Hr. 37 2■» Z7. Fahrgang Ausgabe H Nr. 4� Bezugspreis: S:r!eIiäI)cL30,— ai!,n;ouatl.lO,— 3?!. frei ins Haus, oorous zahlbar. Post» bczttg: Monatlich 10,— Mr. exk!.Au» stellungsgebghr. Unter Ztreuzdand für Deutschland und Oesterreich IK.M MI. für das übrige Ausland bei täglich einmal. Zustellung 21,50 M. Dostbe- üellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tschecho-Elowatei, Däne- mart, Holland, i.uremburq, Schweden und die Schweiz.— Eingetragen in die Post-Zeitungs-Preisliste. Der.Porwärts� mit der Sonntags- beilage»Volk u. Zeit� erscheint Wochen- lagliw zweimal, Sonniag» und Man- tags einmal Telegramm-Adrelfei .Sozialdemokrat Berlin�. Morgen-Ausgabe Berliner BolKsblntt (�30 Pfennig) Anzeigeupreis: ® i5 achtgespaltene Nonpareille, leilk toste 3,—?.l!.,Teiierungszuschlag50«/» »Alaine Anzeigen-, das leli» pedrullte Wort 1,— M. izulässtg zwei 'cttgeintcTte Wortcl, jedes weiter» Wort 60 Psg. Stellengesuche und Schlafftellenanzeige» das erste W.'r> 65 Vfg. jedes weitere-Wort 40 Plg. Worie über 15 Buchstaben zählen für iwei Worte. Teuerungszuschlaa 50°/» -amilien-Anzeigen für Aboniientcn Zeile 2,— M. politiiche und ae» wertschästliche Vereins- An ictgeii 3,— Ml. die Zeile ohne Aufschlag, Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 5 Ahr nachmittags im Hauptgeschiijt, Berlin SW 68, Linden» itrahe Z, abgegeben werden. Gröjftiei von 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der fozialdemokrati fchen partei Deutfchlands Neöaktion and Expedition: SW. 68, Ändenstr. 3. �ernspreckier: Amt Moritzplatz, Nr. 15190—15197. Dienstag, den 37. Jnli 1930 vorwärts-verlag G.m.b.H., SW. 68, Lindenftr. 2. Fernsprecher: Amt Moritzplatz» Nr. 117 55—51. Die Spa-Debatte im Reichstag Simons greift in Wespennester. Gestern im Reichstag hatte man einen matten Aufguß der schon gehörten Reden über Tpa ctNxiriot Es kam anders. Der Minister des Answärtigen Dr. Simons hiett eine Rede, die sehr großes Aufsehen erregte und deren Besprechung wohl�nrm den Hauptinhalt der folgenden Debatte bilden wird. Der Grundgedanke dieser Rede, daß nimr den nun eimiial nnterzeichnleten Friedensvertrag bis an die letzte Grenze des Möglichen zil erfüllen bestrebt sein müsse, ist an sich nicht neu, nur die Energie, mit der er ausgeführt wurde, wirkte stark und auf manche Zuhörer beinahe bekleininend. Auch sonst Nur die .Rede Simons darauf angelegt, den: Auslande zu zeigen, daß inan zur deutschen Regierung und besonders auch zu ihm selbst volles Vertrauen haben könne. Um dieses Ver- trauen wirbt Simons nicht nur nach Westen, sondern auch nach Osten, und so sagte er der Moskauer Regierung zu ihren wirtschaftlichen Wiederaufbaubemühungen einige Artig- leiten, die bei den Unabhängigen und besonders auf ihrem linken Flügel lauten Beifall auslösten, während man zu- gleich in der Mitte und ans der Reästen einige sonst sehr bewegliche Gestalten zu Salzsäulen erstarren sah. Damit nicht genug! Herr Simgns rechnete init einer Rücksichtslosigkeit, die fast eine Panik bewirkte, mit verschiede- ncn Ressorts ab, die ihm bei seiner auswärtigen Polit'i die Quere kamen. Er sprach mit wenig diplomatischer Höflich- keit über die völkerrechtlich nicht haltbare und auch schon wieder rückgängig gemachte Verhaftung des Dr. Torten. Er tadelte das Verhalten der Reichswehrkompagnie, die mit beabsichtigter Saloppl)eit der Fahne auf der fran- zösischen Botschaft die geforderten militärischen Ehren erwies, um gleich darauf zur Kompensation ein nationales Lied an- zustimlnen. Auch von dem Uebemfer, mit dem im Bela-Khun- Gefangenentransport nicht zugehörige Persönlichkeiten entdeckt wurden, scheint er nicht besonders entzückt zu sein. So kani es. daß— je nach dem, wovon gerade die Rede ivar— einmal der Reichsjustizminister Dr. Heinze etwas über- rascht dreinblickte, dann wieder Herr Geßler, der Reichswehr- minister, in den Mittelpunkt einer lebhaft bewegten Offiziers- gruppe geriet. Inzwischen gingen die ältesten Parlaments- Propheten von Bank zu Bank und weissagten große Ereignisse und unhcilschwangere Konflikte. Di-e Sozialdemokratie wird von der Proszeniumsloge, die sie im parlamentarische Theater bezogen hat, den weiteren Gang der Tinge mit ruhiger Aufmerksamkeit verfolgen dürfen. Zunächst erweist sich Herr Simons als ein Mann, der seinen Weg geht, und dabei wenig darauf achtet, ob er nicht diesem oder jenem auf die Hühneraugen tritt. Er will eine bestimnitc auswärtige Politik machen, die sich in ihren An- fangsstadien befindet und von der darum nicht heute schon gesagt werden kann, daß sie richtig ist, aber er will sich vor allem die Voraussetzung schaffen, ohne die eine er- folgreiche auswärtige Politik überhaupt nicht getrieben werden kann: nämlich die Unterordnung aller in Betracht kommen- den Faktoren unter ihre Richtlinien. Möglich, daß ihm die Kühnheit, mit der er zu behaupten tocche, eine Reichswehrkompagnie habe die Mützen schief aufgehabt, den.Hals brechen wird, daß derartige liebenswürdige Bestrebungen schon im Gange sind, darf man ohne weiteres annehmen. Aber möglicherweise wäre es auch schade... Als Herr Simons zu Ende war, beantragte Herr S t r e s e- ma n n mit einer Miene, die nichts Gutes zu verraten schien, die heutige Sitzung statt um zwei erst u>n drei Uhr beginnen zu lassen. Begründung: man müsse die Nede des Herrn Simons erst in ihrem, stenographischen Tert kennen lernen. Später hieß es. die Unmntswölkchen hätten sich wieder verzogen, und Herr Simons würde den Gimmel der Regierimgsparteien heiter finden. Im übrigen blieb es bei zwei Uhr, und der Redner der sozialdemokratischen Fraktion. Genosse Friedrich S t a m p- fer.. konnnt als erster zu Wort., (Den ausffibrlichen Bericht über br Rede Simons finden unsere Leser auf der 3. Seite der 1. Beilage beginnend.) die übliche Ablenkung: Zront gegen üie Juüen! Die Jüdische Sozialistische Arbeiterorganisation P o a I e Z i o n drahtet uns aus Wien unter dem 26. Juli: Warschauer Arbeiterblätter melden unerhörte Verfolgungen or- ganisierter jüdischerArbeiterichaft. Führende Genossen und fast alle Vorstandsmitglieder der sozialistischen jüdischen Organisationen„Poale Zion* und„Bund- werde» in allen Städten ver- haftet, zum Teil auch schwer mißhandelt und in Kelten geschlagen. Die meisten Arbeiterinstitutionen, sogar Kinder- Heime, Arbeiterküchen und Schulen, alle g c w e r k- schaftlichen und politischen Vereine und Lakale werden geschlossen, zahlreiche Genosien sind nach Polen verschleppt worden und interniert. In der Arbeiterkücke .Poale sfion" in Warschau wurden an einem Abend alle an- wesenden zweihundert Genosien verhaftet und teilweise in den berüchtigten zebnten Pavillon abgeführt. Die Regierung G r a b s k i beabsichtigt völlige Liquidierung des.Bund' und der.Poale Zion". Trotzkis Drohungen. Amsterdam, 26. Juli. Eine bolschewistische Meldung vom 24. besagt: T r o« k i sagte in einer Rede, Polen werde binnen kurzem aufhören, ein defensiver Puffer gegen Rußland zn sein. Es werde vielmehr riiic rotr Brülke für die soziale Revolution ganz Westeuropas werde». Tics sei auch der Grund, war,»» dir Entente die Unierstützung Polens fieberhaft steigere n»d weshalb die Bolschewistcn sich bemühen mußten, die Herrschaft der„weißen Pans" unwiderruflich und endgültig niederzuwerfen, bevor Hilfstruppe» ankommen köniite». Lord b'nrzons entgegenkommende Autwort an Tschitscherin. Amsterdam, 26. Juli Der am Sonnabend veröffentlichte Text der zwischen C u r z o n und Tschitscherin getoechselten R o t e n betreffend einen Waffenstillstand zwischen Rußland und Polen cnt» Mt auch die Antwortnote Curzons vom 20. Juli. Diese besagt, die Sowjetrcgierang habe eine große Zahl von Streit- fragen angeschnitten, über die zwischen der britischen und der Sowjetregieeung sowohl bezüglich der Tatsachen wie der Grund- sähe tiefliegende Meinung sverschiedenheitcnbc- ständen. Die gegenumriige Depesche werde sich nicht damit belasten, sondern sich aus das dringende Problem der Beendigung der Feind- seligkeitcn zwischen Polen und Sowjetrußland beschränken, die so schnell wie möglich erfolgen solle. Tie Sowjetregierung habe ihre Bereitwilligkeit kundgegeben, die Frage eines Waffenstillstandes mit Polen in fr e u» d s ch a f t l i ch st c r Weise zu erwägen und Polen eine Genze zuzugestehen, die nicht ungünstiger sei. als die ursprünglich vom Obersten Rat vorgcschlageuc. Die Sowjet- regierung habe gleichzeitig in'dieser Erklärung in energischer Weise dem Gedanken widersprochen, daß die Verhandlungen über einen Waffenstillstand noch zwischen anderen Mää'ten als Sowjetrußland einerseits und Polen andererseits in Angriff genommen tvürden. Wenn die Sowjctreg'erung auf ihrem Ttandvnnkt beharre, so habe die englische Regierung nicht die Absicht, auf ihrem Vorschlage Zu bestehen. Tie englische Regierung hebe d..i Zus'a,ui»cutrr.t l r Konferenz in London nur vorgeschlaoen, weil sie glaubte, daß dadurch Rußland in Beziehung zur Friedenskonferenz gebrach: würde und der Weg für eine Verständigung zwischen Rußland und der übrigen Welt geebnet werde. Was die englische Regierung wünsche, sei.'üaß die Verhandlungen unverzüglich geführt würden, daß die Grenze zwischen Rußland und Polen srweit w.e möglich mit den Wünschen der in Betracht kommenden Bevölkerung übereinstimme, und daß ein dauernder Friede zwischen Polen und seinem östlichen Nachbar hergestellt werbe, der die Einstellung der Feindseligkeiten und die Nichteinmischung beider Teile>n die Angelegenheiten des Nachbars bringen würde. Um den Standpunkt der Angelcgenbeit endgültig zu klären, sei die polnische Regierung von � den Alliierten aufgefordert worden, sofort Waffen- st i l t st a n d s- und Friedensverhandlungen herbei- zuführen. Sollten die Sowjethecre indessen trotz deS Ersuchens der polnischen Regierung um einen Waffenstillstand>br Vorrücken fortsetzen, so müßten die englische Regierung und die Alliierten not- wendigerweise anordnen,' daß die Sowjeh-egimmg den Krieg gegen das polnische Volk wolle, und würden Polen Beistand und Unterstützung leisten. Außerdem müsse die englische Regierung erkläre», daß die Verhandlungen über die Wiederaus- nähme der Handelsbeziehungen zwischen Rußlaüo und dem britischen Reiche zweckmäßiger nicht f o r t g e s e tzt werden könnten, wenn Sowjetrußland in Polen eindringe. Tie babe des- halb a» Kam e n e w und K r a s s i n telegr-vhiert, sie möchten ihre Abreise ans Reval verschieben, bis der Waffenstillstand abg'e- schlössen sei. Krasfin mit Lloyd George unzufrieden. Paris, 26. Juli. lMcldung des Hollandsch Nieuwsbureaus) „Echo de Paris" berichtet aus Stockholm: In einem Prcfsegespräch drückte Krasfin seine Empörung darüber aus. daß Lloyd George vor der Wiederaufnahme der Londoner Besprechungen neue Bedingungen gestellt habe. Der W a ff e n st i lk- stand mit Polen habe mit den englisch-russische» Handelsbe- Ziehungen nichts zu tun. Churchill zum Nürktritt bereit. London, 26. Juli.(Meldung des Hollandsch Ntcuwbureaus.k In Beantwortung einer Entschließung bezüglich Oes Verhaltens von Churchill in der russischen Frage, die vom Great Council angenommen wurde, erklärte Churchill, wenn die Arbeiter- Partei ihm im Unterhaus ein Mißtrauensvotum aus- stellen wolle, werde er den Herrschaften sein Amt gern zur Ver- f üg u n g stellen. die Zukunft der 2. Internationale Eine Unterredung mit Ramsay Macdonald. Ein Teil öer englischen Besucher des Internationalen 'sozialistenkongresses in Gens hat seinen Weg über Berlin genommen. Zu ihm gehörte auch bei' Genosse Ramsay Macdonald, Mitglied der Eobkuffve der L a b o n r Party und Angehöriger der JndFf'endent Labour Party. In einem Gespräch mit einem Mitglied unserer Redaktion setzte Genosse Macdonald auseinander, daß der bekannte Bc- schluß der I. L. P. aus der Zweiten Internationale auszu-' treten, für ichn kein Hindernis sei, an dem Genfer Sozia- listenkongreß teilzunehmen, zu dem er sich als Vertreter der L. P. begebe. Einige andere Mitglieder der englischen Tele- gotion in Genf befinden sich in derselben Situation wie Genosse Macdonalb, auch sie nehmen als R e p r ä s e n- tauten der L. P. an dem Kongreß teil, obgleich sie außerdem auch Mitglieder der I. L. P. sind. Die I. L. P. wird als solche in Genf nicht vertreten sein, und darum werden ihre dort weitenden Mitglieder auch für sie keinerlei Erklärung abgeben, vertreten fein wird aber die große eng- tische Arbiterpartei, die L. P., von der die I. L. P. einen Bestandteil bildet. Nachdem Genosse Macdonald diesen Sachverhalt klar- gestellt hatte, entwickelte sich zwischen ihm und unserem Redaktionsmitglied folgende Unterredung: Frag e: Sind Sie der Meinung, daß es ans den? Genfer Kongreß zu einer langen Debatte über die K r ie gs- schuld und über das Verhalten der einzelnen sozial istischen Parteien im Kriege koinmen wird? Antwort: Ich hoffe zuversichtlich, daß das nicht der Fall sein wird. Ich glaube, diese Debatte>vird sehr kurz sein. Man soll sich nicht in Ereignisse einwühlen, die nur einmal der Geschichte angehören, sondern lieber für die Zukunft arbeiten. Frage: Wenn es zu einer Kriegsschulddebatte kommt, glauben Sie nicht, daß dann auch die deutschen Sozialdemo- kraten das Recht haben werden, die Frage aufzuwerfen, ivas die Soziali st en der Ententeländer getan haben, um einen so undemokratischen und unsozialistischen Frieden wie den von Versailles zu verhindern? Antwort: Das ist für mich ganz selbstverständlich. Wenn überhaupt über die Vernntivortung� während des Kriegs debartiert wird, dann ist auch das Aufrollen dieser Frage unvermeidlich. Freilich die Frage der Verantwortung .für den werdenden Frieden ist anßcrorderitlich kompliziert. Ich kann nur wiederholen, ich hoffe, daß man es vorzielxm wird, sich mit dei� Znkunst zn beschäftigen. Frage: Halten Sie ein g e m e i n sa in es Pro- g r a in m dex Zweiten Internationale für möglich? Antwort: Das hoffe ich doch ganz bestimmt. Was zunächst die auswärtige Pol iti k betrifft, so erwarte ich, daß sich der Kongreß für einen wirklichen Rechtsfriede», gegen icdcn Gewaltfrieden aussprechen wird. Äußer Frage steht für uns das Reckst der Bevölkerungen, frei über ihre Staatszugehörigkeit zu entscheiden, also z. B. auch das Recht Oesterreichs, sich ans freiem Willen der Deutschen Re- publik anzm'ckstießen. Wir müssen zn einem wirklichen, dem»- kratffchen Völkerbund gelangen an Stelle des gegenwärtigen, der doch nichts anderes als eine neue Heilige Allianz ist! Frage: Glanben Sie, daß der Kongreß imstande fein wird, für die Behandlung des gegenwärtigen o ste n r o- p ä n che n Konflikt s feste Richtlinien aufzustellen? Antwort: Ich halte den Genfer Kongieß für be- sonders dazu geeignet. Die gegenwärtigen Machthaber haben mit ihrer Oftvolitik Bankerott gemacht, ihre Politik und ihre ganze Geistesrichtikng waren ans völlig falscher Fährte. In Genf versammeln sich die Vertreter der wahren Demo- kratic. Sie, müssen als Repräsentanten des wirklichen V o l k s b Ii n d e s dafür eintreten, daß die Grenzfesffetznn- gen im Osten unter sorgfältiger Berücksichtigung aller geo- graphischen, histornchen und ethnographischen Tatsachen er- folgen. Ist auch eine vollständige Lösung nickst möglich lo kann die Enffcheidnng so getroffen werben, daß sie allen Feindseligkeiten ein Ende bereitet. '»>* Die Unterhaltung ging dann auf Fragen der inneren Politik über.. Zu den Streitfragen Diktatur oder Demo- kratic äußerte sich Genosse Macdonald in den klarsten Ans- drücken. Er sagtet „Sozialismus ohne Dcmokraiie ist eine U n in ö g l i ch k e i t. Die Revolution kann wohl eine Diktatur bringen, aber Diktatur des Proletariats ist schließlich auch nicht besser als Diktatur der Aristokratie. Eine Revolution kann durch eine Minderheit hervorgebracht werden, aber wenn dann eine Minderheit sich durch militärische Maßnahmen, dnrch Unterdrückung der Meinungsfreiheit an der Macht kalten will. dann ist das eine Diktatur nickst deS Proletariats, sondern einer kleinen Führerlliau e." Die Frage der S o z i a l i s i e r u n g, führte Genosse Macdonald weiter aus. sei auch in England aufgerollt.. Eine der größten Fragen sei dabei die Sozialisier ung der Kohl�vKirtschaft, He im Programm der Labour Party stehe und für die sie einen scharfen Kampf führe. Die Gruben soften in Staatsbesitz uberführt, der Gefahr einer Bureaukrati- üerung soll durch die Selbstverwaltung der Arbeiter in Aus- schllssen, die Hand- und Kopfarbeiter in sich vereinigen, vorge- beugt werden. Die Bergarbeiter, die erst vor etnxis mehr als zehn Ialiren ihren Beitritt zur Labour Party beschlossen, seien heute das fortgeschrittenste Element des englischen Proletariats. „Ich schließe aus alledem." sagte am Schluß unser Re- daktionsmitglied,„daß zwischen den beiden größten Parteien. die in Genf vertreten sein werden, zwischen der eng- tischen Labour Party und der deutschen So- zialdemokratie eine sehr weitgehende Ueber- einftimmung b e st e k> t." �zm allgemeinen gewiß!" lantcte die Antwort „Und angesichts dieser tlebereinstimmung bedanre ich um so mehr, daß die Zweite Internationale nicht mehr die Unterstützung aller Mitglieder findet, die ihr vor dem Krieg angehört haben. Ich hoffe aber, daß die Arbeit, die im Genf getan wird, uns die Aussicht auf eine baldige W i e d-e r v e r e i ni- g 11 n g eröffnen wird."____ Jmmer neue Waffen? Die Brannsichweiger Studenten-�eitfreiwilsigen. idelmstedt, 26. Ywli.(Eigener Trabtbericht des.Vorwärts".) ?lin gestrigen Sonntag fand ein Getverkschastc-fest im hiesigen Ge- bolz statt. Zwei junge FefNeilnebmer verliefen sich dabei in eine wenig besuchte Schonung und wurden dort zweier vornehm gekleideter Leute ansichtig, die sie sordscheuchirm. Sie holten ältere Gewerkschaftsgenossen zur Stelle und beim Durchsuchen der Schonung wurden zivar die beiden vornehmen Lerche nicht mehr gefunden, man fand aber drei frisch eingegrabene Kisten in der Schonung. In den Kisten waren 12ö Jnfanteriegewehre, zwei Mnschinengewchre nnd zwei Leuchtpistolen verpack. Außerdem' fanden sie vier Kisten mit Munition. Die Waffen und die Muni- tion wurden von der Polizei beschlagnahmt. Sebr interessant ist, daß die. Kisten adressiert sind an die Technische Hochschule in Braunschweig. Als Absender find angegeben die Gebrüder Öfter- w a l d, Angehörige der Helmstedter Einwohnerwehr. Sie wurden verhaftet. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange. ES ist kein Zweifel' daran, daß dies« Waffen von den- selben Kreisen versteckt worden find, die erst kürzlich bei einem versuchten Waffe nschmuggei gefaßt wurden, nämlich ehe- moligen Zeitfreiwilligen. Studenten der Tech- nischen Hochschule in B r a u n s ch w c i g. Inwieweit Reichswehrkreise dahinter stecken, läßt sich natürlich schwer feststellen, da ja die Reichswehr bikauntl.ch ihre eigene Gerichts- barkcit hat. �lus üem pfeffer-Lanö. Die Verschwörung im Kreise Slrnswalde. Vor einiger Zeit wurden, wie der.Vorwärts" bericktete. aus dem Bahnhof Zriedrichstraße lS Angehörige der.Schiffsstamm- division der Ostsee" in Hast genommen, die angeblich als Land- arbeiier nach Arnswalde beurlaubt worden waren, dort ober von dem berüchligten Hauptmann Pfeifer in Empfang genommen wurden, um zu einem Putsch, der auf die ersten Tage de« August angesetzt war, mißbraucht zu werden. Heute erhalten wir Mitteilungen aus Arnswalde, die das Treiben Pieffers in hellstem Lichle zeigen. Danach sind" die«he- maligen Angehörigen des Korps L i ch t f ch l a g und der Schiffs« stammdivifion der Ostsee etwa Mitte Juli in Arnswalde eingetroffen. Als Ziel deS Transportes hatte man ihnen Finn- land angegeben. Selbstverständlich war das nur ein Borwand, Einmal in Arnswalde angekommen, verteilte man sie in Gruppen von 36—46 Mann auf die Güter im Kreise ArnSwalde. Die Gut?» besttzer nahmen sie angeblich als Saisonarbeiter aur. gaben ihnen freie Verpflegung und— sage und schreibe— 1,56 M. Tagelohn. Daß sie außerdem noch aus der Rclchskasse ihre Löhnung weiter erhirlteu, ist eine Sache für sich, die sich die Herren Agrarier selbstverständlich zunutze machten. Man hätte annehmen sollen, daß diese ehemaligen Reichswehrler, die während deS Kopp-PuticheS eine tlble Rolle ge- spielt haben, schleunigst entlassen und ihrem eigentlichen Zivilberufe zugeführt werden. Weit gefehlt! Das erste, was Hauptmann Pfeffer, der die Organiialion des Ganzen in der Hand zu haben scheint, tat. war die Eröffnung eines Werbebureaus in Arnswalde, Tort blühte bald ein reger Beirieb, und die Frei- willigen, welche sich meldeten, wurden an einen Londrat a. T. K o h d e in Hertelsau verwiesen, der daiür sorgte, daß die An- geworbenen auf die rechten Stellen verteilt wurden. Beteiligt an der Organisation sind weiter ein Major von Hiiger, ein Leut- nanl Forst und ein Fahnenjunker W e s ch e r. Auch Waffen- depotS sind vorgesehen. So gelang eS, auf der Domäne R i e tz i g einen Wafsentransport von vierzig Gewehren anzuhalten. Der Transport wurde ausgehoben und unter Bewachung in einem Räume auf dem Gut zurückgelasien. Ehe er jedoch von Staatshand übernommen werden konnte, meldete der Gutsbesitzer, die Wache sei überfallen und gefesselt worden und die Waffen verschwunden. Eine eigemümliche Stellung nimmt Leutnant Schade aus Gut Berkenbrügge ein. Der Herr wurde als Nachtwächters!) angestellt und scheint seine Hauplauigabe im Waffenichmuggel zu sehen. Selbslverstäiidlich führen diese Bakiikumer im Kreise«rns- walde das große Wort und werden allmählich zu einer Landplage für die friedliche Bevölkerung. Sie erklären ganz offen, der Rechts- putsch sei für den 1. August vorgesehen gewesen, jedoch aus inneren Gründen bis auf die Zeit nach der Ernte verlegt worden. Wir möchlen nicht verfehlen, dos Reichswehrminislerium noch einmal auf die Vorgänge in diesem Kreise auimerkiam �u machen, ohne uns im übrigen über den Erfolg unseres Schrittes besonderen Hoffnungen hinzugeben._ Der§ahnenräuber aus öer �ast entlaffen. Ter Rohrleger Paul K r c z e m i n s k r, der am Tage des französischen Nationalfestes die Trikolore von der Französischen Bot- schaft herunterholte und deswegen verhaftet wurde, ist nack Mitteilungen einer GerichtSkorrespondenz aus der Haft entlassen wor- den. Gleichzeitig wurde Anklage wegen Vergehens gegen Z 10Sa des Strafgesetzbuches erhoben. Nach diesem Paragraphen wird' mit Geldstrafe bis zu sechs- hundert Mark oder mit Gefängnis bis zu zwei Jahren bestraft, wer ein Hoheitszeichen lFahne», Wappen usw.) eines nicht zum Dcutschen Reich gehörigen Staates wegnimmt, zerstört, beschädigt oder be- schimpfenden Unfug damit verübt. Gegen den Haftbefehl des Staatsanwalts hatte K. Beschwerde be- der Strafkammer eingelegt und diese hat gestern den Strasbefehl mit der Begründung aufge- hoben, daß der Angeklagte feste Wohnung hat und daß aus diesem Grunde, wie auch ioegen der Höhe der zu erwartenden Strafe, ein Fluchwerdacht als nicht vorliegend anzusehen sei. ' Ueber die Motive seiner Tat hat K. erklärt, er sei weder deutsch- national, noch gehöre er einer bürgerlichen Partei an, es habe ihn auch niemand zu der Tat angestiftet. Er habe lange bei der Marine gedient und sich als alter Mariner über die französische Fahne ge- ärgert. Serufssolüaten gegen Reichswehrgefetz. Vcrechtigte Entrüstung. S. 8. Tie Beratungen, zu denen die Versammlung deS Reichs- wirtschaftSvcrbandeS deutscher Berufssoldaten in oer Sckxruburg die Einleitung bildet«, wurden am Montag im„Rheingold" sortge- setzt. Die Versammlung beschäftig«« sich zuirächst mit dem Entwurf des Reichswehrgesetzes. Ter Bericht über die Fassung des Gesetz. entwurfes wurde immer wieder von stürmischen Eni- rüstungsrufen unccvbrochen. Es herrschte vollkommmene Einigkeit darüber, daß das Gesetz in der Form des Entwurfes keinesfalls angenommen werden dürfe. Von den Vertretern aus dem Reich wurde allgemein zum Ausdruck gebracht, daß die Er- regung in der Reichswehr üver den Gesetzentwurf so groß sei, daß sie zu ernsten Bedenken hinsichtlich des ferneren Zu- sammenhaltes in der Truppe Anlaß gäbe. Ganz be- sonders die Paragraphen 7, Ig, 29 und 32 wurden als vollkommen der goiöene Stier. Als Israel in banger Not durch Wüsten zog, schrie laut das Volk nach Rindsfilet und Mürbebraten, von Stamm zu Stamm de» Zweifels Frage flog: Sind wir verkaust, betrogen und verraten? Doch sieh, ein Tröster, Tierbild halb und Götze halb, erhob aus ihrer Mitte sich in Hellem Glänze; entzückt, bezaubert um das goldne Kalb drehn Jakobs Töchter sich im Wirbeltanze. Zufrieden war der ganze Troß, io sagt die Schrift.— Geht DeutichlandS Weg nicht auch durch Wüsteneien. wo seinen Nacken Eisenhagel trifft und über ihm die Geier lüstern schreien? Ein Kalb, ein kleines Kalb kann kaum genügen hier. man muß in diesem Fall noch anderen Maßen messen.— O Glück! erschienen ist der große Stier, der viele Tonnen Gold in sich gefresien. Der milliardenschwere Stier, das Mammuttier oll derer, die im Kriege fanden feile Weide; tieswurzelnd sinkt sein Hui ins Bergrevier. sein starkes Horn stößt an des Himmels Scheide. Der Deutschen Schrifttum legt er an ein Halfterband. die Republik will nächstens er auf Abbruch kaufen; er droht in Spa— was er an Jüngern fand, läßt er al».Volkspartei" ins Blaue laufen. So steht er herrlich da, gemacht aus unserm Gut, wie toll die Sarabanden seiner Knechte gellen.— Wo fände wohl ein Moses solchen Mut, den dickgeschwellten großen Stier zu fällen? _ S ch l a r a s f. Der Deutsche Studententag bat in Göttingen seine Arbeit be- gomren.»Fachstudtum und Allgemeinbildung" suchte Prof. Dr. Litt-Bonn als nebeneinander möglich im gegen- wärligei, Hochschulstiidilim zu erwei'en. Er trat sür eine Ein- sckiränkung des Gedä-vtiiisslosss im Hochschuluiilerricht unter Rück- sichtnadme aus die Berufsproris ein, während er eine stärkere Einheitlichkeit der geistigen Einstellung von einer Kuliurphilosophie erwartete, die gewissermaßen als tieisler Unterbau liberal-toleranter Geisteshaltung,.der Mannigialtigleit der geistigen Gestaltung Raum läßt". Der iozialisttsche Korreferent Birnbaum-Bremen knüpfte nach seinem Vortrag,.Beruf u n d S t u d i u m" an die Ver- Handlungen über die materielle Not der Akademiker und der Hoch- schule an. ES sei allzu primitiver Materialismus, diese Not- läge allein auf den Mangel an Gütern zurückzuführen. Immer stärker hätte sich im Lause der Hochschulgesch>chte da« Studium auf den bürgerlichen Beruf einstellen müssen, immer mehr sei gleichzeitig in der lapitalistischen Entwicklung der Beruf zum bloßen Erwerb geworden. Der heule vielfach empfohlene Versuch, wissenschaftliche Arbeit durch nebenberufliche materielle Arbeil zu ermöglichen, sei kein Uebergang zu einer Organlsation der geistigen Arbeit im Sinne sozialistischer Gesellschaftsordnung. Der Sozialts- mus setzt hochentwickelte Wissenschatt voraus, hat daher Freiheit der Wissenschaft vor ollen wirischaftlichen und soziale» Rücksichten auf sein Programm gesetzt. Er würde volle Hingabe des Wissenschaftlers an fernen innersten Beruf zu ermöglichen versuchen. Der Versuch seiner ernsthaften Bemühung um wirtliche Berührung mit freier Wisienichast in der SelbstbildungSarbeir würde wohl die Mehrzahl der heute Siudierenden belehren, daß es andere Werte als der der Erkenntnis seien, denen sie dienen wollten. Aber schon das wäre Gewinn genug. DaS Referat, das grundsätzlich noch zur wirtschaftlichen Selbsthilfearbeit, Berufsberatung usw. Stellung nahm, fand Widerspruch und Beifall, leider aber keine ernsthafte Kritik in der Diskussion. In derselben Richtung wie die vom Willen zum Ausgleich der Gegensätze getragenen Ausführungen von Prof. Litt bewegte sich ein geistreicher Vortrag des preußischen Staatssekretärs Prof. Becker, der noch einmal eine Begründung für die Not- wendigkeU der Hochschulreform gab. Dem neuen Staat auf der einen, den neuen Jveologien auf der anderen Seite müsse eine Hoch- ichulresorm enlivrechen. Nach dem Verschwinden de« Obrigkeit«- staates ergebe sich eine neue Autonomie der Hochschule, deren Organriatron im Weile sei. Dieser Autonomie müßten sich auch die Rorporotions-Sondelwllniche der Studentenschast einordnen. Der Slaatssekreiär suchte dann die Grundtendenzen der Ideologie in der Schicht der Gebildeten in einigen Haupischlagworten zu charattensteren. Für die Wissenichafl ergebe sich au» dieser Einstellung, die dem Irrationalen zuneige, aber doch autoritälSfeindlich sei. ein Hang zur Srinlhese. Neue Foimen des Hoch'chulbetriebs, über deren Ermöglickung der Reterenr sich nicht werter verbreitete,»eue Fächer, wie Soziologie, Pädagogik, tiuliurphilosophie und innerhalb der einzelnen Tiszivlinen eine stärkere Beloiiung der Syslemaiik und Problematik gegenüber der bloßen Historie, ergeben sich als positive Forderungen. Wenn die Hochschulen die ihnen jetzt zu- fallenden n.euen Rechte der Selbltverwallung zur Zuckt des Wissens und zur Ebaralterbildung oiiwendeleii.>o würde sich daraus auch eine Ueberbrückung' der Klassengegensätze ergeben. Von den anderen Referaten zum Thema HochiÄulreform war keins irgendwie bemerkenswert. Eindrucksvoll war dagegen eine Rede deS t a t h o- l i s ch e n Führ er« D r. Sonnenschein, der vor einer Unterichätzung der'sogenannten Handarbeit seitens der Akademiker warnte und betonte, daß im marxistischen System nicht Geistes- und Handorbeiter, sondern Besitzende und Nichtbesitzende entgegengestellt würden. Vom Solidarismus der Handarbeiter könne der Student nur lernen. Zum Fall btr Marburger Studenten hatte der Vorsitzende der Deutschen Studentenschaft B e n e k e eine Erklärung abgegeben, die die Marburger Aeiisreiwilligen in Schutz nimmt, sich auk das kriegsgerichtliche Urteil beruft und einen Artikel von Konrad Ha en tick schori angreift. Diese Provo- kalion fand teiliversen Beifall, vom Vorstand wurde aber Nur einer unmöglich bezeickmrt. Der 5 52 wurde von allen Vertretern als ein Verfassungsbruch hingestellt. Von Vertretern verschiedener Wehrkreise wurde vielfach darüber Klage geführt, daß die Truppenkommandeure durch tendenziöse Berichterstattung an de» Reichswehrminister an der jetzigen Fciffung? 32(der den Soldaten jedes Koafotionsrecht nimmt! Red.) die Hauptschuld trügen. So sei u. a. vom Komuran- deur des Wehrkreises 6. dem General Loßberg zum Ausdruck gebracht worden, daß gerade der Reichswirtschaftsverband der Berufssoldaten die Disziplin in der Trstppe schädige. Das bätte die Haltung des Verbandes am 13. März bewiezen (wo sich nämlich der Reicbswirtschiftsverband klar auf den Boden der verfassungsmäßigen Regierung itellte, während General von Loßberg mit den Meuterern und Hochverrätern sympathisierte! Red. d. V.). Diese Erklärung erregte in der Versammlung stürmische Entrüstung. Allgemein wurde daraus hingewiesen, daß man«s nicht als disziplinschädigeitd bezeichnen könne, wenn man der deutschen Verfassung die Treue balte, wie es der Reichswlrt- schafisverband am 13. März getan babe. Ein Vertreter von Bücke- bürg berichtet«, daß der dortige Truppentommandeur eine Per- sammlung des R. t>. B. verboten babe. obwohl der Reichswehr- minister angeordnet batte. daß solch« Verbote einzig und allein durch das Reichswehrministerium gehen dürften. Aeußerst scharf nahmen die Vertreter der Wehrmacht gegen die Heeres- und Marinetemmcr Stellung, die als„Unding" be- zeichnet wurde. Ein Redner schlug vor, man solle in diese Kammer 17 Cffizicre kommandieren und ihnen ihre Burschen als Vertreter der Nntrrofftziere und Mannschaften beigeben. Nach einem Vortrag von Da. Damaschke über das Siedlung«-- Problem für die entlassenen Soldaten trat man in die Besprechung der Entlassung der 166 666 Manu der Reichswebr. wie sie von der Entente gefordert wird.«in. Auch hier wurde von allen Rednern betont, daß die zur Entlassung kommenden Soldaten sich weder politisch noch privatkapitalistisch ausnutzen zu lassen gesonnen seien._ keine Anerkennung öer Selbstfthutz- organisativnen. Vor kurzem berichieien wir über eine vertrauliche Sitzung im Berliner Bezirk vor dem Hallesthen Tore, in der zur Gründung einer Einwohnerwehr unter anderem Namen aufgefordert wurde. Die„Freiheit" übernahm unseren Bericht und fügte hinzu, in der Sitzung sei behauptet worden, die Ilmbildung geschehe auf Grund eines Erlasses des Preußischen Ministeriums des ' Innern vom 17. Juni. Durch eine Erklärung in den P. P. N. stellt das Ministerium des Innern fest, daß der Erlaß vom 14.(nicht 17.) Juni keines- »vegs solche Umbildungen gestattet, sondern im Gegenteil ausspricht, daß die Preußische Staatsregierung bewaffnete Organisationen nicht dulden kann, von deren Existenz, Organisation und Leitung sie nicht amtlich unterrich.et ist. Nur solche Wehren dürfen weiterhin bestehen bleib« n, welch« hierzu von den Obervräsidenten ausdrücklich ermächtigt und anerkannt werden. All« anderen Wehv.u sind umgehend auf» z u l ö s« n. Den LandeSschutzbeamten ist jede Betätigung in diesen Organisationen ohne ausdrückliche Genehlnigmig des Oberpräsi- deuten verboten. Die ganze FragfS des Selbstschutzes wird außerdem durch die von der Reichsregierung nunmehr in die Wege geleitete Eni« waffnungSaktion beseitigt. Zum Besitz von Waffen, die aus HeereSgut stammen, ist künsstig mir die Reichswehr und die Sicher- heitSpolizes berechtigt. Gegen den unberechtigten Besitz solche: Waffen wird nach dem Gesetz eingeschritten werden. Die �bstimmungsparoüie. Den P. P. N. zufolge hat die Reichsregierung der Frie- denskonferenz neues verbindliches Material über die ver- tragswidrige Handhabung der Volksbefragung in Eupen und Malmedy durch die Belgier mit der erneuten dringlichen Bitte übermittelt,„daß Lorkehrungen getroffen werden möchten, um den Bewohnern von Eupen und Mal- medp die freie Ausübung des Rechtes derSelbst- b e st i m m u n g zu ermöglichen, wie es der Friedensvertrag vorschreibt". Erklärung zugestimmt, die nur die Verallgemeinerung der Vorwüri� gegen die gesamte Morburger oder gar deuische Studenlenschas zurückweist und sich im übrigen daraut beruit, daß das Verfahren in zweiter Instanz noch nicht abgeschlossen sei. Emen zweilen politischen Vorstoß unternahmen die auf dem Rassestandpunkt stehenden alldeutschen Oesterreicher, die übrigens zum teil m i l werßblauen Witlelsbacherfähnchen geschmückt waren. Sie erlangten scklechtbtn, daß von den Deutschösterreichern nur die anlssemitischen Gruppen als deulich anerkannr wurden, wogegen sich starker Widerspruch auf der Tagung zeigie. Die Oesterreich-r- frage ist noch ungeklärt. Ein Kommentar der BolkSlied-TangeSweisen. Der Tübinger Gesanglehrer A. T r e ß veröffentlicht in der deutschen Arbeiter- Sängerzeitung folgenden Aufruf: Im Gesangunterricht unserer Schulen, ebenso bei Betätigung unserer Gesangvereine fehlt für die Vorbereitung auf die Singstunden immer noch ein wichtiges Hand- buch, welches wir Gesanglehrer bei Einführung in künstlerische Be- tätigung unserer Sängerschar nicht länger vermissen können: es ist dies ein Kommentar der bekanntesten unserer Volkslieder, aufge- baut auf rein musikalischer Grundlage. Die deutsche Literatur hat bisher viele Werke für ihre Zwecke auf den Büchermarkt geworfen, aber Handbücher, welche musikalischen Aufbau, musikalische Glied«- rung, Entstehung und Entwicklung, musikästhetische Schönheiten. kontrapunktische Eigenheiten, Verhältnis von Gedicht zu Weise, von Dichter zu Komponist erschöpfend behandeln, fehlen gänzlich; anders gesagt: Als Gedichle sind unsere Volkslieder uns genügend kom- mentiert, nicht aber ihre Sangesweisen. An Musikfreunde, welche auf Grvnd diesbezüglicher Studien sich mit derartigen Arbeiten schon beschäftigt Huben, ergeht die Bitte, ihre Absicht zur Mitarbeit an einem solchen Kulturwerk kundzutun. Berbilliflnttg der Reekambiicher. Nach den neuellen Bestimmungen des Börscnvcieius dec deuische» Buchdäneier ist es durch Eutgezeiikominen des Verlages den Sortimentern möllich geworden, zutünklig Reelam? Universal-Bibliotbek ohne den bisher üblichen Sorilmenterauklchlag zu ver- lauien, so daß jetzt die Einzelnummer um Sä Di. billiger ist und stall i,7S nur l.äil M. kostet! Hoffenilich gelingt es. noch wcilere Matznahmeu im Buchhandel zu Ireffen, die ähnlich erjreulich sind. Die Kommission für den Zchillerprris. die jetzt vom Minister für rumst, Siisenichasl und- Volksbildung berusen worden ist. besteht au« folgen- en Milgliedcru: Geibart Hauptmann, sliilius Peterlcn Hans Vjitzuer, Max Reinhardt. Arthur Eloeiser, Theodor TSudler, Heinrich LUtcnftcin. Ter Tent'che Stenograpkienbund.GabelSberoer« bält f-ln- 11. BundeSlagung vom 7. d!« S. August in steipzig ab Auslunji ertellt Alfred Lauster, Sankwitz-Berliü, Derstlingerstr. 38. Eine sozial.lwgicnische Akademie wurde am 23 Juli in Düffel* d ors als Ausbildungsstalle für solche Aerzie ins Leben gerufen, die al« KreiS-, Stadt-, Kommunal-, Schul- oder Fürlorgeärztc in den öffentlichen Dienst treten wollen. Di- Akademie tst eine SlaalSanstalt. Ein bedeutendes Bolkskunde-Musenm hat Sien erhakten. I« dem von der Stadigemetnde zur Verfügung gestellten Schönbornschen Palais wurde die nu» 40000 Gegenständen bestehende Sammlung aufgestellt, die der Verein für österreichifchc Vollslundc unter dem Folkloristen Michael Haberland im letzlen Bierteljahrhundert dort zujammcnzebracht hat. Alle einst mit Oesterreich verbunden gewesenen Vblker. außerdem dle Aul- iuren der nahen und ferneren Balkaiiländer werden In diesem Muleum. da« jetzt der Allgemeinheit zugänglich gemacht wurde, vor Augen geführt. tlr. 372 ♦ 37. Jahrgang Beilage öes Vorwärts Dienstag, 27.�uli 1H2S GroßSerlw krczeminski U.S.P. Trotz Revolution in Schlafrock und Galoschen ist Germanentum noch nicht erloschen. Ja, e§ lebl der alle Heldengeist, wie der jüngste Vorfall uns beweist. Vor dem alten Brandenburger Tore Runter holte man die Trikolore. Geist von Anno Bieriehn ist erwacht in dem hehren Jüngling, der's vollbrack. Hoch der deulschgezeugte Jüngling lebe! Seht ihn aus dein Dach« in der Schwebe. Schon bat er die Fahnenstang' erklettert und des Vaterlandes Ruhm gerettert. Wie— was— KrczeminSki tut er heißen? Fast die Zunge kann man ab sich beißen. Heimlich flüstert'S hier und dort: Au Backe, Deutschlands Heldenjüngling ist Polacke. Neuer Schreck— er ist gar Unabhängiger, die Gesichter werden lang und längiger. Düsler Reventlow und Wulle stieren: Zweg'n dem mußt' die Reichswehr salutieren?! _ M i ch. v.. L i n d e nh c ck e n. Behebung des Berkehrselends? Seit länaercr Zeit schon sind wir genötigt gewesen, auf die miserablen Zustände im Berliner Eisenbahn- n e r k c h r hinzuweisen. Die Eisenbahnverwaltung selbst hat es N�nn jedesmal für ihre Pflicht gehalten, durch eine Berliner Lokal- korrespondenz unsere Ang-.chen als Uebcrtreibung hinzu- stellen. Sie scheute sich sogar nicht, die Behauptung aufzustellen, daß„merkwürdigerweise nur an Tagcn� mit schönem Wetter" die Trittbreiter der Eisenbahn besetzt sind, als wenn die Reisenden einen Spaß daran hätten, in dieser lebensgefährlichen Stellung i>bre Reite zurückzulegen.> In ihrer letzten Erwiderung auf ein« unserer Kritiken über da? Perkehrselend bemerkte sie, daß es besser >ei, umsangrcicl'e Arbeitersiedlungen durch die Industrie schassen zu lassen,„als jetzt bei der Notlage des Reiches neue große Ausgaben zu fordern, die doch nicht sobald eine Abhilfe bringen können". Inzwischen scheint mau sich eines Besseren besonnen zu haben. Jedenfalls meldete gestern die schon erwähnte Korrcspendenz, daß eine nni fangreiche Jahrplanänderung am der Ringbahn voraussichtlich schon am 9. August eintreten wird. Es wird testgesiellt, daß infolge der Erhöhung der Straßenbahntarife der Verkehr aus den Berliner Stadt-, Ring- und Vorortbahnen be- deutend zugenommen bot, und daß„fast unhaltbare Zu- stände" eingetreten sind, die man bisher entgegen unseren Fest- sicllungen. immer in Abrede stellt«. Tann heißt e» wörtlich: „Da die Berkehrszunahme auf der Ringbahn nahe- zu öOProz. beträgt, so kannn die Abstellung der Verkehrs- schlnicr'gkeiten nur durch eine Vermehrung der Züge eintreten, soweit dies der noch immer hohe Allsbesserungsstand der Lokomotiven zuläßt. Der Fahrplan der ganzen Ringbahn. Nord- wie Südring, wird von Grund aus geändert und dahin erweitert, daß nach dem neuen Fahrplan ln jeder Richtung mindc- ste n s vier Züge in der Stunde verkehren, und zwar auch aü-ßerbalb der eigentlichen B« russverkehvszei teil in den Vor- und NachmittagSstundcn, sowie in den Abendstunden bis gegen bt Uhr abends, da auch zu diesen Zeiten die Verkehr szn- n a b w e aus det Ringbahn außergewöhnlich groß ist. Nach Bedarf und den örtlichen Verhältnissen angepaßt, verkehren dann außer diesen Zügen in den Zeiten stärksten Verkehrs noch Einsatzzüge, um den Arbeiter- und Berufsverkehr besser als bisher bedienen zu können. Ein« derartige Verbesserung des Ring- bahnsahrplaaes konnte natürlich nur dann zur Durchführung in Aussicht genoinmen iverden, wenn gleichzeitig Beschränkungen an all derer Stelle vorgenommen werden. Auf weniger wich- tigen Strecken müssen daher einige Bedarfszüge wegfallen, die für den Berufsverkehr nickt in Frage kommen. Nur auf diesem Wege wird es möglich seich die Verbesserung des Ringbahn- Verkehrs durchzuführen." Wir begrüßen diesen Entschluß der Eisen bahn Verwaltung lebhaft, bedauern nur, daß imrn sich nicht eher dazu aufgerafft hat. Reichspost und Kraftverkehrsgesellschaften. � In der Jägerivelt sagt man, der stärkste Neid sei der Jagdneid. Die Reichs post kann jetzr behaupten, der Neid gewisser Kreise gegen die Postautos sei noch stärker. Je mehr diese sich aus- breiten, um so häufiger stößt man in der Presse aus Artikel, in denen über die Postaurqs hergezogen wird. Von wem? Natürlich vom K o n k u r r e il t e n. Dem ist es ja höchst gleichgültig, ob oer Haushalt der Post neue Einnahmen erfordert oder nicht, ihm ist die Post der Feind, und deshalb der ständige Ruf: Haut ihn, h a n t i h n! Wie liegen in Wirklicksteit die Tinge für uns Bürger des Reichs? Der Krieg hat die P o st iv a g e n und die Post- Pferde verschlungen. Wie die Eisenbahn ihren Fuhrpark wieder aufrichten muß, so tut es auch die Post. An die Stelle der pferdegczogeuen Postkutsche tritt aber der Kraftwagen. Wir haben keine Zeit mehr, vier Stunde» in der Kutsche zu sitzen, wenn derselbe Weg im modernen Auw in einer Stunde zurückgelegt werden kann. Deshalb sehen wir jetzt überall, im Gebirge und in der Ebene, die Postautos auftauchen. Alle Welt freut sich dieses Fortschritts. Nur der Kontur reut steht schmollerid zur Seite und schimpft, obgleich die Post ihm nichts tut und ihn ruhig auch seine Wagen in Gang setzen läßt. Denn die Post hat kein R c i i e m o n o p ö l. Ter Könkurrent sind die Kraftverkehrsgescll- schaft cn, die das ganze Land unter sich ausgeteilt haben und nun die Post an die Wand zu drücken suchen, um selber an ihre Stelle zu treten. Ihr eigentlicher Beruf ist der Frachten vcr- kehr, für den sie eingerichtet wurden, als die Eisenbahnen vcr- sagten. Jetzt kommen die Eisenbahnen wieder in Ordnung. Ter teure Lastkraftlnageiiverkehr geht zurück, und nun werfen sich die Gesellschaften ans den Reiseverkehr. Sie hängen sich dabei das Mäntelchc» der Gemeinnützigkeit um/ weil das Reich ihnen die Kriegslastwagen zur Benutzung übergebei, hat, statt diese unter den Hammer zu bringen, und weil sie die Gemeinden, Kreise und Provinzen zur Bcteiligllna an ihren Unternehmungen heran- gezogen haben. Da sie sehr wohl wissen, daß der Reiseverkehr allein nur selten rentiert, so bemühen sie sich, die P o stb e f ö r d e r u n g an sich zu reißen. Tic Post soll aus ihrem eigenen Hause heraus- getrieben Iverden. Wenn jemand des andern Geldbörse fordert, so wehrt er sich. Die Post hat keinen Ucberflus; an Mammon. Wer will es ihr ver- denken, wen» sie solchen zu erwerben sucht I Alle Welt schreit über die hohen Post-, Telegraphen- und Fernsprechgebühren. Hier lst eine Ouclle für neue Posteinnahmcn, bei der die Post die sonst an die Gesellschaften zu zahlenden Entschädigungen, die sich auf ungezählte Millionen belaufen würden, spart. � Ter Steuerzahler kann verlangen, daß die Post diese Quelle g r ü n d- l i ch ausschöpft, zumal' es sich um einen sozialisierten Betrieb handelt. Es wäre unverantwortlich von der Post, wenn sie auf diese Einnahmequelle zugunsten von Unternehmungen, die nur ihre eigen e n Interessen im Auge haben, verzichten wollte. Berliner Museumsbautcn.'' Der Beschluß, die Museumsbauten aus der Berliner Mu- s c u m s i n s e l und in Dahlem fortzuführen, ist jetzt gefaßt worden, und an der Zustimmung des Finanzministers, die noch aus- steht, ist nicht zu zweifeln. Denn die Gebäude müssen endlich unter Dach kommen, sonst ist einer R u iw c n b i l du n g nicht mehr Ein- halt zu tun. Auch hat ja, wie die„Baumelt" schreibt, die geringe Bautätigkeit die Knappheit an Baustoffen überwunden, w daß Ziegel, Kalk und Zement nicht mehr nur Siedelungen vorbehalten zu bleiben brauchen. Große Schwierigkeit macht allerdings für die Messeischen Bauten das Heranbringen der Werksteine aus den .Kirchheiiner Brücken bei Würzburg, doch hofft die Bauleitung n o ch in diesem Jahre die Bauten unter Dach zu bri»- g e». Die MesscFchen Pläne iverden allerdings der Finanzlage entsprechend einige Einschränkungen erfahren. Voraussichtlich fällt der Säulengang zwischen den beiden neuen Kopsbauten an der Spree, dem Deutschen und dem Vorderasiatischen Museum zunächst fort, ebenso der dem Haupteinqang vorgelagerte tempel- artige Bau. Doch läßt die Sparsamkeit sich nicht weit treiben. Es wird z. B. nicht gut angehen, de» P e r g a m o n- A l t a r auf einen Zement-Estrich aufzustellen. Die Verzierungen der Türen werden zunächst vielleicht nur aus Eisen hergestellt und zu ge- gevener Zeit durch edlere Stoffe ersetzt werden können. Auch für die Wandbespannungen in den Gemäldesälen werden wohl nicht sofort die Stoffe gewählt werden können, deren Verwendung unter regelmäßigen Verhältnissen selbstverständlich wäre._ Sind die Bauten erst einmal unter Tack, so fallen die Wie- d e r h e r st e l I u n g s a r b e i t e n, die infolge des AusfrierenS der oberen Mauerschichten alljährlch nötig wurden, fort, und die i n- n e r e A u s st a t t u n g kann nach Maßgabe der vorhandenen und zu� erschwinglichen Preisen erha-fl ch.» Banstoffe und der bereit- gestellten Mittel erfolgen. Eiu Erhokungsheim fiir Berliner Kinder. Ein großer Erfolg ist dem Liebeswerk zuteil geworden, das die Berlin c r Odd Fellsw Logen durch die Sammlung zum Besten der u n t c r c r n ä h r t c n Kinder Groß-Berlins veranstalier haben. Die bis zum Juli zusammengeströmten. Mittel betrugen m e li r a l s 1 6 0 000 M a r k. Nach Rücksprache mit dem Direktor des Jugendpslcgeamtes, Dr. Häusler, ist beschlossen worden, e i n Odd F e l l o w Er h o l u n g s h e i m für unterernährte Kinder zu begründen. Die Stadt Berlin stellt für dieses Heim ein nach neuesten hygienischen Anforderungen eingerichtetes Haus aus einem Gutshof nahe Oranienburg zur Verfügung, ebenso das zum Betriebe und zur Beaufsichtigung der Kinder erforderliche S ch w e st e r n p c r so na I. Tic Stadt Berlin verpflichtet sich ferner, die vom Hilfsausschuß auszuwählenden Kinder so zu Pflegen und zu ernähren, daß sie in jeder Hinsickfl gekräftigt zurückkehren. Das Heim, das bereits am 1. Au g u st eröffnet werden soll, wird von dem Hilfsausschuß allmonatlich mit 50 K i n- der» im Alter von 5 bis 14 Jahren belegt werden. Da der Auf- enthalt für eine» Monat berechnet ist, wird es niöglich sein, s ah r- l i ch 6 0 0 Kindern Erholung zu gewähren. „Bedrohte Lanbenkolonien." Man schreibt uns: In bezug auf die in Nr. 950 des„Vorwärts" erschienene Notiz „Bedrohte Laubenkolomen", dürfte noch das Folgende zu beachten sein: Die neue Regierung von Groß-Berlin wind die schwierige, ober auch dankenswerte Ausgabe zu- lösen haben, die grobe» Fehler, die seit vielen Jahrzehnten im Ausbau Berlins gemacht wurden, durch richtige Verwendung der noch nicht bebauten Flächen zum Besten der arbeitenden Bevölkerung wieder zu tilgem Für diese richtige Verwendung der noch nicht bebauten Flächen Groß-Berlins müssen die folgenden drei. Punkte maßgebend sein: 1. müssen die bisher vorhandenen Parkflächen, besonders in den eng bebauten Stadtvierteln mehr als bisher zu wirklichen Volksparks mit begehbaren Wiesen flächen umge- staltet werden-, 2. muß so nah wie möglich bei de» Wohnungen das bisherige Laubenland unbedingt erhalten bleiben und so viel wie mög- sich neues dazu genommen werden.' � 3. Außerhalb dieses Laubenringes müssen sich dann neue Siedlungen anschließen, um alle» denen, die noch kein« Woh- nung besitzen, Wohnungen in Flachbauten nebst Gärten zu der- schaffen. Land ist innerhalb des neuen Groß-Berlins für die unter 1. u-ud 2. genannten Ziele massenhaft vorhanden. Es muß nur der gute Wille da sein und energisch zugegriffen werden. Wird das Land in der oben bezeichneten Werse richtig ver- ivendet, dann iverden diese Aufgaben nicht im Interesse nur einer Gruppe, sondern zugunsten der Allgemeinheit geköst werden. An die Lehrerschaft des Bezirks Potsdam. Eine Bezirksgruppe der Arbeitsgemeinschaft sozial- demokratischer Lehrer und Lehrerinnen für den Regierungsbezirk Potsdam soll ins Leben gerufen werden. Die Gründimgsversammlimg findet am Sonntag, den 8. August, vormitlags 10 Ubr, in Berlin. Lindenstr. 3(Jugendheim, Eingang Brandenburger Bureau. 1. Hof rechts, 8 Tr.) statt. Tagesordnung: 1. Die Arbeitsgemeinschaft loz. Lebrcr und Lehrerinnen in der Provinz Brandenburg(Ref.: Dr. Lohmann, Berlin). 2. Bildung der Bezirksgruppe. Wahl der Leitung.� 3. Die nächsten Aufgaben der Bezirksgruppe, VerschiedeueS. Die in den verschiedenen Orten de? Bezirks Potsdam wobn- haften Parteigenölfischen Lehrer und Lehrerinnen werden ersucht, vollzählig aü dieser wichtigen Tagung reilzunebmen. Angesichts der bedeutsamen kulturpoliiischen Aufgaben, die die Partei zu er- füllen hat, ist der Zusammenschluß aller sozialdemokratischen Lebrer und Lebrerinnen zur besonderen Mitwirkung an diesen Aufgaben dringend erforderlich._ Achtung, Oberschlesier! Seit einigen Wochen macht sich in Groß-Berlin immer stärker eine polnische Propoganda bemerkbar die die Arbeit der„Vcr- einigten Verbände heimatStrcucr Oberschlesirr" und deren über ganz Groß-Berlin verstreuten Ortsgrupen zü schädigen bemüht ist. Es bestehen Holzmarktstr. 2, ebenso auf der Ackerftraße Bureaus, die dig oberschlesische Abstimmung im polnischen Sinne zu beeinflussen 9!f Segen öer Cröe. Roman von Knut Hamsun. „Mer," fuhr der Verteidiger fort, nachdem er sich wieder gefaßt lxitte,„auch über diesen Punkt können wir völlig be- ruhigt sein, dank der Angeklagten selbst. Obgleich es in ibrem Porteil gelegen hätte, hier die Hälfte der Schuld von sich abzuwälzen, hat sie das doch nicht getan. Sie hat aus das Bestimmteste Arel Ström von dem Verdacht freige- sprachen, er habe etwas davon gewußt, daß sie sein Henrd statt des ihrigen an den Bach mitgenommen hatte.— ich meine, mit in den Wald, um Wacholderreis zu holen. Es liegt nicht der mindeste Grund vor, an den� Worten der Angeklagten zu zweifeln: diese haben überall Stick gehalten und balten auch hier Stich. Hätte sie das Hemd aus des Mannes Hand entgegengenonimen, so wüvde das den vollendeten Krrvdsmord voraussetzen, und die Angeklagte mit ihrer Wahr- heitslicbe will nickt dazu beitragen, den Mann zu einem Verbrecher zu stempeln, der er gar nickt ist. Im ganzen ge- rommen macht sie redliche und offene Aussagen und hat nicht vorsucht, kgendwolche Schuld auf andere zu schieben. Tiefer schöne Zug. gegen andere gut zu sein, zeigt sich überall bei ihr, i'o hat sie zum Beispiel die kleine Leiche auf die beste Art und mit großer Sorgfalt eingehüllt..So hat sie der Schultheiß ini Grabe gefunden." Ter Herr Vorsitzende will— der Ordnung halber— davauf hinweisen, daß es das Grob Stummer zwei war. das der Schultheiß fand, und in das habe ja Avel das Kind gelegt. „Jawohl, das ist so, und ich danke dem.Herrn Vorsitzen- den mit aller Ehrerbietung, die man dem Gerichte'chuldig ist," sagt der Verteidiger.„Jawohl, das ist so. Aber nun bat doch Arel selbst ausgesagt, er Hab? nur die Leiche in das neue Grab hinübergehobcn und sie darein gebettet, lind es ist doch unzweifelhaft, daß eine F-rau ein Kind besser cinzu- hüllen verstht, als ein Mann. Und wer hüllt es am allerbesten ein? Dock eine Mutter mit ihren liebevollen- Händen I" Ter Vorsitzende nickte beifällig. „Uebrigens hätte nicht das Madchen— wenn es wirklich zu der Sorte gehört bätte— das Kind einfach uiibegraben lassen können? Ich will so weit geben, zu sagen, sie bätte es in einen.Kehrichteimer legen können. Sie hätte es über der Erde unter einen Baum liegen lassen können, daß es hätte erfrieren nmssen,-— das heißt, wenn es nickt schon tot ge- wesen wäre. Sie lstitte es in einem unbewachten Augenblick in den Ofen stecken und verbrennen können. Sie hätte es an den Bach von sellanraa tragen und dort hinwerfen können. Aber von dem allem hat diese Mutter nichts getan, sie hat das Kind sorgfältig eingehüllt und begraben. Und wenn es so schön und gut eingewickelt war, wie es gesunden wurde, so ist es von einer Frau eingehüllt worden und nicht von einem Mann." Nun sagte der Verteidiegr, jetzt hätten die Geschworenen darüber abzuurteilen, was von Schuld au dem Mädchen Barbro übrig bleibe, nach des Verteidigers Meinung bleibe keine übrig.' Es könnte höchstens sein, daß die Geschworenen sie dafür verurteilen wollten, daß sie den Todesfall nicht angezeigt habe. Mer das Kind sei nun einmal tot gewesen, es seit weit draußen im Oedland, und viele Meileu zum Pfarrer und Schultheiß, es habe seinen eivigen Schlaf in einem schönen Grabe im Walde schlafen dürfen._ Wenn es ein Verbreckien sei, es so begraben zu haben, so teile die Be- klagte dieses Verbrechen mit dem Vater des Kindes: aber dieses Verbrechen sei in jedem Fall verzeihlich. Man sei immer mehr davon abgekommen„die Verbrecher zu bestrafen, man suche sie zu bessern. In alten Zeiten sei man für alles mögliche gestraft worden, das sei nach dem Gesetz der Rache im Alten Testament gegangen: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Nein,'das sei nicht mehr der Geist, der jetzt in der Gesetzgebung walte: die moderne Rechtspflege sei mensch- lich: sie suche sich der mehr oder minder verbrecherischen Ge- s i n n u n g anzupassen, die die Betreffenden brnsiesen hätten. ..Darum verurteilt dieses Mädchen nicht!" rief der Ver- teidiger.„Es handelt sich hier nicht darum, einen Verbrecher mebr zu fassen, nein, es handelt sich darum, der menschlichen Gesellschaft ein gutes und nützliches Mitglied zurückzugeben!" Der Verteidiger deutete darauf hin, daß der Angeklagten >uin in einer neuen Stelle, die ihr angeboten sei,�5ie sorgfältigste Anflicht zuteil werden würde. Frau Schultheiß .Heverdahl habe aus reicher mütterlicher Erfahrung und weil sie Barbro seit vielen Jahren kenne, dieser ihr Haus weit auf- getan. Das Gerick't möge nun im Vollgefühl seiner Verant- mortung das Mädchen verurteilen oder freisprechen. Zum Schluß dankte der Verteidiger dem Staatsanwalt, daß er keine Verurteilung beantragt habe. Daran erkenne man sein tiefes menschliches Verständnis Ter Verteidiger setzte sich. Der Rest der Verhandlung nahm nicht mehr viel Zeit in Anspruch. Das Referat wiederholte dasselbe, von zwei Seiten gesehen, noch einmal, es gab eine kurze Uebersicht über den ganzen Vorgang, trocken, langweilig und würdevoll. Es war alles sehr trefflich gegangen, sowohl der Staatsan- Walt als der Verteidiger lpatten in das Gebiet des Vorsitzenden hinübergegriffen, sie hatten ihm sein Amt leicht gemacht. > Es wurde Licht angesteckt, zwei Hängelampen brannten und gaben ein erbärmliches Licht, bei dem der Vorsitzende kaum seine Anmerkungen lesen konnte. Er tadelte äußerst scharf, daß des Kindes Tod den Behörden nicht gemeldet war- den war:„aber," sagte er,„das wäre unter den vorliegenden Ilmständen viel mehr die Sache des Kiüdsvaters als die der Mutter gewesen, da sie zu schwach dazugewesen ist." Nun hätten also die Geschworenen zu entscheiden, ob Geburt im geheimen und Kindsmovd vorliege. Darauf folgte öie_ gebräuchliche Ermahnung, der Verantwortung eingedenk zu sein, warum das Gericht eingesetzt sei, und endlich der bekannte Rat, im Zweifelsfalle zugunsten der Angeklagten zu entscheiden. .Nun war alles klar. Die Geschworenen verließen den Saal und zogen sich zurück. Sie sollten.sich über den Fragebogen beraten, der dem einen von ihnen mitgegeben worden war. Fünf Mi- nuten waren sie weg, dann traten sie wieder ein mit einem „Nein" ans alle Fragen. Nein,'das Mädchen Barbro hatte ihr Kind nicht getötet. Nun redete der Vorsitzende noch einige Worte und er- klärte, das Mädchen Barbro sei frei. Die Zuhörer verließen den Saal. Die Komödie war zu Ende... Irgend jemand ergreist Axel am Arm, es ist Geißler. Er sagt:„So, nun bist du also die Geschichte los."—„Ja," sagte Arel.—„Und sie haben dich ganz unnötig vorgeladen." —„Ja," sagte Arel wieder. Aber inzwischen hatte er sich etwas gsfaßt und fuhr fort:„Ich bin aber doch recht froh, daß ich so davongekommen bin."—„Das bätte auch gerade noch gefehlt!" rief Geißler, und er betonte jedes Wort nach- driicklich.— Davon bekam Axel den Eindruck, daß Geißler die -Hand im Spiel gehabt, daß er eingegriffen habe. Gott inochte wissen, ob nicht am Ende Geißlcr das Gericht gelenkt und den Erfolg, den er selbst gewollt, herbeigeführt lwite» Das war dunkel.(Forts, folgt.) / fccrfncfert. Ttiri möglichst au-s> urtcrfnlirfnc heiifftT�ffinntc ftrrife gn sich beruber SU ziehen, verwendet die polnische Bewegung neuer» diugS mit Borliebe Anschristen-, die an die deutsche Orga- n i s a t i o n anklingen. Tie arbeitet u. a. unter dem Namen »Bund heimatStreuer Oberschlesier"; auch der ..Bund d c r L b e r s ch l c s i e r" betreibt eine auf LosreiKung von Deutschland zielende Propaganda. Dah auch das polnische Rote Kreuz lediglich uniter dem bekannten Abzeichen gemeinnütziger Menschenliebe eine umfassende polnische Propaganda betreibt, durste gleichst; bekannt sein, chs ist also große Vorsicht am Platze. Ein sauberer„Petriebsrat". In dem Garnison-Lazarett zu Frankfurt a. d. Oder bat das Betricbsratmitglied F a b e r seine Machtstellung dazu benutzt, Unterschlagungen von wertvollen chirurgischen und anderen ärztlichen Instrumenten vorzunehmen. Zwei unter seinem Einfluß stehende Angestellte des Krankenhauses Ivustt« er zu veranlassen, aus dem zu dein Lazarett gehörigen Tanitäts-Depot für 70 0 00 Mark Mikroskope und andere medizinische Werkzeuge zu entwenden, die er dann nach Berlin schas- sen lieh, um sie'hier zu Geld zu machen. Aus der Tuche nach einem Abnehmer fand er auch in einem Lohal in der Leipziger Ttraße einen Mann, der sieh erbot, einen guten Preis dafür zu zahlen. To ini tag traf man sich in dem Lokal wieder, um den Kauf abzu- schließen. Als es aber anS Bezahlen ging, nabm das Geschäft eine unerwartete Wendung'. Ter vcrmcintlickre Käufer entpuppt« sich als Kriminalbeamter, beschlagnahmte die Instrumente und verhafieie die drei Verkäufer. Ter Raubmord an der Witwe THielemanit. Ter verhaftete Friseurgeb' nc Heinrich blieb auch gestern bei seinem erneuten Verhör bei der Tarstcllung. die er zuerst von den Vorgängen, die sich in der Wohnung abgespielt haben, gemacht hatte. Teninach wäre nicht der frühere Tchlaslnirsche Otto Riedel der Täter, son- dcrn ein dritter Mann. Tieier hat nach Bekundung deS Verhafteten diesem auch gesagt, daß er im Auftrag« des früheren Tchlafbur scheu getommen sei, um dessen Sachen abzuholen. Ter frühere Schlafbursche stehe unten vor der Tür. AIS dann Heuirich mit dem Fremden hinuntergegangen war. hat dieser sich auch nach dem Schmieresteher umgesehen und, als er. nickt zu sehen war, mehrmals Qtto, also den Vornamen Riedels. gerufen. Dieser kam aber nicht zum Vorschein. Er hatte sich, wie der Fremde sagte, wahrscheinlich gedrückt. Heinrich ging dann auch wieder hinauf, ohne diesen„Otto" gesehen zu haben. Zwei Waggon Zucker. Anfang Juni d. I. wurde von der Kriminalpolizei in der Berauer Straße ein Möbelwagen, der mit Zucker beladen war, angehalten und beschlagnahmt. Tie Herkunst der Sendung blieb damals in Tunket gehüllt, die Kriminalpolizei nahm an, daß es sich um Schleichhandels- wäre handelte und führte den Zucker der Reichsi-uckcrstell- zur Verteilung zu.' Durch eine neuerliche Beschlagnahme von Zucker. wieder ein Waggon..Umzugsgut", ist die Herkunft auch der ersten Sendung aufgeklärt worden. Ter zweite Waggon war an«wen Sallp Becker, der sich auch Koppel nannte, adressiert, und kam aus Schneide mühl. Tie Helfer von B. hatten aber, um den B. um seinen Gewinn bei rügen zu wollen, das Avis abgefangen, die Fracht bezahlt und' den Waggon entladen. Tie weiteren Ermittlungen er- gaben-dann, daß ein ungetreuer Tienitanfänger Schlicht i n g, der auf dem Bahnhof Schneide mühl beschäftigt wart die erste Sen- düng, die nach-schneideniühl bestimmt war, wie auch die zweite Wagenladung, die nach Flatow gehen sollte, mit einem Apotheker- gchilfcn Rademach er vom SauitätSdcpot Schneidemühl vom recknen Wege abgeleiict�und nach Berlin gesanbt, wo beide Sen- düngen rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden konnten. Die beiden Haupttätcr und ihre Helfer sind geständig und dem Unter- suchungsrichter zugeführt. Gewissenlosigkeit in hohem Grabe zeigte ein empörender Vor- gang am Kottbuser User an einer Stell«, an der schon viele Kin- der- ihren Tod durch Ertrinken gefunden haben. Es erschien am 2-2. d M. eine Dame, um ihrem Begleiter, einem deutschen Schäferhund, ein Bad zu geben. Die Dame/ der man die Not der Zeit nicht ansah, gab einem in der Nabe weilenden, lgit einem Rucksack beladencn Siebenjährigen den Auftrag, den Hund, nach- dem er an die Plattform der Ufertrcppe hcrangeschwommen war, aus dem Wasser zu beben. Meine Frage, ob sich denn die Dame ihrer Handlungsweise bewußt wäre, wurde dreist bcantworlct mit: „Ja,„de? Hund niacht m ich doch beim Abschütteln des Wassers so naß!" Hohe Bildung!— Ter Ruf der Dam« von oben herab an den am Abgrund stehenden, angsterfüllten, blassen Knaben,„den Hund nur nicht am Halsband herauszuziehen", wurde von dem Kinde unter Einsetzung der eigenen Leben'sgefahr ausgeführt. Ome irgend ein TankeSwort geerntet und froh, die Lebensgefahr überwunden zu haben, trottete der Kleine Wasser- triefend nach Hause. Verloren. Auf her Fahrt nach Pichelsiverder zu dem Wachsest der Arbeiter-Jugenb ist in dem Sladtbahnzuge, Abteil III. Klasse. auf dem Bahnhof Witzleben, im Gepäcknetz eine Violine mit Bogen in einem grünen wasserdichten Stofsbezug liegen gelassen worden. Ter ehrliche Finder wird gebeten, dieselbe gegen 100 M. Belohnung bei Kurt Lorenz. Berlin N.kstj, Kopenhagener Str. 4-2. abzugcvcu. Die Große Berliner Straßrnbahn teilt mit. daß vom 26. ab die am Wariburgplatz in Berlin-Schöneberg endend« Linie 50 über Mühlenstraße, Tempelhofer Straße, Sachsendamm, Albionstraße und Epthstraße bis zur Siedelung Lindcuhos durch- geführt wird. Tie Fahrzeiten sind aus den in den Wagen aus- gehängten Fahrplänen ersichtlich. Ter Klcingartenbedarf in Neukölln ist«norm. Trotz der großen Zatbl von Kleingarlenpächtern meldeten sich weiter« 700 Bewerber zwecks Berücksichtigung bei Vergebung neuer Schrebergarten- Parzellen. Unter Zugrundelegung von etwa 300 Quadratmeter Boden für den einzelnen Kolonisten würden zur Befriedigung de? angemeldeten Bedürsitisses vorläufig 21 Hektar erforder- l i ch sein, für dessen Bereitstellung das Kleingartenamt in Kürze die crfovdertichcn Maßnahmen treffen wivd. Vom städtischen Gtundbcsitz sind bereits 75 Hektar in Pacht vergeben. � Volkshochschule Neukölln. Die im Vierteljahr April-Juni statt- gefunbcnen Sprach- und Vorkurse werden vom 12..August ab auf 6 Tlunden verlängert. Anmeldungen zu den vorgenannten Kursen finden nock bis zum 31. d. Mts. im Rathause, Zimmer L18, in der Zeit von 3—2 Uhr statt. Rcinickendo'-f-Lst. JTO Jahre alt wird am beutigen Tage unser Geiwsse Otto Popp. Sommerstr. 52. Seit über 40 Jahren Mit- glicd unserer Partei, bat er jederzeit regen Anteil an den Arbeiten und Bestrebungen, derselben genommen. Auch in 44szhriger Zu- gebörigkeit zum Verband der Steindrucker hat«r sich immer als ein treuer Freund und Kampfgenosse bewiesen. Wir bringen ihm hier unsere berzlichsten Wünsche für sein weiteres Wohlergehen dar. Britz. Ter ösfentlichc Vortrag für alle mit praktischer Koch- Vorführung unter Verteilung uneirtgeltlicher Kostproben, gehalten » von der Kockkünstlerin Felicitas Ohaus, wird heut« 714 Uhr in Becker» Festsälen, Chausseeftr. 07, wiederholt. SroA-Serlmer partemachrichten. Heute, 547. Juli: Sozialdemokratischer verein 6erlin t» Uhr, Aortsetzung der Generalversammlung in den Mnftrersalen, Kaiser-iLtlhelm-Stratzr ZM. üe alte Telegtertentarte legitimiert. 44 Avt. 7>l, Uhr, Sitzung der Bezirtsjüheer bei Miessch, Chrisumiia- slrntze 115. Jnngsozialiftische Vereinigung fOrtSgruppe Süden): Di« die?« malige Veraintallung findet am Freilag nalt— Qrtsarnvve Tempclhoj: 7'/, Ubr bei Line. Werder-, Ecke Kaiser-Kilbelin-Str.. Mitgllederverlamni lung.— OrtSgruvpe Lichtenberg: VI, llfir de! Schlenkrich, Tlmplonftr. 42. Vortrag über:.Jugendbewegung und die verflossenen Wadicn". Irevtow'VaumIchnlenweg. 7 Ubr Mitaliedervertammlimg bei Hansel. Am Treptower Part 67. Vortrag des Genossen Kayier-Franksurt über das neue Einkomniensieucrgesetz. Morgen, 28. Juli: 2.-8. Abt. Vf. Ubr, Zablabend in den bekannten Lokalen, balelbft Karten für da« Sommtvfelt. Wichtig« Besprechung deS Winterplan« deS Bezirks-BildungsauSschusseS. 3. Abt. Gemcinichastlichcr Zablabend. VI, Uhr, Bei Kracht, Liltzow- Nrasie 10«. 10. Abt. 7 Ubr, Zablabend w solaenden Lokalen: Ma'. Reichen- berner. Ecke Rattbnrstraße. MInntg, Jorsterftrahe 36, Hebeslreit, Reichen- bergerstrabe 1-26. Lraatz, Laiintzeritrasie 52. 12. Abt. VL Ubr. Zablabend in den bekannlen Lokalen 1.1. Abt. Zablabend in iolgenden Lokalen: Sleinke. Ritterktr. 115; AieSPodzlanl. Brandenburgstr. 54 1 Jenulcit, Alerandrinenstr. 134: Stein, Buckower Str. 1. Ii». Abt. 7 Uhr. Mitaliedervertammluna in der Schulaula. Samariter- strafe 20. Vortrag deS Genossen Jablokoff über Höchstmietcn und Bericht- von der Generalveriammlimg. 30. Abt. Vj, Ubr. Zablabende; Pavvekallce SO bei Vetich; Stargnrder Str. 1? bei Röper, Vortrag de» Genossen Bertram? Kuglcr. strafe 10 bei Schneider. 31. Abt. Zablabend: Bezirke 1». 2. Schul,. Schlvelbeiner Str. 10: Bezirke 3, 4. 6, 9. 12 u. 15 bei Forst. Selowcr Sir. 18; Bezirke 5 u. 7 bei Meifner, Slbivelbeiner Sir. 31: Bezirke 8, 10 u. 11 bei Goldichmtht, Stolpüche Str. 36: Bezirke 13 n. 14 bei Habn. Finnländische Str. 10. »2. Abt. 7 Uhr, Zahlabend bei Blcffin, Stargarderstrafe 3, Kalter, Gleimstrafe 15. 34. Abt. 7 Uhr. Zahlabend bei Goldbach. Vineladlatz 7, Obiglo. Stralliniderstrafe 11. Evib. Bernanerftrafe 13. Greulich. Gartenftrafe 46. 33. Abt. Zablabend in den bekannlen Lokalen. 37. Abt. VI, Ubr. Zablabend bei Boge». Lechkrsirahe 19, Tschammer. Ralbenowerftrafe 76. Schreiber, Perlebergerstrafe 52. 42. Zlbt. Zahlabend in folgenden Lokalen: Behrendt, Tegeler Str. 22: Ubtncbmer. Zristftr. 19; Toie. Nordbasen 6. Erscheinen aller nolwendtg wegen Beivrechnng de« WaldiesteZ. 43. Abt. 7 Ubr. Zablabend bei Meyer. Pankstrafe 82. 44. Abt. VI, Uhr. Zablabend in den bekannten Lokalen. 40. Abt. 7 Uhr Zablabend bei Fuchs. Weddinailr. 5: Büf. Mar- strafe 22: Marzahn. Utrechler Str. 29: Groll. Henniasdorfer Str. 10. Taubstummen. S. V. D. Genossen««rast Berlins.>l,7 Uhr. in den MusikeriSlen, Kaiier-Wstbelm-str. 18» tBörieniaall: Lestentliche Ver< iammUmg mit dem Thema»Die gegenwärtig« politllchc und wirstchaslllche Lage". («harlottenburg. 6 Ubr im N. Saal de« VolkshauseS. Rostnenstr. 3: Probe der Kinderspiele«nd Kindergesanq zum Waldü'l. unter Leitung der Eenoliin Tzwbeck. Um rege Teilnahme der in Betracht kommenden Knaben und Mädchen wird gebeten. Schiinrbrrg. Mitgliederversammlung. 71/. Ubr. Ublnndschule. Kolonnenilr. 23/24. Thema 1 Die Reorganisation Arof-Berlin«. Res.: Genosse A. Häufler. Mariendorf. 8 Ubr in der Gemelndelchule Kursürstenstrafe: All- gemeine Mitgliederversammlung. T-O.r Stellungnahme zum Bezirkstag, Wahl der Delegiert en. Treptow. Mitgllederversgmmk'ing. VI, Uhr. Im Parkrestaurant, Treptower Park 62. Thema: Di« Reorganisation Grof-Berltnö. Ref.: tSenoste Theodor Jstcher. Potsdam. 8 Ubr Zahlabend in allen Bczirkslokalen.— 8 Uhr F r a 11 e n a b e n d bei Stuminski, Lenncstr. 76. Vortrag:»Die Jsrau in der Zukunft". Zllr-Glienirke- J/alkenberg. Nufergrdentliche Generalversammlung Vi. Ubr bei Iran, Bohn.<»,ünai:er Straße. Das Erscheinen aller Gc» Nossen und Genossinnen wird«rwarlet. Srok-Berliner Lebensmittel. Verls«. Ab beute aus AT. A If, B 1 und B II- Karten 1 Liter Milch. Di« übrige Belieferung bleibt unverändert. ?ugenüveranftaltungen. Heute Vi# Uhr: Britz i Jugendheim. Eb.uiseeilr. 132, Schule. Juqendklubzimmer: DtskuistonSabend.— Lankwitz: Neue« Jugendbelm tsrühcr« Voilskllchel, Sevdlttzstr. 6: Busch, und Marcell-Salzerabend.— Moabit: Jugendheim Valdenserstr. 20 sSchule), Zimmer 11: Dtskulston.— Ntederfchöue. weide: Jugendheim Gemeindelchule, Berliner Straß« 8l: Tehmelabend. — Sckiöiieberg! Jugendheim Rubensilraß« löckc Hauptitrafei: Vortrag«. und Rezttationsabend.— W«is-ensee: Jugendheim Aocickpromenadc 1 Ledigenheim: DiSlussion.__ Sport. Einweihung des Lichtenberger Stadions. Am Sonntag begingen di« Arbsitertuvncr der südöstlichen Vor. orte Groß-Berlins die Einweihung des vorziigtich eingerichteten Stadion» in Lichtenberg. Das war ein rechtes Arbeitersport- fest. Etwa 5000 Arberter und Arbeiderinnen, jung und alt, folg- ten mit großem Interesse den Vorführungen. Tie Neuköllner Turner- kapelle spielte zur Begrüßung die Marseillaise. Alles in allem ein Bild, da» schon eingangs jedem Besucher.zeigte: heute ist hier da« Proletariat versammelt, da soll auch das Fest sich grundsätzlich von dem der Bürgerlichen unterscheiden, das vor 3 Wocl>>n das honette Bürgertum und den Teil der Arbeiter verfrinmelt hatte, der leider immer noch nicht meifp wo er hingehört. Oberbürgermeister Ziethen und Genosse Stadtrat Peterhansel üliergaben das Stadion und begrüßten in warmen Worten die Turner und Gäste. Kreisvertreter LieSke gab der ernsten wie der fröhlichen Arbeit der Arbeiterturner beredten Ausdruck und schlog m>t einem begeistert ausgenommenen Aufruf an die Turner, sich dessen bewußt zu sein, daß wir nickt wie di« bürgerlichen Sportler für die „Wehrhafiigteit", sondern für die Stärkung der Jugend arbeiten, damit sie im Kampf ums Dasein ihren Mann stehen könne. Leider vergciß er, aus die Notwendigkeit der Einigung der Arbeiterturner hinzuweisen. Ein A ufruf, über allem Parieistreit die Einigkeit der Gwß-Berliner Arbeiterturner wieder herzustellen, hätte wohl des Beifalls aller Anwesenden sicher sein können.— Ter nun folgende sportliche Teil zeigte anerkenn enSwevte Leistungen. Die Massenfveiübungen der Männer, Frauen, Jugend- lichen und Kinder boten— bei zumeist weißer Kleidung— auf dem frischen grünen Rasen ein bunrbewegtes, wohltuende? Bild, das durch die roten Haarschleifen der Mädcfen noch lebhafter wurde. Der lOO-Meter-Lauf, Hochsprung, 1000- Meter-Laus, olympische Stafette zeigten gutes sportliehei Können. Auch die Jugendlichen und Kinder brachten beachtenswerte Leistungen. Ein Fußballspiel bildete den Abschluß des gut gelungenen Festes. Reiultale: IVO-Meter-Laus: Männer: Mohr-Köpenick 11'� Sek.. Jugendliche: SIrobwtg-Lichtenbrrg 13 Sek.— 7S>Mcter.Lauf: Flauen: Schrädcr-Neukölln 10L, Sek. Hochsprung: Männer: Banaftn-KSvenick 1.68 Meter. Jugendliche! Knisterl-Kövenick 1.10 Meter.— Stabhochlprung: Männer: Kvimst-Oberichöneiveide 3 05 Meter. 1000-Meter-Laus: Männ°r: Heller 1- Wildau 2 Min. 2'/,£tt.— 800. Meter- Laus: Jugendliche: John-Lichlenberg 2 Min. 25 Set.— 5 X 100-Meter.ZiaseIte: Männer: Ltchtenberg 62 Sek., Jugendliche: 66 Sek.— 5 X 80.Metcr.Stasette: Frauen: Neukölln 61 Set.— Speerwersen: Männer: Murrar-Jichte I 30,3 Meter.— Olympische(Stafette: Männer: Obclspree 4 Min. 12'/, Sek. — Weilsprung: Flauen: Schlltze-Köpenick 4 Meter. Ringkämpfe in Schöneberg. Der Sonnabend wurde vollständig durch den Revanchckampf Hochdanen— Hawlitschek auSgesüllt. Es konnte kein Resultat erzielt werden. Somrtag fand zuerst ein Handikap zwischen Schwarz— Ritzler statt, das Rchlcr gewann. Der Kampf Weber— Hawlitfcheck blieb nach zwei Gängen unentschieden. Dann siegte Eriksen über May nach 614 Min. und zum Schluß der Reger de Sonza über den sich gut verteidigenden Reib«. 6103 830 Mk. betrug der Totalisa torumsatz am letzten Renntag im Grunewald.— Dem Jockey C, Kühl wurde die Reitlizenz vom SO. Juki ab Weyen seine? Rift-? aus Schweizermuhle im Rcußer Ausgleich zu Dortmund am 4. Juli entzogen. Sportkartett Berlin-Schöncberg. Zu der am Montag. den 2. August, abends VL Uhr, bei Mühlmann. Feurigftraßc 60. itatlstndendcu Sitzung haben sämlliche Arbeilcr-Sporlvereine von Schöneberg und Friede- nau je einen Telegierren zu cntienden. Ädrcstcil stnd umgehend dem Svoitgenossen May Furkert, Berlin-Schöncbcrg, Guilav-Müller-strafe 11, niitzulcilen. Dort/eibst wird auch Austunst in allen Sporljragen erteilt. WirtslHaft Wirtschaftliche Hisse für die Studenten. Zu unserer Kriri: an dem Plan einer studentischen Pro* duktioaisgenossenschaft wird uns von dem vorberer- ten den Ausschuß geschrieben: „Tic Ausstellungen des Verfassers der„Vorwärts�-Notiz iNr. 365, 22. 7. al>ends im Feuilleton) sind nicht berechtigt. Wenn „die studentischen Bereinigungen mit den Behörden, Banken, In- dustrie- und Ha ndelsunt«il«hlmi ngen Fühlung nehmen würden, um die Studenten so zu beschästi-gen, daß sie für ihre künftige Bcrufs- stellung praktische Erfahrungen sammeln könnten", so setzt das vor- aus, daß di« Studenten nicht durch ihre Arbeit sich erhalten, sondern Volontärarbcit zu ihrer Ausbildung", quasi ehrenhalber, leisten sollen. Die Eedav.'keu leite de«„Vorwärts" gegen die Handarbeit der Studenten kann jeder.pöcrus" sich zu eigen wachem lins scheint. dem zukünftigen Richter, Oberlehrer usw. würde es für seine B e- r u fs st e l l a n g gerade sehr wichtig sein, wenn er Segen, Inhalt und Beschwernisse der Handarbeit einmal richtig und ernst kennen lernen würde. Nicht soll den handarbeitenben Volksgenossen der Unterhalt genommen werden, sondern es soll neuer Bedarf geweckt und gemeinnützig befriedigt werden. Schließlich stnd doch alle hungernden Volksgenossen hilfSbedürstig und nickst gerade Bor- würke scheint uns der zu verdienen, der, gemäß dem Programm des Sozialismus, den Ge:st zur Handarbeit führt umd es verhüte!, daß Tausende von„Akademikern", die für lbro durch den Krieg verschuldete Lage nichts können, sich durch eine demagogisch« Agi- tation der„nationalen Parteien" in ihrer Notlage zu fanatischem Hasse gegen Republik und Sozialismus verhetzen lassen. Es handelt sich nicht um Arbeits l 0 n k u r r c n z, sondern um Arbeits- kameradschaft.— Hoffentlich lassen ssch die Gewerkschaften nicht von der Teilnahm« abschrecken, damit sie die Kontrolle darüber behalten, daß diese Studentenhilfc in einer den sozialistischen GruiK- sätzcn nickt ividersprechenden Art erfolgt." Zu dieser Entgegnuilg möchten wir bemerken, daß selbstver- ständlich von„V 0 l 0 n t ä r a r b e i t" keine Rede sein soll. Auigaba der Organisation sollte es eben fein, unbemittelten Studenten bei den Banken, Jndustriewerken, Behörden usw. b r- zahlte ArbertSgelegenheit zu beschaffen, indem den Leitungen die Verpflichtung zur Bezahlung klargemacht wird. Vor allem sollte die II e b e r f ü l l u n g der Hockischulen und die Z ü ch- tung des geistigen Proletariats beseitigt weichen, indenr ein Teil der Studenten zu dem Entschluß gebracht wird, stall „ba lbe" Handarbeiier„ganze" Handarbeiter zu werden und das Studium auf spätere Zeilen zu vertagen. Sehr viele Pro?» t i k e r entschließen sich mit bestem Ertoig»och in reifem Alter zum wissenschaftlichen Studium, da» sie auch vorbereitend neben voller Beru'sarbeit' betreibelii können. Solche Studenten, die ganz« Handarbeiter werden, vermögen auch die Psych« der Ar- beiterschast und die gesamten sozialen Verhältnisse richtig und gründlich kennen zu lernen und werden vor schiefen Urteilen geschützt sein. Der sicherlich sehr gut gemeinte Plan gebt ofscnbar von humanen Geistern aus, denen das komplizierte Wirtschaft- liche und soziale Leben aus der eigenen PrvriS nicht ge nügend bekannt ist. Um die Prämie». Wir«hakten folgende Einsendung:.Bei der Eisenbahn-- direliion Kastel und wohl aucb bei anderen Direktloneii werden ant«hnltck>e Prämien an das Lademeister» uiw. Peiional verteilt für besondere Auimerkfamkeit bei falicben Teklara« iionen l zum Beispiel bei Siückgut und Ladungen komnit eS des öfteren vor. daß der Absender zu wenig Gewicht angibt: oder: es werden alte Schienen im Frachtbrief angegeben, während es inWirll-chkeii neue sind, weil alte Schienen zu einem billigeren Satze al« neu« befördert werden, oder es werden Einzelteile angegeben und die Ladung besteht in Wirklichkeit au» viel wertvolleren, einen höheien Frachifatz bedingenden Gegenständen, oder: Es stnd Gegen- stände, die der ö s s e n t l i ch e n Bewirlichastung unierliegen. Durch dies« falschen Nachinalionen seilen« der Versender erleidet der FiSku« naturgemäß ungeheure Frachlkostenverluste,«S ent- stehen Verluste an einer Ladung von 6—8000 Mark. Die Esten» bahnverwaltung glaubt nun, durch die Prämien dem Abferli- aungS» und Verkehrs- sowie hauplsächlich dem Ladepersonat mit diesem System einen besonderen A n sp 0 r n zu geben. lEs werden 10 Pro z. vom Frachtunterschied a IS Be- lohnung gewährt.) E» dürste die Oeffentlichkeit inierenieren, daß. wie wir einwandsrei festgestellt haben, aus einer einzigen großen Kasseler Eüierabferiigiiug an einzelne Lade- meist« bzw. Ladeschaifiier bis 400 M a r l in einer W»Äe zu ihrem Gehalt gezahlt wurden, je nach Größe und Anzahl der gemachten Entdeckungen. Wir fragen nun: Wollen wir solch eine.Lotterwiriichast" noch weiter dulden? Ist et nicht jedes Bc- amien und Arbeil« goitverdammie Pflicht und Schuldigkeit, für Abstellung dieser Mißstände zu sorgen? Dafür werden wir doch bezahlt. Od« soll ein-jeder erst durch solch'.S Y st e m" an seine elemenlarjten Pflicht«» erinnert werden? Tie Porgeietzien tollen sich sputen und jeden liniergebenen, der Laschheit in diesen Dingen zeigt, ohne eine besondere Vergütung dafür zu erhalten, zur Ver- antwortung ziehen. Man bedenke: Wenn soviel Gelder auf einer einzigen Dienststelle in einer Woche verschleudert werden, was da« in einem Jahr« im ganzen Reiche ausmacht. Wir verlangen gerechte Enilobnung, verlangen aber auch, daß eine solch' ungerechifertiate ÄliSwersung staailichrr Gelder recht bald aufhört. Es stellt dies Periahren eine geldliche Vergünstigung ein- zeln« Bediensteten gegenüber ihren Kollegen dar,, wa« schließlich berechtigten Mißmut erregen muß. Einige Beaml« und Atbeiler einer släsieler Dienststelle." - Wir bemerken hierzu, daß die Einsender Recht haben, wenn sse fordern, daß e? als Pflicht und Schuldigkeit zu gelten Hai. daß jeder Beamte und Arbeiter des StaaisbeiriebeS U 11 r e g e l- Mäßigkeiten auch ohne Prämie zur Anzeige bringen muß und sie sich durch Unbestechlichkeit auszeichnen müssen. Häiien alle Beamte und Arbeiter dies« Auflassung, dann wäre uns das ge- waltige S ch i e b e r u n w e> en«spart geblieben. Rur durch den unzuverläisigen Teil des Siienbabnperso'nals bat der Riesen- um ia ng der Schiebungen sich ermöglichen lassen. II. E. haben die Prämien doch gute Erfolge gezeitigt, nur die Art ihrer Berreilung befriedigt nicht und erzeugt Nnzulriedenbeit. Es wäre vielleicht besser, wenn die Prämien in eine Kasse kämen. die gemeinnützigen Zwecken dient und wenn am Schluß des- Jabres die Belegichail selbst verwaltend beschließt welche besonderen Prämien diejenigen erhalten sollen, die den"größten Eis« gezeigt haben. Da« mangelnde Pflichtbewußtsein im nötigen Ausmaß zeigt, daß der f 0 z t a l 1 st i s ch« Geist noch bei weitem nicht tief genug die Massen ergriffen hat. Gin dänisch« Kohlentrust. Das KopenSagen« Blatt.Klokken k' meldet von Auficheii«regenden Gerüchten in Kopenhagener Börsenkreisen über die Schaffung eine« dänischen Kohlen- t r u st e». Die Aktien der größten dänischen Kohlengeiellichoit werden von einem daniichen Kohlengroßhändler Alberl Jenien auf- gekauft, der jedoch nur Strohmann für Hugo Stinne« sein soll. Nach der Mitteilung des gleichen Blattes soll Hugo Stinnes ferner Aktien der Christianholiner Fabriken aufkaufen. Spa vor öem lv. Morr�ag, d?n 26. Juli 1926. Am Rezi?r»ii<>stisch:-Fekrenbach. Simons, Koch, v. Tr. Wirih. Hcrmoc-, Gcßlcr. �holz. Präsident Löbc vröffmi btc Sitzung um 5 Uhr 20 Minuten mit einer Ansprache: lindere Auftncrksanikeit während der Tngungspause war gesesscll von den schweren Bctzinguiiqen die unserem Volke in Eva auf- erlegt worden find. Trotzdem wollen w-ir nicht vorichergeiwn an einem:n die Zukunft weftenden Lichtschein, den da- stolze Ab- st im mungSergebuis in S st- und W« st p r e u ß c n für unser Land bedeutet. sL-eblxifter Beifall.) Wciin noch irgend jemand in der Welt geglaubt�fiit, dag der Vertrag von Versailles euoas zu tust hätte mit dein SelhstbestünlnungSoecht der Völker, dem Haben dw wackeren Lst- und Westpreustcn die Wadrlwi t gezeigt. Uns Haben fie die Geivistheit gegoben> daß auch andere» Unrecht, auch andere Perstütze gegii, dieses SeAistbestivimungs recht c i n it wieder gut gemacht werdeii, allerdings nicht mit dem Mittel der Gewalt, sondern durch einen Steg de» Rechts.(Lebhafter anhaltender Beifall.) Tie Neuwahl des Präsidiums. Nach der Geschäftsordnung mutz vier Wochen nach erfolgler Wahl«ne nochmalige Wahl de» Präsidiums stattfiuden. Auf Vorschlag des Abg. Bnrl««e Z.> wird tlbg. Lob«(Soz.) wiederum durch Zuruf zuin Präsidenten de- Reichstag» gewählt. Abg. Mulk'r-H ranken iSaz.i schlägt vor. die drei Vizepräsidenten m einem Wahlgange durch Zuruf zu wählen. Abg. Schultz(Dnat. Vp.>: Wenn wir diesmal bon einem for- wellen Protest gegen die Wahl durch Zuruf Abstand wchmeit, so Sun wir es, weil da- Ergedm» der Wahl nach der ersten Wahl nicht wehr.-weise l hakt sein kann. Die Wiederwahl der bisherigen Vizepräsidenten Dittmanu lkk. Soz.), Dr. Bell(Z.) und Diedrich tDiiat. Vp.) erfolgt dann ohne Widc-rspruck. Auf der. Tagesordnung sieht dann die Besprechung der Konferenz in Spa. Reichskanzler Zpehrrnbach: sfifi werde mich in meinem einleitenden Vortrog auf einige Bemerkungen allgemeiner Natur befchränkeu, weil über die itmzet- lheiten dw Verhandlungen in Spa am besten die Ressort- minister berichten, zumal der Autzenmiuister Dr. Simons, der dtz>. Lerh>rndlung-ii in Sm, vorzugsweise geführt Hat. lkr Hat sie gvnchrt trotz der imendlichen Schwierigkeit der Aufgabe mit aller Hingabe seine» reichen Kännltus, und ich fühle mich verpftich- tat, namens des Kabinetts auch hier in diesem Hause dem Herrn Autzenitz irrftter den herzlichsten Dank auszusprechen.(Beifall.) Viel Neues ist über die Verhandlungen in Spa nicht zu sag.m. Sic wifien alle, datz wir mit einem geringen Matz von Erwartungeu »ach Spa gegangen sind, datz wir Spa als einen schweren Gang angesehen hoben. Wer etwa noch mit einem gewissen Optimismus in die Verkandlungpu eingetreten ist, der wurde sehr bald darüber belehrt, datz es keine Perhandlung war zwischen Gleiche» und Gleichen, sondern datz die Verhandlung messteuteits beruhte auf einem durch ein Ultimatum noch verstärkten Diktat. Im Laufs der Tage hat sich ja die VerhaudlungSart etwa- verbessert, aber es ist doch immer der Eindruck gebliebe»r> datz man nicht mit gleichem lliecht am gleichen Tische tzt, um eine Verständigirnz herbeizuführen. Zweimal sind wir vor die(frage gestellt worden, ob wir die Verhandlungen abb rccheu und damit mit Sicherbeit den Einmarsch der feindlichen Truppen ins Ruhrgebiet herdeisührem wollen. Wir haben uns gen igt, aber wir haben die Anerkennung der Drohung des Ein- jnarsch's ins Ruhrgcbiet verweigert, sowohl bei der Eniwasf- nung wie bei der Kohle nsrage. Es bleibt dat>ei, datz die Durch- führung der Einmarschdrohung einen Gewaltakt bedeuten würde, zu dessen Duldung uns im voraus zu verpflichten wir mit Entschiedenheit abgelehnt haben. Es ist behauptet worden. datz uuler? Rechtslage sich durch die tUil'machirngen in Spa gegenüber dem Versailler Frieden verschlechtert habe. Die' Dele- gaiion iairn sich auf diesen Standpunkt nicht stellen. Eine andere Frage ist eS allerdings, ob rrcht in tatsächlicher Beziehung die Franzosen die Möglichkeit bekommein balien, die Situation durch die Verhandln ngeu in Spck zu ihren Gunsten zu ändern. Wenn sie vorher in Frankftlrt einmarschiert sind, so baten fie das nur auf ihre eigene Verantwortung hin und auch nur auf kurze Zeit. Durch die Verlwndbuugen in Spa ist es ihnen möglich, künf- tig die Mitwirkung der Alliierten zum Einmarsch zu verlangen, und wenn die Alliierten mit zum Einmarsch bereit sind, dann lwiidelt<■» sich nickt mehr um einen einscitige-.i Gewalt- att des einen Teils der Alliierten, sondern um einen Gewalhiki der Gesamtheit der Alliierten. Aber es gibt kein Mittel, diesen Einmarsch ins Ruhrgebiet mit allen seinen ungeheuren politischen Folgen zu verhindern, als die sorafSItiqe Turchsühruna de» versailler Friedensverträge» bzw. der Mmochtkngcn von Spa. Wer etwa der Meinung war, das- es uns gelinge» wurde, wesentliche Milderungen zu erreichen, der ist durch die Verlwndlungen in Spa eine» anderen belehrt worden, und er wird gut daran tun. auf die Zukunft keine Hoffnung zu setzen., sondern die ganze Tatkraft anzuwenden, um da» Ergebnis von Spa auch wirklich zur Ausführung zu bringen, in der Militärfrage sowohl wie in der Kohlenfrng«. Fn der Militärfrage standen wir vor der Tatsache, datz der 10. Juki vor der Türe stand, der Tag, an dem die im Versailler Vertrag vorgesehene Verminderung unserer.Hecresstärke hätte ein- getreten und die' Entwaffnung Hätte durchgeführt sein sollen. Wir haben in kezug aus die Reduktion unserer Reichswehr gut durchgearbeitete Vorschläge gemacht, die es uns ermöglicht hätten, unter Vermeidung von ollen grötzeren Bedenken und Schwierigkeiten allmählich im Verlaufe von fünfviertel Jahren die Verminderung unseres Heeres durchzuführen. Wir haben damit in diesem Um- fange keine ofsenen Ohren gefunden; wir haben nur eine Frist erhalten, immerhin eine Frist von einem halben Jahr«. Was nun die Entivafftning anlangt, liegt es nun so, nn« in dem ganzen dent'chen Volk, in allen Parteien und mit allen Kräften da- für einzusetzen, dieser Forderung unserer Feinde gerecht zu werden. Wenn wir aber in der Eulwasfnung im« noch irgendwelchen Hoff- nungen hingeben, so täuschen wir uns. Wir müssen die Entwafsnung unseres BslkeS vollkommen herbeiführen. Die Wossen gehören in die Hände von denjenigen, die vom Staate zur Ausrechterhaltung der Ordnung berufen sind. lSehr richtig!) E». wird in den nächsten Tagen ibncn alsbald«ine Gesetzesvor- läge zugeben, welche der Ablieferung der Waffen gerecht werden soll. In bczsig auf die Kohlenftage wissen wir ja wohl, datz es eine grotz« Anzahl von Sachverständigen gibt, die der Meinung sind, datz das Abkommen zur Ausführung nicht gebracht werden kann, datz es im Reiche des Unmöglichen liegt. Wir wissen auf der anderen Seite auck>. datz solch« Sachverständige. die Zweifel haben an der Möglichkeit, doch immerhin noch mit der Möglichkeit rechnen, bei Anspannung aller Kräfte, bei dem Gebrauch aller Ausbilfsmittel, die in dieser Beziehung uns geboten werden. Und wenn man vor der'Gefahr steht, die Er- Haltung des Reiches bedroht zu sehen, und das, was uns nnmittel- bar bei der Nichtunterzeicknning dieses Abkommen» über die Kohlen- frage bevorstand, bedenkt, dann ergreift man überhaupt das letzte Mittel, was man glaubt vielleicht im Reich der Möglichkeit zu habe«, um tzem grotzen Unglück für das Baterland vorzubeugen. Wir wissen allerdings, datz es der angespannten Kräfte des ganzen Volkes bedürfen wird, um auch aus diesem Gebiet den An- sorderungen von Spa nachzukommen. Einem kraftvollen Volke ist bei Anspannung der äutzersten Kräfte auch das anscheinend Unmögliche schon möglich geworden. Jetzt bat es das deutsche Volk in der Hand, trotz der sechsjährigen Zerstörung und Zermürbung, zu zeigen, welch grotze körperliche, geistige und mo- ralische Kraft in ihm steckt.(Lebhafter Beifall.) Reichsminifter des Aeutzern Dr. Simons: Das Auswärtige Amt bat aus mein« Anordnung eine Denk- schrist ausgearbeitet, die Ihnen vorliegt. Ter Minister verliest die Liste der Sachverständigen, die injSfa mitgewirkt haben. Für ihre bingcbende Arbeit danke ich den Sachverständige».(Beifall. Das Kabinett hat di« Entschließungen in Spa gebilligt, das Kabinett ist solidarisch. Ich bitte Sie. nickt zn forschen, was die einzelnen Mit- g l i e d e r für ein Votum aligegebc» haben oder ob das eine oder das andere Kabinattsmitglied sich mit Rücktrittsgcdanken getragen hat. Hier steht hinsichtlich des Ergebnisses einer für alle und alle für einen.(Hört, hört!) Für uns war die Konferenz von Spa ein Ringen mit der Entente. Für die Entente war es ein siMvercs Verhandeln um die Beute von Versailles und um die schlvicrigen Probleme der Weltpotitik, immentlich der Oitfragen. In unerhört arv.hc« Leistungen hat Teutschland Waffenstillstand und Friedensvertrag zum Teil erfüllt. Wir haben die Leistungen zusammengestellt, aber noch nicht in die Lesfentlietzkeit gebraeW. Es wird eine Zeit kommen, wo wir es tun. Aber der Friedensvertrag ist in Teutschland nur allzuwenig bekannt und wiro nicht in richtigem Sinne ausgewertet.(Lebhafte Zustimmung.)' Ich habe eizie große Anzahl von Vorträgen in Teutschland gehalten über den Vertrag. Immer lvieder war es dasselbe Bild, datz meine Zu- Hörerschaft über den Inhalt des Vertrages vollkommen er- s ch ü t t e r t war; man hatte nie gewußt, daß der Friedensvertrag derartige Bestimmungen enthält. Man empfand es als nnfatzlich, daß einem Volke so etwas zugemutet werden konnte. Man hat den Friedensvertrag nicht recht ernst genommen. (Sebr wabr?) Niemand bat geglaubt, datz man das in der Not Unterschrieben« auch erfüllen müsse. Unsere Gegner aber nahmen ihn ernst, außerordentlich ernst.(Lebhaftes Sebr richtig!) Da» ist uns in Spa wieder klar geworden. Mir wäre es lieber gewesen, die Urkunde wäre nicht unterschrieben war- oen.(Bewegung.) Jetzt aber, nachdem es geschehen ist, hat es keinen Zweck, Wehe zu schreien über den Schmachfrieden.(Sehr richtig!! Je mehr wir das tun, um so größer wird nur der Vor- irntrs. Jetzt heiß: es, die Zähne zusammenzubeißen.(Zustimmung.) Jedenfalls ist der Friedensvertrag geschlossen nxtrfccn ohne jede Mitwirkung des deutschen Geistes. Er ist geschlossen worden ohne ge- nügende Verücksichtigiing des Vorvertrages vom 5. November. lNll- gemeincs lebhaftes Sehr richtig!) Er ist ein einseitig gefeßtes Ztrafurteil gegen ein allein schuldiges Volk. Wir find aber der Meinung, wenn wir mitschuldig sind, so find wir doch nicht allein schuldig. Wir müssen den Gegner anerkennen als Sieger, nicht aber als Richter. Wir müssen warten, daß eine Instanz, die höher ist. als die Macht unserer Gegner, richtet: die Weltgeschichte wird ihr Urteil sprechen. Die uns auserlegten Leistungen wollen wir so gut ausführen wie wir können. In diesem Geiste müssen wir an die Dinge herangehen. Ter Ver- trag enthält Ziele und Wege, die sich jetzt g e g e n D c u t s ch- land richten, die aber, allgemein aüsgebaut, darüber hin- ausgehen. Ich erinnere an die in ihm niedergelegten Grund- sätze für die internationalen Handelssragen, das inter- nationale Verkehrswesen, das internationale Arbeitsrecht. Diese Grundsätze weisen in die Zukunft. Wir müssen aus diesem Instrument das Beste machen. Vielleicht ist eS auch nicht ohne Wert, datz manche Kreise in Deutschland gezwungen werden zu größerer Svarsawkeit, größerem Fleiß und größerer geistiger Vertiefung. lLebhasic Zustimmung.) Von solchen Gesichts- punkten geleitet ist die deutsche Delegation nach Spa gegangen. Erfolge und Lorbeeren haben wir nicht erwartet. Bezeichnend war, wie man uns in Spa begegnete. Die anderen Delegationen haben unS nicht einmal eines Grußes für würdig ge- halten.(Lebhaftes hört, hört!) Ter Sieger von Spa ist der französische Ministerpräsident M i l I e r a n d. Er Hai bei der Entente eine gewisse Zustimmung gefunden, die ibm bisher fehlte, in Teutschland einzurücken und dadurch ein neues Mittel gegen uns zu finden. Die Zahlenangaben Mille- rands halte ick nicht für richtig: Ferner bat die französische Industrie, was Millerand gleichfalls nicht erwähnt bat, ihre Pro- duktion in dieser Zeit erheblich steigern können. So betrug nach einer neueren Statistik die französisch« Ausfuhr an Geweben in den ersten vier Monaten 1914:-W Millionen, 1919: 925 Millionen, 1920 aber-94 Millionen Frank, m der chemische» Industrie 1914: 70, 1919: 67, 1920; 366 Millionen.(Hört, hört!) Den Ein- marsch wollten wir vermeiden. Seine Folgen wären sehr schwer gewesen. Gewiß hätten die Franzosen die zwei Millionen Tonnen, die wir zugestanden haben, Herausgebolt, aber was würde aus den anderen 7 Millionen, die wir dort fördern, geworden sein? sabo- tage, Generalstreik und andere Wirren hätten die Produktion ge- stört; deshalb hat der itati« irische Minister Sforza ganz recht. Unter allen Umständen wäre die Besetzung ein Tpriing inS Dunkle gewesen. Wir härten diesen Sprung sehr üngcrn geian. Auch die Sachverständigen teilen diese Meinung. Gras Sforza, der sich ebenso loval gegen uns wie gegen seine Freunde verhielt, hat mir außerdem nachdrücklich gesagt, ohne unsere Zustimmung wäre der Einmarsch sicher erfolgt. Deutschland und Frankreich sind mehr als andere Länder wirtschaftlich auseinander a n g e- wiesen. Auch-de? Botschafter Lrnirent erkennt c» an. Er sagte mir: Unser ganze? Bestreben wird dahin gehen, eine wirt- schafilicke Annäherung zwischen Teutschland und Frankreich zu erreichen. Tiefe Annäherung kann jedoch durch gewisse Zwischenfälle unangenehm betroffen wer- den; so z. B. durch den Flaggenzwischenfall vom 14. Juli. Am Ib. wurde uns der Vorfall telegraphisch gemeldet, gleich- zeitig mit der Forderung der Botschaft um Genugtuung. Ich prüfte die einzelnen Punkte dieser Forderung und fand sie Völker- rechtlich begründet. Ich riet deshalb dem Reichskanzler, sie unverzüglich zu erfüllen. Wir sind in einem ähnlichen Falle wäh- rend des Krieges gegenüber Spanien ebenso verfahren und haben andererseits von Columbien dieselbe Genugtuung verlangt, die wir jetzt Frankreich gegeben haben. Leider muß ich sagen, dieser Plan wurde geschädigt durch die Art, wie die Genugtuung gegeben wurde, datz die Truppe in schlechter Kleidung, mit der Mütze usw. antrat. Ich bin der Meinung, datz hier das Reglement versagt bat. Von dieier Auffassung habe ich der Botschaft, aber auch den m i l i- tärischen Stellen Kenntnis gegeben. Von der franzö- fischen Gesandtschast in München wurde ich unmittelbar vor der Abreise nach Spa in Kenntnis gesetzt. Ich erklärte dem Gesandten auf die Mitteilung, datz ich alle Rechte Deutschlands mir vorbehalten müsse, weil die deutsche Verfassung die Bestim- mung enthielte, datz die deutschen Einzellünder ihr Gesandtschafts- recht aufgegeben haben. Mir wurde erwidert, die französische Aus- kassung, die sich auf de« Vertrag von Versailles gründe, gehe der deutschen Verfassung vor. Ich habe die Frage geprüft und der französischen Regierung oiien dargelegt, datz ich ihre Rechtsauf- sassung nicht anerkenne. Nichtsdestoweniger Hai sie während unserer Abwesenheit in Spa Herrn Tord nach München geschickt. Tie Position des Deutschen Reiches ist keineswegs günstig. -Zst die Entente, wie ich vernommen habe, in der Auslegung der- selben Meinung wie Frankreich, so werden wir das weitere ge- schehen lassen müssen. Unmittelbar nach dieser Mitteilung setzte tch mich mit Kabr in Verbindung. Er antwortete mir: Seien Sie überzeugt, daß Bayern sich an die Versafsung halten und keinen Gesandten nach Paris schicken wird, ebenso..daß d e Anwesen- heit de» französischen Gesandten niemals Grund zu Bcsvrgiiissri, geben soll. Ich komme zum dritte» Fall, dem , Fall Torten. Am Soimnbend nachmittag wurde mir ielephornfih mitgeteilt, daß Polizeikommiffare aus Frankfurt und Wiesbaden den Herrn Tone» verbastet, feine Papiere hcschlagnahmt und ihn' nach Leipzig spediert Hätten. Auf meine Frage, woraus sich diese Per- Haftung stütze, wurde geantwortet, aus Grund eines Haftbefehls de» Reichsgerichts. Weiter wurde mir geantwortet, das Auswärtige Amt sei mit der Sache noch nicht hcfaßt worden.(Hört, hört!) Ich halte dos in einer Krage, die uns sosott mit drei vis vier Mächten in Konflikt bringen kann, für eine AuslassuhtU pie künftig besser nicht stattfinden würde.(Sehr richtig!! Ich Hab« mick sofort mit den ui Frage kommenden Stellen in Per- bindung gesetzt, und soviel ich weiß, ist Herr Torten jetzt bereits wieder aus dem Wege n a ck Wiesbaden.(Heiterkeit. Unruh« rechts.! So sorgen deutsche Männer in Unkenntnis Völker- rechtlicher Bestimmungen dafür, datz wir uns eine Abfubr»ach der auderil holen.«Sehr richtig! links.) Noch dem Rheinland-Abkommen haben di« Alliierten das Reckt der Okkupationsmacht in unserem besetzlcn Gebiet, und damit ist es unvereinbar, daß von einem außen- stehenden Hoheitsgebiet aus in dieses besetzte Gebiet hinein Hoheit«- haiedlungen vorgenommenl werden ohne Verbindung mit der Souveränität im besetzten Gebiet. Ich habe diese Frage durch unsere sttechtsabteilung prüfen lassen und habe auch den Reichs ftistizminister um eine Prüfung gebeten. Die Verhaftung Dortens war Völkerrechts tvidrig und muß deshalb genau so zurückgenor>»meir' werden, wie wir Polen vermilaßt Haben, die völlerrechtsandrige �Verhaftung von Dr. v. Holtum zurückzunehmen. (Unruhe rechts:) So wurden wir in Spa gestellt durch die Aus- regit»g, die von Berlin zu uns herüberftutete. Als die deutsche Kompagnie die französiich« Flagge grüßen mußte— glauben Sie mir, es fiel mir nicht leicht, mir diesen Gruß zwischen dem Brau- dcnlnirger Tor und dem Denkmal Friedrichs des Großen vorzn- stellen.(Lachen bei den U. Toz.— Psuiruse und Unruhe rechis.!, da haben der Reichskanzler und ich an den Gräbern unserer Krieger auf dein Friedhof in Spa Kränze niedergelegt.(Beifall.) Uns diese Huldigung ist ohne jeden Zwischenfall verlaufen. Einen Aus- weg hat der engtische Premierminister Lloyd George gefunden. Er hat es natürlich nicht getan aus altruistischem Gefühl für Deutschland(Lachen rechts). Dieser Willensstärke Plann, der sein Volk ans den schwersten Gefahren herausgerissen hat, der einzige Staatsmann, der durch den ganzen furchtbaren Weltkrieg hindurch an leitender Stelle geblieben ist, er hat sicher nicht die Früchte seiner Mühen aus einem sentimentalen Gefühl heraus hergeben wollen. Er war genau so der Vollstrecker des Werkes von Versailles wie alle übrigen. Aber ihm ist eine B e w e gl i ch k c i t des Geistes gegeben, die es ihm erlaubt bat, die deutschen Gegenvorschläge in eine trorm zu bringen, die einerseits dem französischen System angepaßt war und andererseits uns erlaubte, wenn auch mit schwerer Sorge, auf die Forderung der zwei Millionen Tonnen monatlich einzugehen, weil diese Form uns für die Bergarbeiter die Möglichkeit einer Besserung der Lebenshaltung brachte. Hierbei hat er sicher nicht an den Borteil Deutschlands gedacht, aber er besitzt ein gewisses Ver- stön»nis sür die Lage der Bergarbeiter. Nack Zeitungs Meldungen soll die Gesundheit des englischen Premierministers erschüttert sein; wir können nur wnnscken, daß sie sehr bald wiederhergestellt ist (Heiterkeit); denn(mit Betonung) er hat Verständnis für die deutschen Verhältnisse. gelvonuen. Wie die Lösung der O it f r a g e n ohne die Mitwirkung dieses Mannes errolgen könnte, ist mir kaum denkbar. Unseren Botschafter in Rom tverdeu wir stellen, sobald dt« Botschaft dort bereit steht. Ich habe mit dem italienischen Botschafter bereits Fühlung genommen, und ich kann wohl sagen, daß ick volles Per- ständnis und Bereitschaft bei ihm gefunden tzabc. bei der Lösung unserer schlvicrigen Fragen, besondres auch der Wirtschastsfragen. »lltzuwirken. An Ver Saehlag« zwischen uns und Amerika wird sick vor dem März 1921 nickte ändern. Wir haben keine Aussicht auf e>ne materielle Hilfe de« aintlichen Amerikas; durch die Sen- diiiig von M i l ch t ü b« n nach Deutschland denkt aber die amerikanische Bevölkerung, unseren jungen Müttern und Kindern eine bessere Mitchversorgung zu sichern. Als Regierung lönnen wir noch lamz« nickt mit Amerika in der früheren Weise verkehren. Heer Ador schreibt mir nun. er habe mit großer Freidd? gehört, datz das Deutsche Rote Kreuz als eine W o hl t a b r t s st e l! e erfolgreich tätig gewesen sei. Es würde aber jv Zukmrft auf wesentlich«: Unterstützung von seiner Seite nur rechneu können, wenn es seine wesentlich kriegerische Ovganmsativn und Tätigkeit in eine wesentlich friedliche verwandele. Tos ist eine Tür«, die uns geöffnet wird, einzutreten in den Kreis derjenigen Lrganisgtion«». die uns als Gleiche unter Gleichen behandeln.— Wir haben uns trotz allem wenig Angenehmen, was in Spa geschehen ist, doch zu bedanken für die G a st l i ch k e i t d e r belgischen Regie r n n g. Wir haben ein« sebr angenehme, stille, wenn auck durchaus sie- scbeidene Villa gehabt(Lachen rechts); der Herr Generalsekretär der Konferenz hat all«» getan, lvas in setnev Kräfte» stand, iKn im» unsere schwierige Ausgabe zu erleichtevn. Wenn sich beim belgischen Volke noch viel sack Zeicken des frühe cen Hasses gezeigt bave». so sind wir darauf vorbereitet gewesen. Ich glaube aber, der Heß wind nicht ewig dauern. Wir bilden das ilatiinlicbe Hinterland von Belgien, intd das belgische Volk hat ein Interesse an guten Be- ziehnmien mit mis. Rnnmehr wendet sich der Minister z>» den urkundlichen Er- gehnissen der Konferenz. Die Hobe Achtung, di« in Spa zum Ans- druck kam vor der Jickikatnr des Reicksgerichts, war uns wertvoll. Datz Frankreick d->e EntwasfmingSsrag« an hi« erste Stelle setzen würde, war für uns ein« Ueberraschnnz. Unsere Stellung war schwierig wegen der F e st l e g u n a der militärischen Stärke ans 200 000 Mann. Das Heruntergehen von diesem Standen nkt ist schließlich Schritt vor Schritt erfolgt. Wir hatten keinen Rechtsboden gegenüber der Forderung der Entente, sondern nur den Hinweis der Beruning ans die Schwierigkeit. Die Frag« der Sinwobnrr- unp Sickerheitswrhr kam unter dem Driick des Diktat? nicht mehr zur Erörterung. Bei der Umformung der Sicher- beirswebr erwarten wir Sachverständigenrat und Hilfe von der Entente. Tie Vorbereitungen zu einem Herantreten an die Entente in der Beziebung sind im Gange. Das Schwerste ist die Eni- wasfnuiigSfrage. Ein Gesetzentwurf liegt vor und ist dem ReichSrat zugegangen. Von großer Bedeutung für die Entwaffnung ist die Lösung der Ostfragen. Ein Diktat in der Eutwaffnungs- und DesarmierungSfrage hat für die Entente nur einen Sinn, wenn man sich vorher über die Regelung der Ostsragen geeinigt hat. Es war die Pflicht der deutschen Regierung, nachdem der Kampf .zwischen Polen und Rußland sich den deutschen Grenzen genähert hatte, die unbedingte Neutralität Teutschlands auszusprechen. Das ist geschehen.?lber bei dem Mangel an be- waffneter Macht ist«« schwer, dies« Neutralität aufrecht zu er- halten. (Schluß ans der Z. Seite des Hauptblatts.) etc*! RfaocntmeM �riTn3nQCnr.frYanQf«rMir¥» � r-�rvmf-rtn Stantl. Schauspielhaus. (Operetten-Gastspiel) T�ü�h?:1- 0i£ Siraliwiiwe. Musik von Leo Blecti. fiPDßes SeliaDspIellMis. TV�; Lysintrst«(41. Abt., 4. A.) Mit.TJ/j: Lysiälrata(42 A, 4 A.) Deutsches Theater. Lsizte Z Äuiiiraiisen! 8 uhr: feüiDJainpelaiaiiB Kammerspiele. Letzte 5 Äsitfmgen! 8 uhr Die Mbriicke Kleiöfs Scfeflspiclliaus. Fasanenstr. 1(Nähe Mit. Zoo). 8 uhr: BMse tlerPanilora. Theater ues Westens Letzte 5 PaÄif-Oastsp.! disela Werbezirk: s u.: Rabenvater Schiller-Theater. Dans Waßmaim: s uhr: Cer rteni. Leutnant Theater i. C, KönigsiStzerStraße 1/2S Uhr: Geständnis. Komötlienhaus 8 Uhr: Pc&s-kaincr'Ballett. Berliner Theater ' z8 Uhr: Der letzte Walzer l>Ie Tribüne 8 uhr: Banbary. Kleinen Theater. TVjUhr: Elise lenslag Komische Oper mh Die rrmi im Dunkeln. KiU«itHx>iolhaa8 SÄr DffBgetrece Eekehart Äetropol-Thenter. l] Im weißen RBss'l ..cues Central«Theater R Die Dame im krack. \eiieH Opcrettenhan» 7Ll;?Hat«F!'.-P}i5!!tast.Ballett Veue« Volkstheatcr uhr; Die 3 Z'ilffinee Thalia-Theater 7v. u.: Hcheit ilie Tänzerin. Th.amAlolIendortplatx u'? Eine Näeht im Paradies t 1..»,._: � V» 1*____. Theater i. d. Alt. Jukobstr. �/4~ U.; 78/< D!e¥erscl!wund.Pauiine. Walhalla-Theater, 7-/- u.= Die internationale. Hesidenz- Theater. Stadtbahn Jannowitzbrücke. Allabendlich 8 Uhr: Der srnße Erfolg! Die Raschhoffs Sonntag 4: Der trute Ruf. Trianon-Theaterr Bahnhof Friedrichstraße. Allabendlich 8 Uhr: Der große Erfolg! SHasktrade Sonntag 4 Uhr: Störenfried. Rose-Theater. 71/» Uhr: Ein Walzertranra. Circus Busch"■ Gebäude. Tätlich 7'/, Uhr: Gr. SpezfaHtät.-Vorst. _ GroBa Pantomime. Tiisaier Fefies Caprics Friedrich-, Ecke Linienstr. TVa Uhr: Fiimirar-KiärGhen Musikalischer Schwank. Winter- Garten Taglich 7>8 Oir: Variete-Spielplan Rauchen gestattet! APOLLG Theater T'/J j Direkt,(ames Klein. Juli 1920 Maiee lü&aturaj lebende Kunstwerke iMauß tollkühnei TflöESFIHRT Volksbühne Theater am BUIowplatz 7>/2 uhr: Bruder Martin Lessing-Tlieatsr. Sommer spiclzrit AllabcnJlicn 8 Uhr: ReiciisitalL-TliEatfif Täglich 7�z Uhr: Währ. d. Ferien d. Stett. Sänger Vtrielß-VorsL mtd Rncieske Ad 1.8.20 wieder \ Ar...... Uarten u. Saal/ Sonnt, o U. in D.Glas(Uirngfran Deutsches KünstleF-Iliester Heute und- Montag 8 Uhrf Letzte Aufführungen Die bessere Hälfte mit Max Adalbert. Dienstag 8 Uhr.neueinstudiert Klubleute mit Ma» Adalbert. SorameFth. GROSS-ßEHLIff (Klient) Hasenheide 18. Täglich 8 Uhr: Prinz u. Bettlerin Schwesterstück von Krone und Fessel. : Die never; Speriaiil, Ciilotouere! ctieneirerg;; Hauptstr. 121/32. Dir.: E. Krämer. Dienstag. 27. Juli: Als erster Kampf Entscheid un�skampf Kaljer gegen Schwarz.. Nachdem: FöfIs. dBsREzancMamjlies Hociidanengeg-HawlitsCiiski! Nachdem:• Ersksen fittwe j j Aduiirals-Palast ll/i Uhr; Die lustige Puppe. Theater r-m Kottbaser Tor. SJIs-Sängsr TäfrJirh 7s Uhr. d. OngmaJ Leipziger Ftite-Weört- Sänger. Vorverkauf It-P/a v. 4-6 ühr. Potsdamer Str. J8 I Die Banditen v.Äsni�esi mit Hoc l.anda 1 Rclnta. Schünzcl' Tnrmstr. 12 3 lustige Tage. ] Henny Porten j In Der Liebesbrief der| Konigln. Außerdem: Die Berliner Range.[ Lotte Bachs 2. Streich| mit iHilde Wörner.l lAlexanderpI.-Passage! javend.20.JatiFliund.! Reußen zu Grunewald (Union-Klub.k Dienstag, den 27. Jaii, nachm. 3 Uhr 7 Rennen 50 000 M, Belohnungs zahle ich nicht, aber nachweislich die höchsten Preise für GM-, Pittin- und Süberbmch sowie Brillante», Uhren, Zahngebisse usw. n. WIESE Artilleriestraße 30. Wegendringendon OB ariOSaa TT � Mark Bedarfs zahle für K�ICH&uD#<9 I (Freibl.) Fahrt wird vergütet.| T-k..„■Teilzahlung. B Kronen I8M. Plomben /JUinP ZI 1.80. Zahnziehen mit Einspr. höchst : kUlllluv Tan schmerzlind. Umarb.schlechts.Gebisse.Rep. ' Zahnarzt Wolf sof. Potsdamer Str. Sä, Hochb. Sprechz. 0-7 2 Aegirs am Meeresgrund. Mary j ZIMMERMANN 1 V. Dtsch. Opernhaus 1 I in ihren Tänzen f [ u. weitere Sensation Rauchtabak frisch eingetroffen, paketiert und banderoliert,' per Pfd. »8.-, 23.-, S5.-, 26.30, 28.50. 30.- Zi garren Einige 100 Mille erstklassige Fabrikate, banderoliert, von den billigsten bis allerbesten Sorten, äußerst billige Preise: 42.—, 84.—, SO.—, SS.—, 148.—. Fritz A. Ziegler Berlin Großhaiitlinng Berlin Kochstralie 30. Unland 4553. Mift der m- md SleWMel'WMM m« -«eilerime» SeslKlmds.:: SrledMdllms ierli». Am Mittwoch, den 28. Juli 1020, abends 3 Uhr, in der Berliner Bockbranerei, Fidieinstrahe 2—3: Mitglieder-Versammlung Tagesordnunsi � ZS(8 1 Berich! uom BerbunOstog. 2. Zahlsterien-Angelegenheiien. 3. verschiedenes. Anfang pürtltttd).•BSP! SWJ- Mitgliedsbuch legitimiert. Um recht zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ersucht_____ Der Ocfsoocftanb. DHMäJoIctÄtetJnRttiidtttft. Mittwoch, den 28. Juli, abends 6 Uhr, in der Viehhofsbörse, Eldenaer Ztrafte: Schlafzimmer Mitgliederversammlung TageSordating: Berichterstattung über unsere Lohnbewegung. Verschiedenes. SSV" Mitgliedsbuch legitimiert.-HWZ 'Tie Qrtsoerwaltung. Spv-isl-Knzit für Baut- u. alle Harnleiden, Harn- und Blutuntersuchungen. Dr. med. Karl Reinhardt, Potsdamer Straße 117, LutzowJSäise. Sprechstunden:>/z!2— 2, V./i— VilO abds.. Sonnt. i Uhr Aufklärende Broschüre mit Beschreibung sämtl. Heilverfahren in verschl. Kuvert geg. Einsend. v. 2,— M. portofrei Hering-sdorf Sees u. Solbad Der von der Natur mit Hochwald am meisten bevorzugte Badeort der Ostsee.— Kurmusik. Auskunft kostenlos durch die Kurverwaltung oder durch das Cemeindeamt. Kurzeit 1. Juni l»i* 30. September. +MzM gelMe. Mm» i eingmöKele SelllßWU»z- ßüißulcioniHjeßeiißflöißiig. 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Wunden: Lähmungen, somie Kinhertähmuvg; Skoss- wechse'.krankheiten, Zurterkrankheit usw.— Areimiltig« vriefliche und mündliche Auer- � ' kernungen früher vehandelker und geheilter\ jZnkienken, die angaben, vor der Behandlung in ! unserer Anstalt andertveitig ohne Erfolg de- handelt worden zu sein: i. Frau STt. Richter, Bei- Im-Moabif, Waldiirahe 83. Lungeuteiden. Vink- nrmut. Zteroeuschmöche geheilt.— 2. brr Georg Helrrich, Boumschutei wen, Bauuhaiulen- iteof-e 29, II. Lung-nt-tbeu geheilt.— 3. Frau ffi. Blödoru, Eupeuick, Augusle-Btitartastrahe 24. Herz». Leder- u..Rierenteidou miederhott ge- bessert.— 4. Herr K. Enste, Nestau r., Char- leitenburg, Huttenstr. 12. Chronischer Mittel- ehrfolarrh geheilt.— 5. Frai: Grünberg, Mei- szensee, Lindenallee 3. Bon schwerem Ajthmo desreii.— S. Frau M. Zoste, Berlin. Nollendors- straste 40. I. Rheumatismus geheilt.— 7. Herr E. Ehrhardt, Gr.-Lichter'eN/e.«ntgstraße 52a. Chronisches Hästgetentteiden wiederholt er- sotgreich behandett.— jj grau S. Hodorff. \ Bertin, Kolberger Str. 28/29 Verven- u. Knochen- hantentzündunz geheilt.— z. Tran prenst. flantow, Damerowstr. 54. LnngenTtnten in vier lagen vollltöndig geheilt.— tu. Frau E. Herz- ! mann, Schöneberg, Fenrigstraße 61. Eiternde ! Aistet noch Vlinddarmoperotton geheilt.— 11. Herr E. Ritter, Friedenau, Sponholzitraste 56. Von kviegetenttetden geheilt.— 12.' Trau 'IT Rohrmoser, Berlin, Breslauer Str. 1. Alte» tdsöhriges Herztetden geheilt.— t3. Herr m..ruhner.»eintrkeadort-west, Anionienstr. 3. Kiesernereilerung geheilt.— I!(7.an H. Hagel, Sachsenhanseu>ni Oranienburg i. Mark Ankert.- Dinlungeu u. Rrrvev leiden geheilt.— tä. Frau Ww. Zrtkschter, Berlin. Martenburger Straße 48. Darmgeschwutst geheilt.— 16. Flau des Herrn Inspektors 0. Heinrich. Seriin-Friedrichsseide, I Rreoerviehhos. Bon Geb.- Knickung geheilt. \— 17. Herr Erich Bort. Berlin. Haveiberger Str. 15. Bon Züeren- und Blasenteiben, Mastersncht, � atlgem. groher Schmöche geheilt.— 18 Frau Restaur. Hering, Berlin. Schöirbauier Allee 87. Bon Basedowscher Krankheit gehe,».— 19. Frau E. Popp, Beritn-Lichienberg. Sartnerstr. 10. Bon chron. Leiden, HerzschtvSche und Derstopsung gehe!».— 2a. Herr 2!. Schladih, Berlin, Eaprivt- straße 24. Bon Gefichtstupus geheilt: vorher! mit iliabinm erfolglos deyandeit.— 2i. Herr A. Yen- j wia, V.-Borkigwotdo, Srnststr. 25. Von Magen- geschwutsk, verskopfung und Nervenschwache geheil«,— 22 Herr Milchhanditr Eckork, Berlin, «reifenhagener Strage 26. Von gichkisch-rhenma- kischen Sckimerzen in Bein und Fngaeienk ge- heiik.— 23. Herr Gastwirt E. Michaelis» Ehar-\ (Ottenburg, Wallstr. 87. Von chronischem Leber- leiden und Gelbsucht geheilt.— 24. Frau M. ! Knorr. Berlm-Lichteuoerg, Scharnweberstr. 62. Vo»! Herzschwüche, Leberanschwellung geheilt.— 25. Sohn Paul des«etdKirstellers Herrn Wilhelm Haffner, Borlin-Westeud Beamtenhaus. Von schwerem Beinlelden geheilt. Bein sollte ab-| ge.tommen werden. BEB- Briefliche Original-Anerfe« m>» aeheiller Patfrnien stehen im Warfezimmer| der Anstalt ans Wunsdi zur Einficht! Behandiunasramn« für Damen und Herren!— ''" k-------- 8-1, 4-7'st Uhr. * Sprech- und Bchendlnnz-zeit: 8- Sonatag und Feiertag: 9— i Uhr. Hettanstaltsbesiher Profeffor P. Mistelsk)' approbiert im Ausiand «srlln SO IH. Iii-ijrhi-ns>t,'aU« Ivb am Bahnhof dannowitzhrlicke. FILMPALAST PÜDLMANN Schönhauser Alice 148 Ab 30. Julis Das gewaltige Filmwerk „Vom Ariieügr zum Minister" oder„Dem goldene Vlleö" zeitgemäBe Bilder aus den Sturmtagen der Gegenwart MerkurfUm."XÄS. 1545b Zinn und Blei—, L sowie alle Altmetalle kaufen zu höchsten Preisen RfKetaHschmclzwerke, ;-"T*- �" Waldemarstr. 74.— Telephon; Moritzplatz 9955. ZnrtU-kgekehrt: Df« F. Kaiser. Arzt tlir Haurkrankh. topenlcker Str. 36'3g. Sprechz 8 9. 4 6. [Deutsch, u. franz. CogHac-Verschnitt j sowie Weinbrand-Verschaitt I In nur ta. yualltöten In>/,-Ur. 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Gegen T 2 Uhr wurde sie ans der Ehnuffce von Lindow nach Keller noch gesehen, und zwar da, wo der Nönnebecker Weg in die Chaussee einmündet. Seitdem fehlt von Margarete Else jede Spur. Eine Adsuch» rmg der Umgegend der Chaussee und der Lindower Heide war erfolglos. Nachdem das Mädchen Lindow verlassen hatte, ist dar! ein mit 3 Männern besetztes Atnko m Richtung Keller durchgefahren. Dieses Auto hat auch Keller bald darauf pai- fiert. Da die Vermißte noch auf der Ehanffee gesehen worden, in Keller aber nicht eingetroffen und auch nid>t ziirütr- aclehrt ist, besteht dringender Verdacht, daß sie von den Insassen des Autos auigcnommeit und entfiihrt worden ist. In Keller ist das Auto so schnell durchgesahrcn, daß nicht deobaditet worden ist, ob die Vermißte sich darin befand. Das Auto kam anscheinend aus Berlin. Margarete Eise ist 1,50 m groß, untersetzt, hat dunlel» bloub.s Haar, braune Augen, trug langen Zopf. Das Ge biß ist vallständiz, die Zähne sind an der Wurzel grau gerändert. Besonderes Kennzeichen: E'ne dreiediörmige Narbe in Größe einer Erdse'auf der Mille der Stirn über der Nase. Beilcidek war sie mit duntetkariertem Kleid. Ichwarzen Elrlimpien, schwarzen hohen Stieseln, grün- bunter schwarzgeränderter Schürze. An Untertteidmiatrug sie einen weißen Unterrock und gclbfeidenc Schliipshose. Sie hatte eine blauweiß emailliert c Milchkanne und eine schwarze lederne Handtasche, w der sich ein dunkelbrauner Stelnkrug befand, bei sich. Obige Belohnung von 3»« Mark wird demieniqen zitgesichert, der sachdienlid/e Angaben machen kann, die die Erqreisutig der Entführer zur Folge haben. Angaben werden zum Akten- zeichen 4 3 1882. 20 erdeten. Nenrnppin, den 2t. Juli 1920. Der Oberstaatsanwalt. I Verband der Gastwirts' gehMen. Den Kollegen lind Freu»- ! den zur Kenumis, daß I unser Kollege � August Bettkorawicz durch ein tragisches Geschick au» dem Leben geschieden ist. Seil langen Jahren gehörte der Verstorbene unserem Verbände als Vor- standsmilglied an. Seine Tätigkeit als Vorstands- Mitglied hat er in Vorbild» Itcher Weist ausgeübt. Wir verlieren in ihm einen Freund und Mitarbeiter von nie ermüdender Ar- bciiskrast. Seine edle Ge- sinnung sichert ihm bei un» ein dauetndes Andenken. Die Einäscherung findet am Mittwoch, den 28. Juli, nachmittags 4 Uhr, im Krematorium Gcrichtstraße statt. 3017 Die Ortsverwoitung. Danksagung. Allen Freunden'nnd Bekann» tcn, Genossen und Genossinnen. insbesondere der 8. Abteilung, die unserem unvergeßlich iiebett Berstorbeneu in feinen letzten Minuten Hilfe und zu seittev« litsteu Gange Ehre und Aus- merksamkeii erwiesen habe», unseren herzlichsten Dank. Vive. Ma DfOlßiusn und Töchter. 1517b Kupfer*'e9° Wolle. Felle. Säcke, Roßhaare taust zu Höchsitagespreis Pro- ckukteniaxer Denn, Miinz- ilroße 8, Norden 920. Sonnabends geschlossen._* Schöne Augenbrauen lange, schartige Wimpern, heben Blick und Ausdruck. SämcllesWachsfum bewirkt Reichels Plante;- Augen. brauensaft 4-—. Vene- tianisches Augenwaffer vergrößert die Auge«aat* sie strahlend und an vergrößert die Augen, macht sie strahlend und anziehend, ;L 4 lt. 7 M. Otto Reichel. Berlin 43, Eisenbahnstr. 4. Altmetalle Quecksilber, Zahngebiffe, S laiin-, Silberbruch taust It-UkiivarttTaLv I l.» vklMgWW ttl MWsk«l. Aus Grund des§ 52 Absatz 1 des Besitzsteuergesetzes werden hiermit alle Personen mit einem steuerbaren Vermögen van 20 000 M. und darüber, welche nicht zum Wehrdeitrag veranlagt sind, sowie alle Personen, deren Vermögen sich seit dem 1. Januar 1917 um mehr als 10000 M. erhöht hat, im Vor- anlagungsbczirl ausgefordert, die Besitzsteucrertlärung nach dein vorge'chriebencn Formular in der Zeit vom 28. Juni bis 28. Atignst 1920 dem zuständigen Finanzamt schriftlich oder 8-1 Protokoll unter der Verstchenmg abzugeben, daß die Angaben nach bestem Wissen und Gewissen gemacht sind. Andere als die oben bezeichneten Personen sind zu der frei- willigen Abgabe einer Besitzstcuererklärnng berechtigt. Bau dieser Besngnis Gebrauch zu machen, liegt im dringendsten Interesse der Befeiiiafe», um irrtümliche Veranlagungen seitens der Vcranlagnngsbehörden auszuschlietzen. Aufforderung----....„--------,_, Verlangen wird jedem PNich.igen das vorgeschriebene Formular von heule ab im Llmfslolal des zuständigen Finanzamt, und bei den Gemeindebehörden kostenlos vcrabtolgt. Die Einsendung schriftlicher Erklärungen durch die Post ist tulässia aeichicht aber auf Gefahr des Absenders und deshalb zweckmäßig mittels Einschreibebriefes. Mündliche Eeklärungen werden vorn dem zuständigen� Finanzamt während der Ge- schästsswnden von 11-1 Uhr im Amtswlal zu Protokoll ent. gegengenoi.iuim.i� Abgabe der ihm obliegenden Steuerer- Närung versäumt, ist gemäß fj 54 des Vesizstcu-rgesetzes mit Geldstrafe bis zu 500 M. zu der Abgabe anzuhaifeu: auch Hai er einen Zuschlag von 5 bis 10 Proz. der geschuldeten Steuer verwirkt. Wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben in der Besitzsteucrertlärung sind in den 8Z 76, 77 des Besitzstenerge- setzes mit Geldstrafen und gegebencnsalls niu Gefängnis di, zu einem Jahre und mit Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte bedroht. B° r l i n, den 23. Juli 1920. 827® Landcsfinanzamt Groft-Berlin. _ Abteilung 1._ L_ Armeepistoien ob Parabellum Mauser 9 Millimeter kauft und zahlt höchste Preise Uf nioft/p Berlin SW, II■ul5inS)Jlonitnaubonlcnftrdi6 i r Stellengesache Beiomopiefrauen Waschfrauen, Aushilfemädchen. tage- u. stundenweise, monnth, auch mit geuan., zu erfr. im Arbeitsnachweis PerStadt Ver- in, Rückerstr,9, Tel.3798<8-3>.• SteSBenangebote 1 Für unsere täglich erscheinende Zeitung suchen wir einen tüchtigen 230/20 Redakteur (flotten Berichterstatter) zum sofortigen Eintritt. Bewerbungen sind zu richten an Bergmann, Ilanzig Echichaugasse 16. Danziger Volksstimme. ZtsWiMMister für Dreherei und Fräserei von erster Werkzeug- tnaschineniabrik gesucht. 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Ter Gedanke eineS internationalen christlichen Volksbundes, der zuerst allein voy ihm, dann in Gemeinschaft mit Delegationen von Holland, Belgien, Luxemburg, Frankreich, der Schweiz, Oesterreich, der Tschechoslowakei. Ungarn und Deutschland vorgetragen worden sei, habe die günstigste Aufnahme gefunden. Es sei ihm gelungen, mit Politikern in Holland, Belgien und Teutschland eine Verbindung ber-ustellen. Diese Arbeit werde nächstens auf eiuer Reise durch Oesterreich, Ungarn, Spanien und Poriugol vervollständigt werden. Ter Ausschutz beschlotz, der Vorstand der christlichen Volkspartei lder italienischen Partei der„fopotsri". Tie Red.) solle die erste Versammlung des internationalen christlichen Volksbundes zusammenberufen, nachdem er weitere Zustimmungserklärungen er- halten hat. Die Zeitschrist des Bundes wird in ilalienlfcher. fran- zösischer und deutscher Sprache herausgegeben werden. Das Programm öes weißen Terrors. Ungarns Hilfeangebot an Polen. Budapest, 22. Juli.(Verspätet, eingetroffen.) In der Rationalversammlung führte Ministerpräsident Graf Teleki u. a. aus: Ter Zusammenhang zwischen dem Boykott, der Flucht der Volkskommissare, der antiungarischen Aktion und der russischen Offensive ist unverkenn- bar.(?) Ter Boykott ist ein erster Schritt, um an Stelle der geordneten(! Horthy. Die Red.) Staatsgewalt neue Gewalten ein- zusetzen, die erste Flugprqbe einer werdenden Macht gegenüber einem geschwächten Staate. Der Widerstand gegen den Boykott liegt im Interesse jeder geregelten Regierung. Die ungarische Regierung ist stets bereit zu beweisen, datz der Boykottbeschlutz auf einem Irrtum beruht. Europa wird aus Polens Gebieten ernstlich bedroht. Ungarn fordert Europas Unter- stützung für Polen und ist stets gern bereit, der polnischen Brudernation moralische Hilfe zu leisten, möchte jedoch gern auch andere Hilfe gewähren. Das Verhältnis zu den Grotzmächten ist befriedigend. Die Grotz- machte scheinen einzusehen, datz jene Friedensverträge, die Europa den Frieden geben sollen, den beabsichtigten Zweck ohne A e n d e r u n g nicht erreichen. Das dringendste Bedürfnis Ungarns ist die volle Wiederherstellung und Sicherung der Rechts- ordnung(durch den weitzen Terror!Die Red.) Leider weitz das Ausland nicht, was ein fünfjähriger Krieg, zwei Revolutionen, der Bolschewismus und die rumänische Besetzung bedeuten. Die gegen die Freimaurerei getroffenen Matznahmen werden ntttzverstanden; sie richten sich nicht gegen jene humanen Ideen, die die Freimaurer des Westens seinerzeit auf ihre Banner ge- schrieben haben. Gegen bolschewistische Agitationen wird ein Organ, bestehend aus Verwaltungsbeamten, Richtern und Militär, geschaffen werden. Den suspendierten Gewerkschaften wird bezüglich der Arbeiterwohlfahrt und der I n t e r- essenvertretung die volle Freiheit zurückgegeben, bloss(!) der Klassenkirmpf wird untersagt. Die wirtschaftliche Or- ganisserung der Arbeiterschaft wird unterstützt. Tie Finanzlage fordert äutzerste Sparsamkeit, progressive Steuern, eine grohe Vermögensabgabe und stärkste Belastung des Großkapitals. Graf Teleki verspricht ferner eine dauernd unparteiliche Bodenreform, ne grotzzügige VcrwaltungSreform, Sicherung der Interessen det christlichen Gesellschaft, ein grotzzügiacs soziales und Volk?- wobsfabrisprogramm. Sicherung der Rechte der nationalen � iderheiten, Hebung der landwirtschaftlichen Erzeugung, grotze t'"''"osserungSorbklten usw. Ungarn wünscht, ein nützliches Mit- G'iod der europäischen Staatengemeinschaft zu werden. Die Rede wurde mit allgemeiner Zustimmung und lebhaftem Beifall aufgenommen. Polnischer Kriegsbericht. Warschau, 24. Juli. Generalstabsbericht vom 24. Juli. Am 26. Juli ging der Feind im Abschnitt Grodno— Mosty zum allgemeinen Angriff über, gleichzeitig drängte das-Kavalleriekorps, das d-n Rjemen siiMich von Grodno überschritten hatte, gewaltsam nach Norden vor, um unseren linken Flügel abzuschneiden. Nach Kampf wurde die Njrmcn-Linie durch unsere Tivisionen aufgegeben. Gegenwärtig wird auf der Linie Soly— Lunna— Wolpa gekämpft. Auf ddm linken Flügel kämpft unsere Kavallerie und Infanterie mit der feindlichen Kavallerie in der Gegend von Nowi-Twor. Westlich von Mosty liegt die litauische weiße russische Di- Vision, die den Feind nicht auf das südliche Ufer deS Njemen gelangen läßt, und wehrt alle seine Angriffe ab. Der Feind griff am O g i s k i- Kanal wiederholt Telechany an, wurde aber blutig abgewiesen. Bei Rzetschwca(?) wurde in mehrstündigen Kämpfen das M6. und 524. Soivjet-Jnfanterie-Regiment geschlagen. Es wurden 8 Maschinengewehre erbeutet und Gefangene gemacht. Der Feind zieht sich hinter den Styr zurück und hat hier 4 Geschütz« im Flutz versenkt. Die erste Division drängte die 13l. Sowjet- Brigade zurück, machte 1 Gefangene und erbeutete eine ganze bespannte Batterie, einige bespannte Wagen und mehr alS�k) Ma. sckünengewehre. Weiter südlich wurden alle Versuche des Feindes, den Ueberpang über den Styr zu. erzwingen, abgewiesen. Eine größere feindliche Kavallerieabteilung, die bis in unseren Rücken vorgedrungen war, wurde von unserer Kavallerie nach Osten zurückgeworfen. Tie Versuche des Feindes, um jeden Preis den Uebergang über den Zbrucz zu erzwingen.� führten zu heftigen Kämpfen in der Gegend von Trhbuchowce und Wolkowce. Die 12. Infanteriedivision wehrte alle Angriffe mit unVergleich- lichcm Mut unter großen feindlichen Verlusten ab. Der stellvertretende Ehef des Generalstabes Kulinzki. Ter Vormarsch der roten Armee. Kowno, 26. Juli. iTelunion) Nach dem russischen FrontKerickit wurden die in der Näbe von Grodno liegenden Städie Orany. Meretj, M a r r« in s z a n t» z. Bubltjy und Rabund von den rolen Truppen besetzt. In Wilna wurden 15 600 Gefangene gemacht. Die Siadt Lida ist glcichialls von den Russen besetzt worden. � Bon der Südwestsront wird berichtet, datz die roten Truppen im Begriffe sind, den Styr zu üb-nckireiten. Eine grotze Anzahl" von Stellungen wurde südlich der Eisenbahnlinie genommen. Nachdem der ruisische Teil des Distriktes G u tz j a t i n vom Feinde gesäubert wurde, geht man jetzt daran, das gleiche in österreichrschen Gebieten zu tun. Eine neue Note Tschitscherins. London, den 26. Juli.(TU.)..Daily Mail' berichtet, datz T s ch i t s ch e r i n eine n e u e N o t e an die Alliierten gesandt habe, in welcher er die Haltung der russischen Räteregierung bei den kommenden Verhandlungen gegenüber Polen klarlegt. In die, er Note wird die polnische Armee in sehr scharfen Ausdrücken der Be- yon Greueltaten und Verwüstungen während Spa vor öen (Schluß aus der Beilage.) Reichsminister des Aeutzern Dr. Simons(fortfährend): Von der uns von den„Times' vorgeworfenen Obstruktion und Stellungnahme gegen Polen kann gar keine Rede sein: es handelt sich lediglich um einen völkerrechtlichen Tat- bestand. Bei dem angehaltenen Zug handelt es sich um friliere Legionäre. Ter in Marburg angehaltene Zug gehört zu den Aka- terialzügen gemäß, des Vertrages vom 22. Oktober. Es war die Anweisung erteilt worden, derartige Züge nicht mehr anzunehmen. Von der Eisenbahnbetördc erhielten wir die Nachricht, daß dieser Zug deutsckes Gebiet erreicht gehabt hätte vor Eintreffen der er- wähnten Anweisung. Die Neutralitätserklärung ist ein hoch- politischer Akt, der nach unserer Ansicht �— völkerrechtlich ist die Frage umstritten— früheren Verträgen v o r a n st c h t. Es wird streng neutral gebändelt werden.(Zustimmung.) Nach dem Friedensverträge baden wir dickes Maierierl an die E n t e n t e obzu- 'ühren. Es ist bereits die Frage aufgeivotfen worden, ob die Entente nicht beschließen kann, datz wir dieses Material an Polen weitergeben. Eine solche Zumutung würde entschieden gegen den Friedensvertrag verstoßen. Denn dort beitzt es. datz Teutschland das Material abgeben soll, damit es zerstört wird, aber nicht, damit es für einen neuen Waffe»gang bereitsteht. Es ist be- hauptet worden, die Neutralitätserklärung bedeutet eine Anerkennung der r-isfischen Sowjetregierung. Diese Regierung ist bereits feit dem Frieden von Vrcst-LitowSk anerkannt worden.(SÄr richtig!) Seit der Zeit sind die Be- ziehungen zu Rustland wechselvoll gewesen. Nach der Ermordung des Gesandten Mirbach in Moskau haben wir die Beziehungen zu der Sowjet-Regierung abgebrochen, weil es ihr nicht gelang, die Mörder ausmudig zu machen und zu bestrafen. Seit dieser Zeit sind die Beziehungen zu der Soivjet-Regierunq nicht wieder aufgo- nommen worden. Weiter sind wir durch den Versailler Vertrag verpflichtet, auf all« nrsi Rußland abgeschlossenen Verträge V e r- z i ch t zu leisten. Die Tatfache der Anerkennung der Sowiet-Re- gicrung läßt sich dadurch aber nicht zurückschrauben.(Lebhafte Zu- stimmung links.) Im Friedensvertrag ist ferner gesagt worden, datz wir alle Verträge der Entente mit Rußland anzuerkennen kaben. Tarin erblicke ich kein Verbot der Anknüpfung von Beziehungen zu der Sowjet-Regierung. Wir wollen die Sowjet- Regierung nicht als. Paria behandeln, weil uns vielleicht ihre Re- pierungsmetboden nicht passen. Wir sind selbst genügend als Paria behandelt worden, als datz wir uns gegenüber einer andern Regierung ähnlich verhalten könnten. Man kann der Ueberzeuglmg sein, datz in Rutzland eine Uebersparmung der Räteidee stattgefunden hat. Man darf aber nicht verkennen, daß dort eine enorme aufbauend« wirtschaftliche Arbeit geleistet worden ist. (Grotze Unruhe rechts, anhaltende Bewegung links.) Es ist dort «ine Arbeit geleistet worden in der Ueberwindung des E h a o s, die unsere ganz besondere Beachtung verdient. Was dort beispielsweise geschehen ist hinsichtlich der Lösung des Problems, der Vereinheitlichung der Kraftquellen, zeugt von einer Tatkraft, die mustergültig ist.(Anhaltende große Unruhe rechts.'— Zuruf bei den U. Soz.: Das habt Ihr wohl nicht erwartet!) Mir ist es ganz gleich, was Sie erwartet Hadem oder nicht erwartet haben. Ich fühle mich verpflichtet, hier auf Grund völlig objektiver Quellen die Wahrheit zu sagen.(Lebhafte Zustimmung.) Lloyd Georg« hat die Meinung ausgesprochen, datz gegenwärtig eine große Versuchung für Deutschland besteht, sich in die Arme Rußlands zu werfen und dadurch den Versuch zu machen, sich den Verpflichtungen des Versailler Vertrages zu entziehen. Das ist nicht unser« Absicht und kann nicht unser Leitstern sein,'denn wir wollen Teutschland nicht zum Schlachtfeld zwischen dem östlichen Bolschewismus und dem westlichen Imperialismus machen. Wir haben selbst erlebt, was es heißt, den Krieg im Lande haben. Noch einige Worte über Polen. Man sagt uns nach, wir würden«S begrüßen, wenn unter dem rusfischon Druck Polen einfach von der Bildfläche verschwände. Tiefe Mei- nuny muß ich zurückweise n. Wir sind darauf mrgewieftn, mit dem polnischen Volk, das ein« so außerordentlich starke nationale Eigenart und Begciiteruitgsfähgkeit hat, als Nachbar zu leben. Selbst wenn es Sowjetrutzland gelingen würde, Polen wieder unter des Rückzuges beschuldigt. Es scheint, datz die Sowjetregierung i» den Waffcnstillstandbedingungen die P« r a n t w o r t l i eb k c i t Polens für die bolschewistische Offensive und die Art vcr Durch- fühvung der Operationen feststellen wird. Ter angehaltene Munitionszug. Berlin, 26. Juli.(8?TB.) Amtliche Nachrichten bestätigen, datz ein augenscheinlich mit Kriegsmaterial nach Polen be- stimmler Zug au« Koblenz kommend in Marburg angehalten Worten ist. Es bandelt sich offenbar um einen sogenannten.Po, l o n i a- Z u g', d. h. um einem der 155 Züge, die auf Grund de« deutsch-powischen WirtschaitSabkommenS vom 22. Oktober IßtS zum Teil mit miiilöriichen Gütern, zum Teil mit Gütern iür die Zivil- bevölkerung durch Teutschlgnd durchgeführt werden. Die Eisen- bahn-Direktionen haben bereits vor dem Loriall tele- graphische Anweisungen erhalten, derartige Züge nicht mehr anzunehmen; doch scheint dieser Zug beim Eintreffen dieser An- Weisung bereits auf deutschem Gebiet gewesen zu sein. Weitere Weisungen werden ergehen, wenn nähere amtliche Feststellungen über den Jnbalt des ZugeS und den Vorfall vorliegen. Tic unbequeme deutsche Neutralität. Aus dem besetzten Gebiet wird der.Franks. Ztg.' berichtet: Die Franzos en bereiten seit etwa 16 Togen eine Expedition durch Deutschland znr Unterstützung Polens vor und haben für die Beförderung zunächst folgenden Ausweg gesunden: Die Transporte werden angebl'ch für die Ablösung der in Ober- s ch I e s i« n siebenden Truppen auf den Marsch gesetzt. Um auch der eigenen Truppe die wirklichen Ziele zu verschleiern, werden die .ErsatziriU'pen* verschiedenen Formationen entnommen. Vor allem wird Artillerie und Munition geschickt. EinTranspoit von 21 Waggons, der«IS SanitätSzug bezeichnet wurde, ist b e r e i t S a b- gegangen. Die Waggons enthalten in Wirklichkeit jedoch Muni- tion und Maichinengewehie. Ein zweiter TianSport von 18 Wag- gonS geht in den nächsten 43 Stunden ab. Die Begleitmannschaften bestehen au« Unteroffizieren. Ties soll jedoch erst der Anfang sein. Man soll die Entsendung weiterer Transporte im Auge haben und Frankreich soll beabsichtigen, auf diplomatischem Wege vorzu- gehen, wenn es die politische Lage erfordere. Eine interessante ZeftsteUung. Cachin 1917 und 1020. Der französische Genosse Marcel C ach in, Chefredat- teur der.Humanit�". befindet sich zusammen mit dem Gene- ralsekretär der französischen Partei F r o f s a r d feit mehreren Wochen in Moskau, wo sie jetzt am Kongreß det dritten Internationale teilnehmen. In einer Moskauer Dolksver- fammlung war nun der Linksbolschewist Bucharin ziem- lich unsanft mit Cachin verfahren und hatte ihm vorgeworfen, i Reichstage. feinis Souveränität zu bringen, selbst dann wäre«S für uns wichtig, mit den Polen in guten Beziehungen zu leben. Ich glaub« �allerdings, datz Polen eine sehr trübe Zukunft haben würde, wenn es nach dem Rat gewisser Staatsmänner sein« Aufgäbe darin steht, die Barriere zwischen Rutzland und Deutschland zu sein. Ein« bessere Zukunft würde Polen haben, wenn es sich entschließen würde, die Brücke zwischen Rußland und Deutschland zu sein.(Beifall.) Deshalb beklage ich es so, datz eine von unter- geordnrten polnischen Behörden geübt« Politik der Schikane und des Unrechts uns immer wieder zu Repressalien zwingt, die bei normalen Verhältnissen nicht nötig wären. Herr «chedeko. der polnische Geschäftsträger rn Berlin, mit dem ich mich sehr gründlich ausgesprochen habe, ist darin ganz meiner Meinung. Die Besorgnisse der französischen Presse, daß wir Polen mit Krieg überziehen wollten, sind ein« Schimäre. Ich weise solche Behauptungen ausdrücklich zurück. Ich bin begierig, ob bei den Verhandlungen zwischen der Entente und Sowjetrutzland über Polen die Entente wieder denselben Febf" machen wird wie in Versailles, daß sie nämlich ohne Deut- l a n d vorgeht. Wenn die Entente das tut, dann wird htijßt im Osten ein Kartenhaus sein, noch viel w>z« lij" fallsüchtiger als der Friede von Vrrfnilles.zW�W WaS die Festhaltung des österreichischen KriegSgefangrnrntrankpo«OspHUW� besteht ein Vertrag zwischen Oesterreich und Svwict-5" Oesterreich sich verpflichtet, auch politische Gesa Rußland interessiert ist, den Kriegsgefangenentra gliedern. Dieser Vertrag hat selbstverständlich nicht der Entente. Oesterreich hat trotzdem polikischc einem Kriegsgesangenentransport mitgesandt. D Mcklichleit.iunieper Instanzen:st das z u r K.en. scher Behörden und der deutschen Regierung als� vi�dsr.einmal deutsche Behörden zugegriffen hatten, mit dem Auswärtigen Amt in Verbindung zu sehen(Lebhaft-.. HöM-Rufc links,', erfuhr das Auswärtige Amt offtziell davon und miitow| rtoÄtlich den Transport festhalten. Der österreichischen Reckiernng känn ich''den Vorwurf nicht ersparen, daß sie in dieser Sache wioder etwas>«i:f die alten schwarzgelben diploma- tischen F o r in e n' zurückgekommen ist.(Heiterkeit.) Sie hat aoer inzwischen durch ihren Gesandten in vollkommen korrekter Fol in für AufllSruy» gesorgt. Zwischen Oesterreich und uns ist desFall geregelt. Wie weit er zwischen Ungarn, Rutzland und uns grrrgeä wird, hängt wmi dem Schicksal der beiden Personen ab. die älls Henri Transpbrt abgesondert worden sind. Sie sind in sichcrem Gawähnam. chnd soweit es an mir liegt, wird ihnen kein Haar gekrümmt werden.(Zurufe bei den U. Soz.) Je mehr Spektakel darüber gemacht' wird, um so mehr gefährdet man diese Persönlichkeiten. Ein Kurier der ungarischen Regierung ist auf dem Wog« zu uns, um die Auslieferung von Bela Kbun zu verlangen. Stellt sich heraus, datz die Straftaten im Zusammen- bang mit seiner politischen Aktion bestehen, dann wird Bela Khun eben nach derjenigen Seite ans Deutschland herausgeführt werdeck,»ach der er gehen will.— Ich komme zurück aus die KMen. frage. Um diese Lel-ensfrage für unser Wirtschaftsleben gründlich prüfen zu können, haben wir es für richtig gehalten, den Reicks- Wirtschaftsrat noch vor dem Reichstag einzuberufen. Dort haben jetzt die berufenen Sackverständigen gesprochen. ES kämt bei uns -noch viel gespart werden. Wenn wir Ihr Vertrauen erhalten, werden wir nach Genf gehen. Mr hoffen vor dort ein besseres Ergeh nt.�. zurück- zubringen als von Spa. Rechtens ist für uns, datz die Entente in der Wirtschaft uns wie so herunterbringen darf, datz wir leistungS» unfähig werden.(Lebh. Beifall.) Di« Aussprache über die Regierungserklärungen sollen am Dienstag stattfinden. Das.Haus vertagt sich. Dienstag 2 Uhr; Interpellation über die Nichträunrung ost- preußischer Gebiete nach der Abstimmung, Notetat. Aussprache über Spa. Schluß 7V4. Uhr. rfr---------------- j,-------- 1----- 1------------» er sei zur Rsgieruwgszeit Kereruskys zusommen mit A l- bert Thomas nach Rußland gekommen,„um die russi- schen Proletarier leidenschaftlich zum Krieg gegen die „Boches" aufzustacheln". Tie„Humanit6" hatte diese Be- hairptung bestritten und erklärt, Cachin sei damals aus- schließlich zu Jnformationsz wecken nach Ruß- land gefahren, und zwar keineswegs mit Thomas zusammen. Hierauf meldete sich der ziemlich in Vergessenheit ge- roten« Kerensky persönlich zum Worte in einem Briefe an die„Humanist", den das Pariser Organ der russischen Sozialrevolutionäre„lssaur In Rusnie" veröffentlicht, und in dem auf Grund zahlreick>er Tatsachen und Beispiele die Behautptnngen Bucharins b e st ä t i g t und die Ableug- nungsversuche der„Hnmanit6" widerlegt werden. Danach ist Cachin sogar vor Thomas nach Rußland ge- kommen und hat dort genau dieselbe Tätigkeit im Sinne der Fortsetzung des Krieges durch Vorträge und Reden an und hinter der Front entfaltet, wie Thomas. Ke- rcnsky schreibt u. a. wörtlich: Bei seiner Ankunft in Rußland brauchte sich Thomas nur der von Cachin und seinen Kameraden(den sozialistischen Abgeordneten L a s o n t und M o u t e t. Di« Red.) eingeleiteten Propaganda anzuschließen. Cachin und Thomas haben in meiner Gegenwart in mehreren Volksversammlungen vor vielen Taufenden von Zuhörern ge- svrochcn. Namentlich hat sich Cachin mit mir nach Reval im April 1816 begeben und vor mehreren Taufenden Soldaten und Matrosen gesprochen. Seine Rede unterschied sich in keiner Weise von jener Thomas', der gleichfalls in meiner Anwesenheit, im Mai 1917 an der galizischen Front sprach. Beide sprachen für die Fort- scdung des Krieges im Namen des Triumphes der Demokratie." Endlich stellt Kerensky fest, daß Cachin sich mir nach langem Zögern dazu entschloß, dem Plan Kerenskhs, einer Konferenz in Stockholm, zuzustimmen, weil er fürchtete. daß dieser Gedanke der Fortsetzung des Krieges schaden könnt e". Diese Feststellungen Keren'skys sind deshalb sehr iirter- cssant, weil bekanntlich Albert Thomas von der Mehr- heit seiner Partei, zu deren Führern der Chefredakteur der ..Humanit6" wohl gezählt werden darf, geradezu boy- kottiert wird, besonders unter Hinweis auf sein? seiner- zeitige kriegsverlängernd e Propaganda in Rußland. Die heute in der franzöfifchen Partei matzgebende Mehrheitsrichtung möchte am liebsten Thomas tvegen seines „Sozialpatriotismils" ausschließen und somit Proben wasch- echter revolutionärer Gesinnung den Moskauern liefern. Jetzt stein sich aber heraus, datz ihr Führer und Abgesandter genauso.belastet" ist... GewerTchoftsbewegulig verbanüstag der Gärtner unö Gartenarbeiter.' Im Anschluß an zwei Rcferaic vom Vcrbandsvorsitzenden Busch und tKüii Vi.rba»dsrodaktcur R e i n h o l d diskuticrtc der Bcrvaudstag am Montaq über Arbeitsknmpfc, Tarifvcrträze, Arbeitszeit und Arbeitsgemeinschaft. In Tiskussioik spielte auch ein die g c s c t? l i ch c N e g e l u n g der Arbeitszeit beuefsciides, am 17. Juli vom Hanptvorstand niit den Untcriiehinern vereinbartes A b kommen eine Rolle. Es s«eht in der Hauptsache dabin: Tie tägliche Arbeitszeit beträgt in den Landschafts, DekorationS- und Privatgärtnereien sowie in den ch�artenbetrieben von Behörden und Äirchengemciuden 8 Stunden, m den übrigen Gärtnereibetrieben während 4 Monate im Jahre 8 Stunden, während der übrigen. 8 Monate 9 Stunden. Nach Schluß der Tiskussion wurde dies Abkommen mit großer Mehrheit abgelehnt, weil grundsätzlich der allgemeine Achtstundentag ohne Ausnahme gefordert werden müsse.— Nach diesem Beschluß erklärte der Verbandsvorsitzende B u s ch. er könne es nicht verant- Worten, unter diesen Umständen eine Wiederwahl anzunehmen.— Darauf trat in der Mittagspause eine Vertretung der Gaue zu- 'iminen. Ans ihren Antrag wurde nach einer kurzen nochmaligen prednmst beschlossen: Hauptvorstand wird bevollmächtigt, mir Grund seines f|rt ii e ii allgemein verbindlichzu erklären- lrarif abzuschließen und auf diegcsctz- N c g e l u n g der Arbeitszeit z u verzichten. Von j ,,, Gedanken ausgebend, spricht die Generalversammlung dem upwcrstand zhr volles Vertrauen au s." .. Dw Befürworter des Antrages sind der Ansicht, daß gesetz- vom Achtstundentag sehr schwer, tarifliche Ab- Miachüüjjen abcfc jederzeit verbessert werden können.— T-a sich auch Filsch mit dfin angenommenen Antrage einverstanden erklärte, war dex.ttonslikt nach kurzer Zeit erledigt.' Turch einen weiteren Beschluß wird der Allaemciue K Gewerlsch.:stsbjp!.d ap sein dem Nürnberger gegebene? Versprechen, auf einen Ausgleich de eiinnert, da die Löhne der Gärtnereiarbeitc anderer Berufe erheblich zurückstehen. Zum Punkt..Ar b ei t s k ä m p f c" wr Busch cuistiminig angenommen. Sic sagt in Verband hat für die Verbesserung der Lev< Mitglieder,. besonders für die Gleichstellung ih mit den in anderen Berufen geltenden und großen Verschieden heilen in der Bezahlung gelernten, männlichen und weiblichen Arbeil Diese Kämpfe sind i ur im Widerstand gegen zu führen. Die Abwehr des sogenannten 5L sonders harte Kämpie verursachen. Daraus mi vorbereiten und rüsten durch Erziebuna der Mitglieder zu über- zeugten Klassenkämpfern. Ausbau dör Organisation, Tlärkung der Finanzen. Lohn- und Arbeitskäwpse sind nur im engsten Einver- nehmen der Ortsverwaltungen mit der Gau- und Hauptleitung und unter strengster Beachtung der Satzungen durchzusühren. Zum Punkt ,.A r b e i t s g e in e i n s ch a f t" wurde eine längere Erklärung des Referenten Rcinbold angenommen, deren wesent- lichstcr Teil sagte Eine sich aus das ganze Reich erstreckende Arbeits- gcmeinschaft de: Eärtnereibetriebe ist nickt zustande gekommen wegen des Widerstandes großer Unternebmerverbändc. Es ist viel- leicht am zweckmäßigsten, die sogenannte erweiterte Arbeitsgemein- schaft abzulehnen, ibren Umbau zur Tarifeemeinschast aber niög- liehst rasch in die Wege zu leiten. Als Mittel zur Verbesserung unserer Lage ist die Arbeitsgemeinschaft jedenfalls nickt radikal zu verwerfen, sondern geschickt zu benutzen. Nickt, was die llnternebmer von ihr wollen, darf uns beeinflussen, sondern wir müssen ibr unseren Willen gusstempeln. Die Kommission, welche sich mit den von Alb recht vertrete- neu Richtlinien über die Rechtsv e'rhältnissedcrGärtner � beschäftigt bot, legte eine Resolution vor, die von Albrecht darin ab- weicht, daß sie es für notwendig hält, auck jetzt»och den Kampf für die Unkerstelluna der Gärtner unter die Gewerbeordnung zu rühren, bis die sfarderungen der Gärtner durch das in det Ver- iassung gerbcsßenc allgemeine Arbeitsrecht erfüllt sind. Diese Resolution sowie die Albrecktschen Richtlinien wurden dem Vorstand und Beirat als Material überwiesen. Betriebsräte der Afa. Donnerstag, den 29. Juli, abends 7 Ubr, findet in den Musiker- sähen, Kaiser-Wilhelm-Straße 3l, laut Beschluß der letzten Betriebs- räteveriammlung der Afa eine Veriaininliing aller in Aia-Verbänden organisierten Betriebsobleute statt. Das Thema der ToaeSordnung lautet;.Afa, G e w e r k i ch a f t? k o in m i s s i o n. Betriebsräte". Referent ist der Kollege Nörvel von der Afa. Korrestrent der Vorsitzende der Berliner Gewerlschafiskommission. Sabatb. Die Angelegenheit der Einigung zwischen den Siellen. die bisher die Betriebsräte zu eriassen versuchten, soll bei dieser Anaelegenheir anSgiebig erörtert werden. Wichtige Beschlüsse sind zu fassen, die grundlegend sein werden für die weitere Täligkeit der Betriebsräte der Afa. Außerdem wird in der Versammlung die ikeneste Afa-Be- iriebSrätcschrift Nr. 8, die wiederum neue Aiitklärung bringt, um- sonst verteilt. Später wird dieie Schrift nur noch zum Selbstkosten- preis abgegeben. Die Wichtigkeit dieser Versammlung und beion' der« der in ihr zu fassenden Beichliisie verpflichien jedes A'a- Mit- glied einer Betriebsverlretung zu erscheinen. Afa. Ortskartcll Groß- Berlin. Flatau. Reinsberg. Achtunif, S.-P.-D.-BetriebsrLte k Mittwoch 3 Ubr im Jugendkeim, Lindcnstr. 3. 17. Hof 3 Tr.: Sitzung der S.-P.-D.-Betriebsräte der Gruvve Texlil- und Be- klcidungsindustri'e. Vollzähliges Erscheinen unbedingt notwendig. Der Fraktionsvorstand. Zum??enstcrpusterstreik. Inhaber einzelner Geschäftshäuser und Fabriken, die laut Ver« trag verpflichtet sind, von den Glasreinigungsinstituten die Fenster reinigen zu lassen, versuchen ihre Angestellten mit diesen Arbeiten zu beauftragen. Wir möchten speziell darauf aufmerksam machen, daß die Ausführung solcher Arbeiten als Streikbruch zu betrachten sind. Wir richten nochmals an die organisierte- Arbeiterschaft, be- sonders an die Betriebsräte und gewerkichaftlichcii Vertrauensleute die Bitte, uns in diesem schweren Kampf ihre Unterstützung nicht zu versagen. Wer nicht im Besitze einer AuSweiSkarte der Zentral- streikleitung ist, niuß als Streikbrecher betrachtet werden. Die Fenster- und Meisingpntzer stehen nach wie vor bis aus den letzten Mann geschlossen und sehen siegesbewußt der weiteren Entwicklung entgegen. Ter Kampf wird in verschärfter Fornt weitergeführt. Darum nochmals: Hoch die Solidarität! Die Zentralstrciklcitung.__ Vom Reichsverband weiblicher Hausangestellten Tentschlands er- baltcn wir eine Zuschrifr, die sich gegen den vom Zentralvcrband der Hausangestellten in Nr. 3ö3 des.Vorwärts" erhobenen Vorwurf als habe er sich als Strcitbrecheroaent weiblicher Hausangestellten beiätigt. wendet. In der Zuschrift betont genannter Verband: Wir haben 1. keine allg-meinen, sondern persönliche Anschreiben an liniere K-ankenhansmitzlieder gesandt; 2. haben wir darin nickt zum Streikbruch aufgefordert, von einem inszenierten Streik nichts geichrieben, nur dessen Möglichkeit ins Auge gefaßt. Der Wortlaut der an unsere Mitalieder gerichteten Zeilen ist: .Auch wir haben die Notwendigkeit, Ihre finanzielle und Wirt- schaftliche Lage unter ollen Umständen bessern zu belstn. erkannt und uns mit dafür eingesetzt. Trotzdem rechnen wir aber damit. daß Sie sich zur Aiirrechterhaltuna der Hilisarbciten für diejenigen Kranken, deren Leben durch Unteibreckung Jbrer Tätigkeit gefährdet ist, den Starronen weiterbin zur Verfügung stellen. Wir hoffen, daß unsere Anregiina sich durch eine nochmals geplante Veiständiounq mit dcn� Arbeitgebern erübrigen wird, wollen aber aui keinen Fall veriäumen, die Kolleginnen ans die Last ihrer Veranklvortung vom rein menschlichen und christlichen Slandvunkt ans hinzuweisen, die Sie gerade als Frau besonder? l edrücken würde, wenn Sie dos Leben anderer gefährdet wissen... Im nbiiaen ioird in der Zu'chiitt behauvtet. daß der Reicks- verband anläßlich der letzlmaliaen Tari'verhoridliingen mit dem Ver- band der gemeinnützigen.Krankenanstalten für die Hausangestellten eine Lohnerhöhung von 160 Pro>. erzielt habe. Teutscher?ra»Svortorbe!tcrverbnnd. Bcrirk(Srosj-Bcrli». Cr i f e il- b r a n rb c. Seition 7. Laaeiardeiter, Packer..Hausdiener. Kutscher uiw. an? allen Verrieben des Eisen-, Eisenwaren-, Äuhwaren-. Drabt-, Stahl-, Röhren-, Blech-, Emaille-, Haus- und Küchen? eräle-, Oten- und.rderd-, Werkzeug- und Verkzengmaichinenbandels iowie der, Altmetallbandels- firmen. Am 27. Juli, abends 61/, Uhr, findet im großen Saal de? Me- werkichafisbariies, Engelnfer I-Ulo, die Branchen Versammlung(Voll- versammlnngt aller oben aenannten Kollegen nali. Delegierte zur örllickeir Generalversammlung der BczirkSucnval- tnng Groiz-Beriin I Am Donnerstag, den 29. August, abends 7 Uhr, im naal 4 de?.Newerlkchaftshauses". Engcluser 14(15: Ordentliche Generalversammlung pro 17. Ouarlal 1920 Tagesordnung: 1. Mitteilungen. 2. Gelchäsis-. Knncn- und ArbeilSnachivelsbericht vro 1919. 3. Erledigung cingeganqenci Anträge. 4. Geschä'IiichcS'.NitglledSbuch und Legitimatlonskartcn sind am Eingang deS Saale? zweckt tllbstemvcluug vor- zulegen. Wer mit seinen Beiträgen über 8 Wochen im Rückstände ist, hat keinen Zutritt. SpcditionSgewerbe: BeiriebSiäte, Obleute und sonstige jiniktionärc aus allen Betrieben Berlins, Donnerstag. 29. Juli, abendS ö1/, Nhr, bei Böter, Webcrftratze, wichtige Zusammenkunft. Zcntralverbnnd der Angestellten. Fachgruppe 8 und 9(Exvort, Import, Lcdcrwirtschaft): Sitzung der Funktlonäre 28. 7., 7 Ubr, Verbands- burcau. Bellealliancestr. 7/10: Di- neue BcitragScrhöbung.— Fach- gruppe IIa iHolzbandel): Milgliedei versammluna 28. 7., 6 Ubr, Verbands- burcau. Bellcalliaiiceftr. 7/10: Die erneute Erhöhung der Gehaltssätze.— flachariivpe 13<1 CEbcmischcr Kleinhandel): Mitglstderverlammlunq 28. 7., ~'L Ubr. GeiellichafiShaus am Hackrschcn Markt. Rosentbaler Str."S: Der neue Tariivertrag.-�/Fachgruppe 14a sFeinmechanik): Die für Dienstag, den 27. 7., nachm. 2 Uhr, angesetzte Mitgliederversammlung findet nicht statt. Pirnd der technischen Angestellten und Beamten. Fachgruvpcn- ansschub-Z Itzling chemische Industrie in der Geschästsslellc des Bundes Dienstag 7'/. Uhr.— FachgrnpvenauSschuß-Sitzung Holzgewerbc in der Geschäftsstelle' des Bundes Mittwoch 7 Uhr. Soziales. Rechtsprechung in Invaliden-, Alters- und Hinterbliebenenrentensachen. Von den Laiidesversicherungsanstalten und Sonderanstalten wurden 1919: 441 935 berusungsfähige Bescheide erteilt- l1918: 418 2851. Hiervon betrafen: Invaliden- und Krankenrcnten 242 095 11918: 213 427). Altersrenten 47 769(1918: 47 466) und H'ntcrbliebencir bezöge 152 071(1gi8: 157 392). Darunter waren — 7,7 Pro;. Entziebungsbescheide-> 1918: 26999— 12.7 Proz.), 263 a- 0,1 Proz. Bescheide über Ruhen der Rente ll918: 365— 0,2 Proz.) und 1860— 0,8 Proz. sonstig« Bescheide(1918: 2416— ■f,l Proz.); b) Bw den Aliersrcnlcnsachcn 44 266— 92h7 Prozent Fcstsetzungsbeschcide(1918; 43 768— 92,2 Proz.), 316? — 6,5 Proz.?i blch n n n gS besch e ide 11918: 3423— 7L Proz.), 372 — 0,8 Proz. Bescheide über Ruhen der Reute(1918: 258— 0,6» Proz.) und 28 sonstige Bescheide(1918: 17); o bei den.Hinter« bliebenen fachen 140 609— 92,5 Proz. FejtsetzungSbescheidc (1918: 144 876- 92,0 Proz.), 8907— 5,8 Proz. Ablehnungsbescheide(1918: 9904- 6,3 Proz.), 484— 0/i Proz. Entziehungsbescheide(1918: 639— 0,4 Proz.), 142— 0,1 Proz. Bescheide über Ruhen der Rente(1918: 160— 0,1 Proz.) und 1929— 1P Proz. (1918; 1813— 1,2 Proz.) sonstige Bescheide. Tie 152 071 11918: 157 392) Bescheide über Hinterbliebenen- bezüge bezogen sich auf 30 186(24 895) Witwen- oder Wik- wer reinen 85 102( 95 721) Waisenrenten und 6298 (4790) W a i s e n a u s st e u e r. Außerdem wurden 1919: 36 323 (1918: 38 680) Anwartschaftsbescheide erieilt. Gegen Enlscheidungen der Oberversicherungsämlcr aus ein- gelegte Berufungen wurden 1919: 1432 Revisionen anhängig gemacht, die sich auf 1185 Invalidenrenten-, 51 Altersrenten- und 196 Hiiiterblieieneprenie nsachen bezogen. Wie die Rekurse in Unfallsachcn, so haben auch die Revisionen abgenommen; 1915 waren eS 1978, 1916: 2026, 1917: 2200, 1918: 2050. Bon den 1919 anhängig gewordenen Revisionen waren 1329— 92,8 Proz. >1918: 1909— 93,1 Proz.) von den Versicherten und Hinterbliebe- neu und 103:= 7,2 Proz.>1918: 141= 6.9 Proz. von den Ver- sickerungSanstalien usw. eingelegt. Erledigt wurden im Berichtsjahre 1316 Revisionen, die. niedrigste Zahl seil 1915, wo 3319, 1916: 1959, 1917: 2320-ins 1918: 2319 erledigt wurden. Von den erledigten Revisionen wur» den 1060— 80,55 Proz.(1918; 2065— 89,05 Proz.) durch Urteil und 236— 19,45 Proz.(1918: 254— 10,95 Proz.) durch Ver- sügung, Zurücknahme usw. erledigt. Durch die 1060(2065) Ur» teile wurden von den ongesochtenen Urteilen der Oberversiche- rungsäinter 810— 76,4 Proz.(1948: 1585— 76,8 Proz.) bestätigt. 14 zn 1,8 Proz.(1908: 36— 1,7 Proz.) völlig oder teilweise abgeändert und 236— 22,3 Proz.(1918: 444— 21,5 Proz.) an das OberversicherungSamt oder den Vorstand zurückverwiesen. Die Versicherungsanstalten usw. haben bessere Erfolge auf- zuweisen als die Versicherten und ihre Hinterbliebenen. Erstere erzielten bei 27— 54 Proz. von 50 insgesamt erledigten Revisionen Zurückverweisung und bei 1— 2 Proz. völlige oder teil- weise Abänderung, die Versicherten usw. nur bei 209— 20,7 Proz. von 1010 Zurückverweisung und bei 13— 1,2 Proz. völlige oder teilweise Abänderung. » Tic Rechtsprechung des Renchsversicherungsamts in .)! raü f ni ir ersi ch er u ug ssnch cn hat nur geringen Umfang. Es gingen 1919 nur 172(1918: 184) Revisionen Wege nLeistungSonsprüchen und 47(1918: 67) wegen Erstattungs- und Ersatzansprüchen ein, zusammen 219 Revisionen. Bon 235 Revisionen wegen Erstattungsansprüchen wur- den 144(1918: 149i durch Urteil erledigt, an ein« Vorinssanz zuröckverwicseii wurden 54 Revisionen, 24 Revisionen wurden durch Verfügung, Zurücknahme des Rechtsmittels usw. erledigt. Unerledigt blieben 67 Revisionen. Von den 72 Revisionen wegen Erstattungs- und Er- satzansprüchen wurden 48(1918: 53) durch Urteil erledig:. Weitere 7 Revisionen fanden durch Verfügung, Zurücknahme usw. Erledigung. Unerledigt blieben 17 Streitsachen. vortrage, vereine unü Versammlungen. Arbeitslose! Mittwoch. 1 Uhr. siins Arbeitslofenversammluiilten: Gewerk- ichaslsbaus Enlieluscr tö; Königsbank. ölr. Franks. Str.; PharuSsäle. Müller- „ratze; Bötzowbiaucrci, Prenzlauer Berg: Patzenboser Brauerei, Moabit.— Bcrcin bennattreucr Lberschlesier, Ortsgruppe Ncütölln. Veriapim- Dr. Wen! wird über die u n e n t a e I l l i ch e Geburtshilfe spreche». — Ginsteins Relotivitätstheorie lautet das Thema des Lichtbildervor- träges, den Herr Dr. Friedrich Barncwitz Mittwoch 8 Uhr im großen Hörsaal der Treptow-Slernwarle halten wird Eintrittskarten sind vorher an der Kasse der Sternwarte, in der Auskunstsstelle der Steniwarte, Berlin, Unter den Linden 6(Minimax) und an der Abendkasse erhältlich. Mus aller Welt. Wieder ein ZirkuS eingestürzt. Bamberg, 26. Juli. Ein Wirbelsturm warf am Sonnabend das Manegezelt des ZirkuS A I t h o f f um. Der Schaden wird auf 200 000 M. beziffert. Menschenverluste sind nicht zu beklagen. Grostfeucr in Venedig. Venedig, 25. Juli.(Agenzia Stefani.) Heute nackt ist ein Brand im Arsenal ausgebrochen, der auf die Stadtbezirke San Martina und San Francesco übergriff. Viele Familien flüchteten mit Hab und Gut bis nach Riva degli Sckia- voni. Malrosen, Soldaten und Feuerwehr gingen gegen den Brand vor. Da da? M u s e u m b e d r o b i war. wurden seine Kostbarkeiten weageschaffl. Der� Brand griff auf Schuppen mit Sckiffsprovianl über. Fünf Schuppen wurden völlig zerstört. Mittags war der Brand aelöickt._ Beranlw für den ribakt. Teil: T-r. B/rrnkr Peiler, Charloltenlmra: kür Anzeigen: Tb.«locke. Berlin Verla«: BorwSrlö-Berlag Ä. UI. b. H., Berlin. Druck: B.r- Wärls-Buckidruckcrci u. Lerlag-onstalt Paul Singer u. Co.. Berlin, Lmdenstr. z. Hierzu 1 Beilage. Münzstr.24 Erste Etege BERLOWITZ Herrenstiefel Damenstiefel Goodyearwelt