Nr.Z7S�Z7.?ahrgaüg Ausgabe A Nr. 51 Bezugspreis: 55»tffliäl)tl.30,— 31!. frei ins Sans, oottm« zahlbar. Postbezug: Monatlich 10,— M!.. exkI.Au- pellungsgedühr. Uiuer Kreuzband für Deutschland und Oesterreich 16,10 Mk� für das übrige Ausland bei taglich einmal. Zustellung 2136 M. Postde- ftelluugeu nehmen an Oesterreich. Unzarn, Tschecho-Slowakei, Dane- uiari, Solland, auxemdurg, Schweden und die Schweiz.— Eingetragen m die Post-Zeitungs-Preisliste. Der.Vorwärts� mit der Eonmagv beUage„Poll u-ZeiS* erichein» rootbcn- täglich zweimal Sonntags und Man» tags«nmhL Telegramm-Adreffe: »Sozialdemokrat Berlin", Morgen Ausgabe Berliner Dolksblntt (SQPfennifl) AnzeilienpiciS: Die achtgespaltene Sionoareillc.tftle kostel 3.— M.,TeuerungszuschIazö6°/o. »Sleins Wnzelgen-, das iril- gedruckte Won l,— M.(zulässig zwei settgedruckte Wories. jedes weiie,e Wort Sv Pfg. Stellengesuche und Echlafftellenanzeigen das erste Wort 63 Psg. jedes weitere Wort 16 Pia. Worte über 13 Buchstaben ziihlen für zwei Worte. Lenerunaszuschlag 56%. ffamilien-Anzeigen für Abonnenten Zeile 2,— Mv politiiche und ne- wertschastliche Vereins- Anzeigen Z.— Mk. die Zeile ohne Ausschlag. Anzeigen für die ntichste Nummer müssen bis S Ahr nachmittags mi 5?auvtgeschäit, Berlin 628 68, Linden» strasze 3. abgegeben werden. Eeossnet von S Uhr jrülj bis 3 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemohratifcben parte» Deutfcblands Ueüaktion und Expedition: EW. 6S, Linöenftr. 3. aernivrecher: Amt Mortvplav, Nr. 1.�1, SV— ISIS?. Donnerstag, den Ä9. Juli Vonvärts-Veriag G.m. b. h., EW. HS. Lindenstr. 3. Feruiprecker: Amt Moristplak, Nr. 117 53—51. Antwort öes Roten Oberkommandos. Waffenruhe nicht vor öem Z0. Juli. Warschau, 28. Juli. Tie Pvcsscableilung deS Ministeriums des Ariußern teilt mit: Am 26. Juli kam bei der Lbersteu polnischen Heeresleitung folgende vom 25. Juli datierte Depesche aus Moskau an: An die Oberste polnische.Heeresleitung. Auf die Direktiven, die das Obcrlommando der Noten Armee erteilt bat und die in seinen Punkten vom 23. Juli zum Ausdruck kommen, teile ich mit, dast wegen der dauernden Verschiebungen der Arme� an der Front, welche die Perbindungen mit hier erschwerest sowie lmgen der sehr feindlichen Stimmung der weisirussischen Bevölkc- rung gegen die Pertrctcr der polnischen Regierung, die durch die Bcrfcblungcn der polnischen Truppen während der Olku- pation und während de? Rückzuges veranlastt ist und uns rung gegen Verfehlungen der polnischen Truppen während der Okkupation und während des Rückzuges veranlaßt ist und uns zwingt, besondere Vorsichtsmaßregeln zu ergreifen, um mögliche Zufälle bki der Ueberschreitung der Front durch die polnischen Vertreter sowie bei ihrer Weiterreise zu verhindern, ich es für unmöglich h n l t r, ein früheres T a t u m als den 30. Juli für die Ueberschreitung der Front durch Ihre Vertreter— dasselbe Tatum, das im Funkspruch des Generalftabschess der polnischen Truppen vom 22. Juli angegeben ist— festzusetzen. Die dauernden Frontveründerunge» machen eS gleichfalls unmöglich, den genauen Ort für die Uebernahme Ihrer Vertreter zu he- zeichnen, und wir können nur den Weg angeben, ans dem Ihre Ber- treter- die Front überschreiten sollen. Tie Vadn, die in Ihrem bereits erwähnten Telegramm angegeben ist, d. h. die Bahn Bora- u o w i t s ch i— B r c st. ist gewählt worden. Die Ueberschreitung der Front durch Ihre Vertreter wird an dem Punkte dieser Bahn, an dem unsere Vorhuten sich am 30. Juli um die 20. Stunde (8 Uhr abends) befinden werden, zu erfolgen haben. Ihre Vcr- trctcr werden sich unseren Vorhuten unter dem Schutz der weißen Parlamentärflagge nähern. Nach der Uebernahme durch die Front- tr Uppen werden Ihre Vertreter nach Baranowitschi geleitet werden, Wo sie mit Vertretern der Roten Armee zusammentreffen werden. Ter Generalstabschrf der Frontarmce. gez. Tolkaczewsky. Die Presseabteilung ist beauftragt niitzutc'lcn, dast die U n te r> stellung, als ob die polnische Oberste.Heeresleitung den SO. Juli als Datum des Zusa,nmcntreffens bestimmt. bave e r- f u n d c n sei. Polnischersetts sei überhaupt kein bestimmter T e r m: n genannt worden. Fochs Zuversicht. Paris, 28. Juli.(WTB.) Der Sonderberichterstaitcr des „Matin" in Voulogne hat mit Marschall Fach gestern über die Lage Polens gesprochen. Fock sagte ihm. er hoffe zu- der sichtlich, Polen habe die Mittel, die Arfliee an einer bestimmten Stelle festzuhalten. Er habe Polen den Rat gegeben. nicht agressiv zu sein., ober c-Z müsse wüidig bleiben und dürfe sich nicht den Willen des Siegers aufzwingen lassen. Es habe nur zu wollen und es werde nicht besiegt sein. Auch Asersteidschan bolschewistisch. London, 28. Juli.„Time s" meldet aus Konstantinopel, dast A s e r b c i d s ch a n sich vollständig unter b o l s ck e w i st i s ch e r Herrschaft befinde, von den sechs Oberkommiffaren, die das Land jetzt regieren, sind zwei Russen, zwei Georgier und nur die beiden am wenigsten einslustreichen Tartaren. Das Heer besteht beinahe ausschließlich aus Russen, und zwar größtenteils aus Truppenteilen der früheren Astrachan-Armee, sowie der 20. bolschc- wistischen Division. Der Verlauf öer Houlogner Konferenz. Millerand hat der Londoner Konferenz zugestimmt. Paris, 28. Juli. CT. II.) Die Besprechungen zwischen Lloyd George und M i I l e r a n d dauerten genau drei Ctunvcn und toarcn um trO Uhr abends beendet. Der Presse wurden keine offiziellen Btitteiluiigen gemacht, doch erklärte M i l l e- rand den Journalisten, dast die Besprechung sich um zwei Punkte drehte, erstens oie r ü s s i s ch- p o l n i s ch e Frage, zweitens die Bor schu st frage hinsichtlich.Deutschlands. Was die erste Frage betreffe, so wird Lloyd George der Räteregierung mitteilen, dast der Vorschlag einer Einberufung einer inter- nationalen Konferenz n a.ch London zur Regelung der Ostfragen auch die Zuitimmung Millerands gefunden habe. Die Räteregierung mühte aber auf dieser Konferenz in erster Linie die polnische Frage zur Behandlung bringen. Tie übliche»vollkommene Uebereinstimmung". London, 28. Juli,(W. T. B.) L l o Y d G e o r g e sagte bei seiner Rucklvbr nach London, die Besprechung in B o u l o g n e sei n ü tz.- lich und erfolgreich gewesen. Zwischen Frankreich und Eng- land sei eine vollkommene! U c v e r ei n st i m m u n g erzielt worden. Genfs Termin noch unbestimmt. Paris, 28. Juli. kW. T B.) Ter Berichterstatter der Agence Hades meldet auS Boulogne, es sei gestern keine Cent- s ch e i d u n g grtrvsicn Warden über den Zeitpunkt des Zn- sammcntritts der Konferenz von Genf, die die Ausgabe habe, eine erste Prüfung der WicdergutmachungSsragc vorzunchnicii. Lloho George und Milleraud hätten, wie HavaS weiter berichtet, dem alliierten Obcrkommiffiir in Tanzig Sir Reginald Tower In- struktionen gegeben, er möchte sich bemühen, z» verhindern, daß der Versuch der Alliierten, Polen ihren Lcisiand zu leisten, durch politische Akte, wie den Streik der Hafenarbeiter die sich geweigert hätten, die MunitionSschiffc zu entlade», d u r ch- kreuzt werde. Englische Arbeiter nach Tanzig? Dan zig, 28. Juli. Gestern nachmittag hat ein Kommando englischer Soldaten mit der Zl u ö l a d u n g des für P o l e n bestimmten Munitivnsdampfcrs Triton begpiinen. Bei einer Be- sprcchnng des Genetalö Heyking mst den Vertretern der Trans- portarbeiterverbändc wies der General darauf hin, daß eS in Zukunft nicht möglich sein werde, BcsatzungStruppen zu Ar- beitcn im Hasen heranzuziehen. Es würde dann nicht a u s g e- schlössen sein, daß man schließlich englische Arbeiter nach Danzig holen werde. Tie Ententetruppen bleiben im ostdentschen Abstimmungsgebiet! Boulogne, 28. Juli.(Havas.) Millerand und Lloyd George haben aus Grund eines Gutachtens des Marschalls F o ch die gestern von der Botichafterkonserenz getroffene Enischci- dung. die Zurückziehung der britischen und italienischen Truppen aus den Gebieten von Allen st ein und Marien- Werder einzustellen, genehmigt. Millerand, Marschall Fach und Finanzmimster Marial sind gestern abend ebenfalls von Boulogne abgereist. Im Unterbau ie begründete Churchill daS Verbleiben dieser Truppen im Abstimmnngsgebiek mit der militärischen Lage im Osten, 11 Dorten wieder in Wiesbaden. Teutsche Beamte vom Dienst enthoben. W i r s b a d c u, 28. Juli. Tr. Torten ist laut Wiesbadener Zeitung heute vormittag unter sicherem Geleite nach Wiesbaden zurückgekehrt. Frankfurt a. M.. 28. Juki. fEig. Drahtbericht d..Vorwärts".) Aus Wiesbaden wird gemeldet, dast der R e g i c ru n g S p r ä i i- den: sowie der Stellvertretende Polizeipräsident aus Anlast der Dorlen-Asfäre vorläufig ihrer Acmter durch die französischen Behörden enthoben worden seien. Die ßranzofen in Damaskus. Beirut, 23. Juli.(HavaS.) Die Franzose» sind in D a m a S» kuS eingerückt und haben den Bahnhof und die ö f f e n t« lichen Gebäud-e besetzt. Die Truppen fanden auf dem Marsche zahlreiches vom Feinde auf seiner regellosen Flucht zurück- gelassenes Material vor. Am 26. Juli hat sich eine neue R e- gierllng gebildet. General Geybeth teilte General E o u r a u d mtl. dast Emir F e s s a l. der das Land fast bis an den Rand des Abgrundes gebracht habe, aufgehört habe zu r e ggi s r e n. Es solle eine Kriegskontribution von 10 Millionen als Wiedergutmachung für die durch den Feldzug ent- standenen Schäden gezahlt werden. Die Entwaffnung werde in den westlichen Gebieten sofort beginnen. Die Armee werde in eine Polizeitruppe umgewandelt und stark reduziert werden. Das Kriegsmaterial solle an die Franzosen ausgeliefert und die Hauptschuldigen den militärischen Gerichten überantwortet werden.__ Maurice Darres will ins Ruhrgebiet. Köln, 28. Juli. Im.Echo de Paris" schreibt Maurice B a r r ä S: Wir wollen und müssen uns ins Ruhr- gebiet begeben, iim Preußen zu überwachen und zu be- kämpfen. Wir müssen uns mit den Bergleuten(toll wohl heißen: Bcrghcrrcn?) verständigen und auf diese Weise im Rhein- lande eine Plattform finden,__ Strafverfolgung Eifenbergers. München, 28. Juli. In der heutigen öffentlichen Sitzung des Landiags wurde der Antrag der Justizverwaltung auf Ge- nehmigung der Strafverfolgung des kommunistischen Abgeord- neten Eisenberger wegen Hochverrats von sämtlichen bürgerlichen Parteien angenommen. die Wirtschaft der öolfthewiki. Von A. G r i g o r j a n z. In seiner Reste Venn 20. Juli hat der Herr Minister Dr. Simo ns über die tvirtschcistliche Arbeit der Bolschchviti- Regierung in Rustlanst Worte der Anerkennung gesprochen, die er allerdings am Tage darauf wieder so ziemlich wider- rief. Trotzdem bildet jene Aeußernug des Herrn Tr. Simons noch immer.den Gesprächsstoff aller politisch interessierten Kreise, es verlohnt sich also vielleicht, mich an dieser Stelle noch einmal ans den vielberedeten Ausspruch zurückzukommen, der sich, um es gleich zu sagen, mit den Bekundungen führender Sowjetleute sehr schlecht verträgt. Was den Verfasser dieser Zeilen selbst anbetrifft, so sei von vornherein bemerkt, dast es ihm bei allem Widerspruch gegen das bolschewistische Prinzip völlig.fernliegt und stets ferngelegen hat, die Sabotage in Rnsstand zu predigen oder zu frohlocken, dast in Sokvjet-Rußland schlecht gewirt- schaffet wirst. Rur durch die Herstellung steS Friedens irr Rußland kann die Rettung des Landes kommen. Während die Lenin-Parole Bürgerkrieg bis aufs Messer heißt, besteht der einzige Weg, aus der ungeheuren Zerrüttung heraus- zukommen, nach wie vor allein darin, daß aufbaitsnste Arbeit v o n a I_I en geleistet wird. Eine andere Frage ist allerdings, ob die Sowjet-Regierung diese Arbeit zuläßt oder vielmehr bis vor wenigen Monaten zugelassen hat. Der Zufall wollte es so, daß die in Berlin erscheinende „Rote Fahne" in dissen Tagen der Reichstag e-debatte zwei große Artikel aus der Feder des sehr bekamiten Bolsche- wisten R.' Buchaiiu unter der lleberschnst„Ter Stand der Wirtschaft in S ow j e t- R u ßl a n d" brachte. Ticie Artikel stellen nichts anderes als die reine Widerlegung der Thesen des Rechsininisters Tr. Simons dar. Nach dem Minister wäre die Sowjet-Regierung so weit gekommen, daß von ihr die gesamte Energisbelvirtschaftung einer großartigen Lösung entgegengebracht wurde.' Daneben erwähnte der Minister, daß die Sowjet-Regierung es verständen.habe, das wirtschaftliche Chaos zu bannen lind.be- lvnlidernsmerte aufbauende Arbeit zn leisten. Es darf nicht vergessen werden, daß in der Zeit, als die Bolschewik! die Herrschaft angetreten hatten, d. l>. im No- vember 1817, es noch eine russische Industrie, die: diesen Namen verdiente, gab. Der Zerfall Rußlands, seines Staats- und Wirtschaftsorganismus, dann aber die ewigen Kriege mit den gegenrevolutionären Generälen haben dem wirtschaftlichen Leben des ganzen Landes den Todesstoß ver- setzt. Alle Aeußerungen der bohschtwisftschcn Minister, Kam- missare usw. usw. schildern uns, wie die Wirtschaft und die Leistungsfähigkeit der Gesamtheit sowie des einzelnen in den Jahren 1918 und 1919 immer mehr und mehr gesunken waren. Das sind von den Bolschewislen selbst festgenagelte Tatsachen. Aus ihnen ergibt sich aber mit eiserner Konjeanenz die Schlußfolgerung: die Anwendung der bolsckewmi'chen Prinzipien hat es auf keinem Gebiete der w i r t j ch alt- lichen Betätigung zuwege gebracht, die Produktion z» frei- gern lmd zu entfalten. Genau seit einem vollen Jahre sind die Bolsche- wiki wieder im Besitze der Kohlen- und Eiienbergbangebiete, etwas weniger Zeit halten sie auch die Naplfthaqnellen wieder in ihrer Hand. Das hat aber die Lage kaum nennenswert günstig beeinflußt. Wir hören aber jetzt, daß trotz deK riesige Kräfte verzehrenden Krieges gegen Polen die Pro- öllktion in Sowjet-Rußland zwar noch minimal, aber immer- bin eine aufsteigende Tendenz aufzuweisen beginnt. Tb diese Erscheinung trügerisch oder der Beginn eines Ge- fundungsprozesseS ist, kann erst die Zukunft lehren. Wenn die Bolichelviki selbst umimnumden zligcben, das; die Produktion während der Jahre 1918 und 1919 fast aus- gebört hat, und sie mit Nachdruck hervorheben, daß sie sich j e tzt h eb t. so müssen wir dies mit den drei grundlegenden Tatsachen in Verbindung bringen, die von ihnen in den letzten, Monaten geschaffen sind. Ohne auf deren Einschätzung hier näher eingehen zn wollen, seien sie hiermit genannt. Das sind: Schaffung der mr I i t ä r i s ch o r g a n i s i e r t e n Arbeitsarmsen, ferner Beseitigung der s o g e n n n n- t e n Arbeiterkontrolle und Einführung der e i n z e l p c r s ö n l i ch e n Verwaltung der B e- triebe und schließlich die Zulassung von Privatunternehmern. Es soll vier nicht weiter er- örtert werden, welchen unermeßlichen Schaden die Bolsche- wiki durch ihre totsächlichen Wandlungen— die Worte sind zlnu Teil nach die alten— der Idee des Sozialismus zn- gefügt haben. Was speziell die E n e r g i e- und Hei; f r a g e anbe- langt, so sind gerade die erwähnten Artikel Bncharins in dieser Hinsicht außerordentlich interessant. In ihnen wimmelt es nur immer von Charakteristiken, die besagen, daß„der Mangel an Heizmaterial geradezu katastrophal ist". Beion- ders instruktiv ist das Kapitel über das Heizmaterial CMote > Fahne" vom 27. Juli). Darin werden die Fördern»gszablen , aus dem Moskauer Kohlenrevier mitgeteilt, das die ganze > Bolschewisteuzeft hindurch in ihren Händen war, also die Uli- 1 ordnung des Krieges nicht-durchgemacht Hat. Da heißt es in hem Artikel. t»osz die Forderung der Kokten in den ersten > Monaten des Jak res tötb 9,1. während sie in der gleichen .seit l!>19 9.8 und 1929 19,6 Millionen Pud betrug, alio er» 'uhr sie eine gcin) unbedeutende Erhöhung. Dazu schreibt Äucharin dann folgendes: „Diese Erhöhung der Produktion erklärt sich nicht durch eine dcbui'.A"der Produknvität der Arbeit, sondern ausschließlich urch die ungeheure Vermehrung der Arbeiter, leren Z.nt im Jahr? 1B19 sich im Vergleich zum Jahre 1916 der- vierfacht hat und im Jahr: 1929 sicij noch um 11 Proz. vcr- aröhert. Tie Produktivität der Arbeit ist dabei ziemlich i.>t eck! enhurg- Schwerin wurde«ewählt zum Ministerpräsidenten Professor Dr. 8! e i n i! c- Bloch ldeutsch national) mit 2 8 Stimmen, 3 2 weisse Stimmzettel Wurden abgc- erben. Im Anschluss daran erfolgte anf dcutschnetionalcn Antrag die Wahl der Minister. Gewählt wurden AmtsgeHchtörat Gm» l I) r« p c( zum Minister dcs Innern, Fabrikbcsther Dettmann- tBüstrow zum Ainanzminister, Obcrlandeögrrichtsrat W a l t h e r S ch m i d t. üiostock zum Justizministcr, Ockonomicrat Stein- mann- Lalchow bei Plaue zum LandwirtschaftSministcr, Pro- fcffor Dr. 91 e i n(f e- Bloch zum NntcrrichtSminister. Dies Resultat ist ein neuer Erfolg der glorreichen Wstinenz- pol'.ilk der Unabhängigen, die zusammen mit Sozialdemokratie und Demokraten eine Mehrheit bilden konnten, sich dessen aber üagdhast geweigert und so den D e u t s ch n a t i o n a l c n in den Sattel geholfen haben. Wir gratulieren zum Siege! �rbeitslosentumult in Mainz. Mainz, 28. Juli. Heute vormittag versammelten sich etwa 1999 Arbenslose vor dem Stadtbans, die sich mit den Beschlüssen der Stadtverwaltung über die Arbeiislosen-Fürsvrge nicht zu- frieden geben wollten. Da die Menge in das Stadthaus ein« dringen wollte, mußte die in größelenr Aufgebot bcrbeigerufene Polizei von der Waffe Gebrauch machen: sie gab mehrere Schreckschüsse ab. Bon den Polizeibeamten wie den Demon- stranten wurden in dem folgenden Handgemenge niehrere verletzt. Drei Berhairnngen wurden vorgeüommcn. Gegen Mittag war die Ruhe wiederhergestellt. Großer Elektrizitätsftreik in Wien. Wien, 28. Juli. sEigener Drachtbericht des.Vorwärts'.) Ganz unvermutet fehle' heute fnih der Streik der Arbeiter in den ElekirizitätSlverken ein. Die erste Folge davon war. daß die Straßen bahn ausgeschaltet und zum Stillstand gebracht wurde. Die Ursache des Streiks liegt in den Forderungen der Arbeiter nach einer öoprozentigen Erböhung des Grundlohnes. Bei den gestern nachmittag stattgestmdenen Verhandlungen zwischen den Vertretern der sozialdemokratischen Gemeindeverwaltung und dem Metall« arbeiterverband erklärte sich die Gemeinde bereit, den Grundgehalt um 15 Prozent zu erhöhen. Ei» großer Teil der Arbeiter war aber damit nicht einverstanden, und so begann heute früh der Streik. Die Verhandlungen zwischen den Arbeitern und der Ge- meinde Wiens werden sorlgrführt. Das Internationale Arbeitsamt. Wie Albert Thomas Pressevertretern in Genf mitteilt, wird sich der VcrtvaliungSrat des Internationalen Arbeitsamtes am 15. Oktober in Genf versammeln. Warnung vor auslänöisthen Werbern. Ein Befehl an die Reichswehr. TaS Reich-swehrministerlnm bat an die Reichswehr einen Be- fehl erlassen, in dem vor militärischen Werbungen gewarnt wird, die unter patriotischem Deckmantel zurzeit in Deutsch- land betrieben werden. Auf der einen Seite suchen gewissenlose Werber aktive und entlassene Heeresangehörige zur„Bekämpfung des Bolschewismus" geheimnisvollen Formationen zuzuführen. die von Ostpreußen, Baltenland oder Finnland aus gegen daS bolschewistische Rußland zu Felde ziehen solle». Aehnliche Be- strcbnugcn sind scheinbar seitens der s ii d r u s s i sch e n Gegen- revolutionäre ini, Gange, um nch Freiwillige zuzuführen, hierbei scheint der berüchtigte Major Bischof von Ungarn auS seine Hand im Spiele zu haben. Auf der anderen Seite sollen auch die Bol sch e wissen versuchen, für ihre Rcte Armee Leute anzuwerben. Vor allen diesen?lnwcrbuugen wird dringend gewarnt. Sowohl Werbungen f ür weiße wie für roie Garden werden auf das s ch är f st e bekämpft werten. Das Reichswehrgefetz im Reichsrat. Annahme mit«zeringe» Ilcnderungen. Ter Rcichörat nahm ani Mittwoch in öffentlicher Sitzung unter dem Vorsitz des ReichSwehrministcrs Eeßler den Entwurf eines vorläufigen Reichlwehrgesetzes in erster und zweiter Lesung mit ge- ringen Aendemngen an. Im weiteren Verlauf der Sitzung wurden eine Anzahl Vorlagen an die Ausschüsse verwiesen und die Vcrord- nnng zur Abänderung der Postscheckordnuiig angenommen. Schließ- lich stand noch der Eeictzeinwurf über die Erstattung der von den Ländern und Gemeinden den Beamten in den besetzten Gebieten gezahlten Wirtschastsbeihilien tTesatzungszulaLen) auf der Tages- ordnung. Aach Aussprache nahm der Reichsrat die Vorlage gegen eine Stimme an._ postfrayen Im Hauptausschuß. Bei dtd Beratung des Posictats im Hauptautschuß icS Reichstags brachte Abg. Genosse S t c> n k o p f auch die neue Verordnung des Postministcrs über die B camtenrät« zur Sprache. Unter Hintoois auf die einmütige Ablehnung dieser Verordnung durch die gesamte Postbcamienschast der unteren und mittleren Gruppen richtete er an den ReichSpoftminiftcr die Frage, ob dieser bereit sei, die Verordnung zurückzuzieben und eS bis zur Verabschiedung des erwarteten B e n m t e n r ä t c g e s e tz c s bei der jetzigen Rege- hiiig zu belassen. Ter ReichSpoftminisser erwiderte darauf, daß die Verordnung eigentlich gar nicht>n seinem Ministerium, sondern im Mimfteriuui des Innern(!) entstanden sei und daß die gute Absicht des Reichspostminisleriums arg verkannt wcvve. Er sei bereit, die Wahlen zu den Beamtcnräteu, die schon in den nächsten Tagen stattfinden sollten, bis nach Beendigung des SommerurlaubS der Beamten hinauszuschieben, und eS sei zu hosten, daß b's dahin auch schon das Gesetz verabschiedet wird. Im weiteten wurde von der S.-V.-D.-Fraktion nachdrücklich verlangt, bah Eni- lassungen von Hilfspersonal nur in unumgänglich notwendigen Fällen stattfinde» soll. Besonders könne es nicht gebilligt werden, dctß bei Postscheckämtern männliche Hilfskräfle, oft LiriegSteilneh- wer. entlassen werden, uni jungen Mädchen Platz zu machen. Be- ziiglich des ReicktslohntarifS für die VcrkehrSarbciter wurde die be- reit» mitgeteilte S.-P.-D.-Entfchließung angenommen, die sich mit den Aufwendungen für die Arbeiter uns auch mit der Höhergruppie- rung der PerkehrSbeamten einverstanden erklärt. Schließlich wurde noch eine von allen Parteien eingebrachte Entschließung angenommen, welche die Reichsregierung, ersucht, die völlige. Gleichstellung der aus dem M i l i t ä r a n w ä r t c r st a nd hervorgegangenen Poslsclretäre mit den Jivilan Wärtern baldigst durchzuführen. Bei der Beratung des Etat? des ReichsminisseriumS des I n- nern gab Minister Koch eine» Udbervlick über d-ie neuen'im Mi- nistcrium des Innern zu lösenden Ausgaben. Genosse Staats- fekrciär Schulz vervollständigte das Bild durch eine Schilderung der Fragen, iv'llche auf dem Gebiet des Schullvcsen» und der Jugend- für sorge der Lösung harrte». Tie vom Reichsrat gestrichenen E'ellen zur Besetzung des Dezernats tür Bearbeitung der allge- mciten Beamten fragen wurden auf Antrag der S.-P.-D.-Fraktion in den Etat wieder c i n g e st c I l t. Der entlarvte Zweckverbanö. Aufbau-Zentrale und Rcichswchrbrigade III. Zu den Enthüllungen über die Schwindeleien des»Zweck- Verbandes Oberschlesien", dem die sogenannte„Auf- bauzcntrale" und verschiedene Zeitschriften angegliedert waren und der inncrhalv vier Monaten nicht weniger als 1 299 999 Mark für Obcrschlesicn sammelte, um sie in der eigenen Tasche verschwinden zu lassen,«rsahrcn wir: Das offizielle Organ der' sogenannten„Ansbauzcntrale" war die Wochenschrift..Neues Werden", die zwar nur etwa ein Tssitzeiü» wirklicher Abonnenten besaß, dafür aber um so größere Summen verschlang. Als Herausgeber zeichnete ein gewisser Waldemar N ö? l e r- Berlin, bis vor kurzem Rachrichtenofsi- zier in der RcichSwehrbrigodc 3. Als Schriftleiter des Organs fungiert? Dr. Gerhard L i ch t e r- Charlottenburg, der zu gleicher Zeit der Schriftleiter des Organs der Rrichswrhrbrigode 3» der Zeitschrift„Eichenlaub", ist. Auch sonst steht diese Formation m auffallend enger Verbindung mit der Wochenschrift. Suuerzeit leitete ein Hauptmann Slähte, Ehef der Propagandaabteiti.ug der Brigade, Verhandlungen über eine Verbreitung der Zeitschrill innerhalb der Brigade und deren finanzielle Unter- st ü tz u n g durch den Propagandafondö. Auch der aus den Äavp- tagen bekannte Unteroffizier Willi Kiinßcl, der durch seine bald kappircnndiichen, bald kappfeindlichen, aber immer gleich geisi» losen Tichteleirn einen billigen Ruhm errang, steht in innigem Konnex mit den Herausgebern des„Neues Werden".. Zur Charakteristik der Ausbau- und ReichStvchrhekden Rößler und Lichter darf nicht unerwähnt bleiben, daß beide vor Gründung der Wochenschrift sich bereits als Herauszeber bzw. Schriftleiter fc"»„Volksgenossen" versucht haben, einer Zeitschrift, die sie dem „Thristlich-dcmokrafischcn Soldaten bund" durch nicht ganz sauber? GcschäfiSmanöver zhi entreißen verstanden hatten. lLichtet denun- zierte den damaligen Leiter des„Volksgenossen" kurzerhand als Spartakiftenfrrund.) Das Unternehmen verschwand bald von der Bildfläche. Die Druckerei des„Bolksgenossen" aber wartet heute noch aus die Einlösung prolongierter und fälliger Wechsel. Selb i- verständlich gebärdet« sich Dr. Lichter in diesem»Volksgenossen" durchaus demokratisch, während rr im„Eichenlaub" der Reaktion ein hohes Lied der Liebe fang, so daß der„Vorwärts" sich seiner- zeit genötigt sah, auf diese Verhetzung der Rcichsivchr aufmerksam zu mache». Als das.Vos?Sgcnossen"-Unternehmcn verkracht war, bemüh- trn sich Rößler und Lichter, ein„L e b c tt§ a n s k u n f t S- und Berat un gS am t", die sogenannte„Lulm". ins Leben zu rufen. Man ciimoarf eisten phantastischen Plan, der allein 30 Dezeruaie vorsah, mietete einen Geschäftsraum, engagierte Akquisiteure, die auf ihr Gehali warten konnten, und suchte Verbindung mit dem Hauptmann Schmude, dessen SiedlnngSunternehmen im Braun- kohlenrevier als gute Reklame verwendet werden sollte. Aber auch dieses Unternehmen scheiterte. So versuchten d'ese Jndustvieritter ihr Glück, bis sie endlich im„Zwcckverband Oberschlesien" geschäftstüchtiger« Gesinnungsgenossen gefunden hatten und nun bald auf der Glücksleiter zwei- felhaften Unternehmertums von einer Stufe zur andern klommen. Aukfallenld an diesem Schwindelunternehmen ist vor allem der Zusammenhang zwischen ldein Enthüllten und gewissen militä- rischen Stellen, die' sich während des Kapp-Putsches in ein nicht gerade sehr günstiges Licht gestellt haben. Werden dem Reichs- wehrminijter nun endlich die Augen einmal darüber aufgeben, daß unter den sogenannten Kappiiten nicht nur Heilige und Mär- tvrer ibrer Ueberzengung sind, sondern zum großen Teil jene Individuen, die stets da zu finden sind, wo ihnen der höhere Lohn wirkt's Ter KleinwohnnngSbou in Bavern'. Der Finanzausschuß des bayerischen Landtages lehnte die Regierungsvorlage aus Getvabrung von 55 999 999 Vi. zur Förderung der Kleinwohnungsbauien ab und beschloß zunächst nur29MillionenMarkzu bewilligen. Wie der Vertreter des Finanzministeriums mitteilte, hat Baqern der Retchsreflierung mitgeteilt, daß eS der rrichsgrfehlidirn Rege- lunz der Mietssteuer tviderfpricht und verlangt, daß die Mietssteuer. aus derrm Ertrag die Mittel für die WohnungSbauten beschafft werden sollen, den Ländern vorbehalten werden soll. Ehrfurcht. Von Paul Gietmann. Worte gleichen Münzen, die wir verausgaben, obne besonders auf ihre Prägung zu achten. Wenn eine Münze neu ist. so besieht man wohl auch manchmal die Zeichnung, ober daS abgegriffene Getd geht achtlos, und ztiin Zweck der Zahlung, von Hand zu Hand. Genatt so ist's mit der Sprache. Neue Worte überraschen, werden kriiisiett. bekämpft, wie zum Beispiel das Wort „Ausstand", das erst im Jahr 1889 entstanden ist, aber nach kurzer Zeit geht es unanfsüllig in den Besitz der Allgemeinheit über. Worte habe ihre Geschichte. Aus der Sprache lasten sich überraschende psychologische Schlüsse auf ein Volk im allgemeinen oder auf den Geist«incs Zeitalters ziehen. Ein großer Teil unserer Hanpiworter ist bekanntlich durch Uebetsetzungen fremden Sprachen entlehnt worden. Wa» vom Volk angenommen, was abgewiesen worden ist. das kennzeichnet seine jeweilige Gesinnung. Wenn, wie behauptet wird, kein anderes Volk einen gleich sinnvollen Ausdnick für den Begriff Gemütlichkeit besitzt, ein Wort, das erst im achtzehnten Jahrhundert geprägt worden ist und daS so ganz den Bürgergeist des Rokoko atmet, so gebraucht hingegen lein anderes Voll eine Bezeichnung wie Ehrfurcht. Ehrfurcht, ist für mich das häßlichste Wort der deutschen Sprache. Ich ehre, aber ich fürchte mich nicht vor dem zu Ehrenden. Andere Rationen wenden dafür das Wort Reipekr an, was soviel wie Be- acktung, Edrerbietung heißt. Aber die Furcht verbindet sich ihnen nicht mit der Ergebenheit. Nur der Deutsche hat in seiner Sprache bisher zugleich geehrt und gesürchtet. Die Ilriprungszeit jenes Wortes hersetzt uns zugleich in die Entstehnngszeit der deutschen Knechtseligteit, seinir politischen Ohnmacht und Unreife, die sich durch die Jahrhunderte fortgeerbt hat und eine der Ursachen unseres Zusammenbruchs geworden ist. E s ist die Zeit nach dein dreißigjähtigen Krieg, die Zeit der größten Zerrissenheit und der Tyrannenberrfchaft der kleinen Fürstentünier. Damals erstarb der Deutsche, wie noch lange nachher in allernnter- tänigster Ehrfurcht vor seinem Borgesetzten, seinem Befehlshaber. feinem Fürsten. Seine Ehierbietung war mit fchlotteindrr Furcht gepaart. Damals wurde England nach Enthauptung seines Königs Republik. Der deutsche Untertan aber war noch lange der Spiel- ball von Fürstenlaunen, ließ sich mißhandeln, verkaufen, ver- schenken. GryphitiS, der nach einigen der Erfinder deS Worte» Ehr« furcht gewesen sein soll, war als Dichter ein aufrechter Mann. Aber welche Gesinnung von feiten der Zeitgenosien war ersorder- lich, um dieses abscheuliche Wort willig der Umgangssprache ein- zuoerleiben. Der.charaktervolle Mann bezeugt seine Ehrung gern der durch besondere Berdienste allSgezeichneten Persönlichkeit. Wer fremde Verdienste nicht willig anerkennt, wer nicht loben kann, der ist arm an Gefühl oder ein Neidhammel. Wer aber innerlich einen Mcn- schen fürchtet, den er äußerlich ehrt, der ist ein Sklave. Solche Sklaven waren wir Deutsche bis in die jüngste Zeit. Was empfand der Turchschnittsbürger vor der Offiziers- und Beämtenuniform? Ehrsurcht.' Der Vorgesetzte, mochte eS auch das minderwertigste Subjekt fein, flößte, kraft seiner Autorität, Ehrfurcht ein. Diese Ehrfurcht hinderte ein- große Menge, eine eigene Meinung zu haben, zwang sie in den Bann frechen DünketS. raubte ihr jede Fähigkeit zu selbständigem Handeln. Ter Begriff der Ehrfurcht ist in der Tat eine überraschend vollkommene Um« Ichreibtiilg einer Geistesverfassung, der ein großer Teil unseres Volkes verfallen war. Der durch und durch undemokratische Geist des deutschen Bürgertums deckt sich vollständig mit der in jenem Wort enthaltene» Gesinnung. Ter Ausspruch:.Air Deutsche fürchten Gott und sonst nichts in der Welt" gefiel dem deutschen Bürger nur wegen seiner inneren Unwahrhastigkeit. In Wirllichkeit fürchtete der Deutsche alles, was er zugleich ehrte: den Monarchen, den Vorgesetzten, die Polizei, den Aesellschastökomment. Die freie Hingabe eines freien Mannet gehörte zu den Ausnahmen. Selbst die Auslegung des Pflichtbegriff« durch seinen größten Denker. Kant, war nicht frei von den Einflüssen jenes Dämons der UnPersönlichkeit und der Ehrfurcht. gort mit jenem häßlichen, überlebte» Wort! Ehre, wem Ehre gebührt, aber weg mit der Furcht vor einem mit uns strebenden Mensche». Achtung, Wertschätzung, ja. aber nicht Ehrsurcht. Wenn Goethe, einer der freiesten Deutschen, aber doch noch in mancher Konvention seiner Zeit befangen, Ehrfurcht von der Jugend ver« langt, so fordern wir. Söhne eines demokratischen Zeitalters, Achtung und Anerkennung. Air betämvfen alle Privilegien, entstammen sie nun auS der Geburt, aus Besitz oder Stellung, aus dem Dogma irgendeiner abergläubischen Verehrung genießenden.höheren' Bildung, wie der zu EoeiheS Zeit noch herrschenden sogenannten llassiiche«. Wir ersterben nicht mehr in Ehrfurcht, wir beugen uns nicht mehr vor einem gnädigen Herrn, wir verachten jene Gesinnung, die sich in den. dem AuStänder rätselhaften Worten ausdrückt:»Der Vorderausgang ist nur für die Herrschaften." Air kenuen lein« Herrschaften mehr. Aeg.mit der EhrfurchU Bei Frau Holle. Ans Kassel wird uns geschrieben: Bei HilgaS- bau sc», unweit von Bad Sooden, i st'S. Int Borgeländ: des klotzigen Wisscncr. In Büchern und aus Karte» steht Hoher Meißner. Hier. angesichts dc» Cstschutze» vom Hesienlaud. trotzt, in einem Busch Versteckt, nur dem Kundigen leicht findbar, ein steiler Dolomit- f eisen, der Höllenstein, mit einer Höhle, die des Hesscnlandes größte ist. Dorthin bin ich an einen, heißen Ferieniage gen>rndert. Mitten im Grünen hemmt ein kleiner See mit klarem Wasser. Der VoltS- mund nennt ihn einen heiligen Tee. Sein Wasser soll grmrdloZ sein, aber heilsam. Wer davon winkt und Zanberspciiclfe kennt, der gesundet. Alte Leu'e, die noch Sitten und Gebräuche der Voreltern wissen, werfen, wenn sie an dieses Wasser kommen, a!S Opfergabe Blumen hinein. Alibeinooste steine bilden eine wuchtige Treppe, und vor dem Höhleneingang ruht ein mächtiger Opferste-n, über dem die Wipfel der Buchen ihre Zweige zusammenschlagen. Mit einer Fackel dringe ich in die dunkle Hoble ein. Dos. Magnesiumlicht sprüht und beleuchtet große bestaubt? FelSblöcke. Einen neben dem anderen. Sic türmen sich zu einer Tempeltreppt empor. Bis an die riesige Wölbung der Hoble reicht sie heran. Die Höhle, die den Namen Holle»höhle führt, ist fast dreißig Meter breit, fünfzig Mceir lang und bis zu fiiufzebn Metern hoch. Tropfen, unsichtbare, fallen klabschend auf das Gestein. Diese monotone Geistermusik begleitet beim Abstieg. Durch die niedere Höhten Pforte schimmert lichtes Grün. Da regt sieti die Phantasie, und sie führt zurück in grau« Zeit. Die Kotten verelirleii hier die Fveya, die Frau Holle Wenn sie bei Beginn deS FrtchtiichS zum Gotterkul'e nach dieser Höhle zogen, dann.. So. wie ich setz* ans der Höhte heraustrete, muß einst- mals der Priester emporgestiegen sein ans Licht; segnend erhob er die Arm« iit-er die Scharen, die Blumen auf den Opfcrstcirt legten, sein Blick wandte sich zum Himmelsblau und den grünenden WaMtergcn da drüben! Hier ist auch die Stelle, wo da? Märchen von der Gold- und Pech ma rie spielt. Di« Brüder Grimm haben eS in lieblicher Form aufgezeichnet. Ter Staub drinnen im Heiligtum ließ mir den Gebauten kommen, daß cS heute kein? fleißigen Gold- mavieche» mebr gibt...1 Auch in der HollenhShle im H ollen- stein bi-mcht scheinbar die Dienskbotennot! Die alt« Kultstätte fit, wie gesagt, nur wenig bekannt. Selbst im Hess«ul«nd wissen nickt viele d.rvon, und darüber hinaus erst recht nicht. Und doch habe ich selten eine gthtzimmM-llere, eine schönere gesehen. __ Rudolf Hcynemann. -Ter erst« Freissudeutentag nach dem Kriege wnd vam St. jftuü Si« 2. August in Rarburg a. d. Lahn stattfinden. Er soll die Oreanisation ver stetstndent.ichen Beltrcbungen den nute» Lerbäl'.nisien an den.'och- schulen anpassen und da» Arbeitsprogramm für die nächste Zeit fesltcgen. Tie tiriien Eintrittspreise»er StaatStbeater sind mmmch-- solgcndermaßen Icstgejetzi worden: für die Oper: Große Mjttelloge 50 R.. 'jrcmdentoge Seite 49 R., Crchesterloge 10 M, L Rang 2om 35 w. I. Rang Vulkan 35 S«., Parkett 1—8 Reibe 35 R., Parfe.l ab g Reibe 30 R. II. Rang 29 M.. III. Rang 12 R, IV, Rang«ihplah Q vR. ev*. A-e... f«,4» O COJ �»1 v» ßS»Ti sessel 20 R., Parkett 15 M.. Parkettloge 15 M..-Sallonloge 10 M., Baikon- ieffcl 10 R., II. Balkon 5 M., II. Ballon ProjzenutmStogc 3 M ,'(Laterie 1,�0 M. Theater. Fm Thealee am Nollendarsplatz geht am 1.«usust. nachm. 3't, litzr. die Posse»Der Juxbaroif w Szene. Zur Neichsadleedislnifiou zwilchen dem ReichSkunftwart imd feinen Kritikern meint et» Einjender, eS sei doch ganz gleichgültig, wie der neue Reichsadler aussehe, da er von den republikanisch?!, Brijörden ebenso wenig eingesührt werden dürste wie elwii die Ichwgrzrolaelbe Fabne. Die Reichs- wehr inarichieri. die Schiii« aus den deiUjcben(Sewalseri: sabren unier den Fahnen schwarzmeizrot und io dürste auch der alle Aoler noch ein sa langes Leben haben, wie eS(ich für Adler gehört. «ReichgüIIig g-m, gewiß nicht! Wie harniäcklg auch der Wiberst.'ud der Gestrigen demi'iistrieren mag. Abwebrorbeit durch illtkgeS Ren'chaiien ist demgegenüber das einzige, tvaö der Bermmjt genügen kann. Auch m llcmen Tingen. Nr. Z7S 4 Z7. Jahrgang Seilage öes Vorwärts Donnerstag, 29. Juli mo GroßGerlln Das öinöemittel. Zerschnitten schien uns schon das TüSel, Das Töpfchen klafft, von Simons arg zerhauen. Nun aber hat der brave Stresemichel Geschleimt, Und alles, alles ist geleimt! Kritik, so lehrt er. ist noch kein Mißtrauen. Verjüngt wie Apfjodrile aus dem Bade Steigt aus Debatten der Regierungsblock. •Ad hoc Siegt über Meinungsdifferenz die Suade. Deutschland zerbricht? Hetman der Bajuvaren Wird Heim? Bor den Gefahren des Zerfalles Kann Deutschland nur ein Mann bewahren: Stresemichel, Leimt, klebt und kittet alles. Mich, von Lindenhecken. Notstanüsarbeiter unü Erwerbslose. Von der von Tag zu Tag wieder größer werdenden Arbeitslosigkeit tvcrdcn insbesondere Gemeinden und die Mitglieder der Gemeinden, die starte Arbciterbevölteruirg haben, schwer betroffen; so insbesondere Neukölln. Um die allergrößte Not zu lindern hat Neukölln bereits seit langer Zeit groß- zügige Rotstandsarbeiten eingeleitet. Tic Notstands. arbeiten, die daneben kulturellen Wert schaffen, werden i n eigener Regie ausgeführt und dienen hauptsächlich dem Zweck, Arbeitern, die durch längere Erwerbslosigkeit in Not geraten sind, . v orüb ergehend einige Erleichtcruirg zu verschaffen. Ta in der letzten Zeit nun immer mehr Familienväter lange Zeit arbeitslos werden und hierdurch Frauen und Kinder großen Entbehrungen ausgesetzt sind, die umfangreichen Notstandsarbeiien aber nicht mehr erweitert werden können, hat der Magistrat bc- schlösse», daß unverheiratete Notstandsarbeiter, die für nie- inmrdcn zu sorgen haben und die bereits längere Zeit Arbeit gc- habt haben, derartigen bedürftigen Familienvätern Platz machen sollen. Im einzelnen bestinimt der Beschluß:„Bei den Nolstandsarbeiiten sind alle unverheirateten Arbeiter, die über ein halbes Jahr beschäftigt sind,, beginnend mit denen, die eine 14 monatliche Arbeilsdauer hinter sich haben, in bestimmte» Zeitabschnitten zu entlassen. Für jed-n entlassenen unverheirateten Ar- arbetter soll sofort ein verheirateter Arbeiter, der längere Zeit arbeitslos ist, eingestellt werden. Zinn Ausgleich von Unbilligkeiten soll eine Kommission, bestehend aus Magi- stratsmitglicdcrn,.Stadtverordneten, Vertretern der Notstands- arbsiter und Arbeitsloser gebildet werden, die jede Beschwerde, ins- besondere ob ein lediger Arl-eitcr als Versorger von Angehörigen in Äerracht kommt, nachprüft." Nachdem der Mc-gistrat sich schlüssig gewordm, war, wurde so- fori mit Vertretern der Notstandsarbeiter über diese Maßnahme Rücksprache genommen., Vollilversäm iiiTu n g"7 oTin tT t<5 e t Bei rl cb s- rätc Neuköllns hat nun ge'gen drinBeschluß des Magistrats Stellung genommen und dagegen protestiert, weil es sich um In- t r i g c n des Magistrats handele. Dieser Vorwurf muß zurückgewiesen werden, denn nur d i c dringende Rot von Familienvätern Irwr zu diesem Beschlüsse Veranlassung gewesen und die Erkenntnis, daß das So- ItdaritätSgefühl der Arbeiter verlangt, daß junge ledige Arbeiter, die für niemanden zu sorgen haben, besonders wenn sie viele Monate beschäftigt gewesen sind,, auch einmal den schwcr- leidendcn fccrhciratet.ni Arbeitskollegen Platz innchcit. Wenn in vielen Privatbetrieben die Arbeitszeit sogar wesentlich verkürzt wird, weil sich ein großer Teil der, Arbeiterschaft aus Solidarität auf den Standpunkt stellt, selbst Entbehrungen auf sich zu nehmen, um die Zahl der Arbeitslosen nicht noch zu vermehren, sg muß der Gemeinde die Freiheit bleiben, bei Notstandsarbeiten, d. h. bei Arbeiten, die nur zur Behebung der allergrößten Not in Angriff genommen sind, zunächst d i e Arbeiter zu berücksichtigen, die mit ihren Fronen und Kindern am meisten leiden und entbehren. Fest steht, daß ein lediger Arbeitet: leichter den Arbeitsort wechseln kann, als ein verheirateter; fest steht auch, daß ein Lediger unter der Arbottslosigeit nicht so qualvoll leidet, wie ein Familienvater, dessen Frau und hungrige Kinder täglich der- langend an ihn herantreten. Der Magistrat, der einmütig beschlossen hat, den einmal ge- faßten Beschluß zur Durchführung zu bringen, hat die Ueberzen- gixng, daß die übergroße Mehrzahl der Bewohner Neuköllns, insbe- sondere der arbeitenden Bevölkerung, den Entschluß verstehe», ihn gerecht beurteilen und billigen wird. Wer die Verhältnisse in Neu- kölln kennt, wird wissen, daß hinter dem Beschluß keine Macht- gelü st e, sondern nur der Wille und der Wunsch, die allergrößte Not zu bescitigen. Wir begrüßen den von großem Verständnis für die soziale Not der Arbeitslosen und ihrer Familien zeugender Beschluß des Neu- löllner Magistrats, und unterschreiben jedes Wort der oben wieder- gegebenen Begründung. Nur böser Wille und brutaler Egoismus können in dieser nachahmenswerten Maßnahme eine Intrige sehen. Eine Mahnung au die Hausbesitzer. Die Berlftter Hausbesitzer habe» sckon so oft angekündigt, mit den„äußersten Mitteln" die Abschaftung oder Aenderung der Höchstmictenverordniing zu erreichen, biß wir ihre Drohung vom Dienstag nicht mehr ernst nehmen. Sie wollen jetzt, wenn das Wohlfahrtsmiuisterium und die Preußische Regierung nicht sofort mit ihnen zur Beratung ihrer Forderungen zusammentreten, nicht nur ihre Ehrenämter in bor Stadt Berlin ttiedcrlegen, sondern auch die öffentlich-rechtlichen Abgaben nicht mehr leiste n. Die JL'ueterichaft wivd sich damit abfinden, denn ihr kann daraus kein schaden erwachsen. Diese Meinung kommt auch in der„Vossischen Zeitung" zum Ausdruck, die die Drohung der Hausbesitzer als ein Spiel ni i t dem Feuer bezeichnet und folgende sehr beachtenswerte Mahnung an dieselben richret: „Der Bund der Berliner Grundl>esitzcr-Vercine und sein Vorsitzender haben mit dieser kategorischen Forderung bewiesen, daß sie sehr schlechte Diplomaten sind. Weder die Siaaisrcgierung noch Herr Stegerwaldt werden sich durch 'Drohungen einschüchtern lassen; der Streik wäre das t hör ich- teste Mittel, um die Forderung einer Aufhebung der Ber- ordnung durchzuführen. Wer würde durch die Einstellung der Zahlungen getroffen werden? Doch wich: die Preußische Regie- rimg und der Wohlfahrtsministcr, sondere» einzig und allein die Swdt Berlin, und diese hat die Bfteterschutzverordnung und die Höchstmieteverordnung weder erlassen noch begünstigt. Glaubt denn der Bund der Grundbesitzer, daß der M.tgistrnt gegen einen Vermieterstreik machtlos ist? Ein Aufruf an den Säulen, und nicht kl) v. H. der Mieter würden den Mietzins abführen. Ter gestern gefaßte Beschluß scheint uns wenig überlegt zu sein, seine Ausführung tonnte vou katastrophalen Folge« begleitet und der Vermieter der Leidtragende, fein? Wir find' überzeugt, daß die Organisation der Vermieter nur auf eine sehr kleine Gefolgschaft rechnen kann; die -überwiegende-. Mehrzahl-der Hausbesitze,- wird- die- Anfforderung zu einem Zahku.igsstreu able h ne u. Dem Vorstände des Her». ...... liner Br.n'deZ''äbcr"mochtesi"lvir im"Jnterepe' der Erhaltung feiner Organisation den gutgemeinten Rat geben, seine Mit» glieder triebt auf einen Weg zu führen, der für den gesamten Berliner Hausbesitz sehr verhängnisvoll werden könnte." Der„Berliner Volkszeimng" schreibt zu der Entschließung der Hausbesitzer u. a.: „Die Drohung der Herren Hauswirte ist nicht e r n st zu nehmen. Sie sollten doch einmal ihre Worte in die Tai ' umsetzen, vielleicht würde man dann endlich die 2!£ittcl und Wege finden, um nftt einer endgültigen Regeln n g d e s Hausbesitzes den Anfang zu machen. Durch dtc_ Niederlegung der Ehrenämter von feiten der Hausbesitzer würde den Kommunen sicher kein Nachteil entstehen, denn diese Aemter beruhen zum größten Teil out dem ehemaligen Hausbesitzer- Privileg. Tie Mieter sind imstande und willig, die städtischen Ehrenämter zu übernehmen." Auch wir wünschen lebhaft, daß die Hausbesitzer endlich einmal ihren Worten Taten folgen lassen. Die Sozialisierung des Hausbesitzes wäre u. E. eine sehr wirksame und begrüßens- werte Antwort. Wir bezweifeln allerdings, daß die Herren den Mut zur Tat aufbringen, glauben vielmehr, daß sie es vorziehen, sich weiterhin— lächerlich zu machen. Tie Kanalisation im neuen Berlin. Von den 8 Stadtgemeinden. 59 Landgemeinden und 27 Guts- bezirken mit einer Geiamifläckiengrüße von 877,68 echra. die die neue Siadigemeinde Berlin bilden werden, sind bereits 8 Stadtgemeinden. 32 Landgemeinden und 4 Gutsbezirkc mit einer Fläche von 483,73 rchro mit Kanalisationseinrichtungen v e r s e b e n. während der Rest von 27 Laiidgemeinden und 23 Gulsbeziiken mit einer Fläche von 3S3.93 gbrn noch unkanaliiterl ist. In runden Zahlen sind also von 9 Flächenteilen der EinheftSgemeinde 5 mit Kanalisation verleben. Von den 44 lanaiisierteii Gemeinden be- nutzen 19 ihre Rieselfelder oder sonstigen Kläranlagen allein, während 9 weilere sie gemeinsam mit den übrigen 2ä betreiben, mit denen sie sich zu K a n a l i s a t i o n s v e r b ü n d e n zusammen» geschlossen haben. Aus der Mordchronik. In der außerordentlich komplizierten Mordsache W o l f n e r ist neuerdings ermittelt worden, daß die Aetberslaschc von der Firma Riedel stammt und zur Lieferung au die C h a r t t e gehürie. Sic war im Juni 1919 an diese geliefert und muß, ehe sie i» die Hände der Mörder gelangte geöfftist worden sein, denn es fehlte der Originalpfropfen. Heute wird an den Litfaßsäulen das Fat- s i m i l i e der Eintragung des Mörders in das Fremdenbuch des Hotels erscheinen. Neu ist, daß am 23. Juli die Kriminalpolizei von einer Frau telephoiliich benachrichtigt wurde, daß sie am Vortage ein Tele- p h o n g e s p r ä ch belauscht habe, iu dem von e i n e m z u b c- gehenden Morde die Rede war. Dieses Gespräch wurde bovzcftig vom Amt getrennt. Ein nochmaliger Anruf erfolgie nicht. Tie Anruferin wird gebeten, sich unverzüglich bei der Kri- minalpolizei zu melden. Auch sollte sich der P a p i er>v a r e n- Händler melden, bei dem am 22. von einer Frau ein Feldpost- kürton gekauft wurde. * Der geheimnisvolle Todesfall in der Winterieldtstr. 7 hat sich aufgeklärt. Tie tot aufgefundeno Helene Lö fr l e r hat durch Selbstmord geendet Ihr Liebhaber wurde festgenommen, da er schon feit längerer Zeil gesucht wird. Tic juristischc Sprechstunde findet heute stat! Riescufeuerwerk im Stadion. Am Dienstag, den 3., und Donnerstag, den 5. August, findet im Deutschen Stadion Giunewald ein R i c> e n f e u e r w e r k slait. Zum erstenmal in dieser Größe ausgeführl vom Pyroiechiiiket C. Arnheim-Hannover-Bring. Das Feuerwerk umfaßt sechs Fronten mir sämtlichen pyrotechniichen Neuheiten, Brenn- datier eine Stunde. Beginn bei Eintritt der Tuntelheit 9 Uhr. Kasienöffnung 6 Uhr. Von öb- Uhr großes Mitilärkonzerl. Ver- stärkter Bahnverkehr zu und vom Stadion auf allen Linien. Vor- verkauf der EmtriliSkarteii in iömtlichen Theaierkasien von A. Wen- heim. Preiie der Plätze: Stehplatz"6 Mt., Sitzplatz und Wandel» gang kst.Mk., Logenplatz 2ä Mk.. einschl. Steuer. Zur Steuerung der Wohnungsnot fordert der Voritand de- deutschen Siädtetages in einer dringenden Eingabe an das bleich-:-- arbettsmitiisterium die unverzügliche Abänderung der Bestimmun- gen des Reichsrates vom 19. Januar 1929 über die Gewäh- r u n g von Darlehen aus Reich s m i t t e l n z u r S ch � f- fung neuer Wohnungen. Die Einheitssätze sollen unbc- dingt den jetzigen Materialpreisen und Lohnen angepaßt und beweglich gestaltet werden. In allererster Linie komme es jetzt darauf an, daß dort, wo die' Wohnungsnot am b r e n- n e n d st e n ist, gebaut wird. Penfionsstellen für 8— lljährige Kinder. Das Jugendpflege- amt hat noch für 8— 14jährige Kinder der Stadt Berlin eine größere Zahl von Penfionsstellen an der See und im Ge- birgc zu besetzen. Die Peiijumspreise belragcn 6—12 M, säg- 931 Segen der Cröe. Roman von Knut Hamsun. Axel fängt ein Gespräch mit dem zornigen Krämer an irnd fragt:„Seid Ihr a»? der Jagd?"—„Ja, wenn ich ihn nur getroffen hätte!" antwortete Aromen.—„Wen hättet Ihr denn gerne getroffen?"—„Wen denn sonst, als den Mann, d„r mich und alle hier herum ins Verderben bringt? Ten Mann, der seinen Berg nicht verkaufen will und weder Bewegung, noch Handel, noch Geld unter dre Leute kommen läßt."—„Meint Ihr den Geißler?"—„Ja, gerade den Kerl meine ich. Er müßte erschossen werden!"— Axel lacht und sagt:„Ter Geißlcr war jetzt vor wenigen Tagen in der Stadt,"da hättet Ihr ihn treffen können. Aber nach meiner geringen Meinung glaube ich nicht, daß Ihr den Mann da- für verantwortlich machen solltet."—„Warum nicht?" fragte Aronsen wütend.—„Ich fürchte, er wäre etwas zu uner- gründlich und zu hochangesehen für Euch."— Sie stritten eine Weile darüber, und Aronsen wurde immer hertlger. Zum Schluß fragte Axel im Scherz:„Va, Ihr werdet uns hier im Oedland doch nickt stehen lassen und ganz von hier sortziehen wollen?"—„Meinst du etwa, ich wolle liier in euren Sümpfen verfaulen und nicht einmal den Tabak für meine Pfeife verdienen?" rief Aronsen ärgerlich.„Wenn du mir einen Käufer verschaffst, so vevkanse ich auf der Stell'.'."—„Einen Käufer?" rief Axel...Auf Eurem Grund- stück ist� guter Baden, wenn Jbr ihn bebauen wolltet. Bei der Größe des Grundstücks nährt es seinen Mann."—„Tu hörst doch, daß ick nicht in der Erde graben mag!" rief Aronsen , wieder in den Sturm hinaus.„Ich kann etwas Besseres tun."— Axel meinte, ein Käufer werde wobl zu finden sein, aber Aronsen verhöhnte diu bloßen Gedanken daran.„Im ganzen Oedland ist kein einziger Mann, der mich auszahlen könnte."—.„Nein, nicht gerode-hier im Oedland. Aber es. g-bt noch andere."�—„Ach. hier ist nichts als Armut und Elend!" rief Aronsen wütend.„Ja, das mag sein. Aber der Jsak auf Sellanraa könnte Euch seiden Tag auszablen." sagte Axel beleidigt.--„Das glaub' ich nicht." entgegnete Aronsen.—..Es ist mir gleichgültig, was Ihr glaubt," sagte Axel und wollte weitergehen.— Aber Aronsen rief ihm nach: Wart' dock einen� Augenblick! Meinst du wirklich, Jstck könnte mich von Slorborg freimachen?"—„Ja," erwiderte Arel.„Von fünf Storborg, was das Geld und die Mittel anbelangt. Aronsen war beim Aufstieg UIN Sellanraa liernmge- gangen, jetzt ans deni Heimweg ging er hinein und hatte eine Unterredung mit Jsak.„Nein," sagte Jsak und schüttelte mir den Kopf.„Daran Hab' ich noch nie gedacht und Hab' es auch nicht iin Sinn."— Aber als Elesens an Weih machten nach Hause kam, war Isaf nickst mehr ganz so ablehnend. Er selbst hatte jedenfalls noch nie so etwas Verrücktes gebärt, wie Storborg zu kaufen, dieser Einfall wäre ibm jedenfalls nicht selbst gekommen, wenn aber Eleseus meinte, das Geschäft sei etwas für ihn, dann konnte man sich die Sache ja überlegen. Eleseus selbst schwankte. Er war nicht dafür, aber auch nicht dagegen. Blieb er jetzt zu Hause, so war es gewisser- maßen mit ihm aus und vorbei; das Oedland war nicht die Stadt. Im Herbst, als die Leute sick drunten im Dorf zum Termin stellen mußten, vertnied er es, sich zu zeigen, er hatte keine Lust, mit diesen Dörflern zusammenzutreffen, sie ge- hörten einer anderen Welt. an. Und sollte er nun selbst in diese Welt zurückkehren? Seine Mutter wollte, man solle kaufen. Sivert wollte auch, daß gekauft werde; die beiden taten sich niit Eleseus zu- sanunen, und eines schönen Tages fuhren alle drei nach Stor- borg hinunter, um sich dort die Herrlichkeit zu beschauen. Aber mit der Aussicht, sein Gut loszuwerden, wurde Aromen sofort ein ganz anderer: Er babe nicht nötig, zu ver- kaufen! Wenn er von hier fortgehe, so könne der Hos einfach liegen bleiben, der Hof sei boni konstant, ein prächtiges Gut, er könne es jeden Tag verkaufen.„Jbr zahlt mir dock nicht. was ich dafür haben will," behauptete Aronsen.— Sie gingen durch olle Räume, waren im Stall, aur dem Speicher, sie be- sahen sich die orinieligen Reste von Waren: einige Mund- Harmoniken, Uhrketten, Schachteln mit rosa Papier,.Hänge- lampen mit Prismen, lauter'bei den Ansiedlern unverkäufliche Sachen. Außerdem war noch ein Restchen Baumwollstoff vorhanden und einige Kisten mit Nägeln. Eleseus spielte sich' aur und beschaul? alles mit Sach- kenntnis.„Für diese Art Waren hob ich keine Venvendung," sagte er.—„Ihr braucht sie ja nicht zu kaufen," erwiderte Aronsen.—„Aber ich biete Euch fünfzehnhundert Kronen für den Hos, so wie er dasteht, mit Waren, und Viehstand und allem zusammen," sagte Elesens. O ez war ihm sehr gleich- gültig, sein Angebot war nur ein Spott, er wollte sich auf- spielen. Dann fuhren sie wieder nach Hause. Nein, es wurde nichts ans dein Geschäft. Elesens halte Aronsen ein Sckand- angebot gemacht und ihn damit beleidigt:„Ich höre über- Haupt gar nicht hin, was du sagst," erklärte Aronsen und duzte ihn, duzte diesen städtischen Springinsfeld, der den Kaufmann Aronsen über Waren belehren wollte.—„Soviel ich weiß, hab ich nickt Brüderschaft niit dir getrunken," sagte Eleseus ebenso erzürnt. O, das mußte eine lebenslängliche Feindschaft geben! Aber warum war Aronsen vom ersten Augenblick an so ausgeblasen gewesen und hatte getan, wie wenn er nicht zum Verkaufen genötigt wäre? Das b itte feinen Grund, Aronsen hatte nämlich wieder eine Art Hoffnung. Im- Dorf war eine Versammlung gehalten worden, um den Zustand zu besprechen, der dadurch eingetreten war. daß Geißler seinen Berg nicht verkaufen wollte. Nicht nur das Oedland litt darunter, der ganze Bezirk käinpfte mit dem Tode. Aber wannn konnten denn die Menschen jetzt nicht mehr ebensogut oder schlecht leben wie damals, wo der Probe- stollen noch nicht in Angriff genommen war? Nein, das konnten die Menschen nickst! Sie hatten sich jetzt an weiße Grütze gewöhnt und an weißes Brot, a» gekaufte Kleider- stosse, bolie Löhne, ein flottes Leben, ja, die Menschen hatten sich daran gewöhnt, viel Geld zu haben. Doch nun war der Geldstrom versiegt, wie ein Heringszug war er wieder im Meer verschwunden, lieber Gott, was war das für eine Not, was ließ sich da machen? Es war kein Zweifel, der gewesene Schulthsttz Geißler wollte sich ani Dorfe räckvn, weil es dem Landrat beigestanden hatte, ihn abzusetzen, und es war auch gar kein Zweifel, daß das Torf diesen Mann unterschätzt hatte. Man war ihn noch nickt los. Mit dem ganz einfachen Mittel, eine glatte Viertel- Million für ein Stück Berg zu verlangen, hielt er die. ganze Entwicklung des Dorfes auf. Hatte er nickst � die Macht? Arel Ström von Maoneland konnte hier mrtroden, er hatte Geißler zuletzt gesprockjen. Barbro, Bredes Tochter, war in der Stadt vor Gericht geladen gewesen und freigesprochen wieder nach.Hanse gekommen, und da war Geißlsr während der ganzen Verhandlung anwesend gewesen! Und wer etwa meinte, der Geißlev habe abgewirtschaftet und liege danieder wie irgendein armer Schlucker, der brauchte ja nur die teueren .Maschinen zu betrachten, die er Axel zum Geschenk gemacht chatie. (Forts, folgt.) k!ch>. Kinder wirtschakilich schwach dastehender Tliern werden Ermäßigungen gewährt. Anmeldungen heute und morgen zwischen 9 und 2 Uhr, Iüdenstr. 51�52, 3 Treppen recht?. Nescklennignng de» SvrstrgnngSverfahrcnS. Da? Vcrsor- aungSverfahren wird dielsach durch die U n v o l lit ä n d ig! c i t der Unterlagen bergögen. Auch die Hiickfragen werden Hann nicht immer mit der crfardr'.iicheii Äründiichteit beant» wartet. Ter Chef der Hccrc?leiluna bai deohalb den Truppen- teilen, Behörden der Üicichsmehr, Abwicklungiämtcrii und Ab- wicktungbstellen de» dlten Heere? zur besonderen Pflicht gemacht, nan nornherein aus eine möglichst vollständige Vcschassung der Unterlage» bedacht zu sein, sink-besondere soll nichtige? Material von selöi't beigesügt oder beschatfl werden, s'.ur weiteren?e- schleuuigung sind eingehende Perschrsstcn für die einzelnen Arten von Fällen erlassen>0orden. Alle Anträge ans allgemeine Per» sorgung sind so zeitig ucrzuberciten, dag sie spätestens bis zum 15. des aus den Sieröemonat folgenden zweiten MonaiS beim VersorgungSamt eingehen können. Der Aerkauf der drei Pfund Frühkartoffeln ovii die Abschnitte.Pia biö c wird forigesedk. Mit Ablauf de-? 31. d. M. bSrliert Abschnitt 39 seine Giilligkeit. Auf die Ablchnitie IIa bi» c der Berliner Kartoffelkane werden zunächst 3 P su: d Kartoffeln verleilt, die von Donnerstag, den.29. d. M. ab in den Klcin-HandelZacschäsien abgegeben und entnommen wer- den dürfen. ES ergeht noch eine besondere Bekannimachung, wann die weiteren zwei Pfund Kartoffeln auSgegrdcn werden. Anzupr gegen Rerpringr. Ein friibersr Hotelpförtner Mavid fU« dinget sucht SÄneidernieister auf und kaust bei ihnen fertige Anzüge. Weil er über lein-bares Geld verfügt, gibt er seinen groszen Brillantring zunächst als Pfaus in Zahlung. Tic Schneidermeister sind natürlich vorsichtig genug und lassen, che sie auf das Geschäft eingehen, den Ring von einem Sachvev- ständigen untersuchen, der ihren dann auch bekundet, daß oer Ring mindestens lllOO M. wert ist. Umso mehr über» rascht sind sie aber, wenn sie diesen später nochmals zur Begut» acklung vorlegen. Dann wird ihnen überall erklärt, daß e? ein ganz wertloser N e p p r i n g ist. Tie Erklärung dafür ist die. daß der Gauner zuerst einen echten wertvollen Ring gibt. diesen aber, wenn die Schneidermeister ihn haben untersuche« lassen, mit großer Fingerfertigkeit gegen einen unechten umzu» tauschen versteht. Ter Gauner trug bei seiner Verhaftung wieder einen sehr seinen Anzug, den er auf dieselbe Weise erschwindelt ha'. Er i elbst weiß aber nicht mebr, wo er ihn.gekauft" hat. Andere batte er hereits rersept. Geschädigte wollen sich im Zimmer 193 de? Berliner Polizeipräsidiums melden. Kirchrneinbrüche. Ter evangelischen Kirche in Eichwalde haben Einbrecher cinen Besuch ahgestatiet. Den Dieben sie! u. a. eine silberne Hostien dos? iill Werte von 19001) M. in die Hände. Sie tragt die Inschrift„Gestiftet von Horfmann". Außerdem nahmen sie einen Kelch, zwei große L e u ch- i�er, davon einer massiv Silber, und zwei Teppiche mit.— Zerschlagenes Kirchen gerät wurde von Vermesiung?- beamten in N e u h a u» an der Egcr im Walde versteckt aufge- sundcn. Eö handelt sich um drei Kelche, von denen der eine mittelciroß, aus Silber gcferiigt und leicht vergoldet ist. Er war mit Steinen beseht und halte am Fuß Bläüwerigcwind:. Ter zweite war«benrallt mittelg-oß, aus Kupfer hergestellt und mit stark vergoldeten Füßen dtrschen. Eine Verzierung stellt die Leidensgeschichte Christi dar. Der dritte war sebr groß, au? Kupfer gefertigt und ohne Verzierungen. Die Berliner Krimi- nalpollzci ist bemüht, festzustellen, woher diese Sachen stammen. Ter Hrchtsvniug im E>oricht?saal. T-cr Fluchtversuch eine? Sträflings erregte in dem Noadiier Kriminalgericht einige Auf- regung. In etvrr vor de: 2. sterwnitraftamme: de? Land» gerichlt II anstebenden Perhandlung wurde der Schmied Gercard Lange als Zeuge au? dem StrafgrfängniS Tegel vorgeführt, wo er eine Sirate von zwei Iabren und zwei Monaten zu der- büßen bat. Nnch seiner Vernehmung ließ sich xi. ruhig auf«in er Zeugenbank nieder. Plötzlich sprang er mit einem rege!» r e ch i e n Hechtsprung mitten in die Zuschauer hin» i in in der Hoffnung, durch die direkt auf die Straße führende Tür flüchten zu können. Ter Flüchtling kam jedoch nicht weit, Zn Genf krltt-dieser Tage die zweit« sozialistische Internetionali zttsammcn. In Genf wird aber auch in kurzem ein Kongreß der Staaten über die Wiepergutmachungssrnge und damit über Teutschlands wir!- schaftliche Zukünst entscheiden. Trotzdem wird da? leyle Wort über Teutschland? Geschick die Internationale der Arbcitrr sprechen. Wer die Zukunft verstehe", will, muß schon heute die Erelgniss- vom sozialistischen Standpunkt verfolgen. Darum ist r? für jedermann notwendig, Abonnent des„Vorwärts" zu werden, indem er den folgenden Zettel ausschneidet und an die Expedition des ..Vorwärts", Berlin SW.«8. Lindenstr. 3, aukgefüllt«infendet. ?ch abonniere ab!. August den..Aorwärt?" mit der illustrierten Sonntagsbeilage»Volk und Zeit" in Groß-Berltn täglich zwei-nal frei ins Haus für kO,-- Mk. inonatlich. Außerhalb Sroß-Berlins Wohnend« wollen beim Postamt ihre« Wohnortes bestellen. Name Wohnung Straße Nr- denn schon auf der Treppe hatte ihn der sKtstizwachimeister M a r t» n-gepackt, der ihn nach einem turzen Handgemenge in den Saal zurückbrachte. Tie Frkbensdemonstrativn im Lustgartrn findet am Sonntag um.'AU Uhr und nicht, wie wir irrtümlicherweise lZcrichieten, um'§10 statt. Arnderung de? Fahrtzlanr? drr Straßenhahnlinse k. Zur Herstellung regelmäßigerer Fahrabstände im Verkehr der Linion?? und I aus der Strecke zwischen Noukölln, Hermann- piatz und Britz. Bufchkrug. wird vom i. August d. F. ab auf üinie I— Siidring—«in neuer Fahrplan eingesühri, bei dem die Abfahrlzeilen gegen die bisherigen u m e tw a 15 Minuten verschoben sind. Näheres ergibt sich au? den Aushängen in den Wagen. Ta?»lichstr Volkskonzert vr? BIüthner-Qrchester? findet Sonn- abend. 7". Uhr. im Blelbner- Saal, Uüdowsir. 70 statt. Karten im Zigarren- geichäsl Harsch. Enaeluser 15 s<«kwerIichal!«hauS). HrArÜerdureau. El.Yow- Iiraße 7u kil-l Uhr). Vorwärts, Üinimiftr.?. Frelhtil, Breitestr. S/b und an der tlbrndkasse. Zlrbci»cr.Sam«riter..Kolannrn. Vcrlin e. V. Bezirk Weüen: IlsbungSstuiid« heule 7h, Uhr tm Uvtal vcn Händel, Schöncberg, Vor» bergsträstc II. Rrukölln. Billiges Schuhwerk für KriegShintrrbliehene und Tchwerlriegsveichödigte. Von der Reichsstell« für Sänibversor- gung ist dem.KriegKfürsorgeamt ein größerer Posten Stiesel (■Herren-, Tamen- und.Kinöersticsel) zum Durchschnitts- preist von 7 O M. für das Paar zur Berückstchtiaung von Schwerkriegsbeschädigten und.Kricgthinicrb'icbencn überwiesen worden. Tie Ausgabe der Bezugscheine erfolgt vormittags von 0—12»hr in der WIrtschaftoiKlle de?.Kriegt-fürsoraeaMts. Bat- Km?, Zimmer 219a, gegen Vorlage de? Rcnrenbeschsldes bzw. Rentenbuches und der Steucrkarte. Bohnsdorf. Tas erste große Sommrrfrst findet am kommen- den So rin tag. den 1. August, auf der Spielwiese der Arbeiter- Baugenossenschast Paradies statt. Da? Programm besteht au? Konzert. Gesang, Kinderspiele, Verlosung von lebenden Tieren. Teuenverk und Fackelzug zum Bahnhos. Ansang 2 Uhr. Eintritt für Erwachsene 1 M.. für.kßinber 80 Pf. Krok-Berliner Lebensmittel. klieinictrudorf. 125 Giamm Graupen(l!7), 125 Gramm Gersten- flocken___ Groß-STrliner Partemachrichten. Heute, ÄS. Juli: Inugiozialiitischc Bcreilliguug. Ortsgruppe Acutölln: Tie deulig- Veranstalluna fällt aas. OrlSgruove Friedrich«- Hagen: 7'/, Uhr bei Schulze. Lsttdenallrc Ecke Ftledrichstraße: Heimabend. Morgen,:!«. Jnli: JANgsszialiitischc Lcrctnigung. Ortsgruppe Süden: 7h'. Uhr Uli Filgcndhciin. Uindcnstraße n. Gen. Enrui Bailh über„Orient- Politik'.— Ortögruolie Lichter felde: 7'/, Uhr tm htugendbril»». Albreqtstr. IIa» ck-sku'fmntabend.— Arbeitsausschuß: 6 Uhr, Vorwärtt-zebäude Sitzung.___ Jugenöveranftaltungen. uw 20?. Eeineindeichule, ll-otenburger ■ Heute','SK stieiundSr»»«»«. Jügcndbeini,____________ j___ Tiratze 2„Mädchenabrnd".— Ciittt-Xtujinucriiicrtcl. 22T. Geineinde ichutr. Hrhenloheft ratze Ist.„OitcriiMeiiir.- btcinickcndorf VOcsl. Elch- borufäle, EichbontsNatze 60. Botireg:.Arbeiterjugend und Schiindliiera- (mV—-Lchd-ihuufer Vorstadt t. schule, �ounenburger Etrag« 20. „TiSlutierabend".— 2ri>önva«ser Vorstav» U. Huzendtlubzimmer. r2Z>2öit. Etmcmde'chule. DAkulierabend:.AuIlurjordnUnge» d:r arbet- teuden Lugend". Wirtschaft Hejchästsftockung unü öettisbssttUegung. Staatssekretär Dr. Hirsch machte einem Ausfrager yegenüSer folgende Ausführungen. Tie Ursachen der strisik sind der Aäu» ferst reit infolge Aachlassens ocr Liaufkrait und Valuta- b c s s e r u n g. Fed« Lohnsteigerung, der eine Leistung?» steig erung nich' gegettüberstelft, und die durch eine Profi:- Verkürzung nicht aukgeglichen wird, muß eine Preissteigerung �ur Folge haben. Wahrend:» srübercit Zkrisellzciten eine Ge- ichästöltvckung eine Selbstreinigung der Wirtschaft bc- deuiete. inoem der Preis sich schnell senkte, bi» die Grenze der Kaufkraft wieder erreicht war. erleben wir jetzt einen anderen Bei- (auf. ffrübcr kam erst vcr i\ v n k u r« und dann die Arbeite r» c n t la f s a n g e»! bkutc kommt S'ibtst die Am-eitcrentlassung uns nock lange kein Zusammenbruch. Z» früheren Krisen zwangen Wcchseivcrpflichiungcn. die Owldbeschiifsung nöUg machten, serner Nücksicht aui den Kunden Ire:?, damals eiiw? der größten Aktiva eines soliden Kaufmanns, und drittens der Druck der sogenannten„Si i l l i e g e k o st e n" zu Villigem Ber. tauf. Das bat sich halte geändert. Der Verlust einer festen alten 5vjr.lssc6.ift ist, da man sich um die Ware riß. gleichgültig geworden. Wechstlverpflichtungcn im alten Sinne laufen nicht mehr, vg das ganze Geschätiileben sich aus BorouSzahlung ein» oestellt hat und so an die StrUe des WechselkreoUe? der Bankkredit getreten ist. bei dem ein gioßeret Fnterösse beider Teile vorliegt, am Warenlager cinen allzu großen Verlust zu erleiden. Der Druck der S! i l l t e gc k o stc n rjt nicht im eniseentesten so stark wie bor dem.stricgc. Diele betrugen damals z. B. für ei» Paar Sctiuke im Preise von 10—12 M. 2— 3 M.. also 25 Proz. des ganzen Preises; heute machen sie hochgcrcchnet 18—20 Mark auS. Wird aber weiter iabriziett. so ist eS nicht unwahrscheinlich, daß der tlntcrnehmer an seoem Paar Stiefel unter Umständen 100 M. verlieren kann. Auf die Frage nach den Mitteln, welche der lstegicrung zur Besserung der Lage zur Verfügung stehen, führte Dr. Hirsch aus: »nsercr Valuta-n den letzten Monaten verdanken nur der De vi» s e n- B c scki a f f u n gs ste I l e, die den dcut'chen Bedarf an Aus- landswechsein der Wirtichnslsstellen und SelviiocrwaltUngskörper deckte, wobei lNt Zusainmcnwirkcn mit der Neichsbank die Schwan- kuitgcn im kleiiien einigermaßen ausgeglichen werden konnten. Einen weiteren wesentlichen Sebn-iti vorlvimö hoffen wir durch dS Gründung einer g« nt e s n w t r t s ckt a f t l i ch c n Bank zu tun, die das Kursrisiko durch D c v t s c u- T e r m i n g c s ch ä s t e für gcmeinwirtschastliche oder gemeiiinölige Warenbezüge abdeckt. Das zweite lang sich Ügd Ziel, da? zu erreichen bleibt, ist die Frage der Umgruppierung von?l r b e i t S m i t t c l n und Arbeitskräften. Bekanntlich sind seit August vorigen Fahrcs nahezu 80000 Arbeiter neu im.stohienbergpau untergebracht worden. Neben dem Stein- und Braunkohlenbergbau wird auch die Landwirtschaft weiter ausgeweitet werden können, und durch r.ne rationellere Organisation de» Bauioescn-?, insbesondere durch straficre Bcwirlschltftung der Baustoffe werden auch hier die Ar- vciismöglichkeitcn erhöbt werde» können. Fn Betracht kommen außerdem noch unsere Erportiiidustrien, so die chcinisclie Industrie. Damit köiincil Maßnahmen für augenblickliche Hilfe verknüpft werden. Zur Behebung der augenblicklichen?lrbei!Znot kommen in Frage: Arboitsverichiebung, AuSsuhrcrleichiening und Auftragsoer- wittlung im Sinne der produltivrn Enverbslosenfürsorge. Zur ArbcitSvcrichicbung eignet sick' insbesondere der Ausbau der großen Verkehrswege: Mittellandkanal, Main-Neckarkanal und ähnliche Verkehrswege, die rasch tn?lngrisf genommen werden müssen. Auch Leistungen iür die Wiedergutmachung kommen da in Frage, schwieriger ist die Möglichleit, durch Aus« fuhrerleicktterung Ärbcltsgelegcnbeit zu schassen; denn eine Aus- subrerlaubnis kommt für all die Waren, die im � n l a n d e knapp sind, nicht in Frage. ES ist vorgeschlagen worden, durch einen großen ÜteichSkrcdit diejenigen Gewxrbeziv-cige. bei denen jetzt Arbeitsstockung besteht, wieder tn Gang zü bringen, sozusagen a? Reich als Abnehmer und Nisikoträger da einzuschieben, wo dm Privatinitiative versagt. Estlnz oboeiehcn davon, daß dm Finanzlage des ltielches ein solches Milliardenrisiko nicht er- laubt, ist ein solcher Weg nicht gangbar, ivxil dann bei hochgehender KvnjUnktur jeder unbekümmert die Konjunkturgewinne einstreichen würde, bei tiesgchendrr aber das Reick ihn vor Verlusten zu schützen hätte. Dagegen ist der Weg der öffentlichen Auftrags- oecmittlung zur Verminderung von'Arbeitslosigkeit vom NeickSmirifchafiS- und Nc!ch?arbc!tSmin!ster!um neuerdings beschritten worden in der fogenannten V i r m a s e n s e r Aktiv n." Wir werden auf die Ausführungen des StaatSsekreiärs noch zurückkommen.__ Gresst auSlS» bische Waggoubtstellungen in Deutschland. ES sollen Verbandlünabn mit ineyreren a u 5 l ä n d t s ch e n Slaatsbahnver- Wallungen über die Lieserling von Eiscnbohnwoggons zum Abschluß geicmglcit. Ten deutschen Fabriken stießen dadurch sehr umfang- reiche Bestellungen zu. die ihnen auf lange Zeit hinaus reichliche Arbeit sicher». Wa? die Vergebung der Autlräae der flicichSeilenbabitverwallung an die Lokomottpfabiiken betrifft, fo dürfte sich die baldige Auftragserteilung schon de«- wegen empfehlen, weil auch die Lokomotivlabriken teilweise ziemlich stark mit AtlS'andsaufträgen deriehen lind. Unsere Eisen- bahnpolitit mutz aber unbedingt daraus gerichtet sein, daß nichr -twa durch den Mangel an rollendem Material die Ausgaben de- FisenSahneN nicht voll erfüllt werden«önnen. Die starte Nackr frage nach Atlien von Waggonfaüctkcil dürste hiermit litt Zusammenhang stehen.___ flus aller Welt. Ter Truckfehlerteufel alS Grakulaut. Der Trvckfehlertcuckel gehört ofirnbar zu den bösariigffeir Geistern der Hölle. Fhm ist nicht? heilig, wag: er doch fogar. seinen Schabernack an einem ö b c r b o f- und T o m p r e d i g e r zu üben. An der..Post" vom Mittwochabend fiickcn wir folgende merkwürdige Gratulatiousnotiz; Fünfzintöbrigr» Tienstjubilitum«. Trvandcr?. Am kommen- den Sonnabend blickt der Scnior der deutsckrcn cvang. Geistlichen» Qoerbof. und Dompredigcr l). Ernst von Trhaudec auf eine OO-htbrige Dienstzeit zurück, isstoch bis zur Stunde sammelt Epz. v. Trv-inder, ausgestattet mit bewundernswerter Rüstigkeit des Ztörpers und Geistes, unter der Berliner Domkanzel eine große?????? wie tzr auch noch die Ephorus des Domkandidoten- itiflc? mir liliermüdlickwm Eifer den heranwachsende!! Geistlichen durch Lehre imd Vorbild, besonder? auch im persönl!ch:n Ilm- gang. Entscheidendes für ihren künftigr» Lebentberuf mitgibt. Hat der icufliche Geist mtt den dtelcu Fragezeichen etwa sein llrftfl über d'e Kirü'enacmcinde v. DrvandttS auZdrückest wollen? Er muß-s ja wissen." v. Sport. Arbeiter- Stabfohrer.Vuiid-Zolivarität». OtlSgrupp« Berlin, II. Abt. Enmitaz. früh iü Abr, Lanzstreckenfabrer nach der Schor'belde- AoachtmSibal. fiii» S Uhr Sadelour nach dem Landiitzsec. Siait: Kontanepcomcnade 1»._ örlefkasten der Reüaktlon. Aeder fUc den Srieftasirn bcM�mten Änfria« fita« man einen Vuchsladen und eine Kummer bei. BrieNi�e Auskun/t v�ird nicht eeieiU. Eilige Än- lragea t?an» man in der Iuetsftschrn Sprechstunde. Lindenstr. ö. 1. Hof jm« terrr ltnt». vor. Srnriftfiüdc und Lcriräae find mitzubrinaen. Tie juristische Sprechstunde findet heute statt. St. IN. t.«Za. 2. Jltll,. 3. Nein, aber von der Sleuerbebörde.— -st. 15. Wende» 5i« sich an da» Lugendaint.»ionbijouplab 3.— E. 3. 41. fta, Sie müjfcti logm£0 Prozent in Abzug bringen.—!». äö. I. Kein. Kommen Sie In»nlcre jurlflisch« Sprechitunde.— F. D.'007. z'e- fvrechen Sie dl« klngelegenhell mit dem slanveSbeamien. itvli schreiben Li« noch«fnwal an da» deiitlche Ztonlulnt in Bosen. m Arbieepislolen 09 Parabelium Maussr 9 Miliimetar fju'l un» zahll hsÄsie Preise a ilipfi/p Berlin SW, lljUIClM,q1ifnmaiiaan[till-tr,3B Altmetalle ItrnnnonMnaBee XI. sstiaia«mselle. 9 Ptiiud sUr 10s tn., liefcct gegen NoHoobme y«i»r>ch vi», vrnaac, Oüg-ldors, Schließlich Ssl. AgsrsLtsv! ] SchU2.,dlcK.CManova oM. 1 ZSi>f.-B4.Milit210H,IV>W�. j I-np>. u. nmer., a. Posiven I M-Dessen, Berlin C 25 exznserpl. 2, 1 Tr. 34 Ebo Veiiröge der sozialdemokratischen Zkolksvertrete- rinnen zn den Zeiifragen Preis 2,25 Mark und 20% Teuerm.gizuschlag SsUMW Bonuätls Berlin. Liadenstraße 2 BAD KISSINGEN Iii Weltberühmte Heilquellen liii Konzerte� Theater, Reunlons 14.— T 5. August, Reit" und Fahrtournier Im September Deutsche Musikwoche (Prof. Hans Pfltxner) m Alle Auskünfte und Werbeschriften durch den Kurverein, .iiHA.imnii.iii.i.i..... iDi.i) Zigaratlsn »»«« AilNdslUck 100 Slllck Ml. 25.— all. Ztlxarrrti, 100 itUck S!f.»S.- an. L. Manöelmer, Bsrün. Bergmannair. Un.krmtbtrg) Kupfer 9,00 Koliptfl s.ss llnn d. 30,00,(Jnectsilber sc.«». br! i.bcr M. 50,00 Eanrej!«!- Cothrlnjcr StraBe 23- Armeepistolen und JardwaHcn kaufen V.»V. Vmulrcj'Ä t«.. Oi-wehrfabrik.• Berlin SW. M. LIb«»n««r.90, Metallbetten Liavlbrabtmalraßen. Rlnb»« btttf«. Polftct an Jcbetmar.n, ßatulng Tt. Eucomabelfabrlk, iS 15 »■■■ j■■ h'i■■ �'iw m yiivg,>MiW#% fc! I�Thealer�lachlsgsIgle etc. Staatl. Scl»«u?p!ei7!»v». (Operen-'T'�ü'-lMic'» AUtbendi.!\}n C;rn'-mW'ryD 7'/4«hr: IKt iUUS*USC. Musik vön Leo B'ech. KKWWDM. Wj: Lysisfrasa(43. Abf., 4. A3 Tn.T: Jul.Cäsar(29. Abt., 5.A) Volksbühne nieatf am BOlo�tilats. wrOrBöerMartla Deutsclies Tlieater. Sommerpreise Letzte 3 MÜFiingsn! «uhr: Wsüiu.HampEliDann Ab Sonntag: Notbrücke. fiammerspieie. Sommerpreise. letzte 3 Äutfiruip! « uhr: Die Notbrücke Ab Sonntag; Weibsteulel. Kleines Sehaesjiiellians. Fasanenstr. 1(Nähe Bhf. Zoo). Sommer preise. s ubr Bitcbse äer Pandäri. TheatcrflesWestess Letzte 3 Falieriberg-ISaslsp.! Gisela Werbezirh; « u.: Rabenvater AK SeBn(ag;to. Leitet Scbilier-Theater. Haas WsSmann: « uhr: Bep eisen!. Leutnaßt Als SoEütng: Haiitßvatcr. rneotor i. c. KüniggrützerStraße V:b UM: CestSnd.U. Koniödienhaas 6 Uhr: Peti'Kainer. Ballett. Cerliner Theater ■'tS Uhr: Der le4tlc W»U€r »lo Tribüne « ihr: Baabury. Kleinefi Theator. T'z-Uhr- Elise* IcBSing lessing-Tlisater. ...... 1 Wh !SÜ Allahenulicb 8 Uhr: � Dvthstnibhk,«™ otidiujiah. � i. Ms Ii. Äron?,«er.6»?VzUHr: 0er Kuhreigen Optt oon ffi U h((« ft 1 4- n n L Unftt iTOnitf:,-.»« br? VILiHnrr-Srq«?«». «SpHllitttvBg; SÄa�irtlßä» Nori». Ssnnoh'nbs und Eonnwg?, nochm. 8 Uhr, bei kl.-Prrisrn: � Die Fledermaus z�nEträuß. � D.GlasdJimgfrau SomiKtrprtisc. Beatseto K8i!St!er-'nie5t?P «uhr Kiubleute mit!Ka* Adslbert. Resideaz- Theater. Stadtbahn.(asncwiUbtlicKe Allabendlich 8 Uhr: Der uro®« Errolgl Die Rastioffs Sonntag 4: Der gute Ruh Trianoa-Theater. Bihnhol Fricdrichmrate Alübendlich 8 Uhr: Der groet Erkolgl Sonntag 4 Uhr: SlhttaMed. Rose-Theater. f. Uhr: Ein Walzertraam. Circus Busch' Oebaude. ti|Uch?'/. Uhr: dr. Spezfaillfit.'Vorst. OroBe Rüntiimirne. Koitil�oho Op�r Uhr: 71' Bie Fraa im Gimkein. I.usMVKelhnn. j;;v DerangetreueLckeliarl, Motrüptil-Thoatei'. Im weißen RössT Neues Central. Theater r;! Die Dutte im Frack. Nene. OpbrbttonliAns 7uf8aiurai.-Pt!iUi{ast.6ftil6lt Xono» Volksthontor uhr; Die 3 Zwillinge Th.lin-Thrittrr r/, u.: Häkelt öle TSnzerln. TU.bm A'oIleudoriTiIntr ii'; Line Hachl Im Paraöies Theater I. d. Att.Jnkohtir. w! Walhalla-Theater. 7-.-. u.: Ini Winkel am Türe. APOLLO Theater 7VJ I Direkt. James Klein| Juli 1920 Beue jNaturai lobende Kunstwerke jMaiißtoIlkühnel IroflESfjHRrl 2 Aegirs J am McerrÄgruufl. E Mttry ZIMMERMANN 1 v. Dtsch. Onernhauf| I In Ihren Tänjten j u. weitete Sertsttson Theiter an kshhostt TM. LINs.ZÄnzsr Kur tieeh Ms 81. T. TUgHch 7u, Uhr. i-tastsplel iüpgdnal- Delirziser Frits- w-btpwünger. SdBiit.d. 1.8 Wiedir- tahret. d. I-Hloht Iliie-Bitnsr. Ädmirals-Palast Tlt u.: Hirt in St. Moritz. Wiedereröffnung Heute Donnerstag Riesenerfolg (int Marmorhaaft 4 Wochen Spieldauer) Als SnchUgs nm die Tänzerin Fllihtoman In 5 Akten mit Sasolia dura Außerdem l'ranffiihrnnß; Der Clown meiner Frau reisendes LuStsMel In 2 Akten i Mäntel 59.- 69.- 79.r„ SportJacken9.75I5.7529 SonmiErlli. GfiöSS-DERLIH (Kliem) Haseuheidc 15. Bi>r reii.: Prinz u.Öetiierin' Sonnab. 8: Uraufführung Novembersturm. 3 Akte von Hellupp. Vetl. v..Interretionale''. A-y km> r�rl u..-; � er: j�l Hennen zu Grunewald (Berliner RenBrerettl) Donnerstag, den 20. Juli, naebm. 3 übr 7 Rennen. ciiloifÄsfei diönebergi; Hetiplstr. 121/32. Dir.: E. Krämer. Heute ßnunerstnt. 29. Juli Prolest-llanilicap umlDSOH. Rilaier gegen Schwarz. Näheret». Anschlagsäulen. Nachdem ringen: Petitjesn geim Landau.- Enlschclduttgehampi: Epiksen gegen Lowe. TliearFolies Caprice Frledrich-.Ecke Llnienstr. J i»/, Uhr: Flimmsr-Klärchen Mmihan.cher zu besonders herabgesetzten preisen! Binsen V 15." III bis zu den elegantesten Genres. 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Forderungen an das Reich oder die Reichsbank aus für Rechnung derselben übernommenen Verpflichtungen..... Wertpapier-Beslände der Pensionskasse und der Stiftungen.......... Einrichtung.,» ,...«»«»» Bankgehäode............ Sonstige Liegenschaften.«»»»»,. N .« 718 885 024' 4 236 009 48! 874 555 986, 99 001 125 85 71 1 592' 85 669 807 39 281 156 60 000 000,— ; i 100 000 000:— i I! 54 413 793 j 70 2 423 760 363: 23 250 950 301| 70 4 793 313 i 25 1 33 742 681 75 7 338 39/ 1 58 / Passiva Eingezahlte Kommandit-Anlelie...... Allgemeine(gesetzliche) Reserve..... Besondere Reserve........... Gäubiger............... Akzepte................ Für Rechnung des Reichs oder der Reichsbank übernommene Verpllichtungcn.. Wohlfahrtseinrichtungcn......... Noch nicht abgehobene Gewinnanteile der trüheren Jahre........... Rückstellung für Talonstener....... 10° o Gewinnanteil auf M. 316000000 Kom- mandit-Anteile........... Gewinnbeteiligung des Aufsichtsrats.... Gewinnbeteiligung der Geschäftsinhaber, Direktoren, steliv. Direktoren, Prokuristen und Angestellten.......... Uebertrag auf neue Rechnung...... Arbeiterinnen, die schon im Schalterbau gearbeitet haben. stelle» ein 8333 C. J. Abstoß&$ohn, __ BerSin-TenipoIhof. RingbnhiiNtr. 36�_ Kranhcntch�cftern für Anstalten, Kliniken, Sanatorium und Privalpfiege perlangL Meldungen mit Papieren im Krankenpflegenachweis der Stadt «erlim Friedwchstraße HO— 112. iSrnnitleliniq kolfenlps. 1I3.1I — Äb I. Oktober diefes Jahres ist für das zu errichtende Wohlfahrtsamt der Stadt Würzen die Stelle des Leiters, aar. behaltfich der Zustimmung der Etadfverordneten peiiammfung zu deser.en. Dem Wohisahrt»- ckmie werden gemäß ncrds- ! losenfiirforgc nebsf Arbeits- !»achweis, Beiampsung der Ge- !>d>iechtskranleitcn sowie das > Orfsamt für Kriegetfürforge j zugewicfe». ©cetgr.etc Bewerber, welch- i entweder die zweite juditifchc Slaatsprähmg oder die Staats- Prüfung für den Höhere» Per- waltungsdienft deffanden bähen oder hinreichend voikswirkschäu- iich vorgebildet stnd oder itPer gcnügefide Erfahrungen aus sozialem Gebiete ocrfiige». wollen sich bis zum 13. Äuguft d. I. bei dem Stadtrai schrist- sich unter Angabe ihrer Gr- Hafts- und sonst gen Ansprüche Imfer Einreichung von Zkug- wfscn meiden. Petsönliche Bot- stcllung ist z. Z. nicht erwünscht. Würzen, den 27. Juli 1920. Der Stadtrat. Jt 310 000 000 109 000 000 31 000 000 8 191 386 430 127 763 880 250 950 301 7 904 842 787 326 3 010 040 31 000 001 927 960 5 954 420 6 403 828 52 9 076 093 030| 02 *) Die Bitan: emkäU nicht den Vermögensstand unserer Londoner und Me:zcr S'Ccderlassungcn, Gewinn» und VerIust»Rechnung 1919*) 9 076 093 030 j 02 *) Die Oewlnn� und Verlust-Rechnung enthält nicht das Erträgnis unserer Londoner und Metzer SiederLassungen. Der Landkreis Hörde i JZ beabsichtigt eine jOtllfifl�C AiiSefritfi anzustellen. welche ylllSilUsl die Befähigung zum Richleromt haben muß. Änstellungsbedingungen und Besoldung nach Vereinbarung. Bewrrbungsgesuche mit 9üe» gäbe der Gehalfsansprücho wollen gerichtet werden an den Vorsitzenden d. Kreisaussäiusses lMMiMM. tL�lLk SllnsAMillsißlöei-W. Tüchtiger SVrkWM für schwere Winkeletfen- arbeit kann sofort eingestellt werden. 121,8 i lokomotivla!]. Wildau j bei Königswusterhausen. Frauen psacht, : die Bücher ober drittel von ! Haus zu Haus vertreiben, zur . Mitnahme sehr ganabarer Är- tüel bei großem Verdienst. Sv. desond. sehr ltewinndringends �?i',enz. Meldung, an kraust. Verlsx, Dessau. 13/16 w»-.«!...................... Stellengesuche ZXCOOt�ODOaOCiXO�OOOCCUCCoS «eiunüiseslsaea Waschfrauen, Aushilfemaocnen» tage- u. stundcnmeise, monail., Ä�-Äe�deÄwÄ�. in, Ruckerstr.S, Tel. 37V8(8-8).» 12. Sitzung, Mittwoch. Jen 38. Juli. Ü.Tt Rc-giorunzötisch: I: h r e n b a ch. Simons, i ß I e r, Scholz. Vizepräsideini Tr. Dell eröffnet He Sitzung um 1 Ulc 20 T-:-d:-:v 52ie.Ausspräche iirec S p a wird fortgesetzt. Abg. Dt. Shrtfcmann(D. Bv.): <5pa öeieu.-ft fachlich, für uns dje f ch w c; ff c Drlastuna. Di« llnterfchr'ff>.>t folgenschwer. Unsere Voiiv'.inri schast Kit jetzt den Beweis zu ervringen, dnh sie die neuen Anfingen, die uns sva �eüracht i it, trugen kaiw. Tic Entente nrutz sich aber der- über Vor sein. Netz Spa und Wcnf im mittel Im r int fncttLicficn Jfu« fsnt'm.nhang ftebrn. Tie wirifchafilichen Ltiftun.u-n sind von den ftniOTs'cBen, jtzct die nn Genf verbandest werden soll, nicht zu 'rennen. Wesholli werden nicht geneue Angaben itber unsere Leistungen cit die privat tzetöffentüchi? Te:n Auftreten des Herrn Stinnrs in Xw Kob!»chsrage ist unsterorber.tUch nief zu dansrn. Herr Breitschcid Jnt nicht dos Rcchi, ihm falsche Bewea- gründe zu unteijchieven.(iiütm t>. d. U. Soz.) Für die Er- fül! zarkeit des.«obl-uiabkemmei:, Ar aüSlchlaqgebend, ii) welcher döeise die Em eilte die Zutage tr e g c n IL, b er s ch l e si e n hält. Unser Birtsadastslelsn ftef; vor Einschrätikunaen, von denen die nvistrn noch keilte Vorstellung derben. Tie„Tägliche Rundschau" bat nfem-rls der Teeegatioii die nalienaie Würde Kmesprixktei!; gegen einen solchen Vorwurf sind wir seltr empfitidlich und weise» rbn vnensifch zurück. sLröbafle Zustimmung b. d. D. Vp.) Ten Mnsirmhwen für die W a b r ii» g der?> e u t r a l i t ä t im Sfien stimmen wir-u. Breit scheid be-ilückwiinsch! die Rüssen zu ich. CM Krieg, weis dieser Krieg r.-ich seiner Meinurtg für gute Ideen gefüiirt wird. In Zukunft darf kein Umrbhän'isiger mehr Verwürfe gegen Kriegsförderer eri den, denn feder Krieip wird ja für mrtionnlr Ideen geführt. sSehr gut! Unmrhe b. d. U. Soz.) Tss S!>d, das der Ästinister von Rntzland gab, strt uns lrutzerordentlich befremdet. Tie«rngechlich wirtstkifUichc Prosperität Riisiiands zeigt sich im Zu. samtnenbeiich vom Verkehr und der Wirtschaft. Unser« �ritfl bs- deutet Jiild- ein Mihtrnut« gegen das.Kabinett oeer gegen die etc- «itiov. Wir würdigen ihre Ketveggründe, täenn auch dic grohe Mehebeit meiner Freunde nicht im Eiutlang'mit ihrer E n r s ch e: d u>r g steht.(Bersall.) Abg. Haustmann lDem.): Tr. Simons he:t selbst erklärt, er hoffe, in Genf ein besseres Ergebnis 3a erreichen-. Tie Verhaildtung in S p a ist nicht kriitre.diktvrisch, sondern diktatorisch gewesen. Zdoch dem Eiitwaffnungsabkommen kann -rgendwelcher Schutz der Drdinmz und Sicherheit weder in Lbcr- schlesien, noch m ganz Südbcurschland gewährt werden, und ich protestiere olS Süddeutscher ganz energisch gegen die Schntzlvsigkeit, die durch die Befchränkunz der ZLrdrmacht gerade über Süddeudschland verhängt wird.(Hört. dörtls Tic Fehler, die unsere Wehrmacht in den letzten zwei Jahren unter Führung gewisser Offizier« gemacht bat, hoben leider dazu bcigefraaeu, das Mitztrmreii gegen uns u stärken. Die Verfenkung der F.-oite von B e« ha-F l o w mar ein nnerhSrteS Unrecht, dasi an Tmitschländ bon Mariineftellen be- oangrn wurde. lSehr richtig! l nks.s UttL sind austcrorderUliche Gewährleistungen ta gen dieser Floütnöerier.hingen auferlegt waroen.. auch das Verbrennen von Lustschiffen und ähnkscheI bat leider dem Mißtrvucht nnferür Geiner einem nur zu weüen Spielraum gewährt. Herr St-ampscc hat iie gestrigen Tarleg'.ilngen des Auhentnin-isters allzu tragisch g e ii o in in e a und sowohl in seiner gestrigen Rebe als auch heute in seinem Blatt die üiede des Außenministers in einer Weise be- bandelt. die völlig ungerechtfertigt ist.(Beifalls Herr Breit scheid hat unö zugerufen: Vermeiden Sic das Mißtrauen der Entente, wir entgegeneten ibm und seinen Frennden: Schüren Sie dieses Mißtrauen der Enteilte nicht andauernd durch Verdächtigungen iu übertriebener und agmawrischer Wesse.(Lebhafte Zuch-mmung.) Ter Reichs- kanzler hat sich mit Recht uerbet-eu. daß man den deutschen lInterl'cindXern uirterstcllt, sie hätten die nationale Würdt preisgegeben, wogegen kio vor dem Auslände doch mH Autorität auftreten solllev.< S ebhasre Zusstinuiung.) Dieses V�tahren bedeutet eine Untetsttibung der VrrtraqSgegner.(Sriiciue Zustim- niung.s Pomere ist in Jrankreich am Werke, die nächsic st»- fammrnkunft•>» sabotierrn. Tiefe Bestrebungen l)at Herr Hoetzsch uitter'iützt. lBeifall.! btvg. Vijhui iBahr. Vp.) erklärt, daß die Spa-Telegaiion her- ausgeholt hak, was möglich war. Abg. Zetkin(K. P. D.):« Ich habe nickt die Absicht, Parte.! zu ergreifen ist dem Zwist, der eurbrunut ist über die persönlichen Dugeud-e»»der Lasier des Herrn Rsichsuiin-isters des Auswärtigen.(Heilerreich) Er hgt i-n der rleckimlosen Weste dech anständigen Mumi-cö eine Eptratnir g�- macht, die sachlich ganz belanglos ist. da sie tm schärfsten Gegen ah zu ferner stets betriebenen Politik steht. Denn die war ge'.sz ausgesprochen nach rechts orientiert, besonder?:n der Entwaffnungsfrage. Wir wissen ganz genau, was wir und was er mit Ihnen>zu den BArgerliänn) miier� dem � Schutz des Wirtschaftslebens verstehen. Sie»ämiich den S chst tz der kapitalistischen Ausbeutung,»nd diese Bedeutung bat .Herr Simons deutlich zum Ausdruck-ebracht. iSebr richtig! ün!?.' Er ermahnte die englischen KapstsUsten, sie möchte i» sich doch mit den Deutschen zusammenschließen> zu gememsam-cm Niederwerfen loet tage nannten swneien Fundes. es.klang uänTich ganz Liga zur Bekam psung des Bolschewismus, einer internationalen Berbrrcher- und Schmindelgesellschaft. (Bracho!) Und h.rbei hat er und Herr Llbgeordneter Stvesemann vergessen, die Zerrüttung der russischen Wirtschaft durch den Zarismus., Lache» rechts.) Koliichäk bat dieses Werk fort- gesetzt, er hat Taufende und aber Taufende von russischen Ar- doiterm na eh Sibirien verschleppt, als ov es belgische Arbeiter wären.(Ledhafter Widerspruch und Tunntst«.— Erregte Zurufe des Abg. Lcdebour.) Nun noch einmal zu Spa..Wir lehnen mit aber Eiiljchiebenhrit unsere Zustimmung zu den Be- fchlüsten von Spa ab, näe'wir auch dem Friedensvertrag von V c r- saillcs unsere Zustiumiung verweigert hotten. Abg. Müller- Frasiken(Doz.): � Ter Geist d?S hicr�so cht zstierten Engländer? KevncS be- herrscht noch nicht die Staatsmänner der Entente, bei ihnen ist vielmehr Fach obenauf. Mm kam ii uns daher wahrhaftig nicht zumuten, ist den Völker- bund einzutreten, solange wir dauernd in der Gefahr säÄchen. imt Krieg überzegen zu werden, weil irgendeine Klausel fceß Fric- dmsvertrag.s nicht erfüllt ist. An dem Mißtraue» gegen un-Z ist nicht allein die Reichswehr schuld, sondern auch dl. Leute, , die fortwährend dir Reichswehr aufputschen. I E. ist ein Standal, daß die Kompagnie, die befehlsgemäß ailis-> ziehen mutzte, um die französische Fahne zu grüßen, mit; Zurufen empfangen worden ist wie: Pfui! Pfui! Schämt! E u cb, dabin zu gehest, Spa war die Folac von Versailles, das ist richtig, i Aber Versailles war die Folge des Waffenstillstands von> v ompiägnc, und der Was seNsti llstaod di« Folge der gewal- tigsten Niederlage, die je ein Militarismus erlitten Hot.«Lebhafte Zustimmung links, Widerspruch rechts.) Herr Äreitschcid meint, wir hätten den Krieg nicht solange dauern lassen dsiiftüi. Sie wissen doch, daß im Januar 1918 eine große Berliner Streik bewe g u n.g versucht hat, dem Krieg ei-n Ende zu itiachen, und daß damals die Machtverhältnisse da? u n m ö g- l ich machten. Tamit mußten wir dock rechnen. Erst im Lause des Scmmers 1Vl8 entwickelte» sick die Tinge zur Revolution hin. Mir ist jetzt wieder mftgetcitt worden, daß Reichswehr, die nach Ostpreußen geschickt worden ist, um die Grenze zu vor- leidigen, estentativ nicht bloß mit schwarz-we'tz.rotcn Fahnen aus- gerückt ist, sondern auch die Marine-Kricgsflazze aus ihren Zügen entfaltet bat.(Hört! Hört!) Tas ist eine freche Provokation gegenüdes der großen Mehrheit der deutschen Be- völkctiuig. l Sehr tickltg! liuls.) Ter Herr Reichswehr- in i ii i st e r soll endlich dafür sorgen, daß Ordmvrg in seinen Laden lsnuiit. Bei sind, en Vorkommnissen ist eS kein Wunder, daß sich weite Kreise der deutschen Bevölkerung freuen, weil die Reichs- wehr auf 1'ch 000 Mann yrrabges ctzt worden ist, und daß sie sich no-ch mehr fteuen würben, wenn, sie noch weiter herab- ge'etzr wird. E'ewiß ist?aS alte Preußen tot, aber das Aus- !and merkt das nicht immer, solange die große preußische Schnauze noch vorhanden ist.(Hört, hört!) Brei'che id hat die Tätigkeit der jetzigen Regierung mit der der früheren verglichen. Zu der Zeit, als ich im Amte war, igen die Verhältnisse ja ganz ander?. An. der ersten Zeit nach der Revolnften hatten wir iu der russischen Politik die Hände nicht irei. Wir waren gezwungen, im Baltikum Truppen zu halten. Breilscheid genießt ja bei seinen eigenen> Genossen nicht viel Ver- trauen. Dtr ebein.rüge Velksbeausiraote Emil Barth hat uns in seiner Broschüre:„Aus der W c r: st a t i der Revo- luii on". jüngst grschildcrt, wie Gras Brockdoris-Rantzau Minister d-s Acützern wülde. Damals haben jcgar Tittmann und H a ck j e Prockborff-Naniian den Vorzug gegeben vor Breitschcid. 'Heiterkeit.) Wir Wilsen, daß die Militärs mehr wie einmal gegen die Intentionen der Regierung gehandelt haben. So oft mir während meiner Mmtttätigkcik von dem Treiben von Wcrbcoffizieren Blitlciluug gemacht worden ist, babe-Rch mich an die Instanzen ge« wandt, die zum Einfckrelten befugt waren. Da? Auswärtige Amt selbst bat ja gar keine Epekutivorgane. Ich habe in e-nzciivit Fällen die Ausweisung von. ungarischen Offizieren beantragt. Ick habe wie Simons stets die These vertreten, daß wir nach Anullicrung de? Friedens von B r c st- L i t o w s r keineswegs in Kriegszustand mit Rußland geraten sind. Wir konnien ober mit Rußland keine Verträge sä--eßen. denn der Friede von- Versailles anulliert alle solche Vor- träge. Iu dem Angonidlich wo wir die Hände frei halten, haben w'r aber sofort das A e f a n g e n e n a b k o m m c n mit Rußland ge- tätigt. Herr' Kopp Hot seinen Aufenthalt in Berlin meiner Vermittlun�zn verdanken. Wir haben uw? seit Monaten Mühe gegeben., eine Kommission nach Rußland entsenden zu können. Taß die Kommission erst so Iväi die Ei-nreiseerlnubni? erhielt, knz nur gu der ruisiselicn Regierung. Ich persönlich habe die optimistische$ u s fa s s u n g über die russischen Verhält» n.iffe niemals gehobt, die Minister Siinon-Z hier ausgesprochen bat. (Lelchastes Hört, hörili Wie ich überhaupt der lleberzeugung bin. daß das, was i-n Rußland sich heute a-n Sozialisinus breit macht.' nicht mehr mit Sozialismus zu tun hat a!S die Arh.'it-Z- gemeinfchaft. (Sehr put! bei den Soz.) Unsere Politik gegen Rußland ist immer f-radliiiig gewesen. Ketmes empfiehlt sogar unsere Note der Entente' zur Nachahmung, durch die wir ims zu meiner Amtszeit we:- gcrten, uns an der Blockade gegen Rußland zu che» tciligeu. Wir werden für die Resolution stimmen, die olle Kräfte in Deutschland mobilisieren will zur Turchführnng des Ab-- konimens von Spa. Nach dem Ergebnis von»pa ist es mir beim besten Millen nicht möglich, bei dem EnteiftelavitälismuZ die he i ti s cht Röte festzustellen. Ter Ententekapitalismus bat durch den Wcl.-kri g vielmehr einen autzerordenMch giften Rebbach ge- macht uns befindet sick sehr wohl. Ick lebe vor allen Dingen auch in F r a r. l r e i ck nickt die inneren Kräfte, die d i i! Zerrüttung des Kapitalismus fördern könnten. lsebr richtig! bei den Svz.) Wie hätte sich sonst dic französische Regierung etwas derartiges leisten können, wie die Frei- sp r c ch ii n g B i l l a i n Z. des Mörders von Jean JouröS.(Sehr richtig! bei den Sog.) Die deutschen Arbeiter können nickt aus die W e l t r r v o l u t i o n warten.(Sehr richtiz! bei dem Soz.) Sie wären zehnmal verhungert, memi sie da? bisher getan hchien. Tos Ereignis von Epa ivaren HucS Aliskührunoen. Er stellte fest, daß die Tiplomaten ...:ciit allein über dic Ausführung selcher Abkommen zu Hill- scke en haben, sondern auch die Arbeiterschaft.(Austunmung bei scft So.-.) Tas wird auch in England e r k a n n t werden, und dort wird nicht eine kominuniftisÄe Arbeiterklasse reg>oron» sondern eine demokratisch gerichtete. aran Hab ge.fti>rden. b c i t'c r? den Soz.) den wir-das allergrößte Jnberessi, denn Europa kann nur '.venu die Politik m-n einer sozialistischen A r- lasse kontrolliert wird.(Lebhafter Bcijall bei Abg. Frau Sender(U. Soz.): Wenn d�r deutsche Imperialismus e n i w a f s n e i wird,� so It ö-r k e st wir damit unsere Freunde in den anderen Ländern in dem Kampf geaen ihren-Imperialismus. Wir können die Hoffnung des Herrn Stainpser auf den Völ- .i rbund nickt teilen.(Sehr richtig!) Für uns könnte es sick nur Uni einen Völkerbund der Arbeitervölker handeln. Wir verstehen lietz friedlich, aber wir sind nicht gewillt, lurs weiter die Gewalt tö/igkcften der besitzenden Klasse gefallen zu lassen, sondern wer dckp nus mit allen Mitteln verteidigen.(Beifall bei den U.-Soz.) � Ulis. Herzt(Dnat. AP.): Wir können es nicht billigen, daß diese Urkunden unterschrieben worden sind; c» beweist di«Z, daß die Delegation oben die Nerven verloren hat und innerlich zniaminenget.axpt ist.«Sehr richtig bei den Dnat.) Mit lahmen Erklärungen können wir uns nickt beruhigen. Ucder Herrn Strescmann- habe ich mich sehr ,ewnndrrt: Ick, mar der Meinung, daß wie mit feiner Partei über die Wals- r u n o der nationalen Wurde einig waren. Sollt« die Teu sehe Volks pari«! beute nicht mehr io peinlich Über die na- t'.UKftke Würde senken?«Lärm bei der K. Vp.) Tie Regierung hat in Spa nickt die erforderliche Festigkeit gezeigt. Unsere scharfe Opposition liegt im Interesse des Vaterlandes.(Lebhafter Bcijall rechts.) Dt.;ÄgnZs?r Heinze: Wer nicht i-n Spa an Nu send war, kann sich von der kritischen Situation kein Bild machen; der kann auch nicht darüber ur- teften. lUnmhe hei den Dnat.) Wir erheben entschiedenen Protest gegen dic scharfe Weise der Tcutsä/nationalen, Zmeifcl an unserer nationalen Gesinnung zu erweckon. Gerade die ivcsentlickste Frage, die der Partei des Vorredners vorgelegt worden ist» nämlich die. Wie eiil Minister seiner Partei sich in Spa Verhalten haben würde, hat er ausdrücklich abgelehnt zu beantworten. Leb- Hortes Hört. Hört!) Ter Einmarsch Frankreichs in das Ruhr- gebiet mußte vermieden werden, weil er den vollständigen Zu» fammmbruch des ganzen deutschen Wirtschaftslebens nach sich gezogen haben würde.(Lebhafte Zustimmung.— Zurufe rechts.) Da» „Vielleicht" des Einmarsches ist unendlich besser als das„Sicher". Deshalb habe,, wir uns schweren Herzens cntfchlosten, d:s Abkommen zu unterzeichne«, dessen Erleichterungen der Herr Vorredner mit keinem Wort erwähnt hat. Gegenüber dem»«neckichfeiße» von Mittel eines nationalen Appells an das Volk ver- weife ick, auf dic unendliche Not unseres Volkes, wie es sich von den Lasten des Krieges erdrückt, kaum mehr aufraffen kann. Es gibt für wns nicht die Möglichkeit, unser schwer danievcriirgkn» des Volt nochmals aufzupeitschen.(Lebhafte Zustimmung.) Reichßministsr des Auhwärtigan Dr. Simons: Dic Opposition hat uns nicht nur nicht gestützt, sondern sie ist uns sogar in den R Ü ck c n gefallen mit ihrer Erklärung, daß wir in Spa die Rechtslage verschlechtert hätten. Meine Acuße- rurigen über Sowjetrutzland sind vielfach falsch aufgefaßt worden. Ick halte eS für außerordentlich gefährlich, wenn man in Rußland nichts sieht als einen dauernden Aschen hausen. Tic russischen. Staaismälrner sind die gegebene» Sprecher Rußlands, solange sie da? Vertrauen oder die Billigung des russischen Volles haben. Es ist unrechft, ein Volk deswegen anders zu befrondeln, als es sonst üblich ist. lveft man sich diivor fürchtet, daß tue Gesinnungen dieses BolkcL gefährlich lverden könicken. Nur durch eigene g o i st i cj c Arbeit lann man der Gefahr Herr werden. (Beifall.) Abg. v. Schock(D. Bp.): W'r Badern sind bereit, für da? Reick? lieber ein Hundeleben zu führen� r-i ein Schlaraffenleben von Frankreichs Gnaden.( Lebhafter Beifall.) Damit schließt die Aussprache. In einer persönlichen Bemerkung Täft Abg. Vreitschrii»(Vi. Gov) seinen Angriff auf A b g. S t> n n e s«ufrecht. Seine versön- liche Abtvesenheit dürfe nicht vorgeschoben werden, um Angriffe aus ihn zu unterbinden, wenn eben Herr SttnneS statt hier zu er- icheinen, es vorzieht, im„K a i s e r h o f" zu sitzen.(Großer Lärm bei der T. Vp.) Zum Antrag Aderhold-(U. Soz.), der die sofortige S o z i v- lisicrung des Bergbaues zur Tnrchführung de? nahleu- abkomniens in Spa f entert, erklärt Reichsminister Dr. SinwnS immens der Regierung, daß die Regierung nach Rücksprackv: mit den Parteiführern der sozialistischen Parle! den Antrag so ver- steht, daß der Bericht der Sozialisierun gskom-. Mission abgewartet werden soll. Abg. Led.'l'vur(U. Soz.) erklärt demgegenüber, daß der©irat des Antrages doch klar dabin gehe, daß sofort die geirtzgevem- schim Maßnahmen vorzunehmen seien, um die Sozialisierung durch» zuführen. Der Antrag wird gegen die Dtimmcn per beiden sozialistisch.'« Parteien abgelehnt. Das Mißtrauensvotum Hergt(Dnat.) wird gegen die Stimmen der Den t sch n a t i onn l e n abgelehnt. Der Antrag Müller.Frankcn(Soz.), Becker(Z.). Stresemann (D. Vp.), Schiffer(Dem.): ,.der Neichstag würdigt die Gründe, aus denen die Rcichsregie- rung die Abmachungen von Spa unterzeichnet hat und erwartet vvo alle« Beteiligten ohne Nntcrschicd, das, sie, was in ihren Kräfte« steht, rückhaltlos tun,»m die Rftichsregiernng bei der Erfüllung der übernommenen Pstichteil zu unterstützen," wird gegen die Stimmen der D e u t s ch n a t i o n a l e n und der Unabhängigen angenomm n. Alz;. Tr. Fleischer(Z.s begründet eine Pen allen Fraktion«» mit Ausnahme der Unabhängigen«ingebrachie Jnl-erpellatsin über die polnischen Absichten Teile des oft- und wesipreußischen AbstiminungSgebletes trotz des überwältigend deutschen Ergebnisses der polnische» SiaaiShoheit zu unterstellen. Minister Dr. Simons: Die deutsche Bevölkerung im Osten hat bewiesen, daß sie beim Reiche bleiben will. Es gibt nur eine dem Rechie, den Bestimmungen d/S Friedensvertrages und dem Selbstbestimmungsrecht der Völker entsprechende Lösung: die Zuteilung des geseimten oft- und westproußischen Abstim- mungsgebieteL an das Deutsche Reich.(Beifall.) Ilm Uhr wird die Besprechung der Interpellation bei ganz schwach besetztem Hause geschlossen. Abg. Schulz-Broniberg(Dnat. Vp.). Pohlwann(Dem.), Everling(D. Vp.) erheben scharfen Protest gegen das Vorgehen der Polen. Abg. Ledebour(U. Soz.): Auch wir betrachten diesen vol- tuschen Versuch als eine Verletzung des Friedensvertrag« s und des Eelbstbesttmmungsrechts Ler Völker. Er ist aber eine logische Kmiseauenz des viel gräfirren Verstoßes, der durck die Eingltoderung der Polensche» und westprruhischrn Teile de» sogenannten Korridors an Polen durch dic Entente degangen wurde. Wenn für diese Gebiete der Grundsatz des Selbsibeslim- mungsrech'.eS maßgebend gewesen wäre, würde sich sicher eben- fall? eine Mehrheit für Deutschland ergeben habön. Abg. Sckulz-Wcstpreußen(Soz.): Auch wir Soziakdemökra- tcn wollen hoffen, daß die bisher vorliegenden Nachrichten nicht in ihrem vollen Umfange auf Wahrheit beruhen. Collie die? aber der Fall sein, dann wäre dies ongesichlS des Abstimmungsergebnisses einfach eine Ungeheuerlichkeit. Deshalb ersuchen auch wir die Regierung, alle ihr zu Gebote stehenden Mi.ftel anzuwenden. Damit ist die Interpellation erledigt. Tonneroiag, 1 Uhr: Aufhebung der Militärgerichtkbarkcit, Not-Elai. Schluß gegen v Ubr. *» « Ter parlamentarische UntersuchunzSausschuß des Reichstages hat sich konstituiert. Zum Vorsitzenden wurde der dciNokralische Abgeordnete Dr. Petersen, zum stellvertretenden Vorsitzenden Tr. Spahn gewählt. Zu Schriftführern wurden die Abgcoroncten Dr. Philipp(Teutfchnatl.t und Frau Sender(U. Soz.) be- stimmt. Ein Gesetz gegen dic Ostjuden? Im Haushaltsaus- schuß des Re ichKtagcS wurde ein deutsch nationaler Antrag unter Zustimmung des M i n i st e r s des Innern angenommen, dcr der M a ss« n c i u w a n d c r u n a fremd-- stämmiger Eleincnte wehren will, ihre Rückführung u»d erforderlichenfalls Jnternierung verlangt, soweit sie sich olS lästig erweisen und eine Dentschrist über den Stand dieser Dinge fordert. OewerMostsbewegung Die Eisenbahner unü öke Vorgänge im Gsten. Ueber dieicS Thema sprach Ulrich vor deu Berliner Eisenbahnern am DienSiac, in einer überfüllten öffentlichen BersammIuNii in den AndreaS-Festsälen. Nach einer Würdigung der weUpolillichen Siiuatian und namentlich der Lage, die durch den polniich-ruisiichen Krieg jetzt geschaffen ist, trat er im Interesse der Sicherung unbedingter Neutralität Leutichlonds für die Ver- binderung aller Militäl-, Waffen« und Munitionstrandporle noch dem Osten ein. Kein Eisenbahner könnte sich da�u hergeben, die .Kriegsgelüste irgendwelcher Kapitalisten- und Miliiärlaste �u unter» stützen. Unser Eiienbabnmalcrial solle lediglich wirtschattlichen Zwecken dienen zur Gesundung der deuiichen Verhältnisse im Jnler- esse de- Proletariats. Die Eisenbahner— Beamte und plrbeiter— baben ihr Angeninerk auf jegliche Transporte zu richten und per- dächlige Transpoiie anzuhalten. So hätten die Kollegen in Spandau folgende Transporte— Absender Artilleriedepot, gezeichnet Hennings— a n g e h a I t e n, die gerichtet waren an: Zeit- frei willigen- Regiment Dresden— eine Kiste Waffen, La- z a r e t t Tegel— eine Kiste Waffen, Hofkammer Desiau— 4400 scharfe Palronen. Ferner je eine taendung an den Militärverein Rahnsdorf. Vorsitzender Gannerl, an den Kricgerverein Gräbendorf, Vorsitzender Lehmann, an den Landwchrverein Lieben- löal. Vorsitzender Schmidt. Diese Kisten iollten angeblich Infanterie- gerät entbalicn, entsprachen aber an Gewicht und Gros;? genau den obigen Sendungen nach Dresden und Tegel. DaS gleiche trifft zu'ür Sendungen an den Landwehrvercin Eoepcnick lzwei Kisten), an den Landwehlverein Grotz-Wrotz(zwei Kisten), an den Krieger- verein Reinickendorf-Ost seine Kiste). Kriegerverein Borussia in Borng i. M. seine Kiste). Kricgeivcrein Wcndisch-Rictz seine Kiste). Und auf dem Anhalter Bahnhof wurden-wei Körbe mit 21- Z e n- rimetcr-Granaten angehalten, die für den A m t S V o r st o n d Alt-Bechern bej Liegniy bestimmt waren. sAbscnder ebenfalls Arllllericdcpet Spandau.) Nach lebhafter Diskussion wurde ein- stimmig folgende Resolution angenommen: .Die am 27. Juli in den„Andreas-Festsälen" versammelten Eifcnbahncr Groff-BerlinS nehmen Kenntnis von den Vorgängen . ont dem ru'svch polnischen KriegS'chauplatz und fordern die OrtS- verwoliung Giosi-BcrliiiS sowie olle Eisenbahner im Reiche auf, bei allen in Frage kommenden Jnslanzen dabin zu wirken, das; Truppen- und Muiiiiionslransporie, welche geeignet sind, d>e Neu- rralität Deutschlands und dadurch zugleich den Frieden Deutich- laiids zu gefährden, unter allen Umständen lllusorisch gemacht werde». rs steht obne weiteres fest, das; die Eisenbahnen ein dringend riolwendigeS Verkehrsmittel tür den Wiederauibau Deutschlands sind. In ihrem vollen Verantworllschkeits- und Solidaritätsqesübl verlangen die Eikenbahner, dag die Essenbahncii nur zu Volkswirt- scha'iiichen Zwecken und nicht zu iniliiärstrategii'chen Auimarsch- zwecken dienen. Die Betriebsräte iowie alle Eiienbabner tm Reiche baden die Pflicht, alle Sendungen itrengster Kontrolle zu unterwerfen und'ür sofortige Lahmlegung verdächtiger Transporte mit allen Mitteln zu sorgen. Die Ver'ammelten sind fest entschlossen, im Falle deS Bruches der Neutralität durch Beförderung von Truppen, Waffen mid Mu- nitio« nach dem ruisifch-poliiischen Kriegsschauplatz diejenigen Maßregeln �n ergreiien, welche das Gebot der Stunde eifordert. Die Beisannuelten geloben, alle ihre Kraft und ihr Können für die kuliuielle« Forderuiigen des Sozialismus einzusetzen; demgegen- über aber sei ihre Losung: Krieg dem Kriege! Kampf gegen die völkermordenden Machinationen des internationalen Kapitals.' Elmgimg!n üer Kätefragel Von unseren Genossen aus dem BetriebSräleselreiarra! wird unZ geschrieben: Die lange herbeigesehnie Einigung in der BetriebSrätesrage ist leider noch nicht in d e m M a ß e g e s i ch e r t, wie es die Notiz im gestrigen Abendblatt des.Vorwärts' vermuten läßt. Vor allem weigern sich die von der Afa zusammengefaßten Angestelltenräte. den Zusammenschluß unter Verleugnung gewerk schaft- licker Grundsätze(Zusammenfassung Unorganisierter, Gelber uiw.) mitzumachen. Nur in der Hoffnung, daß auch diese letzte gefährliche Klippe, an der der restlose Zusammenschluß der Be- trrcbsräle noch zu scheitern droht, umschifft werden kann, haben untere Gcnosien vorbehaltlich der endgültigen Stellungnahme der S. P. D.- Betriebsräte der Vereinbarung zugestimmt. Die Generalversammlung der S. P. D.» B e-- triebSräte findet am kommenden Dienstag ö Uhr in den Ger- mania- Sälen, Chausscestraße statt. Achtung, S.-p.-D.-Setriebsräte. Diese Woche finden Fraktionssitzungen statt, und zwar: Donnerstag 5 Uhr: Musikersäle. Kaiser- Wilhelm- Straße 31. Gruppe Chemische Industrie. Freitag 5 Uhr: Musikersäle. Kaiser-Wilhelm-Straße 31. Gruppe Kommunale und Staatsbehörden. Freitag 3 Uhr: Jugendheim. Lindenstr. 3, II. Hos, 4 Tr. Gruppe Nahrungs- und Gcnußmittel-Jndustrie. S-P.-D.-Sekretariat, In den Zelten 23. Tel.: Hansa 1424/23. Lrtsklasseneinteilung im iversichernngsgewerbe. Am 28. Juli letzten die in der vorigen Wocke abgebrochenen Verhandlungen im Reichsarbeitsministerium wieder ein. DaS Schiedsgericht schlug den Parteien folgenden Vergleich vor: 1. Die Parteien verpflichten sich, die von der ReiSsregiening für das Reickisbcsoldungsgesctz auszustellende Ortsllasieneinteilung anzu- nehmen mit Geltung von dem 1. Lugust 1020. 2. Für die Zeit vom 1. Juli 1S20 bis zur Vcrabichiedung der neuen Ortsklassen- einteilung erhalten die Arbeitnehmer in Orten, die im besetzten und neutralen Gebiet liegen, außer den tariflilben Sätzen eine besondere Teuerungszulage mit derselben Voraussetzung und in gleicher Höhe, wie sie jeweils dos Reich seinen lcdigen Beamlcn geWöhr:. 8. Bei dem Naihweis, daß für einzelne Großstädte die Ortsklosicneinteilung für die Neuregelung der Banken den Teuerungsvcrbälinissen nicht entspricht, soll eine Nackvrüiulig der Einreibung dieser Städte vor- genommen werden. 4. Die aus Grund dieses Vergleilbes seitens der Arbeitgeber geleisteten Zahlungen zu Ziffer 2 und 3 werden auf die unter Anwendung des neue» Reich- ortSliasienverzeichmsses zu zahlenden Betiäze angerccknet. Der Vergleich wurde von den drei Spitzenorganisationen an- genommen. Die Arbeitgebervertreter gaben ihre Zustimmung unier Vorbehalt deS Widerrufes bis zum 3!. Juli. Ueber den Punkt 3 des Vergleiches verhandelt das Schiedsgericht mit den Par- leien am heutigen Tage weiter. Der Erfolg des M>lerstreiks. Gage« den Willen de? Leitepts der Orgsnisakion. der auf Jnnehaltung deS bestehenden VertragsverhältmsseS hält, setzte am 19. Juli der Streik in einigen Betrieben ein. Er entstand spontan als Ausdruik des Rnwkllens Wer die LerfchkePp««� der Lohnverhandkungen durch den Zlrbeitgeberverbantü Der Unwille war um so mehr begreiflich, als der Stundenlohn der Maler, der gegenwärtig ö30 M. betragt, um 1,30 M. hiniei» pc:n Lohn der Bauarbeiter zurücksteht. Im Laufe der Wocks dehnte sich der Streik aus 4ö Betriebe mit etwa 700 Bc- schäft igten aus. Tie Bewegung hatte den Erfolg, daß von den 30 Arbeitgebern uuninehr Erhöhungen auf t> bis 8,8» M. bewilligt wurden. Wichtiger aber ist der Erfolg deS Streiks, daß Besprechungen zwischen den beiderseitigen Organ«- sationsvertratern stattfanden und die Verhandlungen des H a u p t t a r i f a m tzc s, durch das die neuen Lohnsestsetzungen hervorgehen sollen, aus nächstcil Mittwoch festgesetzt sind. Ter Siretk bat also den gewünschten Erfolg gehabt. Die Streilenden haben deshalb beschlossen, die Arbeit am heutigen Donnerstag wieder aufzunehmen. Bis dahin sollen, wie die Leitung des Ar- bcitgebcrverbandes versichert hat, den A u s st ä n d i g e n die Betriebe offengehalten werden. In der am Mittwochabend abgehal- tenen Mitgliederversammlung des Malerverbandcs wurde mit- geteilt, daß im Widerspruch zu dieser Zusicherung eine Firma sich weigerte, alle Streikenden wieder. Juli, nachmittags 5 Ubr, Branchenveriamutlung im Stönigltadt-KafÄci. Holzrnarltriraxe 72. Tagesordnung: Bericht von den Verhandlungen im Reich-arbeitsmüiisteriunl und Betchlujsillfiung. Zentralverbaud der S'"gestellte«. Fachgruppe 10. tTextil- und Bekleidungsindustrie irird-Hand-,.) Mitgliederoerjaminimtg 30. 7., 7 Uhr, MujikerfSIe, Kaijcr-Wilhclm-Straße 3t. Verband der Gastwirtogedilren. Freitag, den 30. Juli, nachts t? Uhr. außerordentliche Versammlung der Sektion II im Läse.Eldorado". Benldstraße. Ecke Kvminandant>nitrajze Tagesordnung: 1. Babl eine- Mitgliedes für die Hauplvcrwoltung. 2. Innere Verdäil- niste der Sektion und wer trögt die Schuld daran? Referent: Kollege Sur de. 3. Vabl eines SektionSleiterS. B-raiNw. tür den redakt. Teil: Dr. iLerncr Pcisc:, Chartottendurg: iür Airjeiaen: Tu. Otlmfr, z> erlin. Vertag Narlvdrts-Berlag G. NI. b. H.. Berlin. Trust?rr- wärtS-Suchdruckerei u. Verla gsantialt Paul Tinger u.(fco., Lcrli.r. Cmiente. 3. Hierzu 1 Beilage. '-"■—..----- 4 Nur bis Sonnabend, 31, Juli! Saison-Ausverkauf Angebote mit großen Preisermäßigungen Kteiderstoffe Waschstoffe Wäschestoffe Strümpfe Handschuhe Teppiche Seidenstoffe Leinen Futterstoffe Trikotagen Gardinen Möbelstoffe Bekleidungsgegenstände und Wäsche für Damen, Herren und Kinder �■ S. Adam, Emma Betis, Bud& Ladimann, Gustav Cords Herrmann Gerson, F.V.Grünfeld�&ii�,, Rudolph Herizog A. Jandorf 82. Co., Heinrich Jordan, H. Israel, tfaufhaus de, Westens?: t Kersten& Taieur D. Levin, R, M. Maassen«. m.».«. V. Manheimer, Michels& Cie., Arnold Müller,' Hermann Tietz A. Wertheim o. m. b. Gebr. Woljf& Keller