Kr.ZSS� 57. Jahrgang Ausgabe A Nr. 42 Bezugspreis: Bsrtelfijhri. N.— M!., monatl.ia,— Mt. frei in»»aus. voraus zahlbar. Poft» boug.- Monatlich 10,— Ml, erkl. Av- ftellungsgebühr. Umer 5ireu,band iilr Deutschland und Oesterreich 16.' 0?ii. für da, übrige Aueland bei täglich einmal. Suftellung 21 30 M. Posta?. siellungen nebmen an Ocsterreiich Ungarn. Tscheche- Slowakei. Däne- niart, öolland, �urenidurg, Schweden nnt die Schwei,.— Cwaetraaen in die Poü»leitunq«.Pre>»lisre. Der.Vorwärts" mit der Eonmaa»- beilage.Doli u. Zeit"-richeini wachen- täglich zweimal. Sonntag» und Man» tags-.ninal. Te!egramm»Adreffe .Sozlalbcmorret Serllu- Ausgabe c j berliner NolKsblstt AnzeiaenpreiS: Die achtaelpaltene RonvureMezeue lolts t 3.— M., Tencrungszusch l ag SV°/» «Kleine ilinzeiiien". Ca» lett- gedruckte Wort 1,— M.(zulasstg zwe� iettgedruckte Wortel, icdes weitere Wort 60 Psg. Stellengesuche»nd Schlafstellenanzeigcn das erste Wort 63 Pfg. tedes weitere Wort 10 Pfg. Worte Uber 13 Buchstaben»äblen mr :w«i Worte. Teuerunaszuschlaa ?amilien»An?eigeii für Abonnenten Zeile 2,— M., volilische und gc- wertschastliche Vereins- Anzeigen 3,— Ml. die ZeUe ohne Anfschlag. Anzeigen für die nach st e Olummei müssen bis 5 Uhr nachmittags im Hauvtgeschäft, Berlin SW 68. Linden- ftratze 3. abgegeben werden,«evunei van 9 Uhr irüh bis 3 llhr abend». �entralorgan der fozialdcmohratirchcn Partei Deutfcblands Ueüaktion und Expedition: SW. öS, Lindenstr. 2. »vernwrecder: Amt Mortttvliiü. Nr.»7,1 S0—»S» t»7. Die Ergebnisse von Spa. .V tteyer iue Ergebnisse der Kvnserenz von Sva verbreitet das 23TB. folgenden amtlichen Bericht: ®>Va, 17. Juli.«Amtlich. l Tic Äonferenz hat von de» vier EegeoLänden der Tagesordnung in der Reihe erledigt: die m i l i t ä- r» s ch e Frage, die Frage der Kriegsverqehen und die Kohleufrage, die Frage der Wiedergutmachung konnte«'cht mehr behandelt werde«. g Am raschesten ist das Problem gelöst morden, da? noch vor kur- zer Zeit die Gemüter out heftigsten bewegte, vamlich der B e- straf ung der Deutschen, welche wegen Bergrhe» gegen die Krieghrezeln angeschuldigt wurden..?>icr ist es einer gemischten Komorission von Sachverständigen in kürzester Zeit gelungen, eine BeMändigung über die einschlägigen Mctbvden zu erzielen. Hätte man in den Fragen der Entwaffnung Deutsch- l a n d s und seiner stvhlenlieferungen an die Alliier. te n eine« ähnlichen Weg eingeschlagen, so würde man sich Zeit und Kraft erspart haben. Le'der wurden in beide» Fragen die?er- bottdlungen mit einem Verhör der angeklagten dcut- schen Regierungen beganuen und mit einer einseitige» Entscheidung geschloste«. Die deutschen Gegengrüude konnten nicht mit der nötigen Ausführlichkeit zu Gehör gebracht werden. Das Perhandcla im Plenum machte eine geschäftsmästige Erledi. gvng unmöglich, wenn man auch die schwierige Lage der Alliierte« anerkennt, die immer erst unter sich einig werden mußten, um Deutschland eine Antwort zu geben und von dieser Antwort dann kaum wieder abgehen konnten. Wenn man die Absicht der Alliier- te» zugibt, Teutschland entgegenzukommen, so bleiben die von der deutschen Delegation unterschriebenen Protokolle doch eine a u h e r- ordentlich sck>were Belastung uusereS innerppli» t i f ch-e n wirtschaftlichen Lebens. Sie erhalten einen be, fonders gehässigen Ehärokter dadprch, daß die Alliierten es für nötig befunden haben, in beide» Fällen ihre Entscheidung uns o ü s z u. zwingen. Jmmerbi» entholten die unterzeichneten En.tscheidun- gen nicht bloß Nachteile für Deutsöiland. Die militärische Entscheidung läßt unS die Möglichkeit, die Ruhe im Industriegebiet, der sogenannte« neutralen Zone, nötigenfalls durch die militari- scheu Machtmittel avfrechtzuerhalteu, und sie verläugert die Friste« für die Entwaffnung und die Herabseti ung der HeereSstärke um weitere drei bis sechs Monate. Auch gibt sie dem Rest des deutschen Heeres in mehreren Punkten eine bessere Organisation. Tie Sohleuentscheidung wird nach dem Beschluß des WiedergutmachitugSausschilsse» über die Höbe der monatlichen Kohlenl«e?Kbungeu vorlänfiy von 2 Illg 000 Tonnen auf 2 000 000 Tonnen herabqesestt und gibt die Aussicht, den Ausfall in R u h r k» b l e, der durch die vereinbarten Liesernnge« entstellt, durch eine Mehrbelieferung mit oberschlesischer Sohle einigermaßen zu mildern. Außerdem richtet sie für Oberschlesien eine besondere Soblenkommissioo ein, in der Deutschland als Misglied vertreten ist. Für die auf dem Landwege gieliesclrte Sable wird eine Prämie von 5 Mark Gold pro Tonn« und der Vorschuß iu Höbe des Reste? der Differenz zwischen dem deutschen Inlandspreis und dem auf bestimmte Art festzustellenden Weltmarktpreis gewährt, der monatlich nach Maß- gäbe der Höhe der.Sohlenlirserung fällig wird. Die Prämie und der Vorschttß können und kellen svfvrt zur Erhöhung der Lebensbaltuug deS deutschen Volkes verwendet werden, ins- besondere derVergarhriter, Hnrch deren Mehrarbeit in erster Linie dir Durchführung der Soblrnliefeuugen an die Alliiete» er- möfllicht wir». Fie nötigen Maßregeln zur Belieferung de? Gebietes mit Mehl»nd zur Beschaffung auswärtiger Lebeusmittelzufnhren sind schon in Angriff ge» « o m m e it. Die von de« Alliierte« mit großem Nachdruck verlangt« Unter- zcichnung der Klausel, daß im Falle nicht genügender Kohlenliefe- mttf sofort das Ruhrgcbiet besetzt worden könnte, hat die deutsche Delegation abgelehnt. TaS Abkommen wurde nur unter Ans- schluß dieser Klausel unterzeichnet. AlS Positivetz Resultat der Konferenz darf verzeichnet werden, daß im Laufe, der Verhandlungen die Stellung der deutschen Tele- gierten sich der normalen Ztellung immer mehr näherte, wenn sie sie a»ch noch keineswegs erreicht hat. Es ist zu hoffen, daß die Frage der Wiedergutmachung iu Genf von vornherein in einem weniger mißtranischen Geiste ver- handelt werden wird, als ihre Vorgänger in Tva. Eine Erklärung Kues. Berlin, 17. Juli. Wir erhalten«us Essen folgende Erklärung des ReichHtngiabgeorbi'eteTr H u e: Die Nmkiriäbt her..RHcmisch- Westfäli sichen Zeitung", ick sei ostentativ aus Protest gegen die Haltung der Regieruvgsvertrcter mit den Werksvortrotern von Spa abgereist, ist s a l s ck. Tie Absickt evnes Protestes lag mir völlig fern. Meine Mission als Sockmnsständiger in Berg- arbeiterfrogen war erledigt; deshalb reiste ick ab. Unbeschadet meiner Llüfsassirng von der materiellen Trag werte der uns auige.zwuingenen KoHlenverpslichtung, bin ich der Ueberpeugung. daß die Negienungs- Vertreter ihren Entscheid nach gewissenhafter lleberlegung aller po- Diischen Konieallenzen getrosten haben, wa? ich auch von meinem Stanidpunlöte als«peziaiist zu beachten halbe. Die letzten Stunüen in Spa. Der kiabinettsbeschlutz. V. S. Spa, 17. Juli. lEig. Drohsbericht des.Borwärts�.s Es ist für die Tragikomödie von Spa charakteristisch, daß d.er ursprüng. I i ch« und eigentliche Zweck der Spaer Konferenz v o l l st ä n» big unter den Tisch gefallen ist, aber die Spann u n g war in den letzten Tagen unerträglich geworden. Es wäre eine ungünstige Atmosphäre tiir die Behandlung derartiger Problem« gewesen, jeder wollte nach Hause. Die Abreise aus sva erfolgte mit geradezu fluchtartiger Schnelligkeit. Lloyd George reiste bereits gestern abend ab. Sforza um l0 Uhr, Millerond um 11 Uhr vormittags, lieber die Mehrbeitsvcrbältnisse innerhalb des KabineitS bei den endgültigen Beschlüssen in Lefraineuse war bisher wenig Bestimmtes zu erfahren. Fest stebt jedenfalls, daß die drei Zentrum« mini st er FehrenSach. Hermes und Wirth für die Unterzeichnung waren, und daß der PollSparteiler und Reichswirt- schaftsminister Scholz dagegen stimmte. Tie Stellungnahme Von Simons selbst ist zweifelhast. Aus verschiedenen Aeußeru»- gen von ihin kann geschlossen werden, daß er ebenfalls dagegen stimmte. In der letzten Sitzung der Delegation am Freitag abend machte Lloyd George eine Anspielung auf gewisse deutsche Kreise, die die Besetzung des Ruhrgebietes g e r a d e z u p r o v o z i e- ren wollten. Das war deutlich auk StinneS gemünzt. Ueber den Fall StinneS wird man ipäter eingehend sprechen müssen, auch über die Tragweite der gestrigen Unterwerfung. Auch hier ist ein. bedeute nder Fortschritt gegenüber dem Friedensvertrag erzielt worden, aber das ist ein magerer Trost. Das Spaer Kohlenabkommen bedeutet die Versklavung der Bergarbeiterschaft, vielleicht auch eine katastrophale Arbeitslosigkeit in kürzester Zeit. Spa, 17. Juli. Die englische Delegation reiste um 0 Uhr morgens ab und trifft um 8 Uhr abend« i« London ein- Lloyd George spricht am Montag im Unterhau«. Die Franzose««tfte» u« 11 Uhr ab. Ter Reichswirtschaftsrat und die Verhandlungen in Spa- Berlin, 17. Juli. Der vorläufige Reichs wirtfchafts. rat tritt am Donnerstag, den 22. Juli, vormittag« 10 Uhr. im PlenarntzungZsaale de« vormaligen preußischen Herrenhauses zu einer Sitzung zusammen mit folgender Tagesordnung: Bericht der R e i ch« r e g i« r u n g über die Verhandlungen in Spa. Die Verteilung üer Ent)chäüigungen. Spa, 17. Juli. iffi. T. B.) Der O b e r st e Rat regelte gestern die Verteilung der österreichischen, ungarischen, bulgarischen und türkischen Entschädigung. Da« gesamte Abkommen über die Verteilung dq� Entschädigungen erhielt gestern seine endgültige Fassung und wurde unterzeichnet. Spa, 17. Juli. fT.U.) Die alliierten Delegationen find sich über den Prozentsatz einig geworden, den die einzelnen Länder von den deutschen Entschädigungen erhalten werden. Die Ziffern wurden wie folgt festgesetzt: Groß- britanien erhält 22. Frankreich 52, Italien 10. Japan»Ii, Belgien 8, Portugal»/« Prozent. Di- übrigen 60., Prozent sollen für Griechenland, Rumänien. Tschechien- Slowakien und die übrigen Mächte reserviert werden, die ein An- recht auf Enlschädigungs'leistungen haben. Kohlen— aber keine Transportmittel. vrüffel, 17. Juli.(28- T. B.) Nach belgischen Blätiermeldungen macht der Abtransport der d e u t s ch e n K o h I e den Belgiern und Franzosen bereits Sorgen tvcgen des Wagenmangels der Eisenbahnen.__ Der Internationale Sergarbeiterkongreß. Paris, 17. Juli.(T. U.) Der Internationale Bergarbeiter- kongreß, der Anfang August in Gens zusammentritt, wird von S m i l l i e und dem Sekretär der Internationalen Bergarbeiter- ovganisation H-o d g c geleitet werden. Die französiscken Berg- anoeiter haben bereits einen Rapport über die Ratisnalisre- rung der französischen Bergwerke cingeryck:. Von den belgischen Bergarbeitern ist ein Entwurf für die Statuten der tntcr- nationalen Bergarbeiterooganisationen eingereicht worden. Tie Belgier behalten sich das Recht vor. die Politik der de.utsckien Berg- avbeider während der Dauer des Kriooos zu kritisieren. Ter Ver- treter der deutschen Begarberter, H u e, wird ebenfalls nach Genf kommen, um am Kongreß teilzunehmen. Fr-»zSsische Justiz. Da« französische Kriegsgericht verurteilte! den Bäcker Gustav Dckenk vom Landauer Proviantamt, der zwecks Erreichung einer Lrbnerböhung am l. Juni nickr gearbeitet! und als Vertrauensmann weitere vier Arbeiter zur Arbeiismeder« legung aufgefordert hatte, zu 20 Jahren Gefäugni«.! vorwärts-verlag G.m.b.£>., EW. SS, Linöcnste. 3. Fernsprecher: Amt Mortuplafc, Rr. 117 53—54. Zum Zoll kautskv. Die Bezirkskonferenz der U. S. P. für Hessen hnf kürzlich. wie wir berichteten, einstimmig beschlossen, best Ausschluß Karl Kautskys ans der Partei zu beantragen. Damit soll die große Reinignngsaktion begonnen werben, die vom Exekutivkomitee der Moskauer Internationale als Bedin- gnng für die Ausnahme der Unabhängigen in ihre Reihen gefordert wird. Daß es bei Kautsky nicht sein Bewenden haben wird, ist bekannt. Auch der Name des Ghefredaktcurs der.Freiheit". H il f e r di n g, stobt auf der ProikriptionS- liste, und weiterdings ist auf ihr auch der Name C r i s p i e n aufgetaucht. Es gilt zunächst die Partei von diesen„Ar- beitcrverrätern" zu befreien, dann dürfte auch für andere dieser Art wie Erdmonn. Greiling, Ferna» usw. das Stündlein geschlagen haben. Mit S t r ö b e l ist ja in Steglitz der Anfang schon gewacht. Andere wieder wie Bernstein. Ne st riepke.. Zadek, Herz- Altoma. Schröder- München, K ü ih n- Koblenz haben schon aus eigenem mit mehr oder weniger liebenswürdigen Abschieds- briefen der Partei den Rücken gekehrt. Auf dem Leipgigcr Parteitag der U.S. P. tat Hilfer- ding für die Theoretiker der Partei die Freiheit der For- schung gefordert. Ueber die Frage, wie weit die Freiheit der Forschung innerhalb einer Partei reiche, hat es bekanntlich in der einigen Sozialldemokratie von einst leb- hafte Auseinandersetzungen gegeben. Es gab da eine weit- herzige Richtung, die meinte, daß man die Theoretiker nicht genieren, sondern die Entscheidung, ob sie mit ihren Anichauungen noch zur Partei gehören könnten, so weit wie möglich ihnen selbst überlassen sollte, und eine engere, die ängsttich darüber wachte, daß die Prinzipien der Partei nicht durch Jrrlclhr-en verunreinigt würden. Nur in einem belangreicheren Fall gelang es dieser engeren Richtung einen Erfolg zu' erzielen, nämlich durch den Ausschluß des Schriftstellers Gestl)ard Hildebrand, der auf dem Chemnitzer Parteitag erfolgte. Den Streit darüber wieder aufzunehmen, ob dieser Ausschluß, der u. a. von Dittmann und Clara Zetkin lebhaft befürlvortet wurde, richtig war oder nickst, wäre müßig. Iedenjall* stecht die Tatsache fest. daß. wer die'unbegrenzte Foricherfreiheit innerhalb der Partei beanspruchte sich nicht auf die Aradi- tionen.der alten, einigen Sozialdemokratie berufen kann. Theoretisch war diese Stellungnahme zweifellos auch richtig. Eine Partei muß das Recht hoben, selber darüber zu entfcheiden, mit welchen Anschauungen maii»och zu ihr gehören kann und mit welchen nicht mehr, die Anwendung dieses Rechts ist nur eine Frage der Prinzipien der Partei selbst und der taktischen Klugheit, mit der sie geleitet wird. Das Reckst der Partei, Mitglieder wegen ihrer von den allgemeinen Grundsätzen abweichenden Anschauungen aus- zuschließen, findet seine notwendige Ergänzung in der Pflicht der Partei, für die Wahrung der wissenfchastlickien und poli- tischen Meinungsfreiheit inncrihalb des Staats ganzen energisch einzutreten. Würden Partei imd Staat in eins verschmelzen und die Begrenzung der Meinungsfreiheit in der Parten zugleich auch ihre Vernichtung im Staats gm zen in siw einschlißen, dann würde ein unerträglicher Zustand der Geist esknechtschoft geschaffen, der jedem, dem die Mem'chnrecht« nickst leere Worte sind, die Pflicht zur Rebellion auferlegte. Die Partei der llnobbängigen hat also zweifollos da-? Reckst, darüber zu entscheiden, ob sie Karl Kautskn nock als ihren Parteigenossen anerkennen will oder nicht. Wir könnten es ihr nickst einmial übetnehlnen. wenn sie ihm dieie. Anerkennung verweigerte. Denn KautIky ist kein Unab- hängiger von der Richtung, nach der sich die ll. S. P. in den letzten Jähren enttvickelt bot, K a u t s k y ist Sozialdemokrat, und steine Zugehörigkeit zur U. S. P. könnte nur dann wieder eine mebr als bloß äußerliche werden, wenn die II. S. P. wieder eine s o z i a l d e m ojf r a t i j ch e Parte; würde, die sie durch ihre Absage an die Demokratie anfge- hört hat zu sein. Das Vecklstiltnis Kautskys zur ll.S.P. wird am besten durch die Tatsache illustriert, daß der sozialdemokratische Parteivorstand zum bevorstehenden Kongreß der zwei- ten Internationale in Genf als seine Denkschrift über die Frage„Demokratie und Diktatur!" eine sthon zuvor erschienene Schrift Kautskys einreichen konnte mit dem Bemerken, ibr Inhalt entspreche vollständig den An- schauungen der Sozialdemokratischen Partei. Wenn die Führer der ll.S.P. trotzdein ein gewisses Grauen davor empfinden, Kautsky aus ihrer Partei aus- zuschließen, so ist das sehr wobl zu begreifen. Denn der Ausschluß des anerkanntesten Theoretikers des Marxismus würde in der ganzen sozialistischen Welt das ungeheuerste Axiffehen erregen, lind der Geruch dieses Brandopfers würde, von den Moskauer Göttern abgesehen, niemandem ongenebm in die Nase steigen. Dazu kommt, daß längst eine beängstigende Flucht der Intelligenzen aus der Partei eingetreten ist, und dies« Flucht würde nach dein Ausschluß Kautskys noch größere Dimensionen annehmen als bisher. Für einen großen Teil der Unabhängigen würde es auch eine innerliche Unehrlichkeit bedeuten, wenn er dem Ausschluß Kautskys zustimmte. Denn es ist ja ein offenes Geheimnis, daß Kautsky in der U.S. P. zahlreiche stille Anhänger hat. denen der Sowjetsckwindel nach- gerade zum Halse heraushängt und denen bloß der Mut fehlt, dies offen zu sagen. Peinlich wirkt es darum, daß Kautsky in der ganzen U.S. P. keinen Verteidiger findet— auch nicht in der„F r e i h e i t", wo man sich doch sagen muß. daß man nach dem Hinauswurf eines Kautsky mit andern erst recht nicht viel Federlesen machen würde. Das sind indes Dinge, die die U.S. P. mit sich allein abzumachen hat. Was aber uns alle angeht, ist dies: kann sich auch die U.S. P- auf„Präzedenzfälle" in der alten Partei berufen, wenn sie sich selber auf Moskauer Befehl die 'besten Köpfe abschlagen will, so steht sie heute doch in einem andern, viel wichtigeren Punkt im Gegeniay zu den Uebrlieserungen der alten Partei. Sie hat das Staats- b ü r g e r r e ch t der freien Meinung abgeschworen, S ta a t s b ü r g e r r ech t der freien Meinung abgeschworen, und jene russische D i k t a t u r f o r d e r u ng akzeptiert, die als die letzte Mode des„revolutionären" Sozialismus gilt. obwohl sie doch weiter nichts ist als ein fauliger Rest des alten Zarismus. Ginge es in Deutschland nach Moskauer Diktat, dann würde Kautsky nicht nur aus der U.S. P. ausgeschlossen. son dern auch als Staatsbürger und Gelehrter seiner Mei- nungsfreiheit beraubt werden, es gäbe dann keine Verla mm- hing mehr, in der er reden und keine Zeitung mehr, in derer schreiben könnte. Denn die Sowjetcespotie o.gnügt sich nicht damit,..Arbeiterverräter" wie Kautsky aus den Reihen der Heiligen und Reinen zu entfernen, sie macht sie a u ch st u m m. So hat sie es mit unzä kurzen revolutionären Vorkämpfern Rußlands gemacht, die nicht in ihr Horn stoßen wollten, solche Erperimente hält sie für unerläßlich'zum Zweck der„Befreiung des Proletariats". Kautsky, der Vorkämpfer des europäischen Sozia- lismnS gegen den— von ihm so genannten— tatarischen ist der Sowjetdespotie beionders verhaßt. Jedes neue Schreiben des Exekutiviomite.'s fordert von der U.S. P. seinen Kopf. In Hessen haben sich schon gefällige Helfer eingestellt— die Partei als Ganzes und ibr? einzelnen Mitglieder s ch w eigen, niemand hat den Mut. die unvenchömte Einmischung Moskaus zurückzuweisen. Würde eine ausländische Partei sich eine ähnliche Zmnutung an die deute Sozialdemokratie leistest, sie hätte längst eine Antwort mit. einem Zitat aus Goethes berühmtem Jugendwerk. Aber es ist offenbar nickt„revollutionär", auch ein wenig Selbst- a ch L u ng zu befitzen... wie Amerika in Ungnaüe fiel. .. Bricht des parlamrntari scheu Untersuchungsa-us- schusses. von dem wir an anderer Stelle den entscheidenden Teil veröffentlichen, ist auch eine Reihe von Telegrammen beigegeben, ans denen auf den politischen Horizont des deut- ichen Exkaisers wiederum etliche Streiflichter fallen. So tele- grüphiert Legationsrat v. Grünau aus Pleß an das Aus- wärtige Amt am 9. November 1917 das Folgende: Der Kaiser argiimawiert folgendermaßen: Die Demarche Wilsons ist erfolgt, um England vor dem U-Loot-Kricg zu bewahren und uns unter seinem und der europäischen Neutralen Drucke zum Nackgeben zu zwingen. Ten Krieg wollte er nicht oder nur. wenn die anderen Neutralen mitgingen und vorgespannt werden konnten. Nachdem man gesehen, daß die Neutralen sich mit U-Boot-Krieg ab- finden und sich nicht für England erklären, ist man geneigt, einzu- lenken, um auf andere Weise das Unheil abzuwenden. Wir sollten Nach Gstlanü wollen wir reiten.. Bon Jalob Alt maier. 2. Woigitzki und BarczewSki. I" dichtbevölkerten Gegenden, wo die Menschen zu Hundert- tauseuden eng beieinaUder wohnen, ringen sich Periönlichteilen und '.ihrer nur sehr schwer nach oben. Anders, wo die Menschen dünn gesät sind und erst nach Tagereisen wieder ein kleines LandstädtckeU auftaucht, wo Zeitungen selten und der Fernsprecher nur bei Post- onstalten zu treffen ist. In solchen Gegenden legen sich Sagen und Gerüchte lang und schwer über die niedren Dächer und gar leicht ranken sicki. wie Efeu dicht. Legenden um die Menschen in der vor- dersten Reihe. So in Ermland und Masuren, wo die einsam wohnenden Gutsbesitzer froh die Schenkel schlagen, wenn ein Gast zu ihnen kommt. Den bewirten sie mit ollem Ueberfluß dcS Landes, und zu dessen Ehren und ans Freude über die Abwechslung erlebten wir einen Gastgeber, der in einer einzigen Nacht hundert große Schnäpse trank und am frühen Morgen leicht und heiter im kühlen See die heißen Glieder badete. Hier wachsen MensSen. unverbraucht und von keines Gedoiilens Bläffe angekränkelt. Hier gedeihen aus ihnen Führer, schon wenn sie zollbreit über die Masse ragen. In der Arbeit für den'tl. Juli, seit hundert Jahren die tiefste und stärkste Volksbewegung de« Ostens, hört man auf jedem Weg und in jeder Schenke und in jedem HauS zwei Namen: Woigitzki und Barczewski. Woigitzki, der Führer der Deutschen, der die Heimatvereine ge- gründet und der der Kopf der deutschen Agitatlon ist. Ein Mann um die Vierzig, voll Energie und Ruhe und mit abentenerlicker Ver- gangenheit. Völlig im Hinlergrund stehend, leitet er von hier aus die Bewegung mit tausend Fäden. Keiner kennt den Volkscharakter so wie er, und keiner weiß rhn derart kür seine Sache auszunützen. Jedes Flugblatt, jedes Schlagwort, jeder Zeitungsartikel, jeder Aufruf iragl seine» Stempel. Wohin man kommt: Woigitzki! Wo er sich öffentlich zeigt, brausen Hochruke auf ihn. Wo die Volks- menge seiner habhaft werden kann, hebt sie ihn aus die Schullern. Verschäiiil sucht er allen Huldigungen zu entgehen, und wer ihn sieht, ruhig, gelassen und harmlos, der abnt nicht, daß lausend gute Teufel und hundert böse Engel in ihm wohnen, den immer lächeln- den und immer heitere» Woigitzki, auf dessen Kopf die Polen 150 000 M. gesetzt haben sollen. Auf der anderen Seile dann Jan BarczewSki, der große Polen- iührer. Sein Aller wird zwi'chen 30 und 40 Jahren augegeben- Er ist Gutsbesitzer in der Gegend von Allciistein. Die Polen nennen seinen Namen mit Ehrfurcht. Seine Stärke ist die mündliche Agitation. Uls guter Redner zieht er von Versammlung zu Versammlung. Er scheint der Anwalt seiner Landsleute zu sein. denn wo auch Polen wohnen, überall wartet man auf den großen die üble Lage, in die Amerika ftÄ gebracht hat, ausnutze«, um Ge- nugtnottg für de» Affront zu erlangen, den es uns dadurch angetan hat, daß es, sich auf den angeblichen Bruch unseres Persprechens berufend, die diplomatischen Beziehungen ohne wciieres abgebrocheir hat. Wenn Amerika jetzt wieder verhandeln will. so möge es zunächst die normalen Organe hierfür wieder in Funk- tion treten lassen. Amerika überlegte es sich dann bekanntlich noch ziemlich lange, ob es vom bloßen Bruch der diplomatischen Beziehun- gen zum Krieg übergehen solle oder nicht. In jener Zeit be- richtete Admiral v. Holtzendorff über einen Wunsch des in Wien verbliebenen amerikanischen Botschafters, man möge. um die Atmosphäre nicht zu verschlechtern, die nächsten nach England fahrenden amerikanischen Schiffe nicht torpedieren. Ter tapfere Admiral plädierte für Ablehnung dieses Wun- sches. Der Holtzendorff-Bericht enthält als Annex folgende Randbemerkung des Kaisers: Einverstanden, abzulehnen. An Auswärtiges Amt 18. 3. 17. W(ilhelm). ES ist ein für allemal Schluß mit Perhandlungen mit Amcrika. Will Wilson Krieg, so soll er ihn herbeiführen und dann haben. So»vor nun das„in üble Lage" geratene Amerika bei Majestät gänzlich in Ungnade gefallen. Die Folgen nxiren bekanntlich schrecklich— für Amerika I Geheime Senatsakten. Ein Beitrag zum Fall Nicolai. Herr Rechtsanwalt Dr. Ernst Emil Sch weitzer ersucht uns als Prozcßbevollmächtigter des Professors Nicolai um Aufnahme einer Erklärung in Sachen seines Klienten, aus der wir folgendes wiedergeben: „In der großen, von den sozialistischen Studenten einbe- rufenen Bersammlung, welche am 12. Juli in der Berliner Uni- versität stattfand, haben es die Vertreter der nationalistischen Studentenschaft es wieder für angezeigt gehalten, die alten per- sönlichcn Beschimpfungen und Verdächtigungen der Person des Herrn Professors Nicolai aufs neue zu wiederholen. Ta sich jene Leute hierbei auf das„Urteil" des Senats der Berliner Universität berufen, sei folgendes mitgeteilt. Herr Professor Nicolai Hai gegen die Verfasser des Urteils Strafantrag gestellt. Er beabsichtigt allerdings diesem Ver- fahren aus kollegialen Gründen keine Fortsetzung zu geben, nachdem ihm nunmehr der Senat den persönlichen Schutz für seine Vorlesungen zugesichert hat. Wohl aber wird Professor Nicolai auf dem Wege des Zivilprozesscs den gegen ihn er- hobenen Anschuldigungen entgegentreten, um eine Klärung der Sach- läge zu erreichen. Charakteristisch dafür, wie man Herrn Professor Nicolai gerade an einer solchen Aufklärung des Sachverhalts zu hindern sucht, ist folgendes: Ter Oberstaatsanwalt beim Landgericht I, Berlin, hat in seinem Bescheide voui 30. Juni 1920 die Erhebung der öffentlichen Anklage zunächst abgelehnt, indem er sich auf die von der Staatsanwaltsschaft herbeigezogenen Akren der Berliner Uni- versität beruft. Ich habe darauf, als Prozeßbevollinächtigter des Herrn Professors Nicolai, um mich über die Einlegung einer Be- schwerde schlüssig zu machen, den OberstaatSairwalt ersucht, mir, bzw. Professor Nicolai Einsicht in d i.« Akten der Staats- anwaltschaft zu gewähren. Tiesem Ersuchen, dem die SiaatS- anwaltschast als unparteiische Behörde selbstverständlich hätte nach- kommen müssen, ist der Oberstaatsanwalt durch Bescheid vom k. Juli 1920 entgegengetreten, indem er erklärte,„er habe B e-. denken, ohne Genehmigung des Senats der Berliner Universität die Einsicht in dir Alten des Senats zu gewähren." Diesseitigen Erachtens wäre der Herr Oberstaatsanwalt ver- pflichtet, alles zur Aufklärung de« Sachverhalts zu tun, und es ist im hohen Grade befremdlich, daß die Strafverfolgungsbehörde Herrn Professor Nicolai an dieser Aufklärung behindert. Das geschieht zu einer Zeit, in der nach Artikel 129 der Rcichsverfassung Jan, den die Multcs Gottes von Czenstochau beschützen soll und der dem GermanSki heimleuchten wird. Sein Name geht wie der eines Schinderhannes, der es den Reichen nimmt und den Armen gibt, von Mund zu Mund, heimlich und schwarznächtig, verehrt von allen, die auf ihn hoffen. Oft waren wir hinter dem großen Jan her. Nie konnten wir ihn erreichen. Immer hieß eS. er war hier, ist jetzt dort, und kam man nach dort, war er schon wieder weg. In allen polnischen MnnSen aber klingt fein Ruhm, und auf jedem polnischen Gesicht liegt der Abglanz de-S großen Jan. Jeanne d'Arc von Bischofsburg. Woigitzki ober und BarczewSki sind überstrahlt vom Ruhm der Jungfrau von Biichossburg. Um ihr Haupt liegt ein Heiligen- ichein. Deutsche wie Polen beten sie an. Sie ist eine kalholische Lehrerin mit dem gut deutschen Namen Lehmann. Lj�iren es Polen. warcn es Deuische. die sie schmeichlerisch in Lehmanowska um- gelaust haben? Man weiß e« nicht I Seit sie jedoch den Kreis Rössel aus de» Händen der Polen befreit ha«, ist sie die Jeanne d'Arc von BistoosSburg. Von den Deutschen wagte sich zu Beginn des Wahlkamvfeö niemand in die Dörfer dieses stark polnisch durch- letzten Kieises. Keine Versammlung konnte veranstaltet, kein Flug. blatt verbreitet werden. Da erging der Ruf an die Jungfrau von Bischofsburg, und wie jene Johanna von Doinrsmh trug auch sie die Oriflamme und eroberte da» Land für Deutschland zurück. Ein polnisches Allenlat. da» einmal gegen sie versucht worden ist, war Oel in die Flammen ihres Ruhm». Wir haben sie gesehen, die Jeanne d'Arc. und haben verstanden. Mehr junge Frau als Jungfrau. Ende der Zwanziger, ist sie die Güte und die Anmut selbst. Für den Zauber und da« Rätsel ihres Weien« gibt es nur einen Vergleich: die Gioconda I Weder die eine noch die andere vergißt, wer sie gesehen. Wo ibr Name geht, geht Lickit und Sonne. Einmal soll die Lehmanowska verliebt gewesen sein. Vor vielen Jahren. Jetzt bewahrt sie nur noch eine der wenigen ermländijchen HochzeitSkauben, die der Krieg verschont hat. Jene golddurchwirlte, langgebänderte Haube, die sich ehedem in der Familie von Generation zu Generation forteibie. die der Stolz der Braut, war und um die ein junge» Mädchen zwei Jahre ohne Lohn bei der Herrschaft dienen mußte. Vielleicht wird die Jungfrau von BtschosSburg eines Tage» doch oie Haube btzrvorholen: es sind nicht wenige, die daraus hoffen, und Tausende jubelten ihr zu. al» sie am Tage vor der Abstimmung im Festzuge durch Biichossburg schritt. Mitten durch die Scharen schworzbesrockter Männer ging sie im einfach weißen Kleid, und aus ihrer Stirn lag der Sieg. Und hinter ihr in Jubel und Freude: Stadl und Land. Alle Gehöfte und Dörfer der weiten Umgegend waren um diese Stunde, nienjchenleer. In laub- geschmückten Erntewagen. warcn die Betoohner gekommen und fuhren im Festzug. Gutsbesitzer mit ihren Söhnen, bis zu den jüngsten, ritten hinter der Muffk. Die Frauen und Töchter fuhren in leichten Federwagen, deren Räder mit Kornblumen durSflochlen und völlig davon bedeckt waren. Jeder Beruf stellte eine bejoudere als selbstverständlicher Grundsatz uperkannt w'.cd, daß dem Beamten Einsicht in seine Personalakten zu gewähren ist. Obwohl dieses Verhalten des Herrq Oberstaatsanwalts über den Einzelfall hinaus für die kommende Justizreform von Be- deutung ist, wäre diesseits gegenüber dem noch schwebenden Ver- fahren jede Stellungnahme m der Oeffentlichkett uatcrblieben, wenn nicht die ständigen Verunglimpfungen durch die nationalistischen Studenten eine Parteinahme erforderlich gemacht hätten." Die berichtigte Berichtigung. Die Untersuchung im Falle Buchrucker noch nicht abgeschlossen. Daß der„Vorwärts" von der Nackrichtenstelle des Reichs- wehrministerinms seit Jahr und Tag fleißig mit Berichtigungen bedacht wird, ist unseren Lesern nicht unbekannt. Sie werden uns auch darin beipflichten, wenn wir diesen Berichtigungen recht geringen sachlicken Wert beimessen, nachdem der Kapp-Putsch klar erwiesen hat. daß unsere Auffassung der Zustände in der Reichswehr weit richtiger war als die der offiziösen Beschwichtigungssiclle. Und tocnn auch seit diesen Tagen Herr Korvettenkapitän Hu mann als Lohn für seine Rettusckieninqskünste zum Chefredakteur der stinnektierten „Deutschen Allgemeinen Zeitung" avanciert und an seine Stelle Herr G i e h r l getreten ist, so hat sich doch an der Tatsacke nichts geändert, daß an dieser Reichswehrstelle die „alte Tradition" besonders kräftig weiter gepflegt wird, in diesem Falle also das„Nackrichtcnsystem Ludendorff". Herrn Giehrls Berichtigungen gehen sogar so weit, daß er seine eigenen Berichtigungen wieder berichtigen muß, wie folgendes Schreiben zeigt:" Sehr gexhtte Herren! Im Falle de» Major Buchrucker beehrte ich mich, Ihnen vor einigen Tagen mitzuteilen, daß da» Verhalten dieses Offiziers während der Kapp-Tage vom Parlamentarischen UnterfuchungsauS- i'chuß untersucht und als einwandfrei besunden worden sei. Zu meinem größten Bedauern stelle ick soeben fest, daß diese Mitteilung unzutreffend war und daß da? endgültige Urteil de» Parlameniariscken UntersuckungsauSsckusseZ und damit die Eni- sckeidung des Herrn ReickSwehi nu nisterS erst in einigen Tagen z» Gwarten ist. Ick werde mir erlauben, Sie von dem endgültigen Ergebnis dieser Nnterluckiing in Kennlnis zu setzen und würde Ihnen zu Tank verpflicktet sein, wenn Sie bis dahin eine weitere Erörterung des Falles— falls diese von Ihnen beabsichtigt sein sollte— unterlassen würden. Unter der Versicherung der vorzüglichsten Hochachtung habe ich die Ehre zu sein. Ihr ergebenster gez. Giehrl. Wir begrüßen es immerhin als Fortschritt, daß die Nach- richtcnstclle des Neichswehrministeriuins ihre Berichtigungen selber berichtigt und uns damit die Mühe erspart, die Un- richtigkcit der offiziellen Berichtigungen ausführlich nachzu». weisen. Wir schlagen vor, daß dieses Verfahren für die Zukunft beibehalten wird. Narr auf eigne �anö. Berlin, 17. Juli. Aintlich. Durckt die Vernehmung des Täter», der am 14. Juli die Flagge von der französischen Bot» s ch a f t herunterholte, ist einwandfrei sestgestellt, daß der Täter. der durch die Erregung der Menge auf dem Pariser Platz mit« gerissen wurde, vollständig selbständig gehandelt bat. Seine Anwesenheit bei dem Vorfall war rein zufällig. Trotz, sorg- samster Nachforschung haben sich irgendwelche Anhaltspunkte für eine A n st i f t u n g de« Täter» durch Dritte in irgendeiner Form nicht erbringen lassen. Politisch ist der jugendliche Täler bisher in teiner Weise hervorgetreten. Moralisch ist natürlich nichlSdestoweriiger die alldeutsche H e tz p r e s>' e al» Anstifterin des Falles zu betlachten, auch wenn eine direkte Anstiftung nicht borgelegen hat. Wagengruppe. imd mitten zwischen all den bunten Fabnen daS rote Banner der Sozialdemokiatie. Und lein Ende des Jubels I Heimat. Und die Jungfrau, deren Wlderi'chei» über dem ganzen Fest zu liegen schien, düiikte uns, sie verkörpere jene, der all diese Freude und all diese Lust und all die Liebe gelten sollte— die Heimal! Zu ihr waren sie gekommen ans den Gruben und Schächten der Bergwerke und aus allen Städten, wohin sie einst vom Schtck-al getrieben. Sie ist da» ewige Rätsel und die nimmer gestillte Sehnsucht der Menschen. Was trieb jene unbekannte Hand, al« sie aus der Landkarte de» Eisenbahnwagen» zwischen all die genannten Städte einen Punkt malte und daran dick unterstrichen den Namen .Zinnowitz" setzte, ein Dorf bei Wolgast? Mögen die Ruhrberg- leute nock so wild und fest im Takt einer roten Armee marschiert sein, sanft, still und bleich sind sie über die Felder der Heimat geschritten. Fern dem brausenden Jubel der Deutschen gingen wir in einen armseligen Slraßenwiirkel, wo keine Fahne wehte unk kein grüne» Blatt die verfallene HauStür schmückte. Im Flur laßen barfüßige Frauen und Kinder, und durch die- schmutzigen Scheiben sahen finster und bnilend harte, verwitterte Männer mit verlangenden dunklen Augen. Polen wohnen hier, Menschen, die voll tiefer Sehnsucht ihre» Lande» dackien und nach Hause begehrten. Noch nach Tagen sahen wir diesen Blick, a!» wir auf dem Rückweg am MeercSstrand standen und das ewige Wiegen und Wogen und Murmeln der Wellen hörten, die aus der Unendlichtci kamen und zur Unendlichkeit gingen. Der Leucktturm flammt sein Lickt in die Nacht, erlischt sekundenschnell und flammt wieder lange über das Wasser. Am U'er steht ein alter Schiffer und lugt dort» bin. wo ein weißer Punkt schimmert, untergeht und wieder stätker sichtbar wird, e.n Schiff, das wachsend, näherlommend dem Hafen zustrebt, der Heimat!__ Die Handelshochschule Berlin bat den durch seine Schriften über ZZiljon in weilen Kreisen bekamit gewordencn Professor Bonn von der Nnioersilät München al» Professor der StaaiSwijsenichasren bcruscn. Bonn bnl den Rui angenommen. Er i!l lange im Auslande iütig pcweien zuletzt 1914 bi» 1917 in den vereiiiiglen Staalcn. wo er UnwevsilälSoorleiungcn kielt. Nach der Zlückkehr trat er in da» Auswärtige Amt ein übernahm wieder die Leiluug der Handelshochschule Münchea. fetzte seine Bortclungen an der Mtllnchener Universität fori un» gehörte im oorigen Jahre al» Sach. oerständigcr der Ariedensdelrgation an. Ter Bildbarier Hugo Lederet wurde zum Vorfleber de» leit Tuaillon» Tode oerivaüten M e i il e r a t e l i e r s sür Plastik ander Hochschule sür die bildenden Künste in Charlotlcnburg ernannt. Tic Kunststelle der Sozialdemokratischen Partei Wtcns bat oom November 1919 bis Juli 1920 S2 Veranftalinnge» untezi ommen, die von IdS 000 Personc» besucht waren. ES wurden 121 Dramen nvd Lust'picle und IS Opern ausgesührt, daran reihen sich 21 klaisüche Konzerle und 2 Aus. sührungen an der Teschencr Figur enbübne. S» wurden gespielt: Gerhart Hauptmann ISmal, Shakespeare und Raimund ILmal, Schiller Ilmall lleising und Schnitzler bmat und Tedeiind Srnal. An Govas Ttcrbchaus in Bordeaux wurde eine vom Madrider Museum der modernen Küujte gestiftete Gedenlrajet angebrachll f!r. 35« ♦ 37. Jahrgang !♦ Seilage öes vorwärts Sonntag, 18. Julimc Sericht öes Untersuchungsausfihusses. Die Schuld am R-Boot-Krieg. Der Bericht deZ zweiten Untermisschusses des Unter- suchnngsousschusi'ss über bie Friedensaktion Wil- sons 1916/17 ist jetzt erschienen. Er ist vom Genossen Tr. 'Sinzheimer entivorfen unld in einzelnen Teilen von den, Unterausschuß abgeändert. Wir geben ans ihm zunächst das interessanteste Schlutzkapitcl wieder: Wenn man nach den Gründen fragt, ans denen Teutschland die durch die Wilson-?Mion geschassene Situation im Sinne shres VerftändigungHfviedens nicht ausgenutzt hat, so kann nach dam durch die Mtelwerössenllichu'ngen und Vernehmungen zutage geförderten Material die Antwort rurr lauten, daß der Wille, durch die Er- össnung des «neingeschränttcn U-Boot-Krieges den Kvicg militärisch durch Sieg zu beendigen, aus deutscher Seite die Friedensmögiichkeit zum Scheitern gebracht hat. Dieser Wille hat es verhindert, den inneren Zuiammenbang Mischen der eigenen Friedensaktion und der Friedensnote Wilsons vom 21. Dezember 1916 durch Fortsetzung und Konkretisierung des eigenen Frieden sschritts herbeizuisühren. Dieser Wille hat den Be- seht zur Eröffnung des uneingeschränkten U-Boot-Krieges durch- gesetzt, der alle weiteren Friedensschritte in dieser Zeit vereitelte. Und dieser Wille hat es unmöglich gemacht, daß die sormelle?ln- nähme der Friedemsveumittinng Wilsons vom 27. Januar 1917 noch irgendeine Wirkung zeitngcn konnte. Es war der Glaube an den unbedingt sicheren und baldigen Erfolg der U-Boot-Waffe� der diesen Willen begriindek bat. Er zog seine reichste Nahrung aus dem tiefen Wunsch oines im schwersten Kampf stehenden Volkes, den Krieg durch einen baldigen Sieg m beendigen, und aus der Auffassung, die namentlich die Tb erste Heeresleitung konsequent vertrat, daß auch der Feind einen Ver- ständigunigsfriedcn ablehne. Ausgabe der Reichsieitong und ihrer Berater war es, aus das Genaueste zu prüfen, ob der uneinge- schränkte Gebrauch der U-Boot-Waffe tatsächlich das geeignete Mittel war, diesen Sieg herbeizuführen. Die politische Reichs- lettung und namentlich auch Hclfferich, der die wirtschaftliche Seite der Frage zu prüfen hatte, vertraten den Standpunkt, daß diese Frage zu verneinen fei. Die Argumentation der Denkschrift des Chefs des Admiralstabcs der Marine vom 22. Dezember 1916 und die sich ihr anschließende Stellungnahme der Obersten Heeres- leitumg erfochten den Sieg. Die durch diese Argumentationen vor- ausgesagte Wirkung.daß wir,.. mit uneingeschränktem U-Boot- o» fBttf Monaten England zum Friede« zwinge« können", und zwar, wie insbesondere die Marine annabm, bis spätestens 1. August 1917, ist nicht eingetreten, wenn auch die durch den U-Boot-Krieg geschaffenen Beeinträchtigungen des Feindes noch so schwer gewesen sein mögen. Der Irrtum beruhte aus fal- scheu Schätzungen. Es handelt sich im wesentlichen um folgende Punkte: 1, Di« wirtschaftlichen Boraussetzungen eines erfolgreichen U-Boot-Kvieges sind falsch angenommen worden, namentlich wurde die wirtschaftliche Hilfe Amerikas nicht aus- reichend in Betracht gezogen. 2. Die abschreckende Wirkung auf die neutrale Schiff- fahrt ist in Wirklichkeft nicht in dem Maße eingetreten, als vor- ausgesetzt worden ist. 3. Die Gegenwirkungen mMtärischer und technischer Art gegen den uneingeschränkten U-Boot-Krieg sind nicht aus- reichend gewürdigt worden. 4. Die militärischen HilfSquelleu Amerikas s ind völlig unterschätzt worden. 5. Die militärische Beteiligung Amerikas am Kriege durch umfangreiche Truppentransporte ist kaum gewürdigt worden, in- dem man glaubte, daß die U-Boote diese Transporte, wenn es überhaupt dazu käme, hindern würden. S. Die Frage der ausreichenden militärischen und wirtschafte lichen Rüstung Deutschlands wurde nur im Hinblick auf die nächste Zeit geprüft, aber nicht auch unter dem Gesichtspunkt, daß im Sommer 1917 ein Frieden nicht erzwungen sei und der Krieg durch den Beitritt Amerikas sich noch auf lange Zeit hinziehen und verschärfen Wune. Nle diese Irrtümer müssen als schwerste Fehler bezeichnet Verden. Die Fehler wiegen um so schwerer, als weder die Vorbereitung des oben erwähnten Guiachtens mit der Sorg- fast erfolgt ist, die im Hinblick auf die ungeheure Wichtigkeit der Frage geboten war, noch dafür Vorsorge getroffen wurde, daß die öffentliche Meinung mit der nötigen Objektivität unterrichtet wor- den ist. Die Grundlage für ein ausreichendes Gutachten hätte die Arbeit wissettschaftstcher Autoritäten ersten Ranges und die An- hörung von Sachverständigen der hervorragendsten Art sein müssen. In Wirklichkeit ist aber das Gutachten durch einen Heidel- b e r g e r Professor, der kcineÄvegs als eine irgendwie et- hebliche Autorität auf irgendeinem volkswirtschastlichsm Gebiet an- gesehen werden kann, und einige unbekannte Asttarbeiter von untergeordneter Bedeutung angefertigt und bearbeitet worden. Die Sachverständigen, die gehört worden sind, gibt das Gutachten selbst an. Keineswegs sind es die führenden Männer ans den in Betracht kommeriden Gebieten des WirtschaftÄebe-ns. Sachverständige für Gebiete» deren Heranzielmng besonders wichtig gewesen wäre, wie auf dem Gebiete der Reederei, sind überhaupt nicht gehört worden. Zum großen Teil sind die Männer, die gehört wurden, als politische Kämpfer für den Gedanken des uneingeschränkten N-Boot-Krieges bekannt gewesen. Es ist leider nicht vermieden worden, daß diese Denkschrift mit ihrer wissenschaftlichen Ansmachung in die Oeffent- lichkeit gedrungen ist und auch fiir Parlamentarier die sinzige Er- kenntnisquelle blieb. Es ist keine Vorsorge getroffen worden, daß die Gutachten, die einen gegnerischen Standpunkt vertraten, ebenso und gleichzeitig zur Kenntnis des Reichstags gebracht worden sind. Namentlich sind die wichtigen Berichte Ulberts und Hansels, die ans intimer Kenntnis der amerikanischen Verhältnisse in ausführlicher Weise die allerernsteste Warnung bor dem U-Boot-Krieg enthielten, außerhalb eines � kleinen Regierungskreises nicht be- könnt gowovden. Es war ferner nicht bekannt, daß der Militär- ahache in den Vereinigten Staaten von Amerika Major v. P a p e n — wie er bei seiner Vernehmung am 16. April 1929 ausgesagt bat— als militärischer Sachve rständiger den damaligen Chef des Generalstabes General v. Falkenhayn vor der Eröffnung des uneingeschränkten U-Boot-Krieges mit'den Worten warnte:„Wenn es Ihnen nicht gelingt, Exzellenz, die Vereinigten Staaten aus der Koalition unserer Feinde herauszuhalten, dann haben Sie de» Krieg verloren: darüber kann gar kein Zweifel bestehen. Im Gegenteil hat der Chef der Nachrichtenabteilung der Obersten Heeresleitung Major Nicolai verhindert, daß Major V. P a p e n, dem Wunsche des damaligen Staatssekretärs v. Jagow folgend, die Presse in einem Vortrag über die falsche Ein schätzüng der moralischen und materiellen Mittel der Ver- einigten Staaten aufklären konnte. Ter Glaube an die unbedingte Wirkung des uneingeschränkten U-Boot-Krieges konnte durchdringen, weil die politische Reichs- lcitung den früher gegen ihn geleisteten Widerstand aufgab. Dies ist in der kritische« Zeit geschehen, Bethmann hobt die außer- ordentlichen Schwierigkeiten eines solchem Widerstandes hervor. Daß aber deswegen überhaupt dar Widerstand anfgegSben werden mußte und durfte, kann nicht einleuchten. Bethmann und Helfferich machen besonders auf die Stellung des Ncichstags aufmerffam. In der Tat bestand in der kritischen Zeit eine Mehr- Heft für den Verständigungsftieden nicht und am 7. Oktober 1916 war ein» Erklävung abgegeben worden, wonach sich der Reichskanz- ler in der U-Boot-Frage wesentlich auf die Entschließung der Obersten Heeresleitung zu stützen lxrfw; damit war tatsächlich die Entscheidung in die Hände der militärischen Stellen gelegt wMden, zumal die Erklärung weiterbesagt, falls diese Entscheidung für die Führung des rücksichtslosen U-Boot-Kri-ges ausfalle, so dürfe der Reichskanzler des Einverständnisses des Reichstages sicher sein. Don scharfen Worten der beiden Staatsmänner über diese Haltung der damaligen Reichstags- Mehrheit ist nichts hinzuzufügen. Indessen mutz bei der Beuvteilung dieser Vorgänge beachtet werden, daß der Reichstag über die wirkliche Sachtage nicht in dem Umfange und. in dem Maße aufgeklärt war, wie es nötig gewesen wäre, wenn man die Entscheidungen des Reichstags für die eigene Politik mit vevantwortlich zu machen sucht Der Reichstag hatte keine Kenntnis über unsere militärische Läge zu Lande, wie sie sich in den Urteilen der nrilitävischen Autoritäten zur damaligen Zeit,.. widerspiegelte. Er hatte keine Kenntnis von den schwer- wiegenden Berichten, die über die Kraftquellen Amerikas und die Aussichten eines unevngeschrämften U-Boot-Krieges an amtlicher Stelle vorlagen. Und der Reichstag hatte vor allem keine Kenntnis, daß wir die Aktion Wilsons betrieben hatten, und er kannte die Gründe nicht, die zn ihr geführt habcn. Die Frag- muß ausgeworfen werden, ob nicht schon im Winter 1916/17 eine Mehrheft im Rsichstay für den Verständigungsfrieden zu finden gewesen wäre, wenn Bethmann Hvllweg und Helfferich im Reichs- tag die Verantwortung für die Weiterführung der Politik abge- lehnt und den Reichstag vor die Entscheld-ring gestellt hätten, durch einen Beschluß mit Bethmann Hollweg den Weg des Berständi- girnysfriedens oder gegen ihn den Wag des Krieges mit Amerika zu gehen. Soweit ersichtlich ist, hat die politische Neichsleitnng keinem Widerstand geleistet, als der verhängnisvolle Beschluß über die Zuweisung der Verantwortung an die Oberste Heeresleitimg hinsichtlich der Eröffnung des uneingeschränkten U->Boot-Krirges gefaßt wurde. In dieser Situation war Veranlassung und Gelegen- heit, den Kampf aufzunehinen. Der Kampf ist nicht ausgenommen worden. Bethmann wird ihn von vornherein für aussichtslos gehalten haben. Der tieffte Grund, aus dem der Widerstand unter- blieb, wird aber ein innerer gewesen fein. Wenn man an die For- Musterung der Friedensbedingungen denkt, die dem Friedensange- bot zugrunde liegen sollten, wenn man namentlich daran denkt, daß ernsthafte Bemühungen der politischen Reichsleftunig, die belgische Frage außer Streit zu stellen, soweft dies aus den Akten ersichtlich und den Verneh mutigen zu entnehmen ist, nicht gemacht wovden sind, so wird man sagen müssen, daß die inneren Voraussetzungen zu einem bis zum letzten entschlossenen Widerstand bei der politt- schon Reichsleiiung gefehlt haben. Die innere Gewißheit eines festen, unverrückbaren polftischen Ziels in allen Schwankungen des Krieges, das der Kraft Deutschlands angemessen war und fiir Deutschland werben konnte, war nicht vorhanlden. Die politische Führung war nicht nur äußerlich durch den Dualismus zwischen militärischer Anschauung und politischer Einsicht in die durch die Gesamtlage gegebenen Notwendigkeiten gehemmt, es fehlte nicht nur die obere Stelle, welche diesen Dualismus durch eine feste Ein- Heft des Staatswillens mit ruhiger Stetigkeit überwinden konnte und wollte, die politische Führung war vor allem selbst inuerlich nicht fest, nicht einheitlich und nicht entscheidungsbereit. Darin liegt die geschichtliche Schuld der politischen Rrichsleitung, daß sie in der größten Schicksalsfrage Deutsch- lands geschehen ließ, was nach ihrer Ueberzeu- gung schädlich war. Es werden damit die Oberste Heeres- leitung und der Admiralftab, die beide auf die Eröffnung des uneingeschränkten U-Boot-Krieges gedrängt haben, nickst entlastet. Sie haben in voller Kenntnis der FriedenÄrftion Wilsons, die noch schwebte, in dem sicheren Bewußtsein, daß die Eröffnung des un- eingeschränkten U-Boot-Krieges den Krieg mit Amerika nach sich ziehen würde, die„Karte ausgespielt", von der Helsscrich sagte: wenn sie nicht sticht, sei Teutschland auf Jahrhunderte hinaus ver- loren. Ergebnis. Hiernach ist das Ergebnis wie folgt zusammenzufassen: 1. In der durch die Friedensaktion Wilsons im Winter 1916/17 geschaffene» Gesamtlage waren Anhaltspunkte dafür vor- banden, daß es möglich sei, zu Friedensbefprechungen zu ae- lnngen. Die Reichsregierung hat diese Möglichkeiten nicht aus. genutzt. 2. Die Gründe dafür, daß dir erwähnten Möglichkeiten nicht ausgcnnkt worden sind, liegen in dem Beschluß über die Eröff- nnng des«ncingcschrankten U-Boot-Krieges vom 9. Januar 1917. Der Bericht trägt die Untenschriften Sinzheimer und P f ü l f(Soz.), Gothein nnid Schücking(Dein.), Marien(Z.-), Oskar Cohn(U. Soz.) und Schultz- Bromberg (Dnat.). Der letztere versieht seine Unterschrift mit einer Protesterklärung und sägt einen Minderheitsbericht hinzu. Dem Bericht sind ferner die Gutachten der Sachverständigen Dietrich Schäfer, v. Romberg, Bonn und H o e tz s ch angeschlossen. VerksukssteZien: kerUa, �eip�ser Ztr. imci Unter den Linden 42. r i Foulard-Seide Reine Seide, gemustert, für Blusen und Kleider O /f 50 Mtr.«5 �3" DaMS» kieiSunz V/ ascL-Blusen 1 A 50 34.50 19.75 1t Wascli-Kleider CEÜ 00 148.00 135.00 65 69 00 Morgenröcke aus Waschstoäen..... Paletots ßQ 00 285.00 135.00 � Reise-Mäntel t 7 K 00 390.00 250.00 1< 3 Jackenkleider l ftQ 00 425.00 250.00 1�0 Backfiscli-Kleiderrock aus mischfarbigen Stoffen, O Lange 80, 85, 90, 95 cm....«3 cATcZ BERLIN C Sjtaiidauer Str. 16 Vamen- Wasche ...... 16M ...... 39 00 ...... 78°° •JQ00 00 Untertaille mit Ein- und Ansatz Tagkemd mit Stickerei-Ansalz, Nacktkemtl mit Stickerei-Ansatz-, Beinkleid mit Krausen- Ansatz- Batist-Garnitur gpstickt.| np* mit Lanzetten,\/ Vi Taghemd und Beinkleid Kinder-T agkemden(1 50 50 cm........ 5.50 60 cm 6 Drimen-Bademaaiei weiß. Frottierstoff orsit (arbigem Besatz...«..... � xO« Gegründet 1815 Wäschestoff- Ssweit Vorrai Madapolam feinfädig Breite SO cm Mtr. 18.50 Hemdentuck starkfädig Breite 80 cm Mtr. 15.75 Linon mittelstark Breit« 80 cm Mtr. 17.25 Linon und Madapolam f.Bettbez.,I26cra Mtr. 35.00 Linon(ür Bettlaken Breite 150 cm Mtr. 42.50 II50 1275 1375 26°° coo Handkoffer mit 2 Schlossern....... 30.50 BERLIN C Königstr. 11-14 herren'Wäsche Oberaemd aus bedrucktem*7000 Perkai mitKlappmanschetten 00 75 Voll- Voile 17: Tagkemd aus Hemdentuch....... Sportkragen aus weißem PanamastofF. 72' 53 Sckiller-Kragen........... 0 n75 1350 Selkstkinder in vielen Farben. Gummi-Hosenträger vorzügliche Qualität.... fecier-Bkizesdmli.Twe1�"' bestes Fabrikat CC 45-/? A schwarz Gr. 36-42 OO," 46 x." bedruckt, in schönen farh. Mustern. Breite 100 cm 1*750 Mtr. Wiriwaren Herren-Socken Baumwolle, 0 75 iV m.Doppelaoh ie, schwarz odJarbigi Damen-Strümpfe Baumwolle, schwarz... Herren-Netzjacken Mittelgröße............ Damen-Untertaillen (eingestrickt mit langen Armein. Mittelgröße... Damen-Hemdkosen Baumw.,(eingestr. Mittelgr. Reinwoll. Sportjacke schwarz oder iarbig..... fa«£vJ Tüll-Bettdecke ..79.--.is...65.- io50 11 50 1450 23 50 ur.m.oriopqootxxiooi�.ityjuc'un�.ii.ijty-».. ixx>xxx-u lkxxv. AjuoBnyü ei«. J jiap uUGCoaoo aQcxr-i-�uoocoaar nrvy�txxx�ccixxxa�oojxrcxj t momogoaSK Staat!. Schauspieiiiaus. (Operetten-Gastspiel) Dis Slrehwilwe. Musik von L e o Blech. nsfirälciösiiitor Stg.: Lysistrata(37. Abt.. 4.Ad) 2' Lyslstraia(M.-AbL L. S.V.) i'.ltg.T/-: Lyilatrala( 58 A. 4 A) Bentsclies Theate?. 1' Pose ILiechtenstclfi JuS. Gelsendürfer «Uhr: MüjjWM«» EammersiJiele. s uhr: Die Nolbrlleke Rlslnss Soiianspieüiiüs. Fasanenstr. 1(När.e Bhf. Zoo). 8 uhr: Eüeiise ßerPsBilonL Theatsr dsslVestens Max PaUenbero Gisela Werbezirk: s u.: Rabenvater ScSiller-Tiieaier. Saas Waßmana: s uhr: Der Elm Leiitanat Volksbühne Thealer am Bülowplatz. 3 Uhr; Die Fledermaus. 7vsühr:Bmdcr Martin Theater 1* d. EüaiggrStzerStraße VstS Uhr: Geständnis. EomösliGnlians 8: D.üeiseiniiieMadctienzcU. BerimcrThea'ör a/c8 Uhr: Der letzte Walzer l>ie Tribüne s uhr: Baabury. rrledr.-WUkelm.t.Th. 3Vj Uhr; Der selige Balduin. 8 uhr: Marzipaa. Kloinot» Theater. Jßr: Die MiiiiMdle Komiocite Oper uhr; Die frao im ßimltein. I.astbptellianM �rCersncetfEae CekEliarl Metropol-Tlieatej'. u.i lai weißen Röss'l Neues Centrel.Tfaeater !];? Dls Banie itn Fpask. BieneK Opercttcuhau« 7arll3Ü!r2l.-Phant£St.B8liEtt IV eues Volknthcuter uhr: Die 3 Zwillinge Tbniia-Tkeater 7"2 u.: Boiieit öle•Tänzerin. Th.am!iroliondorf|>intx 3l/2 Uhr: Das Clüclcsmädel. u'? Eide Uaeht i!» Paradies Theater i. d. Alt. Jakobs! r. 2f!DieYBrscIiwünii.PauSiaE. "WalliaUa-Theater. 9 ti. u.: Easeröealuft. Morg. TVa: Die Inlcrnationale. Lsssinp-TMer. SoinmerspielzPit AllahendHch 8 Uhr: iftHidriitiDH'ftir.pf«» Resiiienz- Theater. Stadtbahn Jannowitzbrücke. Heute 4 Uhr, kleine Preise: -Oer gute Knf. Allabendlich Uhr: Her groSe Eriolg;! Die Rasclilioffs Trlanon-Theater. Bahnnof i'rledrichstraBe Heute 4 Uhr, kleine Preise; Der Strircnfpietl. Allabendlich 8 Uhr: Der groDe Erfolg! Sashöliere feilen Rose-Theater. 74/, Uhr: Ein Walzertraom. &erfiesc5� | Friedrich-, Ecke Linienstr TV, Uhr; Fiinuner-Kiärchen Musikalischer Schwank. in D.Glas dJangiraa BsütseliES KünstlEr-Tiieater Allabendlich T'AUhrr Die bessere Hälfte mit Max Adalbert. IIFQLLO '/. Theater V/M | Direkt. James Klein, f Juli 1920 iü«9täS8*2:! lebende • Kunstwerke iMauS tollkühne® llßDESFAHRlt 2 Aegirs j am Meeresgrund. 3 Mary i fZIMMEBÜHMN! j v. Dtsch. Ooernhaus| | in ihren Tänzen 1 u. weitere Sensation Theater am Koltomcr Tor« . Litt« LZngsr Ä Täclloh T-L Unr. tlf a Gastspiel 0. Original tA Leisaziger Wlz-Weöer- HW Sänger. VotTerkanl U-IV, u. 4-6 Uhr. Reiebsiiall.-Tlieiter Täglich VI, Uhr: Wahr, d. Ferien - d Stett. Sänger farlEtt-VOBt. Innii Buileske �"bcfStetliDer Sänger üonlio I-Brett!) Oarten u. Saal/ Auf. 6V2 U. Sonnt. 5 U. Sonnncnh. OüiiSS-EEPiLlfi (Kliems) Hasenheide IS. Täglich 8 Uhr: Prinz II, Bettlerin Schwesterstück von Krone und Persel. j a;7n Winter-Qarten Heute: 2 Vorgtellungen 31/, Uhr Kleine Preise. Kind. d. Hälfte I lülftF Varlete-tüplclpian Rauchen gestattet! Putodamcr Str. 38 Der gr. Sensationsfilm; j Zirkus Wolfsohn. Tuftnstr. 12 I Hanni Weisse| in: Des Teufels Puppe« Ucxanderpl.« Passage 9 Orei Xäolite mit Relnh. Schänzel. Friedenau, Kheinstr. 14 Das groBe Liebt. lopclisr arton. Täglich: AQUARIUM r e 5 f I n e t bis zur Dunkelhe! t. Ilsne Wstt Arnold Scholz Haseehelde 108— 114 Tätlich Konzert und VorMteiluni;. (12 erslkLYariete-Summ.) Dienstags, Alittwochs, Donnerstags u. Sonntags; 4»i otier ItalJ. Kaffeeküche tägl. ge&fnet Anfang wochentags 5 Uhr, Sonntags 4 Unr. clMraftrej chöneSiergi; Hauptstr. 121/32. Dir.: E. Krämer. Heute Sonntag, 18. 7- ringen: Reiher, München, gegen Scnachscluicider, Berlin. Peiitjean, Bartin, gegen de Souza, Afrika. Schwarz, Weltmeister, gegen Kellerwann, Köln. Hochdanen, Finnland, gegen Andrien, Rheinland. Montag: :: 4 spannendjjJKämpfe.:: Circus Busch (üebände. Täglich Uhr: Gr.Spezialität.-Vorst. Admirsis-Paiast 7'/, u.. Flirt in St. Moritz. Regnen zu Grunewald (Unlonklub) Soimtan, den 18. Juii, naciim. 3 Ufer 7 Rennen. Maus lax v. Moritz KoiunrnndantcntstraOe 58-50. Seltönstesu. grüßt Jalthaus Die gute BaUtuuslk. PoUdamer Str.72» Hochbahn Bülowstr« Benny Porten � Agnes Amnu und ihre drei Freier. Uraufführung: Krenide Welten* Murin Zelenka. Bevorzugte (Bortftätlen Bsriins sind die Tonndorf-Betriebe Ed. Arno Tonndorf> cluSen-ReUuriii!! Unter den Linden 44 u. Friedrlchsirasie 87 Vornehmes Wein- und Bier-Restauront Gepflegte echte Biere Spezialit: Pilsner Urquell Gesellschaftszimmer Tittag- u. Abend miisit Sehenswerter Sommer Arrangeur: Blumenschmidt, eo lonnöcrf® Unter den Linden SS Kaffee- Diele- Bar Abend» Wein-Restaurant Nachm» u. Abd.-Aonzerte u:»iapell. Usthman» r. Eigene Wiener Bäckerei! Kassee-sittbereiwitg nach Rarlsbader Art. arten erlin. OBE- MUKME BER1/IN HERBST I920 BEGINN 9. AUGUST VER ANSTALT« T PÖB DIE OES IN— UNO AUSLANDES Auskunft erteilt:„Verband der deutschen Wade-Industrie", Berlin, Friedrichstrasse 61. Fernsprecher: Amt Zentrum Nr. 12376 a. 1357 Allseitig gerühmte Verpflegung. Ab Janr.owitz-iMüc e= 8e vedeie(Scnies Tor r, dt. spätet) Ipiicn Unphonlin iinnhel.Ablnxs, Zieutheu, Hotel-Rest. JBilCH HÜLBcIllal)„gejierschloß". Bes. Qeorg Ki 10 Uhr vorm, nach Rückfahrt b>U Uhr nachm. Kunz. 12/13 Ältmetalie Ratii-.Siliiertinieli [ kauft zu Schmelzprellen |Brunnenslr.tt jMeukäiio iKals.-Frled.-Str. Armeepisiolen os Parabelium Mauser 9 Millimeter 229 ((Cumrat- _________ ubfßH«), Schallpiarten-. Wachswaizen.. «uttapercha- Abfalle taust Orbotoer. Friedridisir, t,>, Eue»immerftr. und Georgen. tirdistr.Sö, nahe demAIeiander- platz, t-w* Wr-7. Vfli' Salem Aiclkam ZigareUeu an Wiederverkäufer zu Original. Fabrikpreisen mit IV,% Skonto. Preisliste gratis. FI. GiiUraaim Berlin O 27 Alexanderstr. 22, Aufg. 7. gezuckert und ungezuckert. pr. Dose M. 10,- i franko inkl. Verpackung.: > Versand nur per Nachtt. i i Mndestquant. 1 Postt.-= i i 9 Dosen. Pers. an Private, i Bßimi&Co Jöln/RliEin; Albertuostrahe 13,( perfekt und langjährig in der Brand)», sucht per sofort Buhte, Echraubeniitdusirte, Branden bürg strahe 75. Sgijea Heöenoeiöieuit finden Damen, die in Fabrik: n und Bureau» angestellt sind. Rrlhei Rchf.,LichterseldcrEtr.!>3 Zlusekneiüer allererste Kraft zum baldigen Eintritt gesucht R. M. Maassen G.m.b.H. Markgrafenstraße 53. Wir suchen zum baldigen Antritt durchaus erfahrenen Si aus der Branche, der gleichzeitig perfekter Lackschriftschreiber ist. R. M. Maassen Q. m. b, H. Markgrafenstraße 53. � Anprobierdamen elegante Erscheinungen mit guter Figur 44 bei hohem Gehalt und dauernder Stellung gesucht. R. M. Maassen G. m. b. H. Markgrafenstraße 53. SaiCon'Ausvei'laiiif Wir sind entschlossen, unsere riesigen Sommer-Lager vor Beginn der Herbst- Saison radikal zu räumen. Die Preise, zu denen wir unsere Waren abgeben, bieten eine einzigartige Gelegenheit, gutes Schuhwerk spottbillig zu kaufen Unser Angebot umfasst viele Tausende schwarze, braune und feinfarbige Schuhwaren nahezu jeder Art für Herren, Damen und Kinder. Selbst die feinsten, teuersten Modeschuhe und-stiefel aus edelsten Ledersorten sind rücksichtslos im Pielse herabgesetzt. Als Beispiele unserer Preiswürdigkeit nennen wir nachstehend einige unserer Hauptpreislagen für Damen-Schuhwerk, in denen wir Ausserordentliches bieten Ml- fiv m- im- Die Preise für Herren- und Kinder-Schuhwerk sind überraschend billig Der Ausverkauf beginnt am Montag, den 19. Juli Verkauf nur solange die Vorräte reichen Umtausch und Zusendung ausgeschlossen Mittags vonsA2-4Uhr geschlossen! Sßiseit Vcrkanfssf ellcns Leipziger Strasse 64 Tauentzienstrasse 20 Oranienstrasse 34 Oranienstrasse 47a Friedrichstrasse 179 Kdnlgstrasse 34 Müllersirasse 3a Turmstrasse 50 Friedenau, Rheinstrasse 14 Neukölln. Bergstrasse 7/8 Nach limgftcm, mit großer(Bcbiilb ertragenem schweren ' iiiibm ftarb am Donnerstag, den 15. b. DL, in Frohnau t auf Bewch bei feinem B ruber mein iunlaftgeliebter, [ berzeusquler Mann, B ruber unb Schwager, ber frühere � t&ajranrt IvchkA! Anton Gieshoit im Aller ron 54 Iahren Im Äamen her tranernben Ainlerbliebenen: frau E.(ileitlioic. Die CinLschening fmbet am■Dienstag, ben 20. b. M., nachmittags 4 Ußr. im Krematorium(Bcrtd-thraße statt. j Scsialdeir.ohrjt. Verein Beriin(S. P. D.) 40. Abkettung. Unssr Mitglied Mm Gieshoit | wohnhaft ffiirlefftr. 24. ff I a.a Donnerstag, 15, 7. 1020, | oerftorden. Shcc feinem Andenken! Die Einäscherung erfolgt I am Diensiag. den 20. 7.. ! nachm. 4 Uhr nom Krema- \ torium Derichlstraße. Zahlreiche Beteiligung 1 erwartet | i6o 0 Oer Vorst«,„>>. Bekanntmachung. DeMiet Bottios fit»! 5LochvorsnHrung der volkswirtschaftlichen Rednerin n. Praktikeriii Felieitas Ohaus-Charlottendnrg. miillMllU Ott SÄKJHJCiliü. Bekanntmachung. Die Vertreter der Arbeitgeber und Versicherten im Ausschuß werbr n hiermit zu der am INonlag, den 26. Zoll 1920, abend» T Ahr, im Kassen- lokal waNslr. 09 II, stattfindenden 146,M außerordentlichen Vcn der Reise rurflek: Dr. Edgar Zacharias. Spezialarzt für Haut-, Harn- u. Oeschlechtskrankheit. Char- laltenhurk, Spreestr. 10, am . Wilhelmplatz,• SjiezialarzL Enolgreiche Bcnaadlnns. KBnigstr. 34/36 Alexandtrplatz.• 10— 1, 5— ß. Sonnt 10—1. eingelabeu. Tagesordnung: L Beschlußiassung über Aenbe- rung ber Satzung sEnt- sprechend bee Verordnung der Reichsregierung vom Z0. 4. 1020. R.®. B. Nr. 94 unb 90.) 2. Kassenangelegenheiten. Der Vorftand. Zosef Hartmann, Vorsitzenber. 8pezl»larzt vr. nie6. Hnsctiö[• Frioärlchs(p.M,sÄhlS. Haut-, Harn-, Frauenleiden Spr. 10— 1, S— 8. Sonnt. II— 1. Kostenl. Berat. Beg. Zahlung. Spezialarzt Dr. med. Wockenfuß lMMW.lSrÄWK - Sonnt. 11—1 Snohilis, Harn-, ! Frauenleiden. Viutunlrrsnch. | Schnelle.fichere.schmerzlosebeilg Dr. med. Koeben R ohne Veeussstörung. Te-lzahlg.' lür Naul-, Harn-, drauenl., Zchwäche. Ben. schneit. Steher, schmerzt, ohne I Berulssi.. Biut- u. Harn| uniersuch(h'äden i. Harn)l Ft-Ästr.eiiÄ 1. wir komme ich mit der geringsten Brennffofl- menge an»? 795®* 2. wie mutz ich dl» bescheidensten Lebensrnlllel kochen, um satt merde» zu tbnnen? und da» meiZere»ochprogramm v. a. 1. wie kocht man Wemllse, Atsch, Aleisch, Obst tijro. ohne Wasser mit den vorhandenen Haushalt». geraten? 2. Do» Einkochen ohne Zurker. Hkerilislerev ohne de- sondere Bziparote In beliebigen(desahen. Der Vortrag findet statt am Dientztag, den 20. Juli, abends?>/, llhr, in Beckers Festsälen, Berlin. Britz, Chausseestr. 97. Eintritt 50 Vf. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Der Vorstand. tcip 7* sa 1• 4 i-vk* Dr.Skottl für Haut«, Harn., Z-l. Frauenleiden. tiartnäcKise Harnleiden, Ausschlaz, nerv. Schwäcne, Gegen Lucs kornb. Salvarsan-kureo, Bluiuntersuchungen, im ersten und Dir. Löser senior �?3-�r'snoVmuV-T. NurPiOsentlialer Str. 69-7(1 »D» SpeziabBehandlung>D« für iiaut-, Harn-, L'nterleibsleidcn, spez. veraltete Harnleiden. nerv. Schwäche, Rlutunlersuchunc, Salvarsan-Kuren, Licht- Behandlung, IIBhcnsonne, Bestrahlungen. Getrennte Wartez. «naS„Löscr", Münzstr. 9, nahe Alexanderplatz. 9-1, 4-b, Sonntags 9-12.* von Haut-, Itzum- und Cntcrlelbnleielen, ohne Beruksstörung. Aufklarende, belehronde Broschüre für 1 Mk. portofrei in verschlossenem Umschlag ohne Aufdruck durch Spezialarzt Dr. med. Oammann, Berlin II, Potsdamer Straße 123 B. Sprechzeit: 9—11. 2— 4. Sonntags 10— 11. Kammerjäger Bergs Radikalmittel Keine Wanze mehr. „PHCODAAL-'. Erfolg verblOHend.— Restlose Vertilgung. JJK," Beste Zelt zur Brutvernlci.tung.-HWh Kinderleicht anzuwenden, altbewährt. Doppeipack.VL S.— Verkauf: Alle Warenhäuser A. Werthelm. Bitte ausdrühklich nur„NICODAAL" zu verlangen. Spezial-Arzt für Haut« u. alle Harnleiden, Harn» und Blutuntersuchun�en. Dp. med. Kari neinfiiardlj Potsdamef Straße 117, L„izon„fterr»Be. Sprechstunden:>/,l2— 2, Vui— Ve'O abds. Sonnt.'/.II— I Uhr Aufklärende Broschüre mit Beschreibung sämtl. Heilvet- fahren in verseht Kuvert seg. Einsend. v. 2.— M portofrei Nebenverdienst et» 1000 M. monatlich. leicht, zuhause, ohne Borkenrwisse. Daue-nbe Existenz. Näheres auf briefliche Anfrage durch: S. Wehret« Co., Q. m. b. H., BtrIIn-Llchterfelde, Postlach 220. Kaomorrholüen l schwinden schnell und schmerzlos durch Myro balanum, sich, dewährt. äutterliche Anwendung. M. 8,50. Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbalinst.4. I Ssebad Abibeck. 2 Pavillons Zigarren, tztonfittirrn, Stur- ptomenobe zu verpachten. BrlnewitHch, Menbeissohnstrnße 2. »MW nfeieent sicher, oft genügt eine Stüung. C. Wf Issert, toomet. Institut, Inpalidenstraße 147. Eprechst. 10—12 unb 4—8 ühr.' Aendcrung der Spreciizc.:. 10— I, 5—7. Sonnt. 10-12. Sanitätsrat Dr. Jeserieh, Spezialarzt für Haut- und Geschlechtsleiijen, Belle-Alliance-Piatz 4. rauben, Spiraido' rer, w cn, achmitgeUetPCi». Saugen, Echloßfchrairbci., i.tn, tauft Romliger, Große Frantfurttr Str. 93» vorn 2, nur uachmittags. s' �orddnutsvksp �loyd, lZk-emsn ttvtsiluttg ZssvLclsi-aisDst. !!.W!>W f!>L..! yiiiiPWiiüiLüt ;Wiederbegin der Fahrten naen Helgoland �lorderne *7 � U_. Au■TesJzahlunj.B Kronen I8M.Plomben Aftnnp« i"'0- Zahnziehen mit Einspr. hächsl w,uiiiiw v.-ran sciimerzlind. Umarb schlechts.Gebisse.Rep. Zahnarzt Wolf sof. Potsdamer Str. 55. Hochb. Sprechz. 0-7. + Frauon+ Vertrauensvolle, gewisser.h. Auskunft erteilt kostenlos Ww. Dombrowskl, Berlin, Schönebergerstr.61. Anh.Bhf. Möbel Nur Oualitälswarel löBJgstr.Sfi-SUÄ, äpr. 1 0-1. 4-4 /j?. Sonnt, 10-1. 1 Teilzahl.Separ lumenzlm I Spezialarzt| Haut ,Harn-,Frauenleiden.Sal- varsan-Kuren, Blutuntersuch,, Mannesschwäche, Ausschlag. Höhensonne-Bestrahlung.' i Hellanst. Dr. med. Lommcr, | Sprechz. M-1. 4-7Vs S'g. 10-12 lEruGnenstr.l8b(RoptT2h)alcr .j'IJ. Wohnungs Einrichtungen �•�ßeacbton Sle CnnHor.lnöohnf iounBeren" nser biilioes SoliÄuf«net«r»i M. 25,0, 5200. 25000 I*. 340C, 5600, 3 0 000 äf Spelseiimmer 1 NSoderne Küchen MUMM � �.W. 5650, 6500, 7600, 30000 I M. 975, lOhlh 1125, 3500 V fe XrjfrSTtzr Verlangen Sie Orucksachen und besichtigen Sie unsere enormen Lagervorräte Berlin C 33, Aiexanderelrasse 42 fHcxanderplafzS Sin nsnev ? Geist Vorwärtsstrebenden und Erfindern bieten sich gute Verdienst. mögllchkelten! Fordern Sie daher sofort kostenlose Zu- sendungunserrr Aufklärung und Anregung gebenden Broschüre. P, Grdmann A Co.. Berlin, Königgrätzer Str. 71 Uber Bremerhaven mit Salonschnelldiynpfer„Najade" am 29. Juli Swinemünde Zoppet< k nirgend. b e 1 1 e c als bei Schneider» mstr. Lesser Alte Jakob. straßr N Neu- an»., Instand-_■_ fetz, von Herren-, Damen-Sarb. | mitSalonschnelldampferjGrUCGott' am 24. Juli ! Näheres bei all. Vertretung, des Nordd. Lloyd, d. Mitteleuropäisch. Reisebüros {(MER) und den Eisenbahnstationen. In Berlin: Norddeutscher Lloyd, KujOtenbilro, Unter den Linden I(Hotel Adlon), F. Monianus NW., Invaildenstraöe 93. M ünzen Milnzenhandlung BerUtt.Willulmstr.47 -A, 4• w '' V.,,..V V? Ii VA,VAVV.VANV.V.V.V,%SV�/u%W.V,%VW.VAVuV,V�AVAVAVa%'-.VuV�AW��/l/.'AV�A%V.V»V.VuVuV.V�W��VAVWj,J'A'aWl.V�WW.'U -°------— jN 'S s V. I EG FRIED BEHRENDT Leipxiger Ifr. 96 Z SalSOtl■ AUSVerkflllf lelpiiger St». 96 In allen Abteilungen. 5000 Paar DamsnstrBmpfe,-».v-. �>-4-.«?.so lbW.. vaiiieiittkllWka, S'?. � g.so Zllllb Paar!M!MnlkS!iipka. Ersatg für Seide, braun und schwarz. M. 24.50 i. 1500„ rrnmaseldene ürümpfe Äsprek m. 39.50 MD Herbst- und Winter-Ulster � Neuheiten, b Stoffe und Verarbeitung M. 395,- S�mt- SJa WeSölir-dU-KOS'd-Ä�f enliei � l4<) cm lang, auf schwerer Seide �93,— ijCJ&ptptps. r.:ciai:x�:.:ouppapi3S2U£J&i-)azir;rzrr3:Ttcrifx«�-irtt'™2uacinrr�..-�.pP'-Tp-rjr.n-rrrr��TrTTT�f:«oa 650 aiosftasme in allen möglichen Arten......... Rß, 125,— 233,— 359,— etc. 500 Wetterfeste Reisemäntel, Gummi, impr. Seide etc. Hl.(75,- 275,- 350,— etc. 300 Hocheleg. Wasch- u. Voile-Kleider Ständer I; 98,— Ständer Ii;(25,— Ständer ni:(75,— 5000 Bieter Waschstoffe in Voile, Monssaline, Frottö, Leinen zu herabgesetzten Preisen. Der Zerkaut der Wintermäntel ffesdet In der I, Etage statt, ���WVMVWWWVVtfWWVWWVmftftWAVjWWkWiWWtfWVWVWVVtfWWWVWWWWW�WWWVWJW'WWWaWtfW�WVWVV.W V.V.V.V.V«*..'-V.'hW.V Außerordentlich billig V* Tö-fCC»„Reine Seide", In vielen Farben..... Meier Imitat., hübsche Dirndelmustsr.. Meter Kleider-Rips we.6................ Meter 17.90 weiß, ca. 115 cm Drelf..... Meter 13�. a„Reine Seide", modernes Farbensorttment ÄÄS raiicnc................................ O_TI_**____ f.« r-S-n-ff doppelbrelt, hübche streiten- �Ctiurzension muster............ Meter Louisiana ca. 160 cm breit........... Meter 17.90 28.75 TV____ T f„ i-1 aus bestldrfem Batfsf mit LPamen~neina spueen gamien........ Kleiderscfaotien hübsche aparte Muster ca. 100 cm breit Meter 22.so£insatZ'Hemdcn för Herren, weife, Trikot mit hellgrundtgen Ein- sötren,..... 2 Gröfecn 50 49.50 Damenstrumpfe lang, Fufe ohne Naht, schwarz od. lederfarbig, .................. Paar 10.95 Herren-Socken S •au meliert, Fufe ohne Ferse und Spitze rer- ................ Paar «f Damensirumpfe prlmaFlor.feln. Geweb.,lg., schw. m. breit. Do ppclrd, Doppelsohle u.FersePaar 18. 75 « M»« schwarz, Fufe ohne Naht, Herren-Socken Fr.r,e..u.nd.Sp."" rer,{?rld Paar Damensirumpfe Trama-Sclde, prima Qual., no. Florrand- und-Sohle schw. od. lederfarbig Paar Herren-Socken schwarz, mit farbigem Zwickel oder farbig bestickt Paar Jandorf Gtoßz Trankfurier S fräße Jandorf Brunnenslraße Jandorf Ho II buser Damm (Charlolfenbura) Wilmersdorfer Slraße Vtfftge WWtt-MWW IIIIIIIÜIIIIIUIIIIIIIIIIÜÜIIIIIII fjecten-fyalbfdjufie ßecvett'Sitefel lySr 2SSr 235r 2$Sr Schwarz Boxkalf und Chevreau, J Brann Boxkalf and Chevrean, ■n modernsten Formen, Goodyear Welt| in modernsten Formen, Goodyear Welt Schwarz Boxkalf and Chevreaa, I Brann Boxkalf and CheTrean, in modernsten Formen, Goodyear Welt 1 in modernsten Formen, Goodyear Welt $dea�ttgeBot khukt�SthJeiju Bedeuten� fatabgefeMen Veeifen Gdtafingeboi Ceinenfdjutfc zum SchnDren oder mit Spange, weiss und grau, ebenso ander« Sorten feinfarbiger Stoff- Schuhe. Beste Verarbeitung wie Leder-Schuhe Seltene Gelegenheit 46 50 Spangenfdjuh echt Chevrean und Boxka all, braun und schwarz, leicht durchgenäht, zum, Teil such Goodyear Welt, moderne Formen, elegante hohe Absätze Seltene Gelegenheit 12§r Hr. 35$ ❖ 37. Fahrgattg 2. Seilage öes Vorwärts Sonütag, 1$.�ulilH2H GroßSerlm Die Wahl öes Groß-Serliner Magistrats. Teil einigen Tagen veröffentlichen bürgerliche Blätter und � orreipondenzen Auslassungen über die mutmaßliche Zu» scinimensetzung des neuen Berliner Magistrats. Soweit wir informiert sind, erweisen sich diese Mitteilungen o?5 leere Kombinat'onen. Sicher scheint zu sein, daß der bisberige 5 �'.Bürgermeister Wermutb von den beiden sozialistischen slraklionen auch für das neue Berlin wiedergewäblt wird- Zur Belebung der übrigen Posten ist in unsere n Kreisen noch nicht Stellung genommen worden, wie denn eine Auswahl ae» e i g n e t e r.Kandidaten erst erfolgen kann, wem« die Vor» I"r"tungen in dem am Dienstag nachmittag t» seiner ersten T iynng zusammentretenden Ausschuß so weit gediehen sein werden. Hegen die hohen Lebensmittelpreise. In der Sitzung der Ernähr» naskommission, die am Sonnabend stattfand und an der alle Berliner Gemeinden und de Vertrauens in änner der Berliner Arbeiter- > ch a f t teilnabmen, brachten die Vertreter der Arbeiterschaft zum Ausdruck, daß die V e r b i l l i g u n g des gegenwärtig enorm hoben Brotpreises unbedingt erforderlich wäre, während die neueste Br�öbung des Getreidepreises, trotz aller beruhigenden Erklärungen. '? naher oder ferner Zeit eine Erhöhung befürchten laste. Auch d-e Festsetzung des KartoffelpreiseS wurde von ihnen als v'el zu hoch bezeichnet. ES wurde angesichts der durch die gegenwärtigen Zustände her- vorgerufenen Beunruhigung beschlosten, an den Reichskanzler, f'dald er ans Spa zurückgekehrt ist, eine Abordnung zu ent» > � den. welche um Maßregeln bitten soll,»m die Teuerung d r Lebensmittel zu mildern und die aus den Fugen geratene L e b e nsmi tt e l v er s o r gu n g neu zu regeln. * Trotz aller Bemühungen des Magistrats sind die Zufuhren an Frühkartoffeln noch gering. In den meisten der zur Lieferung an Berlin angewiesenen Landkreisen bat die Früh- l Ion« lernte noch nicht begonnen. In demenigen Kreisen ober, welche schon liesern können, sind die Landwirte stark durch die Ernte des Brotgetreides in Anspruch oenommen, dessen Her- emschaffung äußerst dringlich ist. Der Magistrat hofft, daß der um dieie Jahreszeit stets in gleichem Umfange oder noch stärker sich mltend machende Mangel Ende des Monats behoben sein wird.' � Gewerkschaften und Heimstättenwesen. Sämtliche. Groß-Berliner Gewerkschaften der Arbeitsr. An» aestellten und Beamten haben sich zu einem Heiinstätten- onsschuß vereinigt. Die Forderung gebt dabin, daß das Heim- siättenwesen in Groß-Berlin einheitlich durch die Einbeits- ocmeinde organisiert werden soll. U.a. haben die GeWerk- i ch a i t e n eine bemerkenswerte Eingabe an- den Oberbürgermeister von Berlin und den Wohnungsverbänd Grvß-Berlin�gerichter. In dieser- wird eingangs ans die niängelbafle Befriedigung des Wohnuugsbedürfnistcs der Groß-Berliner Bevölkerung hin- gewiesen und die Forderung nach einer Heimstätte, d. h. naiv einer LJohnung mit Gartenland, für jeden, auch den einfachsten Arbeiter erhoben. Die staatlichen BaukostenüberteueruilgSzu'chiisse tollen grundsätzlich in erster Linie der minderbemittelten Bevölke- t ling zugeführt werden, wie bei Vergebung der Heimstätten in weit- gebendster Weise die Mitglieder der Gewerkichaiten berücksichtigt werden sollen. Sodann wird die einheitliche Auffchließung des Ge- ! indes der Berliner Umgebung durch die neue Stadtgemeinde ver- I-not. um io die bereits eingeristcne Zeriplitterimg die zu Sied- luiigen einzelner Beruisgruppen geiübrt hat. zu verhindern, und um andererseits die AufichließangSkosten erheblich herabzudrücken. Das Z'el ist r„Arbeiter, Angestellte und Beamte, ebenso Angehörige an- derer Volksteile müffcn gemeinsam fiedeln." lieber das�was vor der Errichtung der Hennstätten geschehen i- ll. beißt eS wörtlich: „Eine schwere Unterlassungssünde würde unsere Stadt- oenieiiide setzt, nachdem die Einbeitsgcmeinde Groß-Berlin ge- schaffen ist, begeben, wenn sie nicht sofort mit eigenen Siedlungs- arbeiten beginnt. Nach dem vor kurzen verabschiedeten Heim- stättenge setz ist es zulässig, daß der Boden schon vor der Er- richlung der Heimstätten als Heimstättenland von der Sladlgemeinde ausgegeben wird. Wir sordern deshalb, daß der Boden, der erst in späteren Jahren mit Heimstätten überhaupt bebaut werden kann, den Siedlungslustigen jetzt schon unter dem Heimstättenrecht als Gartenland von der Stadtgemeinde zur Verfügung gestellt wird. Wir fordern die Hergabe dieses Heimstättenlandes zu einem Preise, der für Kleingartenzwecke in Frage kommt." Bei der Festsetzung des Enteignungspreises für in Privathand befindliche Gebäude soll eine durch irgendwelche Umstände verursachte Wertminderung berücksichtigt werden, während Wertsteigerungen, die auf die außerordentlichen Verhältnisse des tlrieges und der darauf folgenden Zeit zurückzuführen sind", außer Betracht bleiben sollen. Diese Bestimmungen des Heimslättengesetzes geben, wie die Ein- Sezirksverbanü Hroß-Serlin S. p. V. mit der Tagesordnung: die wachsende Lebensmittelverteuerung und ihre Ursachen. Dienstag, abenüs 7 Uhr: Kliems Festsäle, Hasenheide IS. Mittwoch, abenüs 7 Uhr: Patzen hofer Ausschank(Borkbrauerei), Fidicinstr. S/Z. Deutscher Hos» Luckauer Ttr. lä. Musiker-Bereinshaus, Kaiser-Wilhelm-Str. ZI. Berliner Bockbrauerei, CThauffeestr. Nl. Prachtsälc des QstcnS, Frankfurter Allee 30. Gharlottcnburg, Bolkshaus, Rosincnftr. 4. Gruppe 11. Metallindustrie: Mittwoch, den 21. Juli, abends 7 Uhr, in den„Pharus-Sälen", Müllerstr. 142. Gruppe 13. Transport- und Bcrkchrsgewerbe: Mittwoch, den 21. Juli, abends 7 Uhr, in„Kliems Festsälen", Haseuheidc. Tagesordnung: 1. Wirtschaftspolitik und Betriebsräte. 2. Wahl der Organe. Afa. Ortskartell Groß-Berlin. Gcwcrkschaslskommission Berlins und Umgegend. gäbe der Gewerkschaften betont, einer tatkräftigen Gemeinde- Verwaltung schon jetzt Mittel an die Hand, um„Grund nnd Boden zu einem billigen Preise zu enteignen". Die bemerkenswerte Eingabe, die hoffentlich die maßgebenden Instanzen zu einem schnelleren Tempo in der Heimstätten- frage veranlosten wird, schließt mit den Worten: „Wir wissen, daß die Bautätigkeit mit großen Schwierig- k e i r e n verbunden ist. Wenn ober der Grund und Boden vor der Stadt allen denen, die ibn gartenmäßig bearbeiten wollen, noch weiter dauernd vorenthalten wird, so liegt entweder Unfähig- keit oder böser Wille der verantwortlichen Stellen bor. Nötigenfalls muß Berlin darauf dringen, daß das EnteignungS- recht an Grund und Boden ausgebaut wird. Grund und Boden in der Nähe Berlins ist genügend vorhanden. Die Gewerk- i chatten verlangen, daß er ohne Rücksicht auf alle Spekulationsinteressen jetzt unbedingt den- je»igen zugeführt wird, die ibn zum Wohle ihrer Familie und zum Besten des ganzen Volkes best- möglich b e a ob et l e-n wollen.- Ausdrücklich wollen wir darauf lnnweisen. daß es uns nicht genüat. vom privaten Terrainbefitz Grund und Boden unter dem Pachtverhältnis zu er- halten. Mit Rückficht daraus, daß die Gemeinden Gpoß- Berlin vom 1. Oktober ab zu einer Einheilsgemeinde zusammengeschlossen werden, fordern wir den Herrn Oberbürgermeister von Berlin und den Wohnungsverband Groß-Berlin auf, schon jetzt die nötigen Borkebrungen zur Hergabe von Heimstätten- land zu treffen und zu diesem Zwecke mit uns in Verhandlungen zu treten, sowie unseren Wunsch der BerbandSversammlung vor- zutragen."_ öetriebsrate, Arbeiter- und �ngeftelltenräte! Folgende Gruppenveriammlungen finden noch statt: Gruppe 6. Graphisches Gewerbe und Papierindustrie: Diens- tag, den 20. Juli, nachmittags S Uhr, im„Deutschen Hof", Luckauet Straße(Fortsetzung). Gntppe 7. Holzindustrie: Dienstag, den 20. Juli, abends 7 Uhr, in der Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10-11(Fort- setzung). Eine Plenarversammlung der GcwerkschastSkommission Berlins und Umgegend findet am Donnerstag, den 22. Juli, abends 610. Ubr, im Saal I de? Gewerkschaftshauses, Engelnfer 14/13, statt. Tage-:-- ordnung: Die Znsammensassung der Betriebsräte durch die Gewerkschaften. Bekämpfung der Rattenplage. In letzter Zeit mehren sich die Klagen, daß in Berlin die Ratten in einer Weste überhand nehmen, daß unbedingt energische Maßnahmen dagegen geboten erscheinen. Nicht allein Wassergrundstücke, Fabriken, Speicher, Magazine usw. werden von ihnen heimgesucht, sondern auch sogar menschliche Wob- n u n g e n. Neben den gesundheitlichen Gefahre» ver- Ursachen sie große wirtschaftliche Schäden. In den Maga- zinen fallen ungeheure Mengen von Nahruiigsmitteln ihrer Gc- fräßigkeit zum Opfer. Die Ursache dieser Plage ist der durch die Kriegsverhältnisse bedingte Mangel an Reinlichkeit und Ordnung. Es st« hier nur an die unzweckmäßige Ausbewahrung und unregel- mäßige Abfubr des H a n s m ü l l-5 erinnert. Dazu kommt, daß von einer Reibe von Hausbesitzern der Rattenbekämpfung picht das nötige Interesse entgegengebracht ivird. Im Medizinalamt der Stadt Berlin fand eine Besprechung über die erforderlichen Maßnahmen statt, an der neben ersahlencn Sachverständigen die verschiedenen Jnteresientengruppen, wie Hausbesitzer und die in Betracht loinmeiiden städtischen VerwaltungS- stellen(Park-, Hafen-, Schlachthos- usw. Verwaltung) teilnahmen. Man verhehlte sich nicht die S cp w i e r i g k e i t e n, die einer Ver- tilgung oder auch nur einer beträchtlichen Herabminderung der zabllosen Natten entgegenstehen. Vor allen Dingen m,iß die Bekämpfung der Rattenplage gemeinsam und gleichzeltig von allen Seiten vor sich gehen. Durch ein vom M e d i z i n a l a m t herauszugebendes Merk- blatt über Rattenbekämpfung werden die Grundbesitzer- verbände veranlaßt werden, gemeinsam und möglichst gleichzeitig die Vertilgung der Rallen vorzunehmen. I'hs BekämpfungSmittel kommen in Betracht: Geeignete Fallen. An- Wendung von Baklerienpräparalen. unter Umständen auch giftige G a i e. Besonders wurde das Halten von Katzen vielfach empfohlen. Vor dem Auslegen chemischer Gifte wird gewarnt. Erwogen wurde auch, ob e§ sich empfeble. den Plan der gemeinsamen und gleichzeitigen Bekämpfung der Rattenplage durch eine Polizeiverordnung zu stützen. Reichswehr als Schicberschutz? Die Vorgänge, die sich am Dienstag vor dem Hause Kotlbuser Damm 35 abspielten und über die wir in unserer Morgenausgabe am 14. Juli unter der obigen Ueberichrstt berichteten, haben immer noch keine Aufklärung erhalten. Die amtlichen Stellen hüllen• sich hartnäckig in ,K ch w e r g e n. Wir wollen dieses Schweigen nicht als eiste B e st ät ig u n g unseres Vördachtes. daß der linier- öffizier Kurt Lebensmittel aus militärischen Maga- z'inen verschiebt, auffasten, richten aber an den Stab des Füsilier-Bataillons Reichswebr-Jnianierie-RegimenlS Nr. 2g, das den Wagen stellte und dem offenbar der in Frage kommende Unteroffizier Kurt angehört, die Anfrage, wie sich die Sache verhält. Weiler hat die Oeffenilichkeit ein Recht zu erfahren, was mit dem Offizierstellvertreter geschehen ist, der den Befehl zum Feuern gab. Was ist weiter mit dem Sicherbeitsbeamten Crawunde ge- schehen, der eine Frau in rohester Weise bei der Gelegenheit in i ß- handelte? Daß die ganze Angelegenheit nicht ganz sauber ist, beweist die Tatsache, daß ein von einem Leutnant(?) Pfuhl- stein unterschriebener Befehl die Verhaftung des Unter« osfiziers Kurt und jener Mannschaften anordnete, die bei der „Unterstellung" der Waren behilflich waren. Also heraus mit der Sprache, anderenfalls müssen wir an- nehmen, daß Angehörige der Reichswehr nicht nur Schieber bc- schützen, sondern selbst an der Verschiebung von Lebensmitteln aus militärischen Beständen beteiligt sind. 34) Segen öer Cröe. Roman von Knut Hamsun. Jetzt kommen einige Nebenarbeiten an die Reihe, so de'- abwärts, der an einigen Stellen kcrmn fahrbar ist. Tn die Erde noch nicht- gefroren ist, fangen Jsak und Sivert eil.es schönem Tages an, an dem Wege Gräben zu ziehen. Es sind noch zwei Stücke Moorland da. die entwässert werden müssen.» Arel Ström hat versproch.en. sich an dieser Arbeit zu feteiligen, weil auch er ein Pferd hat und den Weg�braucht. Aber mm hat Axel ein dringendes Geichäst in der �ptodt�— was in aller West wollte er denn dort—, aber es sei eine ganz dringende Sache, sagte er. Statt seiner schickt er seinen Prüder von Breidablick zu dem Wegbau. Fredrst heißt er. Tiefer Mann war jung und neu verheiratet, ein leicht- kbiger Kunde, der gerne sein Späßchen macht und- trotzdem trauchbar ist. Er und Sivert sind einander recht ähnlich.� Nun war Fredrik, als er morgens heraufkam, bei seinem' rächsten Nachbar Aronsen auf Stovborg gewesen und noch ganz erfüllt von dem. was ihm der Kaufmann geiagt hatte. Es hatte so angefangen, daß Fredrik eine Rolle Tabak ver- langte.„Ich werde' dir eine Rolle Tabak verehren, wenn ich selbst eine habe." sagte Aronsen.—„So, Habt Ihr nicht einmal inebr Tabak?"—„Nein, und ich laste auch keinen '"ehr kommen, es ist" ja niemand mehr da. ver ihn kauft. Was meinst du denn, daß ich an einer Rolle Tabak ver- I re?" Aronsen mar in recht schlechter Laune gewesen, er mar der Ansicht, die sckwedische Grubengeiellichast habe ibn ort der Nase herumsteführt. Nun hotte er sich hier in der Einöde nieder gelosten, um Handel zu treiben, und da wurde Wr Grubenbetrieb eingestellt? Fredrik lächelt behaglich über Aromen und spottete über ibn:„Nein, er hat gar kein Land bestellt und hat nicht ein- mal Futter für sein Vieh, das kauft er! Er ist bei mir ge- Wesen und wollte-Heu kaufen. Nein, ich hatte kein Heu zu verkaufen..„So, du braucht also kein Gsld?"-fragte-er-, der Aronsen. Er meint, es'ei alles, wenn man nur Geld habe, i"c>rs einen Hundertkronenschein ans den Tisch und sagte: . Ta ist Geld."—„Fa, Geld ist etwas Schönes" s«g!e ich. —„Tos ist bom konstant," jagt er. Es ist gerade, als sei er ab und zu ein bißchen närrisch, und seine Frau läuft am hellen Werktag mit einer �Taschemchr herum,— was das nun für eine wichtige Stunde sein mag, die sie nicht ver- gessen soll." Sivert fragt:„Hat der Aronsen nichts von einem Mann gesagt, der Geißler heißt?"—„Doch, das sei einer, der seinen Berganteil nicht verkaufen wolle, sagte er. Aronsen war rasend: Ein abgesetzter«chultheiß, sagte er, der viel- leicht keine fünf Kronen im Beutel hat, er sollte totgeschossen werden!— ,/Jhr müßt nur ein wenig warten," sagte ich. „Vielleicht verkaust er später."—„Nein," sagte der Aronsen. „das mußt du nicht glauben. Das begreife ich als Kauf- mann ganz gut, wenn die eine Partei ziueihundertfünfzig. tausend verlangt und die andere fünsundzwanzisttausend bietet, dann steht zu viel zwischen ihnen, das gibt kein Ge- schüft. Aber Glück zu!" sagte der Aronsen„.wenn nur ich mit den Meinigen den Fuß niemals in dieses Loch gesetzt hätte."—„Ja, denkt Ihr vielleicht daran, zu verkaufen?" fragte ich.—„Ja," sagte er,„das ist genau das, woran ich denke. Diese Moorsümpfe, dieses Loch und diese Einöde! Ich nehme ja keine Krone mehr ain Tag ein," sagte er." Die Männer lachten über Aronsen und hatten keiner- lei Mitleid mit ihm.„Glaubst du, daß er wirklich ver- kauft?" fragte Jiak.— ,Ja, er tat so. Und er hat auch schon den Knecht entlassen. Ja, der Aronsen ist ein komischer (.Kerl, das ist gewißlich wahr. Ten Knecht entläßt er, der ldas Holz für den Winter Magen und mit seinem eigenen Pferd Heu einführen könnte, ober den Ladendiener behält er. Es ist wobl wahr, er verkaust nicht für eine Krone am Tag, denn er bot keine Waren mehr in seinem Laden, obe,- wozu braucht er dann den Ladendiener? Ich glaube, es ist nur Hochmut, Großtuerei. Er muß einen Mann haben, der am Pult stebt und in große Bücker schreibt. Hahckha, ja. es ist- gerade, als ob der Aronsen ein ganz klein wenig verrückt wäre." Die drei� Männer arbeiten bis zur Mittagsstunde, ver> zehren dann ihr mitgebrachtes Essen und plaubern noch ein Weilchen. Sie haben ihre, eigenen Angelegenheiten zu be- reden, das Wobl und. Wabe der Gegend und der Ansiedler. das sind keine Kleinigkeiten, aber sie behandeln sie mit Ge- lassen lwit, sie sind aeseßtr Männer, ihre Nerven sind unver- braucht und tun nicht, was sie nicht tun sollten. Nun kommt das Spät ja hr,� rundum im Wald-ist es still geworden, die Berge stehen hier und dieSoyne steht dort, am Abend kommen die Sterne und der Mond, das sind alles feste Verhältnisse, sie sind voller Freundlichkeit, alles dies ist vertraut und Heime- lich. Hier haben die Menschen noch Zeit, sich im Heidekraut auszuruhen, mit dem einen Arm als Kopstissen. Fredrik spricht.von Breidablick und daß er dort noch nicht viel habe ausrichten können.„Doch," sagte Jsak,„du hast schon viel getan, das Hab' ich gesehen, als ich drunten war."— Dieses Lob von dem ältesten Ansiedler in der Gegend, dem Riesen, tut Fredrik augenscheinlich wohl, er fragt ehrlich:„Meint Ihr wirklich? Nein, es muß immer noch besser kommen. Ich bin in diesem Jahr sooft abge- halten worden. Das Wohnhaus mußte hergerichtet werden, es war nicht dicht und wurde immer schlimmer, und den .Heuschuppen mußte ich einreißen und neu ausstellen. Die Stallgamme war zu klein, ich habe Kühe und Kälber, was der Brede zu seiner Zeit nicht gehabt bat," sagt Fredrik stolz.—„Gefällt es dir hier?" fragt Jsak.— ,Ja, mir gefällt es, und meiner Frau gefällt es auch, warum sollte es uns nicht gefallen? Wir hoben einen>veit?n Blick und sehen die Straße hinauf und hinunter. Das kleine Gehölz beim Hause ist nach unserer Meinung sehr hübsch, es sind Birken und Weiden darin, und wenn ich Zeit habe, will ich aus der andern Seite des Hofplatzes nvck meihr Bäume pflanzen. Es ist großartig, wie trocken das Moor ickion geworden ist. seit ich im Frühsahr Gräben gezogen habe..Nun wollen wir sehen, was heuer darauf wächst! Ob es uns geiällt? O ja, wenn doch meine Frau und ich Haus und Hof und Grund und Boden haben!"—„Na, wollt ihr immer nur zu zweit bleihen?" fragt Sivert listig.—„Nein, weißt du, es kann wohl sein, daß wir mehr werden," erwidert Fredrik munter. „Und wenn wir schon davon reden, ob es uns hier gefällt. so habe ich meine Frau noch nie so gedeihlich gesehen wie jetzt." Sie arbeiten bis zum Abend. Zuweilen richten sie sich auf und schwatzen miteinander.„Du hast also keinen Tabak bekommen?" fragt Sivert.—„Nein, und das tat mir auch nicht leid. Ich rauche nicht" erwidert Fredrik.—„Du rauchst nicht?"—„Nein. Ich bin zu dem Aronsen nur hin- gegangen, um zu hören, was er sogt." Ta lackten die beiden Spitzbuben und freuten sich diebisch..(Fotts. folgt.) Die„schwarze Anna" und ihre Opfer. Eme weitverzweigle Diebesbande, die vornehmlich die auf dem Bahnhofe Charlolkendurg einlreffenden Durchgangs- a u t e r befohlen bot, ift nunmehr durch die UeberwachungZ- alueilung der Eiienbahndirektion Berlin unschädlich gemachr looiden. Ein ehemaliger Gepäckträger Wenig und der Gepäck- -läger Hoth hatten eine Reihe von Durchgangsgütern, u. m 6 Ballen Stoffe, Autoreifen, Mehl, einige Kisten mit Gänsen und Enten usw. gestohlen und hatten, um die Diebstähle ungestört ouS« führen zu können, die Dienstanfänger Streich undKIink bestochen. Die gestohlenen Salben wurden zu einer Frau R e i ch in der Dahl- inannstraste 3Sund deren TochterMartha® chringeschaffl, die die Waren alsbald weilerverschoben. In der Frau Reich scheint die UeberwachungZabteilung eine ganz gerissene Hehlerin ermittelt zu haben, die auch schon bei 'rüheren Diebereien unter dem Namen �schwarze Anna" eine große Rolle gespielt hat, damals aber nicht ermittelt werden konnte. Wie es sich jeyt herausgestellt hat, steckte die schwarze Anna mit einem Kriminalwachtmeister Schock unter einer Decke, >er zurzeit wegen einer anderen Straftat in Untersuchungshaft genommen worden ist. Frau R. hatte ihrem früheren Verlobten, >er in Breslau wohnt, eine Reihe von Sachen gestohlen. Die über en Verbleib der Sachen angestellten Ermittelungen waren der R. anbequem und daher veranlaßte sie den Schock, ein gefälschtes B r o l o k o l l aufzunehmen, noch welchem ihr die Sachen ihres Bräutigams in der NcujahrSnacht gestohlen worden seien. Weitere Ermittelungen haben nunmehr ergeben, daß sie auch noch mit anderen Amtspersonen im Einvernehmen stand, die sie ihren betrügerischen Plänen geiiigig zu machen ver- stand. Zwei weitere Kriminalbeamte aus Eharlottenburg haben bei verschiedenen Haussuchungen Stoffe beschlagnahmt, die sie selbst dann wieder auf Grund falscher Zeugenaussagen freigaben, wo- für sie dann an den Zechgelagen der Frau Reich teilnehmen dursten und auch noch Teile dcS Stoffes abbekamen. Sämtliche Beteiligte find nnnniehr durch die energische Arbeit der Ueberwachungsabieilung für einige Zeit unschädlich gemacht worden. Kein E.inmachczucker. Auf eine von der Deutschen Obstbau- gesellschaft in Eisenach an die ReichSguckerstelle gerichtete Eingabe um Zuteilung von Zucker für die Verwertung der diesjährigen Beerenobstcrnte im Haushalt ist der Bescheid erteilt worden,„daß dch außerordentliche Zuckerknappheit, die bereit? zu einer K ü r z u n g d e r Mundration führte, eine Berücksichtigung des r ststistcrirn Wunsches auf Zuteilung von Zucker für Ein- l r ch z w e ck e nicht zuläßt". Die Reichszuckerstelle bedauert daher, dem Antrag nicht stattgeben zu können. Seinen? Geschäftes sprach -nn ein'.-nbekannier Mann an, der ihn unauffällig fragte, was er in den Pakelen habe und wo er hin wolle. Dann erklärte er, daß er dort tätig und das Geschäft bereits geschljDssen sei. Er schickte dann den Hausdiener nach der Leipziger Straße, um dort die Schlüssel zu den Lagerräumen abzuholen, während er in der Zeit auf die Pakete achten werde. Ter junge Mann suchte natür- lich vergeblich in dem bezeichneten Hause nach den Schlüsseln, und aks«r zurückkehrte, war der Iluhekamite mit deu Fellen der- schwunden. Auf die Wiederherbeischaffung hat das geschädigte Ge- schäst ecne Belohnung von 5000 M. ausgesetzt. Mitteilungen nimmt die Kriminalpolizei im Zimmer 110 des Polizeipräsidiums riitgegen. Der dritte Täter bei dem Mordanschlag auf den Gastwirt Kasse, Wuhelmjtr. 6, wurde am Sonnabend verhaftet. Es Handell sich um den 22 Jahre alten Buchhändler Willi Magdeburg. Er hat bereits ein Geständnis abgelegt. Kampf mit Verbrechern im RcichswirtschaftSrat. In der aus« abzeichneten Broschüre des Referenten-m ReichSwirtichafts- mmiiterium Georg Plötz über den ReichSwirtschastSral313), 105 Gramm Teigwaren(314), 250 Gramm Maisflocken(3t5), 250 Gramm Kunilbonig('116). 250 Gramm Hajerflocken(31), 250 Gramm Maisstoctcn(32)..arieosbeichädigte, die 30 Proz. und mehr erwerbsunsähig lind, crdaltcn sür Monat Juti je 1 Pfund Teigwaren. Graupen und 2 Psund inländische Hasernährmillel. Im Monat Juli erhalten: a) die schwangeren Frauen vom 4. Monat ab 2 Psund Teigwaren, 1 Ps-md Zwiebuck und 2Piund Haferflocken l vom 1. bis cinschließsich S.Monat außerdem 3 Büchsen kondensierte Much mit Zucker, b) die Kinder im I. Lebensjahre 750 Gramm und-m 2. Jabrc sOO Gramm Hascrnäbrrniltel. Kinder vom 12. bis 15 LebenSjabrc eine Büchse kondensierte Vollmilch. Schrineberg. Bs» 20. Voranmeldung 125 Gramm Hafergrütze(36), 1 Deuter rote Grübe und 1 Beutel Sogenpuloer(42), 1 Dose tondensieru Milch(50/. Für Jugendliche I Stück Toilcltenicije(50). Ausgegeben werden als Kartostelerfatz 300 Gramm Haferflocken(3l!o bis s). 250 Gramm Haierflocken(33). 250 Gramm AuSIandSmarineladc(40). Fortsetzung der Ausgabe von 250 Gramm Müblenprodukien(31), 125 Gramm Penner« Hasertalao 033). Der Abschnitt 42 der grünen Karte ist verfallen. Strgli«. Anmeldung von 250 Gramm Teigwaren. Verteilung von 500 Gramm Marmelado, 250 Gramm Teigwaren, 500 Gramm auSl. Haler- iabrikate und 250 Gramm Grouven. Wilmersdorf. 125 Gramm Sago(31), 125 Gramm Gerstengrütze (35) Für werdend« Mü-ter: 4 Pjnnd Nährmittel, st, Psund Kakao, 50 6-1 200 Gramm Trockenganzei, 1 Doi« Malzextrakt, 3 Dosen Kondensmilch -nur im 4. bis einschließlich 3. Monat). Für stillende Mütter: 2 Psund Nährvi-krcl, st, Pfund Kakao, 50 bis 200 Gramm Trockenganzei, 1 Dose Malzcrlrakt. Licbtcrfelde. 250 Gramm auSl. Haferflocken(33), 375 Gramm Zucker(91), 4 Päckchen Süßstoff(95). Pankwitz. 250 Gramm Haserslocken(37 und 38), 250 Gramm gesch. Bohnen(13). Dahlem. 250 Gramm Haferflocken(33), 125 Gramm Nudeln(33), 375 Gramm Zucker(91). Für Jugendliche: 250 Gramm Buchweizengri-be (50). An Kinder im 1. und 2. Jahr ie 2 Pakete Kinoergerilenmeb! und Zwieback, im 3., 4.. 5. und 6. Jahr je 2 Pakete Kindergerstcnmehl. An Personen im Aller von 60 bis 70 und mehr Jahren und Kranke je' 2 Pakete Kurdergernenmehi und Zwieback. ttteukviin. Zwieback und Gerstengrütze jür Kinder bis zu 6 Jahren m den städtischen Verlaustiiellen. 500 Gramm Haserslocken. An Stelle von Kartoffeln 250 Gramm Gerstennichl und 250 Gramm MaiSmebl. Die neue Kartofielkundenlistc tritt am 19. Juli in Kraft. Aus die Abschnitte 28» bi« c. der Sartoffelkarte, die noch MS zum 21. Juli ihre Gültigleik haben, sind die alieu Kartoffeln bei dem bisherigen Kleinhändler abzuholen. Tempelliof. 250 Gramm Graupen(34). Für Kinder 125 Gramm Kakao(A S und K 8). Für Kinder vom 4.-6. LebenSsahr sür Juli 500 Gramm KnorrS Gerstenmehl, 250 Gramm Zwieback und 1 Dose Mal,- cxtrakl. Für Hoflende Müller jür Juli 1 Psund Kakao. Für Kriegs. beschädigte 1000 Gramm Buchweizen, 500 Gramm Grmilernmfljl. 1 Dvi« Malzextrakt. A.imeidung: 125 Gramm Lws-n(36) und 125 Gramm Bobnen(37). Britz. 500 Gramm Marmelade(39 grün), 500 Gramm Ha'n«locken (39 grau'i. Für Kriegsbeichädigte 1 Psund Griex. Für werdend? Mütter und.Kinder st, Pfund Gric,;.- Bkuud Kunithotri, 1 Do'»'»-».-eyrakr. 1 Psund feine, grüne Delikateßerbieu. 1 Psimd Linie:-. 1 P a-ld:!I:is und 1 Psund Bobnen>40 grün». Kartoffeltarle 1 Piiind Hwerslocken(30 d), 2 Psund Kartoffelscheibcn(OOo). Treptow. 350 Gramm daibc Erbsen(37), 125 Gramm Haferflocken(33). Lichtenberg. Voranmeldung bis 21. 125 Gramm G-rüengrützc l37>. ohne Voranmeldung Puddingpulver, Vanillm-Milchzucker, Banillin-Soßca- Puluer in den städtischen Berkausshallen. Rcinickc-iour». Auf die Kinderkarte A: t Pfund Zerstenmehl, 3 Pakete Zwieback, st, Psund Haierflocken: 3: st. Psund Grünkernmehl, st«, Pj.rid Hai.'rslocken. 3 Pakete Milchsüniveise, 1 Dose ApselmuS uud 0: st, Psund MUchsüßspeise, 1 Psund Haferflocken, 1 Dose Apfelmus. Alt-Glienicke. l Psund Bohnen, st. Pfund Maisflocken(143), 1 Pfund Fruchtmehl(144), t Pfund Marmelade, st.'P'und Kunstbonig(145).«/.Pfund Kartoffclwalzmcbl(36). st, Psund Haferflocken(37). Aus Nährmille! karten st, Psund Buchweizengrütze und st, Psund Nudeln. Für Kriegsbeschädigte 1 Psund Graupen und 1 Psund Krieg. Hroß-Serliner parteinachrichtea. Morgen, IS. Juli. S. Abt. 7 Uhr Jugendheim, Lindenslr. 3: Sitzung der Bezirksjührer, BetriedsvertraucnSlcute uud anderer Funktionäre. SO. Ab». 7st, Uhr Sitzung der Funktionäre und Betrlcbsoertrauens« leute bei NonSdorf, PeterSburgcrstr. 86. ZlN Abt. 7'/, Ubr Mitgliederversammlung bei Eheling, Carmen- Shlva-Str. 22. Kein Funklioiiär därs kehlen. Thema: Statulcntwurf. ZI. Abt. 7st, Uhr Sitzung sämtlicher Elternbeiräte bei Goldschmidt, Stolvischeslr. 36. Erscheinen dringend notwendig. 38. Abt. 7st, Uhr Funkrionärsitzung bei G-llwald, Puttbu'erstr. 24. Neukölln. 2. Abt. 71/, Uhr SlbteilungS-Funktionärsitzung bei Marien- seld, Jansa- Ecke Kaiser- Fried richilr.— 5. Abt. 7st, Uhr bei Münow, Kaiser-Friedrich- Ecke«aalestraße. Sitzung der Funktionäre und Betriebs- Vertrauensleute. Pankow. 7 Uhr bei Engel, Mühlcnstr. 45: Ablleferung der Wähler- kattotheke» durch die Karlothelsührer. Jrauenabende?>/, Uhr: 13/11. Abt. Im Gravhischen VereinSbaus. Alexandrmenstr. 44. Ref. Genvisil, Dr. WvgodzluSkn.— 36. Abt. Bei Lärwalds, Schlegelstr. 3. Res. Genosse Ledrcr Meile:.Das Eriurler Programm und die Frau".— 44. Abt. Bei Kersin, Pankstr. 60. Res. Genosse Lehrer Springer:.Tie Bildung der Arbeiterin".— 10. Abt. Frauenabend fällt aus. Dmür Frauenausflug nach Elchwalde. Treffpunkt Montag vorm. 10'/, Uhr aus dem Görlitzer Bahnhos an der Soerre. Genossinnen aus den anderen Abteilungen sind herzlichst eingeladen. » Eharlottenburg. Dienstag. 7'/, Uhr abends, im BoWhause, Rosinen- straßc 4: Generalversammlimg. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Aus- landSpolitit u. Soziatdemokrntie Res. LegationSrat Zechlin. 3. Stellung- nähme zum Bezirkstag uud Wahl der Delegierten. Vorträge, vereine unü Versammlungen. Tvrachichuie kür Proletarier. In den nächsten Tagen beginncn neue Abcndlurse im Euglilchen und F-anzösischen für Genossen ohne Vor- kenntnisse. itnmeldung: Tien.Slag und llllittwoch nachmittags von 5—8 Uhr in der Gcmcindcschulc G-psitr. 23g. Giähe Rosenllialer Straße>. Ortsgruppe Süden der heimattreueu Lberichlefter. Montag, 7st, Uhr abends, Versammlung im Alexandriner, Alexandrineiistr. 3kg. �us aller Welt. Explosion in einem Hochofen. vreSlau, 17. Juli. Die„Neueslen Nawricdten" melden aus Gleiwitz: Doiinersiag abend«xvlodierle im S-ahlwerk des Huld- ! ch i n st y w e r k e s rm Martinofen«in Sprengkörper. Der obere Teil des Ofens wurde weggerissen und daS Dach stark beschädigt. Umherfliegende Spl-tler verletzten zwei Arbeiter schwer und dm leicht. öriefkasten fot Reüaktioa. ®. L. 7. Wenn Sic den Artikel.Unsere neue Rieseniladt' in Nr. 24 von.Volt und Zeil" gelesen, hallen Sie sich die Anfrage ersparen tonnen. l. a) 7; b) 59; c) 27. 2. 3 806 733. 3. 7. April 1020.— F. 2. 100. Eine erschöpfende Auskunst läßt sich im Brlcslasten nicht geben; fragen Sie bei der Stistungsdeputation deS Magistrats, C2, SIralaucr Str. 56 II an. Wetterausfichten für das mittlere Norddeutschlanb bis Montag mittag. Warm und ziemlich schwül, tm Westen uno längs der Küste noch zahlreiche, im östlichen Binnenland« mehr oerewz-lte Gewitter, nachher wieder Aufheiterung. ahne 4 u. 7 JftU. mit TriedetisUautsshuk 5 Jahre schritt!. Garantie. Zahnziehen mit Betllubung bei Bestellung von Gebissen gratis. Kronen v. 30 Mk. an. Spez.; Zähne ohne Gaumen. Keine Luxuspreise. ahn-Praxis Katvanl, Danziger Straße t. Konsum-Genossenschaft Eingetragene Genossenschaft 140 Lebensmittel- Berlin und Umgegend mit beschränkter Haftpflicht Ve rteilungsstellen Tafelreis... pwmtM. 4,80 T afelreis(prima) Pfund M. 5,90 Kaffee. Tee, Kakao billiger. Schokolade extrafeine Schmelz-» C Kfl iOO-Gramm-Tafel Mk. v, 8,353 5 Sarotti'Ndhrkakao cmpfelileas«x-rte KindcrnahruiiK. Selterwasser Brausen(«xki. ous). Gto) p' 35 pi. Flaschenweine aut gepflegt und versteuert Flasche Bockjnheimer...... 18.50 Montagne| franz... 17.20 Medoc./ Rotwein.. 20,80 Manzanares, span..... 18,-— Malaga(Medizinal-Wein) lli 18.— Frühstücks-Dessert-Wein.. 7,00 Wermuthwein...... 7,— Apfelwein....... 7,— Maitrank........ 6.50 Aufnahme neuer Mitglieder in allen unseren Verteilangssteilen ie Lebensmittel üüüiüiiiiiiiifiiiiiniFiiiniiliimimiliüiimmmHmiT Prima Frucht-Marmelade ä 3,70 ---- Klmll�prcnff(aus der Tschetho-SIowakei) mit 60 Prozent Zucker eingekocht Q?>!! 25 p, 1 Vinzier IlimüC-Cl»tttl_ vt Flasche»S.SO, Flasche Oelsardinen uportug war« oossm. 7,50 Große Vollheringe.. Slllclt 75 n Dänische Sahne 6,— Spelse-Oel Mund..... m. 8,50 iJaS" Verkaut anter Kontrolle des Magistrats. GMi Harzer, Faust», Holländer Käse ❖ Tilsiter Käse Pfund m 7,50 BROT hergestellt auf unseren 60 Doppelauszupsdamp'backöfen ............ Anerkannt beste Qaalltttt mm—n—» Rondilorei- Waren: ngemünw Markenfreie Beckmehle! la Haferbackmehl Maismehl Maisgrieß Kartoffelstärkemehl Bienenhonio a Miscliobst] i Ringäpfel Qualität Inkl Glas Pfd. 14,25 im Preise ermäßigt Frisches Gemüse und Obst zu billigsten Tagespreisen in 8 Spezial-Verteilungsstellen. auf Juli-Marlen des Magistrats in allen Berliner Verkanfs- stellen der Konsum-Oenossenscbsft. Brennspiritus Berlin C2 Breite Straäe RUDOLPH HERTZOG Berlin C2 Brüderstraße Besonders preiswerte Angebote: IZ'iX Bluseissioffe ~ ounkltn Fartvtisteftungen. Breite 70 cm, dae Meier M. Kleldersiotfo Breite 90 cm.,........... das Meter M. 12 3® 50 eo Bßt/ruakio Schist&r&fcffo das Meter........... M.B'0 12 30 19'° Ma efapcfamB Mssssslin® 202S 23.' 2Bm. boJruckt, d. Mir. M. Ein Posten Ein Posten Blusenseide 1 Blusenseide gestreift,-j*750 j kariert, 0025 47 cm breit.. Meter M. 1,/ I 47 cm breit.. Meter M.££ Granitseide Seidenstoffe blau-grün gestreift, CO SS cm breit.. Meter M. DO«' bedruckt, Q O— A"7 76-85 cm br., Mtr. Jä» bi«/•" £eoLTer Kostümmtoff® in gemischten Forbentinen. Breite 140 cm. d. Mir. M. 9 3m' Em Posten KOSllUS BVSal0lf9 m marin ei Ion und schwarz. Breite 130 cm, d. Mtr. U. 7m m ®$9'f® gute Quatitäten etwa 80 cm breit, das Meter M. 12ß0 1®�° 13 30* W&g&@ fä&siicki® Voil&s das Meter........ If 17™ 29 30 27 23 Weiße Batist- Kleider................. m. 130.- vveiße Voile-Kleider.................. m. 145.- FCostiilTLC aus farbigen Wollstoffen, von M. 1 SO.- an Weiße Voile-Kleider gemustert...... von M.195.-ai Farbig bedruckte Voile-Kleider...... m. 210.- Mäntd aus farbigen Wollstoffen.,. von M. 7 0.- an isa Al. 4,86 die 10ü-®ramm-IofeI m. 2,60 bie Sv-Gramm-Tafel in Lnxu.paiknng Al. 8,60 die loo-Bramm�afel Al. 2,66 die Sa-Sramm-Tafel G. Wechselmann Berlin W. 9, Linkstraße 20, Hof links L Fernspr.: Rollen borf 879. Selegtamntabt.; Bitälimenta Berlin Rauchtabak frisch eingetroffen, paketiert und banderoliert, per Wd. IS.-, SS.-, SS.-, 86.50, 28,50,»O— ZI garren Elalge 100 MiUc erstklas.ice Pabrl'rate, banderoliert, von den billigsten bis allerbesten Lo ten, äußerst billige Preise: 42.-, 54.—, 60.—, 68,—, 145.—. Fritz A. Ziegler Berlin Oroßhamlian«; Berlin KochstraBe 50. Unland 4583. S!�&oiar72e*2�3�2800�3 KMSMMW f�tf�ecSiinBidfitun�en. . Kät£Du$ec fDamm.'PP %SB3r Soeben erschien, herau-gegeben Dom Wesieuroxäisckien Setretoriat der Kommunistischen Internationale �SMJl (in ftommiffion Frandes Verlag. Leipzig) ü. vök..KsdiKsÜLMlls". die KiuderKralliideit des KoMmuuisiiius. Inhalt: I. In welchem Sinne tonn man von der iniernaiionalen Bedeutung der russischen Revolution sprechen.— 11. Eine der Hnuptdedingungen des Erfolges der Dolschewiki.— III. Die wichtigsten Etappen in der Geschichte des 1"" 1— ,,( o ,,, i 4 ,*,„1 f Y, V.— ,11..- i-..—_.-. 174 CT5 � rr �r. � Kampfe mit weichen Feinden innerhalb der Ärdeitert'cweguug ist der Bolschewismus auf. gestiihl� worden?— V. Der„radikale" Kommunismus in Deutschland.— VI. Sollen Revolu. Balschewismu».— IV. gewachsen, erstarkt und WWWW Noniire in reaktionären Dewerksd;aftsperbänden arbeiten?— VII. Must man sid) an den bürgerlichen Parlamenten beteiligen?— VIII.„Keinerlei Kompromisse".— IX. Der„radikale" Kommunismus in England.— X. Einige Schlug- folgerungen.— Anhang: Die Spaltung der deutschen Kommunisten.— Die Kommunisten und die Unabhängigen in Deutsd)land.— Tnrati in Italien.— Falsche Schiiissc aus richtigen Poraussegungen. Zu beziehen durch alle vuchhaudluugea.— vreis AI». 4,—. billige lltuvgabe Alk. 2,60. f531b» Victoria zu B Allgemeine Versicherungs- Adien Vermögensausweis Ende erlin - Gesellschaft. 1919. VermOge n. Bare Kasse............. Wertpapiere.......«... Hvpotbeken............ lärun besita der Gesellschaft..... Darlehen an Versicherte....... Guthaben: bei Banken und Vers-Gesellschaften an rückständigen Prämien..... an Teilprämien fällig 1920..... an Zinsen und Mieten....... Sonstiges...........• Verbindlichkeiten. Aktien-Kapital........... Reservefonds und Oewinnreserve... Prämien-Reserven u. L ebet träge, Schaden- Reserven............ Gewinn-Reserven.......... Sonstige Reserven.......... Guthaben von Vers.-Ges. und Banken. Barkautionen und Spargelder..... UnterstüUungs-Fonds für Angestellte und Hinterbliebene.......... Ueberschuß des Gesamtgeschäfts._. 4» 1,832,228 181,634,335 917,931,152 15,962,880 116,660,335 66,740,024 58,871,811 16.8)8.081 22,057,520 8.29, 1.160 I.40n,808.56> J* 6.000,000 1,20 ,000 1,123,613.287 172,645,750 80,626.850 1,869,851 1.479,931 10.410,397 y, 06?, 821 73 7400,808.561| 73 An Dividenden erhalten die Versicherten: Ind. Lebensvers. 20/6 aller bezahlten Prämien: in der Friedens- | all-Vcrs.(LI) 10% u.l. d.Unfali-Vers.20% einer Jahresprämie. Möbel zum«nprospresi» birett an Private.— Riesen- ouäraabL Schlaf}. 1688—1076,5 3)?. Speise}. 1710-18670 31t. Qeccenz.l 753— 1784.-1®. wohnz. 875—6890 M. suchen 445-2885 SR. Lieferung frfo. Lagerung tottcnL lOjahr. Garantie. Möbel-Haus Rejcwske Berlin, Sabftc. 60 Gewerhschaftshaus in 18000 Einwohner Miender Stobt Thüringen», am Marti gelegen, historisches Haus, mit Fremden-, Gast- und Vereins- zimmern, Saal, gr. Stallungen und Kellern, bei 66000 Vit. Än- W�W12,9 ngen MMMWD � An- zahiung zu oerkaufe». 12/9 A. vvv!.ettllkrLGo. Berlin W 30. Möbel» Gel egenheitskSuf e, Echlaizimmer 3500, Spei e- »immer 4300, Herrenzimmer oOOO, viele sehr elegante, schwere Zimmereinrichtungen und Einzelmöbel zu enorm billigen Preisen. Ztatts Lennert, Möbelhaus für Gelegen- heitsfänse, Lothringer Str. 55,' Rosen thaier Platz. S.S9. KaUbmeRlenun�bo t— Speise atsnicr Herren.ZitBaitr Schlaf 7i~mef Wohn Zimmer Käcnen m qUc Kupfer 8— Messing 4,— Biel, Zink 2,- Rotguß 7,— Zlon bis 25,— ScliulzentlorferSt,2 ZdeW-ZIiM-MAle tauft Oröoiocc, Friedrichffr.4S litte Zimmerstr. und fficocgcn- kitchstr. 50, nahe dem Alexan der- platz. 9-12V-, 2'/7-7. 53/13» MSdel SorAsvr&E§bel-iross-Lig«i> R�senthaler Strasse 39 Wohaxs�s» ESsrlcbisiagen I Zimmer und KOche 2 Zimmer und KUche, 3 Zimmer und KUche. 2590, 3000, 3500 M. 5630, 5S00, 6500 M. 9000. 10060, 14000 M. Fr ied richs roda uiKaaaaBMinirnaweaicaBBBwc KSidsstr. JJ.Z«. 1 Trepn« Thüringer Wa 430—710 m üb. i Beliebtester Sommer- n. Winterkurort Thüringens n Schloß u. Park Uelnhardsbrunn. Alle hygien. Einrichtur Votler Kurbetrieb. Prospekt: Slädf. Kurverwaltui, billige Preise Imprägnierte, moderne Regenmäntel SSS—SISH.- äI95,- Iznpi agnlerle, fesebe OfC Q.Qd_ I HOCtielCCJ auf G ReiSC � MällSel SeldLcnzm Kntel i V/ V. ÖsD* I__ Covertcoat,(eine Wollstoffe, auch grofle Weiien. 1Z5.-P5.-ZZ5.-) Hochelegante Seiden-KleiUer � � � so schön', wl« ste selten gezeigt werden. Hochfeine Wollene Strickjacken Ci.ei1.CI11e\|/eiSe Flausch- Manie! u.-Jacken a 250- 350- 450- moderne Formen fe5cW harten 350.— 450.—. fentzücKende Weiße u. farbige Mädchen-WaschKleider, Voile« Stcfte. Mädchen-Häntei1� orK" 1«ti � fx Seide u. Voile IM 5 C II alle Farben UZmei Wollene fClciderröcke( K" nahen- Wasch-u Woll- Anzüge fCnaben�Mäntel a Fyjadcs ''«.seidene neueste Macharten|* � Kieler und Sportlormtn I..liiiWWiui�ii!!�"' l ....... Htrrett-Aaoätfcemdg« mmu■— •Wische P��Vter. � htixxtb Zacob&t&ch Itacltfoloer, flanau a/XCL.____ 6eaeralrertreStr.»Z Zv hed«« w allen einschlägigen Geschäfien s�rvZ leczrnpi. Wofuaupgaelnrichfunosn Henreo- u. Sp eifezlxntix&er Wotwm- tu. Sc£\l£kfz£mm.er i Hervorragend sctaOn und preiswert In allen PrsfeSelngen u.SiUaMen ' Klubsessel und Sofas In Gobelin und Leder gg>eg.-A3>tetannf» CVermlelnnc kompletter Einrichtungen, daher stets viele Gelegenheitskäufe Kostenlose Lagerung für beliebige Zeit M- MaFlsJewic« O JKJk.H.. OTITIS Iii Watt, MarKoraAcnatr.�a Eiiii-r■- AuffctDdAJßfe duBdihenSchEbep Nehm' daitfd3e5®oaia3K*lich lieber! Ueberall erhältlich. Hersteller: KRISCH G.m.b.H., Berlin SW68. ffreitog, 30. Juli ct., 10 Uhr oonu. Berslelgerung von etwa SO Pferden ».Maultieren, Swte mitFohle»! au- schließlich gute«'Material, aus vollein Betriebe, wegen großer Bc- triedseinschränkung. Außerdem Landauer, Break. 18l/N' IlllZM.kLi'I.llniiiiKiiz-w.-Kez.. -i Berlin>. wnktstr. 22-2«. velexenbeltsliank! Noch ecbr Sicbe Speise» zitnmer.gr.BüfettKredenz, fr Ausziehtisch, Bhoh. Le- erstühle umständehalber Spottpr M.5300.—. Patzen- hofer Radler. Neukölln, Hermann-.Bcke Emserstr. jeder Art bin ich in der Lage, weit unter dem jetzigen PreiS,* solange Vorrat, zu verlaufen. Besuch lohnend. Ohne jeden Kaufzwang, Neugebauer Cbarlottenbarg, wilmersdorfer Skr. 128 Erle Schillerstraß». Kein Laden. Thüringer SpezIoNkSle«: Oualitätsware,* fvez. Hienfong-Effenz, Wunder- balsam edit.Karmrlii erg eist usw., lausend i» groß. Mengen lieser »— i--------:J— U*. i r t e fc- bar: Verlangen Eie bitte gratis Preislage, tili» Ramm, Peilst i- Sa„ chem.-oharm. Präparate WÄT Eigentümerin Stadt Neukölln öekIeiömiKfkelle Neukölln, Bergstraße ÄS fOCVWU' Anzüge saubere Verarbeitung, gute Stoffe............. M. 650.— 550.— 425.— 345.— 275.— Sommer-Paletots Marengo gefüttert........................... M. 345.— uimwiiii'nninRiinHiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiHiiiifliiitiii i�OfeU gestreift....................... M. 16o.— 145.— 125.— 100,— 75.90 �opüttte in farbigen, dauerhaften Stoffen, neueste lange Formen.... jetzt M. 515.— 38o.— 1 245.— 185»— 120.—' Evmmer-�o�äntel in seidenartigen, imprägnierten Stoffen, auch Gummimäntel....... M. 38o.— 2o0.— 195.— �(tll�l�toere Hiftcr in verschiedenen Farben, modernste Musterungen und Formen........... jetzt M. 295»— ÄaM0N-�öÄr in farbig, blau oder schwarz, nur erprobte, haltbare Qualitäten........... jetzt von M. 35.50 an ........... mmmwmmmmm Solide Blusen fürs Haus farbig oder dunkel, dauerhafte Waschstoffe........... jetzt von M. 30.80 an Elegante �lufen in Batist, Crep de chine, Atlas usw., mit Stickerei und Äandhohlsaum...... jetzt von M. 58.— an Geschäftszeit von H— ö Uhr.— Fachmännische Bedienung gewährleistet. Warenabgabe ohne Beznstvschein an jedermann, auch an Nicht-Neuköllner. Im selbe« Hause Ttöbttlche Reparature« mit Keruleder prsiSwert. Die Mslanösprejse zum Ergebnis von Spa. Frankreich ist unzufrieden. Tie Prmsec Presse von gestern morgen ist mit dem Er- (K&nis der Verhandlungen sn S p a nicht ganz zufrieden; fast alle Blatler stellen mit Bedauern fest, daß deren Hauptthema, die Frage der deutschen Entschädigungssumme, nicht einmal angeschnitten worden sei. M a t: n scrgr, es sei keine Gesundung des deutschen Wechselkurses möglich, wenn die dsutsche Schuld und ihre Abtragung nicht geregelt wurden. Figaro ist der Ansicht, Lloyd Georgs habe in Spa immer an erster Sielle gestanden» er habe sich das Verdienst jedes kräftigen Auftretens und jeder Mäßigung vorbehalten. Seine Haltung sei oft irreführend gewesen, und es scheine auch, als ob gerade Frank- reich die Kosten einiger Zugeständnisse Lloyd Georges tragen müsse. Fehrenbach und Stinnes kämen nicht mit leeren Händen aus Spa zurück; sie würden erklären, daß Frankreich von seinen Alliierten verhindert worden sei, das zu der- langen, was es gewünscht habe, die deutschen Delegierten hätten die Proiokalle unter Vorbehalt unterzeichnet Oüzwar dieser Vor- behalt auf den ersten Blick platonisch scheine, so gestatte er ihnen doch, über das Wesentliche des Abkommens, nämlich die Zwangsmaßnahmen zu verhandeln. Das Wenigste, was man sagen könne, sei, daß die Lage unklar und beun- r u h i g e n d bleibe. Besonders zufrieden scheint das Petit Journal zu sein, denn sein Berichterstatter in Spa sagt, die Deutschen seien mit großen Plänen und Hoffnungen gekommen und gingen mit einem unbestreitbaren Mißerfolg. Sie würden eine Ent- täuschung empfinden, deren Echo man noch lange hören werde. Saint-Brice sagt im Journal, eS werde noch viel geschehen, bevor die Frage der Entschädigung auf den? Papier geregelt sei, und noch mehr Zeit würde vergehen, ehe sie sich m Handlungen umsehe. Die Konferenz in Spa habe den Weg einer raschen Flüssigmachung verlassen, und das sei am meisten zu bedauern. Die Nolle des braven Marschalls Foch. Tie„H u m a n i t e" bezeichnet in ihrem Leitartikel die Kon- ferenz von Spa als ein« Tragikomödie und sagt:„Unser braver Marschall spielt in Spa die Rolle, die Kühlmann, Czernin und General Hoffman in Br e st- L> t o w S k gespielt haben, als sie sich ausgeschwatzt hatten. Die Geschichte wiederholt sich in sehr eÄuöniger Weise." Ein englisches Urteil über die Kohlenregelung. Amsterdam, 17. Juli. Die englische Liberale W e st m i n st e r Gazette schreibt im Leitartikel: Tie Deutschen haben, wie zu erwarten war, die Forderungen der Alliierten auf Lieferung von zwei Millionen Tonnen Kohle monailich; angenommen. Die Bedingungen, die den Deutschen gewaltsam aufgedrungen sind, können ober den tatsächlichen WirtschaftSzustand nicht ändern. Der bedauerlichste Umstand bei allen bisherigen Konferenzen ist der gewesen, daß die alliierten Staatsmänner ihr Augenmerk auS» schließlich auf die aus dem Vertrag erwachsenden Rechte konzen- trierten und die. wirtschaftlichen Tatsachen unbeachtet ließen. Tie Kohlenfrage und die Entschadigungsfrage sind eng miteinander verknüpft. Wenn die Deutschen nicht eine mehr ■'* ausreichende Kohlenmeng« für ihren eigenen Bedarf zur Ver- chj" haben, dann wird es ihrer Industrie unmöglich jie Anstr engun gemz u machen, die zur Aufbringung der Ent- digungs summe erforderlich sind. Tie Alliierten. können Ir nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen; wenn sie Deutsch- V der Kohlen berauben, kann seine Industrie sich nicht erholen „ad von einer Entschädigung wird keine Rede sein. Bei allzu- scharfem Drängen w?rd«s sogar dahin kommen, daß di« Kohlen- erzeugung selbst versiegt, denn Deutschland wird dann nicht in der Lage sein, den Bergarbeitern� die die Kohlen fördern, Unterhalt zu geben._ Soliüaritätsbruch öer christlichen Gewerkschaften. lim das„gerettete Christentum" in Ungarn. Den P. P. N. wird geschrieben: Auf dem Kongreß der christlichen Gewerkschaften im Haag erschien am dritten Konferenziag an der Spitze einer ungarischen Delegation der ehemalige ungarische Mini st er- Präsident Hu szar. Es gelang ihm durch eine salbungsvolle Rede den Kongreß gegen den Boykott Ungarns und für die Herrlichkeit der RestilutionSversuche m Ungarn vollständig ein« zunehmen. Huszor behMztet, daß er das Christentum und die westeuropäische Kultur vor dem BolkchewiSmuS gerettet habe.(!) Darauf beschloß dann auch der Kongreß, den Boykott gegen Ungarn zu mißbilligen und die nationalen christlichen Gewerkschaften zu ersuchen, die Abgeordneten der ungarischen Gewerkschaften oi'fi- ziell in dem Bestreben zu unterstützen, die öffentliche Meinung aller Länder über die wahre Lage in Ungarn zu unterrichten. Huszar � hat auf diesen Erfolg hin bei dem gleichzeitig im Haag tagenden Kongreß des römisch-katholischen Betriebs-Zentralrates erklärt, daß er durch ganz Europa und Amerika reisen werde, um olle Völker über die wahre Lage in Ungarn aufzuklären. Auch in politischen Kreisen Hollands scheint Huizar mit Erfolg mit dieser Aufklärung. wie er sie ausfaßt, gewirkt zu haben. Der Amsterdamer Gewerkschaftskongreß bat prompt gegen diese Haltung der katholischen Gewerkschaften Stellung genommen._ Ms ösm üunkelsten Rußlanü. Verhaftung der Familie Tschernoff in Moskau. Als die englische sozialistische Delegation in Moskau weilte, veranstalteten die Moskauer Druckcreiaebeiter ein Meeting, auf dem der bekannte Führer der sozialrevolutionären Partei Victor Tsckernoss(Minister für Landwirtschaft im Sommer 1917 im Kabinett Kerensky) plötzlich auftauchte und eine ergreifende An- klagerede gegen das bolschewistische Regime hielt. Tschernoff, der von der bolschewistischen Polizei gesucht wird, gelang eS, vom Meeting unbehelligt zu entkommen. Tags darauf wurden aber, wie jetzt das in Paris erscheinende Organ der Sozialrevolutionäre »Pour la Russie" erzählt, seine Frau und seine beiden Töchter (8 und 11 Jahre alt!) verhaftet. Die Sowjctvegierung hatt« von ihren Spitzeln Nachricht bekommen, daß Tschernoff von Zeit zu Zeit ein bestiminter Theater besuchte. DaS ältere, 11 Jahre alte Mädchen wurde nun aus dem Gefängnis ins Theater gebracht und es wurde ihr befohlen, ihren Vater ausfindig zu machen. Das Kind weigerte ssicö und wurde ins Gefängnis zurückgebracht. Da diese unerhörte Brutalität in Moskau weit bekannt wurde, wandte sich die Frau des Volkskommissars Kameneff an die Gefängnis- Verwaltung mit dem Ersuchen, i h r die beiden Kinder auszuliefern, die sie dann unter eigener Verantwortung hei sich»internieren". wollte. Tschernoff, der davon erfuhr, schrieb an die Sowjetregie- rung, er finde das Sowjetgefängnis weniger entehrend für seine Kinder, als die Sowjetprotektion der Frau Kameneff; diese Protektion lehne er ab. Seine Frau und Kinder� bleiben weiter im Gefängnis. Von anderer Seite erfahren wir, daß der bekannte mensche- wistische Führer Dahn, unter der Sowjetregierung ein häufiger Gast der Gefängnisse, nach Sibirien verbannt worden ist. Die Verbannung erfolgte unter dem Verwand der ärztlichen Dienst- Pflicht— Dahn ist nämlich Arzt—, doch besteht in MoSlau allge- mein die Ueberzeugung. daß man einen lästigen politischen Gegner abschieben wollte und daß Dahn, hätte er nur vor der Sowjet- reg'.erung seinen Kotau gemacht, ruhig in Moskau hätte bleiben dürfen. Von den beiden Hauptpfeilern des„sozialistischen" Rußland heißt Polizeisystem der eine und Militarismus der andere. Der litauisch-ruPsche Krieöensvertrag. Kowno, 17. Juli.(Litauische Telegraphenagentur.) Die Frie- densdelegierten aus Moskau sind hier eingetroffen. Die Haupt- punkte des Vertrags sind: Bedingungslose Anerkennung der litaui- schen Unabhängigkeit, Zuerkennung der Hauptstadt Wilna und der Städte Grodno, Lida, Swenciany, per Station Molodetschno, Aus- zahlung von 3 Millionen Rubel Gold, Holzung von 199 999 DeSjatinen Wald in Rußland, sofortige Hcimschaf- fung der Gefangenen und Flüchtlinge. Zu VerHand- lungen über die Uebergabe von Wilna und andere,, litauischen, von russischen Truppen besetzten Gebieten begab sich die Delegation nach Wilna. Tic litauischen Truppen sind in Wilna eingerückt, von der Be- völkerung mit größter Begeisterung in Empfang genommen. Dann folgte russische Kavallerie. Ter russisch« Brigadeführer erklärte in einer Ansprache, daß die Russen nicht lange in Wilna bleiben, son- der» im Verfolg des Friedensvertrags die Stadt Litauen über- göben würden. Nansen im rustischen Mbeiterrat. Kopenhagen, 16. Juli. Nach Meldungen, die aus Petersburg in Helfingfors eingetroffen sind, wohnte Professor F r i t h j o f Nansen der ersten S itzung des neugewählien Arbeiterrates bei. Er wurde von Maxim G orki eingeführt, der den Rat auf- forderte. Nansen eine Huldigung darzubringen, damit Nansen bei seiner Rückkehr nach Westeuropa sagen könne, daß die russischen Ar- heiter die Denker und Dicbier des Westens hochschätzen. Nansen ergriff unter großem Beifall das Wort und sagte, er sei überzeugt, daß seine Aufgabe, die deutschen und österreichischen Kriegs- gefangenen aus Rußland in die Heimat zu befördern, trotz der Verkehrsschwierigkeiten durchgeführt werden würde. Er sprach schließ- lich die Hoffnung aus, daß die Verbindung zwischen Ruhland und dem übrigen Europa, die für beide Teile von so großer Bedeutung sei, bald wieder hergestellt werde. Simonjewbat Nansen, olles zu tun, was in seiner Macht stände, um die Lebensbedingungen der in Westeuropa befindlichen russischen Kriegsgefangenen zu verbessern. Gin Getriebsrätegesetz in ttorwegen. Kristiania. 17. Juli. sozialen Uebel in Indien nicht ausrotten. Das sei nur möglich durch eine soziale Revolution und durch die Gründung eines k o m m u n i st i- schen Staates. Die britische» Arbeiterführer hatten nichts unternommen, dem revolutionären Proletariat in Indien zu Hilfe zu kommen. Nach Erörterung der Möglichkeit von Ausständen in Indien, Asien und Afrika erklärt das Manifest, daß zur Zer- störung des WeltkapitalismuS aus allen Fronten gleich- zeitig der Streik ausbrechen müßte. Das schlmpfenöe Gfflzkeroblatt. Ter unpolitische D.O.B. Vor einiger Zeit berichteten wir, daß die„O f fiz i e r Sv er- cinrgung der deutschen Republik" einen Brief an Marschall Fach gerichtet hat, Weyen Herausgabe, der 2999 bis 6999 deutschen Kriegsgefangenen, die jetzt noch in französischen Gefängnissen schmachten sollen. Bei diesen handelt es sich zum großen Teil um Offiziere, die wegen angeblicher Straftaten zu- rückgehalten werden. In dem Tchrevben der Offiziersvereinigung war daraus hingewiesen daß diese es sich zur Aufgabe gesetzt hat. an der Demokratisierung unserer Nation, insbesondere des deutschen Offizierskorps, uni» an dem großen Werk der Völkervers LH nung mit gangar Kraft mitzuacbeften. Btan sollte nun meinen, daß dieses Emtreten für die unglück- lichen Gefangenen gerade in O f f i z i e r s k r e is e n frerridlich vermerkt worden wäre. Aber weit gefehlt! Das»Deutsche Offiziersblatt", das Organ deZ Deutschen Offiziersbundes, der an- geblich ganz unpolitisch sein will, in Wirklichkeit seine e r z- reaktio.näre Gesinnung bei jeder Geleyenhett zeigt, pöbelt in seiner blinden Wut gegen alles Republikanisch« die Verfasser des Schreibens aufs uranständigste an. Unter der Ueberschvift: „Deutsehe Offiziere demütigen sich vor Foch," wird folgendes ge- schrieben: „Ist diesen Deutschen, die sich„Osfizieve" nennen, das Schamgefühl denn gänzll ich verloren gegangen, daß sie sich nicht entblöden, ihre flehende Stimme zu dem zu erheben, der der unbelehrbarste Feind der Deutschen, insbesondere der Offiziere ist? Dem Morschall Joch mag beim Lesen ein Ge- f ü h l d e s E k e l S in den Hals gestiegen seiu." Hierzu schreibt uns ein republikanischer Offizier:„Wenn da? „Deutsche Lsftziersblatr" schon polemisieren will, so solle es gegen diejenigen Offiziere polemisieren, die durch ihre törichten Revancherufe unserem Vaterlande schaden, und gegen die- jenigen Herren, die nicht schnell genug Japan und Aencrika ihre Dienste anbieten oder in russische Uniform schlüpfe» konnten." Der Einsender hat ganz recht. So müßte das„Deutsche Offi- zierSblaitt" handeln, wenn es wirklich eine neutrale Jnteressenver- tretung der Offiziere zum Zweck hätte. � Da aber Blatt wie Bereinigung nichts weiter sind, als Werkzeuge der mon- archistischen Reaktion, so werden beide in der Beschimpfung und Bekämpsung der republikanisch Gesinnten auch weiterhin ihr einziges Ziel sehen. Wirtschaft Ter englisch-holländische Margarinekouzern. Uns geht die folgende Einsendung zu: „Die dem erwähnten Konzern angeschlossen« Firma A. S>»Mohr G. m. b. H. in Hamburg-Altona hat, indem sie im freien Ver- kehr, teils sogar vom Ausland importftrte Margarine an Kom- munalverbände lieferte, der gesamten behördlichen Fett» bewirtschaftung das Bein gestellt, und es ist zunächst der Reichsausfchuß für Oele und Fette darüber g e st o l» pert. Statt nun wenigstens mal die Firma Mohr wegen Un- Zuverlässigkeit vom Handel auszuschließen bzw. wegen Verstoß gegen die in Betracht kommenden, ihr aus jahrelanger Praxis zur Genüge bekannten Bundesrensverordnmigen für alle Fälle zur Rechenschaft� heranzuziehen, erwägt das R e i ch s e r'n ä h r u n g s- Ministerium nicht etwa, wie dem ReichSausschuß wieder auf die Füße zu helfen sei, so daß er unter seinen Augen die Ver- arbeitung wenigstens der vorhandenen Roh st off bestände zu Margarine vornehmen lassen kann, nein, das ReichsernährungS. Ministerium verhilft dem sitten- und treuwidrigen Verhalten der Firma Mohr zu dem damit angestrebten Erfolg und— verhandelt gegenwärtig mit der Industrie, die zu zirka 79 Proz. berestS von dem nähevvezeichneten aULländi schen Konzern rcpräsenttert wird, zu welchen Preisen sie bei Zusage des auch hinsichtlich Ver- kaufspveises freien iviargarincabsatzes die gewaltigen Roh- stoffbestände des ReichsausschusseS für Oele und Fette zu übernehmen bereit ist, und zwar ungeachtet dessen, daß die vom Konzern noch unabhängigen, also rein deutschen Fabriken, die infolge seinerzeitiger behördlicher Bersügung bis auf den Heu- tigen Tag noch stilliegen, erklärt haben, daß diese ganz um- vorhergesehene, also üb e r st ü r z t e Einführung der freien Wirtschaft ihren Untergang wahrscheinlich für alle Jetten zugunsten deS ausländischen Konzerns bedeutet. Nun wird aber dieser, in seinem Umfange beispiellose Ausverkauf nicht ohne Milliarden Verluste zum Schaden des— jetzt kommt das öffoniliche Interesse in Betracht— Reiches und damit jedes einzelnen, ohnedies so„gering" belasteten Steuerzahlers abgehen, von den ungezählten Millionen. schaden, die die Reichssteil« für Speffefett«, die verschiedenen son- stigen Landesstellen, die unzähligen Kommurnalverbänd« und der- gleichen mehr erleiden werden, noch gar nicht zu sprechen! Die letzteren werden sich natürlich ihre Regreßanfprüch« gegenüber dem Reiche vorbehalten. Vielleicht gibt der gegenwärtige öffentliche Hinweis auf diese einer plötzlichen Kopflosigkeit und fluchwürdigen Ver- antwortungslosigkcit entsprungenen Zustände Herrn Reichsernäh- rungSminister Hermes bei seiner Rückkunft aus Spa Veranlassung. noch rasch gegen das einem der wichtigsten Lebensmittel drohende Chaos einen Schutzivall zu errichten, d. h. wenigstens einen ordnungsmäßigen Abbau der Zwangswirtschaft in Orlen und Fetten durchzuführen, unserer Finanzwirffchast neue. ungeheuerliche Belastunaen zu ersparen und damit auch einmal. einigen ausländischen Herren Milliardären klarzumachen, daß, wenn sie in Deutschland Geschäfte machen wollen, sie sich ebenso an Gesetz und Recht zu halten Selben, wie die unter dem Kriegs- ausgang schwer notleioenden deutschen Unternehmer. Um auch noch im Interesse des großen konfnmievenden Publi- kums ein« letzte und vielleicht nicht ganz nebenfächliche Frage an- zuschneiden, wäre eS doch recht interessant, den Herrn Minister darüber zu Höven, zu welchem Preise er wohl glaubt, daß die aus dem gewaltigen Rohstoffausverkauf herrührende Margarine dem Handel z. B. dann zugefügt wird, wenn der KurS- wert der Reichsmark in den nächsten Wochen und Monaten wieder sinken sollte." Wir haben uns wiederholt urit der Vernichtung der deutschen Industrie durch die ausländischen Konzerne beschäftigt. AuS der Tatsache, daß der Reichsverband ver deutschen In- dustrie zu diesen Vorgängen schweigt, zeigt sich, daß man offen- bar damit zufrieden ist. Warum werden den ÄuSlandskonzerncn nicht«utsprechend starke deutsche Produktionsgemeinschaftkn ent- gegengestellt? Allein aus Angst, daß diese den Urb ergang zu einer sozialistischen Gemcinwirtschast erleichtern könnten Joden- falls scheinen wir auch in der Fettversorgung einem Chaos entgegenzusteuern, daß dem Reich Riesenverluste bringen und dem ausländischen Großkapital den deutschen Markt überliefern wird. Holländisches Kapital in der deutschen Großeiscnindustrie. Tie Firma William Müller u. Co. in Roüerdam. Ivelwe 6 999 999 Gulden 6 Proz. Vorzugsaktien ausgibt, sagt, laut„Köln. Zig.', in der Kundmachung darüber unter anderem, daß sie diejenigen Aklicn deö Eisenwerkes Kraft in StolzenbageN'Kratzwieck, die seinerzeit durch die Königlich niederländische Hochofen-Geiellichaft in Amsler- dam erworben worden waren, übernommen habe, und daß die Firma William'Müller u. Co. jetzt mehr als die Hälfte deS Aktien- kapitalS deS Eisenwerkes Kraft beberriche. Die Stellung der Miiller-Grnppe im Eisen- und Stahlgewerbe sei infolaedeslen stark gekräftigi, namentlich auch dadurcb. daß sie an der Gründung der Äkliengesellichait Ferrostabl im Haag mit hervorragenden nicht- holländischen Unternehmungen sich maßgebend beteiligt habe. Die Gestaltung der deutschen Valuta. Ter bekannte amerikanische Finanzmann Kahn soll sich vor kurzem in Berlin in einem engeren Kreise über die nächste Gesia!- tuilg der dcuiichen Baiuta elwa wie folgt geäußert baben: Die deutsche Valuta wird nach Erledigung der Verbandlungen in Spa fallen. DaS Ausland kann Deulschiand keinen Kredit mehr geben, weil die deutiche Wirtschaft durch die Spaer Ereig- n i s s e u n t e r g r a b e n i st. Ich(Kahn) habe mich davon über- zeugt, daß bei der wirtschaftlichen Erbolung DeuischlandS in den letzten Wochen wohl genug Fabrikate aufgespeichert sind, die durch eine starkgeiunkene deutsche Valuta vom Auslände billig aufgekauft werden können. Krise in der elsässischen Textilindustrie. In der elsäisischen. lothringischen und sranzönschen Textilindustrie namentlich in der Gegend von Nancy. Luneville und Lyon, herrscht seit etwa drei bis vier Woche» eine äußerst gedrückte Stimmung, die durch Mangel an Rohmaterial und insbesondere an Kohle verursacht' ist. Verschärft wird die Sttuation noch durch die ständig steigende A r b e i t S u n l u st der Arbeiter. Emil Busch, Aktiengesellschaft, Optische Industrie, Rathenow. Trotz aller dauernd entgegenstehenden Schwierigkeiten, besonders bei der Beschaffung von Rohstoffen und BetriebSmateriallen, war es möglich, den Betrieb uneingeschränkt durchzuführen. Reingewinn 927164 M.(i. V. 387 269 M.) Abschreibungen SS9 731 f286 396) M. Dividende, w ie in den letzten vier Jahren, SO Proz. GewerMostsbeivegung Verbanüstag der Fabrikarbeiter. Hannover, 16. Fnli. Üngenputttteit wird ein Antrqg, der das Verband sgeöiet in 16 Gaue«ingeteilt. Den Ganvorständen wird ein Bei. rat von 7 Personen zur Seite gestellt. Rebholz- Frankfurt begründet einen Antrag aus Ilmgliederung der Hauptverwaltung. Wir brauchen neue ist beende Kräfte. Heimann-Berlin: Im Beirat des Haumvorstandes wollen wir die Gauleiter nicht missen. Der Vorschlag der Dtatutenberatungskommission bürgt für eine demokratische Gestal- tung. T i e m i g(Hauptvorstand) ist nur Reimann einverstanden. Bei Ausschreibungen macht uns die Zinduna geeigneter Persönlich- leiten Schwierigkeiten. Dem Vorschlag, die Hauptverwaltung in be- stimmte Ressorts einzuteilen, stimmen wir zu. Der Amrag Rebholz wird dam Vorstand und Beirat überwiesen. Beschlossen wird: Für stäallich-sl�iale, kommunale und gemeinnützige Zwecke dürfen Ver- band�gelder nur mit Zustimmung des Verbandsausschussos und dos Beirats auSgelieben werden. Gin Antrag»erlangt, im Ver- bandsorgan erne ständige Rubrir für weibliche Mitglieder einzu- ricfitetx, ein anderer Antrag will eine besondere Fraucnbeilage. Redakteur Prüll wendet sich dagegen. In der Hauptsache seien Frauenfragen im Rahmen unserer Organisation gleichlaufend jntt den Interessen der männlichen Mitglieder. Es wird beschlossen, eine ständige Rubrik für Frauen im..Proletarier"«inzuführen. Stühler- Hannover referiert über „Arbeitsgemeinschaften". Ohri» die Arbeitsgemeinschaften wäre es nicht möglich gewesen, die Bezirkslohntarife aufzubauen, besonders für unsere ländlichst Be» zrrke hätten wir vieles nicht herausholen können. Deshalb ist auch auf feiten der Unternehmer Gegnerschaft gegen die Arbeitsgemein- schaften vorhanden. Bei der Temobilisieru'ng haben die Arbeits- gemenlschaften gut gevrirki Die paritätischen Arbeitsnachweise sind sin Borteil. In ihnen können sich die Kollogen wesentliche Kenntnisse wirtschaftlicher Fragen aneignen, besonders ober in den Aussen ha rrdelsüellen. Wir benutzen die Arbeitsgemeinschaften als Mb teil' zum Zweck, die Lage der Arbeiter zu verbessern. R e b h o l z- Frankfurt als Korreferent erklärt, im kapitalisti schen Staat kann eZ zu keinem Ausgleich der wirtschaftlichen Gegen. sätz« kommen. Tie Arbcilsgcmeinschast ist nicht der Uebergang zum Sozialismus oder zur Sozialisierung: daS gäbe nur Kur- pfuschers. B r u n s- Berlin: Tie Arbeitsgemeinschaften boben nmb Kriegsende den vollständigen wirtschaftlichen Zusammenbruch verhindert. Sie sollen nicht die Gegnerschaft zwischen Arbeftgeber und Unternehmer aufheben, das könnten sie auch nicht. Die Ar- beitSgemeinschaften sind«in Zugeständnis an die Arbeiter, um daS diese unter normalen Verhältnissen noch einige Jahrzehnte hätten kämpfen müssen. Es ist falsch, wenn Rebholz sagt, die Aussenhan- delsstellen erledigten die Preisfragen. Ebenso falsch ist, dass Ar. beiiervertreter den Preiserhöhungen zustimmen in der Hoffnung auf Lohnerhöhungen. Für die Lohnfragen sind diese.Körperschaften nicht zuständig, sondern ausschliesslich die Gewerkschaften. Eine Cntschliessnng Rcbholz', die eine weitere Betsiliguog an den Arbeitsgemeinschaften ablehnt, wird in namentlicher Abstim- mung mit 24 1 gegen löb Stimmen abgelehnt, angenommen dagegen die Entschlieussng des Referenten, die sich für ArbeitSge- meinschaften ausspricht, jedoch empfiehlt, falls Arbeitsgemeinschaften die Durchführung von Lohnbewegungen bebendern oder die Kampf- Möglichkeit oder die Kampffähigkeit beschränken oder ausschalten. wollen, /den Arbeitsgemeinschaften die Regelung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse zu entziehen. Der BerbandStag nimmt hierauf folgende Entschliessung«in- stimmig an: „Der 13. ordentliche BerbandStag der Fäbrikarbefter Deutsch» landS««tbietet seinen Bruderorganisationen und der organisierten internationalen Arbeiterschaft brüderlich« Grösse. Mft der organisierten Arbeiterschaft der Welt erstrebt er die Befreiung der Arbeiterklasse avs den Fesseln des.Kapitalismus. Diese Befreiung kann zu einer vollkommenen und dauernden nur durch das Zusammenwirken der organisierten internationalen Ar- beiterschaft gestaltet werden. Die Befreiung d'r Arbeiterschaft aus den Banden des Kapitalismus führt zur Völkerversöhnung und Völkerverständigung und- zur endgültigen Niederzwingung deS Kriege». Der VerbandStag entbietet den um die Verwirklichung des Sozialismus in Russland und jn der Ukraine kämpfenden Prole» tariern brüderliche Grösse: er verurteilt iet>es militärisch« Ein. greifen, ebenso die gegen Räterussland gerichtete Wirtschaftsblockade auf das entschiedenste und verlangt, daß Russland und damit der Welt endlich der Frieden gegeben wird. Der Verbandstag verurteilt den brutalen Kampf, den daS Ma- gnatentum und die Bourgeoisie gegen die Arbeiterklasse in Ungarn führt; er erwartet, dass der vom Internationalen GewerkschastS- Hund gegen Ungarn verhängte Bohkotr vom Vorstand des Deutschen GewerkschaftSbundeS aufs wirksamste gefördert und durcbgesührt wivd."_ Achtung, S.-p.-d.-öetriebsarbeiter- und ftagefteUtcneäte 1 Für die Fraktionen der einzelnen Jndustriegruppen finden, und zwar am M o n t a g. 19. Juli Gruppe 7, Holz- i n d u st r i e; DienStag, 20. Juli Grupve 11. Metall- industrie; Donnerstag, 22. Juli Gruppe 19, Lederindustrie; Freitag, 23. Juli Gruppe st, Graphische Industrie, nachmittags ö Uhr Ver- sammlungen in den Musikersälcn, Kaiser- Wilhelm- Strasse 31. statt. Tagesordnung:� 1. Aufbau der gewerkschaftlichen Betriebsrätezentrale. 2. Stellung zu der von der Gewerk- schaftskommission einberufenen Gruppenvollversammlung. 3. Wahl des Fraktionsvorstandes. Das Erscheinen aller S.-P.-D.- Betriebsräte zu diesen wichtigen Versammlungen ist unbedingt notwendig. Betriebsräte, die bei uns noch nicht gemeldet sind, legiti- mteren sich durch Betriebsausweis und Mitgliedsbuch der Partei. Betriebsräte-Sekretariat S. P. T., yw 40, Jn den Zelten 23. Reaktionärer Offen flogeist in öer Reichsverstcherungsanttalt. Seit Monaten kämpft die Beamtenschast der ReichSversiche- rungsanstalt für Angestellte um die Reform einer Vereinfacbung des Geschäftsbetriebes und der Einrangierung der einzelnen Be- amrsnkaiegorien in die.Klassen der Reichsbesoldungsordnung. Bis- her ist dieser Kamps, welcher sich auf Verhandlungen erstreckte, er- gebnislos verlausen DaS Direktorium mit seinem Präsidenten WirLtchsn Gebeimen Oberrsgierungsrat Koch hat eS bisher nicht verstanden, die steigende Erregung der Beamtenschaft durck loyales Entgegenkommen der berechtigten Borschläge zur Reform zu be- seitigen. Trotz Ausnutzung seder Verhandlungsmöglichkeft ist es der Gewerkschaft und dem Betriebsrat bisher noch nichr gelungen, den Beamten zu ibrem Recht zu verhelfen. Als auf die Notlage hingewiesen wurde, in welcher sich die Be- amtenschast befindet, äusserte ein Mitglied des Direktorium?, dass so schnell kein Mensck verhungere. Ein« am 16. Juli vormittags g Uhr staflgehindenc Protesiver» ''ammlung von zirka 3666 Beamten und Beamtinnen fpracb dem Präsidenten und dem Direktorium daS'chärfite Misstrauen aus. D:e Versammlung nahm fast einstimmig einen Entschluss an, wo: ich sie u. a. die Gewerkschaft beauftragt, beim ReichSarbeltsminifter vorstellig zu werden, dass in dem Beamtenlörper ein Wechsel statt- finde. Der Reichsarbeitsminlster möge des weiteren einen Erlatz herausgeben, dass das Direktorium den Vorschlägen des Verwal- tungsrats seine Zustimmung geben und sie sofort ausführen müsse. In der Entschliessung lehnt es die Beamtenschaft infolge der ihrer gesetzlichen Vertretung zuteil gewordenen Behandlung durch den Präsidenten ab, noch ein« Verfügung auszuführen, die" vom Präsidenten Koch unterzeichnet ist. Tarousbin wurde am gestrigen SonnabKid an die Beamten eine Präsidialverfügung erlassen, in welcher.es heisst: Laut Mitteilung des Betriebsrats bat die GewerkschaftSver- sammlung vom 15. Julft 1920 bescklopen, die von mir unter- zeichneten Verfügungen sürderhin nicht mehr auszuführen Das Direktorium bat daraus beschlossen: Dieknigen Beamten, die die dienstlichen Anordnungen des Präsidenten nicht befolgen und nicht lebenslänglich angestellt siud, werden ohne Einhaltung einer Frist gekündigt. Gegen dt« lebenslänglich angestellten Beamten, die sich in dieser Weise vergehen, wird das D'sziplinarv erfahren auf Dienstentlassung eingeleitet. Gleilbzeitig wird letzteren Beamten gemäss � 35 der Dienstordnung vorläufig die Wahrnehmung von Dienstgeschäften und der Zutritt zu den Tiensträumen . untersagt. ■ Die Herren Abteilungsleiter, den Herrn Borsitzenden de» Rentenausschusses, die Herren Personal referenten für die mitt- leren und Unterbeamten, den Herrn Bureaudirektor, den Herrn Hauvtkassenrendanten und den Herrn Kanzleivorsteber ersuche sth, etwa diesbszügliche Verfehlungen sofort zu meiner Kenntnis zu bringen. Am gestrigen Mittag fand im RecchSarbeitsministeriu« eine Verhandlung statt, deren Ergebnis war. dass das IleichKarbeitSmint. sterium den Forderungen der Beamten verständnisvoll gegenüber- steht. Hinsichtlich der GehältSfrage will eS dem Direktorium an- heimgeben, die Differenz zwischen dem setzigen und dem nach der ReichSbesoldungsordnung zu zahlenden Gehalt zu begleichen. Im übrigen hat das ReichSarbeitSmrnisteriuw vorgeschlagen, eine Kom- ' Mission zu bilden, welche notwendige Reformen in dar Verwacktimg � ausarbeiten soll. Inzwischen ist den Vorstandsmitgliedern der Gewerkschaft ejn f r i st l o s e s Kündigungsschreiben zugegangen, weil die- selben zum 15. d. M. ohne Genehmigung de» Präsidenten eine Versammlung einberufen haben. Es wird nunmehr zur Ehrenpflicht sedes Beamten der Reichs- Versicherungsanstalt, sich mit den Gemassregelten solidarisch zu erklären, um den Raub des Koalitionsrechts zu parieren. Haben Zeitungsausträgeriuneu das Wahlrecht zmn Betriebsrat? Diese Frage baben kürzlich die ZeitungSverleger Moste und Ullstein verneint, weil nälb dem Sinken der AbonnementSzisfern eine Anzahl AuSlrägerinnen auf Ersuckien angegeben hält«, dass ihre tägliche Arbeitszeit weniger als vier Stunde» beträgt. Nach einem Gutachten des Neichsarbeilsministeriums gingen bei so verringerter Arbeitszeit die Austrägerinncn ihres Wahlrechts verlustig.«Im „Courier", dem Organ des Transportarbeiterverbandes, wurde kürzlich diese Frage behandelt und dabei auch gegen den Betriebsrat der Firma Moste der Vorwurf erhoben, er habe die Fffnia bei ihrem Vorgehen unlerstü>zt und die Zeitungsfrauen vom Wahlrecht ausschalten helfen.) Vorn Betnebsrat der Firma Moste erhallen wir jetzt eine Zuschrift, in welcher er die gegen da? technische Personal verössentlichten Beschuldigungen, dass dasselbe bezüglich der Wahl der Botenfrauen zum Betriebsrat eine rückständige Austastung ver- raten habe und mit den Kapitalisten Arm in Arm gegangen sei, energisch zurückweist und erklärt, dass er bis beute alle Hebel in Bewegung gefetzt und kein Mittel unversucht gelösten babe, um den Botenfrauen daS Wahlrecht zu sichern. Letzlere hätten sich auch hier- von überzeugt. Wenn auch die Firma Rudolf Moste infolge ihrer einseiligen«Srhebungen glaubt, dass die Botenfrauen nicht wahlbe- rechtigt seien und aus drestm Grunde die Herausgabe der Wählerlisten verweigert, io lei damit die Angelegenheit für den Betriebsrat noch lange nicht erledigt. Der Betriebsrat werde es nach dem Resultat seiner bisher gemachten Feststellungen durch- seyen, dass einem grossen Teil der Botenfrauen das Wahlrecht zum Betriebsrat zugebilligt wird. Ter Kampf im Lebensmittelkleinhandel unvermeidlich. Die Verhandlungen vor dem Temobilmochungskommistar am 16. Juli sind gescheitert. ES wurde für Verkäufer ein Stundenlohn von 2,2l M. und für Hauptbuchhalter ein solcher von 3,65 M. an- geboten. DieseS Angebot mussten die Organisationsvertreter ab- iehnen. da die Angestellten bei diesen Löhnen nicht existieren können. Trotzdem der alte Tarifvertrag am 31. März 1626 ab- gelaufen ist, sollten diese niedrigen Löhne erst mit dem 1. Juni 1920 in Kraft treten. Der Zentralverband der Angestellten versuchte gestern nochmals mit dem Herrn Demobilmachungskommistar, Herrn Regierungsrol von Hostmann, zu verhandeln. Dieser lehnte die Verhandlung ohne jegliche Begründung ab. Die Angestellten nehmen am Mittwoch, den 21. Juli 1926 abends 8 Uhr in' einer Versammlung in den Sophien-Sälen. Sophienftrasse 17/18 zu dieser Frage Stellung._ Tie Tiffereuze» im Reftauraut ZchmetterlingsHorst. Die mit dem Verband der GaitwirtSgehilfen und dem Inhaber des Restaurant« SchmelterlingSborst, am Langen See, bestehenden Differenzen sind zur beiderseitigen Zufriedenheit geregelt worden. Die Sperre über das Restaurant SchmetterlingShorst ist für organisierte Gastwirtsgehilfen aufgehoben. Verband der Gastwirtsgehilfen. OrtSverwaltung Gross-Berlin. Verband der Fabritarbeiter. Am Mittwoch, den 2t. Juli, abrnds S1/, Uhr, im grossen Saal des Gewerkichastsbau«eS. ausserordcntücS- General- und FunMonärperwinmlung. Bericht vom Verbandstag. ,i und FunktionarauSweis legitimiert. L~d"eb£. Schildermaler, Verband der Porzellanarbeiter. Montag, den> nachmittags S Uür, bei Wollschläger. Adalberlftr. 21: Wichtige 5 veriammlung. All- Kollegen müssen erscheinen. Zentralverband der Angestellte». Fachgruppe 4ck(Kranken kasienangestellte). Mitgliederversammlung am IS. Juli, 4 Uhr,«Sewerk- iwastsbaus,«Zngelufer lö.— Fachgruppe 4«(BerukSgenosiensibafiS- angestellle). Mitgliederversammlung am 26. Just. S Uhr, Mustiersäle, Kaiser-Wiihelm-Str. 3l(Bericht über die Reichskonferenzj. Deutscher Sransvortarhclterverband. Hondtvchfahrer, Wäschekutscher und Mitfahrer! Mittwoch, den 21. Juti. abends S'/, Ubr, im Königstadt« Kasino, Holzmarktftr. 72(oberer Saal): Volloerfommiung. Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Mittwoch, den 21. Juli, nachm. 5 Uhr, in de» ZeiUralsestsälen. Alte Jakobftr. 32: Ausserordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: Stellungnahme zu den Angestelltenivahlen. Eintritt nnr für Delegierte Deutscher Werkmetftcrvcrband, Bezirksvmin Berlin 15. Buchbinderei. Werkmeister Dienstag, den 26. Juli, 5 Uhr nachmittags: Versammlung btf Schulz, Stallschreid erstrasse Derant». für den redakt. reil: Dr. Werner Pciser, Charlotten bürg! für Anzeigen: TU. Wuife, Berlin. Verlag' DorwärtS-BerlagOI» und Goldrand... Gewürztönnchen Weiß Telier l« cm l60 18 em l75 22-rn 2® Tassen........... 2� Obertassen........ l95 Kartoffelnäpfe mit Deckel 450 Saucieren....... 1® 2Ü Milchtopfe... 25pf 95pf Sunt Kaffeebecher.. 95pt l25 Kaifeekannen...... 29s Tassen...... 295 Abendbrotteller..... 350 Kompottschalen... I20 Obstteller 275 Obstsätze 7-teta«.... 1200 Kaffeegeschirr Kaffeekannen von 2500 bis 40'® Milchtöpfe....KFdie 18°° Teekapnen........ 28°° Tassen amw........ 16® Zuckerdosen tot 16® wb 27® Zuckerschalen...... 4® Kuchenteller klein..... 42S 'Marmeladendosen.. 16® Platten ot»i,.,»«m 22® Obstspüler........ 8® Frühstüdss-Services-teöi? IS30 Tefel-Service fm ,? p«n. 875® 1« 2« ...85pf. .. 95pt ... 1« 120 JSS �90 ISS Milchtöpfe bunt, Bortlcrt 1® 2" 2» Milchtöpfe«eis, Set* S Stack 22® Milchtöpfe bunt. Set* 6 Stack 25® Salatieren baut, s-teMg.-. 6® Satz-Salats«eis,« stact.. 17® Satz-Salats. 25® Satz-Salats«b�°�.38® Bratenplatten 325 ,7 � eso oval.. 37 cm"®« cm O Extra billig: Einzelne Teekannen, Milchtopfe, Schokoladenkannen in bunt und braun glasiert inminiüMMmnbiiininmeiiiimmimmuiirainimimmii Bamenhüte Hell» Vagal' und Tagal'Plooi' Hüte In modernen Formen, durchschnittlich jetzt nrrmnnnmrmwnniittithiBaBimmniTS 68 00 i t unterlegt 2® 225 Tischbestecke sch«ara... 23® Abendbrotbesteckeschwr. 18® Küchen messer m. kl Fehlern 2K Korkzieher....... jss jao Bohnenschneider.... 18® Fruchtpressen...... 65® Brotschneiden EisengesteQ 17® Brotschneiden„Martim'.. 34® 2 Gasplätten mit Ertit«r 49® Fleischhacker Tcrmunt 55® 68® Brotkästen ucklert 13® Mb 17® Gemüsekocher... 1® 220 Schöpfkellen verriimt.... S'25 Kleiderbürsten.. 4® mi 19® Haarbürsten... 1® m. 9® Kopfkardätschen 2®biB 11® Rasierpinsel.... 275 Mb 9® Zahnbürsten. SOpi. m* 6® Seifendosen zMinioid ö75 bi» 12® Gewürzetageren iw 3® 5® Küchenrahmen..... 475 Toilettenpapier Eon». 80pt Fruchtsaftbeutel mit Sias 2® Topfreiniger...... 35pt