Nr. 35�•» 37. Jahrgang Ausgabe B Nr. 42 Bezugspreis: V Z?te!jährl.3l).— Mk�monatUIV.— ML. frei ins Zxms. voraus zahlbar. Py»- bezug: Monatlich 10,— Mw e�tL Zu- ltellungsgebühr. Unter Kremband für Deutschland and Oesterreich 16�0 UU- für das übriqe Ausland bei tätlich e nmaU Zustellunc 21.50 M. Vvk??' stellungen nebtnen an Oesterreich, Ungarn, Tschecho» Slowakei, Däne- wart, Holland, �u-emdurg, Schweden und die Schwei-.— Eingetragen m die Post»'eitungs- Preisliste. Der„Vorwärts� mit der Sonntags- bellage»Volt u. Zeit" ericheint wachen- täglich zweimal Sonntags und Mon- tags»inmaü Teiegramm-Adreste. �Sozialdemokrat Dcriin". Abend-Ansgabe Vevlinev Volksblstt � 2v pksnnlg � Anzeigenpreis: Die achige'paitene ZionPareive�eile lo!te.3,— M., Tcuerunqszuschlag SO0/» .Steine iinjeigen". das irtt> gedruckte Wort l,— M.(zulässtg zw«'. ieltqedruckte Worte», iedes wettere Wort SV Pfci. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Morl Sä Viz. jedes weitere Wort«1 Vtq. Worte über 13 Buchstaben jäblen iüt !ws> Worte. Teuernnaszufchtag -zarliitien-An-sigen für Abonnenten Feile 2,— M. aoliriiche»nd ae- werkschasttichs Vereins- ZInieigen 3.— AU. die Fette ohne Ausschlag. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis S Ahr nachmittags im i>auptaeschäst, Berlin SW 38. Linden- strahe 3. abgegeben werden.(Bcöfrnet ooii 9 Uhr jrüh bis 3 Uhr abends. Zcntralorgarx der rosialdcmokratifchcn parte» Deutfcblands Neöaktion und Expedition: EW. öS, Lindenstr. 2. isernivrecher: Amt Morinpla«. Nr.>13130— tS IS?. Montag, den 13. Juli 1323 v.rwärts-verlag G.m.b. fi.. Stv. es. Sinöenstr.?. «hernsvrccher: Amt MoriüpUih. Nr. 1 17 53— 51. Ein Sonöerabkommen öer Alliierten. Spa. �17. Juli.> lHatxis.) Zwischen Italien, Japan, Belgien und Portugal wurde ein Uebereirrlommen unter- zeichnet, das sofort unter den Mächten einige Fragen lösen soll, die sich aus der Aenderung des Friedensvertrages von Versailles ergeben. Artikel 1 bestimmt, dag die Summe, die von Deutschland als Wiedergutmachung auf Grund des Friedensvertrages von Versailles gezahlt wird, wie folgt zu verteilen ist: England •22 Pro;., Frankreich 52 Proz., Jitalien 10 Proz., Japan 0.75 Praz., Belgien 8 Proz., Portugal 0,75 Proz. Die restlichen Proz-, wenden an Gricchendland, den serbischen, den thrazischen und den slowenischen Staat, iowie an die Mächte, die WiedergutmachungS- anspräche erheben, aber das gegenwärtige Abkommen nicht mit- Ulnterzcichnet haben, verteilt. Artikel 2 besagt: Die als Wädergutmachung von Oester- reich und Bulgarien gezahlte Gesamtsmnme wird zusammen mit der Kontribution zu Ausgaben für die Befreiung der aus dem osterreichisch-ungarifchen Staate hervorgegangenen Länder wie folgt verteilt:») zur Hälfte nach dem in Artikel 1 vorgesehenen Verbälwis, d) von der anderen Hälfte erhalten Italien 40 Proz.. Grtecbenland und der serbisch-kroatische Staat 60 Proz. Artikel 3 lautet: Die alliiertsn Regierungen werden unterein- ander die nötigen Maßnähmen zur Sicher st ellung der Zahlungen treffen; falls nötig, werden sie Deutschland durch Anleihen helfen, die dazu bestimmt sind, inneren Ver- ' �chtulll.äen nachzukom-men und die eS ihm gleichzeitig tCzS•, ri;; so schnell wie möglich abzuschütteln, AM.den mit Vellen Kräften zu heben. - Artikel 4 enthält• einzelne Bestimmungen über die Aufftellung der Abrechnung für jede. einzelne Macht seitens der Wiedergut- niachungskommission und bestimmte Regeln für Gutschrift und Lastschrift. Artikel 5 bestimmt die Maßttahmen, die Belgien die Priorität von 2)4 Milliarden Frank Gold sichern, auf die es Anspruch hat gemäß den Bestimmungen des Ueberein- kommens vom 26. Juni 1019 und setzt diejenigen Kategorien der verrechnen. Artikel 6 umschreibt die Schätzungsmethode für die Schiffe, die entsprechend den Friedensverträgen von Versailles und St. Germain abgeliefert werden müssen, um Tonne für Tanne und Platz um Platz, die Handels- und Fischereischiff», die infolge von kriegerischen Handlungen zerstört oder beschädigt worden sind, zu ersetzen. Er bestimmt außerdem die für die Schiffe zu zahlende Miete. Die Bestimmungen für die Lösung der übrigen Fragen, die durch die Entscheidung des belgischen Prisengerichts aufgewor- fen wurden, sind getroffen. Belgien wird eine auf die Anteile der übrigen alliierten Mächte erhobene Kompensation erhalten. Artikel 7 bezieht sich auf die Leichterschiffe, auf Schwimmdocks und Hafeftmaterial, das auf Grund des Protokolls vom 10. Juni 1020 geliefert wurde. Als Ausgleich für die versenkten Kriegsschiffe bestimmt Artikel 8, daß die Dispositionen de? Protokolls vom 10. Januar 1020 auf den Erlös aus dem Verkauf der Kriegsschiffe und des Kriegsmaterials anwendbar sind, das auf Gnrnd der ttcutn Klausel des Dersailler Vertrages geliefert wurde, ein- schließlich deS Erlöse? aus dem neuen Kriegsmaterial, das durch die Wiedcrgntmachungskvmmifsion verkauft wurde. Artikel 0 gewährt Italien als Priorität vor allen an- deren Mächten das Recht, gewisse Summen zu behalten und auf die Summe, die ihm von Oesterreich und Bulgavieu als Wieder- gutmachungskosten für die Befatzungsarme« geschuldet wird, zu Perreichnen. Artikel 10 behält die Rechte Polens gemäß den Verträgen von Versailles und St. Gcrmain vor und bestimmt, daß das Ncber- einkommen ans Polen keine?l nwendung findet. Artikel 11 wahrt die Rechte der Länder, die Belgien vor dem 11. November l918 Geld geliehen haben und sieht Bestimnrungen für die Rückzahlung dieser Beträge sofort nach Zahlung der Belgien auf Grund des Prioritätsrechts geschuldeten 2Z4 Milliarden vor. Artikel 12 wahrt die Rechte der Alliierten auf die Kredit«, die sie ehrmals feindlichen Mächten gewährt haben. Artikel 13 bestimmt, daß die Frage der gleichmäßigen Fest- setzung der Kosten der Besatzungsarmecn zurückgestellt wird, um nrit den Bereinigten Staaten besprochen zu werden. Nlilleranü öder Spa. Paris, 18. Jul:. Ministerpräsident Miller.and hat gestern abend nach seiner Rückkehr aus Spa die ftanzösischen Journalisten empfangen und ibncn erklärt, die Konferenz von Spa bedeute den Beginn der Ausführung des Friedensverkrages von Versailles. Er lobte den guten Willen aller Delegierten, besonders des Grafen Sforza. Als er in London zum ersten Male von der Besetzung des Rnhrgebiers gesprochen, Hab« er keinen Erfolg ge- i habt. In San Remo sei es ihm gelungen, den Grundsatz zur An- nähme zu bringen, in Boukogne sei man einig geworden über die Art der Zwangsmaßnahmen und in Spa endlich habe man Genaue- res festgelegt. Die Festigkeit sei notwendig, das hindere aber nicht,, daß die Alliiert en bei mehreren Fragen den Geist nennenswerter Versöhnlichkeit gegen Deutschland gezeigt hätten. Millerand glaubte, besonders auf die Kredite hi-mveisen zu können, die als Gegenleistung für die Kohl enlickse rungen erfolgen müssen. Deutschland könne vielleicht im Laufe von feckS Monaten auf 1500 Millionen rechnen, was ihm hoffentlich gestatten werde, seine Produktion zu verbessern. Es sei in SpSch.-K. war die große Mehrheit dafür. Andreesen lind ich haben daS in„Erklärungen" niedergelegt. Ich kann hier nur wiederholen:„Tie Erfahrungen der Lehrer im gewöhnlichen Unterricht bieten weit zuverlässigere Maßstäbe > für die„Reife" der Schüler und Schülerinnen als die Zu- fälligkeiten einer das Nervensystem der Prüflinge ganz un- nötigcrweise belastenden vieltägigen Zwangs- und Schema- Prüfung,.iieincsfalls ist es zu verteidigen, daß die Prüfung für alle Prüflinge desselben Jahrgangs einer Schule in brug ■J-L-.Jll'Ll'Jl'.XJ'l____-L.L— L'—, i...,, 1—»> P 1■■-----—--- Ich stelle mir manchmal vor«. Van£tnnS Bauer. Ich stelle mir manchmal vor, daß jetzt, eben setzt, ein junges Franzoseumüdel am Ufer der Somme kniet, sinnend in den Fluß guckt und die Wasser über Wäschestücke spielen läßt. Ich stelle mir manchmal vor, daß eben ein Vogel von Ast zu Ast eines Baumes im Hauthouister Walde hüpft. Ich stelle mir nianchinai vor, daß zu abendlicher Stunde Pärchen von Verliebten cngumscklungen durch den Morcmoille-Wald schreiten und in die Sterne blicken. Ich stelle mir manchmal vor, daß eben in Verdun Barbiere und .sirämer, Naitdiencr und Lehrer, Aktuare und Schneiderinnen ein friedliches Geiverbe ausüben. Ich stelle mir manchmal vor, daß an der Straße nach Maria-Py wieder die Kirschbäume blühen. Ich stelle mir manchmal vor, daß in dem Beobachtung'öbaum bei Souchiz, hinter dem damal« das schwere Geschütz stand und seine Gmna«:n spie, daß in dem BeobachtungSbaum bei Souchez Herzen ciirgeriht sind, durch die ein Pfeil trifft und daß recht» von diesen Herzen ein Btädchen- und link» von ihnen ein Mannesname steht. Ich stelle mir manchmal vor, daß da» Grab der jungen Französin von Aussonce, die im Juli 1917 von einem Ferngeschütz getötet wurde, von Kindern umspielt und von bunten Sommerblumen de» wachsen ist. Ich stelle mir manchmal vor, daß$ Menschen gibt, die ihre Heimat in Malmaison haben, in ArraS und an der User. Ich stelle mir manchmal vor, daß der Minentrichter bei Audun le Roman heut« von grünem MooS brdeckt ist. Ich stelle mir manchmal vor, daß alle Menschen der Welt das Glück solcher Friedlichkeit für wichtiger halten al« ihren kleinen Haß und ihre kleine Gi«r, ihre kleine Sorge und ihre kleine Er- regung. Dann überkommt mich eine stille Seligkeit und ich werde ohne Wunsch und Verlangen. Oder vielmehr: Ich stellte mir die» letzte gern einmal vor, aber dazu reicht meine Phantasie leider nicht aus. Die Sammlung der Gipsabgüsse nacki Werken antiker Kunst wurde heute mittags im neuen Flügelbau der Univerfiiät eröffnet. Damit ist ein Werk vierjähriger Arbeit zum Abschluß gebracht und Berlin als Kunststadt um eine S e b e n S w ü r d i g k e i l ersten Ranges reicher geworden. Die Abgüffe. die zum Teil stark ver« slaubt und verschmupt waren, sind durchweg gereinigt und nach einem neuen Bestäubungsverfahren mit einer unmerklich dünnen abwaschbaren Haut überzogen worden. So.geben sie in meist leicht getönter Färbung zwar nicht den vollen Reiz der Originale wieder. lasten aber alle Formen deutlich und schön erkennbar werden. In den sechs Hauptsälen mit gutem Licht und wirkungsvollen roten, grünen oder blauen Wakidflächen ist die prinzipiell chronologische al'f Fächer und Arbeiten starr erfolgt. Ten Individuell!- täten ist bei der Prüfung durch hinreichende Wahlfreiheit der Prüftinge in der Zusammenstellung ihrer Prüfungsfächer gerecht zu werden." Nur einiges dentete ich an. vieles wäre zu sagen. Viele sehen hoffnungs- und erwartungsvoll zum Ministerium, wir wollen hoffen: nicht vergeblich! An Städten und Fraktionen, am sozialistischen Berlin aber ist es, zu Versuchen zu schreiten, vorsichtig, aber zukuwftsgläubig. Anfangen! heißt die Parole._• Reichstag und Rekchswirtschaftsrat. Tie Tatsache, daß für den Tonnerstag eine Sitzung des Neichcwirtschaftsrats anberaumt ist, in der die Regierung über die Verhandlungen von S p a berichten soll, er- regt in ReichStagskreisen Befremden. Die verfassungsmäßig zuständige Stelle, vor der die Reichsregiemng für ihr Verhalten in Spa die Verantwortung trägt, ist der vom Volk gewählte Reichstag und nicht der ziemlich willkürlich zu- sainmengesetzte und teilweise von ihr selbst ernannte Reichs- wirtsckiaftsrat. TaS Bestreben der Deutschen VolkSpartcr und der ibr gleichgerichteten Kreise gebat aber dahin, die „benrssständische Kammer" vor der Volksvertretung jn die vordere Reihe zu schieben, und der volksparteiliche Wirtschafteminister Tr. Scholz ist diesem Bestreben offenbar entgegengekommen. Daß der Reichskanzler Fehrenbach, der solange Reichstagspräsident war. sich an Bestrebungen beteiligt, die darous hinauslaufen, die Stellung des Reichs- tags hcrabzudnicken, möchten wir nicht annehmen. Verfassungsmäßig bestehen die s ch w e r st e n Beden- Den dagegen, daß das Schwergewicht von politischen Verhandlungen mit wirtschaftspolitischem Einschlag von dem Reichstag in den Reichswirtschaftsrat verlegt wird. Würde das zur dauernden Hebung, so könnten spätere Regierungen aus Gründen der Taktik öfter versuchen, sich durch die Ver- Handlungen im ReichSwirtübaftsrat eine ihr genehme Atmo- sphäre im Reichstag gu sdhaffen. und das würde die gege- denen Reibnngsflächeii nur noch verbreitern. Zu beachten ist auch, daß zahlreiche Mitglieder des Neick>swirtschaftsrats parteipolitisch abgestempelt, aber als ReichswirtschaftsratS- Mitglieder nicht berufen sind, im Namen und Auftrag ihrer Partei zu sprechen. Auch daraus können sich Unzuträglich- keiten ergeben, wenn der Reichswirtschaftsrat in wichtigen politischen Aiipelegeiiheiten daS erste Wort erlstilt. Es gilt hier, den Anfängen zu wehren! Unzufriedenheit im Ruhrrevier. Essen, 19. Juli.(Eigener Drähtbericht des.Vorwärts".) Auf verschiedenen Zechen ist eS zu Zwistigkeiten und Schwierigkeiten gekommen, die auf die ungenügende Lebens mittelver- s o r g n n g und auf die Ungenießbarksit de® Brotes zurückzuführen sind. Die reaktionäre Presse, sucht diese Differenzen im Ruhr- revier als Nachwirkung der Verhandlungen in Dpa hin- zustellen. Zu dieser politischen Ausnutzung der Unzufriedenheit der Ruhrbergieute liegt nicht der geringste Anlaß vor. Die Ruhr- bergleute sind durchaus einverstanden, daß alle» geschah, um die Besetzung des RuhrrevicrS durch die Entente zu verhindern, während e» freilich großkapitalistisch« Kreise im Ruhrbergbau gibt, die auS der Besetzung des RuhrrevicrS durch die Alliierten Vorteile ge- zogen hätten und sie deshalb sehr gerne gesehen hätte. Dies« Kreis« sind e», die nun den Glauben erwecken wollen, daß die Rubrberg» leute gegen die Beschlüsse von Spa zu demonstrieren beabsichtigen! Wie falsch dies« Auffassung ist, geht aus der klaren Haltung der Essener„Arbeiterzeitung" hervor, die scharf gegen daS ungeschickte Benehmen de» Herrn Stinnc» und gegen dessen geheime Absichten schreibt._ Arbeitsaufnahme in Königsberg. Der Kdnigsbergcr Magistrat hat mit der städtischen Arbeiterschaft ein Abkommen getroffen» wonach der Streik am Montag, den 19. Juli, frühmorgens, nach 12Hi tägigcr Dauer beendet wird. luotdming so getroffen, daß jede» Wer! zur rechten Wirkung ge« "igt und zugleich«in Neberblick über die einzelnen Slilgruppen ii.>o EntiuicklungSreihen geboten wird. Durch die Eigenart der Pia sielung. die sich nicht an die übliche Schablone hält, sind ein- >el>ien Welke» ganz neue ÄuSdrucksmöglichteiten gegeben worden. Da« ist namentlich der Fall bei der hoch in einer Türnische aus- aeslcllien Nike des Paionios und bei der auf einem stusensörmigen Unterbau angeordneten Niobidenreihe. Eine Ueberraschung wird für die meisten Beiucher der t r e t i s ch- m y k e n i s ch e Saal sein, dessen WandfreSten und Reliefs Kunde geben von einer vor fff j Jahrtausenden blühenden«rpreisionistischen Kunst, die mit den Tendenzen, die die heute modernste Slilrichiung beherrschen, mannig- fache Berührungen zeigt. Jn den beiden Reihen der Seilcnkabinette, die die Entwicklung der griechischen Einzelstatue, der archaischen und archaiffiichen Rundplastik u. a, zeigen, machen sich zuweilen die Folgen des Raummangel« fühlbar. Die Abgüsse der römischen Arbeiten und die der Architekiurwerke mußten sogar vorläufig noch im Keller- geschoß ein Notguartier beziehen, sie sollen ober im nächsten Jahr m einem Erweiterungsbau Aufstellung finden, der sich direkt an die heute eröffneten Räume amchließr, so daß sich dann die Ent- wicklung der gesamten antiken Kunst in einer zusammenhängenden Saaiflachl wird übersobe» lassen. Für da« Ganze ist ein gedruckier. volkstümlich gehaltener Führer sowie der Verkauf von Photos nach den Abgüssen vor- gesehen. Auch die Veranstaltung von wechselnden Sonder- a u s st e l l u n g e n, die künstlerischt Tinzelprobleme zur allgemein verständlichen Anschauung bringen sollen, ist in Aussicht genommen. So daef man hoffen, daß d>« neue Sammlung, deren Arrangement ein Werk Ferdinand Noack». de? Direktors de« hiesigen Archäologischen Seminar» ist, nickt nur der Wiffenschaft, sondern auch der volkstümlichen Kueistpflege werlvoll« Dienste leisten wird. Dazu ist aber erforderlich, daß ihr von den maßgebenden Instanzen die nöiigen materiellen Mittel zur Verfügung gestelll werden. Es handelt sich hierbei nicht um Millionenodjekte, sondern um Aufwendungen, die in den Rieienziffern umerec gegen- wäriigen Etats keine Rolle spielen. Vor allem muß durch die An- stellung eines größeren AuisichtSpersonals ermöglicht werden, daß daS Muieum, das zunächst nur an jedem Montag und Donnerstag von 10— g Uhr allgemein zugänglich ist, au» an den Sonntagen regelmäßig geöffnet werden kann. I. S. Tenffche Gemeinschaft heißt eine Ncugründung, für die sich Ferdinand A v e n a r i u s im..Kunstwart" ernsthast einsetzt, weil der Geist, aus dem sie entstehe, eben der Geist sei, dem auch der „Kunstwart" seit seinem ältesten Hefte, der Dürerbund seit seinem ersten Aufrufe diene. An dieser Neugründung ist auch der Deutsche Aferkbund beteiligt, und Karl Schefsier leitet dv Werbetätigkeit. Sie wendet sich„an alle, welche den Drang zum Wahrlßtftigen und Fruchtbaren, zum Geläuterten und Vertieften, zum Starken und zum Stolzen in unserem Volke Pflegen wollen". Diese„Deutsche Gemeinschaft" steckt sich also ein sittliches Ziel, und der Anlaß, der sie jetzt ins Leben ruft, macht sie zunächst zu einem Abwehrbunde. Avenat�lS legt das im„Kunstwavt" dar: Sie»soll ablehnen das Mmnachen mit all dem Luxus- Der �festgenommene Kurier'". Die Prefftgerüchte über bevorstehende Linksputsche und dergleichen in B r a u n s ch w e i g hatten seinerzeit damit eingesetzt. daß zwei Braunschlveiger Tageszeitungen(„Landeszeitung" und „Allg. Anzeiger", beide weit rechts stehend) von der Festnahme einos „Kuriers der Roten Armee" in Halle zu bcttchten wuß� ten, dem eine Liste mit der ganzen Armee-Einteilung: (Braunschweig bildete sogar ein? Armeegruppe für sich!) abgc- nommen sein sollte. Wenn auch von vornherein der Verdacht sehr nahe lag, daß es sich hier um eine Tendenzmeldung ohne. tatsächliche llntfrlagen handele, so hielt es die Regierung dennoch für ihre Pflicht, eine entsprechend? Anfrage an die P o l i z e i v e r- waltunz Halle zu richten. Tie Antwort ist nunmehr eingc- troffen. Ter Polizeiverwaltung Halle ist von der Fest- nähme eines Kuriers der Roten Armee überhaupt n'chtS bekannt.—• Die Bevölkerung möge au» aus diesem Beispiel ersehen, wie wenig Glauben allen derartigen Alarmnachrichten zu schenken ist. Lockspitzt! liberal!. Aus Mainz kommt die Mitteilung, daß dort durch die fran-> zösische Geheimpolizei der der Sozialdemokratischen Partei angehörige, auf einer Ferienreise befindliche Zeichenlehrer Rackow aus Beeskow bei Berlin wegen politischer Vergeben ver- haftet und im dortigen Provinzialarresthaus(französische Ab- ieilung), wo sich auch die übrigen sozialdemokratischen Führer aus Ludwlgshafen und der ebenfalls auf einer Reise nach Wiesbaden verhaftete.sozialdemokratische Redakteur Schild- Vach- Offcnburg befinden, interniert wurde. Wir kennen die Ursache der Verhaftung nicht, vermuten aiber. daß der verhaftete Lehrer französischen Lockspitzeln in. die Hände gefallen ist. Es steht nämlich fest, daß die französische gefipime Militärpolizei im besetzten Gebiet, besonders in Mainz Und WieÄl'aden, zahlreiche Deutsche und Elsaß-Lothrmger angeworben hat, die sich unerkannt in Wirtschaften, auf freien Plätzen, Bahnhöfen, aus der Reise usw. unter da? deutsche Publikum mischen und zugunsten der Franzosen Spitzeldienstc leisten. Allen in» besetzte Gebiet reisenden Personen ist deshalb bei Gesprächen, die von Unbekannten m't angehört werben können, Vorsicht zu empfohlen. Um Nachdruck dieser Warnung wird gebeten. Das österreichiftke Tabakmonopo!. Tie flescheiterten Verhandlungen mit Holland. Wien, 18. Juli.(Eigener Drahtbcricht des„Vorwärts".) ES wird jetzt bekannt, woran die Verhandlungen Oesterreichs wegen der ULbernahme des TabaimonopolS durch ein holländisches Kon- sortium gescheitert sind. Die Holländer waren bereit, sogack einen höheren Betrag als den geforderten zu bewilligen, aber nur nnter der Bedingung, daß die seit Notember 1918 erlaffcnen Arberi- terschutz-Gesetze auf die Tabakarbeiier keine Anwenduiyz finden sollten. Bei Anwendung dieser Bestimmungen, so erklärten die Holländer, sei keine Kalkulation möglich. Da die österreichische Regierung den Tabafarbeitern nicht die Vorteil« der neuen Arbei- terschutz-Gesetzgevung entziehen wallte, zerschlugen sich die Ver. Handlungen. Dieser Vorgang ist ein Beweis mehr dafür, daß Oesterreich nicht im Wirtschaftsverkehr mit kapitalistischen Ländern, die eine ähnliche Arbeiterschutz-Gesetzgebung wie die seine nich; kennen, sondern nur im Anschluß an Deutschland, daS mit. der österre,chtschen Arbeitergefetzgebung ziemlich gleichen Schritt hält, die Lösung seiner wirtschaftlichen Probleme finden kann Der verbotene„Vorwärts". Zu der unter obiger lleberschrikt kürzlich von un? au» Hainzell gebrachten Mitteilung wird ün�. ergänzend berichtet, daß der eifrige Seelsorger Herr Kurator Baldig den Vater des Gastwirts Dch. sogar im Beichtstuhl vorwurfsvoll darauf hingewiesen habe, daß sein Sohn den«Vor» wärtS" halte! Kloine Geschmacklosigkeiten. Au» einem der Redaktion zuge- gongenen„Gedicht", in dem in der widerwärtigiten Weise stder die der Frau Zetkin verloren gegangenen Brille gewitzelt wird, ersehen� wir, doß es in Berlin eine„SpartakuSabwehrzentrale" gibt. Sie trägt a>ls Signum einen Totenkopf mit verschränkten. Knochenarmcn. Wofür in Deutschland noch immer Geld übrig ist? treiben und all der Pflege künstlich angelernter„Bedürfnisse", die schon vor dem Kriege unsere sogenannte„Kultur" zu einem großen Eitclkciten-Markte gemocht haben. Ein Beispiel: Wer einen von der„Deutschen Gemeinschaft" einladet pder von ihm eingeladen wird, der soll wissen, daß dieser (siast oder Wirt weder Toilettenluxus noch reiche Tafel, noch Alko» hol oder Nikotin erwartet oder anbietet, wohl aber einen geistigen Hock, stand der Unterhaltung. Wir fühlen uns als Glieder des beut- sehen Volkes. Wir sind nicht dumm genug, um nickt zu erkennen, daß unS jetzt kein Betäuben und kein Vergnügen mehr helfen kann, vor allem also kein Luxus, wir wissen vielmehr, daß der Luxus auSwirt fchaftlichenGründenheuteanVerbrechen grenzt, zumal er Ankäufe im Ausland voraussetzt, die bei unse. rem Valutastande jetzt bedeuten: DaS Entbehrliche nimmt den Volksgenossen Unentbehrliches auf Umwegen weg. Wir sind nicht verächtlich genug, um trotz solcher Einsicht Luxus zu treiben. Schon deshalb erkennen wir einen gefährlichen sozialen Feind in dem neuen Reichtum. Wir tovllen uns gegenüber dieser Menschenschicht abschließen, der Glück oder Gaunergeist die Möglich» keit gegeben hat. der Farm nach»us ihre eigenen Kosten, der Sache nach auf Kosten aller zu verschwenden. Wir wollen versuchen, dem- gegenüber etwas wie erneu neuen Adel zu schaffen. DaS bedeutet Verpflichtungen. Den Anspruch auf Vorbildlichkeit, auf Führer. schaff für die Begabten können wir allein in einem neuen Adel sehen, der seiner Verantwortung bewußt daS Gemeine zurückdrängt, da? Geistige und Sittliche dagegen erzieht und stärkt. DieS ist die Deutung, die Avenarius der neuen Gründung gibt und die ihn diesmal an die Seite SchefflerS treibt, von dem ion sonst manches trenn:. Der Aufruf der»Deutschen Gemeinschaft" ist noch nicht in die Oeffcntlichkeit gelangt. Es dient der Sache natür. l'ch sehr, daß AvenariuS der erste ist, der ihr als ein Werbender den Weg in die breite Oefsentlichkeit ebnet. rkieater. Da» Kleine Theater hat für die Urausiitbrung von„Elise 2 e n Ii n g■ Fräulein Irma Strunz für die Titelrolle gewonnen. Das Vrn-ttaiuer-Ballett. da? am 27. Juli im KomidieuhauS auftiilt, verwahrt sich in einer Zuschrift i-ineS Impresario» gegen da» vor. urieil, das, seine Darbietimg mit ii gendeinem der Nackt- oder Naturatänze. die jetzt hier und da die Bühnen verunzieren, etwa« gemein liabe. S« will al« bochtüniileri'ch gelten, worauf wohl auch der Name deS Zeichner« Lud- wig Kaiser ichlienen läßt. Eine BSilamotvi«« DielS- Triftung ist au? Anlaß de» goldenen DoktorjubiläumS der beiden bedeutenden SlIIertums'orscher der Berliner Universität im Enlstchen begriffen. Sie soll den beiden Jubilarcn MUtel zur Verfügung stellen, um nach ibrcm Ermessen Jüngern der Slitertum». Wissenschaft Beihilfen zur Drmklegung ibrer Rrbeitcn zu gewähren. Die Galeric Gduard Tckulte zeigt vom 17. Juli ab neue Tamm- lungen von Blbin EnderS-SUünchen. Kurt Haafe-Ia'trow, Adolf Kapihamer- München. Hildegard Lehnert-Berlin und Margarete T>inck!er-Dre«den. Gine neue ktzori» der tvrehbüüne. die von Adolf Linnebach, dem Maichlneriedirekfor des Sächsischen LandestheatccS in Dre»den. kon, struiert worden Ist, loll an dem Steglitzer Schloßpart- Theater erst. mal» erprobt werden. Sie soll gestatten, da« Spiel weit nach vorn auf die Vorderbühne zu legen, die vor der fetztgen Vorhanglinic ausgebaut wird; zugleich kann die volle Tiefe der Bühne(bi» zu etwa 12 Adeler) au«. genutzt werden. Linnebach ist der Bühne als ständiger lünslleriicher Betrat für dt« Gestallung de» Szenischen oerpflichtet worden. GeoßGerün Sozia!öemokratie und Magistratswahl. Wir[eben seit dem 9. Novem-der 1918 in einem demokratischen StanlätiKfen. Man sollte annehmen, daß alle Demo- traten darübci nicht nur sehr erfreut, sondern auch mit dem Wesen der Demokratie vertraut sind. Das ist aber nur ein T r u g s ch l uij. Es gibt bekanntlich auch in Kreisen der bürgerlichen. Demokraten Leute, die sehr oft ihre»demokratische" Gesinnung in s-hr merkwürdiger Weise zur Schau tragen. Die Wahl zum Grotz-Berbiner Stadtparlament hat ein« un- zweifelbsft« sozialistische Mehrheit gebracht. Das bedeutet natürlich das Ende so mancher Einrichtung aus jener Zeit, da der Berlijyer Kommunalfreisinn seine Herrschaft in der Reichs- baupj�tart ausübte. Sicherlich ist diese Tatsache für jene Demo- kra�n, d'e sich heute noch sehr starr mit dieselfi Kommunalfreisinn vanvachsen suhlen, sehr schmerzlich. Daher lausen sie jetzt nnaus- gesetzt Sturm gegen die Absicht der. sozialistischen Parteien, auch htm Berliner M a g i st r a t eine sozialistische Mehrheit zu geben. Dm»B o s s ische Z e i tn ng" schreibt in ihrer Sonntag- nummer unter der Uebersch/e'st: Ein Parteimag ist rat?", dag sich bei den Linksparteien der»Dhrgeiz und Wille" bemerkbar machen, eine»möglichst große Ächl von MagistratZpostcn für Fraklions- gi-ieder ohne Ansehen der Begabung und Fachkenntnisse, zu be- legsn.� Es wird offen darauf hingearbeitet, di« Fachleute aus dem Magistrat- ZN verdrängen und den Parteigenossen den Genuß recht vieler MtaStoatSpSstchen. die man durchweg zu besoldeten machen und durch Dienstgeholt und eine Am:sdau«r von einem Dutzend Aabron vergnüglich gestalten möchte, zu erschließen". Zum Schluß Lcmerkt das Blatt:»Ein« Porteikrippe im llioten Hause— d.l wäre' nicht das Mittel zu seiner(Berlin»! Reo.) Wirdcrlwsrisftung, sondern zur letzten Zerstörung." Die Berechtigung zu diesen«ngvissen leitet.'.Tante Voß" au» H eurem. Artikel des„Vorwärts" und der„Freiheit" her. Sie züeht Jwn Artikel des. Genossen Herr mann au» unserer Nr. 352 »enr Donnerstag, den 15. Juli, an, um zu ht■weisen, daß wir»ohne Ansehen der Begcrüung und Fachkenntnis" unsere Genossen an die »Futterkripp-" setzen iiwllrn. Wohlweislich verschweigt sie ihren Lesern, daß ig, jenem Artikel mehrere Male ausdrücklich die Not- wendigkett btfont wurde, daß in den Magistrat berufene Partei» genossen uuty die notwendig« Eignung für ihren Posten mitbringev. müssen.- Die,� Sozialdemokratische Parten hat in fast anderthalbjähriger Siegie-pnigH-it im Reiche bewiesen, daß sie ernstlich bestrebt ist, unser Wirtschaftslvben wieder auf die Beine zu bringen, und daß sie zu diesem Amecke nur solche ihrer Anhänger an verantivortung»- rolle quellen beruft, die tatsächlich die Fähigkeit dazu haben. Wa» im Reiche galt, dos gilt jetzt auch in Berlin. Wir erstreben di« sozialistische Mehrheit im Magistrat, sind aber keineswegs ge- n>:Lr. diesem Ziele da» Wohl der Stadt zu opfern, sondern vielmehr entschlossen, nur solche unserer Parteigenossen auf der. antwortungsvolle Posten zu berufen, di« nachweislich di« Fähigkeiten zur Ausführung derselben besitzen. Die„Siossischc Zeitung" versteigt sich in ihrem Aerger über di« sozialistische Mehrheit in Berlin zu der Behauptung, daß Berlin »trotz»VoyivärtS" und„Freiheit" noch nicht«ine sozialrsrische Ge- nv.iube rvlkd". in der Kochstvaße sollte man wissen, daß Berlin schon lange, sozialistisch ist uiid sozialistisch bleiben wind, trotz aller gegen- tetlzgcn Behauprungcn und Bemühungen der U l l st e t n p r es s e. iiOtt SOS Mark Bankgelder unterschlagen. Wegen großen Veruntreuungen wird der 45 Jahre alte auS e?chwoit,ch gebürtige Kaufmann Albert Ilse mann, gesucht, der zuletzt als Untermieter in der-Bouchästraßc 52 zu Neukölln wobnte. Jliemann war bei einer Firma am Äurfürsteirdamm in Halensee als Buchhalter beschäftigt. Er entlvendetc diesckt Blanko» MwekS, stellte sie über zusammen ungefähr 200 Mb Mark auS und erhob das Geld darauf bei der Bank. Mit der Beate verließ er dann sofort Berlin. Soweit bisher festgestellt werden konnte, bat er sich zunächst nach Leipzig gewandt. Hier geht jedoch seine Spur verloren. Ter Ungerreue ist etwa 1,65 bis 1,68 groß und mittelstark, hat blondes Haar, ebensolchen, kurzaeschnittenen Schnurrbart und eine große Glatze und trug.zuletzt einen grauen Jackeitanzug, einen braunen, weichen Hut, und sckivarze Schnür- stiesel. Selbstmord des Prinzen Joachim. Am Freitag abend hat der jüngste Sohn des Extaiserpaares Prinz Joachim in seiner Villa Ltegnitz in einem Anfall schwerer phhsischerStSrungen einen Selb st mordvers ach unternommen, an dessen Folgen er tioch in derselben Nacht verschied. Natürlich nutzt die alldeutsche Presse auch diesen Fall aus, um der Revolution eins auszuwischen. Tie„Deutsche Tages- zeitung" erklärt zwar, die Ursachen zu der sce'ischcn Verzweiflung d.s Prinzen n i ch t zu kennen, glaubt aber in der Annahme nicht fehl zu geben,»daß die Erniedrigung Deutschland» und die seiner Familie widerfahrene Behandlung ihr gut Teil dazu beigetragen haben." Bon der schlechten Behandlung der Hohen- zollernsamilie wird keinem objektiven Beobachter der Ereignisse etwas bekannt sein, und an der Erniedrigung Deutschlands sind in erster Lini» die Hohcnzollcrn selbst schuld. Im übrigen erfahren wir zu dieser Affäre, daß der Prinz in sehr zer. rütteten Eheverhält-wissen lebte und kurz bor seiner Scheidung stand. Vielleicht ist nicht zuletzt hierin das Motiv zu der Verzweiflungstat zu suchen. i Ei„ Spielktub wurde in der Sonntagnach in der Prinz- Regenten-Straße 92 bei vollem Betried überrascht und ausgehoben. Das Bargeld und die Sp'elgeräte wurden be schlag- nahmt und gegen die D e t e i Ui g t e n ein Strafverfahren eingeleitet. Das WvbnungSamt wird sieb jetzt damit zu beschäftigen haben, ob es für die Räume keine bessere Verwendung findet. Grost-Berlincr Lebensmittel. Buchholz. Bis Tonncrsiag'/z2 Uhr KmloffelaiiSqabe im Amts- baus wr die Docfic vom 12.-19. Juli.' Pro Kops U Psund. In htt Gemcindcocrtauisilelle gegen Vorzeigung der weißen Lebeiismiiteikarte Käle. Johannisthal. 256 G'amm Teiawaien(6ö6), l2ö Gramm Graupen <851. In der Gememdeoeikouisstelle sür Kinder von 6—14 Jahren 125 Gramm Evev.(651). Fgx Kraut«. Kriegsbeschädigte, werdende und stillende Müller 1 Dos« Malzextrakt, für Kinder im I. und 2. ItebenSjahr l Paket Keks. Pankow. 125 Gramm Edanier Käse(90). Rcinicheudors. Pjund Haserslockcn(241). l Psnnd Marmelade(242), 1 Pinnd Vitioiiaerbsei!(243), 1 Pfund weiße Bohnen(244). Groß-Serliner parteinachrichten. Heute, Juli: Jungsostalistische ZZereinigang. Ortsgruppe Nculölin. ö Uhr, Tuct.eu m der Turnhalle. Eibestraße. Morgen, SO. Juli. K. Abt. 8 Uhr ksuntrlonärsitziing im Erdmannshos, Kottbuser User 33. itL. Zlbt. 7'/. Ichr wichtige BeztrkSsührersidung bei Bogel, Kopen-. Hagener Sir. 15. Jeder hat seinen Markenbestand iniizubrinaen. Buchholz. 8 Uhr bei Haeckel, Pasewaltcr Str. 67: Oeffentliche Per- sammlluig. Tagerordnung: 1. Bortrag: Unfähigkeit oder Sabotage tn den Reichsstelien. 2. Freie Aussprache. Charloitenburg. 14. Gruppe. 1 Uhr: Kinderausflug nach dem Grunewald. Treffpunkt bei Arndt. Kantftr. 51. Neukölln. 71/, Uhr bei Kliem. Hascnheide 13, öffentliche BolkS- Versammlung. Tagesordnung: Die anivachlende Lebcnsmitielverteuerung und ihre Ursachen. Res. Gen. Kurt Heinig. Freie Aussprache.— Die stjr Mittwoch sesigcsetzie Keneralvcrsammiung m der Aula Emscrstr. sällt a.ts, neuer Termin wird noch bekannt gegeben. RieherkchLurwelde. 8 Uhr Generaiversammlung bei Rätel, Grünauer Straße 8. VierteijahreSbericht, Antiöge zur Bezirksgeneralversammlung und Wahl von Delegier!«». Bei der Wichttglelt der TageZoldnung ist das Erscheinen aller dringend ersorderlich. Taubstumme. 7V, Ubr Zahladend, verbunden mit Witgliederver- sammtung im Etisabethgarten, Eiisabethslr. 80. Wirtschaft Die Parität in den Außenhändelsstellen. Unter der Ueberschrift„Die Außenhandelsstellen yegen die Ausfuhrabgabe" bringen das»Berliner Tageblatt" und andere Zeitungen einen Bericht Über«inen Beschlutz der R e i ch S b e V v I l- mächt igten der Außenhandelsstellen vom 13. Juli, die Aus- suhrabgabe betreffend, in dem e>? heißt, daß die Reichsbevollmächtigten einmütig der Ansicht wären, daß die Nusiuhrabgabe nur eine vorübergehende Maßnahme sein dürfe. Das Aus- führgeschäft sei dermaßen ins Stocken geraten, daß eS keine weitere Belastung vertrage, vielinebr unter den jetzigen Wirtschajts- verhältnissen Erjeichternngen beanspruchen könne. Die Reicksbevolimächtigten haben bei der Regierung die vorläufige Aussetzung der Regelung der Ausfuhrabgabe be- antragt, und zwar für all« Geschäfte. Tie Außenhandelsstellen setzen sich zusammen aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern der Erzeuger des Handels und der V r r b rm u ch e r Mitglied der Außenhandelsstellen.. Die ReichSvcvollmächtigten aber sind A n g e st e l l t e der Auheiihaudelsstellen, die die Beschlüsse der Außenhandelsstellen auszuführen haben. Es ist daher unzutreffend, unter diesen Umständen einen Beschluß dieser Reichsbcvollmächt'gten als einen Beschluß der Außenhandelsstelle u a!ö Selbstverwaltunaskörper zn deklarieren. Aber es kommt noch ein Weiteres hinzu. Schon feit Monaten verlangen die Arbeitnehmer, daß, da für die Satzungen der Außen- Handelsstellen die Parität! s ck' e Zusammensetzung gewährleistet wirb, diese Parität nicht nur für die Aufsicht usw. innegehalten wird, sondern bis zum ausführenden Organ durchgeführt wird, d. h. auch in die Posten der Reicbsbevollmächtigten sollen sich die Vertreter der Arbeilgeber und Arbeitnehmer teilen. Heute heißt es in den Satzungen der Außenhonbeltstellcn, daß der ReichSbevoll- mächtigte einer Außindandelsstelle vom R.'ichSkvmmissar für Ein- und Ausfuhr auf Perschlag der Arbeitgeber in der Erzeuger» brauche ernannt wird. Ter Reschsbevollmächtigte ist also Per- irauensmann einer A r b e i t g e b e r g r n p p e. Dieser Umstand bat schon mehrfach zu Mißständen Anlaß gegeben, weShalb die Arbeitnehmer in schriftlichen Eingaben eine Aenderung verlangt haben Die Angelegenheit ist noch nicht entschieden, sich schwebt noch. Da» Mißtrauen der Arbeitnehmer gegenüber dem einseitig von Arbeitgeberseiie vorgeschlagenen Retchsbevollmächtigien wird durch das jetzig« Verhriten der Reichsbevellmächti.sten vollauf be- stätigt, und es wird Sacke der Arbeitnehmer sein, entsckieden und bestimmt aus schleunigste Abänderung dieses Verstoßes gegen die Parität zu drängen. Auf die Frage der Anssuhrabgabe selbst an dieser Stelle ein- zugehen, dürste nicht nötig sein, nachdem seinerzeit bei Beratung dieser Angelegenbeit im WirtschaftSrat beim ReickSwirtschaft?» ministcrium die Arbeitnehmervertreter ihren Stand- Punkt in einer Eingabe an daS ReickisivlrtschaftSininisterum ge- nügend klar dargelegt haben. In einer der ersten Sitzungen de» WirtschastSpolitischen Aut- schuffes des vorläufigen Reichswirtschaftsrat» ist die Frage der Ausfuhrabgabe auf Peranlassung von Vertretern des Handels gleichfalls beraten, wobei sich die übergroße Mehrheit de» Ausschusses auf den Standpunkte stellt«, daß«< he: der Abgabe bleibt. Antrag' aus Herabsetzung einzelner Tarifpositionen sind beim RerVwirtsdsiiftsministerium einzureichen, über sie wind van einer zu diesem Zweck eingesetzten Kommission entschieden. Zum Schluß möchten wir bemerken, e» ist geradezu eine Irre- sührung der Oeffentlichkcit, wenn man, w'e die» verschiedentlich versucht wird, die gegenwärtigen AuSsuhnchwieriakeiten auf diese Ausfuhr abgäbe zurückfübrt. Die gegenwärtigen Ausfuhr- schwierigkeiten haben mit der Aukfubrabgabe nach der Derordnuvg vom 29. Dezember v. I., die seif dem 19. Mai d. I. in Kraft ist, nichts zu!nn, sind vielmehr aus ganz andere Ursachen zuriickzu- führen, di vorhanden sein würden, und zwar in gleichem Umfang, auch wenn e�ne Verordnung über Aussuhrabgaben nicht bestände. GeWerMaWswegung Verbanüstag öer Iabrikarbeiter. Hannover, 17. Juli. Der VerbanldStag beschließt, daß die vorgenommene Statuten- änderungen am 1. Oktober dieses Jahres in Kraft treten sollen. Tim ig(Haupivorstand) begründet einen vom Vorstand vor- gelegten Entwurf über den weiteren Ausbau der Unlevstützungs« lasse für Vcrbandkangestellt< Die Unterstützungssätze bei Un- fällen werden erhöht, die Unterstützung selbst ausgedehnt auf in- Validität, Witwenunterstützung, Erwerbsunsähigkeit und Slcroe-. fälle. Ter Entwurf findet die Zustimmung des Verbandötages. Ein Antrag H i l p m a n n- Dresden, für die Heimarbeiter einen befonderen Agitationslciter anzustellen, wird dem Vorstand und Verbandsbeirat überwiesen. Angenommen wird sollende Resolution Haupt-Hannover: Die Unterstützung arbeitsloser und kranker Arbeiter war bis- her Aufgabe der gewerkschaftlichen Organisationen, weil die �ge- setzliche Krankenuiüerstühung nicht ausreichte und Arbeitslosen- Unterstützung bis zum.striegsende ganz fehlte. Dieser Zustand befriedigt die Gewerkschaften nicht, weil die Sozialveisicherung Reichsausgabe ist. Bis zum besriedigenden Ausbau der sozialen Gesetzgebung müssen die Gewerkschafteen diese Unterstützung bel-.. behalten. Der Fabrikarbeiterverband Deutschlands beausiragt deshalb den Vorstand des Allgemeinen Deutschen GewerkschastZbundeS, bei den zuständigen ReichSbehördsn mit allem Nachdruck auf o a!- dige Reform der sozialen Gesetzgebung hinzu-' wirken, daß die Arbeitslosen- und Krankenunterstützung in ausreichender Höhe zur Auszahlung gelangt und die bis dahin von den Gewerkschaften gezahlte Erwcrbslosenunterstütziing nicht aus- gerechnet werden dam. Daß ferner die Renienbezüge der Alters-, Unfall-, Invaliden- und Hinterbliebenen-Versicherung zeitgemäß erhöht werden, wobei die Herabsetzung der Altersgrenze für den Bezug der Altersrente vom 66. auf das 6 9. Lebensjahr in den Vordergrund gerückt werden muß. Der Verband fordert ferner volle Anrechnung geleisteter Militärdienste in der Vsrstcherungs- klaffe, in welcher der Militärpflichtige vor seiner Einberufung der- sichert war. Die sortgesetzte Steigerung der Preise aller LebsnS- mittel und Bedarfsgegenstände zwingt die Arbelter zu immer neuen Lohnforderungen. Trotz aller Lohnerhöhung wird die Lebenshaltung der Arbeiter aber immer weiter herabgesetzt. Besse- rung kann nur ein Abbau der Lebensmittelpreise und sonstiger BedarfSgegenständ« bringen. Dieser Abbau wird nur erreicht durch einmütiges Zusammengehen der gesamten Arbeiterschaft. . Der Fabrikarbeitervsrband beauftragt deshalb den Vorstand des Allgemeinen Deutschen Gcwerkschaslsbundes alt Spitze der Interessenvertretung der deutschen Arbeiterschaft, bei den maß- gebenden Reichsbehörden eindringlichst dahin zu wirken, daß die geplanten Preissteigerungen für landwirt- .schaftlicheProdukte durch. Prämien an die Erzeuger unter allen Umständen verhindert werden und daß ein� Abbau der Wucherpreise für Lebensmitte! und Bedarfsgegenstände herbei- geführt wird und widerstrebende Erzeuger, Händler, Schleich- Händler und Schieber mit der ganzen Strenge der Gesetze zur Verantwortung gezogen werden. Die hierauf vorgenommene Vorstandswahl ergab die Wiederwahl. der seitherigen Funktionäre. Ein Vorstandsmitglied und zwei Sekretäre werden zur Ergänzung neu gewählt. Der nächste VerbandStag findet in Frankfurt a. M. statt. Um 1 Uhr hatte der VerbandStag sein End« erreicht. Verdanöstag öe? Such- unö Steinüruckerei- Silfsarbeite? unö Silfssrbeiterinnen. Frankfurr a. M., den 15. Juli. S. Verhandlungstag. So d ah l- Berlin(Verbandskassierer): Tie Ausschreibung de» SxtrabeitrageS wurde bedingt durch die Streiks in verschiedenen Orten, wie Leipzig, Chemnitz ukw. Um die Schlagfähigkeit deS Verbandes zu erhalten, müssen die Kassen gefüllt werden. VerbandSvorsitzender P u ch e r- Berlin; Von nicht einem der Kritiker ist gesagt worden, die Geschäfte hätten so oder so und damit besser geleitet werden können. Kann mich die Opposition durch ihre Ideen oder Vorschläge ikberzeugen, so werde ich mich gern da- nach einstellen. In der„Freiheit" erschien am 13. Januar der bekannte Auf- ruf zur Demonstration gegen das Betriebsrätegesetz und als hweite Unterschrift stand der Verband der Buch- und SteindruckereihtlsS- arbeiter. Das bedeutete einen ungehtvren Mißbraztch unseres Namens, der nur a.l S Fälschung bezeichnet werdm kann. Auch der Ber- liner Zahlstellenvorsitzende hatte seine Einwilligung zu dieser Unterschrift nicht gegeben und dadurch ist bewiesen, daß die ganze Demonstration von politischen Drahtziehern aus- ging. Berliner Kollegen fragten aber dann im Hauptvorstands- bureau an, ob der Verband für den Verdien.stauSsoll aufkanmnen würde, was natürftch von. uns verneint wurde, weil wir als Verband diise Demonstration nicht beschlossen hatten. Zu der„Propogaudokommissivn revolutionärer BetriebSra.e ist zu sagen, daß eS sich dabei um eine mit Statuten und Programm eingerichtete Sonderorganikation bandelt, und der VerbandStag muß Stelluna dazu nehme», ob des innerhalb unseres Verbandes zn- lässia ist. Um überbau vt eine Tätigkeit für diele Komtmsston zu schaffen, mußte?n der Berliner Zahlstelle ein Beschluß gefaßt wer» ven, daß Berliner Referenten, die von anderen Zahlstellen verlangt werden, auf Kosten der Berliner Lokalkasse hinausgehen. Ts wird mit BcrbandSmittel» Mistwirtschast getrieben. Ein Berliner Kollege'der dieses rügte, wurde trotz 22j»hriger t r c u e r M i t g l i e d s ch a f t n u s g e s ch l o s s e n. Der betreffend« Kolleve hat wegen seines Ausschlusses Beschwerde beim jetzig«» Per- bandetgg eingelegt und mutz der Verbandsiag darüber entscheiden. Man bat unwabre Bebauptunaen über die Selbstbewilligungen von Gebältern in die Welt gesebt, um dadurch die betreffenden Personen herunterzureißen. Sa wird auck von der Berliner Ovpo- sitian mit allen Mitteln versucht, die leitenden amtierenden Per- sonen in Mißkredit zu bringen. Dagegen verwahren wir uns. 2luS Idealismus für das iabrelang, dornenvoll ausgebaute Werk bleibe ich auf dem Posten, bit ein anderer dazu bestimmt wird.«(Keb- hafter Beikoll.j Im Anschluß an diese' Ausführungen wird nachstehende? V e r t r a!> e n S b o t u m be! namentlicher Abstimmung mit 6 9 gegen 20 Stimmen angenommen. Die oppositionellen Dele- fiicrien von Berlin, Leipzig. Dresden, Plauen, Braunschweig stimmen geschlossen dagegen. Die VertrauenSresolution lautet: „Der 7. ordentliche V wban.dstag der Buch- und Stein- druckcreihilfsarbeiter und Hilstarbeiterinnen Teutschlands erkennt die während der letzten Verbandspertode ausgeübte Tätigkeit der leitenden Personen im Verbandsvorstand an und spricht ihnen volles Vertrauen aus." Sodann wurde mit ubergroßer Mehrheit«ine Eni« schließ ung angenommen, d'e sich mit der Gründung doS ..Grorb'schen Bundes", dessen Datzungen und seiner bisherigen Tät-gkeit einverstanden erklärt. Dieser bilde die Grundlage zur Schassung eines, Graphischen Jndiistrieverbandes". Ein Antraa München ans Schaffung einer EinheitSzeitung für das arapbistbs Gewerbe wird dem»Graphischen Bund" überwiesen. ' Deu'igl'ch der Ausgestaltung der„Solidarität" wurde«in An« trag Dresden a n a e n o m m e n. der fondert, daß das Verbands» orgau der grossen Masse der weiblichen Mitglieder Rechnung trägt. Der sozialen Gesetzgebung, dem VetricbSrätegesetz und deren Auslegung durch die Behörden soll mebr Beachtung geschenkt werden. Den politischen Anscharningeu der Mitglieder ist durch Abdruck von Artikeln, bei welchen keine Nichtnug zu bevorzugen ist, Rechnung zu tragen. Nach einer Flut persönlicher Bemerkungen wird in die Generaldebatte über die Statutenberatung ein- getreten. Vorstandsmitglied L oh d a l- Berlin bespricht die diesbezüglichen Vorstandsanträae. Er plädiert für wesentliche Erhöhung der Beitragssätze und spricht sich weiter sür die Schaffung' eines Ver- bandsbcirates aus. Zum Streif km KraftMerk<5o!pa. Die Verhandlungen mit den Grubenarbeitern des Fernkraft- Werkes Bitterfeld konnten, wie eine Korrespondenz meldet, am Sonnabend und auch gestern nicht zu Ende geführt werden, da Plötz- lich die Vertreter der Streikenden sich auf den Standpunkt stellten, daß die örtlichen Verhandlungen irt Bitterfeld nicht für die Grubenarbeiter maßgebend sein könnten. Man wolle bielmehr das Ergebnis der für alle Grubenarbeiter Mitteldeutschlands wichtigen Konferenz in Halle abwarten. Ten dortigen Beschlüssen werde man sich auch in Bitterfeld fügen. Damit sind die Verhandlungen in Bitterseld vorläufig gegenstandslos geworden. ES berührt eigenartig, daß die Streikleitung in Bitterfeld, nachdem sie für die Arbeiter der Braunkohlengruben des Fernkraftwerkes eine Reihe von Sonderforderungen durchgesetzt hat, sich bis jetzt ans den Standpunkt stellt, daß sie den Streik nicht eher abbrechen köirne, biS die Tarifverhandlungen in Halle, die sich längere Zeit hinziehen können, cnedigt sind. Wie berichtet wird. werden heute Besprechungen zwischen der Streikleitung und einem Vertreter des ReichswirtschaftsniinistcriumS stattfinden, um die Auf- Hebung dieses Beschlusses zp erwirken. Auch der Gewerkschafts» auSschuß will sich sofort mit diesem gegen alle Abmachungen ver- stoßenden Vorgehen der wilden Streikleitung in Bitterfeld be- schäftigen. DcrTemobilmachnnstSkommissar fürPrivatgartenbesitzer. Vom Verband der Gärtner und Gärtnereiarbeiter, Verwaltung Groß Berlin, wird unS gesckricbcn: Zu den unter den miserabelsten wirtschaftlichen Verhältnissen stehenden Arbeitnehmern gehören zweifellos die Pribatgärtner Groß Berlins, Es werden heute für selbständige Gärtner noch Monaislöhne von 259,— ja sogar noch 159,— Mk. nebst freier Wohnung, Licht und Heizung gezahlt und nicht zu den seltensten Fällen gehört es, daß für dieses fürstliche Gehalt die Frau de» Gärtners noch die Portierstelle mit versehen mutz. Im Frühjahr ds. I. setzte eine Lohnbewegung etn. wobei die drei in Betracht kommenden Verbände für den selbständigen Gärtner den befchei- denen Lohn von nionatlich 659,— Mk, forderten, ohne sonstige Ge- Währung von Naturalbezügen. Da eine Arbeitgeberorganisation zum Abschluß eines Tarifvertrages nicht aufzutreiben war, sahen sich die Verbände genötigt, an die einzelnen Privatgartenbesitzer heranzutreten, um sie zur Anerkennung der Forderung zu be. wegen. Nur ein ganz verschwindend kleiner Teil erkannte� diese berechtigten Forderungen an, währenddem der größte Teil sie als unbotmäßig bezeichnete. Tie Örgoni'ation-en riefen daher den Schlichtungs-Ausschuß an, der unter Vorfitz eines Unparteiischen am 10. Mai einen Schiedsspruch fällte. Unter Fiichrung der Herren Unterstaatssekretär a. D. Fritsch, Lichterfelde, und Rechtsanwalt Dr. WaldfchmidU Grunewald, wurde schon bei den Verhandlungen Einspruch gegen das Vorgehen der Verbände erhoben. Der Schieds- spruch wurde dann auck von fast sämtlichen vor den Ichlichtungs- ZluZschuß geladenen Prwataartenbcndern abgelebnt. Tie erwähnten Herren Fritsch und Waldschmidt richteten nach Bekanntwerden des Schiedsspruches Eingaben an den TemobilmachungSkommissar, tu welchem letzterer ersucht wurde bei evtl. Antrag der Verbände aus Verbindlichkeitserklärung diese unter allen Umständen abzulehnen. Es lief denn auch unier dem 1ö. Juli bei der Organisation etn Schreiben des Herrn DemobilmachungskomntissarS ein, welches als Ueberschrift die dick unterstrichenen Worte trägt„Ablehnung der VerbtndltchkettSerklärung eines Schiedsspruches." UnZ ist bekannt, daß, bevor eine Ablehnung ser Verbindlichkeitserklärung bekanntgemacht wird, zum mindesten eine Sitzung der beteiligten Parteien stattfindet. Der Herr Demobilmachungskommtssar bat in diesem Falle kurzweg auf das eingereichte Material die Verbindlichkeits- erklärung versagt. In der Ablehnung des Schiedsspruches heißt es u. a.:„Es erscheint auch zum mindesten zweifelhaft, ob es über- Haupt zweckmäßig ist, die Arbeits- und Lohnverhältnisse der Privat. gärtner unter die einhettliche Norm eines Tarifvertrages zu bringen. Bei der Vielgesmlrigkett der Anstellungsbedingungen und Arbeits- Verhältnisse der Privatgärtner, die in vielen Fällen auch andere als Gärtnerdienstobliegenhetten zu verrickten haben, deren Lohnverhäli- nisse auch durch Gewährung von Wohnung, Kost und sonstige Na- turalien bei den einzelnen Arbeitgebern verschieden sind, erscheint eine einheitliche Regelung nicht angebradk und ein b-bördlicher Zwang kann auf die einer tarifvertraglichen Rcgelung wider- strebende Partei nicht ausgeübt werten. Nach einer solchen Begründung ist es schwer, noch von einer Unparteilichkeit des Demobilmachungskommissars zu sprechen; der Unbefangene wird geneigt sein zu forgern, daß er sich völlig auf die Seite der Prwatgartenbesitzcr geschlagen hat. Vunv der technischen Angestellten und Beamten. Versammlanz der Architckien am Dienstag, den 20. Jxüi. abends 7 Uhr. in der Geschäits- slelle des Bunde-. Ottsocrwattung Norden II im Kleinen Achultheig. Kastantenallee 23. am Dienstag, den 20. Just, abends 7'/» Uhr. Fach- grurvenoetsaninitunz 1b tGeldichrankfabriten und Schwilereien) Dienstag. den 20. Juli, abends 8 Uhr, in der Brauerei Lswatö Berliner, Brunnen- strajje 140/41. Achtung, Arbeiter der s�irma R. Siod».(fo., Maricnfelde k. Heute abend von 10,10 bis 6,20 arbcüen Ä4 erste Schicht, dl 2, 3. 6 erste Schicht, t? 4 und 5 zweite Schicht Dienstag, den 20. Jini: 31 erste Schicht. M 1, 2, 3, 4, 5 und 6. 3 3, 8 zweite Schicht, A 1 erste Schicht. S 1 und 2 zweite Schicht. A 8. 6. 17, 3 6. EP 5 und 6. Von 3�20 ßiäl0,40 arbeiten folgende Abteilungen: A 2. 3, 13, EP 7, zweite Schicht, A4 erste Schicht, FE 4 und 5 erste Schicht, 3 1 zweite Schicht. Bon 10.4? bis 6,20 arbeiten A4, 3 2 zweite Schicht, 8 3 und 8 dritte Schicht, 3 4 und ö zweite Schicht. Der Avbei«rrat. Betriebsräte. Bctricbsobleute und Augestellrenräte der-Hol;- industrie Am Dienstag abend 7 lllzr findet die Zortfctzgng der von der Berliner Gewerkschastskommilsion einberuienc!! Belr ebsräteoerfamtwhtnz der Hoizwdustrie m der Brauerei Köuigstadt, schönbauser Allee 10/1 t itwir. Serantw, für den redalt. Teil: Dr. Wc-N» Peifcr, Cbarloitcnburg: für Anzeigen: Tb, Glocke, Berlin. Verlag: VorrvSrts-Berlag G.m.b.H., Berlin. Truck: Vor> wärts-Buchdruckerei u. Berlagsanftalt Paul Singer u. Co.. Bcrli.l. Lindenllr. Z. lld mssssns-Lssw UnteilsfAiiigs wissen, wsskisid siok 6se kVZsssany- Zligsk'etten so gnolZe»' Leüsdtkeit enfi'euon. Vensueiien auc:?i Lis unss�s Lpszkisimsl'ken(Ziasss 30 ps??., /Csiri 40 Pfq. 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