Nr. 3$t ♦ Z7.�ahrgang Ausgabe 3 Nr. 53 Bezugspreis: S 7rt(I'5hrl,30,—?Mt,monatI.10,— Sit. frei m» Sion», ooraus iQhibai. Poft- d-mq 9Konct!icti 10,— Ml. exkl. Au- üellunz-qedühr. UnierKreu-Kand nir DnUschland uns Qeslerr-ich 1S.10 Sit, riit tas übrige Auziank oei täglich rumaL Sulteltung 2X50 M. P�O Bestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tfchecha- Slowakei, Däne- mar!. Sollanv, �ueemdurg, Schweden und die Schwei».— Eingetragen in die Vost- Leitung»- Preisliste. Per„Porwärts� mit der Sonntagsbeilage»Bot! u. iieit" erscheint wachen- täglich gweinuil. Sonntags und Montag» einmal. Telegramm-Adreffe- »Sozlaldsiuotral Berlin-. Abend Ausgabe Berliner VolKsblntt ( 25 Pfennig) Anzeigenpreis: Sit achtgelpaltene Nonvareillegeile lost» 3.— M., Teuernngszulchlag 50°/» »kleine Anzeigen", das lett- gedruckt« Wart 1,— M. lzulälstg zwei lettgedruckte Worte>. zedes weitere Wort 00 Pfg. Stellengesuche and Schlafstellenanzeigen das erste Wort 05 Pig» iedes weitere Wort 40 Pig. Worte iider 15 Buchstaben zählen tiir zwei Worte. Teuerungszuschlag 50»/» !?amillen-An.t?igen für Abonnenten Feile 2,— M. politilche und ge- wertschaitliche Verein»- Anzeigen 3.- Ml. die Fette ohne Aufschlag. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 5 Ahr nachmittags tm bauotgeschäft. Berlw SW 08. Linden- straße 3, abgegeben werden. Deälsnet vou S Uhr früh bis 5 Uhr abend». Zentralorgan der fozialdetnokratircben partei Deutfchlands Neüakttoo und Expeüition: SW. 68, Linöenstr. 3. (fertifsreffier: Rmt Morinpla«, Nr. I.al SN— IXt S7. Sonnabend, den 31. Juli 13?i0 vorwärts-verlas G.m.d.§., SW. 68» Änüenstr. 3. Fernsprecher: Slmt Morinpla«. Nr. 117 SZ—»1. »«>»M»I«WItsIW«I..........— 1 Die Entwaffnung öer Zivilbevölkerung Veutjcher Reichstag. !K. Sthimg. Sonriaberid, den 31. Juli, vormittags 11 Uhr. Am Regierungstisch: Koche Eingegangen ist ein Schreiben des Reichsverkehrsministers E r ö n e r, wonach den Wünschen dcZ Reichstages entsprechend ein AuSschutz zur Prüfung der technischen und finanziellen Berbält- nisie der Reichseisenbahnen eingesetzt worden ist. Ihm sollen neben Berkehrssachverständipen 12 Reichstagsabgeovdnete und 12 Mitglieder des ReichswirtschaftSmts angehören. Die SntNa�nung öer Scvölksrung. Aus der Tagesordnung steht zunächst der Gesetzentwurf über die Enltwasfnnng der Z i v i l be v ö l l e r u n g. Danach sind alle Militärwaffem bis zu einem von dem R e i ch s k o m m i s s a r für die Entwaffnung festzusetzenden Zeitpunkt cn die von ihm zu be- sttmuieniden Stellen abzuliefern. Dasselbe gilt sür die Munition. Neichsminister des Innern Koch: Zu dieser Vorlege sind wir durch das Abkommen von S p a verpflichtet. Wir können diese Aufgabe aber nur lösen, wenn sie n'cht gegen das. Volk, sondern m i t dem Aolke durchgefirirt wird. Wieviel Waffen noch im Besitz der Bevölkerung sind, kann auch nichs schätzungsweise angegeben werden. General von S e e ck t hat in Spa eine Aufstellung übergeben, wonach i n unbefugten Händen sich noch etwa 1,8 Millionen Gewehre, 8-luO Maschinengewehre und 4000 Minenwerfer befinden. Cb die Sehlen zutreffend sind, läßt sich nicht sagen. Tie Ablieferung kann nur Erfolg haben, wenn das ganze deutsche Volk dabei mitwirkt. Reben den gesetzlichen Maßnabmen wird daher auch eine weitgehende Aufklärung des Volkes notwendig sein. Die Entwaffnungsoltjon selbst kann nur durch das Reich und nicht durch die Länder durchgeführt werden. Die Durchführung mutz in den Händen einer zivilen Beböude liegen. Es soll daher ein Reichskom- missar sür diesen Zweck eingesetzt werden, der völlig unpar- t«! i s ch vorgehen soll. Tie Hauplzahl der Waffen befindet sich in den Händen derjenigen, die einen Angriff von der Gegenseite er- warten. Dieses Mitzlrauen mutz beseitigt werden. Tie Aktion soll daher so unpolitisch wie möglich durchgeführt werden. (Lachen der U. Soz.) Abg. Lübbring(Toz.): Wir laben gegen den Gesetzentwurf die größten Bedenken. Er mutz in einer gründlichen Kommissionsberatmig noch w e s e n t- liche Verbesserungen erfahren, wenn wir ihm zu- stimmen sollen. Das Gesetz mutz dazu führen, datz sich Waffen nur noch in den Händen der R e i ckl S w e h r und Sicherheit S- Polizei befinden. Ter Minister ist im Irrtum, wenn er glaubt, datz die Kreise, die Putschabsichten hegen, nicht mehr viele Massen kälten. Wir haben die größten Bedenken gegen die Einwohnerwehren und die in Bildung begriffenen„S el b st s ch u tz v e r bä n d e". Die letzteren Verbände werden schon dadurch gekennzeichnet, datz sie das Merk des reaktionären baverischen Forstwarls E s ch e r i ch sind. Nach den Satzungen sind die zwei parteipolitisch neutral. aber ihre Führer sind durcbaus vom Geiste des Herrn Kapp be- seelt. Diese heimlich gegründeten Verbände verstoßen gegen die K8 128 und 129 des Strafgesetzbuches. Ich verlange von der Regierung Antwort auf die Frage, ob auch diese Selb st- schutzverbände unter die Wohltat des§ 2 des vorliegenden Gesetzentwurfs fallen. Tie Selbstschutzverbände haben beschlossen, sich einer Entwaffnung mit Gewalt zu widersetzen und sie sin- den dabei die Ilntentützung der W e b r k r e i s k o m m a n d o s. Der bayerische Ministerpräsident von Kahr will es sogar auf einen Bruch mit dem Reich ankommen lassen, um iinter allen Umständen die Entwassnung zu verhindern. In Ostpreutzen stehen die Selbstsckutzver- bände mit Zustimmung der Reichswehr unter Leitung von Offizieren, die aus der Sichcrheitsivehr entlassen werden mutzten, weil sie in bezug auf die republikanische Verfassung nicht zu- v er lässig waren.(Hört, hört!) Der mit der Entwaffnung betraute Reichskommissar mutz ein durchaus zuverlässiger. unparteiischer Mann sein. Auf keinen Fall darf dazu ein früherer Offizier verwandt werden. Die jetzt im Entwurf zugelassenen Ausnahmen müssen verschwinden. Angesichts der großen W a f f e n I a g e r, die noch überall auf den Gütern vorhanden sind, müssen die Strafbestimmungen bedeutend verschärft wer- den. Es darf auch nicht vor der Vermögenskonfiskation zurückgeschreckt werden. Nur wenn die Vorlage gründlich u m g e st a l t e t wird, können wir ihr zustimmen.(Beifall bei den Sozialdemokralen.) (Schluß in der Morgen-Ausgabe.) » � Streikürohung öer EtsenbQhner. Der HouShaltsausschuß des Reichstages beriet heute die Be- schlösse des UntrranSschuffeS über Die Einstufung deS Berkel, rS- Personals in die Besoldungsordnung. Die Vertreter der drei Ei- fenbahnerverbände hatten dazu ein Ultimatum eingereicht, daß sie einen DemonstrationS streik der Eisenbahner in ganz Deutschland herbeiführen würden, wenn nicht biS heute nachmittag 3 Uhr ihre Forderungen erfüllt seien. Darüber entwickelte sich eine lebhafte Aussprache. Der Fi- nanzminister erklärte, daß er angesichts des Ultimatums feine Be- mühungen um eine Verständigung einstellen müsse. ES gehe gegen die Autorität der Regierung, gegen dir Demokratie und gegen dad Parlament, daß die Eisenbahner in einer derartigen Weise einen Druck auszuüben suchen, diesem könne man nicht weichen. Abg. Ersing(Z.): Der Ausschuß kann sich dem Diktat dieser Orga- nisationSvertreter unter keinen Umständen beugen. Ich beantrage Aussetzung der Verhandlungen. Abg. Dr. P achnicke(Dem.): Sachlich wäre eine Einigung leicht möglich gewesen. Dieses Schriftstück der Organisationen an die Reichsregicrung und den HaushaltSausschuß zwingt uns abex. die Verhandlungen auszusetzen. Sie können nicht eher wieder aufgenommen werden, als bis die Organisationen von die- scr offenbar durch Unberufene erhobenen Drohung mit dem De- monstrationsstreik zurücktreten. Die Abgeordneten K o tz u rden histori- schen Weg der Arbeiterklasse: denn gerade die K. P. D. ist eminent unhistorisch. Weiter heißt es in d»cn Grundsätzen der dritten Internationale: Erst nachdem die proletarische Diktatur die Bour- g« o i s i e solcher mächtiger Beeiuslussungsorgane wie der Presse, der Schule, des Parlaments, der Kirche, des Verwal- tungsapparatS und anderer mehr beraubt haben wird, erst nachdem die endgültige Niederlage der bürgerlichen Ge- sellschaftsordnung für alle offensichtlich geworden sein wird, werden alle oder fast alle Arbeiter in die Reihen der Kommunistischen Partei hineingehen. Auch hier wird an Stelle d-es Beweises die apodiktische Behauptung gewählt. Marx und Engels haben bekannt- lich abgelehnt, im einzelnen darzustellen, wie sich das Bild nach dem Zusammenbruch der bürgerlichen Gesellschaft, den auch sie als Notwendigkeit lehrten, gestalten würde. Die Kommunisten von heute wissen es besser: sie dekretieren, daß nach dem Zusammenbruch der Bourgeoisie alle Arbeiter der K. P. zuströmen werden. Dabei ist nicht einmal gesagt, ob der Versuch einer gewaltsamen Z e r- trümmerung des Apparates der bürgerlichen Gesellschaft tatsäckstich ihren schnelleren Untergang herbeiführt als der den ökonomischen Gesetzen folgende natür- liche und organische Entwicklungsgang. Doch mit Oekonomie haben diese eigenartigen„Marxisten" wenig zu schaffen. Wie weit der kommunistische Weg von dem durch Marx und Engels nachgewiesenlen abführt, beweisen nachfolgende weiteren Sätze der Thesen des Exekutivkomitees: Jeder Klasseukamps ist ein politischer Kampf. Das Ziel diese? Kampfes, der unvermeidlich in den Bürgerkrieg über- geht, ist die Eroberung der politischen Macht. Hier geht Richtiges und Falsches bunt durcheinander. Richtig ist, daß der Klassenkampf ein politischer Kampf ist: richtig ist auch, daß sein Ziel die Eroberung der p o l i t i- s ch e n M a ch t st. Beide Wahrheiten sind nur H a l b w a h r- hei ten: denn der Klassenkampf ist ein politischer und ein wirtschaftlicher Kampf mit dem Ziel, neben der politischen Macht und durch diese die ökonomische zu erringen und zu befestigen. Der Uebergang des Klassenkampfes in den Bürgerkrieg ist nicht unvermeidlich, wie die Kommunisten behaupten, sondern er kann seine Begleiterscheinung werden, nie aber darf man ihn als Selbstzweck prokla- mieren, wie es seit Begründung der Sowjetherrschaft in Rußland unaufhörlich von kommunistischer Serbe ge- predigt wird. Bemerkenswert ist, daß die dritte Internationale von der K. A. P. D. beträchtlich abrückt. Dieser wird Rückkehr zum Syndikalismus und zur r e a k t i o n a ä r e n An- schauungsweise vorgeworfen. Aber im Vergleich mit dem revolutionären MarxlS- m u s, d. h. mit dem Kommunismus, stellen der Syndikali S- m u S und der Jndustrialismus einen Schritt rückwärts dar. Tie Erklärung der„linken" Kommunisten Deutschlands, daß sie zwar eine Partei, aber„keine Partei im überlieferte« Sinne des Wortes" schufen, ist eine geistige Kapitulation vor jenen Anschau- ungcn des Syndikalismus und Jndustrialismus, die reakttonäre Anschauungen find. Diese Kritik ist richtig, trifft aber in vielen Punkten auf i>ie Kritiker selbst, auf die Kommunisten nämlich, zu. Illle Dekrete und Proklamationen der K. P. beseitigen nicht den Zweifel, daß wir es in der driften Internationale mit einem sozialistischen Experiment zu tun haben, das in- folge seiner inneren Widerspruchsfülle zuni Scheitern verurteilt ist, und das den Arbeitern, die sich gläubig an Moskau angeschlossen haben, eine Fülle von E n t> l ä u j ch u ii g e n bevorsteht. Rückzug auf Sreft-Litowsk. Warschau. 31. Juli. GeiirralstabSbcricht vam 30. Juli. Pinc Abteilung der bolschewistischen Neiterej dringt über Off»* w i e c in der allgemeinen Richtung nach Südwesten vor. Ihre Bor- butcn wurden bei Lomza durch unsere Abteilungen abgcwelirt. Alle Angriffe der 4. feindlichen Armee an der Narcwlinic von WoSna bis zur Eisenbahnlinie Lialhstok— Brcst-Litowsk wurden abgewehrt. Südlich von Bjclst dagegen gelang es dem Feinde, steil der Eisenbahnstation Ezerencha zu bemächtigen. Gegenwärtig führen unsere Abteilungen dort Gegenangriffe. Tie polestsche Gruppe geht auf ihre Stellungen bei Brcst-Litowsk zurück. Nachdem sie auf ihrem Rückzug vier bolschewistische Infanterie- regimcntcr geschlagen hatte, macht fich jevt ein stärkerer Druck des Feindes nicht fühlbar. Am Styr örtliche Kämpfe. Tie Kampf- Handlungen in der Gegend von Brody— Randziwillow dauern fort. Tic Flngzeuganfklärung ist dort durch atmosphärische BerhSltnisse erschwert. Am Sereth ist die Lage im allgemeinen unverändert. Ter Feind, der an einigen Stellen den Fluß über- schritten hatte, wurde durch unsere Abteilungen im Gegenangriff zurückgeworfen. Beginn der WnssenftillftandSverhandlungen. Paris, 31. Juli. Ter Londoner Korrespondent des„Etit Paristen" erklärt, daß auf die beiden Telegramme vom 26. und 28, Juli an Tschitschcrin noch keine Antwort aus Moökou eingegangen sei, andererseits werde gemeldet, daß gestern abend 6 Nhr in Bar« n o iv Uschi die polnischen und die russischen Bevollmächtigten zur ersten Zusammenkunft eingetroffen seien. Dem gleichen Korrespondenten znfolge wird Krnsstn Goetr- borg heute abend verlassen und am Montag in London eintreffen. Haller übernimmt die Nordarmee. Warschau, 31. Juli. Wie auS militärischen Kreisen verlautet, ist General Szepthcki an Tiphlherie schwer erkrankt. Ten Oberbefehl über die nordöstliche Front hat General Joseph Haller über- nommen. Tie Lebensmittel, zufuhr von Tanzig gefährdet. Tanzig, 3l. Juli.(D A.) Weil die Danziger Hafenarbeiter sich geweigert haben, polnische Munition in Danzig auszuladen, haben die polnischen Eisenbahnarbeiter di« gesamte Gnterzustihr aus Polen nach Dan zig gesperrt. Die Lebens- miltelversorgung Danzigs ist gefährdet. Die polnischen Behörden sind machtlos. Unter Vorzensur. Benthe», 31, Juli.(Telunion,)„Knrjcr Rozsnskp" meldet, d:ß in ganz Polen Borzensur eingeführt worden, ist. 'Z-: polnischen Blätter schreiben von einer Militarisierung o« r P r e s s e. polnische Treiberesen. Bcuthcn, gl. Juli.(Telunion.) Eine Meldung t>»r"hiesigen polnischen Telegraphen-Agentur besagt, daß da» von der pol- vischcn Abordnung in Spa den Ententevertretern vor- .--legte Weißbuch unter anderem geheime deutsche Doku- ni e n t e enthält, die sich aus die Reorganisation der Sicherheus- pol uei in Oberschlesien bezögen. Tie polnischen Berichte über den militärischen Zweck der Sicherheitspolizei dürften nicbt wenig dazu beigetragen haben, daß die Konferenz von Spa der Bedingung der Emwaftnung mich die Bedingung der Auflösung der Sicherheit»- Polizei in ganz Deutschland hinzugefügt lat. vor sechs fahren.. Von Hans Bauer. Wißt ihr noch:»Der G.ustroust Soundso wollte die Brücke Soundso in die Lust sprengen. Er ist erschossen worden!" hieß es in einem der ersten Extrablätter. Wißt, ihr noch:„Die Gastwirte großer Restaurant- lasen es nach einem Dusch vom Podium herab in die Gäste. Mit schnei- diger, bewegter Stimme: Er ist erschossssssen worden!! Ungeheures Hallo setzte ein.„Haben Sie gehört? Er ist erschossen worden!" Wißt ihr noch: Aus den Plätzen: Tausende von Menschen. Diese Tau sende singen. Erst Dsuischland über alles, dann die Wacht am Rhein, dann knien diese Dansende buchstäblich nieder.„Wir treten zum Beten vor Gott den Gerechten" entlöst es sich ihrem Munde. Tann zuckt ein neues Extrablatt in die Tausende: Ein französischer Flieger warf über Nürnberg Bomb: n. Er ist ab- geschossen worden.„Bravo!" klirrte es tausendkehlig. Wißt ihr noch: Ihr saßt in einem Lokale. Plötzlich schrie einer: Dort sitzt ein Spion. Köpfedrehen. Augenfuukeln. Dann schritten ein Dutzend aus den Dunkelhaarigen zu. Rufe hallten: Serben- schwein! Auslände rvieh! Schmeißt ihn raus! Zwölf Fäuste droschen aus den Mann los. Bißt ihr noch: Plötzlich dröhnte wieder«-in Tusch der Kapelle. Einer schritt aus ein Podium und hielt eine Ansprache: Deutsche Brüder und Schwestern!..- Aus den zerbrochenen Leibern un- srrer Feinde, auf den Trümmern ihrer Verruchtlpit wird das neue, größere Deutschland erstehen...T--- Braaassooo! Teutschland über alles! Wißt ihr noch: Einer, ei» alter Grauhaariger, dem's zu be- schwerlich war, erhob sich bei diesem Gesang nicht mild vom Stuhl. Sechse umringten ihn und hieben ihn auf die Straße. Wißt ehr noch: Während an den Grenzen die ersten Granaten deutsche Männeoleiber zerrissen, schwemmten sich schon die Schaufenster der Buchhändler mit Postkarten vom jämmerlichen Franzos', vom stockverlausten und versoffenen Nuss', vom huudsniederträch- eigen Engländer voll, liefen bei den Redaktionen und Bühnen die ersten, in sieben Tagen herulUergewichsten Manuskripte patrio- tischcr Romane und Stücke ein.... Bor sechs Jahren war das. In so vielen Zeitungen lasen wir damals„Das große Erwachen!", lasen wir vom„Geist von ISlt..." Ach, dieser Geist der ersten Tage! Dieser ersten Tage mit ihrem nervösen Sich-auf-den-Straßcn-vollen, ihrem Taumeln zwischen: Es braust ein Ruf... und neuestem Extrablatt, ihrer fiebrigen Gier nach neuen Nachrichten und Vieh viel toten Frau- zosen, ihrem ewigen Singen im den Lokalen, ihrer albernen Spivnenriecherei, ihren Hinausschmissen fremder StacrtSange- Auftakt zum Genfer Kongreß. ßkns, 31. Juli.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Am Freitag fand unter dem Vorsitz J e i d e l s eine vorbereitende Sitzung des Hnternotionalen Sozialistenkongresses statt, die sich mit geschäftlichen Angelegenheiten befaßte. Am Zen»abend IO14 Uhr begann die Eröffnungssitzung des Kongresses unter dem Präsidium von T h 0 m Shaw. Tie heutige Tstznng wird vermutlich die ßrosfnühgs- rede von Troelstra entgegennehmen, einige Koimnissionen wühlen und sich dann vertagen. Tie erste Kommission soll die Statuten, der I'n ternationalc festsetzen und allgemeine Fragen regeln, die zweite soll die K r i e g s v e r- antwortlichkeit und die Militarisierung unter- suchen, die dritte soll sich mit dem Problem ,.? i k t a t u r und Teksiokratie" beschäftigen, die vierte' Kommission endlich soll die Mandate prüfen. Von der Tagesordnung des Kon- grosses wird vermutlich die K 0 l 0 n i a l s r a g e abgesetzt werden. Die vorbereitende, Sitzung verlies ruhig und die Aussprache war kamer�dsllxiftlich. Es sprachen: Guysmans, Adolf Braun, Troelstra, Thom Shaw, Sidney, Webb, Vliegen, Nenaudel. Bisber sind pertreten: Teutschland, Frankreick, Großbritannien. Belgien, Niederlande, Dänemark, Schweden und die Schweiz. • Genf, 30. Juli. Am Kongreß der Zweiten Jnter- nationale, der am Sonnabend morgen eröffnet wirS, werden 150 Dslegieete öer verschiedenen Länder ieilnebmen, und zwar treffen u. a. ein: auk England 28 Vertreter, aus Frankreich 11. aus den Niederlanden 5. aus Polen 7, aus Palästina 9, ans Schweden 14. aus Teutschland 12, aus Belgien 22, aus Italien 4, aus der Schweiz 8, außerdem Delegierte des Rüttli- Verein?. Der Dergarbeitertag in Genf. Genf, 30. Juli. Tie 35 Mitglieder starke deutfche Telegation zum Bergarbeiterkongreß mit Ott» Hue an der Tpibe ist in Genf eingetroffen. Hne über die Sechsstundenschicht. Gens, 30. Juli. Ter deutsche Bergarbeiterführer Hue statte mit einem Vertreter der Schweizer Depeschenagentur eine Unter- redung. wobei Hue erklärte, daß die ihm in den Mund gelegte Aeußerung. die deutschen Bergarbeiter erstrebten durch das inter- nationale Gewerkschaftssekretariat in Amsterdam eine Jnter- vention ber Bergarbeiter der Welt zugunsten der deutschen Bergleute, in allen Teilen frei erfunden sei., Niemals sei ein solches Ansuchen an irgendeine internationale Gewerkschaftsorganisation gerichtet worden. Weiter kam Hu« aus eine Aeußerung rn Spa als Sachverständiger zurück und erklärte, er habe darauf hingewiesen, daß die deutschen Bergleute zum Zwecke vor Milderung der deutschen Kohlenmot zur Zeit II e b er s ch i ch t e n machten. Sie seien aber der Uesterzeugung, daß in, einer dreimaligen sechsstündigen Schicht unter' den entsprechenden technischen Voraussetzungen mehr Kohle gefördert werden könnte als in der jetzigen Schichtzeit. Deutfchlanös finanzielle Unterorünung. Pari», 30. Juli. I« der kieütigen Nachmittagssitzvng der französischen Kammer wurde, wie schon kurz berichtet, über den Gesetzentwurf, der die französisch« Regierung ermächtigt, dir erforderliche» Maßnahmen zy trrften, um das Protokoll von Spa vom 11. Juli 1920 zur Ausführung LU bringen, be- raten. Der Berichterstatter des Finanzausschusses, Bokanowski, erklärte, es sei unmöglich, daß Frankreich ei»«» Teil der Ber- pflichtungen übernehme, die der Bertrag von Versailles Deutschland auferlege. An Stell« der im Friedensvertrag vorgesehenen Mark- betrage, die Teutschland zahle» solle, komme nunmehr«ine neue L, e eres» die französischen Kassen. Ter Finanzausschuß sei der Ansicht, daß die Garantien für Rückerstattung der Borschüsse — die man leisten solle— nicht genügend seien. Für den Kammer- ausschuß für auswärtige Angelegenheiten berichtete alsdann der höriger, ihrer dauernden Ausgersgthei-t, ihrem Loshauen auf jeden, der im geringsten skeptisch war, ihver Blinidwüti-gkeit» ihrer Hurra- leinte in Permanenz..., dieser Geist der ersten Tage ist ein miserabler gewesen. Die Kanaille war erwacht, di« große Fenster- eirischmißgesinnung! Wir ließen uns in jenen Tagen androhen. es geibe zwei SitÄichksiten: eine im Krieg und eine im Frieden. Wir lernten �n jenen Tagen das Lehen klein achten. Seid ihr in jenen Tagen einmal Beobachter gswesen? Habt ihr in einer Promenade, auf einer Bank vielleicht, das Lieder- johlen, Hurraschreien der Tau sende zu euch berübertösen gehört? Hat euch nicht ein namenloses Entsetzen an der Gurgel gepackt? Ist euch nicht der seltsame Gedanke gekommen, daß Millionen Löwen plötzlich Gitter und Stangen zerrissen hätten und nun sich im Freien tummeln und Fleisch! Fleisch! Fleisch! stöhnen? Ge- vatter Bäcker von gestern. Freund Fleischer, Meister Sattler: ihr tanztet vor Freude auf den Plätzen, wenn das Extrablatt schrieb. gestern sei ein englischer Kutter mit Mann und Maus gesunken. Ihr, eben noch spröder Stöfs, euch ergriff nun die Flamme des Taumols-- nun wart thr selber Glut. Vaterlandsliebe! Bater- landsliobe soll das gewesen sein, dieser blutrünstige Rausch der ersten Tage, dieses Gedankenwallen in Blut und wieder Blut? Alles war Ungerechtigkeit, wüstester Chauvinismus. Satanismus in jenen Tagen. Bei uns und den Gegnern. Ueberall. Aber bei uns nicht weniger. Die kanaillösen Sensationsinstinkte waren wachgerufen worden und krakeelten um des Krakeels willen. Belanglosester Kleinkram, das Versenken eines Miglisckjen Minsnbootes, das Abschießen eines Flugzeuges, Ouark, den kein Mensch später mehr beachtete, wurde fanatisch bejubelt. Man kümmerte sich gar nicht um den Wert der Einzelhandlung in bezug auf die Gesamtlage, man jubelte und schrie, lärmte und ließ hoch leben, weil man ein- mal uigebunden sein wollte von den Fesseln einer tausendjährigen Kultur.' Untersuchen wir nicht, wer die Hauptschreier waren. Fragen wir nicht, welche Schichten sich am meisten zurückhielten. Das ist ja nun alles vorbei. Loben und verurteilen wir heute nicht. Aber erkennen wir, daß das deutsche Volk selbst am 8. Juli in Versailles nicht so gelitten hat, wie der deutsche Mensch im'August 1914. Das war ein Rückfall damals. Ein Rückfall in dunkle Zeitey der Un- bezähmtheit. Die Lust am Schrecklicken hüllte sich in den Mantel der Vaterlandsliebe und half blökend das Riesenkreuz nrit auf- richten, an dem fünfzehn Millionen europäischer Menschen ver- endeten.". � Der Geist von 1914. der sich schreiend auf d:r Straße zeigte, war der der Lüge, der Unkenntnis, des Jrrtums und der Blutlust- Hassen und verabscheuen wir diesen Geist bis in die tiefsten HerzenSfaften hinein. Er war der Geist, der in unseren Tagen wieder fortgewirkt und gelebt hat, ebenso in den Münchner Geisel- Mördern wie in MarloH und den Marburger Exekütoren. Abgeordnete Rollin, noch seiner Ansicht erläutert das Abkommen von Bouloone in glücklicher Weise das Abkomme» von Spa. Taß Frankreich Deutschland Vorschüsse geben solle, sei recht und billig. In der Aussprache wil-irtc noch kurzen Bemerkungen von Pcproux und Ossala, die vor fast leeren Bänken sprachen, Ministerpräsident M i 1 l e r a n b, die Regierung hätte Frankreich für den kommenden Winter die Kohlen sicherstellen müssen. TaS Abkommen von Spa stelle d'e Kolileuversorgung im Verhältnis von 80 Proz. z u d e r normalen Zeit und z» einem um ein Fünftel billige- ren Preise, n!S er aiig-nfilirtlirfi sc>, sicher Weftkr witv ip die Alliierten Teutschland in erster Linie 0n seine Verpflich. tungrn zu finanzieller Unterordnung erinnert. Das sei einer der größten Verteile de» Abkommens von Spa. In Bon- logne sei ein zweiter Vorteil erzielt worden: man habe die B e f u g- nisse des W i d c r g 11 t m a ch u ii g s 0 u s s ch u s s r s gerettet, der die finanziclirii Opcrnäonen regeln solle. Durch die Verwerfung des P.'ototvl!.? entziehe man Frankreich, Belgien und Italien die Koblen und mache das Abkommen von Spa bin sä lieg. Darauf sprach Maiirirc B a r r e S von der politischen Notwendigkeit, die An- wohnrr des Rkeins und der Ruhr gegen dir vreußischcn HrrrschaftS- plänr zu schützen und ihnen den Genuß von FrionkrcichS Vor- schüssen sicherzustellen. Tan» wurde Artikel 1 des Gesetzentwurfes, wie gciiicldct, mit 393 gegen 83 Stimmen angenoniinen. Fum belgischen Kammerskanüa!. Brüssel, 31. Juli. Infolge der Zwiichensälle vom Donnerstag Ivurdcn zahlreiche Berhastungen vorgeiioiinncn. Unter den VcrHäiteten befindet sich auch der Sekretär des Verbandes ehe» maliger flämischer Knegsieiliickimer. Ein ungarischer Uebergriff. Ncberfall auf cinc österreichische Stadt! . Mit eiserner Stirn leugnet die H�rshyregierung immer und immer wieder den weißen Terror ob. Tie Brachial- abteilungen und Osfiziersfor«Nationen seien abgeschafft und die Meldungen über Terror und Trangsalidrungen seien auf Verhandlungen der verjudeten internationalen Geweift- schaften zurückzuführen. Tie Tatsachen sprechen indes eine andere Sprache. Das amtliche österreicknsche Korrespondenz- Bureau meldet unter dem 30. d. M. aus Graz: Zwischen drei und vier Uhr früh wurde das Z«ug- und Muniiionsdepot in Fürstenfeld durch eine Gruppe von etwa achthundert Personen, die aus der Gegend von Rudersdors in Ungarn kamen, geplündert. Die Depotbcstriude, ungefähr zweitausend Gewehre, 2l nickst gebrauchsfähige Maswin?»-- gewehre sowie ungefähr zweitausend PdannschrstsauSrüstungcn wur- den weggeführt. Tie Plünderer waren mit drei Lastautos samt Anhängcwagcn erschienen. Ein Teil der Leute, e!wa 150, plünderte das Magazin, während die übrigen zur Bewachung der Sladt Fürstcnfeld verwendet wurden. Tie Ruhe in der Stadt wurde nicht gestört. Es kam auch zu keinen weiteren Tätlichkeiten. Die Bewachung des Zeughauses war von den Formationen noch nicht übernommen worden. DaS österreichische Staatsamt für Heerwesen erhielt über die Plünderungen des Waffenmagazins in Fürstenselh vom Grenzschutz- abschnitt Fehring einen Drahtbericht, wonach während der Piünde- rung die Telephonzenlralc und die Gendarmerie- st a t i.o n e n b e s e tz t, alle Privatwohnungen der Gendarmen von Ungarn umstellt und die T e l e p h 0 n le i t u n g c n durch- s chri i 4 t-c n wurden. Wo-sich eim Gendarm sehen ließ, wurde er mißhandelt.. Auch der Bürgermeister von Fürstonfcld tele- graphierte, daß. Straßen und Häuser besetzt». Passanten und Wach» organc interniert uns mißhandelt und die bcrhasteten Personen bis an die ungarische Grenze.mitgeschleppt wurden, wo ihnen baldige Freilassung versprochxn wurde.. Will die ungarische Regierung etwa auch diesen wphs vor- bereiteten und gut organisierten Gewaltakt ihrer Handlanger ableugnen? Es wird ihr schwerlich gelingesi. ebensowenig wie es.ihr gelingen wird, die Hauptakteure dreisten Tat, die die ernstesten staatsrechtlichen.Folgen zeitigen muß. von ihren Rockschößen abzuschütteln. Tie Gcwerkschaftsinterna- Der' Geist von 1914 ist der Ungeist der Brutalität und Ver. tiertheit, der Ungeist, der glaubh mit Haß und Feuer die Welt er- lösen zu können. Emil BasnerS sozialistische Bücherei, in langen Jahren mühe» vollen Aufspüren» und Samnielns aus allen Wegen zu einem wertvollen Schätz von Vierthalbtausend Nummern gewachsen, wir» nun ein Teil der Berliner Stadtbibliothek werden. Wer da weiß, wie in den achtziger uud neunziger Jahren, nach den Zeiten schwerer Verfolgung, in den Kreisen sozialdemokratischer Arbeiter jedes Stück sozialistischer Literatur oft geradezu heilig gehalten wurde, der kann die Leidenschaft und Freude verstehen, mit der Emil Basner bis zu seinem Tode— er starb am 14. Fe- bruar 1918— diese Literatur zusammengebracht hat. Die Buche- rei ist reich an seltenen Drucken und wird wegen der Vollständig- keit mancher protokollarischer Tokumentenreihen von Durchfor- schern der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung noch sebr gc- schätzt werben Es ist überaus erfreulich, daß diese Sammlung nicht zersplittert, sondern in geschlossenem Bestände durch den jetzt erfolgten Beschluß des Magistrats, sie für 60 000 M. anzukaufen, dem allgemeinen Nutzen gesichert wird. Sie soll der Friedländcr- schen Sammlung der Stadtbibliothek angegliedert werden. Zugunsten der alteren Schüler bat der Vorstand des„Bundes entschiedener Schulreformer" an den Minister für Wissenschaft, Kustst. und.Volksbildung die Bitte errichtet, entsprechend den An- regunge» der Reichssckulkonsevons nustmebr voranzugehen in der freiheitlichen. Gestaltung der Haus- und Schulordnungen wie der Lehrpläne äilew Lehranstalten. Er ersucht um Beseitigung aller Ausnabmebestimmung n zuungunsten der älteren Schüler, der Er- laß vom 1l. März 1920-der VereinSerlaß) möge ganz zurückgezogen werden. Ferner hebt er hervor, den älteren Schülern müsse eine Vertretung aus allen Konferenzen, in denen ihre Angelegenheiten behandelt werden, zugestanden werden. Der Unterricht sei zunächst für all- älteren Schüler im weiten Maße wahlfrei zu gestalten. In seder Weise sei die. Beziehung aller Unterftch-tsaebiete zum Leben der Gegenwart zu pflegen._ Ter Genius im K-nde. Unter diclrm Titel bereitet die llädtiite Kuniitmlle Mannbetm und der ibr angegliederte Freie Bund zur Ein- bürgerung der bildenden Kniist eine große Ausstellung vor, die das Bei- bällnis von 5twd und Kunst beliandelu soll. Der erst- Teil der Ausstellung ist dem„Kinde a!» Künstler" gewidmet. Der zweite Teil gilt der Kunst in der unmittelbaren Lebensumgebung des KindeS, vor allem in Hau» und Schule, der dritte Teil der künstlerischen Erziehung de» Kindes, vor allem dem Zeichen- und Modellierunterricht. Hans PsiNner wird seine Berliner Lebrtätizkeit jeweils in der Zeit vom l. Oktober bis 30. November, 15. Januar bis 15. März ivd vom 15. Mai bis 15. Juli ausüben. Richard Strauß tritt in den nächsten Tagen seine.südamerikaniiche Reise an. Er wird in ollen großen Städten Brasilien» und Argentiniens dirigieren, und zwar ausschließlich Orchesterwerke von Beethoven, Richard Wagner und sich selber. Ansang Dezember erfolgt noch eine Reihe von Easllonzerten m Spanien. Das Volk klammert sich an den papierenen Mammon.— 2,9 Milliarden neuer Steuern. Der Reichkininister der Finanzen, Tr. Wirih, hat dem Reichstage eine Denkschrift über die finanzielle Lage de» Reiches zugehen lassen, der lnir falgei�des entnehmen: Gegenüber den Schätzungen, die vor Jahresfrist in den Denk- schrist über den künftigen Finanzbedarf des Reiches und seine Deckung gegeben worden sind. Pellt sich gegenwärtig der Finanz- bedarf dcS Teutschen Reiches wesentlich gröher und die finanzielle Lage Deutschlands damit erheblich schwieriger dar. Hatte man im Sommer 1919 angenommen, daß der laufeiide Stcuerbedarf des Reiches sich auf etwa 17% Milliarden Mark belaufen würde, so zeigt sich jetzt ein Bedarf van rund 25 Milliarden Mark an laufen- den Einnatiinen. Tarin sind loch keine Summen für die Betriebs» Verwaltungen enthalten. Die g r u n d st ü rz e n d e Ilm wer- tung oller Mertveihälinissz hat die Grundlage für die Schätzung, die vor kaum einem Jahre vorgenommen-worden ist, vollkommen geändert. Die Entwertung der Valuta wirkte ihrerseits zurück auf die Breisgestaltungim Inland. Eme Preisrevolution, wie sie wohl kaum jemals bei einem großen Volte in dieser kurzen Zeit eingetreten ist, setzte sich durch urd fübrte ihrerseits wieder zu dem Bestreben, daS Einkommen dieser Preissteigerung an- zu passen. Tie Nückwirftung auf die ReichSfinanzen und die I münzen aller übrigen öffentlichen Körperschaften konnte natürlich nicht ausbleiben. Sie zeigt sich m den außerordentlich stark gc- wachse neu Auswendtingen für den Personal- bedarf der. öffentlichen Körperschaften, zeigt sich ober auch in den stark erhöbten?lusgabe.n für den Sachbedars. Tie allgemeine Ilm- lagerung der Preise mach: sich besonders verhäugnisvoll geltend auf dem Gebiete der staatlichen LerkehrSunternebmnngen. Mit Rück- stcht auf die Bedürfnisse des Wirtschaftslebens hat man es beim Staate vermmden. die Tarife der Post wie der Eisenbahnen so zu ge- stalten, daß ein voller Ausgleich an die allgemeine inländische Preisentivickelung erfolgt wäre. Die außerordentlichen Fehlbeträge, welche diese Betriebsverwaltungen des Reiche? auszuweisen Koben, sind in gewissem Sinne Aufwendungen zugunsten der Volkswirt- fchäft; denn hätten die Verkehrsverwaltnnqcn in gleicher Weife ihre Preise in die Höhe gesetzt wie die Privatindustrie, dann hätte es nicht ausbleiben können, daß das Wirtschaftsleben mehr oder weniger gedrosselt worden wäre. Im übrigen ist es fraglich, ob die Betriebseinnahmen nicht durch die Erhöhung, der Tarife leiden werden. Es bedarf der größten Energie der gesetzgebende« Faktoren und des böchsten Pflichtbewiißiseins, salvie einer starken, grosien Qvfcrbercitschnkt der gesamten Bevölkerung, um die Schwierig- keilen zu überwinden, die sich bei der Neuordnuiiß des Finanzwesens emportürmen. Dazu ist notwendig, daß unser Volk den Ernst der Lage nach der wirr>chastlichen wie nach der finanziellen Seite hin endlich wirklich erfaßt. Es mnß sich zu der Ueberzeugung durchringen, daß nur mit g r o ß c n M i t t e l n, mit kraftvoller Arbeit und streng st er Pflichterfüllung gxgenüber dem Reiche eine Besserimg unserer ganzen Lage gefunden werden kann. D-ie Denkschrift gibt dann eine genaue Ilebersicht der EntWickelung der Reichsfinanzen von 1913 bis zur Gegenwart. Die Gesamteinuahmeu und-auSqallen des Neiches m den Jahren 1913 biS 1919 betrugen in Millionen Mark: Gesamteinnahmen Gesamtausgaben ISIS.... S 2l7.g 2 637.9 1914.... 2350,8<8653,8 1915.-j.... 1736,2- 25.708.4,.,. 1S1Y.... 2029.4 27740.9 1717.... 7 830.3- 62 015,4 1918.... 6 795,0' 44 630,7 1919.... 8 833,8 74 405,4 Von Deginn des Krieges bis zum Schluß des Rechnungsjahres 1919 waren 219� Milliarden Mark Kredite bewilligt. Es ist wichtig, daß man sich diese Summe vor Augen hält, weil in ihr die Höhe der Reichshchuld zum Ausdruck kommt. Denn wenn die wirklich begebene Schuld noch nicht oiefe Höhe erreicht hat, so hängt dies eben damit zusammen, daß die Ailsgaben, für welche die Kredite bewilligt wurden, noch nicht völlig vollzogen sind. Im Jahre 1920 werden neue Kredite notwendig sein, besonders mit Rücksicht auf die Eisenbahnverwaltung. Weiter aber haben sich die Schulden der Gliedstaaten und der Gemeinden infolge der chnen im Kriege überwiesenen Aufgaben gleichfalls stark erhöht. Diese Summen müssen, wenn man die Kosten des Krieges zusammenfassen will, mitberückstchtigt werden. Der voraussichtliche Reichshaushalt für 1920. Was notwendig ist, wenn wir wieder zu gesunden finanz- politischen Verhältnissen kommen sollen, das ist in erster Linie eine möglichst weitgehende Klarheit über die tatsachliche Lage unserer Finanzen. Dazu gehört die Abkehr von der KricgsfondSwirtschaft, die schon im Jahre 1919 angebahnt worden ist und die Rückkehr zu den alten Grundsätzen jeder gesunden Finanzwirtschaft, daß die Ausgaben für die einzelnen Zwecke besonders ausgeworfen und ver- rechnet werden und daß die nötigen Einzelnachweisungen Vorgenom- men werden. Die Schätzung der zu erwartenden Einnahmen für das Rechnungsjahr 1920 begegnet nicht minder großen Schwierigkeiten als die Schätzung der Ausgaben. An Einnahmen sollen für die RcichSkasse gewonnen werden aus: Mill. M. Mill M. ReichSnotopl«. j. 2250 Körverschafissteuer.. 300 Einkommensteuer.. 2100 Erb'chakiSsteuer... 496 Kapitalertragsteuer. 1300 Besitzstener..... 100 aus diesen direkten Steuern zusammen sollen also 6% Milliarden Mark auskommen. Neben diesen saufenden Einnahmen auZ Reichs steuern find an direkten Steuern eingestellt 3 Milliarden Mark aus der.Kriegsabgabc vom Bermögenszuwachs. WaK die Stemvel-, und Verkehrssteuern anbelangt, so sollen sie zusammen 1030 Millionen Mark erbringen, wovon auf Personen- und Güterverkehr allein 630 Millionen Mark entfallen sind. Einen Posten für sich bildet die Umsotzstvner. Ihr Ertrag>si nach Abzug von 15 Prozent für Länder und Gemeinden auf 3102 Millionen Mark geschätzt. Bei der gtwaliigen Erhöhung des all- gemeinen Preisniveaus dürste diese Schätzung wohl begründet sein. Aus den Verbrauchssteuern, Zöllen und Monopolcinnahmen erholst man einen Gesamtertrag von 9087 Millionen Mark. Di« Hälfte dieser Summe soll allnn aus der K o h l e n st e u e r aus- st? mmen. Bei den hohen Kohlcnpreisen ist eine solche Erwartung rechnerisch begründet. Gehen aber die Kohlenpreise zurück, so ist es sehr fraglich, ob die genannte Summe aus dieser Steuer gewonnen werden kann. Auch die Zölle sind mit einer Ziffer eingesetzt, die sehr hoch er- scheint<2,5 Milliarden Mark). Die Ursache für diese Höhe bildet das Aufgeld, das infolge der Vorschrift über die Goldzahlung der Zolle entrichtet werden muß. Ohne dieses Ausgeld würde der Zollerirag bedeutend niedriger sein als in der Friedenszeit., Tie Tabaksteuer wird wohl einen wesentlich höheren Ertrag bringen, als man bei der Schaffung der neuen Tabaksteuer erwarten durste. Der Tabakverbrauch ist immer noch stark. De Preise sind sehr hoch, und darum erscheint die Schätzung auf 1 Milliarde nicht wchegründet. Eine Steuer, von der an-te Einnahmen erwartet werden dürfen, ist auch die Weinsteuer. Ihr Ertrag'st mit 250 Millionen Mark eingesetzt, was sich aus den hohen Weinpreisen der Gegenwart er- klärt. Dagegen find die Viersteuer und die Einnahmen aus dem Branntwcinmonovol noch sehr bedeutend geringer eingestellt, als man bei Durchführung der betreffenden Steuerreform im Behar- rungszustand von dieser Besteuerung erwartete. Aus dem Brannt- wcinmunovol sollten im Beharrungszustand 890 Millionen Mark gewonnen werden. Die Einnahme aus der Branntweinverwcrtung wird aber einschließlich Freigeld nur aus 290 Millionen Mark ge- schätzt. Die Einnahme aus der Bicrstcuer ist bloß mit 100 Millio- nen Mark in den Haushalt eingestellt mit Rücksicht auf den auch heute' noch so stark beschränkten Konsum. Zieht man die einzelnen großen Gruppen der Steuereinnahmen zusammen, so ergibt sich für die ReichSjtcuern folgendes Bild. Es sollen gewonnen werden: aus den lankenden direkten und den Verkebrssteiirrn....... 10.88 Milliarden Mark, ans einmaligen direkten Stenern. 3,0 Milliarden Mark, aus Zöllen. Verbrauchssteuer und Monopoleinnabmen..... 9.1 Milliarden Mark. also zusammen.. 27,98 Milliarden Mark- An sonstige» Einnalimequcllcn sind hervorzuheben: die Ein. nahmen aus dem Bankwesen und die Ansfnhrabgaben. Die AuS- suhrabgaben sind in der vorläufigen Schätzung mit 1 Milliarde Mark angesetzt. Doch ist zu bedenken, daß diese Erträge außer- ordentlich großen Schivankungen unterworfen sein können, um so mehr als eine gewisse Unsicherheit bezüglich der Fortsrhebung der AuSfuhrabgabsn bis zum Jahresschluß besteht. Die Einnahmen aus dem Bankwesen sind mit 950 Millionen Mark eingestellt. Endlich sind an neuen Steuer», die noch nicht bewilligt wurden, vorgesehen: 2922 Millionen Mark. Beim Haushalt von 1920 sind die Betriebsverwaltungen ab- gesondert worden von dem übrigen Haushalt. Der Voranschlag dieser Betriebsverwaltungen ist gleichfalls nur al? vorläufig anzusehen. Die Post- und Telrgraphcnverwaltung schätzt ihre Einnahmen aus 3648,8 Millionen Mark, ihre gesamten Ausgaben auf 4519,3 Millionen Mark, so daß ein Fehlbetrag von 870,5 Millionen Mark sich ergeben würde. Nach den vorläufigen Ergebnissen aber scheint es. daß dieser Fehlbetrag sich auf.annähernd 1 Milliarde Mark erhöhen dürfte. 'Einer' der' dunkelsten Punkte in dem Gesamtbild der Reichs- finanzlage ist der Hau-balt der ReichSeisenbahnverwaltungcu. Hatte man zu Beginn des RechnungsjaV--S 10?0 anaei-ommen, daß der Frhlberag hei dieser Verwaldung sich auf 12 Milliarde» Mark berechnen würde, so zeigt sich jetzt, daß auch diese Summe nichl ausreichen wird. In dem Entwurf eines Gesetzes über die weitere vorläufige Regelung des ReickShauShaltS für das Rechnungsjahr 19.20 wiw festgestellt, daß nach neueren Berechnungen der Fehl- betrag für das erste halbe Jahr 19'20 sich auf 7900 Millionen Mark belaufen wird. Für ein ganzes Jahr würde demnach der Fehl. betrag die ungeheure Höhe von 15,0 Milliarden Mark erreichen. Zusammenfassend ergibt sich bezüglich des Haushalts für 1920 demnach folgende vorläufige Ilebersicht: Die Einnahmen au? Zöllen und Steuern, die Monopolein- nahmen und Ansfuhrabgaben, die Einnahmen aus dem Bankwesen und sonstig? kleinere Einnahmen sollen insgesamt 27,77 Milliarden Mark erbringen, darunter 2,9 Milliarden Mark aus einmaligen Stenern, die noch nicht bewilligt sind, und 3 Milliarden Mark ans einmaligen Sleuern. Die Ausgaben de? ordentlichen Haushalts sind, nach Abzug von 180 Millionen Mark Rückeinnahmen, veranschlagt mit 27,7 Milliarden Mark. Würden die tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben' sich so gestalten, wie sie im Voranschlag geschätzt sind, so. würden, wie scbon erwähnt, sich die Einnahmen und Ausgäben des ordentlichen Etats die Wage hallen. Infolge der Unsicherheit der wirtschaftlichen Verhältnisse und infolge deS schwankenden Geldwertes ist es jedoch fraglich, ob dieses Ergebnis erz'elt werden kann. Die G e s a m t.a u s o a b e des außerordentlichen Haushalts würde demnach 24ch bis 2 7,6 Milliarden Mark betragen. Der Gesamtbedars des außerordentlichen und ordentlichen Haushalts ist in dem vorläufigen Etat auf 52,3 bis 55.3 Milliarden Mark anzugeben, wovon rund die Hälfte durch die Einnahme des ordentlichen Etats Deckung finden soll. Aus diesen Ziffern spricht eine gewaltige Mahnung an da? deutsche Volk, den Ernst der Lage, in welcher wir uns befinden, voll zu erkenne» und Regierung und Parlamen: mit allen Mitteln zu unterstützen, damit durch die praktische Ausführung der Steuer- reform eine weitere Verschlechterung der Finanzlage deS� Reiches vermieden wird. Es dreht sich um alles. Wenn wir der Finanznot nicht Herr werden, weil ein Teil des Volkes sich an� den papier- n e n Reichtum klammert, so wäre eine wirtschaftliche Katastrophe von ungeheurer Tragweite unvermeidlich; die F o l ge u einer solchen wären nicht auszudenken. iwnale aber bat recht. Senn sie die Menschheit auch weiter vor den Segnungen einer derartigen.Kultur" bewahrt. « Fürstenfcld, 31. Juli. sTctunion.) Ter Raubzug gegen das Waffenmagazin war militärisch organisiert. Sogar die Eisenbahn- strecken waren besetzt, um den Raubzug zu decken. Wer sich wroer- setzen wollte, wurde mit dem Erschießen bedncht. Der Wert der ge- raubten Waffen wird auf vier Millionen Kranen geschätzt. Die Wwner Blätter erbeben schwere Anklagen gegen Ungarn, jedoch auch gegen die Landesregierung von Steiermark, welche entgegen dem Austrage des Staotsamtes für Hccreswese.n sich geweigert hatte, die Waffen von Fürstenfeld ins Innere des Landes zu bringen. Von dem Porfall wurden auch die Enlcnteinissioncn verständigt. Es wurde eine eingebe nde Untersuchung eingeleitet und von Ungaren Genugtuung verlangt. Jelözug gegen Lotftbafter Sarrere. Bologna, 30. Juli. W.T.B.) Die Zeitung ,.R e st o d e! E a r i n o" veröffentlicht Mitteilungen über eine zur Beein- flussung der inneren Politik Italiens van dem französischen Bot- schafter Barrere in Rom auf Beireiben ElemencsauS, der in Italien ein- scharfe antisozialistische Politik wünschte, unternommene Agitation...Popolo d' I t a l i a" richte! in einer Besprechung dieser Mitteilungen heftige An- griffe gegen den französischen Botschafter, dessen sofortige Abberufung das Blatt verlangt. Ein E?fo!g öer§!amenbewegung. Brüssel, 29. Juli. In der belgischen Kammer gab anläßlich einer Interpellation über die Ereignisse, die sich in Antwerpen beim„Goldenen Sporensest" abspielten, der Minister des Innern I a s v a r eine hochbedeulsame Erklärung ab. In Belgien müßten olle Meinungen frei vertreten werden können, selbst die fortschrittlichsten. Der Minister ersucht« die wallonischen Abge- ordneten, die Führer der v l a m i s ch c n Bewegung n i cb l N e o a k t i v i st e n zu nennen. Er forderte sie im Gegenteil auf, gewisse v l a m i s ch e Forderungen zu bewilligen, damit die Geister sich beruhigen könnten. VahlmäNnerMah'en in vänemark. Kopciihazen, 3l. Dezember. Bei sehr geringer Wahlbeteiligung fanden gestern die WahlenderWablmänner zum LandSlhing statt. Nach dem Ergebnis zu urteilen wird das Landslhing stei) nach den endgültigen Wahlen folgendermaßen zuiammenietzen: Gemäßigte Linke 22<3 Mandate gewonnen). Sozial» demotraten 15 sunveränderl), Konservativen(2 ge- Wonnen). Radikale 10(6 gewonnen), Erwerbspartei 1 (1 gewonnen). Das Landsthing, da« 72 Mitglieder zählt, davon 54 duich Wahlen und 18 vom Landsthing ielbst gewählte, wird danach folgende Zusammensetzung erhallen: Gemäßigle Linke 29->22 gewählte und 7 vom LandSlhing gewählte), Sozialdemo- demokraien l9(15 und 4), Koniervalive 15(11 und 4), Radikale 7 (4 und 3), Erwerbspartei 1. Die Tätigkeit ües tzeimatöienftes. An der Tätigkeit des Heimatdienstes ist vielfach Unit? geübt worden. Vor allem die Teutschnationalen stehen dem Heimatdienst mit großem Mißtrauen gegenüber uns haben sowohl in der Na- tionalversammlüng wie im Reichstage zahlreiche Anfragen über seine Tätigkeit an die Regierung gerichtet. Der Hauptaukschutz hat nun einen mtorsraftionellen Ausschuß zur Untersuchung der Tätig. keii der Zentrole des Heimätdienfles eingesetzt. � Vorsitzender" ist Dr. Pachnike'(Demokrat), Berichterstatter sind Sollmann(So;:) und Mumm(Dcutschnationalfi Ter Ausschuß wird vor Beginn der chaUPttagung des Reichstages eine gründliche Untersuchung der Ar- bei: dos Heimatdienstes vornehmen. Kriegsbeschäüigtenfurforge. Der sozialpolitische Ausschuß deS Reichstages beriet beute über die Verordnung zur Durchführung der§§ 25 Abs. 3 und 28 des M i l i t ä r v e r so rg u n g s g e se tz e S. ES wurde dar- auf hingewiesen, daß. bei den KriegSbesckädigten Erregung über die Bemessung von Renten für Beschädigte be siebt, die trotz ihrer körperlichen Schädigung voll erwerbsfähig sind. Gehermrat Kcr- s ch e n st e i n e r und Unterstaatssekretär Ritter wiesen nach, daß die Befürchtungen der Kriegsbeschädigten völlig unbegründet sind. Die Verordnung bringt festgelegte Rentensätze als Mindestleistung für. Beschädigte mit voller Erwerbssähigkeit. Diese Rentensätze bleiben bei vollem Einkommen unverringert, werden aber bei Ver- Minderung der Erwerbs fähigkeft entsprechend dem Z 57 des Reichs- versorgungsgesetzes erhöht. Danach wurde der erste Teil der Bor- läge, der die Körperschäden und die dafür in Betracht kommenden ecätze aufzählt, einstimmig angenommen. GroßGerlln Neuwahlen zu den Kreistagen. Wiedas Oberpräsldiumder Provinz Branden- bürg mineilt, stehen Neuwahlen zu den Kreistagen der Kreise Niederbarnim und Teltow wegen der Schaffung der Einheitsgemeinde Berlin in Kürze bevor. Die Wahlen sollen so angesetzt werden, daß diese neuen Kreislage zum 1. Oktober zusammentreten können. Ueberführung von Kriegerleichen. Da? Zentral-NachweiS-Amt für Äriegerverluste und Krieger. gisiber. Berlin NW., Torotheenst'. 18, gibt infolge der sich häufenden Geiuche um Ueberführung der irdischen Reste gefallener deutscher Soldaten aus dem Auslande in die Heimat bekannt: Tie deutsche Regierung würdigt durchaus die Gefühle der Pietät, die zahlreiche Angehörige von Krtogsgesalllenen den Wunsch hegen lassen, ihre teuren Toten in heimischer Erde bestattet zu sehen. Mit Rücksicht aus die noch immer bestehenden anßerordent- liehen Beförderungsschwierigkeiten, den Mangel an Material für die Zinksärge, die infolge des niedrigen Standes unseres Geldes unverhältnismäßig hohen.Kosten und den damit verbundenen starken Geldabfluß in das Aus- land. sowie ans sozialen Gründen u-nd wogen der bisher ab- lehnenden Haltung der früher feindlichen Regierungen ist sie jedoch bis auf weiteres leider nicht in der Lage, solchen Anträgen stattznoeben. Auch können Ausnahmen nicht zugelassen werden. Das Gleiche gilt von der Ueberführung von Kriegerleichen aus Deutschland in das Ausland Jede Aenderung dieser Entscheidung wftd sofort öfsentlich be- kanntgegeben werden. Tic neue Mietssteigeruug. die der Wohnungsvcrband Groß-Berlin festgesetzt hat— 10 Proz. mehr Miete—, braucht vorläufig noch kein Mieter zu zahlen; denn abgesehen von der Möglichkeit, daß die neue Verordnung noch ausgehoben werden kann, trifft die Erhöhung nur solche M i e t. Verträge, die in gültiger, vrrlragsgomäßer Weise und mit Genehmigung de? M i ei e i n i g u n g s a m t e s gekündigt wordim sind oder noch gekündigt werden und bei denen außerdem das M i e t e i n ig u n g S a m t die neue Erhöhung neuer» dings ausdrücklich zuläßt. Die neue Erhöhung wird im Regelfälle erst zum 1. April 1921 �eintreten können; denn die Kün- digungen zum 1 Oktober 1920 sind schon meist durch das Miat- einign ng-anft endgültig erledigt und unzulässige Kündigungen zum 1. August oder 1. September 1920 sind ganz selten. Tie vollen 10 Proz. mehr brauchen aber erst gezahlt zu werden, wenn diese Forderung des Vermieters vom MieteinigungSamt nach- geprüft worden cht; denn die 10 Proz. ohne weiteres bewilligen, hieße die Höchstpreise auch auk dem WohnungSmarkt einführen. Die einfachste Lehre für jeden Mieter ist. nur dann 30 Proz. Zuschlag zur Friedensmiete zu zahlen, nachdem daS MieteinlgungSamt end- gültig in mündlicher Verhandlung des Einzelfalles dies« MieizinS- höhe festgesetzt hat Selbst'christliche oder mündliche anderweit« Vminbarungeu haben demgegenüber keine Gültigkeit. Llchtung, Oberschlesier! Die Presse hat sich in den letzten Tagen wiederholt mit dem Schwindelmanöver von Vereinen beschäftigt, die unter dem Deck- mantel wirtschaftlicher oder nationaler Arbeit für O b e r s ch l e s i e n in ihre eigene Tasche gearbeitet haben. Außer jeder Gemeinschaft mit diesen Organisationen stehen die Ver- einigten Verbände heimattreuer Oberschlesier und deren zahlreiche Ortsgruppen. Es handelt sich hier um die große über des ganze Reich in insgesamt 900 Ortsgrupven sich er- streckende Vereinigung, die die Ermittlung aller abstimmungs- berechtigten Oberschlesier und die Propaganda unter ihnen— gemeinsam mit dem Deutschen Schutzbund— auch die Trausport» Vorbereitungen für die Jtbstimmuna durchführt, deren Arbeit in jeder Beziehung Unterstützung und Förderung verdient und die mit den in letzter Zeit mehrfach genannten Schwindelgründungen, die sie selbst mit allem Nachdruck bekämpft und zu deren Aufdeckung sie auch ihwtfeits beigetragen hat, außer jedem Zusammenhang steht. Der zweite deutsche Rcichssiebltrtag ist von der Freien Ar- beitSgemeinschaft für Kriegersiedlungen anläßlich der vom IS. bis Lt. August in Leipzig stattfindenden Baumesse nach Leipzig«in- berufen worden. Die Tagung dauert vom 14. bis 16. August. Alle Freunde des SiodlungsgedankenS sind kicrzu geladen. Sowohl die Borträge, in deren Mittelpunkt eine Rade Professor Dr. Oppen- heimers sFranksurt) siebt, wie d'e Führungen durch d'e Baumesse werden eine Fülle neuer Anregungen bringen. Anmeldungen sind zu richten an die Gcschäslsstellc der F r« i e n A rb e i t s g e m<> i n- schalt für Krieger fiedlungeu, Drcsden-A., Suckow- straße 6 II. Charlotten bura. An die Steuerzahler! In W nächsten Tagen wird mit der Zustellung der vorläufigen Ssteuerfeslsetzungs- bescheide und der Anfordern ngsfchreiben für die Reich- ein- kommensteuer an di.jcniaen Steuerpflichtigen, für die solch« Bescheide vorgesehen sind, begonnen werden. Da die vorläufige ReichSe inkommensteu er für das Vierteljahr April'Iwni sofort nach Empfang des Steuerbescheides, di? Steuer iür Juli/September bereits am 15. A u gu st fällig ist bzw. wird. liegt es im Interesse der Steuerpflichtigen, wenn sie die nötigen Vorbereitungen schon jcpt treffen, um alsbald Zahlung leisten zu können. Diejenigen Steuerpflichtigen, denen betrits Abzüge vom Gehalt oder Lohn gemacht worden sind,«eien besonders darauf hingewiesen, daß die bereits einbebalienen Beträge, sei es durch Vorloge der Steuerlarten l'ei der zuständigen S teuer ka sie oder durch direkte Einzahlung bei dieser aus die in den Steuerbescheiden angeforderte Summe zu verrechnen sind. Lichtenberg. Gründung cin-w Siedlungszenosienschoft der Kriegsbcschädizten. Die auf dem von der Stadt erworbenen Nil- tergut MahlSdorf anoesiedelten Kriegsbeschädigten, Kriegs- Hinterbliebenen und Kriegsteilnehmer der beiden Kricgsbeschä- bigten-Or.ganiiaticnen Weich Sbunb und Internationaler Bund) haben eine Gemeinnützige Sicdlung-lgenojsenschaft.Lichtenberger Gartenbeim" e. G. m. b. H. gegründet. Ter Zweck de? Unter- nehmen 3 ist der Erwerb von Siedlungsland für die Mitglieder. Solange die Genossenschaft über eigene? Siedlungsland nicht ver- fügt, ist ihr Bestreben darauf gerichtet. Kricasbeschädigten, Krieg!- teilnehmern, Kriegshinterbliebenen und Minderbemittelten bei der Bewirtschaftung des erworbenen Grundstücks und Errichtung von Baulichkeiten mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, ferner durch gemeinsamen Einkauf von Waren und Rohmaterial für den eigenen Bedarf, Regulierung der Schuldvertältnisie für die Genossen, sowie Beschaffung von Geldmitteln zur Errichtung von Baulichkeiten. Interessenten erhalten kostenlos Auskunft an jedem Montag, abends von 7 bi? 9 Uhr, im GeschäftSlckal, Nestau- rant Bohne, Berlin-Lichtcnberg, Markstraße Ecke Krumhübler Straße.— Briefliche Anfrage» sind zu richten an den Vorsitzenden der Genossenschaft, Eenosion Arthur T ö l g, Berlin-Lichtpnberg, Rupprechtstr. 7. Spandau. Eine gemeinsame Betrlebskrankenkasse tritt am 1. August ILM für olle Betriebe des Reichswcrk? ins Leben. Tic bei den einzelnen Fabriken bestehenden 6 Krankenkassen werden alsdann aufgelöst. Des Kcssenlolal der neuen Kasse befindet sich in dem früheren Speisesaal der Geschützgießerei, Eingang vom L>aup!bahn>?of aus. Wie uns-»itgeieilt wird, sind mit der Errick». tung der gemeinsamen Kranlenlasse erhebliche Aendcrungen ver. bunden, die durch Anschlag in den Fabrikräumen bekanntgegeben werden. Eine Konferenz öer Serufsgenossenschastsangestellten nahm nach Anhörung eines Referats von Drenke über Bc. cmteneigenschaft oder Tarifvertrag und eingehender Aussprach« ein. stimmig folgende Entschließung an: .Tie in.spalle a, S. tagende Reichskonferenz der Bevuks- genossenschaftSaiqitstcÄien halt nach wie vor au der geiuertschaft- lichen Regelung ibrer Dienst- und EinkoinmenSve'.hältnisse und somit an dem Tarifvertrags fest und erblickt in derselben die beste Möglichkeit, diu Interessen der Kollegeu-fchaft zu wahren und zu fördern. Sie erklärt, auf die Beamte leigensckaft in keiner Wesse Wert zu legen, insbesondere weil dadurch die Berufsgenossen- ichaft-angrstellten in ihrer persönlichen und wirtschaftlichen Frei- heil die bedenklichsten Einengungen crle'den würden. Die gepenwärtige tarifliche Besoldung entspricht aber nicht mebr dan Erfordernissen der Zeit, vor ollem ist die Entlohnung der kinderlos Verheirateten und der Lcdigrn ungenügend, ebenso der im besetzte» und im Iudustriebezirk Beschäftigten. Der Vor. stand des ZentrakverbandcS der Angestellten wird deshalb beauf- tragt, schnellstens mit'allen zur Verfügung stehenden Mitteln durch ordnungsmäßige Verhandlungen mit dem Arbertgeberver- band deutscher BeruiSgeuossrnschaften diese Mängel aus'ugleickxn und mindstens die materielle, aber nicht die sck�maiische Gleich- stcllung mit den vergleichbaren Klassen d'r Reichsbcamten nach dem ReichSbesokdungkgesctz durchzusetzen, Die fetzige Orikklassen- «inteilung nimmt nicht in der notwendigen Wei'e Rücksicht aus die tatsächlichen Verhältnisse. Es wird deswegen verlangt, daß eine Lrtsklassenfestfctzung nach den Teuerung!! Verhältnissen gz. troffen wird. Außerdem vertritt die Konferenz die Auffassung, daß in der freien deutschen Republik auch den BsrusSgenoffenschaftsange- stellten in gleicher Wssse wie der gesamten Arbeiter- und Ange- Gesetzgebung die schleunigste Beseitigung der dieses Recht ein- schränkenden Bestimmungen der Reichsversich rungSordnung. S ch ö n l e i n- Berlin." lieber die Mufterdicnstordnung referierte H s i l m a n n. E- wurde beschlossen, daß der Zentralocrband der Angestellten diese Angelegenheit in dem Sinne weiter verfolgen soll, daß eine ein- heitliche Dienstordnung bei allen BenlkszenossenschaftSangestelltsn im Reich« sur Einführung gelangt. Die festgelegten Richtlinien für Einstellungen und Entlassungen wurden gutgeheißen. Weiter sprach Wolter über d'e Reform der Sozialversiche- rung. Das vorliegende Material soll, soweit möglich, den örtlichen Fachgruppen zugänglich gemacht werden. Ferner wurden verschiedene Organ ifaiionS kragen behandelt. Der Verlauf der Tagung bat bei allen Beteiligten vollst« Befriedi- gunq auSge löst. Mit den vom Zcntralverband der Angestellten ge- troffencn Maßnahmen erklärte man sich allenthalben einverstanden. GroZ-Sn'lrnT? Partemachrichten. Morgen, 1. August: Jungfozialistikch: Vereinigung tT.V D.) Alle Ortsgruppen tressen sich zur Teilnadme an der Frirdensoe-nonftration um Ilhr auf dem Töntioffplatz vor dem Stein-Tentmal. Vorträgs. Vereine imt Verfammlunaen. Zcntratverdand vor Arbeit-invnlid:n. OrtSgruvve Eörotz-Berlin. Oefienll, Jeriammlungen Montag, Ilpr: Bertin t). Tilsitcr slr. 4/5, Schulaula; Lichtenberg, Realghinnasium Parkaue; Dienstag. 6 llhr: Steglitz, piealschule Flo.allr. 13." Freie AuSiorache.— Kepnbtitnnisäier Füdrerbnnd. Bezirk 7,. Norden. Versammlung am 2. Auguit, 7. 30 Ilkr. Pavvelnllee 25. Lakai zum Sl' auß: Dahl der Bezirksdelegierten.— Orts. g r u v v c Neukölln. Tccfipunkl sämilichcr Abteilungen Sonutag früh S Utzr aus dem Hermannplatz. . AM/ Der Entkourf zu eine? Fchllchtungoordnung. Aus dem Selreiariat der sozialdemoiralischen Fraktion erhaltzu wir fotgendc Zuichrift: Gewerksibasts- und Parteiorganisationen beschäftigen sich seit einiger Zeil mit dem Einwurf zu einer Schiictilungsordnung und sehen sich veranlaßt, gegen den Entwurf zu protestieren und die Proteste an die NeichstagSfrakl'.on einzusenden. Dabei wird von der Auffassung ausgegangen, daß eS sich um einen cndgütrigcn Ge« setzentwurf handelt, woraus wobl auch die bäufig iu den Beichlüssen und Protesten liegende Schärte ziiröckzufühmr ist. Zu einer solchen Schürte liegt deSmezen kein Grund vor. weil es sich um einen Entwurf handelt, der die Grundlage zu Verhandlungen mit den Jniercsicuien und Sachverständigen bild?i und der den erwähnten Kressen die Möglichkeit bietet, ihre Wü nicht und Meinungen zum Ausdruck zu bringen. Erst, nachdem all? Ansichten der beteiligten Kreise eingeholt sind.>vird der endgülirge Gesetzentwurf aus- gearbeitet und dem Reichstage vorgelegt. Wir bitten deshalb, von voreiligen Protesten abzusehen und sich daraus zu bc'chränlen, positive Lorschläge zu machen und einzusenden. Dir Parteipresie wird um Abdruck gebeten. Tie Teuerungszulagen für Wohnhausportiers und der Demobilmachungskoulmissar. Durch Tarifverhandlungen mit dem Bund der Berliner Grund- besitzervereriie und dem Verband der Geschäfts- und IudustriedailS- besitz« wurden«m vorigen Jabre Verträge adgeschtosien, die Lodn- sätze von 29 bis 369 M. im Monat vorsahen, wofür zum Teil Mann und Frau tätig rein müssen. Infolge der rapiden Steige- rung der Preise für Lebensmittel und der foniiigen Gebrauchsgegenstände sah sich die Organisation der Portiers ge- zwU'tgen. der großen Not gehoichend, eine Teuerungszulage zu fordern, welche auch vom Verband der Geschäft?- und IndustriehauSbesiycr ob 1ö. 2. 29 in Höhe von 29 Prozent und ab 17. Mai 29 mit 69 Prozent und für jedes Kind 6 M. pro Woche bewilligt wurde. Der Bund Berliner Grundbesitzervereine konnte dies nlcht, da er seine überflüisigen(Öelder reichlich zur Wahlpropaganda. für die Rechtsparteien, nicht aber rür die hungernden Poxlier� braucht«. Die Organisation riet daher den Schlichtungs- ousichuß aü, der in einer Sitzung am 23. April auch diese armen Grundbesitzer zur Zahlung ein« 29vro, entigen Teuerungszulage und der Krilderbeibilte von 6 M. pro Kind und Woche verurieilre. In- folge Protestes dieser Herren beim Demobilmachungslommisiar wurde die Hostuung der PornerS, ihre Lebenslage zu verbessern, illusorisch. Räch wiederholten Verbandlungen, bei denen wohlhabende Portier- die Notlage der WohnbauSbeiitzer in ollen Tönen schilderten, kam der salomisth« Schiedsspruch, die im Neberftuß lebenden Wohnbaus- portiers dekoinmen nichts. Das Opfer zum Wahlfonds hat Zinseu gebracht und dteie überaus weile Auslegung er-olgre erst, nachdem der alle Amtsschimmel 4 Monate in hohe Schule geritten, der Hungeilarif längst gekünd.gt war. so daß auch die aus bochwokss- löülicher ErkennlniS heraus bewilligte» TeueruugSzuschläge unier dem gefällten Schiedsspruch vom 23. April teilweise zu spat kamen. lind am Schluß der Betrachtung läßt sich die„Metallarberter- Zeitung", die bekanntlich auch auf ihre revolutionäre Gesinnung baut, wie folgt auS: „Doch betrachten wir einmal die Verfechter der Betriebsräte- zentrale in tkrer ganzen„Konsequenz". Wenn sie den Namen Karl LegigN oder vom A.D. G.B. hören(dem sie, ziebcnbei be- merkt, selbst al? Mitglieder angehöre», soweit sie sreigejverkschas:- licki organisiert sinds. geraten sie schon ganz aus dem Häuschen und bekreuzige« sich. Nur nicht mit 2 e u k e n u nütz dem ?l.D G B. zusammen. Da? ist Verrat a m S o z r a-l!?- m u s, konterrevolutionär, reaktionär usw. Da lohnt es sich mal nachzuschauen, mit wem denn die Verfechter einer seMZntigcn Betriebsrätrorganisation d'e Revolution zrzpr Siege führen, den Sozialismus verwirklichen wallen. „Sobald dos Geld im Kasten klingt» die Seele aus dem Fegefeuer in den Himmel springt." Denn die BteriebSrätezentrale rühmt sich, alle Betrieb�äte, gleich ob K.A.P.T, K.P.T., U.S.P., S.P.D.. Zentrümler, Ttzr�o» kralen. Christliche, Hirsche oder gar gelblich Angehauchte in dtzr „EinheitSorganisakion", der selbständigen Betriebsräteorgan«.- sotion zu vereinigen. So käme das Proletariat zu einheitlicher ?t k/iou usw. Das ist natürlich blühender Unsinn. Doch er lo.rd verzapsi. Halten wir die„Logik" fest: mit Karl Legten und dem A.D.G?. kommt man nickst zum Sozialismus, identt- fiziert sich mi: den Arbeitsgemeinschaften usw., doch mit den wü- tendsten Gegnern de? Sozialismus kCbrisilichen. Hirsch-Duncker- scheu usw.s. die nee«nbei bemerkt auch warme Verfechter der Arbeit?gemeinsch«ftcs Sheotet: ILcihstru'fl._ flemmfr- spiel«: SUe Slrllrlirf»._ Lessliigtkcotcr!$»•»®!«« ber Zimgkro,-.'— Theater i. d. SlBrigoruier Straße:?c-> Pf'täitent».— ESillerthra�er! Ter Rebenreter.— T.tsti Bolktheater r Die drei klwillrnire 7— g.: Familie. T ö g l> ch. Q.io'jtx echairsolclhou»! Just», Cc'or— Klein» Theater! Elise Srnchig.— Dir Srwiwe. Bäumte!'.— Deutschee»biistlerthraler I Ztlirbleitte.— jtomb-iriibait?!"'■•ji ftahteT'-Bfüt"!.— Aeri'ner Tireaierr Der leite Walser.— fiehiES erf autuiclhcein Die Bervie der Panvore.— Triarrea-Thcater r Masterade. " Steide».t.'tuite: D'e««schdistk».— Sie«, Keutraltoeliter: Die Dame im geart.— Arle'-rish-MlqcwistSdttfche« Theater: Marzipan.— Aamische Over: Die sirai! im?"»keiu.- Snltsntetäau»: Der>»> retreue Estevort.— Tietroaol- tiiratar: Zm rreitz-n 5>rs.i— Reriea Sr>cr:tteahaus: Priitzejnn Friedl.— Thalia» thrater: hei' Ire Tiwzerw.— Theater am Slsgetidartzstag: Sine N.'.cht IM Darobie».— Theatee de» st?«ft«»i Siiem Leutnant— Siaie-Theater' Ein Walzerrraum.— LaiiMitheuter: Das Heiligtum des Herzen».— Porres Da�ri-r: Niirniuertlitrchen. Machmitlaga-zarftsIInngen.?oU?k>Sh«a: 1., 7. und S. Die �ledernioirs.— Luisen. Theater: l. und lt.: Verbotene Liebe. Neranlr.r liir den rebalt. Teil: Dr. Kteroer Vciirr, Eharlaltenburg: lür Anzeigen: Tb. iviolc. perlin. Verlag: giorwürls-Verlag G. ni. b. H., Verlin. Drock:'iSet- wiir,».Hl:«hbri»?kre> u. i-erlaasanital! Paul Singer v. Ca.. Berli.i. Linden'tr. S. liRStens,> Leiterwagen Nordllufr, V/ilhc!mstiassel2a. Uiandiitz. Lluadratrule K» iliart. 100 Mar? Anzablimg. Sülsen, Slegli«!, Blanv'ttaftr. II. ptenigteitier Eiegliti 2üSt. 'predtarr und Zementsteine licicrt Prinz. Brllderlir. 2äa. ~ Wenig getrazenen gasten» dazng, Cutaurag und Eorereoal ve.'taust diLia Buchholz, Dres» denerllrai,e nx, III. S-l/U piShinaschinrn, auq Teil» iahluna ueltatlet. Hahn. Prem» lau ersteag? A__ 82'13 �Leihhaus DdibnelJcrg. Se» lanirrafte 1, gezeniiber Bahnest firlcil.l böchttzahlcnd ,ll cs. Stete stiert auf van V-cllaKe». Stephan S"8Z. li.stia.d Eichelmann._ 101 Sl' Sardinen, KUnMeraaeni» lur. Llares. Betldcckcn.»Die» »rware vrersmerl. Lands» krceriltaSe 13._ IMSte Selibstgescrtiqte besser? An» lüge, aa» Mag. wallbillig. stuft. Milkelinstrafte iOa, Kars.» traßeneste. 160S Sch'.thhriilh?, StudenbLnd dien, iunae gveterrier. Pinl. frt'er. Estiilicebnade veriankl Schakflanb, Paliladeiiilrafte ZS.____ Stll-te .Krktlgfirchse. A!a»?at!>chse und alle anderen Pel'arten, Taschen» »b-en. DritlenUn,>?1berwaren euarm dillia. LivieiiOrab» £C',1/I. Ecke Äasentdalerlirnfte. I Zrwve. 13SS Pelzrarnituren! Ä aska» CiSle I I0, D.at'iichs? 12\ Sattel» fllch e IS' Mar? elegante grenz» sliDse. Silterrllcbi? sorvte alle anderen Drizarlev, alle» neue. ?k!n« stiersa-r'are. zu staunen- eeeeaend wa-tbillig.'n Sainmee- vre'ten! Leihhaus Darschauer» srr.ge. Mäbel-Krah. Gräfte Trank» tiirterstrafte UI. invaliden» straft? 5, aibt iedermann ftrcbil. Graft? Auswadl in l— 2» Stuben» Einrichtungen. bunten itllchcn. einzelnen Möbeln._______ 125* MSbel gegen bar und Teil» zahlung. Kräfte Ausmabl in Siahn». Schlaf- und Sveike- zimmern, tarbige» Lüchen. einzelnen Mäbein. Lichten- lhal. Dranicnslrafte Ua(Hein» rrüsplah). Gegründet 1879. 1 Mödeiprelfe bedeutend er» müftigt. Solange Vorrat: Ei»- ümm-r und gäche 2190,—, > Zirei'.imaier und gliche<020,—, kzinviette Schlaftzimmer ftdOs'.—. i Herrenzimmer 3800,—. Lxesse» z mmer»ng. gatianiengllae.ri(am stZernbergsrnea).!Stt>b' Rusnadmeauzebetl Schlaf» z immer, Kiaie, lolidesie Ler- orbeitung, tomvleil mit Patent- nnd Autlaae-Matragen. 4-7S.—. 80'?.—. Sckil iizimmer- Spezial-Fadrik. Nurgstrafte 27. Dureanhaus, Börse. 112,3* Piano», Stuhflügel. Kar» man rums, aebraucht? und »eu« gnllrumeule Zlapara- turen und Stimmungen. Mar Adam. Münzstrafte 13.>39t! Elngewlelt« Mendoline», Lialinen Gitarren. Lauten. auftcrti billig. rUnterichi 20— Monnisdanorar Drei- n-onaisturse ,ur verfetten Ausbildung.» Mund- und Hgndbarmonifg» usw., ge- brauchte Klaviere, Karmo- niums verlauft Berger u. Co., Lranienslr. 1«. 156« Piano», arvftes Lager neue? »nd gedra'ichler gnstrumenle. Echerer. Ciiairfseeiiraft»� lud.� Bierltna-Pianoa, neu«, gute grsriitlle mahikeU« Keligen- heilen, ksttbuletiir. 5. 7ZK* Zadn-Driüing tguit(strant, ZL 8, Marrgraienslratze 7,0._- girn'.ä, Lelm taust Paai, Gruner Weg 91. Nähmaschinen taust Mergeiz» berg, Wvlltnersrrgz»«5 chllO Elektramaterial, Leitung». drable, Litzen. Isaiierrobre. Glühlampen aller Art. Schal- in. Fassungen. Kochapparate, Helzappgraie. Bugeteisen,»Metz. inlteumrute. Telephone lau t Raster, Brücke nftrah e läg 82'8* Armeepistale», 9 mm, läuft zu höchsten Preisen, krirstein. Linrenstralz« bO. � 32 11- Glbhstrumviaich« kauft ,u absolut ftöchsten Preisen Bi«, m e l. E l sa ls, rstr. 2?» 1. 126/9* Sviraldohrer. Werfzeuge fgufl laufend»eben Posten. Schrider. PrinrenUrafte 66.* Firnis, Lacke kaufen Eebrü» ber Borowskl, Gnelfenan- strafte 5. Nollenborf 2879.» Schallslatten, Dalien alte, 'Nüst Metall outor D. John. Aue Za obstratze lZZ(Lallasiäes Tor)._____• Silb erschmelze Ehristirnat, KZpeplckerstr. 20g(geger>ü>-.r Manteuffelstrafte» kgn-' bäch/t» 'ädlend: Fahugebisse. Platin» äb-äll», Schmucksachen, sc.''Och? Reralle.______ 142« Sinn, 881?, Inn, I-wi- alle Me» tolle, istahngebi"», sstadn b'« 7ä.—, Blatinabialle. GaiObnich, Silberbruch. S'lberni'.rat.Dueck- sttder. S!llh>8rperasche 100—, dochsvadlend Edelmetall- Ein» rautsbureau. Webersteaft» 31 F-anrnhaar, Zahugcbisfe ko.ist Riemann, Bartels,»>2, am Prenzlauer Tor. 17172* RU2222I! .Kaufmännische Brinatfchulen Lndwig Rösner. Borfedahn. Hof. Reue Promenade 3. Sviltelmarfl. Scndelstr. I. Solbiabres». Iahreslehrgänge zur Ausbildung fllr den kauf. männischen Perus sowie Ein- zellehrgänge. Einzciunter» licht._ 124 st)* D amenfrisieren lehrt gründlich billigst Äondcr, gepr. Sri» sierlehrerw, Lüidenstraße IIa.• Teäsni'rhr Prm.'kschule Dr Miruer. Regiernnas-Ban» me'ster a. D.. Berlin. Reander- strageZ MaIchi>i-i>oa>t.Cletiro- lechntk-HachdaniTieibau. Abend- lehrgän'g« Tagcslehrghng».. De. Linz. Deutsch, fremde Snracheu. Schulr.iifunaeu. Alcrandrinenstrafte 88._* Rudolf Maurer'» Prrv't. ' Tuschveldeschnl», Inhaber Al> i sred Maurer, Frirdrichstr. 61. s Gegründet 1871. Unisorw-, Herren-, Damensthuelbrrei GLschc. Lehrplon? kost-»- ! lo». �_ 93»* Ge'undbrunnca.»cufmün- nifche Privalschule Boleslaus »ossah. Bedstrafte 67. Hum- bvldl 223. Anmeldungen iederzeit. Druckiachen faiien- frei. April neue Lchegänac. Kanfmiianlfche Prioatfchule o. Aowgleil, Coo stl'cker ötr. 143. am Sst, leiischen Bahnhof, Hodv bahn Ecklestsche» Tor. Insel- brücke, 16 Straften babnlii.ien. Fernsprecher Marin,!atz>1236. Siinstiiche Haudels'ächer. Mo- »als-, Biertetsahres». Haid- fahre»- und Iahresturse. Sprachen Schnellste Au»- dildung als Etenothpist. An- Meldung in den Sprechstunden des Leiters täglich 11—1 und 5-7 Uhr. Steuagraohie, Maschinen- schreiben 30—, landwrrr chair- lick.e Buchführung 30___ Holle» Lehranstalt. Poisdamerstrgfte tzia->. �_______ 91»* Heinrich Maurers Privat- üu'chncisclchute. Alezanorr- piaa iCiugaug»önigdaradcn». I Tages». Atenhfurse. H-rren- i Dimenschueiderei. Wäsche. ! Lutzkurse. Schnitlzerchuen. rill- i schneiden. Räkturie. Echnili- Muster. Fernsprecher: König- ltadt 339' Birllesiche Ünschnelbeschnl«, Berlin. Leivziaerstrake 83. Erstilaflige Ausbilduno in der»uichncideiunst der Her- reu- und D ame n ick neiderc h Kaunnännifche Privalschule von Hugo Strablcndorff. Spli- »elmark!, Beuthstrafte II. Jeden Mona» deginnen Privatzirkel. Z Teiinehmer, Buchführung Rechnen. Schristverkehr, Wech- tel-. Scheckkunde. Lehrgänge in Echönichreib-n..Kurzschrift ! Stolze- Schrey). Maschinen- jck-reiden, Diltatübungen. Lehr- plärre unentgcltlicku 15!» LMZWMÄ Spezialist- Ehesachen, Strassachen.Serichtsosrtretnna. Neuiolln, Berlinersirafte 102 (Hermaunplatz). Saal, gröster. schönster Nor» dens, lür Bereinr. Festlich. teilen und D>-rsainn-l!in,en empstehlt Mnx Schubert, ffen- n:ol<1a!ino. Brunnenstrafte 151. »nirststopterei Grvfte Frank- kurter Slrafte 67. 685" Kosle-lldser Rat! Bill-ge Eerichlsveneetuug i r Spezialist' Ehelachen! Straftaten!) Ne-i- k-lln. Perlinerftrafte 102 ,!äer- mannplatzl 126» Erfinder, Palentbureau Packfcher, Gertraublcnstraft» 15. Zentrum 7600. 755?. Möbeltransport. Snezial- gefchäft. Berlin— auswärt». Garantie. Stein Berlin, Diedenhofenerstrafte 6. Humboldt 5663.* ArbeUsma Esasssoaa Maschinrnfalzsrwuen für Handsalzmafchine luch» Kraft- buchbinderci Schauer, Schone- berg, Hauptstraße 8. 17Z6D 1265? Geübte Glühlampenarbeite- rinnen g-lncht. Lehrterstrafte 18/19, IV. Etage Unk� 82 9