Nr.ZSH �Z7.�ahrgtMg Ausgabe B Nr. 57 BezngspretS: B•rtelläfcl.SO,— SSCmonotUO,— OTi. frei INS öaus, Dorna« Illhibar. Voil- be�un Monatlich 10,— Mi. exkl. Sa« flellanasgebütir. Ünietftrcusbanb für Deatichlanb und Oesterreich l6,?0 Ml. für das übrige Ausland bei taglich einmal. Suftelluno 2150 M. Toft-e« Oellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tfchccho- Siowaiei, Dane» rnari, zollang, cucemoutg, Schweden und Mc Schweig.— Eingetragen m die Vaii-SeitungS'PreisIiste. Der.Borwäris� mit der Sonntags- beilage.Boll u. Seif ericheinr moihen« liigtich zweimal. Sonntags und Montags»inmnL Teiegraniin-Adreffs .Sojialdeniofcaf Bcrlio**. Abend Ansgabe BcHincv VolKsblstt (20 Pfennig) Anzeigenpreis: Die achtgespaltene Nonpareillezeile lolteiZ.— M'-TeuerungszuschlagSO»/» «Sleine Anzeigen-, das Irtt- gedruckte Wort 1,— M. lzulässtg zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort SO Pfg. Stellengesuche und SchlaMellenanzeigen das erste Wort 65 Psg. teies weitere Wort 40 Psg. Worte übet 15 Buchstaben zählen für iwei Worte. Teuerungszuschlag 50°� sramilien-Anzeigen für Abonnenten geile 2<— M., politische und ge- werlschaftiiche Vereins-Anzeigen 3,— Ml. die geile ohne Aufschlag, Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 5 Ahr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin EW 68, Linden- ftratze 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends. ZcntraXorgan der fozialdemokratirchen parte» DeutPchlanda Reöaktion und Expedition: 633.6$,£inden(tt. 3. ileruivrecher: Amt rviorlnvla«, Nr. IZI SV— I»lg7. Donnerstag, de« 5. August 1920 Vorwärts-Veelag G.m.d. H., SW. 6$, LinSenstr. 3. Fernspreciier: Amt Morihplah. Nr. 117 äZ— äl. Ernste Mitlifler de« Aeußern Dr. Simons gab in der hentigen Sitzung des Reichstages folgende bedeutsame Erklärung ab: Im Osten haben wir nun den Krieg, der uns vor neue Auf. gaben stellt, llebertretcnde Teile der kämpfenden Truppen müssen unbedingt entwaffnet werben. Eine große Gefahr ist auch im Westen des Reiches. Ich will nicht sagen, die Entente beabsichtigt es, aber sie hat ein großes Interesse, durch Deutschland hindurch nach Polen zu gelangen.(Hört! Hört!) Wenn es sich bewahrheitet,"daß im besetzten Gebiet bereits umfangreiche Borbereitungen getroffen werden zur Nebcrlcitung größerer Ententetruppcn nach dem Kriegsschauplatz, dann ist damit bereits eine schwere Ber- letzung der deutschen Neutralität gegeben. Besetzt oder unbesetzt, das Gebiet bleibt deutsch.(Sehr richtig!) Die deutsche Negierung wird unter allen Umständen an ihrer Neutralität festhalten und sie mit allen Mitteln verteidigen. (Beifall.) Ich hoffe, daß dazu keine Machtmittel notwendig sind. Gestern habe ich mit dem französischen Geschäftsträger eine sehr ernste Unterredung gehabt wegen der Flaggenaffäre; sie ist bis jetzt noch nicht erledigt. Ich bitte, alles zu vermeiden, was die Situation verschärfe« könnte.(Beifall.) { Reichs iagsbe riecht sieche 3. Seite.) * Nach beu letzten Nachrichten vom volnisch-russischen Kriegs� schauplatz ist die Einnahme Warschaus durch die Sowjetarmee nicht unmöglich. Der östliche Flügel des polni- schen Heeres ist bei Lomsha eingedrückt worden. Auf der Mittelfront haben die Bolschewisten den Uebergang über den Bug erzwungen. Im Westen mutzte erneut die pol- Nische Front zurückgezogen werden. Warschau ist demnach von drei Seiten bedroht und der Abstand der Bol- schewisten von der polnischen Hauptstadt beträgt an verschiede- nen Stellen kaum mehr als 80 Kilometer. England hat aus dieser Lage seine Konseguenzen gezogen, eS droht damit, binnen 48 Stunden die angesagte Londoner Konferenz endgültig abzusagen, wenn Rutzland bis dahin nicht in eine internationale Abwicklung der Ostfragen eingewilligt habe, und es gibt heute schon deutlich zu verstehen, datz eS gegebenenfalls auch einen Abbruch der inoffiziellen Beziehungen zu Rutzland ins Auge fassen werde. Damit ist natürlich noch nicht gesagt, datz dieser Abbruch den Krieg mit Rußland bedeuten würde. Anders verhält sich F r a n k r e i ch, das vor und während des Krieges einen großen Teil seines Kapitals im zaristischen Rußland angelegt hatte, und das seit dem deutschen Zu- sammenbruch in Polen das gegebene Feld für imperialistische .und hochkavitalistische Jnteressenpolitik sqh. Es drängt mit allen Kräften auf einen offenen Krieg mit Ruß- land hin. Hierbei ergibt sich die für Deutschland überaus ernste Frage, auf welchem Wege der Transport der polnischen Entlostungsarmee bewerkstelligt werden soll. Der Danziger Korridor ist bereits von der Bolschewistenarmee be- droht. Es bliebe also nur noch ein Transport auf dem lang- wierigen Seewege über die Adriahäfen durch Oesterreich und Ungarn oder aber über Deutschland. Die deutsche Re- gierung hat zwar strikte Neutralität erklärt. Aber im besetzten Gebiet rechts des Rheins finden, wenn die Meldungen richtig sind, bedenkliche Truvpenansammlungen statt. Nach einem bisher unverbürgten Gerücht hat Frankreich sogar eine nicht unbeträchtliche Eisenbabnerrescrve im besetzten Gebiet konzen- triert, die gegebenenfalls die Truppentransporte durch Deutsch- land zu bewerkstelligen hätte. Wir wissen nicht, inwieweit diese Meldungen mit den Tatsachen übereinstimmen. Daß die Lage aber nicht ohne Ernst ist, geht aus den obigen Mittellun- gen des Ministers des Auswärtigen in der heutigen Reichs- tagssitzung hervor. « Glückwunsch üen danziaern. Aus London wird der„Humcmits" unter dem 31. Juli gemeldet: Der Vorsitzende des englischen Transportarbeiter- Verbandes Robert Williams hat an die deutschen Transportarbeiter folgendes Telegramm gesandt: „Wir beglückwünschen die Danziger Hafen- arbeiter zu ihrer Weigerung, Munition für die polnische Reaktion auszuladen.� Ich bedauere, datz englische Soldaten als Streikbrecher verwendet werden. Die englische Trade-Union-Bewegung hat beschloffen, zur direkten Aktion zu schreiten, um die Sendung von Waffen an die Feinde Nutzlands zu verhindern." Da dieses Telegramm in Deutschland bisher nicht bekannt geworden ist, liegt die Vermutung nahe, datz es von der e»g. lischen Postverwaltnng angehalten wurde. Lage! Der Nekchstag bereit! Der AeltestenauSschuß des Reichstags hat, wie wir kurz vor Redaktionsschluß erfahren, beschlossen, de« Präfideuten L ö b e zu ermächtigen, im Einvernehmen mit dem Reichspräsidenten und der Regierung de« Reichstag auch schon vor dem in Aus- ficht genommene« Tage des Wicderzusammentritts einzuberufen, wenn die politische Lage das erfordert. « Vor der Räumung Warschans. Paris, K. August.(Hollandsch Nieuwsbureau.) Nach einer Meldung des„TempS" wird Warschau geräumt werden, wenn die polnischen Truppen nicht zu einer Gegenoffensive imstande sein sollten. Tie polnische Regierung sei fest entschlossen, den Kampf weiter zu führen und den Sitz der Regierung weiter nach dem W e st e n zu verlegen, um von dort aus die Verteidigung zu leite«. Der neue Sitz de» Regierung würde in diesem Falle nicht Posen sein, weil diese Stadt eine so große deutsche Bevölkerung aufweist. Der polnische Rückzug. Warschau, 5. August.(T.-U.) Der amtliche polnische Heeres- bericht vom 4. Autgust lautet: An der boutschen Gvenze hat der Feind Kolno besetzt. Bei Ostrolenka wurden alle feindlichen Angriste abgeschlagen. Südlich davon, bis nach Ostrowo, finden Kämpfe mit feindlichen Kräften statt, die den Narew bei Lomza über- schritten haben. Am Bug bei Drobiczyn sind Weiber Kämpfe mit feindlichen Abteilungen im Gange, welche auf das Südufer des Flusses gedrungen sind. In der Schlacht von Kolli haben unsere Abteilungen mehrere Hunde vt Gefangene gemacht, zwei Geschütze und mehrere Maschinengewehre genommen. In der Umgebung von Brest, von Neple bis Czhluki haben unsere Podhaler und pommerellen Jnfanterieabteilnngen in heldenmüttger Abwehr alle bolschewistischen Angriffe, die auf die Ueberschreiwng des Bug hin- zielten, abgeschlagen. Bei einem der gestrigen Angriffe wurden allein bei der Eisenbahnbrücke Brest 500 feindliche Tote auf dem Schlachtfeld gefunden. Zwischen Brest und Luzk dollzegen wir eine Umgruppierung ohne Druck von Serien des Feindes. Nach einer Reihe von hartnäckigen Kämpfen wurde Brodh don unseren Abteilungen unter General Krajewski eingenommen. Weitere Kämpf« finden jetzt in der Gegend von Radziwilow statt, wo der Feind hartnäckigen Widerstund leistet. Ein« Helden- mütige Abteilung der 12. Infanteriedivision unter Führung de? verwundeten Oberste« Jannszajtis hat in einem schneidigen Sturm. angriff Mikludinic« erobert und die Bolschewisten in dieser Gegend endgültig über den Sereth zurückgeworfen. In den Kämpfen spielten auf unserer Seite Tanks eine große Rolle. Di« Niederlage der Bolschwisten wird schon daraus ersichtlich, daß man auf einem Ab. schnitt des Schlachtfeldes allein 1600 Gefallene zählte. Die ukrai. Nischen Truppen schlugen in für uns günstigen Kämpfen den Angriff des Feindes, der auf den Uebergang über den Sereth hin. zielte ob. ' Polen lehnt Sonderverhandlnngen ab. Amsterdam, 4. August. Die„Time?" meldet ans War- fcha« vom 4. August: Die polnische Regierun« ist nicht bereit, mit den Bolschewisten über einen Frieden zu verhandeln, wen« Frankreich und Englaad an diesen Berhandlunge« nicht teil- nehme». Englisch-russische Aussprache. London, 4. August.(Reuter.) Krassi», Kameaew und die auderen Mitglieder der russischen Sowjctdelegation spräche« heute nachmittag in der Wohnung Lloyd Georges vor und blieben dort zwei Stunden. Lloyd George und Bonar Law emp- finge» dir Delegierten. Die Besprechungen bezogen sich ausfchließ. lich auf die Fortsetzung des bolschewistischen Vormarsches gegen Pole«, trotz der Eröffnung der Wafsenstillstandsver. Handlungen. Reuter erfährt weiter, die englische Note an Rußland spricht zunächst das Erstannen über das Nichteintreffen einer Aut- wort auf die englische Mitteilung vom 29. Juli aus. Ferner legt sie dar, daß, wen» die für die Abhaltung einer Konferenz in Lon- don festgesetzte« Bedingungen auch weiterhin unbeachtet bliebe«» die Folge der Verzicht auf die Konferenz fei« müsse. Wenn die Sowjetregierung bei ihrer Forderung bleibe, daß die polnischen Vertreter ermächtigt werde« sollen, nicht allein eine« Waffenstillstand, sondern auch den Frieden abzuschließe«, so werde die Londoner Konferenz nicht stattfinden. Nach ihrer langen Besprechung mit Lloyd George und Bonar Law sind die russischen Delegierten in London imstande, ihren Bor- gesetzten diesen Standpunkt der englischen Regierung beutlich zu macheu. London, 5. Auyust.(Kölnische Zeituny)..Daily Teleyraph" meldet: Der Moskauer Regierung ist mitgeieilt worden, daß, wenn sie innerhalb weniger Tage ihre Stellungnahme gegen Polen nicht äniderch Krassi««»d Kameneto Snglawö Oer» tafjsit aasifen.' Mion gegen den Krieg. Die Internationale über de« Völkerbund. Wir haben an dieser Stelle schon die Entschließung des internationalen Soziali st enkongresses über den Frieden und den Völkerbund in ihrem ersten Entwurf und ihrer endgültigen Fassung abgedruckt. Ueber die Ver- Handlungen, die über sie geführt wurden, unterrichtet uns ein Privattelegramm aus Genf vom 4. August: Die Entschließung über den Frieden und Völkerbund hat ihre endgültige Fassung in einem Ustterausschutz erhalten, dem folgende Genossen angehörten: V l t e g e n(Holland), Vor- sitzender. Lafontaine(Belgien), Berichterstatter,-Hill und Roden Buxton(England), A n b r i o t(Frankreich), Stampfer(Deutschland) imd Troelstra(Holland). Schwierigkeiten, die aus der Notwendigkeit entstanden, ver- schiedene Vorschläge zusammenzufassen, waren rem technischer Natur. Es gab keine sachlichen Meinungsver- schiedenheiten. Die Anregung Troelstras, die Krittf der Friedensverträge zu verschärfen und gegen imperialistische Abenteuer die Massen selbst aufzurufen, fand allge- meine Zustimmung und bei den Engländern energische Förderung. Zu diesen Abenteuern wird insbesondere auch die Ver- letzung der deutschen Neutralität im russisch- polnischen Kriege und die Besetzung des Ruhr- r e v i e r s gerechnet. Damit haben die Sozialisten West- europas eine große Verpflichtung auf sich genommen, auch die sozialistische Partei Frankreichs kann sich ihr nicht entziehen. nachdem sie von der am weitesten rechtsstebendm französischen Sozialistengruppe anerkannt worden ist. Dieselbe Verpflichtung gilt selbstverständlich auch für die Deutschen, sofern eS sich darum handelt, die Intervention fremder Regierungen in Nutzland zu verhindern. Der englische Text nennt die an- zuwendenden Mittel„xolitical and industrial", der Sinn von industrial liegt zwischen„gewerkschaftlich" und„Wirtschaft- lich". Gemeint ist die gewerkschaftliche Blockade, die Behinderung von Transporten, die Weigerung,.Kriegs- Material herzustellen, unter Umständen der Generalstreik. Das ist ein B e s ch I u tz von großer Tragweite. Er bedeutet die Anerkennung der direkten Aktion. Bemerkens- wert ist, datz die Anregung, die Aufrichtung der deutschen De- mokmtie zu begrüßen und als Friedensboffnnng anzuerkennen. von den Franzosen ausgegangen ist. Für die Kritik des Entente! mpermlismus wurden gerade von den jener Länder, die die Hauptträger dieses Imperialismus sind. die schärfsten Formulierungen gesucht. Die Verhandlungen des UiitevousschusieS und die ein- stimmige Billigung ihrer Ergebnisse, die unter stärkstem Bei-- fall erfolgte, haben gezeigt, datz die zweite Internationale Mit ihrer Kritik des Versailler Friedens und ihren Vorschlagen zu seiner Revision vollständig geschlossen dasteht. Das ist em großer Erfolg, auf den die angeschlossenen Sektionen stolz sein dürfen imd der insbesondere auch dem leidenden deutschen Volk Hoffnungen auf eine bessere Zukunft eröffnet. ch Jür schrittweise Sozialisierung. Genf, 4. August.(Eigener Drahtbericht des vorwärts'.) Nach der einstimmigen Annahm« der Resolution für die Eni- waffnung Ungarn? begründete der Holländer Wibaut die'Resolution fürdieSozialisierungreiferErwerbs- zweige unter teilweiser Entschädigung an die Kapitalisten durch besonder« Besteuerung der Kapitalistenklasse. Das Sowjet- shstem lehnt er ab. Die stufenweise Sozialisierung sei nicht die langsamste, sondern die schnellste.(Lebhafte Zustimmung.) Der Engländer Bromley wünschte radikale Ziele. Der deutsche Delegierte > Buck bekundete Nebereinstimmung mit der Resolution, die den Dele- gi«rt«n aus allen vertretenen Ländern die Pflicht auferlegt, den zum Ausdruck gebrachten Willen in die Tat umzusetzen. Für kein Land ergibt sich mehr die Verpflichtung, die Produk- tion in eine sozialistische umzustellen, als für Deutschland, um die Elendzeit abzukürzen. Aber auch in keinem Lande muß vorsichtiger gearbeitet werden, als bei uns, weil es den Deutschen zurzeit noch an Rohstoffen und Materialien zu einer erfolgreichen dauerhaften Sozialisterung mangelt. D:e durchgreifende-Be st euerung der Kriegsgewinnler und sonstigen reichen Leute ist in Deutschland durckgeführt. Die plan- mäßige Vorbereitung zur Sozialisierung ist eingeleitet. Am 4. August 1920 beschloß die zweite Internationale die Annahme der vorgelegten Resolution. Mag unserem Beschluß der Erfolg he'chicden sein. Grenier(Frankreich) bezeichnet die Resolmion als Mindestprogramm. D" Neuseeländer Nash ist von der Resolution enttäuscht, da Neuseeland 80 Prozent davon verwirklicht habe und dennoch kein sozialistisches Gemeinwesen sei. Er fürchte den Anklang, de« die radikal«, Forderungen des Bäk- frjytnichn«» fintec qfahtt.. Molkenbuhr bezeichnet in einer sehr eindrucksvollen Rede die Resolution nicht k Berufung Dr. Ksrfens. Zu der von uns bereits gemeldeten Berufung des Dr. Korsen in dos Unterrichtsministerium wird aus dem Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung mitgeteilt: Dr. Korsen hatte seinerzeit die Anstalt mit dem Auftrage übernommen, dort als Schulreform er zu wirken. Unter Hinweis hierauf trat er — nach Prüfung der Entwicklungsmöglichkeiten der Anstalt— an die Unterrichtsvcrwaltung mi! dem Antrage heran. Lichtörfeldc von Amts wegen den Charakter einer Versuchsanstalt zu geben und. die Umwe-ndlung am 1. Oktober 1020 beginnen zu lassen. Gleichzeitig machte Tr. Korsen eine Reihe von organisatorischen Forderungen geltend, deren Bewilligung er für die Umwandlung für notwendig erachtele. Der Muftster H a e n i s ch bat sich dieic schillpolitischen und organisatorischen Forderungen zu eigen ge- macht und versucht, auch die sogewannte Oberleitung der staot- lichen Bildungsanstalien— einen aus Vertretern der beteiligten Reichs- und Staatsressort? gebildeten Verwaltungsrat— dafür zu gewinnen. Im Verlaufe dieser Verhandlungen mußte innerhalb des Ministeriums die Auffassung Platz greifen, daß letzten Endes mit der Ablehnung eines wesentlichen Teiles der erbobenen Forde. rungen zu rechnen sei. Da demnach für Dr. Karsen in Lackier- felde keine Aussicht besteht, seinen Plan auszuführen, hat er gebeten, ihn von der Leitung der Ansialt zu entbinden. Ter Minister bat die Berechtigung dieser Bitte anerkannt und sie des- halb erfüllt. Dr. Karsen hat die ihm bisher gestellten Aufgaben mit hervor- ragender Energie und Umsicht in Angriff genommen. Unter warmer Anerkennung dieser seiner besonderen Eignung ist er nunmehr in das preußische Unterrichtsministerium berufen worden. Er soll hier Gelegenheit finden, selbst die Pläne für eine erste preußische Versuchsanstalt vorzubereiten, als deren Leiter er schon jetzt in Aussicht genommen ist. Für die Leitung von Lichterfelde wird eine vorläufige Regelung getroffen werden. Denn der preußische Unterrichts- minister muß sich bei der Haltung der übrigen zur Mitwirkung berufenen Ressorts den endgültigen Entschluß über sein- Beietli- I gung an einer Weiterffihrung der Lichterfelder Anstalt v o r h e- halten. » Von nahestehe tider Seite wird uns noch mitgeteilt: Der Minister, Genosse Haenisch, hat sich mit- aller Energie dafür eingesetzt, daß eine der Hauptforderungen der ReichSschul- konferenz, ein« Versuchsschule zu schaffen, durchgeführt werde, und hat den Anisdaltsleiter, Genossen Dr. Karsen, mit allen Kräften gegen Widerstände sogar in seinem eigenen Ministerium unterstützt. Wenn er trotzdem nicht durchgedrungen ist, so liegt das an der bedauerlichen Tatsache/ daß er über diese Anstalt nicht allein verfügen kann. Den Gedanken, Versuchs schulen zu schaffen, hat er jedoch nicht nur nicht fallen gelassen, sondern durch die Berufung des Genossen Dr. Karsen seinen Willen aus- gedrückt, gerade diesen Gedanken auf daS tatkräftigste zu fördern und in die Praxis umzusetzen. Nach der obigen Mitteilung deS- Ministeriums ist zu hoffen, daß sich der Minister nach dieser Durchkreuzung seiner Lichter- selber Pläne an einer etwa beabsichtigten Weiterführung der An-. stalt nicht mehr beteiligen wird. Wann stimmt Oberschlefien ab? Auf eine Aufrage im Unter« hause erklärte Lloyd George, er hoffe, die Abstimmung in Oberschtesien sei um Weihnachten beendet.— Danach scheint von der Entente ein sp ä t« r e r Abstimmungstermin, als bisher vernrutet, in Aussicht genommen zu sein. Polnisch-deutscher Gefangenenaustausch. Seit längerer Zeit schwebten zwischen dem auswärtigen und dem polnischen Generalkommando in Posen Verhandlungen über den Aus- tausch deutscher, im sogenannten Kernwerk in Posen in Haft be- findlicher Gefangener gegen polnische Gefangen.-, die in Deutschland zurückgehalten wurden. Diese Verhandlungen haben nunmehr. nach Ueberwindung mannigfacher Schwierigkeiten zu dem erfreulichen Ergebnis geführt, daß am 4. August in Stentsch fünfzehn der in Posen internierten Deutschen gegen fünf- zehn in Frankfurt a. Oder internierten Polen ausgetauscht würden. Salondonjuans und geben sich in diesem Punkt nichts nach. Um die Zurückeroberunff oicser Dame, die sich zum Zeitvertreib gern verführen lassen möchte, wird man den eifersüchtigen Herrn Gemahl beim besten Willen nicht beneiden können. Indeß oie Mache ist geschickt, und die flott« Verve der Darstellung, die auch die beoenk- lichsten Situationen über Wasser hielt, wurde mit großem Beifall aufgenommen.'Haust Arnstadt vom Schauspielhause traf die von der Rolle vorgeschriebene Tonart verblüffend keck uno sicher. Paul Bilöt, der auch die Regie leitete, gab den Grafen, Herr Mamelo! den Ri v a l e n mit angenehmer Diskretion. 6l. Tic rote Fahne im�Wandcl der Zeit. Wie die Bücher, so haben auch die Fahnen ihre Schicksale. Besonders reich an Wechselfällen ist die Geschichte der heute überall als Revolutionssymbol geltenden roten Fahne. Ursprünglich war die rote Fahne oie Flagge der Seeräuber, also von Elementen, die. sich jenseits von Recht und Gesetz gestellt haben. Aber ihre eigentliche historische Bedeutung gewann sie erst in den Tagen der großen Revolution. Es sind jetzt genau 129 Jahre verflossen, seit sie zum ersten Male in den Straßen von Paris aufgetaucht rst. Damals wurde sie als das Banner des königstreucn, durch den Stcuerzcnsus allein wahlberechtigten Bürgertums in seinem Kampf gegen das repu- blckanisch gesinnte Volk enifaltet. Sic war die Fahne, unter der das erste Blutbad unter dem Volke ungerichtet wurde, die Fahn» des Kriegsrechts, unter dem im Jahre 1701 die berüchtigte „Füsillade" des Marsfeldes geschah. Damals hatten die Truppen auf der Esplanade des Feldes das Feuer gegen die republilanischen Bittsteller eröffnet, deren Leichen bald in großer Zahl den Platz bedeckten. Dock) das Blut, das unter ihr vergossen wurde, heiligte die rote Fahne in der Vorstellung des Volkes. Aus dem Emblem des Hampfes der mowirchistischen Bürger gegen die Republikaner wurde ein Jahr später das' Sturmzeichen der Republikaner gegen den Verrat der Monarchisten. Schon im Jahre 1792 bildete sie den Gegensatz zu der Trikolore des Bürgertums, und sie wurde von dem bekannten revolutionären Journal, dem„Pere Tuchen«", gegen die Trikolore ausgespielt.„Ter„Pere Duchene" w,ird die rote Fahne der öffentlichen Meinung entfalten", so schrieb daS Kampf- blatt der französischen Revolution in seinem wütenden Fanfaren- ton.„Ter Fluch treffe Eure ausgedörrten l«ngohrtgen Schädel, Ihr Herren mit der dreifarbigen Schärpe! Hütet Euch vor der roten Fahne ves..Pere Tuchen«"!" Ties« rote Fahne des„P„.e Tuchenc" sollte, so erzählt die Pariser„Humanite" in einer- historischen Darlegung, in der Tat bald zum zweiten Male ans den Pariser Straßen erscheinen. In den Augusttagen 1792 bereitete man sich in Paris auf den Sturm vor, den die Monarchie biinoegsegte: Volksscharcn aus Brest und Marsaille.reichten oen republikanischen Abteilungen oie Hand. Es Wurde beschlossen, daß die vier Angriffskolonneu, die die Tuilerien stürmen sollten, sich um eine rote Fnhne zu sammeln hatten. Tie notwendigen Fahnen wurden nachts in aller Eile angefertigt, Einige Tage sväter erfolgte der Tuileriensturm, der dem Hos uns der monarchistischen Versammlung den GarauS machte. In den beiden nächsten Jahren der Schreckenszeit behielt die rote Fahne ihre Be- deutuüg als Banner der republikanischen Revolution.-Und als nach dem Fall Robespierres die pseudorepublikcrnische Bourgeoisie wieder Deutscher Reichstag. 10. Schui? g. DounerZchff. bctt 5. August, 10 Uhr. Am Regierung� tisch: Fehrenbach, Simons. Hcinze, Koch. Tritte Lesung des EntwafsnungsgesetzcS. Die Sozialdemokraten haben ihre Anträge aus der zweiten Lesung wicher eingebracht, wonach ausdniiklich festgestellt werden soll, dah nur oie slieichswehr und die zum Wafsentragen be- rechtiate Berufspolizci von cher Ablieferungspflicht befreit sein soll. Demgegenüber liegt ein Antrag der Negierungspar- t e i e n vor, den in der zweiten Lesung gestrichenen � l>, wonach der Reichskommissar auch andere besondere Organisa- t i o n« n zur Durchführung seiner Aufgaben heranziehen oder schaffen kann, wieder einzustellen.— Ferner beantragen die Ne- gierungsvarteien folgenden neuen 8 9 a: der Reichskommissar bat das Recht, die Abgabe eidesstattlicher Versicherungen innerhalb der testgesetzten Kreit über Waffen schiebungen oder über den Bein und den Verbleib von Waffen oder Munitionslagern all- gemein oder im Einzelfalle bei der von ihm zu bezeichnenden Be- Hörde zu verlangen. Abg. Dr- Rosenfeld lU. Soz.s: In letzter Stunde wiederholen wir nochmals unseren Protest gegen dieses Ausnahmegesetz gegen das Proletariat. Einem Manne, der Todesurteile bestätigt bat, d-'m trauen wir nicht zu, dast er einen unparteiischen Reichs- kommisfar ernennt. sBeifall bei den II. Soz.s Hieraus hielt der Minister des Aeutzern die an anderer Stelle wiedcrgcgebene Rede. Abg. Solling(Soz.): Die Sozialdemokratische Partei ist der Meinung, daß die Notwendigkeit dos Gesetzes im Friedensvertrag von Versailles und dem Abkommen von Spa begründet liegt. Tie Unabhängigen sollten sich die Frage vorlegen, ob sie nicht auch diesem Gesetz zu- stimmen müssen, denn besonders jeder Arbeitcrvertreter bat ein Fntercsse daran. Wir haben alles getan, um daZ Gesetz so zu gestalten, daß es kein Ausnahmegesetz wird,.aber wir können nicht die Verantwortung übernehmen, daß durch ein Scheitern des Gesekes das Abkommen von Spa verletzt würde. lBeifall.s Tie Schafsirng des parlamentarischen Beirats wtro besonders dazu bei- tragen, eine-unparteiische Handhabung zu gewäbrleisten. Abg. Merk sBayr. Vp.) stimmt der Vorlage zu. Abg. Frau Zetkin lK. P. D.): Solch ein Gesetz könnte nur durch die! politischen Arbeiterräte gerecht durchgeführt werden.«Ironische Heiterkeit bei der Mebrbeit.t Trotz des parlamentarischen Beirats bleibt das Gesetz ein Ansnahmeaefetz gegen die Arbeiter. Warten w-r ab. ob gas Gesetz zum Beispiel gegen'die Organisation Eicherich angewandt wird, den Hauptberd der reaktionären Bewaffnung. (Sehr richtig ls Wenn Sie glauben, mit diesem Gesetz die Revo- lution aufhalten zu können, so täuschen Sie sich: ES lebe die Welt- revolutlon! Abg. Burlage lZ.s: Um der Sozialdemokratie entgegenzu- kommen, ziehen wir unsere Fassung zu Z 9 zurück und übernehmen die sozialdemokratische.. Den 8 9z halten wir aufrecht. Reichsminister deß Innern Koch: Das Gesetz richtet sich gegen alle, die Waffen haben, gegen keinen mehr und keinen weniger. Was die Organisation E''chcrich anbetrifft, so erkläre ich, daß die Reichs- regierung eine solche Organisation offiziell nicht aner- könnt hat, sondern daß sie auSdrücklch darauf hinweist, daß nach dem Abkommen von Spa eine solche Organisation unzulässigg ist. Daß vor der Konferenz von Sva da? eine oder andere bekannt war, mag wohl richtig sein, denn vor dem Abkommen von Spa war darin obsolnt nichts Gesetzwidriges zu erblicken. I« der Gesamtabstimmung wird darauf das E n t w a f f- nuug-sgesetz in dritter Lesung gegen die Stimmen der Unab- birngigen und einiger Deutschnationalen(Dr. Rösicke, v. Graefe, Oberfohren usw.l angenommen. Präsident Löbe teilt darauf dem Hause mit, daß um 1 Uhr der Aeltestenau»schuß zusammentreten wird, um über die neue Lage zu beraten. Er kundigt eine neue Erklärung de« Außen. Ministers Dr. Simons an.(Bewegung.) Da? Haus tritt dann in die Fortsetzung der Besprechung der Interpellation ü»r die Erwerbslosenfürsorge «in. Abg. Andre(Zentr.): Eine geordnete Arbeitslosenfürsorge ist dringend notwendig. Mit dem Vorwurf deS FaulenzertumS kann man die Erwerbslosenfrage nicht abtun, denn die deutsche Arbeiter- schaft ist in ihrer überwiegenden Mehrheit arbeitswillig. (Schluß im Morgenblatt.) zur Macht gelaugte, da war das Wort„Rot� in den politischen Sprachschatz übergegangen, ES kennzeichnete unterschiedslos den Jakobiner, den Parteigänger der Schreckensherrschaft. Von Stund an behielt die rote Kabne die Bedeutung des Sturmzeichens und des Sinnbildes der Bolksauritände. Als im Juli 1832 die republikanischen Arbeiter und oie Angehörigen der Polytechnischen Schule zusammen mit den polnischen, italienischen und spanischen Flüchtlingen gegen das Königtum Ludwig Philipps revoltierten, vereinigten sich die Angreifer unter der roten Fahne, die diesmal die Aufschrist trug:„Freiheit oder Tod!" Auch im Iabrc 1848 war sie das Symbol der Revolution in Paris, und sie bat ibre Bedeutung beibehalten bis in unsere Tage. Die großen Umwälzungen der letzten Jahr« in Rußland, in Oesterreich-Ungarn, in Deutschland standen im Zeichen der rotew Fahne, die sich nur den veränderten Zeitverhältnisscn angepaßt hatte: statt großer, wehender Banner, wie sie früher dem Volkshaufen vorangetragen wurden, flatterten jetzt, in Petersburg, in Wien wie in Berlin, klein« rote Fähnchen neben den Führersitzen der Automobile, mit denen die revolutionären Soldaten durch oie Sibaßen der Hauptstädte jagten, um hier den letzten Widerstand der alten Gewalten zu brechen, dort durch ihr Erscheinen zu dokumentieren, daß das alt« Regime ge- stürzt sei._ »Tie Deutsche Kammerbubne-- wurde unter dem Vorsitz des Vräii- denten der günsllergewerkschatt Bnverns in München gegiündet. Sie soll künstlerische Darbietungen unter Mitwirkung bekannter Darsteller dem Aus- lande vermitteln. TaS Innsbrucker Stadttheater soll an den Betriebsrat, der bisher Ichon die Leitung inne batte, verpachtet werden. Dct Betriebsrat würde danach Direktorium und Verantwortung übernebmen und die Bühnen- Mitglieder den Reingewinn teilen.— Diele Letricbssorrn wird fälschlich in einigen Zeitungen als Sozialist erunz bezeichnet. Tatsächlich iiegt nur eine genosteniwastliche Pachtung oor. Die Gelamtintei essen können damit parallel geben, müssen es aber keineswegs. Vor allem mühten neben der Stadlverwaltung auch die Konsumenten mit beteiligt werden. Ter Schöpfer des Tierparks Slskania Nova in Sildruhland. Fr. v. Fgsz. Fein, ist in Kiisingen gestorben. Ihm ist<9 gelnngen. viele exotische Tierarten in seinem Tierpark zu züchten und heimisch zu machen Manche davon hat er dem Berliner Zoolosischin Garten überwiesen. Karl Kraus, der Herausgeber der„Fackel', gibt in diesen Togen einen Band.Ausgewählter Gedichte' beraus. Warnung vor Rad-Jo. Die hervorragendsten Vertreter der deutschen Universttälsklimken erlassen eine Warnung vor dem mit grotzer Reklame vertriebenen Rad-Jo. das angeblich alle möglichen Einstüsse aus die Schwangerschaft ausüben soll, tatsächlich aber die zugeschriebenen Eigen- schaften nickt besitzt. Eine fran zösische Zeitschrift für Verständigung. Unter der Schritt- leitimg von Eduard D u j a r d i n erscheint in Frankreich demnächst eine Zweimonatsschrist unter dem etwas seltsamen Titel„Da Saconcks Rovue Wagnerionne et Cahierg idö&listet; fran«ais'. Seltsam iit der Titel be- sonders darum, weil man aui der Ankündigung liest, in dielen Heitel! werde kaum mehr von Wagner die Rede icin als von den anderen führenden deutschen und jranzösiichen Geistern aus dem Gebiete der K u n lt und der P o l i t i l. Die„Zweite Revue Wagnerienne", die ein Programm inter- Nationaler Keift estultur verwirklichen will, im dert unter dem Svmbol dieies vereblteu Namens die Dichter, die Gelehrten und Philo- iophen von beide» Seilen der Grenze aus. sich eüiander zu nähern, sich zu verständigG», sich kenne» zu lernen und zu lieben. Der Jall Dassel. Eine sozialdemokratische Anfrage. Der sozialdemokratische Abgeordnete Gen. Wolfs- Tilsit hat folgende Anfrage an die Reichsregierung gerichtet: Ueber die Provinz Ostpreußen ist seil dem 24. Juli erneut der Belagerungszustand verhängt worden. Die vollziehende Gewalt ist dem General v. Dassel und die Ausübung der Zivilgewalt dem Oberpräsidenten Dr. Siehr übertragen worden.. Ter größte Teil der Bevölkerung Ostpreußens empfindet die Ernennung v. Dassels als Träger der vollziehenden Gewalt als einen Schlag ins Gesicht. General v. Dassel gehört zu den Kap- Pisten, und seine Beurlaubung ist von dem im Rcichswchrministcrmm eingesetzten Untersuchungsausschuß bereits Ende Mai beantragt warben. Ich bitte die Reichsrei-ierung um Auskunft, weshalb die Beurlaubung noch nicht erfolgt und der Organisator der ostpreußischen Sicherheitspolizei, der Polizeipräsident tu Königsberg, L ü b b r i n g, nicht mit der Ausübung der vollziehenden Gewalt beauftragt worden ist. Wir können die Antwort des Herrn Neichswehrniinisters G e ß l e r voraussagen. Er wird antworten:„Woher stzll ich das wissen? Ich bin doch nur Reichswehrminister." pfaff unü Sie Rote fZrmee. Hamburg, 5. August.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Wir hatten seinerzeit davon berichtet, daß der Herausgeber der „Hamburger Warte", ein gewisser F. C. Holtz, vor allem die blöden Meldungen von einer Hamburger Roten Armee in die Welt setzte. Heute wird nun in seinem Blatte mitgeteilt, Holtz sei nach Berlin berufen worden, und die Angelegenheit werde infolge zu oberflächlicher Arbeit der Hamburger Behörde vom Reichckverfolgt Wersen. Wir sprachen bereits damals unsere Verwunderung darüber aus, daß eine Regierungsstelle dem Holtz, der ein offener K a p p a n h ä n g e r ist, zum Gewöhrsmann nehme. Wie wir nun erfahren, hat es Holtz verstanden, sich ohne Wissen des ReufiSwehrministers mit dem kommissarisch im Reichs- webrministcrium als Hilfsarbeiter beschäftigten Staatsanwalt P f a f f in Verbindung zu setzen, der ohne Wissen des Mi» n i st e r s sich der Sache angenommen hat und sogar in Hamburg war, um bei der Hamburger Bchöroe Erkundigungen einzuziehen. Die Hamburger Polizeibehörde hat es natürlich abgelehnt, stich mit der Angelegenheit und mit diesem Staatsanwalt Pfaff zu befassen, solange nicht daS Ministerium offiziell mit dem Senat in Ver- bindung tritt. Darüber hinaus hat der Senat bei der Regierung sich über das Vorgehen eine? so' untergeordneten Beamten beschwert. Es wäre ja auch noch schöner, wenn jeder Rodaktaur eines allceutschen Blattes sich selbständig machen und mit Re- gierungsstollen Aktionen gegen«ingebildete Rote Armeen ein- leiten könnte. Der Hamburger Senat hat sich, wie wir erfahren, auch über das provozierende Auftreten der Erhardtschen Baltikumtruppen in Cuxhaven mit einer Beschwerde an das Reichswehrministerium gewandt.— Der Tisza-Prozeß. Wien, S. August.(T. U.) Im Tisza-Prozeß erklärt« Ober- leutnant H ü t t n e r, er habe sich von der Echtheit der Unterschrift Fviedrichs auf dem Brief, der für die Ermoroung TiszaS 100 00 9 Kronen aussetzte, genau überzeugt. Bei einer d4r vorbereitende» Zusammenkünste habe Friedrich gesagt: Er- ledigen wir Herren die Sache unter uns und ziehen wir keine Bauern in die Angelogenheit. Als nächster wurde der Angeklagte Fähnrich Sztankowszky vernommen. Auch seine Aussage ist schwer belastend für Friedrich, der verschi«den« Male in ihn drang, den Mord zu verüben, den er ihm als ein großes Verdienst um die Nation darstellte. Der Angeklagte schilderte den Hergang des Attentats, zu dessen Ausführung er sich mit Josef Pagany, Stefan Tobe und Horvath in das Haus TiszaS begab, wo dieser dann von Poganh und Horvath niedergeschossen wurde. Der„Arbeiterzeitung" wird auS Budapest geschrieben, daß die Stimmung der Bevölkerung dort inmitten der vielen politischen Prozesse und immer neuen Verhaftungen und Hinrich» tungen auss äußer st e erregt sei. Man erwarte neue ge- walrsame Ereignisse, namentlich auch im Zusammenhang mit dem Tisza-Prozeß, durch den sich Friedlich und seine Parteigänger zu einem Streich veranlaßt fühlen könnten, auf den es die herrschende Aristokratie vielleicht ankommen lassen wolle, um endlich eine Klärung der Lage herbeizuführen. Die Transporke der tsckechoflowakischen Truppen von Cuxhaven nach Bodenbach sind nunmehr beendet. Die weiteren Trans- Porte werden über Trieft gelestet und werden daher Deutschland nicht mehr berühren._ GroßSerün ff ein Tumult, sondern Waffenschiebung. Urzig leichte M.-G.'s beschlagnahmt. Gestern abend ging unS eine Meldung der B.-S.-Korrcfpon- denz zu, die wir heute morgen unter der Ueberfchrist„Tumulte in der Pas sauer Straße" wiedergaben. Nunmehr stellt es sich heraus, daß nicht, wie gemeldet wurde, die Waffen in«in D e- pot der Sicherheitspolizei, sondern in die Wohnung einer Polnischen Dame W. gebracht wurden. Die b Kisten onthielten je acht leichte Maschinengewehre und waren von der. Technischen Hundertschaft Neukölln im Lastauto nach der Passauer Straße gebracht worden. Der Hauptwachtmeister dieser Hundertschaft, der ohne Wissen seiner Vorgesetzten diese Verschie- bung vornahm, wurde sofort auf Veranlassung des Majors Kaupisch, des Leiters der Berliner Sicherheitspolizei, ver» haftet und heute morgen einem eingehenden Verhör unterzogen. Er hat bereits die Schiebung zugestanden. Ueber die Einzel- heite» des Verhörs selbst liegen noch keine amtlichen Meldungen vor. Di« B. Z. a. M. meldet zu der Anyeleyenheiit: ES ist festge- stellt worden daß dt« 40 Maschinengewehre nicht der technisch.n Hundevtschast gehört haveil, ja überhaupt nicht aus den Waffen beständen der Sicherheitspolizei stammen, Angeblich ist es noch nicht möglich gewesen, festzustellen, woher die Waffen überhaupt stammen. Tagegen wird angegeben, daß keines» falls unlautere Motive dem Waffentransport zugrunde- lägen. Es sei auch keinesfalls an eine Verschiebung der Waffen nach Polen gedacht torc&en. In diesem Zusammenhange ist auch ein Wort zu verlieren über die mehr alseigentumlicheHaltungdeSW. T.B. in dieser Angelegenheit. Das Bureau erhielt gestern abend 10,40 Uhr von der Pressestelle der Berliner Sicherheitspolizei einen amtlichen Bericht zur Weitergabe an dt« Press«. Auf unsere Anfrage erhielte» wir heute morgen von der Redaktion de? W. T. B. die Antwort, daß es diese Meldung bisher nicht'weitergegeben habe, sondern„Ermittlungen" anstelle. Für 120000 Mark Kriegssparmarken beschlagnahmt. Während des Krieges war die Einrichtung getroffen worden, daß sich die Soldaten Sparmarken von 1 M. an aufwärts bei ihrem Truppenteil kaufen konnten. Diese Marken wurden in Sparkarten geklebt und das Geld vom Truppenteil einer Sparkasse in der'Heimat überwiesen. Diese zeichnete von diesem Gelde Kriegsanleihen, war jedoch bereit, dem Inhaber der .Sparkarten den Betrag jederzeit zitrückzuerstatten. Nach Beendigung de? Krieges wurden nun die meisten Karten den Kassen zur Einlösung vorgelegt. In der letzten Zeit stellte sich dabei heraus, daß die darin geklebten Marken mit den Eintragiingen bei den Sparkassen, die diese aus Grunld der Benachrichtigung durch die Zahlmeister der Trupperäoile vornahmen, nicht übereinstimmten. Ter Betrag der geklebten- Marken war ort bedeutend höher. Nachsorichungen zur Aufklärung diese? Unterschiedes ergaben, daß es sich um B e t r u g S v e r s u ch e handelte. Die Soldaten hatten die Spormakcn sich irgendwie ohne Bezahlung zu verschaffen gewußt und versucht, das Geld dafür bei den Kassen zu erbeben. Einen großen Handel mit diesen KrieaSsparmarken versuchten zwei junge Männer, ein Kaufmann Max Schwarz auS Wilhelmshaven und ein Architekt Albert Lehmann aus Berlin. Ja'Wilhelms- Häven war eine bedeutende Summe an KriegSfparmarken unter- schlagen worden, von der auch Schwarz für 129 000 M erhalten hatte. Diese bot er nun mit Lehmann zusammen hier in Berlin einem Geschäftsmann an, der durch Anzeigen bekannt gemacht hatte, daß er Kriegsanleihe und andere Papiere kaufe. Sie verlangten von d'eiem für den ganzen Bestand nur die Hälfte des Nennwertes, 60 000 M. Der Geschäktsmann ging zum Sbein aus den Vorschlag der Heiden jungen L-ute ein und setzte sich mit dem Kriminalwacht- weisser Saß in Verbindung. Dieser stellte fest, daßjes sich nur um gestohlene oder' untkrschlaaene Sparmarken handeln könne und nahm die Sparmarkenbesitzer fest, als sie erschienen, um daS Geld abzu- holen.__„ Eine Dappel-Gasveraiftung wird wieder aus dex Prenzlauer Str. 9 gemeldet. Dort hatten der 50 Jahre alte Schweizer Karl Linke und seine Ehefrau beschlassen, gemeinsam auS dem Lebpn zu scheiden. Der starke Gasgeruch wurde bald von dem Hausverwalter bemerkt und er ließ die im Keller des linken Seitenflügels belegen« Wohnung öffnen. Die herbeigerufene Feuerwehr stellte bei beiden Eheleuten Wiederb-lebungSvermche an, die auch nach längcxen Bemübunaen bei der Frau von Erkolg waren. Se wurde nach dem Krankenhaus am Friedrichshain aehracht. Die Leiche des Ehemannes wurde dem Sckauhaufe überwiesen. Die eingewickelte KindeSleickc. Auch gestern wurden wieder an drei verschiedenen Stellen die Leichen neugeborener Kinder aufgefunden, die«nscbeincnd gleich nach der Geburt ge- tötet worden sind. Vor dem Grundstück Kronvrinzenufer 17 fand man ein großes W e ck a l a s, da? eine Kindesleiche enthielt.— In der Warschauer Straße fanden Kinder ein Paket aus graueni Tütenpapier, das die Leiche eines neugeborenen Mädchen? enthielt.— Aus dem Engelbecken wurde die Leick« eines neugeborenen Knaben aelandet, die etwa 8— 10 Tage im Wasser ge- legen hal. Sie war in Papier e-noevackt und verschnürt und»iit einem großen Stein beschwert. Alle drei Leichen wurden dem Schauhause überwiesen. Stahnsdorf-Kl.-Macbnow. Ein Sommerkeft veranstalten die Ar- beÄertnrner am komnienden Sonnitag hier im herrlichen Garten d>-s Turng. Groth«. Für gutes Kontzert, Unterhaltung und Auf- 'fükvnrngen ist gesorgt. Eintzritzt 1 Mk.(Kinder frei) Die Arbeiter Zeble Udorfs. Teltows u. Umg. werden um linterstützung ersucht. Anfang 3 Uhr._ • Grost-Berliner Lebensmittel. HenniqStzort. Monlaa Nusaabc der NSbrmittclkarten für Kianle. Kriegsbeschädigte und für Kinder bis zu zwei Jahren. Vorträge, Vereine unö Versammlungen. Estarlottenburg. Degen Renovierung der Aula der SiemenZ-Ober- reallaiule findet die nächste Uebungsstunde des Gclaiigsvcrelns.Harmonie' ls.P.D.) am Ficitag, den 6..'/jS Udr. bei Vohne, Schlojzstr. 45, statt. Sangessreudige Genossen herzlichst willlommen. Sport. Ringkämpfe in Schönebcrg. Bei den gestrigen Kämpfen siegte zuerst H a w l i l s ch e l über Petnjean nach 16'/a Minuien durch Kopfgriff aus dem Stand. Dann siegte Weber über May nach S'/z Minuten durch Hütlschwung. Der darauf folgende Kamps Erilsen und Hochdanen blieb nach 20 Minuten unenlsthieden. Ebenso verlief der Kampf Nitzler und Naber. Heute ringen: Nitzler gegen HawUtschek, De Souza gegen Schachschneider, Naber gegen Weber und Enlscheidungskampf Reib« gegen Eriksen. Thor, der im Vorjahre im Derby solche gute. Form zeigte, hat im der Arbeit nachgegeben. Dieserbalb kommt der Hengst auch nicht mehr für die Hannoverschen Ereignisse in Frage.— Der alte Rübezahl, der diesjährige Gewinner der Berolima, ist in Hannover so schwer niedergebrochen, daß er aller Wahrscheinlichkeit nach getötet werden muß.— In Ungarn wurde das zehntägige Alager August- Meeting mit 2)4 Million«? Kronen ausgeschrieben. Arbelrrr-Radsobrrr-Vund Tolidaritnt, Ortsgiuppe Berlin, 7. Abt. 7. August Sommcrnachtsball im Abtcilungslotal Möckernstr. 114. Anfang 8 Uhr. 8. August Katerbummel Rangsdors lRappl Badciour. Start mit- tags l Uhr.— II. Abi. Sonnnlicndobend 5 Uhr nach Treue.brietzen— Beizig— Wiescnburg: Sonnlag iriih k Uhr Bodetour nach dem Lienewiblee bei Wichendorj. Sämtliche Starts Foutancpromenade 18. Gäste ivill- fornrnen. Arbeiter Nadfobrer-Verei»„Gross, Berlin'. Sonnabend nach. mittag 5 Uhr und 12 Uhr Wörlitz. Sonntag srüh 6 Uhr Lcdnin. Sonntag nachmittag 1 Uhr Zehlendors, Kailstr. 12. Start Mariannenplatz. Bua aller Welt. Luftpost mit Schweden. Die schwedische Generak-Postdirektion .bat die schwedische Regierung um die Ermächtigung zu einem Uebcreinkommen mit der Deutschen! Postverwaltung betreffend Ein- richtung eines Luftpostverkehrs Mal m ö— Warnemünde ge- beten. Die morgens von Malmö abgehende Flugpost würde dann um 1 Uhr mittags in Berlin eintreffen. Auch eingeschriebene Briefe können damit befördert werden. Dieser Luftpostverkehr, der beginnen wird, sobald die schwedische Regierung ihre Genehmigung erteilt hat, soll mit deutschen Flugzeugen ausgeführt werden. Die russischen Kronjuwelen in England.„Eventng Stan- dard" veröffentlicht die sensationelle Meldung, daß die russischen Kronjuwelen nach England einigeschmuggelt worden feien, wo sie von bolschewistischen.Eigentümern' verkauft werden sollen- Die" britischen Behörden sind über diese Angelegenheit durch eine Per- sonlichjeit iinformicirt worden, die lange in Petersburg geleibt hat und auf dem Gebiet des Juwelenhaiidels ein« hervorragende Autorität ist. Unter dem Geschmeide soll sich die Krone d«S Zaren und der Zarin befinden. Gegen die Padeprotzen. In Savono. Italien, hat am 3. August eine KlinDgebung gegen die Badegäste stattgefunden. Es kam zu einer blutigen Schlägerei zwischen Arbeitern und Bade- gasten, bei der zwei Personell getötet und sechs verwundet worden sind, OewerWastsbewegung Eine ungeeignete Schutztruppe der Agrarier. Wie in den meisten Kreisen Teutschlands, so haben sich auch im Kreise Templjn die Agrarier eine Schutziruppe von entlassenen Soldaten zugelegt. So auch von Arnim auf Boitzenburg. Die ent- lassenen Soldaten waren bewaffnet und dazu auSersehen, etwaige Lohnkämpfe der organisierten Landarbeiter siiederzuschlagen. Die auf dem Gute Boitzenburg befindlichen Soldaten. 29 an der Zahl. stellten plötzlich an die Gutsverwaltung eine Lohnforderung von 21,59 M. pro Tag nebst vol ständig freier Ver- p f l e g u n g und Logis. Die Gutsverwaltung lehnte diese Forderung ab und die Führer der entlassenen Soldaten wandten sich an den Vorsitzenden des Arbeitgeberverbandes deS Kreises Templin, Herrn von Hör- Wardt auf Stabeshöhe. Tie Verhandlungen zerschlugen sich auch dort und die Soldaten betonten jetzt, sie wollten das Gut sofort verlassen, wenn ihnen für 4 Wochen pro Tag 15 M. VervflegungS- geld und außerdem eine Extraentfchädigung von 500 M. gezahlt wird. Dies lehnte Herr von Harwardt und auch die GutSver- waltung, mit der wiederum verhandelt wurde, entschieden ab. Nun erklärten die Soldaten, sie verließen nicht«her das Gut, bis ihre Forderungen bewilligt find, ergriffen ihr« Waffen und setzten das Gut in Verteidigungszustand. Daraufhin bat die GutSverwal- tung ihren Organisator, Major von Faltenhayn, das Gut zu entsetzen. Major von Falkenhayn rief dann von den umliegenden Gütern zuverlässige, entlassene Soldaten zusammen, die dann auch zu 80 an der Zahl, schwer bewaffnet das Gut Boitzenburg belagerten. Die 29 Mann auf Gut Boitzenburg mußten der Ueber- macht weichen und lieferten ihre Waffen ab, wobei es nicht ohne Brutalitäten seitens der Falkenhaynschen Mannschaften' gegen die entlassenen Kameraden abging. Major von Faltenhayn riß höchst eigenhändig dem Sprecher der 29 entlassenen Soldaten die Papiere au» der Brusttasche und gab sie ihm nicht wieder zurück. In Templin, wohin sich die 29 Soldaten wandten, um mit dem Leiter deS Deutschen LandarbeilerverbandeS über ihre Angelegenheit zu sprechen, trafen sie mit zwei Vertretern deS Deutschen Land- arbeiterverbandes Major von Falkenhayn vorm LandratSamt zu- sammen. Die Soldaten wollten sich nun an Major von Falkenhayn rächen, der sie in so schnöder Weise behandelt hatte.&t nahmen nur davon Abstand, weil die Funktionäre d«S Verbandes mit dabei waren. Nach längerer Unterredung mit den beiden Funktionären des Verbandes, welche Herrn von Falkenhayn unverblümt ihr« Meinung sagten, bat dann der Herr Major, der Leiter de» Ver- bände? solle ihn doch vor der drohenden Haltung der Soldaten in Schutz nehmen. Der Leiter de» Verbände» lehnte ein derartige» Ansinnen entschieden ab und erklärte dem Herrn, daß er die Suppe, die er sich eingebrockt habe,'auch auslöffeln solle. Er flüchtete daraufhin in da» LandratSamt, um sich vor ein« Tracht Prügel zu bewahren. Der Herr Major hatte also die löbliche Absicht, die Soldaten auf den Gütern im Kreise Templin so unterzubringen, damit sie jederzeit in der Lag« wären, ihren eigenen Klaflengenossen bei Lohnkämpfen zu Leibe zu gehen. Nun ist er selbst und mit ihm der Boitzenburger Graf in die Grube gefallen, die sie für ander« gegraben haben._ Rechtsverbindlicher Tarifvertrag für die Angestellte« der Berliner Metallindustrie. Die zwischen der Arbeitsgemeinschaft freier AngefteBtenver. bände, Ortssekretariat Berlin, dem GewerikschaftSbund der Angestellten, dem Gewerkscha.ftsbund kaufmännischer Arigestelltenverbände und dem Verband Berliner Metallindvstrieller E. B. am 11. Fe- bvuar 1920 vereinbarte TeuerungSzu läge zu dem allgemein veribind. lichen Tarifvertrag vom 5. September 1919 zur Regelung der Ge- Halts- und AnstellunySbedinyuuaen für die kaufmännischen und technischen Angestellten tn der Metallindustrie mit AllSnahm« der AngestÄLten in der Feinmechanik und Optik sowie m der Eisen- möbol- und Drahtmatratzensabrikation für das Gebiet de» Tarif» Vertrages vom 5. September 1919 gleichfalls für allgemein verbind. lich erklärt. Die Ausdehnung der allgemeinen Verbindlichkeit auf die Feinmechanik und Optik, sowie auf die Eisenmöbel, und Draht- matratzenfabrikation bleibt vorbehalten� Die allgemein« Verbind. lichkeit beginnt mit dem 1. April 1920." Di« Als. Ortskartell Groß-Berlin fordert deshalb alle Be- triebsoertretungsn der Berliner Metallrndustrie.Angestellten auf, dafür Sorge zu tragen, daß in den Betrieben, wo die TeuerungSzu» läge db April 1920 noch nicht gezahlt worden ist, dies schleunigst nach- geholt wird. » Vom Reicb SarbcitZ Ministerium wird der Organisation mitge- teilt, daß der Antrag auf VerbindlichkeitSerklärung des MetalltarifeS für Angestellte unverzüglich mi Teutschen ReichSanzeiyer bekannt gemacht wird und die Einspruchsfrist mit dem 15. August 1920 ad- läuft. Di? endgültige Entscheidumg über den Antrag erfolgt dann ailSballd. Es liegt nun im Interesse aller Angestellten der Metallindu. strie, auch derjenigen, deren Arbeitgeber nicht dem Verbände der Berliner Metallindustrieller angehören, sich unverzüglich den Ta- rifvevtrag zu beschaffen um sich mit dem Inhalt desselben bei. geiten vertraut zu machen. Die 15. Auflage ist beinahe vergriffen und«in« weitere Auflage ist nicht beabsichtigt, Die notwendige Ergänzung zum Tarifvertrag(Niederschrift über die Tarifverbandlunnen) ist nun ebenfalls fertiggestellt. Jede» MitglioZ einer Betrieb? vertretuM muß dies« Niederschrift zu seiner Verfügung heben, um nach jeder Richtung eingehend Auft klärung geben zu können. _ Tarifvertrag und VerbandlungS Niederschrift können von der Ge- fchäftSstelle de» OrtSkartellS der Afa, Belle.Alliance-Gtvaß« 7-10, III Toeppen. Zimmer 30, bezogen werden. auf der Grundlage de» bestehenden ReichSmanteltarifS einen solchen für die Provinz bzw. für die Niederlausitz abzuschließen. Damit soll ein für allemal ein einheitliche» Arbeitsrecht für vi« städtischen und Gemeindearbeiter geschaffen werden. Sodann sollen die wirtschaftlichen Verhältnisse der Staats- arbetter, der bei den Gemeinden, Kreisen und der Provinz be- schäftigten Arbeiter der Chausseen und Wasserläufe wichtige Entschließungen gefaßt Wersen. Um auch' da die Einheitsorganifation zum Durchbruch zu bringen, verzicktel der Deutsche Lanvarbeiter- verband auf die bisher bei ihm organisierten Kollegen. Zu dieser' Konferenz müssen unbevingt allerorts Delegierte ent- fandt werden. Auch au» der kleinsten Gemeinde. Wir laden auch die bisher nicht Organisierten oder bisher ander» Organisierten ebenfalls dazu ein. sich durch Delegiert« vertreten z» lassen. Tiefe Vertreter haben bei der Regelung dieser äußerst wichtigen Fragen Nicht beschließend« Stimme. Erforderlich ist«in Mandat oder Aus- weis ihrer M'tardciter d�w. der Ortsausschüsse des Allgemeinen Deutschen GewerkschastSbundes. Verband der Gemeinde- und StaatSarbeiter» Gau Frankfurt(Oder), Rofenstr. 45, Paul Strunk. Gaukonferen, der Arbeiter öffentlicher Betriebe. Die Gauleitungcn Branbenburg und Frankfurt(Oder) de» VerbauoeS der Gemeinde- und StaatSarbeiter haben zu Sonntag. den 8. August, vormittag? 9 llhr, nach Berlin, im Gewerkschafts- Haus. Enaelufer 13, eine Konferenz einberufen. Anlaß dazu gaben die in Bildung begriffenen Arbeitgeberverbände der Gemeinisen und Gemeindeverbände für die Provinz Branoenburg bzw. für die Niederlausitz. ES besteht die Absicht, mit den genannten Perbänden Teuerungszulage» für Portiers in Geschäfts- und Juduftriehäusern. De« Verband der Geschäfts- und InduftriehauSbesitzer und der Deutsche Portierverband(Sektion 7 d«S Deutschen Transport- arbeiterverbanides) haben am 3. Juni zu dem Tarifvertrag vom 1. August 1919 folgend« Vereinbarung getroffen: Zu dem Tarifvertrag vom 1. August 1919, der bis zum 30. September 1920 verlängert wird, ist ab 17. Mai 1920 insgesamt eine Teuerungszulage von 50 Proz. auf olle Tarifpofrtionen, und für jede» unterhaltungSpftichtig« Kind K M. pro Woche zu zahlen. Auf Verfügung de» Reichsarbeitsministeriums ist der am 18. Mai abgeschlossene Zusatzvertrag zu dem allgemein verbind- lichen Tarifvertrag vom 1. Zlugust 1019 zur Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen für die Hauswarte, Fahrstuhlführer, Heizer, Fabrikportier» und Wächter in Geschäfts- und Industrie- Häusern für daS Gebiet der Orte Berlin, Eharlottenburg, Wilmecs- darf, Schmargendorf, Friedenau, Steglitz, Dchöneberg. Tempelhok, Neukölln. Lichtenberg. Hohenschönhausen, Weißensee. Pankow und Reinickendorf ebenfalls für allgemein verbindlich erklärt. Die all- gemein« Verbindlichkeit beginnt mit dem 1. April 1920. Die Kollegen werden ersucht, überall aus ihren Arbeitsstellen diese Teuerungszulagen zu fordern. Auskünfte erteilt das Bureau, Bayreuth« Straß« 31, sowie auch die Vertrauenspersonen. Seefchiffahrtsgrustpe Ostsee. An Stettin wusio« in einer Versammlung von SchiffabrtSintcr- «ssenten die Seeschiffahrt Sgrupp« Ostsee der ReichSarbettsgemein- schuft für Geeschtffabrt, Seehafenbetriebe und Hochseeftscherei be- gründet. Di« umfaßt sämtliche Arbeitnehmer- und Albeitgeber- organisationsn der Seeschiffahrt in sämtlichen Oftseehäfen von Flensburg bis Königsberg. Sie gehört zur ReichSarbeitSgemein- schast der Seeschiffahrt in Hamburg, die ihrerseits wiedrr eine Unternehmergruppe der Zentralarbeitsgemeinschaft»es deutschen Transport- und VerkchrSgewerbeS ist. Si»e« erfolgreiche« Lohnkampf führten dieser Tag- die städti- schon Arbeit«? in Gpremberg. Sie hatten der Stadtverwal- tung den Anchrag unterbreitet, ihnen ein« wöchentliche TeuevungS- gülage von 50 M. sowie ein- Erhöbung der Kinderzulaze von 10 auf 20 M. zu gnväbren. Die Tariftommission des Magistrats lehnte den Antrag ab. Tavauf wurde m einer Versammlung gegen wenige Stimmen beschlossen, die Arbeit einzustellen. Dam schlössen sich die Arbeiter vom Spreebau an. Nach erneuten Verhandlungen de» GemeindearbeiderverbandrS mit Magistrat und 2lad:ver- Srdnetervversamm lung gelang e»,«inen Ausgleich herbeizuführen. Di« Streikenden befchloffein, am Mittwoch, den 4. August die Arbeit Wieder aufzunehmen.' E» erhalten Arbeiter mit 3.6Ö bis 4,00 M. Stundenlohn eine wöchentlich« Teuerungszulage von 15,— M., und Arbeiter mit einem Stundenlohn über 4,— M. eine wöchent- liche Teuerungszulage von 10,— M. Seit 1. April d. I. wird eine Kinderzulage, di« pro Kind und Woche 10— M. beträgt, gewährt. Nicht im EinverstiindniS mit dem Textilarbcite'.verband, sondern mit dem BekleidungSarbeiter-Verdand, Filiale DreS, lau. Haiben die Ostdeutschen Bekleidungswerke„Volkswohl", G. m. b. H. di« in der Mrttwochabendnummer deS„Vorwärts"»eröffent- lichte Erklärung abgegeben. Au» der Erklärung gebt übrigen? auch hervor, t-aß der Textilarbeiterverband ntcht in Frage kommen konnte. Wirtschaft Die ungeheueren Farbenpreise. Die unerträgliche Notlage der großstädtischen Pcesse war Genen- stand der Beratung in einer Sitzung der.vereiiiigunq GroßnäSti- scher ZeitungSverleger. Man war einstimmig der Alisichi, daß eine schleunige Herabiepung der Popierpreiie auf eiwa die Hälfie der gegenwärtig festgesetzten omllichen Preise notwendig fei, um der Presse zur Gesundung zu verhelfen. Allseitig wurde auch die Steigerung der Druckfarbenpreise. die setzt ca, 4000 Proz. de» Friedenspreise« betrögt, als ungehiuerlicb bezeichnet, und man beschloß, sich die Willkür der Fabrikanten, die ibre zurzeit fast monopolartige Macht st elluna rücksichtslos zur Geltung bringen, nicht länger bieten zu lasten. DaS Piäsidium her„Vereinigung Großstädtischer ZeitungSverleger" wurde beauftragt, schleunigst die vorarbeiten für die Begründung einer eigenen Druckfarbenfabrik der ZeitungSverleger in di« Hand zu nehmen._ verdandSneugriindungea. Gemäß„BreSlauer Zeiwng" wurde ein deutscher Sasserrohrkesselverband begründet ebenso di« Syndizierung für Wanderroste vorgenommen Aufhebung der Zwang Siewirtschastung für Zement. Durch eine Verfügung de» RpichsarbeitSministeriumS vom 27. Juli(in A. 4703) ift wie der„Voss." gemeldet wird, die ZwangSbewirlschgf- tung von Zement vorläufig aufgehoben. Freigabescheine find daher bei der Bestellung von Zement nicht mehr erforderlich. Von der Aufhebung der ZwangSbewirtschaftung, die sich übrigens nicht allein auf Zement, sondern auch auf Kalt und Ziegel erstreckt, ist eine Wiederbelebung der Bautätigkeit zu erwatten, die durch die bevorstehende Preissenkung noch ein« weitere Förderung er- fahren dürste. Fortschreitende Lertrvstnng. Au? dem Vordringen der deutschen Schwerindustrie in die 3 ch i f f b a ii i n d uft r i e veröffentlicht ein Mitarbeiter der„V o ß' intereiianie Verkiiüpjungen, von denen wir folgende wiedergeben: Die ffleieilignng der Phönix- Gesellschaft an der Hamburger R e i h e r st r e g- W e r f t ist für diese sicher ein sehr erfreulicher und eine große Zukunft eröffnender Schritt. Mit dieser Beteiligung des„Phönix", der sich ja ring» in Deutschland in schneller Expansion Beteiligung bei Industrie» Unternehmungen sucht— damit dem Beispiel von StinnpS. Thyssen. Hantel, dem Wolf-Konzern und anderen Schwerindtistr!«-Trusts folgend—, ist wieder«in für unser« wirtschaftliche Entwicklung typischer Schritt getan: Wenn nicht Vertrustung, dann doch Anlehnung der schwächeren ver» arbeitenden Jndustrieunternehmungen an die über Kohle und Eisen verfügende Schwerindustrie oder die große Elektrizitätkindustri«. Dieie großen Konzern« nähern sich nun in immer größerer Zahl der norddeutschen Wasserkante. Zunächst deteiligle sich Krupp an der Germaniawerft in Kiel. Die Hamburger Werft wurde gegründet gemeinsam von der Packctfabrt und der A. E. G.. die Deutsche Werft von der Hapag, der A. E. G. und dem Handel-Konzern(Gule-HoffnungS- Hüne). Thyssen beteiligte fi-d an der Flensburger Schiffsbau- Äeselli'chait und dem Bremer Vulkan. Di« Deutsch-Luxem» burgische BergwerkS-Gesellschaft hat die Nordseewerk« in Emden erworben, die Gelsenkirchener Bergwerls» A.- G. bereitet den Bau einer Schiffswerft in Flensburg vor. Auch an der Frerichs A.-G. in Einswarden(Gebr. Slumm G. m. I. H.) und anderen Bersten hat sich die Schwerindustrie in den letzten Jahren beteiligt. Großzügige Kulturarbeiten iu Südwcstafrika. Wie die Telegraphen-Union au» London meldet, will sich eine größere Reihe von Kolonial- und Uebersee-Geiellschaften zu einem Konzern zusammenschließen, welcher sich mit de» Wirt» s ch a s t l i cv e n Erschließung de« nördlichen Teile« der Südafrika- nischen Union, sowie insbesondere der südlichen Territorien der früheren Deutsch-Südwestafrikanischen Kolonie beschäftigen wird. Die neue Konzerngesellschaft beabsichtigt, größere Niederlassungen in Kapstadt, London. Amsterdam und Berlin zu errichte tt. Für Deutsch- land« Handel und Industrie kann diese Gründung deshalb von Be- deuiung werden, weil beabsichtigt ist, auf dem europäischen Kontinent besondere Einkaufsbureaus zu errichten, welch« die mannig'altigsien Industrieprodukle und sonstige Waren nach den aftikanischen Be- sitzungen leiten sollen._ Preisermäßigung der Eisenprodukte. Der JnlandSarbeitSauS- schuß deS Eisenwirtschaftsbunde» hat folgende Werk- preise ab l. August 1920 beschlossen: Rohblöcke 2140 M., Vorblöcke 2260 M., Knüppel 2365 M., Platinen 2410 M., Formeisen 2740 M., Stabeis-n 2840 M.. Wolzdrabt 3160 M.. Grobbleche 3595 M.. Mittelblech: 4060 M. Fembleche 1 Millimeter und mebr 4195 M. Feinbleche unter 1 Millimeter 4260 M., Bandeisen 3185 M.. Uni- versaleisen 3175 M. Die Preise für di« übrigen Sorten der Listen vom l. Juni werden ebenfalls entsprechend ermäßigt. Der Auf- preis für SicmenS-MartinS Handelsgüte wird auf 65 M. festgesetzt. Di« vorstehenden Preise gelten bis auf weitere», mindestens aber bis Ende Oktober 1920. Eine Kohlenpreiserhöhung bis zu 20 M. die Tonn« ist bierbei eingerechnet. Für jede Mark Koblenpreiserhöhung über 20 M. erhöht sich der Walzeisenpreis um 3,50 M. die Tonne.__~• Raubbau in Oesterreich. Verschiedene Kommunenverwaltungen in Oesterreich planen radikal« AbHolzungen, um dem schwer fühlbaren Geldmangel zu begegnen. Jnfolgedessen soll der bekannte Wiener Wald zum größten Teil niedevgelegt und einem Konsortium unter Führung der Bereinigten Holz, und Industrie Akt.-Ges., einer Gründung de? früh?rdn BreSlauer Holz- industriellen Oskar von Körner, überlassen werden. In den Kreisen des österreichischen HolzgewevbeS ist ein« starke Bewegung gegen die einsettige Bevorzugung einer einzelnen Firma und überhaupt gegen di« Veräußerung de? Holze» im Gange. Maßnahinen zur Hebung der GeschüstSlege in der Textilindustrie. Um den durch Absatzstockung in der Textilindustrie zu befürchtenden Belr.ebseiiistelluiigeli und Arbeiterentlassungen entgegenzuwirfen. hat die Reich? st elle für Textilwirt Ichaft in Berlin NW 7. Scbadowstr. 4—6, eine Vermittlungsstelle eingerichtet, durch die der Industrie Auiträge von Verbrancherorganifationen übermittelt und ebenso Angebote der Industrie in Textilwaren an di« Ver- braucheror'ganisationen weitergeleitet werden sollen. Bei den stattgehabten Besprechungen wurde von den Vertretern der Ver- braucherorgamsalionen verlangt, daß feiten» der Industrie mit den Ange» boten genaue Kalkulationen bekanntgegeben werden, da nur hier- durch dem Mrßtrauen der Käufer gegen eine mögliSe-Ueber- vorteiluna begegnet werden könne. E« wird ferner darauf hingewiesen. daß eS sich bei den geplanten Maßnahmen nicht darum bandelt, der Industrie vorhandene Warenbestände abzunehmen, fondern ihr neue Aufträge zuzuleiten, um dadurch di« Betriebe in Gang zu halten und Arbeiterentlassungen vorzubeugen. Für An- peboie einzelner Firmen kann mit Rücksicht auf die Bielgestoltipkeit der Textilinduitrie die Vermittlung ntcht übernommen werden. Die Angebote müssen vielmehr al» Jndustriegruppen eingereicht weiven, da auch bei den Verbraucherorgonifationen nur die Ber- gebnng größerer Aiifträoe in Frage kommt. Angebote und Auf« iröge sollen genaue Angaben über Art, Menge und Lualität der Wmen enlbalten. Sie sind zu richten an: Reichsstelle für Textil- Wirtschaft, Vermittlungsstelle, Berlin 7, Schadowstraße 4—6. Geschäftliche Mitteilungen. Bei der Iürma Klelderwerke vaer Sohn. Tbauffeestr. SO/SO, findet von Schulaitsang ein billiger Verlauf von Knabenanzügen statt. Berantwortvcli filr den reb-kticmellen TeU: tz. LepSre-Hermed-rl:(tir«nzeiaen: Zt.«locke. Berlin. Bertas: BorwSrtt-Berlag». IN. b. H.. Berlin. Druck: Bor. wSrtS-'?u WWi Groß« furterstraße 58. Lch5 fleeeeaeUd, Areilguf, neu. «owe«, vertaust Zoses.S Zosef�trom. 110N# 'Zk.___ i. AL',_„u,tL r..' fi flrau».®r. Fransturierftraße 52. Huai»>int.trufin;nt«; Pidaae. ati:?r.UaeI, Har- moniume. aebronchie und neue Instrumente. Rcvara. turen und Stimmungen. Mar Ada«. Müngstroße 1». t3Sfl »tn-zelvlelte»audolinen. Violinen Gitarren. Lauten. äußerst billig.(Unlerrichl 80,— Manaiedanoror. Drei- «onatoturie»or perfekten »uodildunq.l Mund, und Handbaemonika, usw., ae- deauchie fllaviere, Harmo- nimns»erkaust Beraer u. To.. Granienstr. 188. 158fl Kaufgesuche Alte, Chaiselongue. Schlaf. sota, auch unbrauchbar, kaust Hentzschke, Schonenichestraße 34. �HahnlTrillinq kau«-, strank. > 8, Markgrafenstraße 50.' Armee Pistole», 9 mm, kaust zu höchsten Preisen, flirstein. Linienstraße b0.� � 32N- Silderfchmelze Chrlöwnat, flöpenickerstr. 20a(gegenüber MantetlsseUtraße) kauf, höchst. zahlend: hahnaedtfie. Piatw. abfälle. Schmucksachen, sämtliche Metalle. 142« ttn», Lötzinn, iowie alle Me- c. fiahngebiste, 3ahn di« 75,—, Platinabtälle. Goldbruch, Eilberbruch. Silbernitrat.Oueck- fiiber, Gliihkörverasche 100—, höchstzahlend Edelmetall- Ein. taufsbureau. Weberftraße 81. Schallplatten, Walzen, alte kauft Metalltontor W. John. Alle Ialobsstaße 138(Hallesche» Tor).» fiahngebifie, Plotin. Gold- druch. Silberbruch. Edel- steine, Echmucklachen laust Ebelmetallschmclze, Blumen» straße 88.• Spiralbohrer, Werkzeuge tauft laufend(eben Posten. Schröder Prinzenstralie 88.- Zahngedisse dt» 1000 Mark, Platin, Brennstiste. Kontakte. Goldsachen, Silbersachen kauft l.Ankauieltrllei Iobn.Cdaussee» straße 110. Portal 1, 4i 2. Am kaufostelle: Schuderi, B"| straße 68, nahe Blüch