Nr. 236. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertelfährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle oder deren Naum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Grpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr Vor mittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: nozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Mittwoch, den 10. Oktober 1894. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Zur Lage der ländlichen Arbeiter in Mecklenburg. 0,26 man sich gefallen lassen in größter Gemüthsruhe und mit sich landwirthschaftliche Arbeiter für die Dauer zu sichern Zungenschnalzen; jetzt aber, da auch die Kehrseite zum Vor- Nur sei es mit Häuslerstellen allein nicht gethan. Der schein kommt, schreit man. Ja, warum laufen denn diese kontraktlich gebundene Gutstagelöhner könnte bestehen bleiben, Hoftagelöhner und Hofgänger, diese Deputatisten und freien dann müßten aber eine ganze Reihe von Bachtstellen Man könnte das Land, so da den Ochsenkopf im landwirthschaftlichen Arbeiter davon? Der Mecklenburger folgen, um dem fleißigen und braven Arbeiter das Wappen führt, mit Fug und Recht das Junkerparadies gilt ja allgemein als sehr seßhaft, und wenn man den Aufsteigen zu ermöglichen: Häuslerstellen zu nennen. Mecklenburg hat im Gegensatz zu allen anderen Junkern glauben darf, so bat in feinem Lande sonst der Hektar, Kleinbüdnerstellen zu 2 Hektar, Vollbüdnerdeutschen Bundesstaaten noch keine Verfassung; das Re- Landarbeiter so große Bezüge und eine so hohe Lebens- und Bauernstellen zu 6 bis 7 Hektar und 12 bis gieren besorgen die Beamten des Großherzogs im Verein haltung wie in Mecklenburg! Die mecklenburgischen Land- 25 Hektar. Mit diesen Reformen wähnt der Verfasser mit den 607 Rittergutsbesitzern. Einen Bauernstand hat arbeiter nehmen Reißaus, das ist Thatsache. Ein großer dem Arbeiterman gel steuern und gleichzeitig der sozialdemo es auch hierzulande einmal gegeben; kurz vor dem dreißig Theil der Rittergüter, besonders diejenigen, welche vorzuge- kratischen Agitation das Wasser abgraben zu können. Wir jährigen Kriege zählte man gegen 20 000 Bauernhufen. weise Rüben bauen, können nur bestellt werden dadurch, wollen über seine Vorschläge heute hier nicht weiter reden, Aber die Herren Ritter verstanden und praktizirten das daß man Wanderarbeiter aus dem Osten oder aus den großen nur noch eine Bemerkung sei uns erlaubt. Ehe Herr Hinge Legen" so aus dem ff, daß im Jahre 1864 nur noch 1361 Städten heranzieht. Beides hat seine Unannehmlichkeiten zur Formulirung seiner Reformideen schreitet, giebt er uns Serartige Stellen vorhanden waren. Heute befinden sich für die Landlords. Beide Arbeiterkategorien wollen Baar- eine Schilderung der Lage der einzelnen Landarbeiter 59,9 Prozent, in Mecklenburg- Strelit sogar 61 Prozent, geld sehen, und wenn ihnen das Schuften und die Behand Kategorien. Wir erfahren, daß in Mecklenburg die Arbeitsder gesammten landwirthschaftlichen Fläche in den Händen lung zu dumm wird, so gehen sie, so schnell wie sie gekommen. zeit auf dem Lande im Sommer durchschnittlich 11/2 Stunden des Großgrundbesizes, und was sich noch Bauer Die Arbeiter aus den Städten sind auch wohl den Strapazen währt, und daß diese, wie es in Holstein der Fall, wohl nennt, ist zum allergrößten Theil Pächter und weniger gewachsen als die Einheimischen und, was das um eine Stuide herabgemindert werden könne. Für seinen muß in seinem Kontrakte versprechen, wegen Wild- Schrecklichste ist, von ihnen her droht allzeit das Gift der Hofgänger erhalte der Hoftagelöhner meist einen täglichen schadens niemals Klage zu erheben. Trotz dieser ehr- Sozialdemokratie. So find die Junker in die Zwickmühle Lohn von 50 Pf., im Sommer auch wohl von 60-70 Pf. würdigen patriarchalischen Einrichtungen hat Mecklen gekommen und nun schreien sie( oder sinnen auf Abhilfe- trotzdem sei dessen Lage eine ziemlich rofige: materiell burg niemals au Uebervölferung gelitten. Raum war zu mittel ihrer Noth. bleibt dem Hoftagelöhner kaum etwas zu wünschen übrig." Anfang des Jahres 1820 die Leibeigenschaft aufgehoben Der eine Theil glaubt, aus dem an die Tagelöhner Unter dem Titel Gesinde" wird auch ein Speisezettel abworden, begann schon die Auswanderung; zuerst, wie der hinausgegebenen Land durch eigene Bewirthschaftung einen gedruckt. Nach diesem erhält der Dienstbote auf den Holsteiner A. von Lengerke bezeugt, nach Brasilien. Seit höheren Ertrag herausschlagen zu können und will alle Gütern mit geringen Abweichungen ungefähr folgendes: Sen vierziger Jahren wandte sich der Strom der Aus diese Leute zu reinen Deputatisten machen; andere wollen a) Morgens: wanderer hauptsächlich nach Nordamerika, und bis 1867 bent Deputat in einen natürlich geringen Geldlohn umlegen; hatte Mecklenburg die größte jährliche Auswanderungsziffer die Ganzschlauen aber sehnen sich ganz ungenirt zu den von allen deutschen Ländern. In den letzten Jahren sind Fleischtöpfen der Leibeigenschaft zurück. Rechtlich kann an stelle Nordamerika's die großen Städte Deutschlands, man den Bauer und Arbeiter nicht mehr an die Scholle hauptsächlich Hamburg und Berlin getreten. Heute gehört fesseln, gelingt es aber, ihn wirthschaftlich recht fest zu Mecklenburg zu den am spärlichsten besiedelten Theilen binden, nun, so thut das wohl denselben Dienst, die Noth Deutschlands. Während in Ostpreußen auf den Quadrat- an Landarbeitern ist dann mit einem Male behoben. Kilometer noch 53, in Deutschland im Durchschnitt 86,7 Bewohner kommen, beträgt die Bevölkerungsdichtigkeit Mecklenburgs nur 43,9 pro Quadrat- Kilometer. Und jetzt auf einmal, nachdem die Junker und Junkergenoffen Jahrhunderte lang ihr redlich Theil beigetragen haben, das Land zu entvölkern, klagen dieselben Leute über den Mangel an landwirthschaftlichen Arbeitern und wollen Himmel und Erde in Bewegung setzen, damit ihnen ihr altgewohnter Profit erhalten bleibe. Die Bauernstellen haben sie verschluckt, und aus den Bauern wurden Büdner; aus den Büdnern machte man Häusler und aus diesen Hoftagelöhner, Deputatisten. Alle Vortheile des„ Legens" hat Feuilleton. * Dr. Ulrich Hinge: Die Lage der ländlichen Arbeiter in Mecklenburg. Ein Beitrag zur Landarbeiterfrage. Rostock 1894. zum Schluß: Geben Sie mir Ihre Einwilligung, ja oder Niemals!" nein?" " per Kopf 1/2 Liter entsahnte Milch und 30 Gramm Roggenmehl zur Suppe. Sonntags Raffee und zwar 1/4 Liter Milch und 15 Gramm Kaffeesurrogat, bestehend aus gebranntem Roggen und Cichorien unter Zusatz von Kaffeebohnen. b) Mittags: per Kopf 1/2 Liter entsahnte Milch und 30 Gramm Grüße, Graupen oder Brühreis als Suppe. 1 Liter Kartoffeln mit einer Kleinigkeit Fett; dazu Gemüse( Bohnen Erbsen, Kohl u. s. w.) 70 Gramm Fleisch. An den hohen Festtagen Braten und Nachspeise( Reis 2c.) c) Abends: Auf diesem Standpunkt steht auch der Verfasser eines unlängst erschienenen Buches.*) Die Furcht vor der Sozialdemokratie hat ihm die Feder in die Hand gezwungen und als Vorbild bei seinen Vorschlägen hat er sich die groß herzogliche Domanialverwaltung genommen. Diese hat seit 1850 über 8000 durchschnittlich 85 Quadratruthen große per Kopf dasselbe, nur anstatt des Fleisches Käsebutter Häuslerstellen ausgethan und dadurch große Vortheile für( aufgedrellte Milch mit Syrup), Sonntag jedoch 50 Gramm sich erzielt. Herr Dr. Hinze meint, etwas Aehnliches müßte Fleisch. Jede Person erhält außerdem noch jede Woche auch der ritterschaftliche Großgrundbesitz unternehmen, um eine bestimmte Gewichtsmenge an Brot, Butter und Schmalz. Wir glauben gern, daß die angeführten Speisen etwas besser schmecken und nahrhafter sind, als die polnische Suppe wollen, um uns in den Augen Sylvia's nicht zu schaden und sie ganz von uns abzuwenden. Ich habe einen Auszug von der Rede, welche Jacques gehalten, aufgesetzt. Eine von " Nun denn, dann werden wir ohne Ihre Einwilligung einem Polizei- Agenten beglaubigte Abschrift wird dem taiserlichen Staatsanwalt zugeschickt und der kühne Redner Meine Mutter war einen Augenblick durch meine wird jedenfalls bis morgen vor den Untersuchungsrichter Aus dem Französischen von Jakob Audorf. Antwort wie niedergeschmettert; doch bald faßte sie zitirt sein. Ich werde dafür sorgen, daß seine Verhaftung Wohl habe ich einzuwenden," erwiderte lebhaft meine wieder Zuversicht, indem sie sich jedenfalls folgender sofort nach seinem Verhör stattfindet. Ich werde mich Mutter; es gefällt mir nicht, daß dieses Vermögen in die maßen die Sache überlegte:„ Wir werden doch unser unmittelbar zu Sylvia begeben, ihr meinen tiefen Hände der Feinde aller sozialen Ordnung übergeht, um Biel erreichen und zwar dank der Einsicht und Geschick Kummer über das Vorgefallene bezeugen, ihr vorstellen, davon einen jedenfalls schlechten Gebrauch zu machen. Ich lichkeit meines ältesten Sohnes. Jacques, schon so früh daß auch sie mit in die Untersuchung verwickelt zu werden verzweifle trotzdem noch nicht, Dich wieder auf den richtigen emanzipirt, ist volljährig, doch er wird bald unschädlich ge- begründete Ursache hat und ihr nur der eine und kürzeste Pfad zurückkehren zu sehen, jedoch erst nach einer Reihe heil- macht sein. Sylvia jedoch ist noch minderjährig und wir Weg übrig bleibt, um allem Unangenehmen, allen Bersamer Erfahrungen. Während jetzt, wenn Du plößlich in den müssen einen Familienrath halten, um ihr einen Vormund folgungen zu entgehen und Jacques selbst vor schlimmeren Besiz eines solchen großen Vermögens fämeft, Dich nichts mehr zu bestellen. Ich werde die Idee Lucien mittheilen, wenn Folgen seiner unüberlegten Streiche zu schützen, wenn sie würde zurückhalten können, Du würdest Dich über Kopf er kommt." fich mir und meinem Einflusse, meinem Schuge anvertraut und meine Frau wird." Lieber Sohn, möge Gott Dein Vorhaben seguen!" 8 " Erinnerungen eines Kommunarden. handeln," erwiderte ich mich kurz verabschiedend. " * ** * ins Unglück stürzen; die Noth wenigstens wird Dir die Als ich das Haus verließ, bat ich Louise, auf alles nöthigen Zügel anlegen. Was die arme Sylvia betrifft, so Acht zu geben, denn ich fühlte, daß man im Begriff sei, ein fann und darf ich doch nicht zugeben, daß sie so jung, so Komplott gegen uns zu schmieden und Louise konnte mir reizend und so reich von Dir an den Rand des Abgrundes durch ihre Mittheilungen von unschätzbarem Nuzen sein. Der zukünftige Gesandte. gezogen wird, wohin Dich Deine Extravaganzen unbedingt Was meine Mutter anbetrifft, so will ich nicht sagen, Der Baron Lucien Meylan war durchaus fein Un führen. Ich habe ihr eine ihrer würdigere Zukunft bestimmt. daß sie eine schlechte Frau in der strengen Bedeutung des Ich werde dafür sorgen, daß sie einen jungen Mann Wortes war, das heißt, daß sie unfähig gewesen wäre, geheuer, das heißt eine Ausnahme der heutigen moraEr war im Gegentheil einer jener Heirathet, der gesetzt, ernsthaft und den Grundsätzen der Mitleid für den physischen Schmerz anderer oder eine un- lischen Ordnung. moralischen Ordnung und der Erhaltung des Bestehenden bestimmte Begeisterung auch für Gutes zu empfinden. Aber urbildlich gewordenen Charaktere, die in unserer von ergeben ist, ohne welche die menschliche Gesellschaft zu Grunde die stumpfsinnige Erziehung, welche die Mädchen in den den Jesuiten erzogenen Generation sehr verbreitet sind, Klöstern erhalten, hatte ihr alle Fähigkeit geraubt, klar und nachdem alles Recht in Frankreich mit Füßen getreten geht unbefangen zu urtheilen. Sie wiederholte unbewußt nur wurde und ein Thron auf dem Grundsatze sich aufrichtet: alle die Irrthümer und folgte den Vorurtheilen, welche„ Der Erfolg rechtfertigt die Mittel." Er konnte auch von man ihr in der Jugend eingepflanzt und welche die Diener sich sagen unsere Zahl ist Legion!" Sie bildet eine ganze 2 Rasse von jungen Greisen, mit Gesichtern trocken wie Perder Kirche auch eifrigst bemüht waren zu befestigen. Als mein Bruder wieder mit ihr zusammentraf, theilte ganient und frühreifem Ausdruck. Diese Wesen ohne Namen, obgleich die Bezeichnung für sie häufig wechselte, D, ich sehe arme Mama, wie Sie verblendet sind! sie ihm unsere Unterredung mit. Sie halten für Tugend, was nur Interesse und Eigennutz" Ich billige ganz Ihre Ansicht," erwiderte Lucien; wie gandins, crevés oder gommeux, haben nie von Herzen ist. Die Zukunft wird es Ihnen beweisen und ich wünsche, bevor wir jedoch die Sache aufs Aeußerste treiben, giebt gelacht, nie geliebt und nie gedacht. Sie nehmen die Idee daß Sie niemals Ihren traurigen Irrthum bereuen. Jedoch es noch andere Mittel, welche wir nicht unversucht lassen an, wie die Kleider nach der Mode des Tages. Moralisch " Vielleicht mein Bruder!" " Das habe ich nicht gesagt, aber unbedingt ein Mann, der ihm ähnlich ist und seine Ansichten theilt. Ich würde nicht einmal so viel Bollkommenheit fordern, wie Lucien befigt." Mecklenburg war bis jetzt ein Paradies der Junker. Die Sozialdemokratie wird dafür sorgen, daß es auch einmal für den Arbeiter eine Lust sein wird, dortselbst zu leben. Die ländlichen Besitzverhältnisse liegen wohl nirgends für unsere Propaganda so günstig, wie in dem Lande, so da führt den Ochsenkopf im Wappen. Dolitische teberlicht. in Westpreußen( rohe Kartoffeln in kochendes Wasser Bayerische Volfsjustiz. Ueber ein neues Haberfeld- Der frühere österreichische Generalfousul Palitschek gerieben mit Heringslake als Würze), aber für besonders treiben im oberbayerischen Bezirke Miesbach berichten die von Palmforst, welcher der Unredlichkeit bei der Verabwechselungsreich können wir den Speisezettel nicht halten M. N. N.": Am letzten Sonntag Morgens wurde heftiges waltung von Geldern in seiner amtlichen Stellung und auch nicht für geeignet, einen unzufriedenen Land- Schießen vernommen, nachdem schon am Sonnabend Abend sowie in seiner Stellung als österreichisch- ungarischer Ausstellungsarbeiter an ein Rittergut zu ketten. Wenn der Verfasser öfteres Schießen gehört worden war. Die sofort eingeleitete tommiſſar beschuldigt ist, wurde gestern Abend in Wien verhaftet und dem Landesgerichte eingeliefert.weiter meint, die Beköftigung in Mecklenburg könne wohl Untersuchung ergab, daß ein Haberfeldtreiben in Hundham ohne Bedenken mit als die beste in Deutschland bezeichnet bei Elbach angesagt worden war und daß sich dort auch Zwanzig Millionen Mark werden in Ungarn vom werden, so beweist das nur, daß er Süddeutschland schon einige Hundert Haberer versammelt, sich aber wieder Parlamente gefordert für die Vermehrung des Bahnnicht kennt. zerstrent hatten, nachdem ein Theil derselben in Niklasreuth personals zur Abstellung der Ueberbürdung der Beamten, ein ganz kurz währendes, dem Vernehmen nach dem dortigen über die vielfach geklagt wird. Auch bei uns wird über neuen Pfarrer geltendes Haberfeldtreiben abgehalten hatte. dieselbe mit Recht von Beamten, Presse und Publikum Hierbei soll auch dem Pfarrer in die Wohnung geschossen Klage geführt. Herr von Thielen beantwortet diese Klagen worden sein. Vor einigen Monaten war den Bewohnern mit der Reorganisation der preußischen Staatseisenbahnen, jener Gegend bekannt gemacht worden, daß bei die im Wesentlichen Verminderung der Beamtenzahl, VerWiederholung eines Haberfeldtreibens, wie es in ringerung ihrer Geldbezüge und Verlängerung der Dienstder Nacht vom 7. zum 8. Oftober in unmittelbarer stunden bedeutet. Wir bleiben demnach selbst hinter einem Nähe von Wiesbach veranstaltet worden war, die so rückständigen Lande wie Ungarn zurück. Belegung der betreffenden Ortschaften mit Soldaten auf Die Abschaffung des Lottos hat der ungarische Berlin, den 9. Oktober. Kosten der Gemeinde veranlaßt würde. Diese Drohung ist Finanzminister in seiner heutigen Budgetrede als demnächst Die Verkommenheit des deutschen„ Liberalismus" nunmehr wahr gemacht worden. Bereits Jam Montag früh bevorstehend angekündigt. In Preußen hat man dagegen wird durch das gesinnungsloseste Organ des deutschen trafen 2 Offiziere und etwa 60 Mann in Niklasreuth ein, vor kurzem die Zahl der Lotterieloose vermehrt. Liberalismus", die" Nationalzeitung", in wahrhaft klassis dessen Einwohner jetzt wohl auf einige Wochen eine ziemischer Vollendung zum Ausdruck gebracht. Und niemals hat lich kostspielige Einquartierung mit Naturalverpflegung von Der Privatbetrieb beschämt die staatlichen dieses Blatt seinen Abfall von allem was wirklich liberal etwa 60 Mann zu tragen haben werden. Die täglichen Musterbetriebe. Der Züricher Post" wird geift, klassischer zum Ausdruck gebracht, als in seinem heutigen Kosten dürften sich, da ein Gemeiner eine Zulage von schrieben:" Die Direktion der schweizerischen Nordostbahn Leitartikel, für welchen es das ganze Arsenal der Reaktion 70 Pf., ein Unteroffizier eine solche von 1 M. 20 Bf. und hat auf den Antrag ihres Präsidenten, Herrn Birchmeier, ausgeplündert hat, um Waffen gegen den verhaßten Reichs- die Offiziere von 4 M. 50 Pf. beziehen, hierzu aber noch beschlossen, für ihre ca. 200 Angestellten bei der Zentraltanzler Caprivi zu gewinnen, der trotz seiner stockkonserva- tägliche Verpflegungskosten von etwa 1 m. 50 Pf. pro verwaltung vom 15. November bis 1. Februar den achttiven Gesinnung dem liberalen" Musterorgan zu liberal" Mann kommen, auf nahezu 160 M. für den Tag belaufen! stündigen Arbeitstag einzuführen. Für die übrige Zeit ist. Ein Knebelgesetz gegen die Sozialdemokratie wird in Bekanntlich betheiligen sich am Haberfeldtreiben nie des Jahres beträgt der Arbeitstag dieser Angestellten diesem Artikel deshalb gefordert, weil wir uns folgender Augehörige der Gemeinde, in der„ getrieben" wird. Des- 8 Stunden. Verbrechen schuldig gemacht haben: halb erscheint den Bauern die Maßregel der Regierung als Die Feinde Crispi's, einig bis nun blos in der 1. haben wir die anarchistischen Bomben als Kochtöpfe eine Ungerechtigkeit. Das stramme Vorgehen der Regierung Gegnerschaft gegen Crispi, scheinen sich zu vereinigen, um und Sardinenbüchsen bezeichnet; in Oberbayern dürfte bei den nächsten Wahlen so manche seinen Sturz vorzubereiten. Die Frankfurter Zeitung" 2. haben wir Caserio, Henry und so weiter für Wahn- Ueberraschung zur Folge haben. Die sozialistische Agitation meldet hierüber aus Rom: finnige erklärt; wird durch das Vorgehen der Regierung aufs wirksamste 3. haben wir die Hinrichtung der Anarchisten ver- gefördert. Wenn man in Bayern fragt, wer der beste urtheilt; und sozialistische Landagitator ist, kann man leicht die Antwort 4. haben wir die ganze Anarchistengefahr ein zum erhalten: Die Amtsherrn." Wir wissen ganz wohl, daß Theil absichtlich von Vertretern der heutigen Gesellschafts- sie diese Agitation gegen ihren Willen betreiben, aber trotzordnung erzeugtes Augstprodukt genannt. dem nicht minder gründlich. 2 Zwischen Zawardelli und Cavalotti ist in den letzten Tagen eine Verständigung über ein gemeinsames Vorgehen gegen die Regierung nach dem Zusammentritt der Kammer zustande gekommen. Jeder von ihnen wird demnächst ein neues Programm öffentlich erörtern, dessen Absicht es ist, ein freiwilliges, geset mäßiges Regiment wieder in Italien einzuführen. Portugiesische Kolonialfreuden. Dem„ Reutermeldet: Nun, was Nr. 1 betrifft, so mag die NationalAls eine Wirkung der zweijährigen Dienstzeit Zeitung" sich mit ihrem Kumpan Andrieux auseinandersetzen, der die Pariser Anarchisten erfunden und die Ver- auf die Unteroffizierschulen ist es anzusehen, daß schen Bureau" wird aus Laurenço- Marquez von heute gefertigung von Bomben aus Sardinenbüchsen und Koch Potsdam, Jülich, Weißenfels und Ettlingen schon nach find unter Waffen und strömen zu Taufenden dem Komati- Fluffe am 1. d. M. die Füsiliere aus den Unteroffizierschulen zu Alle eingeborenen Krieger des portugiesischen Territoriums töpfen systematisch gelehrt hat. Was Nr. 2 angeht, so vertreten wir nur die Ansicht zweijährigem Lehrkursus in das Heer eingestellt worden zu. Das Heer der Aufständischen hat sich bis auf 7 Meilen der hoher wissenschaftlicher Autoritäten der Bourgeoisie selbst. find, wo sie nach weiterer guter Führung zu Unteroffizieren Stadt genähert. Alle im Lande befindlichen Niederlagen sind Wenn wir 3. die Todesstrafe verurtheilen, so thun befördert werden, wie dies jezt auch der Fall ist. Nur auf ausgeplündert; eine große Menge Waffen und Munition, welche wir nur, was, so lange es einen wirklichen Liberalismus den Unteroffizierschulen zu Biebrich und Marienwerder ist von den Portugiesen zurückgelassen war, ist den Eingeborenen in der Köln. 8tg." zufolge einstweilen noch der dreijährige die Hände gefallen. gab, das gesammte liberale Bürgerthum that. Bei den jetzt stattfindenden Wahlen in Norwegen, Und endlich 4. unser Urtheil über die sogen. anarchistische Lehrkursus beibehalten, da man bei den jetzt entlassenen Gefahr wird von niemand anderem getheilt, als dem Füsilieren erst den Einfluß der neuen Maßregel abwarten die nicht an einem Tage stattfinden, hat die Opposition Chef der englischen liberalen Regierung, einen Vorsprung von 11 Mandaten. Das gegen den Willen Lord Rosebery und dessen Kollegen. Das lächerliche Fiasko der neuesten Bismarck der Majorität des letzten Parlamentes vom Könige ein Man muß solche Thatsachen mitunter nebeneinander Verschwörung wird von Herrn Witkowski, alias Harden, gesetzte Ministerium Stang dürfte bald zurücktreten müssen. stellen, um sich voll bewußt zu werden, welche Tiefe der in dessen Bismarck Organ ausdrücklich konstatirt. Herr Verkommenheit der deutsche Liberalismus erreicht hat.. Witkowski, in dieser Sache sicher ein unverdächtiger Zeuge, giebt Ein Börsengesetz soll dem Reichstage nach seinem. a. zu, daß der Fronde" vor der Zeit die geheimsten! Wünsche und Absichten entfahren wären". Au! Au Busammentritte vorgelegt werden. Ja, wir sagten es gleich- der alte Jsegrimm war zu heißhungrig. -Eine kleine Zollvorlage wird den Berliner Polit. Nachrichten" zufolge den Reichstag in seiner nächsten Tagung infolge eines geplanten Initiativantrages beschäftigen. Es handelt sich um den Zoll auf Quebracho, der schon in der letzten Session des Reichstags beantragt wurde, über den aber wegen des vorzeitigen Schlusses der Session eine Beschlußfassung unmöglich war. Das 8. Schuljahr in Bayern. Bayern war bisher der einzige deutsche Staat, in dem die Schulpflicht blos sieben Jahre währte. Dies wurde auch zum Vorwand genommen, das Verbot der Industriearbeit blos für Kinder bis zum 13. und nicht bis zum 14. Jahre in dem in Kraft stehenden Arbeiterschutz- Gesetze festzusetzen. Nun wird in München der Versuch mit der achtjährigen Schulzeit gemacht. Zum Besuche der Schule sollen die Kinder aber nur 7 Jahre gezwungen sein, der Besuch im 8. Jahre soll bloß fakultativ sein. will. " = Ein neues Gut für Bismarck? Die NationalBeitung" läßt sich aus Königsberg i. Pr. telegraphiren: Die Huldigung der Ostpreußen für den Fürsten Bismarck soll nach dem neuerdings gefaßten Beschlusse in einer Geldsammlung zum Zwecke einer milden Stiftung bestehen, welche dem Fürsten an seinem achtzigsten Geburtstage, dem 1. April kommen. den Jahres, überreicht werden soll. Die wohlthätigen Stiftungen zu Ehren Bismarck's hatten bis nun das merkwürdige Schicksal, daß sie nicht blos zu Ehren, sondern auch zu Gunsten Bismarck's verwendet wurden. Ob die Begeisterung für den Ex noch zu einem kleinen Gütchen reicht, ist freilich abzuwarten. Den Antisemiten und Agrariern ins Stammbuch. Der Nothstand" der amerikanischen Farmer, die von keinem Juden bedrückt werden, ist der beste Beweis für die Thorheit der Behauptung, die Juden seien daran Schuld, daß es den deutschen Bauern schlecht ergehe, die doch nur, ebenso wie ihre amerikanischen Kollegen, unter der Wirkung allgemeiner wirthschaftlicher Gesetze zu leiden haben. Sehr lehrreich ist nachstehende Notiz, die wir unter der Ueber schrift: Das verpfändete Kansas", in unserem amerikanischen Bruderorgan, dem Philadelphia Tageblatt" finden: " " Eines der letzten Census- Bulletins befaßt sich mit dem Farmbesitz in Kansas. Dieses Land ist bekanntlich der Heerd ber populistischen- der antisemitischen in Deutschland. ohne das Raffenelement, ähnlichen- Bewegung, und das erklärt sich auch im Lichte der Ziffern dieses Berichts. Wir erfahren da, daß mehr als 31 pt. der Farmen des Staates bereits nicht mehr von ihren Besitzern, sondern von Pächtern betrieben wers den. Sinte malen es taum ein paar Jahrzehnte Die Wahlrechtsbewegung in Desterreich nimmt er ist, daß dieser Staat unter dem Heim. wieder große Dimensionen an. Aus Linz, Laibach, Brünn, stätte geseh besiedelt wurde, welches Gejet Teplitz, Lemberg, auch aus Budapest wird über zahlreiche den 3wed hatte, nur freie Bauern zu schaffen Bersammlungen und Straßendemonstrationen für das und dem Latifundien System entgegen allgemeine Wahlrecht berichtet. wirken, so ergiebt sich, daß dasselbe seinen Freie Volksbühne. " 8 it Der " und physisch ausgedörrt, beobachten sie feine falte ge- Personen unter einen Trupp preußischer Spione zu stecken, zwungene Haltung, der zufolge sie sich mit einer an- welche wir alsdann einem Kriegsgericht überliefern. Gerhart Hauptmann's Diebeskomödie" gemaßten Autorität von allem, was warme Sympathie Jm gegenwärtigen Augenblicke sind wir nicht einmal heißt, auf fünfzehn Schritt Entfernung halten. Ihr der Armee, welche beim Plebiszit gegen uns gestimmt hat, Biberpels" ist im Herbst vorigen Jahres im Deutschen Theater" zum ersten Male und in mustergiltiger Weise zur AufAeußeres stößt uns ab, wenn wir aber erst in ihr Inneres sicher. Wir wagen unsern letzten Einsatz; doch gegen führung gelangt. Die Leitung der Freien Volksbühne sehen könnten! Niemand davon ein Wort, wir sprechen ja hier im hat recht daran gethan, daß sie, die Gefahr eines Vergleiches Auch Lucien war eine dieser Sorte von Menschen, Vertrauen." nicht fchenend, sich entschloß, für die Mitglieder des Vereins jett welchen es als ein ebenso großes Verbrechen erscheint, Wenn man nun versuchen würde, Sylvia zu kompro- eine Aufführung des prächtigen Stückes im National die Sängerin, welche eine Berühmtheit des Tages ist, mittiren? Sie wohnt allein in einem Hotel und wahr Theater" zu veranstalten. Es lag um so näher auf dieses da es damals im Deutschen zu fritifiren, als wenn man die gegenwärtige Regierung scheinlich ohne Papiere. Einige Individuen fönnten sich Stück zurückzugreifen, schnell vom Spielplan vertabelt, und welche nur dann aus ihrer geistigen Monotonie unter irgend einem Vorwande bei ihr einführen lassen, und aufgerüttelt werden, wenn es sich um das Interesse ihrer man würde sie unter verdächtigen Anzeichen der Sitten eigenen Persönlichkeit handelt. polizei denunziren. Wenn sie verhaftet ist, wird sie gezwungen sein, den Schutz meiner Mutter zu erbitten und dann könnten wir unsere Bedingungen stellen." Er schloß sich mehrere Stunden in sein Bimmer ein, um noch einen besseren Feldzugsplan zu entwerfen, wie er aber auch seinen hohlen Kopf anstrengte und sein kleines Gehirn marterte, er fand nichts Besseres und so entschloß er fich denn, so zu Werke zu gehen, wie er es der Baronin, seiner Mutter, bereits auseinandergesetzt hatte. " 1 " Theater" verhältnismäßig und, wohl aus Gründen, die mit seinem schwand literarischen Werth wenig zu thun haben, bald dem durchs aus unverdienten Schicksal verstel, ziemlich vergessen zu werden. In der Freien Voltsbühne" hat es am Sonntag Nachmittag, trotz der bescheidenen Mittel, über die das„ National- Theater" verfügt, einen Erfolg erzielt, der es wieder zu Ehren brachte. Dieses Spiel ist sehr gefährlich. Dazu muß man sehr mächtig sein, obwohl wir Agenten haben, welche auf solche Der Biberpelz" ist bereits aus Anlaß der erwähnten ErftSachen sich sehr gut verstehen. Aber sie handeln nur für aufführung an dieser Stelle( in Nr. 224 vom 23. September 1898) ihre eigene Rechnung, entweder um ihre Leidenschaft zu be- ausführlich besprochen und auch literarisch gewürdigt worden. Er suchte einen seiner Freunde, einen höheren Befriedigen, oder große Summen von der Person, auf die sie es Ich habe also nur noch weniges hinzuzufügen. Das Stück spielt zur Zeit des Septennats- Kampfes" amten der geheimen Polizei, auf, und überreichte ihm die abgesehen, zu expressen. Diese Leute würden ihre Freiheit und und irgendwo um Berlin". Die Handlung bildet die angefertigte Abschrift meiner Rede. Der Beamte versprach Stellung nur dann ristiren, wenn man ihnen Summen sicher gelungene Uebertölpelung eines überaus schneidig auf ihm, sein Möglichstes zu thun, machte ihm jedoch wenig stellen könnte, daß sie im Falle eines Mißerfolges von ihren tretenden und sich Wunder! wie schlau dünkenden AmtsHoffnung. Renten im Auslande leben könnten. Ich wiederhole Ihnen, vorstehers durch eine einfältige Waschfrau, die im ganzen " In diesem Augenblicke", sagte dieser, kann es nicht es geht immer schlechter, wir können nicht mehr so wie wir Ort als ehrlich gilt, aber im geheimen wie ein Rabe stiehlt. die Aufgabe und die Absicht der Regierung sein, noch neue wollen. Alle diese Lente befürchten gleichfalls den Zu- Doch das eigentlich Belustigende an dieser Komödie liegt weniger politische Verfolgungen ins Werk zu setzen. Die Gefängnisse fammenbruch der kaiserlichen Regierungsmaschine und machen in dem Was? als in dem Wie? der Handlung. Das Stüc sind überfüllt. Wir hatten in diesem Jahre die An- außerordentliche Ansprüche, für sie bedarf es ernsthafter reizt zum Lachen, wie nur die übermüthigste Poffe. Aber es arbeitet was bei Hauptmann felbstverständlich ist gar nicht gelegenheit Bière Bonaparte's, die Verhaftung Roche- Garantien." mit den üblichen Mitteln der Posse. Ich halte die Charaktere fort's, den Aufstand in Belleville, und das Komplott in Aber mir fehlt eben unglücklicher Weise das Geld. für durchaus glaubhaft, und die amüsante Handlung, die sich Blois. Ich strebe selbst nur deshalb so eifrig nach dieser Heirath, daraus ergiebt, hat auf mich beinahe nirgends den EinTrotz aller unserer Anstrengungen ist es uns nicht um in den Besitz eines ausreichenden Vermögens und da- druck des Unwahrscheinlichen gemacht. Die unwiderstehliche, gelungen, das Volk zu erschrecken. Im Gegentheil, wir durch zu dem Platz in der Diplomatie zu gelangen, den ich bald feinhumoristische, bald derbkomische Wirkung beruht geben unsern Feinden nur neue Waffen in die Hände. Wir mir schon so lange wünsche. Alles, was ich kann, ist, eine in erster Linie auf dem Kontrast zwischen der Supersehen uns fast gezwungen, den jungen Leuten die Gunst der schriftliche Verpflichtung für den Fall des Gelingens zu flugheit des aufgeblafenen Amtsvorstehers und seiner thatsächlich grenzenlosen Bornirtheit. Die Unfähigkeit, die der Herr Verurtheilungen zu versagen, welche sie mit Eifer zu erlangen geben." suchen. von Wehrhahn bei der Behandlung zweier, von der Wasch= frau Wolff verübter und ziemlich einfach liegenden Diebstähle bekundet, ist so arg, daß vor ihm das durchsichtige Lügengewebe der spitbübifchen, aber eigentlich doch recht täppisch zugreifenden Person wie ein schlau angelegter Plan bestehen kann. Glaub hafter wird die erheiternde Verblendung des Herrn v. Wehrhahn dadurch, daß dieser beinahe polizeiwidrig dienende Polizist seine Aber, wenn es nicht gelingt, würde man, um sich Eine Ablenkung der Geister ist nothwendig geworden aus der Schlinge zu ziehen, Ihre Handschrift ausliefern." und mit ihr der Krieg. Sind wir Sieger, sa werden wir „ Der Teufel! Aber was rathen Sie mir?" eine Massendeportation wie 1852 ins Wert setzen. Alles, was man für Sie thun tönnte, wäre: nach dem ersten ( Fortsetzung folgt.) Siege, den unsere Truppen erringen, die Ihnen mißliebigen. gründlich verfehlt hat. Die Enteignung der ■ömicr» durch das Kapital schreitet da in gigantischer Weise vorwärts. Die übrigen SS pCt. der Farmen sind allerdings im Besitz der Leute, welche sie bebaue», aber davon sind über 5S pCl. *» 36 pCt. ihres Werthes verpfändet. Der Werth der Farm beträgt durchschnittlich 3129 Dollar, die Höhe der Hypothek 1126 Doll. Das scheint nun so gefährlich nicht. Allein die Zinsengrabscher des Ostens wissen zu ihrem Leidwesen, was es mit der Bewerthung der Farmen in Kansas aus sich hat. Während anderwärts der Steuerwerth ziemlich niedriger als der wirkliche Werth bemessen wird, ist es in Kansas, oder mindestens in Theilen desselben, anders. Ummöglichst großeHypo- theken zu bekonimen, schätzten die Bauern- Vertreter die Farmen sehr hoch ein und die theil- weise von ihnen bestochenen Agenten der Geldverleihungs-Gesell- schaften borgten dann mehr auf die Grundstücke, als die Sicherheit rechtfertigte, so daß bei den Zwangsverkäufen häusig die erste Hypothek nicht gedeckt wurde. Wahrscheinlich rst also die Ver» schuldung prozcntualiter höher, als sie in diesem Bericht angegeben wird. Ter Zinsfuß beträgt durchschnittlich 8.15 Pro z e n t, der Zinsenbetrag jährlich 92 Dollar. Wenn der Bauer für seine Produkte Preise erhielte, ivelche mindestens' die Erzeiigungskosten und den Arbeitslohn deckten, so würde er durch einen Zins von 92 Doll. per Jahr vielleicht nicht zu Grunde gerichtet. Aber er erhält das nicht, mindestens nicht für Weizen. Der Mitbewerb auswärtiger Länder und die lieber- produktiv» dieses Artikels hat den Preis auf unter 40 Cents ans der Farm herabgedrückt und davon kann man nicht 8 pCt. Zinsen zahlen. Die Hypothek ist nicht die erste Ursache des Untergangs der Bauern, sondern der Herabgang des Preises. Sie hilft den Untergang beschleunigen. Die Herabdrückung des Zinsfußes durch künstliche Mittel könnte blos den Untergang ein wenig ver- zögern. Ein weiteres Jahrzehnt wird wahrscheinlich zeigen, daß die große Mehrheit der Farmen in diesem Staat von Pächtern bewirthschaftet wird. Das Land geräth in die Hände lder Kapitalisten. Wir sehen aus dieser Darlegung zweierlei: 1. daß das in Amerika so gut wie nicht vorhandene Judenelement mit dem Niedergänge der Laudwirthschaft garnichts zu thun hat; und 2. daß die Kur durch das Heimstätten-Gesetz eine Pfuschknr war, die der Laudwirthschaft garnichts ge- nutzt hat. Die Nutzanwendung auf Deutschland, wo man diese Schwindclkur ja auch der gläubigen Landbevölkerung empfiehlt, ergicbt sich vo.n selbst. Interessant ist der Passus von der Hochcinschätzung der Guter zum Zweck der Erlaugung höherer Hypotheken. Ganz genau wie bei uns. Und natürlich hier.dieselben Folgen wie dort— Folgen, die durch keine gesetz- lichen Kunststücke beseitigt werden können. Die 8Va pCt., die der amerikanische Farmer zu bezahlen hat, während dem Kapitalkräftigen Geld zu IVs pCt. nachgeworfen wird, zeigt, daß der Wucher auch in einem rein christlichen, von Semiten so gut wie freien Lande vorzüglich gedeihen kann und unter den heutigen wirthschaftlichen Verhältnissen nicht zu vermeiden ist, was unsere Judenfresser sich merken mögen.— VslvkeittscktvtSikeu. Fricdrichshagen. Parteigenossen! Wir machen die»och nicht dem„Allgemeinen Arbeiter-Bildungsverein für Friedrichshagen und Umgegend" beigetretenen Genossen ganz bc- sonders aus die nächste Vereinsversammlung am Sonnabend, den 13. Oktober, Abends 3�/2 Uhr, im Saale des Herrn Schulze, Friedrich st raße 135(früher Wandrey), auf- merksani, in welcher Reichstags-Abgeordneter E. Wurm über „Die Lebenshaltung der Arbeiter" refcriren wird.— Auch die Mitglieder des Vereins fordern wir dringend auf, in dieser Versammlung vollzählig zu erscheinen, um über die Frage der Einführung von Unterrichtskursen für die Vereins- Mitglieder eine Entscheidung zu treffen. Ueber die Nothweudig- keil, das vom heutigen Klassenstaat in den Volksschulen Gebotene äußerst mangelhafte Wissen zu ergänzen, besteht wohl im Prinzip bei keinem Parteigenossen ein Zweifel. In der Praxis stellen sich der Ausführung dieses berechtigten Wunsches allerdings große Schwierigkeilen entgegen, da den meisten Proletariern nicht nur die Mittel, sonder» wegen des mühselige» Kampfes um die Existenz auch die Zeit zu privaten Studie» fehlen. Immerhin dürfte es doch noch manchem unserer Anhänger bei genügender Energie möglich sein, auch hierfür etwas zu thun.— Nor allem erinnern wir aber die unserem Verein noch Fernstehenden und sich Partei- genossen Nennenden daran, daß«ine gewisse stille Sym- pathie für den Sozialismus und die theoretische An- erkennung desselben nicht ausreichend sind, sondern daß es stets Aufgabe vornehmlich in dem„Kampfe für die höchsten Güter . der Nation", will sagen: in der Aufspürung und Drang- salirung von„Umstürzlern" und„Majestätsverbrechern" er- blickt und über dem Eiser. mit dem er sich dieser edlen Thätigkeit widmet, den Sinn für andere, viel näher liegende Aufgaben verliert. Dadurch wird das Stück auch zu einer schonungslosen Satire ans daS mit Unfähigkeit gepaarte Streberthum, das sich in den Reihen der Verwaltungsbeamten breit macht. Es scheint mir jedoch, als ob diese Seite des Stückes in der„Freien Volks- bühne" doch weniger Beachtung gefunden hat. als man hätte er- warten sollen; wenigstens blieb manche darauf bezügliche Pointe ohne rechte Wirkung. Ich halte das keineswegs für ein übles Zeichen. Wenn das Stück seine beifällige Auf- nahnie nicht blos seiner Tendenz verdankt,— um so besser! Ich bin natürlich weit entfernt, mir die Volksbühne nach berüchtigtem Muster als eine Stätte„parteiloser" Unter- Haltung zu denken. Aber bei dem vorliegenden Stück glaube ich nicht, daß durch eine starke Betonung der gegen daS unfähige Streberthum gerichteten Tendenz, die für den Dichter vielleicht der Ausgangspunkt, aber im Fortgang seines Schaffens kaum die Hauptsache gewesen sein kann, das Verständniß gefördert wird. Wer sich beim„Biberpelz" der bloßen Freude am reinen Kunstwerk überläßt,— was übrigens in den entgegengesetzte» Fehler oerfallen hieße,— der wird sich von der Wolffen viel- leicht noch mehr als von dem Herrn von Wehrhahn gefesselt fühlen. Dichterisch betrachtet ist die Wolffen ein Meister- stück! Wenn man sie unbefangen nimmt, wie sie der Dichter giebt, dann erfüllt sie einen geradezu mit Behagen. Es liegt etwas eigenthümlich Anziehendes in der Person; man kann ihr nicht recht gram sein. Auch der ärgste„Ordnungsmensch", in dem die Eigenthumsbestie bei Vergehungen gegen das Eigen- thum selten einen versöhnlicheren Gedanken aufkommen läßt, muß der Wolffen gegenüber einen Pflock zurückstecken. Sie hat eine beinahe liebenswürdige Art. zu lügen und zu mausen. Aber ich denke mir, daß diese Empfindung den.Ordnungsmenschen", wenn er sich auf sich selbst besinnt, hinterher in einen recht uu- angenehmen Zwiespalt mit sich bringen muß. Wie? Gerade dieses durch und durch verlogene, spitzbübische Weib, das fremdes Eigenthum so wenig respektirt, soll Dir unter allen Personen des Stückes die wärmsten Sympathien abringen?! Ich möchte es mir aus diesem Zwiespalt erklären, daß man so eifrig bemüht gewesen ist, zu zeigen, wie die Wolffen bei aller Verlogenheit und Unehrlichkeit doch ein fleißiges, gutmüthiges und im Grunde, das heißt immer von ihrem geringen Respekt vor fremdem Eigenthum abgesehen, recht tüchtiges und braves Weib ist. Ohne diese löblichen Eigenschaften wäre die Figur auf die Bethätigung der Ideen ankommt. Pflicht jedes Genossen ist, sich sowohl der gewerkschaftlichen, wie auch der politischen Organisation anzuschließen, und die einzige politische Partei-Orga- nisation für unfern Ort ist eben der Arbeiter-Bildungsverein. Möge jeder Anhänger des Sozialismus bedenken, daß unsere Partei sich m einem stetigen Kampfe befindet, zu dessen siegreicher Beendigung die Thätigkeit aller Gesinnungsgenossen erforderlich ist. Unsere Hauptarbeit muß vorläufig bestehen im Agitircn und Ausklären. damit wir erst unseren größten Feind überwinden: den Unver- stand der Massen. Wohl Jedem ist der Ausspruch bekannt: „Wissen ist Macht— Macht ist Wissen." Nun, Genossen! er- werben wir uns Wissen, verbreiten wir Wissen, und die Macht wird uns dann bald zufallen!— Proletarier Friedrichshagens! Tretet daher alle unserem Verein bei und setzt ihn dadurch in den Stand, seine Aufgabe» immer mehr zu erfüllen!— Erwähnen wollen wir noch, daß die regelmäßigen Versammlungen des Vereins stets öffentliche sind, also jeder zu denselben Zutritt hat, jedoch mit Ausnahme von Frauen, welchen unsere so rück- ständige Vereinsgesetzgebung die Theilnahme an politischen Vereinsversammlungen unlogischerweise nicht gestattet. Sorgt aber auch für die Aufklärung Eurer weiblichen Familien- angehörigen und veranlaßt sie, in den Volks Versammlungen um so zahlreicher zu erscheinen. Der Vorstand. Als Delegirte zun» Frankfurter Parteitag für den Wahl- kreis Dortmund-Hörde wurden auf der letzten Sonntag stattgefundenen Kreiskonferenz die Genossen Dr. Lütgenau-Dort- mund und Winkler-Lütgendortmund gewählt. Eine öffentliche Parteikonferenz für den 15.(Uelzen- Lüchow) und 16.(Lüneburg- Winsen) hannoverschen Wahlkreis fand am 7. Oktober in Lüneburg statt. Die Konferenz war sowohl aus dem 15. wie aus dem 16. Wahlkreis, auch aus den ländlichen Orten, sehr gut besucht. Mit Rücksicht auf die hohen Kosten einigte man sich bezüglich der Beschickung des Parteitages dahin, für beide Wahlkreise einen gemeinsamen Delegirten zu entsenden. Als solcher wurde der Genosse Janiesch aus Jabel (15. Wahlkreis) gewählt, der. weil die Frage der Landagitation den Parteitag eingehend beschäftigen dürfte, als erfahrener Land- mann gewiß manche guten Rathschläge wird ertheilen können. Dein Delegirten wurde der Auftrag ertheilt, während der Dauer des Parteitages mit den dort anwesenden Delegirten aus der Provinz Hannover Rücksprache zu nehmen zwecks Einberufung eines Provinzial-Parteitages, der eine energische und praktische Landagitation für die Provinz Hannover im bevorstehenden Winter vorbereiten soll. Die Ordnungspresse ist, wie aus den verlesene» Artikeln der Amts- und Kreisblattpresse sich ergab, darüber ganz aus dem Häuschen, daß nunmehr auch in der ein- samen Haide die Landagitation energischer betrieben werden soll. In einem Artikel, der die Runde durch die Blätter und Blättchen der Lüneburg-Uelzener Gegend gemacht hat. werden die Bauern direkt zu Gewaltthätigkeiten gegen die Sozialdemokratie auf- gefordert. Es heißt da, die Landbewohner sollten die sozial- demokratischen Hetzapostel„nach alter deutscherBauern- a r t zum Dorfe h r n a u s t r e i b e n", d. h. in gutem Bauern- deutsch mit dem Knüppel. Das sind die„geistigen Waffen", die man gegen uns anwendet. Es wurde die dringende Roth- wendigkeit betont, daß in einer periodisch gratis zu verlheilenden Schrift die Verleumdungen und Angriffe der Amts- und Kreis- blattpresse gegenüber unserer Partei gehörig zerpflückt werden. Nachdem noch einige Parteiangelegenheiten erledigt waren, er- folgte der Schluß der Konferenz mit einem dreifachen Hoch auf die Sozialdemokratie. Unter dem Gesang der Marseillaise ging die Konferenz auseinander. Gewerbegerichtswahlen. In Freiburg(Schlesien) siegte die sozialdemokratische Arbeiterliste mit 349 Stimmen gegen 99 der vereinigten Gegner. Bei der Unternehmerliste unterlagen wir mit 16 Stimmen Minderheit. «» » Die Lokalnoth in Köln zwingt die Kölner Parteigenossen zu ganz energischem Vorgehen. In einer am 39. September abgehaltenen Versammlung wurde ein Lokalkomitee gewählt, welches den Kampf leiten soll zur Erringung von Lokalen. In einem Ausrufe in der„Rhein. Zeitung" fordert das Komitee die Parteigenossen auf, alle Tanzlokale zu meiden, um die Wirthe zum Nachgeben zu zwingen. Auch in Köln sind es natürlich die Behörden, die das ihrige dazu beitragen, daß den Sozial- demokraten möglichst viel Hindernisse in den Weg gelegt werden. Ein städtisches Etahlissement, der„Gürzenich", der allen Parteien zur Verfügung steht, ist für die Sozialdemokraten selbst für Geld nicht zu haben; auch eine Illustration zum„Gleichen Recht für Alle". »» « DaS Dreiklasseii-Wahlsystem soll, wie wir gestern bereits mittheilten, außer in Leipzig, auch in Falkenstein als Damm gegen das Eindringen in die städtischen Parlamente er- richtet werden. Eine Bürgerversammlung, welche in Falkenstein der Wolffen für einen„Ordnungsmenschen" ganz sicher noch peinlicher als der Wehrhahn. Daß ein Amtsvorsteher sich wie ein Rindvieh benimmt, das ist zwar ein bischen genierlich.s aber am Ende noch erträglich. Aber daß eine Person, die selbst vor der Polizei als ehrlich gilt, heimlich wildert und maust, das muß in einer Gesellschaft, die die Heiligkeit des Eigcnthums über alles stellt, als eine geradezu beleidigende Verworfenheit erscheinen. Ich finde diese Empfindung, offengestanden, entschuldbar und glaube, daß keiner ganz davon frei ist. Auch solche, die nicht zu den„Ordnnngsmenschen" gehören, haben es, wohl aus einer ähnlichen Empfindung, für nöthig gehalten, die Bravheit der Wolffen ganz energisch zu betonen. Es ist eben äugen- scheinlich auch ihnen unangenehm gewesen, daß die brave Waschfrau neben ihrer Bravheit noch die ärgerliche Eigenschaft hat, zu mausen, wo sie kann. Ich will in den Chorus der Ver- theidiger der„ehrlichen Spitzbübin" nicht einstimmen. Ich will lieber gleich ohne Umschweife gestehen, daß auch auf mich, der ich mich ebenfalls nicht zn den„Ordnungsmenschen" rechnen lassen mag, die Verschlagenheit der Wolffen, so lebhaft ich mich im übrigen von der Person angezogen fühlte, wenigstens in einzelnen Momenten unangenehm gewirkt hat. Die gröbliche Täuschung eines Vertrauens, das jemandem von allen Seiten entgegen- gebracht wird, hat immer etwas Unbehagliches an sich,— ich denke, auch dann, wenn ein geiziger Rentier um seinen neuen Biberpelz gebracht und einem bornirten Amtsvorsteher dadurch Gelegenheit gegeben wird, sich grenzenlos lächerlich zu machen. Die„ehrliche Spitzbübin", die alle Herzen an sich reißt, obwohl jedes fühlt, daß eine solche Täuschung eines all- gemeinen Vertrauens doch unmöglich Sympathie envecken kann, ist so recht geeignet, zu zeigen, daß es durchaus falsch ist, ein Kunstwerk mit den Augen des Moralisten zu betrachten. Man darf eben die Waschfrau Wolff nicht in die Schablonen gut oder schlecht oder gar in beide zugleich hineinpassen wollen. Wer einmal den Versuch dazu macht, der wird sich den oben erwähnten Bedenken wohl kaum verschließen können, und ich bin unbefangen genug, anzunehmen, daß das gegebenenfalls auch den Mitgliedern der„Freien Volksbühne" so gehen wird. Einem Drama als Kunstwerk wird überhaupt kein Dienst damit erwiesen, wenn man solche Fragen aufwirft. Ich gestehe, daß auch ich dieser Versuchung nur schwer widerstehen kann. Aber wie verkehrt das ist, das ist mir niemals so klar geworden, wie in dem vorliegenden Falle, in welchem die Schönheiten des Kunstwerks die„morali- schen" Bedenken siegreich über den Haufen geworfen haben. Die Aufführung ließ diese Schönheiten im allgemeinen zu voller Geltung kommen. Sie brauchte, zumal da das Personal des„National-Theaters" wieder durch angeworbene Kräfte von abgehalten werden sollte, wurde kurzer Hand verboten. Die Gründe dieses Verbots, welche jetzt der Stadtrath im dortigen Amtsblatt bekanntgiebt, sind so merkwürdiger Art, daß wir sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten. Nach der Meinung des Stadtraths soll vom Einberufer der fraglichen Versammlung, dem Stadtverordneten Schneider, in der betr. Bekanntmachung die unwabre Thalsache behauptet und verbreitet worden sein. daß beabsichtigt werde, den vermögenden Bürgern gegen- über den unvermögenden„große Vortheile" zu verschaffen. dem Stadtrath wird aber zur Last gelegt,„jenem Plane zugestimmt" zu haben. Hierin liegt, daß alle unvermögenden Bürger zu Gunsten der vermögenden Bürger mit Hilfe des Stadtrathes stark übervortheilt.werden sollen, während in Wahrheit(nach Ansicht des Stadtrathes) jene Bürger und mit ihnen das Rathskollegium weiter snichts beabsichtigen, als daß diejenigen Bürger, die den höheren und höchsten Steuer- klaffen angehören und infolge des jetzigen Wahlsystems keine Vertreter aus ihrer Mitte mehr im Stadlverordneten-Kollegium zu erlangen vermögen, für die nächste und für die späteren Stadtverordneten-Wahlen eine Sicherheit dafür auf orts- statutarischem Wege zu erstreben, daß sie das gleiche Recht,(!) nicht aber ein besseres, wie die Bürger mit niedrigerem Einkommen erhalten sollen. Es stehe sonach zu be- fürchten, daß der Herr Einberufer in der an- gekündigten Versammlung eine falsche Sachdarstellung unter Ver- dächtigung und Verungllmpsung einer größeren Anzahl ange- sehener Bürger und des Stadtrathes zu Falkenstcin, sowie unter Entfachung und Schürung des Klassenhasses zwischen vermögen« den und unvermögenden Bürgern aufrecht erhalten und zu Be- sorgnissen für das öffentliche Wohl und alle öffentliche Ordnung Veranlassung geben werde.— Eine weiter nachgesuchte Bürger- Versammlung, die sich mit demselben Thema wie die oben ver- botene beschäftigen wollte, ist aus den eben angeführten Gründen gleichfalls verboten worden; weitere diesbezügliche Bürger- Versammlungen werden bis auf Weiteres ebenfalls verboten werden.— Es wird in der That immer gemüthlicher in Sachsen. «* Todtenliste der Partei. Rödelheim starb nach langem Krankenlager der Genosse Heinrich Bekler an der Prolctarierkrankheit. Die Beerdigung, die am Sonntag unter großer Betheiligung stattfand, legte Zeugniß ab von der großen Achtung, der sich der Todte unter den dortigen Parteigenossen zu erfreuen hatte. Polizeiliches, Gerichtliches re. — Zweihundertfünszig Mark Geldstrafe oder 59 Tage Ge- fängniß verhängte das Dresdener Landgericht über den Redakteur der„Sächsischen Arbeiter-Zeitung", Eichhorn, wegen Be- leidigung des Gemeindevorstandes Werner in Radebeul und des Polizeipräsidenten von Dresden, begangen durch die„Sächsische Arbeiter-Zeitung". — Auflösung bestätigt. Gegen die von feiten des Stadtrathes verfügte Auflösung des Vereins vereinigter Maurer vom Crimmitschau und Umgegend war bekanntlich Beschwerde an die Kreishauptmannschaft gerichtet worden. Den Beschwerde- führern ist nunmehr der Bescheid zugegangen, daß die Auf« lösung genannten Vereins gerechtfertigt sei, die beschlagnahmten Schriftslücke, Gelder u. s. w. indessen an den Vorstand» zurückzu- geben seien. Gerechtfertigt sei die Auflösung des Vereins da- durch, daß derselbe mit den vereinigten Zimmergesellen in Ver- bindung getreten sei. Der Verein habe dem Vereinsgesetz unter« standen und sei deshalb dieses Gebahren ungesetzlich. Die Be« schwerdeführer werden nunmehr Rekurs beim Ministerium er- heben. — Zu einem Monat Gefängniß wurde der Ge- nosse T a u s ch e r, Redakteur der„Schwäb. Tagwacht" ver- urtheilt, weil er die Staatsanwaltschaft zu Augsburg beleidigt haben soll. Es ist das dieselbe Sache, wegen der die Redakteure der Augsburgcr„Volkszeitung" und der Magdeburger„Volks- stimme" angeklagt und verurtheilt wurden. — Den sächsischen Behörden zur Nachachtung empfohlen sei folgender Bescheid, den der Vertrauensmann für Off-nbach, Genosse Orb. auf eine Beschwerde vom hessischen KreiSamt er« hielt. Ein Gendarm hatte bei einem Stiftungsfest der Gesangs- abtheilung des Arbeitervereins zu Offenbach das Halten einer politischen Ansprache verboten. Der behördliche Bescheid hat folgenden Wortlaut: „Ihre Beschwerde vom 6. d. MtS., zu welcher Sie nunmehr Vollmacht der Gesangsabtheilung des sozialdemokratischen Ver« eins Klein-Steinheim beigebracht haben, beantworten wir dahin, daß der Gendarm Bauer bestreitet, Ansprachen, welche daS politische Gebiet berühren, auf dem Stiftungsfest besagter Ge« sangsabtheilung am 5. v. Mts. untersagt und sich hierzu vom Kreisamt beauftragt erklärt zu haben; er will lediglich, als man ihn um Erlaubniß zum reden angegangen, gesagt haben, er habe nichts zu erlauben und nichts zu verbieten. Thatsächlich ist eine solche Weisung an den Gendarmen Bauer von hier schon des- halb nicht ergangen, weil das Verbot ungesetzlich ge« »vesenwäre. Haa 8." !/iU( oerstärkt worden war, in der That einen Vergleich nicht zu sehr zu scheuen. Besonders die Darsteller der beiden Haupt- figuren, Max Löwenfeld als Wehrhahn und Mathilde B u ch w a l d als Wolffen, waren mit bestem Erfolge be- müht, den ganzen köstlichen Humor, der in den Charakteren und Situationen liegt, herauszuholen. Max S a m st zeichnete sich in der Rolle des bestohlenen Rentier? durch eine gelungene Maske aus, war uns aber in seinem Vortrag durch fortwährende, den Text verhunzende Wiederholungen unerträglich. Für die sehr geschickte Jnszenirung des Stückes gebührt ihm alle Anerkennung. Die Zuschauer spendeten stürmischen Beifall und riefen die Darsteller nach allen Akten mehrere Male. Br. (Während in bezug auf die Trefflichkeit der Aufführung vom vorigen Sonntag nur eine Stimme ist, gehen in bezug auf den Werth des Stückes selbst die Meinungen weit auseinander; und gelegentlich werden wir im„Vorwärts" einer abweichenden Mei- nung Ausdruck geben. Red. d. Vorwärts.) Literarisches. Calwer, Richard, Das kommunistische Manifest und die heutige Sozialdemokratie. Braunschweig 1894, Druck und Verlag A. Günther. 52 S. 8°. Preis 59 Pf. Unsere Gegner sind leicht bei der Hand mir dem Vorwurfe, daß innerhalb der deutschen Sozialdemokratie ein jede individuelle Meinung unterdrückender Terrorismus herrsche. Wie unrichtig dieser Vorwurf ist, beweist die neueste Arbeit Calwer'S, eines Genossen, der als Reichstagskandidat und Redakteur eines Parteiblattes zu den nach der Meinung der Gegner von der Partei„abhängigen" Personen gehört, der innerhalb der Partei eifrig seine Pflicht thut und doch in keiner Weise behindert ist, seine absprechenden Urlheile gegen Strömungen und Personen innerhalb der Partei rückhaltlos auszusprechen. Uns ist es im Rahmen einer literarischen Besprechung begreiflicherweise unmög- lich auseinanderzusetzen, was wir im einzelnen an der Schrift zu tadeln und welchen Theilen wir beistimmen können. Sicherlich ist in vielem Genossen Calwer beizustimmen, er scheint nur dabei der Gefahr zn verallgemeinern nicht selten entgangen zu fein. Die Schrift regt zum Nachdenken über manche inneren Vorgänge in unserer Partei an und ist deshalb den Genossen zur Lektüre zu empfehlen. Die Gegner werden es nicht unterlassen, aus dieser Schrift Kapital zu schlagen. wir aber können froh sein, daß unsere Partei innerlich so erstarkt ist, daß sie die Kritik eines wohl- meinenden, wenn auch öfters über die Schnur hauenden Genossen wohl vertragen kann.— n. -In Breslau wurde eine öffentliche Bersammlung I der Raufleute, Handelsleute und Apotheker sind und sich als( die sozialistische Gruppe, der Ausschuß der Lokal Föderation, aufgelöst, weil Frauen anwesend waren. Der Beamte be- Delegirte zur Wahl stellen wollen, werden ersucht, ihren Vor- die Genossenschaft Fabril", der Gärtner, Kärrner- und Böttcherhauptete, es mit einer Versammlung des sozialdemokratischen und Zunamen, sowie Nummer des Mitgliedsbuches sofort an Verband, der Verein der organisirten Handwerker, der BahnVereins für Breslau und Umgegend" zu thun zu haben. Be- meine Adresse gelangen zu lassen oder im Bureau des Verbandes, arbeiter, Feldarbeiter, Tischler- und Buchdrucker- Verband) mit schwerde wird eingelegt. Neue Grünftr. 10 I, abzugeben. Der Vertrauensmann. den ausgesperrten Fabrikarbeitern solidarisch erklärt. Die Re Oswald Schumann, Adalbertstr. 47 H. part. daktion des Socialista" hat, um die armen, unverdient ins Elend Boziale Meberlicht. Die Freie Vereinigung der Militärmühenmacher giebt gerathenen Leute zu unterstüßen, eine Substription eröffnet und bekannt, daß über die Werkstätten von Franke, Kahlerstr. 14; verbreiten natürlich, wie üblich, die größten Lügen über angebliche felbst 100 Pesetas( 80 M.) gezeichnet. Die bürgerlichen Blätter Das Mainzer Gewerkschaftskartell hat hinsichtlich der Schlüter, Hoflieferant, Neue Wilhelmstraße, und Seelig, Borsig- Ausschreitungen der Arbeiter; die Ausständigen sollen den Fabrifordnungen an das großherzogliche Kreisamt folgende Ein- straße 30, seit dem letzten Streik die Sperre verhängt ist. Wagen des Fabrikbesizers Carlos Larios mit Steinen beworfen gabe gerichtet: Nürnberg. Achtung, Metalldrucker! Die Sperre über haben, und vor der Fabrik sollen Tag und Nacht streifende " Das unterzeichnete Gewerkschaftskartell erlaubt sich, das die Metallwaarenfabrik von Jean Schönner, Dammstraße, dauert Männer und Frauen in drohender Haltung stehen; an all diesen großherzogliche Kreisamt auf Nachstehendes aufmerksam zu unverändert fort. Wir stellen daher an sämmtliche Metalldrucker Schauergeschichten ist natürlich kein wahres Wort, und ebenso machen. Nach§ 152 der Gewerbe- Ordnung steht den Arbeitern und Drechsler das Ersuchen, diese Fabrik auch ferner streng zu wenig ist es wahr, daß die Frauen die Arbeit wiederaufzunehmen das Recht zu, sich behuss Erzielung besserer Lohn- und Arbeits- meiden, da Herr Schönner, trotzdem er seine Arbeiter schon wünschen, während die Männer den Streit fortsetzen möchten. bedingungen zu vereinigen. Wer nun einen Arbeiter durch Anwendung wiederholt zu sich kommen ließ, sich doch nicht herbeiläßt, ihnen Frauen und Männer sind vielmehr darin einig, daß der Auseines törperlichen Zwanges, Drohungen u. s. w. davon abhält, ihr billiges Verlangen zu genehmigen. Wir setzen deshalb den stand so lange andauern muß, bis die Herren Fabrikanten wird nach§ 153 der Gewerbe- Ordnung mit Gefängniß bis zu Kampf unverändert fort und treten für unsere ausgesperrten 3 Monaten eventuell auch höher bestraft. Kollegen mit allen uns zu Gebote stehenden und gesetzlich erlaubten Mitteln ein, um sie über Wasser zu halten, bis auch der letzte Mann untergebracht ist. # = " Die Sperrtommission Depeschen. von ihren unverschämten Forderungen abstehen. In einem Meeting, das vorgestern Nachmittag stattfand, sagte die Ge Es ist daher ein Verstoß gegen den oben genannten nossin Gil, eine arme Wittwe mit mehreren Kindern:„ Mein Paragraphen der Gewerbe- Ordnung, wenn ein Fabrifant in seiner Mann starb bei der Vertheidigung von Recht und Vernunft. Fabrikordnung eine Bestimmung aufgenommen hat, worin dem Meine Kinder und ich würden lieber Hungers sterben, als uns Arbeiter, welcher sich zum Zwecke Erzielung befferer der Sektion der Metallbrucker. der Tyrannei widerstandslos ausliefern." Der donnernde Beifall, Lohn- und Arbeitsbedingungen einer Arbeiter Organisation angeschlossen hat oder anschließt, mit der sofortigen Entleber die Lohnbewegung verschiedener Branchen in welchen diese Worte fanden, ließ über die Absichten und die Den ersten Solidarität der Arbeiter feinen Zweifel, und die bürgerlichen laffung gedroht wird, wie dies beispielsweise in der Arbeits- Holland wird uns von dort geschrieben: ordnung der hiesigen Buchdruckerei von E. Herzog der Fall ist. energischen Angriff auf die Arbeitgeber wagten die Amsterdamer Blätter thäten gut daran, wenn sie ihre hämischen und erFerner bestehen bei verschiedenen hiesigen Möbelfabrikanten Zimmerleute, über deren Arbeitseinstellung ich in Nr. 181 des logenen Bemerkungen über Zwietracht zwischen Arbeitern und Arbeiterinnen unterließen. Arbeitsverträge mit Bestimmungen, welche anders lauten Vorwärts" dieses Jahres schon berichtete. Die Forderungen, von ein Lohnminimum als die in ihren Werkstätten giltigen Arbeitsordnungen. Diese 28 Gents( 36 bis 37 Pfennige) Verträge verstoßen daher gegen den§ 134c der Gevon pro Stunde mit einem elfstündigen Arbeitstage sind werbe Ordnung, welcher ausdrücklich besagt, daß der Inhalt von nahezu allen Arbeitgebern beewilligt worden, was zur der Arbeitsordnung, soweit er den Gefeßen nicht zuwiderläuft, bewegungen vorbereitet werden. Das neueste auf dem Gebiete Folge gehabt hat, daß auch in anderen Städten Lohn( Wolff's Telegraphen- Bureau.) für die Arbeitgeber und Arbeitnehmer rechtsverbindlich ist und der ökonomischen Aktion ist eine Aussehen erregende Arbeits- Berlin- Magdeburg macht bekannt: Heute Bormittag 7%, Ubr Berlin, 9. Oktober. Das tönigliche Eisenbahn- Betriebsamt daß andere als die in der Arbeitsordnung oder in den§§ 123 einstellung der Typographen in mehreren Druckereien in Amster- stieß auf Bahnhof Cöthen, Leipziger Seite, ein einfahrender und 124 der Gewerbe- Ordnung vorgesehenen Gründe der Entlaffung und des Austritts aus der Arbeit im Arbeitsvertrag Amsterdam, wo mehrere Tag- und Wochenblätter gedruckt Wagen sind beschädigt, Personen nicht verletzt. Der Personendam, Haag und Groningen. Die elektrische Druckerei in Güterzug mit einem ausfahrenden Güterzuge zusammen. Zehn nicht vereinbart werden dürfen. Das Gewerkschaftskartell stellt daher an das Großherzogliche werden, wurde zuerst von der Arbeitseinstellung betroffen; uner- verkehr wird durch Umsteigen der Reisenden an der Unfallsstelle Kreisamt das Ersuchen, Fabrikordnungen, die durch irgend eine wartet, wie ein Blitz aus heiterem Himmel, stellten die Arbeiter aufrecht erhalten. Die Ursache des Zusammenstoßes ist noch nicht Bestimmung die oben genannten Paragraphen der Gewerbe- ihre Forderungen, die innerhalb einiger Stunden bewilligt waren. festgestellt. Ordnung, welche zum Schutze für die Arbeiter erlassen sind, illu- die älter find als 23 Jahre; 20 Cents für solche zwischen 20 schen Bureaus" aus Shanghai vom 9. d. hat die Avantgarde der Die Forderungen sind: 23 Cents pro Stunde für Arbeiter, London, 9. Oktober. Nach einer Meldung des„ Reuterforisch machen, nachträglich beanstanden zu wollen und die Herren und 23 Jahren; 16 Cents für solche zwischen 18 und japanischen Armee den Valufluß überschritten und in der Fabrikanten zu veranlassen, daß derartige Bestimmungen in den 20 Jahren, und 25' pCt. Lohnerhöhung für Ueberstunden. Nunmehr Mandschurei ein Lager bezogen. Man hält einen Zusammenstoß Arbeitsordnungen, sowie die gegen den§ 134 der Gewerbe- wurden die nämlichen Forderungen in anderen Druckereien auf- für unmittelbar bevorstehend. Ordnung verstoßenden Bestimmungen in den Arbeitsverträgen gestellt; theilweise wurden sie sofort bewilligt und theilweise beseitigt werden." London, 9. Oktober. Nach einem Telegramm aus Ashford gaben sie Veranlassung zu Arbeitseinstellungen. Der Kampf ist stieß auf der Südostbahn in der Nähe von Chartham( Graf. Krankenkaffenwesen. Der geschäftsführende jedoch gut vorbereitet. Die Fachgenoffen in anderen Städten schaft Kent) ein Güterzug mit einem Arbeiterzug zusammen. Ausschuß der Freien Vereinigung von Krankenkassen im unterſtüßen die Streifenden mit Geld und Streifbrecher Fünf Personen sollen getödtet und mehrere verwundet sein. Reg.- Bez. Wiesbaden beruft auf den 25. November d. J. eine sind nur in geringer Zahl vorhanden. Auch werden von London, 9. Oktober. Wie dem Reuter'schen Bureau" aus tonstituirende Versammlung des allgemeinen deutschen Kranken- den kämpfenden Arbeitern alle Mittel angewandt, um Hongtong gemeldet wird, ist der Futschou- Fluß für Schiffe ge fassenverbandes nach Frankfurt ein. Seitens des Ausschusses zu verhüten, daß die unbewußten Brüder ihre mit Aufopferungen schloffen. Der britische Kreuzer Undaunted" ist nach Nagajati, sollen der Versammlung folgende Anträge unterbreitet werden: aufgebauten Werke zerstören. das Kanonenboot Firebrand" nach Niutschuan beordert. 1. Antrag des Ausschusses der Freien Bereinigung von Kranken- Auch andere Fachvereine( sowie die Zimmerleute in AmsterLondon, 9. Oktober. Nach Meldungen der Morgenblätter tassen im Reg.- Bez. Wiesbaden zwecks Gründung einer Bereini- dam) leisten den Typographen finanzielle und moralische Hilfe. aus Tientsin ließ der amerikanische Gesandte in Peking die Eingung von Kranfenfaffenverbänden im Deutschen Reiche." 2. An- Man muß zugestehen, daß der augenblickliche Erfolg der Typo- wohner amerikanischer Nationalität wissen, daß nach seiner trag desselben Ausschusses, die Versammlung wolle beschließen, graphen groß ist, daß er zeige, wo es heißt, eine stramme Meinung ein Angriff auf Peking seitens der Japaner ganz ficher bei der Reichsregierung dahin vorstellig zu werden, daß die Organisation zu besitzen, und dennoch wäre es 3 zu erwarten sei. Viele hervorragende chinesische Kaufleute verFürsorge für die durch Unfall erkrankten Kaffenmitglieder optimistisch, zu glauben, daß die errungenen errungenen und noch laffen täglich Peking. vom Beginn der 7. Woche nach dem Unfall auf die Berufs- zu erringenden Vortheile auf die Dauer Stand halten würden. genossenschaften übergehe. 3. Antrag desselben Ausschusses betr. Die unmittelbare Folge der oben geschilderten Ereignisse ist, Eingabe an die Reichsregierung um Herabsetzung der Rücklagen daß die Druckereibesitzer anfangen, sich zu organisiren und einen in den Reservefonds der Krankenkassen von 10 auf 5 pet. Der Verein gegründet haben, der als ersten Punkt in seinen Statuten Beiträge. 4. Antrag desselben Ausschusses, die Versammlung die Regelung der Lohnverhältnisse aufgenommen hat, was natürwolle beschließen, bei der Reichsregierung dahin vorstellig zu lich heißt: eine Regelung treffen zu wollen, die nur den Arbeit werden, daß Verträge, welche von Krankenkassen und Kranken- gebern zu gute fommt. tassenverbänden abgeschlossen werden, stempelfrei sind. Bei der nächster Tage an die Kassenverbände ergehenden Einladung sollen dieselben aufgefordert werden, ihrerseits eben falls Anträge einzubringen, so daß das Verhandlungsmaterial ein sehr reichhaltiges werden dürfte. Auch ist die Zukunft der Schriftseter dunkel, weil vor einigen Wochen die Setmaschine ihren Einzug in Amsterdam gehalten hat, was ein folossales Ersparniß an Händen bedeutet. Die Maschine, die von einer Person getrieben werden kann, ar beitet für zehn Schriftseher. London, 9. Oktober. Das„ Reuter'sche Bureau" erfährt, die Annahme, daß gegenwärtig die Absicht unter den Mächten bestehe, zwischen China und Japan irgendwie zu interveniren, sei gänzlich verfrüht. Diejenigen Mächte, welche in Ostasien befonders interessirt seien, verhandelten augenblicklich behufs ge meinsamer Maßnahmen zum Schuße ihrer Unterthanen in China. Zu diesem Zwecke werde das britische Geschwader in Ostasien durch Aeolus" aus dem Mittelmeer, Rebbreast" und Pigeon" von der ostindischen Station verstärkt, welche Schiffe bereits unterwegs seien. London, 9. Oktober. Auf der Southern Railway erfolgte heute der Zusammenstoß zweier Personenzüge. Fünf Personen Die jebige Lohnbewegung der Typographen wird veranlassen, daß die Setmaschine um so schneller heimisch wird, und binnenwurden hierbei getödtet, fünfzehn schwer verletzt. Livorno, 9. Oktober. furzer Zeit hunderte von Arbeitern aufs Straßenpflaster ge- Hause des Industriellen Carsanti eine mit Pulver, Blei und Gestern Abend explodirte vor dem worfen werden. Und dennoch freuen wir uns über diesen Nägeln gefüllte bombenähnliche Tube. Durch die Explosion wurde ökonomischen Kampf, weil er die Solidarität übt und den Ent- Niemand verlegt und feinerlei Schaden verursacht. Man verwickelungsprozeß der faulen Gesellschaft beschleunigt. muthet einen Privatracheakt. " New- York, 9. Oktober. Nach einer Meldung aus Panama ist in Granada in Nicaragua eine Kaserne in die Luft gesprengt worden. Die Zahl der dabei getödteten Personen wird auf 200 geschäßt. Yokohama, 9. Oktober.( Meldung des Reuter'schen Bureau's".) Hier geht das Gerücht, die japanische Flotte habe Tschifu eingenommen. Die Regierung hat keine Meldung darüber erhalten. ( Depeschen- Bureau Herold.) Speyer, 9. Oktober. Gestern Abend 81/2 Uhr ist der Schnell. zug Basel- Berlin bei der Einfahrt in den Bahnhof Germersheim entgleist. Drei Wagen wurden zertrümmert, die Lokomotive stark beschädigt. Von den Passagieren ist niemand, der Zugführer leicht verlegt worden. namens des Kriegsministeriums den Abgeordneten Pacak zur Lieferung, seiner Beweisstücke auf, behufs Untersuchung der in der Delegation angeführten angeblichen Soldatenmißhandlungen, wobei er strenge Bestrafung der Schuldigen zusicherte. Triest, 9. Oktober. Der seiner Zeit geflüchtete bekannte italienische Anarchist Dr. Gori aus Mailand, ist in Chiasso ver haftet worden. Derselbe wird in ein Zwangsdomizil abgeführt werden, Gori soll bekanntlich der Lehrer Caferio's gewesen sein. Brüssel, 9. Oktober. Heute fand zwischen dem Bürger meister Buls und dem Oberpolizeidirektor Bourgeois eine zweistündige Konferenz über die an den Wahltagen( 14. u. 15. Oktober) zu treffenden polizeilichen Maßregeln statt. Es wurde beschlossen, daß alle Abtheilungen der Stadtpolizisten, die ganze Gendarmerie, die Bürgergarde an den beiden Tagen beständig waffenfertig und marschbereit stehen sollen. Sämmtliche Truppen bleiben in den Rafernen tonfignirt. Die ,, oberen Dreimalhunderttausend". Unter den Einwohnern Deutschlands giebt es nach den neuesten Feststellungen jetzt nahezu 300 000 Staatsbürger, deren Gesammteinkommen pro Jahr mindestens 3000 M. beträgt. Von diesen 300 000 entfällt mehr als der sechste Theil auf die Reichshauptstadt, in welcher über 50 000 Leute wohnen, die täglich als Minimum 10 M. Ein tommen haben. Nur die knappe Hälfte der Zahl, wie sie an Der große Streik in Malaga. Aus Madrid schreibt solchen besser fituirten Leuten Berlin aufweist, besitzt dagegen das man uns unterm 6. Oktober. Malaga, die berühmte Königreich Bayern. Als nächste besonders wohlhabende Gegend ist andalusische Hauptstadt, ist eine von den Städten Spaniens, in Das Rheinland zu betrachten, unter dessen Einwohnerschaft sich etwa welchen eine große Industrie existirt und der Reichthun Erbgut 17.000 Leute befinden, die sich gleichfalls einer Tageseinnahme einer handvoll Ausbeuter ist; deshalb zeigen sich in Malaga vervon 10 M. erfreuen. Fast gleich stehen sich darin das Königreich hältnismäßig oft die Wirkungen dieser wirthschaftlichen VerSachsen und die Provinzen Brandenburg und Schlesien, welche hältnisse: erbitterter Kampf und sehr gespannte Beziehungen trotz aller Verschiedenheit in der Landesausdehnung, in dem zwischen Ausbeutern und Ausgebeuteten. In der vergangenen Ertrage des Bodens und der Art ihrer Industrie, doch je 16- Woche hat dort, wie bereits telegraphisch gemeldet, ein großer bis 17 000 Personen mit mehr als 3000 m. Jahreseinkommen Streit feinen Anfang genommen. Die hochmüthigen Besitzer der zählen. Dann folgen die sächsischen Fürstenthümer, die Pro Fabrit La Industria Malaguena" begnügten sich nicht damit, vinzen Sachsen, Westfalen, Hannover und das Königreich ihre Arbeiter in hohem Grade auszubeuten, sondern wollten ihnen Württemberg mit nur je 10 000, das Großherzogthum Baden außerdem verbieten, sich zu organisiren, um sie nach Laune und Elsaß Lothringen mit 8000, Schleswig- Holstein, Hessen- und Willkür beherrschen zu können. Es muß bemerkt werden, Nassau und Posen mit je 7000, Ost- und Westpreußen, sowie daß die Arbeiter der Industria", obwohl sie schon seit längerer Prag, 9. Oktober. Der Generalauditor Höchsmann forderte Pommern und Mecklenburg mit je 6000, Heffen und die Hansa- Beit organisirt sind, noch niemals eine allgemeine Lohnerhöhung städte mit je 5000, Braunschweig mit 3000 und Oldenburg gefordert haben; sie beschränkten sich vielmehr darauf, für Aufendlich mit nur 2000 folcher besser fituirten" Personen. besserung der Löhne einiger miserabel bezahlten Genossen Sorge Hierzu bemerkt die" Bolts- Beitung", der wir obiges ent- zu tragen und vor allem, die Mißbräuche zu verhindern, die bei nehmen, treffend:„ Also nur dreimalhunderttausend Menschen der Bezahlung der Arbeit seitens der Aufseher und Meister gegen mit mehr als 3000 M. Einkommen bei einer Bevölkerungszahl die Arbeiter begangen zu werden pflegten. Um das zu erreichen von 60 Millionen! Das also ist die kleine Minorität der und auch, um die Arbeiter, die in der Fabrik nicht ihre Pflicht Befferfituirten", die auf die Gefeßgebung in Deutschland bezw. erfüllten, zu tadeln oder zu strafen, hatte die Genossenschaft in den Einzelstaaten einen Einfluß geltend zu machen wissen, als La Fabril"( das Handwerk) einen Sachverständigen- Ausschuß wenn sie die erdrückende Mehrheit bildeten. Sieht man sich aber eingesetzt, der von den Besitzern und Bevollmächtigten der vollends die Leute an, in deren Namen jetzt in mittelparteilichen Industria Malaguena" als gut und nüßlich anerkannt wurde. Blättern eine Ausnahmegesetzgebung gefordert wird gegen die Am 25. September erhielt plöglich der Leiter der Fabrik den erdrückende Mehrheit der Minderbesitzenden, so wird man wohl Befehl, den Sachverständigen- Ausschuß aufzulösen. Am Abend des richtig auf die oberen Zehntausend" kommen, die vom Stand- felben Tages fand eine Versammlung der Genossenschaft, Fabril" statt, punkte mindestens eines 30 000 M.- Einkommens aus die Be- und es wurde beschlossen, den Sachverständigen- Ausschuß auch ferner gehrlichkeit" der unteren Voltstlassen" durch die Gesetzgebung seines Amtes walten zu laffen. Der 26. verging rubig; aber als zu turiren wünschen." am 27. die Leute zur Arbeit gehen wollten, fanden sie die Thore Paris, 9. Oftober. Der italienische Botschafter hatte gestern Was in der Schweiz für das Unterrichtswesen aus der Fabrik geschlossen, was natürlich allgemeine Entrüstung er- eine lange Unterredung mit dem Minister des Aeußeren, um gegeben wird. Der Kanton Zürich hat im Jahre 1893 an das regte. Die Behörden, die den Besitzern der Industria" gefällig über ein gemeinsames Vorgehen Italiens und Frankreichs in gesammte( tantonale) Unterrichtswesen einen Staatsbeitrag von sein wollten, hatten zur Bewachung der Fabrik Wächter, Polizisten Ostasien zum Schute der beiderseitigen Interessen zu unterhandeln. 3 259 699 Fr. 352 989 Fr. mehr als 1892 geleistet. Ueber und Guardia civil zu Fuß und zu Pferde ausgesandt. Auch die Brüffel, 9. Oktober. An verschiedenen Straßenmauern eine Million kommt von der Summe auf die Volksschule und Privatwohnung der Herren Larios so heißen die würdigen waren heute Anschläge der konservativ- katholischen Partei beeine halbe Million auf die Sekundarschule. Da ungefähr die Fabrikbefizer wurde scharf bewacht und glich einer Kaserne. festigt, in denen durch satyrische Bilder die Abstammung der gleiche Summe die Gemeinden geleistet haben werden, so betragen Angesichts eines so ungewöhnlichen Vorgehens ernannten die Anarchisten von den Liberalen veranschaulicht werden sollte. Auf im Kanton Zürich mit seinen 340 000 Einwohnern die gesammten Arbeiter eine Kommission, die beim Gouverneur Beschwerde dem ersten Bilde bedroht der Ex- Minister Bara eine Kirche; Unterrichtsausgaben pro Jahr gegen sieben Millionen Franks führte; von ihm erfuhren sie jedoch nur, daß die stolzen Fabrik- das zweite zeigt den radikalen Abgeordneten Ferron, vor deni oder pro Kopf zirka 20 Fr. herren entschlossen seien, die Fabrik dann wieder königlichen Palais eine Faust ballend. Auf dem dritten Bilde zu öffnen, wenn der Sachverständigen Ausschuß verschwunden und wird ein Haus durch die Sozialisten zerstört, während das vierte die Genossenschaft Fabril" aufgelöst sein würde. In einer den Tanz der Anarchisten um ein durch Dynamit vernichtetes Unterredung, welche die Kommission der Arbeiter mit den Pro- Haus darstellt. Achtung, Bureauangestellte! Wie aus dem Inseraten- vinzial- und Kommunal Behörden, auf Wunsch der letzteren, Antwerpen, 9. Oktober. Das gestrige Feuer in der Austheil ersichtlich, findet heute, Mittwoch, 1Abends 812 Uhr, in den hatte, gab man den Arbeitern fund, daß die Bedingungen, unter stellung, welches Abends 7 Uhr im Laden eines Zuckerbäckers in Arminhallen eine öffentliche Versammlung statt, zu der der welchen sie die Arbeit wieder aufnehmen könnten, die folgenden der Kappeleusstraße ausbrach, vernichtete sieben Häuser mit allen Reichstags- Abgeordnete Robert Schmidt das Referat übernommen seien: aufhören, organisirt zu sein; Auflösung des Sach- in denselben befindlich gewesenen höchst werthvollen Kunstwerken. hat. Kollegen! Wir erwarten, daß Ihr die Gelegenheit zur Bes verständigen- Ausschusses und Entlassung von 19 Genossen. Db- Budapest, 9. Oktober. Der ungarische Staatsvoranschlag sprechung unserer elenden Berufsverhältnisse nicht unbenußt vor- wohl der Herr Bürgermeister diese Vorschläge für„ logisch" und wird trotz der: Steigerung der ordentlichen Ausgaben und der übergehen läßt und Mann für Mann in der Versammlung er forrett" hielt, erwiderte die Kommission, daß sie es nicht für Investitionen von über 3 Millionen doch ohne jedes Defizit ab. scheint, dann werden wir auch Mittel und Wege finden um eine werth halte, darauf zu antworten. Das ist die wahrheitsgetreue schließen. Besserung unserer Lage herbeizuführen. Die Agitationskommission. Schilderung der Lage der Dinge. Die Arbeiter haben ein Flug- London, 9. Oktober. Wie aus Yokohama gemeldet wird, Achtung, Zimmeree! Die Wohnung des Vertrauensmannes blatt veröffentlicht, in welchem sie von dem Geschehenen und von hat die japanische Flotte Chefoo eingenommen. In der chinesischen der Haltung der Behörden Mittheilung machen und erklären, Armeeverwaltung wurden folossale Unterschlagungen aufgedeckt, Th. Fischer befindet sich jetzt: Danzigerstr. 83. daß sie angesichts der Provokation der Bourgeois solche Maß- besonders beim Einkauf von Gewehren und Munition wurden An die Handels- Hilfsatbeiter! Alle diejenigen Rollegen, regeln ergreifen mußten. zahlreiche Unregelmäßigkeiten begangen. Mehrere hohe Offiziere welche Mitglied der Ortskrankenkasse für den Gewerbebetrieb Natürlich haben sich alle Arbeiter- Organisationen in Malaga nd verhaftet worden. Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Gewerkschaftliches. " 0 Hierzu eine Beilage. Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 236. worden. Mittwoch, den 10. Oktober 1894. Arbeiter! Parteigenossen! 11. Jahrg. Der brutale Willkürakt des Brauereirings harrt noch der Sühne. Den Hunderten unschuldig aufs Pflaster geworfenen Arbeitern ist noch keine Genugthuung ge Arbeiter und Parteigenossen! Ohne Eure opferwillige Unterstützung würden die Gemaßregelten der bittersten Noth verfallen und gezwungen sein, um Guade zu betteln. Die Hochherzigkeit der Berliner Arbeiterschaft hat diese Schmach verhindert. Der erste Sturmlauf des Prozenthums scheiterte an Eurem Solidaritätsgefühl. Nicht eine Bresche vermochte der Bierring in Eure Reihen zu legen. Einig, geschlossen, tampfesmuthig und opferwillig seid Ihr fest entschlossen, den entbrannten Kampf zum siegreichen Ende zu führen Arbeiter, Parteigenossen! Euer Wollen garantirt Euer Können! Ihr könnt, wenn Ihr wollt. Den zweiten Sturmlauf auf Euere Phalanx mußten die dem Bierring Lehensdienste leistenden Saalbesitzer unternehmen. Die Agitation sollte unterbunden, das Mundtodtmachungssystem praktizirt werden. Auf der Mine, die sie gegraben, sind die Saalbefizer aufgeflogen. Ihr Wehgeschrei könnte Mitleid erwecken. Arbeiter, Parteigenossen! Selbst der Himmel, auf den der Bierring seine letzte Hoffnung setzte, ist mit uns im Bunde. Die Saison kann dem Ring nicht mehr über die Verlegenheiten hiniveghelfen, die mit jedem Tag des weiteren Kampfes fich thurmhoch häufen. Ausharren bedeutet für uns siegen. Unsere Position ist uneinnehmbar. Der Stand des Boykotts ist ein vorzüglicher. Wir können zuwarten, ohne entbehren zu müssen. Arbeiter, Genossen! Je konsequenter der Boykott durchgeführt wird, desto nachhaltiger seine Wirkung, desto entscheidender der Sieg. Duldet keine Ausflüchte, keine Ausreden. Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns. Soweit unser Einfluß reicht, muß das Ringbier verpönt werden. Nicht ein Tropfen darf getrunken werden. Arbeiter, Genossen! Die Bierzufuhr ist eine geregelte. Sie wird mit jedem Tag der Fortdauer des Boykotts eine beffere. Alle Ansprüche können befriedigt werden. Darum widersteht jeder Versuchung, Ringbier zu trinken. Die schwerste Arbeit ist gethan. Die Periode der Organisirung des Kampfes war die aufreibendste. Jetzt wird uns der Rampf leicht, weil wir das Terrain zum guten Theil beherrschen. Der Sieg muß unser werden, wenn wie bisher mit gleicher Schärfe und Ausdauer der Parole gefolgt wird. Hoch der Boykott sämmtlicher Ringbrauereien! Trinkt feinen Tropfen Ringbier! Boykottfreies Bier liefern: Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichenkron, lottenburg. Die Boykottkommission. leftüre geblieben zu sein. Theilt man die 16 Abtheilungen des| Die Mutter zweier Kaufleute war gleichfalls der Armenbehörde gesammten Bücherbestandes in eine Gruppe für Wissenschaft zur Last gefallen. Der eine Sohn verstanb sich schließlich dazu, Char-( Geschichte, Geographie, Naturwissenschaften, Technologie 2c. 2c zwei Drittel der Gelder zu erstatten, der andere aber weigerte Char- ne in eine Gruppe für Unterhaltung( Literatur, Zeit- und fich. Die Nachforschungen ergaben, daß er nicht blos eine Jugendschriften), so ergiebt sich, daß 1893/94 von wissenschaft- Hypothek über 18 000 m. besitzt, sondern auch bei einem Haus. Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. licher Lektüre nur 50 139 Bände, gegen 50 442 in 1892/93, von verkauf 25 000 m. verdient hatte. Trotzdem erklärte er sich für Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. Unterhaltungslektüre dagegen 325 748 Bände, gegen 312 713 in mittellos unter der Bemerkung, daß er von den 25 000 m. nur Münchener Brauhaus, Aktien- Gesellschaft, Berlin. 1892/93, verliehen wurden. Diese Zahlen zeigen auch, daß die noch 15 000 M. befize. Ferner bezieht die Schwiegermutter eines Süddeutsche Brauerei, Karl Kinz u. Ko., Berlin. Steigerung der Gesammtzahl gegen das Vorjahr ausschließlich Beamten mit einem Einkommen von über 4000 M. ArmenBrauerei Müggelschlößchen, Friedrichshagen. auf eine größere Nachfrage nach Unterhaltungslektüre zurück- unterstügung. Da nun der Schwiegersohn gesetzlich nicht geNordstern- Brauerei, Berlin. zuführen ist, während die Nachfrage nach wissenschaftlichen halten ist, die Schwiegermutter zu unterstüßen, so hat die BeRathenower Exportbrauerei Niederlage. Juh. Max Büchern sich nicht einmal auf derfelben Höhe halten fonnte. hörde ermittelt, daß seine beiden Söhne auch bereits ein EinDennhardt, N.W., Hannoverschestr. 18a. Tel. III. 8178. Das Spaßhafteste ist, daß unter den 13 035 Bänden unterhaltender kommen von je etwa 3000 m. beziehen und geht nun gegen diese Lektüre, welche mehr ausgeliehen wurden, sich noch ein Plus von vor, die als Enkel die Großmutter zu erhalten verpflichtet sind. Schloßzbranerei, Fürstenwalde. Niederlage bei allein 6041 Bänden an Jugendschriften befindet, sodaß die Volks- Aehnlicher Fälle giebt es noch eine ganze Reihe. Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. bibliotheken im vergangenen Jahre den glänzenden Aufschwung Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frankfast zur Hälfte den Schulkindern und Lesern ähnlicher Art verfurt a. D. Phönix- Brauerei, C. Radon, Lichterfelde. Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage, Edm. Renter, Swinemünderstr. 45. Brauerei Wusterhausen, Vertreter: Mar Fleischer, Reichenbergerstr. 155. Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernad, Mühlenstraße 49a. Louisen- Brauerei, Bellermannstr. 71a/ 72. Brauerei Danz, Freienwalde a. D. Vertreter: W. Marten, N., Gartenstr. 152. Bürgerliches Brauhaus, Luckenwalde. Niederlage Gust. Spiekermann, Weberstr. 66. Export- Brauerei Grabow a./D. bei Stettin. Niederlage Marthe n, Bellermannstr. 6. Tokales. " blättern) um so mehr gestiegen. Alles in allem: dasjenige Albert Brockhoff. Fernsprechverkehr mit Kopenhagen. Zwischen der deutschen und der dänischen Telegraphenverwaltung werden augenblicklich Verhandlungen geführt über die Errichtung einer Kolding und Hamburg. Ein Gespräch zwischen Kopenhagen und Telephon- Verbindung zwischen Kopenhagen- Berlin über dense, Berlin foll 4 Stronen( 4 M. 50 P.) tosien. Im dänischen Budget für das nächste Jahr werden zur Anlage der Telephonleitung 217 000 Kronen verlangt. Albert Brockhoff sendet und folgenden Brief: Noch einmal die Schlacht bei Leipzig. Herr Redakteur banken. Zurückgegangen ist auch die Nachfrage nach Literatur Der Rechtsanwalt Dr. Leipziger hat in üblicher Weise den ( deutsche und Uebersehungen ausländischer); dafür ist die Nach Berichtigungsparagraphen mißbraucht. Si cepisti rega( chapot). frage nach Zeitschriften( meist alte Jahrgänge von Familien Herr 2. hat recht: am 24. Geptember ist ihm nichts geschehen Publikum, welches höhere Ansprüche macht, scheint den Bolts- aber am 25. Er sagt die Wahrheit: Ohrfeigen hat er nicht er bibliotheken immer noch fern zu bleiben. Will die Verwaltung halten- aber Backpfeifen. Daß er sie empfangen, ist nicht so mit ihrer verstaubten Matulatur wohl noch ganz anders auf- jenigen Personen jüdischer Herkunft, welche die Ausbreitung des namentlich die Arbeiterbevölkerung zurückgewinnen, so wird sie schlimm, als daß er sie verdient hat. Er gehört zu denjenigen Rapitalisten, welche die Stärke der Sozialdemokratie, zu den räumen müssen, wovor sie sich natürlich hüten wird. Antisemitismus erklären. Er verweigert den Lohn der Arbeit Der Magistrat als Grundeigenthümer. Die berüchtigte und vergeudet, was er vorenthalten, mit Ballhaus- Damen. Am Ruine der Fosty- Brauerei am Prenzlauer Thor wird zur 25. September war ich schwer beleidigt durch das für die dauernden Zierde des nordöstlichen Stadttheils der Haupt- und Redakteure des Kleinen Journals" bestimmte, aus Versehen Residenzstadt Berlin weiter bestehen bleiben! Der auch mir vorgelegte schmähliche Zirkular des L., dann sah Magistrat hatte zwar schon seit Jahren den Verkauf auf Ab- ich mich durch ihn geprellt, und das Bewußtsein, daß bruch der im höchsten Grade baufälligen Gebäude befchloffen dies mehreren Herren im letzten Jahre vor mir begegnet ist, das und dies durch amtliche Anzeigen bekannt gegeben, doch scheint Systematische der von dem Millionen Erben betriebenen Ausfich ein Käufer nicht gefunden zu haben. Jetzt hat die städtische beutung erregte mich. Nachdem ich die Handlungsweise L.'s mit Behörde die Ruinen, statt dieselben als Sehenswürdigkeit Alt- einem derben Worte gekennzeichnet, hat er sich mir in den Weg Berlins dem Märkischen Museum einzuverleiben, einem gestellt und geschrien, ich habe geschwiegen und gehauen. Die Generalpächter" übergeben, welcher die Räume der drei von 2. Angestellten, welche ihn als Eideshelfer begleiten, Zur Lokalliste. Die Mittheilung in der Sonntagsnummer, ehemaligen Jofty- Brauerei als Fabrik- und Lagerräume ver- würden ihre Stellen verloren haben, wenn sie ihm diesen Dienst daß der Gastwirth V. Otremba, Marchstr. 21, boykottfreies Bier miethet und bereits Miether gefunden hat. Die Entrüftung der verweigert hätten. Ihr Nicht wissen ist unmöglich, da in dem aus der Nordstern- Brauerei schänke, ist dahin richtig zu stellen, Anwohner dieses Stadtviertels über das Verhalten des Magistrats nicht großen Zimmer ihr Brotherr schon vor seiner Abstrafung daß dieser Herr außerdem noch boykottirtes Bier aus der ist eine ebenso große, als gerechtfertigte; man hofft jedoch, daß seine ganze Lungenkraft entwickelt, und gleich nach der Büchtigung Brauerei Königstadt verzapft. Der Gastwirth Prill, Knobels- der städtischen Spekulation durch die Baupolizei insofern ein das Personal fruchtlos gegen mich, während ich langsam fortdorfstraße 10, hat sich den Bierkontrolleuren gegenüber flegelhaft Ende gemacht werden wird, indem die baufälligen Räumlichkeiten, ging, aufgeboten hat. Ich bedauere nicht die Thätlichkeit, aber benommen. Er führt jezt Boykottbier und ist von der Lifte zu welche schon, um sie vor dem Einsturz zu bewahren, gestützt die Zwangslage, die mich dazu geführt hat. Die moralische Noth streichen. Ferner führen Schmittte, Augsburgerstr. 98, Schimon, werden mußten, auf Befehl der letzteren Behörde werden ab- wendigkeit rechtfertigt mich. am neuen Luisentirchhof, und Klemann, Verlängerte Schloß gebrochen werden müssen. Wilmersdorf, 9. Oktober 1894. straße, boykottirtes Bier. Vergebliche Liebesmüh'. Um dem Unverstande und der Die Lokalkommission. J. A.: H. Schwarz. Unkenntniß abzuhelfen, die vor Allem in Unternehmerkreisen über Kunze, Gerichtstr. 56, schänkt Boykottbier. Pinzer, Friedrichs- die gewerbegesetzlichen Bestimmungen herrschen, werden im Laufe gracht 16, früher Thierbach, führt boykottfreies Bier. In Weißensee ist Richter, Sedanstr. 52, von der Liste zu streichen, dieses Winters wieder Dienstags in den Schulen Fruchtfir. 18 weil er Boykottbier führt. Der Gastwirth Ressel in Weißensee von zwei zugleich als Vorsitzende des Gewerbegerichts fungirenden weil er Boykottbier führt. Der Gastwirth Kessel in Weißensee und Freitags, Steinmetzſtr. 19 öffentliche, unentgeltliche Vorträge wohnt nicht, wie irrthümlich auf der Lokalliste angegeben, Magistrats- Assessoren, den Herrn Guno und Korn gehalten. Die Langhansstraße, sondern Charlottenburgerstr. 152. Vorträge beginnen am 12. beziv. 16. d. Mts. Abends 7 Uhr. Es Die städtischen Volksbibliotheken sind bekanntlich seit wird auch in diesem Winter faum gelingen, bei den Untereiniger Zeit in einer„ Mauserung" begriffen. Diese Bildungs- nehmern ein Interesse für die unangenehme Institution des Institute" waren mehrere Jahrzehnte hindurch der Stolz der Ge- Gewerbegerichts und was damit zusammenhängt, zu erwecken. meindeverwaltung und aller Freisinns"-Philister Berlins ge Die Lohubewegung unter den Berliner Droschken wesen, bis gegen Mitte der 80er Jahre, trop fortdauernden kutschern kommt infolge der elenden Erwerbsverhältnisse immer Wachsthums der Bevölkerungsziffer und ungefähr entsprechender Bermehrung der Bibliotheken sowie des Bücherbestandes, die herrn Durst, Am Nordhafen 5, eine theilweise Fahrteinstellung noch nicht zur Ruhe. So hat wiederum beim Tarameter- FuhrZahl der Leser zurückzugehen begann.( Wir haben wiederholt stattgefunden. Dort herrscht noch die Sitte, daß die Kutscher" In letzter Zeit sind in der Angelegenheit des Zeremoniens sehr eingehende Nachweise darüber gebracht.) Eine geringe Besse den„ Stallmann" bezahlen müssen, und zwar je mit 25 Pi. meiſters von Roze von unberufener Seite wiederholt Mitthei rung trat erft Anfang der 90er Jahre wieder ein. Um aber den pro Tag. Da aber bei zwanzig und etlichen Kutschern die lungen über den augenblicklichen Stand des Verfahrens entstanden, Voltsbibliotheken eine neue Anziehungskraft und damit einen Einnahmen des Stallmannes sich zu hoch stellen würden, so welche durch einen großen Theil der Preſſe eine willige Verneuen Aufschwung zu geben, entschloß sich die Ver waltung, die Büchersammlungen von den ältesten Scharteken zu Sorge tragen. Die Kutscher erhalten I m. Tagelohn und 25 pet. daß die zunächst betheiligten Personen diesen Publikationen vollsäubern und„ neue auszustatten". Die Sache geht freilich etwas der Tageseinnahme als Entschädigung. Da diesen bei solchem tommen fernstehen, und daß alle diese Nachrichten lediglich auf langsam, denn da jedes Jahr nur drei Bibliotheken drankommen, fürstlichen Einkommen neben anderen Unkosten diese Stallmann- Erfindung beruhen." so kann die„ Mauferung" in etwa einem Jahrzehnt beendet sein. steuer doch zu drückend wurde und sie der Meinung waren, daß Wann kommt der Wurm endlich zur Ruhe? In der Hauptsache handelt es sich allem Anscheine nach wirt Herr Durst dieselbe sehr wohl auf seine leistungsfähigeren lich nur um eine„ Mauserung"; das alte Gewand wird ab- Schultern zu nehmen vermöchte, so stellten die Kutscher ein ent in Berlin erhält die„ Bolts- Zeitung" von einem mit der RoßUeber den Umfang der Verwendung von Pferdefleisch gewerfen und ein neues derselben Art kommt zum Vorschein, sprechendes Gesuch. Herr Durst war aber der Meinung, daß er oder mit anderen Worten: Die alten Scharteken werden durch den Stallmann wie auch Pferde und Wagen nur der Kutscher beweisen, daß in einer Anzahl Restaurants und Speisewirthschlächterei sehr vertrauten Gewährsmann Mittheilungen, die neue Scharteten ersetzt. Daß sich die Neu- Ausstattung" in ter That ungefähr in dieser Richtung bewegt, haben wir früher wegen halte, damit diese Gelegenheit hätten, etwas zu verdienen. an der Hand des Kataloges einer„ neu ausgestatteten" Bibliothek Wem die Verhältnisse nicht passen, der brauche nicht zu fahren, schaften, wie in dem Betriebe der fliegenden Wursthändler in Bibliothetem ausgedehntester Weise Pferdefleisch unter falscher Flagge in Vergezeigt. Die letzten Verwaltungsberichte geben darüber leider der könne gehen. Troß der schlechten Zeit haben doch acht fehr gebracht wird. Sogenannte„ Fleischnepper", die von Roßfeinen Aufschluß. Auch der neueste, eben erschienene Bericht Kutscher von dieser Erlaubniß Gebrauch gemacht. schlächtern Pferdefleisch aufkaufen, vermitteln den Ankauf bei schweigt sich darüber aus. Er meldet nur, daß wieder drei Aus den Erfahrungen der hiesigen Armenverwaltung Restaurateuren und Speisewirthen, bei denen vielfach die Praxis Bibliotheken neu ausgestattet" und die Ausscheidung veralteter werden einige Fälle bekannt, welche die Art, wie das vierte besteht, das Fohlenfleisch ihren Gästen als Kalbfleisch vorzusetzen. und defekter Werke" fortgesetzt worden ist. Der Bücherbestand Gebot im christlichen Staat von braven Bürgern gehalten wird, Ein sehr schwunghafter Handel wird außerdem mit Pferdelebern ist dabei weiter gesunken, um 5332 Bände. Die Anschaffung recht bezeichnend illustriren. Daß Väter oder Mütter wohl betrieben. In gutbesuchten billigeren Restaurants wird Fohlenneuer Bücher hat also mit der Ausscheidung alter wiederum habender Kinder Armengeld beziehen, kommt öfter vor. Dies ist fleisch und namentlich Pferdelebern in großen Quantitäten vernicht Schritt gehalten. Die Zahl der verliehenen Bände ist von daher zu erklären, daß Eltern und Kinder in verschiedenen Stadt- arbeitet. Die Volts- Zeitung" verzichtet darauf, diese Namen zu 363 155 auf 375 887 gestiegen. Aber über die Zahl der Lefer theilen wohnen und die Verhältnisse der letzteren daher nicht zur nennen; will jedoch den bei dieser Frage interessirten Vereinigungen Fast fehlt wieder jede Angabe. Die Berichte über die Volts- Kenntniß der Behörde kommen. Kommt dann später der Sach- der Berliner Gastwirthe ihren Gewährsmann nennen. bibliotheken waren früher von einer ganz besonderen Aus- verhalt zu Tage, so werden die den Eltern gewährten Unter noch schlimmer steht es mit der sogenannten Knoblauchswurst. führlichkeit und gestatteten, unter Beobachtung gewisser Rautelen stüßungen von den alimentationspflichtigen Angehörigen zurück- heißen Wienern und ähnlichen in öffentlichen Vergnügungslokalen natürlich, interessante Schlüsse auf die Verschiedenheit des gefordert. Dies geht aber nicht immer glatt von statten, so daß verkauften Wurstsorten. Es giebt Sommerlokale, in denen nieBildungsbedürfnisses in den verschiedenen Berufen. Soweit aus die Behörden oft den Weg der Klage beschreiten müssen. So mals Wurst von Rindfleisch, sondern stets nur Wurst verkauft dem höchst dürftigen neuesten Bericht Schlüsse gezogen wurde die Mutter eines Hausbesizers und Möbelhändlers von wird, zu deren Herstellung Pferdefleisch verwandt worden ist. werden tönnen, scheint den Boltsbibliotheken auch der Stadt unterstützt. Als man nun später an den Sohn heran- Wir dürfen wohl, fügt die Allg. Fleischer- 3tg." diesen Bemer " " Im Berliner Asylverein für Obdachlose nächtigten im Monat September 10 277 Personen, und zwar im Männer- Asyl 9208, im Frauen- Asyl 1069 Personen. Arbeitsnachweis wird er beten für Männer Büschingstr. 4, für Frauen Füfilierstr. 5. Ju Sachen Koße schreibt die Kreuz- Zeitung": " im verflossenen Jahre( 1898/94) der Charakter von trat, erklärte dieser, daß er zu arm fei, um für die Mutter zu fungen hinzu, die Hoffnung aussprechen, daß dieser Hinweis auf Gratis Leihbibliotheken für Liebhaber von Unterhaltung sorgen und auch in seinem Hause keinen Platz für sie habe. einen schamlosen, dem Nahrungsmittelgesetz widersprechenden B Unfug dcchi» führen wird, dap polizeilicherseits dem verschleierte» Handel mit Pferdefleisch durch strenge und durchgreifende Maß- regeln gesteuert wird. Der Vorstand vom Athleten-Klub„Atlas" theilt unZ mit, daß auf dem Fest, welches er am 20. Okiober im Lokal Brunnen- ftraße lS4 abhalte, kein Ringbier geschänkl werde. Ein dies bezügliches Abkommen sei mit dem Wirth getroffen worden. Auch enthielten nicht die Plakate, welche der Verein habe drucken lassen, sondern die Eintrittskarten die Aufschrift:„Kein Ring- bier." Die Kleidung des verschwundenen Knaben Richard Vor- mann bestand nicht, wie wir zuerst berichtete», in einem grünen, sondern in einem grauen Anzug mit Matrosenkragen; die Hose »var blau gefüttert. Das Krnd trägt ferner kurz geschorenes blondes Haar. Mittheilungen über den Verbleib des Knaben wolle man an die Elter», Schönhauser Allee 141, gelangen lassen. Arg zu Schaden aekomme» ist am Montag Abend der in der Wöhlerlstraße wohnhaste Schneidermeister H., welcher am Nachmittag Kunden besucht und dann mit einem seiner Geschäfts- freunde in einein Restaurant der Jnvalidenstraße verweilt hatte. H. that dabei des Guten zu viel und als er angetrunken gegen 12 Uhr Nachts sich seiner Behausung nahte, wollte der Schneider- meister, der fürchtete, von Hausbewohnern in diesem Zustand gesehen zu werden, den Zaun des Vorgartens überklettern, um so unbemerkt das offenstehende Fenster seiner Parterrewohnung zu erreichen. H. glitt jedoch, als er die Höhe des mit Spitzen versehenen eisernen Gitters erklommen hätte, aus, stürzte und blieb aufgespickt an den lanzensörmigen Spitzen des Zaunes hängen, die ihm tief in den Unterleib drangen und dem Bedauerns- werthen entsetzliche Verletzungen zufügten. H. wurde mittelst Krankenwagen nach der Charitee überführt. Besondere Rohheit legen Diebe an den Tag, die die Be- suchszeit in den Krankenhäusern zur Ausführung ihrer Spitz- bübereien benutzen. Es ist nicht blos bemerkt worden, daß Eß- und Trinkgefäße nach Beendigung der Besuchszeit fehlten, sondern die Diebe haben sich auch nicht gescheut, die Gummi-Unterlagen den Kranken unter dem Leibe fortzuziehen und mitzunehmen. Dieser Gipfel der Frechheit hat eine verschärfte Ueberwachung der Krankensäle zur Folge gehabt. Im Bette verbrannt ist in der Nacht zum Montag ein junges Mädchen in Nixdorf. Tie 18jährige Tochter des Kommissionärs G. hatte, wie die„Rixd. Ztg." berichtet, schon wiederHoll seit einigen Nächten trotz mütterlichen Verbotes heim- lich einen Schauerroman, durch den sie tagsüber schon die Wirthschaft und Arbeit vernachlässigte, bei offenem Licht weiter gelesen. Das Mädchen war nun beim Lesen eingeschlafen und halte dabei das Licht, das auf einem Stuhle stand, umgestoßen, so daß es auf das Bett fiel und dieses sofort jp hellen Flammen stand. Obwohl die Unglückliche sofort erwachte und die Flammen durch Auswerfen von Decken erstickt wurden, hatte sie doch schon solche Brandwunden erlitten, daß sie bald nach der Einlieferung im Krankenhause verstarb. Wiederum ist ein Soldat am Sonntag Morgen nach der Festung Spandau abgeführt worden. Die Veranlassung dazu greift bis in das Manöver zurück. Der Kanonier Hassenpflug von der ersten reitenden Batterie des ersten Garde-Feld- Artillerie-Regiments hat sich, wahrscheinlich in der Trunkenheit, eines Vergehens schuldig gemacht. In Milrode lagen auf einem Grundstücke in einem Quartier vier Hautboisten vom zweiten Gardercgiment zu Fuß, in einem zweiten ein Trompeter und b Kanoniere der genannten Batterie. Hassenpflug hatte nun aus irgend welcher Veranlassung das Quartier der Hautboisten mit dem seinigen vertauscht und lag bereits im Schlafe, als er den Platz wieder räumen sollte. Darüber gerieth er derart in Wulh, daß er schließlich zu einer Mistforke griff und damit den Hautboisten und der zu Hilfe gerufenen Wachmannschaft zu Leibe ging. Er mußte überwältigt und darauf gebunden wer- den, ehe er sich zufrieden gab. Sehr uuaugeuehme Einquartirnng hatte in der Nacht zum Sonntag die unverehelichte, 19 Jahre alte Martha Meißner erhalten, die bei ihren Eltern in der Naunynstr. 09 wohnt. Sie erwachte plötzlich unter heftigen Schmerzen im linken Ohr und mußte sich entschließen ärztliche Hilfe i» Anspruch zu nehmen. Es ergab sich, daß ihr ein Schwabe in das Ohr gekrochen war, dessen Bewegungen ans das Trommelfell eine derartige Wirkung ausübte, daß die Meißner völlig verwirrt geworden war. Das Thier mußte im Innern des Ohrs getödtet werden und tonnte erst am nächsten Tage stückweise entfernt werden. Selbstmord einer Schanspieleri». In der Nacht zum Dienstag um 10>/2 Uhr hat sich die 21 Jahre alte Schauspielerin Elisabeth Mendry. deren Eltern in Charlottenburg ansässig sind, während sie selbst in der Wilhelmstr. 13 bei einer Frau St. ein möblirtes Zimmer inne hatte, erdrosselt. Sie war bis vor kurzem an einer hiesigen Spezialitätcn-Bühne thätig und jetzt eine Verpflichtung nach Schweden als Sängerin eingegangen. Während ihres hiesigen Aufenthaltes hatte sie einen Dr. G. kennen gelernt und mit ihm em Liebesverhältniß angeknüpft. Dieser ist nun jüngst nach Budapest abgereist und ließ das junge Mädchen ohne jede Nachricht. Wohl in dem Glauben, daß dies einen Bruch des Verhältnisses bedeuten solle, bat sie Hand an sich gelegt. Montag Abend saß sie, eine Zigarrett« rauchend, bei einem Glase Bier in ihrem Zimmer. Als die Wirthin gegen 11 Uhr eine Zeitung holen wollte und an die Thür pochte, erhielt sie keine Antwort und fand die Künstlerin in knieender Stellung mit gefalteten Händen an einer anderen Thür vor. Es stellte sich heraus, daß die Mendry sich mittelst eines Strickes, den sie an dem Nachtriegel befestigte, er- drosselt hatte. Papiere, die über de» Vorfall Aufschluß geben dürften, scheine» in dem Schubfache eines Tisches enthalten zu sein, dessen Schlüssel nicht aufzufinden gewesen ist. Am Dienstag Morgen traf der ersehnte Brief zu spät hier ein. WitternngSiibersicht vom S. Oktober 18V4. Wetter-Proguose für Mittwoch» den TV. Oktober I.8S4. Vorwiegend nebeliges, zeitweise aufklärendes Wetter mit schwachen sudöstlichen Winden ohne erhebliche Niederschläge und ohne wesentliche Wärmeänderung. Berliner Wetterbureau. Polizeibericht. Am ö. d. MtS. Morgens wurde in dem Hause Putbuserstr. 40 ein in der Wiege liegendes Kind durch den Einsturz eines Ofens an der Hand schwer verletzt.— Im Hause Sieberstr. 11/12 fiel Nachmitlags ein Mädchen infolge von Krämpfen von der Treppe und starb auf der Stelle.— Nach- mittags wurde ein Mann in seiner Wohnung, in der Urban- straße und AbendS«in Mädchen in seiner Wohnung, in der Wilhelmstraße, erhängt vorgesunden.— In der Luisenstraße siel ein Lausbursche bewußtlos nieder, gerieth unter einen Pferdebahn- wagen und erlitt außer mehreren Verletzungen am Halse und am Unterschenkel einen Bruch des Vorderarmes.— In der Nacht zum 9. d. M. fiel ein Nachtwachtmeister in der Brandenburg- straße hin und brach den Arm.— Im Laufe des Tages fanden 0 Brände statt. Gevrrkrks-Ieikutrgc Ei» interessantes und lehrreiches Kapitel aus dem Baugewerbe entrollte dieser Tage eine Verhandlung vor dem Rixdorser Schöffengericht. Angeklagt waren 1. der Maurer Theodor Scherbing,2. der Putzer Johannes S ch e r b i» g, 3. der Arbeiter P a u l K e tz e r, 4. der Maurer Christian S ch a tz s ch n e i d e r und 5. der Maurer W i l- Helm S ch a h s ch n e i d e r des gemeinschaftlichen Hausfriedens- bruchs, die Angeklagten 1, 2, 4 und 5 außerdem der Beleidigung und der Angeklagte zu 5 der vorsätzlichen Sachbeschädigung. Die Beweisaufnahme ergab folgenden Thatbestand: Die Angeklagten waren auf einem Neubau des Zimmermeister Rabis als Putzer beschäftigt und sollten am 0. April d. I. 180 Mark ausgezahlt erhalten. Rabis wollte aber, als er mit dem Angeklagten zu I abrechnete, einen Abzug in Höhe von 50 Mark machen und ver- langte, daß der Angeklagte über den ganzen Betrag quittiren sollte. In diesem Falle hätte Scherbing natürlich leicht die 30 Mark aus seiner Tasche bezahlen müssen und so war es er- klärlich, daß er zunächst darauf bestand, daß ihm die volle Summe des verdienten Lohnes gezahlt und als Rabis davon nichts wissen wollte, seine Kameraden herbeiholte, damit die- selben von Rabis selbst hören konnten, daß er 30 M. abhandeln wolle. Als aber Scherling mit seinen Kollegen zurückkam, erklärte Frau Rabis, welche bereits in dem halbfertigen Neubau wohnte, ihr Mann sei nicht anwesend. Das glaubte natürlich niemand, man schob daher die Fran beiseite und betrat den Korridor. Wiederholt forderte Frau Rabis die Leute zum Verlassen des Neubaues auf, und als sie sah, sdaß dies vergeblich war, lief sie zu einem Gendarm. Inzwischen erschien Rabis selbst und nun begann der Lohnstreit auf's neue, bis der Gendarm kam und den Bauleuten den Rath gab, das ihnen gebotene Geld anzunehmen, wegen des Restes den Bauherrn Rabis aber zu verklagen. Die Putzer befolgten diesen Rath, nahmen die ISO M. und gingen nach Hause. Rabis wurde sodann verklagt und zur Zahlung des Restes auch verurtheilt. Gegen die Bauarbeiter erstattete er aber die obenerwähnte Anzeige. Die Beleidigung der Frau sollte in dem Beiseiteschieben derselben zu finden sein, die Sach- beschädigung aber darin liegen, daß der betr. Angeklagte das Pianino mit Oelfarbe beschmiert habe, eine Behauptung, wofür auch nicht der geringste Beweis zu erbringen war. Sämmtliche Angeklagte erklärten sich für nicht- schuldig und wies namentlich der Angeklagte zu 2 auf die mannigfachen Schwierigkeiten hin, mit welchen die Bau-Arbeiter heutzutage vielfach zu kämpfen haben, um ihren sauer verdienten Lohn zu erhalten. Er habe z. B. nicht weniger als 10 ausgeklagte Lohnforderungen an Bauherren, könne aber keinen Pfennig er- halten. Unter diesen Umständen sei es wohl begreiflich, wenn die Angeklagten, die durchweg Familienväter wären, ohne Lohn sich nicht entfernen wollten. Uebrigens habe man geglaubt, daß die Frau Rabis die Bau-Arbeiter nicht vom Neubau fortjagen könne. Bezüglich der Beleidigung und Sachbeschädigung be- antragte der Amtsanwalt selbst die Freisprechung, dagegen war er der Meinung, daß sich der gemeinschaftliche Hansfriedensbruch leider nicht aus der Well schaffen lasse; er beantrage die gesetzlich zulässige Mindeststrafe von je 1 Woche Gefängniß. Der Gerichtshof unter Vorsitz des Herrn Assessor Werner gelangte jedoch zur gänzlichen Freisprechung sämmtlicher Angeklagten. Wohl liege ein gemeinschaftlicher Hausfriedensbruch vor, doch habe der Gerichtshof angenommen, daß die Angeklagten sich der Rcchtsividrigkeit ihrer Handlung nicht bewußt gewesen und nur ihren sauer verdienten Lohn erlangen wollten. Wege» Unterschlagung von Mündelgeldern hatte sich gestern der Steindrucker Emil Jertz aus Neu-Weißensee vor der 2. Strafkammer am Landgericht II zu verantworten. Der An- geklagte war tvon Anfang 1891 Vormund des damals noch minorennen Hausdieners Gustav Haelscher. Das Mündel hatte ihm ein Sparkassenbuch über 450 Mark übergeben, mit dem Er- suchen, das Buch nicht außer Kurs zu setzen, wohl aber in seinem Jntereffe zu verwahren. Haetscher nahm sodann in Magdeburg eine Stellung an. Als er im Juni v. I. von dort aus an seinen Vormund schrieb und der Brief als unbestellbar zurückkam, ahnte ihm nichts Gutes. Er wandte sich an die städtische Spar- kasse, welche ihm daraus anzeigte, daß sein Guthaben bis auf 28 M. abgehoben sei. Auf Veranlassung des Mündels nahm sich der Vormundschaftsrichter der Sache an, Jertz wurde zur Rech- nungslegung vorgeladen, brachte aber sofort die unterschlagene Summe sammt den Zinsen mit zur Stelle, so daß dem Mündel ein Nachtheil nicht erwachsen ist. Trotzdem wurde Anklage er- hoben. Der Angeklagte behauptete, sein Mündel habe ihm die Erlaubniß gegeben, das Geld abzuheben und nach seinem Ermessen zu verwalten, worauf ihm aber der Vorsitzende, Land- gerichts-Direktor Renckhoff, klar machte, daß, selbst wenn dies zehnmal wahr wäre, er das Geld nicht in seinem Jntereffe ver- wenden durfte. Eben darum würde unerfahrenen Menschen bis zu einem bestimmten Alter ein Vormund gestellt, um dieselben von unüberlegten und unklugen Handlungen möglichst abzuhalten. Das Urtheil lautete auf sechs Monate Gefängniß. Zur Warnung für Zeugen mit großem Dnrst möge der folgende Fall dienen: Eine Abtheilung des Schöffengerichts hatte mehrere Termine sehr schnell erledigt und schritt zur Ver- Handlung des letzten Falles. Trotz mehrfachen Aufrufens meldeten sich aber weder die beiden Angeklagten, noch zwei zur Sache geladene Zeugen. Nur ein einziger Zeuge war zur Stelle und gab die inhaltsschwere Erklärung ab:„Die anderen sitzen drüben im„Alten Ziethen" und kneipen." Der Gerichtshdf ließ den durstigen Seelen anheimgeben, ruhig weiter zu kneipen, beschloß jedoch, die Angeklagten zum nächsten Termin polizeilich vorführen zu lasten und die nicht erschienenen Zeugen in eine Ordnungs- strafe von je 10 M. ev. 2 Tagen Gefängniß zu nehmen. Eine alltägliche LiebeSgeschichte lag der Verhandlung zu Grunde, welche gestern vor dem Schwurgericht des Landgerichts I stattfand. Der 24 jährige Handlungskommis Reinhold Bahre hatte sich wegen versuchten TodtschlagS zu verantworten. Durch die Beweisaufnahme trat folgender Thatbestand zu Tage: Bahre war in dem Geschäft des Kausmanns Fiebach, Schwedterstraße 20 angestellt. Er faßte eine heftige Zuneigung zu der in demselben Geschäft angestellten Kassirerin, der unvcr- ehelichten Clara Brehmer. Seine Neigung wurde nicht er- widert und wenn die Brehmer sich auch aus Mitleid bewegen ließ, den Angeklagten ab und au ins Theater zu begleiten, so wies sie ihn doch stets darauf hin, daß er sich keine Hoffnung auf eine Aenderung ihrer Gesinnung zu machen habe. Schließlich glaubte Bahre, daß zwischen seinem Chef und der Brehmer ein unerlaubtes Verhältnis bestehe. Er wurde von blinder Eifersucht gepackt. Eines Tages stellte er seinen Prinzipal in heftiger Weise zu Rede. Dieser prügelte ihn, wie er im Termin selvst zugab, windelweich und jagte ihn fort. Der Angeklagte reiste nach Hamburg, wo er sich mehrere Monate aufhielt, ohne daß seine Bemühungen. Arbeit zu finden, von Erfolg gekrönt wurden. Er schrieb eine Postkarte an die Brehmer, worin er ihr mittheilte, daß er sich das Leben nehmen würde, wenn sie auf ihrer Weigerung, ihn zu Heirathen, beharre. Die Antwort lautete schroff ablehnend. Der Angeklagte führte den angedrohten Selbstmord nicht aus, sondern reiste nach Berlin zurück. Am Abend des 20. Juli saß die Brehmer im Fiebach'schen Laden hinter der Kasse, als der Angeklagte hinein» trat. Cr schien sich in großer Aufregung zu befinden. Mit heiserer Stimme richtete er eine unverständliche Frage an die Brehmer. Sie rief: Was wollen Sie? In diesem Augenblicke zog der Angeklagte einen Revolver aus der Tasche seines Beinkleides, setzte ihn der Brehmer auf die Brust und schoß ab. Er stürzte dann zur Thür hinaus. Nach mehreren Stunden des Umherirrens stellte er sich selbst der Polizei. Die Brehmer war durch einen glücklichen Umstand von zeder Verletzung befreit ge- blieben. Die Kugel war an einer kleinen Messingplatte, die als Verschluß ihres Korsetts diente, abgeprallt. Der Angeklagte gab im Termine in beredter Weise eine Schilderung von den seelischen Qualen, die er erduldet hatte. Er habe die Absicht gehabt, sich selbst das Leben zu nehmen, nachdem er die Brehmer noch einmal von Angesicht zu Angesicht gesehen. Schon vorher halb von Sinnen habe ihm die letzte Begegnung mit der Brehmer den Rest der Ueberlegung geraubt, die That, die er begangen, sei von ihm im Zustande völliger Geistes- abwesenheit ausgeführt worden. Es habe ihm beim Betreten des Ladens fern gelegen, von dem Revolver Gebrauch machen zu wollen. Der Staatsauwalt Freiherr o. Erffa führte aus, daß der Angeklagte vorsätzlich aber im Affekt gehandelt habe. Mildernde Umstände dürften ihm nicht zu versagen sein. Der Ver» theidiger, R.-A. Timmendorfer, machte Bedenken geltend, ob oer Angeklagte nicht doch dermaßen von seiner Leidenschaft beherrscht worden sei, daß man seinen Zustand bei Begehung der That als unzurechnungsfähig bezeichnen müsse. Die Geschworenen sprachen den Angeklagten der versuchten Tödtung unter Zubilligung von milderuden Umständen schuldig. Ter Staatsanwalt beantragte eine Gefängniß st rase von einem Jahre. Das Urtheil lautete nach dem Antrage, es wurde ein Monat durch die erlittene Untersuchungshaft abgerechnet. Ein Jahr Gefängniß wegen Majestätsbcleidignng! Wegen des sogenannten Vergehens der Majestätsbeleidigung wurde am Dienstag gegen den schon SO Jahre alten Schuhmacher- meister Bernhardt vor der Kammer Brausewetter unter Ausschluß der Oeffentlichkeit verhandelt. Denunzirt war B. durch eine Hausgenossin. Die Zeugen behaupteten, daß B. viel trinke, die beleidigenden Aeußerungen im trunkenen Zustande gethan und nach ihrer Meinung durch vieles Trinken geistig gestört sei. Der gerichtliche Sachverständige, Sanitätsrath Dr. Mittenzweig, be- gutachtete, daß die Zurcchnungssähigkeit des B. zwar durch Trunk vermindert, dergleichen Leute im trunkenen Zustand auch leicht be- wußtlos werden, der Angeklagte aber nicht geisteskrank sei. Der Unglückliche wurde von der Kammer Brausewetter nach dem An- trage des Staatsanwalts zu einem Jahre Gefängniß und sofortiger Verhaftung verurtheilt! In Dortmund hat am Montag der Prozeß gegen den ehe- maligen Generaldirektor des Härder Hütten- und Bergwerks- Vereins, Massenez, wegen absichtlicher Benachtheiligung des Vereins vor der zweiten Strafkammer des dortigen Landgerichts begonnen. Den Vorsitz führt Landgerichts- Direktor Wiethaus, die Anklage vertreten der erste Staatsanwalt Haarmann und Gerichtsasseffor Mantcll, die Vertheidigung führen die Rechts» anwälte Dr. Sello-Berlin. Tewaag-Dortmund und Dr. Wesener- Wiesbaden. Zahlreiche Sachverständige und Zeugen aus Deutsch» land und Oesterreich sind geladen; der Angeklagte bestreitet sein« Schuld. Devlammlungen. Eiue sehr gut besuchte öffentliche Versammlung der in der Luxuspapierbranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen tagte am 7. Oktober Nachmittags im Lokal von Gründe!, Brunnen- straße 138. Die Referentin Frau Greifenberg schilderte in drastischer Weise die traurigen Zustände innerhalb dieses Erwerbs- zweiges, die stetige Zunahme der Frauenarbeit und die damit in Verbindung stehende Reduktion der Löhne und Verschlechterung der Lebenslage der arbeitenden Klasse, sowie speziell die Gefahren, welche in sittlicher Beziehung jugendlichen weiblichen Arbeitern aus den Nachstellungen der Fabrikanten und Werkmeister er» wachsen. Am Schlüsse ihres vortrefflichen Vortrages empfahl sie als Rettung aus diesen Widerwärtigkeiten in dem schweren Kampf ums Dasein den Anschluß an die Organisation. Nur durch gemeinsames Handeln, durch geschlossenes Vorgehen sei den Arbeitern die Möglichkeit geboten, den Gelüsten des Unter- nehinerthums entgegenzutreten.(Beifall.) Vor Eintritt in die Diskussion verlas der Vorsitzende die Namen sämmtlicher Fabriken dieser Branche und stellte fest, daß nur die Arbeiter beziehungs- weise Arbeiterinnen dreier Fabriken unverlreten waren. Des weiteren äußerte sich der Redner im Sinne des Referats, wobei er bitter beklagte, daß es leider so schwer Halle, junge Mädchen zur Organisation heranzuziehen. Häufig würden Arbeiterinnen selbst durch die eigenen Väter und Brüder, die sonst tüchtige, brave Genossen sind oder wenigstens sein wollen, vom Besuch von Versammlungen und dem Beitritt zur Organisation zurück- gehalten.(Zustimmung.) C h r i st i a n gab an, er sei wegen seiner in der letzten Versammlung der Branche über die Fabrik von Wunsch u. Lange vorgebrachten Mißstände entlassen worden; doch habe er Lohnentschädigung für 14 Tage er- halten. W i t t r i ch hielt diesen Fall besonderer Beachtung werth; der Fabrikant opfere lieber den Lohn für 14 Tage, als daß er denksähige Arbeiter in seiner Fabrik beschäftige, aus Furcht, daß andere Arbeiter von ihnen belehrt würden. Er ersucht besonders die Arbeiterinnen, bei der bevorstehenden Enquete, welche der Verband der in Buchbindereien beschäftigten Personen vornehmen werde, um gewissenhaste Ausfüllung der an sie gelangende» Fragebogen. K e r s ch n e r behandelte ausführlich die Arbeits- Verhältnisse bei Wunsch u. Lange. Bei Revisionen durch den Fabrikinspektor oder den Revierlieutenant gehe ein Kontroll- deamter diesem voraus und mache die Arbeiterinnen darauf auf» merksam, die dann aus Furcht, die Arbeit einzubüßen, natürlich dem Fabrikanten gefällige Angaben machen. Eine Arbeiterin müsse täglich 3000 Bogen fangen und erhalte 7,S0 M. Wochenlohn; eine Erhöhung um 1 M. pro Woche wurde rundweg ab- gelehnt; dafür sei aber auch der Chef ein schneidiger Herr, denn er laffe sich vom Hausdiener„Herr Lieutenant" anreden.(Gelächter.) Groß geißelte die Zustände bei Priester u. Eck, Dresdenerstr. 38, dort befinde sich eine Wendeltreppe ohne Verschaalung, unter der das Kontorpersonal sehr gern Ausstellung nimmt, � da kein anderer Weg nach dem Kontor vorhanden ist, so müßten die Arbeiterinnen diesen Weg benützen und das sei grade der Moment, auf den die Herren warten.(Pfuirufe.) Frl. Schulz suchte für die Fabrikanten Wunsch und Lange eine Lanze zu brechen, indem nach ihrer Meinung die von Kerschner angeführten Miß» stände nicht in allen Arbeitssälen beständen. Demgegenüber führte Kerschner noch eine Reihe weiterer Uebelstände ins Feld; so fehle es z. B. auch an gesonderten Ankleideräumen. Männer und Mädchen müssen sich in einem und demselben Räume waschen und umkleiden, den Vers möge sich jeder selbst machen.(Beifall.) In ihrem Schlußwort erwähnt Frau Greisenberg noch die unlcidigen Verhältnisse bei Israel, Schönhauser Allee, wo zirka 40 Arbeitern und Arbeiterinnen nur ein gemeinsames Kloset zur Verfügung stehe. Der Aufforderung, sich in die Listen des Ver- bandes einzeichnen zu lassen, folgte hierauf die Bekanntgabe, daß am IS. Ortober im Louisenstädtischen Konzerthaus eine Ver- samnilnng der Arbeiter und Arbeiterinnen sämmtlicher Branchen der Papierindustrie stattfindet. Der Verein zur Regelung der gewerblichen Verhält- niffe der Töpfer und Berufsgenossen hatte am 3. Ollober in Spandau«ine Wanderversammlung einberufen. Nach einem Referat des Genossen S s r ö r beschäftigte sich die Versammlung mit der Erledigung einer Reihe gewerkschaftlicher Angelegen- heilen. Zunächst wurde die Wahl eines Hilsskassirers vollzogen. mit welchem Amt der Kollege E i b i l s k i betraut wurde. So- dann berichtete Daudert über die Maßnahmen, die zur Durch- führung der Tarif- und Fensterfrage getroffen sind und fordert die Anwesenden auf, recht eifrig auch am hiesigen Ort für die " mannstraße 17 bei Mothes. Imunikation 16 bei Glaser. Seimathtlänge, Räpenid, Rosenstr. 101 gekommen. Abends 8 Uhr war der Brand von der Feuerwehr bet Troppens. Männer- Gefangverein Geduld, Gesundbrunnen, Butt bewältigt. Die Ordnung wird von Militär aufrechterhalten. Chorinerstr. 55 bei Hobeck. An der Cholera sind in der verflossenen Woche, wie aus Amsterdam berichtet wird, in zehn niederländischen Gemeinden 16 Erkrankungen und 8 Todesfälle an Cholera vor gekommen, davon in Amsterdam 6 bezw. 1. straße 24 bei Tauschke. Ge= Touristenklub Anerkennung dieser Forderung zu wirken. Im Anschluß hieran gelangte ein Antrag zur Annahme, der besagt, daß vom 15. b. m. Gesangverein Freiheitstlänge II, ab die Arbeit nur bei verglasten Fenstern fortgesetzt wird. 3u Männer- Gesangverein Pa Ime, Belten in der oem zentralen Arbeitsnachweis der Gewerkschaften soll in der Mart, bet Bemlin. Männer- Gesangverein Georginia, Reichenberger Versammlung am 11. Oktober Stellung genommen werden. Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend.( BuMittwoch: Der Frauen und Mädchen- Bildungsverein des arbeiten- chriften find zu richten an B. Gent, Adalbertstraße 95. Geselliger Berein Fridolin, Brunnenstraße Nr. 35 bei Wolff. den Volkes für Berlin und Umgegend hielt am 3. Oktober in Sumoristischer Rauchflub, Görligerstraße 42 bei Bicht. Schmiedel's Festsälen seine Generalversammlung ab. Das Referat felliger Verein Brüderlich feit Georgentirchstraße Nr. 65 bei Spät. hatte Genosse Wagner übernommen, der in einem interessanten betorit, Naunynstr. 66 bei gubeil Abends 8½ Uhr. Mufitverein Pautenschwengel Annenstr. 16 bei Ehrenberg.- Verein Geselliger Verein Vortrag über Erziehungsmethoden" sprach. Hierauf erfolgte Hoffnung, Lebuserstraße Nr. 5 bei Nemiz( alle vierzehn Tage). der Bericht über die Thätigkeit des Vorstandes. Es fanden im Theaterverein Proletariat, Naunynftr. 83 bet köhn. Vergnügungs verein Amor II, Prinzen- Allee 10 bet Bergemann. Laufe des Vierteljahres 3 Vereins- und 5 Wanderversammlungen, Freiheit und wohlergehen, Neuenburgerstr. 37 bei Megeberg. sowie 9 Vorstandssizungen statt. Der Kassenbericht ergab eine Rauchflub Nothe Fahne, Abends 9 Uhr, Oppelnerstr. 29 bei Salomon. Einnahme von 429,29 M. und eine Ausgabe von 269,54 m., Arbeiter- Bither- Berein Einigkeit, Manteuffelstr. 9 bei Nowad, Abends Beftand der Hauptkasse 159,75 M. Bei der hierauf erfolgten 8 Uhr, Uebungsstunde. Schafstopftlub Spar- Agnes, Krautstr. 36 bei Infinger. Geselliger Verein Alpenrose, Brigerstraße 22 bei Graf. Ergänzung des Vorstandes wurden Frau Krey als zweite Bor Brivaitheater- Gesellschaft Romelia, Pücklerstr. 2 bet Müller.( Außerdem sitzende, Frau Barend als zweite Kassirerin gewählt. Auf alle 14 Tage Sonntags.) Theaterverein Nora, Admiralstr. 18 c bet Antrag der Frau Fahrenwald wurde beschlossen, daß Gäfte Geselliger Musil Dilettantenverein Münstermann, Hochstraße 32a bet Verein für voltsthümliche Kunst, Andreasstraße 26 bei Wilke. gu Generalversammlungen keinen Zutritt haben. Ferner sollen wilke. Theaterverein Freundschaft, Flottwellstrnße 5 bet Bartel. die Sammellisten zur Errichtung eines Grabsteins für die ver- Privat Theatergesellschaft Liberté, Manteuffelstr. 98 bet Müller. storbene Genoffin Agnes Wabnig eingezogen werden. Die Rauchflub Gut gesinnter Freunde, Georgenkirchstr. 65 bet Müller. Musikverein Osiris, Mariannenstr. 31-32 bet Dobberstein. Bergnügungs Vorsitzende giebt sodann bekannt, daß Stammtarten für je zehn verein Nordwacht, Perlebergerfir. 28 bet Hermerschmidt.. PrivatPersonen& Person 42 Pf. zum Besuche der Urania bei Frau Theatergesellschaft 8tel bewußt, Große Frankfurterftr. 1 bet Hermann. Mesch, Rykestr. 27; Frau Ranke, Blumenstr. 76; Frau All- verein Andante, Mittwoch abends 9 Uhr Uebungsstunde in Krüger's Lotterieklub Fortuna, Görligerstr. 50 bei Siewert. Mufit- Bergnügungsmacher, Friedenstr. 81( am Frankfurter Thor); Frau Gallien, Restaurant, Fennstr. 5. Dieffenbachstr. 75; Frau Klaufe, Schöneberg, Golzstraße 43, zu haben sind. Nach Erledigung einiger Vereinsangelegenheiten wurde die gut besuchte Versammlung geschlossen. Verein ehem. 52er Gemeindefchüler. Sizung jeden Mittwoch 9 Uh In Richet's 65. in den Armin- Hallen, Kommandantenstraße 20, General- Versammlung. Gilis eftaurant, appenfittwoch, den 10. Ottober, Abends& Uhr, Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, den 10. Oftober, Abends 8 Uhr, Generalversammlung im Vereinslotal, Achtung, Bürean- Angestellten! Mittwoch, den 10. Oftober, Abends 8 Uhr, tm großen Saale der Armin- Hallen, Kommandantenstr. 20: Große öffentliche Bersammlung. Vortrag des Genossen Robert Schmidt: Wie tönnen die Schreiber ihre Lage verbessern?" Arbeiter- Bildungsschule. Wittwoch, Abends 8%-10% Uhr: Nord, Schule, Müllerstr. 179 a und Südost- Schule, Waldemarstr. 14: Ge fegestunde( fpez. Arbeiterrecht). Bet allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. Restaurant H. Saß, Markgrafenfir. 102. Möhring. Gesang-. Turn- und gesellige Vereine. littwoch. SängerAbends 9 Uhr, Restaurant D. Schulze, Friedrich Kariſtraße 34. gruppe des Arbeiter- Bildungsverein für Friedrichsberg. Úebungsstunde Privat Theatergesellschaft Heimathiust, 9 Uhr Sigung im Vereinslokal des Herrn Theaterverein erres, Abends 9 Uhr, im Restaurant Krüger, Lange. 9 Uhr, Beughofstr. 8 bet Behlendorf. Aufnahme neuer Mitglieder. NordMarkusfir. 10. Io ch, Admiralstr. 33 im Restaurant Abends 9 Uhr. Rauchtlub Messa= In Petersburg ist am Montag Vormittag das Haupt gebäude des Flußyachtklubs auf der Krestowsky- Insel niedergebrannt. Ein Mitglied des Klubs ist in den Flammen umgekommen. Briefkaffen der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Zwei Buchstaben oder eine Baht) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Die Sprechstunde in Rechtsangelegenheiten findet von 12 bis 1 Uhr statt. es werden. Vorläufig ist Ihrer Rede Sinn noch etwas zu D. j. D. Wenn Sie deutlicher werden, können auch wir dunkel. 2. K. in S. Sie sind mit dem Spindler'schen Juden" nicht zufrieden gewesen und hätten lieber etwas neues" gehabt. Wir auch. Aber gutes Altes ist uns lieber als schlechtes Neues. Und ersehen. Jetzt werden wohl auch Sie zufrieden sein. Denn Sie unseren Lesern auch, wie wir aus zahlreichen Buschriften an uns haben ja Neues, wenn auch nicht Jüngstes". A. W. 7. Lassen Sie die Verlegung der Sonntagsruhe dem Fabrikinspektor oder der Staatsanwaltschaft durch Ihre Gewerkschaft mittheilen. Briefkaffen der Expedition. 2. 101. Begeben Sie sich mit Ihrer Braut zum AmtsPrivat- Theater- Geſelſchaft Bht I harmonte, Gigung mit Damen, Abends gericht Berlin I, Neue Friedrichstr. 18, Legen Sie dort ein Berklub Lustig, jeden Mittwoch, Abends 9 Uhr, Gigung und Fidelitas im zeichniß des Vermögens Ihrer Braut vor, anerkennen Sie das Restaurant Maltowski, Weddingstr. 9. Gäste willkommen. Bergnügungs- selbe, entsagen Sie Ihrem zukünftigen ehelichen Nießbrauch- und verein husnelda, Sigung 8 Uhr, Bum Anhaltiner", Möckernstraße, Ecke Verwaltungsrecht, geben Sie dort dies alles und das GheTempelhofer Ufer. Gäste willkommen. Berliner Turngenossen versprechen zu gerichtlichem Protokoll. fchaft. Die 3. Männer- Abtheilung turnt jeden Mittwoch und Sonnabend Abend von 9-11 Uhr, Chorinerstr. 74. Nr. 10. Legen Sie Beschwerde ein. Mittwoch, Abends 8 Uhr, Versammlung bei Wuttte, Blumenstr. 54.( Tagt Touriſtenverein Freiheit Geselliger Verein unter uns, Gigung 8 Uhr bei Fischer, alle 14 Tage.) Beusselstr. 66. Musikbilettanten- Verein Preciosa Abends 8% Uhr bei Geisler Fenn- und Tegelerstraßen- Ecke, uebungsstunde, Aufnahmen. Schwimmverein Nord. Jeden Mittwoch Abend 7 Uhr Admiralgartenbad, Für die ausgesperrten Brauerei- Arbeiter gingen ferner Friedrichstraße, nebungsstunde. Lese- und Diskutirklubs. Mittwoch. Johann Jacoby, bei Fris Rauchfluh Grüne Quaste, Mittwoch abends 9 Uhr, bei Gorn, Kleine ein: Zehn Kontrolleure des Nationaltheaters durch Ihrum, Lieyte, Echwebterstraße 33. Gesundbrunnen, Abends 8½ Uhr, bei Rauchflub Granate, Forsterstr. 40 bei Tuguntte. Rixdorf 10,-. Gef. bei der Auflösung der Kranten- Kasse Saferland, Bellermannstr. 87.-- Gleichhet t, Abends 8% Uhr bei Stramm, Rauchklub Brüderlichkeit, abends von 9-11 Uhr, Wrangelfir. 84 bei Mecklenburg u. Ro. 15,53. Ritterstraße 123. Seine, Rixdorf Abends 8% Uhr, Prinz- Sandjerystr. 60, A. B. 10,- Bau Kant bet Redanz. Rauchtlub Arfona, Abends 8% Uhr bei Herrn Brand, Reichenparterre. Ginigkeit, abends 8 Uhr bei Zeige, Triftstraße 1. bergerstr. 122. Orientalischer Rauchtlub, Abends 9 Uhr, Reichen- ftraße 93 a durch Gaßmann gesammelt bei Gruhn 7,30. Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Vorsitzender Adolf Rauchtlub Frisch gewagt, Abends 9 Uhr Streichhahn, Binetaplah 4,-. Wieder gef. Kaninchen-, 50. Neumann, Pafewalterstr. 3. Alle Menderungen im Vereinstalender sind zu bergerstraße 24 bet Tauschte. richten an Fried. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Mittwody. ebung und Sonnabend 9 uhr bei Ernst Weinert, Adolfstr. 20.- Rauchlub bei Rudo, Lübbenerstr. 27, 2,50. Rauchklub Dornröschen 5, bei F. Rockendorf, Posenerstr. 5.- Rauchtlub& iferne feife, Mittwoch Amerikanische Auktion einer Leberwurst beim Rekrutenabschied frunde Abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern. Siebdesfreiheit 1, Andreasfir. 26, bei Wilte. Norddeutsche Schleife, Schönleinstr. 6 bet Kary. unverzagt 1, Manteuffelstraße 9 bet Nowack.- Freya I, Iina, jeden Mittwoch bet H. 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Die Frauen werden besonders zu dieser Versammlung eingeladen. J. Pfarr, Vertrauensmann, Puttligstr. 9. Bureau- Angestellte! Mittwoch, den 10. Oktober, Abends 82 Uhr, im großen Saale der Arminhallen, Kommandantenstraße 20: Große öffentliche Versammlung. Tagesordnung: = 1. Vortrag des Reichstags Abgeordneten Robert Schmidt: Wie fönnen die Schreiber ihre Lage verbessern?" 2. Diskussion. Es liegt im Interesse der Kollegen in dieser Versammlung zahlreich zu erscheinen. [ 284b] Die Agitations- Kommission. Frauen- und Mädchen- Bildungsverein für Berlin und Umgegend. Donnerstag, den 11. Oktober, Abends 8 Uhr: 2 Wander- Versammlungen. Schöneberg, Grunewaldstraße Nr. 110 bei Kessner. Referent: Dr. Weyl über Kinderernährung. 1. 2. Rixdorf, Berlinerstraße Nr. 136 bei Kummer. Referentin: Frl. Baader: Robert Owen ein Vorkämpfer des Sozialismus." Tagesordnung in beiden Versammlungen: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten, Gründung einer Bahlstelle. 4. 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