!tg. 330 ❖ Z7.Fahrgang Ausgabe A Nr. 53 Bezugspreis: SS ecieIläi)cU30,— aRt,mona{1.10,—-311 fret m« S«me. ootnu« zahlbar. SSoft» bezus: Monatlich 10,— M!»«jfLjSu" stellungsarbühr. UnterRmizbanb tut Dtutlchlanb und Oefterrelch 16�0 Mi. für das übtigt Ausland bei täglich einmal. Zustellung 2L50 35. SSoftfce. fhpllnngea nedmen an Oesterreichs Ungarn, Tschecho-SIowalei, Däne- mar:, Holland, augemdurg, Schweden und die Schweiz.— Eingetragen in die Dost» Zeitung» Preisliste. Der..Vorwärts'* mit der Sonntag» beilage.Volt lt. Zeil* erscheint Wochen- täglich zweimal. Somuags und Montags einmal. Telegramm-ASreste: »Zozialdemolral verlin". Morgen-Ansgabe DerUnev Volksblatt (�30 Pfennig) NnzeillcnprciS: Die achtgeipaltene Nonpareillozeile losteill.— 35.,TeucrungszuschIagS0°/o. „ftlcine Slnjeiget)**, das fett- gedruckte Worl 1,— M.(juUij|ig zwei tertgedruckte Wortes, iedes weitere Wott 00 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort >>Z Pfg» iedes weitere Wort 40 Pig. Worte über lü Puchstaben zählen'ür !wei Worte. Teuerungszuichsag 50»,» ffamilien-Anzeigen sür Abonnenten Feile 2,— M., politische und ae- wertschastliche Vereins- Anzeigen 3,— 311. die Feile ohne Anfschlag. Anzeigen jiir die nächste Nummer uriisten bis S Ahr nachmittags im Sauvtgeschäit, Berlin SW 08, Linden- ftraste 3. abgegeben werden. Drostnet oon 9 Uhr jruh bis ö Uhr abends. Zcntralorgan der Tozialdemokrati fcbcn parte» Deutfcblands lveüaktion und Expedition: SW. öS» Lindenstr. Z. a-erolvrerher: Amt Morivpla«, Nr. l-il SV— lSI.S7. Sonnabend, den 31. Jnli 1VÄ0 vonoärts-verlag G.m.b. h.» SW. öS. Lindenftr. Z. Fernsprecher: Amt Morittpln«, Nr. 1l7ZZ— l»t. Frankreich unö öas Kohlenabkommen. Die vorfchüffe öoch genehmigt! Paris, ZV. Juli. lWTP.) Tie Kammer hat mit 393 gegen 83 Stimmen den Gesetzentwurf der Regierung» der die Durchfüh- rung des K o h l r n ab t o m m c u s von spa vorsieht, angr- nommrn. Tamit sind auch die von der franzosischen Regierung n» Teutschland zu leistenden Borsch üssc für die Bezahlung von Ralirungsmittela bewilligt worden. Beiu ii nt! ich hchttz- die cl>tmeiic.iMcke Lbposition, deren Erps- neu tcu gegenwärtig die ehemaligen Minister und Feiedensdelc- gierten in Versailles Louchcur und Andre Tardieu sind, versuch?, dieses AuSfühmongsgesetz zun, Mslenablmnmcn von Spa in den Aammerausschüssen zu Fall zu brnegen. Nach einem vor- übergehenden Erfolg gelang es Miller and, mit BriandL Hilfe die Sache wilder in Ordnung zu bringen. Die obige Mel- düng besagt zwar nicht, aus welchen Elementen die Minderheit der 83 bestand. Da im französischen Parlament auch die Abwesenden— mit Ausnahme der wenigen i förmlich Beurlaubten— durch dt- Vermittlung der Fraktionssekretäre abstimmen dürfen, so beträgt die Zahl der Stimmenthaltungen bei einer Ge- samtzifscr von 618 Deputierten über hundert Stimmen. Dos iristhe Wespennest. Eine Kundgebung der irischen Slrbeiter. London, 36. Juli.(TU.)„Dailh Herald' veröffentlicht eine Kundgebung der irischen Arbeiter an die eng- lischc Arbeiterschaft, in der darauf hingewiesen wird, daß Verhand- hingen mit der englischen Regierung nur die zulünstize irische Republik führen kann. Es wird gefordert, daß Eng- land seine Truppen aus Irland zurückzieht und dem irischen Volke selbst die Berantworlung überläßt. Ein Zusammengehen der englischen und irischen Arbeiter sei notwendig, um die Grund- sähe zu verwirklichen, für die England angeblich in den Weltkrieg eingetreten sei. Lloyd George verspricht scharfe Mayuahmen. London, 86. Juli.(WTB.) Lloyd George empfing gestern eine Abordnung von Mitgliedern des Ober- und Unterhauses, die sich über das Vorgehen der Sinnfeiner beschwerte und energischere Maßnahmen forderte. Lloyd George er- widerte: Tie Gw'etzes vorläge gegen die verbrecherischen Toten in Irland, die am ö. August eingebracht werden soll, wird als g e- nügend streng besunden werden. Tie Meldung, daß für da! auf der Eisenbahn beförderte Staatseigentum keine bewaffneten Wachwi mehr gestellt werden sollen, ist völlig uiuvahr. M u- nition wird weiter befördert und bewaffnete Wachen werden weiter gestellt werden. Eisenbahner, die auch in Zu- kunst die Beförderung von militärischem Matcnc-l, Truppen und Polizisten verweigern, werden sofort. entlassen werden. » London, 86. Juli. Der V i z e sta t th a l t e r für die irische Grafschaft Wicklew. Francis Brocke, wurde auf dem Bahnhof Westland-Row, als er den Zug besteigen wollte, erschossen. Der Täter ist e n t l o in m c n. « London, 36. Juli.(W. T. B.) Nach einer Depesche ans Dublin halben Sinnfeiner vorgestern abend zwei Mi- litärauto mobile bei Kemnaneigh in der Grafschaft Eork überfallen, Lö Mann der Besatzung gefangen genom- m e n, Waffen-- und Munitionsvorräte aus den Automobilen geraubt und die Fahrzeuge hierauf in Brand gesteckt. Inöepenöant 5abour Partp unü Moskauer Internationale. Namsay Macdonalds klare Absage. R o t t e r d a m, 30. Juli.(W.T.B.) Wie-uZ Lvido« gemeldet wird, hat die Unabhängige» r b c i t e r p a r t e i lJ. L. P.i eine Antwort des BollzugSansschuffcS der dritte» Jnter- nationale auf verschiedene Fragen betr. da» Programm und die B e d i n g u n g e n für einen Anschlich an die Moskauer Jnter- natitmale erhalten. Moskau sagt, der KoviwunismuS köune in Eng- land nickt ohne eine blutige Revolution verwirklicht werden. Tie Aebeiter uiussten daher auf einen schweren Bür- gerkrieg v» r b e r e i t e t sein. In einer Anmerkung zn dieser Antwort sagt NamsayMaedouald, die Dritte Internationale und die Unabhängige Arbeiterpartei in England seien wie Wasser und Orl. Sie werden sich niemals miteinander ver» mischen._ pc Ans dem weihen Ungarn. Dienstag abend wurde in B u d a- st ein K a f s c e h a u S von c�ner antisemitischen Men- ichenmcnge überfallen Bei der entstehenden Raukerei wur- den-wci Personen getötet. Ministerpräsident Tele!» ftersprnich ,intl; größter Tat/rast Crdaung zu schaffen". Die Antwort öe? Entente. Sie wünscht eine Friedenskonferenz mit Sowjets Ruftland. Zur russischen Frage sagte Lloyd George im Unterhaus.', die englische Regierung sri jetzt im Besitz der Ansichten der i t a l i e- nischen Regierung, die durchaus mit dem �Standpunkt der eng- lischrn Regierung übereinstimmten. Die Alliierten hätten sich über de,, Wortlaut der Antwort geeinigt, die von der englischen Regierung an d>e Sowjetregierung abgesandt werden solle. Lloyd George betonte, daß das Einvernehmen restlos sei. Tie Antwortnote lautet: Die englische Regierung ist jetzt nach Beratungen mit ihren Rlliierttn in der Lage, solgeode Ant- wort auf Tschitscherinö Telegramm vom 27. Juli zu senden: Tie englische Regierung schlägt unter der Boraussetzung, das, der Abschluß eines Waffenstillstandes zwischen Sowjetrußland und Polen bevorsteht, ihren Alliierten vor, an einer in L o n- d o n abzuhaltenden Konferenz, aus der auch die Sowjeteegie- rung vertreten sein wird, teilzunehmen. Sie vertritt die Ansicht, daß sowohl bezüglich des Zwecks der Zusammenkunft in London, wie bezüglich der dazu einzuladende» Mächte und der hauptsächlich- sten Fragen, die zur Erörterung stände», keine Zweifel bestehen dürfen. Tie letzten beiden Telegramme der Sowjetregierung ließ:» jedoch einige Zweifel über diese Punkte. Während nämlich das Telegramm vom 19. Juli die Teilnahme der Alliierten an den Friedensverhandlungen zwischen Ruhland, Pole» und den benachbarten Regierungen abzulehnen scheine, stimme das letzte Telegramm anscheinend der Tell,ta.,.ne dieser Regierungen zu. Tie englische Regierung halte dafür, daß, wenn die Beratungen zwischen den alliierten Regierungen und der Sowjetregierung einige Aus- »cht auf Erfolg haben sollte», dir Bertretee Polens und der in Frage kommenden Ro n d st a at e n- a u ch dabei vertreten sein müßten. Hauptzweck der Konferenz solle die Wiederher- stellung des Friedens in Eueopa sein, und zwar in erster Linie zwischen Polen und Rußland ans Grund von Bedin- guugen, die die Unabhängigkeit Polens und die berech- tigte» Interessen beider Länder sicherstellten. Tie Konferenz solle auch die noch schwebenden Fragen zwischen Sowjetrußland und den Randstaaten beraten, die noch uicht eadgültig mit Rußland Frieden geschlossen hätten. Nach der Regelung dieser Fragen könnte die Konferenz dazu übergehen, sich mit den zwischen S o w j e t r u h l a n d und den Alliierten schwebenden Streitfragen und der Wiedreher- stellung normaler Beziehungen zwischen ihnen zu befassen. London, 29. Juli. lWTB.l Außer der von Llovd George im Unterhouse verlesenen Depesche an Rußland ist am 26. Jnli eine weitere wichtige Depesche abgegangen, deren Text heute abend veröffentlicht wurde. Tie englische Regie- rung erkläet sich darin unter Bezugnahme auf Rußlands Antwort betr. das Waffenstillstandsangebot bereit, die Reife Käme- news, Krafsius und M i l i u t i n S zu erleichtern, und schlägt vor, daß die genannten Persönlichkeiten ermächtigt werden sollen, nicht nur über die Handelsbeziehungen, sondern auch über vorläufige Abmachungen wegen der in Aus- sich» genommenen Friedenskonferenz zu beraten. Die De- pesche bestreitet jede Beeantwortlichkeit sür die Offensive des Gene- rals W r a n g e l und teilt mit, daß die englische Regierung Wrangel von der Erklärung der russischen Regierung in Kenntnis gesetzt habe. Kameuew nach London unterwegs. Stockholm, 30. Juli.(Eigener Tenhtbericht des„Vorwärts". Tie russischen Bevollmächtigten K a in e n e w und M i l j u t i n reiste« am Mittwoch an Bord eines englischen Torpedojägers von Reval über Kopenhagen uach London ab. Ter polnische Zusammenbruch. Die.Dma" meldst aus Köntgslierg: Nach hier einlaufenden Meldungen ist der Zusammenbruch der polnischen Rordarmce voll- ständig. Die polnischen Truppen fliehen in völliger Auf- lösung. Die russische Kavallerie, die von der Heeres- leitung der Sowjetarmee in gewaltigen Massen eingesetzt worden ist, folgt den Flüchtlingen auf dem Fuße. Der Weg nach Warschau steht den Russen offen. Es ist ganz unmöglich, daß sich die vollkommen zersprengten, verstörten und geschlagenen Polen noch zu einem Gegenangriff oder auch nur zu einer Verteidigung aufraffen konnten. Lomza, Ossowicz, Suwalki» Grajew«, Szhtsuva und Augustow sind in de» Händen der Russen. Die russischen Truppen wissen, nach zuverlässigen Meldungen, bislang noch nichts von einem Waffenstillstand. Sie dringen unaufhaltsam vor und sind tadellos ausgerüstet und, wie eS scheint, auch ver- pflegt. Bialy stock ist gleichfalls gefallen, am Cereth halten sich die Polen noch. Die Kerntruppe der Russen ist die Kavallerie, sie verfügen über nur wenig Artillerie und Infanterie. Der Kanonendonner von der Front ist an vielen Stellas ös oApreußischsl Grxnza zs hören. Stockung und Stillegung. Von Dr. Alfred S t r i e in e r. Wenn man in einem großen Kesselhaus nnt einer großen Batterie Kessel jedem Heizer das Beschicken seines Kessels frei iiderläßt, dann wird die Entstehung von li c b e r d r ii ck oder Unterdruck eine häufige Erscheinung sein, da die B e l a st u n g der Kraftanlagen unvermeidlichen Schwankiingeir unterworfen ist. Die Kcsselanlage wird dann einen Beob- achter erhalten, der die Meßapparatc ständig im Auge hat und der Gesamtbelastung der Generatoren entsprechend die einzelnen Kessel unter Druck halten läßt. Das ist nichts anderes als genaue Anpassung der Dampserzengimg an den Bedarf. In der G ü t e r e r z e u g e n d e n W i r t s ch a i t fehlt, abgesehen von den vollkommen organisierten Wirt- schaftszweigen, diese Anpassung der Produktion an den Bc- darf, loeil das Untcriichmertum für sich das Recht bean- sprucht, von einer Rücksichtnahme ans die Gesamtintercssen befreit zu bleiben. Solange das Ärbeiterintercsse Spiel- ball der Ilntcrnehmerlaiine sein konnte, ging das, aber es geht heute und in Zukunft nicht mehr, weil die Arbeiterschaft weiß, daß G e s ch ä f t s st o ck u n g c n und B c t r i c b s st i l l- lcgungen sich vermeiden oder doch sehr erheblich einschrän- ken lassen, tvcnn an die Stelle der llnternchmerfreiheit ihre Unterstellung unter Zentralleitungen der Wirtschafts- zweige erfolgt. Wir stehen in einer schweren Wirtschaftskrisis, deren Ausgang nicht abzusehen ist. und das Wirtschaftsministerium bemüht sich, durch Notstandsaktionen Betriebe und Arbeiter aus der schwierigen Lage zu befreien. Es hat in der Pinna- senser Schuhindustrie eine Aktion eingeleitet und mit Retchsmitteln die unvertäuflichen'Schuhe den Iabrikailten abgenommen, cL wird in der T e x ti li n dlkssk r i e Auf- träge von Berbraucherorganisationen durch V e r m i t t- l u n g s st e l l c n beschaffen usiv., cS wird eine Wirtschafte- bau! schaffen, um notleidenden Unternehmungen mit Betriebs- Mitteln beizuspringcn. Nun ist die Geschäftsstockung in'einzelnen Industrien doch nur eine T c i l e r s ch e i n n n g. Wir stehen vor der Tat- fache, daß wir über 203 Milliarden innere Schulden haben, für die die Steuerzahler 12 Milliarden Zinsen aufbringen müffen; wir haben mehr als tausend Milliarden Papiermark an die Sieger zu zahlen, wir haben gewaltige Opfer für die Kriegshinterbliebenen aufzubringen usw.. wir müssen mit den .Kohlen und sonstigen Brennstoffen in einem Grade ökonomisch wirtschaften, von dem die meisten Leute noch gar keine Vorstellung haben. Tie Sie u c r v e r w a l t n n g steht vor Aufgaben, die kaum zu lösen sind, da sie mit Steuergcsetzcn arbeiten nrnß, deren Handhabung zn unauSge- setzten Schwierigkeiten führen. 9'/, Milliarden Steuern sind noch ans dem letzten Steuerjahr rückständig, mährend die Arbeitnehmer durch Erfassung ihres Einkommens an der Quelle mit fester Hand zur Steuerleistung herangezogen werden. Auf der anderen Seite macht die U e b c r f r e in d u n g Riesenfortschritte, in alle Ritzen und Poren der deutschen Wirtschaft dringt das Auslandskapital und macht uns zn Sklaven. Und lvanim das alles? Rur weil die Nnternehmerklasse sich dem Gebot der Zeit nickt fügen will, weil es aus die in der freien Wirtschaft liegenden privaten Gewinnchancen nicht Verzichten will. Ja, glaubt das deutsche Unternehmertum wirklich im Ernst, daß die Arbeiterschaft in der Lage ist, diesen Zustand stillschweigend weiter zu dulden. Sicher ist, daß alle, die Kapttalinteressen zu vertreten haben, die loirischaftliche Lage und die in ihr liegenden Gefahren durch eine gefärbte Brille ansehen, daß sie sich gewissermaßen selbst in die eigeiie Tasche lügen. Sie machen dem Auslandskapital weil die Türen aui. erhoffen von ihm Rettmig und Hilfe und ivollen nickst sehen, daß diese nicht durch Verknechtung seitens des Aiislandskapitalismus, sondern nur durch Organisation von innen heraus gefunden werden kann. Im W i r t s ch a f t s m i n i st e r i u m ist ein Mann mit gründlicher volkswirtschaftlicher Bildung und gemeimvirtschaft- licher Dirtschaftsallffassung, der auch der Praxis nicht fern ge- standen hat, der Staatssekretär Prof. Dr. H i r s ch. Er hat sich zu dem Thema„Gcschästsstockung und Betriebostillegung" einem Aussrager gegenüber vor kurzem geäußert, leider aber ängstlich vermieden, dem Patienten zu sagen, daß er sich neues Blut anschaffen muß. Tie Sozialdemokratie kann zn der �/bisherigen Wirtschaftspolitik, die uns nicht vorwärts bringt, � nicht länger schweigen, und die Gewerkschaften rüsten sich, um dieser Leicknamspolitik ein Ende zu machen. Daß wir aur diesem Wege nicht aus dem Sumpf kommen. das dämmert doch auch jetzt in den schwächsten Köpfen. Es muß deshalb an das Unternehmertum die Präzise Frage gerichtet werden, ob es sich zur organisierten G e in e i n w i r t- sch aft umstellen will oder nicht. Hier gibt es nur ein klares j a oder nein. Die W u r sl e l e i, ivie sie bisher betrieben ivorden ist. führt zu keinem erkennbaren Ziel. Die Arbeiter- schaft weiß, waS sie will,'das Lehrgeld, das in Rußland für die t o lleltive Wirtjchajtsjührung gezahlt worden. ist, wird die deutsche Ardeiterschaft vor solchen Experimenten bewechren und bietet den fähigen d-ntschcn Wirtschaft sführern die Möglichkeit, weiter die technische und wirtschaftliche Leitung in den Händen zu behalten. Wir beobachten heute, wie sich zahlreiche grofce Betriebe auf den gleichen neuen Fabrikationsgegenstand werfen. Versuche machen, um eigene Modelle herauszubringen, mit denen sie sich auf den Markt stürzen werden, um die A nur- chic zu bermehrcn, statt gemeinsam vorzugehen, die b e st e AuSführunasform zu ermitteln und die Arbeit dann unter sich planmäßig zu verteile n. Da die Unternehmer sich gegen ein planmäßiges Zusammenarbeiten sträuben, das die jetzigen Spckulationsmöglichkeiten und Geioinnver- sch leiern ngen beseitigen und die Kapitalverschie- bungen verhindern würde, so kann unS nur das organi- s i e r t e Proletariat retten, in dem ein einheitlicher Wille herrscht, der durch Organisation der Wirtschaft die Produktivi- tat zu steigern verniag. Die bisherige Wirtschaftspolitik führt nicht zum Aufbau, sondern zur Versumpfung und zum ftnan- zicllon Zusammenbruch.___ Solschewismus � Nationalbolschewismus Gegenrevolution. Die„Freiheit" veröffentlicht einen sehr charakteristische» Bericht über den Prozeß gegen Aurel S t r o«H c l d. den Organisator der ungarischen Roten Arwee. Dieser Prozeß entrollt die seltsamsten Perspektiven von der Entwicl- hing des Bolschewismus über den National- b o l s ch e w i s ni u s zur Gegenrevolution,«strow- feld, ei» ehemaliger Geueralstabsoffizier, hat mit überniensch- licher. Willenskraft und Stärke die ungarische Rote Armee geschaffen, die gegen die Tlchechoslownlei eine Zeitlang siegreich gekämpft hat. Obwohl Stronifeld nur sehr gemäßigte sozialistische Anschauungen Ixhte— er wollte die großen Per- niögciisnnterschiede ausgleichen—, und obwohl ihm im Kampfe � zum guten Teil auch wftionalc Ziele vorschwebten, wurde er von den Horthp-Sclzcrgen gleichwohl zu drei Jahren schweren Kerkers verurteilt. Doch das Interessanteste sind die Vorgänge in der Roten Armee selber-, die der Prozeß zutage gebracht bat And die von der«Freiheit" ausdrücklich zum Zwecke der W a r n n n g vor dem Nationalbol- s ch e w i s m n s mit folgenden Worten geschildert werden: Ter Kommandant einer Roten Division. General Karl Szabe- Papp erzählte, daß er nach dem siegreichen Pormarsch in der Eloivakei krank wurde und bei seiner Heimreise Stroinfeld im Hauptquartier einen Besuch absiatiete. Bei dieser Gelegenheit meldete Ttromfeld. das? da« erste, vierte und sechste Armeekorps in jedem Moment bereit seien, die nationalen Farben zu hissen, und das, achtzig Prozent der Arbeiter scheu nationalistisch gesinnt sind und einen Has? gegen die Bolkskommissäre hegen. Stromfeld selbst schwankte zwischen seiner nationalistischen militn- tischen Gesinnung itud seiner sozialistischen Ueberzeugung bin und her und erklärte, derauschcude Wirkung verlieren, so muß, gerade wie heiin gemeinen AlkoholiSmnS, daS Wörter- und Phraseng äbräu immer stärker gepfeffert und in immer stärkeren Tosen.genossen werden. Wir könnten von fiesem Wort-Alk oholiSmu» die ergötzlichsten und auch die widerlichsten Beispiele beibringen. Doch— exempla sunt odiosa. Wer geiroften ist, wird eS merken und soll es merken." Es muß ein Irrtum fein, wenn Vetter Niemand behauptet, er hätte feine Broschüre i-m sozialistengesetzlichen Sommer 1887 geschrieben. Klingt es nicht, als hätte ein Zeitgenosse sie nach der Parlamentsrede eine? gewissen Wortathlcten geschrieben? Fndc», es ist kein Zweifel möglich, und wenn unser Vetter heute recht hat wie 1887, so sa�t uns Karl Mary in seinem Brief an Bolte (23. November 1871) warum es so ist: „Solange die Sekten berechtigt sind(historisch), ist hie Avbeiter- klassc noch tinroif zu einer selb-ständigen geschichtliche« Bewegung. Die Geheimnisse öes Munsterlagers. Mit Gott für Kaiser und Ehrhardt.— Treuprämie für Meuterei. Wir lesen in unserem Kieler Parteiblatt, der»Schleswig- Hotsteinischen Volkszeiinng": Von der K ü st e n w« h r C u r h a s e n wurden jüngst 45v Mann nach dem M u n st e r l a g e r transportiert, zu einer sechswöchigen Nebinig, wie es hieß. Es waren Soldaten, die sich während des Kapv-Putickes als verfassungstreu bewährt und ihre meuternden Oisiziere hinter Schloß und Riegel gesetzt haitcn- Grund genug für den Hosdickter der Brigade Ehrhardt- i||r Kommen den deulschnationaten Lümmeln seines Truppenieils durch folgenden im ganzen Lager angeschlagenen Vers anzukündigen: Fetzt kommen die Geier in Scharen! Wir bleiben, wa? wir waren Mit Gott für Kaiser und Ehrhardt Unsere Cuxhaiener waren auch nicht faul. An den Varacken deS früheren RussenlagerS, in das man sie eingesperrt hat und das vom übrigen Lager durch Stacheldraht abgegrenzt ist, prangen bald große Plaiaie, ans denen in deutlichen Leitern zu lesen ist:„Wir stehen tren zur Verfassung!" und„ES lebe die Republik!" Tiefe Plakate wurden von ihren eigenen Offizieren heruntergerissen. Ihnen aber sollte mit allen Schikane» die richtige Vaterlandsliebe bei- gebracht weiden. Sie erhallen keinen Urlaub und ihre Post steht unter Zensur. Ihre Maschinengewehre werden ihnen a b- genommen, und so sind sie der llebermacht der meuternden Landsknechte vollständig preisgegeben. Mit Erstaunen nehmen sie wahr, daß von dieser zur Auflösung bestimmten Formalion täglich »eil« Leute«ingrftellt werden, daß ihren Mannickailen für da« hock- verräterische Verhalten während des Kapp-Putsche« 250 M. nach- gezahlt werden, daß gerade dieser Truppenteil nur neues Kriegs- Material besitzt, Scheinwerfer und Flammenwerfer so gut wie Maschinengewehre, und daß in den Offiziersbaracken unter dem Vorwande» eine Entcntekommifsion komme znr Bcsichti« gmig. Waffen versteckt werden. Von ihrem Kommandeur wird ihnen die Brigade Ehrhardt al« Vorbild für den Straßenkampf hin- gestellt. Einem Obermaat Hirsch vom ReichstvirtschastSbund, der in das Lager kommandiert wurde, nm sich die Zustände anzusehen, sucht man loszuwerden, indem man ihm sofort 30 Tage Urlaub ansdrängt usw. usw. Ganz zufällig kommt einmal in irgendeiner Stube die Sprache auf diese Dinge, und der Truppenvertrauensmann, der gerade an- wesend ist, wird beanftzagl, vom Kommandeur Ansklöruug zu verlangen. Die Folge ist, daß 10 Mann, darunter der Vertrauens- mann, zur Komniaiidierten-tkpmpagnie 3»ach K i e l- W i k versetzt werden, um hier, wie ihnen gesagt wurde, vom Krtegsgerichi abgeurteilt zu werden. So geht eS heute in der republikanischen Reichswehr zu. Noske, den Ruhm muß man ihm lassen, hat viel versäumt. Geßler aber scheint von Beruf müde zu sein. Die ganze deutsche Presie stropt von Beschwerden über verfassungswidrige Znsiände in der Reichswehr. Geßler aber hört und sieht von alledem nicht«. Er regiert lustig weiter und läßt die Karre lausen, ivie seine Offizicre es wünschen. Die Ungehenerlichkeiten der ReichSwehrvorlage. 5>n dem Artite »Das Reichswehrgesetz"(Nr. 308 des Vorwärts)' wurde als eine te> vielen Ungeheuerlichkeiten deS Entwurfes hervorgehoben, daß Z 2� der Vorlage de» Neichslvehrsoldatcn nicht nur die gewerbtich sondern auch die n i ch t gewerbliche Nebenbeschäkiigung unterlauf Wie wir einer Zuschnsl aus Kreisen der Zivilmusiker entnehmen, ist bei diesen der Satz fälschlich dabin ausgelegt worden, daß auch die Untersagung der gewerblichen Rebenbeschäftigiiiig als u»- gcheuerlrchkeit gcbrandmarkt werden sollte. Die solgenden Aus- iühruugen des Artitels zeigen wohl aber mit voller Deutlichkcit. daß die Krtiik sich gegen die Umersagung der nicht gewerbliche» Nebentätigkeit richlete. weil hierdurch den Soldaten die Annah'ne von Ehrenämtern in Organisationen usw. unmöglich gemacht wird.. Das berechtigte Verlangen der Zivilmusiker, gegen dtz Koutuneuz der Miliiärkavollen geschützt zu werden, siudet unsere volle Unter st Stzvng. «sobald sie zu dieser Reise gelangt, sind alle Sekten wesentlich tttlklionär. Indes wiederkalt sich in der Geschichte der Jnter- nationaien, was pst Geschichte überall zeigt. Das Veraltete sucht sich in der neugewonnenen Form wieder» herzustellen»»d zu behaupten." _ Und wie man einst Bismarck wieder„lebendig" schoß, so hohen unsere Wort-tzlltohaliften von heute die Reaktion wieder tygchgs» putscht. C. L. Drahtloser Pressedienst. Den Fortschritten der„Drahtlosen" als Schnellnachrichtenmittel wird heute allseitig Jnreresie enig,.>e»« gebracht. Die Vorstellungen, die man sich freilich oft von einer prakiischen Verwertung des neuen Mittels macht, sind noch rcchr unklar. Zwei ureigenste Wesenzüge, so wird im»Jahrbuch der drahllosen Telegraphie und Telephonie" ausgeführt, sind es, aus denen der einzigartige und unersetzbare Vorzug der neuen Nackrichtenart gegenüber der Drahtielegraphic beruht. Daö ist ersten? die Eigenichast, zwischen der Sende- und Empfangsstelle jedwede Leitungsverbindung entbehren zu können, und zweitens die Fähigkeit, durch einmaliges Senden der Sendcstelle beliebig viele in ihrer Reichweite liegende EmviangSstellen mit Nachrichten der- sorgen zu können. Die erste Eigenschaft weist der Funlentelegraphie die Ersüllung der Verkehrsaufgoben zwischen solchen Gebieten zn, zwischen denen eine Drahtverbindung aus irgendwelchen Gründen nicht besteht oder herstellbar ist. Beispielsweise besteht ein regel- mäßiger TranSozcanverkchr. Die zweite Eigenart, die sogenannte Zirkularwirkung, läßr die Funkentelegravhie als die arbeitseinfachste und billigste Beförderungsart tür solche Presjeuachrichteii erscheinen, die einen großen Kreis interessieren. Für Privatmitteilnngen haben ander« Nachrichtenmittel zu dienen, nur aiisnahmsweiie kann die Drahtlose mit kleiner Sende- energie in Betracht kommen. Die Nachrichten von Privatkor- respondenten an Zeitungen, Nachrichtenbureau» u'w. werden nickt drahtlos, sondern drahtlich zu befördern sein, weil dieses geistige Eigentum einzelner sonst o>, unberufene„Empfänger" gelangeii lann. In den Vereinigten Staaten, wo man dem Funk keine staal» liche Fessel angelegt hat. jst es infolge dieser Freiheit so weit gc- kommen, daß nmerikaniscke Korreipondenten ihre Telegramme ans Furckt vor unbefugtem Aufnehmen und Verwerten der Drahtlosen gar nicht mehr anvertrauen. Der grüne Film. Neulich sind wir ans Ludwig Lessens»Wander« buch" eingegangen. Wir rühmten diesem Buche, da» rn lange» Jahren seine Ringe ansetzte, die Kunst verweilenden Wandern» nack. Es hat ein Eindringen in die Seele von Natur und Mensch und beweist diele Kraft in vielen Gebieten Deutschlands. Hier nun komnit an« den Reihen unserer wandertüchtigen Genossen ein Buch, daß n»r ein einziges Gebiet kreuz und quer durchstreift und erobert. Im Luftschiff ist EdgarHabnewald einst über Dresden gekreist. Do hat sich ihm in Wäldern, Bergen. Wassern der grüne Film entrollt, der seine Heimat ist, und hat all die Tage jungen Wandcrg'.ücks in eine große Vildfolge zusammentreffen lasten. Hier in dem Buch „Der grüne Film" stm Vellaa Kaden& Co.. Dresden erschienen). hat man sie nun in zwanzig farbig bewegten jungen Streifen durch die Umwelt der Elbstadt, die immer voll Schönheit iji, Sommers flr. 3S0 4 37. Jahrgang Seilage ües Vorwärts Soanabenö, 51. Juli 1�20 GroßSerün Habt Ihr auch Euer Gepäck! Vater, Mutter und sechs Kinder sitzen in der Hochbahn. Sie sind alle, mil Ausnahme von Vater, der, damit er Umsicht bekunden kann, die Hände frei bat. mit Gepäck beladen. Man bemerkt sofort, es ist eine Ehe nach dem Rezept:.Er soll Dein Herr fein!* Zum Herren hat Vater freilich wenig Talent, denn über �-ähig- leiten, die. ihn ohne weiteres zur Führerschaft bestimmen, der- fügt er nicht. Darum voltert und schilt er, kommt sich dadurch selbst wichtig vor und bildet sich ein, nun auch andere zu im- panieren.< An der Haltestelle Bülowsirasie, Gleisdreieck muß die Familie umsteigen, werden die Kinder bereits von den Sitzen gerissen. Die sechs werden als P r e l l b o ck zwischen Ein- imd Aussteigende ge- stellt. Wäre ich nun mit der erfrischenden Eigenart der Berliner nicht vertraut, so müßte ich jetzt berichten--- dieserhalb hob ein mächtiges Geschimpfe an. So ober sage ich nur kurz, das führte zu den üblichen Liebenswürdigkeiten. Als dann die Bahn, mächtig schaukelnd, nach Gleisdreieck fuhr, bielt Bater,(die Familie wollte in ein Seebad reisen und die .Kinder hotten u. a. ihre Schaufeln in den Händen) einen lang- atmigen, belehrenden Vortrag darüber, daß man mit den langen Stielen sehr leicht die Scheiben einschlagen könne und daß die Bahn dann berechtigt sei. Schadenersatz zu verlangen. Mutter, nett an- gezogen, seufzend unter ihrer Gepäcklast, schön frisiert wie eine Fasanenhenne, verschwendete angstvolle Blicke an die Kinder. bei denen Hände und Schaufeln vernehmbar zitterten. Es wäre Bater ja ein Leichtes gewesen, die Schaufeln an sich zu nehmen, sich in.eiserner Hindcnburg-Positur* aufzubauen und die Stebim- wege zu betreuen. Dock, um kommandieren zu können, mußte Lalcr die Hände frei haben. Als aber die Familie endlich Gleisdreieck umstieg und Mutier und die sechs Kinder unter ihrer Last ächzten, machte Bater sich sehr verdient, denn er fragte mit durchdringender Stimme ein über das andere mal:.Habt Ihr auck, Euer Gepäck?* Diese Frage wiederholte er sogar Möckernbrücke noch. HallescheS Tor konnte ich endlich den Zug Verlaffen. Ich war schon ganz nervös geworden, mir schrillte immer in den Ohren: .Habt Ihr auch Euer Gepäck?* Ich zählte meine Siebensachen und zählte und zählte und während ich zählte, dachte ich, solche Menschen wie Vater gibt es doch eigentlich unendlich viele. Sie können nichts wie mäkeln und kommandieren, das aber überraschend gut. Und doch sind zurzeit die Nörgler hin- dernder Ballast für uns, auch mit den Menschen, die eS nur gut meinen, ist uns augenblicklich herzlich wenig genützt denn wir gebrauchen so bitternotwendig Menschen, die es besser machen können._ E. B. dreißig besolöete Stadträte. Der Ausschuß zur Vorbereitung der Magi- stratswahlcn beschloß in seiner gestrigen Sitzung mit 14 gegen 11 Stimmen, die Zahl der zukünftigen Magistrats- Mitglieder auf 30 festzusetzen, init dem gleichen Abstimmungs- ergebnis wurde der Beschlutz gefaßt, den Magistrat nur durch besoldete Mitglieder zu besetzen. Die nächste, voraussichtlich am kommenden Freitag statt- findende Sitzung wird sich mit der Frage zu beschäftigen haben, wie groß die Zahl der fachtcchnischen Dezernenten fein soll. Um einen besseren Ueberblick über die zur Besetzung des Magistrats geeigneten Kräfte zu erhalten, sollen zunächst von den Groß-Berlincr Gemeinden mit über 300(30 Einwohnern entsprechende Auskünfte eingefordert Ivcrden. Da- neben wurde auch der Gedanke für allgemeine Aus- schreibungcn zum Ausdruck gebracht, um die Stellen nur mit erstklassigen Kräften besetzen zu können. Verfehlungen beim Wohnungsamt. Es wird aufgeräumt. Seit geraumer Zeit kursieren in der Berliner Bevölkerung Ge- rüchle über Fälle unzulässiger Beeinflussung von Angestellten der Berliner Wohnungsämter. Es wird behauptet, daß zahlreiche Angestellte ihre Stellung gröblich mißbrauchten, indem sie bei der Zuweisung oder Beschlagnahme von Wohnungen Bcsiechungsversucheu gegenüber sich nicht unzugänglich zeigten oder par selbst Geld- forderungen an Wohnungsuchende stellten. Von vorn- herein muß betont werden, daß es sich bei den meisten solcher Erzählun gen um nichts anderes als Gerede handelt, und daß wohl die überwältigende Mehrheit der Ange- stellten der Wohnungsämter ihren gewiß nicht leichten Dienst Pflicht- gemäß versieht. Es darf nicht vergessen werden, daß einer un- geheuren, von Tag zu Tag sich mehrenden Nachfrage nach Woh- nungen ein nur allzu beschränktes Angebot gegenübersteht. Wenn infolgedesien eine Inanspruchnahme des Wohnungsamts not- gedrungen in so vielen Fällen erfolglos bleiben muß, so mag diese bloße Tatsache schon manchen Wohnungssuchenden, von dem ja jeder einzelne seinen Fall für besonders dringlich hält, ohne weiteres zu der Annahme verleiten, daß der erfolgreichere Mitbewerber durch unzulässige Mittel zu einer Wohnung gelangt ist. Gleichwohl haben sich letztbin Anhaltspunkte dafür ergeben, daß die in Berlin entstandenen Gerüchte leider nicht durch- weg jeder Grundlage entbehren. Der Berliner Magistrat hat daher Anlaß genommen, die Verhältnisse beim Wohnungsamt Berlin nnd den diesem angeschlossenen 1» WobnungS- inspeltionen— die Wohnungsämter der Borortgemeinden sind ihm nicht unterstellt— einer eingehenden Prüfung zu unter- ziehen. Er hat zu diesem Zweck auf Betreiben des Öbcrbürger- meisters Mermuth eine besondere Kommission eingesetzt und ist entschlosicn. gegen die Schuldigen mit aller Schärfe einzuschreiten und rücksichtslos durihzugreifen. Die Kommiision hat unverzüglich ihre Tätigkeit ausgenommen, und auf Grund der von ihr angestellten Ermittelungen ist bereits die f r i st l o s e E n t l a s s u ng von niehreren schwerbelasteten Angestellten er- folgt. Gleichzeitig ist in all diesen Fällen ein Strafverfahren bei der Staatsanwaltschaft eingelefiet worden. In einer Reihe weiterer Fälle wird die Untersuchung fortgeführt. Naturgemäß stellen sich in einzelnen Fällen der Verfolgung und und Beweisführung erhebliche Schwierigkeiten entgegen, doch ist zu hoffen, daß diese auch in den weiteren Fällen sich überwinden lasien werden, und daß es dem Magistrat durch sein Eingreifen— bei dem ihm übrigens der Betriebsrat der Angestellten des WohnnngS- amis in anerkennenswerter Weise zur Seite steht— gelingen wird. das Wohnungsamt von allen unlauteren Elementen baldigst zu befreien. Das Schwiudlerpärchen auf der Hochzeitsreise. Ein Schlosser Paul Courad und seine Geliebte, eine Erna Küken,„arbeiteten" mit einem neuen«--chwindeltrick, bis sie jetzt von der Kriminalpolizei unschädlich gemacht wurden. Das Pärchen mietete sicb als junges Ehepaar, das sich auf där Hoch- zeitsrcise befinde, in Hotels ein. Es suchte dann ein Dienst- mädchcn. das sie gleich in die neue Wohnung münchmen wollten. Hatten sie ein Mädchen gefunden, das sich bereit fand, den Dienst anzutreten, so bolte es der„junge Ehemann" und half ihm auch, die Sachen nach dem Hotel zu bringen, um sie zusammen mit ihrem Gepäck abznbcsördcrn. Das tat er denn auch, aber zu cincr Zeit, als das Mädchen zu irgendeiner Besorgung»vegge- schickt worden war. Äam dieses dann in das Hotel zurück, so war die neue.Herrschaft* verschwunden und mit ihr ihr ganzes Hab und Gut. Die Küken beging mit ihrem Geliebten und ihrem Brnbci� Wilhelm Küken auch noch andere Straftaten. So mietete sie sich selbst als Tiercstmiidctal ein, bekam dann bei Ad- Wesenheit der Dienstherrschaft den Besuch ihres Geliebten und ihres Bruders, mit denen sie dann gemeinsam die ganze Woh- nung ausräumte. Das Kleeblaii wurde jetzt von der Kriminal- Polizei in der Novalisitraße ermittelt und seitgenommen. Ein anderes Sckwindlerpärchcn, das als Brautpaar auftritt, treibt noch sein Unwesen. Es sucht Geschäfte auf und kauft dort die B r a u t a u s st a t t u ii g. Tic Sachen läßt es dann nach einem näher bezeichneten Hause bringen, wo auch die Zahlung erfolgen soll. Kommt der Boie dann mit der Ware dorthin, so empfängt ihn zunächst die angebliche Braut, die den Bräutigam herbeiruft. Dieser fordert den Boten dann auf, mit ihm in ein benachbartes Cafe zu gehen, wo die Begleichung der Rechnung erfolgen soll. Tie„Braut" nimmt unterdessen die Sachen an sich. Mit diesen verschwindet sie dann und der Bräutigam beputzt dia erste Gelegenheit, den Boten im Cafe zu versetzen. Bisher iit eS noch nicht gelungen, dcS Pärchens habhaft zu werden. Ein: ganze Reihe von Anzeigen lassen erkennen, daß es seinen Kniff überall mit Erfolg anwendet. Ter Mann ist etwa 3(1 Jahre alt, hat blondes Saar und ebensolchen Schnurrbart und ein rundes, volles Gesicht und trägt einen grautarierlen Jackett- anzug und schwarze Stiefel. Seine„Braut" ist 17 bis 20 Jahre alt, schlank und schmal und trägt ein biaucs Kostüm und einen seidenen, schwarzen Hut. Beide sprechen Berliner Mundart. Nie wleöer Krieg! Morgen. Sonntag vormittag'/oll Uhr, findet vor dem Schloß. am Denkmal Kaiser Wilhelms f. eine große Friedensdemonstration statt, an der sich Arbeiterjugend und Arbeiter- schaft in Massen beteiligt. Es gilt, anfzusteben und zu protestieren gegen die neue Kriegshetze der militaristiscki-kapitalistisckeli Kreise, es gilt, den Gegnern des Friedens den einigen Willen der Arbeiterschaft, vor allem aber auch der Arbeiterjugend, der jungen proletarischen Generation, zu zeigen, die nicht gewillt ist, ihre Leiber hinzugeben im Morden für ein Phantom und Ideal, das nicht das ihre ist. An dieser Demonstration beteiligen sich natürlich auch neben den Anbängern des Bcreius„Arbeiterjugend* und der erwachsenen Arbeiterschaft die I u n q s o z i a l i st e n. Wenn ein neuer Krieg ausbräche, wären sie die ersten, die hinaus müßten, um ihre blühende, trotzende Jugend dem militaristischen Wahnsinn zu ovfern. Die einzelnen Abteilungen der„Arbeiterjuaend" treffen sich um V-ö Nbr vor ihren Jugendhein�n. so daß sie um'/oll Uhr an Ort und Stelle sind. Die„Jungio,, allsten" treffen sich gemeinsam, also alle Ortsgruppen, um V-IO Uhr am Potsdamer Platz, Arbeiterjugend! Jungsozialisten! Prole- tarier! Auf zum Protest gegen den Wahnsinn neuer Kriegs« Propaganda! Heraus zur Demonstration am 1. August! In der Wohnung überfallen und beraubt wurde Freitag der Sohn des Gärtnereibesitzers Thiele aus der Elisen» itraße zu Steglitz, Als sich der Sobn allein in der Wohnung be- fand, öffneten Einbrecher mit Nachschlüsseln die Tür, fielen dann über den jungen Mann her. fesselten ihn an den Hän« den und Füßen/ steckten ibm einen Papierknebel in den Mund und raubten 4003 M. bares Geld. Einige Scheine hatten sie bei der Flucht noch auf dem Flur verloren. Die Nnsichrrlieit auf dein Tcmvelhofer Felde nimmt in der letzten Zeit wieder zu. Besonders sind es Wüstlinge, die sich an spielende Kinder heranmachen, diese unter allerhand Porspiegelun- ge» mit sich locken nnd sich dann schwer an ihnen v c r- gehen. Einer dieser llnholde wurde von der Kriminalpolizei i>i Neukölln unschädlich gewacht. Dieser, ein Modelleur Wäld- cken aus der Admiralftroße, halte zwei Knaben nach semem Atelier am Elisabethufer 47 gelockt und sich dort an ihnen ver- gangen. Uebcr andere ähnliche Fülle sind ebenfalls Anzeigen ein- gelansen. doch gelang es bisher nicht, der gefährlichen Kinder- freunde habhaft zu werden. Unoötige Härten scheinen auf den Autzenspielplätzen der Stadt Berlin— wenn auch nicht auf allen— zu besteben. Die Mutter eines Jungen, der schon das fünfte Jahr an den Ferienipielen teilnimmt, beklagt sich darüber, daß ihr in gerade nicht seiner 051 Segen öer Eröe. Roman von Knut Hamsun. Und die arme Clinc, sie mußte von Zeit zu Zeit ein ipoar Kafscebohnen haben, ob sie nun ein seltenes Mal das Geld dazu von Axel bekam, oder sick die Bohnen für einen kleinen Ziegenkäse eintauschte. Oline war nickst mehr so ganz ilm>cräudcrt, der Dienst aus Maaneland war im Grunde zu ickstoer für dies alte Weib und liatte an ihr gezehrt, aber doch nicht so sehr, daß sie ibr Alter oder ihre .Hinfälligkeit zugegeben bätte, bobo, sie hätte ihre Meinung ordentlich gesagt,»oenn ibr aufgekündigt worden wäre! Sie war zäh und nicht nnterzukriegen, tat. ihre Arbeit und fand noch Zeit, zu den Nachbarn zu wandern und einen kleinen, unendlich angcnehnien Schwatz zu halten, den sie daheim vermissen niußte, denn Axel war kein redseliger Mensch. Sie war unzufrieden mit der Gerichtsverbandking, ent- täuscht von dem Aussall der Verhandlung, dem Freispruch aus der ganzen Linie. Daß Barbro, Bredes Tochter.�obue Strafe davonkam, wenn Inger aus Sellanraa acht Jahre bekommen Izatte, das konnte Oline nicht fassen nnd begreifen. sie nahm ein ganz unchristliches Aergernis daran, daß man gegen eine andere„so gütig gewesen war".—„Aber� der Allmächtige lzat seine Meinung noch nickst kund getan!" sagte Oline und nickte mit dem Kopse. Sie stellte damit ein mög- liches späteres himmlisches Strafgericht in Aussicht. Natur- lich war Oline außerstande, ihr Mißvergnügen über die Sache bei sich zu behalten: besonders wenn sie mit ihrem Hausherrn über das eine oder andere uneinig wurde, machte fie auf ihre Weise Nndeutungcn und wurde äußerst spitzig: „Ja, ich weiß nicht, wie das Gesetz setzt gegen die Sünder von Sodom und Gomorra geworden ist. Ich aber halte miß) «n Gottes Wort, so einfaltig bin ich." Ach, Arcl war seiner Haushälterin mehr als überdrüssig und wünschte sie dahin, wo der Pfeffer wächst. Nun kam das Frühsahi' wieder, und er inußte wieder alle Feldarbeit ollein beschicken. Dann kam die Heuernte, und er warjjer- ralen und verstaust. Das waren Aussichten! Seine Schwägerin auf Breidablick hatte heim nach.Helgoland ge- schrieben und versucht, eine ordentliche weibliche Hilfskraft für ihn auszutreiben, aber bis jetzt war es ibr noch nicht ge- glückt. Und jedenfalls hätte er dann das Reisegeld bezahlen müssen. Nein, das war eine böie und schlechte Tat von Barbro gewesen» das Leine Kind auf die Seite zu schassen und selbst aus und davon zu geben. Zwei Winter und einen Sommer hatte er sich nun mit Oline l) ehe Ifen müssen, und es sah ganz aus, als ob eS noch länger so bleiben müßte. Aber nahm sich Barbro. die schlechte Person, dies irgendwie zu Herzen? Er hatte einmal ustihreud des Winters drunten im Dorfe einige Worte mit ihr gesprochen, aber keine Träne war ihr langsam die Wange heruntergerollt und da festgesroren.— „Was ist aus den Ringen geworden, die ich dir gegeben habe?* fragte er.—„Ringe?" sagte sie.—„Ja, Ringe."—„Tie Hab' ich nicht mehr."—„So, du hast sie nickst mehr?"— „Zwisck?en uns war ja alles aus," jagte sie,„da konnte ich doch die Ringe nicht mehr tragen. Das ist nicht der Brauch, wenn doch alles aus ist."—„Ich möchte nur wissen, was du damit angefangen hast."—„Willst du sie wieder haben?" fragte sie..JJch hätte dich nickst für so gemein gehalten."— Arcl überlegte einen Augenblick, dann sagte er:„Ich hätte dich dafür entschädigen können. Tu hättest sie nicht umsonst hergeben müssen." Aber nichts da, Barbro hatte die Ringe abgelegt und gab Axel nicht einmal Gelegenheit, um einen billigen Preis zu einem goldenen und einem silbernen Ring zu kommen. Uebrigens war Barbro nicht roh und häßlich, nein, das war sie keineswegs. Sie trug eine lange«schürze mit Trägern und Falten, und um ihren Hals stand ein weißer Streifen in die' Höhe, das war Hübsch. Die Leute behaupteten, sie habe sichstm Dorf bereits wieder einen Schatz an- geschafft, aber das war vielleicht nur Gerede: die Frau Schultheiß hielt sie jedenfalls gut im Zaum und ließ sie in diesem Jahr durchaus nicht zum Weilmachtstan; gehen. Na. diese Frau Schultheiß paßte wahrlich gut auf: während Arel auf der Straße mit seiner früheren'Magd über zwei Ringe verhandelte, trat die Frau Schultheiß Plötz- lich dazwischen und sagte:„Du solltest mir doch etavas aus dem Laden holen, Barbro!"— Barbro lief davon. Nun wandte sich die Frau an Arel und sagte:„Könntest du mir nicht irgendein Stück Schlachtvieh verkaufen?"— �„Hm!" war alles, was Arcl erwiderte, und er grüßte höflich. Es war ja gerade diese Frau Sckullbciß geseeseu, die ihn im Herbst als eii'en ausgezeichneten, ja als einen der allerausgezeichnetsten Menschen gelobt und gepriesen hatte. da? verdiente wobl ein Eutgegenkonrinen., Axel kannte von frülier her die ländliche Art des Benehmens, den großen Herren und der Obrigkeit gegenüber, und es hatte ihm ja auch gleich ein Stück Schlachtvieh, ein junges Rind, das er opfern könnte, vorgeschwebt. Aber es verging ein Tag un: den andern, der ganze Herbst verging und ein Monat nach dem andern, und er sparte das Risid. Es sah nicht danach auS, als ob irgendetwas Schlimmes geschehen würde, wenn er es ganz behielte, er wäre jedenfalls um soviel ärmer, wenn er es weggäbe, und ,es war ein Staatsrind. „Hm. Guten Tag! Nein," sagte Axel und schüttelte den Kopf, er habe kein Sckstackstvich.— Es war, als ob die Frau seine innersten Gedanken erriete, denn sie sagte:.Fzch habe gehört, du habest ein junges Rind."—.�Jawohl, das Hab' ich." erwiderte er.—„Willst du es ausziehen?"—„Ja. ich will es aufziehen."—„So," sagte die Frau Schultheiß. „Und hast du nickst einen Hammel?"—„Nein, jetzt nicht. Ich habe nämlich nicht mehr Vieh behalten, als ich großziehen will."—„Nun ja. dann ist es eben nichts," sagte die Frau Schultheiß,»ickte ihm zu und ging. Axel fuhr nach Hause, aber er dachte weiter über diese Unterredung nach und fürchtete, er habx sich am Ende dumm 'benommen. Die Frau Schultheiß war doch einmal eins wichtige Zeugin gewesen, für ihn und gegen i-lm, aber eine wichtige Zeugin. Man hatte ihm ja allerlei nachgesagt, aber er war doch ans einer schwierigen und unheimlichen Ge- schichte nüt einer Kindsleiche in seinein Walde glatt herautz- gekommen. Er mußte am Ende doch einen Hammel opfern. Uebrigens merkwürdig, dieser Gedanke stand in einem fernen Zusammenhang mit Barbro. Wenn er mit einem Hammel zu ihrer Herrin kam, mußte Barbro doch einen ge- wissen Eindruck von ihm bekommen. Aber wieder verging ein Tag um den andern, uird es geschah nichts Schlimmes durch den Aufschub. Als er wieder ins Dorf hinunterfuhr, nahm er keinen Hammel mit, nein, das tat er nicht. Aber im letzten Augenblick nahm er ein Lamm mit. Es war übrigens ein großes Lamm, also kein geringes Tier, und als er damit ankam, sagte er:„Die .Hammel haben ein zähes Fleisch, ick! wollte Ihnen etwas wirklich Gutes bringen."— Aber die Frau Schultheiß wollte nichts von einem Geschenk hören...Sag', was du für das Lamm haben willst." sagte sie. Diese Deme bielt etwas auf öffentliche Ordnung: Nein, danke, sie nabm keine Geschenke von den Leuten entgegen. Und die Sache lief wahrhaftig darauf hinaus, daß Arel sein Lamm gut bezahlt bekam. Barbro bekam er nicht'zu(stcsicht. Die Frau Schultheiß hatte ihn wohl kommen sehen und Barbro aus dem Wegs geschafft. Na, Glück zu, Barbro hatte ihn anderthalb Jahrs lang um feine weibliche Hilfskraft betrogen! 9. Im Frühjahr ereignete sich erwas höchst Unerwartetes und dabei sehr Bedeutungsvolles: der Betrieb in den Kupfer- gruben sollte wieder aufgenommen werden, Geißler hatte seinen Berg verstaust. War das Unglaubliche geschehen? Äch. dieser Geißler war nun einmal ein unergründlicher Herr. W?ise der Zutritt zu dem Spielplatz in Blankenfelde verwehrt lvurde, alS sie ihren Sohn besuchen wollte. Äui den anderen Plätzen soll in der Regel nichi so verfahren werden. Vielleicht kümmert sich die �uständipe Stelle im Jugendamt einmal um die Sache und stellt den Uebelstand ab. Dir Arbeiten für den Bau der Neuköllner Uiltcrgeundbahn sind auf allen Strecken in raschem Fortschreiten begriffen. Von den an der Ecke Erl- und Berliner Stratze. am Hohenzollern- und Hermannplay belegenen Dilkcranlagen sind die beiden erst- genannten bereits fertiggestellt. Die provisorische Tunneldecke ist im Zuge der Berliner Strasie vom Hermnnnplatz bis-mr Erkitratze und im Zuge der Vergstratze von der Jäger- bis zur Kirchhosstratz« fliim grbtzlen Teile eingebaut. Die noch verbleibenden Reststrecken sind in Angriff genommen. Im Tunnel selbst, dessen Aushub in der Bergstratze zurzeit vor sich geht, ist auf der Strecke Berliner Straffe die Abschaltung der Erdniasscn bis zum Grundwasser er- folgt. In der Hcrmannstroffr ist der Tunnelbau, der auf seiner uärdlichen Strecke beim Jakobifriedhof wie ein bergmännischer Be« trieb unter Tag erfolgen muff, i» gesamter Länge vom Hennann- Play bis zur Hcrrsurlhstraffs in der Ausführung begriffen. Mit dem Einbau der Tunnelwaude ist gleichfalls begonnen. Lichtenberg. Reichspräsident Eberl besuchte DoimsrZtag dor- nilitag da-Z neue Stadion. Um 11 Uhr fand eine kurze Beaniffung durch den Lberbiirgermeistcr Ziethen, dem sich verschiedene Serren des Magistrats, u. a. der Erbauer des Stadions Siadt- baurar Dr.-Jag. Glcye und der zuständig« Dezernent Stadtrat iiwitosie P e t e r h a n s e l angeschlossen hatten, ain Eingang de? SladionS statt. Daran schloff sich ein Rundgang durch die Anlage und eine Besichtigung der Tribüne und deren Jnneneittrichtuna. ivoöei der Reichspräsident seiner Freude darüber Ansdrnck gab, daff es der Stadt mit seiner vorwiegenden Arbeiterbevölkerung gelungen sei, eine so schöne Kampfstätte zu schaffen. Republikanischer �iihrrrbuiid. Ortsgruppe Neukölln. Zu der am Sonntag italtsindenden FriedenSdeinonltration treten iämmlliche Ab- tellunnen aus dem HcrmanNPIah au.— Montag 7'/, Ubr in Wolfs Gesell- schastshaus: Volloersammlung. Groß-Serliner parteinachrtchten. Morgen, iL August: 3. n. 4, Zlbt. Gemeinsamer Jamiliennusflug zum Alten Freund In Vichelswerdrr. Tkcffpuntt Uhr Nollcndorsplatz, für Nachzügler Uhr cbcnsallS Nollendorsolatz. 4. Nd». Die Abiechnima der BezlrkSsührer findet erst am Monlag von 0 Iiis 10 Uhr bei Rickort statt. Sit. Abt. sBöholv-Blrrtcl) FamilienaitSslug nach dem Orantesee in Sohenlchölihauseii. TrJspunlt L Uhr Werncuchenrr, Eck« Elbinger Strohe. Für Ninder Ucbcrraschulige». Kassee kann gekocht loerden. Für Nachzügler im„Lindenbart', yrankestraffe. lttt. Zlbt. JamIlicnauSilug nach Waldichänkc in Hobennellendarf. Abfahrt vorm. li.üO und 1L.S0 vom StWiner Vorortbahnhos bis Frohnau. Bon dort Abmarsch 1 Ubr. Zablreiches Erscheinen erwünscht. ■IE. Abt. Treffpunkt zum Waldiest oui dem Leopoldvlah. Die Ge- nassen der 42. Abt. lrcfse» sich um\2'l, Uhr bei Bchms, Tegeler Str. ÜZ. Nachzügler aus dem gcslplatz am Spandaucr Schissahrlskanal hinter dem yungiernstieg. Iungiozinlistische Vereinigung sI. P. t.) Alle Ortsgruppen treffet sich zum Abmarsch zur Friedensdemonstration um B/, Uhr vor dem Steindcnlmal auf dem Dönhoffplntz. Jugenüveranstaltungen. Heute, 31. Juli: Süd. Osten, Dreptow-Bannifchuleinveg: 7 Uhr, Lei Schoßtag, 80 00, Faikenstciustr. 17, ArbeitSgemewschasttsitzung. Tonntag, 1. August t Sämtliche Wanderungen fallen ans, die Abteilungen betet- Ilgen sich geschloffen an der KunÜgebung im Tiergarten! Treffpunkt V>v Uhr vor den Jugendhciine». « Eliarlottcnburg'Moabit: WalMcst in Papeuberge bei Spandau. Treff».'/,10 Ubr Bbs. Epanduu-West; Nachzügler vi Uhr ebenda. Beginn des Programms g Uhr. Wette rnusfichten für das mittlere Norddeutschland bis Sonntag mittag. Ziemlich lühl und veränderlich,»berwiegend bewüllt und besonders im Norden öjtcr wiederholte, meist geringe Regensälle bei Ic.schcn westlichen Winden. er konnte tun und konnte lassen, verneinend den Kopf scku'lt- tcln und bejahend nicken. Er konnte ein ganzes Torf wieder zum Lächeln bringen. Hatte ihn am Ende doch das(ilewissen geschlagen und wollte er den Bezirk, in dein er Schultheiß gewesen war. nicht länger mit selbstgebanter Grütze und mit Geldmangel strafen? Oder hatte er gar seine Biertelmillion bekommen? Oder war vielleicht die Sache so, daß Geißler selbst Geld brauchte und den Berg für das, was er eben dafür bekam, verkaufen mußte? Fünfundziwanzigtausend oder fünfzig- tausend sind ja schließlich auch ein schönes Geld. Es wurde übrigens be.k>auptet, sein Sohn habe in seinem Namen das Geschäft abgeschlossen. Jedenfalls aber wurde der Betrieb wieber aufgenom» ii neu; derselbe Ingenieur mit verschiedener Arbeiterschaft kehrte zurück, und dieselbe Arbeit fing wieder an. Tieselbs Arbeit ja, aber auf eine ganz andere Weife als früher, ge- rade umgekehrt. Alles schien ganz in Ordnung zu sein: die Schweden kamen mit Leuten und Dynamit und Geld, was konnte da noch fehlen? Und auch Aronsen kam wieder, der.stausmayn Aronsen, und wollte durchaus Storborg wieder kaufen.— „Nein." erklärte Elefeus,„ich verkaufe nicht."—„Ihr werdet hoch gewiß verkaufen, wenn Ihr Geld genug bekommt?"— „Nein." Nein, Elefeus wollte Storborg nicht verkaufen. Die Cache war die, fein Dasein als aufmann auf dem Oedland kam ihm nickt mehr gar so elend vor. er hatte eine schöne Veranda Mit bunten Glasscheiben, er hatte einen Ladendiener, der die Arbeit tat. er selbst konnte ans Reisen sein. Ja, reisen ans dem ersten Platz mit vornehmen Leuten zusammen, Wenn er nun einmal ganz bis nach Amerika kommen könnte, daran hatte er schon oft gedaäff. Schon allein von diesen Geschäftsreisen in die Städte im Süden, um Derbin- düngen anzuknüpfen, konnte er nachbev immer noch lange zehren. Nicht, alS ob er üppig gelebt hätte, mit eigenem Dampfschiff gefahren wäre und Orgien gefeiert hätte. Er und Orgien! Er war eigentlich ein sonderbarer Mensch. um Mädchen kümmerte er sich gar nicht mehr, er ließ sie links liegen, hatte alles Herz für sie verloren. Nein, aber natür- lich war er der Sohn des Markgrafen, der aus dem ersten Platz fuhr und vielerlei Waren kaufte. Er selbst kam jedes- mal von seinen Ausflügen ein wenig feiner und vornehmer nach Hause, das letztemal kam er mit Galoschen an den Mißen zurück.„Trägst du zwei Paar Schuhe?" wurde er gefragt. —„Ja, ick leide au kalten Füßen," erklärte Elcseus. Und da hatte man herzliches Mitleid mit feinen kalten Füßen. (Sörth folgt.) Das Ende öe (Schluß des ReichStagsberichts aus der Wend«ilSgabc.) Abg. Heimann(Soz.) fragt an: Wann will die Reichsregierung das Gesetz vorlegen, das nach Artikel 16 Abs. 2 der Verfassung für die Organisation der Volksschulen in Beziehung aus das Bekenntnis oder die W a l t a n sch a n u n y der Er- ziehungÄbercchtigten entscheidend!.' Grundsätze für die Landesgesetz- gebung aufstellen sollt Unterstaatssekretär Schulz: Di» Angelegenheit ist fort- laufend gefördert worden. Die Schwierigkeiten waren sehr groß. Der GesetzenNvurf ist soweit gefördert, daß er im Herb st ISM vorgelegt werden mied. Auf die Äitfvage des Abg. Giebel(Svz.) beireffend V e r m c i- d u Ng von M a s s c n k ü n d>i g'.! Ii y e n der A n g e st c I l t o n in R e i ch s b e t r i e b e n wird erwidert: Die Reichsregierung steht durchaus auf dem Standpunkt, daß i» der gegenwärtigen wirtschaftlichen Krise Masienkündigungen nach Möglichkeit v e t- mieden werden. Angesichts des für bestimmte Reichsbehörden angeordnete» Abbaues lassen sie sich aber nicht völlig der- meiden. Die ReichSregserunz ist auch weiterhin bereit, für die anderivett« Verwendung f roiwerden der Arbeitskräfte üt>er soziale Richtlinien be! dem erforderlichen Abbau mit den beteiligten Or- ganisationen ins Einverilehmen zu treten. Abg. Schtrmcr- Franken(Bayr. Vp.j: Ist die Neichsregiarung bereit, eine Hilfsaktion für die Presse in vcrstärttcm Maße auszunehmen und die Belieferung des Zeitungc-gcwerbes mit Papier zu niedrigeren Preise» durchzusetze»? Ministerialrat Dr. Wessel: Für die Herstellung von Druck- Papier ist boranlafft worden, daß die Länder billiges P a p i�e r- bolz zur Verfügung stellen. Die Reichsregierung bat zur Jen- kling der Drnckpapierprcise monatlich 1 0 M i l Ii o n e n bereits zur Verfügung gestellt. Auf Anfrage der Abg. Frau Teusch-Köln(Z.) teilt Mini- sterialrat v. Jacob! init, daß eine E r b ö h u» g der Unter- stützung für die Familien der Kriegsgefangenen und Vermißten nicht in Aussicht gestellt werden kann. Abg. Simon(U. Soz.) führt Beschwerde darüber, daß in A Itasburg Mannschaften der Reichswehr als„unzuvcr- l ä s s i q" entlassen worden seien, weil sie während des Kapp-Putschez trr» zur Prrsaffung standen und gegen putscht st tische Offiziere Stellung nahmen. Major v. Schleich: Die gegen die Offiziere erhobekien Auschnl- dtgultgcit haben sich als ball los und unwahr erwiesen, llmifc h. d. U. Soz.: Wie immer!) Dagegen zeigte sich, daß ein Kreis va» CfftzicreN, Unterefftzieren und Mminichafdon die Maßnahmen Powe setz trr den Behörden zur Weitervcrfolgung zur Kenntnis ge- brackit hatte. Ein solches Perhalden ist in hohem Maß« geeignet, die Manneszucht und den inneren Zusammenhalt der Truppe zu u n t c rg ra b e n--(großc Unruhe b. d. Soz. N. U. Soz.) und widerspricht der klaren A-nvidnung des Reichspräsidenten und der Regierung, daß die Poiitnk von der Reichswehr ferngehalten werden soll.(Unruhe b. d. So.z. und U. Soz.) Abg. Simon- Seluvaben lU. Soz.)i Ist das Reitbsmebrmini- sterium bereit, die Akten von Augsburg eüizusordcrn und sie dem Uutersuchungsausscknlß zu ikbevgichcn t Major v. Schleich: Ich bin nicht ermächtigt, darülier etwas zu erklären, i Laute Zurufe b. d. U. Soz.: So versteckt man sich!— So werden die K a p v i st e n geschützt!) Abg. Knncrt lU. Soz.) führt in einer Anfrage Bekfttoerde gcgen die vom Naumiburger Schwurgericht gefällten Urteile gcgen Teilnehmer am großen mitteldeutschen Streik. Vom R-e- gierungStisch? wird gennuvortet, daß das von der PMUßisckien Justiz- pcrwaltung erbetene Material noch nicht eingegangen sei. Ein Einschreiten der Regierung gegen da» Streikverbot dcö Landgerichts II Berlin in Sachen des Berliner Anwaltsucreins wird von der Rcgiernng abgelehnt. Abg. Kuncrt fragt weiter, ivakunt das Strasbcrfabrcn gegen den aus dem Marloh- Prozeß bekannten Hmiptmalilt b. Kessel nicht fortgefährt werde. Die BeanUvortung bUibl auf der Tribüne u n v e r st ä n d l i ch. Auf rlne Anfrage der Alig. Frau Zetkin(K. P. D.) wird er- widert: Die Au frage im englischen Unterbaus, wonach der britische General Malcolm in Begleitung deutscher inili- t ä r i s ch e r Vertreter nach Warschau gefahren sei» soll, beruht nicht auf einem tatsächliche» Vorgang. Wäre so etwas vorgekommen, so würde die Siellung der Regierung dazu angc- sicht« ihrer Neutralrtätscrklärung nicht ztvcifcl» Haft scin. Damit sind nach zweistündiger Dauer die kurzen Anfrage» erledigt. das vorläufige Wehrgesetz. Auf dor Tagesordnung steht dann das kleine Wehryssetz, das entsprechend dein Abkommen von S pa die Abschaffung der«llgemeinen Wehrpflicht gesetzlich festlegt und festsetzt, daß die Reichswehr nur ans Fr et- willigen besteht. Slbg. v. Gallwitz(Dn, d. U. Soz.— Die Abgg. L e d c b o u r und Hoffmann springen erregt auf und schreien: iie sitid schuld an dem Zusammenbruchl Sie sind der F l u ch d c r Witwen und Waise ul— Große Unruhe rechts und Eick- rüstungsrufe.) Preis und Heil dem alten deutschen Heere, der alten Marine, unserem herrlichen Deutschon Reiche, i Stürmischer� crnhalteuder, ungeheurer Beifall rechts.— Tobender Lärm bei den Unabhängi-ien, die wie wild umherspring«« und immer wieder rufen: Rieder mit dem Heere und dem Milttaris- m u J!) Abg. Dr. Rosenfkld(U. Soz.) lwird von der Rechten mit großer Unruhe begrüßt): Sie haben das größere Elend hervorgerufen und sind schuld an allem Unglück. iSlürmische Pfuirufe rech:».— Sämtliche Abgeordnete der D e u t s ch n a t i o n a l e n V o l k s p a r t e i und di« meist«« der Deutschen Volkspartei verlassen den Saal.) Wir freuen uns über dir Abschaffung der allgemeinen Webrpflicht. denn sie hat erst den MilitarSmus möglich gemacht. Die Vorlage ist nur eine Abschlagszahlung, wir ruhen nicht, bis der ge- saune Militarismus ocseidigt ist.(Beifall 6. d. U. Soz.) Abg. v. Kardorff(D. Vp.): Wenn wir dem Entwurf zustimmen, so tun wir da« mit bitterem Empfinden. Man hat auyeblich den.Kampf geführt gegen den deutschen Militarismus und man hat ihn doch nur ersetzt d u rch den französischen. Wie kann man jetzt vom ewigen Frieden träumen, wo die ganze Welt brennt? Unendlich viel haben wir der allgemeinen Wehrpflicht zu danken.(Abg. Ledcbour lU. Sog.) ruft: W ü r d e l o s i g k e i tc n!— Gegenruf rechis: Sie sind doch nie Soldat gewesen,.Herr Ledebour! Anhaltende Unruhe.— Präsident Lobe bittet die sich um die Rednertribüne drängenden Abgeordneten, die Plätze einzunehmen.)- Das deutsche Volk wird sich eine Diktatur H e n k c- R o s e» f e ld nicht ge- fallen laffeii. i Lebhafte Zustimmung.— iiinit.) Es wird wieder einmal soweit kommen, wenn auch wir es nicht mehr erleben, daß wir in Wahrheit ein freies Volk sind.(Lebhafter Beifall, Zischen b. d. U. Soz.) Abg. Schücking(Dem.): Es gibt wohl niemand, der nicht der Meinung ist, daß der heutige Zustand ein unhaltbarer ist, wo wir schutzlos Dastehen, während die anderen europäischen Völker Mi l l i o ne nhSe r« habe,,. Gerade die französische Revolution war es ja. die die all- gemeine Wehrpflicht eingeführt hat. Die erzieherische Wirkung, die NN zweifelhaft mit der allgemeinen Wehrpflicht verbunden war, müssen wir unbedingt retten. Deshalb bat meine Fraktion auch die Forderung auf das wirtschaftliche Dienst jähr wieder aufgenommen und einen dementsprechenden Antrag vorgelegt. Da- durch wird ein großer Schritt getan aus dem Wege zur sozialen Gemeinschaft, ganz abgesehen von den wirtschaftlichen Vor- teilen eines solchen Gesetzes.(Beifall b. d. Dem.) Abg. Brritschcid(U. Soz.): Die Herren von der Rechtest verlangen Rücksichtnahme auf ibr Gefühl der Trauer— haben Sie immer Rücksicht genominen ans irnfcrc Gefüllte und Ideale?(Sehr richtig! links.) Herr v. Gall- wttz und seine Kameraden haben es leicht, für die allgemeine Wehrpflicht cinzutreien, sie haben als Offiziere nur die Vorteile gtnosicn, die Gefühle des armen, geknechteten, drangsalierten Manne? haben Sie nie kenne n gelernt.(Sehr richtig! links, Wir» »tische(rtegentufe rechts.— Anhaltende Unruhe.) Wenn hier ge- sagt wird, daß der EntcniemlltwriSuius jetzt blühe, so antworte ich, daß eS Sacke des f r a n z v s i sck e n P r o I c ta r i a'. s ist, sich mit setneni Militarismus abzufinden: wir müssen ihm helfen, indem wir unseren Militarismus bese-i! igen. Tie Entwaffnung und Abrüstung Deutschlands wird der Beginn der Eni- Ivaffnuiia und Abrüstung Europa» und der ganzen Welt sein. Da» Wesentliche am Militarismus ist der Geist der Re- gierer und der Einfluß, den die Wehrmacht auf die gesmnte Politik ausübt.(Zuruf: Sie find die Totengräber des deutschen Geistes.) Wir sind stolz darauf, die Tolengräbvr diese» mii(im- istischen Geistes zu sein, die Totengräber de® deutschen Volkes sind wir nicht, ischwohl, jawobl! D- Andauernde Zurufe»nd Unruhe.) Wir sind weit davon entfernt, alle Methoden des russischen Volfchr- wismus zu unterschreiben. Die Freiheit des Voltes ersehen wie nicht in der Befreiung vom fremden Joch, sondern vor allem in der Befreiung vom eigenen und luternavi analen Kapitalismus. (Lebhafter Beifall b. d. U. Sog.) Abg. Schöpslin(Soz.): Der Gesetze nttvurf ist eine s e l b sr v e r st ä ndl i cha Folge des durch unsere Niederlage geschaffenen Frieden sv er- träges. Ich verstehe nicht, wie die Redner der Unabhängigen die allgemeine Wchrpftickck hier behandeln. War eö doch der große Bebel, der stets den großen Gedanken der allgemeinen Wehrpflicht gefordert und verteidigt l>at. und Friedrich Engels mar es. der die allgemeine Wehrpflicht n!S eine beson- der® demokratische Einrichtung pries.«Labhafier Bei- fall.— Unruhe b. d. II. Soz.) Damit stellen sich die Herren Breitscheid und Rosrnseld im Gegensau zum Erfurter Programm und zu großen sozialistische» Führern. Wie allerdings der gute Gedanke der allgemeinen Wehrpflicht in Preußen verhunzt worden ist, dagegen haben wir feit Jahrzebntleu immer und immer wieder schärf stell Einspruch erhoben. Soweit also diese Art in Betrarln kommt, verstelle ich die Schä-cse der iniabhängigen Redner sehr wohl, ganz besonders angesichts der vorhergegangenen Rede des Geurralb v. Gallwitz. lSekr rickitigl) Ten an sich guten Gedanken de® Herrn Schücklng, der«in einjähriges Wirt- s ch a f t s p f I i ch t j a h r vcrürngt, lehnen wir in diesem Augen- blick ab, ohne seine sittlichen Vorteile verkennen zu wollen. Wir müssei: ihn ablehne» au® der augenblicklichen' innerpolitiscken Situation In'rau®, die ihn in diesem Zusammenhang unmöglich macht, nicht zuletzt auch wegen der Wirkung im Ausland, wo das zeitliche Zusammenstillen mit der Abschaffung der Wehrpflicht übel gedeutet werden könnte. Erziehung und körperliche T ü cki t l g k e i t, die auch wir fordern, stmiden im allen Heer sicher- lich nicht nit erster Stelle. Wir werden heute nach der Absch-afsair.g der DKustpflicht dafür mehr wie sc eintreten, wir wir dies in unseren Vrbeitersportvcreincn ja bereits tun.(Beifall b. d. Soz.) Abg. Frau Wurm(U. Soz.): Den Antrag auf das wirtschaftliche Dienstjahr muffen wir in dieser Form natürlich ablehnen. Ganz abgesehen_ von der schmutzigen Konkurrenz, die in dieser Zeft wirischastlicher Rot am nllertveiiigstlu angeht, lmt er für die Kinder des Prole- turiat® ohnehin keine Bedeutung, die von Jugend auf in schwerer Arbeit stehe». Wir fordern eine einheitliche Schule mit dem Aufstieg der Begabten, uicheschade: der K!a ssenzUyehöri gk.it. (Beifall b. d. U. Soz.) Abg. Haaö(De?ii.): Die Tvauer über da» Ende der allgemeinen Wehrpflicht, die eine soziale Einrichtung war, teilen auch wir. Die ideellen und wirtschaftlichen Voric-üe de® von Uns gesonderten Wirtschafte- jäüces sind viel zu wenig berücksichtigst worden. Wir glauben, dnß� cö eln wertvolles Mittel sein wird zur Erziehung der Volks- gerne iiischaft, zur Uebeawindung des Klasiengeiste® und zum Wiederau flian Deutschlands. iBeifall b. d. Dem.) Abg. Hirfchel(Z.): E® hätte der nationalen Würde und der nationalen Trauer über dieses Zwangsgesetz bester entsprochen, wenn es ohu» Erörterung über die Tribüne gegangen wäre.(Zu- stimmung.) Abg. Leicht(Bahr. Dp.): Wir folgen dem harten Druck der Notwendigkeit. ReichAvehrminister Dr. Gestler: Der Gesetzentwurf ist kein Ausfluß� de» SelbstbestimmungS- rechts der Völker, sondern er ist die Erfüllung des Friedens- diktal® von Versailles. Dieser unS aufgezwungene Zustand wird nicht von Dauer fein.(Hört, bort! bei den U. Toz.) Die Durchführung de® neuen �Gesetzes stellt uns vor große Schwierig- ketten. Hunderttausend Soldaten sollen entlasten werden. Wenn ich mich dagegen in Spa gewehrt babe, so habe ich vor allem an die Lage des ArbeitSmarkte® igedacht. Ich bitte die Parteien uns die deutsche Arbeiterschaft, unS die Durchführung nicht zu er- schweren durch Boykott.(Beifall.) In einer persönlichen Bemerkung stellt Abg. v. Gallwitz fest. daß er den ganzen Krieg 1870 als gemeiner Mann mitge- macht habe.(Beifall.) Darauf wird die Vorlage in zweiter und dritter Lesung gegen die Rechte(mit Ausnahme der Abgg. v. Kar bor ff und Beck et- Hessen(T. Dp.) angenommen, Gi folgt die zweite Lesung deZ GcsehentwurscS über die Verlängerung öer Sültlgkeltsöauer öes Kohlen- steusrgesetzes. TaS Gesch soll bis zum 3t. M<>rz 1S2t gelien. Abg. Keil(Zoz.): Wir daben schon im Jahre 1917 die gröhten Bedenken gegen diese Steuer gehabt und sie v.n jeher abgelehnt. Aber heut« handelt es sich nicht mehr um die gleiche Kohiemteuer wie damals, machte sie damals 3.59 M. pro Tonne aus, so heute 34 M. lHört! hört!) Auf diese Weise koitet die Tonne heute 297 W., die an ? Jahre 1017 noch 29 iW. kostete und die Regierung war nicht in der Lage zu versprechen, dag die in der Presse bereits angekündigte weitere TteigeruNft um 25 M. nicht eintreten werde. l?as an- scheinend günstige Ergebnis dieser Steuer ist in Wirklichkeit nur eine stark« B e l a st u n g der gesamten Volkswirt- schafl, die noch dazu als.hopfstcuer wirkt. Wir haben deshalb im Ausschuß den Antrag eingebracht, die Kohlcnstcuer nicht langer als auf ein Vierteljahr zu verlängern und gleichzeitig in einer Entschließung die Regierung zu ersuchen, dem Reichstag innerhalb dieser Zeit Vorschläge zur «oziatifieriing des Kohlenbergbaues zu unterbreiten. Ter Ausschuß hat unsere Anträge leider ab- gelehnt, die wir infolgedessen hier noch einmal im Plenum stellen. Angesichts der Wirkung der Einkommensteuer wächst in breiten Schichten der Bevältcrung mit Recht die Erbitterung dar- über, daß die scharfe Erfassung des großen Besitzes durch unsere verschiedenen Besitzsteucrn n o ch» i ch t in genügender Weise erfolgt, während die vorliegende indirekte Steuer weiter- hin erhoben werden soll. �Sehr richtig! links.) Wir wollen dem Reick nicht die nötigen Mittel entziehen, deren es bedarf. Wir wollen aber das Wohl des Volksganze» und die Hebung der G e- s a m t.w i r t s ch a f l mit allen Mitteln erreichen. lVeifali.) Abg. Elchhorn lll. Soz.): Schon an und für sich ist eine Kohleniteuer das Gegenteil einer sozialen Steuer. Wenn irgend- ein Betriebszweig reif für die Sozialifierung ist, dann ist es der .Kohlenbergbau, i Beifall.) Wir lehnen die.Kohlcnstcuer ab und lütt«» Sie um Zustiminuiig zu unserer Entschließung über die Sozialisierunq. lBeisall bei den Ii. Soz.) Tas Gesetz wird unter Ablehnung der sozialistischen Ab- Sndcrungsantrngr in der Gesamtabstimmung in zweiter Lesung a n g c n o m m e N. Zur sofort vorgenommenen dritten Lesuiia gibt Abg. Keil lSoz.) die Erklärung ab, daß angrsichis der Verlängerung'wr Steuer für acht Monate die sozialdemokratische Fraktion in der dritten Lesung den Gesetzentwurf ablehnen müsse.— Es erfolgt Annahme gegen die Stimmen der beiden sozialistischen Fraktionen. Es folgt die dritte Beratung des Gesetzentwurfes über die Aufhebung öer Militärgerichtsbarkeit. Ein von sämtliche» bürgerlichen Parteien«inge- brachier Abänderungsantrag lautet: „Die Militärgerichtsbarkeit wird, abgesehen von den Straf- bcrsahren in.K r t eg s z e i t e n und gegen die an Bord von in Dienst gestellten Kriegsschiffen eingeschifften An- gehörigen der Reichs marine aufgehoben". Ter Antrag bringt eine Ausdehnung des lebten Restes ver Mtltlärgerichtsbarkeit auf größere Teile der Marine. Abg. Radbruch(Soz.): Die burge»I>chen Parteien haben uns mit einem Antrag überrumpelt, die Militärgerichtsbarkeit auch für Schiffe im HeimatSgebiet aufrechtzuerhalten! dieser Antrag ist verfassungswidrig. Der Begriff„an Bord" ist nur auf die Schisse In fremden Gewässern anzuwenden; diese Auslegung wurde seinerzeit ans- drücklich gegenüber der Nationalversammlung von amtlicher Stelle aus bestätigt. Es ist uns interessant, aus dem beutigen Um fall der bürgerlichen Parreien zu ersehen, daß der Einfluß der AdmiraNtät sich sogar In das NeichSjustlzmini- sterium erstreckt.(Hört, hört!) Sie wissen, die Marine ist ein gefährliches leicht verstimmbeires Instrument. Sie würden die Stimmung durch Annahme dieses Antrages nicht fördern. (Beifall.) Abg. Brüninghausn- m e n. Es wird noch seitgestell:, daß m c h r a l s zwei Dritte! aller Anwesenden für die Aushebung gestimmt haben. Es folgt die dritte Beratung des Gesetzentwurfes über die vereinfachte Form der Gesetzgebung für die Zwecke der U e b c r g a n g sw i r t sch a s t. Tas Gesetz wird gegen die Stimmen dcr Unab- h ä n g i g e n a»genommen. Zum Punkt Notetat, Haushalt des ReichöverkehrSminfsteriumS, bringen• die Abgn. Greulich(U. Soz.) und K o t z u h r sSoz.) verschiedene Beschwerden über den anläßlich des Kapp- PutscheS eingesetzten UntersuchuiigsaiiSschuisc» vor. Sie bean- tragen ferner die baldigste Unterzeichnung des nach drei Monaten nbgesckiiossenen Tarifvertrages. Reichsvcrkrhrsminister Grüner erklärt, daß er seine Eni- schließungen vollkommen selbständig fasse und in der hohen Be- amtenfchoft keine Spur von reaktionären Geist dulde» werde.(Beifall.) Abg. Bauer>£oz.) tritt den Ausführungen der Aligg- Greulich und Kotzuhr bei und erklärt, daß es nicht angängig sei, dgß sich die Beamten-in Fragen des Hochverrats irgcndivle hinter An- ordnuugen Vorgesetzter verbergen. Ter Haushalt des Reichsverkehrsmiwifteriums und des Reichs- Ministeriums zum Wiederaufbau wird unverändert angenommen. Nächste Sitzung: Sonnabenid, den 31. Juli, vormittags 11 Ufr: Erste und zweite Beratung über das EntwaffnungSgcsetz, preußische Stimmen im Rcichsrat, Notetat. Schluß 3 Uhr. ** * Im HauptauSschuß des Reichstags liiüpfic sich an die Re- aieruiigsfordcrung,„mit Rücksicht aus die Wichtigkeit der(üe. sandtschait in Buenos Aires, dorthin zum Gesandten einen Öe- sgiidischastsrat I. Klasse enti enden", fir.c kurze Erörterung über die südamerikanische Wirtschaftspolitik. Abg. Schreiber(Z.) ersuchte, im Verkehr mit de: lateinischen Rasse deren Kulturpsylb: entsprechend zu beachten. Ein RegicrungSvertrebr stimmt dem zu. Wegen Erniedrigung der Paßgebührcn wird die Regierung mit de» Ländern in Verhandlung treten. Abg. B r e i t s ch c i d (U-Doz.) erhält die Austunsl, daß m der Außenbrndelsstelle im Ministerium des AuSloartigen 129 Pcrsgnen tätig sind. Ter Haus- halt wird genehmigt. Verschiedene Abgeordnet- beanstanden den§ 4 des HauShaltsgeietzes, nach dem bei Besetzung der Beamdenstellen zunächst bei anderen. Verwaltungen entbehrliche Beamte vor- ilmwdt werden sollen. Es werden Fachmänner für die Be- sctznng verlangt. Reichsfinanzminsster Dr. Wirt.b sagte über die Tnriffragc daß Lohntarife in Staatsbetrieben bisher nicht abgeschloffen sind Zur Ausführung der im außerordentkickc» Haushalt eingestellten Forderunge» werden 859 Millionen Mark bewilligt; der ursprüngliche Ansatz betrug 999 Millionen. Der is t des.Hau Shal t sge se tzes wird mit 15 gegen 13 Stimmen angenommen. Tie Frage der Einstufung der Verkehrebeamten in die Reicksbe- soldungsordnung wurde einem Unterausschuß übermisseu. Soziales. Mieterschutz und Höchstmieten. Unter diesem Titel ist soeben im Jüdustrieverlag Spaeth n. Linde, Berlin, die 9. Auflage der vom ersten Vorsitzenden des EinigiingSamls Neukölln, Magistratsassessor G G r u m b h. für die Prari« dargestellte und konimenlierte„Mieterschntzverordiiung" erschienen. Es ist ein übersichtliches 849 Seiten nmiassendeS Buch iir Taschenformat und gewährt einen guten Ucberbltck über die allae- meine Rechtslage auf dem Gebiete des Mieterschutzes«nd der Mieterschutzverordnungen in zeitlicher Folge. Der Verfasser gliedert die Materie in I. Rllaemeines. II. Be- schreivknde Darstellungen. III. Kommentar: A. Mieterschntzverordiiung, B. Höchstmieten. C. Verordnung über SammelbeiznngS- und Warmwasierveriorgtingsanlagen in Mieträumen und I). Anordnung für das Verfahren vor den EinigungSämtcrn. Am Schluß ist ein Schlagwortveueichms angcillgt. Da der Verfasser selbst in der Praxis dieser Kesetzesmaterie steht und mit den einschlägigen Vc- stimmungen nuis beste vertraut ist, so darf sein Buch als ein zu- verlässiger Ratgeber bezeichnet werden. Sport. 5 321 84.5 M. betrug der Totalisntorumsatz am Donnerstag im Grunewald.— Der Jockel) O. K ii b l bat gegen die seit den, 29. Juli verfügte Entziehung seiner Reitlizenz Berufung bei der L bersten Remibebörde eingelegt Die Strafe wird bis zur Eni« scheidung der Berufung ausgesetzt. Mus aller Welt. Selbstmordversuch»ach vereiteltem Mordanschlag. Ans Frank- surt a. M. wird uns gemeldet: Hier wurde ein Dienstniädchen unier schweren Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus eingeliefert. Es gestand ein, daß eS auf Anstifte» seines Liebhabers der Herrschaft Lysol ins Essen geschüttet hatte, um diese zu vergiften, woraus dann der Liebhaber die Wohnung a u S r ä um e n wollte. Der Anichlag mißlang jedoch, woraus da? Mädchen selbst von dem Esten genoß. Der Liebhaber wurde verhaftet. Eine fahrende Bibliothek. Vor ungefähr zwanzig Jahren führte ein Fräulein Titcombc in Hagcntown in Rordamerika-eine eigentümliche Idee aus. Die Bewohner der umliegenden Landbo- zirke hallen so gut wie keine Gelegenheit, gute Lektüre zu erhalten. Die Entserckung von der Siadt war zu groß, als daß sie Zeit ge- habt hätten, dorthin zu reisen und sich aus der Bivliolhek Bückier zu leihen. Da kam Miß Titeombe aus den Gedanken, eine reisende Bücherei zu errichten. Anfangs war es nur ein Bücherschrank auf Rädern, der von einem Pserd gezogen wurde. Ter Gedanke schlug indessen ein, und die Entfernungen, dw die rollende Bücherei zu- rücklegen mußte, wurden immer größer, so daß die Beförderung durch das Pferd zu langsam und ungenügend wurde. Es dauerte daher nur einige Jahre, bis man das Pferd durch ein Automobil ersetzte. Jetzt verfügt die Bücherei über 89 999 Bände, die mir Hilfe einer größeren Anzahl von Krashvngen über einen Umkreis von 599 englische» Ouadratmeileii verbreitet werden. Die Bücher werden der Landbevölkerung ausgeliefert und später abgeholt und durch andere ersetzt. >"• In">" " bitt-" �ghitn- recht*'"2 I0 ab 3 Uhr nachmittags Beginn des Sonderverkaufs in den untenstehenden Filialen Herrenstiefel........."1 38»— Damenstiefel.........'t'lS#"" Halbschuhe............*1 08.— Mäddienstiefel 27/30 5' 4« 3 1�/3 5 64.— 36G/3884.~ Garantie: Leder in guter Verarbeitung Eigene Verkaufoofellen In Berlin: Andreaastrosse 50 Frankfurter Allee 22 Oranleiutrasie 2a Splftelmarkt 15 Neukölln, Bergilraue 5001 Beusselstraue 29 Friedrlchstr. 240 41 Potsdamer Streue 50 Turmstrasse 41 Charlottenburg, Bninnenslraue37 Frledrichstr. 130 Rosenthaler 5lrasscl4 WllsnackerSt.22 wiimcndorfcs-Siro»»« m a DantigerMr ossel HOUerstrasse 3 S«hUbtr«sse 10 Wraogclstr. 49 Polsdom, Dr|nIt Allabendlicn 8 Uhr; MIM D.Glas d.Jimgfraa Sommerpreise. Deutsches Künstler-Theater Allabendlich 8 Uhr: Clubleute _ mit Max Adalt>ert._ Rose-Theater. 7V? Uhr: Ein Walzertraum. 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Sonntags M, Uhr vorm. und 2'/. Uhr U. nCU ficriilipaui.. naebm. w ochentags nur? Ubr vorm. Reederei Rieck, Falckensieinsir. 48. 1ei.: lebe> toiade H "mJ Theatep Folies Caprice Friedrich-, Ecke Linienstr. 7»/? Uhr: Flimmer- Klärchen Musikalischer Schwank. ff. Weine, ff. Küche Mocca, Tee, Schokolade Anfang 7 Uhr. | Eintritt frei. Theater am Kottbaser Tor. SHte-Sänger Nur noch bis 31. T. Täglich 1% ühr. Gastspiel d.Origjnal- JLelpzSger Fritz- Wf ber-SEngror. Sonnt, d. 1.8. Wieder- aaltret. d. beliebt. EHte-Sänqer. Rcichshail.-Theater Täglich 7>/, Uhr; ..Währ. b. Ferien 'b.Stftt. Sänger Variete-Vorst. unü Burleske Ad 1.8.20 wieder üanhOif-llrettl I Ani. UV- U. Garten u.Saal) Sonnt. bU. _ Moritzplatz 8197. »«eiert,«afi «Nil!« Crnnicnffruhc 5:5 51 Gastspiel Sermaun Krause T a c n V Assen-Trio und das grotze Variet6- Programm. I j Bornrnerth. DBB8Z-BEBEi!l (Klieml Masenheide 15. Tgl. 8 Ihr— Sensation— Novemberstm J Akte von Haliupp, Veif. v,„Internationale". An n' Konzert u.Soezialit. 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Levy über die Ausrufung der Sowjetrepublik Deutschland isr kaum als massives �chtvindelerzeugnis der Pinkerton- gesellfcbaft»Ua«„Vereinigung zur Bekämpfung des Bolsche- wismus" ulia>»„Deutsche Wirtschaftshilfe" entlarvt. Sofort können wir in der„Täglichen Rundschau" ein neues Pro- dnkt gleicben Geistes finden, das ganz wie das Magdeburger „Dokument" in Maschinenschrift niedergelegt ist und nichts geringeres enthalten soll als die A u s t e i l u n g O it p r e n- N c n s als kommnnistisch-bolsÄewisnsche LperationsbasiS für den angeblich bevorstehenden Einmarsch der Russen in die deutsche Provinz. ES ist nichts anderes zu erwarten, als daß das alldeutsck-bolksparteiliche Blatt an das„Geheim- dokument" spaltenlange Betrachtungen über die kommunisti- schen Vorbereitungen in Oftpreußen zusammenfabelt. Wir brauchen kanm besoitders hervorzuheben, daß wir di?S plötzliche Auftauchen neuer Schwindelzirkulare als einen bewußten Vor stoß gegen dieOicherlKitder Republik ansehen. Den Hintermännern der Spitzel- zentralen kommt es darauf an, die Oeffentlichkeit so lange zu beowirren. bis der Bolschewiskcnschrcck seine Wirkung getan lwt. die Angst kuüi» guten Bürger aus den Siedepunkt ge° langt ist und in kriegerische Stimnumg umschlägt. Mit iol- cden Gsspeustergeschichteu ist das Volk zu Ansang des Welt- krieges und in seinem Berkauf hinlänglich gefüttert worden. Man versucht jetzt dieselben Manöver, um noch einmal die KrlrgZbsgesstenmg zu entflammen, fei es gegen die russischen, Ki\ es gegen die deutschen Komniunisten. Die Pläne erkennen, beißt'chon. sie unwirksanr machen. Lange genug baden die Spitzslzentralen ihr Werk getrieben, die Arbeiterschaft unter- einander zn verhetzen und Mißtrauen zu säen. Wem der Blau» Prozeß noch nicht die Augen geöffnet bat. dem können die neuesten„Kurierdoklimenk«" sie wahrscheinlich auch nicht öffnen. Aber fader, der ein wenig klaren Blick sich bewahrt hat. lvird von der �deutschen Pinke rton-Acheit sich mit Ekel und Abscheu abtuenden., « In untere» Mitteilungen über den Vinkerton-Sckwindel lldex die Äpiyelgescbichte o u S Magd« bürg ersuch» unZ die.Liga Nim Schutze deutscher iUlllur* festzustellen, daß sie die Nach- 'olgetin der.Autibolschewist'scheu Liga' ist. Die letztere ist seit niebr als Jabrestrist aufgelöst und besteht nicht meKr. Mit irgend einem Nachrichten- oder Tpitzeldienst bot die.Kultur- I'ga' nichts zu tun. ES handelt sich also augenscheinlich um eine l-eNvechilung mit der.Bereinigung zur Bekämpfung des Bolsche- iSiSmnS'. deren Nachfolgerin die Pinkerton-Gesellschgft ist. die ibrc Bureaus an derselben Stelle bat,>vo die.Antibolsche- mistische Bereinigung' ehedem sich aufhielt. Da die.Liga zum Schutze der deutschen Kultur' noch zuweilen mit der längst auf» gehobene«.Autibolschewistischen Liga' verwechselt wird, so»ehmei, mir gern davon Kenntnis, daß sie nur für?!»sklärung§arbeit ioü!i und von antisozialistischer und autibolschewisUscher Propaganda weit abrückt. Zleifft«nö Kartoffeln. Ter MirtschaftSrat empfiehlt Freigabe. Der Unttrausschuh deS RcichSwistschaftSrgts für Landwirtschaft iud(krnäyrunq beschäftigte sich in seinen beiden erste» T>t?ungeu am L8. und Zu. ktulj mit der �ragc der Bewirtschaftung von Kartoffeln und Fleisch. Die Regierung hatte dem Ausschuß de» E n t w u r f einer Verordnung zur Begutachtung vor- gelegt, die«lS Uebergangsmaßnahuie und zur Borboreii'.ing der f e e te N Bich- und F l c i s ck> w i r t s ch a f i die Aufhebung der Fleifchlgrie Vorschlag!, d-ie durch eine örtliche Knndeuliste ersetzt Werden soll. An■Stelle de« Kuudenliste soll aus Au isch einzelner Lap-desregierungeu ober auch d>e Einführung et»er Gemeinde- fleijchkart« zulässig sein. Der Lerordirnugseiitwurs sucht ferner die Fleischversorgung der Seldßversorger dadmch zu verbessern, daß tu Zukunft nicht mehr«ine Geivichtemenge, sondern ganze Schlacht- und Winters. Einst standen diese Wanderungen als ein Anreiz ilir Biel« in loler Reih« in unserem Dresdener Parteiblatt. In ihrer Keiamtheir sagen auch sie nun zu ihrem Teil, wie viel bester Wille, Kulturarbeit zu leisten, an dieser Stelle wirllani gewesen Ist. Mit prächtigen LandsÄaftsbildern durchtät, ut dieses frische Wanderbuck ein Geschenk, das alle Kenner der Dresdener Täler und Höben herzlich lieben werden. Hahnewald, der sich als ernster Erzähler in der KriegSzeit hervorgelan hat, zeigt hier, wie empfänglich fein Attge für olle kleine und große Schönheit der Nalur ist. Sein Buch ist voll herzhast-innig schlürfenden Erlebens. Das Kranken Hauswesen in England steht den gleichen katastro- vhalen Erscheinungen gegenüber>vt« das in Denlschland. Nach einem Bericht des.Daily Herald" bcsinden sich die freiwilligen Organiimioneii, die bisher zumeist die Hospitäler unterhielte», in so ernsten f i n a u z t e l l e i, Schwierigkeiten, daß eS unmöglich erscheint, die Anstalten in der«eitberigen Welle weiter- zuführen. Der wirkliche Grund für diese Krisis rst. daß die Privat- Personen, die bisher die öffemliche» Kranlenanstallen uvterslützt haben, iveaeir des Steuerdrucks und der allgemeinen Teuerung nichr mehr in der Lage sind, in der bisherige» großzügigen Weise für diesen wohltätigen Zweck zu spenden. Ein Natgehrr für La»l>enkol»r.isten. Die Lebeiiömftteknok hat manchen zum Klüngärtner gewacht, der früher sein Lbit und Ge- müse im Lad«ni lauste. Aber nicht jeder neugebacken« Lauhenkolonist besitzt die röttgen Mvniitjilfse, um«Ntv dem est teuer gevachtetea Land das heraus.', irwntschasi'en, ivas e» bei sachgemäßer Bestallung bringen kann. Praktisch« Wirrte für jeden Lais venkolonisten und gute Ratschläge gibt das Büchlein..Der Kleingärtner als Selbst- »er,'arger" von Richard Tat,! inger.< Verlag von.Helfe u. Becker in Leipzig. Preis mit allen Zuschlägen Ü.fill W.j ZalslKichf guie Illustrationen unterstütze» da? Verständnis de? Tertee. Die An» jchasfung de« 15Ü Seiten starken Büchleins kann ewpjohlcrr iperdeu. Theater. Für die Aussübrünge» von Mozarts kai, init«' und von Franz Schlikcrs.Die ylczcichnettn' an der SlantSeper wird' Bernhard P a» k o! dl- Zikoiationen entwerseu.— Das Dcutlch- Theater gibt ro» Tomilflg ab m-bvete A»l>0k>mng-» von Schön herrö.«e>b»l«ulcl' mit Julie Serba, Iriti Richard und Ludwig Zörner.— Ein»eu-s Revo- lutivnSltück.N o u e m b- r kl u r m" von Emil S a l I u P P wirb am ist. Aull, abends 7>/, Uhr, im Sommer iheatcr,?a!-iiheide IS, erstmalig aulgcsährt. Ein Industrie. Theater w'rd sür dicienigcn Städte des rheinisch- »Bestialischen IndiistricgebielS. die sich kein eiacnes Stabttbeaker leisten löiiiien, in der Art der trübeien ibcinilch-wettiäl'lche» Wanderbübne ae- gründet Das Tbealer wird ausgebaut aus den örllichcii Thealergemeinden. DnS Betricbttavital nellen die beteiligten Städte, während die lausenden klostcn von der Thealcrgemeinde getragen werden sollen. Tie Frciburger UolkSbähne mpßte ihre Aulsührnngen einstellen. Ein Kino bezieht ihre Räume. Eine BSiedertäufer ZluSstellung bat da« LandeSmusenm Münster i. W. crösknet. Verbunden mit dieser Stadt, dem Haiwnchaublatz der Wiedertäuserbewegung der ResormaiionSzeit, nm» sie besonderes tmieresle erwecken, In der Wiedertäuserschast äiinerlc die rahilwe jemokraiijchß Süö' vuuiL jener Zeit sich>» eigenariiger Aktion. tiwre als BerechnungSgrunbksg« der Seftstverssrgerratlon guge- lassen werden sollen. Danehen sind noch einige andere Bestim- mungen zur. Erleichterung der Selbstversorgung mit Fleisch vor- gesehen. Ter Ausschuß, her sich nur gutachtlich zu äußern hatte, er- klärte sich mit großer Mchrheit gegen diese Verordnung. Die Aussprache, die sich nicht nur auf die vorgelegte Verordnung de- schränkte, sondern auch eingehend die Gründe für und wider die Fortdauer der Zwangswirtschaft erörterte, endete mit der Annahme eines Beschlusses, Ivongch das Gutachten des Ausschusses auf Aufhebung der Zwangswirtschaft nach einigen Monaten hei vorläufiger Beibehaltung der Fkeischkarte lautet. Tie Aufhebung soll erst erfolgen, meun gewisse Uebergaugs- UI abnahmen, wie Schaffung van Fleischreserven, Einfuhr von Futtermitteln und Abschluß vo» LicssrungAverträgen durchgeführt worden sind. Bezüglich der K a r t o s s e Iw i r t s ch a s k wurde die Aufhebung der Bewirtschaftung der Herbftkartosfeln«in stimm ig beschlossen. Auch hier wurde jedoch an die Aushebung der Zwangs- Wirtschaft die Bedingung geknüpft, daß die Gemeinden durch Ab- schluß von Lieserningsverträgen em Ouaiuuui von 35 Millionen Zentnern sür die städtische Bevölkerung sicherstellen und daß außer- dem Vorsorge für weiteve Äartoffekrcserven, mit denen etwa ein- iredende Nolftände bekämpft werde,» können, getroffen wird. Die Fabrikation von Kartoffelflocken und Kartoffelstärt« soll im kom- inenden Winter in der bisherigen Weise weitergeführt werden, wo-.l auch dadurch Kartosfelreservcn gesichert werden. Ter volkswirtschaftliche Ausschuß des Reichswirt- schasisratS bat den bisher behandsUen Beschlüssen seines Unter- Ausschusses für Ernährung und Landwivtfchgft die erforderliche Ge- nehmigung erteilt. Unabhängiger �Erfolg" in Giöenburg. Oldenburg, 30. Juli. fEigener Drahtberickit dos„Vorwärts'). Durch die Schuld der unabhängigen Abgeordnet«». die nicht vollzählig zur Stelle waren, wurden heute im Landtage zwei Beschlüsse gesaßt, die höchst bedauerlich sind. So wurde zu einem neuen Erwerbssteuergesetz ein Antrag angenommen, der be- stimmt, daß auch die Betriebe, deren Absatz sich nur auf die Mitglieder beschränkt, der B« st eu e r u n g unterliegen. Da- durch ist die vestruerung der Kensumvcrcin« Gesetz geworden. Wären die Unabhängigen vollzählig zur Stelle gewesen, so wäre mit ihrer Hilfe dieser Antrag abgelehnt worden. Ebenso war es bei den Zuschüssen an die ReligionSgesellschasten. Mit 22 gegen LI Stimmen wurde hier ein Zentrumsantrag angenommen, der bestimmt, daß die Zuschüsse an die Kirchen tiiq 150 000 M. erhöht werden. Auch diese Aufwendung auö den Kassen der Steuer- zahl«, gegen di« die Sozialdemokraten sich lebbast entgegengesetzt hatten, war nur möglich durch dw Bummelei einiger Unabhängigen, die es fertig brachten, bei derartig wichtigen Verhandlungen nicht anwesend zu sein, obwohl sie wußten, daß diese Gegenstände verabschiedet wurden. Offenbar ist dies eine neue Methode in der Bekämpfung des Parlamentarismus. Hemonstration üer chemischen Arbeiter. Frankfurt a. M., 30. Fuli, sEigener Drahtbericht des„Vorwärts"). Tie Arbeiter der ch e>it i fch« u Fabriken im Wirt- schaftS bezirk Frankfurts demonstrierte,»"heule aknmd„ach Fabrikschluß. In Zügen von Taufenden von Arbeiter» ging es zmn Börftnqelmude. Ivo die Tartskommsssion mit den Fabriklei- tuugcu über die FordermHen her ABeftevschaft verhandelte. Ge- »ordert wird eine 4»ustünd>«e Arbeitswoche, die Nebernahme des Struorabznges nnf die Betriebe und eine Lohnerhöhung von 25 Pro- zent ab 1. Juli. OHmohl die Tewonstration einen vollkommen ruhigen Eharakicr trug, rückte in drei Automobile» mit Ma- schinengeiychren die Sichc rheittzwehr»m. Ten verständigen� Perhandlungen der Arbeiterführer luar es zu danken, daß Ans- schreitimgen veriuseHen blieben und die Wehr tpiedcx abrückte, Ei» Gewerkschcistssekretär gab dann twiamii, daß die Verhandinngen mit den Faribtteiinngen einen günstigen Erfolg zeitigen, Warauf sich die Demonstranten zer st r eait e u. Wer im Glashaus W... Ter sanfte General Hoffmann«nd die rauhen Bolfchetviki. E>n Vertreter der amerikanisch«» Presse bat sich an den General H o s s m a n n. der aus den Tagen von Breft-Litowsl hin- reichend bekannt ist, gewandt, und ihn über die Berhandluiigsfähig- kei» der Bolichewiki ausgefragt. Hoffmann war ganz und gar be- strebt, die Boüchewüi als hinierlistige Gewaltmenschen darzustellen, ,l,it denen man überhaupt nicht verhandeln könne. So meint tzeff- manu: Die Gewalthaber in Moskau sind Charaktere wie D f ch' n g i« E h a n. der a»ch lein Leben lang nichts anderes wollte, als erobern, zerstören und rauben. Es ist ihr Vorteil, daß das Geiaileckt unterer Epoche verlernt hat. an derartige Charaktere zu glauben, Vielleicht hält« General Hosfmann in seiner übergroßen Be- scheidenheU»och hinzufügen sollen, daß er der eigentlich Schuldige daran ist, wenn die Weit mckt mehr an Gewaltnaturon glaubt, Sein tauben sanftes Austttl«» in Brest- Litowsk. wo er bekanntlich jeden Länderraub weit von sich wies, hat die Menschheit ganz von dem Gedanken abgebracht, daß eS»och brutal« Eraberer geben könnte, die den Kürassier st»esel auf den Per- h g n d l ii n g S« i s ch legen, falls der ttntertegeue Einwendungen macht. Ja, der Generat Hoffmann von Arest-Litowsk ist wirklich der Berufenste, über Eroberernaturen.zu klagen i Krnfffn gegen jede fremde Einmischung. Rotterdam, 30. Juli.011 I l 050 i>0<> Schweinen ergab gegen 8010 000 gleichzeitig im Voriabre, also eine Zunahme um reichlich 3 Millionen Stück. Eine ratianMe Mästung! zu der«in großer Maiöiniport die Möglichstit bieten ivürde, würde uns damit bis zu einem erheblichen Grade unabhängig von den aalZläntzischen Fleisch- und Fcstznfuhren liiachen, während gleichzeitig die uer- »n ehrte Herausgabe des Roggens sestenö der Land- toirle unsere Brotversorgmrg dcffcrw. T!e Neuköllner S.ädtbaugesellschait, Im Juni 10J9 beschlossen die städtischen Körperschchtn Neuköllns, alle Arbeiten, deren Herstellung im eigen«!, Betrieb zweckmäßig ist, durch die Stadtgemeinde ausführen zu lassen, als Zimmerer-, Erd-, Maurer-, Slaker-, Dachdecker-, Maser-, Tapc- zierer-, Glaser-, Töpfer-, Schiniede- und Schlosserarbeiten. Wie estie Denkschrift zeigt, haben diese Baubetriebs emeu erheblichen Ilmfang angenommen und am 1. April 5X3 Arbeiter und 50 Angestellte beschäftigt, während der Tischlerei betrieb aus 138 Arbeitern und 11 Angestellten besieht. Die Vetriebserfahrungen sind günstig, dockt hat sich die Loslösnng der Betriebe von der städtischen Verwaltung und ihre Selbständigmachnng in Form einer Gesellschaft»nit beschränkter Hastung als notwendig erwiesen, lim von der Vielzahl Lon parlamentarischen Instanzen loszukommen und verwaltungsmäßig»ut der B e>0« g l i ch ke i t, E n t s ch l i r ß u u g s s r e i h e 1 t und Schnelligkeit zu arbeiren wie Pripstchctpiebe. Der Beschluß, den gemeinwirischaftttihe» Betrieb vor, der bur« a uk r n t i sch« n Vertvnliung zu befreien, ist nur zu bc- grüßen. Hoffentlich wird auch dafür gesorgt, daß eine nach streng taufuichi'uschen Grundsätzen aufgebaute Selbstkosten- bercchnung«ingeführt wird, dm lautend uut den Kosten der Privatbetriebe verglichen wird. Unser Ziel»ni»ß es sein, auch ge- meiiiwirlschttfisiche Betriebe gegrueistaiider in Konkurrenz zu stellen, damit für sie dauernd der Ansporn gegeben ist, die höchste W i r t scha f i l i chk e» t gu erstreben. Monopol- betriebe, und das sind ja die llkcgiebctriebe, befnde» sich in der Gefahr, wirtschaftlich zu versumpfen, da der Druck der sie unterbietenden Konfriroenz fehlt. Auch in der Hemesnwirt. schaft läßt sich der Wettbewerb gleichartiger Betriebe fest- stellen in bezug auf die Erziekung de? sparsamsten, technisch und organisatorisch vollkommensten Betriebes, Wenn Staats- und Ge- »»eindebciriebe häufig unrationeller arbeiten als Privatunler- nehmen. so liegt das zum Teil daran, daß der Ansporn zu? höchsten Leistung bei ihnen nicht gegeben worden ist. Weitere Verteuerung deS Porzellans. Das böhmische Kaolin, der w i ch t i g st t Rohstoff für die deutsche Porzellanindustrie. bat, wie der„Verband Deutscher PorzeUanfabrikei»" uuS mitteilt, ob 15. Juli 1920 eine neue Preiserhöhung tun 30 Prozent erfahren. Danach muß wohl für die Zukunft mit einer weiteren P«rteuerung der Porzellaiierzeugnifse gerechnet werden. GewsrMaKsbowegung Streik üer Dungkutfcher. Arbeitgeber, die sich dem Schiedsspruch nicht«uterwerfen. Durch Schiedsspruch vom 23. Juli d. I. wurde für die Dung« Handlungen Grotz-Berlins folgender Spruch gefällt: Die Kutscher erhalten einen Wochenlohn von 2S0 M. Die Mitfahrer erhalten einen Wochenlohn von 2i8 M. Die Stalleute er« hallen einen Wochcnlohn von 203 M. Auf diesen Schiedsspruch bin erklärten die Firmen Karl Mey, Albelt Sag, Andreas Hoffmann, S. Dombrowsky, Sarbock u. Wilzlcb, Max Jansa Nächst, und Lehmann u. Kilian, sich diesem Schiedsspruch nicht zu unterweifen; sie unterbreiteten ihren Kutschern und Arbeitern am 24. d. M. einen Revers, in dem zum Ausdruck gebracht wird, es wäre den Herren Düngergrohhändlern bei den jetzigen wirtschaftlichen Berbältnisjen und der Unrentabilitäl der Betriebe unmöglich, diese Löhne zu zahlen. Dagegen boten diese Firmen ihren Arbeitern einen Wochenlohn von 173 M. mit Pro� geilten. Mit diesen Prozenten würde ein Wochenlohn von 233 M. her- auskommen, was bei dieser schweren und unangenehmen Arbeit als viel zu niedrig bezeichnet werden mutz. Mehrere Arbeitgeber haben sich bereit erklärt, den Lohn von 253 M. zu zahlen, es kann daher von einer Unrentabilitäl keine Rede sein; manche Firmen haben erklärt, sie sind bereit, den Lohn zu zahlen, wenn die Arbeiter aus dem Deutschen Transporlarbeiterverbond austreten. Aus diese Weise wird versucht, den Arbeitern das Koalitionörecht streitig zu machen. Die gesamte Arbeiterschaft ist nunmehr zu den« Entschlutz gekommen, am Mittwoch früh auch bei den Firmen die Arbeit niederzulegen, die nicht ausgesperrt haben. Die Firmen Buche, Nitsche und NegrassuS haben durch Unter- schrifl deir Lohn bewilligt. Dort ist die Arbeit sofort wieder auf- geuomwen worden. Die Kollegen der Firmen, die den Lohn be- willigt haben, sind mit Legitimation-karten versehen, damit kein Unbernfener die Arbeit verrichtet. Wir ersuchen die gesamte Arbeiterschaft Grotz-BerlinS um strenge Solidarität, damit auch der berechtigten Forderung der Dunokutscher Geltung verschafft wird. Der Schlag der Herren Arbeitgeber richtet sich in der Haupt- sacke nicht gegen die Forderungen der Kutscher und Mitfahrer, sondern gegen die ihnen so verHatzte Organisation, den Deutschen Transportarbeiterverband. Darum hoch die Solidarität! Deutscher Transportarbeiierverband, Sektion II. Tic Gcschäftsführungskosten des Betriebsrats trägt der Unternehmer. Diese iin§ 36 des Betriebsrätegesetzes enthaltene Bestimmung suchte die Direktion der Commerz« und Privatbank zu ignorieren, indem sie die Forderung des Betriebsrats auf Erstattung von 53 Mk. Saalmiete wegen Abhaltung einer wichtigen Betriebsbe- sprechung ablehnte. Der Betriebsrat wandte sich darauf an den Gewerbeinspeltor zu Berlin C., welcher folgende Entscheidung fällte: Der Gewerbeinspeltor zu Berlin L. Tagebuch Nr. 2336. Berlin L 2. den 26. Juli 1920. Molkenmarkt 1. An den Betriebsrat der Commerz- und DiSconto-Bank. Auf den Antrag vom 21. Juni 192 3. Gemätz§§ 36, 38 des BetnebsrätegesetzeS trägt der Arbeit- geber die durch die Geschäftsführung des Betriebsrats und Gruppen- rais entstehenden notwendigen Kosten. Er hat hierfür die nach Umfang und Beschaffenheit des Betriebes und der geietzlicken Auf- aabcn des Betriebsrats(Gruppenrals) erforderlichen Raum zur Bersügung zu stelleu. Die ani 11. Juni d. I. zur Aufklärung über die Neuregelung der Gehälter einberufene Betriebsversannnlung der weiblichen An- gcst-lllen war zu einer ordnungsmätzigen Geschäftsführung SeS An- geüelltenrats notwendig, denn dieser war nicht imstande, die zahl- reichen in einer Angelegenheit gestellten Anfragen in Einzelsprech- stunden zu beantworten. Da die Direktion, wie sie selbst zugibt, der zur Abhaltung der Betriebsversammlung erforderliche Raum in ihren eigenen Gebäuden nicht zur Verfügung stand, war der An- gestelltenrat berechtigt, einen Versammlungsraum zu mieten und von der Direktion die Rückerstattung der dafür erwachsenen Kosten zu verlangen. I. V.: gez. W a l l h o f f. Ter Schiedsspruch im mitteldeutschen Braunkohlen- bcrgbau. Das nur vergangenen Sonntag von der Konferenz der Braun- lohlenocrgleute Mitteldeutschlands geforderte Schiedsgericht hat am 26. d. M. nachmittags 5 Uhr unter dem Vorsitz eines Vertreters des llieichsarbeitsministeriumS nach elfstüwdiger Verhandlung nachstehen- den Schiedsspruch gefällt: I. Aus die Zchichtlohnsötze der Lohntafcl des Tarifvertrages-vom 17. April 1923 wird eine Zulage von 3 M. je Schicht gewährt. Für Arbeitecinnen und jugendliche Arbeiter be« rrägt die ZiÄagr 1.33 M. je Schicht. II. Für die Geoirzgearbeiter Iverdeu die Mindestlöhne zuzüglich der gemäß§ 6, Absatz 3 des Tarifvertrages zugesicherten Gedingezulage um den gleichen Betrag erhöht. Soweit oer tatsächlich verdiente Gedingelohn diesen Satz übersteigt, tritt keine Lohnerhöhung ein. III. Tos Kindergeld wird um 1 Mark erhöht. Das Hausslandsgeld wird für die männlichen Arberter um 1 Dtark, für die weib- lichen um 53 Pfennig erhöht. IV. die gemätz Ziffer I— III zu gewährenden Zulagen treten ab 1. Juni 1923 in Kraft. Die Aus- zahlung für die zurückliegende Zeit soll bis zum 6. August 1923 erfolgt feiiu V. Arbeitsniederlegungen, die seit Kündigung oer Löhntafel im Zusammenhang mit der Lohnbewegung stattgefunden haben, gelten nicht als Unterbrechung der Arbeit. VI. Mit diesem Schiedsspruch tritt die am 3. Juli 1923 gctrofsene Vereinbarung außer Kraft. Zu diesem Schiedsspruch wurde protokollarisch fest- gelegt, daß datourch keine Erhöhung der Kohlenpreise herbeigeführt werden soll. Die Vertreter bewer Par- teien erklärten, den in Betracht kommenden Kreisen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Schiedsspruch empfehlen zu wollen. (Sehaltsbewegung bei den Bcrufsgenoffenschafts- angestellten. Die Vorstände der gewerblichen Berufsgenoffenschaften können sich nur ickwer daran gewöhnen, daß den Angestellren die volle Gleichberechtigung mit den�Arbeitgebern hinsichtlich der Festsetzung der Arbeitsbedingungen getetzlich zusteht. Die im November 1919 vereinbarten Sätze sind durch die inzwischen eingetretene riesenhafte Verteuerung aller Lebensbedürfnisse bei weitem überholt, und die außertariflichen Teuerungszulagen, welche der Nrbeitgeberverbond deutscher Berussgenossenschaften einseitig bewilligt bat. sind voll- ständig unzulänglich. Die BeruiSoenossenschaflsangestellten halten ihre Ansprüche uni so mehr für berechtigt, als nach den Ent- schlietzungen der Nationaloersammluilg die Grundsätze der Be- soldungSordnung der Reichsbeamten auch auf die BerufSgenossen- schaften maßgebende Anwendung finden sollen. Da die BcrufSgenoffenschaflsangestellten, insbesondere die Ledigen und die Verheirateten ohne Kinder hinter den vergleich- baren Klaffen der Reichsbeamten noch um mindestens 3333 bis 4333 Mark im Jahre zurückstehen, sind sie durch daS Verhalten des Ärbeitgeberverbandcs in eine begreifliche Erregung geraten. Es sind spontan aus der Angestelllenschafr heraus Resolulionen ge- saßt worden, in denen zum Ausdruck kam, daß sie gewillt sei, zur Erreichung ihreS Zieles jedes gewerkschaftliche Mittel anzuwenden. Die Verantwortung für die mit einer Arbeitsniederlegung unbedingt verbundene Schädigung der Ilnfallver- letzten legen sie dem Arbeitgeberverbandc zur Last. Der Arbeitgeberverbond bat daraus in cinem Rundschreiben an seine Mitglieder ausgeiordert, gegen solche Angestellte, die sich eines derartigen diiziplinwidriacn Verholtens schuldig machen, im Juter- esse der unter allen Umständen aufrechtzuerhaltenden Autorität mit aller Sirenge einzuschreiten und die Entlastung im Disziplinar- wege zu verfügen, da unter den heutigen Verbältniffen auch für eine größere Zahl von auS'cheidenden Arbeitskräkten unschwer Ersatz zu beschaffen wäre. Dieser alte �Herr-ün-Hause-Standpunkl" dürfte nicht gerade zur„Beruhigung" der Angestellten dienen. Das ReichSarbeitSministerium müßte hier unbedingt eingreifen. Eine Generalversammlung des Verbandes der Sattler, Tapc- zierer und Portefeuiller(Ortsverwaltung Berlin) tagte am 29. Juli. Die Stellungnahme zur Reichsarbeitsgemeinichaft wurde einer außerordentlichen Generalversammlung vorbehalten.— Der Kassenbericht für die Monate Mai und Juni, welcher der Generalversammlung vorlag, ergibt, daß die H a u p t k a s s e in Einnahme� und Ausgabe mit 134 937.73 M. bilanzierte. Die Lokalkasse hatte einschließlich eine? früheren Bestandes von 95 389,18 M. eine Gesamteinnahme von 135 379,89 M., der eine Gesamtausgabe von 41 455,55 M. gegenüberstand. Es verblieb am 33. Juni ein Bestand von 94 424.34 M.— Am 33 Juni waren 6593 männliche und 1148 weibliche Mitglieder vor- banden.— Der Kassierer Weyher machte dazu noch einige Ausführungen.— ES wurden dann verschiedene Wahlen vor- genominen. Als Mitglied des Zentralvorstandes des Verbandes wurde Eichen gewählt. Revisoren für die Hauptverwaltung wurden OgrodowSki, Karmierczak, Sieler und Lemke. Die Leitung der wieder ins Leben gerufenen Jugend- abteilung übertrug man dem Kollegen Blum e. Zur Regelung des AngestelltenverbältmffeS hat die VertrauenS- männsrsitzung beschlossen, der Generalversammlung vorzuschlagen, das HilfSkräftevrrhältnis bsS zum 1. Oktober bestehen zu lassen. inzwischen aber die Stellung eines weiter» festen Angestellten der Ortsverwaltung auszuschreiben und ebenso eine kaufmännische Weib- liche Hilfstraft(perfekte Stenotyvisiin) dann anzustellen. Nach langer DlSkussion wurde der Antrag auf Anstellung eine» weiteren Beamten der Ortsverwaltung abgelebnt. Dagegen wurde die Anstellung einer kausmännischen weiblichen Hilfskraft beschlossen. Ferner wurden folgende Anträge angenommen: Die auf dem Bureau beschäftigten Hilsskrä'te bleiben bis zum 1. Oktober im Amte. In Zukunft sind Hilfskräfte, die erforderlich sind, au» den Reihen der arbeitslosen Funltionäre zu nehmen. Hilfskräfte und Ortsverwaltungsmitzlieder müssen mindestens zwei Jahre organisiert sein.— Ter von den Topezierern�in die OrlS- Verwaltung als Hilfskraft übernommene Kollege Schreiber wird demzufolge, weil nicht zwei Jahre long organisiert, gekündigt werden._ Zum Ttrcik an der Nord-Tüdbahn erhalte» wir unter Bezugnahme auf die in der Miliwoch-AbendauS« gäbe de»„Vorwärts" enthaltene Darstellung vom Reichsverband des deutschen Tiesbaugewerbes, Ortsgruppe Groß-Berlin, folgende Zuschrift:' „Seitens der Unternebmer ist bereits wiederholt der Versuch ge- macht worden, eine Verständigung mit den streikenden Tiefbau- arbeitern herbeizuführen, ohne daß es möglich war, zu einem Er- gebnis zu gelangen. Ein Teil der in Betrachr kommenden Arbeii- nehmer, so zum Beispiel der Zentralverband der Zimmerer, hat jede Verständigung abgelehnt. Der Schiedsspruch des Schlichtung-ausschusse» Groß-Berlin, der zugunsten der Zimmererlöhne ergangen war, hat beim Demobil« machungskommissar leine Bestätigung gefunden. Eine Festsetzung der Löhne kann nicht durch die Tiefbauarbeiten vergebenden Behörden, sondern nur zwischen den in Betracht kom- mendcn Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Organisationen erfolgen. Tie verlangte Erhöhung der Löhne würde nur zu einer Vermehrung der Arbeitslosen führen, da eilte Rundfrage bei den beireffenden Groß-Berliner Behörden ergeben hat. daß diese für den Fall einer Steigerung der Löhne nicht mehr tu der Lage sein würden, neue Tiefbauarbeiten zu vergeben. Was die Baustelle an der Weidendainmer Brücke anlangt, so besteht hier keine größere Gefahr für die Schiffahrt wie auf jeder anderen Baustelle, da für die Durchführung der Schiffahrt besondere Sicherungsmaßnahmen des Fahrwassers durch eigens hergestellte Leitwerke vorhanden sind. Die Pumpen an der Weidendammcr Brücke sind mangels jeglicher Gefahr für den Straßenverkehr, die anliegenden Häuser oder für die Baugrube selbst eingestellt. Tie Baustelle an der Unterführung der Untergrundbahn an der Mohrenstroße ist von Sachverständigen der Stadt Berlin und der diese Arbeiten ausführenden Firma daraufhin untersucht worden. ob besondere Sicherungsmaßnahmen getroffen werden müssen. So- weit solche erforderlich waren, wurden sie ausgeführt. Von einer Lebensgefahr bei dem Passieren des Bohlenbeläge» an der Bau- grübe kann keine Rede sein. Seine Reparaturbedürftigkeit ist nicht auf den Streik, sondern nur auf Mangel an dem erforderlichen•' Holzmaterial zurückzuführen. Die Arbeitnehmer bzw. deren Orgamsationen haben gerade diese beiden Baustellen herausgesucht, um die Bewilligung höherer Löhne zu erzwingen, da sie geglaubt haben, daß die Gefahr, die eine Einstellung der Arbeiten dort für die Allgememheil mit sich bringen köirnle, die ausführende Firma veranlassen werde, den nichr gerechtfertigten Lohniorderungeu der Arbeitnehmer nachzugeben. Von allen Berliner Tiefbaufirmen sind stet» die für das Tiefbau- gewerbe festgesetzten Tariflöhne gezahlt worden. Die Arbeitnehmeti verlangen aber dieselben Löhne wie im Hochhaugewerbe. Hier liegen die Verhältnisse völlig anders, so daß diese» Gewerbe nicht ver- gleichZweiis herangezogen werden kann. Die in der Notiz vom 28. Juli 1923 angegebenen Zahlen treffen nicht zu. ES sei nur beispielswciie darauf hingewiesen, daß die Bedienung der Pumpen durch die Technische Nothilfe an der Baugrube in der Mohrenstraße zirka 833 Mk. und nicht 3433 Mk. rägilch kostet. DaS in der Notiz aufgestellte Rechenepempel ergibt somit ein falsches Bild. Die Bewilligung höherer Löhne bedeutet eine dauernde Belastung. Die Ausgaben, welche in der genannten Notiz als vorbanden angegeben werden, entstehen tatsächlich nicht. Die Stadtgemeinden fint> außerstande, Tiefbauarbeiten, deren Ausführung sie Unternehmern übertragen haben, deshalb selbst her- stellen zu lassen, weil die Arbeitnehmer streiken. Es würde die» einer Vertragsverletzung seitens der auftraggebenden Verwaltungen � gletchkommen." Die Zuschrift der Tiefstauunlernehmer beweist nur, daß es bei"• einigem guten Willen schon längst möglich gewesen wäre, den Streik zu beenden. Wenn von nicht gerechtseriigleu Lohnforderungen ge- sprochen wird, so beweist daS nur, daß die Tiefbauunternehmer die tiefe soziale Lage der Arbeiter völlig verkennen. Die angeblich falschen Rechenexempel spielen unserer Auffassung nach eine unter- geordnete Rolle. Tatsache ist. daß durch den Streik die Stadt erheblich in Mitleidenschaft gezogen wird. Deutscher Dransportarbeiterverbai-d(BezirkGroß-Berl in). Kolleginnen und Kollegen aus den Buchdruckereicn, Buchbindereien und ZeitungSocrlagSanstalten! Am Mon-. tag, den 2. August, nachm. 5 Uhr, in der Aula der 7. Gemeindeschulc, Stallschreiberftr. 51a. Ausg. 4. wichtige Gruppenverfammlung. TageSord- nmrg: 1. Bericht über das Remliat der Verhandlung vor dem Temobil- niachungSkominiisar. 2. DiSluffion. 3. Verschiedenes. Derantw. für den redolt. Teil: Dr. Werner Veifer, Chorlottenburg: für Anzeigen: TI>. GloNr, Berlin. Verlag: Vorwärts>Äerlag®. m. I). H., Berlin. Druck: Ler» warts-Buchdruckerei u. Leriazsanstalt Bant Singer u. Co., Berlin, Lurdenstr. 3. Hierju 1 Beilage. DIE GUTE ZIGARETTE Graphisches Kartell Montag, den 2. August, nachm. 4 Uhr, im Saal 1 des Gewerkschaftshauses, Eugelufer 15: Ifsi'ssiNmiung »ver in weich»- und Staolsbetrtebeu beschS,»Igten Buchdrucker. Buchbinder. 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