, so Hot StinneS darüber bereits gesprochen, und wenn Simons eine andere Sprache gebraucht, um auf diese Angelegenheit zurückzukommen, wird Deutschland in dieser Beziehung voll befriedigt werden. Es ist recht und billig, den Arbeitern eine gute Ernährung zu geben, von denen ein großer Kräfteaufwand verlangt wird, und die Entente wird dies nicht außer acht lassen. Pertinax schreibt im„Echo de Paris" über die Wiedergut- machungsfrage und den von Millerand auf der Konferenz gefaßten Beschluß über die Festsetzung der Höhe der deutschen jährlichen Zahlungen und de? Gesamtbetrages, daß dieser Beschluß gefähr» l ich sei. ES könnte sich sehe leicht eine internationale Finanz- meinnng bilden, es könnten sicb deutsche und neutral« Sachver- ständige zusammenfinden, um kräftig an der Verwirklichung der Jdeen von Kehnes mitzuarbeiten. In der„Action Francaifc" schreibt Bainville, daß Miverand eine sehr schwierige Höhe besteigen müsse. ES sei zu befürchten, daß seine Aufgabe unausführbar geworden ist. Der Unterschied zwischen der von den Deutschen und den Alli- ierten genannten Zahl läßt wünschen, daß die Alliierten entgegenkommend auftreten werden. Die französische Ab- ordnung wird am DonnerStog nach Paris zurückkehren, und zw« nachdem sie ihr« Forderungen herabgesetzt bat, denn ein Ent- gegenkommen in dieser Frage könne nur auf. französische Koste« geschehen._ Der Zwischenfall in Spa. Köln, 14. Juli. Die.Kölnische Zeitung' meldet aus Spa vom 13.: Nachdem der Genewabseiretär der Konferenz und- der belgische Minister des Auswärtigen bereits mündlich ihr Be» dauern wegen des UeberfallS auf den Vertreter des WTB. aus- gedrückt hatten, traf heut« abend bei Minister Dr. SnnonS ein besonderes Entschuldigungsschreiben«in, da» noch» malz dem Bedauern Ausdruck gibt und eine strenge Untersuchung und Ahndung zusagt. Brüssel,. 14. Juli.. DaS Blatt.Fin de©ieclc* berichiet. daß infolge deS Zwischenfalle» in Spa zwischen einem deutschen Tele- gierten und einem belgischen Ossizier die belgische Regierung die Mitglieder der deutschen Delegation ersucht habe, die Straßen nach 11 Uhr abens ohne dringenden Grund nicht mehr zu betreten. Englischer Gewerkschaftskongreß. London, 13. Juli.(Reuter.) Ter heut« in Westminster ab- gehaltene Gewerkschaftskongreß, der besonder» die Auf. gäbe hatte, die Haltung der britischen Gewerkschaften gegenüber Irland und Rußland zu erwägen, nahm eine von dem Nationalen Eifenbahnerverband eingebrachte Resolution an; in der zu einem„Waffen st ill st and zwischen den irischen Parteien" aufgerufen wird, damit die Morde und Verbrechen ein Ende finden. Ferner fordert die Resolution die Zurück- ziehuug der britischen Armee aus Irland und verlaugt, daß die Regirrung ein irisches Parlament einsetzt, wen» ein solcher Waffenstillstand hergestellt sei. Weiter nahm der Kongreß eine Resolution de? Bergarbeiter- bundes an, in der eine Abstimmung der Gewerkschaften über die Frage eines General st reiks empfohlen wird, falls die eng- lische Regierung nicht die englischen Truppen aus Irland zurück- zieht und die Herstellung von Munitio« für den Gebrauch gegen Irland und Rußland einstellt. Reaktionäre Justiz. Au» Essen m:ldet WTB.: Oberlehrer Dr. Siemsezt, der während der Märzunruhen im Austrage des Röten Vollzugsmi» als Zensor der hiesigen Zeitungen tätig war. wurde von dem Essener Landgericht wegen Amtsanmaßung und Laadfricdensbruch in Tateinheit zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt und wegen Fluchtverdachts sofort verhaftet. Es handelt sich um eine Tätigkeit, die Dr. Siemsen, als der Kapp-Putich alle Bande gesprengt hgtte, in dem guten Glauben ausgeübt hat, damit im Interesse der Regierung der Niederwerfung des Putsches zu dienen. Wie wir über Zensur denken, haben wir sebr oft gesagt. Aber ist es nicht ein herrliches Zeichen für die Objektivität unserer Rechts- pflege, daß Oberlehrer Siemien wegen Fluchtverdochts der- hastet wird, dagegen der Rechtsanwalt B r e d e r e ck. der sich unter Kapp Sas AmteinesPressechefsderReichs- regierung anmaßte, von der Justiz auf freien Fuß gesetzt trmrbe?! SS Die Abstimmung in(Dberschlesten. Wie die„Deutsche Allgemeine Zeitung" meldet, ist die pre«, ßische Regierung inoffiziell von alliierter Seite dahin verständigt worden, daß die Abstimmung in Oberschlesien Ende Sep. tember»der spätestens Anfang Oktob r stattfinden wird. wo stecken üie Gewehre? Wie un» au» Oldenburg geschrieben wird, unternahm der von der dortigen Regierung eingesetzte SicherheltSauSschuß eine planmäßige Durchsuchung der Bauerndörfer nach Schuß- Waffen. Hierbei wurde festgestellt� daß fast die meisten Bauern im Besitze von Waffen waren. Nicht nur Ge» wehre, auch Maschinengewehre wurden in größerer Anzahl vorgefunden und beschlagnahmt. Große Mengen dieser Waffen sind bereits gesammelt. Trotzdem befindet sich noch viel Schießgerät im Besitz der Landbevöllerung, die diese« verborgen hält, bzw. da« von der Behörde noch nicht erfaßt wurde. Die Rechtspresse, die sich in diesbezüglichen verdächti- gungen der Arbeiterschaft nicht oft genug ergchen lann, hat also allen Anlaß, vor ihrer eigenen Tür zu lehren. Der österreichische Historiler Dr. Heinrich Friedjung ist im 70. Lebensjahre gestorben. Friedjung wutde im Jahre 1874 zum ordentlichen Profesior an der Wiener Handel»- a k a d e m i e ernannt. Sein Werk.Kaiser Karl IV. und sein Anteil am geistigen Leben seiner Zeit' trug ihm einen guten Namen ein. 1877 gab er eine politische Abhandlung über den Ausgleich mit Ungarn heraus, in der er auf den Zer» ietzungsprozeß innerhalb de« österreichisch-ungarischen Nationalitätenstaates hinwies und eine Trennung zwischen Deutichösterreich und Ungarn voraussah. Die Folge seiner Schrift war seine AmtSent- ietzung. Eine Zeit lang journalistisch tättg, wandte er sich Anfang der neunziger Jahre dem historischen Studium zu. Sein wich- tigste« Werk dieser Periode ist da» ttwetbändige.Kamps um die Vorherrschaft in Deutschland 1 8 K 9— 1 8 S 6'; von grundlegendem Werl bleibt auch sein Beitrag zur Geschichte de» Imperialismus. Später hat er sich als schwarzgelber Osfiziosu» leider weniger ruhmreich betätigt. verworrene Weltlage. Die ausgezeilbnesen Dorlegimgcn dss englischen G?- nossen PH. S n ow d cn, die wir in unserem heutigen Morgen- blatt veröffentlichen konnten, finden durch die Ereignisse ft-r allerletzten Tage ihre eindringlichste Bestätigung. Man kann in diesem Augenblick beinahe schon von einer neuen europäi- schen Krise sprechen, hervorgerufen durch eine schiechte auswärtige Politik. Es gibt wohl keinen Menschen in der Meli mehr, berjM gloicht, daß durch die Friedensschlüsse von Lersaillcs, St. Germain und Neuilly ein dauernd befriedigter und beruhigter Zustand in Europa eingezogen sei. Es ist vielleicht auch Zeit,-daran zu erinnern, daß bisher weder das amerikanische noch) das italienische Volk durch seine verfassungsmäßige Vertretung jenen Vertrügen beigetreten ist. Von Italien liegt nur ein dürftiger Natifikatiousersatz vor, von Amerika über- Haupt nichts. Der Frieden von Versailles ist auch der Form nach bis zum heutigen Tag eigentlich noch ein unserti- g e s Gebilde, und diese von einem Teil der Alliierten und Assoziierben gewollte Unfertigkeit bildet auch schon seine allerschärfste Kritik. Tie Friedensschlüsse des vorigen Jahres iKiben ober auch nicht den tatsächlichen Frieden gebracht. In Kleinasien und am Balkan schwelt das Kriegsfeuer in blutigen Kämpfen sort. Ein großer Krieg im Osten, zwischen Polen u n? Rußland, droht aufs neue ganz Europa zu erschüttern. Nichts ist kennzeichnende? sür die Verwirrung der Welt, a die verhältnismäßige Gleichgültigkeit, mit der-diesesmd doch so groß. , den kaltblütig Todesurteile fällenden. Terrovgnuvpen sieben! Die, I die den Hlarodcurcn, die im Ruhrgebiet Verwundete zu Tode I quälten, nachträglich Strafnulderung und Strafbesteiinig erwirken. . Man beachte öep letzten Satz,, der nicht schon mehr die - äußerste Linke, sondern die Koalitionscharteien, die Regierung - und. den Reichspräsidenten Ehert für.die Tat eines kömmunen - Einbrechers verantwortlich macht. Dieser schckmldsen' Hetze gegenüber genügt es. festzu- stellen, daß alle wirklich politischen Mordtaten ' und Attentate seit der Revolution wit iws Konto von , Leuten fallen, die in ihrer Gesinnung auf dem Boden . der oben zitierten alldeutschen Hetzblätter stehen. Alldeutsche und Reaktionäre waren die Dssiziers- mörder Liebknechts und Rosa Luxemburgs, die Vogel, P fl u g- Ha r t u n g usw., ein Alldeutscher Graf A r c.o, der Mörder Eisners, ein Alldeutscher der Fähnrich Oltwig v. Hirsch f e l d, der Attentäter auf Erzberger. Alldeutscher und Kappist war der Massenmörder M a r l o h, alldeutsch waren die M a r b n r g e r M o r d st u d e n t e n. Eine AtlNvsphäre des Mordes und Blutvergießens haben gerade die Kreise durch ihre Hetze geschaffen, die jetzt heuchlerisch lamentieren.. Aber der Vorfall bei Hindenburg' steht mit allen postst- schon.Strömungen� n i ch t i m' ke i.s c st e-n. Z u s a m m e n'- hang. Er fällst aus das-Konto des gä n z I i ch u n p o l i t i- s ch e n Verbrechers u rn s,.dessen Amvackisen bereits in den l e tz t en K r i.e g s.j a b r e n allgemein konstatiert wurde und das eine Folge der durch deir.vierjährigen Krieg-!— also wiederum durch alldeutsche Schuld— hervorgerufenen materiellen Verelendung ist. Wer als Journalist gezwungen ist, sich mit derartigen politischen Gegnern zu beiassen, denkt unwillkürlich an das Wort des Alten Fritz:„M i t.1' o l ch e m Gesindel muß ich mich herumschlage n." Pfeffer an üer Arbeit. Eine aufgehobene Abteilung— Meuterei auf Staatskosten. 'Die Berliner Bahnpolizei hat heute 22 Mann, die von dem berüchtigten Hauptmann Pfeffer in Bielefeld. eigenes Freikorps hatte, angeworben waren, auf dem Bahnhof an- gehalten und der Kommandantur zugeführt. Die ehemaligen Soldaten wurden von Bielefeld auf Militärfabrschein im Schnellzug auf das Gut C ü st 0 w bei A r n s w a l d e in der Neu- mark, das der Gräfin S cv l i e s s e n gehört, transportiert. Trans- pvrtführer-war-der Fahuenjunler-G. W e sche r. Auf dem Gut wurden die Leute vom Oberleutnant der Marine.H e n. ni n g. in Empfang genommen, der ihnen.sägte, daß.sie. zum D. K., d. h. .Dreschkommaudo, gehören..-•.., Bei der Anwerbung' war den Leuten ein Lohn von 18 M. und Erstathing aller Auslagen zugesichert Warden. Ferner, war per. sprachen, daß diejenigen, die freiwillig arbeiten wollen, der' früher ein eigenes. Freikorps chatte, angeworben waren,- aus auf dem Gut aber nur eine Entschädigung von Ii M. ohne- Beklei- dung angeboten wurde, so kam' es zu Differenzen. Den an- geworbenen Mannschaften war gesagt worden, daß auf dem Gut und auch auf den Nachbargütern eine'Maschinengewehr- kompagnie, Infanterie und eine reitende Abtei-- 'Tu n gf zusäm iNeiitzcsthll t � werden' soga und.-daß--- Hauptmann Pfeffer- besonders' diejenigen- Loük� zu haben- wünsche,' die' aus 'dem- F-r c i k-ost p s-L i- ch t's'ch l ag"st'fafw&etC'' Den' Angeworbenen Wären nicht' die J'ndalid'itäiSquitiüngskarten. fondern' nur die Mi»- si tärpap teste abgenommen wördenst-Ihre- Eintragung erfolgte nach- D i e n.stg r ä'd e n-in--eine'-- Liste,- die- ein Unteroffizier als Kompagniefelöwebel führt.'-CS wurde.-Knen auch' mitgeteilt, daß in nächster Zeit ein Putsch zu erwarten sei-! Da eine Verständigung z'wnchcn.den Leuten und dem Haupt- mann Pfeffer, der gleichfalls auf dem'Gute eingetroffen war. nicht.erzielt wurde, zahlte-dieser ein'- lo Mann 2000 Mark ans und händigte ihnen M i l i t'ä r fähr ich e i n e aus mit dem Bemerken. „wir können die Leute ruh'g auf Ztuatskast.'a lasschicken". Daß Mannschaften, aus unrechtmäßigen Fahrscheinen im Schnellzug be- sörderv werden, erklärt sich nur. daraus, daß auch anscheinend die Eine drahendc Gefahr für das Knnithandwerk. In den'Kreisen der Möbelfabritänten und Zwischenhändler, zu deren Sprachrohr sich die-'.Fachzeitung der'Tischlermeister und Holzindustriellen Teutschlands"' macht, drängt'' man auf' Beseitigung der Möb'e l sch nitz er e i.e n- mit. der-Begründung, daß die Löhne der Holzbildhauer zu-.schwindelnder Höhe" gestiegens seien. Es der Holzbildhauer zu..schwindelnder Höhe gestiegen, seien. Neulich hieß es in der.„Fächzeitung".wortlich:„daß von. allen Verzierungen soweit.wie mögljch'sA'bstand genommen, und ganz einfache Muster hergestellt werden sollen."•■ Auch die Luxussteuer wind mit herangezogen, da— wiederum nach dem Wortlaut der..Fachzeitung"—..nachgerade jedes Möbel- stück, das eine, wenn auch noch so geringfügige Verzicrung. an sich trägt, als lurüssteuerpslichtig betrachtest wird." Nun liegt diese Ge- -fahr unzweifelläit vor, aber dafür. nun die kunstgewerblichen' Bild- Hauer in ihrer Gesamtheit büßen zu lasten, daß man sie brotlos macht, ist geradezu ungeheuerlich. DaS. Verlangen nach' reich- geschnitzten Möbeln nicht immer aus kunstsinnigem Verständnis '.heraus, sondern um möglichst' viel der Kriegsgewinne'„abzustoßen" — brachte auch den knustgewerhsichen Bildhauxrn infolge des letzten großen Krieges..günstige Arbeitsgelegenheit. Ihre Löhne stiegen aber.-nur ganz, uniwesentlich höher wie die der übrigen qualisi- zierten. Facharbeiler in.der.Möbelinirnstrie. begründet durch die Eigenart des'Berufs', was von setcm verständigen Arbeitgeber auch anerkannt wird. Die„schwindelnde.-ööbx" der Bildhauerlöhne ist also nur benutzt, um das kaufkräftige Publikum für den Plan ge- fügig- zu' machen, i Tie erhöhten Lpkssten der Möbel können nicht einzig und al- lein auf das Konto der Bildhäuerorbeiten geietzt werden, in gleichem Maß sind alle übrigen' b» der Herstellung- von Möbeln in Betracht kommenden Materialien im Preis gestiegen. Und nicht, minder die Gewinne der Fa-brrkanten und Ziviscbeirbändler.. Daß diese auch bei den einfachen Möbeln ohne- jede Sä, nitzerei sich ihren Profit sichern werden, kann Wohl als eine Selbstoerständlichteit betrachtet werden,' wenn' sie nicht darauf.spekulieren, unter Wegfall jedes De- koratiousschmuckes und damit der„schmindelnden" Löhlie der Bild- Hauer zu. einem noch höheren Prosit zu kommen. Gelingt dieser Vorstoß aus Beseitigung der Schnitzereien, so wird das Nachahmung finden auf anderen kunstgewerblichen Ge- bieten, und es ist als eine Gefährdung des gesamten Kunstgewerbes und seiner A-rheiterschoften zu betrachten. Das Baubaus in Weimar hat das Stadium i�limmer Gefähr- düng hinter stch. das ihm die'�tzteii- Monate bescherten. Der sqchfen- weimarischc Landtag hat eine Mehrheit für das Fortbestehen in der Form, die Walter Gropius der Anstalt gibt, aufgebracht. Tie Rechtsparteien find mit ihrem Widerfprüch. der dem Hause nun die Finanzeil verweigern wollle. unterlegen. Die- iinabhi'ngigen Sozia- listen standen abste Stellungnahme ganz abseits. Mehtheitssozia- listen und Demokraten wären die Schützer des BauhauSwerkcS.. Tste geistige Veranlagung des Schachspielers...Um ein guter Schachspieler zu fein,- bedarf es nicht besonderer Geistesgaben," be- markte Jean Jatqües Rousseau einmal in der Absicht, seinem großen Bshnvorflcher mit. den W e r h e 0 ffrzi e re« ra e«gfi«r Verbindung stehen. In Bielefeld soll ferner ein Leutnant I ch m 0 e r, Krcuzstr. LI, als W c r b e 0 f s i z i e r besonders eifrig arbeiten. Der Vorfäll zeigt, in welch ungenierter Weise die Rechts- bolschewistcn noch immerfort arbeiten. Hauptmann Pfeffer wird nach Aussage des Reichswek.rministers Geßler steckbrieflich verfolgt. Trotzdem reist er seclenvergnügt in Deutschland um- her, wirbt Truppen, fälscht Freisahrtscheine usw. Wann geschieht endlich etwas Durchgreifendes, um diesem Verbrecher sein H a n d w e r k z u l c g e n?, *•~ Vcstn Sorgenkind Militarismus wird unS ferner auS.Frank- fur't a. M. folgende Mitteilung gemacht, für deren Richtigkeit sich der Einsender verbürgt; Aus dem Schieß- und Truppen-Uebungsplatz Zeithai» hei Riesa i n S ach s e n ist unter der Führung eines HauptmanjiS ein Freikorps untergebracht, welches dort auf Staatskosten ganz erstklassig verpflegt wird und sich, wie viele Freikorps, w e i- ge rt, sich auflösen zu lassen. An mehreren Tagen in der Woche erscheint nun in Zcithain eine Ententekommission, um die Entwaffnung zu kontrollieren. In Zeitchain sind gleichzeitig gewal. tige M u n i t i 0 ns sa b r i k e n während des Krieges entstanden. Regelmäßig nun, wenn die Entcntekommission in Zeiths in weilt, veranstaltet der Hauptmann mit seinem Freikorps große llebun- gen und Schars schießen, auch mit Artillerie und Maschinengewehren, und zwar in der ausgesprochenen Ab- ficht, die Ententekommission zu ärgern, herauszufordern und um ihnen den Mut der Freikorps zu zeigenl Daß so ein rechts spartakistischer Verbrecher da- durch dem ganzen Volke unberechenbaren Schaden zufügt, ist ibm völlig gleichgültig— aber vielleicht will er das gerade er- reichpn. Was für ein Geheul würde nun aber die E. R.» und P. B.- Mitarbeiter der„Deutschen Tageszeitung" erheben, wenn solche? Soldä-tenipielen von kommunistischen Wirrköpfen ge- macht würde? Nur keine Demokratie? Die..Freiheit" bespricht heute die Fortsetzung des Antwort- schreiben? des Moskauer Exekutivkomitees, das bekanntlich recht scharfe Bedingungen für die Aufnahm« der Unabhängigen in die Tritts Internationale stellt. Bisher hatten sich die Unabhängige» immer noch als Sozialdemokraten bezeichnet; auf diesen Ehrennamen werden sie aber noch den neuesten Proben ver» zichten müssen, die sie von ihrer Gesinnung-s.. Wandlung" ablegen. Boller Entrüstung weist nämlich die U. S. P. nunmehr darauf bin, daß sie von jeher gegen die Erringung der Mehrheit in den. P a r l a m e N t e n gewesen sei, und spricht im Schlepptau Moskaus von einer„Aktion der Masse", ohne hierdurch wesentlich zur Klärung der Frage beizutragen, was hierunter zn verstehen sei. Damit nun die Arbeiterschaft nicht allzu finnfällig auf die Abhängigkeit dieser„Unabhängigen" hingewiesen wird, wen« den sie sich gegen den Terror, dessen Anwendung sie als Zeichen von Schwäche auslegen. Das ist ganz richtig, aber nach den bisber abgelegten Proben glauben wir nicht mehr recht an unab- hängige Abneigung Fragen gegenüber, deren Anerkennung rn Moskau heiliges P r i n"z 1 p ist. Wir sind gespannt, wie lange der unabhängige Körper es noch ertragen wird, weiter hinter den b 0 l'sch e w i st i-s ch e'n Wagen beracschleppt zu wenden, bis die Spuren der Zersetzung und schließlich der Verwesung auch äußerlich für jeden deutlich erkennbar werden- Schoßkinder üer Sozialöemokratie. Aus dem Schriftsatz eines Rechtsanwalts. Aus einem Schriftsatz, der dieser Tage einem wegen einer Pri- »ata»gelegen seit beklagten Parteigenossen zuging, halten wir fol- gcnde Stelle für bemerkenswert genug, um sie zum Abdruck zu bringen: „Das Vorbringen des Beklagten wird bestritten und ist un- ' erheblich. Tie Revolution hat gerade den Festbesol- Widersacher Voltaire, der sick aus seine Meisterschaft im Schachspiel viel zugute hielt, einen Hieb zu versetzen. TaS Auftreten des schachspielenden Wunderkindes Rzeshewskq, das kürzlich auch in Berlin großes Aufsehen erregt hat, g'ibt dem„Frgaro" den An» laß, die Frage oufzuwerfen, wie es in Warheit um die geistigen Fähigkeiten der großen Schachspieler bestellt ist. Jedes große Talent bedingt eine Grundbeyabung, eine imma- nente- Naturanläge. Im Falle des oben genannten achtjährigen Sätachspielers stellt sich diese als eine Fähigkeit dar, die man als geometrisches Gedächtnis bezeichnen kann, das sich von dem geome« trischcn Geist so scharf unterscheidet wie eine Photographie von einem Gemälde. Das geometrische Gedächtnis des polnischen Kna- bcn grenzt allerdings ans Wunderbare, aber es darf dabei nicht uiier, vähnt' bleiben, daß seine Stärke aus der Konzentration beruht. Die gesamte geistige Krait des Wundcrknaben ist ausschließlich aus daS Schachspiel eingestellt. Er läßt sich beim Spiel nicht von der Einbildungslraft lei.en, sondern er spielt mit Ueberlegung und den Regeln, d. b. nach der Spieltechnik, die ihm sein Vater gelehrt hat, der ebenfalls ein guler Schachspieler ist. Es handelt sich also um ein ungewöhnlich entwickeltes Gedächtnis, das obendrein durch das Alter unterstützt wird � s-• t Man könnte allerdings einwenden, daß zwischen dem Spiel« beginn und dem Endspiel die-kritische Phase der Entwicklung steht. in der der Spieler sich nicht dem Schachbrett, sondern einem seinem Willvn eiitgcgcnstehcndcn sremdcn Willen gegenübersteht. Hier handelt es sich allerdings um eine analtstische Tätigkeit, die aber nicht van dem Geist ausgeübt wird und kein Ausslutz der Ver» nunfttäiipkeik ist, sondern an der ausschlietzüch Auge und Gedächtnis beteiligt sind. Gorki-Ersatz. Eine hübsche Geschichte aus den Wanderjahren Gorkis wird in einem amerikanischen Blatte erzählt. Als er in den Südstaoteii Amerikas reiste, fand er an dem Theater von Georgetown in Carolina einen Zettel, i» dem ein? seiner Stücke angekündigt wurde, und die Bemerkung darunter, daß sich der Autor am Schluß der Vorstellung»-«»sonlich beim Publikum für den Bei» fall bedanien werde. Gorki wohnte der Aufführung bei, und rich. tig, als der Vorhang siel, trat ein Mann vor die Rampe, der ihm ganz von fern ähnelte, und hielt im gebrochenen Englisch eine An» Ipräck'e. Gorki wartete dann, bis sein Doppelgänger herauskam. und dieser war nicht wenig überrascht, sich dem echten Dichter gegen- überzusehen. Er erzählte, ddß er davon lebe und ebenso als Rosiand, Sudermann. Maur-cc Tan nag usw. erschein«.„Es gefällt dem Publikum und schadet dem Autor nichts," sagte er entschuldi» gend, worauf ihm Gorki lachend recht gab. Paul Scheint» flug, der Leiter des Blüthner�lirchesterS. ist zu» städtischen Musikdireltor in Duisburq newählt worden. Das Scheiden dieses rübrigen Kapellmeisters von Berlin wird al» ein Vertust zn buchen sein. Sudermaons Schauspiel„Tie F-rcuudin- wurde vom T ri an 0 n- Theater zur Aussübrung erwoiben und wird in der erslrn Halste der kommenden Spielzeit in Szene gehen. Es bstdet mit den Stücken.Da» höhere Leben" und„Die gut geschnittene Ecke' als erste» den Zyklus»Di« entgöUcrte Welt'. bete», rnSfiefotibete den Mittleren und unteren Be- >? m t e n nur genützt. Tie Lehrer sind Schoßkinder der Sozial- drmokrotie. Nach der Besoldungsordnung rücken sie in die 7. Styfe und erhält der Beklagte ein GeHall oon 18 000 M., also ungefähr das Vierfache dessen, was er vor dem Kriege hatte, eine Summe, die heute im freien Beruf bei den un- geheuren Ausgaben und Steuern kaum zu verdienen ist. und die nach dazu zu Nebenverdienst Zeit läßt,' lebenslänglich . fest und pensionsfähig ist." . Zu den letzten Ausführungen lictze sich allerhand sagen, ins- besondere was den stark unterstrichenen Hinweis au- die Bedeutung der vierfachen Gehaltserhöhung sowie die Möglichkeit von Neben- Verdiensten betrifft', doch wir haben keine Ursache, in ein schweben- des. Verfahren einzugreifen� oder dem Verteidiger de- Aetlagten Ratschläge zu erteilen. Uns interessiert lediglich der erste Absatz, der in einer ebenso gehässigen wie unzutreffenden Art über die Stellung der Lehrer zur Sozialdemokratie Angaben macht. Tie Sozialdemokratie setzt sich selbstverständlich für die Interessen der Lehrerschaft wie für alle um ihre Epistenz ringenden Stande' ein t sie muß es sich aber govz entschieden ver- bitten, sich— noch dazu in einem a m t l i che n Schriftstück— derartige schwere Vorwürfe machen zu lassen. Herr Rechtsanwalt Tre nck sollte es unterlassen, das Gericht als ein Forum zur Tar- legung seiner politischen Abneigungen zu mißbrauchen. Lwssentlich findet die zuständig« Stelle die richtige Antwort auf dieses mehr als eigentümliche Verfahren. Gerechtigkeit für weftpreußen! Eine Denkschrift der Arbeitsgemeinschaft. Tanzig, 13. Juli. lP.P.N.s Der interalliierten Kominission in Marienwerder ist von den fünf Vertretern der Arbeitsgenieinichah der poiitiiwen Parteien des westpreußischen Abstimmungsgebietes der erste Teil einer Denkschrift überreubl worden, die in gedrängter Zusammenfassung alle Verhältnisse des Abstimniuiigsgebieres in fl-ograpbliwer, geschichtlicher, wirtschaftlicher und kultureller Hin- ficht darstellt. In der Denkschrift wird unter anderem hervor- gehoben, daß Polen keine territorialen Ansprüche auf einen noch io kleinen Teil des überaus wertvollen rein» deutschen Weich selniederungsgebiet habe. Es habe nur Anspruch aus die Ueberwachung der Stromregulierung und Stromverbesserung. Die Denkschriit oprellierr zugleich an den Gercchrigkeilssinn der Allierten, indem sie fordeit. im Wege der Grenzberichligung einen Teil des Unrechts wiedergutzumachen. daß der Vertrag infolge falscher polnischer Jnfor- Marionen an der deutschen Bevölkerung in den unmirielbar im «üden au das Abstimmungsaebier augrenzenden Bezirken begangen bat. Sie fordert als Mindestmatz die geographische und wirtichalt- s'ckie Abrundung des Abstimmungsgebietes>m Süden bis zur Ossalinie. Die Schauermären aus Graunjchweig. Verleumdungen der bürgerlichen Opposition. Ter Freistaat Braun schweig, der seit kurzem bekanntlich wieder ein rein sozialistisches laus drei Miigliedern der U.JS. P. D. und zwei Mitgliedern der S. P. D. zusammengesetztest Ministerium hat. wird von bürgerlicher Seile neuerdings in ganz planmäßiger Weise.durch Falschmeldungen in aus- w artigen Blättern verleumdet. Eiiiflutzreiche bÜWetliche BlSller, wie- die.-.Frankfurter. Zeitung" und der .Berltner Lokalaiiz.eiger" bekommen aus Braunschweig Schauer- Nachrichten, nach denen man glauben mutz,, datz hier alles drunter und drüber geht oder datz doch ein kommuni st i scher Putsch uiimiitelvar bevoistebl. Die einheimische.Landeszeitung", dos i�rgcn der R e ck) tsbürgerlichen, beteiligt sich an diesem Treiben in einer Weise, die dem noch immer angesehenen Vlait wahrscheinlich auf die Dauer teuer zu stehen kommen wird. Ter Zweck der Lügenmeldungen ist ja durchsichug genug. Man will die neue Regierung m Mrtzkredrt bringen und. wenn möglich, wieder ein bewaffnetes Einschreiten des Reiches gegen sie herbei- jähren. Dazu kommen lokale Gesichtspunkte. Die neue Braun- schweiger Regierung sieht es als eine ihrer nächsten Ausgaben an. die Auslösung der Einwohnerwehr und die Umgestaltung der Sicherheitspolizei vorzubereiten. Auch diese ganz iclbst- verständlichen Absichten— zu Matznahmen ist es noch gar nickt gekommen— stoßen bei den Rechtsradikalen aus(ckäristen Widerspruch und mögen sie zur Anwendung des envas eigen-" tümlichen AbwehrmilielS der Verleumdung veranlaßt haben. Es braucht kaum veisichert zu werden, datz in Braunschweig tatsächlich völlig geordnete Zustände berrichen. Die Kommunistische Partei ist so schwach, datz sie keinen einzigen der 60 Abgeoidnelenstye in der Landesveriammlung Hai erobern können. Auch im S t a d l p a r l a m e n t ist sie ohne Vertretung. Bezeichnend für die in Braunscklweig herrschende ruhige S t i ni in u n g ist das völlige Ausbleiben von Lebens- »i i l l e l t r a w a l l e n. Auch be» der unerhörten Nervenp-obe des Kapp-PulscheS hat sich seinerzeit die Levölkerung sehr viel besonnener gezeigt, als ihre bürgerlichen Heraus- forderer. Die Versuche, Braunscbweig als Sammelstelle für jvartaklstiiche Bestrebuligen hinzustellen, gehen auf eine Ztede des FüH-ers der(bürgerlichen) Opposition im Braunschweiger Landtage zurück.->__ Notlage der Steuersupernumerare. Eine untergehende Veawtengruppc. Bonden Sieuerlupernumerareir eures Finanzamtes werden wir um Ailinahme folgender Zeilen, die ein erichüllerndes Bit» oon der Siotlage dieier Beamlenkategorie bilden, gebelen: Bei den Finanzämtern sind von 2I3 antzerplanmätzig angestellten Beamten 90 Proz. unbe'oldeie Steuersupernumerare, welche gegen eine llnterstützung von monatlich 37ö M. beschäitigt werden. Diese unbesoldeten Sleuersupestiumerare haben einen uiiier völliger Verantwortung selbständig zu bearbeitendeii Steuer- bezirk zu vcrwalien. DaS Arbeiisfeld dieser unbesoldeien Be- amten umfaßt die Bearbeitung der Reichöeiiikoin»ensteiier. Besig- und Kriegssteüern. Abgabe von, VermögenSzuwachS, ReichSnotopfer, Kapitalerlragssteuer, Gelverbesteuer usw. Seit Jahren führen diese Beamien einen verziveiselten E x i st e n z k a in p s, um wenigstens eine beicheidene Besoldung zur Bestreitung der aller dringendsten Lebensbedürfnisse zu erreichen. Diese Bestrebungen, die vom Nelchsfinanzministerium als berechtigt anerkaun) wurden, scheiterlen an dem Widerstande eines M> n i sl e r i a l- roli im Ministerium, der erst kürzlich noch während einer Unter- redung mit einer Abordninig der Beamten in dem Glauben be» fangen war, datz die unbeioldeten Steuersupernumerare unter Aus»» ficht von S e k r e t ä r e n arbeiteten. In der B e s o l d u n g s o r d n u n g sind die Sleueriuper- Numerare überhaupt nicht berücksichtigt., Dieie Beamten- lategorie steht vor dem völligen wlrtjchasllichen Zujaimneubruch, denn der beste Rechner kann von einer monatlichen Unterstützung von 375 M. nicht leben. Es handelt stch zum grötzten Teil um Leute. welche schon seit vielen Jahren bei der Verwaltung der direkten Treuern tälig sind. Die Notlage unserer Kollegen war bisher der Oeffentlichkeit unbekannt, denn wir baben geschwiegen und gehungert. Erst in letzter Stunde, da die Not am grötzten, richten wir unseren Notruf an die Oeffentlichkeit. Möge derselbe ein lautes Echo wecken und— vielleicht das Schlimmste, den Zusammenbruch unserer wirtschaftlichen Existenz abwenden!_ Revoluti»» in Bolivien. Die»Times' meldet aus Lima: Be- richte aus der Haupistadt von Bolivien melden, datz dort eine Revolution ausgebrochen ist. Der P r äs i d e n t von Bali- vien und daS ganze Kabinett wurden gefangen ge- nommen. Der Rücktransport deutscher Kriegsgefangener aus Rußland geht. wie die P P. N. erfahren,»ach der Meldung des deuischen Ver' treters in Moskau regelmäßig vor sich. Die Sowjelbehörden zeigen bei der Durchführung des Gesangenenaustausches in jeder Hinsichi Entgegenkommen. Konfession der ReichStagSmitglieder. Obwobl amtlich nach der Konfession des deuischen Bürgers nicht mehr gefragt werden darf, haben doch die Reichstagsmitglleder in ihren Angaben für das Handbuch des Reichstags nicht vergesicn. ihre Konfession anzugeben. Danach zählt der neue Reichstag 173 Evangelische, 105 K a- t h o l i k e n und 5 Juden; diesen stellen 132 Dissidenten, 1 Atheist und 1 Ungetaufter gegenüber. Das Verllälinis der Konfessionsbe» kenner zu den Konfessionslosen beträgt also 2: 1. Sicherlich hat kein Parlament so viele Mitglieder aufzuweisen, die den aner- kannten Religionen ablehnend gegenüberstehen. Ein Versuch. Ueber den Parreien aufbauende Arbeit zu leisten. ist die Absicht einer neuen Zchlschrist.Der getreue Eckart", die von Kurt N i y i ck e und Alsred L o r e k herausgegeben wird. An dem guten Willen dieser Männer, die in ihrer ersten Nummer Persön- lickkeilen der Rechten wie der Linken zu Worte kommen lassen, ist nickt zu zweifeln. Den praktischen Erfolg bezweiseln wir. Sachliche Gebiete, aus denen Uebereinstimmung zwischen rechiS und links er- zielt werden kann, gibt es wobl aber sie sind Sutzerst schmal und nicht ausschlaagebend für die Zukmist. Die großen eiilschcidenden Fragen der Zeil werden nicht durch ein Miteinander, sondern durch daS Gegeneinander der widerstreitenden Weltanschauungen gelöst werden.'___ GroßSerüu • Ein Zest üer �reuüe. Wer wagt es, heute, gerade beute, wo man in Spa mit rasselndem Schwert und in eiserner Rüstung, mit Worten brutalen Hasses von neuem über den Frieden— o Hohn!— verhandolt, — wer wagt es, gerade heute, eine Fest der Freude zu bs- gehen?...— Die neue Jugend wagt eS. die Arbeiter- jugend, die keinen Hauch Schuld an dem Gewesenen und an dem schrecklichen Geschehen der Gegenwart trägt. Die Arberler- jugend, die mit blutreinen Händen die Fahnen neuer Zeit und Völkerkultur erhebt!— Und Ar be i t e r m äd ch e n waren es, die am Sonntag ein frohes Waldsest, ein Fest der Freude in.sommerprangender Natur feierten. Kürzlich berichteten wir über die Sonnenwendfeier, die der Verein„Zli�beiter-Jugend'Grotz-Berlin" veran- staltete. Ww dursten frohen Herzens berichten von dem jung- trotzigen Kampfgeist., der unsere junge Generation beseeit und zu kühnem Freiheitswirken begeistert. Und heute dürfen wir berichten, daß dies« Jugend selbst schon einen Hauch freier, glücklachender Zukunft in sich trägt. Schade, datz noch so wenig Aeltere am Sonntag das Waldfest in Meihners Hof besucht hatten, sie hätten wirklich auch Stunden der Freude erlebt. Das fröhlich« Treiben, Spielen, Singen, Scherzen, die Volkstänze, dann im Festprogramm daS Turnen, vor allem aber die gut vorgetragenen Rezitationen, die prächtigen, ebenso prächtig vorgebrachten Lieder zur Laute lDora Czesch), der frohe Gesang— und, was weiß ich noch alles: Kurz, hier lebte ein jung fröhlicher Geist, ein Geist der Hoffnung und Freude, wie man ihn sich besser nicht wünschen kann. Die Alten wissen nun, daß diese Mädel und Burschen gute Verwalter ihres ErbeS sein werden, die' neue Steine zum alten Bau tragen, bis endlich, endlich in aller Welt die Rosen des Sieges erblühen, denn die Jugend, die heute Feste der Freude feiert, wird morgen rüstig und gestärkt in den düsteren Alltag zu schwerem, gefahrdrohenden Wirken schreiten. Und noch eine Zuversicht geben unS unsere Jungen: Sie, die im Haßwüten der Zeit mjt reiner, zukunftsgläubiger Seele Feste feiern, werden imstande sein, künstig ähnliche Gewaltakte zu verhindern, wie wir sie täglich erleiben, werden imstande sein, künftig jeden Krieg zu. verhindern. W. Sch. Holpastrelk— StraZenbahneknschränkung. Wie wir kurz vor Redaktionsschluß von zuständiger Stelle- erfabren, ist die Elektcizitätslieserung aus G o l p a eingestellt worden. Die dortigen Arbeiter dulden eS überdies nicht, daß eine Stromversorgung Berlins durch Bittcrseld statifindet, und die Arbeiter im hiesigen .Elektrizitätswerk zu Ru'.nmelsburg brben � es a b g e l e h n t, Streikarbeit zu leisten, so datz die, Möglichkeit, den- Stromoussgll zu decken, nicht gegeben ist. Infolgedessen hat der Reichskohlenkommissar angeordnet, daß der Strompm>cauch nicht nur der Berliner Verkehrsinstilute, sondern der gesamten Berliner Industrie sofort um 15 Proz. eingeschränkt wird. Klagen über die Post. Viel bemängelt wird die Höh« des postamtlichen Einzah- lungxkurses für Auslandspostanweisungen im Vergleich zum jeweiligen Tageskurs. Der Unterschieb ist in der Tat bedcu- t e n d. Die Poswerwaltungen sind ober nicht nur durch i n t e r» nationale A b m a ch u n g« n berechtigt, zum Tageskurs einen Zuschlag zu erheben, sondern dazu auch gezwungen, wollen sie nicht erhebliche Einbuße erleiben. Ter Postonweisungsein» -ahlungskurs wird Nämlich in der Regel in A'nlebnung an den Wechselkurs festgesetzt, der auch beim Ausgleich bej Schuld zwischen Aufgabeland und Bestimmungsland zugrunde gelegt wird. Da dieser?lusgleich jedoch erst nach Feststellung der Abrechnung, d. h. nicht früher als 2 bis 2Vi Monat nach Auflieferung der Post- Anweisung, bewirkt werden kann, bis dahin aber der Wechselkurs für die Postverwaltung des Aufgabelandes der Postanweisung sich nicht selten ungünstiger gestaltet, muß die Post, um sich vor Verlusten zu schützen, den Ei.nzahlungslurS für Postanweisungen unter Hinzurechnung eine? Zuschlages festsetzen. Hierfür ein Bei- spiel. Die dänische Postoerwaltüng hatte Anfang Mai zum Kopen- Hagener Börsenkurz für Schecks auf Berlin 10,50 Kr. für 100 M.) einen Zuschlag von 3,50 Kr.(— 33 v.£>■) erhoben, so datz in Dänemark für Postanweisungen noch Deutschland 14 Kr. für IW) M. zu erlegen waren. Für Abschlagszahlungen, die Dänemark Ende Juni auf seine Schuld aus dem Postverkhr nach Deutschland leistete— endgültig steht diese Schuld erst Ende Juli fest— mußte es nach dem besseren Stande unserer Valuta 16,40 Kr. für 100 M. aufwenden, so daß Tauemarl an dem Postanweisungkvcrkehr nach Deutschland für Mai trotz de? erhobenen Zuschlag? eine« nicht«» erheblichen Verlust erleidet. lleberschreitnngen de? Tageskurses sind im Postanweisungsverkehr mit dem Auslande also unvermeidbar; kein Land kömmt um diese Sache herum. Deutschland betrug dieser Zuschlag Anfang Mai 20 v. H., er ist später, bei Besserung unserer Valuta auf 10 v. H. ermäßigt wanden- Andere Länder sind noch vorsichtiger gewesen-; so die Niederlande, die schon 60 v. H. und mehr vom Tageskurs als Zuschlag erhoben haben, inzwischen aber auch eine Ermäßigung haben eintreten lassen._ • Schafft Spielplätze! Oberbürgermeister Dominieus richtet als Vorsitzender des ZentralausichusieS für Volks- und Jugend spiele an die sämtlichen deutschen Gemeinden, Städte und Landkreise einen Auf- ruf, im Anichluß an die Einführung eines obligatorischen Spiel- Nack mittags durch die letzte Neichsschulkonferenz über- all die Schaffung von umfangreichen neuen Spiel» Plätzen zu fordern und dadurch den Arbeitslosen neue Arbeits- gelegenheit zu bieten._ Geyen die Berschandelung des ErpetalS. Auf Grund der von unS kürzlich mitgetilten Polizeiverordnung des Nioderbarriimer Landrats, wonocv Exruli-che Anlagen rm E r p e t a l ohne vorherige Genehmigung nicht gestattet sind, hat die Friedrichshagener Polizei. verWallung die Niedcrlegung des von einem Torfstichnnter» nehmer errichteten Holzschuppens, der ohne bauliche Geneh» migung errichtet worden war, angeordnet. Nach anfänglicher Wei- gerung ist der Abriß gestern vollzogen worden..Die Wasserpolizer wird in demselben Sinne die Beseitigung der Brücke über das Erpesließ anordnen. Ueberhaupt soll der gesamte Be- trieb der T o r fst i ch a n l a g e aus den Erpewiesen auf Grund der Polizeiverordnung zum Schutze der Vorflut des �rpeflretzeS unterbunden werden. Damit haben die Bestrebungen zur Erbaltung einer der rmz- vollsten Naturschönheiten in der Ilmgegend Berlins einen vollen E» folg errungen. Aufgeklärter Roubüberfall. Am vergangenen- Sonntag wurde von zwei Fahrgästen in Hannover ein Uebersvll auf den Kutscher einer Pferdedroschke verübt. Tie beiden Männer Wagen am dortigen Hauptbahnllof und fuhren nach dem Waseler Gehölz. Tort fielen sie plötzlich über den ahnungslosen Kutscher von hinten her und schlugen mit einem Hammer auf ihn ein. Als er zusammengebrochen dalag, schwangen sie sich auf den wock und kilbren mit der Troschk-- davon. Der Hannoverschen Kriminal. Polizei gelang eS. einen der Täter in einem Arbeiter Ernst F l e h b« zu ermitteln und festzuncbmen. Ter zweite hatte sich mit dem Fuhrwerk ans den Weg nach Berlin gemacht und ist hier ernge- troffen. Während das Fuhrwerk noch verschwunden rst. gelang eS. de» Räuber festzunehmen. Es ist ein 30 Jahre alter Arbeiter Wilhelm Jütte, der über den Verbleib des Gespanns zede Aus- kunft verweigert. Es handelt sich um einen einspurigen Wagen, bespannt mit einer grauen Schimmelstute. Wer über den Verbleib de- Fuhrwerks iraendwelche Miiteilungen machen kann, wird ge- beten, diese im Zimmer 30 des Berliner Polizeipräsidiums ab- zugeben. Reichswehr als Schieberschich? In dieser Angelegenheit te'lt teilt uns Herr Schlächtermeister Jänsch, Kottbuser Damm 35, mit. datz er vollständig unbeteiligt an ihr ist, und von den Vorgängen nur durch seine Angehörigen unterrichtet wurde, da er erst während der Ereignisse von einer Besorgung in Berlin zurückkehrte. Merkwürdiperwei'e liegt von feiten des Unteroffiziers Karl, der die Lebenkmitteliäcke abladen Uetz, noch keine Er- klärnng vor. ebcnsoweliig von seinem Truppenteil und der beteiliglen Sicherheitspolizei. Arbeit für die Sicherheitspolizei. Man schreibt unS:»In ber frühei en Königin-Elisabeihkaserne in Charlotten- bürg ist die Sicherheitspolizei untergebracht. In ihrer nächsten Nähe hat scheinbar kein Beamter Dienst. Wird may doch täg» lich von einigen Radlern, während man als friedlicher Arbeiter zu Siemens wandert, aui dem Neuen Fürstenbrunner Weg ange- rempelt, gestreift oder in Schrecken verletzt. Vielleicht kümmert sich die grüne Polizei, falls es deren Sacke ist, auch b i e r für Ord- nung zu sorgen, einmgl darum, daß die B ü r g e r st e i g e endlich von diesen rücksichtslosen Mitmenschen geräumt werden." Snmmelkarten der Großen Berliner Straßenbahn, die nnr bis 31. Juli gelten, wurden noch am 13. Jnli verkauft. Früher war die Güliigkeitsdauer so bemessen, daß man in der Regel etwa zwei Monate Frist batte. Die jetzige Veichränkuiig auf einen ganz kurzen Zeitraum— in dem vorliegenden Fall auf wenig über einen halben Monat— zwingt viele zum Kauf der teureren Einzel- sahrkarten. Zu unserer wiederholten öffentlichen Anfrage, ob diese Plusmacherei beabsichtigt ist, hat die Slratzenbahndirektion bisher geickwiegen. Da müssen wir das Schweigen schon alS .Antwort" gelten lassen. Deutsche Auswanderer haben am Mittwoch in Stärke von 200 Mann Stettin verlassen, um aus dem Seeweg R e v a l zu er- reichen. Von der S o w j e t- R e g i e r u n g erhielten sie die Nach- rickt, datz sie in der rusiischen Industriestadt Kolomna, 120Kilo- meter von Moskau entfernt, Ouarliere erhallen würden. JJn Kolomna befinden sich Eisenbahnwerkstälten, in denen sie Beschäftigung finden sollen. Neukölln. Im Juni 1 Million Erworbslosenunterstützuns» In den vergangenen Monaten ist eine bedeutende Pe r- mehrung von Neuanträgen auf Erwerbslasenfürsorge� in Er- scheinunz getreten. Jni März betrug diese Zahl 1864, �für Zum beläuft sie sich bereits auf 4250. Entsprechend der erhöhten In- anspruchnahnie der Fürsorge sind auch die Neueintragunaen bsim städtischen Arbeitsnachweis fortgesetzt im Wachsen be- griffen. Mit der Steigerung der Erwerbslosenziffer geht die Zahl der offenen Stellen in beiden Wteilungen beträcht- l i ch zurück. Wöhrend im Februar d. Js. dem Neuköllner Ar» beitsnachweis 2581 Stellen zu Gebote standen, gelangten im Juni nur noch 1205 zu besetzende Stellen zur Anmeldung. An Unter- stützungen zahlte die Ssodt Neukölln im verflossenen Monat rund eine Million Mark, wobei die von den verschiedenen Vetbanden an ihre erwerbslosen Mitglieder verausgabten Summen unberücksichtigt sind. Tie Rord- Lstgrupve heimattrener Qberkchlester Groß-Berlins bittet alle Lberschleiier, ihre llrkunven iTaustchein, GeburtSurlunde lowie Trauschein) umgehend in der Gdchäitsltelle Christburyer Straße 7 abzu- geben, da sonst die Teilnahme an der Abstimmung in Frage gestellt ist. ?ugenöveransta!tungen. Berein.Arbeiter-Jugend». Setretariat NW, 40, In den Zelten 23. — Avt. Osten. lStralauer Viertel; Wegen der morgen stallfindenden Funktionärkonscrenz fiudel der Dislussioi�göeiid schon heute Uhr ü» Jugendheim, Nagterslr. 3, galt. Groß-Serliner parteinachrichten. Heute, 14. Juli: Bkahlverein Teu't-eltw'. 8 Uhr Zablabend ln den bekannten ve» tirkswlalln Bezirt 7(JndustrievieUcl) Wahl eines neuen Bcz-rksjührerS, Vollzähliges Elschemcn aller Genossen und Genossinnen erjordcrlich. Morgen, 15. Juli. Jungsozialiftische B-reiiiigiing. Ortsgruppe 7, 7�,� �yr im Saal der Juriiiilchen Sprechstunde, Liiidenftr. 3, Vortrag des Genossen Fronte über PazstSmuS— Ortsgruppe Neutölln, 7'/. Uhr im Jltz»oh«m, Rogat- llraße 53. Vortrag über die politilche Lage. Charlimenburg. 12. Gruppe. 7 Ubr Zablabend und Referat über den Entwurj des neue« Lrganijattonsstaluts Windjcheldtslr. U bei Nickel Nachj. OewerMastsbowegung Verbanüstag öe? Such- unü Steinüruckerei- Hilfsarbeiter unö Hiifsarbeiterinnen. Frankfurt a. 12. Juli. VerÄandZvorfihcnder P u Ä e r eröffnet den 7. ovdentlichen Ver- banbihaq, der dazu beruten fei, ernste und vcranttnortun�gZtlvll« Nribeit im Interesse der Kollegenschaft zu leisten. Er würdigte dann noch die Verdienste der 1913 verstorbenen Verbandsvorsitzenden Paula Thiede. An den Nerbandlungen nehmen 139 Delegierte, 4 Vorstands- Mitglieder, der Redakteur und eine Reihe Gaste teil. So haben Vertreter gesandt der Allgemeine Deutsche Gcwcrkschartsbund, die derwandlen BerufKverbanve der Buchdrucker, der Lithographen, der Buchbinder, der Oesrerrcichisch« Buchdruckerverband und der österreichische Rcichsverein der HilfSarbeiterschaft im Buch- und ZeitungSgelr-erbe. Tie Bruderorganiiationen der Schweiz und der Tschechoslowakei haben Begrüßungsschreiben gesandt. Bei dem Bericht der Mandatsprüfungskoni- «kssion entspann sich eine lebhaste Auseinandersetzung, bei der die verschiedenen Strömungen scharf zum Ausdruck kamen. Tie Opposition ist durch ungefähr 35 Delegierte vertreten. Gegen SaS Mandat von Crimmitschau und gegen da? Mandat von Erfurt sind Proteste eingelegt worden. In dem Fall Crimmitschau sind zwei- mal und jedesmal ein anderer Kandidat gewählt worden. Bei dem einen Wahlgang sollen Kollegen gewählt haben, die, nachdem sie die Beitraassperre über den Verband verhängt hatten, statutarisch aar keine Verbandsmitglieder mehr waren. Beide Crimmitschauer Mandate wurden deshalb für ungültig erklärt. In Erfurt ist die Wahl deshalb ongefcchten worden, weil die Wahlhandlung nicht in einer ordnungsgemäßen Wahlversammlung vorgenommen worden ist, sondern in einzelnen Betrieben, wodurch einer der größten Ke- triebe zur Wahl überhaupt nicht herangezogen wurde. Nach Kennt- nis neueren Materials soll die Kommission über diesen Fall noch. malS beraten und dann loill der Verbandstag endgültig darüber entscheiden. In der Debatte wurde immer wieder auf eine sogenannte Bropagandakommlsflon der revolutionären Betriebsräte der Buch- und Steindruckerei-Hilisarheiterschaft hingewiesen. Ein Teil der Delegierten verlangt« Aufklärung über die Tvseinsberech- tigung dieser Kommission und wer diese Körperschaft gewählt habe. Diese habe systematisch über das ganze Reich Wahlbeein- slusfung getrieben, wie auch ein Berliner Wahlaufruf, der gur Wahl von 14 Kollegen, die der ll. S. P. angehören, deutlich zum Ausdruck dringt Tie Wortführer der Opposition erwider» ten, daß die Propagandakommission dazu geschaffen sei, um vieles Dunkle an das Tageslicht zu bringen, um vor allem der verknöcher. ten Verbandsleitung ein Paroli zu bieten, den Verband zu revo- lutionteren und den Klassenkampfcharakter des Verbandes zu wah- ren. Weiter wurde von dieser Seite ausgeführt, daß das vom Verband Svorstand herausgegebene Wahlreglement nicht zu Recht be- stände, daß in Berlin auch nickt danach gewählt sei. Von feiten der Berliner Opponenten wurde wiederholt aufgefordert, daß man in Konsequenz dessen auch die Berliner Mandate für ungültig erklä- xen solle.(Zurufe: Tos wollt ihr gern haben!) Verbandsvorsitzei'.der P u che r- Berlin weist darauf hin, daß da« gleiche Wahlreglement vor jedem VerüandStage herausgegeben ist. In der Zahlstelle Berlin sei auch genau nach den Bestimmun- gen diese» Wahlreglcnzents gewählt worden, und deshalb läge auch lein Grund vor, die Berliner Mandate für ungültig zu erklären. Hierauf erstattete der Verbandsvorsitzende den Geschäftsbericht. � Durch Kündigung der Allgemeinen Bestimmungen sei für die taris- lose Zeit unter Umständen mit einer starken Beunruhigung des gewerblichen Friedens zu rechnen gewesen, urod deshalb sei das Tarifamt beoustrant worden, eine Verständigung mit der Prin- Kipalität zwecks Schaffung eines Reichstariis anzubahnen. Im November 1313.'am es dann zur Schaffung eines Reickstarifs, der aber dartn von den Unternebmern bestritten wurde mit der Be- grundung, es hätte sich nur um eine Beratungsvorlage gehandelt. Trotzdem fei es auch ohne Tarif gelungen, dessen Bestimmungen durchzuführen. Pucher sprach sodann von der Zusammenarbeit mit den anderen graphischen Organisationen, die zur Gründung des „Graphischen Bundes" geführt haben. Diesem unterliegt es, auf organisatorischem und tariflichem Gebiet in allen gemeinschaftlich berührenden Fragen die erforderlicke Zusammenarbeit zu ermöglichen, besonders soll er die Schaffung eines„Graphischen Jndustrteverbandes" vorbereiten, die alle drei graphischen Verbände anstreben. Usber die weitere Stellungnahme zu den Arbeitsgemeinschaften soll der VerbandZtag entscheiden. Bis jetzt habe man-si« als Mittel zum Zweck betracktet, man habe es aber joderzeit in der Hand, aus derselben auszutreten. Zum Schlüsse seiner Ausführungen ging Redner auf die Parteiströmungen ein.. Alle Arbeiten hätten unter dem Unglück- seligen Stern der Zersplitterung der Arbeiterbewegung gestanden, wobei das Unternehmertum den lackende» Dritten abgegeben habe. Die Berliner Kollege» hätten erklärt, daß nur solche Kollegen /Stellung und Aemter im Verbände haben sollten, die nach einer bestimmten Richtung hin politisch orientiert sind. Das gehe nickt an, denn der Verband sei parteipolitisch neutral. Man wolle die Gewerkschaften ins Schlepptau einer bestimmten politischen Richtung nehmen, wodurch große Teile der- Sflitglieder abgestoßen würden. Auch die Propagandakommission sei als Gegenorgani- sation gegen den Verbandsvorstand geschaffen. Wer an den Grund- sätzen des Verbandes rüttle, untergrabe die Machtposition de?» selben und wirke schädigend für die Kollegensckaft. Sodann erstattete Kassierer L o d a h l- Berlin den Kassen- bericht. Danach betragen die Einnahmen 1 138 471 Mk.. die Ausgaben 336 135 Mk. Der Bestand der Kasse war am 31. März 1323 773 383 Mk. Im Jabre 1318 kam aui ein Mitglied 23,68 Mk.. im Jahre 1313 28,73 Mk. Vermögensanteil. Der Mitgliederbestand betrug im 4. Quartal 1913 11 722 männliche und 24 644 weiblicke. zusammen 86266 Mitglie- der. Heute umiaßi der Verband rund 42363 Kollegen. Die Einführung eineZ Ertrobei träges sei notwendig gewesen, um die Schlaqfähigkeit des Verbandes zu erhalten. Den'Redaktionsbericht gab Redakteur Schulze- Berlin, der ausführte, daß parteipolitische Auseinandersetzungen im Verbandsorgan„Solidarität" keine Aufnahme finden können. ' Besonderes Augenmerk solle man aui die Schaffung einer Frayen- beilage legen, ferner solle die Jugendfraae in Zukunft mehr Bd- acktung finden. Der Zeit entsprechend solle man auch beschließen, daß das BerbandSorgan ochttäqig erscke ne. An diese Tätigkeitsberichte schließt sich ein« ausgedehnte Debatte. Unternehmerpraktiken. Vom Vebband der Gärtner wird uns geschrieben: Ilm sich über den vereinbarten Tarifvertrag hinwegzusetzen, hat die Vereinigung Deutscher Garlenarckitekten und Landsckastsgäriner zu einem eigenartigen Mittel ihre Zuflucht genommen. Sie hat einfach die Vereinigung ausgelöst und glaubt nun aller Verpflichtungen ledig zu sein. Man scheut sich nich!. kurzerhand Firmentarife zu vereinbaren, wobei die Löhne durchschnittlich 1 M. pro Stunde niedri- ger festgesetzt werden. Da die Konjunktur in den Sommermonaten schleckt ist, wird der stärkste Druck aus d.e Arbeitnehmer ausgeübt. derartige Vereinbarungen anzuerkennen. Wer nicht mitmacht, wird wegen„Arbeitsmangel" entlassen. Unseres Erachtens sind die privaten Abmachungen ungültig. da sie int Tarifvertrag nickt vorgesehen sind. Für dt« Tauer des Tarifvertrages und zwar bis zum 3l. August 1923, sind die in Be- tracht kommenden Firmen an den Verlrag gebunden. Nach der Per- ordnung vom 23. Teiember 1918 bleiben die ausgeschiedenen Mit. glieder einer Organisation an den Tarif füc die Dauer des Ver- träges gebunden. Eine Auslösung der Organisation kann in diesem Falle nur als eine unzulässige Umgehung des Gesetzes angesehen werden. Aufgabe der organisierten Kollegen muß es sein, die Machinationen der Arbeitgeber zu durchkreuzen. Eine Versammlung, die am-Freitag, den 16. d. M., abends 8 Uhr im.Meichenberger Hof", Reickenberger Straße 147, stattfindet, wird dazu S'ellung nehmen. Vollzähliges Erscheinen aller Mitglieder ist unbedingt notwendig._ Der Aufbau der Betriebsräte. Infolge eines technischen V'c- sehenS ist der Name des Verfassers dieses in der heutigen Morgen- nummer des„Vorwärts" veröffentlichten Artikels nicht angeführt. Der Verfasser ist Clemens N ö r p e l. Buttd der technischen Angestellten und Beamten. Fachaiupvcn- Versammlung der privaten Verkedrzimleciieiimuugen im Nalionatyas, Bülowstrazc, am Donnerstag, den 12. Juli, abends 7'', Uhr. Meister, Mcviiorgedilfen. Aufseher. Vorarbeiter der eliemnlig"n Arlilleriewerk!tat»-Nord, Spandau. Alle dicjcnizcii, welche noch nicht im Besitze der Tifferenznachzahiung sür die Zeit vom I. Januar ISIS vis 17. Augutt 1918 sind, werden ersucht, ihre Adresse, sowie die Zahl der in dieser Zeit geleisteten Arbeitsstunden an den Vorsitzenden des Angestellten- ra:S des ReichiwerkS Spandau, Moschinen abiik. anzugeben. Angaben, die nicht bis zum 31. Juli 1920 in unserem Besitz sind, können nicht berücksichtigt werden.» Wirtfeha# Macht daS Oedland urbar!* Man schätzt da# in preußischer Staarshand befindliche O e d l a n d auf etwa 150333 Hektar, d. i. mehr als 60u0owoht für den Desiyer, als auch für. dl« Allgemeinheit jehr nutzbringend verwenden läßt. Di« Erfahrungen der letzten Jahr« ergeben, daß n-cht etwa jahrelange mühevolle Aroeil nötig ist. um karge Eit agnisie zu erzielen, iondetn daß bereit« da« erste Erntcjabr lohnende» Ertrag bringl. der sich schnell steigerr. Insbesondere durch die Ersindung Vervollkommnung und Indienststellung des modernen Moor-Krail- pflüge« haben sich die Schwierigkeiten der ersten Kultivierung wesentlich vermindelt und hat sich die Errragsaussichr vermehrt und beichleuniat. In der Nähe sehr vieler Großstädte befinden sich solche Moor- flächen, die durch intensive Bearbeitung eine durchaus tühlbare Einwirkung auf deren NahriingSmitlelver'orgung auszuüben ver- mögen. Luck Berltns Nähe, eine knappe Bahnsiunde entfernt, werst«ine solche aui. Der dem LandwirtschailSminister von einzelnen Seiten gemachte Einwand, daß die Urbarmachung emes Heliar« 7003—8300 M. koste, trifft nicht zu.� Die vollkommene Sä-Ferligungsstellung »ine« Hektars Moo'.släche stellt sich mit Hilie des modernen Moor- Arasrpfluges. je nach Beschoffenhen, des Bodens, aus höchstens 1630—1833 M.. also auf kaum den vierten Teil. Auch die bei der Gesetzberatunq zutage getretene Ansicht. daß der Moorboden emen außerordentlich hohe» Einschuß von Dünger benötige, trifft nicht immer zu. weil er sich zumeist durch Slickstoffreichtum aiiszeichnel. Natürlich niuß die Umjockung durch den sür Moorzwecke eigens eingestellten Moorpflug geschehen, der nicht bloße Frais-, sondern wobre Pflngacbeit verrichtet, d. h. den Boden nickt lediglich zerhackt, sondern buchstäblich wendet, die Humuserde breit obenauf la lert und die unentwirrdaren Moorgräier(Bitten) in die Erde zuriukdrängl. Das Rbin-Lglch vor den Toren Berlin?— in einem Umfang« von 53�30 Morgen— bedarf außerdem nicht mehr d» anderwärt« oft nötigen Entwässerung, sondern harrt lediglich des U m g r a b e n S. Im Interesse der Allgemeinheit ist zu hoffen, daß der znm Ke- setz gewordene neue Weg, den Landwirt nickt durch bnreaulratiiche Topsguckerei zu verdrießen, sondern ihn zu zwingen, soviel Land Unter Kultur zu nehmen, als seiner Leistungssäbigkeit entspricht, eher zum Ziel» führt, al» der bisher eingeschlagene. C. Fr.-F. Gegen wirtschaftliche Ucbcrfremdung in Italien. Um einer Uehersrcmdung der üalienistfi.'n Industrie, wie sie vor dem Kriege bestand, vorzubeugen, beabsichtigt ch!« italienische Regierung einen Gefetz-'ntwiirs der Kammer vorzulegen, wonach die noch vorhandenen Gesellschaften, d-e sndustri'lle Anlagen in Italien hpsitzen, italienisch werden und diese Umwandlung durch Aendem-ng ihrer Aktien in Jnbaberoapierc nachweisen müssen. Ferner soll dieses Gesetz bestimmen, daß der Vorsitzende de» Auffichtsrqtes und der leitende Direktor aller Jndu'tneiiuter- nehmungen in I tasten ihren Wohnsitz haben. Fwlicner sein und die ilalienischen Interessenten die Mehrheit im Auffichtsrgt haben müssen. Me die„Telegravhen-Union" hierzu weiter au# Rom meldet, richtet sich der Entwurf, der alle Aussicht hat. von der Kammer genehmigt zu werden, s« erster Linie gegen di« noch in Italien vorhandenen englischen Unternehmungen und haut gleichzeitig einer amerikanischen Durchdringung in der italienischen Industrie, wie sie vielfach befürchtet wird, vor. Eine wirtschaftliche Erpansion von Teutschland scheint man nicht als gefäbrlick zu erachten. Daß die Italiener die Inhaberaktien in Namen- aktien umwandeln wollen, haben wir bereits berichtet. Leitfer müssen wir sehen, daß auch in Deutschland die Uebersrrmdung zu cin'e riesigen Gcsabr wird, dadurch, daß uns der beftimmewde Einfluß ist fielen w'chngen Wirtschaftszweigen durch die Kapitals- macht der A ü n d e r enlzdgen wird. Der Zwang, Geld am. bringen zu müssen, der in der jetzigen Wirtschaslskrisis an allen Stellen anfinlf. treibt viele Unternehmen h die Häwde der Aus- länder. Sehr dekannte Handelshäuser sollen in jüngster Zeit gezwungen worden sein, stck mrt ausländischem Kapital über Wasser zu ballen. Ta entsteht die Frage, ist das unumgänglich? Nein, wenn an die S'elle de« P e r s o n a l t r e d i l s der Kollektivkredit der Ai.chgruppe gestallt würde, dann würde eS möglich sein. Kredite zu)ckt als llnfälle im Sinne des Gesetzes angetehen, weS- halb die Hinterbliebeueir keine Rente beziehen. In vielen�Bcrufen rühren jene Krankheiten, die ihre Ursachen in der Eigentümlichkeit de? Beciiis. der Arbeit mit schädlichen und gisngen Stoffen, der Art des Arbeitsplatzes usw. baben, zu inibem Siechtum und z-itrgem Tode der dort Tätigen. Allgemein bekannt sind die Bleierkrankungen der Buchdrucker, ver frühe Kräfteversall der Bergleute und Schwer- acbeirer lowie die schleichenden Vergrstungserschernungen in der chemischen Industrie und aller mit deren Artikeln beschäftigten Ärbeuer. Zn einem Vor'rag de? Landgewerbeorztes Medizinalrat Dr. K o e'l i ch l Münchens auf einer vorn Verband der Maler einberufenen Lackiererkonscren, wird statistisch die Gefährlichkeit der Blei, crlrankungen nachgewiesen, wobei die Bleirohrarbeiter an erster, SchrrUgießer an zweiter Stelle und Maler an dritter Stelle stehen. Dr. Koelsch bemerlt, daß alle unter erheblichen Blut- Veränderungen leiden, dre zn langwierigen Krankheiten. Siechtum und trühem Tod führen. Wirt' ame Vorbeugungsmaßnahmen werden noch lanae auf sick iv.rnen lassen, so daß viel« Tau'ende Frauen und .üiirder rn der ständigen Gefahr schweben, den Garten und Vater in den besten Mannesjahren als den Ernährer zu verlieren und in die bitterste??ot zu kommen. Ist die größere Todesgefahr in den eiirzelnen Berrr'en vorläufig noch nicht abzuwenden, io besteht doch die Möglichkeit, wenigstens sür die Familie daS�Schlimmste zn verhüten und sie nicht nach dem Tode des Ernährers dem Hunger und Elend und ihren Begleiterscheinungen zu überlassen. Jeder in solchen geiundheitSgesährlichen Berufen beschäftigte Arberter toll:« es nck daher angelegen kein lassen, eine Lebens- Versicherung bei der von de» Geweikichaften und Genoffenschasten aegründelen sozrglisserien Volksversicherung. die Bolksfürsorge, Harnbiirg ö, ei" zugehen, die obne ärztliche Uwtersuchring jedermann Änsirahme gewährt und bis 5003 M. versickert. An rbre Rechnung«. sielleir oder an die Gewerkichaslen und Konsumvereine wende man sich vertrauensvoll, da sie streng nack dem Grundsätze handelt: Versicherung durch das Volk, für daS Volt. flus alier Welt. Unglück oder Sabotage. Frankfurt a. M., 13. Juli. iCig. Trahtberrcht de«„Vorw.'i. Vor einigen Tagen flog di« Automobilwerkstatte einer hiesigen Fabrik, wie deren Fabrikleitung annimmt, durch Sabotage der Mo- toren in die Lust. Außerdem sind in derselben Werkstätte� Trelr- stähle in Höbe von zirka 83 333 M. vorgekommen. � Da sich die Fabrikleitung nicht anders->u Helsen wußte, entließ sie di� 18 Ardester der hetresienden Werkstätte, stell!« diese bis auf 5 nachher wieder ein. Ter S ch l, ck> n n g a» S s chu ß, der angerufen wurde, entschied, daß die Entlassung u n g e r e ch t s e r t i g t ist, da den Ent-tfrsscnkn weder eine Sabotage noch ein Diebstahl nachge- wiesen ist. Tie Fabrikleitung wurde zur Wiedereinstellung oder zur Zahlung der gesetzlichen Entschädigung verurteilt. Veranlw. siir den redott. Teil: Dr. Werne« VcNer, Ehnrlottendurn: für«irre, gen- Td.(>ilo-e.«crlin Arrlo?: Torwärls-Lerlaq G.m.b.H.. Berlin. Druck: Bor- wiirrz.Puckidrllckerel u. VerW-onslalt Bau! Tiirger u. Co.. tzerli.r. Lindenstr. S. Gairinr-rKluszug dc? 16. Preus:-TLdd. 1. L'.'f?- (242. Preuft.) 1 Zirhlinzkta� SUafTc«=?cf ferse IS. Juli 1520 Alf jede Pommer sind*we! gleich hohe Gewinoe gefallen« und zwar Je einer bu/ die Lose gleicher Nummer In den beiden Abteilungen I nnd II (Cvn; Scrr-hr).(Nochdruck vrrbotc»> In d:: L-rruillneSzirbunz murdcn Ervlrme übcr 140 Sied z-zogcii! 2 Ccw nr.c zu SE03 M esS52 6( rv-nro zu£00 JI 13169"47432 152278 13 Ccwr.ce zu 403 M 40428 83784 91C54 130502 173377 10("fw ene zu 220>1 30581£4584 84340 87053 150011 CO o— rne zu 200 31 13521 33042 63124 65763 8482, lC-'246 15-161 112441 125283 137045 141238 202031 204278 203781 212833 In dcr Ncch-rlttogSz'.ehung wurden Ecwlnae über 140 Rork erzog:«: 2 Ccw uns zu ICOCOO M 26341 2 C?v. crc zu 50500 M 112335 2 Ccwrco zu 5C03M 75351 4 Crw unc zu 1000 M 8087 193348 13 Oew rnc zu 300 M 25930 33005 61961 60567 81603 99373 123952 174749 22 Gctr nne zu 200 M 41462 61847 74128 77980 88079 87762 113573 1*3435 133:5« 183438 200411 �"mß'jMvw bis 3X4 aus Privathand ge- guiht. John Roaenthal. BerIlnW.8,Taubenstr.!0, Fernspreeher Zentrum 7791. hqsüeqsi ffianWHi, nahe Bahnhof. Ouabtatrute 80. äT.acI lOO Mark Anzohlunq. Sülfcn, Stealrtz, Blonvilleslrake 11- gtcnfpttihci: Tt-alif, 2394.• »«d>lM«, ltllMeraarni. :, Store,. Bettdecken, Me- war« preiowert. Lands- «orslrahe 12. IStifi* Arbeitsanzüge, Stück SOMark. llciett(Brubzntontor. Brüder» f'.rabc 39a__ Tchuzhunde. Stubenbünd dien, iuitqc STorlerrfet, Pint. lcher, Schäferhunde oerkauft Schaffland. Palisedenftrahe 25.__ 84/1«' Näbmaschwe«, auch Seil- zahiuna geftattet. HahruPrenz. lauerstraße 20. 214' jGezehätttvvrl«,*»1'« Laden mit Einrichtung, ttüche. Hinze, Brunnenftr. Ol. filoS Weiße» Schlafzimmer, voll- ftändia. 3300 Wcuck. Andreas» ftrage 22. 171ckD Tchlakzimmer in reicher Auswahl, einfacher und«le» aontcfter Ausführuno, ver- tauft diret« an Brtvate zu soliden Preisen. Schlaf, Im» mer-Snezialfabrii. Buraftrahe 27�.Buzeauhaus.BSrs»'.' Etuäen. und Küchenernrich- wng.„hr hilltg. MSb?lIch,». Brunnenstraß« 160(king-nq Anilamefftraße). 118/3« Ps»,ck,t«e,»«eurnee,t«: Bierltna-Bianos, neu», aut« aeivielte. wohlfeil» Seleaen» betten. aotlbuferNr. I. 75«' Bi»»»s, moniumt, «tuhflflasl, Sar» aebraucht« und neue Instrumente, Repara- ture» und Ktimmunoen. Mar Adam. SUufeal* U. UM «inoelnlfU« Mandoline», Violinen Gitarren, Lauten, äußerst billig. luntezricht 20.— Ronntodonorar. Drei. »onatsiurfe»ur verfetten Auobilduna.f Mund, und Handhazmonilo» usw.. ae» braucht» stlavlere. Haimo» niums verkauft Beraer n. S.».. Ctonienftt. 166. 156« «la»»». Mllael. Harmonien. neu und aebraucht. 6riebe»s. wäre.«rSbte Auswahl, aitn- Niae 6-blweis». 6r»n» stezd. Sevdel. Svaudauerftraste>8, am Rothau,. ll«»» Armeepistolen, 9 Millimeter kauft»u höchsten ftem.: Befponneue Ztupferdzähre, alt« elektillche Svul-N lnchr Sen. ZSaidmannslust. Kur- hausstr. 6. 31 15 Holzschrauben, Spiralbohrer, FeiltN.SchmirgeUeweirLairgen, Tchloßlchrauben. neu, lauk, R-minger, Große ssrankfurrer Straße 93, vorn 2, nur nach- mittags. Sliidstrumpfaich« kauft zu absolut bächslen Preisen Bist. mtl. Elsasterstr. 95. I. 196:9* Gilberbruch, cöoldabsälle. Quecksilber Platin sowie alle anderen Metall- stabnaedrsse, Münze», ph-toaravbische Rück» stände kauft.Silberschmelz-" Seuduck, tlöpenickerstraße 157. Telephon M-ritzola» 12280.» Gebisse, einzelnegäbne, Ztuvser, Mefstna. B ei, hschstzahlend. Scharf, Elfasserstraße 78. Heinrich Maurer, Privat- 6uichncidcfchule. Alexander. olaß lCrnqang Känlasarabenl Tages.. Abendkurse. Herren» Damenfchneldcrei. Wäsche Pußkurke, Kchuiit.zeichncn. siu- lchneiden. Rähkurie. Schnitt» mnfter Fernfprechcr: König- stadl 339. Biallaelche zuschneibeschvl», Berlin. Lzioziaerstraße 83, llrstklasstge Ausbildirna in der siulchneldekunft der Her» ren- und Damenschncrderei. Berllb-Gchuleu G. m. b. L. Unterricht in allen Evrachen, Abendklaffen: Enalisch. französisch: 25 Mari monatlich. Kleine Tageskläffen. Einzel. Unterricht wäbrcnd des aan- zen Tages. Klein« Klaffen für Spanisch. Russisch: mo, uatlich 35 Mari. Prospekte kostenlos. Leipzigersir. 123a, Tauentrienstraße 19a.' ersiader, Patentbureau Packicher, Gertraudtcnstraße l5. Kentrum 7600. 75K, Möbeltrausport. Epezial» «eschäft. Berlin— auswärts. Garantie. Stein, Berlin, Dicd-nlmf.'nerslraße 8. Hmn- bdldt 5088.» .Dem«, Detektive, R-rden 7213. Jnvalidenltr. 88. Aus- künfle, Beobachtunaen« Ver» brechen-Bearbeituna. 174K' Frauenleiden aller Art er» folgr/iche Behandlung, unent- geliliche und diskret« Unter- suchung. Bertular. Chauhee- straffe 1 I. �>7«X D-rlehe» auf Svi-ota-k» briet«. Versscherunaspolicen gibt Bankverein. Wilmers» dorterstraß« 163. 168K Ardeitsmsrkt Menen-snqcwr,«« Klebarlnnen, geübte, verlangt Schwerdtiegrri Leüilckendorfer Straß« 96. 1713)3