. e = D: e er t e 5. 出 Mr. 8. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements- Preis für Berlin Bierteljährlich 3,30 Mart, monat lich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit bem ,, Sonntags Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Beitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469, 100 ml 8. Jahrg. Vorwärts Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Fefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Jr. 4106 Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. sid Redaktion: Beuth- Straße 2. Sonnabend, den 10. Januar 1891. бли Expedition: Beuth- Straße 3. 1 1. t Die Auflösung der politischen Parteien. blutigsten Kämpfen aufeinander platten. Die Demokraten, emen künstlichen Gegensatz zu erzeugen, der indeß welche ihren Namen davon herleiteten, daß sie ähnlich auch schon längst abgestorben ist. Zwischen Whigs und den Sonderbündlern in der vormärzlichen Tories besteht gegenwärtig genau ebenso viel und ebenso Schweiz die absolute Souveränität der Einzelstaaten wenig Unterschied, wie zwischen den amerikanischen DemoMan erinnert sich des bekannten Wortes des Herrn verfochten, traten für das Recht der Einzelstaaten ein, traten und Republikanern. Es sind keine Parteien Miquel, der damals noch nicht Staatsminister war, aber die Sklaverei beizubehalten oder auch einzuführen, mehr, sondern nur zwei Spielergesellschaften, die beim reichlichste Gelegenheit gehabt hatte, dies Thema zu studiren: und bestritten dem Bund( der Union) und der Zentral- politischen Crifet um das" in" und" out"- das Innen Die alten Parteien haben sich überlebt und die Zeit er- regierung das Recht, die Sklaverei abzuschaffen. So und Außend. h. um den Besiz der Staats. heischt neue Parteibildungen." wurden die amerikanischen Demokraten die Verfechter der m a cht spielen- denn kämpfen kann man das nicht Die sozialdemokratische Presse hatte diesen Gedanken Negersklaverei, während andererseits die Republikaner, nennen. Und das Heranwachsen einer unabhängigen schon Jahre vorher wiederholt ausgesprochen und begründet. welche für die Union das Recht, die Sklaverei in allen radikalen Partei, hinter der sich die junge sozialistische Wir Sozialdemokraten wissen, daß die politischen Einzelstaaten abzuschaffen, in Anspruch nahmen, zu Be- Partei erhebt, läßt Whigs und Tories die letzten UeberVerhältnisse nur das Erzeugniß ökonomischer kämpfern der Sklaverei wurden. Mit der endgiltigen bleibsel ihrer traditionellen Feindschaft vergessen. Im Faktoren sind, und daß demnach die Programme der alten, Niederwerfung der„ großen Rebellion" und der Abschaffung jetzigen Toryministerium ſizen zwar noch keine Whigs, auf dem Boden der heutigen Gesellschaftsordnung fußenden der Sklaverei in den sechsziger Jahren verschwand das aber die Whigs unterstützen offen und offiziell das Parteien nur der Ausdruck oder Deckmantel bestimmter ursprüngliche Streitobjekt, aber die beiden Parteien be- Toryministerium; und sobald einmal der einundachtzigKlasseninteressen sind daß aber die, zum Theil gegensätz- hielten ihre Namen bei und vertraten nach wie vor ver- jährige Gladstone( ,, in seiner Jugend mit einem alten liche Verschiedenheit dieser bestimmten Gruppen- Intereffen schiedene Gruppeninteressen der besitzenden Klassen Amerikas. Kopf auf den jungen Schultern, in seinem Alter mit einem jungen vor dem gemeinsamen Klasseninteresse allmälig in dem- Die Gegensätze schliffen sich jedoch mehr und mehr ab, Kopf auf den alten Schultern") vom politischen Schauselben Maaße zurücktreten müssen, als die sozialdemo- die Ausgebeuteten fingen an, sich gegen die Aus- play abgegangen ist und jüngeren Kräften Platz gemacht kratische Partei, welche all diesen Gruppen gleich feindlich beuter zusammenzuthun, und jetzt sind die amerikanischen hat, wird die Verschmelzung der Whigs und Tories auch gegenübersteht, an Ausdehnung und Macht Macht zu Demokraten und Republikaner nur noch durch unter- formell erfolgen, und werden diese beiden, schon stark vernimmt; und und daß schließlich, wenn die Arbeiter- geordnete Fragen und rein persönliche Interessen getrennt; bürgerten Parteien sich mit dem Bürgerthum( natürlich bewegung stark genug geworden ist, um die heutige Gesell- prinzipielle Unterschiede giebt es nicht, nur das Konkurrenz- dem Groß bürgerthum ein anderes zählt nicht in schaftsordnung unmittelbar zu bedrohen, blos noch zwei Bestreben, den Staat und das Volk im persönlichen Gruppen- England) völlig identifiziren und der ihnen gegenüberParteien möglich sind das üben und interesse mit möglichstem Erfolg zu„ regieren" und aus- tretende bürgerliche Radikalismus wird durch Drüben" des Dichters und Sehers: eine sozialistisch- zuplünderu. Zwischen den Programmen der Demokraten die rapid anschwellende Sozialdemokratie bald demokratische und eine sozial- und politisch- und Republikaner ist mit der schärfsten Lupe kein wesent- aufgesogen oder verdrängt sein, so daß nur noch die reaktionäre.. licher Unterschied zu entdecken es ist nur ein Kampf der zwei normalen Zukunfts- Parteien, zwischen denen der Die Richtigkeit dieser Auffassung wird durch einen„ ins" und der„ outs"( der„ Innen" und der Außen"), große Entscheidungskampf ausgekämpft werden muß, auf Ueberblick über die Parteizustände aller Kulturstaaten in das heißt Derer, die das Ruder haben und an dem dem sozial- politischen Schlachtfeld übrig bleiben. einer Weise bestätigt, die jeden Zweifel ausschließt. Staats- Milliardentopf sizzen und Derer, die ans Ruder Das gleiche Schauspiel in Frankreich! Die alten In den Vereinigten Staaten von Ame- und an den Staats- Milliardentopf kommen möchten Götter, Gößen und Parteien nehmen„ französischen Abrika, in England, in Frankreich um uns furz, ein Kampf um die Beute. schied"- und drücken sich in aller Ruhe von der Bühne auf die politisch und ökonomisch höchstentwickelten Groß- Im Augenblick, wo die amerikanischen Arbeiter, Klein- oder werden von ihr weggedrückt. Die Legitimisten, staaten zu beschränken, finden wir genau dieselbe Erschei- bürger und Kleinfarmer, die von Republikanern und Orleanisten und Bonapartisten, die einst so viel Speknung, wie in Deutschland: die Auflösung und das Demokraten mit rührender Unparteilichkeit bestohlen und takel vorführten, und sich so grimmig die Haare Absterben der alten Parteien. beraubt werden, als selbstständige Partei und als ziel- zerzausten, sind stille Männer geworden; sogar der Gassen" In den Vereinigten Staaten bildeten sich, bewußte Sozialdemokratie auf dem Plan er- bube Granier aus Cassagnac( von Cassagnac- wie Smith auf dem Boden der ökonomischen Verhältnisse, zwei große scheinen, hört die ganze demokratisch- republikanische Partei- von Headingley) radaut nicht mehr und hat die so oft Parteien heraus, welche ein volles Menschenalter lang um tomödie auf, und erfolgt die Verschmelzung beider, zur von ihm mit Roth beworfene Republik zerknirscht um die Herrschaft gerungen und abwechselnd das Staatsruder Bekämpfung des gemeinsamen Feinds. Verzeihung gebeten. blitaner. geführt haben: die Demokraten und die Repu= Ganz ähnlich liegen die Verhältnisse in England. Die Der dräuende Sozialismus hat aber nicht Für den Deutschen, der mit den amerika- zwei historischen" Parteien der Tories und Whigs sind blos die zankenden Monarchisten- Parteien zusammengeführt, nischen Verhältnissen nicht vertraut ist, haben beide blos noch dem Namen nach vorhanden Märchen aus er hat die Monarchisten auch zur Republik geführt Namen so ziemlich die gleiche Bedeutung. In Wirklich- alten Zeiten". Die Fragen, durch welche sie ins Leben und nicht nur die Monarchisten, auch die Klerifalen. feit aber bedeuteten sie ursprünglich sehr verschiedene gerufen wurden, gehören längst der Vergangenheit an; in Die untergeordneten Fragen: legitime( bourbonische) oder Interessen der beiden Hauptgruppen der besitzenden Klaffe den dreißiger Jahren gelang es noch einmal durch den illegitime( orleanistische) Monarchie- Königthum oder Interessen, so verschieden und einander so entgegen- pfiffigen, von echt englischem Geschäftssinn zeugenden An- Kaiserthum- Monarchie oder Republik sind sämmtlich gesetzt, daß sie aufs denkbar Heftigste und in den denkbar schluß der Whigs an die bürgerliche Reformbewegung, bei Seite geschoben von der Frage der Fragen: Feuilleton. Nachdruck verboten.] Bei Mama. [ 8 Roman von Arne Garborg. Nein, aber was giebt's denn, Krausköpfchen? Bist Du " Ja wohl," sagte er mit seinem rubigen Lächeln fügte Solum mit seinem gleichförmigen Lächeln bei,„ dafür " gewiß ist Alles wahr, was Sie von ihr gehört haben ist auch der Großknecht sein Schwager." - alles Schlechte, natürlich. Wie, bitte? Bildung? Sie ift wie ein ganz gewöhnlicher Dienstbote." habt!" sagen." nicht bei Trost? Was? Na, was ist's denn, mein kleines das," Herr Solum." Herz?" ,, Sie hat also einen reichen Onkel in Amerika ge= ,, nein; sie hat sich reich getrunken, kann man ,, Nun, das ist doch etwas Neues! Erklären Sie mir Du- Du- Du.... bist böse auf mich!" schluchzte von" Jahren bei einer reichen Wittwe, welche trank; dann Mit Vergnügen, gnädige Frau. Sie diente eine Reihe " Aber kind, was bildest Du Dir nur ein? Du solltest Freundinnen geworden, und als die alte Wittwe dann eines doch wissen, daß wir nun so gute Freunde sind wie früher! Tages starb, war Jungfer Aaberg die Erbin!" Wenn Du es nur nicht wieder thust, so erinnert die Mama ,, Das muß ich gestehen.... folch ein Glück zu " Fanny. sich gar nicht mehr! „ Nein!" schluchzte Fanny. Du bist böse auf mich, haben!" Es lag ein Beiklang von Neid in Frau Holmsen's Mama; alle sind böse auf mich; der liebe Gott ist auch Stimme. Verheirathet?" Solum zuckte ein wenig seine Was für ein Unsinn, Kind; ſo, jetzt schweig' nur fräftigen Achseln?„ wer hätte wohl solch einen Kobold hübsch still und bete Dein Vaterunser. haben mögen?" böse auf mich; Ihr seid Alle miteinander böse auf mich!" " 1 Wenn Du brav zu Gott betest, so weißt Du, wird Alles gut. Also: Vater unser „ Vater unser uh, hu, hu. " der Du bist im " der Duuh, hu, hu, hu!" Es dauerte lang, bis Fauny diese Nacht einschlief. Eigenthümliches Kind, dieser Krauskopf!". " Nun, wenn sie reich war?" Nein, sehen Sie, sie war allzu... Und dann so vertrunken, und mit einem Ruf-; man erzählt sich, wenn sie die alte Wittwe Abends unter den Tisch getrunken, habe sie dann in der Küche draußen mit deren Jägern weiter gejubelt." ,, Nun, das war etwas für ihn!" Frau Holmisen war ganz entsetzt. So viel hatten nicht einmal die Nähmädchen bei den Schwestern Mehlum gewußt. Und die Kinder! Das kann doch nicht alles wahr sein, Herr Solum?" Jedoch Solum kannte die Verhältnisse ganz genau. Ich spekulire seit einiger Zeit in Holz und aus dieser Ursache habe ich mich ziemlich viel auf Elmerud herumgetrieben... Ich versichere Sie, dort draußen werden die Berdienste der Jungfer Aaberg nicht geheim gehalten!" Arme Kinder! Arme Kinder! Daß so etwas möglich war! Daß man in einem christartige Frauenzimmer nicht in's Zuchthaus zu stecken? Was? Frau Homsen war ganz aufgeregt. Solum zuckte die Achseln. lichen Lande solches Unwesen duldete! Pflegte man derWenn keine Kinder da sind-", sagte er, außerdem, wenn man so im Geld sitzt wie sie..... man sein eigener wenn man so im Geld sitzt wie sie Herr und unabhängig ist.... so fümmert es ja gar Niemand, was man ganz privat thut, nicht? Uebrigens würde sich natürlich eine gebildete Dame nicht so betragen!" Frau Holmsen schlug plötzlich die Augen nieder; Solums ruhiger, forschender Blick hatte sie ein wenig verwirrt gemacht. Der Agent war diesen Abend Frau Mühlberg's Gast; er war wie ein Kind vom Hause", noch aus der Zeit her, da er als Handelsreisender herumgezogen. Auch " Ah, Sie meinen für Ihren Na, er ist übrigens Frau Holmsen wurde eingeladen. Es wurde ein wirklich Agent Solum, der nicht der einzige, wenn das Sie trösten kann; er ist sogar gemüthlicher Abend. Solum war einer der angenehmsten Imit einem Professor in Schwägerschaft geraten. Aber," Menschen, die Frau Holmsen jemals getroffen, zugleich heiter Im Mühlberg'schen Hotel wurde eines Abends Frau Holmsen ein Kristianenser vorgestellt ihr von der„ Waldnymphe" zu erzählen wußte. Kapitalismus oder Sozialismus? der einzigen berechtigten ernsthaften Frage am Schluß des 19. Jahrhunderts. M B immer mehr zuspizender Konkurrenz der inzwischen heran- Imüsse sehen, die parlamentarische Maschine zu erobern. Im gewachsenen Industriestaaten des Kontinents und Amerikas sich gleichen Sinne sprach sich Cunnighame Graham aus. die sozialistische Erkenntniß von der Unzulänglichkeit aller Mann erwiderte Burns ziemlich pikirt, brachte aber nichts Herumflickereien, die nicht das kapitalistische Wirthschaftssystem an vor als etliche Redensarten über die Gefahren der Korrumpirung Von der deutschen Parteimisère brauchen wir seiner Wurzel treffen, so zu sagen von selbst aufdrängte, trotzdem im Parlament. Man müsse von draußen, unter den Wählern nicht zu reden. Wir haben eine konservative Partei, die in den Reihen vorgeschrittener Arbeiter immer wieder die Nei- felbft, auf dasselbe wirken. Als ob die Wirkung nicht um so zu neun Zehnteln aus Regierungspuppen besteht, ein gung auftaucht, es mit Palliativmitteln zu versuchen, die im größer wäre, wenn den bürgerlichen Kandidaten überall prole Zentrum, das nur eine Gelegenheitspartei ist, zwei aber den Kern des Uebels, unter dem die Arbeiterklasse leidet, dem Parlamentarismus entspricht der kleinbürgerlichen Idee der günstigsten Falle irgend eine aufbrechende Wunde zeitweilig stillen, tarische entgegentreten. Aber die halb anarchistische Furcht vor reine Bourgeoisparteien, von denen die eine programmlos ganz unberührt lassen. Munizipalwerkstätten. Haben sich doch, wie ich schon früher mit im Regierungs-, die andere gleichfalls programmlos im Ich habe bereits in meinen früheren Briefen auf die pretäre theilte, auch die Anarchisten jetzt dem Munisipal Sozia Oppositions- Fahrwasser herumlavirt Lage hingewiesen, in der sich die berühmteste der„ neuen Unionen", lismus" ergeben. Nicht, daß Tom Mann unter die Anarchisten nicht eine einzige bie Docker- Union, befindet. Inzwischen haben sich die Verhält- gegangen wäre. Aber er befindet sich in derselben Ideenrichtung, der alten kapitalistischen Parteien, die ein Programm hat nisse auf den Dods immer mehr verschlechtert. Nicht nur schmilzt was beiläufig bei vielen Anhängern der alten Gewerkschaften - ein bürgerlich klerikal- feudaler Mischmasch, dessen der Bestand der Union immer mehr zusammen, auch der größte ebenfalls der Fall. innerste und im Innersten einheitliche Natur sich durch Theil ihrer Mitglieder ist arbeitslos oder nur auf einige Tage in Die Noth im East- End hat den Booth'schen Rettungsplan die kostbare Thatsache offenbart, daß der Führer der Woche beschäftigt. Darüber ist der Winter hereingezogen und wieder in den Vordergrund gebracht, von dem der Kampf im der bürgerlichen Opposition für den obendrein ein so falter Wiuter, wie man ihn hier seit langen irischen Lager eine Zeit lang das Interesse des Publikums ab gesammten Jahren nicht gehabt. Obendrein scheint sich auch in andern, bisher gelenkt hatte. Herr Booth hat natürlich sofort ein Hilfskomitee Mischmasch einen gemeinsamen Katechismus der prosperirenden Geschäftszweigen theilweiser Rückgang einzustellen, so gegründet, um der Welt zu zeigen, daß er der rechte Mann ist, Sozialreaktion hat schreiben müssen und, an einem daß die Zustände im Gast- End wieder so schlimm sind, wie sie nur je den Leidenden zu helfen und das Gewissen der bürgerlichen Ge Arm einen Pfaffen, am anderen einen Junker zum Lustigen erreißenden Glends, die Berichte der Armenverwaltungen be- Frant Smith von der Zeitung des" Sozialreform-" Flügels der Die Zeitungen berichten über Fälle geradezu herz- sellschaft zu beschwichtigen. Der Rücktritt des„ Kommissionär" Windmühlenkampf auszieht, welcher sich da benamset: stätigen, daß die Noth vielfach schrecklich ist, an den Dockthoren Seilsarmee hat indeß gezeigt, daß auch in diefer nicht alles Liebe Bekämpfung der Sozialdemokratie das spielt sich bereits wieder das alte Schauspiel ab, daß Tausende ist, was Hallelujah singt. Smith beschwert sich, er habe von dem ist das deutsche Partei- Tohu- Wabohu! fich drängen, um Arbeitsmarken zu erhalten furz, es ist nur General troh wiederholter dringender Anfragen feinen befriedigen Scherz bei Seite. zu begreiflich, daß gerade den Leitern der Docker- Union, die doch den Bescheid darüber erhalten können, ob die für die sozialen Zwede von allen neuen Unionen sich den alten Gewerkschaften am eingehenden Gelder getrennt von den übrigen Kassen der Heilsarmee meisten genähert und u. A. bei der Maidemonstration 1890 mit verwaltet werden und die soziale Abtheilung ein selbstständiges den Gegnern des gesetzlichen Achtstundentages fraternifirt hat, Departement bilden soll oder nicht. Daraufhin sei er so drang: daß gerade den Leitern dieser Organisation sich das Geständniß salirt worden, daß er schließlich nicht anders gekonnt habe, als fiche Organisation bringt uns nicht zum Ziel, file hilft uns nicht Antwort aus dem Hauptquartier der Heilsarmee auf die Smith'sche abringt: so fann es nicht fortgehen; die bloße gewerkschaft: abdanken. Er sei für Disziplin, aber nicht für Hespotismus. Die über den Berg, es müssen auch noch andere Mittel ins Wert ge- Veröffentlichung lautete, Smith habe seine Stellung nicht ver fetzt werden, die Arbeiter gegen die Folgen des heutigen Wirth- ſtanden, über die Finanzen würde getrennt Rechnung geführt schaftssystems zu schützen. So weit, so gut, und auch darüber, werden, aber die Leitung müsse einheitlich sein, und im Uebrigen daß zunächst alle verfügbaren Mittel der Gemeinden und Bezirks- ,, sic volo, sic jubeo." verwaltungen nun aufgehoben werden sollen, um der gegen Die Heilsarmee wird an diesem einen Zwischenfall nicht zu e donosi wärtigen Noth zu steuern, ist kein Wort zu verlieren. Was aber Grunde gehen, obwohl Smith, der sehr tüchtig gewesen sein soll, geradezu unerklärlich wäre, wenn es nicht in den obenentwickelten viele Freunde in der Armee hat, von denen Einige ebenfalls aus Ursachen seine Erklärung fände, das ist die Auffrischung der getreten sind. Aber ein bedenkliches Zeichen ist es doch, daß, noch Forderung von Munizipal- Werkstätten, mit der der ehe die Summe zusammen ist, welche die Aktiengesellschaft Booth, Präsident der Docker- Union, Tom Mann, unterstützt vom Booth und Booth" wie neulich die" People's Preß" den Londoner Trades- Council, jezt vor die Oeffentlichkeit tritt. Boothischen Generalstab wizig perfiflirte in den Stand ſezen soll, das„ versunkene Zehntel" der heutigen Gesellschaft aus dem Tom Mann will, daß die Gemeinden Werkstätten einrichten Sumpf des Elends emporzuheben, schon der innere Zwist aus sollen, in denen alle zeitweilig Arbeitslosen Beschäftigung finden, bricht. Was soll da erst werden, wenn das Werk im Gange it anstatt auf Armenunterſtüßung angewiesen zu sein. In Werkstätten sollen zunächst. Die nothwendigen Unterhaltsmittel und der so schön ausgeheckte Plan irgendwo einen Haken findet? So viel komische und kleinliche Momente dieser Auflösungsprozeß der alten Parteien uns darbieten mag, er ist ein Theil eines großen, weltgeschichtlichen Auflösungsund Entwicklungsprozesses. Denn in der Auflösung der alten Parteien spiegelt sich nur wieder die Auflösung der bürgerlichen Gesellschaft, der kapitalistischen Weltordnung. Bodni vod Briefe aus England. London, 2. Januar 1891. " Politische Uebersicht. England ist unbedingt das Verfuchsland der Bourgeoisiewirth schaft, wie es im Buche steht. Hier ist die Bourgeoisie zuerst zur Herrschaft gelangt, hier hat sie sich ökonomisch und politisch in großartigster Weise entfaltet, und hier ist sie zuerst vor die Nothwendigkeit gestellt worden, mit der als naturnothwendige Folge ihrer Wirthschaftsweise sich entwickelnden Arbeiterbewegung sich( Nahrung, Kleidung 2c.,) für die darin Beschäftigten hergestellt, abzufinden, dem Widerstand der Arbeiterklasse gegen die kapita- was darüber hinaus produzirt wird, mit andern Gemeinde listische Ausbeutung die Spize abzubrechen. Hier hat sie zuerst werkstätten ausgetauscht und der Rest auf dem offenen Martt erkannt, daß es vor allem darauf ankommt, jede systematische Unterſuchung, jede grundsäßliche Kritik der gesellschaftlichen Zustände 3 anständigen Preisen" verkauft werden. Daneben soll auch zu vermeiden und hat daher, nachdem sich die plumpe Unter in Verbindung mit jeder Gemeindewerkstätte eine Waschanstalt Berlin, den 9. Januar. drückung als undurchführbar herausgestellt, zuerst die Aera der eingerichtet werden, die, wenn für wünschbar befunden, sich beim " praktischen Lösungen" inaugurirt. Die infulare Lage Englands, Bublifum um Aufträge bewerben soll. Der strenge Winter ist zu einer europäischen sein mächtiger Kolonialbesitz, die industrielle Rückständigkeit Man muß diesen Plan nur einmal durchlesen, um seine Rala mität geworden, die für die überwältigende Ueber seiner Konturrenten auf dem Festlande und die fich absolute Unzulänglichkeit, um feinen schärferen Ausdruck zu ge- zahl der Menschen alle politischen Fragen und namentlich daraus ergebende Herrschaftsstellung seiner Industrien auf brauchen, zu erkennen. Woher diese Gemeindewerkstätten gerade, auch die Fragen der sog. hohen Politik in den Hintergrund dem Weltmarkte famen ihr dabei in hervorragendem wenn allgemeine Arbeitslosigkeit eintritt, d. h. bei absoluter UeberMaße zu Gute. Sie fonnte sich ihre Versuche produktion, den Abfaz für ihre Produkte finden soll, das ist ein drängt. Was kümmern die schönsten diplomatischen Seil Etwas kosten laſſen, und hat es zu Zeiten auch gethan, England Problem, worüber sich der gute Tom Mann wohl selbst im Un- tänzer und Taschenspieler- Runststückchen einen Mann, der hat zuerst eine Fabrit- Gesesezgebung geschaffen und ist in dieser flaren ist. Die Nahrungs- und Genußmittel, deren die in ihnen vor Hunger und Kälte zitternd sich und seine Familie gegen Hinsicht noch heute allen Industriestaaten voran. Englands Beschäftigten bedürfen, selbst herstellen." Ein schöner Gedanke, die Schrecknisse dieses Winters zu vertheidigen hat? Fabrikanten haben zuerst sich dazu bequemt, die Gewerkschafts- schade nur, daß für das, was 1000 Proletarier bedürfen, teine Von allen Seiten laufen herzzerreißende Nachrichten bewegung anzuerkennen und sich mit derselben auf einen guten 100 Arbeiter nöthig sind, zumal das Korn zum Brot doch nicht ein. In London, wo seit dem 5. Dezember ununter Fuß zu stellen. England bietet denjenigen seiner Arbeiter, die erst gefäet, das Vieh, dessen Fleisch gebraucht wird, doch nicht erst brochene Stälte herrscht- was in diesem Jahrhundert auswandern wollen, mehr und aussichtsreichere Möglichkeiten, als gezüchtet werden soll. Kurzum, ein utopischer Gedanke, wie er erst einmal dort vorgekommen ist- find irgend ein anderes Land, und was in England für Wohlthätig fleinbürgerlicher und Kleinmüthiger nicht gedacht werden kann. vorher feitszwecke ausgegeben, oder sagen wir lieber aufgebracht wird, Es hat sich an den Brief, in dem Tom Mann Ende Hunderttausende von Arbeitern infolge der Witterung läßt dasjenige, was auf dem Festland in dieser Hinsicht geleistet voriger Woche im„ Daily Chronicle" seine Ideen zuerst dar- brotlos, und der Nothstand ist um so großer, als man is wird, weit hinter sich. Wo immer eine schwärende Stelle am legte, eine Polemik zwischen ihm und John Burns geknüpft, England mit seinem milden Golfstrom- Klima auf starke Gesellschaftskörper fich zeigt, da ist man mit Heilpflastern bei der an der sich auch Cunnighame Graham betheiligte, aber den Kälte ebenso wenig vorbereitet ist wie in den südlichen Hand, aber nur, soweit das Geschwür offen liegt. Jedes Gegenstand der Polemik bildete weniger diese Munizipalwerk- Ländern, wo der Winter gleichfalls in unerhört heftiger fiefere Eingehen auf die Ursachen, die das Geschwür hervorgebracht, ftätten- Idee- mit Bezug auf die Burns nur sagte, daß er zwar Weise auftritt und die Menschen fast ohne Schutz der gilt als unpraktischer" Doktrinarismus. In wirthschaftlichen Dingen gegen Munisipalwerkstätten in der geeigneten Form nichts habe, sibirischen Witterung preisgegeben sind. Aus Spanien, giebt es nur lokale oder zeitliche Krankheiten, aber keine allgemein dieselben aber in der unbeholfenen Form, in der sie im Trades Portugal und Italien dieselben Hiobsposten: das fonftitutionellen, erklärte der gesunde Menschenverstand" der Council zur Sprache gebracht worden seien, für„ hoffnungslos Bolk hungert und friert. Bourgeoisie, wozu also unsern Kopf anstrengen? Nehmen wir unpraktisch" halte als die Frage der politischen Aktion der die Dinge, wie sie vor unseren Augen liegen, helfen wir, soweit Arbeiterklasse. Burns wies darauf hin, wie den Gemeinden und So hat der strenge Winter in Nord und Süd, in Ost wir können, d. h. soweit es mit den Bedingungen unserer Gristenz Grafschaftsräthen überall die Hände gebunden seien, und daß die und West die entsetzlichsten Zustände geschaffen und ein vereinbar, und für den Rest lassen wir den lieben Gott sorgen. Arbeiter darnach trachten müßten, in größerer Stärke im Parlament gemeinsames Band des Elends um das arbeitende Bolt Die Arbeiter sperrten fich eine Zeit lang gegen solches vertreten zu sein, um durch gehörigen Druck auf dieses alle Gesetze geschlossen. Räsonnement, als sie sich aber überzeugt hatten, daß es ihnen zu erlämpfen, deren sie zur Förderung ihres Wohlfeins bedürfen, Ueberall finden Demonstrationen der Ar noch an der Kraft fehlte, die Bourgeoisie zu einem andern zu zunächſt. den geseglichen Achtundentag und Daneben beitslosen statt, so in London, in Köln, in nöthigen, fingen auch sie an,„ nur praktisch" zu werden und sich auch die Erweiterung der Rechte der Lokalvertretungen, Wien und neuerdings in Mailand. Aus letzterem in ihren Bestrebungen auf die nächstliegenden Angelegenheiten zu damit die Arbeiter auch dort mehr für ihre Intereſſen Orte schreibt man: beschränken. Allmälig wurde der gesunde Menschenverstand", wirken können als jett. Er habe im Londoner Grafder alles Theoretisiren verpönt, und nicht weiter fieht als von schaftsrath alles mögliche aufgeboten, um Maßregeln im Inter Vor dem Gebäude des Arbeiter- Hilfskomitees in Maiheut auf morgen, auch bei ihnen zum Dogma. So tief hat sich effe der Arbeiter durchzusetzen, sei aber überall an der Frage land versammelte beschäftigungslose Arbeiter verlangten dasselbe eingefressen, daß selbst heute, wo unter dem Druck sich der mangelnden Kompetenzen gescheitert. Es helfe nichts, man heute Nachmittag Unterstützung. Da dieselbe nicht gewährt resten der Tafel. 11 und solide, unterhaltend und ernst. Es schien ihr auch, als eine sür die Reichen, und am nächsten Tag, zu den Uebermache er ihr ein wenig den Hof. Verheirathet war er natürlich. Aber die arme Martha Solum schüttelte den Kopf und fah ehemannsmäßig betrübt aussie wird wohl nicht alt, fürchte ich!" bift fie leidend?" ขา Ist " Ja, die Brust." " Ach, die Arme! Da ist wohl wenig Hoffnung." " Gewiß; sie macht es schwerlich lang." Fast das Alleraggenehmiste an Solum war sein großes Interesse für Kinder. Man kam auf Fanny zu reden und da mußte Frau Holmsen den ganzen Abend von ihr erzählen. Frau Mühlberg leistete Hilfe.„ Erinnern sie sich an... erinnern Sie sich wie?" „ Erinnern Sie sich, wie sie im Fenster lag und Friz, der mitten in der Straße stand und hinaufgrüßte, Kußhände zuwarf?... ,, natü'lich valiebt in mich!" sagte sie zwischen jedem Kuß,„ natü'lich valiebt in mich!" sid Hahahaha!" Praktische Dame, das!" " " und wenn sie nun nach einem Jahr so weit kam, daß sie in die Schule mußte, da mochte Gott allein wissen, wie es gehen würde. Man konnte es doch nicht verantworten, das kind in die Freischule zu senden! V Da lub sie uns Andere ein. Aber sie gab es bald auf, sie bekam so viel anzuhören, daß..." Außer allem Anderen hatte Frau Holmsen auch noch Ja, Sie waren boshaft gewesen gegen sie, Frau an ihre Schulden zu denken. Eine Kleinigkeit da und eine Holmsen!" Kleinigkeit dort, das machte zusammen einen ganzen Haufen ,, D, nicht mehr als die Uebrigen.. aus. Diesen ekelhaften Hinke Michel mußte sie jedenfalls " Sie verstanden so gut, ihr Alles mitten ins Gesicht zu los zu werden suchen. Er war in der letzten Zeit so wider sagen..." Nun, ist dies heute die Erstentags- oder die wärtig geworden, daß es durchaus nicht mehr auszuhalten Zweitentags- Tafel, Frau Dahl?"... Nein, wirklich, blieb war. Seit damals um Weihnachten, als sie bei ihm war Ihnen gestern so viel übrig, Frau Dahl?"- Ja, sie und mit ihm freundlich sprach, um Brot für ihre Kinder machte nicht wenig durch." zu bekommen, glaubte er vermuthlich, daß die alte Geschichte Hahaha, Frau Holmsen ist wißig!" schob Solum ein; vergessen sei, und daß die Armuth sie nachgiebiger gemacht Nicht umsonst haben Sie so eine gescheidte Tochter, Frau habe.. pfui! Nein, da nahm sie lieber ihre Kinder und Holmsen." ging ins Meer! Solch ein Haubenstock wie er- frumm " Ja richtig, wie sagt sie zum Buchbinder Lund- und krank, mit einer Frau und erwachsenen Kindern... ström?" es war unerhört! Es endete damit, daß Solum um Erlaubniß bat, Ja, wer einen ordentlichen, angenehmen Menschen „ Oder wenn dieser dicke Kandidat Lehmann zu Hause einmal kommen und sich den Krauskopf ansehen" zu fände, einen Menschen mit Vermögen und Gemüth, den man ist, dieser Halbblödsinnige, welcher im Gehen mit den dürfen. für die unglücklichen Kinder zu interessiren vermöchte! Sie Schultern zuckt und sich gleichsam schiebt; Fanny glaubt, ", sagte Frau Holmsen, wenn ich nur in den suchte unter ihren Bekannten; jedoch sie konnte keinen von daß er Ungeziefer hat und schleicht ihm auf der Straße Verhältnissen wäre, Leute aus aus der Hauptstadt zu ihnen gebrauchen. Einen von denselben gerade heraus um nach und sagt so laut, daß er es fast hören kann:„ Soll empfangen!" aph Hilfe bitten, das war sie nicht im Stande; überdies hatten ich Dia Flöhe fangen? soll ich Dia Flöhe fangen?" Ach, darüber noch zu reden, gnädige Frau!" sie ihr ja alle schon vorher hinlänglich geholfen. Diese neue Die ganze Nacht hindurch lag aber Frau Holmsen Bekanntschaft von heute Abend, Solum, an ihn hätte Oder an ihrem Geburtstag, als Frau Dahl ihr die wach und dachte an die Kinder. man wohl denken dürfen; er war ja reich, ein Kinderfreund neuen Schuhe sandte..." Ihr mütterliches Gewissen war aufgeschreckt und die und gewiß in jeder Hinsicht ein braver Mann; allein was " Ja, da war sie auch köstlich. Es war des Morgens, Frage um die Rettung der Kinder wurde verzweifelter und nutzte es, nachdem man ihn nicht näher kannte. ehe sie noch aufgestanden; da kamen diese Schuhe. Ich sage dringlicher denn jemals. Plöglich fiel ihr ein, man vermöchte doch ihn näher zu ihr: Nun mußt Du aufstehen und hübsch danken!" sage Ja, wer ein Mann wäre und in Holz spekuliren fennen zu lernen. Er hatte ja davon gesprochen, sie zu ich." Nein," sagt der Kraustopf, ich mad nicht danken. tönnte! Alle Holzspekulanten wurden heutzutage reich. Mit besuchen; jedenfalls würde man ihn wieder treffen. An Du wirst son sehen, Du mußt für die Suhe nähen, Mama!" dem Sißen und Nähen kam man zu nichts. Ein halber genommen, man wäre im Stande, ihn zu gewinnen, ein Haha, hat man je so etwas von einem Kind erlebt!" Thaler oder drei Mark für das Kleid, was konnte dabei Freundschaftsverhältniß mit ihm einzuleiten. Sie hat wahrscheinlich gehört, daß Frau Dahl so ein herauskommen?- Die eleganteren Toiletten nahm man Keine Liebelei! Das war überflüssig. Sie durfte ihm Bischen... genau ist.... Erinnern Sie sich an ihre gewöhnlich von Kristiania. Welche Dummheit von ihr, zu nur nicht gleichgiltig sein; ihre Angelegenheiten mußten ihn doppelten Gesellschaften, Frau Mühlberg?" glauben, daß sie selbst die Kinder je würde versorgen fön- ein wenig beschäftigen; sie warfen mit dem Geld ja nicht bar Und ob!" nen; es war ja nicht einmal für Fanny genug! Was die umher, diese Reichen! Weshalb sollte sie ihn nicht gewinnen Kleine alles brauchte, war ja schrecklich. Kleider und Schuh- können? Ihn wie Andere? Und wenn es um der Kiuder werk fielen ihr förmlich vom Leib, kaum daß sie sie hatte, willen geschah-? ,, Hahaha!" " Sie müssen nämlich wissen, Herr Solum, sie pflegte zwei Gesellschaften hinter einander zu geben, an einem Tag wurde, so begannen die Arbeiter zu lärmen, so daß dies„ Alles ist gut und recht, was ich will."( Luzky fein gemeiner Verbrecher, und zweitens hat es sich Polizei einschritt und fünf Verhaftungen vornahm", was Herrlich! Und das Publikum ruft auch Bravo! Und nicht um die Auslieferung Zuzky's gehandelt, sondern bekanntlich die einfachste Lösung der Arbeitslosen- Frage ist. die nicht anständigen Leute", welche für mich schreiben, um eine banditenmäßige Abfangung Luzly's, d. h. um ein Und ein neues Telegramm aus Mailand besagt: verkünden den Völkern der Erde, daß ich ich ein großer Mann niederträchtiges, völkerrechtswidriges Verbrechen, das " Gelegentlich der Vertheilung von Lebensund, wenn ich ihnen( aus der Tasche der Steuerzahler) von russischen Spiteln auf türkischem Boden verübt wurde, mitteln an unbeschäftigte Arbeiter fam es heute zu argen doppelte und dreifache Löhnung verabreichen lasse, sogar daß und für das für das die russische Regierung der Unruhen. Die Arbeitslosen wurden tumultuarisch, da ihnen ich der größte Mann des Jahrhunderts, ja aller Zeiten bin türkischen Genugthuung zu geben verpflichtet ist. die Brotrationen zu farg bemessen schienen. Militär trieb( je nachdem die Löhnung erhöht wird).-Wir werden die Angelegenheit aufmerksam weiter verdie Menge auseinander. Die Polizei nahm fünf Verhaf„ Alles ist recht, was ich thue es ist recht, weil ich folgen. tungen vor. Die Regierung beschloß, die nicht in Mai ez thue. Und wer das nicht anerkennt, wer zweifelt Land heimathberechtigten Arbeiter in ihre Heimath ab- oder kritisirt er wird zermalmt." zuschieben." O gewiß Das alte Heilmittel stümperhafter Regierungen und - das geht herrlich, so lange es geht. Behörden. Statt den Hunger zu stillen und das Elend aus In dem Augenblick aber, wo es nicht mehr geht, der Welt zu schaffen, schafft man die Hungernden und wenden alle Waffen des Parteire giments sich gegen Ausnahme der durch die Unmenschlichkeit der Herren EisenDasselbe. Elenden aus dem Wegwo möglich aus der Welt. Ein Telegramm, wie das vorstehende, liefert hinreichendes Anklagematerial zur Verurtheilung nicht blos eines Ministeriums, sondern eines Systems. Besser klingt folgendes Telegramm: Ueber den schottischen Eisenbahnstreik werden von der Bourgeoispresse aller Länder die albernsten Lügen verbreitet. Wenn man diesen Zeitungen glauben wollte, müßte halb Schottland in Blut schwimmen. Thatsächlich hat, mit bahndirektoren hervorgerufenen Szenen bei gewaltsamer Das erfährt jetzt der Erkanzler, wie vor ihm noch Räumung der Cottages( Häuschen) auf dem gesellschaftSteiner es erfahren hat. Niemand hat in puncto des Partei lichen Kriegsschauplatz feine irgend erwähnenswerthe Ruheregiments so viel gesündigt wie er Niemand vor ihm ist störung stattgefunden. Und das Organ des Lord Shaftesbury so grausam bestraft worden. Schier berstend vor Wuth, spricht sich sehr energisch wider das Anfinnen der vollgepfropft mit Gift und Galle, möchte er all seine Herren Gisenban- Dividendler und Kouponabschneider aus: Infolge des strengen Winters und der dadurch Widersacher zermalmen, wie er weiland gethan, als er noch die Regierung solle sie gegen die Streikenden unterstützen. gesteigerten Noth in den ärmeren Klassen, haben die etwas zu sagen hatte. Allein bei jeder Handbewegung, bei Die Sache der letzteren steht vortrefflich und Joha Schulbehörden die Einrichtung getroffen, den be- jedem Schritt stößt er auf dräuende Stahlspitzen, Burns bethätigt sein ungemeines Organisationstalent dürftigen Kindern der unteren Bürgerschulen jeden Morgen streift er an tückische Fußangeln, die er selber und seine bewundernswürdige Ruhe. ein warmes Frühstück in der Schule kostenfrei ver- eigenhändigst für seine Widersacher angefertigt hat. abfolgen zu lassen." Jedes Wort, das er spricht, läßt einen der vielen Straf- Die zweideutige Haltung der belgischen gesetz- Paragraphen emporschnellen, vermittelst deren er selber Liberalen in der Frage der Verfassungsrevision in der Zeit der Machtherrlichkeit seine Widersacher mund- kann diesen sehr gefährlich werden. Vor wenigen Wochen todt gemacht hat. einigten sie sich mit den Radikalen auf Grund von Zugeständnissen an letztere in Sachen der Verfassungsrevision Rückzug vor. Ein Telegramm berichtet hierüber: und der Erweiterung des Wahlrechts. Jetzt bereiten sie den Also wird aus Braunschweig gemeldet. Und wir wollen hoffen, daß es in anderen Städten ähnlich gehand das Bra habt wird. Die Leiden, welche dieses so hartnäckig an dauernde Frostwetter in allen Ländern Europas über die ärmeren Klassen verhängt, spotten jeder Beschreibung und ganz besonders haben die Schulkinder viel aus zustehen. Wie viel Dutzende von Jahren Gefängniß wären dem schimpfenden, beleidigenden, den öffentlichen Frieden stören Erkanzler schon erwachsen, wenn seine aufreizenden, beMaße gemessen würden, das er weiland für seine Widerden, Umsturz vorbereitenden u. s. w. Aeußerungen mit dem facher hatte? Der Generalrath der Ligue libérale verbreitet ein Manifest gegen das allgemeine Stimmrecht und zu Gunsten des Systems Woeste, wonach der Hausmiethezahler stimmberechtige jir soll. Diese von politischen Notabilitäten herrührende Erklärung bringt die Radikalen in Verwirrung. Das allgemeine Stimmrecht stößt übrigens auf immer größeren Widerspruch, so daß man daran zweifelt, daß es zu Stande kommen wird. Was uns an der Maßregel nicht gefällt, ist, daß sie blos vorübergehend und vereinzelt ist. Wie wir früher bereits an anderer Stelle ausgeführt haben, erheischt der Schulzweck überhaupt eine längere Anwesenheit der lung im Fall einer Strafverfolgung? Wohl kaum. Denn Und zweifelt der Erkanzler etwa an der Verurthei Kinder in der Schule, als bis jetzt üblich ist, und damit er sicher weiß Niemand besser als er, daß die Rechtspraxis, giebt sich die Nothwendigkeit der Schülerspeisung in welche er geschaffen, spielend von jedem Machthaber gegen der Schule von selbst. Aber auch bei den heutigen jeden Widersacher gewandt werden kann. Und das Es ist die alte Treulosigkeit der Liberalen, über die sich Schuleinrichtungen würde eine solche Maßregel sich Bewußtsein, nur der Gnade oder Noblesse seiner tödtlich ralismus seit 1848, seitdem er zum politischen Ausdruck der nur jene wundern können, welche die Geschichte des Libe empfehlen, denn die Noth der ist nicht auf den Winter beschränkt ärmeren Klassen gehaßten Feinde es zu verdanken, daß er frei herumlaufen, seinerzeit aus verschiedenen Städten auf Grund amtlich und ungehindert schimpfen kann, so viel er will, steigert Bourgeoisklasse geworden ist, nicht kennen. uatürlich seine ohnmächtige Wuth. und, mie Ein internationaler katholischer Kongres findet des Schulunterrichts auch in seiner heutigen mangelhaften Db aber die Lektion von den Machthabern begriffen am 8. September in Mecheln( Belgien) statt. Das Form wesentlich dadurch beeinträchtigt, daß ein großer Theil und beherzigt wird? Es ist sprichwörtlich sehr schwer, aus Präsidium auf dem Kongreß, welcher fünf Tage dauern soll, der Kinder hungrig in die Schule kommt. Jedenfalls aber sich selbst rauszutreten und sich und die eigenen Handlungen hat der belgische Staatsminister Jacobs übernommen. Die sollte eine Speisung der Kinder wenigstens für vom Standpunkt eines Andern aus zu beurtheilen. Darum einzelnen Sektionen des Kongresses werden sich beschäftigen den Winter, so wie es jetzt in Braunschweig geschehen ist die Gerechtigke it so schwer. Jedenfalls steht aber mit Werken religiöser Natur, Wohlthätigkeit, sozialen Anift, allgemein eingeführt werden. die Thatsache fest, daß jedes Parteiregiment für seine Nach- gelegenheiten, Unterrichts- und Bildungswesen, Künsten, folger und Gegner arbeitet, und daß es sich für die Zeit, Wissenschaften und Literatur. Die Nachwahl in Bochum ist vorüber. Die National wo es die Macht nicht mehr hat, des Rechtsschutzes Es ist verwunderlich, daß die Ultramontanen nach dem liberalen wie das Zentrum haben die größten Anstrengungen beraubt. gemacht, die Majorität zu erringen. Mit einem Vorsprunge großen Fiasto ihres legten internationalen Kongresses, des Wir Sozialdemokraten haben die Bismarck'sche Rechts- Sozialkongresses in Lüttich schon wieder von 1202 Stimmen bei 52 536 abgegebenen siegten die praris an uns erfahren und erfahren sie noch; wir nationalen Kongreß einberufen wollen. Nun uns kann dies Nationalliberalen. Demnach scheint der größte Theil der wissen, daß jeder unserer politischen Gegner genau mit der ja nur lieb sein, man bekommt dann wenigstens bald wieder fozialistischen Wähler in der Stichwahl sich der Stimme ent- gleichen Argumentation, genau nach der gleichen Schablone etwas Heiteres zu hören. halten zu haben. Augenscheinlich haben Zentrum und zu den schwersten Strafen verurtheilt werden kann. Und Nationalliberale ihre sämmtlichen Reserven mobil gemacht. wir wir ziehen die Mora. daraus. Wie viel die Nationalliberalen dem Drucke der Kohlenbarone verdanken, wird man wohl in den nächsten Tagen erfahren. 1 einer interDer portugiesische Arbeiterkongreß hat am 7. Ja uar feme zweite Sigung abgehalten. Es entspann sich in Die Herren Stöcker und Bismarck haben wieder ver- derselben zwischen der Versammlung und dem Vorsitzenden schiedene Reden gehalten Schon im Laufe der nächsten Woche wie es heißt lung dieser in den Phonograph eines Interviewers. Der beschäftigen solle oder nicht. Endlich wurde mit großer jener auf einer Volksversamm eine lange Debatte über die Frage, ob man sich mit Politik Mittwoch soll die Interpellation Richter betreffend Stöcker meint, die Sozialdemokratie sei nicht wahrhaftig" Wiehrheit ein Antrag angenommen, demzufolge die Regierung den Lucius- Skandal im Abgeordnetenhaus zur Be- der Stöcker!), weil sie in Halle den Herrgott nicht ab aufgefordert wird, in den Kortes einen Gesetzentwurf zur sprechung kommen. Der" widerspenstige Todte" Friedrichsruh wird der Debatte wohl nicht in heiterster welche das beste Pulver hat, welche zuerst das absolut jeder Ausstand unter Strafe gestellt ist. in gesetzt hat, und der Erkanzler meinte, die Großmacht, Abänderung der Bestimmungen einzubringen, denen zufolge Stimmung entgegensehen. beste Pulver hat, werde den Krieg anfangen ein sehr weiser Ausspruch, wenn nämlich eine Großmacht das wissen önnte. Unter allen Umständen ist es gut, daß die alte schwörung In Rußland ist wieder cine nihilistische Ver= entdeckt worden. Der StaatsRaketenfiste" in Friedrichsruhe kalt gestellt ist, und das anwaltsbeamte Seidler, der bei der Verschwörung betheiligt absolut beste" Pulver nicht zur Explosion bringen kann.--gewesen sein soll, erhängte sich. Vielleicht erfahren wir bald Näheres über den Fall, obgleich auch die russische Regierung Das Parteiregiment à la Bismarck ist ja außerordent- Bezüglich des russischen Spizel Attentats in Ron- ängstlich darauf bedacht ist, derartige Nachrichten zu verlich bequem. Sic volo sic jubeo, stat pro ratione ftantinopel wird jetzt eine, von der russischen Ge- tuschen. Was sie aber trotz aller Bemühungen nicht vervoluntas so will ich, ich befehle es, mein Wille sa udtschaft in Konstantinopel ausgehende Notiz ver tuschen kann, ist die Thatsache, daß Rußland einem Vulkane ist Grund genug und wer einen anderen öffentlicht, nach welcher Lutzky ein gemeiner Verbrecher aleicht, auf dem Zar und Regierung das Wohnen faum Willen hat und den Grund nicht zureichend findet, der wird gewesen sei, die Türkei also keinen Grund gehabt habe, seine behaglich finden können, der jeden Moment seinen Schlund gearnimmt oder auf sonst eine Art ins Gefängniß oder in Auslieferung an Rußland zu verhindern. Aber das ist ja aufthun und alle vernichten kann. die Rumpelkammer geworfen. eine unverschämte Fälschung des Sachverhalts. Erstens ist Apropos an dem Ex- Kanzler, als einem vortrefflichen Versuchskörper, werden jetzt von der Nemesis, die sich sehr gründlich mit ihm beschäftigt, die Nachtheile des Parteiregiments in wahrhaft klassischer Manier der zu schauenden Welt ad oculos demonstrirt. -Neue Unruhen scheinen in Kreta bevorzustehen. ist, steigen die Hoffnungen der Griechen unter der türkischen Seitdem Del yannis wieder griechischer Ministerpräsident Herrschaft. Ein Telegramm aus Athen meldet: Die Verhältnisse bei Jungfer Aaberg tannte er. Daß Es machte sich auch niemand etwas daraus, wenn es es einer Mutter schwer fallen müsse, ihre Kinder in solch nur keinen allzu großen Skandal gab." Das ist Ihre eigene einem Hause zu haben, das würde er begreifen; vielleicht Angelegenheit," wie Pastor Brandt schrieb. blieb ihm da etwas für die Mutter übrig, was Pui, pfui! Hübsche Dinge mußte unfer Herrgott „ Eine Abtheilung griechischer Freischaaren unter Fühwaren ein paar Hundertthaler- Scheine heutzutage für einen manchesmal mit ansehen. Gott sei Dant, so etwas sollte rung des bekannten Insurgenten Gliapis ist in Kandia, der Holzhändler? hei der Königin von Fredheim niemals in Frage kommen. Hauptstadt von Kreta, gelandet und hat sich in die Berge Ach Denke Dir, wenn das eine Rettung würde. vielleicht fand sie hier einen Ausweg! geschlagen." Es mußte möglich sein, ihn zu gewinnen. Sie war Es ließ sich kaum glauben. Wenn sie es ein Also wieder neuer Krakehl im türkischen Reich. Das noch nicht zu alt, und dann putte man sich ein wenig mal noch dazu brachte, daß sie ruhig sein dürfte! wird Väterchen recht freuen. heraus und war liebenswürdig. Gefallen hatte sie den Ruhig über die Kinder! Ruhig über sich selbst! frei von Herren von jeher, eher zu viel als zu wenig, und wenn er dieser ewigen Hetze, diesen endlosen Sorgen! D, dies hieße auch älter und gesezter war, so glich er doch wohl so neu aufleben, aus einem Kerker kommen, aus dem Grab ziemlich den Anderen. Nur keine Art von Koketterie, erstehen! Aúein das geschah natürlich nicht; keine Idee, Verliebtheit und dergleichen, davon hatte sie ihrer Zeit keine Idee. VI. genug gehabt. Gewiß hatte er sie schön gefunden. Und im Es würde übrigens unterhaltend werden, zu sehen, was Grunde war sie es ja auch, wenn sie sich wohl befand: Fanny von ihm hielt. vielleicht hatte sie auf ihn schon Eindruck gemacht, daß er " Fanny sehen" wollte ,. hm! wer weiß: Männer liebten Fanny's Freundinnen, Gina Wiig und Ebba Lehnicht oft Kinder. Ob es nicht eben so gut sie sein mann, begannen diesen Herbst Frau Kahrs höhere konnte, die er wiederzusehen Lust empfand? Das träfe sich Töchterschule zu besuchen, und daher wollte auch Fanny ja ausgezeichnet. hin, obgleich sie noch nicht das richtige Alter hatfe. 11 Nach und nach wurden ihre Gedanken müde und gingen Nun, versuche es!" sagte schließlich Mama; wenn in Phantasien über. Frau Kahrs es Dir erlaubt, so steht Dir meinerseits gewiß Herrgott, und wenn nun das Unglück wollte, daß er nichts im Weg!" sich ein wenig verliebte, er war ja in der Möglichkeit, Eines Morgens begleitete also Fanny ihre beiden bald frei zu sein! Und wacum... warum... fonnte Freundinnen in die Schule und wurde von ihnen Frau Kahrs es da nicht ebensogut sie sein, wie eine Andere? vorgestellt. Vor dieser großen Dame gerieth Fanny aus Es geschah ja so vielerlei in der Welt, und mancherlei dem Konzept; sie nirte nur und knixte wieder und wieder, das wunderlicher war als das. Wenn er sich in sie ver- mit dem Finger im Mund. liebte und wenn er eines Tages sagte: Ich kann nicht leben ohne Sie; wollen Sie mein werden, sobald ich ein mal.... in die Lage komme? Es wäre nicht zum erstenmal, daß so etwas passirte! Mehr als ein Ehemann hatte sich derartig verlobt. Und nicht blos verlobt " Sie will in die Schule gehen, sie will in die Schule gehen!" erklärte die kleine schwarzhaarige Ebba eifrig; Gina nickte. Frau Kahrs hob die sich tief verbeugende Fanny auf ihren Schoß und strich ihr mit der Hand durch die wider spenstigen Locken. Die Leute nahmen dergleichen nicht so hoch auf, wie man glaubte. Es ging so mancherlei vor, das ärger war. Von den Männern nicht zu reden; diese thaten, wozu sie Fanny. Luft hatten; aber auch die Frauen; wir brauchten nicht all diesen anständigen Damen zu trauen, die so still herum gingen... es ist wahrhaftig nicht alles Gold, was glänzt. Mama hat gesagt, daß ich hier bleiben darf", sprach ( Fortsetzung folgt.) * Neueste Nachrichten. Nach Schluß der Redaktion läuft noch folgendes Telegramm aus Athen ein: Die Meldungen über Ruhe störungen auf Kreta sind grundlos. Es ist im Gegentheile eine allgemeine Beruhigung erkennbar, welche nach der erfolgten Lösung des PatriarchatStreites noch mehr hervortritt. Die Beziehungen zwischen der hiesigen und der türkischen Regierung werden als die freundlichsten bezeichnet. Die nächsten Tage werden zeigen, welcher Nachricht mehr Glauben zu schenken ist. Dem in Paris verstorbenen Herzog von Leuchtenberg, einem Urenkel der Kaiserin Josephine, der ersten Frau Napoleon I., will die französische Regierung wegen seiner Angehörigkeit zur russischen Kaiserfamilie ein ganz außerordentlich pomp öses Leichen begängniß veranstalten. Aber dem stimmt die Bevölkerung, die, wie wir schon oft betont haben, nicht russophil ist, nicht zu. Man befürchtet Verhöhnung des Trauerzugs, was eventuell sogar diplomatische Berwicklungen zur Folge haben könnte. Ein Pariser Telegramm meldet: Im Publikum hört man vielfach Aeußerungen des Mißfallens über die dem Herzog von Leuchtenberg erwiesenen Ehren, die man als sonderbar und übertrieben bezeichnet. Man befürchtet, daß die Ueberführung der Leiche des Herzogs nicht ohne bedauernswerthe Kundgebungen sich vollziehen werde. Theater. Sonnabend, den 10. Januar. Opernhans. Oberon, König der Elfen. Schauspielhaus. Was ihr wollt. Leffing- Theater. Auf der Höhe des Jahrhunderts. Berliner Theater. Mark. Deutsches Theater. Die Kinder Circus Renz. Karlstraße. Sonnabend, den 10. Januar 1891, Abends 7 Uhr: Zum ersten Male in dieser Saison: geschüst) Japan",( Gesetzlich oder: Die neckischen Frauen des Mikado. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Großes equestrisches Ausstattungs- DiDie Gondoliere. Wallner- Theater. Talmi. vertissement nebst einer mimischen Danksagung. Allen Freunden und Bekannten, sowie dem Trauerverein, dem Fachverein der Buzzer, und dem Sängerchor sagen wir hiermit für die erwiesene Theilnahme am Grabe meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, Bruders und Deffentliche Versammlung für Männer u. Frauen des Leseklubs ,, Karl Marx" angers, Anton Ludwig, beſten am Sonntag, den 11. Jannar, Abends 6 Uhr, auf der Berliner Bockbrauerei Dank. Die Hinterbliebenen.[ 5 J General- Versammlung Residenz- Theater. Der selige Tou- Handlung in 2 Abtheilungen. Neu der Kranken- u. Sterbe- Unterpinell. Viktoria Theater. Raben. arrang. u. in Szene gesetzt v. Direktor E. Renz. Ausstattung vollständig neu. Die sieben Außerdem: Eine Schulquadrille, ger. v. und Berufsgenossen( E. H. Nr. 19) stügungskasse der Vergolder Bellealliance- Theater. Mein Freund 8 Herren. Galgenstrick, Fuchshengst, Lehmann. Ostend Theater. → aufgang. ger. von Frl. Clotilde Hager. 6 irlänVor Sonnen- dische Jagdpferde( Non plus ultra der im Pferdedressur), zus. dress. u. vorgef. v. phänomenaler Reitfünstler. Auftreten Adolph Ernst- Theater. Unsere Herrn Franz Renz. Mr. J. F. Clarke, Don Juans. Thomas- Theater. Der Soldaten- der Damen Frls. Adele 1. Zephora, freund. Kaufmann's Variété. Große Spe. zialitäten- Vorstellung. Theater der Reichshallen. Große Spezialitäten- Vorstellung. Concordia. Große Spezialitäten Vorstellung. Gebr. Richter's Variété. Große Spezialitäten- Vorstellung. Wintergarten. Große SpezialitätenVorstellung. Englischer Garten. Direktion: C. Andress, Alexanderstraße 27c. Clara Conrad, Lieder- und Walzerfängerin. Jenny Reimann, Roſtüm- Soubrette. Max Menzel, Gesangskomifer. Mr. Koberstein, Malabarist. Mc. Lean Brothers, Ameritan. Neger- Excentric. Gebr. Willmo, musikalische Clowns. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 51/2 Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Bf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. am Sonntag, den 25. Januar, Vormittags 10 Uhr, Lokale des Herrn Rautenberg, Wasserthorstraße 54. Tages- Ordnung: sowie der Herren Rodgers u. Burnell Fillis 2c. Komische Entrees u. Intermezzos v. sämmtl. Klowns. Morgen, 327 Sonntag: 2 Vorstellungen: Nachm. 4 Uhr( 1 Kind frei). Mazeppa". Abends 71/2 Uhr: Japan." E. Renz, Direktor. Circus Schumann. Friedrich- Karl- Ufer. Heute Abend 71/2 Uhr: Große Vorstellung mit neuem vorzüglich gewähltem Programm. Zum Schluß der Vorstellung: Eine ländl. Hochzeit, Circus unter Wasser. Sensationelle Wallerpantomime. Spezialität: 4 Wassernymphen. Sonntag, den 11. Januar, 2 Vorstellungen, Nachm. 312 Uhr und Abends 71/2 Uhr. In beiden Vorstellungen die sensationelle Wasser- Pantomime. A. Scheffer's Tanz- Inſtitut, Gtablissement Buggenhagen anselvahe 10. Sonntag, 11. Jan. Nachm. 4 U., beg. ein neuer Rurfus.[ 5 Evorabräu am Moritzplatz. Täglich: Grosses Concert. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Wochentags 10 Pfg., Entrée Sonn- und Festtags 25 Pfg. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschank von Pazenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. 641 F. Müller. Kommandantenstr. 77-79. vom Fak 2388 à Glas 10 Pf., 1/2 Liter 20 Pf. Bruno Feige, Vertr., Markusstr. 31, a. d. Frankfurterstraße 1. Jährlicher Kassenbericht. 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Lese- und Diskutirklub „ Feuerbach". Zages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Lütgenau über: Wie stellt sich die Sozial demokratie zur Kirche? 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Nachdem geselliges Beisammensein mit Tanz. Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung 10 J für Frauen n. Männer am Sonntag, den 11. Januar, Abends 6 Uhr, in den ,, Zentral- Festsälen", Oranien- Strasse No. 180. Tages Ordnung: 153 1. Vortrag über:" Der Kampf um das Dasein im Arbeiter leben". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Geselliges Beisammensein. Die Beauftragten. Zu recht zahlreichem Besuch laden ein Gauverein Berliner Bildhauer. Am Sonnabend, den 10. Januar, Abends 9 Uhr, bei Schröder, Reichen- 3. bergerstraße 24, Sihung. Gäste, durch 116 Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Der Vorstand. 209 Mitglieder- Versammlung General-Versammlung am Dienstag, den 13. Januar 1891, bei Feuerstein, Alte Jakobstrasse 75. Tages Ordnung: M 1. Rechenschaftsbericht. 2. Wahl des Vorstandes und der Revisoren. Verschiedenes. Die Versammlung wird pünktlich um 1/29 Uhr eröffnet. Der Vorstand. Verein der Eisen- und Metalldreher Berlins und Umgegend. Beschließende Versammlung 144 der Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Tischler Sonntag, den 11. Januar, Vormittags träge und Verschiedenes.- Gäste haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen ( Dertliche Verwaltung Berlin G) am Sonntag, den il. Januar 1891, Vormittags 10 Uhr, bei Keller, Bergstrasse 68( oberer Saal). Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Alwin Körsten. 2. Diskussion. 3. Abrechnung pro 4. Quartal 1890. 4. Aufnahme neuer Mitglieder. 5. An Der Vorstand. 11 Uhr, bei Bolzmann, Andreasstr. 26. bittet Tagesordnung: 1. Bericht vom freien HilfskassenKongreß. Große öffentliche Versammlung 2. Anschluß an den Aerzteverband. Sämmtl. Textilarbeiter u.-Arbeiterinnen, 3. Verschiedenes. Das Erscheinen aller Mitglieder ist dringend nöthig. Mitgliedsbuch legi timirt.[ 306] Die Ortsverwaltung. Große öffentliche Versammlung fämmtlicher an als da sind: 7 J Weber, Wirker, Spinner, Sticker, Färber, Seiler, Posamentirer, im grossen Saal des Herrn Joël, Andreas Strasse No. 21. Tages- Ordnung: 1. Stellungnahme zu unserem Fachblatt„ Der Tertilarbeiter". Referenten A. Behr- Gera und Alfons Beyer- Kottbus. 2. Kontrolmarke für deutsche A. Holzbearbeitungs- Maschinen Textilwaaren. Referent 3. Reichelt- Chemnis. 8. Verschiedenes. Aße beschäftigten Arbeiter am Sonntag, den 11. Januar, Vormittags 10 Uhr, bei Säger, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Vortrag des Bestes Berl.Weissbier Serrn Dr. Lütgenau über das Altersaus der Brauerei 2426 und Bratweilige Bierhallen Grosses Concert Silfebein A.-G. mit Quartett- Sängern, ausgeführt von den Musik- Direktor H. Sanftleben. Wochentags: Frei- Concert. Sonntags Entrée 20 Pf. Empfehle auch zugleich 8 Billards, 3 Regelbahnen und einen Saal zu Vergnügungen und Versammlungen. F. Sodtke. 703 Castan's Panopticum. Prof. Dr. R. Koch im Labora torium. Amazonen- Truppe a. d. Leibwache des Königs von Dahomey. eu WeihnachtsAusstellung. Damen- Kapelle. Entree 50Pf. Kinder 25 Pf. v.9 Uhr Morg. bis 10 Uhr Ab. PassagePanopticum. 100 neue Gruppen und Figuren. SpezialitätenVorstellung. Entree 50 Pfennig Geöffnet v. 10 Uhr Vorm. b. 11. Ab. Kaiser Panorama. Passage 1 Tr., v. 9 M. bis 10 Ab. Diese Woche: 1. Reise auf der Insel Rügen. 2. Wanderung d. Rußland. 1. Cycl. Pariser Weltausstellung. wird ohne jeden Wasserzusatz bei folgenden Berliner Schankwirthen ( die große Weiße zu 20 Pf., die kleine Weiße 10 Pf.) verabreicht: Emil Böhl, Frankfurter Allee 74. Tertilarbeiter und Arbeiterinnen, sowie alle Wollwaaren- Händler sind zu dieser Versammlung, weil dieselbe besondere Wichtigkeit für diefelben hat, ein geladen. Der Einberufer. Invalidenversicherungs- Gesels. des Erste grosse General- Versammlung Vereins der Plätterinnen und verw. Berufsgen. Berlins 2. Diskussion. 3. Abrechnung der Werkstatt- Kontrolkommission. 4. Wahl einer Agitations- Kommiffion. 5. Bericht der Delegirten der Berliner Streif 1. Vierteljahresbericht. 2. Jahresbericht. 3. Geschäftsbericht des Bor Kontrolfommission. 6. Verschiedenes standes. 4. Wahl des Gesammtvorstandes. 5. Berathung über den Antrag und Fragekasten. 147 des Frl. Wurzel und Gen. 6. Verschiedenes. am Montag, den 12. Jannar, Abends 8 Uhr, in ,, Bötzow's Brauerei, Prenzlauer Altec. Tages Ordnung: Die Werkstatt- Kontrolkommission. Versammlung Des Heinrich Hoffmann, Kaiſerſtr. 4. Vereins der Wäschezuschneider und verw. Berufsgenossen Ernst Magnan, Krautsstr. 13. Adolf Scholz, Kastanien- Allee 35 Abends 9 Uhr, Empfehle a. Freunden u. Bekannten am Montag, den 12. Januar, mein Weiss- u. Bairisch- Bier- Lokal, verbunden mit Frühstücks-, Mittags- in der Brauerei Pfefferberg, und Abendtisch. Auch alle Thüringer Schönhauser Allee. lade ich zum Sonntag, den 11. Jan., Tages Ordnung: 1. Vierteljahresfreundlichst ein zur Gründung eines bericht. 2. Jahresbericht. 3. Diskussion. Vereins. Fr. Hofmann( Thüringer), 4. Wahl des Vorstandes. 5. VerschieNeuenburgerstr. 25. 142 dentes. 6. Fragekasten. F. Stenzel's 8J Der Vorstand. Elegante Masken- Garderobe, Männergesangv. ,, Senefelder" 118 Dresdener- Strasse 118, empfiehlt sich den Lesern des„ Vorwärts" zu billigsten Preisen. 111 Masken- Garderobe 54 Sängerfahrt nach Heiligensee am 18. Januar 1891. Treffpunkt: Weddingpark, Weddingplatz. Kollegen, die gewillt sind, sich an der Bartie zu betheiligen und noch nicht in den Listen eingezeichnet sind, wollen sich höchst elegant. A. Tilgener, Prinzessinnenstr. 15 11. bis spätestens Montag, d. 12. d. M., schriftlich melden bei M. Obier, N., Den Genossen empfehle meine reich- Brunnenſtr. 88 v.( 1J) Der Vorstand. haltige Masken- Garderobe.[ 2 J A. Fay, Röpnickerstr. 51/52, 1 Tr TeppichAusverkauf! Jahrgänge von sozialdemokratischen Blättern und BroSchüren sozialdemokr. Richtung aus der Zeit vor dem Sozialistengesetz werden zu kaufen gesucht. Gefl. Offerten sub J. K. 5774 an M Rudolf Mosse, Berlin SW. Große öffentliche Versammlung P 2 2 h 11 245 I d. Steindrucker, Lithographen u. Berufsg., Schleifer u. Präger, sowie der in der Branche beschäftigten Arbeiterinnen am Mittwoch, den 14. d. M., Abends 9 Uhr, Böhmischen Brauhause, Landsberger Allee No. 11-13 Tages Ordnung: im 1. Abrechnung vom Diätenfonds. 2. Bericht der Delegirten vo Kongreß. Referenten Kollege Mescha und Rose. 3. Diskussion. 4. Be richt der Delegirten der Streif- Kontrolkommission. Referent Rollege Seidel 5. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Der wichtigen Tagesordnung halber bittet um zahlreiches Erscheinen Der Einberufer. Reinickendorf. Große öffentliche 281 sozialdemokratische Volksversammlung Sonntag, den 11. Januar, Nachmittags 1½½2 Uhr, im Restaurant! ,, Seeschlösschen", Mark- Strasse No. 2. Tages Ordnung: M 334 1. Die Segnungen des Aberglaubens". Referent Herr VölkelMagdeburg. 2. Diskussion. 3. Gründung eines Arbeiter- Bildungs- Vereins. 4. Wahl eines Vertrauensmannes für Reinickendorf. 5. Verschiedenes. recht zahlreichen Besuch bittet Der Einberufer. Um Vereinigung der Drechsler Deutschlands ( Ortsverwaltung Berlin). Januar- Versammlungen: Zahlstelle 1: Sonntag, den 11. Januar, Vormittags 10 Uhr, bei Reßner, Annenstraße 16. Vortrag des Stadtv. Zubeil über die Bedingungen Altersversorgung. 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NB.: Am 18. Januar, Vormittage 10 Uhr, findet Annenstraße 16 eine fombinirte Mitglieder- Versammlung, und am 31. Januar ein Maskenball in der Unions- Brauerei statt. 136 Spiegel und Polster- Waaren, Möbel, 9 reelle Waare zu soliden Preisen. Ganze Ganze Ausstattungen in Mahagoni u. Nußbaum; Küchenmöbel in großer 25, geſchichten kauft A. Hannemann, Koch Auswahl empfiehlt Franz Tutzauer, S.-O., Röpnickerstr. 20 straße 56. Fernsprecher Ic 4027. 75 Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen 1 1 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 8. Parlamentarisches. Sonnabend, den 10. Januar 1891. 8. Jahrg. Stavinstraße 9b, als Vertrauensmann für die Stadt Zeitschriften ausdrücklich anderen Vorschristen unterwirft, feinen Arnswalde einstimmig gewählt. Diskussion fand nicht statt Anhalt, während die Hauptfragen über Existenz, Erscheinen und In der am 8. d. M. abgehaltenen Plenarsigung des Bundes- da sich, trotz mehrmaliger Aufforderung, Niemand von den an- Vertheilung der Zeit ngen und Zeitschriften durch besondere Ge raths legte der Vorsitzende, Vizepräsident des Staatsministeriums, wesenden Gegnern meldete. Gegen 100 polnische Zeitungen feße geregelt erscheinen. Staatssekretär des Innern Dr. v. Bötticher, ein Schreiben des( Probenummer der„ Gazeta Robotnicza") wurden vertheilt, die- Es ist bisher auch nie von einer französischen oder deutschen Präsidenten des Reichstags vor, wonach der letztere die ihm selben wurden von den polnischen Landarbeitern förmlich ver- Staatsbehörde eine solche Interpretation versucht worden und vorgelegte Denkschrift über die Ausführung des seit dem schlungen. Wir haben damit hier ein ausgezeichnetes Agitations widerspricht eine solche Auslegung dem Sinn und Wortlaut des Jahre 1875 erlassenen Anleihegefeße zur Berathung ge- mittel in Händen zum Aerger unserer Gegner. Die Versamm Gesetzes, der Natur der Sache und den gesetzlichen Rechten, sowie zogen und anerkannt hat, daß durch die Vorlegung lung wurde mit einem dreisachen Hoch auf die Sozialdemokratie den Rechten der Staatsbürger als auch der Staats- und Postverwal der Denkschrift den Bestimmungen der betreffenden Ge- geschlossen. tung, welche eben solche Präfektendiktatur nicht fennen und sege genügt worden ist. Die Vorlage wurde auf den frei, ohne Kontrole, diejenigen Zeitungen und Zeitschriften, welche Vorschlag des Vorsitzenden dem Ausschuß für RechnungsOttensen. Eine Haussuchung wurde vorgestern in der den gefeylichen Bestimmungen entsprechen und deshalb den Postwesen überwiesen. Mit der bereits erfolgten Ueberweisung der Expedition der hiesigen Norddeutschen Volkszeitung" vor- Debit erhalten haben, vertheilen dürfen resp. vertheilen laffen Gefeßentwürfe über die Kosten in Grundbuchsachen, sowie über genommen. Dieselbe verlief aber resultatlos. Die Polizei suchte dürfen. Gleichwohl dürften die neuen Vorkommnisse in Kolmar Wasserbenutzung und Wasserschutz für Elsaß- Lothringen und der eine Korrespondenz aus Kiel, welche in der Zeitung abgedruckt mit diesem Verfuch der fraglichen Gesetzesbestimmung einen unVorlage, betreffend Formulare zur Ausfertigung der Genehmigungs- war und eine Beleidigung des Kieler Krankenhaus- Kollegiums richtigen Sinn unterzuschieben, zusammenhängen, worauf wir die urkunden für bewegliche Dampfschiffstessel pp. an die zuständigen enthalten soll, wegen welcher gegen den Redakteur Stengele eine reichsländischen Genossen hiermit aufmerksam gemacht haben Ausschüsse erklärte sich die Versammlung einverstanden. Von der Anklage erhoben worden ist. Nachweisung über die Rechnungsergebnisse der See- BerufsgenossenHerr Rechtsanwalt Heyder, welcher den Genossen Beck verschaft für das Jahr 1889 nahm dieselbe Kenntniß. Dem Düsseldorf, 8. Januar. Am 7. Januar wurde hier der theidigt hat, hob alles dieses energisch hervor, er bewies, daß Gesetzentwurf, betreffend die kaiserliche Schuztruppe für Genosse Menzler, Vorsitzender des deutschen Schneiderverbandes, frühere derartige Verfolgungen niemals auf Art. 6 des gedachten Deutsch- Ostafrika, dem Entwurf eines Vertrages zwischen und die Wirthin, wo der Verband tagt, zu je 20 m. verurtheilt, Gesetzes, sondern auf Art. 2 des Gesetzes vom 17. Februar 1852 Deutschland und Dänemark, betreffend Aufhebung weil in der außerordentlichen Mitgliederversammlung, wo Frau über Behandlung ausländischer Zeitungen basirt sind und prodes Abschosses und Abfahrtsgeldes( wie wir schon in der vorigen Ihrer gesprochen hatte, Gäste anwesend waren. testirte insbesondere gegen den Polizeibericht und die staatsNummer an gleicher Stelle kurz berichteten), und den Entwurf eines anwaltschaftliche Anklage, welche in gesetzlich keineswegs zu rechtGesezes, betreffend die Feststellung des Landeshaushalts- Etats von Halberstadt. K, Berg, Redakteur der Sonntags- Zeitung", fertigender Weise die Zugehörigkeit Beck's zu einer gewissen poliElsaß Lothringen für 1891/92, wude die Zustimmung ertheilt. wurde wegen Beleidigung des Bürgermeisters von Blankenburg tischen( nämlich zur sozialdemokratischen) Partei als Thatumstand Endlich wurde über den Sr. Maj. dem Kaiser zu unterbreitenden zu 100 M. Geldbuße ev. 20 Tagen Haft verurtheilt, für Anwendung des Gesetzes geltend gemacht habe. Vorschlag wegen Wiederbesehung der erledigten Stelle eines ständigen Mitgliedes im Reichs Versicherungsamt Beschluß gefaßt. Mit der Vorbereitung des Vorschlags an Se. Majestät für die Wiederbesetzung der Stelle des Präsidenten des Reichsgerichts wurde der Ausschuß für Justizwesen beauftragt, Korrespondenzen und Parteinachrichten. " * * Leipzig- Anger, 8. Januar. Der Genosse E. Eger in LeipzigAnger ist in Untersuchung genommen worden erstens wegen des Vergehens gegen die Verordnung vom 14. Juli 1849( Tragen republikanischer Abzeichen), ferner wegen unerlaubten Sprechens am Grabe. Der Anklage liegt folgender Vorgang zu Grunde: Anfang November wurde ein Parteigenosse begraben, Eger trug einen Kranz mit rother Schleife; am Kirchhof angelangt, war der Geistliche noch nicht da, deshalb sprach Eger bei der Niederlegung des Kranzes ungefähr wie folgt:„ Du warst uns ein treuer, braver Genosse, ruhe in Frieden." Da trat der Geistliche heran und Eger war ruhig. * Die wollen. Lokales. liegt in den Zahlen des städtischen Verwaltungsberichts pro Zum Kapitel der Wohnungsnoth unter den Arbeitern 1889/90 ein neuer sehr interessanter Beitrag vor. Danach betrug die 3ahl der Grundstücke in Berlin 1889/90 " " 1888/89.. " " 21 974 21 262 712 380 966 • 1888/89 361 834 . 9 19 132 871 010 353 318 · 17 692 9.956 1888/89 8516 " . ergiebt ein Plus von 1440 . Heute gelangt zur Ausgabe die 2. Nummer der ,, Gazeta ergiebt ein Plus von Robotnicza, unseres polnischen Bruderorgans. Dieselbe enthält Braunschweig, 8. Januar. In der heutigen Sigung des Gesammtzahl der Wohnungen und Gelasse 1889/90 einen Leitartikel über die Arbeiterschutz- Gesetze, einen zweiten Ar- Landgerichts, Staffammer 11, wurde gegen den Tischler Ebeling tikel mit der Ueberschrift Bete und arbeite". Der Rubrik" Wie aus Hamburg wegen Majestätsbeleidigung verhandelt. geht es den Arbeitern?" enthält eine Schilderung der Lage der Deffentlichkeit wurde ausgeschlossen. Der Staatsanwalt Hustedt ergiebt ein Plus von Bergarbeiter in Oberschlesien und Notizen über Streits. Die hatte 1 Jahr 3 Monate beantragt, das Gericht erkannte der Von obigen Wohnungen und Gelassen waren verpolitische Rundschau enthält Notizen: den Stempelerlaß zu Gunsten Jugend des Angeklagten wegen auf 1 Jahr. Die Untersuchungsmiethet 1889/90 des Herrn von Lucius, über die ruthenische radikale Partei in haft währte 7 Wochen. Nachdem die Deffentlichkeit wieder her- Von obigen Wohnungen und Gelassen waren verGalizien und polemische Ausfälle gegen die polnische Bourgeoiste- gestellt war, bat der Angeklagte um Strafaufschub, ihn auf freiem miethet 1888/89 presse. Das Feuilleton enthält eine kleine Erzählung„ Am Weih- Fuße vorläufig zu lassen, da er seine Mutter noch vor Antritt nachtsabend". Abonnementsanmeldungen sind zu richten an den seiner Strafe besuchen wollte. Dies wurde seitens des Gerichts Das heißt, die Gesammtzahl der unvermietheten Wohergiebt ein Plus von Verleger, Genossen Wladislaus Kurowski, Berlin SW., Beuth- abgelehnt. Straße 2, 4 1. nungen und Gelassen betrug 1889/90 • e • • Mit anderen Worten heißt das: Das soziale Elend unter Chemnitz. Die in Nummer 5 unseres Blattes gebrachte Arnswalde, N.-M. Hier im äußersten Osten der Provinz, Notiz über die Verweigerung von Ueberweisung unseres hiesigen zwischen Pommern und Westpreußen, wo der Großgrundbesitz Partei- Organs seitens der Chemnizer Post ist zwar richtig, falsch die Hauptrolle spielt und auch die Großindustrie schon vertreten sind aber, wie uns geschrieben wird, die Konsequenzen, welche der ärmeren Bevölkerung hat in dem Jahre der künstlichen Brotist, hat man immer gesagt, daß hier keine Sozialdemokratie existire. aus dieser Thatsache gezogen werden. Die Post ist nur verpflichtet, und Fleischvertheuerung so enorm zugenommen, daß die Zahl der Aber schon die letzte Woh! am 20. Februar hat gezeigt, daß auch in einem bestimmten Verhältnisse zu den abonnirten Exemplaren in Berlin leerstehenden Wohnungen in unverhältnißmäßigem Umhier nicht alles Gold ist, was glänzt betreffs der Arbeiterverhält- Ueberweisungen anzunehmen. Da das Verhältniß überschritten nisse. Denn hier wurde zwar nur eine Versammlung ab- war, so war die Post im formellen Rechte, weitere Ueberweisungen fang zur Zahl der neugeschaffenen Wohnungsgelegenheiten und gehalten, und doch war schon der achte Theil aller abgegebenen nicht anzunehmen. Wir bedauern über den Fall unzutreffend be- der zugezogenen Personen zugenommen hat, wie wir gleich ausführen wollen. Stimmen sozialistisch, was damals allgemeines Aufsehen erregte. richtet zu haben. Das Jahr 1890 war ein für Entfaltung der Bauthätigkeit Wir hatten am Sonntag, den 4. Januar d. J., eine große öffentliche Volksversammlung, in welcher Genosse Millarg- Berlin über Met.( Neue Schrauben.) In der Sigung der Strafkammer notorisch ungünstiges. Die anziehende Geldrate und die Theueden Parteitag in Halle Bericht erstattete. Solche Arbeiter- Ber- des kaiserl. Landgerichts Metz vom 18. d. Mis. wurde Genosse Stockung der Bauthätigkeit. Der Jahresbericht eines bekannten rung der Materialien führten zu einer zeitweise gänzlichen sammlung hat Arnswalde noch nicht erlebt, es waren wohl 300 Beck zum zweiten Male wegen unerlaubter Rolportage prozessirt Sypothekengeschäfts konstatirt, daß die Bauthätigkeit in Berlin bis 400 Personen anwesend, ohne diejenigen, welche außerhalb und freigesprochen! weil er das Abonnement der sich start abschwächte, weil die Inhaber von Baustellen zu ferne des Saales an den offenen Fenstern standen und ohne die, welche Arbeiter- Chronit" für eine Anzahl Genossen besorgt hatte. ren Verkäufen ohne Anzahlung nicht zu bewegen waren und weil fortgegangen waren, weil sie feinen Platz im Saal erhielten, der Nach dem mündlich gesprochenen Urtheil ist jedoch, entgegengesetzt dem Baugeschäft die früher so fräftig einwirkende Stüße der schon eine halbe Stunde vor Anfang der Versammlung gesperrt dem Erstrichter, die Anwendbarkeit des Art. 6 des Gesetzes vom Grundkredit- Banten entzogen wurde, welche ihre eigenen Pfandwar. Der Referent entledigte sich seiner Aufgabe in treffender Weise, 27. Juli 1848 auf Zeitungen ausgesprochen worden, welche in briefe nicht unterbringen und daher keine Baugelder ausleihen oft von lebhaftem Beifall unterbrochen, in ungefähr 21/ 2stündiger Deutschland resp. Elsaß- Lothringen erscheinen und von der Post fonnten. Es ist also jeststehend, daß die Anzahl der Neubauten Rede. Derselbe hat zur vollsten Zufriedenheit seiner hiesigen befördert und vertheilt werden, und ist Genosse Beck nur wegen im Jahre 1890 gegenüber früheren Jahren eine sehr verminderte Mandatgeber gewirkt und durch die passenden Hinweise unzureichender Thatumstände zum zweiten Male freigesprochen war. auf unsere hiesigen wirthschaftlichen Verhältnisse, die hiesigen Ar- worden. Die beschlagnahmten Zeitungen wurden nicht zurück- trotz des folossalen Bevölkerungszuwachses, wie er durch die Wenn trotz dieser Einschränkung der Bauthätigkeit und beiter, sowie die ländlichen Arbeiter von den umliegenden Gütern gegeben, weil die Staatsanwaltschaft wahrscheinlich noch Revision Volkszählung festgestellt ist, die Anzahl der leer gebliebenen ohfür unsere Sache gewonnen. Der Erfolg der Versammlung war einlegen will. Es ist deshalb vom Genossen Beck Beschwerde er- nungen sich neuerdings um 1440 vermehrt hat, dann bedarf es noch weiter, daß beschlossen wurde, einstimmig einen Arbeiter- hoben. Bildungsverein zu gründen. Es wurden auch gleich 4 Genossen faum eines ferneren Beweises für die materielle Verschlechterung Zu solchen Prozeduren giebt aber das Gesetz, welches in der Lebenshaltung der unteren Voltsschichten. gewählt zur Ausarbeitung von Statuten. Dann wurde die Ge- Artikel 6 die besondere behördliche Erlaubniß ausdrücklich nur nossen Karl Prochnow aus Bernsee als Vertrauensmann für den für Bücher, Schriststücke, Flugschriften, Stich- oder Steindrucke welche ihr Wohnungsbedürfniß in Berlin nicht befriedigen Irgendwo geblieben müssen die Arbeiterfamilien doch sein, Arnswalder Kreis und Albert Semmrich aus Arnswalde, vorschreibt und die entsprechende Behandlung von Zeitungen und fonnten. Sie haben sich einfach den Außenbezirken, den VorRothenburger Tage. " Roman aus der Zeit des großen Bauernkrieges von 1525. verschwand. Von Wilhelm Blos. ( 32. Fortsetzung.) Der Junker zog den Beutel und ließ ein Stück Geld schweres Ungemach erdulden, sprach er, der Uebermuth der in die Hand des Spionen fallen, worauf der Zerlumpte Herren, die noch jüngst so klein gewesen und sich geduckt, " Wir greifen den Menzinger, wenn er aus der Kirche Aber nicht die Bauern selber hätten verschuldet, was ge sei wieder geschwollen, wie dem Kampfhahn der Kamm. kommt", sagte Schäferhans." Denn er wittert Unrath und kommen, sondern die Herren mit ihrem Stolz und ihrer will entreiten. Die Predigt wird ihm schwerlich frommen." Gier, die den gemeinen Mann also bedrückt, daß ihm das Das glaub' ich nicht," meinte Schäferhans. " Ich thu' mit", sagte Junker Kunz, ich hab' eine Joch unerträglich geworden. Und so kam der brave Pfarrer Weil Ihr die Weisheit eines hohen Raths nicht er- Freude dran, wenn wir ihn demüthigen." faffet," sagte der Junker mit lächelnder Ueberlegenheit.„ Denn ins Feuer und seine Worte wurden derb, wie es damals die Stadt soll dem Truchsessen viertausend Gulden BrandWenn Alles glatt geht und der Menzinger im Thurm an Allem die Schuld aufladen, die wären Hunde und bräuchlich war, denn er sprach, die den armen Leuten wollten schatzung geben, auf daß er sie nicht überzieht. Solche liegt, dann soll ein Jeder einen großen Krug Wein haben!" Schweine. Steuer aber zahlt Niemand gern, und so hat ein ehrbarer Topp!" schrie einer der Knechte, ein wüster Gesell mit und weiser Rath den Menzinger beauftragt, die Brand- einem gemeinen, aufgedunsenen Gesicht, den Krug Wein so auch hier. Die Gemeine ward sichtlich durch des HauptGrobheit erfrischt gar manchmal verzagte Gemüther und schatzung einzutreiben. Da schreien denn die Gevatter, daß wollen wir uns verdienen!" der Menzinger, der sonst doch ein Anführer und Redner, Als der Gottesdienst zu Ende pfarrers Predigt gehoben. war, da vernahm man allerlei Redensarten, während die Stadtvolt." „ Das will ich meinen," antwortete der Junker. Dann wandte er sich an die Stadtknechte: " Sie wappneten sich.: sie plündern will. Wisset, ein hoher Rath kennt sein firche andächtig der Predigt zu; neben ihm saß seine Haus von Neufig gepredigt habe, er vermöge einen Nebel zu Derweilen hörte Stefan von Menzingen in der Jakobs Menge hinausströmte, da sprachen sie davon, daß der Pfarrer " Ah, sehr fein, sagte der Schäferhans schmunzelnd. frau und neben ihr Agnes von Badell, die im Menzingen schen machen, daß dreihundert Mann ungesehen in die Stadt Da werden sie freilich den Menzinger in der Brühe stecken Haus eine Zuflucht gefunden. Das gab den Leuten wieder kommen möchten. Lassen." Manches zu reden; doch kamen in dieser bewegten Zeit zu Das Pfäfflein hat wohl selbst einen Nebel in seinem viel solcher Dinge vor, als daß man sich allzu lang dabei Kopf"" rief Meister Pfriem, der Schneider, der erst zur aufgehalten hätte. Die ganze alte Ordnung schien ja aus neuen Lehre gestanden war, jetzt aber wieder zum Rathe den Fugen gegangen zu sein; da mochte wohl auch die neigte. Tochter eines alten Geschlechts verstoßen und auf Gast Meint Ihr, Meister Windfahne?" sagte Kilian freundschaft angewiesen sein, und die müßigen Zungen hatten Gtschlich, der Tuchscheerer.„ Wir gedenken wohl noch noch andere Beschäftigung. mehr, denn dreihundert Mann in die Stadt zu bringen." Das wird man einem hohen Nath anzeigen", rief Pfui, Spion!" antwortete Kilian Etschlich. Es pochte an die Thür und ein Maun trat ein in zerLumpter Kleidung; mit scheinbar gleichgiltiger Miene, ein Bettler von Profession. war ein Spion. " Was bringst Du?" frug der Junker. Der Zerlumpte " In des Menzingers Haus stehen Pferde gesattelt," antwortete der Kundschafter; der Menziger selbst ist mit der zu der Gemeine. Die Vornehmen waren zu Haus geblieben; Meiſter Bfriem. Es predigte an diesem Sonntag der Doktor Deuschlin Menzingerin und dem Fräulein von Badell in der Jakobs- sie waren dem Voltsprediger lange gram, der ihnen aufwies, kirche, um die Predigt zu hören. Die Badell wohnt bei ihm, wie sie sich an dem armen gemeinen Mann versündigt. Aber In diesem Augenblick trat Stefan von Menzingen mit er hat sie aufgenommen." Das Lettere wissen wir," sagte Junker Kunz barsch, begierig dem Hauptpfarrer. Er sollte ihnen Troft spenden der Kirche. die ärmeren Bürger, die strömten zusammen und lauschten seiner Hausfrau und mit Agnes von Badell aus dem Portal ,, weißt Du nichts von dem Doktor Karlstadt?" in dieser schweren Zeit, da der Stern der Freiheit kaum am Alle schauten auf ihn und seine stattliche Erscheinung. Nein!" Himmel aufgegangen und schon wieder mit trüben Wolken Er trug sein Haupt stolz wie immer; der prächtige schwarze verhüllet war. Kamlottmantel, der von seinen Schultern fiel, ließ seine Gestalt noch größer und ansehnlicher erscheinen. " So such, wo er verborgen liegt!" " Die Herren denken sich solch ein Fürnehmen auch leichter als es ist," sagte der Spion und hielt seine Hand hin. die christlichen Brüder, die Bauern draußen auf dem Lande, Dottor Deuschlin sprach ihnen Muth ein. Jetzt müßten „ Laffet doch den Schneider!" sagte er zu dem Tuch und 3 orten Berlins, zugewendet. Das stimmt nicht nur mit unseren Die über die Oberspree führende Waisenbrücke liegt| selbst sterben, was aber immerhin möglich ist, so unterliegt es eigenen Wahrnehmungen, das bestätigt auch der eingangs er in einem der bedeutendsten Verkehrszüge Berlins: gleichwohl doch keinem Zweifel, daß sie der erneuten Gefahr einer zweiten wähnte Jahresbericht, der dem Großhandel in zukün tigen Bau- ist dieselbe, wie die meisten aus früherer Zeit herstammenden Infektion ausgesetzt werden. In diesem Punkte stimmt also die terrains um Berlin herum auch unbeeinflußt von dem Stande Brücken als hölzerne Jochbrücke mit beweglichen Klappen her von Virchow aus den Beobachtungen an Zeichentheilen mit der des internationalen Geldmarkts und den sonstigen Fährlichkeiten gestellt, und besitzt zwischen den Geländern nur eine Breite von von Klinikern am Krankenbette gewonnenen Anschauung überein, des Baugeschäftseine bedeutende Zukunft voraussagt, da das 6,9 Meter, von denen der Damm 4,3 Meter, die beiderseitigen während über die Art der Wirkung der Koch'schen Lymphe noch Ergebnis der Volkszählung dem Großhandel zu Statten tomme. Bürgersteige je 1,3 Meter einnehmen. Daß bei dem stetigen weitere pathologisch- anatomische Untersuchungen angestellt werden Das bestätigen auch die zahlreichen neuen Projekte, welche eine wachsenden Verkehre die an der Brücke alljährlich erforderlich müssen, ehe sich ein flares Bild und eine genügende Erklärung der findige Spekulation aufs Tapet bringt und von denen wir vor werdenden Ausbesserungen sich an Umfang und Kosten entan Lebenden gemachten Beobachtungen erzielen läßt. Kurzem erst eines charakterisirt haben. sprechend vergrößern, daß ferner die durch solche Reparaturarbeiten, Aus der Statistik erfahren wir ferner, welcher Art die neu- sowie durch das Ziehen der Klappen hervorgerufenen Ueber die Kriminalstatistik Berlins hat das statistische geschaffenen Wohnungen waren. Denn diefelbe giebt das Plus Störungen des Verkehrs bei der Zunahme des letzteren Jahrbuch der Stadt Berlin für das Jahr 1888 aus den Erdes Miethswerths der vermietheten bezw. von den Eigenthümern sich immer fühlbarer zur Geltung bringen, bedarf nur hebungen des kaiserlichen statistischen Amtes, sowie aus den Aften benutten Wohnungen auf 14 030 372 M. an, was auf obige der Erwähnung. Unter solchen Umständen und da auch der Ministerien, des Polizeipräsidiums 2c. folgende interessante 17 692 mehrvermiethete Wohnungen einen Durchschnittsbetrag die Breite der Brücke den gegenwärtigen Verkehrsverhältnissen Daten festgestellt: In jenem Jahre sind hierselbst 12 719 Personen von 793 M. pro Wohnung darstellt. nicht mehr genügt, so ist schon seit geraumer Zeit die Stadt- wegen Verbrechen und Bergehen verurtheilt worden, ganz abgeMan sieht also auch aus der Statistik, daß die neu ge- Bauverwaltung mit dem Gedanken umgegangen, die besprochene sehen von den wegen Uebertretungen Verurtheilten. Vor den schaffenen Wohnungen nur dem Wohnungsbedürfniß der Bourgeois Brücke zu beseitigen und durch ein mit festem Unterbau ver- 12 719 Personen waren 4689( 36,8 pet.) vorbestraft. Die Verzu Gute kommen. sehenes Bauwerk zu ersehen. So lange indessen die Frage der urtheilung erfolgte bei 2084 Personen( darunter 167 Frauen) Wie arg die Wohnungsverhältnisse der ärmeren Bevölkerung Verbesserung des Spreelaufes im Innern Berlins und mit dieser wegen Verbrechen und Vergehen gegen Staat, Religion und die sich zugespitzt haben müssen, erhellt endlich daraus, daß selbst der die Senkung des Hochwasser Spiegels in der Ober- und Unter öffentliche Ordnung, bei 4171( darunter 997 weibl.) wegen Ver" Rück"- Pardon„ Fortschrittsring" der städtischen Kommunal- spree nicht zur endlichen Erledigung gelangt war, fonnte auch brechen und Vergehen gegen die Person, bei 6433( 1511 weibl.) verwaltung fich genöthigt sah, den famosen Baumeister Wohl bei dieser Brücke, für welche die schwebende Regelung der Vor- wegen Verbrechen und Vergehen gegen das Vermögen und gegen gemuth einen, die Wohnungsverhältnisse betreffenden, Antrag fluthverhältnisse eine Senkung von ca. 1,5 Meter in Aussicht 32 Personen( 2 weibliche) wegen Verbrechen und Vergehen im einbringen zu lassen. stellte, der immer dringlicher werdende Umbau nicht in Angriff Amte. Was speziell die Armee der Berliner Spizbuben betrifft, Die Folgen dieses Antrages werden wir ja bald spüren. genommen werden. Nachdem jedoch durch die in Ausführung so wurden im Laufe des Jahres 3238 Mitglieder derselben ver Jegt wird sich die Kommunalverwaltung wohl mit der Frage begriffene Spreeregulirung die angedeutete Vorfrage zu einer beurtheilt, darunter 313 wegen schweren Diebstahls fast hätten wir„ befassen" gesagt. Nein, befassen im praktischen stimmten und befriedigenden Lösung geführt ist, haben die städtischen wegen Raubes. Die Zahl der verbrecherischen Frauen Sinne werden sich unsere Stadtväter fauin mit der An- Behörden sich dahin schlüssig gemacht, mit dem Bau einer neuen war, abgesehen dem fast ausschließlich diesem Gegelegenheit. Brücke an Stelle der jetzigen Waisenbrücke vorzugehen. Die Mittel- schlecht eigenen Verbrechen wie Kindesmord, Aussetzung 2c. Im günstigsten Falle dürfen wir wohl darauf rechnen, daß linie der Brücke schneidet die Richtung des Stromes unter einem überwiegend bei Todtschlag( 2 Frauen unter 3 Verurtheilten), " Erhebungen" angestellt werden. Wintel von 90 Grad. An der Brücken- Baustelle beträgt die Breite Menschenraub und Entführung, Brandstiftung, dann besonders Solche Erhebungen sind eine sehr gute Gelegenheit über den der Spree zwischen den zukünftigen Normaluferlinien gemessen bei Kuppelei( 221 oder 49 pCt.), Beleidigung( 506 oder 34,3 pSt., Kern der Sache hinwegzuschleichen. 72 Meter. Die Breite der Brücke beträgt zwischen den Stirnen einfacher Hehlerei( 68 oder 26,5 pCt.), einfachem Diebstahl( 709 Weniger als 18 Jahre alt waren 1085 Auch die Regierung läßt seit längerer Zeit schon Gr 211/2 Meter; zwischen den Geländer- Rinnenkanten 20 Meter; von oder 24 pt.) 2c. 2c. hebungen anstellen über die Wohnungsverhältnisse der unteren dieser nutzbaren Breite wird der Fahrdamm 12 Meter und je der Verurtheilten. Ein besonders hohes Kontingent stellte diese Beamten in Aachen, Breslau, Köln, Elberfeld, Barmen, Magdeburg, 4 Meter die beiden Bürgersteige in Anspruch nehmen. Die Kosten Altersklasse zu den Verbrechen und Vergehen gegen das VerHannover und Altona, in der Absicht, selbst Wohnungen für für die Brücke einschließlich der die Aufrechterhaltung des Ver- mögen( 15 pet.); insbesondere war sie bei schwerem Diebstahl ihre gering besoldeten Beamten zu bauen. Die Erhebungen der tehrs erforderlichen Hilfskonstruktionen, sowie der Rampenanlagen mit 103 oder 32 pet. aller Verurtheilten betheiligt.- Dem Regierung erstrecken sich auf die Bedürfnißfrage, das Verhältniß u. f. w. sind auf 1 050 000 m. veranschlagt; hiervon wird die Kriminalkommissariat waren im Laufe des Jahres überhaupt der Gehaltsbezüge zu den Wohnungspreisen, die Heizbarkeit, Herstellung des eigentlichen Brückenbauwerts 685 000 m., die zur 34 236 Anzeigen über vorgekommene Verbrechen und Vergehen Ueberfüllung der Wohnräume und Entfernung der Wohnung Aufrechterhaltung des Verkehrs während des Baues an der alter erstattet worden. Unter 2091 wegen Diebstahls eingelieferten von dem Ort der Thätigkeit der Beamten. Brücke erforderlichen Veränderungen 40 000 m. und eine An- Personen befanden sich 459 Einbrecher. Das Verbrecher- Album In welcher Richtung sich die Erhebungen der Stadtverwaltung höhung und Regulirung der angrenzenden Straßen und Pläge enthielt 5923 Photographien und zwar von 40 Mördern, 1342 bewegen werden, wissen wir nicht. Wahrscheinlich wird man zu 325 000 M. in Anspruch nehmen. Die Kosten für die Beseitigung Ginbrechern, 574 Taschendieben, 271 Ladendieben, 478 Schlafnächst die Bedürfnißfrage erörtern, was alle Welt mit Händen der Pochhammer'schen Badeanstalt sind in dem angegebenen Ge- stellendieben, 247 Bauernfängern, 498 Betrügern und Hochstaplern, greifen kann, ohne Statistik und ohne Erhebungen, sondern mit fammitbetrage jedoch nicht enthalten. Der von der Stadt- 256 Boden, Kolli- und Paletotdieben, 586 Prostituirten, 441 3uHilfe des Organes der Sehthätigkeit, um dann vielleicht über- verordneten- Versammlung niedergesetzte Ausschuß zur Vor- hältern, 144 Landstreichern und 1046 Verbrechern verschiedener zugehen auf eine Erhebung über die Zahl der disponiblen fis- prüfung dieses Projekts hat dasselbe mit einer unwesentlichen Art. Unter Polizei- Aufsicht standen 960 Personen, unter ſittenfalischen Grundstücke, die Lage der eventuell zu expropriirenden Aenderung genehmigt. polizeilicher Kontrole 3392 Frauenspersonen. Bettler wurden im Terrains ec.Bolizeibezirk Berlin 15 888 aufgegriffen, darunter 1156 Weiber und 269 Kinder. Davon wurden 1524 mit Korrektionshaft be legt, d. h. dem Arbeitshause überwiesen. " von Wie aber, wenn nun die Erhebungen" ergeben werden, daß Die Generalversammlung der Medizinischen Gesell die Mißstände nicht zu beseitigen sind durch den Regiebau von schaft war nur schwach besucht. Das Hauptinteresse des Abends Arbeiter Neamtenwohnungen, weil feine genügende fichungen anne het innspruch, den derfelbe nach UnterDen Kolonialwaaren Händlern ist bei Einkauf von ge Anzahl von Terrains erreichbar wäre? Und, wenn selbst suchungen an einer Reihe von Präparaten über die Wirkungsdiese Frage zu Gunsten der Regiewohnungen ausfallen wird. weise des Koch'schen Mittels hielt. Die Anschauungen des Patho- pulverter Muskatblüthe eine besondere Vorsicht anzurathen. Es Was wird geschehen, wenn die Erhebungen ergeben sollten, daß logen über den wichtigen Punkt differiren nach verschiedenen kommt eine Sorte dieses Gewürzes in den Handel, welche nach die Möglichkeit der Herstellung billiger Wohnungen zwar vor- Richtungen hin mit denen Professor Koch's. Herr Virchow hält dem Gutachten des Gerichts- Chemikers Dr. Bein etwa 70 pet. handen ist, aber nicht die Deckung der hierfür nothwendigen dafür, daß die Meinung, die Koch'sche Injektion zerstöre das einer fast werthlosen Masse, Pulver von sogenannter„ BombayMittel mit Sicherheit in Aussicht steht. tuberkulöse Gewebe, zwar möglich, aber nicht erwiesen ist. Macis" enthält. Es ist gegen eine Anzahl Händler, welche dies Dann wird wohl nichts geschehen. Dann wird man sich wohl mit Freilich zeigen sich in den untersuchten Theilen Zeichen des verfälschte Gewürz feilhielten, Anklage wegen Vergehens gegen dem Bewußtsein abfinden, das Gute einmal gewollt zu haben. Berfalls, es sei aber nicht über allen Zweifel erhaben, daß diese das Nahrungsmittel- Gesetz erhoben worden. Lange hat es ja gedauert, ehe die Rück"- Pardon- Fort Borkommnisse aus der Injektion ſelbſt reſultiren, da sie auch bei Für die reichliche Zufuhr von Wild, die gegenwärtig Schritts- Bersammlung" im Rothen Hause überhaupt aus ihrer solchen Patienten gefunden würden, welche niemals mit Koch'scher Lethargie hinsichtlich der Wohnungsangelegenheit erwachte. Wir Lymphe behandelt sind. Echte Tubertel hat Virchow felbft in nach Berlin stattfindet, ist das anhaltende Frostwetter sehr vor fürchten sehr, die ganze Sache ist jetzt, nachdem die Bauspekula- vielen Fällen untersucht, aber eine deutliche Veränderung an theilhaft. Die Wildstücke kommen sämmtlich in vollständig getion und die Aktienspekulation das Fett abgeschöpft haben, schon ihnen nicht gefunden. Zugleich trat der Vortragende der Ansicht frorenem Zustand hier an, so daß die so beschaffenen Rohleichen post festum. Wer wird auch glauben, daß die Gemeinde- verschiedener Beobachter entgegen, als rege die Lymphe das Aus- auf die Beine gestellt werden können; die Wildhändler benugen Verwaltung für derartige gemeinnützige Schöpfungen Gelder brechen von Tuberkeln an, d. h. als erweise sie die Infektion diese Gelegenheit, um solche Wildstücke auszustellen, was feinesopfern werde. Sie braucht ihre Ueberschüsse ja zu Fest- und von Stellen des Körpers, von der man ohne Injektion feine wegs immer schön aussteht. Für die Käufer solcher gefrorenen Vorstellung hatte. Virchow ist vielmehr der Meinung, daß dieser Wildstücke empfiehlt sich aus diesem Anlaß Vorsicht( a pasiirt Zweckgelagen. so viel umstrittene Vorgang sich auf folgende Weise besser er in den Markthallen fast täglich, daß Frauen, welche Hasen kaufen, Wir erhalten folgendes Schreiben: In Erwiderung kläre. Daß die Injektionen eine Zerstörung an besonders alten, das festge rorene Wild unter den Arm nehmen, was manchmal Ihres Artikels vom 23. v. M. betreffend die Fabrifordnung" aber noch nicht abgestorbenen tuberkulösen Geweben hervorrufe, recht drollig aussieht. Hier beginnt dann aber der Hase, infolge der Luxuspapier- Fabrit von W. B. in der Reichenbergerstraße er ist, wenn auch nicht direkt zu beweisen, so doch sehr wahrscheinlich. der ausströmenden Körperwärme der Käuferin aufzuthauen und lauben sich unterzeichnete zu erklären, daß der Bassus: Arbeiter, Soviel steht fest, daß zu den affizirten Theilen ein mächtiger Blutzufluß das gefrorene Blut im Innern des Thieres wird dadurch wieder welche im Laufe der Woche willkürlich ihre Arbeit verlassen, haben stattfinde, durch welchen theils allein, theils in Verbindung mit der flüssig. Zu Hause angekommen, manchmal auch schon unterwegs, teinen Anspruch auf Lohn," sich nur auf Arbeitsburschen bezieht, angenommenen Veränderung der tuberkulösen Gewebe ein Frei- machen dann die Frauen die unliebsame Entdeckung, daß der da es wiederholt vorkommt, daß dieselben bei schönem Wetter, werden von Tuberkelbazilleu sehr wohl erklärlich ist. Diese Keime todte Hafe die Kleidungsstücke der Käuferin mit großen, schwer Paraden und dergleichen ihre Arbeit willkürlich verlassen und so werden dann durch die Lymphgefäße verschleppt und siedeln sich an zu beseitigenden Blutflecken bedeckt hat. die übrigen Arbeiter gezwungen sind 1 bis 2 Tage stille zu stehen, anderen Stellen an, so daß man eigentlich von einer neuen InUnter den in der Neujahrsnacht Siftirten befindet sich wodurch dem Prinzipal ein erheblicher Schaden erwächst. Auf fettion sprechen faun. Ueberhaupt ist Virchow der Meinung, auch ein Taubstummer. Derselbe ist aber nicht etwa irrthüm Veranlassung des Personals ist obengenannter Passus dahin ab- daß die Injektion Koch'scher Flüssigkeit bei denjenigen Kranken lich festgenommen, sondern wirklich wegen Spektakelmachens geändert, daß er sich nur auf Arbeitsburschen und schlecht wirken muß, von denen man von vornherein annehmen eingesteckt worden. Durch das Ausstoßen unartikulirter Töne, Mädchen bezieht. Steindrucker, Lithographen und Stein- fann, daß ihnen die Kraft fehlt, die veränderten Massen auszu wie sie ja Taubstumme hervorbringen können, verursachte der schleifer haben mit oben Gesagtem nichts zu thun, sondern haben husten. Wenn die Patienten diese Gepektoration nicht bewert- Mann einen solchen Höllenlärm, daß sich schließlich ein Schußmann sämmtlich 14 tägige Kündigung. Eine Fabrikordnung bestelligen fönnen, so ist es klar, daß die Bazillen, welche vor der seiner erbarmen mußte. Der Ruhestörer hat ein Strafmandat Des Gewebes steht im Geschäft überhaupt nicht. Um Aufnahme des Artikels Beeinflussung ruhig lagen und nun in erhalten. Beruhigt er sich nicht dabei, so wird sich in nächster neues Bewegung gekommen sind, Material für im Interesse der Arbeiter bitten: U. Becker. C. Metten. A. Karthäuser. N. Seeland. R. Große. Insektion bilden fönnen, ja, sogar bilden müssen, wenn Zeit das Schöffengericht mit der auf den ersten Blick etwas Eug. Strieber. E. Mundhaß. F. Fehlow. M. Jarmuszkiewicz. sie durch die Athmung in tiefere Lungentheile hinab- feltfam flingenden Frage: Rann ein Taubstummer wegen ErG. Faber. Kahn. Handtke. Friebel. C. Becker. D. Hofmann. gezogen werden. In olge dessen fühlt sich Professor Virchow ver- regung ruhejtörenden Lärms bestraft werden?" zu beschäftigen E. Sievert. R. Klingberg. F. Lappke. A. Schulze. J. Niclas. pflichtet, davor zu warnen, solchen Kranten Koch'sche Injektion W. Tangermann. N. Henckel. F. Groth. H. Pöting. Meißner. beizubringen, deren Kräftezustand ein sehr niedriger ist, denn H. Schuhr. wenn es auch nicht wahrscheinlich ist, daß sie von der Injektion Scheerer, der wird die evangelische Sach nicht auf den Kopf stellen!" Die Nächsten lachten; Meister Kilian aber in seinem Zorn rief: " Er ist ein Aufpasser und Zuträger des Raths!" " Das mag er sein", antwortete Herr Stefan, was fümmern uns feine Mückenstiche!" " die zingerin; die letztere stürzte auf ihren Gemahl zu, ward aber von einem der Stadtknechte mit brutalem Fauststoß zurückgeschleudert. " So helfet doch, ihr christlichen Brüder, helfet!" schrie Menzingen dem zusammenströmenden Volfe zu. Aber Alle blieben gaffend stehen, keine Hand rührte sich für den gefangenen Volksführer. Feig und ohne Ehrgefühl sahen sie Sie gingen der Herrengasse zu. Unterwegs sah die zu, wie man Herrn Stefan abführte in die Gefangenschaft Menzingerin, wie ein Goldschmied seinen Laden aufthat. des Raths, in einen festen Thurm den Mann zu werfen, Alle traten hinzu; die Menzingerin und Agnes besahen der für die evangelische Freiheit das Wort geführt. Noch das Geschmeide und den Schmuck, während Stefan von einmal rief der Menzinger: Chriftliche Brüder!" Aber Menzingen mit dem Tuchscheerer in eifrigem Gespräch unter der Menge standen auch Ehrbare von den Geschlechtern und Einer rief: blieb. Der Goldschmied hatte schöne Ringe ausgestellt. Möchtet Ihr wohl den Ring mit den schönen Granat steinen haben?" frug die Menzingerin, Agnes anschauend. Agnes seufzte. Ach, mir ist die Lust an solchem Tand vergangen," Sprach sie. " Nicht so trübe, liebes Kind", sprach die Menzingerin, Auch zu Euch wird eines schönen Tages der Rechte kommen mit einem Ringlein" " Jawohl, er wird kommen," scholl eine rauhe und rohe Stimme, der rechte Mann, der Henker, der Euch einen Ring an das Bein schmieden wird!" Lieber, die Bruderschaft hat ein End'!" Da vermeinte Herr Stefan, der Ruf käme vom Volt und alle Hoffnung schwand ihm; er ergab sich in sein Geschick und die Stadtknechte führten ihn weg. Die Menzingerin, verzweifelt und wüthend, wollte dem Gatten nachstürzen, Agnes hielt sie zurück. So redet doch Ihr zu dem Volke!" rief die Ver zweifelte Agnes zu, auf daß sie meinen Herrn befreien aus solch schimpflicher Gefangenschaft!" Agnes schlug die Augen nieder. " Das hilft nichts bei solchem Volke", sprach sie.„ So redet!" rief die Menzingerin, die sich wie eine Ertrinkende an einen Strohhalm an diese Hoffnung anklammerte, so redet doch zum Volke, sie werden Euch hören!" Die Frauen fuhren zusammen. Es war Junker Runz Rreglinger. Hinter ihm blitzten Helme, Harnische, Spieße und Schwerter; die Stadtknechte brachen aus einem Seitengäßlein hervor, wo sie auf der Lauer gelegen. Meines Mannes." „ Greifet den Aufrührer!" rief Kunz Kreglinger. " 1 " Ich kann nicht", meinte Agnes. Das wäre Sache " Oh", rief die Menzingerin, Ihr habt ja auch die Sturmfahne gegen das Würzburger Schloß getragen, wie Mann; drum möget Ihr auch reden!" " Ich kann nicht!" sagte Agnes. Im Nu war der Menzinger umzingelt; der Zuchscheerer entfloh schleunigst. Herr Stefan vermochte nicht mehr seine ein Wehr zu ziehen; die Stadtknechte fielen ihm in den Arm. Er rang mit ihnen und der schöne Kamlott- Mantel fiel von habeu. Zwei hiesige Schlächterfamilien sind dadurch in große Betrübniß versezt worden, daß ihre Ernährer, zwei Brüder T., Sie kann nicht reden!" schrie wild verzweifelnd die Menzingerin dazwischen. Alles verläßt mich!" „ Na, reden wird das Jungfräulein, trotz all ihren Hochmuth, schon, wenn sie der Büttel auf der Folter strecken wird, damit ein ehrbarer Rath ersehen mag, was für Conspirationes und andere böse Künfte sie getrieben." So sprach Junker Kunz mit rohem Lachen. Agnes erbleichte. Sollten die Herren vom Rath vor solchen Gewaltthaten gegen ein Mädchen nicht zurückschrecken? Kunz Kreglinger, der wüste Gesell, sah, wie sie bei dem Gedanken erbebte. " Ah", spottete er, es ist Euch nicht wohl bei der Aussicht auf eines hohen Rathes Justiz. Aber tröstet Euch, der Henker hat einen hübschen jungen Knecht aus Welschland an genommen; wenn der Euch auf der Leiter streckt oder Euch die Daumschrauben anzieht, mag's wohl etwas sänftiglicher sein, als bei dem alten Meister." Agnes war von Entsetzen erfüllt ob solcher Rohheit; in diesem Augenblick aber trat ein junger Mann mit raschen Schritten heran und stellte sich drohend vor dem Junker Kunz auf. Elender!" sagte er, der ein schutzloses Mädchen schmäht und beschimpft!" " Na", meinte Kunz Kreglinger, ich dächte, Ihr brauchtet Euch nicht so in's Zeug zu legen für die Dame, die Euch vor dem Altar so hat ablaufen lassen." Jörg Spelt denn er war der Neuangekommene erröthete leicht. " Was kann das Euch kümmern?" antwortete er. Das geht nur sie und mich an". zwischen. Befreiet meinen Herrn!" schrie die Menzingerin da Das ist jetzt nicht möglich", antwortete Jörg Spelt. " Ihr könnet nicht!" sagte spöttisch Kunz Kreglinger, Agnes sah ihn erstaunt an; seine Haltung war männlich seinen Schultern; das Barett mit der schönen, langwallen- der in der Nähe geblieben war." Gut für Euch, daß Ihr und entschieden; sein sonngebräuntes Gesicht hate einen ent den weißen Feder ward unter die Füße der Stadtknechte nicht könnet, Jüngferlein! Das würde Euer Maaß voll schlossenen Ausdruck. getreten. Schreckensbleich standen Agnes und die Men- machen oder gar überlaufen lassen!" ( Fortsetzung folgt.) Abend in voller Balltoilette an. werde, 11127 150 M. ja alle Arbeiter ohne in der Brückenstraße und Bellealliancestraße wohnhaft, plötzlich vom| daß eventuell der Zweck mit Gewalt erreicht werden solle. In neu noch nicht an den Kassirer gesandt haben, werden hiermit Wahnsinn befallen sind. Der ältere Bruder zeigte feit der Steigerung Berücksichtigung des Umstandes, daß mancher Arbeiter, der sich beein- nochmals aufgefordert, dieses sofort nachzuholen. Auch haben die der Viehpreise ein sehr aufgeregtes Wesen, beständig beschäftigte ihn der fluffen lasse, seine Gristenz verlieren könne, beantrage er gegen die Mitglieder, welchen die Fachzeitung zugesandt wird, das Porto Gedanke, wo er billige Bezugsquellen für Schlachtvieh sich er- Angeklagten je einen Monat Gefängniß. fürs erste Quartal 1891 im Betrage von 35 Pf. zu entrichten. öffnen tönne. Seinen Geschäftsfreunden erzählte er, daß er mit Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Freudenthal, führte aus, daß An folgenden Stellen werden Beiträge, sowie Mitglieder- Aufrumänischen und bulgarischen Agenten in Verbindung stehe, daß das betreffende Gefeß, gegen welches verstoßen sein solle, nur nahme angenommen: Krausenstr. 11,( täglich von 8-12 Vorer durch deren Mittel große Mästereien eröffnen werde, und daß auf das Rechtsverhältniß zwischen Staatsgewalt und Staats- mittags); Grenadierstr. 33 bei Seefeld,( Montag Abends von demnächst tausende von Mastochsen für ihn hier eintreffen würden. bürger Bezug habe und bei einem bürgerlichen Abkommen, als 8-10); Aunenstr. 9 bei Proz,( Mittwoch Abends von 8-10.) In Berlin nnd einigen Vororten kaufte der Aermiste Villen und welches ein Kontrakt zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer an- Perlebergerstr. 26c( Moabit) bei Heinrich,( Montag Abds. v. 8-10); Grundstücke in großer Zahl, und erst als die Verkäufer An- zusehen sei, eine Anwendung nicht finden könne. Der Ver- Havelbergersiraße 1, part. bet Gustav Walten; Straßburgerzahlungen und notarille Abschüsse verlangten, wurden der Frau theidiger führte mehrere Beispiele an, die zu sonderbaren Kon- ftraße 40, of 2, bei Klukowski,( Sonntag von 11-2 Ühe des Hauses die Augen über den Geisteszustand ihres Mannes ge- fequenzen führen würden, wenn die Anschauung des Staatsanwalts Mittags) und Friedrichstr. 13, of links 4 Tr. bei Johann öffnet. Nachdem der im besten Mannesalter stehende Unglück- als durchgreifend angesehen würde und schloß in der Erwartung Wilk. Laut§ 11 des Statuts erlischt die Mitgliedschaft, wenn liche in eine Heilanstalt gebracht worden war, wurde der jüngere eines freisprechenden Urtheils. Bruder in der Bellealliancestraße von Schwermuth über das Mitglieder mehr als 13 Wochen restiren. Wir sind verpflichtet, Der Gerichtshof erkannte nach dem Antrage des Ver- streng darnach zu handeln, und bitten die Mitglieder dieses zu traurige Geschick ſeines Bruders dermaßen befallen, daß auch er theidigers. Der betreffende Paragraph sei so auszulegen, daß es beachten. Die Lokalverwaltung des D. Schneider- und Schneideeiner Frrenheilanstalt dieser Tage übergeben werden mußte. ſich nur um eine Verlegung solcher Geſetze handeln könne, rinnenverbandes, Filiale Berlin Istar welche ein bestimmtes Gebot oder Verbot zum Schuße des NB. Am Dienstag den 18. Januar, Abends 81/2 Uhr, Zahlreiche Unglücksfälle hat die durch den Schneefall ver Staats betreffen. Die Freisprechung habe deshalb erfolgen SO. Waldemarstr. 75: Große Mitgliederversammlung. ursachte Glätte herbeigeführt. Wie groß deren Zahl gewesen sein müssen. muß, geht am besten aus der Chronit einer einzigen im SüdAn alle Albumarbeiter und Arbeiterinnen Berlins! weften belegenen Sanitätswache hervor, auf welcher, nach der Mitteilung eines Berichterstatters, allein seit Eintritt des Schnee- fehen erregt hat, wurde gestern in zweiter Instanz vor der sechsten fordert, daß sich alle Arbeiter und Arbeiteriunen zum Zweck der Eine Privatklage, welche in faufmännischen Kreisen Auf- Kollegen und Kolleginnen! Da die heutige Zeit gebieterisch Sturms neun Personen eingeliefert wurden, die durch Ausgleiten Strafkammer des Landgerichts I verhandelt. Der Privatbeamte Erreichung besserer Arbeits- und Lohnverhältnisse vereinigen und Arm- und Beinbrüche, beziehungsweise Verrenkungen davon Sint, welcher beim Schimmelpfeng'schen Auskunftsbureau an- gezwungen sind, zur Erhaltung des Erlangten die Vereinigungen getragen hatten. Eine junge Dame brachte man am vorgestrigen gestellt ist, hatte gegen den in der Heiligengeiststraße wohnenden zu kräftigen und zu stärken, da letzteres nur durch eine starke, Allen Warnungen zum Troy Kaufmann J. Harwitz Strafantrag wegen Beleidigung gestellt. sämmtliche Arbeiter und Arbeiterinnen mindestens ein und derwar sie von der in voller Fahrt befindlichen Pferde- Eisenbahn Der Beklagte ist Anfangs vor. Js. in Konkurs gerathen. Es felben Branche umfassende Vereinigung möglich ist, so appelliren gesprungen, auf dem glatten Pflaster ausgeglitten und mußte nun, wurde ein Zwangsvergleich angebahnt. Zwei auswärtige Gläu- wir auch an Euch, Albumarbeiter und Arbeiterinnen, daß Ihr statt in den Ballſaal, den Weg zur Klinik antreten, da sie durch biger des Schuldners beauftragten die Firma Schimmelpfeng mit erwachet; wir appelliven an Euer Solidaritätsgefühl; zeigt, daß ihr leichtsinniges Beginnen einen Bruch des linken Fußes sich zu der Vertretung ihrer Interessen und diese übertrug wieder die Ihr willens feid, nicht hinter anderen Arbeitern zurückstehen zu gezogen hatte.. Der Berichterstatter betont, daß die junge Wahrnehmung der Geschäfte bei dem Zwangsvergleich ihrem wollen; zeigt, daß es Euch ernst ist, eine, sämmtliche in der Dame allen Warnungen zum Troß von der Pferdebahn herab- langjährigen Beamten Hint. Am 18. Juli fand Termin statt, Albumbranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen umfassende gesprungen ist und dadurch den schweren Unglücksfall selbst ver- der Vergleich scheiterte aber daran, daß Hinz seine Zu Vereinigung zu bilden, eine Vereinigung, welche nur im Kapital schuldet hat. Wir sind fest davon überzeugt, daß die Damen ſtimmung Namens der von ihm vertretenen Gläubiger ver- ihren einzigen Feind sucht und nur diesen Feind bekämpft. allen Warnungen und auch diesem neuesten Unfall zum Troy fagte. Nach dieser Erklärung, die den übrigen Anwesenden höchst Kollegen und Kolleginnen! Es ist nun wohl des Defteren ruhig fortfahren werden, während der Fahrt von der Pferdebahn überraschend zu kommen schien, bat der Schuldner Harwit um's und zwar mit Recht darauf hingewiesen, daß die Versammlungen zu springen resp. verkehrt abzusteigen. Wort. Er erklärte, daß er seine Gläubiger nicht würde zu nur dazu da seien, persönlichen Haß und Zänkereien zum AusHeizbare Droschken! Gin Unternehmer läßt zur Zeit eine Betheiligten sicher gewesen wäre. Und das sei er bis zu diesem und auch von solchen Leuten eingesehen worden, denen des fammengerufen haben, wenn er nicht der Zustimmung sämmtlicher trag zu bringen; es ist dies thatsächlich häufig der Fall gewesen heizbare Droschke bauen, welche allerdings in diesem Winter nicht Augenblick gewesen, denn Hinh habe ihm bei allen früheren Ge- Defteren ein diesbezüglicher Vorwurf gemacht wurde; es ist mehr zur Benutzung fommen dürfte. Die Drofchte, ein Koupee sprächen versichert, daß er plein pouvoir besige und für den dadurch zur Genüge bewiesen, daß zur gedeihlichen Entwickelung erster Stlasse, ist elegant ausgestattet und besitzt etwas höhere Atford stimmen werde. Am Tage vor dem Termine sei Hink einer Arbeiterbewegung solches unterbleiben muß. Es muß der Achsen als die übrigen Koupees. Die Heizung wird mittelst eines wieder zu ihm gekommen und habe ihn unter dem Hin- Arbeiter begreifen lernen, daß er seinen Feind nicht unter seinesDoppelkastens vorgenommen, welcher sich unterhalb der Droschke weis, daß er, zwischen den beiden Achsen befindet; der aus Eisen hergestellte fos Harwitz, nun 10 000 Thaler Schulden gleichen, sondern nur in den Anmaßungen des Kapitals zu suchen Er gebeten. habe Kasten wird in der unteren Abtheilung mit Prestohlen geheizt, Bittsteller vertrösten müssen, weil er die verlangte Summe muß er wissen und erkennen lernen, daß ein jeder Arbeiter nicht den und nur die Uebergriffe desselben zu bekämpfen hat; ferner während in der oberen Schicht sich Wasser befindet. Von der nicht besessen habe, dann habe Hint aber furchtbar geklagt, daß nur seines Lohnes werth ist, sondern, daß kein Arbeiter legteren aus führen 2 Röhren durch den Wagenboden ins Innere nächstens der Geburtstag seiner Ghefrau sei und er feinen berufen oder berechtigt ist, sich wegen feiner augenblicklich der Droschke in 2 aus Blech hergestellte Walzen, die sich unter Pfennig Geld im Hause habe. Dadurch sei er veranlaßt worden, vielleicht besseren Stellung über feinen Mitarbeiter zu er den Sitzbänken befinden. Der sich inzwischen verdickende Dampf dem Hinz ein Zehnmarkstück in die Hand zu drücken. Er müsse beben; lernen wir bedenken, daß wird sodann durch eine kleine Röhre in einen dritten unterhalb nun annehmen, daß die plötzliche Sinnesänderung desselben auf Ansehen der Person nur einen gemeinsamen Feind haben, dessen zuführen sei. Nach dieser Erklärung des Schuldners Harwit Kollegen gegenüber von dem Standpunkt aus, daß, wer als Freund erhob sich in der Gläubigerversammlung ein Sturm der Ent uns nichts nügen, uns als Feind viel schaden kann. Bedenken rüstung gegen den Beschuldigten, der den Vorwürfen eine auf- wir, daß viele Wenig ein Viel ausmachen, daß alle Arbeiter Eins fallende Ruhe entgegensezte und sich entfernte, ohne zu sind, kämpfen wir ohne jeden Eigennut, so wird und muß uns Polizeibericht. Am 8. d. M. Vormittags wurde der Arwidersprechen, oder sich gut rechtfertigen. Hing hat der Sieg werden. beiter Buwe in seiner Wohnung, Bergstr. Nr. 47, bewußtlos im dann gegen Harwitz den Klageweg beschritten. In Und nun noch ein Wort an Euch, Arbeiterinnen! Bette liegend ausgesunden und nach Anstellung von WiederVerhandlung vor dem Schöffengerichte behauptete Kolleginnen! Auch Ihr seid verpflichtet, Guer Zoos bei jeder belebungsversuchen nach dem Lazarus- Krankenhause gebracht. Es der Kläger, daß die ganze Beschuldigung gegen ihn liegt anscheinend Vergiftung durch Kohlendunst aus einem mit aus der Luft gegriffen sei. Der Beklagte habe ihm zwar aus Euch sich bietenden Gelegenheit zu verbessern zu suchen, verlaßt Abends fiel eine Frau vor dem freien Stücken Geld angeboten, er habe die Bestechungsversuche Guch darauf, daß Ihr von Euren männlichen Kollegen bei jeder Fahrt befindlichen Pferdebahnwagens zur Erde und erlitt dabei Umstände für die Wahrheit derselben sprachen, und zumal er- rechtigte Wesen jedem männlichen Arbeiter gleichgestellt zu werden, aber mit Entrüstung zurückgewiesen. Dagegen hielt der Beklagte gerechten Sache unterstützt werden müßt und auch unterstützt Hause Münzstraße 14-15 beim Verlassen eines in langsamer die Beschuldigung in allen Punkten aufrecht und da verschiedene werdet, da auch Ihr berechtigt seid zu verlangen, als gleichbe eine so bedeutende Verlegung an der Hüfte, daß sie nach ihrer wiesen wurde, daß der Geburtstag der Ehefrau Hint in jenen da ein jeder Arbeiter gleiches Recht genießen soll und genießen wurde der Hausdiener Schwuchow in der Wohnung seines Dienst: Tagen stattfand, welches der Beklagte nicht wissen konnte, so hielt muß. Bedenkt aber ebenfalls, daß, solltet Ihr Eure Lage zu verherrn, Große Frankfurterstraße Nr. 16, durch Kohlendunst be- der Gerichtshof den vom Beklagten angetretenen Wahrheitsbeweis bessern die Absicht haben, Euch dieses nur mit Hilfe Eurer männ lichen Kollegen gelingen fann, aber auch gelingen muß. Arbeitet täubt aufgefunden und nach Beseitigung des von ihm im Zimmer für erbracht, wies den Kläger ab und legte ihm fämmtliche mit Guren männlichen Kollegen Arm in Arm gegen den gemeinaufgestellten brennenden Koksforbes und Deffnen des Fensters Rosten auf. Hiergegen wurde seitens des Klägers Be- famen Feind, die Profitwuth des Kapitals, indem Ihr erwägt, Im gestrigen Termine standen Am 8. d. M. und Morgen ufung eingelegt. die Aussagen daß es Eure eignen Väter, Gatten, Brüder und Söhne sind, der Parteien wieder diametral gegen mit denen Ihr für die Erzielung besserer Lebensbedingungen über und ein großer Zeugenbeweis war von beiden Seiten aufgeboten worden, um Klärung in die Sache zu bringen. tämpfen sollt. Dem Kläger stand Rechtsanwalt Dr. Sello, dem Beklagten Rechts- Also Kollegen und Kolleginnen! Lasset allen Streit und anwalt Hugo Sachs zur Seite. Der Kläger erklärte sein auf- Hader draußen und kommt Alle, die Ihr willens seid, für obige fälliges Verhalten bei der in der Gläubigerversammlung wider wecke eine Freie Vereinigung sämmtlicher in Albumfabriken ihn erhobenen Beschuldigung damit, daß er im Jahre 1856 eine beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen" zu gründen, nach der Eine Anklage wegen einer, vor einer öffentlichen ihm gewordene wörtliche Beleidigung in thätlicher Weise er- am 20. Januar 1891, Abends 8½½ Uhr in Renz Salon, NaunynMenschenmenge ausgesprochenen Aufforderung zum widert habe und hierfür eine Freiheitsstrafe habe verbüßen müssen. straße 27, stattfindenden großen öffentlichen Versammlung sämmtUngehorsam gegen die Geseze beschäftigte gestern die erste Er habe sich das Wort gegeben, sich in einem ähnlichen Falle licher Albumarbeiter und Arbeiterinnen Berlins. Tagesordnung: Strajkammer des Landgerichts I unter dem Vorsitze des Land- nicht wieder hinreißen zu lassen. Die Inhaber des Schimmel 1. Die Nothwendigkeit der Organisation; Referent Stadtver gerichts- Direktors Schmidt. Auf der Anklagebank hatten der pfeng'schen Bureaus stellten dem Kläger das bejte Zeugniß aus, ordneter Fris Zubeil. 2. Diskussion. Mit kollegialischem Gruß Bigarrenhändler und Stadtverordnete Dito Klein, der auch wurde erwiesen, daß derselbe in geordneten Berhältnissen Der Einberufer. Flugblätter sind bei Herschleb, AdalbertSchlosser Franz Wegner und der Laciver Ostar Schüßler lebte. Kabinetsrath Schimmelpfeng bekundete, daß der Beklagte straße 4, zu haben. Platz zu nehmen. Am 8. April v. J. fand in der Habel'schen nach dem Termin zu ihm gekommen sei, und um eine UnterBrauerei eine Versammlung der Arbeiter der königl. Eisenbahn- redung gebeten habe. Au die Berliner Arbeiterschaft, Gewerk, Gesang u. s.w. Harwis habe mit der Bemerkung Vereinsvorstände und Vergnügungskommissionen! Der von den Werkstätte zu Tempelhof statt. Es handelte sich um Stellung begonnen, daß es sich um die Ehre des Schimmelpfeng'schen Ju- Delegirten der Berliner Streit- Kontrolkommission auf Antrag der nahme zu dem für den ersten Mai von der sozialdemokratischen stituts handele und dann habe er unter Hinweis auf die Ab- unterzeichneten gefaßte Beschluß, die Organisation der Kellner Partei proklamirten Arbeiterfeiertag. Der Angeklagte Klein trat lehnung des Schimmelpfeng'schen Bertreters erzählt, daß er dem unter dem Namen:„ Verein Berliner Gastwirthsgehilfen"( nicht ala Redner auf. Er erklärte, daß von den Delegirten auf dem Letteren Tags zuvor 10 W, gegeben habe, dies fei dem er Bariser Kongresse beschlossen worden sei, den ersten Mai als aber wohl nicht genug gewesen. Der Zeuge hat ihm dann voller zu verwechseln mit anderen, ähnlich sich nennenden, nicht auf Feiertag zu betrachten. Gine große Parade der Arbeiter Entrüstung die Thür gewiesen, ohne sich mit ihm einzulassen. Den Kellnervereinigungen) dadurch in ihrem außerordentlich dem Boden der allgemeinen modernen Arbeiterbewegung stehensolle zeigen, daß dieselben eine verminderte Arbeits- Dagegen traten die Schwester, der Hausdiener und ein Freund zeit wollen. Arbeiter hochgehalten werden. Der Beschluß des Kongresses müsse von jedem des Beklagten als Zeugen auf, welche bekundeten, daß Harwiß schweren Kampfe gegen die Prinzipale und gegen die frei- und fnechtische Furcht abbalten lassen, zu feiern, die fönigliche Re Unterredung in derselben Weise erzählt habe, wie es Tags werksgenossen dahin zu wirfen: 1. bei Gabe von Trinkgeldern Sie möchten sich nicht durch ihnen gleich nach dem Fortgange des Klägers den Inhalt der ſtumpfsinnige Kollegenschaft zu unterstüßen, daß die Delegirten der verschiedenen Gewerkschaften sich verpflichteten, bei ihren Gegierung sei in erster Linie verpflichtet, den Wünschen der Arbeiter darauf im Termine vor Nechnung zu tragen. den Gläubigern geschehen sei. an Kellner nur diejenigen zu berücksichtigen, welche das von den Rechtsanwalt Dr. Sello führte sodann aus, daß Der Dem Angeklagten Klein folgte der Angeklagte Wegner als von dem Beklagten angetretene Wahrheitsbeweis als miß im Stande sind, hat seine Wirkung, soweit er zur Durchführung Kellnern eingeführte Erkennungszeichen auf Verlangen vorzuzeigen Redner. Derselbe behandelte ebenfalls die Frage des 1. Mai lungen zu betrachten sei, während der Vertreter des Beklagten, gelangte, nicht verfehlt. Dank dem Solidaritätsgefühl einiger und soll dabei nach dem Berichte des überwachenden Polizei- Rechtsanwalt Sachs, das Ergebniß der Beweisaufnahme zu Berliner Gewerkschaften, welche den genannten Beschluß zu dem Sieutenants geäußert haben, daß etwaige Maßregeln gar nicht dessen Gunsten auslegte. Der Gerichtshof entschied sich zu ihrigen machten, ist der Verein Berliner Gastwirthsgehilfen von so schreibt die„ Berliner Abendpost", soll die heizbare Droschke in etwa 8 Wochen dem öffentlichen Fuhrwesen vorgestellt wer: Den. Da werden sich die Bourgeois natürlich die Nasen nicht mehr erfrieren. Koats geheizten Ofen vor. Wohnung gebracht werden mußte. wieder ins Leben zurückgerufen. des 9. fanden 8 kleine Brände statt. In der Nacht zum 9. d. M. Gerichts- Beitung. der sich pflichtet sind. so schlimm seien, denn schlimmer wie zur Zeit tönne die Lage Gunsten des Klägers Hintz und erachtete den angetretenen 150 in furzer Zeit auf über 400 Mitglieder angewachsen, welche der Arbeiter gar nicht werden. Die Parole heiße:„ Wer für Wahrheitsbeweis nicht für geführt. Da der Kläger bereits am 1 M. Gintrittsgeld, 30 Pf. pro Monat Beitrittsgeld zu zahlen uns ist, den reichen wir die Hand, wer wider uns ist, den zer- Tage vor dem Termin angewiesen war, gegen den Vergleich zu und das Fachorgan:„ Der Gastwirthsgehilfe" zu halten verschmettern wir." An demselben Tage sand in der Frankfurter- stimmen, ist, nach Ansicht des Gerichtshofes, nicht anzunehmen, Straße eine Versammlung statt, zu der sämmtliche Arbeiter der daß sich derselbe das Versprechen, für den Vergleich zu stimmen, Eisenbahn- Werkstätten Berlins und Umgegend eingeladen waren. mit 150 m. bezahlen lassen wollte. Der Angeklagte wurde zu Hier trat der dritte Angeklagte, Schüßler, als Redner auf einer Geldstrafe von 500 m. verurtheilt und dem Kläger zu diesem Appell, daß der 2. Punkt der Resolution, nach welchem und suchte die Anwesenden zu bewegen, einer Resolution die Publikationsbefugniß in der„ Boff. 3tg." zugesprochen. Soziale Weberlicht. Leider ist nun aber zu konstatiren und das veranlaßt uns die Angehörigen der Berliner Gewerkschaften dahin zu wirken verpflichtet wurden, daß bei Veranstaltung von Versammlungen, Festlichkeiten u. s. w. nur solches Bedienungspersonal verwendet werde, welches dem Arbeitsnachweis des Vereins, Annen str. 14, entnommen ist, noch wenig oder gar nicht zur Durchführung gelangte. beizutreten, wonach der 1. Mai als Feiertag betrachtet werden solle. Wer für Freiheit und Gleichheit sei, der müsse an diesem Tage feiern. Die Anklagebehörde nimmt an, daß den sämmt lichen Beschuldigten bekannt war, daß die in den königl. Werkstätten beschäftigten Arbeiter ihre Arbeit nicht beliebig aufhören oder unterbrechen fönnen, sondern kontraktlich verpflichtet sind, Die Berliner Arbeiterschaft veranstaltete vor und während eine 14tägige kündigungsfrist inne zu halten, sobald fie länger An die Mitglieder der Freien Vereinigung der Maurer der Weihnachts-, Sylvester- und Neujahrsfeiertage eine große als 4 Wochen beschäftigt worden sind. In den Ausführungen Berlins und Umgegend. Kollegen! Alle diejenigen, welche Anzahl von Vergnügungen, zu welchen die bestehenden wucherder Angeklagten erblickt die Staatsanwaltschaft eine Aufforderung arbeitslos sind und ihre neuen Adressen den Hilfskassirern noch mäßig betriebenen und die Lohndrückerei fördernden Arbeitszum Kontraktbruch und demzufolge zur Auflehnung gegen ein nicht angezeigt haben, werden gebeten, in den nächsten Tagen mit Nachweisbureaus für Kellner, die bei solchen Gelegenheiten immer Geſetz. Die Beschuldigten beritten, daß ihnen von einer gesez- ihren Mitgliedsbüchern nach dem Verkehrslokal zu kommen. Benöthigen Hilfskräfte zu liefern, den Auftrag hatten, so daß also lichen Kündigungsfrist etwas bekannt gewesen, sie wollten jerner sonders gilt dieses für folgende Kollegen, d. h. insofern diefelben die Arbeiterbrüder es unterließen, von den Wirthen zu verlangen, im Auge gehabt haben, daß die Arbeiter sich mit ihren Vor- jetzt in Berlin anwesend sind: Grünberg, Aug. Geske, Guhnow, die„ Cohnkellner" aus dem unentgeltlichen Arbeitsnachweis, Annengefeßten in Verbindung sehen sollten, um eine Erfüllung ihres Bernig, Neumann, Carl Rust, Herrmann Löther, Gustav Müller, straße 14, zu entnehmen und das Resultat davon war, daß es Wunsches zu erzielen und bestritten schließlich, daß die Ver- Bugge, Witte, F. Maß, G. Arndt, A. Bötsch, 2. Konrad, uns, den Unterzeichneten, nicht möglich wurde, einen von so vielen sammlungen als öffentliche anzusehen seien, da nur eine be- 23. Rückert, C. Bernuth, E. Jätel, W. Otto, E. Meißner, arbeitslosen, zum Theil auch von Arbeitgeber- Vereinen gemaßstimmte Gattung von Arbeitern eingeladen war. Im Uebrigen F. Zimer, F. Baasch, J. Kuske, Fr. Heinze. regelten darbenden Kollegen, Mitgliedern unseres Vereins, Aus seien die Resolutionen in feiner der Versammlungen angenommen inne haben, dieselben des österen wechseln, bitten wir, uns jeden Da es häufig vorkommt, daß Kollegen, welche Schlafstellen hilfsarbeit nachzuweisen. Arbeiter Berlins! Wir richten daher an Guch die Bitte, zeigt, Staatsanwalt Hagen stellte sich auf den Boden der Anllage Wohnungswechsel sofort anzuzeigen, oder den Hilfskassirern frei- daß Ihr auch uns gegenüber ein Solidaritätsgefühl besitzt, unterund hielt die Einwendungen der Beschuldigten nicht für stich- willig davon Mittheilung zu machen. Mit kollegialischem Gruß stügt uns in unserem Kampfe um eine Besserstellung der Lage haltig. Eine einfache Aufforderung zum Kontraktbruch sei nicht Julius Wernau. Verkehrslokal: Restaurant Kühlmey, Rosen- unserer Gewerksgenossen! Wenn man an Euch das Verlangen immer strafbar, aber im vorliegenden Falle ſei ſie es. Der erste Straße 30, Ecke Neue Friedrichstraße. stellt, einen Versammlungs- oder Festsaal zu miethen, dann sorgt Mat sollte eine Kraftprobe dar ellen, es sollte ein Druck auf die An die Mitglieder des Deutschen Schneider- und gleichzeitig für Arbeit für Gure Kampfgenossen, die wegen ihrer Regierungen und die Arbeitgeber ausgeübt werden und alle An- Schneiderinnen- Verbandes, Filiale Berlin. Diejenigen Mit- Bugehörigkeit zu unserem Verein gemaßregelt, von ihren eigenen geklagten hätten Aeußerungen fallen lassen, woraus ersichtlich sei, glieder, welche ihre alten Mitgliedsbücher zur Ausfertigung der Kollegen Faullenzer" und" untaugliche Glemente" geschimpft worden. " zu erscheinen. Um werden, wie es faktisch die Kellner im Etabliſſement Buggenhagen| gnügungsfonds wurde vertagt und die Kollegen Grothmann, 14. Anträge und Berschiedenes. Gäſte haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen durch das Unternehmerorgan„ Das Gasthaus", Nr. 103, gethan. Wernau, Jezorte, 3öllner und Krieg zur Revision im Süden bei Herschleb, Adalbertstr. 4, im Norden bei Lenz, Gerichtsstr. 3. wird gebeten. Der Arbeitsnachweis befindet sich seit dem 1. Januar 1891 Es ist kein unerfüllbares Verlangen, welches wir an Euch des Statuts, die einmüthig beschlossen wurde, gewählt. Vereinigung der Drechsler Deutschlands, Ortsverwaltung Berlin 2 stellen, nur um eine thatkräftige, fostenlose Unterstützung unserer ( Stockbranche). Mitgliederversammlung am Sonntag, den 11. Januar, Bor berechtigten Bestrebungen bitten wir, welche Ihr uns gewähren Steinmeßen Berlins! Am Sonntag, den 4. d. M., hielten mittags 10 Uhr, in Deigmüller's Salon, Allte Jakobjir. 48a. Tagesordnung: könnt und wodurch Ihr Euer Zugehörigkeitsgefühl zu unseren noch die Steinmeßen eine öffentliche Versammlung ab. Herr Hempel Stockarbeiter- Bersammlung mit der Tagesordnung: 1. Bortrag über Arbeiter 1. Geschäftliches. 2. Kassenbericht. 3. Verschiedenes. Hierauf öffentliche sehr geknechtet dastehenden Berufsgenossen beweisen sollt und erstattete Bericht über die Einnahmen und Ausgaben der für die schuß- Gesetzgebung. Referent Herr Gerisch. 2. Distuſſion. 3. Bericht über die wofür wir gegebenen Falls uns gern erkenntlich zeigen werden. Hamburger Streitenden gesammelten Gelder. Die Einnahme be- Thätigkeit der Kommission und die Bedeutung des Schiedsgerichts. Referent Mit brüderlichem Gruß Die Vertreter der Interessen der An- trug 1541 M., die Ausgabe 1542,70 M. Die Revisoren erklärten, recht pünktliches und zahlreiches Erscheinen wird dringend gebeten. Kollege Hildebrand. 4. Neuwahl der Kommission. 5. Verschiedenes. gestellten im Gastwirths- Gewerbe und Delegirten der Kellner zur alles in Richtigkeit gefunden zu haben, und Herr Hempel wurde Achtung, Schäftebranche. Am Sonnabend, den 10. Januar, findet bet Berliner Streit- Kontrolkommission. J. A.: Louis Ebert, Kellner. entlastet. Er dankte noch den Kollegen für ihre Opferwilligkeit. Beyer, Neue Grünstraße 14, Abends ½9 Uhr, eine Vereins- Versammlung des Berlin, im Januar 1891. Herr Kolbe erstattete sodann Bericht über den Verlauf der Vereins der Arbeiter und Arbeiterinnen der Schäftebranche statt. Tages: Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. Gewerkschaftskonferenz und meinte, die Konferenz habe nur die ordnung: Vortrag, Diskussion zc. Es wird gebeten, pünktlich und zahlreich Wege gebahnt und gezeigt, wie die Gewertschaften sich ferner gegen den Druck des Kapitalismus zu verhalten haben. Zu diesem Zweck wurde eine Kommission eingesezt, die die Vorarbeiten zu einem allgemeinen Gewerkschaftskongreß in die Hände zu nehmen sowie die Unterstützung Streifender bis zum Kongreß zu regeln hat. Beim letzten Punkt der Tagesordnung entwickelte sich eine lebhafte Debatte über die im Jahre 1888 in Leipzig gegründete Genossenschaft, bezw. über die zum Ankauf des Geschäftes entnommenen Streifgelder. Da der Vertrauensmann vom Leipziger Streif, Herr Fr. Kizing, nicht anwesend war, und sich gegen die Beschuldigungen nicht rechtfertigen konnte, konnte die Sache keinen definitiven Abschluß finden. Folgende Resolution wurde angenommen: Die heutige Versammlung erklärt, daß das Verhalten des Kollegen Kizing in der Leipziger Angelegenheit nicht gerechtfertigt ist, und überträgt dem Kongreß, die Sache zu regeln. Vor Schluß der Versammlung stimmte der Gesangverein noch ein fröhliches Lied an, und hierauf schloß der Vorsitzende mit einem drei fachen Hoch die Versammlung. Versammlungen. Freunde und Genossen sind willkommen. Der gefellige lub ,, Proletariat" veranstaltet Sonntag, den 11. d. M., bends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Krüger, Große Frankfurterstr. 99, ein geselliges Beiſammenſein, verbunden mit humoristischen Vorträgen und Tanz. Große öffentliche Versammlung für Frauen und Männer am Sonn tag, den 11. Januar, Abends 6 Uhr, in den Zentral- Festfälen, Oranienſtr. 180. 1. Bortrag über: Der Kampf um das Dasein im Arbeiterleben". 2. Dis tussion. 3. Verschiedenes. Geselliges Beiſammensein. Genossen und Ge nofsinnen werden zu zahlreichem Besuch eingeladen. Zur Beachtung! Diese Versammlungen werden nach Verſtändigung mit Genossen Blaser, Vertrauensmann des 4. Berliner Reichstags- Wahlkreises und mit seiner Billigung einberufen. Große öffentliche Versammlung der Tabakarbeiter und TabakBözow, Vor dem Prenzlauer Thor. Tagesordnung: 1. Bericht über den Stand arbeiterinnen Berlins am Dienstag, den 13. Januar, Abends 8% Uhr, bet des Ausschluffes der Tabatarbeiter von Hamburg, Altona, Oltensen und Wandsbect. 2. Abrechnung der Kommission. 3. Antrag des hiesigen Fabri Reichstags- Abgeordneter Molkenbuhr hat das Referat zum 1. Punft der Tagestantenvereins auf Errichtung eines Einigungsamtes. 4. Verschiedenes. Herr ordnung übernommen. haben Zutritt. Tischler- Verein. Heute Abend General- Versammlung der Krankenkasse. 11. Januar cr., Arminhallen, Kommandantenstr. 20( oberer Saal) AusschußArbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonntag, den Sigung. Tagesordnung: 1. Aufnahme von Vereinen. 2. Wahl der Revi foren. 3. Ausgabe der Bundeslieder. 4. Verschiedenes. Bundesfarte legi timirt. findet Blumenstr. 78, bet Wollschläger eine Versammlung sämmtlicher in der Achtung Lackiver! Am Sonntag, den 11. Januar, Nachmittags 4% Uhr, Racktiveret beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen mit folgender Tagesord nung statt: 1. Vortrag über die Frauenfrage. 2. Verschiedenes. Nachher se müthliches Beiſammensein. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Gäſte Lese- und Diskutirklubs. Sonnabend, im Lokale des Herrn Schröder, Reichenbergerstr. 24.- Seine, Abends 9 Uhr, im totale des Herrn Bechlin, Hornsir, ite Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonnabend. Abends uhr: Uebungsstunde. Ausnahme neuer Mitglieder. Gesangverein, Freund fchaft", Friedenstr. 48 bei Tollkühn. Gesangverein" Sanges Echo," Staligerstraße 142 bet Greiser. Gesangverein 2yranta", Landsberger - Grüne Eiche", Knesebeck- und Hermannstr.- Ede bei Beiler. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonnabend. Gesangverein der Offenbacher" Sängerfranz", Deutscher Hof, Lucauerstr. Nr. 15, Uebungs stunde um 9 Uhr. Gäste willkommen. Musikverein, Borwärts", Abends 8%-10% Uhr, Annenstr. 14, part. Berliner Turngenossenschaft. 8. Männer Abtheilung. Abends straße 31 bei Musehold. 9-11 hr. übed'icher Turnverein. Die 1. Lehrlingsabtheilung turni Abends 8-10 Uhr. Der Turnsaal befindet sich Königstädtisches Gymnaftum, Elisabethstraße 57-58. eingeladen. Stattlub, Ramsch", Fürstenbergerstr. 10. „ Privat Die Freie Vereinigung der Maurer Berlins und Umgegend hielt ihre Generalversammlung am 8. d. M. ab. Da es die erste Versammlung im neuen Jahre war, so eröffnete der Vorfigende, Kollege Wernau, dieselbe mit einer entsprechenden Ansprache. Nach dem Kassenberichte für das verflossene Vierteljahr belief sich die Einnahme auf 1207 M. 47 Pf., die Ausgabe auf 1067 m. 58 Pf., der verbleibende Bestand auf 139 M. 89 Pf. Die Abrechnung vom Stiftungsfest ergab einen Ueberschutz von 101 M. 21 Pf. An die Wahl des Kollegen Grothmann zum Revisor knüpfte sich die Erfahwahl des Ausschusses, nachdem zuvor Kollege Lägeler den Jahresbericht erstattet hatte. Nach demselben war Kollege Tripte wegen Körperverletzung angeklagt, wurde jedoch freigesprochen; Kollege Nikolaus wurde wegen Uebertretung des§ 366 zu 3 M. Geldstrafe verurtheilt. Kollege Braune war wegen Uebertretung des§ 153 der R.-G.-D. Die freie Vereinigung der Kutscher und im Fuhrwesen in erster Instanz zu 4 Wochen Gefängniß, in zweiter Instanz beschäftigten Arbeiter hielt am Sonntag, den 4. Januar, ihre zu einer Woche Gefängniß verurtheilt worden. Derselbe starb regelmäßige Mitgliederversammlung ab. Auf der Tagesordnung jedoch noch vor Antritt seiner Strafe. Die Kollegen Kamjun ke stand Vortrag des Herrn W. Werner. Derselbe hatte sich in letzter und Wagner waren des Vergehens gegen die Gewerbe Stunde wegen Krankheit entschuldigen lassen. Da Herr Link zu Ordnung angeklagt in erster Instanz freigesprochen worden; auf gegen war, hielt derselbe auf Wunsch der Versammlung einen Berufung des Staatsanwalts hin in zweiter Instanz zu je Vortrag aus dem Stegreif über" Was hat uns das alte Jahr 14 Tagen Gefängniß verurtheilt. Kollege Bartz wegen Vergehens gebracht und welche Wege wollen wir in diesem Jahre einschlagen? wider den§ 240 des St.-G.-B. angeklagt, wurde zu 14 Tagen In einstündigem Vortrage führte der Redner die Entwickelung der Gefängniß verurtheilt. Kollege Massow wurde wegen Be- heutigen Arbeiterbewegung der Versammlung vor Augen, speziell lästigung nicht streifender Maurer in erster Instanz mit 4 Wochen, die wichtigen Ereignisse des letzten Jahres für die Arbeiterin zweiter Instanz mit 14 Tagen Gefängniß bedacht. Die bewegung. Redner beleuchtet dann speziell die Verhältnisse der Kollegen Neumann, Siefert und Köppe erhielten, von Rutscher und den Lohukampf, den ein Theil derselben im vorigen der Anklage wegen Drohung und Körperverlegung in erster Jahre mit den Fuhrwerksbesitzern zu bestehen gehabt hat. Wenn Instanz freigesprochen, in zweiter Instanz je 1 Monat Gefängniß. Der Kampf nun nicht zu Gunsten der Arbeiter ausgefallen sei, so Dem Roll. Kappel wurden wegen Verbreitung von Druckschriften habe er doch den einen Vortheil gehabt, daß die schon ein wenig 10 M. Geldstrafe zudiktirt. Koll. Boldo w wurde, in erster Instanz aufgeklärten Leute erkannt hätten, daß, wenn irgend etwas im zu 5 M. Geldstrafe verurtheilt, in zweiter Instanz freigesprochen. Die Kampfe der Arbeiter gegen das Kapital erreicht werden soll, es Kollegen Nikolaus und Krieg sind in erster Instanz wegen nur durch eine stramme Organisation möglich sei. So ist denn Stattlub Ramsch", gegründet 1. Oftober 1890. Abends 9 Uhr, Sigung vorfäßlicher Körperverlegung und Mißhandlung zu 8 Wochen Ge- die freie Vereinigung der Kutscher entstanden, dieselbe hat sich zur in Willy Schmidt's Restaurant, Wrangelftr. 141. Genoffen find freundlichst fängniß verurtheilt worden; das Verfahren in zweiter Instanz Aufgabe gestellt, Aufklärung der Massen und geregelte Arbeits- heater- Gesellschaft Schneeglödchen" im schwebt noch. Kollege Winkel erhielt wegen Vergehen verhältnissen in ihrem Gewerbe zu schaffen. An den Kutschern liegt gegen die Gewerbe- Ordnung 3 M. Geldstrafe. Kollege Kauf- es nun, eifrigst die Agitation für die Vereinigung zu betreiben mann wurde in erster Instanz wegen Körperverlegung zu und sich ebenfalls in die Reihen der Arbeiter zu stellen, welche 14 Tagen Gefängniß verurtheilt. In zweiter Instanz noch nicht den Kampf der Ausgebeuteten und Unterdrückten gegen das entschieden. Gegen die Kollegen Dahms, Jebe und Pla Kapital aufgenommen haben. Reicher Beifall wurde dem Redner 3 ed ist Strafverfahren wegen Sammelns eingeleitet. Noch nicht zu Theil. In der Diskussion sprachen die Herren Gleinig, entschieden. Kollege Neumann erhielt wegen Körperverlegung Nießwand, Braetsch, Hedtke und Muckwer. Dann wurde zunächst in erster Instanz zwei Monat, in zweiter Instanz zwei Wochen mitgetheilt, daß vom Sonnabend, den 10. Januar, ab die Karten Gefängniß. Kollege No a et flagte eine Lohnforderung ein. Be- und Marken zum Reservefonds der Kutscher seitens der Ver- London, 9. Januar.( Telegr. des Herold.") Die hiesige flagter wurde verurtheilt. Knllege Pfeiffer ist wegen Be- trauensmänner ausgegeben werden und aufgefordert, daß sich Polizei, welche davon in Kenntniß gesetzt worden ist, daß heute drohung und Beschimpfung seiner Kollegen zu 6 Wochen Ge- Jeder rege an den Sammlungen betheiligen möge. Der wöchent möglicherweise sozialistische Unruhen ausbrechen tönnten, berief fängniß verurtheilt. Kollege Heize tlagte wegen Entlassung und auf liche Beitrag ist auf 10 Bf. festgesezt. Die Herren Schütte und die Polizeireserve von West- London ein. Herausgabe seines Kassenbuches. In erster Instanz zurückgewiesen, Bojanowsky, welche zu dieser Versammlung eingeladen waren, Mailand, 9. Jan.( Telegr. d.„ Herold.") Zur Verhütung in zweiter noch nicht entschieden. Kollege Kowalsti hatte eine hatten es vorgezogen, durch Abwesenheit zu glänzen. Nun, für weiterer Arbeiterunruhen stehen zwei Bataillone in steter Be Lohnklage. Vom Gewerbegericht abgewiesen, verfäumte er die uns ist die Sache damit abgethan, mögen jene Herren nur immer reitschaft. ( Wolffs Telegraphen- Bureau.) Berufungsfrist. Die Kollegen Scheel und Röhling flagten auf thun, was ihnen beliebt, uns läßt es falt. Hierauf schloß der Lohn und erhielten Recht. Desgleichen Kollege Fetting. Kollege Vorsitzende die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die Jezorke wurde wegen Majestätsbeleidigung in erster Instanz internationale Arbeiterbewegung. zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt: zweite Instanz noch nicht entschieden. Kollege Scheel flagt gegen Bau- Unternehmer Heinemann. Noch nicht entschieden. Die Kollegen Krieg 9 Uhr, im Restaurant Techow, Waterloo- lifer 14. Aufnahme neuer Mitglieder. in Edinburg, Dundee, Perth, Stirling und Greenrock beharren London, 9. Januar. Die streifenden Eisenbahn- Bediensteten und Scheel haben eine Beleidigungsflage gegen den Maurer Schulz angestrengt. Noch nicht entschieden. Kollege Schwa ch Schnegelsberg's Festfälen, Hafenhaide 21, statt. Anfang 8 Uhr. Billets noch immer auf ihren Forderungen und versuchen die Ange Lohnklage. Beklagter verurtheilt hat Berufung eingelegt. a 50 Pf. find zu haben beim Vorsitzenden G. Sänger, Belle- Autancestraße 93, stellten der Glasgow- und Southwestern- Eisenbahn zu bewegen, sowie bei allen Mitgliedern. Freunde und Gönner des Vereins find will sich dem Streit anzuschließen. Der Bürgermeister von Glasgow Rollege Schneider Lohnklage. Noch nicht entschieden. Kol- tommen. lege Glimm ist seitens feines Arbeitgebers wegen Sach- Ethische Gesellsijaft. Sonntag, den 11. Januar, ausnahmsweise schon hat ein Meeting zusammenberufen, um über die Mittel zu einer beschädigung denunzirt. Eine Gegenklage wegen falscher Denun- Abends 5½ Uhr, in den Armintallen, Kommandantenstr. 20, Vortrag des Herrn Vereinbarung zwischen den Streifenden und den EisenbahnH. Peus:„ Der Fluch der Armuth." Nachher gesellige Unterhaltung und Tanz. Direktionen zu berathen. Es wurde eine Resolution ange ziation ist eingereicht. Kollege Engelmann wegen Beleidi- Gäfte, Damen und Herren, willkommen. gung angeklagt, wurde freigesprochen. Fünf Anträge auf Ge Achtung! Agitatienskommiskon der Schneider und Schneiderinnen nommen, welche die beklagenswerthen Ergebnisse des Streifes währung von Rechtsschutz mußten zurückgewiesen werden. Außerdem Gerline, sowie alle Vorstandsmitglieder der betr. Gewerkschaft. Sizung am hervorhebt und ein baldiges Einverständniß der streitenden hatte der Ausschuß Streitfragen unter Mitgliedern und Unter- Büntifiches Gricheiffent, Nachmittags 5 Uhr, Neue Grünstr. 14 bet Beyer. Parteien anempfiehlt. Schließlich wurde ein Komitee unter dem ftügungsgesuche zu schlichten bezw. zu erledigen. Die Ersatz- Verein der Eisen- und Metalldreher Berlins und Umgegend. Vorsize des Bürgermeisters von Glasgow ernannt um mit den wahl zum Ausschusse ergab die Wahl der Kollegen Pfeil, Große Versammlung am Sonntag, den 11. Januar, Vormittags 10 Uhr, bei Bahndirektionen und den Streikenden zu konferiren. Keller, Bergstr. 68( oberer Saal). Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Sydow und Franz Schulz. Die Abrechnung vom Ver- körsten. 2. Abrechnung pro 4. Quartal 1890. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. Jeden Sonnabend, 9-11 Uhr Abends, Rauchflub„ Dornröschen" bei Pietsch, Hennigsdorferstr. 24. Tambourverein Deutsche Eiche". Sigung am Sonnabend, Abends Ferner findet am Sonnabend, den 17. b. M., großer Wiener Mastenball in Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstrasse 3. 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Es ist ein Vergnügen, zu beobachten, wie der Zeitgeist mit den Menschen umspringt, gleich als ob sie Marionetten mit den Menschen umspringt, gleich als ob sie Marionetten wären oder weiches Wachs, aus dem er alles zu fneten vermag, was sich die Phantasie ersinnen kann. " " Den Heros des Jahrhunderts", den stolzen Adler, dessen Schwingen die Welt beschatteten" wie, wenn ich nicht irre, Müller von der Werra einmal gesungen- verwandelt er int Handumdrehen in einen winzigen, altersgrämlichen Rohrspaßen, deffen höchster Zorn bei seinen ehemaligen Anhängern nur noch tiesstes Mitleid, bei seinen einstigen Gegnern harmlose Heiterkeit erregt. Ein noch viel größeres Kunststück aber hat der Geist unserer merkwürdigen Zeit an vielen liberalen Mannesseelen vollbracht, die sich früher auf ihre Freude am Bestehenden etwas zu gute zu thun pflegten, und, wenn sie in ihrem Behagen von den bösen Sozialdemokraten gestört wurden, sich an die Brust schlugen und ihrer Genugthuung lebhaften Ausdruck gaben, daß sie nicht feien, wie diese Utopisten und Umstürzler, die mit der gefunden Entwicklung der Verhältnisse" im neuen deutschen Reich sich durch aus nicht genügen lassen wollten. Sonnabend, den 10. Januar 1891. desto unsinniger erscheint die Ueberbirdung der Völker Europas mit jenen Militärlasten, für welche alsdann mit der Fabel unbesieglicher Bölferfeindschaften die einzige halbwegs vernünftig sich ausnehmende Begründung geschwunden ist. S. Jahrg. Schlüter spricht in demselben Sinne. Brunsch flagt darüber, daß das„ Berliner Volksblatt" die Seutscher vernachlässige, sie habe zwei Einsendungen von ihm nicht gebracht. Um was es sich thatsächlich in letzter Instanz bei Völker- Eufrat wendet sich gegen Kerstan, daß er nicht in seinem bündnissen der erwähnten Art handelt, darüber werden wir uns Falle sich zunächst an die Redaktion gewandt habe, bevor er im nächsten Artikel äußern, nachdem wir noch einen Vorschlag mit dem Falle an die Deffentlichkeit getreten sei. Wahrscheinlich betrachtet haben, der in noch höherem Grade als jene Projekte hätte die Sache dadurch leicht beigelegt werden können. Prinzipiell den interessanten Wandel in den Anschauungen und Bestrebungen fei er gegen die Annonzen überhaupt, doch ginge das nicht an, unserer Gegner charakterisirt und einen unserer bekanntesten es würden dadurch die Genossen selbst geschädigt werden. liberalen Führer zum Vertreter hat. Versammlungen. Eine gut besuchte Volksversammlung tagte Mittwoch Abend bei Joel unter dem Vorsiz des Buch druckers Wilhelm Werner. Bedauerlich sei es, daß die Zahl der Abonnenten nicht den abgegebenen Stimmen bei der letzten Wahl entspreche. Hiergegen müsse man agitiren, dann werde auch das Weitererscheinen der Berliner Volts- Tribüne" möglich werden. " Engler mißbilligt es, daß hier Angriffe gegen das Berl. Boltsblatt" erhoben seien. Es sei schwer, es allen Recht zu machen. Wenn etwas falsch gemacht werde, dann möge man sich an die richtige Quelle wenden, und man könne mit Bestimmtbeit auf Abhilfe rechnen. Annonsen seien nothwendig, damit ein Ueberschuß in die Parteikasse fließe. Heindorf tritt ebenfalls für die Verliner Volks- Tribüne" ein, denn Jeder, der sich Sozialdemokrat nenne, müsse auch das Streben haben, sich mit den Zielen der Sozialdemokratie noch eingehender zu beschäftigen. Und hierzu reiche das„ Berliner Voltsblatt" allein nicht aus, dazu sei die„ Berliner Volks- Tribüne" durchaus nothwendig. Im Gegentheil glaube er, daß durch das Berliner Boltsblatt" wohl noch Niemand zu einem Sozialdemokraten gemacht sei. Litfin ist im Gegensatz zu Engler der Meinung, daß in jeder öffentlichen Versammlung über das Parteiorgan die Genossen sich aussprechen könnten. Er neige zu der Ansicht hin, daß der Vorwärts" neben seinem Charakter als Parteiorgan garnicht im Stande sein könne, als Lokalblatt die Wünsche der Berliner vollständig zu vertreten. " Auf der Tagesordnung stand zunächst ein Vortrag des Redakteurs der Berliner Volks- Tribüne" Paul Ernst über die Bedeutung derselben. Der Redner führte in seinem Referat aus, als das Preßwefen der Partei arg darnieder lag, daß es zu erst die„ Berliner Bolts- Tribüne" gewesen sei, welche prinzipielle und ausführliche Aufsätze und Auseinandersetzungen brachte.(?) Gegenwärtig hätten sich die Verhältnisse sehr geändert, wir hätten eine hochstehende Presse, 70-80 Provinzialblätter, welche zum Theil Wie der Zauberer Zeitgeist dort aus dem Adler einen Es frage sich da nun, ob die ganz vorzüglich geleitet wären. Berliner Bolts- Tribüne" angesichts dieser Thatsachen, noch eine Spatzen machte, so schuf er hier aus Lämmern Wölfe oder sagen Bedeutung für die Partei haben könne. Bei dieser Erwägung wir vielmehr, um auf Bilder und Umschreibungen zu verzichten, feien einige Vorzüge der„ Berliner Bolts- Tribüne" in Betracht zu aus furzsichtigen, schwachsinnigen Liberalen, weitblickende, willens ziehen, welche sie erheblich von anderen Blättern unterscheiden, muthige Revolutionäre. Wir spotten keineswegs, wir reden im vollen Ernst. Wenn vor allen Dingen ihre eigenthümliche Form. Zwar sei ein Tage wir vor revolutionären Gedanken und Bestrebungen zu erschrecken diesem zu jeder Zeit schlagfertig entgegen treten zu können und blatt durchaus nothwendig im Kampfe mit dem Gegner, um Liefländer erörtert die Gründe, welche zur Gründung vermöchten, so würde uns längst unheimlich geworden sein. Damit der Kampf geschickt und präzise geführt werden könne. der Berliner Volts- Tribüne" führten. Dies sei dadurch herbeiWohin wir sehen, tauchen in den Lagern unserer Feinde Basser- Aber in einem Tageblatt sei es nicht möglich, größere geführt worden, daß die Berliner Genossen damit unzufrieden mann'sche Gestalten auf, welche für Bestrebungen, die weit über die wissenschaftliche Fragen in längeren Aufsätzen zu erörtern, waren, daß der Ueberschuß des„ Berliner Boltsblatts" zum HauptGrenzen aller Parteiprogramine hinausgreifen, weit sogar über man fönne in einer Tageszeitung feine sich bandwurmartig hin- theil in die Tasche des Verlegers wanderte. Es sollte dem durch die Grenzen des Reichs und tief in die Zukunft hinein, die sich sogar ziehenden Leitartikel bringen, ohne die Leser zu ermüden. Hierfür die Gründung der Berliner Volks- Tribüne" gesteuert werden, an die Lösung völkerrechtlicher Probleme wagen, wie fie bisher fei hingegen in einem wissenschaftlichen Wochenblatt gerade der und zwar mit der Absicht, diefelbe später täglich erscheinen zu für alle sogenannten praktischen Politiker den Stempel des aller- geeignetste Raum. Außerdem bringe die Berl. Volts- Tribüne" lassen. Daß die großen Reklame- Annoncen immer noch aufgetollsten Utopismus an der Stirn tragen. in neuerer Zeit eine politische Wochenüberschau, welche den Leser nommen werden, sei sehr erklärlich. Durch die wiederholte AufSo bringt z. B. die„ Bayerische Handelszig.", die Sonntags in gedrängter Form noch einmal alle wichtigen Ereignisse ins nahme der Inserate erwachse dem Verleger des„ Vorwärts" ein beilage des Münchener Weltblatts der„ Allg. 3tg.", noch in den Gedächtniß zurückrufe, diese vertrete somit die Stelle des Leit großer Vortheil, die Setzer würden dafür nur einmal bezahlt und letzten Tagen des alten Jahres einen Artikel Zoll- Unions- artikels. Ferner bringe die Berliner Bolts- Tribüne in längeren es stecke sich eben der Verleger den Betrag in seine eigene Tasche. projekte," in welchem der Verfasser mit deutlich erkennbarem Artikelserien die wirthschaftlichen und sozialen Fragen zur Er- Er sei dafür, daß eine von Berliner Parteigenossen gewählte Wohlwollen die kühnen Bemühungen, für die Gründung eines örterung, welche die Arbeiter intereffiren, und gebe ihnen somit Breßkommission auch in die Verwaltung des Vorwärts" einmitteleuropäischen 3ollbundes Propaganda zu ein flares Bild von den thatsächlichen Verhältnissen. Außerdem zusprechen habe. machen, schildert. aber erhalte die Berliner Volts- Tribüne" ihre eigenthümliche Fischer protestirt dagegen, daß das Berliner Voltsblatt" Form dadurch, daß sie in geschäftlicher Hinsicht in vollster Ab- heute mit in die Debatte gezogen sei; wenn man an einem Blatte hängigkeit von den Berliner Genossen stehe, da sie ein Partei- Kritik üben wolle, dann müsse man auch den Leitern derselben unternehmen fei. Dadurch hätten die Letzteren einen davon vorher Mittheilung machen, damit sie erscheinen könnten. entscheidenden Einfluß auf die Haltung des Blattes, Was während dem Sozialistengeset mangelhaft gewesen sei, solle überwelcher feineswegs zu unterschäßen sei; fie könnten dies nach den Erwähnungen des Genossen Liebknecht in Köpenick, infolge dessen stets ihre Ansichten in der Berliner Volks- soweit es nicht schon geschehen sei, beseitigt werden. Rücksichtlich Tribune" zum Ausdruck bringen. Alle diese Punkte führen zu der Berliner Volks- Tribüne" wäre es ganz falsch, dieselbe als dem Schlusse, daß die Berliner Volks- Tribune" den Berliner Sonntagsbeilage erscheinen zu lassen. Uebrigens wäre die Genossen viel zu wichtig fein müsse, als daß eine solche Zeitung Berliner Volts- Tribüne" schon längst zu größerer Blüthe ge aufgegeben werden dürfte; vielmehr sei die Annahme berechtigt, fommen, wenn sich nicht öfters eine starte Gegenagitation geltend daß, wenn ein derartiges Blatt noch nicht vorhanden wäre, es gemacht hätte. Aus dem Berliner Volksblati" müßten auch alle unbedingt gegründet werden müßte.. Annonzen entfernt werden, in denen in reflamenhafter Weise an die Genossen appellirt würde. " Am ausführlichsten geht er auf den Gedanken eines deutsch französischen 3ollvereins ein. Dieser Gedanke ist der Gegenstand einer 1888 in Straßburg erschienenen Broschüre, die aus der Feder eines Grafen Leusse stammt. Der Mitarbeiter der Allgem. 3tg." äußert sich darüber wie folgt: scheinen solle. " " " Der Verfasser sieht die ökonomische Gefahr beider Reiche und ihrer Nachbarn hauptsächlich in der immer allseitiger heranrückenden Lebensbedrohung der Landwirthschaft, welche in Bezug auf ihre verschiedensten Erzeugnisse durch die überseeische Zufuhr unerträglich unterboten werde, die Weine Frankreichs, die Südfrüchte Italiens, ebenso wie die Wolle Schlesienser. Die daraus resultirende Vermehrung der Auswanderung werde nothwendig die leber legenheit der Länder jenseits Europas noch verstärken, während Die sich an den Vortrag anschließende Diskussion nahm einen die Ueberschuldung des Grundbesizes bei uns auch die fehr lebhaften, theilweise sehr erregten Verlauf. Als erster Redner Pink führt aus, daß die„ Berliner Volts- Tribüne" augenfinanzielle Verarmung unaufhaltsam herbeiführen müsse. äußerte sich Engler, daß die„ Berliner Volts- Tribüne" voll und blicklich so dastehe, daß sie lebensfähig sei und auch wohl bleiben Graf Leusse wies auf den heutigen Zustand Griechen ganz ihren Zweck erfüllt habe. Daher müsse sie entschieden weiter könne. lands und Kleinasiens hin, 100 ea im Verhältniß Wengels und Niebergall sprechen gleichfalls für das zu ihrer Bergangenheit so aussehe, wie in dem Frankreich und bestehen, nur sei zu erwägen, ob sie nicht zweimal wöchentlich erWeiterbestehen. Deutschland der herankommenden Zeiten. Nur eine innige Zollvereinigung, welche ganz Mitteleuropa gegen die Fremden schüße, bedenklich abgenommen habe Klinger weist darauf hin, daß die Abonnentenzahl Paul Ernst giebt einen Ueberblick über den Stand der und nun sei die Frage Berliner Volks- Tribüne". Danach werse dieselbe zwar keine deren internen Waarenaustausch erleichtere und dadurch die an Die Berliner Genossen herangetreten, ob diese die Ueberschüsse ab, habe aber auch bisher noch keine Zuschüsse erEnergie der Produktion mehre, könne vor jenem Verfall be: Berl. Volks- Trib." auch fernerhin noch behalten wollen. Er trete forderlich gemacht. Freilich wäre eine Reihe von Posten in Gewahren. Zur Anbahnung einer solchen Zollvereinigung empfiehlt Graf hierfür mit aller Entschiedenheit ein, da das Blatt äußerst noth fahr, welche Spediteure in der Provinz schulden, denen es schwer Leusse zunächst einheitliche Grenzzölle für Rohstoffe, Getreide wendig für die Aufklärung der Genossen sei. Wer die„ Berliner fei, dort ihre Außenstände einzutreiben. Außerdem sei in der Volks- Tribüne" nur einigermaßen mit Verständniß gelesen habe, Provinz der Berliner Volts- Tribüne" bedeutende Konkurrenz u. f. w. mit Aufhebung der Zwischen- Zollinie und Errichtung werde zugeben müssen, daß die„ Berliner Volks- Tribüne" unter durch die vielen Provinzialblätter erwachsen. Daher müsse man eines Zentral Zollbureaus( in Frankfurt a. M.), in weiterer dem Sozialistengesetz das beste Parteiorgan gewesen sei. Früher sehen, daß die Abonnentenzahl in Berlin steige. Folge dann einheitliche Industriezölle, gemeinsame Eisenbahn- habe dieselbe mit großen Schwierigkeiten und Gegenströmungen Jahn ist der Meinung, daß die Versammlung sich weniger tarife u. f. w. Alsdann geht der Mitarbeiter der Allgemeinen" zu andern, au fämpfen gehabt, jetzt sei das jedoch beseitigt und da hätten mit der Breßkommission und der Berliner Volts- Tribüne" beAlsdann geht der Mitarbeiter der Allgemeinen" zu andern, auch die Berliner Genossen durchaus keine Veranlassung, das schäftigt habe, vielmehr eine unzeitgemäße Kritik an das„ Berähnlichen Bestrebungen über, indem er schreibt: Blatt aufzugeben. Finanzielle Bedenken dürften hierbei nicht in liner Voltsblatt" geübt habe. Mißstände haben viele bestanden, Betracht gezogen werden, da es sich um ein Agitationsorgan von doch habe Genosse Liebknecht die Absicht kundgegeben, diefelben ungeheurem Werth handele. zu beseitigen und damit auch schon den Anfang gemacht. Redner tadelt den Redakteur Cronheim. " " " Grundmann: Der Kernpunkt der heutigen Verhandlung sei die Frage, ob die Berliner Genossen ein eigenes Organ haben wollen, oder nicht. Für die weitere Aufklärung der Genossen sei die Berliner Bolts- Tribüne" äußerst nothwendig, daher trete er hierfür mit aller Entschiedenheit ein. " Giner der lebhaftesten Vorkämpfer für die Idee eines mitteleuropäischen Zollbundes ist seit längerer Zeit der österreichische Volkswirth Dr. A. Pe e z. Derselbe deduzirte diese Nothwendig- Kerst an erklärt, an der Berliner Volts- Tribüne" nichts teit namentlich aus der nach seiner Ansicht immer stärker werden auszusehen zu haben. Doch bitte er in Erwägung zu ziehen, ob den Konsolidation der großen wirthschaftlichen Weltmächte, näm dieselbe nicht baldigt in ein Tageblatt umgestaltet werden könne. lich Amerika, Großbritannien mit seinen Kolonien und Rußland, Redner beschwert sich über das„ Berliner Volksblatt", welches und empfahl eine wirthschaftliche Ginigung Deutschlands mit eine Mittheilung von ihm über Ausschreitungen von UnterDesterreich, welchem Bund jedoch, damit Desterreich nicht allein Offizieren und Schußleuten gegen das Publikum nicht verdem Anprall der deutschen Industrie ausgesetzt sei, womöglich öffentlicht habe und auch eine Sprechfaal- Erklärung, betreffend Redakteur Ba afe: Angriffe feien gegen das„ Berliner Italien und die Balkanstaaten beitreten müßten. Diesen Fall nicht abgedruckt habe. Er empfehle etwaige Beschwerden Volksblatt" schon sehr häufig erhoben worden. Seit dem Fall des Als jüngste hervorragende Kundgebung in dieser Richtung über das Voltsblatt" der Preßkommission zu überweisen, welche Sozialistengesetzes hätten die Verhältnisse sich geändert. Das Blatt ist endlich die Resolution des im September des Jahres 1890 vann sobald sich die Fälle gehäuft haben sollten, damit vor eine fei offizielles Parteiorgan geworden, es unterstehe der Chefredaktion abgehaltenen land- und Forstwirthschaftlichen Kongresses in Wien Volksversammlung treten foue. des Genossen Liebknecht zunächst und dann dem Parteivorstand und zu verzeichnen, welche den Traditionen des Pefter Kongresses von Wilfchte führt aus, daß gleich im Anfange die Befürchtung dem Parteitag. Das, was heute vorgebracht wäre, feien fast alles olle 1883 folgend, gleid falls die Bildung einer mitteleuropäischen Zoll- sich geltend gemacht habe, das„ Berliner Boltsblatt" würde nicht Ramellen", Sachen, welche einer vergangenen Zeit angehörten, bei liga und Abmachungen zwischen den Ligastaaten behufs Ausgleichzeitig Partei- Organ und Lotalblatt fein können. Dem wurde denen meistens nicht mehr festzustellen wäre, wer der schuldige schließung wechselseitiger Schädigung durch die Frachttaris- Politik war seiner Zeit entgegengetreten, doch scheine sich das nach den Theil sei. Gine freie Kritit müſſe zwar stets gewahrt forderte, freilich ohne zur Beseitigung der inzwischen gegen den Vorgängen der letzten Zeit( Welche Vorgänge? Red.) doch zu werden, doch doch frage es sich, об es nicht vielleicht Grundgedanken der Bollunion von verschiedenen Seiten erhobenen bewahrheiten. Tadelnswerth sei es, daß Berichte von Referenten, mehr im Parteiintereffe liege, wenn nicht alles gleich an Bedenken viel beizutragen." welche feinen großen Namen befäßen, erheblich gekürzt würden. die große Glocke gehängt würde. Man könne doch Der Umstand, daß solche Projekte dem Verdachte halt Ferner müßten die Reklame Annonzen beseitigt werden, welche wohl zuerst den stillen Weg der Verständigung suchen und dann Loser utopistischer stört auf der letzten Seite des Blattes stehen, während sie häufig in erst an die Deffentlichkeit treten, falls das alles nicht nüßen Spekulationen ausgesetzt sind, den Mitarbeiter der Allgemeinen Zeitung" feineswegs. Er dem anderen Theile bekämpft würden. Die Preßkommission müsse sollte. Seiner Ansicht nach müsse es schlimm bestellt sein, wenn schließt mit dem Ausbruch des Vertrauens auf die Zukunft: angehalten werden, alle diese Mißstände von der Berliner Volks- nicht jeder berechtigten Klage ihr Recht würde. Geklagt werde gegen die Inserate, doch mache er darauf aufmerksam, daß die " Mag man die Zoll- Unionsprejette heute noch als utopistisch be- Tribüne" fernzuhalten. Böhl ist für das Erscheinen der Berliner Bolts- Tribüne" Parteifasse auf die Ueberschüsse der Parteipreffe jest sehr angezeichnen, so hat die Geschichte der politischen Einheitsbestrebungen einmalig, es liege mur die wiesen sei. Für Reklame- Annoncen sei die Redaktion nicht verdoch gezeigt, daß sich aus Utopien mit der Zeit sehr reelle Ge- in der bisherigen Form, Berliner Volts- Tribüne" werde weiter antwortlich zu machen, jedoch habe auch hierin die Expedition tönne sie nicht Jeder halten. Er empfehle, die Sonntagsbeilage hindeute, zurückzuweisen. Auf die Ausführungen Liefländers antGs fällt uns nun an dieser Stelle nicht im entferntesten ein, des Vorwärts" fortfallen zu laffen und an deren Stelle die worte er, daß die Setzer für jede Annonce entsprechend entBerliner Volts- Tribune" als Gratis beilage zu bringen. Betreffs schädigt würden, wenn eine Wiederholung stattfinde. Weiter beauf die Besonderheiten dieser Projekte näher einzugehen. Es erscheint uns auch ziemlich gleichgiltig, ob über kurz oder lang der Annonzen fei er der Meinung, daß dieselben zur billigeren merke er, daß es unwahr fei, daß der lieberschuß dem Verleger zu Gute komme, vielmehr falle derselbe voll und ganz der Partei bieses oder jenes derselben seiner Verwirklichung näher kommt. Herstellung des Blattes nothwendig seien. Winter protestirt gegen die Anregung Böhr's betreffe der zu, ein Umstand, den Herr Liefländer entschieden wissen müsse. Darauf aber wollen wir aufmerksam machen, daß alle derartigen Bestrebungen zu Schritten auf dem Wege drängen, dessen Ziel Gratisbeilage, die„ Berl. Volks- Tribüne" müsse vor allen Dingen Betreffs der Beschwerden über den gewerkschaftlichen Theil bemerke er, daß das Augenmerk der Redaktion darauf die bisher als schlimmste und ungeheuerlichſte utopie bezeichneten frei und ſelbſtändig bleiben. Werner macht darauf aufmerksam, daß nach den Hallischen gerichtet sein müsse, Alles, was für das gewerkschaftliche " Vereinigte Staaten von Europa" sind. wie sie die Beschlüssen die Preßkommiſſion in die Verwaltung des Berliner Leben von Wichtigkeit sei, herauszusuchen und zu veröffentlichen. In neuerer Zeit seien feine Berichte zurückgewiesen sogenannten Zollbündnisse der gedachten Art mit sich bringen, Voltsblattes" nicht einzusprechen habe. Klein fordert die Genossen auf, energisch für die„ Berliner worden. Wenn einmal im lokalen Theil, worüber sich muß bei unserer hohen wirthschaftlichen Entwickelung und der ständig steigernden Intensität unseres Verkehrs zu allmäliger Be- Volks- Tribüne" zu agitiren. Wenn von einem Vorredner an- Kerſtan beschwerte, eine Nachricht etwas später gekommen sei, seitigung der wirthschaftlichen Gegensätze und zu immer innigerer geregt sei, Gewerkschaftsberichte, welche das„ Berliner Volksblatt" so können solche Irrthümer wohl schon vorkommen. Das„ Berwegen Raummangels nicht aufnehmen könne, der Berliner Volts- liner Volksblatt" habe ebenfalls sehr viel für die Propaganda Annäherung und Befreundung der Völker führen. Je mehr sich aber die Völker einander nähern, je umfassendere Tribüne" zu überweisen, so erhebe er dagegen entschieden Einspruch, gethan. Gerade das„ Berliner Volksblatt", als Tageszeitung, fei veit geeigneter, neue Anhänger der Partei zu erwerben, als die wirthschaftliche Koalitionen sie bilden, desto überflüssiger wird, dazu sei die Gewerkschaftspresse da. " bilde entwickeln können, und hieraus mögen die Vorkämpfer der Frage vor, ob die Denn bei der gegenwärtigen Nothlage strengste Anweisung, alles, was auf einen schwindelhaften Inhalt verschiedenen Bollunionen Muth zur Verfolgung ihrer Projekte beſtehen können. entnehmen." " Berliner Bolts- Tribüne". Letztere könne sich nur an die vor geschrittenen Genossen wenden. Eine jede Kritik sei gut, nur müsse sie gerecht sein und keine Spuren von Verläumdung tragen und wenn über Jemand zu Gericht gesessen werden soll, dann müffe man den Betreffenden auch einladen. nommen: Es folgten hierauf eine Reihe persönlicher Bemerkungen, unter denen Heindorf bestritt, gesagt zu haben, das„ Volts: blatt" hätte noch Niemand zu einem Sozialdemokaten gemacht. Doch sowohl durch Zwischenrufe aus der Versammlung als auch durch den Vorsitzenden wurde den: widersprochen. Hierauf wurden folgende Anträge und Resolutionen ange I. Die Versammlung der sozialdemokratischen Parteigenossen Berlins beschließt, daß für die den Berliner Genossen gehörende Berliner Volts- Tribüne" und" Berliner Arbeiter Bibliothek" eine Breßkommission zu wählen ist, und zwar so, daß jeder Wahlkreis möglichst durch einen Genossen vertreten ist. Das den Kommissionsmitgliedern über tragene Mandat erlischt nach einem Jahre und unterstehen beide Unternehmungen, die Berliner ArbeiterBibliothet" sowohl als die Berliner Bolts- Tribüne" in Verwaltungsfachen einzig und allein der heute hier gewählten Kommission. Die Kommission regelt also selbstständig alle Angelegenheiten beider Zeitschriften, sowie auch die Gehälter u. s. w. der Redakteure und Expedienten. Die Versammlung spricht außerdem den Wunsch aus, daß die Kommissionsmitglieder in literarischer Hinsicht sowohl als in technischer und agitatorischer ihre volle Schuldigkeit thun. II. Die heute hier tagende Versammlung der sozialdemokra tischen Parteigenossen Berlins beschließt, daß das hier erscheinende Zentralorgan der Partei verpflichtet ist, in seinem redaktionellen und Inseratentheil Empfehlungen der Berl. Volts- Tribüne" und der„ Berl. Arbeiter- Bibliothek" unentgeltlich aufzunehmen. 1. Die heutige Versammlung beschließt, daß die Genossen verpflichtet sind, in jeder Versammlung, gewerkschaftlicher und politischer Natur, für die Verbreitung der Berliner Volks- Tribüne" und" Berl. Arbeiter- Bibliothek"" energisch zu agitiren. IV. wurde beschlossen, die übrig bleibenden Exemplare der Berl. Volts- Tribüne" gratis zur Vertheilung zu bringen. Hierauf wurde zur Wahl einer Preßkommission geschritten; gewählt sollten werden aus Berlin IV und V1 je zwei, aus den anderen Berliner Wahlkreisen und aus Teltow Beeskow je ein Mitglied. Es fiel die Wahl auf folgende Genossen: Berlin 1: W. Wa ch. II: Karl Grau. " " 111: Otto Hamann. 9 " IV: Robert Schmidt, Aug. Dietrich. " V: Otto Lamprecht. " " 1 VI: Eugen Ernst, Emil Börner. Teltow- Beeskow: Albert Wurbs- Rixdorf. Sodann wurde die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die international- revolutionäre Sozialdemokratie geschlossen. bemüht, allen Anforderungen, die an eine große Berliner Tages: zeitung der Sozialdemokratie zu stellen sind, zu genügen. vor Die Redaktion, " die der Eine öffentliche Versammlung der in Buchdruckereien beschäftigten Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen fand am 2. Januar unter dem Vorsiz des Herrn Krüger statt. Herr Theodor Meßner hielt einen Vortrag über„ Arbeiter- und Im April vorigen Jahres fand bei Joël in der Andreas Unternehmerorganisationen". Hedner wies darauf hin, daß sich straße eine Versammlung der Gewerkschaftsvorstände statt, in die Organisationen der Arbeitnehmer, sowie die der Arbeitgeber, so beren Verlauf auch über das„ Berliner Volksblatt" und feine lange es folche giebt, immer in Anpassung an die jeweiligen Stellung zur gewerkschaftlichen Bewegung gesprochen wurde. Bei wirthschaftlichen und durch diese bedingten politischen Verhalt dieser Gelegenheit soll der Schriftsezer Herr Dolinski sich in be- nissen entsprechend gestaltet haben. Die wohl für die Zeit der Voltsblatt" ergangen haben. leidigenden Aeußerungen gegen die Redaktion des Berliner mittelalterlichen Produktionsweise berechtigt gewesenen Innungs verbände haben jest ihre Existenzberechtigung verloren. Wo je Die Redaktion wies die beleidigenden Aeußerungen des Herrn noch eristiren, gehen sie ihrem Untergange entgegen. Durch die Dolinski in einem Artikel in der Nummer vom 17. April 1890 Entwickelung der Produktion geschaffen, stehen sich in der heutigen zurück und führte aus, daß Herr Dolinski sich das Recht, die Gesellschaft zwei Klassen mit diametral entgegengesetzten sozialdemokratische Arbeiterfache zu vertreten, durch seine Stellung Interessen gegenüber die gegenüber die der Arbeiter und zu dem ehemaligen„ Volksfreund" und durch sein Verhalten in Unternehmer. Die Arbeiter haben, um den Unternehmern gegen der Schweiz, welches ihn eigentlich veranlassen sollte, das für über ihre Interessen nachhaltig vertreten zu können, die Fach ihn so wohlthätige Dunkel niemals zu ver- organisationen, wie wir sie heute vor uns sehen, geschaffen. Ihr lassen, verwirkt habe. Wirken suchen die Unternehmer vermittelst von ihnen geschlossener eine schiedsgerichtliche Entscheidung. Herr Dolinski fühlte sich hierüber beschwert und verlangte Vereinigungen illusorisch zu machen. Redner verweist auf die Das Schiedsgericht fand Erfurter Schuhmacher und auf die Hamburger Tabatarbeiter. einigen Tagen unter dem Vorsitze des Genossen Gerisch statt Nachdem er den heute noch in vielen Arbeitsbranchen unter den und hatte das Ergebniß, daß erkannt wurde, gelernten Arbeitern vorkommenden Raftengeist einer mißbilligenden daß das Verhalten des Herrn Dolinsti mit Bezug auf den Kritik unterzogen und seine Nichtigkeit für die heutigen Wirth Boltsfreund" niemals zu entschuldigen sei; durch die Ver- schaftsverhältnisse nachgewiesen, schloß er seinen Vortrag mit der handlungen ist jedoch festgestellt, daß die Vorgänge in der Mahnung an die Anwesenden, sich allesammt einer Organisation Schweiz nur auf das Privatleben des Herrn Dolinski Be- anzuschließen. Nur wenn die gelernten Arbeiter zusammen mit zug hätten, daß ihm also deshalb von Parteiwegen fein den organisirten Hilfsarbeitern und Arbeiterinnen den Kampf Vorwurf gemacht werden könne. gegen das Kapital beginnen, ist das Gesammt und dadurch das Einzel- Interesse gewahrt.( Beifall.) An der Diskussion, welche Der Zentralverein der Haus- und Geschäftsdiener sich fast ausschließlich um den bei einen Theil der Setzer Berlins hielt am 6. d. M. seine ordentliche Generalversammlung und Drucker noch herrschenden Kastengeist drehte. bethei ab. Der Vorsitzende, Kollege Bendig, begrüßte die zahlreich ligten sich u. A. die Herren Pohlmann, Peus, Jahns, erschienenen Mitglieder zum neuen Jahre, worauf nach Er Krüger, Silberberg, Fabrowsky und Mäthner. ledigung der geschäftlichen Angelegenheiten Fri 3ubeil Nach dem Schlußwort des Referenten wurde folgende Resolution einen Vortrag hielt über das Thema:" Was sind die angenommen: Die Versammlung erklärt sich mit den Aus Ursachen der häufigen Veruntreuungen in führungen des Referenten voll und ganz einverstanden, erblickt im unserem Berufe?" Er griff zurück auf den letzten großen Anschluß an die Allgemeinheit, speziell an die Buchdruckerei- Hilfs Hausdiener- Prozeß und die in demselben seitens des Staats- arbeiter und Arbeiterinnen das einzige und sicherste Mittel zur anwalts gefallene Aeußerung, daß der Hausdienerstand in Berlin Erringung der verkürzten Arbeitszeit und verpflichtet sich, mit forrumpirt sei und legte dar, daß es nicht berechtigt sei, einen aller Energie die Stärkung ihrer Organisation fört ern zu wollen. ganzen Stand, der etwa 30 000 Angehörige umfaßt, für die unter Verschiedenem wurde die Mosse'sche Streifangelegenheit Bergehen Einzelner verantwortlich zu machen. Derartige Vor- besprochen. Durch Provokation eines der redenden Sezer fam e² kommnisse seien in allen Berufen zu verzeichnen, ohne daß diefelben zu einer ziemlich tumultuarischen Szene, welche mit Hinaus dem ganzen Stande zur Laft gelegt würden. Erklärlich seien die weisung des Störenfrieds und seiner Freunde endete. Nach Er häufig zu Tage tretenden Veruntreuungen durch die Noth, in der ledigung einiger die Oeffentlichkeit nicht interesjirenden Angelegen sich die meisten Geschäfts- und Hausdiener befinden. Bei langer heiten wurde die Versammlung mit einem Hoch auf die inter Arbeitszeit und geringem Verdienste seien die Haus- und Geschäfts- nationale Sozialdemokratie geschlossen. diener besonders der Versuchung ausgesetzt. Bezeichnend sei es, daß die wenigsten der wegen Veruntreuung bestraften Kollegen Der Verband deutscher Zimmerlente, Lokalverband einer Vereinigung angehören. Die heutige Gesellschaft sei Schuld Berlin, hielt am 5. d. M. seine regelmäßige Monatsversammlung an solchen traurigen Vorkommnissen, ebenso mit die Kaufmann ab. Die Tagesordnung lautete: 1. Wie gedenken wir unsere schaft, welche die organisirten Haus- und Geschäftsdiener als Agitation in diesem Jahre zu entfalten? Der Vorsitzende regte Sozialdemokraten verschreie und die Anstellung solcher nach Mög- mit kurzen Worten zunächst die Debatte darüber an, ob wir lichkeit vermeide. Und doch seien die Arbeiterorganisationen wohl wieder Filialen gründen wollen oder nicht. Außer den Kameraden im Stande, Eigenthumsvergehen zu hintertreiben durch die Auf Schmidt und Schönfisch, welche für Bildung von Filialen ein flärung und Bildung, welche sie ihren Mitgliedern angedeihen lassen. traten, sprachen die meisten Redner dagegen; auch der Vor Unserer Pflicht, unsere Leser über alle Vorgänge im Partei- Redner empfahl, treu zur Fahne der Organisation zu halten, die sigende, obgleich er seiner Zeit gegen die Auflösung gewesen ist, leben zu unterrichten, kommen wir durch den Abdruck obigen Be- Organisation mit Ernst und Verständniß auszubauen und alle rieth unter den heutigen Verhältnissen davon ab. Marzian richtes nach. Wir werden unserem Grundsaße, innerhalb Dann würde die Hausdienerschaft der Kaufmannschaft gegenüber von Mittel aufzubieten, um alle Kollegen der Organisation zuzuführen. führte unter Anderem etwa folgendes aus. Durch die Bildung Filialen ist es unvermeidlich, daß bei diesem der Partei parteilos zu bleiben, auch dann treten können und dieselbe zwingen, den Haus- und Geschäfte großen Beamtenapparat, welcher dazu erforderlich ist, sich nicht untreu werden, wenn Vorwürfe Vorwürfe gegen uns in dienern ein menschenwürdiges Dasein zu gewähren.( Reicher Personen darunter befinden, welche nicht Förde öffentlicher Versammlung erhoben werden. Jene Vor- Beifall.) An den Vortrag knüpfte sich eine sehr lebhafte Dis- rung der Sache im Auge haben, sondern sich persönlich fussion, in welcher die in dem gedrängten Vortrage gegebenen als etwas Besonderes betrachten und glänzen wollen, dadurch würfe sind Don unferem Redakteur Baake, soweit sie Gesichtspunkte noch weiter und eingehend beleuchtet wurden. entsteht nur Bersplitterung. Folglich ist es besser, unter einem während seiner Anwesenheit erfolgten, bereits zurückgewiesen Allseitig wurde die Nothwendigkeit einer festen Organisation Vorstand Wanderversammlungen abzuhalten. Ferner wünscht worden. betont, um eine Besserung der Lage der Haus- und Geschäfts- derselbe den Hauptvorstand zu beauftragen, eine Versammlungs diener herbetzuführen und die Vortheile einer solchen flae vor Tabelle auszuarbeiten und dieselbe auch anderen als Arbeiter Augen geführt: Auch wurde konstatirt, daß fast allgemein feitens zeitungen zuzusenden, damit sie dieselbe im Vereinstaleuper be der Kaufmannschaft organisirte Kollegen entweder gar nicht fannt machen. So soll auch denjenigen, welche teine Arbeiter angestellt, oder doch gezwungen werden, aus der betr. zeitung lesen, Gelegenheit geboten werden, zu erfahren, wann die Organisation auszuscheiden. Nach einem mit stürmischem Beifall Bersammlungen stattfinden. Diesem Wunsche wurde von Ort aufgenommenen Schlußworte des Referenten gelangte folgende land und Seißt widersprochen: wenn die Kameraden in der Resolution zur einstimmigen Annahme: artigen Zeitungen ihre Versammlungs- Bekanntmachungen finden, Die heute am 6. Januar 1891 in Deigmüller's Salon, so würden sie dadurch von dem Abonnement auf die Ar Alte Jakobstraße 48a, tagende Generalversammlung des beiterblätter abgehalten. In Betreff der Versammlungsanzeigen Zentralvereins der Haus- und Geschäftsdiener Berlins er wurde vom Vorjizenden angeregt, Tafeln anjertigen zu lassen, klärt sich mit den Ausführungen des Referenten Zubeil worauf vermerkt ist, wo und wann die Versammlungen statt voll und ganz einverstanden und legt mit aller Entschieden finden und zugleich die Wohnung des Vorsitzenden und Kassirers heit Protest gegen die Behauptung des Staatsanwalts angegeben ist und dieselben in entsprechenden Lokalen auszuhangen. Balfe, es herrscht in der Hausdienerschaft eine tiefgehende Eine derartige Einrichtung soll sich bei den Waurern und Walern Korruption" ein. Die Versammlung spricht selbst einem gut bewährt haben. Hierfür sprachen noch mehrere Kameraden, töniglichen Staatsanwalt das Recht ab, einen Beruf, der ein Beschluß wurde jedoch nicht gefaßt. Hierauf wurde ein po allein in Berlin ca. 30 000 Angehörige zählt, beleidigen Kamerad Grufe eingebrachter Antrag angenommen, heute den zu dürfen. Arbeiter, die bei der Vertrauensstellung eines ersten Punkt der Tagesordnung fallen zu lassen und eine General Hausdieners, bei einer täglichen Arbeitszeit von 12 bis versammlung zur Erledigung desselben einzuberufen. Ein von Wie geht es aber leicht in Versammlungen zu? Das that15 Stunden und einer regelmäßigen Sonntagsarbeit Selin eingeorachter Antrag: zur Hebung des Herbergs- und Ver Don 8 bis 12 Stunden und einem Wochenlohn kehrswesens eine Rommission von fünf Mitgliedern zu wählen, sächliche Material für die Entscheidung fehlt in der Mehrzahl der Don 9 bis 18 Mark, nicht mehr Leute unter sich welche entsprechende Vorschläge hierzu ausarbeitet und in kurzester Fälle, die Kritik selber wird kritiklos, es wird mehr haben, die sich gegen die Geseze der heutigen Moral Zeit Bericht erstattet, wurde dem Vorstand überwiesen. Von behauptet, als man zunächst behaupten wollte, und vergehen, müssen ganz gewiß sittlich und moralisch intakt Marzian war beantragt, eine öffentliche Generalversammlung fleine Fehler oder auch nur vermeintliche Fehler werden aufsein. Die Versammlung spricht ferner ihr Bedauern aus, sammtlicher Zimmerleute einzuberujen. Tagesordnung: Lohns gepufft zu großen Verbrechen. Das entspricht der Würde unserer daß nicht alle Hausdiener organisirt sind, um eine solche verhältnisse und Vorgehen der Zimmerleute im nächsten Früh Beleidigung mit noch mehr Nachdruck zurückweisen zu jahr. Hierzu war von Gruse ein Gegenantrag eingelaufen, Partei nicht. Es giebt einen besseren Weg, auf dem die Kritik fönuen. Die Kaufmannschaft Berlins aber fann nur dann diesen Antrag in der nächsten Generalversammlung zur Diskussion zu ihrem Rechte kommt. Unser Redakteur hat ihn in der Ver- auf eine nachhaltige Besserung dieser Zustände rechnen, zu stellen. Letterer wurde angenommen. Im Verschiedenen fammlung bezeichnet. Fühlt man sich durch eine Ent- wenn dieselbe ihr Vorurtheil gegen die organisirten Haus wurde über das Verhalten des Herrn Feuerstein diskutirt, der diener ausgiebt und nur deren Stellennachweise in Anspruch seinen Saal den Kelnern zu einer Versammlung verweigert scheidung der Redaktion betroffen und führt auch haben soll. Diese Behauptung wurde von einem Kellner des Herr eine persönliche Verständigung mit ihr zu teinem Hierauf gab Kollege Bendix bekannt, daß der Stellennach Feuerstein, welcher auch Mitglied des Kellnervereins ist, dahin Ausgleich, so wende man sich an den Parteivorstand. Da- weis, Grünstraße 21, Telephonanschluß erhalten hat( Amt 1 richtig gestellt, daß Herr Feuerstein gesagt hat, fie möchten doch mal erst wo anders eine Versammlung abhalten. mit ist vollste Sicherheit für die gerechte Erledigung irgend einer No. 4025) und daß am 20. Januar der erste diesjährige gesellige auch Abend bei Deigmüller stattfindet. Für ein reichhaltiges Sein Personal werde dadurch zu sehr angegriffen, weil am Streitfrage gegeben, und jeder nicht böswilligen Kritik geschieht Programm ist Sorge getragen. Der am 9. November v. J. joigenden Tag Ball ist und der Saal auch noch vorher gebohnt stattgehabte Familienabend erbrachte einen Ueberschuß von werden müßte. Kamerad Seißt antwortete hierauf, wenn Mit jeder böswilligen Kritik aber werden wir selber 108 Mark 75 Pf.( 22 Billets stehen noch aus). Der Viertel- erste Behauptung richtig wäre, so würden wir auf Herrn Feuerstein furzen Prozeß machen. Zu ihr rechnen wir die Angriffe jahresbericht des Vereinskassirers ergab einen Kassenbestand von keine Rücksicht zu nehmen haben und es so machen wie bei des Herrn Liefländer. Wer die hundertmal wider- 72 Mark 19 Pfg. Im Stellennachiweise wurden seit Bestehen Lammers und uns ein anderes Lokal suchen. Hierauf machte legte Lüge, daß die Ueberschüsse des„ Berliner Volksblattes" desselben 127 vakaute Stellen gemeldet. Davon konnten besetzt derselbe noch bekannt, daß am 13. d. M. in demselben Lokal eine werden nur 32, und zwar hauptsächlich infolge des Umstandes, Versammlung der Zentralfranken- Rasse der Zimmerer stattfindet. in irgend einer Form irgend einer Privatperson zufließen und daß die Prinzipale fast ausnahmslos Branchen- Hausdiener ver- Der Vorsitzende machte bekannt, daß das vom Genossen Audors, nicht bis auf den letzten Heller in die Parteikasse kommen, wissend, langen, welches Verlangen schwer zu erfüllen ist. Trotz der zu unserem Sylvestervergnügen, gedichtete Lied für 5 Pr. beim daß es eine Lüge ist, wiederholt, ist ein nichtswürdiger scheinbar geringen Ziffer der besetzten Stellen wurde der Erfolg Kassirer zu haben ist. Verleumder und ein Feind der Partei. Und wir verwahren uns dagegen, mit einem solchen Menschen auch nur das Geringste noch zu schaffen zu haben. Wir erkennen ihn nicht als Parteigenossen an. Wir wollen seinen Ausführungen nur noch hinzufügen, daß wir es zunächst für eine einfache Anstandspflicht halten, an dem Vorwärts" nur dann in öffentlicher Versammlung Kritik zu üben, wenn diese Absicht aus dem Inhalt der Tagesordnung zweifellos hervorgeht oder durch ausdrückliche Mittheilung an uns vorher festgestellt ist. Dabei geben wir aber den Parteigenossen wiederholt zu bedenken, ob derartige Angriffe gegen das Zentralorgan sich mit dem Partei- Interesse vereinbaren lassen. Eine öffentliche Volksversammlung ist nicht der geeignetste Ort für eine sachliche und gerechte Prüfung irgend welcher Einwände gegen den Inhalt unferes Blattes, zumal die Nedaktion sich niemals auf den lächerlichen Unfehlbarkeitsstandpunkt gestellt und sich jederzeit sachlichen Ausstellungen, von denen man ihr persönlich Kenntniß gab, zugänglich gezeigt hat. nimmt." ein die noch Die doch allgemein in Rücksicht auf die Jugend dieser Einrichtung und der denselben entgegenstehenden Schwierigkeiten als ein Am 6. Januar hielt Herr Werner im Verein de günstiger bezeichnet. Die Richtigkeit der vorgedachten Abrech- Klempner Berlins und Umgegend einen Vortrag nungen wurde von den Revisoren bestätigt, und die General über die Alters- und Invaliditätsversicherung. Redner erntete versammlung ertheilte daraufhin Decharge. Zur Aufnahme ge- für seine Ausführungen lebhaften Beifall. In der Diskussion Zum Schluß noch ein Wort zu der Resolution 11, die in der langten 34 neue Mitglieder, welche vom Vorjizenden aufs wurden noch einige Fragen durch Herrn Werner erledigt. Unter Wärmste begrüßt wurden. Da der Maskenball in der Brauerei Verschiedenem" regte ein Kollege die Frage an: Wie verhält Bersammlung angenommen worden ist. Wir geben gern zu, daß Friedrichshain ein wenig günstiges finanzielles Resultat ergeven sich der Verein zu den auf dem Delegirtentage der Metallarbeiter Verein so beabsichtigt der fie recht gut gemeint ist, doch hat man unseres Erachtens dabei bat, neues Vergnügen der Provinz Brandenburg gefaßten Beschlüssen?" Es entspann In Aussicht genommen ist der übersehen, daß feine Berliner Versammlung befugt ist, dem zu veranstalten. Feen- fich eine gereizte Debatte hierüber, da einige entschieden für die palast" sofern derselbe auch Zentralorgan der Partei irgend eine Verpflichtung aufzuerlegen. zu haben ist. Auch wurde der Kollegenschaft das Abonnement arbeiter- Versammlung wird sich mit der Organisationsfrage zu Arbeiterversammlungen andern gegen die Zentralisation waren. Eine öffentliche Metall Wir sind der Gesammtpartei und ihren auf dem Partei- auf das Fachorgan„ Einigkeit" dringend ans Herz gelegt. Be- zu beschäftigen haben. Ueber die Verwendung des Unter tag in Halle eingesetzten Organen gegenüber verant- schlossen wurde noch, daß die Vorstandsmitglieder mit ihren stüßungsfonds wurde eine Bestimmung getroffen, da das Vereins, wortlich und können an diesem Verhältniß ebensowenig wie eine Damen bei stattfindenden Festlichkeiten freien Eintritt haben statut darüber genügende Aufklärung giebt. Zum Schluß machte Boltsversammlung etwas ändern. Die„ Berliner Volts- Tribüne" follen und wurde diesem Beschlusse rückwirkende Kraft beigelegt Selchow noch auf die grunen Unterstüßungsfarten aufmerksam für den letzten Maskenball und das Vergnügen vom 9. November und tadelte das Verhalten der Klempner, die sich so wenig a und die„ Berliner Arbeiter- Bibliothek" stehen zu uns in feiner vor. Jahres.- Nachdem noch der Ertrag der Tellersammlung Sammeln von Geldern für Diejenigen betheiligen, welche anderen Stellung, als die übrigen lokalen Parteiblätter und zu Beginn und Schluß der Versammlung der Generalfommission Rampfe um ihre Organisation sich aufopfern. Er machte Preßunternehmungen. Wir hoffen, daß man uns diese Klar- der Gewerkschaften Deutschlands bestimmt und der Fragekasten allen Arbeitern zur Pflicht, Geld aufzubringen, denn ohne diese stellung um so weniger verübeln wird, als ein Blick auf den erledigt worden war, schloß der Vorsitzende die Versammlung Waffe sei ein Krieg mit dem Unternehmer unmöglich. mit einem dreifachen Hoch auf die fernere, wie bisher erfreuliche täglichen Inhalt unseres Blattes beweist, in welchem Maaße es Fortentwickelung des Vereins. Derselbe zählt gegenwärtig gerade auf seine Berliner Leser berechnet ist und wie sehr es sich 261 Mitglieder. Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. im