Nr. 356 ♦ 37. Jahrgang Ausgabe A Nr. 41 Bezugspreis: B ert»IMrUSl>,— RI�monLtlLO,— Mi. fr« ms 5ou», voraus, ab Idar. Pok- Mouatlich 10,— Ml.-rl>.Au> itelluagsgedSdr. UurerAreuubaud für Swtfdjlanb und Oesterreich IS�O Mi» für das übrig» Ausland de» täglich einmal. Zustellung 2150 M. Doitde- itellungea nebmen an Oesterreich. Ungarn. Tschecho-Elowaiei, Däne. mar!. Holland, uu�etuburg, Schweden und die Schwei».— Eingetragen m die Best- Zettungs» Preisliste. Der.Barwärte" mit der Sonntag» beilage»Boll u. Zeit� erscheint wachen-. täglich zweimal. Sonntags und Man- tags etnwal Telegramtn-Adreisn .Sozia, dematcot Berlin-, Morgen Ansgabe Vevlinev Volksblatt (zopksnnlg) Anzeigeuprets: Die achtgefpalten» Ronpareillezeii« iosteiS.— M., Teuerungsznichiag SO«/�. »Kleine«»zeigen-, das fett» gedruckt- Wart lr- M.(zulässig zwei lettgedruckte Wortes, jedes weiter« Bort SO Psg. Stellengesuche und Schlaffteilenanzeigen da« erst« Wort SS Big. jede« weitere Wort 40 Pfz. 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In der heutige» Vollsitzung der Konfereuz hat die deutsche Delegation die Forderungen der Entente in der Kohlenfrage a u g e n o m- m e n und unterzeichnet, nachdem in der oberschlesischcn Kohlenverteilnugsfrage eine Berücksichtigung der deutscheu Forderungen in Aussicht gestellt worden war, und unter Ablehnung des Z 7 des Vertrages, der die Ein- marschklausel enthält. Die Beratung der Wiedersyitmachungsfrage wurde auf eine neue Konferenz, die«n einigen Wochen in Gent stattfinden soll, vertagt. Die Unterzeichrrung des Kohlenabkommms unter gleichzeitiger Ablehnung der Eimnarschklausel entspricht den Vermutungen, die schon im gestrigen Menidblcutt hier ausgesprochen worden sind. Betrachtet man das Zugeständn s der deutschen Delegation vom Standpunkt unserer Leistungs- fähigkeit und unserer tatsächlichen bisherigen Leistungen, so findet man es allerdings beängstigend hoch. Es legt uns die Verpflichtung auf, monatlich 800 000 Tonnen Kohle mehr zu liefern als bisher, und niemand steht, wie diese Verpflichtung ohne schwere Schädigung der deutschen Ar- beiterklasse erfüllt werden kann. Im Verhältnis zu den ursprünglichen Forderungen des Friedens von Ver- sailleS erreicht aber das deutsche Kugeständnis sozusagen nur die halbe Höhe der Unmöglichkeit, denn in Versailles wurden von uns 20 Millionen Tonnen im Haldjahr gefordert, in Spa nur zwölf, in Versailles wollte man uns für die Liefe- rungen gar nichts geben, in Spa bewilligte man uns— gegen neue Zugeständnisse— das Almosen von. 50 Papier- mark pro Tonne und ansehnliche Vorschüsse. Nun muß eben ehrlich versucht werden, ob es so geht! So hart das Ergebnis für uns ist, würde es doch leichter getragen werden, wenn die Gegner nicht abermals mit militärischen Presiionen und mit der Drohung eines VölverrechtSbruchs gearbeitet hätten. Daß der an- gedrohte Einmarsch totsächlich einen Bruch des Völ- kerrechtS darstellen würde, das in_ baS_ Bewußtsein der ganzen zivilisierten' Welt einzuhämmern, ist jetzt die wichtigste Aufgabe unserer auswärtigen Politik. Durch ihre Lösung wird uns besser gedient sein als durch die nationalistische Hetze, gegen die angeblich zu große Nachgiebigkeit der deutschen Regierung, die schon wie- der allerorten einzusetzen beginnt. das letzte Rinaen. Spa. 16. Juli.(WTB.) ES war wieder Ruhe, als di« im Hotel Anette et Lubiu weilende» Minister, die an dar heutigen Sitzung nicht teilnahmen, dringend nach La Froinenfe gebeten wurden. Dort hatte unterdesten ein schweres Ringen um die letzte Fassung eingesetzt. Die deutsche Delegation hatte zu den Borschlägen der Entente einige Gegenvorschläge eingereicht, die sich auf folgende Punkte bezogen: 1. die finanziellen Klauseln, 2. die- b e r s ch l e sis ch e Frage und 3. die Ruhr- k l a u s e l. Die Gegner berieten lauge uud teilten unS schließlich mit, daß ihre endgültige Antwort keinerlei Abänderung erfahre» könne. WaS wir in Oberschlosien wollten, wollte« sie auch, und sie würden daS in der Kommission, die später zusam- meutreten solle, vertreten, daß wir nämlich mit Ostkohlea öe- wirtschaftet werden, wenn unsere Ruhrkohlenförderung zur Befriedigung der Zweimillionenforderung nicht a«S- reicht. Die deutschen Delegierte» baten darauf, da schwerwie- sende Entschlüsse zu fassen waren, die nicht anwesenden Minister nach dem Schloß, und die sofort abgchaltine Kabinettssitzung ergab, daß zwei Punkte der Forderungen der Alliveeten unannebm- bar waren: der oberfchlesische und der Einmarschpnnkt. DaS Kr- binett beschloß, an diesrn beiden Fordernngan festzuhalten. ES entspann sich alSdanu ein erbittertes Ringen, in dem die Alliier- te» immer wieder durch Drohung mit militärischen Maßnahmen unS zwingen wollten, unsere Unterschrift bedingungslos»» leisten. Schließlich wurd« un» in der»berschlesischr« Frage zugestanden, daß uns sofort ein P r o t o k o l l a u« z« g mit den Erklärungen von Lloyd George ausgehändigt werden solle. Anders mit dem Artikel 7. Hier schien ein Nachgebe» der En- tente nicht er, irlbar. Ministerpräsident Delacroiz. der zwischen de« deutsche» K-bineft, da» in eine« besonderen Zimmer saß. und de« Alliierte« hin.«rd herging, kam immer wieder zu- rück«nd erklärte, die Alliierten könnte» in diesem Punkte nicht nachgeben. Schließlich erklärte Reichsminister Dr. Simon», daß wir am Ende wäre»,»»d wir machten nicht »»he mit,«en»«a» uns in diese« Punkt« »t cht entgrgenk»»»«. Daraufhin erklärten sich die Alliierten damit einverstanden, daß der Artikel 7 nicht von unB unterzeichnet werde. Die Sitzung wnrde dann für einige Minuten ausgehoben, und e» fand darauf die Unterzeichnung statt, wobei für die Deutschen Reichskanzler Fehrenbach und Reichs- minister Dr. Simons unterzeichneten mit dem ausdrückliche» Hin- zufügen der üblichen diplomatischen Formel: zous reserve de l'article sept. Nach weiteren Reden von Millerand, Lloyd George, Sforza und Chinda, denk» Minister Dr. Simons antwortete, schloß Ministerpräsident Dekarroiz die Sitzung der Konferenz, nachdem er mitgeteilt hatte, daß die RrparattonSfragr hier nicht mehr beraten werden solle. ES solle in einigen Wochen in Genf eine neue Konferenz, der von jedem Lande nur zwei Delegierte angehören, zur Berawng dieser Frage zusammentreten. So ist die Entscheidung gefallen, die nicht zweifelhaft fein konnte, und, wenn auch unter schweren Opfern, ist d«r Ein- marsch in da» Ruhrgebiet abgewendet. Die Ablehnung des Protokoll» hätte de« sofortigen Einmarsch bedeutet, und es unterliegt keinem Zweifel, daß die Bestimmungen de» Frieden»- vertrage» in ihrer volle« Wucht uud Schärfe von der Entente in Kraft gesetzt worden wären, d. h. Frankreich hätte die im Frieden». vertrag vorgesehenen 33 Millionen Tonne« jährlich rücksichtslos autz der Förderung des Rnhrgebiet» einbehalte« und sie zu« Weltmarkt- preis für sich verkauft. Deutschland wäre dann gezwungen gewesen, dies« Sohlen zu de« ungehenre» Weltmarktpreis zurückzukaufen. Kritische Stunüen. V.§. Spa, 16. Juli, abend».(Eigener Drahtbericht de»„Bor- wärt»".) Seit 5 Uhr find Fehrrnbach und Simon» im Schloß La Frcinense mit dem Obersten Rat. Jetzt ist e» 3 Uhr und ste find noch nicht zurückgekommen. Gegen 7 Uhr waren die Minister Scholz, Wirth und Herme» dorthin dringend gebeten worden, offenbar wegen irgendeiner Kapitalentscheidung, die nnr durch da» Kabinett getroffen werde« konnte. Bi» jetzt hrrscht jedoch eine völlige Ungewißheit. Die Enffpannuug unter de« übrige» Mtt- gliedern der Delegation ist um so größer, als beschlossen wurde, nicht bedingungslos zu unterzeichne«, fonderu nur, wen« die Entente bestimmte Konzessionen mit der ober. schlesische» Kohlr un» gewährt. Indessen verlautet an» Enteutckreisen, daß die Entente sich zn keiner«eur« Kon- zesston bereit erklärt. Zwei Stunden nach Ablauf de» Ulti- m a t u m S— als» seit 7 Uhr— sollte der Einmarsch He. gönnen haben. Obwohl man e» für unwahrscheinlich hält, daß diese militärischen Zwangsmaßnahmen bereit» eingeleitet worden sind, während noch die Staatsmänner der beide« Seiten verhandeln, ist man sich sehr darüber im Ungewisse«, ob der Einmarsch taffäch- lich schon begonnen hat. Abreise der Sachverständigen. «va, 16. Juli.(Eigener Drahtbericht de».Vorwärts".) Heut« nachmittag ist H u e nach Essen zurückgefahren. Er will«ine so- fortige Versammlung der Vertrauensleute des Berg- arbeiterverbandes einberufen, die zu den Forderungen der Entente Stellung nehmen soll. Abends sind StinneS und Wiedfeld(Krupp) sowie L u e b s e n(Kohlensyndikat) nach Deutschland abgereist. Man mißt dieser Abreise«ine demonstrative Bedeutung bei. Diese Herren waren die Vertreter des unnachgiebigen Standpunktes. Man nimmt an. daß sie mit der Abreise die Verantwortung für die Unterzeichnung ablehnen wollen. Tie deutsch'italienischen Handelsbeziehungen. SP-, 16. Juli.(WTB.) Reichsminister Dr. Simon» hatte heute vormittag mit dem italienischen Minister de» Aeutzern, Grafen Sforza, eine Unterredung. Nach dln Besprechungen der Kohlenfrage wurden auch die deutsch-italienischen Handel». beziehungen unter Einsetzung einer Art s ch i e d S g e r i ch t- lichen Verfahren» für die zurückliegenden Streitigkeiteu wegen Nichterfüllung der deutischen Lieferungsverpflichtungen und die Einführung eines gewissen Typenvertrages für di« künftige Handelsvertragsabschlüsse in» Auge ge- faßt. ES wurd« sodann die Frage eine» Gebäude» für die deutsche Botschaft beim Ouirinal besprochen, die zu der Frage der Entsendung eine» deutschen Botschafters in näherer Be- ziehung steht. Vom Erhabene« zum Lächerliche»... Pari», 16. Juli. Humaniis schreibt: Diese» sensa. tionelle Gehe« und Kommen der Protagonisten (gemeint sind die Marschälle) war« komisch, wenn da» gesamte Wirtschaftsleben Europa» nicht von der Annahm« eines vernünftigen Plane» abhängen würde, den unser« Schuldner freiwillig und nicht al» Zwang Besiegter annehmen sollten, Sraucht Frankreich unsere kohle l Nach dem, was in den letzten Tagen von französischer Seite in Spa gesagt wurde, muß man annehmen, daß Frvrck- reich ohne einen erheblichen Teil unserer Kohlenproid-uLflon sein Wirtschaftsleben nicht wieder aufrichten könne. Das wäre ja auch erklärlich, weil durch KriegsnraßnahnvSn wich- tige serner Kohlengruben nnpvdoukiiv gemacht wurden. Eine andere Frage ist aber, ob denn diese Gruben nicht mit einiger Mühe in absehbarer Zeit wieder instondgesetzt wer- den könnten, so daß sie für die Kohlenproduktion wieder in erheblicherem Umfange in Frage kämen. Geht man, was bereits geschehen ist, an den Wiederausbau von zerstörten Gebäuden, weil es notwendig ist, so muß man sich, wenn man Kohle so dringend braucht, doch auch mit Plänen befassen, die zerstörten Kohlengruben wieder auslbeutungsfcihig zu machen. Darüber scheint aber in Spa gar nicht gesprochen worden zu sein. Wir wollen aber diesen Gedanken heute nicht weiter aus- spinnen, sondern auf einen Umstand hinweisen, der von de» franzöfischen Machthabern unseres Wissens noch nicht ge- bührend gewürdigt worden ist, nämlich: daß Frankreich garnichtsoarmanKohleist, wiees von sranzöfischer Seide jetzt so gern hingestellt wird, sondern daß es Wohl i» der Löge wäre, neue Gruben in großer Zahl einzurichten. alte ergiebiger zu machen, und daß es viel Kohle bei sich selbst gewinnen könnte, wenn es darauf drängte, daß alle längst erteilten Kohlenkonzessione» weidlich ausgenutzt würden. Auf dem 14. Kongreß der FsdHration du Sous-Sol (Bergorbeiterverband), abgehaltm in Saint Etienne vom 25. bis 29. Juni d. I., hielt der Generalsekretär des Landesverbandes der Arbeiter unter Tage(F6d6ration Nationale des Travailleurs du Sous-Sol), B a rt u e l, eine Rede MM Generalstreik und zur Nationalisierung(Soziali- sierung) der Bergwerke, in der er u. a. sagte: ,... Di« französische Industrie wie di« Hauswirtschaft haben zu allen Zeiten den Brennstoff mit einem höheren Preise bezahlen müssen, als das in einer Anzahl Nachbarländer geschah. Durch das Gesetz geschützt, untersagten die Gefellschaften, durch Erwerbung der Konzessionen, jede Initiative, von wo sie immer kam, und sorgten so dafür, daß sich der Gedanke im Lande fest- setzte, unser Boden sei arm an Mineral und man müsse sich da- mit abfinden, zu importieren, um den für unseren Verbrauch nötigen Vorrat zu vervollständigen. Die Nationaltsierung wird neue Grundsätze aufbringen, die ihre Rückwirkung auf die technische Organisation der Minen haben werden. Zum Beispiel wird jetzt die Ausbeutung eine» Lager» nur entschieden und organisiert unter dem Gesichtspunkte eines unmittelbaren (Unternehmer-) Gewinn». Nun, der Zweck der National»- fierung wird nicht allein in niedrigem(Verwaltung»-) Gewinn, sondern(auch) in der Erhöhung der Produktion bestehen, in einer besseren Organisation der Arbeit, in einer besseren Hygiene der Arbeiter usw. Zum Beispiel Näre es in einer Grube des Pas-de-Calais, wo� das Ausbeutungsfeld 6(X) Hektar beträgt, von großem Nutzen. zwei oder drei Förderschächte an Stelle eines einzigen zu haben. Die Produktion würde intensiver werden, da» Abrollen wäre weniger mühsam, aber auch die Lüftung, uni» in verfolg davon würde die Hygiene viel besser werden. ES ist eine Lüge zu sagen, daß unser Ticfboden weniger reich sei an mineralischen Substanzen als der der anderen Länder Eurovas! Wir lverden«S zeigen Ungeachtet des Artikels 31 des Gesetzes von 1810, welches den Konzessicnären vorschreibt, die Ausbeutung aller ihrer Kon- Zessionen im Gange zu erhalten, kann man beweisen, daß in gegen- wärtlger Stunde mehr als 433(vierhundert) Konzessionen unauS- gebeutet bleiben. ES ist schwer, im Hinblick auf unsere Gesetzgebung, den In- habern di« erwähnten Konzessionen zu entziehen, da sie in ihren Rechten durch den Avtikel 12 bestärkt werden, welcher den Kon- zessionär gegen jedes unbefugte Eindringen derer schützt, welche in diesen Konzessionen Recherchen anstellen wollen. Es ist dasselbe mit dem Gesetz von 1813— das den Gesellschaften wie viele aridere so günstig ist: man zieht alle vorteilhaften Bestimmungen des Ge- setzeS zu seinen Gunsten an und tritt die Mit Füße», welche einem die geringste Pflicht auserlegen. Aber, wird man sagen, gilst es denn keinen Grubendienst (Service des Ämee), braustragt, darauf zu achten, daß das Gesetz befolgt wird, die Bedingungen der Ausbeutung der Gruben in Frankreich zu kontrollieren und dadurch die Interesse» der Ge- jr... EnthDi bam tat'Ges«� Lei« VeUtk- >'..a!lZcu, hu geeignet wären, die Jngenie-ure'die Aufgabe erfüllen zu machen— Männer, die ühfr ein unbaftrcitbarcs Fachwissen verfügen—, au? denen sich der..Grubendi-wft' zusammensetzt? W i e will man zulassen, daß die Dinge so fort- gehen sollen?" Der Redner zeigte dann in weiterer 3fH«fut)rung, daß es selbst an Hand de? Gesetzes, das den Konzessionären soniel Freiheit in der Nicht-Ausbelitung ihrer Konzessionen läßt. sehr wohl möglich wäre, die K o h l e n p'r o d n k t i o n in Frankreich erheblich zu steige rsn. Hat er recht. und es liegt kein Grund vor. daran zu �nrcifeln. so muß man sich erstaunt fragen, warum Frankreich unser? K-dhle beansprucht, wo e? selber soviel Koblex unbenutzt läßt? �ufforöerung zur Wiöersetzlichkeit. General Graf v. d. Goltz gegen die„Jamuierregierung". Während die Regierung sich in Zpa verpslwl,tet hat, die Entwaffnung der Bevölkerung dnrchzufiihren, dekretiert der General Graf v. 0. Goltz in der„Deutsch«» Zeitung' kurzerhand:„Tie Waffen werden nicht abgeliefert". Er schreibt: llnfere Regierung hat mal wieder völlig versag!. Kläglich in zillern der Ängst hat sie unlerschrieben. Ist die Re- gierung Deulschtand, sie. die nicht einmal d i e» M e h r h e i t im Parlamem besitzt? Ach begrüße den Porgang auch als Schritt zur» Gesundung. Denn jeder Bürger und Avbeiler, der. noch ManneEmut besitz!. wird sich weigern, dem Befehl der entneniren Weiber am Re» gierungstisch zu sotge». Ich hoffe bestimm!, daß die Mehrhei: de? Reichstages oder doch die' noch männlichem Reichs- teile, eine solche Iammer-Regierung zum Teufel jagen und dafi kein Einsichtiger seine Waffen abgibt und dornet sich und stin Paterland dein sicheren Uiiiergang znführl. Es ist sthr iiutephaltsam, welche Kraftworte»Graf v. d. Goltz gegen die Regierung findet, in der dock feine Freunde und B n n d e s b r ü d est von den„Deut- scheu Volk spartet" sitzen. Aber wir miiZseii znge- stehxn, daß die Regierung die ihr vom Grafen Goltz ver- liehenen Ebrennamen durchaus perdienen wii'che. wenn sie nämlich sich derart ige Provokationen ruhig g»e s a l l' n läßt. Tanebeu wäre es ganz interessant, sestzn stellen, z u welchen Z in ecken sich der edle Gras so icchr an die Waffen* klammert. In unserem Besitz besiodet sich ein Rundschreiben des„Nationalen Heimatbund zur Versorgung Heeresentlassener"(Aktenzeichen: 1197/20). Dieses Rund- ichveiben beiachftigt sich mit der Unterbringung entlassener Offiziere. Unteroffiziere und Mannschaften in der Land» Wirtschaft. Wörtlich heißt es darin: Vorbedingung ist unbedingt v a l e r l ä n d.i sich e und anständige Gesinnung, da die belresfenben Bauern unb GuiSbesttzer nicht nur Arbeiter, sondern auch persönliche Pe- schützer bei spartakistischrn Unruhen baben wollen. Unterzeichnet ist das Rundschreiben: Der geschästs- führende Vorfitzende, Graf v. d. Goltz... das Enüe einer Liebe» Graf Reventlow gegen die Deutsche Volks-partei. Die Entschuldigungen wegen des alldeutschen Dummenjungeri- stre.iches, die am Freitag mittag durch Salutieren der französischen Flagge. am Pariser Platz vor sich ging, hat den Grafen Reventlow in lodernde Wut versetzt. Auf den einfachsten und naheliegenden Gedanken kommt der edle Graf natürlich nicht, daß nämlich solche Entschuldigungen nicht notwendig wären, wenn all- deutsche Lausejungen ihre Streiche unterließen und wenn die „Deutsche Tageszeitung" es unterließe, den„nationalen" Janhagel zu solchen Streichen auszuheben. Anstatt reuig zu gestchen, daß Clara viebig. Zum sechzigsten Geburtstage der Volksdichterin. Unsere Zeit hat nicht gerade einen Ueberfluß an tiefschürfen» den, literariich bochstehende/l Romanen, die dein Empsinden der breiten Massen sich inhalilich anpasien. Trotz Marlin Andersen. Nexös in aller Welt gelesenem„Pelle der Eroberer" darf man sagen: der grotze sozialistische Roman fehlt noch immer, wenigstens bei uns in Deulschland. Hier und da sind schüchterne Anfänge gemacht worden, die aber meistens in der mehr oder weniger stark ge- färbten Schilderung dcS Einzelerlebens stecken blieben. Da mußte man mil dem fürlieb nehmen, wa« man immerhin als Ersatz des eigentlich Ersehnten ansprechen lonnie. Was da geboten wurde. war mehr ein Erschallen des Allioglebens vom bürgerlichen Stand- punkte. An derartigen Darbietungen war allerdings ein Mangel weniger bemerkbor. Von zeiigenössiichen Romandichtern, die sich cn dieser Arl versuchten, ist in den Arbeilerblättern während des letzien VierteljahrhundertS wohl keiner so häufig zu Wort ge- kommen und so gern gelesen worden wie Clara Viebig. Die leichtflietzende, alles Grüblerische meidende Schreibart Clara Viebig«, ihre Fähigkeil, mueinander ringende Konflikte krast- voll auszubauen, ibr liebevolles Eingehen auf menschliche Schwächen, ibre scharfe Beobachtungsgabe haben ihr zu den, un» bestrittenen Erfolge verHolsen, dessen sie sich heule mir ihren sechzig Lebensjahren erfreuen dari. Und es ist bewundernswert, wie ncher sich die Dichterin in alle möglichen GeiellschafiSschichlen, in volkliche Eigenarten und Dialekte einzufinden vermag: sie ist bei den Kleinbauern nnd Heimarbeitern ihrer Eifelheimat ebenso zu Hauke, wie in den Schindelbaracken und Erdlöchern polnischer Kossäten Ostdeutschlands. Sie kennt sich im Raturhunger des (Großstädters aus: sie zeichnet mit meisterhafter Feder Berliner Typen: Gemüiehändlerinnen, Dienstmädchen, Kleinhandwerker, Sechserrentters. Ihr sicheres Eiutühlen in jedes Milieu ist denn wohl auch in erster Linie eben das gewesen, was ihre Erzäblergabe dem klassenbewußten Arbetler so nahe gebracht und so sympathisch gemacht hat. Dabei ist ihre Kunst irei von jeder politischen Siellungnabme. Um io lieber und um io bäufiaer werden— hier wirken Tendenzen eines tiefen, enisten Hnmaiittätsdenkeiis— sonate Schäden aufgedeckt. Nicht daß sie groß beim Namen genannt würde»! Die Schilderung an und für sich wirlt immer schon bei Clara Viebig. Sie ist ein Spiegel, den sie der Zeit vorhält. Unbedingte Wahrheit'-» treue nnd Lebensechtheit find ihr die Hauptbedingunqen ihrer Kunst. Und wie im Leben gewöhnlich nicht Hart auf Hart steht, sondern raufend Uebergänge allzutcharie Konturen zu umschleiern pflegen, >o auch in den Romanen unierer Dichterin. Aber das mag zn einem großen Teil von ,hrer gewinnenden, weichherzigen Weiblichkeil herkommen, die unwillkürlich alles Schroffe zu mildern, alles Harte zu linder« bestrebt ist. das deutsche Volk auch hier nur Fensterscheiben bezahlen muß. die er mit seiner Sippschaft eingeworfen bat, redet Graf Reventlow große Töne, die aber nebenbei eines humoristischen Anstrichs nicht entbehren, wenn es am Scklusse heißt: Auf dem Pariser Platz geschah nicht der Reichswehr Schmach, nicht dem deutschen Volk. Schmach ollein den Herren des A u s- w artigen Amtes und der Reichs- und Landes- r e g i e r u n g, die in ihrer Unterwürfigkeit weder Maß noch Ziel zu kennen scheinen. Wenn Spa vorüber sein wird. dann wird wohl noch Gelegenheit sein, sich über diesen neuesten Höhepunkt der deutschen Geschichte zu unterhalten. In der so geschmähten Regierung sitz! ja nun vornehmlich die Deutsche Polkspartei, mit der Graf Reventlow im Wahl- kämpf durch dick und dünn gegangen ist, um ihr zu Ministersesseln zu verhelfen. Aber dieses Lied dürfte ja nun das Ende der Freund- schaft sein. Hier siebt man ibre Trümmer rauchen... Ein neuer Reichsverbanü» General v. Siebert au der Arbeit. Der Reichoverband gegen die Sozialdemokratie unrübmlichen. Angedenkens soll wieder ins Leben gerufen werden. Seine Haupi- matadore empfinden ihre Arbeitslosigkeit seit Auflösung des Ver- bandes drückend und sehen sich nach neuem Betätigungsfeld um. Da aber der alt« Raiire ihnen doch zu lompromirtierr erscheint, so wollen sie den früheren Laden unter neuer Firma aufmachen. Bereits baben sie eine„B ü r g e r l i ch e F l u g b l a t t 3 e n t r a l e" gegründei, als deren Vorstand die ehemaligen Reichsverbands- größen General z. D. v. Liebert und Syndikus Dr. Ludwig zeichnen. Aber diese Flugblattzentrale ist nur als Keimzelle zu größeren Dingen.gedacht. Aus ihr soll entstehen der„Perband für bürgerliche Cinheitsiron t", dessen Aufgabe es sein wird, die Tätigkei! des allen Reichcverbandes fortzusetzen. Für ibn er- lassen die Liebert und Ludwig einen GrüuduugSausruf. dem sie ein Beitrirtsformular angeheftet haben. Als vorsichtige Geschäftsleute haben.sie diesem Formular eine Klausel beigefügt, durch die sich der Eintretende gleich für d:e Dauer von drei Jahren zur Beitragsleistung verpflichtet, lieber den Zweck des neuen Reichs- Verbandes sagt der Ausruf: „Der Sozialismus aller Slichtungen ist zu bekämpfen, das schaffende Bürgertum zu stärken. Tie Wahnideen müssen aus den Köpfen berauS. Da mögen die Herren Liebert und Ludwig, die sich noch immer mit der Wahnidee tragen, den sozialistischen Gedanken niederreiten zu können, reckst kräftig an ihre eigenen Schädel schlagen! Der Lanübunü als Zrieüensftörer. Gr gefährdet die Arbeitsgemeinschaft. Bon zuständiger Stelle wird der„Denn" geschrieben: Am Ist. Juli d. I. wurde durch restlose Wiederaufnahme der Arbeit der Landarbeiterstreik im Kreise Schlochan beendet. In den Hauptpunkten blieb der bisherige Tarif maßgebend. Ilm einige Aendernngen, wie Bemessungen des Getrcidedcputats, Be- Wertung der Naiuralleistuugen usf„ genau festzustellen, wurde auf Anregung der Arbeitnehmer ein Ausschuß von t Arbeitgebern und 4 Arbeitnehmern unter Vorsitz des Laudrats eingesetzt. iTeser Ausschuß konnte sich zu einer dauernden Arbeitsgemeinschaft für den Kreis Schlochau enrivickcln und dazu beitragen, daß die daZ .Arbeitsverhältnis-betreffende« AuSeinanderseßungen allmählich in ein unpolitisches Fahrwasser gelenkt und aus rein Wirtschaft- lichen Boden gestellt werden. Das aber paßt dem Pommer- schen Landbund nicht. Rur keine friedliche Entwicklung! ist seine Parole. Entgegn seinen lauten Worten und bombastiseben Zertuugsmeldungen sucht der Landbund die endlich und nach vielen Bemühungen sich anbahnende friedliche Fortentwicklung zu störeck dadurch, daß er ohne jeden zwingenden Grnnd mit allen Kräften sich bemüht, die Arbeitnebmcrgruppe des Pommer- schen Landbundes im Kreise Schlochau einziiführen und so die Arbeitsgemeinschaft zu sprengen. Es ist selbstverständ- Clara Biebigs Begabung drängle bald auf ein ganz bestimmtes Gebiet hin: sie wurde die Dichterin des großangelegten Zeitromans. lieber den Rahmen des Einzelbuches hinaus benutzte sie die Fäden, die sich zwischen Zeitenfolge und Zeilenfolge, zwischen Kultursolge und Kultursolge spannen. Es waren keine„biftorischcn" Romane. die sie gab. Dazu wurzelte sie mit ihrem ganzen Ersasien viel zu sehr in der Gegenwart. Aber man merkt ihrem Schaffen die Freude an. z. B. das sich ständig weitende und entwickelnde Berlin beob- ach»«n und schildern zu löniieir. Ton dein Berlin der vierziger Jahre bis in das hastig pulsierende Revolulionsleben der Gegen- wart hinein führt in einer fesselnden Romanrolge dieser Zug ihres starken Schilderungsvermögens. ll»d die Berliner werden der Dichterin Dank wissen für diese liebevoll geleistete und wohl auch durchweg gelungene Arbeit. Das Schaffen Clara Biebigs kann man in verschiedene Schichten und Perioden gliedern. Ihrer Frühzeit entstammen die Eiset- erzählungen und Eiselroniane l.Rberirlandsiöchter",.Kinder der Erfel",.Das Wsiberdorf",„Vom Müllerhannes" usw.): dam, kommen die starken, kraftvollen Berliner Romane(„Das läghche Brot",'.Die vor den Toren",„DaS Ersen im Feuer",„Eine Handvoll Erde" uftv.) Mit der Enistebuirg des RercheS und seiner Ostmarkenpolrtrk befaffcn sich die.Wacht am Rhein", „Das schlafende Heer", in denen ein großes geschichtliches Geschehen in prächtig geichauren Bildern sich vor unseren Augen ausbaut. Dann sind»och die beiden Romane der jüngsten Vergangeiiheil eder im„Vorwärts* abgedruckie„Töchter der Hekuba" und„Das rote Meer") zu nennen. deren letzter setz! erst gerade an' den Büchermarkt gekommen ist und mit dem wir unS beute bei dieser Gelegenheit gleich ein wenig ausführlicher befasien wollen. Die nrersteii dieser Arbeiten ge- langten im„VorwärrS" nnd rn der„Reuen Welt" zum A.'druck. Just rn dieien Tage», da die Dichterin in ihr sieben, es Lebens- jahrzchm eintritt, hat sie uns eine neue, aus der allerjüngile» Gegenwart heraus geborene Gabe beschert, den Rönran„Das rorc Meer"(Berlin, Egon Fleischel u. Co., Preis 10 M.j Es ist wieder ein.Roman unserer Zeit", und zwar die Fortsetzung ihres vorletzten. überaus günstig aufgenommenen und auch iu der Parleiprene recht bäufig abgedruckten Kriegsromanö.Töchier der Hekuba". Dieselben Personen irelen au?: die nachdeiilllwe Hedwig Barrholdi, die rheinisch- lustige Annemarie, die alle Krüger, die um ihren vermißieu Lob» trauert, die Räber i» Hieielhahn mir ihrem uneheticheu Kind, dir lies veranlagte Lili Rossi, die Generalin von Voigt, der Kriegskrüppel DombrowSkst der Fliegerleutnant Bartholdi. Der Krieg liegt in den letzten Zügen. Das Schicbertunr blüht. Di« Fronien schwimmen in Blut. Der Hunger schieichl durch die Straßen. ReichgewordeneS Volk schwelgt und tanzt. Hart und lebenswahr stoßen die Gegeniätze auseinander bis die Fronl zusammen- bricht, der Kaiser abdankt und die Revolution die freie deutsche Republik aas den Flammen des schwer sich zügelnden Chaos hebt. fich. stoß fiftr Durchfü'lwmrg dieses Versuches alle Sbriger Arfeft» nehmerorganisationcn sofort in die schärfste Opposition gft» drängt werden und der im genannten Bezirke sich anbahnende Wird» schaftssichcden aufs ernsteste gefährdet wird. Dieser nackie Sachverhalt spricht Bände und zeigt den Land-'' bund, wie er in Wirklichkeit ist. Gnde des Landarbeiterftreiks im Kreise Köslin. Köslin, 16. Juli.(T. II.) Räch der letzten Erklärung der Ar- bcitgcber im Poinmerschen Landbund beriefen die Landarbeiter für gestern nachmittag eine Generalversammlung� in Kö?lrn ern, in der der Beschluß gefaßt wurde, die Aebe'- am Freitag, den 16. �u-r, wieder a u f z u n e h m e n. Nack» den bis� zur(stunde vorliegen- den Nachrichten wurde heute früh auf fast a l l e n G ü t e�r n im Kreise Köslin die Arbeit, die seit dem 17. Juni ruhte, au fge« nominen. Ten Landarbeitern wird für die streiktage Barlolm und Deputat abgezogen. Die Aobeitszestt wurde geregelt nach der Landarbeiterorduung eiirchließlich der llstfindigen Arbeitszeit. Ein sozialististhes Programm. Erklärung der Brannfchweiger Rc.qierung. Braunschweig, 16. Juli. In der Landesverumrnrlung leitete Minister Certer die Beratungen des Staatshausbalis durch eine programmatische Erklärung ein, nach welcher das Siaatsminftte- rium sich zur s 0 z! a l i st i s ch e>> G e s e l l s ch a s t s 0 rd u n g be- kennt. Das Staats Ministerium wird im Rahmen devt Verfassung und Gesetzgebung des Reiches im Freistaat Braunschwe-g auf dem versassungsmätzigen Wege folgende. Aufgaben zu lösen versuchen: Die Umwandlung der Einwohnerwehren, der sicherheitspoftZei und der Polizeiorgane zu Einrichtungen zum Schutze des Freistaates und des ganzen Volkes. Beseitigung der bureau- kratischen Staatsverwalmng wie der bureaukrati schen Verwaltung in Gemeinde und Kreis. Uebernahme der Verwaltung durch das Volk selbst. Umgestalning der Stadl-, Gemeinde- und Kreisordnunz und Ausbau der Gemeinde- und Kreisvertretungen zu vollen Selbstverwaltungskörpern, die zugleich Wirtschaftskörper werben, Ausschaltung aller persönlichen nnd kapitalistischen Interessen bei der Vertueriung und Ansnützung der Staaisländereien, Forsten, Bergwerke usw.. Erwerb der in Braunschwcig gelegenen Kohlen- bcrgwerke für die Allgemeinheil, ebenso der Kaliwerke. ferner der Elektrizitätswerke, industriellen Betriebe und Verkehrs- onstalten, gesetzliche Regelung des Wohnungswesens durch den Staat. Sicherung der Ernährung des Volkes durch Regelung de- Anbaues der landwirtschaftlichen Produkte und der Viehhaltung für die Bedürfnisse der Allgemeinheit, Ablieferungspflicht aller lau»- wirtschaftlichen Erzeugnisse an Gemeinde und Kreis. Durchführung der Trennung von Kirckre nnd Staat nach den Richtlinien des Reiches, Schaffung einer Staats- und Einheitsschule, Beseitigung der Klassenjustiz, vorbildliche Regelung der Ar- S e i t s v e r h ä l t n i s s e in den Staatsbetrieben, staatliche Reg»-. lung des gesamten Wohlfahrtswesens, der Armenpflege und de? Gesundheitswesens. In Braunschweig regieren die beiden s 0 z i a Ii st i 1 cki e n Parteien zusammen. Ohne die törichte?lbftii,enzpolitl! der Unabhängigen könnten wir für das Reich eine Regierung mir älm- lichem Programm haben. polnische Versammlungssprengung. AbstimmungSkampf mit Revolver und Gummiknüppel. Ratibor, 16. Juli. Der„Ratiborer Anzeiger" m-ekdet: Knr Sonntag sprengte in Wellendorf, Kreis Ratibor, eine polnische, mit Revolvern und Gummiknüppeln bewaffnete Bande eine Versammlung heimatStreuer Oberschlesier. Auf die Sprengung der Versammlung war der Betrag von 3660 M. ausgesetzt worden. Später wurde ein Handgranatenanschlag auf die Scknile verübt. Der italienische Krersko.rtrolleur verbängte über den Ort den Belagerungszustand. Frankfurter Gasarbeiterstreik. In Frankfurt a- M. sind die Gasarbeiter Freitag nachmittag wegen Lohnforderungen in den A u s st a n d getreten. Zioingend und überzeugend und völlig tendenzlos ist das große Zeirge'cheheir dargestellt. An den einzelnen Personen erleben wir die gewaliige Wandlung. Und doch gibt der packende Roman keinen allgemeinen Ausschnitt aus un'erein Volksleben, sondern ein Kolossalgemälde, wie es nur ein reifes, dichterisches Können un» ein ehrliches Sichhinein versenken in Menschenleid und Mcnichcnglück zn geben vermögen. So wirk! Clara Biebigs neuer Roman als Kunstwerk, unier ganzes Emvssndeir aufwühlend, und als Zeil- dokument— geschickntickie Ereignisse find festgebalten und die das staatliche Leben lenkenden Männer sind beim Rainen(u. a. Eberl und Scheibemann) genannt— echt und umfassend. In dichterischer Hinsicht hält es sich mit den anderen Werken der Künstlerin so ziemlich auf gleicher Höhe; es zeigt keine Höherentwicklung ihres Könnens, aber auch keinen Abstieg. Tie am 17. Juli 1866 zu Trier geborene Dichterin hat, selbst bei oberflächlichner Beirachtung. das eine für sich, daß sie niemals mii einer lilcrarischen Mode gegangen ist. Sie hat künstlerisch nur das darzustellen getrachrei, zu dessen Schilderung es sie drängte. Un- beirrt ist sie dabei ihren Weg gegangen; sie hat ihre Neigungen nirgends abgewogen und die Schale ihrer Herzensgute immer obne Rücksicht aus das zahlungsfähige Publikum ausgeichüim. DaS hat sie zu einem Anwalt gesund und natürlich bewegter Frauen- schaft werden lassen, und bei dieser Art ist zumal auch das arbenende Volk niemals schlecht weggekommen. Seine Röie und'eine Sorgen, seine Hoffnungen und sein Sehnen sandcn in Clara Biebrg steis eine beredte Fürsprecherin. DaS soll ibr niemals vergessen sein, namentlich nicht beute an ihrem sechzig' iten Geburtstage l Mögen ibr noch viele Jahre gesegneten künstle- rischeir Schaffens beschieden sein. L. L. Eine iniirchrnhirft gewachsene Stadt ist Los Angeles in Südkalisoriiren. UKcki zäbhe dieier Orr erst U 13g Einwohner, teil in 10 aber wuchs er um 80 Pro, 3., stieg aus 575 480 Einwohner und überflügelte dos bedeutende Sa» Franziska, das jetzt mit 568 416 Eiiiwobnern ins Hintertreffen geriet. In Los Angeles herrlichem Klima und wunderbarer, Gegend siedelten sich Massen von Ameii- kauern an. die sich von deir Geschäften zurückgezogen baben. Ein Eldorado kapiialistiichen Scblaraffeckiglücks! DaS mächtige Wachstum der isiadt i»r legier, Jahrzebirl hängt zweifellos mil dem rapiden Aufstieg der«ch'.cbl der K r i e g s g e w> n n e r zusammen. Gorkis Antwort an Rolland, der einen internationalen Kongreß der Intellektuellen forderte, wird mit einem Appell ron Gustav« Cvurbet an die deutschen Künstler(au« dem Jahre 1870) h« neuen Heft de« „Forum"(Verlag Kiepenheuer, Potsdam) veröffentlicht. Ibeater. Da« Kleine Tbeater dringt als nächst« Aufführung .Elfie Lensjn�i"..i diaiöpiei in drei Alten von Günther Branden. La« �rlück ioill den Tichier Friedrich.-Erbdel in feiner Umwelt zeigen. Tie fchwedlfche Kamrfchatka-(Si-peditio« darf als qescheiiert an. gesehen werden. Der Dampfer.Kap Sopatka", der sie an Bord halte, ist untergegangen. Die Forscher find gerettet und befinden sich M Petra. pawlowsl, die AuSrüsunlg ging ab« i»»»i�»n ttr.Z5S»37.?<,hrgW n st erbau ien. Sie ist die Zentralstelle für den rnneren und für den Funkverkehr mit den europäischen Ländern: sie vermittelt ferner einen von der Außenbandelsstelle ausgehenden Funkwirr schaflSdien st und demnächst probeweise euren von mehreren Nachrichten bureaus auszusendenden Funkpresse- dienst. Außerdem werden von ihr dreimal täglich W e t t e r- Nachrichten gefunkt, die für die deutschen Wetterdienststellen und die Flughäfen bestimmt sind. Tie Funkstellen deS Reichsfunknetzes, deren Zahl ständig zu- nimmt, und die mit den Telegraphenämtern vereinigt sind, dienen dem Telegrammverkehr zwischen den wichtigsten Orten Deutschlands und treten hauptsächlich bei Ueberlastung und Unter- brechungen der Telegraphenlinien in Erschernung. Für den«-Uhr-Ladenschluh. Ter Zentralverband der Angestellten und der Deutsch« TranS- Partarbeiterverband veranstalteten gestern um 8 Uhr im Lustgarten eine Kundgebung für den 6-Uhr-Ladenschluß. In den ersten Abendstunden hatte sich bereits eine große Menschenansammlung gebildet, die noch durch die auS allen Stadtteilen beranströmenden ZüAe der Demonstranten derartig vergrößert wurde, daß sich bei Eröffnung der Versammlung die Zahl auf ungefähr zehn- tausend belief. Alle Kaufhäuser und sonstigen Betriebe waren fast vollzählig vertreten. Vor dem Hauptportal dcS Schlosses referierte Willy. Er führte aus, daß der Kampf für den ö-Uhr-Ladenschluß schon seit Jahresfrist geführt werde, aber infolge des mangelnden Jnteresies Das ewige Lieö. Von S a l a m o n Dembitzer. Wir wiesen unlängst aus daS dichterisch schöne Buch.Ucder die Liebe" hin, das Salamon Dembitzer im Verlag Schwetschle, Berlin, erlcheinen' ließ. Hier iit eine der Er. zävlungen dieses Buches. daS leme icinen Bewegungen dem Unterbewußtem dcS LiebeSlcbenS abgewinnt. Heute ist es geraide ein Jahr her, daß ich dir diese Geschichte erzählte. An einem trüben Winterabend war es. Zahllos« Schneeflocke.: fielen vom Himmel, während wir in unserem trauten Zimmerchen auf einem kleinen, weichen Sofa gemütlich warm vor dem brennen- den Kamin saßen und die glühenden Kohlen das Stübchen in süße, Wohltuende Wärme einhüllten. �Du hattest dich an mich gelehnt, deine großen, träumenden Augen zu mir aufgeschlagen und mich gebeten, dir den Grund meiner ewigen, tiefen Traurigkeit zu erzählen. Nach einer kleinen Pause hattz ich begonnen: »Schließe die Augen, Kind. Rücke noch näher zu mir und lege dein Obr an mein Herz, damit ich dir von jener L'ebe erzähle, die die Ursache ist.... Aber bevor ick' anfange, will ich nur noch sogen: Es gibt Menschen in der Welt, die über die Liebe lachen und sagen, daß sie etwas Unsinniges, Unechtes, Eingebildetes fei... Ach, das sind seelenlose, harte, falsche GeschäftSmenschen, denen das Leben das höck.ste Glück versagt hat. Du mußt ihren Worten keinen Glauben schenken... und... ja, ich wollte doch anfangen, dir zu erzählen: Sie war noch sehr jung und hatte ein feingeschnittenes, bleiche- Gesichtchen mit großen, verschleierten Augen. In ihren Wangen waren kleine Grübchen, die manchmal schelmisch und spöttisch er- schienen, und doch lag in diesem Gesichtchen etwas Trauriges, etwas Resigniertes. Tag für Tag, zur selben Mittagsstunde, wenn ich auf meinem Pferde vorbeiritt, saß sie mit gekreuzten Armen aus der Schwelle'brcs Elternhauses, das einsam zwischen der Stadt und dem Bahnhof gelegen war. Und jedesmal, wenn ich vorüberkam, fühlte ich ihre Bücke auf meinem Rücken. Manchmal geschah es, daß ich mich schüchtern nach ihr umschaute. Dann wandte sie beschämt den Kopf weg. So per- gingen Wochen und Monate. Ich war schon so daran gewöhnt, sie an diesem Platze sitzen zu sehen, daß ich nicht wenig erschrak, als ich eines schönen Tages die Schwell« leer fand. Den ganzen Tag nachh-r war i. aher es war vorauszusehen, daß eine Klärung nicht erreicht werden würde. Jeder versicherte: »Wir stecken keine übertriebenen Gewinne einl* und mancher behauptete sogar:.Wir arbeiten mit Verlust!" Ter Gegensatz zwischen Erzeugern und Händlern sowie zwischen Großhändlern und Kleinhändlern beherrschte die Debatte, und einer suchte dem andern die Schuld zuzuichieben. Bei diesem Schauspiel ist der Verbraucher der nickt lachende, sondern weinende Dritte: denn billiger wird das Obst von den wechselseitigen Anklagen auch nicht. Die Konferenz folgte schließlich einer von den Berbraucherverrretern gegebenen Anregung und beschloß Einsetzung einer Sachverständigelliommissron. einer Art Arbeilsgemeinschafr auS ollen oben genannten Gruppen. Sie soll zunächst mal die Gestehungskosten der Er- zeuger und die Zuschläge des Handels feststellen und das zahlenmäßige Ergebnis bekanntgeben. Aul dieser Grundlage würden dann Vorschläge zu anderen Preis- und Gewinnbemesiungen gemacht werden können. Dreiklaffenwahl für Postbeamteu-Ausschüffe. Die Beamten im Bereiche der Oberpostdirektion Groß-Berlin batien bisher das Recht, ihre Ausschüsse g e- m e i n s a m zu wählen, das beißt ohne Trennung der verschiedenen Beamlenkalegorien Dem will ein Erlaß des R e i ch s p o st« Ministers ein Ende machen, welcher anordnet, daß jetzt die höhe- ren, mittleren und unteren Beam:?n ihre Verireler in den Be- amtenau-schüsien getrennt aufstellen und wählen. Gegen diesen Erlaß protestierte gestern abend eine in der Stadt- halle obgebalkene Versammlung der Postbeamten-AuSschüffe Groß- Berlins. Der Erlaß wurde bezeichnet als die Einführung eines DreiklaisenwahlrechlS, das für polilifche Wahlen glücklich überwunden fei. aber von dem angeblich freiheitlich gesiniilen ReichSpostminister G> e S b e r t S für die Postbeamten wieder ins Leben gerufen werde. Sollten die Wahlen in, Sinne dieses Erlast'cs vollzogen werden, dann würde da- alte Miß- trauen zwischen den Beamlenklaisen von neuem belebt zum Nachteil des DienstbeiriebeS. Der Zwiespalt werde in die AuS- ichußarbeil getragen. Unerbört sei eS. daß die.Deuische Verkehrszeitung" schrieb, die Grundzüge des Erlasses seien im EinversländniS mit dem Beamlenbeirat aufgestellt. Unter Hinweis daraus, daß die EisenbahnbcamlenauSschüsi« ein ziemlich weilgehendes M i t b e st i m m uncfs r e ch t haben, wurde da- gleiche auch für die Postbeamten gefordert.— Die Versammlung beschloß einstimmig: .Der Erlaß des ReichSpostminisierS ist zur ü ct zuziehen. Bis zum Erlaß eines BeamlenrätegeietzeS bleiben die alten AuS- schüsie im Amt. Reuwahlen finden bis dahin nicht statt. Für die Arbeitslosen! Die sozialdemokraiische Fraktion der alten Berliner Stadt- verordnetenveriammluiig hat dieser folgenden Antrag unterbreitet: ..Tie Stadtverortneteuversammlung wolle beschließen, den Magistrat zu ersuchen, mit ihr,„ gemischter Deputation zu beraten, ob und inwieweit sich der Bau der Schnellbahn Als ich dann, stolz und hoch aufgerichtet auf dem Pferde, sie schon von weitem erblickte, fühlte ich plötzlich, wie mein ganzer Körper zitterte. Gerade vor ihrem Hause wurde mein Pferd wild und warf mich ab. Später, als ich zur Besinnung kam, erkannte ich, daß mein Herz gesprungen war. Sie stand über mich gebeugt, und mit ihren zarten Kiickerhändchen verband und heilte sie die Wunde. Ich sah. wie ihre erschrockenen Augen allmählich wieder zu leuchten begannen, da ihre Bemühungen nickt fruchtlos waren... Ich hörte das Klopfen ihres Herzchen- und spürte gar kein Verlangen nach einem Versuch, mich aufzurichten. Ich wollte eigentlich immer so liegen bleiben, um zuzusehen, wie sie sich um mich bemüht. Ich weiß nicht, warum in meiner Seele plötzlich fremde, süße Melodien geboren wurden. Nur das eine weiß ich, daß sie mir einen Kuß auf die Stirn drückte und sagte: »Genesen I" Als sie nachher beschämt und errötend zurückschrak, begann«S in mir zu glühen, und auf dem ganzen Heimweg begleiteten mich schöne, seltsame Träume... Zu Hause angekommen, erzählte ick meiner Mutter sofort von meinem Unfall. Sie freute sich sehr, daß ich Hilfe gehabt hatte, und beschloß, dem Mädchen für sein« Mühe ein Geldgeschenk zu machen. »E-n armes Mädchen. Es wird ihr sicher gut kommen..." „Sie w-ll le'N Geld." antuwrtete ich empört und voll Er- bitierung. .Nein? So?... Tann verbiete ick dir hiermit ausdrücklich, nochmals denselben Weg zu reiten," sprach meine Mutter streng und bestimmt. Und weil ich wußte, daß meine Mutter ein« kluge Frau war, und weil ich erst siebzehn Jahre zählte, gehorchte ich. Und... Viele Jabre sind s-itdcm vergangen, und noch immer kann ich die Erinnerung an meine Mutter nickst ehren... Kind, du dachtest damals, daß dies da» Ende der Geschichte wäre. Ach, da§ war ja nichts als ein Märchen, ein selbsterdachtes Märchen..., denn ich hatte niemals eine Mutter und nie ein Pferd, roch konnte ich reiten... Ob, wie friedlich saßen wir damals zusammen in unserem warmen Zimmcrchen. Tas Feuerchen flackerte heil, und es war woklig und heimisch bei uns, während draußen der Schnee- stürm fegte. Ja, da draußen in der Welt gab es sicherlich Menschen, die nicht wußten, wo sie ihren Kopf niederlegen sollten. Di« muhten in jener Nacht planlos herumirren, sich vergebens nach einem solchen Pläpchon sehnend, wie wir es besaßen..- obwohl die Menschen eigenilich glücklicher sind, die keine Freunde haben... keine Ge- liebte... kein Haus... Aber ich wollte dir doch die ganze Ge- schickte erzählen, die Ursache meines großen Kumnwrs... Und ich begann: Eiue Bitte der Jungen an die Alten. Die allgemeine Funktionärlonferenz des Vereins Ar- beiterjugend Groß- Berlin vom 13. d. M. beschloß, die Partei- gendssen zu ersuchen, künftig einen Sonder-Pflichlbeilrag von 10 Pfennig zugunsten der Jugendorganisanon und ins- beiondere zugunsten ihrer.Arbeiter-Jugend" zu erheben. Dieser bescheidenen Bitte wird wohl auch jeder Parteigenosse gern und freudig nachkommen, zumal die Arbeiterjugendbewegung die einzige Orgonisalion unserer Jugend ist. die uns tüchtige Mit- streiter, wahre wissende Sozialisten erzieht. Diese Bitte unserer jungen Genossen werden wir schon deshalb um so freudiger erfüllen, als die.Ärbeiter-Jugettd' �daS beste Jugendblatt ist und zudem nm besten geeignet, die Schund- Itteralur wirksam zu bekämpfen. Durum, Genossen, bringt auch dieses kleine Opier unierer Jugend und ihrer Sache, vergeßt nicht, daß wir für unsere Jugend ai besten, der wir iväter einmal unser Werk übergeben sollen. Genossen, erfüllt die Bitte unserer Jugend, Ihr bringt dieses Op'er auch für Euch! Ei» eufsrhcnrrr-gendcr R ehest Salt verursachte Frei bog morgen vor dem Hause Ramlerstraßc ll!) berechtigte Entrüftunig der avgesävtmelten Ctroßenpassanteu. Tort wurde der bei dem Gefchästsinbober Albert Goar angestellte löjährige Laufbursche Willy Goltz nicht nur in der brittaljtsu Weise von seinem Arbeit- gcber mit einem borten Gegenstand auf den Kopf ge- schlagen und hinausgeworfen, sondern hätte auch noch Schläge mit. einem Stock bekommen, wenn nicht sofort einige be- herzte Hausbewohner dazwischengetreten wären, Tic Vcran» lassung zu dieser Prügelei soll die Tatsache gegeben hoben, daß dem jungen Menschen einer der kleinen Hunde fortlies, dic� er im Auftrage seines Arbeitgebers auf die Straße führen mußte. Ter Geschlagene konnte vor Tckrcck und Aufregung nur m.t Mühe seinen Namen angeben.. Ta sein Kopf dicke Beulen von den Schlägen aufwies, außerdem die Hausbewohner und Nachbarn derartige Auftritte schon mehrmals mit angesehen hatten, so notierten zwei Arbeiter die Adressen der Zeugen. nahmen den Geschlagenen zur nächsten Polizeiwache mit, um so der Mutter Gelegenheit zu geben, Schadenersatz zu fordern und Strafantrag zu stellen. Eine Hockstoplerin, die anch von München und anddren süd- deutschen Städten steckbrieflich gesucht wurde, ist jetzt durch„ue Berliner Kriminalpolizei unschädlich gemacht worden.' Die Schlwrnblerin, eine gewisse W o I s, trat haupisächlich unter. dem Namen von Sonden aus, stieg in besseren Hotels und Pcniio- natcn ab und suchte die Bekanntschaft gutgestelltcr Personen. Sie verstand eS, überall Anschluß zu rinden und niemand nahm Anstoß daran, wenn die RittergulSbesitzer.inl für die sie sich, ausgab, vorübergehend in Geldverlegenheit geriet u nid sich aus- helfen ließ. War dann der Kreis der Geldgeber groß genug und die Hotclschuld hoch genug angelauien, so verschwand die Hoch- staplerin plötzlich au? der«radi. Jetzt war sie wiederum nach Berlin gekommen und in einem Pensionat unter dem Namen von SandowSka atgciiiegen. Hier wurde sie von der Kriminalpolizei ermittelt, fcjtgcitommen und dem Umerfuchungs- richter vorgeführt. Eiue Brudertragödie hat sich Donnerstag nachmittag in der Landsberger Str. L8 zugetragen. Eine dort wohnende Frau B c rs e war vorgestern nach außerhalb gefahren. In der Wolmung zurückgeblieben war ibr 17 Jabre alter Sohn Karl. Als sie gestern nachmittags! ach Hause zurückkehrte, fand sie die Wob.nungstür ver- schlössen. Sie ließ durch binert«rcklösser öttncn und jetzt fand sse in der Stube den jüngeren Sohn/ den Ilss ahrigen F r i w, der: als Kochlebrling im Zentraliiotel ckcschafngt war, löt auf dem Stege- sota. Eine Schußwunde au der rechten Halsseite halle, fernen Tod herbeigeführt. Ter ältere Bruder Karl war nicht anwesend. Auf dem Tische lag ein Brief, in dem dieser von der Muktcr Ab-. sckied nahm und den Tod de? Bruders mifklärte. In dem Schreiben schildert er. wie er in dem.Keller ein verrostete? alte? In- fantericgewebr gefunden habe, aus S ch e r z auf seinen Bru de ran gelegt und abgedrückt. Gegen seine Vermutung steckte noch eine Patrone im Lauf. Tie Kugel babe den jüngeren Bruder an der rechten Holsteste jo schwer verletzt, daß er zusam- mengebrochen und der Tod sofort«'„getreten sei! Er selbst wolle Vor vielen Jahren irrte in einem fremden Lande ein siebzehn- jähriger Junge herum, ein blasses, dui-kelbaariges Kind mit schwarzen Augen, die ernst und schwer in die Welt hineinschauten. Ta der Junge ke-ne Freunde hatte und keine Verwandten und sehr oft Hunger litt, gab ihm jemand eines Tages ein Körbchen mit allerlei Waren, mit dem er in den Straßen und Häusern hausieren gehen und sich seinen Unterhalt verdienen sollte. Es war ein schöner Sommerabend, als er in ein sebr vm- nehmcS Stadtviertel kam, von Haus zu Haus seine Schuhcreme, Äämmer und andere Tinge zum Kauf anbietend. Irgendwo erhob sich ein besonder» schönes Gebäude mit einem Balkon voller Blumen. Plötzlich, als er vorbeikam, erschien an einer Gartentür ein Mädchen, blond, zart, mit langen Flechten und lieben, warmen Augen. S:e"rief ihn freundlich und fragte, wa- er zu verkaufen hätte. Er war ganz verwirrt geworden' und reichte ibr in seiner Verlegenheit einfach stumm sein Hausierkörbchen,' da- mit sie sich selbst daraus etwas aussuchen sollte. Als er dann da» Körbchen zurückbekam, wußte er nicht, wo? sie genommen und wie- viel sie ihm bezahl» halt«. Tas war ibm übrigens auch ganz gleich. gültig... denn ti begannen plötzlich nie gekannte Gefühle sein Herz zu beherrschen Eine halbe Stunde später, als er auf einen freien Platz kam. warf er das Körbchen von sich und suchte einen Baum, unter dem. er sich ausruhen konnte. Am folgenden Tage nahm ihn ein vorbeifahrender Kutscher nack dem Polizeiburcau mit. weil er fremd war und nicht Beschech wußte. Als man ihn einsperrt«, brummte der Wachtmeister: „So ein kleiner Herumtreiber ist mir doch noch nicht vor- gekommen." Aber der Junge kümmerte sich kaum darum, wa» mit ihm ge- schab. Er träumt« vor sich bin, Friedensglöckchen sangen in seiner Seele, und den schönsten Traum seines Lebens träumte er die erste Nacht im Gefängnis... Damals dachtest du. daß ich der Junge gkwesen wäre.»Kleines Dummcken." sagte ,ch...da- ist ja alles gor nicht wahr, das ist immer nur etwas Selbsterdechte-".. Und ich bat dich, die Augen noch nickt zu öffnen. Ick wollte dir ja weiter erzählen, die wirkliche Ge- schichte beginnen.»Rücke noch näbcr zu mir h�tan," sagte ich,»noch viel näbcr. Dann wirst du die Ursache meine- Kummers bören, die Ursache, warum mein« Augen glanzlos sind, meine Stirne ge- furcht und mein Herz beklommen... Ich habe ja meine große Liebe getötet und dann, ja dann habe ich es schwer gebüßt, habe auf fremden Wegen herumirren und die Hände nach Almosen aus- strecken müsien... Glaubst du, daß diese Buße zu schwer ist?... Ein» weiß ich. Wenn du nicht gekommen wärest, bätte ich meinem Leben ein Ende gemocht... Ob du mir das alle? ersetzen kannst? ... Gewiß. Kind, dein Gesicktche,! ist guck so blaß und edel, deine Küsse so weich und zart. Ich glaube. Catz du mir immer treu bleiben wirst.. Ich glaube ei wirklich.. Gs ist nun ein Jahr her. daß ich dir diese Geschichte erzählte. Et ist ma ein Jahr her, daß d»l tu meiaua. Zimroerchen saßest, ftdj nu« auch dsZ Leben nehme«. Frau Berse benachrichtigte tue Aruninalpolizei, die den Tatdeftand aufnahm, die Leiche beschlage uahlute und nach dem SchauhauK überführte.- Temonstration gegen die hohen Lebensmittelpreise. Tokners- tag abend gegen 8 Ubr sammelten sich auf dem Bayerischen Platz und Umgegend mehrere tausend Personen. Es wurden mehrere Ansprachen gehalten, in denen eine Herabsetzung der Lebensmittelpreise verlangt wurde. Unter den Rufen„Nieder mit den Schiebern" zogen schließlich die Demon- ftranten wieder ab. Achtung, Kriegshinterbliebene'. Um den Kriegshinterbliebenen die Einholung von Rar und Auskunft zu erleichtern und ihnen ZeiwersäummK und Fahrgelder zu ersparen, werden sie künftig nicht mehr in der Hauptgeschäftsstelle, Pvststr. ö, sondern in den 2 3 örtlichen B e z i r k s st e l l e n' beraten werden. Zuständig für die Hilfesuchenden ist die Bezirksstelle, in deren Bereich der Etadtbezirj liegt, in der der Hinterbliebene wohnt. Wer nicht weiß, zu welchem Stadtbezirk und zu welcher Bezirksstcllc er gehört, erfährt dies bei jedem Polizeirevier und bei jedem Postamt, wo ein JsZlakat zur Einsicht aushängt. Es wird für Vermehrung der Sprechstunden Sorge getragen werden. Ju der Nraitia, Taubenstr 48 49, wird am Sonntag. Mittwoch und Freitag der Bortrag»Tie stniel Rügen* wiederholt. SIm Montag gelangt der Vortrag„An den Bergen Tirols*, am Dienstag und Sonnabend der Vortrag„Von der Zugspitze zum Watzmann* und am Donnerstag der Vor- trag„Von Kopenhagen nach Stockholm' zur Darstellung. Das nüchftc Bolkskonzert des Bliithner-Orchesters findet am Mon- tag, 7 st, Uhr, in der Brauerei Königstad! stalt. Karten im Zigarrengeichäst Horsch,'Engstufer 15(Gewerkschastshaus), Orckieiterbureau Lützowitr. 7ö (U—l Ubr),„Vorwärts*, Lmdenstr. 2,„Freiheit*, Breitestr. L/9 und an der Llbendkafse. Staötverorönetenversammlung eharlottenbueg. Dem Verein Jugendheim wurde für das Etatsjahr 1920/21 ein Jahresbeitrag von 400 000 Ml. bewilligt unter der Bedingung, daß die vierteljährlichen Abschlüsie des Vereins der Kontrolle des Maaistrals und des Jugendamtes unterliegen. Dek Verein hat in Zukunft rechtzeitig einen Haushaltsplan zur Ge- «ehmigunq vorzulegen. Im Vorstand des Vereins muß die Stadt' durch zwei Beauftragte des Magistrats und vier Stadtverordnete vertreten sein. Der Wohlfahrtsstelle wird für das Etats- fahr 1920/21 em Beitrag von 170 000 M k. bewilligt. Die Ipzialdemolratische Fraktion hat den Antrag gestellt, im Zu- sauvmenhang mit dieser Vorlage die Verhältnisse des Vereins für Kindergärten zu prüfen und diesem Verein zur Fort- „stüchrung seiner segensreichen Tätigkeit ebenfalls'einen erheblichen Zuschuß aus städtischen Mitteln zu bewilligen. Der Sfntrog wurde einstimmig angenommen. Die Vorlage betrefieud die B e t« H i g u n g an der B a u- g e s e l l s ch o s t Berlin-. Heer st raßc führte zu einer leb- haften Debatte. Es wurde, belonders bemängelt, daß die auf dem Terrain dieser Gesellschaft mit Hilfe von Staatsmitteln aufzü-� führenden Bauten nur für eine kleinere Schicht der Bevölkerung/ döber bezahlte Beamte und Lehrer, in Frage kommen. Nach längerer Aussprache stimmte die sozialdemokratische Fraktion der Vorlage zu, mit der Begründung, daß die Wohnungsnot zur- ßeit brennend für alle Schickten der Bevölkerung ist und die fosortige Inangriffnahme det Bauten in wirksamer Weis« dazu beitragen wird, die bestehende Arbeitslosigkeit zu tn i lid e r n. Tie Vorlage zur Err.icktung einer Akademie f ür so ziele und praktische Medizin wurde mit der von den Sozialdemokraten beantragten Aenderung angenommen. Die beantragte Aenderung bezweckt, bedeutenden wissenschaftlichen Lehrern auf dem Gebiet der sozialen Medizin Einfluß im gc- fchoftssührenden Ausschuß der Akademie zu sichern.. Danach ! werden Professor G r o t j a h n von der'Berliner Universität, der Lei! er des Charlottenburger wissenschaftliche« Untersuch, istgS- ompeS Professor O e t t i n g e r, der Dozent für Gewerfw-Hygiene. an der Technischen Hochschule und schließlich Dr. Max Cohn, der Vorittzende der Ortskranienkassen, in den gcschäftsführendcn Ausschuß gewählt werden.'-- Die Besoldungsordnung der Leiter, Lehrer und Lehrerinnen an den stödtiichen Schulen wird nach den Vorschlägen des Ausschusses unverändert angeno-mm'en, eben- so die Vorlage betreffend Altersversorgung der Lehr-. k r ä f t e an den Charlottenburger privaten höheren MädcheH Oh, ich hätte das nicht für möglich gehalten, daß auch du von mir fortgehen würdest, gerade wie die andere... Eigentlich hatte ich dir damals noch nicht alles erzählt... denn die Geschichte war noch viel länger... wirklich, viel, viel länger... Nun ist wieder «ine Wintcrnacht. Schnee liegt über dieser Stadt verbreitet, und ich laufe in meinem Zimmer auf und ab und ich frage mich selbst tausende Male: „Wird sie zurückkommen?" Tausende Male frage ich das; denn ich will es nicht glauben, denn ich kann es nicht glanben... Ich öffne das Fenster, schaue zu den Sternen empor Und frage ste:„Saget, habt ihr nickt irgendwo ein zartes, bleickves Mädchen herumirren gesehen, irgendwo auf fremden Gassen oder Feldern, mit Augen, m denen«ine traurige, bange Seele weint?... Vor einem Jahr saß ich noch Prit ihr am warmen'Kamin... Sagt ihr, daß ich ihr noch nichl alles erzählt habe... Wirklich nicht... Aber sagt ihr nicht, daß mein Zimmerchen dunkel ist und daß ich von dem Duft jener Zeit lebe... Sagt ibr nicht, wie schwer meine Träume sind, wie gebrochen mein Herz und wie müde ich bin von diesem Leben... Nein, das sollt ihr ihr nicht sagen. Eines nur,' daß st«. kommensoll, nm das Ende zu hören!... Der Besiege» des gelbe« Fiebers gestorbe«. In England ist während eines Besuches der Generaloberarzt der amerikanischen Armee, William Cranford Gor gas, gestorben, der durch seine Besiegung des gelben Fiebers auf dem Isthmus von.Panama, die den Bau des PanamalanalS erst möglich machte, berühmt ge« worden ist. Man hat von ihm mit Recht gesagt, daß er die Krank« heit mehr mit dem Entwässerungsrohr als mit Medikamenten be- kämpft habe, und wirklick hat er den Grundsatz der modernen- Hygiene, daß die Krankheit an ihrer Wurzel durch Ber- änderung der allgemeinen Bedingungen besiegt werden muß, im großartigsten Matzstab in die Wirklichkeit umgesetzt. Seine Stellung führte ihn nach Kuba, und hier sab er sich der Ausgabe gegenübergestellt, die daS Ziel seines Lebens wurde. In aufopfernder Weise halsen ihm die Soldaten bei der Erforschung der Kranlheit, ließen sich von den Moskitos stechen, die als Heber« träger der Krankheit galten und schliefen in den Betten von Kranken, die gestorben waren. So konnte GorgaS in verhältnismäßig kurzer Zeit die Maßnahmen durchführen, die zur völligen Ausrottung der Krankheil auf Kuba führten. Als dann die Bereinigten Staaten nach dem Mißlingen der Versuche von Lesseps den Bau des Panama- kanals übernahmen, nahm Gorgas den Kampf gegen die Änopheles- MoSlitoS auf und vertrieb die Malaria aus dem Kanalgebiet. Er ist dann in gleicher Weife für die britische Regierung in Südafrika und im Auftrage der Rockefeller-Stiftung in Serbien tätig gewesen. Südlich von Neuseeland bat man kürzlich einige bisher unbekaimte kleine Jnicln entdeckt. Ecotogiiche Uiilerwchungen sollen ergeben haben. dag die Inseln wahrscheinlich die Reste einer verschwundene» Well sind. Sie find scbr reich an Vögeln, besonders Pinguinen. Ein hühneräriigcr. in Massen nistender Vogel, bisher der Wissenschajt vollständig unbekanni. zeichnet sich durch einen Gestank aus, der den Aufenthalt auf den Inseln sehr erschwert. schulen. Anschließend wird die Vorlage über die Abänderung deS Ortsstatuts für die G ew e r b.e g e r i ch t e genehmigt..Die sozial- demokratische Fraktion richtete folgende Anfrage an den Magst strat: Hat der Magistrat bereits Schritte unternommen, um die immer starker um sich greifende Ar b'ettslosi gleit zu mildern und ihre Folgen für die davon Betroffenen ertrag- licher zu machen? Genosse Horlitz begründete diese Anfrage unter Anführung, von Zahlenmaterial, aus dem die Steigerung der Arbeitslosigkeit in den letzten Wochen deutlich zu ersehen war. Ter Magistrat ließ durch Herrn Kämmerer Scholz erklären, daß er der Milderung der Arbeitslosigkeit allergrößte Aufmerksamkeit schenkt. Er habe in allen VerwaltungS- abteilungen bereits Umfrage halten lassen, ob Arbeiten zur so- fortigen Ausführung vorhanden sind. Günstige Antworten sind bisher nur von der Hochbau Verwaltung eingelaufen. Kämmerer Scholz deissickerte, alles zu tun, was nur irgendwie geeignet ist, die Arbeitslosigkeit zu lindern. Tenticher Zlrbeiter.Theaterbund. Sonntag, 2 Ubr. im VoUsbails Ebarlottenbura: Gcncralvcrsammlung des i.. 2., 3 Bezirks. Bericht'vom Bundestag. Vortrag über Schauspielkunst. Wahl des erweiterten Bundes- Vorstandes. Groß-Serliner parteknachrkchten. Heute, 17. Juli: Neukölln. Abteilungssührer! abends 6 Uhr wichtiges Material vom Sekretariat abholen! Morgen, t«. Juli. 23. Abt. Familienausstug nach Sadowa. Waldschänke. Treffpunkt 7 Uhr an der Berolina am Alerandcrplatz. Für Nachzügler Waldschänke, Sadowa. Gäste willkommen. 39. Abt. Familienausflug nach Picheiswerder. Treffpunkt 8 Ubr morgens am Babnbos Tiergarten, Eingang Siegmundsbos. Badezeug mit« bringen. Treffpunkt für Nachzügler 1 Uhr Pichclswerder Restaurant König- grätzer Garten. Iugenöveranftaltungen. Heute, 17. Juli: Achtung. Abteiluugskaisiercr k Heute abend pünktlich 1I,7 Uhr im Zentraljugendheim, Lindenftr. 3: Abteilungskassiererkonferenz. Aeui.crit wichtige Tagesordnung, alle Abteilungen müssen ver- treten sein. Akoabit. Nachiwandernng. Treffpunkt'1.7 Ubr Stromstr., Ecke Timnstr.— Treptow-Bannischnlenweg..Nachtwanderung: Störitzice— Erkner, Treffpunkt 6 Uhr Bbi. Treptow.— Wcdding. Nachtwanderung: Fürstenwalde— PctcrZdorfcr See, Treffp. Vz7 Mf Neticlbeckplatz, Normaluhr. Sonntag, 1�. Juli: Effarlottenburg. Bade-.und Svielpartie nach dem Müggelsee. Treffpunkt 5 Ubr im Jugendheim. Gesundbrunnen. Wanderung: Müblenbcck— Sumter See— Zühlsdorf. Treffpunkt st Ubr Bbi. Gesundbrunnen.— Neukölln. Wauderuna: Königswusterbaus-n— Hölzerncriee. Treffpunkt ydi Uhr Reuterplatz.— Niederschöneweide. Besuch des Bo- »anifchen Gartens. Treffviinki t Ubr am Bahnbof.— Südwesten. Wanderung: Oranienburg— Nassenheide. Treffpunkt 6 Ubr Blücherplatz.— Tempelhos. Jugendheim. Germaniastr. ö/k. Uiite: haliungsabend.— Weste«. Wanderung: Friediichshagcn— Schmöckwitz— Grüna». Trcffpimft 6 Ubr Gropgörschenstr. Bahnhoi.— Wilmersdorf. Spaziergang nach dem Grunewald. Treffpunkt'/22 Uhr am Friedhof. Wirtsthaft verstanöigung zwischen Staöt unö Zand. Der R e f o r m b un d d er. G ut Sb ö f e in N a uh e i m. eine neue Organisation, die sich die Aufgabe gestellt hat. eine Be« d a r s s d e. ck u n g w i r t s ch a ft anzubahnen.durch Herstellung der direkten Verbindung der Erzeuger mit den städtischen Ver- brauchern, hatte kürzlich eine große Anzahl von Abgeordneten, Stadlverordneten, städtischen Beamten und sonstigen als Verbrauchs- Vertreter interessierten Herren eingeladen. Man besichtigte die G e m e l n s ch a f ts s i e d l u n g Franken- seld. Hier konnte dre erste und bisher einzige Neufiedluxz in Hessen gezeigt werden, ein praktischer Versuch eines größeren land- wirischalilichen Betriebes aus genossenschaftlicher Grundlage. Die Siedlung, im Frühjahr 1920 entstanden, hat 130 Morgen fiskalischen Geländes, das zum kleineren Teil gärtnerisch und im übrigen landwirllchastlich bewirtschaftet wird. In erncr Wohnbaracke au« Holz mit Pappdach wohnen 24 Personen, darunter 14 Siedler weiblichen Geschlechts, und sind außerdem die drei Arbeitspferde und die beigen Kühe untergebracht. Eine Feldscheune befindet sich im baulichen Aniangssiadium. Es war auf den ersten Blick ersichtlich, daß der Mangel erner ein« heitlichen sachverständigen Leitung schwere Nachteile für den Gesamtbetrieb erbringt. Anscheinend verschlang der Gärtnerer- betrieb zuviel Arbeitskräfte, weil er im Verhältnis zum Feldbau zu stark ausgedehnt ist. Ferner waren viel zu viel Hackfrüchte auf- genommen worden, für deren richtige Kultivierung die Arbeitskräfte bei weitem nicht ausreichten. ES ist unbedingt errorderlich, daß eine andere Organisation Platz greift, wenn die Siedlung lebensfähig werden soll, es mutz ein Betriebsplan ausgestellt werden, der den verfügbaren Ar- beitskräften Rechnung trägt. Alsdann wurden die Domäne Hayna und der Bensbeimer Hof besichtigt, welche unter gemeinsamer Leitung stehen, was die An- Wendung sämtlicher Waschinen eines landwirtschaftlichen Groß- betriebeS gestattet. Der Maschinenbetrieb ist fast ausnahmslos elektrisch. Besondere« Interesse erregte eine muslergiiltig angelegte Svalierobstwand, welche die ganze Südfront von Hof Hayna sieben Meter hoch bedeckt und mit einer Länge von 13S Meter die größte ganz Hessen« ist. Die umfangreiche Viehhaltung macht den Betrieb einer Brennerei unbedingt erforderlich, deren Abfälle für Futter- zwecke verwendet werde». Mit der Brennerei verbunden ist eine Marmeladekocherei, die die eigene Ernte von 2000 Obstbäumen sKochobst) verarbeitet. Ferner ist ein K o r b w e i d e n> ch ä l b e t r i e b mrl Weiden- k o ch e r e i vorhanden. Durch diese Nebenbetriebe kann der ganze, sehr bedeutende Arbeiterstamm auch während des Winrers vollbeschäftigt werden. Auch eine Trockenanlage wurde gezeigt, welche augenblicklich zur Trocknung von Getreide und Sämereien verwendet wird und während etwa zwei Dritteln des Jahres in Tag- und Nachtbetrieb ununterbrochen arbeitet(ins- gesamt vier Trockenapparatej. Der völlig unlrautfreie Stand der Felder ergänzte den Eindruck höchster Wirtschaftlichkeit, welchen der Betrieb schon durch die zahlreichen maschinellen Neben- betriebe bot. Die Ablieferungsleistungen der beiden Höfe für Getreide im Vergleich zu den Nachbargemeinden stellen sich: Domäne Gemeinde Gemeinde Hayna Leeheim B-nshermer �ftiden Zentner Zentner Zentner Zentner Weizen.. 6,07 2.73 15,10 4,64) je Morgen Roggen.. 15,94 ö,80 14,32 6,57 J Anbau- Gerste... 7,45 5,04 8,73 5.70) fläche Im Durchschnitt beträfst die Ablieferung der Gutshöfe im Ver- gleich zu derjenigen der beiden Gemsinden unter genauer Zugrunde- legung der Anbauflächen und der abgelieserlen Gewicktsmengen jeder einzelnen(Seireideforte insgesamt 208 Proz.(Es haben nämlich zuzüglich des erlaubten Selbstverbrauchs die beiden Guts- böse im Mittel aller Getreidearten 11,09 Zeytner vom Morgen ab« geliefert, die beiden Gemeinde« 5,82 Zentner.).. Vom Bensheimer Hof ging die Fahrt nach dem feit bereits 15 Jahren an Parzellenpächter aufgeteilten Kammerhof. ES wurden dort, die unbewo hnten Gebäude besichtigt, welche sich als total v e r w a h r l o st und ausgeraubt erwiesen. Der verlassene Hof mit seinen teilweise zerstörten Gebäuden machte auf sämtliche Teilnehmer einen geradezu niederschmetternden Ein- druck. Die Hofreite unterliegt der Beaufsichtigung durch die Pächter- gemeinschaft. Alsdann ging die Fahrt aus dem Rheindamm nach Geinsheim, vorbei an weiten Wiesen und Schilfflächen, woselbst durch Entwässerung noch Hundertc von Morgen kulturfähigen Bodens gewonnen werden können. Anerkannt muß werden, daß im allgemeinen auch die b ä u e r- l i ch e n Felder einen recht guten Kltlturzustand aurwiesen, wennschon die kleinbäuerlichen Wirtschaften auf dem schweren Boden die Intensität der Gutsbetriebs nicht erreichen/ da ihnen hie schweren Belgier und die motorische Pfingarbeit fehlen. Die Siedllingstätigkeit aber will und kann ja bekanntlich nicht groß- bäuerliche Betriebe, sondern nur Kleinwirtschaften schaffen. Die Städte haben sich an die Gutshöte gewendet, damit das Getreide neuer Ernte beschleunigt ausgcdroschen und soiort den Mühlen zugeführt werde, denn die letzten für Hessen besttmmien Kahnladungen mit Auslandsgeireide wurden im letzten Augenblick »ach dem Industriegebiete umgeleitet. Die surrende Dreschmaschine aus den Gutshöfen zeigte, daß dort der Notschrei der Städter nicht ungehörl verhallt. Auch Heuer sind die Guts» böse die ersten, welche mit Getreide neuer Ernte den Städten zu Hilfe kommen. Der Reform bund der Gutshöfe ist eine Abwehr- organiiation gegen die Aufteilung gut geleiteter landwirt- schaftlicher Großbetriebe, die von den Kleinbauern und Pächtern gefordert wird. Bisher flehen vor dem bitteren Zwange Hunderttausende von Arbeitskräften durck Siedlung in der Land- Wirtschaft unterbringen zu müssen, und alle Kräfte müssen daran geletzt werden, um dieses große Ziel schnellstens zu erreichen. Hier allein liegt unsere Rettung. Wo aber hervorragend geleitete Großbetriebe bestehen, die Musterwirtschaften darstellen und Höchstleistungen in der Produktion erzielen, da mutz doch ge- fordert werden, daß solche Betriebe unangetastet bleiben. Die richtige Auswahl zu treffen, wird Aufgabe neutraler s ä ch v e r- ständiger Kommissionen sein müssen. Sport. Kartell der freien Sportvereinigungen. Karteliütiung: 19.. Juli, 7 Uhr, Patzenhofer, Beulhstr. 6. Freie Turiicrichart Berlin. Sonnabend und Sonntag: Vereins- Nacht- und Tagturnsabrt aller Lcbrlingsabteilungcn kWanderdipIomi' nach dem K'rosfiniSee. Kusammenlreffen Sonntag 3 Uhr früh Schmöckwitz Kalme)— Sonntag: t. Frauenabt.: Turnsahrt nach Birkenwerder, Brieselang. KHz Ubr Stett. Bhi. i' Touristenverein Natnrfreunde. Ortsgruppe Berlin-Oitbahnvororte. Sonntag: Bernau, Langerönner Wühle, Rüdnitzfließ, Bernau. Bhsahrt Stett. Vorortbahnhof 6.40 Uhr.— Mittwoch: Mitglieder- oersamiylung im„Grauen Kloster*, Klosterftr. 74. Reinickendorfer Sportkartell. Wontag 7 Uhr im Saale des Bürger- garien,' Haup.tiir. 51: Oeffenlsichc Versammlung, mit. Referat über Volks- sport, wozu älle Jnteressenten, Arbeiter und Parteigenossen eingeladen sind. Rcserent Genosse Biese. Boxkämpfe im Berliner Osten. Am Dienstag finden w Seilers Sommergarten i iirühcr Königsbant). Große Franksurter Str. 117, zum ersten Male Boxtämpsc bei volksmuilichcn Emtrittspreisen statt, tzllsred B ö g e r«. Berlin und Willi Bloch-Berlin find für den Hauptlamps ver- pflichtet., Im Dauubia-Rennen, 40 000 M.. 2000 Meter(für dreijährige Stuten), das am Sonnrag im Grunewald zum Austrag kommt, gelten als voraussichtliche.Starter.:.:. Prämie 54�/»(Janei), Romanze WJs iAcklä�e), Ää�eere 5?'(Kasper). Grolle' niHt 53.sO. Schmidt), 'Orks W Olejnik),..Heikigenröda olft-fHesiebrandt)'unb.'GeprAia 51% "(Rastenberäer).-— Im Engelhert-Fürsteuborg-Rennen, Ehrenpreis und 40 000 M., 3000 Meter, starten voraussichtlich: Harlekin 60 (Blume), Georgios 58'/,(O. Schmidt), Tulipan 58(Janek), Ab» schluß S7ft»(Kaiser), Sol'dau SS1/.,(Jentzscb), Berliner 54(Zimmermann), Funkspruch öS'/«(Hugüenin), Thunichtgut 63(Kasper), Wackerbart 53(Schlaffe), Eggenfelden 52(Afchellbrenncr) und.Lallo 51 i/o(Bleuler).— Der Tolalifatpriimsatz betrug im Grunewald am Dienstag 5 291 232 W. und am Donnerstag 6 236 605 M.— Bei ihren Stürzen zogen sich S ch l ü s s el b e i n b r ü ch e zu: der Jockey Stielau und her Lehrling Kalff. Mus aller Welt. Todessturz von Grostmutter und Enkel. Breslau, 16. Juli. Gestern nachmittag st ü r z t e aus einem Fenster des vierten Stockwerkes eines Hauses in der Palmstraße der' zweijährige Knabe Kemmler heraus und war sofort tot. Ihm nach sprang die 70i ährige Großmutter, die ebenfalls durch Schädelbruch den Tod fand. Die Leiche der seit etwa acht Monaten vermißten Gattin des Sladlverordneienvorstehers Geheimrar Heilberg wurde gestern bei Carlowitz aus der Oder gelandet. Ein abgewendctcr Trinkgeldstrcik in Spa. Paris, 16. Juli. Wie' der„Matin� aus Spa meldet, haben gestern die Kellner im Hotel Britann'ique, in dem die eng- liiche Delegation untergebracht ist, mit dem Streik gedroht. Sie wollten die Arbeit einstellen, weil sie keine Trinkgelder be« kommen hatten, und mußten mir 18 000 M. abgefunden werden, damit der Dienst fortgeführt werden kann.— Hoffentlich kommt man nicht auf die Idee, diese Auswendung auf das deutsche WiedA:- gutmachungskonio zu setzen.,. Oeiefkasten der Redaktion. Oeber fflr den Briestasten bestimmten Anfrage füge man einen Buchstaben und«ine Nummer bei. Briefliche Auskunft wird nicht erteilt. Eilige Ai» fragen trage man in. der Iuriftifchen Sprech stunde, Lindenstr. 3, 1, Hof parterre links, vor. Schriftstücke und Verträge sind mitzubringen. H.' T. IS. Nähere Adresse Uns nicht bekannt.— 9t. S. 1883. 1. bis S. Nein, mindestens aber zwciselhast.«ie könnten sich höchstens aus§ 779 B.G.B, stützen. Versuchen Sie cS.— P. 76. Legen Sie Einspruch ein. Die Sähe der Gcrichtskosten hängt von der Höhe einer eventuellen Strase ab.— L. 31. 1. Nein, Sie müssen zahlen. 2. Nein. 3. Ja.— R. B. II. 1. Fordern Sie vom Finanzamt ein Formular zur SteuererNärung ein. Diesem Formular liegt eine besondere„Anleitung* bei. aus der Sie sich informieren wollen. Zur Abgabe der Steuererklärung sind Sie verpflichici, wenn Sie ein.Vermögen von mindestens 5000 M. haben.. 2. Wenn Sie einen Zahlungsbefehl erwirken wollen, so müssen Sie an das Llmtsgerichl ein dalpingchendcs Gesuch' richten.- Falls Ihr Schuldner keine,! Widerspruch gegen den- Befehl erbebt, ivird er für vollstreckbar erklärt und berechtigt Sic zur»Beitreibung des Volllireckungsverlahrens gegen Ihren Schuldner.— M. At. XI. Nein. — Betriebsrat 7. Berlin, Toroihecnstr. 11. Eventuell wenden' Sie sich an das Verlehrsbureau der Handelskammer. Klosiersir. 41.— Heu«,<5liar- lottenbnrg. Selbstverständlich müssen Sie zahlen.— A» F. 32. Lassen Sie die Sache aus sich beruhen,»üt einer Klage werden Sie unseres Er« achtens leinen Erfolg haben.— iä. 71. 1. Zweijelbast: 2. Ja. 3. Nein. 4a. Die Satzungen sind maßgebend. 4b. Nsin, es sei denn, dag ein Ver« schulden vorliegt.'— Qdcrllerg Rr. 12. Keiner, es sei denn, daß der Unfall aus einen Umstand zurückzuführen ist, den ein dritter z. B.. wegen Versetzung seiner otreripflickit zu veeirei.n hat.— M. P. 32..' Unseres Era Wiens sind Sie dazu nichl verpfiichtct.— A. K. 21. Beantragen Sie Berlvcrsung der Sache an daS zuständige Mieieinigungsamt.— P. W. 5 1. 1. Erheben Sie Klage aus Lieferung des Tisches. 2. u. 3. Unseres Er- achtens liegt leine sirasbare Handlung vor.— F. R. 30. Nein.— ZHetteransstch.te.» für das mittler« Norddcutschland bis Sountag mittag. Sehr.wayn, und ziemlich schwül,.vielfach heiter, vor- überzehend stärker"bewölll, nur strichweise leichte Gewitterregen. Um Bodemien mM oetiedeii, armut. Rachitis, Herzleiden, Magen-, Propaganda-Abteilung der Bad Neu-! wenn Sie die bekannten Radioaktiv»Neu-Ragoczy-Heilguellen- HauSkuren benutzen. Das den Stahl- und Kochsalzquellen entfließende Wasser wird für HauSkuren in unveränderter Form alS Heilwasier geliefert. So wird es auch Ihnen ermöglicht, ohne Berufsstörung Heilung im eigenen Heim zu finden. Aerztlich empfohlen bei Rheuma, Gicht, Furunkulose, Blut- Darm- und Leberleiden, Hämorrhoiden. Katarrhen des RachenS pp.. Frauenleiden. Fettsucht usw. Ueberall zu habe». Verlangen Sie Prospekt von der Ragoczy-A.-G.in Halle. Barfüßerstr. 7. Tel. 4268, oder von Gerhard H. O. Iwan, Berlin-Karlshorst. Prinz-Heinrich-Str. 11, Tel. Oberschöneweide 3201. £ Theatei�Uchtsplele SUaU. Schauspielhau». iOperetten-Gastspielt 7AÄf Die StmlwilfE. Musik von Lee Blech. Großes Seiisiispieihaus. TVii Ly» istrata(J6. Abt, 4. A.) Stg.; Lysi« trat a(37. Abt.. 4. Ad.) 21%: L.vsislrat»(N.-Abt C, I.V.) Deutsches Theater. Rose Liechtenstein Jnl» Geisendorfer s uhr; Weüiü.tojielmaiH! Kammerspiele. s uor; Die NotbrQche Deines Schanspieihaiis. Fasanenstr. 1(Nähe Bhf. Zoo). suhrJücbsederPaniiora. TheaterdesWestens Max Pallenberg Gisela Werbezirk: s u.: Rabenvater Schiller-Theater. Hans Waßmann: s uhn Der ehem. Leutnant Theater 1. d. KöniggrätzerStraße >/j8 Uhr; GestündnU. Komödienhans S: D. Reise in die MidchenzeU. Berliner Theater 1/tS Uhr; Der letzte Walzer Die Tribüne 8 uhr: Bnnbnry. FrledT.-WUhelmst.Th. v/, uhr: Marzipan. Kleines Theater. Sifr: Die PlarrhaushomSdie Komldche Oper �r; Die Frau im Dunkeln. Luatsplelhsna thi~ m~ M Uhr-. Jletropol-Theater. u.9; Im weißen BössT Neues Central.Theater V Die Dame Im Fraek. Weites Operettenhan« �latural.-Phantast.BaIlett Vene« Volkstheater uhr: Die 3 Zwillinge Thalia-Theater 7v. u.: Hoheit die Tänzerin. Th.am Nollendorfplats S!i Eine Nacht im Paradies Theater i. d. Alt. Jakobstr. Die»erschwund.Pauline. Walhalla-Theater« v/, u.: Kasernenlnft Residenz- Theater. 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Sommeraplelzelt Allabendlich 8 Uhr: LeopolieUanfio i» D.Glas dJaugtrau Deutsches Riisstlef-Tlieater Allabendlich E'.Uhr: Die bessere Rillte mit Max Adalbert. Rose-Theater. 7V, Uhr: Ein Walzertraum. Admirals-Palast T1/. U.: Flirt In St. Moritz. jteue Welt Arnold Scholl Hasenheide 108—114 TMiellch Konzert and Vontellang. Dienstag», Mittwochs, Donnerstags u. Sonntags: CroBer Ball. Die KaffeekQche ist täglich geöffnet Anfang wochentags S Uhr, Sonntags 4 Uhr. eulak * h r r Reldistiaü.-Tlieater sagltd) 7'/, Uhr Wöhr.£" b Statt larietfc-Toret ad Burleske 9Ibl.fi.20 wieder Dönhoif-Brettl i Aul. SV. U. Garten u.Sual/ Samrt. 511. Winter- Gatten Taglich T.'s Uhr; Varletö-Spielplan Rauche« gestattet! Vnrtctd-(Enfä UltlW Cröitifufttöfic 53*54 Gastspiel Hermann Krause Tme■? Assen-Trlo und das große Bariet6- Programm I ßornmertii. GDDßß-DEHLlN (Kliem») ffasendelde 15. Täglich 8 Uhr: Prinz ii. Bettlerin Schwesterstück von Krone und Fessel. Ah s' Die»euen Sperlalil. 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Im Sampse mit welchen Feinden innerhalb der Ardenerbeweguna ist der Bolschewismus auf- gewachsen, erstarkt und gestählt worden?-» V. Der.radikale- Kommunismus in Deutschland.— Vi. Sollen Revolutionäre in reaktionären Gewerkschaftsverbänden arbeiten?— VII. Muß man sich an den bürgerlichen Parlamenten beteiligen?— V1IL �keinerlei Kompromisse-.— IX. Der.radikale- Kommunismus in England.— X. Einige Schlußfolgerungen.— Rnhang: Die Spaltung der deutschen Kommunisten.— Die Kommunisten und die Unabhängigen in Deutschland.— Turati in Italien.— Falsch« Schlüsse au» richtigen Borausseanngen. Z» beziehen bned» all« Buchhandlungen.— Peel« NU. 4,—, billig« Ausgabe Alk. 2,50. 1529b Am Dienstag, 13,3uU, verschied plätzlich mein Herzens- guter Mann und lieber Ba- ier. der Krankenkontrolleur Karl Fleischer. 109/30 Die trauernden Hinterblieb euen. Beerb. Montag, 19. IuB, mittag» 12'/« Uhr, Stitdt. Kirchhofe in Buch. Abf. d gg. o. Stett. Bhf. lü°° vorm. 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Dies ergibt sich u. a. aus der Begründung zum Entwurf der Minde irprersverordn 1 1 ng. Hier ist angeführt worden, dag di« Ermittlungen der Produktionskosten sich aui dio Zeit bis zum 31. Dezember 1313 beziehen. Enie Berücksichtigung des Monats März bei der Berechnung der Mindestpreise war auch schon aus dem Grunde ausgeschlossen, dag die Vorbereitung dieser Verordnung bereits Ansang Februar 1323 begonnen wurde. Zu dieser Zeil konnten Unterlagen für die Preisentwicklung in den Mowaten Januar. Februar nrtd März des Jahres 19A> über- Haupt noch nicht vorliegen. Die Jndexberechnung mugte also mit dem 1. Januar des Jahres einsetzen. Wir geben dieser Berichtigung Raum, obwohl sie nichts wider- legt, was wir behauptet haben. Um das noch einmal zu beleuchten, wollen wir die Tabelle nachstehend zum Abdruck bringen: Die Preise sinld nur einmal monatlich, und zwar für den ersten Tag des betreffeichen Monats ermittelt worden. Anteil der «tptripfiÄmlHeT•«ruvp. an«teigerung der Produktionskogen bemevsmillel. derGesam-. sestqestellt am Produktion Gegen diese Berechnungsart haben wir nichts eingc- lnandt, mie wir schon früher betont haben. Tie vom Reichs- ernahrnngsminfsterinm zitierte Begründung der Mindest- Preisvorlage, datiert vom 1. März 1320, sagt aber ausdrücklich: ..Die Mindestpreise sind aus Grund des gegenwärtigen Standes der Produktionskosten errechnet.... Die endgültigen Uebernahmepreise, di« zugleich Höchstpreise sein werden, sollen unter Berücksichtigung der bis zur Ernte(also nicht vorher!) eingetretenen Aendcrungen der Produktion festgesetzt werden." Nun kannten natürlich nicht schon am 1. März, dem Tage der Niederschrift der Begründung, die Produktionskostenzahlen für diese« Tag vorliegen. Man hatte ober eine Steigerung der Pro- ducktionskchten erwartet und daher zu den Januar kosten von 330 M. einen Satz von 140 M. aufgeschlagen, der dem Rechnung tragen sollte. Alle weiteren Auseinandersetzungen z. B. im Wirtichastsrat beim Reichswirtschaftsministerium drehten sich darum, ob der Preis von 1000 M. für eine Tonne Roggen b c i Inkrafttreten der Verordnung, also am 12. März, nicht zu hoch sei. Alle weitergehenden Anträge der Agrarier wurden auch im VolkSwirtschaftsaussch-utz der Nationalversammlung� a b- gelehnt, und auch diejenigen, die dem Tausendmarkpreis au* schwerwiegenden sachlichen Gründen zustimmten, machten aus ihrer Sorge kein Hehl, ob die Verbraucherschaft, insbesondere die Ar- beiterschast, diese Preise zahlen könne. Das Reichse r nähr ungs-ministe rium mutzte, wollte es den Willen des Ausschusses respektieren, diese Ergebnisse langer Be- latungen in Betracht ziehen, also den Märzpreis mit 1000 M. annehmen. Tann schied auch gerade dinenige Zeit, in der die Preise am schärfsten angezogen haben— sie kletterten von Januar bis März noch dem Index von 100 auf 141,90, also um fast 42 Proz.—, aus der Berechnung aus. während die Steigerung der Erzeugungskosten in den beiden nächsten Monaten sich wescnt- lich verlangsamte. Was tat nun das Ernähr nngs Ministerium? Es setzte, was rechnerisch sehr bequem ist, anstatt des März. den Januarindex gleich dem zugestandenen M i n d c st p r e i s von 1000 M. D. h. es sagt« also: im März hätten die Preise schon mit mindestens 1200 M. pro Nlonat berechnet werden müssen(wenn man ein« Du-rck>schnittsste!gervng von 10 Proz. des Grundpreises pro Monat ansetzt). Das Ergebnis war nach einigen Abstrichen, von denen man nicht wcitz, ob sie aus Rücksicht auf die Vcvbraucherschast oder aus Sorge lim die Haltung des Parlaments ei folgten, der vom Ernährungsministerium festgesetzte Preis. Wäre man nach dem Geist der Beschlüsse des 'Parlaments vorgegangen, so hätte man höchstens auf einen Gesamtpreis von 13 0 0 M. pro Tonne Roggen kommen können. Eine Belastung von mehreren Hundert Millionen Mark jährlich konnte dem Verbraucher erspart bleiben. Eine andere Frage ist noch die, ob man bei einer Beratung im Parlament nicht überhaupt sich schlüssig geworden wäre, Preisforderungen, di« über die der süddeutschen Bauern hinaus- gehen, abzulehnen, und ob man sich angesichts der Wirt- ichastskrise nicht auch mit ihnen verständigt hätte, von ihren For- de Hingen nachzugeben. An der Bezahlung der baltischen Gutshos- garden in Pommern hat das deutsche Volk doch wahrlich kein Interesse!_ Deutschlanö und öer Völkerbund. Eine Rede Viscount Greys. Rotterdam, 16. J-uti. Wie»Nieuwe Rotterdamiche Courairt" auS London meldet, sagte Viscount G r e y in einer Rede über den Völkerbund, er hätte gehofft, datz die erste Versammlung des Völkerbundes einstimmig den Beschlutz fassen würde. Deutsch- land zum Beitritt einzuladen. Tie Haltung der Teil'- schen in Spa habe bei ihm(Grey) den Eindruck gemacht, datz sie dorthin gegangen seien, um die schwachen Punkte des Vcrsailler Vertrages herauszufinden und auszunützen, und um festzustellen, wie Deutschland mit einer möglichst geringen Leistung davon- kommen könne. Bevor Deutschland zum Völkerbund zugelassen we-rdan könne, müsse es gezeigt haben, datz es ehrlich ei Absichten babe und sein Bestes getan habe, um den Vertrag zu erfüllen. Bezüglich der Entwaffnung habe eS dies nicht getan. Grep meinte indessen, ohne den Zutritt Teutschlands, Amerikas und Rutzlands könne der Bund auf die Dauer seine Ideale nicht Die Verteilung der deutsiben Steinkohlen. -Spa, 16. Juli. Tie monat H che Steinkohlen- Ii es e r u n g von Teutschland wird folgendermaßen unier die Länder verteilt: z Frankreich 1 550 000 Tonnen Luxemburg 35 000 Belgien 215 000 Italien 200 000 Ten belgischen Forderungen wird bis zu 85 Proz., den fran- zösischen bis zu 7214 und den italienischen bis zu 68 Proz. ent- gegcngekvmmcn. Die Deutschen können dann noch über 650 000 Tonnen verfügen:- man kam ihnen in dem gleichen Verhältnis entgegen wie den Franzosen. Belgiens Anteil. Diese Kohlenverteilung bestätigt unsere Ausfassung, datz die Entente die Preise auch mit Rücksicht aus den ausländischen K o h- l e n h a n d e l niedrig bemessen will. Bekanntlich hat Belgien seine Kohlenförderung in letzter Zeit derart steigern können, datz es A u s s u h r l a n d für Kohle geworden ist. Gleichwohl soll es unter dem Rechtstitel„Wiedergutmachung" noch deutsche Kohle er- halten anstatt Frankreich, das sie sicherlich viel nötiger braucht. Tie Bedeutung der oberschlesischen Kohle. 8. V. Spa, 16. Juli. sEig. Trahtbericht des„Vorwärts".) Auf seilen der Kohlenfachverständigen wurden bezüglich der ober» schlesischen Kohle in einer heutigen Sachvcrständigenbesprechung noch einige Wünsche geäutzert. Bekanntlich werden durch das Gutachten des Generals L e r o n d bei der oberschlesischen Förderung in erster Linie die Polen, Tschechoslowakei, Italien, Deutsch- österreich und Lberschlesien snir den eigenen Bedarf) berück- sichtigt, wahrend Teutschland nur den etwaigen Rest er- hält. Es soll nun versucht werden, eine uns günstige Regelung zu erzielen, bei welcher Teuts�land ein festes Quantum von eiwa 154 Millionen Tonnen zugesichert erhielte. Im vorigen Monat betrug Teutschlands Anteil an der oberschlesischen Kohle 1 257 000 Tonnen. Damit würden einige der schlimmsten Folgen der Zweimillionen-Liefernng zum Tci? behoben werden. Deutschland bittet um Schiffe.* Kein Schiffsraum zum Transport amerikanischer Kühe! Berlin, 16. Juli. sWTB.) Der deutsche Geschäftsträger in London, Herr S t h a m e r, hat heute dem Vorsitzenden des Maritime Service folgende Note übersa«dt: „Ter dcutiche Geschäftsträger beehrt sich, dem Herrn Vor- sitzende,« des Maritime Service os the Reparation Eommission im Austrage seiner Regierung mitzuteilen, datz die amerikanische gemeinnützige Gesellschaft American Dairy Cattle Com- pany in Chikago dem deutschen Zentralausschutz für Auslands- hilse. Rotes Kreuz Berlin, mehrere Tausend Milchkühe, vermutlich ciphuiderttauscnd Stück, nebst nötigem Kraflfulter zur Verfügung gestellt hat, um die drängende Not der Milchversorgnng unterernährter deutscher Kinder, besonders für den kommenden Winter, zu mildern. Teutschland hat für den Transport der Milchkühe, der, um Vichvcrluste zu vermeiden, bis zum Winter beendet sein mutz, zu sorgen. Da die deutsche Regierung keinen geeigneten Schiffs- räum zur Durchführung des amerikanischen Lirbeswerkes besitzt, bittet Herr Sthamer den Herrn Vorsitzenden, zum Transport der Milchkühe den erforderlichen Schiffsraum' zur Verfügung st e l l e n zu wollen. Da wegen der besonderen Eigenart des Trans- Portes sich gewisse Einbauten aus den Schissen«rrorderlich m.xlvcn, wäre Herr Sthamer dem Herrn Vorsitzenden dankbar, wenn er ihm baldigst einen Bescheid zukommen lassen würde." Ein Nachspiel zur Abstimmung. Polnischer Protest gegen Simons. Berlin, 16. Juli. Wie die„Frankfutter Zeitung" meldet, haben die Polen wegen der letzten Rede des Ministers Dr. Simons im Reichstag, in der er die polnischen Tabotagcver- suche bei der Abstimmung in Ost- und Westpreutzcn scharf gcitzelte, eine Protestnote an die Rcichsregierung gesandt, die aber von deutscher Seite ablehnend beantwortet wurde. Der Bürgerkrieg in Ehina. Ausbruch der Feindseligkeiten. London, 15. Juli.„Daily Mai 1" meldet, daß die Feindseligkeiten zwischen den beiden Militärparter.'» an der Eisenbahn von Peking nach Tientsin begonnen haben. Ret- sende aus Peking bestätigen diese Nachricht. Die Truppen des Ge- nCral« Tsao-Knn haben auf dem Bahnhof von Tientsin fast alle Lokomotiven und Eisenbahnwagen requiriert. In Tientsin ist eine starke englische Truppcnabteilung eingetroffen und hat den Schub des Bahnhofs übernommen mit besonderer Rücksicht daraus, daß eine Reihe Engländer zur Eisenbahndircktion gehören. Zwischen Peking, Schanghai und Honkau sind die Eisenbahnverbindungen bc- reits unterbrochen. Japans Rüstungen. Ein groffes �lottenbauprogramm. Rotterdam, 16. Juli. Wie Nieuwe Rotterdamsche Conraut aus Tokio meldet, hat im japanischen Abgeordnetenhause der Marinemimfter Mitteilungen über den Flottcnbau gemacht. Nach diesen Mitteilungen kann Japan jährlich zwei Grotziampf- schiffe ans Stapel legem. Das gegenwäruge Marineoudgct sieht den Bau von 4 Dreadnoughts. 4 Schlachtkreuzern. 12 Kreuzern und eine Anzahl kleinerer Schiffe vor. Die Kosten tollen 680 Millionen?)cn betragen. Ter Marineminister betonte. das Floitenprogramm sei gegen keinen bestimmten Feind gerichtet, sondern durch die infulare Lage Japans notwendig. Japan ist damit auf dem besten Wege, durch Förderung des maritimen Militarismus im fernen Osten das Erbe Englands an- zutreten. Die Einschließung �danas. Paris, 15. Juli. De Franzosen befinden sich tu T i l i c ie n in bedrängter Lage. Hier ist in Ada na eine svcmzösische Ab- teilung völlig eingeschlossen, und da in der Stadt nur noch für knapp 30 Tage Lebensmittel vorbanden sind, so dürfte ihr Schick'al bald besiegelt sein. An der Gabelung der Bahnlinien Adana— Mcrsma und Adana— Bozanti haben lausend türkische Reiter eine französische Abteilung angegriffen und nach der- zweiselttr Gegenwehr niedergemacht. Zwischen Mersina»ich Tarsus ist die Eisenbahn zerjtört. Groeners Bekenntnis zur Republik. Ter Verkeb'rsminister im Kabinett Fehrenbacb, General G r o e n e r, hat soeben im Verlag von Georg Gtilfe eine Tcbrist erscheinen lassen„Ter Weltkrieg und feine Probleme", worin sich der Verfasser mit folgenden Worten zur Republik bekennt: Die deutsche Republik ist bis jetzt ein Staatskleid, das weder schön aussieht noch gut sitzt. Ob die republikanische Staats form sich dem deutschen Wesen und dieses jener mit der Zeit anpassen wird, ist ebenso ui sicher wie die Hofsnung auf die Einheit?- Monarchie. Woraus es ankommt, das ist, die Einigkeit des deutschen Volles zu stabilisieren als einen radier de bronce, an dem alle Stürme der Zeit zerschellen. Diese Aufgabe kann, so wie die Tinge wirklich liegen, nur die nationale Republik erfüllen; wer sich gegen diese Einsicht sträubt, fördert bewutzt oder unbewutzt die Z c r- s c tz u n g des Volkes, die entweder zur Zerschlagung Deutsch- lands oder zum Bolschewismus führen mutz. Viele meinen, beides wäre der bessere Weg. die einen, indem sie hoffen, durch die Zer- schlagung würde der innere Drang zur Wiedervereinigung aufs höchste gesteigert, die andern, indem sie aus dem Bolschewismus die Geburt �iner neuen Monarchie erwarten. Auf solche Pläne, die an die Illusionen der vergangenen Zeit erinnern, kann ein grosses Volk seine Zukunft nicht ausbauen, weil die Entwicklung einer späteren Zeit sich nickt vorhersehen und nicht beherrschen läßt. Was man noch besitzt, soll man festhalten und aufs zähcste verteidigen; noch ist das Deutsche Reich nicht zerschlagen, noch ist der Bolschewismus nicht an der Macht. In dem politischen Kampfe der Gegenwart gilt es die Mittel zu wählen, wie sie sich bieten und wie sie Erfolg versprechen. Auf die StaaiSsorm kommt es viel weniger an als auf den Geist, der das ganze Volk durch- dringen mutz, damit die Zersetzungsgi sie aus dem Volkskörper aus- geschieden werden. Nicht Monarch e oder Republik ist die Schicksals- frage, sondern Einigkeit oder Untergang des Deutschen Reiches. Tic Republik wird aber ihre historische Ausgabe nur dann er- füllen, wenn die Pesten des Volkes, ohne Unterschied der Partei, sich Msammensinden in der innersten Ueberzeugung, datz nur auf diesem Wege unser politisches Leben von den revolutionären Stürmen befreit und unsere Wirtschaft wieder in gesunde Bahnen gelenkt werden kann. General Groener kennt die Auffassungen der monarchi- schen Kreise sicher besser als mancher andere. Da ist es sehr interessant, von ihm zu erfahren, datz diese Kreise ihre Hoffnung auf den Bolschewismus fetzen als auf den Schritt- macher der Monarchie. Im übrigen kommt dieses Be- kenntnis eines Minister der Republik zur Republik gerade noch rechtzeitig._ Jmmcr feste rausreden! Lffiziöfc Aueflüchte zum �allc Tahlheim. Im Prozeß gegen die Marburger Blutstudenten hatte em Q sfiziersstellpertreter Dahlheim belastend für die Angeklagten aus- gesagt. Tie Folge war,, datz er Knall und Fall aus der Reichswehr entlassen wurde. Nachdem dies öffentlich festgestellt ist, bemüht sich eine offiziöse Dementierstelle um die nötige„Umdeutnng" des Gc- schehnisses� Es wird behauptet, Dahlheims Entlassung habe mit dem Marburger Zeitsreiwilligenprozetz nichts zu tun, sie fiele nur„zu- fällig" zeitlich mit ihm zusammen. Ja, der böse' Zufall! Von der Ermordung Liebknechts bis zur Ermordung der 15 Gefangenen von ,Thal ist alles, nur durch, eine Verkettung unglückseliger Zufälle eyt- standen. Ter Zufall ist offenbar ein Ententist, datz er die arme Reichswehr mit so hartnäckiger Bosheit verfolgt. Aber warum ist D. nun tatsächlich entlassen worden? Höre« wir: Er habe dem Osfizierkorps reaktionäre Eesinnuag vorgeworfen und diese Behauptung nicht beweisen können! Nun ja, seine Entlassung zeigt in der Tot, datz von reak- lionärer Gesinnung seiner Vorgesetzten keine Itede sein kann. Sie entspringt offenbar dem gerechten Zorn beleidigter Revo- luttonäre, die den Vorwurf reaktionärer Gesinnung als höchste Ehrenkränkung empfinden. Dann wird dem D. noch eine persönliche Schmutzerei vor- geworfen, wie sich solche'bisher regelmässig eingestellt hat, wenn man einen unbequemen Mann aus der Reichswehr entfernen wollte. In Teutschland mag alles in Trümmer gehen, der Luden- dorfssche Schwindekippürat wird bis ans Ende dec Tage intakt bleiben. Wenn sonst nichts funktioniert— er funktioniert immer noch! Weiteres Anwachsen der Arbeitslosigkeit. Die Zahl der unter st sitzten Erwerbslosen im Reich ist infolge der ungünstigen wirtschaftlichen Lage weiter gewachsen. Räch den amtlichen Feststellungen betrug die Zahl der männlichen Erwerbslosen am 1. Juli 2o3 618, die der weiblichen Erwerbslosen 78573, also insgesamt 3t2 191, gegen 296183 am 15. Juni und 270 673 am 1. Juni. Zu den eigentlichen Erwerbslosen kommen 283793 Familienangehörige, die als Zuschlagsempfänger unter- stützt werden. Die Gesamtzahl der unterstützten Erwerbslosen entspricht etwa dem Stande vom 12. April d. I. Der Arbeitsmarkt im besetzten Gebiet. Wiesbaden, 15. Juli.) Erkämpfung eines weitgehenden Mitbestimmungsrechtes in der Erzeugung;. o) Aufklärung über den Stand der Sozialpolitik und die Aufgaben des Arbeiterrechts; d) Gewährung von ErwerbSlosenunterstlltzung am Orte und auf der Reiie; es Gewährung von Umzugs- und Sterbegeld; k) Unterstützung an solche Mitglieder, welche durch ihr Ein- treten für die Grundsätze des Verbandes gemaßregelt werden; xst Gewährung von Rechtsschutz in Streitigkeiten, die aus dem ArbeilSoerirag und der Kranken-, Unfall- und Invaliden-' Versicherung erwachsen; l»> Regelung des Arbeitsnachweises sowie deS Verkehrs- und Herbergswesens; i> Aufnahme statistischer Ermittelunggn; k) Pflege der Bildung und Geselligkeit unter den Mitgliedern und ihren Familien; � I) unentgeltliche Lieferung deS Verbandsorgans„Der Prole« tarier'. Das EntrittSgeld wird auf 2 M. festgesetzt. Bei Verlust eineS MltglledsbucheS sind sür ein neueS Buch 3 M. zu entrichten. Die Beiträge werden wie folgt beschlossen: 1. Klasie 2.S0 M. 2 Klasse 2 M., 8. Klasse 1,50 M., 4. Klasse 1 M. Die beiden letzten Beitragsklassen gelten nur für weibliche und jugendliche Mit- glieder. Die Jugendlichen müssen mit dem 17. Lebensjahr in die ordentliche Beitragsklasse eintreten. Die Erwerbslosenunterstützung wird nach Leistung von 62 Wochen gewährt. Sie beträgt bei längerer Mitgliedschaft pro Tag in der 1. Klasie 3.20 M. bis 4.20 M., in der 2. Klasie 2.40 M. bis 3.15 Ml. ,n der 3. Klasie 1,60 M. bis 2,10 M.. in der 4. Klasie 1 M. bis 1,50 M. Sterbegeld kommt nach 104 Wochenbeiträgen erstmalig zur Auszahlung und bewegt sich in der 1. Klasie in der Höhe von 75 M. bis 300 M., in der 2. Klasse von 60 M. bis 240 M.. in der 3. Klasse von 45 M. bis 180 M., in der 4. Klasie von 30 M. bis 120 M. Das Umzugsgeld beträgt je nach Klasie und Entfernung 20 100 Wi. Die Streik- und Gemaßregeltenunterstützung wird wie folgt fe,tge,etzt: Zahl der I. Kl. II. Kl. III. Kl. IV. Kl. Beiträge M. M. M. M. 13—26 40 32 24 16 26—52 56 44 32 20 über 52 72 56 40 24 Zahlstellen mit Angestellten erhalten von jedem ordentlichen Beitrag 20 Proz., Zahlstellen ohne Angestellte 10 Proz. zur Deckung lokaler Ausgaben. Die Sitzverlegung des Vorstandes nach Stuttgart wird ab- ?:«lebnt. Der noch übrige Teil der Statutenberatung wird morgen ortgesetzt, darunter ist auch vorgesehen die Schaffung eine? V e r- bandSbeirat«. Achtung, S.-p.'d.-Setriebsräte! Fstr die Frattionen der einzelnen Industriegruppen finden, und zivar am Montag, 19. Juli Gruppe 7, Holz- industrie;Dienstag, 20. Juli Gruppe 11, Metallindustrie; Donnerstag,"22. Juli Gruppe 10, Lederindustrie: Freitag, 23. Juli Gruppe 6, Graphische Industrie, nachmittags 5 Uhr V e r- sammlungen in den Musikersälen, Kaiser- Wilhelm- straße 31 statt. Tagesordnung: 1. Aufbau der gewerkschaftlichen Betriebsrätezentrale. 2. Stellung zu der von der GeWerk- schaftskommission einbe-'ufenen Gruppenvollversammlung. 3. Wahl des Fraktionsvl Claudes. DaS Erscheinen aller S.-P.-D.- Betriebsräte zu diesen wichtigen Versammlungen ist unbedingt notwendig. Betriebsräte, die bei uns noch nicht gemeldet sind, legiti- Mieren sich durch Betriebsausweis und Mitgliedsbuch der Partei. Betriebsräte-Sekretariat S. P. D.. NW 40, In den Zelten 23. Gegen Ken einseitigen Lohnabbau. Der Ausschuß des Allgemeinen Deutschen Ge- werkschaslSbundes nahm auf seiner bereits erwähnten leylen Tagung auch zu der Kundgebung der Bereinigung deutscher Arbeit- geberverbände beireffend Lohnabbau Slellung. Gegen drei Stimmen gelangte folgende Erklärung zur Annahme t „Die Vereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände hat in ihrer Ausschußsitzung vom 20. Mai 1920 einen Mahnruf an alle ihr an- geschlosienen Ärbeitgeberverbände gerichtet mit der Aufforderung, jede neue Erhöbung der Löhne und Gebälter abzulehnen, da die Preise der deutschen Erzeugnisie die Weltmarktpreise ungefähr erreicht, zum Teil bereits überschritten hätten, der Absatz schon beute überall stocke und eine abermalige Steigerung der Gestehungs- kosten durch weiteres Anschwellen der Löhne und Gehälter und die daraus folgende Preisteusrung zur Katastrophe führen müsie. Der Ausschuß des Allgemeinen Deutschen GewerkschastsbundeS muß diese Kundgebung einer der stärksten Arbeitgebervereinigungen aufs tiefste bedauern, da sie der Verständigung zwischen den Organisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer über die Rege- lung der Löhne und Gehälter Schwierigkeiten bereitet und in die Zuständigkeit der Arbeitsgemeinschaften eingreift. Ein einseitiger Lohnabbau seitens der Arbeitgeber würde Konflikte zwischen den Arbeitgebern und Aibeimehmcrn heraufbeschwören, die das Fortbestehen der für den Wiederaufbau unserer Volkswirtschaft not- wendigen Arbeitsgemeinschaften unmöglich machen würden. Die Gewerkschaften sind sich der Schwierigkeiten in der deutschen Volkswirtschaft hinsichtlich der Preisentwicklung sowie der Anposiung der Löhne und Gebälter an diese wohl bewußt und gleichfalls davon überzeugt, daß eine Gesundung dieser Verhältnisse angebahnt werden muß. Eine solche kann und dar? aber nicht auf Kosten der Arbeitnehmer dadurch erzielt werden, daß versucht wird, durch L o h n v e r m,in d e r u n g e n einen Preis- abbau zu erzwingen. Vielmehr muß der Preis- abbau die Voraussetzung für eine An- vassung der Löhne sein, die auf den wirklichen Lebenshaltungskosten basieren müssen. Auch genügt es nicht, daß die Großhandelspreise einiger Lebensmittel an gewissen Umschlagsplätzen vorübergehend im Sinken begriffen sind, um daraus aus eine allgemeine Verminderung der LebenSbaltungS- preise zu schließen, sondern es bedarf genauer Ermittlung der am Arbeitsort geltenden Kleinhandelspreise, deren Indexziffern allein den zuverlässigen Maßstab für die Beurteilung der Preisbewegung ab- geben. Die Gewerkschaften müsien entschieden Verwahrung einlegen gegen den einseitigen Versuch führender Ärbeitgeberverbände, die Lohnregelung der paritätischen Serständigiing zu entziehen und der früheren Willkür kapitalistischer HerrschaftSgelüste zu unterstellen.'_ Einigungsverhandlungen. Zwischen den Arbeitgeber- und Arbeitsrverbänden des mitteldeutschen Braunkohlenbergbaues haben schon in der letzten Zeit Einigungsverbandlungen stattgefunden, bei denen bisher eine Einigung über die Erhöhung des Kinder- und HauS- standsgcldes erzielt werden konnte. In der gestern im Reichs- arbeitsministerhim bis in die späten Abendstunden währenden Verhandlung wurde über die Lebensmittelversorgung und Lobnerböhung im Braunkohlenbergbau wester verbandelt. Die Verhandlung, in der eine wesentliche Klärung der Loge erzielt werden konnte, wurde auf Montag per- tagt und wird in Halle unter Leirung eineS Referenten deS Reich»- arbeitsministerinms sortacsetzt werden. Die Verhandlungen über Wiederaufnahme der Arbeit in Golpa und Zschornewitz, die durch den Regierung»- Präsidenten v. Gersdorff in Bittmeld erfolgreich eingeleitet worden sind, geben beute weiter. Sie baben gleichfalls zu einer E i n i- gnng über wesentliche Streitpunkte geführt, so daß ein annstigeS Ergebnis für den weiteren Verlauf der Verhandlungen erhofft werden kann._ Um den Vorsitz des Schlichtungsausschnsies Groh-Berli«. Donnerstag nachmittag hatten sich sämtliche Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeisitzer des SchlichtungSauSschusieS Groß Berlin im großen Saale des Nordischen HoseS versammelt, ein vielköpfiges Parlament, da« definitiv über die� Frage entscheiden sollte, ob der VerwaltungSvorsttz'bei dem SchllchtungSauSichuß Groß-Berlin, die für die Aukrechterhaltiing deS Wirtschaftslebens so wichtige Instanz, in die Hände einer beamteten Persönlichkeit, wie die Arbeitgeber eS verlangen, oder in die Hände je eines ehrenamtlich zu bestellenden Arbeitgeber« und ArbeilnehmerS. wie die Arbeitnehmer e« anstreben, gelegt werden toll. Ein PermittlungSvorschlag Dr. Friedmann— Dr. Donner will eine beamtete Persönlichkeit als VerwoltungS- Vorsitzenden, ihr jedoch einen paritätisch aus Arbeitgebern und Arbeit- nebmern zusammenqesetzten Beirat zur Seite stellen. Ueber dies« Vorschläge entstanden sehr lebhafte Debatten. Die Abstimmung mußte jedoch aus formellen Gründen zu einer neuen Sitzung, die in 14 Tagen stattfinden soll, vertagt werden. füc öie Zersplitterung üer slrbekterklaye. Der Beschluß der Berliner Gewerkschaftskommission. die Be- triebSräte als Organ der Gewerkschaften zu betrachten, paßt, wie wir wiederholt berichteten, den Richard Müller und Genosien von der BetriebSrätezentrale nicht. Frei von allen Gewisientikrupeln verfolgen sie mit zäher Energie das Ziel, die Arbeiter- und An» gesteNtenschaft noch mehr zu zersplittern. Die Fortsetzung der un- längst verlegten Generalversammlung der U.S.P.D.-Fnnktionäre Groß-BerlinS, welche am Donnerstag abend stattfand, nahm eine von Müller vorgelegte Resolution an. in welcher die Schaffung einer selbständigen BetriebSräteorganisation gefordert wird, die jedoch ein« Arbeitzgemeinschaft mit den Gewerkschafien eingehen soll. Wir haben noch das Vertrauen zu der übergroßen Mehrheit der Arbeiterschaft, daß sie die in einem so unsinnigen Beschluß liegenden Gefahren rechtzeitig erkennt. Die Buchdruckcrei Wilhelm Wagner, Brandenburgsir. 72/73, ersucht uns um Au'nabme einer Zuschrift, worin betont wird, daß die Kündigung des betreffenden Maschinenmeisters eriolgt sei, weil er sich enlgegen den Bestimmungen dcS Deutschen BuckdruckertarisS geweigert habe, Ueverstunden zu machen. Infolge dieser Kündigung habe da« Personal die Arbeit niedergelegt. Der Firma seien hierauf vom Arbeitsnachweis organisierte Arbeiter nachgewiesen worden._ Eigene Hilfe. Der GewerkschastSbund der Ortsgruppe Cassel hat in Verbin» dung mit der Am unter Vermittlung und unter Garantie der Stadt von einer Casieler Schuhwarenfabrik einen großen Posten Schuhe übernommen, weil die Fabrik erklärt hatte, sie siebe vor der Not- wendigkeit, ihren Betrieb schließen zu müssen, da sie für ihre Fa- brikate keine Absatzmöglichkeit hätte. Der Betriebsleitung der Fabrik ist eS nun mit Hilfe des Magistrats und des Gewerkschaftsbundes gelungen, die Aussperrung von etwa 200 Arbeitern zu verhindern. Es handelt sich um 6500 Paar Schuhe, die der Gewerkschaftsbund und die Afa unier Garantie der Sradt übernommen hat, unter der Bedingung, daß der Beirieb uneingeschränkt fortgeführt wird, was die Finna zugestand. Die Preise für die Schuhe bewegen sich durchschnittlich 100 M. unter dem Herstellungspreis. Die beste Qualität kostet 175 M._ Ter Demobilmachu»gskommifsar gegen ein Urteil des Schlichtungsausschnsies. Der Betriebsrat einer hiesigen Möbelfabrik teilt uns folgenden Fall mit: Zwischen den Arbeitern und dem Unternehmer der betreffenden Fabrik war ein Konflikt ausgebrochen, dessen Ursache im wesent- lichen darin bestand, daß der Unternehmer eine mit dem Betriebs- rot getroffene Vereinbarung, die Entlassungen bei ArbeitSmongel verhindern sollte, nicht innehielt. Um den Konflikt beizulegen, wandten sich die Arbeiter an das Demobilmachungsamt, das einen Verhandlungstermin ansetzte und dem Unternehmer aufgab, bis da- hin nichts gegen die Arbeiter zu nternehmen. Der Unternehmer meinte aber, daS Demobflmachimgsamt geh« ihn gar nichts an und bekundete diese Auffassung dadurch, daß er eine Woche vor dem Termin die betreffenden Arbeiter entließ und die Arbeiten an Zwischenmeister vergab. Die Entlassenen klagten beim Schlich- tungsausschuß mit dem Erfolg, daß der Unternehmer verurteilt wurde, die Entlassenen wieder einzustellen und ihnen eine Eni- schädigung für die verstricken« Zeit der Arbeitslosigkeit zu �zahlen. Die Klage war auf Grund des Betriebsrätcgefetzes erhoben, denn sie hatte zum Gegenstand eine nach§ 74 dieses Gesetzes getroffene Vereinbarung. Das Urteil des Schlichtungsausschnsies war also, wie eS§ 84 des Betriebsrätegesetzes ausdrücklich sagt, end- gültig. Die Kläger waren deshalb erstaunt, daß sich trotzdem der Oberpräsident als Demobilmachungskommisiar noch weiter mit der Angelegnheit beschäftigt« und verlangte, es solle durch Vor- legung der von dem Unternehmer mit den Zwischenmeistern abge- schlossenen Verträge festgestellt werden, ob er, wenn er ihnen die Arbeit wieder entziehe, um sie den entlassenen Arbeitern zu über- tragen, eine hohe Konventionalstrafe zu zahlen habe. Sei dies der Fall und könne nicht nachgewiesen werden, daß der Unternehmer in der Lage sei, die Konventionalstrafe zu zahlen, dann müsse das Urteil des Schlichinngsausschusses aufgehoben werden. Es wurde versucht, in diesem Sinne eine Einigung zwistben den Parteien herbeizuführen, was die Arbeiter aber im Vertrauen auf ihr gutes Recht ablehnten. Sie wollen den Ausgang dieser Sacke abwarten in der Meinung, daß das Urteil des Schlichtungsausschusses durch keine Instanz abgeändert werden kann. Zum �enstcrputzerstreik. Trotzdem die in dem Verein derGlasreinigungsinstitute organ'- sterten Unternehmer sowohl in bürgerlilhen Zeitungen wie auch in Rundschreiben an die Kundschaft damit krebsen geben, daß sie durch die bohe Forderung, Zahlung eine« Lobbes von 225 M. dem Ruin zugetrieben werden, haben sich bis jetzt schon ca. 105 Firmen bereit erklärt, die Forderunq der Streikenden zu bewilligen. Damit ist der Beweis erbracht, daß e« dem Unternehmer sehr wohl möglich ist den geforderten Lohn zu zablen. Nur die HaUstarriakeit der Unternehmer ist schuld, daß es bisher nock nichr zur Arbeitsanfnabme gekommen ist." Auch von der Organisation der selbständigen Fenster- Putzer ist der Lohn bewilligt. Diese Tatsache ermutigt die Streikenden nach wie bor. zu ihrer Forderung zu stehen und geschlossen im Streik zu verharren. Parteinachrichten. Es geht vorwärts. Einen erfreulichen Stand der Organisation zeigt der Abschluß deS Sozialdemokratischen Verein« G r o ß- K i e l für do?� 2. Quartal 1920. Trotz der ungünstigen wirtschalilichen Verbälmisse stieg die Milgliederzahl von 18154 am 1. April d.J. auf 18 883 am I. Juli. Darunter waren 16 304 männliche und 2584 weibliche Mitglieder. Abgereist find im Laufe deS Ouartal» 676 Männer und 93 Frauen. Ueber die Fluktuation aeben die Zahlen der Ausgetretenen und Neilaufgenommenen Aufschluß. Ausgetreten sind 682 Männer und 154 Frauen, eingetreten dagegen 1730 Männer und 171 Frauen. Durch den Tod wurden der Partei 43 Genosien und 1 Ge- nossin entrissen. Der Kassenbericht schließt in der Einnahme und Ausgab« mit 145 915.91 M. ab. An den Bezirksvorstand konnten an Eintrittsgeldern und 70 Proz. der Beiträge 43 755.18 M. abge- fübrt werden. Für den Wahlfonds wurden 88 852,50 M. abge- lieiert. Der Kassenbestand erhöhte sich von 11 547,49 M. am 1. April auf 26 532,63 M. am 1. Juli. Der Bericht zeigt, daß es trov aller Anfeindungen von links und rechlS v o r w ä.r t S geht. Gestützt out das Vertrauen der sozialistisch geschulten Kopf- und Handarbeiter wird die Sozial- demokratische Partei auch in Zukunh für die Interessen des Volks einireten. Rastlose Arbeit der Parteifunktionäre und Vertrauensleute in den Betrieben wird auch in_der nächsten Zeit notwendig sein. Die Zusammenfassung aller Kräfte verbürg: unS den Sieg des sozialistischen Gedankens. Verantw für den redall, Teil: Dr, Wernl? Peilte, Sharlottenbury: für Anzeigen ■n Glocke. Berlin. Verlas i Vorwärls-Berlag G.m.b.H.. Berlin, Druck: Vor- wSrtS-Suchdruckerii ll. Verlagsantlalt Paul Singer u. To,, Lerli.i. Lindenstr, 3. Hierzu 1 vrilagr. h Die gute Massary-Zigarette Wer sie noch nicht geraucht hat, sollte sie probieren! Wer sie kennt, wird zum überzeugten Anhänger unserer Fabrikate. Urteilen Sie selbst! ütfotge-£oM<60E