Morgen Ausgabe(30 Pfennig Bezugspreis.. Anzeigenpreis: W/*W>\ft»!.°chtg-fpa-w.. N°np°r..ll-Z°»° frei ins yaus, voraus Zahlbar» Post»» ▲ x jl.. v' n�al fno»-� on> d-wg- Monatlich 10.- Ml. �ll.«u. KUoM>j7�Mj � A\ AV A. W UWw«n«S- jtillung-g-bühr. Unter»remband für �WI MSW7WsM?WM> 1 � A> MiU�vWWUl � »mmat 8u» 2150® �e. JH LH HH M W D W W g gs� Sch,aNW«�«V�� ung�'�Tsch�El� �w... MM M WWW WM M�A D�, ��b«7sZNb�°Mk� nwrl Y->II°N-.. �.mdurg. Schwede» VDW M WW W M. Wl M> W W M Sü MbJBWf M°i Worte. T-uemnq-zuschlag 50°,� und dk Schwiy.- Eingetragen w rBB m| D■ j®tVKaV jHV W Sammni.«inifigtn fßr«bornierten die Post- Atting �Preisliste. W I kW! 4�9y �S&yVtäWyJS� W // WI Seilt i- 3lv x»Uli, che und qe- Der.«»rmärls- mit der Ksnnt-y«. Wl I I HHV MtStiJy� �W/ Zf V/>P�/ J&ßk\ // MI werkschaMche Pereins. An, eisen bellage.Boll u.geir'erlchelm w-che». WL�i l. �-'\S yStr> //- VWl Z,- Ml. die Zelle ohne Auffchlag. täglich zweunal. Sonntags und Mon- AMg&bp)�� J ▼/ O�m�üZ� An,e!gen für die nächste?üimmer tag« einmal. ij A.s______—_ � � müssen bis ö Ahr nachmittags im �srÄ.. Devlrnev Volksblatt»—iS- Zentraloman der foztaldemokratircben parte» Deutfcblands fl Annäherung in öer Kohlenfrage. S p a, 15. Juli. Bei der heutigen Zusammenkunst in der Villa Ncubois wurden Reichsministcr Dr. Simons die Grund- zöge der Antwort der Entente auf die deutschen Vor- schlage in der Kohlenfrage bekanntgegeben. Tic Antwort wird heute abend schriftlich überreicht werden. Man er- wartet, daß die deutsche Regierung ihre Antwort bis zur morgigen Sitzung des Obersten Rates, die um 11 Uhr im Schloß de la Freineuse beginnt, übergeben wird. Die üeutsthen Vorschläge. S P a, 15. Juli. Die Vorschläge der deutschen Delegation wegen der Regelung der Kohlenfrage haben folgenden Wortlaut: 1. Die deutsche Regierung verpflichtet sich, vom 1. August 1920 an auf vorläufig 6 Monate den alliierten Regierungen m o u a t- lich zwei Millionen Tonnen Kohle zur Verfügung zu stellen. 2. Tie alliierte« Regierungen leisten den Gegenwert der Kohle bis zur Höhe des deutsche» Jnlandpreises durch A n r e ch- nung auf das Rcparationskonto; mit der Differenz zum Welt- Marktpreis in bar, soweit nicht die Art der Zahlung durch daS all- gemeine Abkommen über die Finanzfrage anders bestimmt wird. 3. Während der Tauer der vorbezeichneten Kohlenlieferung bleibe» die Bestimnmngeu der Entscheidung in der Kohlenfrage, die der deutsche« Delegation am 9. Juli mitgeteilt und am 11. Juli ab- geändert worden sind, außer Anwendung. Eine Erhöhung der monatlich abzuliefernden Tonnag« durch den Wiedergutmach- ungsauSschnsi findet solange nicht statt. 4. ES wird alsbald ei» Abkommen über die Lage iu Ober» s ch l e s i e n getroffen, dnrch daS entweder die deutsche Regierung die Verteilung der oberschlesischen Kohle zurücker- hält oder ihr doch der monatliche Bezug von mindesten? 1,5 Millionen Tonnen gewährleistet wird. 5. Es wird alsbald eine gemi schte Kommission i» Essen eingerichtet» deren Zweck eS ist, die Mittel zu untersuchen, mit denen man die Lebenshaltung der Bergarbeiter in Nahrung, Kleidung und Wohnung und damit die Erzeuguitg der Kohlenminen deS RnhrgebietS verbessern kann. S. Die Allierte« erklären sich bereit, Deutschland zur Einfüh- rung von ausländische« Lebensmitteln für feine Bevölkerung sowie von Rohstoffen für die deutsche Industrie und Landwirtschaft einen angemessenen Vorschuß zu gewähren. Die Beratungen über den Borschuh werden im Zusammenhang mit den allgemeinen Beratungen über die Finanzfrage alsbald unter Zuziehung der beiderseitigen Sachverständigen aufgenommen. wie weit kommt üie Entente entgegen? V. L. S pa, 15. Juli(Eigener Drahtbericht des Vorwärts"). Tie Besprechung zwischen Lloyd George, Millerand und Simons über die deutschen Gegenvorschläge fand am Sitz der französischen Tele- gation statt, deren Villa bekanntlich im Kriege die Residenz Kaiser Wilhelms war. Diese Besprechung erforderte eine Stunde bis acht Uhr abends auf der Terrasse des Schlosses. Es nahmen an dieser außer den drei Benannten nur noch teil Sir Philipp Kerr, der Sekretär Lloyd Georges und ein Dolmetscher. Millerand und Lloyd George waren über die Gegenvorschläge merkwürdigerweise noch nicht im vollständig im Bilde, weil die Nebersetznng, noch nicht vor. lag. Punkt für Punkt setzte nnn Simons die Vorschläge auSein- ander. Das vorlSufige Ergebnis der Besprechung ist, daß kein einziger Punkt abgelehnt ist. Rur der sechste Punkt (Vorschußgewährung zur Einführung von Lebensmitteln und Roh- sioffen für ganz Deutschland) scheidet vorläufig aus» er wird bis zu den Wirtschaftsberatungen zurückgesetzt. Der Zw�ck, der Aufstellung dicfts Punktes war nur, daß nicht in Deutsch- land der falsche Eindruck erweckt würde, als sollte daS Ruhrgebict eine bevorzugte Behandlung in feiner Lebcnsmittelbelicferung erfahren gegenüber der übrigen deutschen Bevölkerung. Bei allen anderen Punkten sind zahlreiche Aenderunge« durch die Alliierte« angekündigt, die heute abend noch er- wartet werden. Ucber diese Aenderungen werden am Freitag früh die Sachverständigen, sodann das Kabinett unter Hinzuziehung eines kleine« Kreises von Sachverständigen beraten. Sodann wird das Kabinett die endliche Entscheidung treffen. Es ist also eine wesentliche Entspannung eingetreten, und nach der ganzcn Sachlage scheint eine gute Aussicht auf Verständigung zu bestehen. Ein übermäßiger Optimismus wäre jedoch«icht am Platze. Hue steht auf dem Standpunkt, daß die verschiedenen Punkte unsere- Gegenvorschläge, wenn sie im wesentlichen angenommen würden, einen Fortschritt be- deuteten, der eS uns evtl. ermöglichen würde, die sonst ungeheuer- lichen Mehrleistungen und Ablieferungen durchzuführen, ohne das eigene Wirtschaftsleben zu ruinieren. Namentlich die bessere Lebens- mittelbelieferung würde für die Arbeiterschaft in Ansporn sein, die Urberschichten weiter durchzuführen, was bei der gegenwärtigen LrbenSmittellage im Ruhrgebiet ganz ausgeschlossen ist. Würden jedoch die Zugeständnisse der Alliierten anfdcmErnährungS- gebiet unzureichend sein, so bliebe unS tatsächlich nichts anderes übrig, als die Ablehnung. Doch besteht vorläufig kein zwingender Grund, die Zugeständnisse auf diesem Gebiet als unzu- reichend vorauszusehen. Spa, 15. Juli.(Sonderbericht deS„Vorwärts".) Die Antwort der Alliierten, die zur Zeit der Unterredung in Viva Neubois in ihrem Text strtiggestellt wurde und deren Grundzüge dem Minister mitgeteilt wurden, soll heute abend schriftlich überreicht werden. Als feststehend darf betrachtet werden, daß anf der Gegenseite der ernstliche Wille vorhr.nden ist, zu erner Verständigung zu gelangen und den deutschen Vorschlägen gegenüber Entgegen- kommen zu zeigen. Die Tragweite der Modifikationen der de«t- schen Vorschläge läßt sich noch nicht übersehen. Neber die Antwort der Alliierten verlautet aus Ententckreifen, daß die Alliierten bereit find, für die Tonn? Kohlen folgende Zahlung zn leisten: 5 M. Gold i n b a r und 35 M. Gold zur Gutschrift auf Konto, das uns zur Einfuhr von Lebensmitteln und Rohstoffen zur Verfügung gestellt wird. Diese Bezahlung erfolgt jedoch nur, wenn die vorgeschlagene Lieferung von 2 Millionen Tonnen monatfich vollkommen eingehalten wird. Buch m dem wichttgen Punkt der oberschlesischen Kohlenlieferung scheint ein Einvernehmen sicher zu sein. Annahme mit neuer Drohung. In später Nachtstunde trifft sollende Meldung ein: Spa, 15. Juli. sPrivatmeldung.) Uebcr die Antwort der Entente erfährt die Ageucc Havas: Tic Entente nimmt das deutsche Angebot auf Lieferung von zwei Mil- lionen Tonnen Kohle monatlich für die nächsten sechs Mo- nate, mit dem 1. August 1920 beginnend, an. Werden bis zum 1. November nicht sechs Millionen Tonnen geliefert, so sind bestimmte Gegenmaßregeln vorgesehen, die in der Besetzung deutschen Gebietes, sei es das Ruhrgebiet oder irgendein anderes, bestehen. Für die Ver- teilung der oberschlesischen Kohle wird eine g e. mischte Kommission eingesetzt, der ein deutscher Ver- treter angehört. Der Vorschlag der Kommtssron in Essen wird angenommen. Tie Antwort verspricht schließ- lich die notwendigen Lebensmittel zur Besserung der Lebensbedingungen der Gn»benarbciter. Danach scheint es, als ob die Annäherung, die bisb°r in der Kohlen-frage konstatiert werden konnte, durch die erneute Drohung der Alliierten mit dem Einmarsch wieder gefährdet sei. Wenn das Damoklesschwert der Besetzung noch weiter über Deutschland schweben soll, wird der Wert der Verstän- digung zunichte. Eine amtlich Stellungnahme deuffchrseits zu dieser neuen Wenduwg konnte nicht mehr ernrittelt werden. Die„Dolmetscher" treffen ein. Spa, 15. Juli. Marschall Wilson. Exmeral Degoutte und der Chef der italienischen Militärdelogation, General �Marietti, find heute früh hier eingetroffen. Der Prozeß gegen üie ungarißhen Volkskommissare. Ermordung des Verteidigers Dr. Slzantol Der Strafprozeh gegen die in Hast befindlichen Bolfs- kcnnmissare hat, wi« uns gemeldet wird, bereits ein Todes- o p f e r gefordert. Ter Verteidiger de? Angeklagten Bantus, Dr. Stefan S z a n t o, ist Dienstag abend, unmittelbar nach der Verhandlung, in mysteriöser Weise ums Leb«, gekommen. Heber die Einzelheiten des tragischen Todes ist bisher nichts in die Oeffentlichteit gedrungen. Doch steht fest, daß Dr. Szanlo. der Mitglied der Sozialdemokratischen Partei war, wie alle übri- gen Verteidiger, mit Drohbriefen überhäuft wurde. DZenn die Verteidiger in der Verhandlung eS wagten, etwas zu- gunsteu der Angeklagten vorzubringen, oder Fragen an sie zu stellen, erhoben sich wüste Drohrufe aus dem mit Bracchial- Offizieren besetzte» Zuhörer räum, ohne daß der VoMeade dagegen einschritt. Der Anklagevertreter konnte fich gestatten, Dr. Szanto am Tage vor seiner Ermordung mit den w ü st e st e n Beleidigungen zu überhäufen, während vom Vorsitzenden Szanto das Wort abgeschnitten wurde, als er zu ent- gegnen versuchte. Auch in der Presse waren die Verteidiger Gegenstand der wahnsinnigsten Hetze. An demselben Tage, an dem Dr. Szanto starb, erschien in dem Organ der christlich- nationalen Vereinigung ei» Artikel gegen die Ver- teidiger, der mit der Drohung schloß: Nach der heutigen Ouvertüre werde» wir die weitere Rolle der Verteidiger mit gesteigerter Aufmerksamkeit verfolg>en, da die Verteidiger, wie es scheint, nicht so sehr an der Erforschung der Wahrheit mitwirken, als vielmehr»ach außen S t i m- mung machen wolle». Die.gesteigert« Aufmerksamkeit" hat bei einem der Ver- teidiger nun bereits tödlichen Erfolg gehabt. Diese Blut» tat ist eine neue Mahnung an die Arbeiterschaft, den Boykott HortHh-ll»gax«e mit aller Schärfe fortzusetzen. vorwärts-verlag G.m.b.£>., 62). SS, Lmüenstr.Z. Fernsprecher: Amt Morttzplaü. Nr. 117»3— 54. das deutsche Angebot. Von der Ueberzewgimg ausgehend, daß die Verweige- nrng der Zwei-Mi llionen-Tonnen-Leistung den sofortigen Einmarsch der Alliierten in das Ruhrrevier zur Folge haben würde, hat die deutsche Delegation zu Spa den Verhmidlimgsgegnieni einen neuen Plan von Voraus- setznngen vorgelegt, unter denen sie die Erfüllung der geg- tierischen Fonderimgen für möglich hält. In der Vorlegung dieses Planes liegt ein sehr weites Entgegenkommen, und wenn auf der anderen Seite wirklich etwa- von dem guten Willen vorhanden ist, dessen man uns so oft versichert, dann sollte mon denken, daß im Lause des l)eutigen Tages eine Verständigung erzielt werden muß. Ueber die Voraussetzungen, die von deutscher Seite für die Erfüllung der Entenieforderung ausgestellt sind, wird in Spa iedenfalls noch gesprochen werden. Von besonderer Wichtigkeit scheint uns unter ihnen zunächst die Ober- s ch I e s i e n betreffende Forderung zu sein. Stichen uns von den 2,(i Millionen Tonnen, die Oberschlesien setzt produziert. 1,5 Millionen Tonnen sicher zur Verfügung, so wird dadurch die Zwei-Million en-Ton nenla s t um etwas vermindert. Immerhin würde auch dann noch zwischen dem vorletzten deutschen Angebot und der �rninmchr grundsätzlich zugestandenen Ententeforderung eine Spannung von etwa 400 000 Tonnen monatlich bleiben. Diese 400 000 Tonnen müßten teils durch vermehrte Förderung herausgeholt, teils durch verminderten Jnlandsverbrauch eingespart weiden. Nicht minder bedeutungsvoll ist der Wimsch nach Anrechnung der gelieferten Kahle zum Welt nrarkrpreis. Es gehört zu den ungeheuerlichsten Ungeheuerlichkeiten des Dokuments von Versoillles, daß uns unsere Leistungen nur zum Inlandspreis angerechnet werden sollen. Denn infolge unseres schlechten Balutastondes und der staatlichen Preis- Politik bleiben die Inlandspreise für viele wichtige Liefe- rrntgsgegenstärtde, besonders auch für Kohle, hinter den Weltmarktpreisen weit zurück. Heute stellt sich der Welt- Marktpreis für Kohle etwa aus 1200 M. pro Tonne, der In- landpreis aber nur auf 230 M. Wenn die Franzosen unsere Kohle zu unserem Jnlondpreis bekommen, so liegt darin ein starker Anreiz für sie, sie zum Weltmarktpreis in das Ausland weiter zu verkaufen. Es kann aber, nicht der Zweck des Friedensvertrages sein, Schiebergeschäfte des französischen Kohlen- Handels zn fördern. Die Forderung, die deutschen Kohlenlieferungen nach dem Weltmarktpreis zu berechnen, ist nicht mehr als billig. Sie hat grundsätzlich die allergrößte Bedeutung, da der Friedensvertrag ohne Revision dieser grundsätzlichen Be- stimmung zu einer geradezu infamen AuAvucherung des deutschen Volkes führen müßte. Bliebe es bei den heutigen Weltmarktpreisen und bei der Berechnung der deutschen Lei- stungen zu Jnlondpreisen, so würde die Summe der dcut- schen Leistungen, die zur Abtragung der Kriegsentschädigung notwendig ist, uin das Vier- bis Fünffache erhöht! Daß die Zwei-Millionen-Tonnen-Forderung ohne Er- Höhimg der deutsckren Produktion unmöglich wäre, ist schon gesagt. Eine Erhöhimg der Produktion ist wiederum nicht möglich, wenn nicht für bessere Ernährung und Be- kleidung der Bergleute gesorgt wird, und wenn nicht neue Un ter ku n st smögl ichke i t en für neu einzustellende Arbeiter be- schafft werden. Umgekehrt würde die militärische Besetzung des Rrchrreviers eine enorwe Erhöhung des Wohrnings» bedarf-, damit eine Verschlechterung der Unterbringungs- Möglichkeiten für die Bergleute und damit eine Derminde- rung der Produktion herbeiführen. Die Entente verfährt volkswirtschaftlich zweifellos richtiger, wenn sie den von der deutschen Delegation angezeigten Weg wählt und dcmiit die Voraussetzungen schaffen hilft, um ihre enormen Ansprüche an die deutsche Kohlenproduktion zu befriedigen. Die vermehrte Kohlenlieferung an die Entente bedeutet Verringerung jenes Lkohlenguantums, das uns zur Ver- fügung steht, um ausländische L e b e n s m i t t e l und Rohstoffe auszutauschen. Es ergibt sich also die Rotwen- digkeit, vorschußweise andere Mittel bereitzustellen, durch deren Verwendung der deutsche Hunger nach Lebensmittelu und Rohstoffen gestillt werden kann. So folgt logisch aus dem einen das aridere. Will die Entente nicht nur mit militäri- scheu Drohungen ein Versprechen erpressen, das nachher doch nicht erfüllt werden kann, will sie wirkliche Leistungen, dann muß sie auch die Voraussetzungen erfüllen Helsen, unter denen allein diese Leistungen möglich sind. Man hat sich min in Spa zusammengesetzt, um über den deutschen Plan zu verhandeln. Man will miteinander reden. wie es.Kaifflcute unter sich zu tun gewohnt sind, wozu frei- lich notwendig ist, daß der eine Teil erst endlich einmal seinen Revolver wegsteckt, den er bisher noch jedesmal in kritischen Augenblicken aus der Tasche �gezogen hat. Es ist weiter wünschenswert, daß man in Spa nicht bloß kaufmännisch, sondern auch volkswirtschaftlich denkt. Denn es kann nicht daraiff ankommen, die Deutschen übers Ohr zu hauen und ihnen etwas abzupressen, was man Schwarz aus Weiß nach Haufe tnagen kann, sondern darauf, die Grund- fegw1 für«ite«ftfifc �ttropaisH« SSft Ifcfütffl M soffen, bei der alle gsdeihen oder wenigstens existieren können._ Der allöeutsthe Gassenbubenstreich. Die Unterlassungsschuld des Polizeipräsidiums. Berlin, 15. Juli. lA m t l i ch.) Der Zwischcnsall, der sich gestern am französischen Nationalfeiertage am Pariser Plan er- eignet hat, ist heute in einer KabinettssiNung erörtert worden. Dabei wurde mitgeteilt, daß die französische Botschaft auf ihre Absicht, den Tag in der auch früher geübten Weise zu feiern und die Flagge auf dem Botschaftsgebäude zu hissen, am Bortage hingewiesen und Zicherhcitsmaßnahmenangcregt hatte. Das Polizeipräsidium Berlin war vom Aus- wärtigcn Amt unter ausdrücklichem Hinweis auf dic politische Bedeutung der Angelegenheit ersucht war- den, zur Verhütung jeglicher Störunzen die erforderlichen Maßnahmen zu treffen. tlm so schärfer ist die Unzulänglichkeit zu ver- urteilen, mit der die Maßnahmen des Polizei- Präsidium? getroffen oder durchgeführt worden sind. Das Kabinett war sich in der entschiedensten Ber- urt eilung des Zwischenfalls einig. In einer gemeinsamen Sitzung des Reichslabinetts und des preußischen Kabinetts herrschte Einmütigkeit darüber, daß die vom preußischen Minister des Innern bereits suspendierten schuldigen Beamten sofort zu entlasse» seien. Die ohne Kenntnis der Reichsregierung und der preußischen Regierung von der Sicherheitspolizei ausgegebene Darstellung, wo- noch sich französische Offiziere und Mannschaften provozierend be- nommen hätten, hat sich nicht b e st ä t i g t. Die Durchführung üer Entwaffnung. Vorbereitung ber notwendigen Gesetze. Die Nachrichtenstelle de? Reichsmini st eriumZ des Innern teilt mit: Auf verschiedene Anfragen find wir in der Lage mitzuteilen, daß die Reichsregierung zur Ausführung der hinsichtlich der Ent- waffnung in Spa übernommenen Verpflichtungen die e r f o r d e r- lichen gesetzlichen und Verwaltungsmatznahmen eingeleitet hat. Die zur Ausführung berufenen Stellen werden baldigst nähere Nachrichten erhalten. Einzelne Maßnahmen vorweg ln ergreifen, erscheint hiernach unzweckmäßig. Deutschnationale Abrechnung. Laverrenz droht ein Mihtranensvotum an. Da die Deutsch? Vol'kspartei in der Regierung sich der ttogik der Tatsachen beugen mich, bleiben für verantwortungslose Agitationspolitik, die früher von beiden Rechtsparteien. gemeinschaftlich gemacht wurde, nur die Deutschnationalen übrig. In der„Post" kündet denn bereits auch Herr Laverrenz mit drohender Miene an: Warum die Regierung, wie es heißt einstimmig, die neuen Erpressungen angenommen hat, wird sie nach ihrer Rückkehr vordem Reichstag zu vertreten haben. Befremdlich stfilfitt es an, daß auch die im Kabinett sitzenden Mitglieder der Deutschen Bolkspartri sich dem Diktat der Entente scheinbar wider- stmichslos gebeugt haben. Als sich die jetzige Regierung mit ihrem Programm vorstellte, enthielten sich die Deutschnationalen bei der Vertrauensfrage der Stimme. Sie wollten den Gang der Er- eignisse abwarte», insbesondere den Verlauf von Spa. Das letzt- Wort ist dort allerdings noch nicht gesprochen. Was sich aber bis. jetzt übersehen läßt, ist kaum geeignet, das Maß des Zu- rrauens in deutfchimtionalen Kreisen der Regierung gege n- ü b e r z u st ä r k« n. So rächt sich heute an der Deutschen Volkspartei, was ne selber au der alten Koalition gesündigt hat. Verbrecher. Dies Stück aus den.Reden und(Gleichnissen des Tschuang Tse', die, von Martin Buber ausgewählt, im Jnsel-Berlag er- schienen find, will zeigen, wie Menschen.Verbrecher" werden. Poh-Tschü war ein Schüler Lao-Tses..Laß uns,' sagt er zu chm,.in die Welt gehen." .Nein," antwortete Lao-Tse,»die Welt ist überall ebenso, wie du sie hier siehst." Als er aber wieder einmal drängte, fragte ihn Lao-Tse:.Wo- mit willst du die Wanderschaft beginnen?" Poh-Tschü sagte: Ich will mit dem Staate Tschi beginnen. Da will ich die Leichen der gerichteten Verbrecher aufdecken. Ich will sie fassen und sie auf ihre Füße setzen. Ich will meine Kleider abnehmen und sie drein kleiden. Ich will zum Himmel schreien und ihr Los beklagen. Ich will rufen:.Ihr Männer, ihr Männerl Verwirrung war auf Erden, und ihr wäret die ersten, die hinein- stürzten!" Ich will sprechen:„Wart ihr denn in Wahrheit die Räuber? Wart ihr denn in Wahrheit die Mörder?" Ehre und Schande wurden eingeführt, und das Uebel folgte. Reichtum wurde angesammelt und der Streit begann. Das Uebel, das ein- geführt wurde, der Streit, der angesammelt wurde, peinigen den Menschen und nehmen ihm die Ruhe. Wo ist da ein Entrinnen? Die Herrscher der Vorzeit schrieben alles Gelingen dem Volke, alles Mißlingen sich selber zu. WaZ recht war, maßen sie dem Volke, was unrecht war, sich selber bei. Wenn ein Schaden ge- schah, rügten sie sich selber. Nicht so dir Herrscher dieser Zeit. Sie verhehlen ein Ding und rügen, die es nicht sehen können. Sie legen gefährliche Arbeiten auf und strafen, die sie nicht zu unter- nehmen wagen. Sie verhängen überschwere Lasten und züchtigen, die sie nicht zu tragen vermögen. Sie befehlen überlange Märsche und erschlagen, die nicht standhalten. Und da das Volk fühlt, daß seine Kräfte alldem nicht ge- wachsen find, nimmt es seine Zuflucht zum Betrüge. Denn wo so große Lüge herrscht, wie sollte da das Volk nicht lügnerisch sein? Wenn seine Stärke nicht ausreicht, nimmt es seine Zuflucht zum Betrüge. Renn sein Wissen nicht ausreicht, nimmt es seine Zuflucht zur Täuschung. Wenn sein Besitz nicht ausreicht, nimmt es seine Zuflucht zum Raube. Und wer ist eS, der solchen Raubes Schuld und Verantwortung trägt? Gottfried Kellers dreißigster Todestag ist heute. In Zürich starb der Dichter, dessen hundertsten Geburtstag das deutsche Volk im vorigen Sommer dankbaren Gedenkens beging. Nun werden mit dem Ablauf dieses Jahres die Werle für den Abdruck frei, die längst zu den ernsten großen Schätzen volkstümlicher Dichtkunst gehören, starke Gedichte und herrlichste Erzählungen, und wir meinen, trotz der Bücherteueruna wird es, muß es Wege geben, sie neuen breiten Schichten der Volksmassen zuzii- führen. Keller war einer, der an? einem Lebenskampf voller Irren und Wirrnv voll körperlicher und geistiger Rot, in eiserner Sie haben noch nicht genug. Während i>ie süddeutschen Bauern gegen eine Erhöhung der landwirtschaftsichen Erzeugerpreise in dem Maße, tote sie das Rcichsernährungsministcriuni für gut befunden hat. protestieren, beklagt sich die„Deutsche TagcS- tz e i t u n g", das Organ der Großagrarier, um den Frei- Herrn von Wangenheim darüber, daß diese Preise zu gering seien. Sie beschwert sich über die angebliche „Konfiskation der U n te r n e'h m e r g ew i n ne", verweist nach altern Rezept auf die höhen Auslandspreise 'und nimmt, um auch die besonneneren Elemente noch zu ködern, ihre Zuflucht zur agitatorischen Verzerrung des Sackiverhaltes. Sie schreibt: Zusammenfassend ist also festzustellen, daß aus Erwägungen, die mit tatsächlichen, sachl chen Gründen nichts zu tun haben(!j, der Landwirtschaft in der Frage der Preisgestaltung abermals eilte Behandlung zuteil geworden ist, die sie als Wirtschaft- lichen Paria im deutschen Volke erscheinen läßt. Während ringsum alles, was produziert und mehr noch, was nur verkauft, zum Teil phantastische Gewinne(auch der Arbeiter, der wegen Betriebscinschränkungen drei Tage wöchentlich feiern muß und auch sein Brot essen will?— Red. d.„V.") erzielt, wird der Land- Wirtschaft die Erfiillung von Zusagen, auf die sie seit Beginn -des Frühjahres ihre Wirtschaft eingestellt hat, vorenthalten, wird ähr zugemutet, zu einem erheblichen Teil unter den Gestehungs- kosten(!!) zu produzieren. Und das geschieht wider die bessere U e b c r z e u g u n g der behördlichen und sachverstän- digen Stellen. Die„Deutsche Tageszeitung" pcrschtoeigt, baß der Ge- ircidcpreis deshalb niedrig gehalten werden muß, weil die Brotpreise nicht erhöht werden dürfen. Sie geht in ihrem Agitationsbedürfnis so weit, zu behaupten, es wäre ja für 'den Verbraucher unerheblich, ob der Roggen 1450 oder 1400 Mk. die Tonne kostet, bloß weil das Reichs- ernährimgsministerinm die windige Erklärung abgegeben hat, die Brotpreise blieben unverändert(wie lange, hat man klugerweise dabei nicht gesagt!). Tatsächlich ist es so, daß das R e i ch s m i n i st e r i u m für Ernährung ui n d Landwirtschaft bereits mit den veröffentlichten Preisen die Befugnisse übe.- schritten hat, die es ans der Annahme der Mindestpreis- Verordnung durch die Abgeordneten heitleiten durste. Es hat die Jndertalbelle falsch angewandt und ans eigener Machtvollkomnienheit einen Höchstpreis festgesetzt, der für den Monat März einem Preis von 1200 Mk. pro Tonne Roggen entfprechen würde: es hat also ent- gegen der unzweideutigen Stellungnahme d e�s v o l k s w i r t s ch a f t l i ch e n A u s s ch n s s e s, der im Mörz schon einen Preis von 1100 Mk. abgelehnt hat, die da- maligen, von der Volikvertretung gebilligten Preise nach- träglich nach oben korrigiert. Ans lauter Sange um die Großagrarier hat es einen Getreidepneis festgesetzt, an den wir es erinnern werden, noch ehe der Hahn dreimal ge- kräht hat. Aber das sind Dinge, auf die später einzugehen sein wird. Heute genügt die Feststellung, daß die Preise sü r Getreide zu hoch stnd. Solange der Brotpreis nicht erhöht wird, mag das hingehen. Die Großagrarier aber, nach«deren Anträgen im Monat März der Roggen heute sogar schon 2400 Mk. kosten sollte, haben allen Grund, den Mund zu halten. Es ist ihnen von dem eng mit ihnen verwachsenen Reichsernäh- rungsniinifterimn bereits mehr gehalten worden, als die Volksvertretung in der Mindestpreisverordnung versprochen hatte— für ihre unersättliche Raffgier aber natürlich noch viel zu wenig. Ihr Verhalten unter- scheidet sich in nichts von den Unabhängigen, die aus Ob- sti'ultiousgelüsten das Ermächtigungsgesetz zu Fall gebracht Haben. Jene wollen noch größere Gewinne,«diese verzichten ans die Beeinflussung der Getreidepreise, beiden ist es im Selbstzucht zu dein Amte aufstieg, das ihn über den Tod hinaus den Reihen der immer fortwirkenden volksgläubigen Erzieher zuge- sellt. Zwei Säulen hatte sein Vertrauen auf das Volk: das Ge- wissen und die Kraft. Er war ein HumanitätSdcnker»nd Frei- heitSdränger, der immer seiner Pflicht bewußt war, in der Schaffens- Welt des öffentlichen, politischen Lebens sein gutes Teil zu wirken, und dichterisch-handelnd fand er die Spuren, die ihn(Max Hochdorf hat das im vorigen Jahre in einer guten Schrift dargelegl) zu den Vorkämpfern eines europäischen Geistes stellt, der unsere kulturelle Zu- kunft zu sichern haben wird. Eine Bolksbühue Norden ist in Pankow als neue- Theater» unternehmen gegründet worden. Sie will eine PublikumSorgani- sation schaffen, der künstlerische gute Vorstellungen zu billigen Preisen geboten toerden sollen. Die künstlerische Leitung wurde den Direktoren Berisch und Goldberg vom Neuen Volkstheater über- »ragen. Als Vorstand zeichnen Dr. Richard ElSner und Carl Kern. Mit Hauptmanns„Biberpelz" soll die Bühne am 1. Ollober ihre Tätigkeit beginnen. Ein Weiteres wird zunächst nicht mitgeteilt, was vielleicht darauf schließen läßt, daß diese Volksbühne Norden sich irgendwie wesentlich von der großen Berliner Volksbühne unter- scheidet. Dann aber müßte eS um so mehr Verwunderung erregen, daß diele- neue Unternehmeu den Namen Volksbühne für sich iu Anspruch nimmt. Wir sind der Meinung, diesen Namen dürfte auf Groß-Berliner Boden nur eiue Gründung benutzen, die durch or- ganisatorische Verbiuduug mit der Volksbühne ein Anrecht besitzt, den in jahrzehntelanger Arbeit erworbenen künstle- rischen und volksbildnerischen Ruf dieser Theatergemeinde für sich wirken zu lassen. Da aber solch eine Verbindung nicht existiert, wird die neue Gründung sich nicht wundern dürfen, wenn ihr der Vorwurf zuteil wird, daß sie die große umfassende Arbeit der Volksbühne durch Bestrebungen stört, die auf eine Ab- splitterung und Hemmung der Entwicklung hinauslaufen. Diese Anmerkung scheint uns hier um so mehr am Platze, da Pankow ein eigenes Theater, in dem sich vollgültige künstlerische Leistungen in fortgesetzter Folge bieten ließen, nicht besitzt. Wir werden ja hören, welchen Arbeitsplan das neue Unternehmen sich setzen wird. Natürlich ist die Gründung an sich wieder ein Zeichen, daß die schreitende Kraft der Volksbühncnbcwegung sicki rege entfaltet. Aber wer ihr ein ernster Träger sein will, hat die Pflicht, zu sorgen, daß von Anfang an der kleine Teil in nichts außerhalb des großen Ganzen handle. Die Reform der Hochschule für Musik, die jetzt unter den neuen Leitern Schreker und Schünemann begonnen hat, wird die Reu- gründung einer Chorschule zur Ausbildung von Chorsängern und Chordirigenten unler Leitung pon Siegfried OchS, und die Neu- gründung einer Opernschule mit dreijähriger Ausbildung unter Ludwig Hoerth bringen. Der Opernschule wird eine Opernchor- schule unter Mitarbeit deS Chorverbandes der StaatSoper und unter der Leitung von Hoerih und Hugo Rädel angegliedert werden und auch eine Orchesterschule sowie der Ausbau der Kapellmeisterschule kommt in Sicht. Eine Auffrischung der Lehrkräfte der bisherigen Ableilungen und die Erweiterung der Lehrgebieta ist gewiß. Vorn nächsten Winter au wird die Hocktchule auch Konzerte ver- anstalten. Ochs wird mit seiner Chorschule vier Abonnements- konzerte geben(mit der kckisss oolsmms. Bachschen Kantaten) und Orchesterkonzerte mit Schreker. Kammermustkabende werden Grunde egal, ob Wer kapitalistischer Raffgier der ernwi oder dem„radikalen" G«tue der andern. Taufende, düi schon heute den Brotpreis nicht zahlen können.' völlig ver- elenden, verhungern... � Der Lanübunü als Lügenquelle. Vom Lnndarbeiterstreik in Pommern. Von zuständiger Stelle wird den PPR. geschrieben: Tie vom! Pommerschen Lonöbund in reichem Maße mit Nachrichten versorgten Zeitungen bringen über die Lage des Landarberterstrerk- aus durchsichtigen Gründen durchweg tendenziös entstellte Mitteilungen, die ein vollkommen schiefes Bild geben- Ersreulichebweise kann festgestellt werden, daß im ganzen �Regie- rnngsbezirk Stettin Ruhe herrscht. Die zur Beilegung des Streiks auf Veranlassung des Landwirtschaftsministers Braun eingesetzten Schlichtungsausschüsse haben ihre Tätigkeit begonnen und setzen sie fort. Im Kreise Usedom-Wollin kam eine Eini» g u n g bereits zustände. Für'die Kreise Regenwälde, Naugard und Kamin ist Termin der EinigunAstelle für die ersten Tage der. nächsten Woche vorgesehen. �, Etatsberatungen im Neichsrat. In der gestrigen öffentlichen Sitzung de- Reichs- r a t§ dankte der baherische Gesandte v. P r e g e r namens der Ländervertretung in einer Kundgebuug-rede den Grenzbewohnern für das treue Festhalten der Abstimmungsgebiete am ge- meinsamen Vaterland. Man trat dann in die Tagesordnung ein. Gegen den Beschluß des Reichstags bezüglich Neuregelung des Steuerabzugs vom Arbeitslohn erhob der Reichsrat keinen Einspruch.�— Weiterhin wurde angenommen die Verordnung des Reichspräfi- deuten Über die Besoldung der Reichsbankbeamten in Verbindung mit der BeioldungSordnung selbst und dem Nach- tragsctat für die Reichsbankbeamten mit Ausnahme der Mit- glieder deS Reichsbankdirektoriums. Dir Ausschüsse haben nur un- erhebliche Abänderungen vorgenommen. Da- Bedenken, daß die Reichsbankbeamten günstiger gestellt würden als die anderen Be- amten in der neuen Besoldungsordnuug. wurde von Vertretern des ReichSbankdirektoriumS damit enlkrästet,� daß die Reichsbank ein kaufmännisch arbeitender Betrieb sei und daher auch ihre Angestellten entsprechend den Verhältnissen in den kaufmännischen Betrieben bezahlen müsse. Durch den Na«tragsetat wird der Be- amtenstab der ReichSbank um weitere öOv Köpfe vermehrt. Ter vorläufigen Ortsklasseneinteilung stimmte der Reichsrat zu. Die Regierung hat versprochen mit tunlichster Be- schleunigung an die Neueinteilung der Ortsklassen auf Grund neuer statistischer Erhebungen heranzutreten.— Vom Nachtragsetat wurden noch die Etats des Auswärtigen Amts, de« Reichswirt schaftsmini st eriumS, des Reichs schätz- Ministeriums und des Postministeriums erledigt. Dem Etatsgesetz wurde ein Paragraph hinzugefügt, wonach die in Zugang kommenden und freiwerdenden Beamtenstellen tunlichst mit bereits vorhandenen, in andern Verwaltungen entbehrlich ge- wordenen Beamten, namentlich solchen auS besetzten Gebieten, zu besetzen sind.— Das Kohlen st euerge setz wurde unter Auf- Hebung eines früheren Beschlusses des ReichSratS nunmehr bis zum 31. Juli 1921 verlängert._ Präsidentenwahl im bayrischen Landtag. In der ersten Sitzung de- neugewählten Landtages wurde Abgeordneter Königba'uer (Bahr. Vpt.) zum Präsidenten. Abgeordneter Erhard Auer(Soz.) zum 1. Vizepräsidenten und Abgeordneter Goß! er(U. S. P.) zum 2. Vizcpraschenten gewählt. In der morgigen Sitzung soll die Mi- nisterpräsidentenwahl stattfinden. Mild gewordene Justiz. Zur Zeit des Sozialistengesetzes wurde ein Sozialdemokrat wegen einer Satire, aus der nur ganz entfernt eine Anspielung auf die nicht genannte Person des Kaisers heraus- gelesen wurde, zu4 Jahren Gefängnis verurteilt. Jetzt er- hielt ein Gutsbesitzer Hertelt, Hauptmann a. D., der offen und össentlich den Reichspräsidenten Ebert als betrunkenen Säuser be- zeichnet hatte, vom Liegnitzer Schöffengericht— 100 Mark Geldstrafe.— Wie mild doch plötzlich die Justiz Beleidigungen der höchsten Reich-stelle beurteilt, seitdem an dieser ein Sozialdemokrat stel't-_- vorbereitet. So werden die neuen Kräfte eine wirksame Verbindung mit dem öffentlichen Musilleben erstreben. Lena Christ? Selbstmord. Daß die Münchner Schriftstellerin Lena Christ freiwillig aus dem Leben schied, wird vielen, die sich bei so tragischen Vorgängen mit einem Blick aus die letzte Folge von Ursache und Wirkung begnügen, genug begründet scheinen mit der Entdeckung des Bilderfälschens, das diese Frau eine Zeitlang betrieben hatte. Aber wie viel seelische Wirrung zu diesem letzten Entschluß freiwilligen Hinwerfens des Lebens geführt haben kann, lassen jebl die Ausführungen erahnen und erkennen, die der Gatte Lena Christs, Peter Jerusalem, in den„Münchner Neuesten Nachrichten" veröfsent- licht. Wir tonnen leider nicht die ganze psychologisch spürende Wür» digung wiedergebe», müssen uns mit Andeutungen begnügen. Peter Jerusalem meint, daß hier eine verfehlte Erziehung ge- wirkt babc, die eine unglückliche krankhafte Anlage nicht zur Ver- kümmerung. sondern im Gegenteil zu lebhafter Entfaltung gebracht habe. Der Versuch, gewaltsam zu brechen, was nur eine tiefere, von Liebe getragene Einsicht hätte geradebiegen können, drängte dieses Wesen in die Einsamkeit ab, so daß es am Ende hilflos sich selbst überlassen blieb. Rettung hätte nach Jerusalems Ansicht die Um- Wertung der dunklen Triebe ins Künstlerische bringen können, aber Lena Christ görict aus einem falschen Kreis in den andern, geriet schließlich in ein für ihr Wesen ganz unmögliches Eheverhältnis, das ihr nichts gab als ein Betäuben mit falschem Glanz der Aeußer- lichkeit, wo nur die Ausfüllung der Leere ihres Innern ihr geben komite, was sie brauchte. Tie zweite Ehe erschloß ihr den Weg zu solcher befreienden Entfaltung. Ihre schriftstellerische Begabung wurde erkannt und führte zu Werken ursprünglicher Kraft und tiefen Erlebens. Jerusalem nicnnt die Romane„Mathias Bichler" und„Ter Waidhoferbalg". Tann kam der Krieg und stieß sie in neue Wirrnis, die verhängnisvoll enden sollte und nicht mebr zu lösen war, als sie sich ihren Verstrickungen in neuem schriftstcllcri- scheu Arbeiten entziehen wollte. Lena Christ ist dem Schicksal vieler Kriegerfrauen versallen, die gegen da? Alleinsein seelisch nicht gefestigt waren, und der Bruch der Ehe während des Fcrnseins des Gatten im letzten Kriegsjahre wurde schließlich zur völligen Trennung. Was da? für sie bedeutete, stellt der verlassene Gatte nun so dar:„Jener andere zog sie mit hinein in das lcicbte Leben seiner Art, ohne tieferes Verständnis für ihr eigentliches Wesc». Sie aber hatte in dieser ungiückseligen Verstrickung alle innere Ruhe und die notwendige Sammlung zum Arbeiten verloren und so stand sie eines Tages vollkommen mittellos da. Das ungeheuer verteuerte Leben verlangte ein rasches Handeln und so geriet sie, jeder Hemmung beraubt, blind und unüberlegt auf die schiefe Bahn. Daß es ihr das erste Mal glückte, wurde ihr Verhängnis, und alles, was sie in den letzten Wochen ihres Lebens tat. war nur ein Mittel, die ersten Schritte wieder gut zu machen. Sie sah das hohle Ge- bände, das sie aufgeführt hatte, über sich zusammenstürzen und sie unter seinen Trümmern begraben und suchte in der Verzweiflung zu retten, was zu reiten war. In diesem Zustand hat sie voll- kommen jedes Verständnis für die Tragweite ihrer Aeußernngen und Handlungen verloren. Daß sie überhaupt dieie Bilder, die zu sehen ich in der Polizei jetzt Gelegenheit hatte, unter den klingenden Namen verkaufen konnte, erscheint einem einfach unfaßlich. Die ersten Fälschungen sind so naiv gemacht, daß sich jeher gewiegt« Fälscher hüten Wördch ttc. 354 ♦ 37. JttfytgütiQ 5rettag>1H.FNli 1920 82] Segen öer Eröe. Roman von Knut Hamsun. Wer ein« diel wichtigere Sache, die er mit Geißle? be» sprechen wollte, log Azel Ström auf dem Herzen. Es war jedt ein« Unter iiutumq im Gong gegen Borbro. Ja, natür- lich war die Sache herausgekommen. Barbro war guter Hoffnung gewesen, aber sie war fron? und frei und ohne Kind von hier abgereist. Wie hing das zusammen? Als Geißler vernahm, um was e8 sich handelte, sagte er kurz und gut:„Komm Mitl' und führte Axel weit do-n den Gebäuden weg. Dann setzte er eine äußerst wichtige Mene auf und de nahm sich tvie eine Art Obrigkeit. Sie setzten sich am Waldessaum nieder, und Geißler sagte:„So, nun laß mich hören r Naturlich war die Sache herausgekommen, wie hätte es auch anders gehen können! Die Gegend war nuht mehr menschenleer, und außerdem war Oline gekommen. Was lmtbe Oline mit der Sache zu tun? O, die! Und außerdem hatte sich Brede mit ihr verkracht. Jetzt war an Oline nicht mehr länger dmibeizukormnen, sie wohnte an Ort und Stelle und konnte Axel selbst allmÄstich ausforschen; sie lebte ja für verdächtige Sachen, ja sie lebte zmn Teil davon, da war also �nieder etwas mit der richtigen Witterung! Eigentlich war Oline jetzt zu alt, um Haus und Vieh auf Maaneland zu versorgen, sie hätte es aufgeben sollen, aber konnte sie das? Hätte sie einen Ort, wo ein so großes Geheimnis der- ' borgen lag, ruhig verlassen können? Sie brachte die Winter- arbeit fertig, ja sie schindet« sich auch noch den Sommer hin- durch, eS kostete sie groß« Anstrengung, und sie hielt sich nur durch die Aussicht aufrecht, einer Tochter von Brede etwas nachzuweisen. Kaum fing im Frühjahr der Schnee an zu schmelzen, so fing sie an zu schnuppern und zu wittern, so fand sie den kleinen Hügel am Bach und erkannte sofort, daß der Rasen in Stücken aufgelegt war; sie hatte auch eines Tages das Glück gehabt, Axel zu treffen, wie er das kleine Grab festtrat u-nd es ebnete. Axel wußte also auch von der Sache. Oline nickte mit ihrem grauen Kopf, jetzt war ihre Zeit gekommen. siticht Axels wegen. Axel war gar kein unguter Mann, um bei ihm zu fem, ober er war ichr genau und zählte föne Käse und toußte Bescheid von jedem Büschel Wolle. Oline hatte durchaus nicht freie Hand. Und bei der Rettung letztes Jahr, hotte sich Axel da als Herr gezeigt mid sich freigebig erwiesen? Nein, im Gegenteil, er bestand auf seiner Teilung des Triumphes. Jawohl, sagte er, wenn Oline nicht gc- kommen wäre, so hätte er in der Nacht erfrieren müssen, aber Brede sei ihm auf dem Heimweg auch eine gute Hilfe gewesen! Das war der Dank! Oline meinte, da müsse sich der Allmächtige über die Menschen empören! Hätte nicht Axel eine Kuh am Strick ergreifen, sie herausfiihren und sagen können:„Das ist deine Kuh, Oline!" Aber nein. Jetzt kam's daraus an, ob's ihn nicht mehr kosten würde als ein« Kuh. Den Sommer über paßte Oline jeden einzelnen Menschen ab, der vorbeiging, sie flüsterte mit ihm und nickte und ver- traute sich ihm an„Aber kein Wort weitersagen!" gebot sie. Oline war auch ein paarmal drunten im Dorf. Und nun schwirrte es mit Gerüchten in der Gegend, die waren wie ein Nebel, der sich um die Gesichter legt imd in die Ohren dringt, selbst die Kinder, die auf Breidablick in die Schule gingen, fingen an zu nicken und geheimnisvoll zu tun. Schließlich mußte sich auch der Schultheiß rühren, mußte Bericht erstatten und seine Befehle entgegennehmen. Eines Tages kam er mit einem Begleiter und einem Pro- tokoll na Maaneland und untersuchte und schrieb und ging wieder heim. Aber drei Wochen danach kam er wieder und untersuchte und schrieb noch mehr, und diesmal öffnete er auch einen kleinen grünen Hügel am Bach und holte die Kindesleiche heraus. Oline war ihm dabei ein« unentbebr- liche Hilfe, und als Entgelt für ihre Mühe mußte er ihre vielen Fragen beantworten, und da sagt« er unter anderem auch, ja; es könnte schon noch die Rede davon sein, Axel zu verhaften. Da schlug Oline die Hände zusammen über all die Schändlichkeit, in die sie hier hineingekommen sei, und wünschte sich weg, weit weg!„Aber sie, die Barbro" flüsterte sie.—„Das Mädchen Barbro sitzt verhaftet in Bergen," sagte der Schultheiß.„Die Gerechtigkeit muß ihren Gang gehen," sagte er. Dann nahm er die Leiche mit sich und ging. Es war also nicht verwunderlich, daß Axel in großer Spannung war. Er hatte dem Schultheiß seine Aussagen gemacht und nichts geleugnet. Das Kind war sein, und er hatte ihm mit eigener Hand ein Grab gegraben. Nun erkundigte er sich bei Geißler, wie es wohl weitergehen GroßGerün Umgestaltung öes Rettungswesens. Es unterliegt keinem Zweifel, daß, abgesehen von nie ganz ausbleibenden Mängeln, das Rettungswesen Berlins als mustergültig zu betrachten ist. In der Zukunft gilt es nicht nur diese Einrichtung zu erhalten, sondern sie auch auszudehnen auf alle die Orte, welche im kommenden größeren Berlin vereinigt werden und denen solche Ein- richtungen bisher noch fast gänzlich fehlen. Inwieweit dieses verwirklicht werden kann, das wird abhängen von organisa- torischen Fähigkeiten, von dem guten Willen aller Beteiligten und von den Mitteln, welche für diesen Zweck verfügbar sein werden. Wir wissen heute schon, daß auch das größere Berlin mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben wird und daß wir uns auch später der größten Sparsam- k e i t werden befleißigen müssen. Die Mittel, welche heute schon für das Rettungswesen aufgewendet werden. erscheinen so bedeutend, daß sie auch in Zukunft kaum vermehrt werden dürften. Es gilt also, organisatorisch so zu arbeiten, daß die bisher aufgewendeten Mittel in Zukunft ausreichen, um den Ausbau über das größere Berlin vornehmen zu können. Nun hat kürzlich der ärztliche Direktor des Berliner Rettungswesens, Herr Dr. Frank, die Pläne für den Ausbau des Nettungswesens im Berlin der Zukunft entwickelt. Diese Pläne lausen darauf hinaus, die Rettungswachen unter Anlehnung an vorhandene Krankenhäuser s o zu verteilen, daß sie dem vorhandenen Bedürfnis vollständig genügen, aber weniger Ko st en als bisher verursachen. Es würde danach möglich sein, einen Teil der kostspieligen Rettungslvachen eingehen zu lassen und dafür andere in günstig gelegenen Krankenhäusern zu etablieren. Mit den auf diese Weise erzielten Ersparnissen glaubt man dann auch in entlegeneren Gegenden zweckentsprechende Ein- richtungen schaffen zu können. Bei dem regen Interesse, welches die Aerzteschaft dem Ausbau der öffentlichen Gesundheitspflege entgegenbringt, war es kein Wunder, daß diese Pläne sofort unter die Lupe ge- nommen�rnnd eifrig diskutiert wurden. Man spricht schon von einer Verletzung der berechtigten Interessen der verletzten Arbeiter, von einer Schädigung der öffentlichen Gesundheitspflege und nur so nebenbei von einer Schädigung der ärztlichen Interessen. Letzteres natürlich nur so nebenbei, denn wir sind es ja gewöhnt, daß ärztliche Interessen stets hinter dem öffentlichen Wohle zurückstehen, und finden dieses auch ganz natürlich. Soweit allgemeine Interessen in Frage kommen, glauben wir die Oeffentlichkeit beruhigen zu können, denn wie oben schon ausgeführt, besteht keineswegs die Absicht, die Möglichkeit zur Erlangung ärztlicher Hilfe in Rettungsstellen zu mindern, sondern sie nur zweckentsprechender zu legen. Ein Vorhaben, welches von allen Kreisen der Be- völkerung nur begrüßt werden kann und weitestgehende Unter- stütz png finden müßte. Wir hoffen auch diese Unterstützung in den beteiligten Aerztekreisen zu finden, um so mehr als eine Verletzung ihrer Interessen nicht beabsichtigt ist. Werden Rettungswachen eingehen, so werden an anderen Stellen neue Einrichtungen entstehen, welche den etwa freiwerden Aerzten Beschäftigung bieten werden. Schließlich wird es auch Aufgabe der Zukunft sein müssen, den ärztlichen Dienst in den Rettungsstellen so auszubauen, daß derselbe nicht fast ausschließlich Bereitschafts- d i e n st ist, sondern daß er auch Gelegenheit findet, sich so weit als möglich praktisch zu betätigen. Bis- her liegt es damit sehr im argen. Gewiß sind die den Herren gewährten Honorare nicht hoch und werden es auch mit den neuesten Zulagen nicht sein. Anders liegt aber die Sache, wenn man die aufgewendeten Summen in Vergleich stellt mit dem erreichten Nutzen. Dann erscheinen die Bei- träge außerordentlich hoch. Wenn es hier gelänge. Groß-Serliner Staötparlament. Vorstandswahlen. Tie Stadtverordnetenversammlung der Einheitsgemeinde Verlin hatte gestern ihr« konstituierende Sitzung. Bei der Begrüßungsansprache des Alterspräsidenten Genossen P f a n n- k u ch konnten Stadtverordnete der rechten Seite es sich nicht der- kneifen, ihren Verdruß über das Zustandekommen der Einheits- gemeinde in Zwischenrufen zu bekunden. Als dann zur Wahl de? ersten Vorstehers geschritten wurde, übernahmen die Demokraten die Rolle der Opposition. Die Unabhängigen, die als stärkste Fraktion den Posten zu besetzen hatten, schlugen Dr. Wehl vor. Ein Antrag auf Wahl Dr. Wetzls durch Zu- ruf kam von der— rechten Seit« des Hauses. Widerspruch er- bobcn die Demokraten, und so wurde Zettelwahl nötig. Sie batte das sehr beachtenswerte Ergebnis, daß der Unabhängige Dr. Wehl außer den Stimmen seiner Fraktion Und denen der Sozial- dcmokratiscfen Fraktion auch eine beträchtliche Zahl Stimmen bürgerlicher Stadtverordneter auf sich vereinigte. In der Red«, mit der er sein Amt übernahm, versprach er Objektivität und bat um Nachsicht bei Fehlern. Da» weckte die Erinnerung an bekannte Vorkommnisse au» seiner bisherigen Vorstehertätigkeit in Berlin. Bei der Wahl von drei Vorsteherstellver- tretern mit gsiichen Rechten wurden die drei nächststarkcn Fraktionen berücksichtigt, die Sozialdemokratische Fraktion, die Fraktion der Deutschen VolfSpartei, die Fraktion der Deutsch- nationalen Volkspartei. Für die Sozialdemokratische Fraktion kandi- dicrde nicht Genosse H e i m a n n, weil er im Reichstag als Vor- sitzender des Hauptausschusses stark in Anspruch genommen ist. Auf seinen Vorschlag wurde Genosse Brun? gewählt. Ferner wurden gewählt B c n e ck e aus der Deutschen Volkspartei und Fabian aus der Teutschnationalen Volkspartei. Nachstehend der Bericht: Alterspräsident P f a n n k u ck> berief zu provisorischen Schrift- führern die Stadtvv. Bruns(Soz. und Leid(U. Soz.) Zu Stimmenzähkern wurden Sittgen(Soz.), Manass«(U.Soz.) und Merten lDem.) bestellt. Vor Eintritt in die Tagesordnung richtet der AlterSpräs i- beut an die Versammlung folgende Begrüßungsansprache: Endlich ist es errcick>t. der sehnlichste Wunsch der übergroßen Mehrheit der Bevölkerung des WirtsckafiSgcbietes Groß- Berlin ist in Erfüllung gegarigen, die Einheitsgemeinde ist Tatsache geworden. DaS gleiche Wahlrech tbildet da» feste Fundament, auf dem daS SelbstverwaltungSrrcht der EinheitSgemeinbc ruht. Tie widerstreitenden Interessen der einzelnen Glieder werden nicht über Nacht erlöschen, aber für den Ausgleich, der hier und da sick» nötig machen sollte, wird das freie Wahlrecht dann daS Korrektiv bilden. Das aemeinsam« Streben soll dahin gehen, daß alles Trennende fortgeräumt, das Bindende und Ausgleichende gefördert wird. Dieser Arbeit zu dienen, darauf ist die Organisation der EinheitZgemeinde Zugeschnitten, sie bietet der Ausgleichung Raum in den Bezirk Sversomm- l u n q e n. Ich will nicht unerwähnt lassen, daß der gedeihlichen Entwick- lung der Selbstverwaltung der EinheitSgcmcinde durch die Steuerreform«in Stachel genommen ist, der bisher ver- Wundend und verletzend wirkt«. Diese nncrauicklirbe Debatte ist nunmehr geslblossen: Einkommen- und Vermögenssteuer werden auSschlicßlick vom Reiche erhob-n. Damit ist daS Gespenst der Abwanderung leistungsfähiger Steuerzahler uach bestimmten Vororten beseitigt. Leider sind die Verhältnisse a n o r m a l u Millionenwerte hat die KriegSzeit vernichtet, Millionen stbaffen-der L>Snde sind auf immer der allein Werte schaffenden Arbeit entzogen: ein starker Bruchteil deS Volkes ist entblößt von allem Notwendige». Wir leiden Mangel an zureichender Nahrung, Kleidung und Wohnung, wir wevden schier erdrückt ve« einer riesigen Steuerlast. Wenn sich trotzdem das Volk nmtvoll an den Wiederaus- bau de? wirtschaftlichen Leben» Heranwagt, in dem Be- wutztsein, daß nur intensive Arbeit mit Zähigkeit und Ausdauer zum Ziele führen kann, so mutz jedermann vor solcher Tätigkeit Hochachtung haben. Wir find berufen, dem werktätigen, schaffenden Volk führend Weg und Ziel zu weisen, in gemeinsamer Arbeit den Aus- bau der Einheitsgemeinde zu fördern; möge unserer gemeinsamen Arbnt Erfolg beschieden sein!(Lebhafter Beifall.! Auf Antrag L ü d i ck e(Dnat. Vp.) wird 8 1 der Geschäfts- ordnung dahin geändert:„Den Vorstand der Versammlung bilden der Vorsteher und 3 Vorsteher-Stellvertreter mit gleichen Rechten."§ 4 erhält die Fassung:..Die Wahl des Vor- sbehers und seiner Stellvertreter kann auch durch Zuruf erfolgen, wenn hiergegen auf keiner Seite Widerspruch erhoben wird." Mit diesen Modifikationen gelangt die Geschäftsordnung en dloc zur Annahme. Hierauf schritt man zur Wahl des Vorstandes. Zubeil(U. Soz.): Im Austrag der U. Soz., der stärksten Partei dieses Hauses, schlage ich Ihnen den Herrn Kollegen Dr. Wetzl als Vorsteher vor. Weitere Vorschläge erfolgen nicht, lieber den WahlmoduS entsteht anscheinend ein Zweffel. Dobe(Dem.): Wenn nicht Zuruf beantragt wird, mutz Zettel wähl erfolgen.— Von den Deutßbnationalen wird Wahl durch Zuruf beantragt. Dave widerspricht. Zubeil: Wenn hier Zettelwalhl borgenommen wird, dann bestehen wir darauf, auch bei den drei Stellvertretern. Angesichts des Widerspruchs muß die Wahl durch Stimm> zeit« l erfolgen. Von 171 Zetteln sind 23 weiß, die 148 gültigen Stimmen fallen sämtlich auf Dr. Wehl. Die Vevkündnng des Ergebnisses wird mit lautem Beifall bei den U. Soz. begrüßt. Dr. Wetzl erklärt die Annahme der Wahl, über- nimmt den Vorsitz und spricht zunächst dem Alterspräsidenten den Dank der Versammlung für seine Geschäftsführung aus. Dann dankt er für das ihm durch die Wahl bewiesene Ver- trauen, das er rechtfertigen werde durch eine objektive und unparteiische Führung der Geschäfte: er bittet, ihn durch freundliche Nachsicht und allseitige Mit- arbeit in seinem derantwortungsvallen AiNt zu unterstützen. Die Wahlbewegung habe den Klassenkampf in hohen Wellen aufbranden lassen, und diese Kämpfe würden auch vor diesem Saal« nicht Halt machen; sie seien zu überwinden nur, wenn sie klar und deutlich äffen tlich ausgetragen werden. Die Mehrheit der Bevölkerung habe durch die Wahl die Ueberzeugung bekundet, daß dem Problem der gemeind- lichen Sozialisierung theoretisch und praktisch näherge- treten werden müsse. Nicht Chaos, nicht Anarchie, sondern Plan und System müsse in unsere Wirtschast hineingetragen werden. Das alte Berlin ist tot, eS lebe das neue Berlin! (Deffall und Händeklatschen.) Die Versammlung schreitet zur Wahl der drei Stellvertreter. Zubeil: Wir wollen keine Gehässigkeitspolitik treiben. Der Ausfall der Wahl hat uns voll und ganz b e- friedigt. Wir ziehen unser» Widerspruch gegen die Akklama- tionSwähl der drei Stellvertreter zurück; und zeigen damit wieder einmal, daß wir besser sind als unser Ruf.(Heiterkeit—„wieder einmal" ist gut. D. Red.) v. E h n e r n(D. Vp.) schlägt B e n e ck e, Heimann(Soz.), Bruns, Lüdicke(Dnat.), Fabian zu Stellvertretern vor. Die drei Genannten werden durch Zuruf gewählt und nehmen die Wahl an. Zu Beisitzern werden ebenfalls durch Zuruf gewählt: Merten, Frau Demming, Frau Hoppe, Frau Pomm, zu Stell- Vertretern Frau Ludwig, Frau Schulze, Galle. Schütte. Sodann wählt die Versammlung einen Ausschuß von 25 Mitgliedern zur Vorbereitung der Wahl der Magistratsmitglieder, in ihm ist die Soz. Partei durch Frank, Heimann, Ritter und Mermuth vertreten. Auch ein Ausschuß von 28 Personen für dt« W ah l- prüfungen wird gewählt. Der erstgenannte Ausschuß tritt Sonnabend um 5 Ahr zu- sammen. Nachdem noch das Berliner Gemeindeblatt zum Publika- tiynSorgan der Beschlüsse der Versammlung gewählt ist, wird die Sitzung gegen'AI Uhr geschlossen. werde. Er müsse wohl in die Stadt und ein viel schlim- meres Verhör und sonstige Widerwärtigkeiten erdulden? Geißler war nicht mehr der gleiche wie vorher, nein, die umständliche Erzählung hatte ihn ermüdet, er schien schläfrig zu werden,— was nun auch der Grund sein mochte: ob vielleicht der Geist vom Morgen nicht mehr über ihm war? Er sah auf seine Uhr, stand aus und sagte:„Das muß gründlich überlegt werden, ich will darüber nachdenken. Du sollst meine Antwort bekommen, ehe ich abreise." Damit ging Geißler. Gagen Abend kam er nach Sellanraa zurück, aß ein wenig und ging zu Bett. Er schlief bis tief in den Tag binein, schü-ef und ruhte aus, er war wohl ermattet nach der Zusammenkunst mit den schwedischen Grubenbositzern. Erst zwei Tage nachher machte er sich zur Abreise fertig. Da war er wieder großartig und überlegen, bezahlte reichlich und schenkte der kleinen Rebekka ein neues Kronenstück. Jsak hielt er eine Rede und sagte:„Es ist ganz einer- lei, daß es jetzt nicht zu einem Verkauf gekommen ist, das wird schon noch werden. Vorläufig lege ich den Betrieb dort oben lahm. Das waren rechte Kinder, sie meinten, mich übers Ohr hauen zu können. Hast du gehört, daß sie mir fünfundzwanzigtausend boten?"—„Ja," sagte Jsak.— „Nun," erwiderte Geißler und scheuchte mit einer Kopfhe- wcgimg jede Art von Schandangebot und jegliches Staub- korn weit weg.„Es schadet dem Bezirk hier oben gar nichts, wenn ich den Betrieb lahmlege, im Gegenteil, es wird die Lende veranlassen, ihr Land zu bebauen. Aber drunten im Dorf, da wird man'S merken. Es ist ja im Sommer viel Geld unter die Leute gekommen, schöne Kleider und süßen Brei gab's für jedermann: damit ist's jetzt aus. Siehst du? das Dorf hätte wohl gut Fveund mit mir sein können, dann wäre es vielleicht anders gegangen. Jetzt habe i ch zu ge» bieten." Er sah mm allerdings nicht so aus, als ob er über viel zu gebieten hätte; als er ging, trug>er ein Päckchen mit Mundvorrat in der Hand, und seine Weste war nicht mehr blendendweiß. Vielleicht hatte ihn seine gute Frau mft dem Rest der vierzigtausend Kronen, sie sie einmal erhalten hatte. für diese Reise ausgestattet, Gott weiß, ob das nicht der Fall war. Aber nun kommt er kahl heim! (Forts, folgt.) die öden Stunden des eegebnislosen Zuwartens mit praktischer Arbeit auszufüllen, so läge das nicht nur im Interesse der All- meinheit. sondern auch der Herren Aerzte selbst. Also keine Verringerung der Möglichkeit zur Erlangung ärztlicher Hilfe ist beabsichtigt, ebensowenig eine Schädigung der ärztlichen Interessen. Beabsichtigt ist dagegen, eine Vermehrung der Rettungsstellen, vor allem eine bessere Ver- tcilung über das kommende größere Berlin und eine p r a k- tische Verwendung der öffentlichen Mittel. An der Erreichung dieses Zieles ist die gesamte Ein- Wohnerschaft interessiert. Wir dürfen daher auch auf eine all- gemeine Unterstützung, vor allen Dingen der beteiligten Äorzteschaft hoffen.__ Der Spucknapf. Nehmen Sie an der Uebersckrift, bitte, keinen Anstoß, liebe Leserin, denn eigentlich handelt es sich gar nicht um einen Spuck- napf.' Es soll vielmehr van einem Etwas die Rede sein, das alles andere ist, aber fälschlicherweise zu einem Spucknapf gemächt wird. 'Und dieses Etwas ist unser schönes Berlin, sind seine ehemals so sauberen Straßen ur-d schmucken Plätze. Es gibt cinc ganz bestimmte Zeit im Jahre, in der ein Gang �iibcr die Straße, sei es nun eine solche im Zentrum der Stadt oder..j. w. d." an ihrer Peripherie, geradezu eine Gefahr ist. Nicht wegen der Straßenbahn oder der Aiüos, auch nicht etwa, weil -man einen llcberfall befürchten mutz. Ganz etwas anderes ver- ursacht die Gefahr— ,' eben das Spucken in den Spucknapf, der keiner ist. Di? gefahrbringende Zeit ist dann gekommen, wenn an allen 'Straßenecken, in allen einschlägigen Geschäften die Kirschen seil- geboten werden:„Schwarz wie die Nacht und süß wie Zucker!" Wenn zwanzig vor hundert Passanten— trotz der hohen Preise— nicht vorübergehen können, ohne ein Pfund zu erstehen. Dagegen ist nichts zu sagen. Soweit bat also die Dache ihre Ordnung, aber dann geschieht 'das, was nicht in der Ordnung ist. Dann wirVcine Kirsche nach ' der anderen in den Mund gesteckt und ebenso oft sorglos bald nach d eser,.bald nach jener Seite der Stein iii elegantem Bogen auf das Pflaster gespuckt. Wer sich an Kirschen sattgegcssen hat, der nimmt zur Stachelbeere seine Zuslucht uird ziert mit Eifer die Straße mit der ausgesogenen Schale. tbne Zweifel ist dieses Verfahren sehr einfach und vor allen Dingen bequem, tz.ber toieviel Opfer erfordert dicsc llnsitte jährlich. Wieviel Menschen brechen sich Arm und Bein, � weil sie über den Kirsdbenstein oder die leere Stäche lbcerschalc ' fallen, die liebenswürdige Mitbürger dem großen Spucknapf Berlin einverleiben.' Es wäre endlich einmal Zeit, daß sich jeder mit eiMßi mehr B e r a n t w o r t u n g s g e f ü b l auch in dieser Bezkchimg wappnet und sei neu Gefühlen nicht allznsebr freien Lauf läßt. Denkt dock an unsere armen beinbeschädigwii K r-i e g s i-n 6 a I i d e.n, für die diese Leichtsinnigkeit besonders gcfäbrlich wivd! Aber- dann bedenkt auch, daß Berlin wirklich kein Spucknapf ist. Wenn Ihr, liebe Mitbürger, schon.Kirscher» oder Stachelbeeren essen müßt, in Gottes Namen, tut es, soviel Euch Euer Porte- mbnnaie Und'Mägen ertauben. Aber dauu versenkt die Ueberreste ' lieber in Eure Tute, nefimt sie mit heim und verbrennt sie, oder werit. sie in den Müllkasten, aber nickt aus die Straße. Vielleicht enlschtießt sich dw Vsagistrat ein mal, in den Straßen nach dem Muster anderer Städte Papierkörbe auszustellen. Dann dürft Ihr aber ganz bestimmt nicht mehr solche halsbrcche- rischon Gefahren, fü� aiidtzre Leute heraufbeschwören,:J'hr leiden- schaftlichen Obstesser!, stzür dieses Jahr habe ich die Hoffnung aus eine Besserung be- reits ausgegeben. Im stillen aber habe ich schon ausgerechnet, wann es k e i n e K i.r s ch e n und keine S t a che l b e e r e n mehr gibt, wann man sorgläscr die Straße passieren kann, wann man sich nicht' mehr die Mühe zn gebe:: braucht, mit jedem Schritt einen Kirschstein zu z c r t r c t c n. Da lese ich plötzlich— noch in Ge? .danken darüber versunken— über dem Wagen eines Straßen- Händlers die Worte:„Pflaumen Pfund 2 M.!" Und alle Freude mar. zerronnen, alle Hoffnung zerstört! ke. die Kartoffelsorgen öer Stäüte. Gegen die hohen Mindestpreise und den freien Handel. Km Hinblick aus die außerordentliche Gefahr, in der die städtische K a r t o s f.e l v e r so r gu n g für den nächsten Winter schwebt, hat der Deutsche Städte tag an den R e i ch s e r n ä h r u n g s m i n i st e r eine Eingabe gerichtet. Diese Eingabe wendet sich vorab gegen den von der Regierung festgesetzten unmäßig hohen Mindestpreis von 25 Ad für den Zentner Kartoffeln, welcher selbst in landiwirtschasUichen Kreisen- als übertrieben betrachtet wird. Es bedeutet eine nicht erträgliche . Zumutung au die Städte, zu einem solchen Preise, zu dem nach dem Neuen System noch ein Zuschlag von ö M. tritt,, sich f ür'das ganze Jahr einzudecken, während der freie. Handel in die .Lage gesetzt wird, die städtischen Kartoffeln nach Belieben zu ' u n t'e r b i e t c n. Das damit verbundene Risiko kann sich für die Gesamtheit der deutschen Städte auf Milliarden Mark be- lausen. Auf der anderen Seite kann aber auch, so fährt die Eingabe fort, der: freie Handel sofort nach der Ernte oder später die wilden. A u's w uchs e und P r e i s t r e i b ere i c n zeitigen, die wir bei den anderen freigegebenen Lebensmitteln und sonstigen BedapfSartikeln erlebt' haben und jetzt bei Obst,' Gemüse unv Frübkartosseln von neuem erleben. Das wüvde bei dam wichtig- sten Nahrurigsmittel einen nicht;u beschreibenden Wirrwarr, eine B e r me h ru n g daw Sterblichkeit, wie beispielsweise im Jahre.1916/1.7, und eine surchtbave Steigerung der inneren Gc- fahren bedcuteni Unmöglich kann die Regierung dem tatenlos entgegensehen, sich darauf berufend, daß das neue Syitem nun einmal eingeführt sei. Daher, beantragen die Stäidte: l- daß die endgültige. Entscheidung über die Freigabe der nicht . zur Ausführung der Verordnung vom'21. Mai 1926 vertragsmäßig gesicherten Karwfseln erst erfolgt, wenn der Stand, der Ernte eine genügende Be x so rg u ng und. W i-ntc r et n deck u n g der Bevölkerung über joden Zweifel stellt; � 2. daß die Regierung jederzeit bereit steht, die schärfere Wirtschaft w i c de r. c i n z u füh re.n, wenn die geregelte .Versorgung zu erträglichen Preisen auf dem neuen Wege nicht er- reicht wird; P, daß die Regierung a u ch ihrerseits Borräte an- sammelt,' um den nötleidenden Vcrbrauchcrmasscn damit zu Hilfe zu kommen. Siedlung s- und Wohnungswesen in Graft- Berlin. Ilm Mittwoch traten auf Anregung des Heimstätenousschufses der Gewerkschaften und ivs H c> m st ä. l: e n a m k s d e r ö e u ts che n' B e a m t e n sch a ft unter den: Vorsitz des Geschäfts- sührers des Wohnungsverbandes Groß-Berlin', Stadtbaurots' a. T. Leuste� dieucher. Die driitschc Rrck'-nmgslinnrmndusinc in Ncsaffr. Vir haben, in Np.. Nlll de?„Vorwärts" über die Dcmübun- gen der Amerikaner, die deutsche Acchcnma,chin«nindustrie niedcrzukonkurricren, berichtet und auf die Gefahren, die bier drohen, aufmerksam gemacht Tcm Wiener Kommerzienrat A l m a soll eS nun gelungen fein, bei den hiesigen Reichsstellen die Ein fuhrgenelMignng für die Amcnkarwr zu erwirken. Wir erhalten vom Verband derTeut scheu Rechen maschincnfabri- kauten folgende Ausführungen: ..Vor einiger Zeit bat eine amerikanische Firma den Einfuhr- bewilliguugSantrag gestellt für mehrere Tausend schreibende AdditionSmaschinen Diese AdditionSmaschinen werden auch in Deutschland hergestellt, und zwar ist diese Industrie noch jüngeren Datum? und mit der Lieferung durch die KriegSver» bältni'se im Rückstand, da ibr lvährend deS Kriege? die Fabrikation von sogenannten FricdcnSartikcln. wozu auch AdditionSmaschinen gc- hörten, untersagt war. Die Industrie glaubt hieraus das Recht bcrleitiw zu dürfen, d a g c g c n g e j Ä ü tz t z u w e r d c n, daß sie nunmeka durch Einfuhr von groheu Mengen miSlandischer Erzeug- niffe erdrosselt wird. Die Rcchenmaschinenindustrie erhob daher auch beim ReichSwirtfchaftsministerium gegen die Genehmigung de? Einfuhrbewilligung santrags zunächst mit Erfolg Einspruch. Zum großen Erstaunen der Industrie ist nu»mehr der betreffenden amerikanischen Firma eine EinstlbrbclvMigung für mehrere Tausend aincrikanischer AdditionSmaschinen er- teilt worden. E? war hierzu lediglich errorderlich, daß ein a u s- 'Iänd.i scher Vertreter dg? Rei«l?Swirtschaft?ministerium bc- sucht« und diesem plausibel machte, daß die Einfuhr dieser Maschinen im Interesse der d e u t s ch e n Volkswirtschaft fliege. Depisen würden nicht in Anspruch genommen, da der ganze Erlo? für die amerikani'chen Maschinen(zirka tl) Millionens in Deutschland der- bliebe, und zwar zur Errichtung einer amerikanischen Fabrik, um dergleichen Maschinen in Deutschland selbst herzustellen. Aus die Idee, das; durch die Eiusuhr einer sylchen Menge amerikanischer Maschinen die deutsche Industrie zunächst gehemmt wird, zumal die Amerikaner Kampfpreisc einführen und dah durch die daran anschlietzende, zum größten Teil mit deutschem Kapital erfolgende Fabrikation in größtem Stile die deutsche>ln- -dustrie vollständig erdrückt wird, sind die Herren nicht ge- kommen. Es ist dock nur allzu bekannt, wie die Amerikaner schon vor dem Kriege in ähnlichen Fällen vorgegangen sind. Es sei erinnert an die K o d a k gesellschast. die trotz ihrer sehr auSge- dehnten Verkaufsorgaiii'ation in Teutschland pro Jahr im ganzen 8000 M. Steuer abgeführt hat, ferner an die S i n g e r g« s«! l- ichaft, deren große Fabrik bei Wittenberge Staat und Stadl so gut wie nickt? eingebracht bat, dagegen der Stadt ganz erhebliche Schullasten für die Kinder der Arbeiterschaft auferlegte; ferner an dicNationalregistrierkasscncompagnie, bei der oben- drein die s k r u P e k l o s e Erdrosselung deutscher Konkurrenzfirmen geradezu zu einem S v st e m ousgebildet war. In dieser Beziehung gleicht ibr übrigens die amerikanische Additionsmaschinennrina. Sie hat in Amerika ein K o n k n r r c n z s a b r i k a t auigetaust. zwei andere zur Einstellung der Fafaikaiion gezwungen und eine dritte ist dem gleichen Schicksal.nur durch rechtzeitige Maßnahmen d-r be- teikigken Banken entgangen. Es ist unglaublich, daß durch das Hereinlassen amerikanischer Fabrikate in sebr großen Mengen nun. mehr mit Hilfe des ReichswirtschgftSministeriiims auch der deutschen Industrie noch der Absatz im Inland« genommen wird. Von dem ganzen Vorkommnis weiß der Außenhandel?- Heirat für Dietallerzeuynisje absolut nichrZ. Wenn nicht die fo. genannten AußenbandelSbeiröte.zur Farce erniedrigt werden sollen, so ist es allerhocknte Zeit, daß diese sich auf sich selbst besinnen und auch tatsächlich van ihren Rechton Gebrauch machen." Vielleicht Hai dieser Fall doch das Gute, daß dieser deutsche In- dustriezweig dazu ühergeht. sich selbst besser zu organisie- i e n. Es sollen eiioa 23 verschiedene deutsche Konstruklioiien im Markt seilt. Vielleicht verständigen ffch jetzt unsere Fabriian» t-n um zu einer Pr»duktio«Sgem«infchast zu gelangen, die N'.'r die wirtlich besten Konstruktionen ausführt und sich aus diesem gSegt de» Markt sichert. Geschieht das nicht, so wird es gar nicht lang« dauern, bis die Amerikaner diesen ganzen Zpeziaszweig verschluckt haben werden. Tic deutschen Fabrikanten verdienen e? nicht besser. Leider ist die Arbeiterschaft der Rechenmaschinen- indvstr'.e gleichialls noch in ungenügender Fühlupg untereinander. um von sich aus die G c m c i n f ch a s t s a r'h c i t der Unternehmer ciywinycn zu können. Herabsetzung der Benzin- und Petroleumpreise» Der Grundpreis tür Benzin wuide aui 6.35 M. vro stz herabgesetzt, nachdem er am 16. Juni von 8,33 M. aus 7.ll8 M. herabgesetzt worden war. Ter Preis für da? Kilogramm Benzin wird jetzt für den Verbraucher einschließlich Zoll. Fracht und sonstige Unkosten etwa 8 M. iein. Der Petrole nmpreis wurde von 5.30 auf t,43 M. da? Liter nb Laden des Händler? herabgesetzt. Grlsentirchen— Deutsch-Luxemburg. Ueher die formelle Seite der Zu'ammenschlußtransaktion w-rd bekannt, daß der Gemein- s ch a f t s r a t die Durchführung des Gemeinichasts- aedankens zu überwachen und sicherzustellen bat. Hierzu sind ihm weitgehende Besugniise hinsichtlich der Kontrolle der im übrigen rechtlich und uerwckltüngsmäßig selbständig bleibenden beiden Montankonzernc eingeräumt. Insbesondere tann er auch einen gemeinschaftlichen F i n a n z p l a n. aufstellen, wobei die Mittel und der Kredit der Gesellschafien so ausgenutzt werden sollen, wie es d.'M gemeinschaftlichen Interesse entspricht. An deni sich erpebendeu Endgewinn oder Endverlust der Intereffenyemeiil- sckast sind Gelscnkirchen und Teutsch-Luremhurg mit je 30 Prcz. beteiligt. Die Du-gleichuna findet durch unmittelbare Heraus- zahlung der einen Gesellschaft an die andere unter Ausschluß der Aufrechnung statt. Die Gesellschaften können über die ihnen zu- stehenden 30 Proz. des Geweinschaftsaewinnes frei ver- fügen. Schließlich ist noch hinsichtlich der Organisation der Vor- ioaltung zu bemerken.' daß der G e m e i n s ch n l t s r a t zwei gleichberechtigte Voriitzcvde bat. und zwar Herrn Geheim- rat Dr. Emil Kirdorf lGefsenkirch-nl und Herrn Hugo S t i n ii e s. von denen der crstere zunächst den geschäfts führenden Vorsitz üdernehmeil wird. Au? der Leberwirtschaft schreibt der fachmännische Mitarbeiter de?„Verl. Tgbl.": Da? ReichSwirtschaftSministerium hatte den Staaten aufgegeben, den Kommunolverwaltnngen die K o m in u- nalisierung der aus ihren Schlachtungen hervorgehenden Häute zur Pflicht zu machen. Die Häute werden nickt verkauf», iondern in Gerbereien im Lohn zu Leder umgewandelt, dann wurde dieses Leder entweder direkt weiter geliefert, oder zur Her- itellung von Schuhwerk verwandt. Die«? Kommima'.verwaltiinaen sitzen nun setzt ans ihren Vorräten fest und geben ffch die größte Mühe, die Leder— natürlich unter ganz enormen Verlusten — abzustoßen. Bo tierische Koinmimalverwaltiii'gen wenden sich mit Offerten an die Schubmacker und Händler ihrer Bezirke.— Die Gerbereimaschinensabrikanten botieu ihre Ver- kanfsbedingungen mit der Bestiminung variabler Preise ver- sehen. Gegen diefeS Vorgeben hat die deutsche Lederindustrie energisch Ein'pruch erhoben. Auf die in Leipzig be- schloffene Resolution, daß Käufe unter der Bedingim� variabler Preise nicht mehr betätigt werden dürfen. hat der Ver- band deutscher Gerbereimaschinenbibrikanten dem Zentralverein mitgeteilt, daß er in Zukunft die PreiSerböhnngsklausel fallen lasse und seine Offerten nur nach selten Preisen an- geben werde.— Die Berliner Hänteverwertungen»nd die ihnen angeschlossenen zahlreichen Genosienichaiten de« Ostens haben beschlossen, die HSuteversteigernng im Juli ausfallen zn lassen und die nächste Auktion erst gegen Mitte August abzubalten. — Den Vorsitz de? SuSichiiffeS der Aiißenbandelsstelle der Leder- Wirtschaft hat an Stelle von Erzellenz v. Möller der Lederfabrikant Ludwig Lindaens fr., Mülheim a Ruhr, übernommen.— Di« Bewirtschaftung von Alrleder ist... weiter gebaut, d. b. die bisher geltenden Bestimmuugen über den Verkehr mit Altlederund Altlederwaren, hm'vtfächlich Schuhwaren. sind, soweit c§ sich»m Altleder und alte Stiefel auS dem Zivilverkehr Sandelt, außer Kraft gesetzt. Sie gelten nur noch für dir militärischen Bestände. Eine staatliche Ziegelei in Sachse» Tie iächsi'che Regierung plant, eine Ziegelei in st a a t l i ch e n Betrieb zu nehmen, um aus diese Weise die Herstellungskosten der Ziegel fest- stellen zu können. Di« Unternehmer haben sich bisher ge- weigert, die Unterlagen zur Verfügung zu stellen. Der Grund zu dieser Maßnahme liegt in dem Bestreben, die Baumaterialien ,» verbilligen und damit den Wohnungsbau wieber in Gang „l bringen. Zur Förderung der Lehmbauweise sollen weitere 73 000 M. von der Kammer angefordert werden., Soziales. die Rentenbewegung bei der Versicherungsanftalt Serlin. Die Bewillig ing der Invaliden-, Alters- und Hinterbliebenenrenten hat in den letzten Jahren manche Schwankungen durch- laufen. Dje Land'Svenicherungsanftalt Berlin zeigt nach einem eben erschienenen Bericht folgende Rentenbewegung: Invalidenrenten, die bei dauernder Erwerbsunfähig- kcir gewährt Vierden, wurden im Jahre 1914 noch 4295 gewährt. Die Bewilligungen vermirrderten sich sodann auf 3240 im Jahre 1916 und vermehrten sich dann wieder auf 3493 im Jahre 1918 und 3037 im Jahre 1919. In diesem Jahre kamen 3610 Invalidenrenten wieder in Wegfall, so daß sich der Bestand an laufenden der- artigen Renten von 39 964 gm 4. Januar 1919 auf 31 301 am 1. Januar 1930 erhöhte. Der durchschnittliche Jahresbetrag einer Jnvalrdcnrente stellte fich auf 213 M. Die Kranlenrenten werde r den nur vorübergehend, aber länger M? 36 Wochen erwerbsunfähigen Versicherten getväbrl. Die sonstigen Voraussetzungen, Berechnungen usw. sind genau wie bei den Invalidenrenten. Die Krankenrenten haben namentlich wahrend de? Kriege? stark zugenommen, da sie überwiegend den Kriegsbeschädigten bewilligt wurden, von denen man annahm, daß sie bald wieder zu einer Erwerbstätigkeit kommen. Während die LandcsversichsrilnaSai.ftast Berlii' im Jahre 1915 nur 659 Kranken- renten gewährt«, stiegen die Bewilligungen im Iabre 1018 auf 3313 und 1919 auf 3606. In Wegfall kamen im Iabre 1919 nur 1319 solcher Ren.««, so daß sich der Bestand an lausenden Renten von 3396 am 1. Iannar 1919 auf 4383 mn 1. Januar 1920 erhöhte. Der durchschwitkftche Jahresbetrag einer Krankenrente stellt fich auf 305 M. T i e Altersrenten waren großen Schwankungen unterworfen. Bi? in die ersten KnegSjabre hinein war die Zahl der bewilligten derartigen Renten nur sebr gering. War dock da? Lebensalter für ibren Eintritt mit 70 Iabren sehr hoch und war dock auch die erforderliche Wartezeit sebr schwer nachzuweisen. Im Jahre 1916 wurde die Altersgrenze auf da? 63. Lebensjahr herabgesetzt, wodurch die Z-chl der im selben Jahr noch festgesetzten Altersrenten auf 3933 stieg. Inzwischen trat eine Wiederabnahme «in. und zwar bis auf 1789 im Jahre 1919. Verhältnismäßig ist die Zabk der Altersrentenanträge in Berlin viel geringer als bei anderen Versicherungsanstalten, was seinen Grund darin hat. daß bier die alwn Leute viel seltener sind als in ländlichen Gegenden. In Wegfall kamen im Jahre 1919 zusammen 1022 Altersrenten, so daß der Bestand an laufenden derartigen Renten von 8316 am 1. Januar 1919 auf 9083 gm 1. Januar 1920 stieg. Der JahreS- durchschnitt einer Altersrente betrug 304 M. Die Witwenrenten haben auch erst durch den Krieg eine starke Vennebruna gesunden Im Iaürr 1919 letzt? hie LandeS- versichernngSänstalt Berlin nur 90 solcher Renten fest. Die Bew'lli- gunge» stiegen dann auf 636 im Iabre 1917 und 943 im Jahre 1919. In Wegfall käme« sin letztgedachten Jahr nur ISS Witwen- reuten; der Bestand an laufenden solchen Renten stieg von 3341 am 1. Januar. 1919 auf 3103 am 1. Januar 1930. Sehr zahlreich ist die Bewilligung von Waisenrenten in- tolge� des Krieges gewerden. Im Jahre 1913 wurden solcher nur 838 festgesetzt. Di: Bewilligungen stiegen dann aus 3480 im Jahre 1916. verminderten sich wieder aus 2480 im Jahre 1918 und stiegen dann wieder aus 3033 im Jahre 1919. In Wegfall kamen im Jahre 1919 nur 062 solcher Renten, io daß ihr Bestand von 13307 am 1. Januar 1919 auf 14737 am 1. Januar 1930 stieg. Der Durch« schnitisbclrag einer Waisenrente für ein Kind ist nur 43 M. Als c i n in a l i a e L e i st u n g e u kommen nur die W i> w c n- gelier und d're Walsenaussteuern in Betracht. Erstcre werden den Witwen gewährt, die selbst auch Beiträge zu der Ver- sicherung geleistet haben. Die Auszahlung des Witwengeldes ist mit keinerlei Vellust irgendeines Unterstiitzungsanspruch-Z verbunden. Im Jahre 1919 zahlte die Laud?s>>erjicherungsaustalt Berlar 1713 Witwengelder«u:s. Ihr Du rchschni t isbetrag war 83 M. Die W a i s e n a u s st euer» werden solchen Waisenrenten- eurvsängern gewährt, die da- 15. Lebensjahr überschreiten, aber auch nur, wenn die Mutter Beilräg- zu der Persicheruilq geleistet hat. Die Einrichtung ist noch sehr wenig bekannt, sonst wäre e? niebl verständlich, daß in Berlin im Jahre 1919 nur 103 solcher Abfindungen zur Aus-abluna kamen. Der Durckrebn-ittsbetrag einer solchen.Aussteuer" ist allerdings nur 38 M.— Gänzlich ver- sagt haben Sic„Z v> a ß r e r. t e n", auf die der Anspruch durch die Entrichtung von Zusotzbelträgen erworben wird. Im Jahre 1919 wunden in Berlin nur 3 szwei) solcher Reuten festgesetzt. flu' den Renten werden bekanntlich..T euerungSzulage n" aewäbrt.?!e betrugen bisher für eine Invaliden-, Kranken- und Altersrente 20 M. und für ein? Witwenrente 10 M monatlich: jetzt sind sie auf 30 und 13 M. erhöbi und auch auf die Waisen-eilten ausgedehnt worden. Troß dieser Zulagen beträgt selbst iu Berlin eine Inval idencente im Turch'chnftt noch nicht einmal 30 M. Das ist leider immer noch eni Einkomwen, welches unter den henftgen TcuerungSverhältm'ssen nicht hinreicht, da» nackte Lebe» zu fristen. Kus aller Welt. Anideckung großer Getreideschiebungen. Einer Schieberkomilie ist durch die zuständiaeu Polizeibehörden ''» Weimar da? Handwerk gelegt worden. Vor«'nigen Tagen wurde unter allerlei Verinntiingen die in. der Näbe von Gera neleaene Scheuben grob s er Müble geschloffen und der Müller Nickel verhaftet. Jetzt ist auch der Inhaber die'er Mühle, der Kaiikinann Friedrich V o l k st ö d t. der Schwiegersohn Nickels. verhaftet worden, und- zwar wegen unberechtigter Vermahlung großer Posten von Getreide. Durch Bestechung eines Beamten der Reichsgetreide» stell« mit 3000 M war e? dem Verbasteten gelungen, die großen Schiebungen schon seit geraumer Zeit unbenierki ermöglichen zu können. Die Erhebungen haben nunniehr auch ergeben, daß Vollstädt einen ausgedehnten Wucherhau del mit Brennmaterial und Zement betrieben hat. Ferner wurden Kleider» stoffe im Werte von über zwei Millionen Mark vorgefunden. Der Verhaftete, der einst vermögenslos war und bereits den OffenbabrungSeid geleistet bat. sowie zweimal Konkurs angemeldet hatte, lebte auf großem Fuße und bcsitzr gegenwärtig nicht weniger als elf H ä u' e r. In seiner Wohnung gab er große Trinkgelage, bei denen eS an nicht? fehlte. Ein Postranb in Dublin. London, 13. Juli. Reuter.) 30 bewaffnete Männer drangen heute früh in die große Halle des Hauptpostamtes in Dublin ein. bemächtigten sich aller nur Dublin. Castle und Ne Residenz de? Vizckousuls bestimmten Postsachen und ftihrtei« sie auf mehreren Postwagen davon. Sport. Ter Arkiriier-Waffersportverband hält am Sonntag Nochmit 344 Nbr sein diesjähriges V« r b a n d s s chw i in m f e st im Stadion Grunewald ab. Neben Stafetten und Einzelschwimmen wird eine StädliclagcnstaseUe, wozu Meldungen cm? Magdeburg Hannover. Halle. Leipzig und Berlin vorliegen, austragen. Das Interessanteste bildet ein Turmspringen von 13 Teilnehmern. darunter Frl. Beyer aus Leipzig, welche schon im Vorjahr Proben ihres Könnens an den Tag legte. Ten Schluß des Festes bilden 4 Wasserballspiele mit Mann schaffen aus Magdeburg, Hannover, Lc-pzig und Halle argen Groß-Bcrliner Mannschaften. Eintritts- preis auf allen Plätzen 2 Mk. Auf dem Rasen Boy- und Rir kämpfe des Arbeiter Athleteiibundes. DaS klassische Rennen„Die Stunde" kommt am Sonntag au der Rennbahn Treptow zum AuStrag. Für die F l i e g e r r c n n e find nicht weniger als 39 Me'ldungen abgegeben worden und alles was Namen hat. wird, mit Ausnahme von Rtift. Lorenz und Sia" am Ablauf erscheiiwn. In Anbciraclst der hohen Zahl der Me! düngen bat die Direktion dann auch ein Tandemrennen ein gelegt. Die Besetzung der Dauerreunen ist gleichfalls hervorragend Der jetzt von Sieg zu Sieg eilende Lrwaiiow wird erneut mi Bauer zusammentreffen. Ter Beginn der Remncn ist ans 4 llhr Nachmittag festgesetzt.' Rennen zu Gennewald. 15. Juli. l. Brei? van Otlber 16 000 M ISO" Meter. 1. Crla tffofil). 2. Oicrvn Mvit-bß 3. J,e tEbertl. Tot. Sieg- 14 i 10 PI. 11. 13. Ferner N-s-n: Mand(41. werke tgeß). 2. Wnld-Iand rennen 30 000 M. 4000 Met 1. Ete!nberg«r> Scholzl. 2. Der Sogenannte(Kukullesl, 0. Minor.Krön lelnl, Tot. Sieg; 100:10 PI. 27. 13. 3-2. Ferner liefen: gvero(4 Kleiner Schlag(5), Frledcnsritter. Taiitalus. Märchen tgef). Wolpot> Oftry. Spero. Algebra lS). 3. F e r v o r- R e n i, e n 40 000" 1200 Meter 1. Optimist IO. Schmidtl' 2. Lotle(BleuleiO, 3. Her, lieb tBrown). Tot. Sieg 17 i 10 Pl. 14. 43. 20. Ferner liefen: Magier(■ Rosenbusch(5). Leopardos(6), Dunst. Miltelstrahe. Pandur siteben gebl. 4. K r« m m e n e r Hürden r e n n e n LS 000 M. 9400 Meter 1.& nore k.Kukiiliesl, 2. Corifla kIzmenyi). 8. Mmfa(Weber), Tot.& 426: 10 P!. 78, 30, 60. Feiner liefen: Springer(4), Dolde Filcherin(61, Marc Anton, Kid, Satrap. Friedensziel(g«s.>. Lodro(g Finboge ianneb.), Marietta kangeb.). 3. Ard-Patrick-Ren» 27 000 M. 1800 Meter. 1. Mazepda tBlei'Ierl. 2. Puschkin iO. Müll ,8. Armenier iIentzsch). Tot. Sieg 52: 10 Pl. 15, 34, 17 Ferner lief Minnesang(41, Vergleich(5\ Henrleu? Roienritter. 6. C d r r» I r a rennen. Fhrendreis dem siegenden Reiter und 22«NIO M. 3500 Me! 1. Furchtlo«(v. Pciserl. 2. To von(Prinz Pietz), Sankt Martin«Müller Tot. Sieg 48 I 10 PI. 18. 30. 33. Ferner liesei:: Vesper(gef.1. Peredv ( aiiKgebr), Talfabrt(ges.1. Skalde(get.l, Flamingo(aes.). 7. H u n d s t a q e. 21 u S a l e i ch 27 000 M. 2000 Meter. 1. Dardanos(Ientzsch 2. Husta(O. Schmidt). 3. Heuchelei(Brown). Ferner liefen i Crasova(4 ASrn(5). Reveiin(61, Indling. Konrad. Luikfabrt, Sperber. Cherusker TI «rbeiter- Radfahrer- Vund.Äolidarftät«. OxtSgrudbe Berlst 1. Sl d t e i l n n a. 18. Juli irüb 5 Nbr i Prenden. i mittags I Uhr: t!s> na», Schüheuhaus.— 2. Abteilung. Sonnabend nachmittag 6U iind Sonntag irüh 6 Uhr Badetour nach dem Verliee(Badevlat» auf Infel). Sämtliche Starts Fontane Promenade 18. Gäste willkommen Arbeiter- Radsabrer. Verein.«rosi.Berlin". Sonntag früh« Tchnitzeljagd nach Glienicke a. d. Nordbabn., Restaurani Zum al'eu Start Mariannendlatz.— Freier Wanderbund. 1T./18 Juli Som fett in Hanfe bei Stockinaim. Abfahrt Stettiner Vorortbahnhds nach De 4,40, 5,50 und 8,10 Uhr.__ 5riefFa(len der Redaktion. Schriftliche Auskunft wird nicht erteilt. K. Sch. 17. BezirkSsekretariat(Th. Fischer). NW 40, Zelten 23.________ WetterauSsichte» inr da» mittlere Storddrutschlanv Sonnabend mittag. Zunächst vielfach bester und ziemlich warm, spä ostwärts s-rlichreitende Zunahme der Abkühlung und>m Westen zahlreik st» Osten>n«br vereinzelt« Regensäll«. f Theater, lichtspieleetcr�l Staatl. Schauspielbana. (Operetten-Gastspiel) BIß Strohwitwe. lusik von Leo Blech. GroBes Schauspielhaus. ; Julius Cäsar(Z3.Abt.,5.Ab.) )entsches Theater. Rose Liechtenstein Jul. Geisendorfer Uhr: Welhu.Hampelniaiin Kammerspiele. > uhr: Die Notbrücke Kleines Schauspielhaus. •'asanenstr. 1(Nähe Bh(. Zoo). -uhr: Büchse der Panilora. fheaterdesWestens Max Pallenberß Gisela Werbezirk: . u: Rabenvater Schiller-Theater. Hans Waßmann: ? uhr: Der ehem. Leutnant Theater 1.<1. MlggrStzerStraSe /z8 Uhr: Geständnis. Komödienhans !: D.Reise in die Mädcbenzclt. Berliner Theater /j8 Uhr: Der letzte Walzer Die Tribüne I Uhr Prledr.-HUhelmat.Th iv« Uhr: Marzipan. KleineM Theater. 5t Die PlarrhauskciKildie Konische Oper : Die Frau Im Dunkeln. liUstsplelhsoB nVDernngetreue Eckehart Rletrepei Theater !\ Im weihen Röss'i Neue. Cntral.Theater Die Dame Im Fraek. eneN Operetten h au a ;:flatoraL-PhantastBailett feucs Volksthcater br Die 3 Zwillinge IT Thull.-The.ter i* u.: Hoheit die Tänzerin. 'U.am oll endo rf platr. Eine lacht Im Paradies �Keater i. d. Alt. Jakobstr. 'i Die verschwund.Pauline. Walhalla-Theater. i u: Kasernenlntt. isidenz- Theater. «tadtbahn jannowltzbrücke. Allabendlich Vj8 Uhr: Der crolle Erfolg! Die Bsscliiiolfs von Hermann Sndermann. ntag 4: Der gute Ruf. Trianon-Theater. Bahnhof Friedrichstraße. , Allabendlich 8 Uhr: Der groOe Erfolg! Maskerade »on Ludwig Fulda. inntag 4 Uhr: Slärenfrled. ihsater Folies Cuprice Fried rich-.Ecke Llnienstr. 7V, Uhr: Flimmer- Klärchen •.'.üsikalitcher Schwank. aPOLLO ;<7V. Theater 7l/J i Direkt, James Klein.| f, Juli 1920 1 J Neue �Natural / I. b c n d. n Kunstwerk. iMauß tollkühne! 4T0DESFAHRTI | 2 Aegirs ? am Meeresgrund. - Mary 1 ZIMMERMANN 1 y. Dtsch. Opernhaus I in ihren Tanzen| u, weitere Sensation Volksbühne Theater am Büiowplatz. 7V. uhr: Brnder Martin Lesslni-TWer. Sommer Spielzeit Allabendlich 8 Uhr: MiMl m D.Glas d.Jnnofran Deutsches Künstler-Theater Allabendlich 7'/, Uhr: Die bessere Hälfte mit Max Adalbert. Bose-Theater. 7V. Uhr: Ein Walzertranm. Sommerth. GROSS-BERLIN fKliems) Htsenhelde IS. Staunend billige Gelegenheitskäufe in prima Schuhwaren. Nach langem Suchen Ist es uns gelungen, einige Tausend Paar erstklassiger regulärer Schuhwaren weit unter Herstellungswert tu erwerben. Diese Sachen stellen wir hiermit zu fabelhaft billigen Preisen zum Verkauf und empfehlen unserer werten Kundschaft, von diesem sensationell billigen Angebot umgehend Gebrauch zu machen. Damen-Halhschuhe in braun oder schwarz Chevreaux, auch m. 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I mittags IZ'U Uhr, auf dem I ftiidti|chen Friedhof tu Buch' statt— Der Zug fahrt j li>» Uhr vom Steltmcr I Borortbahnhof. 160 8 j Rege Beteiligung er- 1 mattet Die Abieilungsleittniz. f Or. Leipz.Str.10.7, a-ö-f riedrichstr, 10-1, 3—6, Sor.Wt-.. Haut- u. Harnleider.)6oer Art, Blutuntersuch., Sahvarsan- kuren. Beste Medikavente. Schmerzl. erprobte Beid.'ndl. o. Berufsstör. Mäßiges HovJO- rar.fast wieder FrieäenspreK'. Speziafarzt___ Bon her Reise zurück 7g0D' Dr. Heilwlg, Neukölln, 5taif.Friebr.-6t98/97 Sozialdemclirat. ücrcin Berlin(S. P.D.) 28, Abteilung. Unser Mitglied, der Be- zirksflihrer Eduard Dadlokk : Wächter, wohnhaft Weißen» 1 bitrget Straße 10, ist am 1 13. 7. infolge einer Opera» i:io» verstorben. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung erfolgt i am Sonnabend, den 17. 7., mittags I2V« Uhr. von der 1 Leichenhalle des städtischen Friedhofs Buch. Treffpuntt vor dem Stetttner Vorott- bahnhof 10 Uhr. Zahlreiche Beteiligung ! ermattet | 160/7 Oer U erstand. Dr. med. 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St)/, Uhr, versammeln sich sämtliche kaufmännischen und gewerblichen Angestellten des Groß-Berliner Einzelhandels zu einer Demonstration für den 6-Uhr»Ladenschlutz an folgenden Plätzen: 1. Rosenthaler Tor(Lothringer Straße). 2. Alexanderplatz (am Polizeipräsidium), 3. Strausberger Platz(Große Frankfurter Straße), 4. Kottbuser Tor lHochbahn). ö. Moritzplay, 6. Blücher- Platz(Planufer). 7. Dönhoffplatz(Kommandantenftratze). Da alle bisher unternommenen Versuche, den 6-Uhr-LadenschIuß herbeizuführen, erfolglos waren, sehen sich die Angestellten ge- zwungen, andere Maßnahmen zu ergreifen. Diese Demonstration soll den Anfang bilden, und es wird sich zeigen, ob die Unternehmer sowohl als auch die Behörden den gerechten Forderungen dieser Kollegen weiterhin ablehnend gegenüberstehen wollen. Die Ange- stellten des Einzelhandels sind sich klar darüber, daß die Behörden in dieser Frage lediglich deshalb so passiv sein konnten, weil sie von den Arbeitgebern bearbeitet wurden, die Arbeitszeit zu verlängern. Der Ausbeutungsmöglichkeit noch obenhin wollte man keine Grenze gesetzt wissen. Die Zeiten haben sich aber ge- ändert. Die kausmänniichen Angestellten, die in dieser Frage voll- kommen einig find mit den gewerblichen, werden nicht eher ruhen und rasten, bis sie den 6 Uhr- Ladenschluß errungen haben. Die Berliner Gewerkschaftskommisson, die den größten Teil des kaufenden Berliner Publikums vertritt, steht der Forderung sympathisch gegen- über und Hot sie bei den Behörden befürwortet. Für die organi- fierte Arbeiterschaft und ihre Angehörigen besteht die Verpflichtung, die um Verkürzung ihrer Arbeitszeit Kämpfenden zu unterstützen und sämtliche Einkäufe vor S Uhr abends zu erledigen. Sollte der mit dieser Demonstration gegebene Hinweis nicht den gewünschten Erfolg zeitigen, so werden in nächster Zeit wettere Aktionen folgen, und zwar zu einer Zeit, die den Angestellten genehm ist. Keine Ruhe wird in den Betrieben des Einzelhandels einkehren, bis der S-Uhr-Ladenschluß herbeigeführt ist. Alle An- gestellten, die im Einzelhandel tätig sind, werden aufgeiordert, sich an den Veranstaltungen für die Erringung des 6-Uhr-Ladenschlusses zu beteiligen und die Aufforderungen der hierin führenden freien Arbeitnehmerverbände, des Zentralverbandes der Angestellten und des Deutschen TranSportarberterverbandeS, zu befolgen, denn nur» wenn sie selbst Hand anlegen und für ihre Sache kämpfen, werden sie imstande sein, das Ziel zu erreichen. Zentralverband der Angestellten, Bezirk Groß-Berlin. Deutscher Transportarbeiterverband(Branche: Einzelhandel). Ter Streik in Golpa-Zschornewitz. DaS ReichSarbeitsmini st erium teilt mit: Ueber die Beilegung der ArbeitSpreitigkeiten in der Grube Golpa und im Elektrizitätswerk Zichornewitz wird vor dem tariflichen SchlichlungS- auSfchuß in Bitterfeld unter Beteiligung eines Vertreters der ort- l i ch e n Regierungsbehörde verhandelt. Außerdem finden im Reichsarbeitsministerium Verhandlungen über die Lohnfrage im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau statt, die einer der Gründe für die Arbeitseinstellungen auf der Golpagrube gewesen ist. Das Reichsarbeitsministerium behält die Angelegenheit dauernd im Auge und ist nachdrücklich bemüht, die der Berliner Bevölkerung aus der ungenügenden Stromversorgung drohenden Nachteile zu beseitigen. Die Opposition im Zentralverband der Angestellten. Von der Ortsgruppe Groß-Berlin des Zentralverbandes der Angestellten wird unS geschrieben: In den letzten Wochen find infolge des Ausschlusses einiger unserer Mitglieder lgerüffentlichungen rn der„Freiheit" erschiensn, die geeignet sind, von den in unserer Ortsgruppe herrschenden Ten- denzen dem Uneingeweihten ein ganz falsches Bild zu geben. Zur Aufklärung der Leser gestatten wir unS daher auf folgende Tat- fachen zu verweisen: Die Ortsverwaltung©erlin des Zentralverbandes der Ange- stellten(früher Zentralverband der Handlungsgehilfen, Verband der Bureauangestellten und Verband der VerficherungSangestellten) hatte es nicht nötig, erst durch die Kollegen Hirsch. Beck usw. radi- kalisiert zu werden. Schon zu dem Verbandstag der Handlung?- gehilfen 1919 stellte die Ortsgruppe Berlin Anträge,'in denen sie sich gegen die Arbeiisgemeinschaften wandte und ein Mitbestim- mungSrecht der Betriebsräte forderte. Auch nach der Verschmelzung war in der Ortsgruppe Berlin die gleiche Tendenz vorherrschend, was in den Beschlüssen auf Ab: lehnung der Technischen Nothilfe und Uebertragung der Produk- tionskontrolle an die Betriebsräte zum Ausdruck kam. Wenn daher die Kollegen Hirsch und Genossen jetzt so tun, als hätte«s ihrer in den letzten Monaten aufgetauchten Opposition bedurft, um solche Gedankengänge zu wecken, wie sie vorstehend dar- gelegt sind, so ist dies nichts weiter als eine vorsätzliche Täirschung der Oeffentlichkeit. Sachlich hat die«Opposition" Hirsch und Genossen keine Berechtigung innerhalb der Ortsgruppe Groß-Berlin, und es erscheint den Kennern der Verhältnisse vollständig klar, daß sich hinter dem Treiben der Ausgeschlossenen zu einem guten Teil persönliche Gehässigkeit verbirgt. Zu einem sachlichen Konflikt kam es, als die Betricbsräic- zentrale vor einigen Wochen den Gewerkschaften verbieten wollte, ihrerseits die Betriebsratsmitglieder zusammenzufassen. In der Praxis sind gegenwärtig die Vetriebsratsmitglieder von den Gewerkschaften aufgestellt und von den Gewerkschaftsmitgliedern ge- wählt worden. Die Gewerkschaften brauchen die Betriebsratsmit- glieder zu? Durchführung ihrer gewerkschaftlichen und Wirtschaft- lichen Aufgaben. Es ist aber bisber noch keinem Gewerkschafts- mitgliede etwas geschehen, weil es etwa mit der Betriebsrätezentrale der U.S.P. oder der S.P.D. in Verbindung steht. Die sogenannte„Opposition" in der Ortsgruppe Berlin hat nun nicht nur ebenfalls den Gewerkschaften die Zusammen- sassung dieser Betriebsratsmitglieder verbieten wollen, son- dern ihr Wortführer ist unter Mißbrauch unseres Verbands- namens als Redner in gegnerischen Versammlungen aufgetreten. Dagegen mußte die Ortsgruppe einschreiten. Wollte die«Oppg- sition" ihre abweichende, persönliche Anficht zum Ausdruck bringen, so hatte sie im Rahmen der Organisation genügend Gelegenheit. Die Behauptungen der„Opposition", sie könne für ihre An- schauungcn weder die Mitgliedschaft anrufen, noch das Verbands- organ m Anspruch nehmen, sind selbstverständlich falsch. Gerade daß die Opposition alle diese Möglichkeiten zur sachlichen Aus- tragung von Meinungsverschiedenheiten nicht benutzte, sondern von außen aus die Organisation loshieb, wird ihr ja von uns zum Vorwurf gemacht. In der jüngsten lDelegiertenversammlung unserer Ortsgruppe hafte die Opposition einen Dringlichkeitsantrag eingebracht, der bezweckte, der Ortsverwaltung wegen Ausschluß der Kollegen Hirsch und Genossen«in Mißtrauensvotum auszustellen. Mit der Dis- kussion darüber wurde der Abend ausgefüllt. Als dann die Bc- schlußfähigkeit von einem nicht zur Opposition gehörenden Kollegen angezweifelt wurde, war die Neriammlungsleitnng genötigt, die Versammlung zu schließen, da Z 11 unseres Ortsstatuts bestimmt: „Die Generalversammlung ist beschlußfähig, wenn mehr als die Hälfte der Delegierten anwesend sind." Die Opposotion versteht es, auch daraus der OrtSverwaltung Vorwürfe zu machen, indem sie erklärt, die Versammlungsleitung habe die Versammlung kurzer- Hand geschlossen, weil sonst die Annahme des Oppositionsantragcs erfolgt wäre. Diese Verdächtigung weisen wir entschieden zurück, sie zeigt aber, in welcher Weise die Opposition arbeitet. Die Ortsgruppe ist nicht gewillt, jemand wegen radikalgewerk- schaftlicher Ansichten auszuschließen. Daß von der Ortsverwaltung die Weitergabe des AuSschlüßantrages beschlossen worden ist, hafte lediglich seinen Grund darin, daß jene Opposition danach angetan war, die Agitations- und Orgcmisationstätigkeit aufs schwerste zu beeinträchtigen. Wir können nur hoffen, daß die von dem Aus- schluß betroffenen Mitglieder recht bald Einkehr halten und sich davon überzeugen, daß sie in den letzten Monaten auf falschem 5Dsge gewesen find._ Sabotage gegen den Betriebsrat. Aus Angestelltenkreisen wird uns geichrieben: Seit einiger Zeit wird dem Betriebsrat beim Reichskommissar für den Wiederausbau jede positive Arbeit unmöglich gemacht. und gerade im gegenwärtigen Moment liegt für den Betriebsrat beim Reichskommissar für den Wiederausbau eine Unmenge höchst wichtiger Arbeit vor. Am 4. Juni wurde für die Angestellten der Reichs- und Staatshehörden ein Tarif abgeschlossen, der für die Betriebsräte wichtige und eilige Eingruppternngsarbeiten bringt. Die Angestellten,>die seit Monaten auf ihre Nachzahlungen aus ... diesen Tarif, der rückwirkend vom 1. April 20 ist, warten, werden allmählich ungeduldig, denn sie sind die Leidtragenden, wenn die Tätigkeit des Betriebsrates von der Dienststelle in derartiger Weis? sabotiert wird und sie nun noch immer auf Gelder warten müssen, die ihnen bereits seit Monaten zustehen. Post und Xelegraphie. Protesiversammlung sämtlicher Mligliedcr teiligung oder Nichtbetelligung an den verordneten Klassenwahlen? 2. Die Forderung deS Mitbestimmungsrechts! Zutritt nur gegen AuSweiS der Ausschüsse. Zentrnlverband der Angestellten. Bezlrk Tembelljof. Heute abend 8 Uhr im Verbandslokal, Berliner Str. 100: Ordentliche Mitgliederversammlung. Vortrag des Kollegen Burgcmeister. Verantw. für den redakt. Teil: Dr. Werner Peisrr, Charlottenbura: für Anzeigen: Tb. Glocke, Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag G. m. b. H.. Derlen. Druck: Bor. wärtS-Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Naul Singer u. So., Berlin, Lmdenstr. S. Hlerzn 1 Beilage. Olme Rückficht auf den bisherigen Preis 'AngeBot für die Zeit vom 7.-25. Jufi* Sakkoanzüge Serie I................. M. 875.« Serie II................. M. 1075« Serie III................. M. 1275« Sene I................. M. 875.. Serie II................. M. 1075.. Serie III................. M. 1275.. Bunte Oberhemden mit passend. Kragen: Serie I.................. M. 85,- Serie II.................. M. 125.- Serie III.................. 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