Nr. 402» 37. �ahrgcmg Ausgabe Sk Nr. 64 Bezugspreis: V irtfljäficL 30,— ML, monatLIO,— m trei ins bans, voraus zahlbar. Poll- dezug.' Monatlich 10,— Mk. erkl. gu- stellunasgeollhr. Unter Arruzband für Deutschland und Oesterreich IS�v M.'« ftir das übrige Ausland oet täglich eininol. Zustelluno 21 M M. Posta«» stellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tscheche» Slowakei, Däne» Marl, öolland, �uremdurg, Schweden und die Schweiz.— Eingetragen in die Poki- Leitung». Preisliste./ Der �Borwärts" mit der Sonntag». beiiage„Solf u-Zeit* ericheint wochen- täglich zweimal Sonntags und Mon- tags-lnmou Teiegramm-Adrestel »Sozialdemotral Berlin-. Morgen-Ansgabe berliner volksblatt ( ZSpksnniz) Anzeigenpreis: Die achtgeipoitene Nsnoarelllezeile koste l 3,— M.,Teuerungszuschlag «Kleine Uaze>>»»-, das. teil» gedruckte Wsri 1,— M. lzulässtg zwei iettgedruckte fierte), iedc» weitere Wori KS Pf,. Stellengesuche und Echlatstellen-nieigen da, erste Morl W Psz. jedes weider« Wort 40 Pfg. 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Gr spricht darin die Hoffnung aus, das) sofortige Wei- sungen wegen der Durchreise der polnischen Delegierten nach Minsk und über die Gntgegennahmr polnischer Mitte)- lungcn durch die russischen drahtlosen Stationen erzielt werden. Die ständige Weigerung Moskaus, Mittcilun- gen aus Warschau entgegenzunehmen, sei einer sried' liche» und schnellen Lösung der Krise nicht förderlich. * Kopenhagen, 12. August. RitzauS Bureau erfährt auS hiesiger russischer Quelle(eine höchst unbestimmte Angabe! Red.): Der Vertreter des russischen Kommandos wartete am 9. d. M. vergebens an der russischen Grenze auf die pol- nische Delegation. Es kam weder eine Delegation noch irgendeine Meldung aus Warschau. Der russische Vertreter wartet an- dauernd auf das Eintreffen der polnischen Delegation. Bei der polnischen Regierung ist durch drahtloses Telegramm ange- fragt worden, wann die polnischen Delegierten erwartet werden können. Der wrangel-Konfiikt. L o n d o n' 12. August(Reuter.) Die Note der französischen Regierung an General Wrangel, worin dessen Regireung aner- kannt wird, war von Millerand vorbereitet und vom Kabinett gebilligt. Ter Berichterstatter des Reuterschen Bureaus hat im französischen Auhenministerium'erfahren, das, die Vermutung der englischen Presse, das Personal des Ausienmini- stcrjums habe die Politik der französischen!>!egierung durch- kreuzt, unbegründet ist. Wie �Reuter aus Paris meldet, hat der englische Gc- schäftsträgcr Donnerstag eine Note dem Ministerium des Aeußern übergeben. Gegenwärtig sind Besprechungen zwischen beiden Regierungen im Gange über die entstandenen Meinungsverschiedenheiten, die eine Fortsetzung der freundschaftlichen Zusammenarbeit nicht verhindern. Im Unterhaus führte M a c l e a n aus: Wenn die Pariser Meldung(über die Anerkennung WrangclS) den Beschluß der fran- zosischcn Regierung wiedergibt, dann ist eine neue Lage entstanden, und dann muh Frankreich seine« Weg allein weiter gehen. Maclean fragte sodann, ob es tA, Absicht der Regierung fei, daö Hang nun in die Sommrrferien gehen zu lassen. Bonar Law erwiderte: So war eS ursprünglich beabsschtigt. Die Regie- rung hält jedoch jetzt dafür, daß es besser ist, wenn das Haus am Montag wieder zusammentritt. Ich hoffe, daß die Lage bis dahin klarer geworden ist, und daß daS Haus dann in die Sommcrfericn gehen kann. Der König hat seine Reise nach Schottland angesichts des Ernstes der politischen Lage aufgeschoben, nachdem Llovd George bei ihm gewesen war. Der Premierminister wird seine Reise nach der Tckkweiz wahrscheinlich aufgeben.. Der französisch« Geschäftsträger in London wurde nach dem Forejg» Office(Aus». Amt) gebeten, wo er eine längere Unter- rcdung mit Lord Eurzon hatte. In einigen Tagen soll ' eine neue Begegnung zwischen Millerand und Lloyd George in Boulogne»der in England stattfinden. Llohd George dürfte am Montag im Unterhaus eine Erklärung über die Streitfrage ab- geben. N o h o n, 12. August. lHavaS.) Beim Empfang im Stadt- hause anläßlich seiner Rundreise durch die verwüsteten Gebiete. sagte der Ministerpräsident: Es bestehen unausbleibliche Differrn- zen infolge der nationalen Besonderheiten, aber die Einigkeit, die zwischen uns herrscht, wird bleiben. Die Londoner Blätter erklären im aftgemernen die Pariser Meldung betreffend die Anerkennung des Generals Wrcmges für unbegreiflich. französische Begründung. Der Pariser„Mati-n" schreibt, winmalS fei Mille oand�der Ge- danke gekommeir, daß einer der Ministerpräsidenten allein Polen einen Rat erteilen oder die Annahme ir.zendeiner Bedin- gnng empfehlen könnte, ohne den anderen zu befragen. Nachdem die französische Regierung von den Nachrich�n aus Warschau Kenntnis genommen habe, sei sie der Ansicht, die polnische Re- gierung werde energische Anstrengungen machen, und die Tatsache, daß dem(französisches) General Weygand der Oberbefehl ange- boten soi, sei ein überzeugendes Symptom dafür.' Deshalb habe man geglaubt, nicht das Recht zu haben, Polen zu sagen, die Alliierten gäben ihm den Rat, die Waffen unter unheilvollen Be- dingungen niederzulegen. Um zum Ausdruck zu bringen, daß Frankreich seiner früheren BerhaltungSlinie treu bleibe, Hab« es dun Entschluß gefaßt, die. Regierung W ränge ls anzuerkennen. Der »Matin" gibt zu, daß es sich um einr sehr bedauerliche Meinungsverschiedenheit handle, die zu einem recht lebhaften Meinungsaustausch zwischen London med Paris führen werde. Saint Brice sagt im!.I o u r n a l', die Bedingungen.Kamenews Jvürdon in Paris für sehr gefährlich gehalten. Praktisch wür- den sie den Zusammensturz des gesamten Planes von BersaillcS noch sich ziehen, zwischen Rußland und Deutschland eine Barriere auszurichten. Ein entwaffnetes Polen würde nur ein Spiel- zeug zwischen beiden Nachbarmächten sein.(Wir sind kerne Macht und Deutschlanid hat wirklich andere Sorgen, als zu spielen. Nichts wäre uns lieber, als in Flieden auch nrit einem friedlichen Polen' zu leben. Red.) „Echo des Paris� führt aus, zum erstenmal seit dem Friedensschluß trenne sich Frankreich von England in einer wichtigen Frage, die aber auch eine grundsätzliche Frag« sei. Das Blatt hofft, daß es sich hier nur um eine vottibergehende Meinungsverschiedenheit handle, und daß unter dem Druck der Verhältnisse Frankreichs Freund wieder zu ihm zurückkehren werde. Di« Sowjets würden schon die Ausgabe übernehmen, ihm zu beweisen, daß England sich getäuscht und Frankreich klar gesehen halbe.(Wenn Sowjetrußland das nur boizoiten auch er- kennt! Red.) Inzwischen müsse mon aber am Rhein(!) Wacht halten, j... „Humanite" spricht von einer Provozierung. ES gebe in Paris Leute, die den von den Sowjets vorgeschlagenen Frieden unmöglich machen und die Polen zugrunde richten wollten. Sie wollten den Krieg, irntuct den Krieg. Di« Auerken- nung des Abenteurers Wrangel habe die Bedeutung, daß Frank- reich, das fett zwei Fahren auf allen Schlachtfeldern Rußlands geschlagen worden sei, und das auch diese Woche das Unglück von Hythe erlitten habe, seine Revanche suche. „Excelisior" veröffenÄicht Erklärungen über die Absichten der Regierung Wrangels, die jedenfalls von G i« r s stemmen, der von Wrangel nach Paris gesandt wurde. Darin wird gesagt das Hauptziel sei, dem russischen Voll die Möglichkeit zu geben, seinen freien Willen über die anzunehmende Regiornngsform zu äußern. Di« Gleichheit und die persönliche Unverletzlichkeit aller russischen Staats- bürger ohne Unterschied der Abstemmung und der Religion sollten sichergestellt werden. Der Grund und Boden solle denen als Eigen- tum üborttagen werden, die ihn bebauen, die Interessen der Arbeiterklassen und der Handwerker gewahrt werden. Die Regierung von Südrutztend werde alle internationalen Verpflichtungen, die die ehemaligen Regierungen Rußlands gegenüber auswärtigen Regierungen übernommen hätten, anerkennen. Sie werde ferner die Verpflichtung übernehmen, die Schulde« Rußland? zu bezahlen. (Das ist natürlich die Hauptsache für die französischen Geldgeber Zaren rußlands. Red.) Eitturiere nach Moskau. Nach einer Meldung der„Hnmanite" aus London haben sich die Mitglieder der russischen Mission, M i l j u ki n und Roth- st e i n, an Bord eines englischen Torpedoboots nach Reval begeben, von wo sie im Flugzeug noch Moskau Weiterreisen. Sie seien Ueberbringer einer wichtigen Mitteilung von Kwmcnew an Lenin über die Haltung der Alliierten in der russisch-polnischen Frage. Liklvinoff droht. Kopenhagen, 12. August.(TA) Litwinosf erklärte einem Pressevertreter gegenüber, wenn ein Krieg zwischen Rußland und eiper der Ententemächte ausbreche, so werde dieser Krieg über die Grenzen Europas hinausgehen. Die Meldungen von einem Ge- heimvertrag zwischen Deutschland und Rußland bezeichnete Litw'» noff als unzutreffend. Rußland habe zu der deutschen Re- gierung ebensowenig Vertrauen als zu den Alliierten. Der �Illensteiner Zwisthenfall. Die drei italienischen Soldaten, die«inen Wachtmeister der Sicherheitspolizei angriffen und tödlich verletzten, sind in Haft genommen worden und werden nach der Mitteilung der ita- l i e n i s ch e n Delegation in Allenstein mit der vollen Strenge des Gesetzes bestraft werden. Der erste Transportzug mit italienischen BesatzungS- truppen ist Mittwoch nacht von Allenstein abgegangen. Di« Engländer machen vorläufig keinerlei Miene, den Italienern zu folgen. Seit dem Wrücken der itälienischen Besatzung haben in Lyck einige junge Leute schwarze Listen aufgestellt, durch die sie die Namen von Mädchen und Fraven verbreiten, die mit den Italienern Verkehr gepflogen halten. Mehrere dieser Mädchen sind behelligt, zum Teil sogatt geschlagen worden. Der Bürgermeister' mahnt öffentlich, gegen diese Elemente aufs schärfste einzuschreiten. Wenn die Vorfälle nicht aufhören, könnten der Stadt noch in der letzten Besatzungszeit empfindliche Nach- teile entstehen, die bisher dank dem besonnenen Verhalten der Bevölkernng und der Besamung vermieden jtnd. wir und die Entwaffnung. Wie in der linksradikalen ausländischen Presse gearbeitet wird, um die Voreingenommenheit gegen unsere Partei zu vertiefen, mag man aus einem kurzen Bericht des Berliner Berichterstatters der„Humanitö", Genosse Fernand Caussy über die Haltung der Sozialdemokratischen Partei bei der Beratung des Entwaffnungsgesetzes ersehen, der in den Organ der französischen Partei vom 10. d. M. erschienen ist. Äarin heißt es zuerst, daß die Berliner Regierung das Eniwaffnungsabkommen von Spa dahin„interpretiert" hätte,„als müßte es sich ans die Zivilbevölkerung erstrecken". Schon dieser Satz zeugt von einer sehr oberflächlichen Kenntnis des Entwaffnungsabkommens von Spa, dessen be- treffende Stelle folgendermaßen lautet: Unter der Bedingung, daß Deutschland »>........- b) eine Bekanntmachung veröffentlicht, in der die sofortige Ablieferung aller Waffen gefordert wird, die in de» Händen der Zivilbevölkerung sind, und welche im Falle der Zuwiderhandlung wirksame Strafen vorsieht.(Im Falle, daß die Befugnisie, die die Regierung kraft Gesetzes hat, nach dieser Richtung hin ungenügend sein sollten, müssen«»»«rztglich gesetzgeberische Maßnahmen geschaffen werden, um die Befugnisse der vollziehenden Gewalt aus diesem Gebiet zu verstärken).< Wir haben keine Veranlassung, die gegenwärtige Regierung in Schutz zu nehmen und das Entwaffnnngsgesetz entspricht bei weitem nicht unseren Forderungen, aber wir schulden es der W a h r h e i t, die Dinge richtigzustellen. Es war also keine will- kürlichc Deutung der Regierung, daß sich die Entwaffnung auf die Zivilbevölkerung erstrecken niüsse, sondern es ging aus dem Protokoll von Spa wie auch aus dem ganzen Gang der Verhandlungen ganz deutlich hervor. Es ist uns unfaß- bar. wie- ein Journalist sich heute noch darüber im unklaren befinden kann. Daß die Waffenbesitzer von rechts und von links über eine bloße Bekanntmachung einfach gelacht hätten, wird kein Unbefangener bestreiten können. Ein Gesetz war also leider notwendig, um den französischen Militaristen einen der vielen Vorwände zu nehmen, aus die sie lauern, um insRuhrgebiet einzumarschieren. Wir wollen nicht glauben, daßx der Berichterstatter der „Humanite" es der Sozialdemokratischen Partei verübelt, daß sie daran mitgewirkt hat, dieses nationale und wirtschaftliche Unglück von Deutschland abzuwenden. Nachdem' der Berichterstatter die? alles nun sorgfältig der- schwiegen hat, rühmt er die Protestaktion der U n a b" hängigen und Kommunisten gegen das Entwaff- nungsgesetz, das ausschließlich gegen die Arbeiterklaffe gerichtet sei. Caussy schreibt:„Großartige Demonstrationen haben in Berlin stattgefunden". Es ist bekannt— und auch durch jene radikal- demokratischen Berliner Blätter, die sonst die Unabhängigen mit Glacehandschuhen behandeln— bestätigt worden, daß die Demonstratton am Lustgarten ein absolutes Fiasko war. Was aber vielleicht dem Berichterstatter der „Humanite" nicht bekannt' ist, das ist, daß die Reichstags- fraktion der U. S. P. ursprünblich eine sehr verständige Haltung gegenüber dem Gesetz eingenommen hatte und daß ihr Vertreter im Ausschuß, Dr. Rosenseld, zuerst nur für Verbesserungen kämpfte�— gleich unseren Kommissionsmitglicdern. Erst als von kommn- nistischer Seite aus die Protestparole«usgegeben und der- Dcmonstrationsrummel inszeniert lvorden war, s i e l e n d i e u n- ab hängigen Reichstagsabgeordneten um und hielten im Plenum und im L u st g a r t e n die schärfsten Anklagereden gegen das„Zuchthausgesetz", Dieser Ge- sinnungswechsel, wurde übrigensin der„Roten Fahne" vom 4, und vom 5. d. M. ausführlich geschildert. Das Organ der Kom- innnisten�wußte sogar zu erzählen) daß die Bezirksleitung der U. S. P. eine Demonstration zuerst ausdrücklich abgelehnt hatte und „daß es in der Parteileitnng der N. S. P. einen sehr heitzwn Kampf gekostet hat, um überhaupt durchzusetzen, daß die Demonstration noch in letzter Stunde angesetzt worden ist." Sodann heißt es in dem Bericht:. „Jedoch ist das Gesetz durch den Reichstag angenommen war- den mit Hilfe der m e h r h ei! s s o z ia l i st i s chen Stirn- m e n. Letzter« rühmen sich dessen, daß sie es haben mildern lassen, indem die Erlasse des Reichskommissars einem Ausschusse des Reichstages zur Genehmigung vorgelegt werden müssen, der auS Mitgliedern aller Parteien besteht. Andererseits haben sie„ge- droht", gegen Las Gesetz zu stimmen, falls die Regierung auf ihrer Absicht bestände, Freiwilligenkorps zu organisieren/ nach dem Muster der Marburger Studenten, um die Entwaffnung durchzu- führen. Auf diese Weise glauben di« MehrheitS- sozialisten„gehanvelt" zu haben." So wird vor den französischen Parteigenossen unsere Partei vorhöhnt und verdächtigt, und es wird der Eindruck enoeckt, als trage sie die Schuld daran, wenn ein angeblich über- flüffiges Gesetz, das sich gegen die Arbeiterschaft richte, ange- uoaenen worden sei., s Ms war es in Wirklichkeit? Wäre für dcrS Entwaff- nungsg-esetz keine Reichstagsmehrlwt vorhanden gewesen, dann hätte die Ncgimmg, unter Hinweis auf die Notwendig- keit, das Abkommen von Spa durchzuführen und den Fran- zoseneinmarsch abzuwenden, den Belagerung s- zustand verhängt, um sich auf diese Art die ver- fassungsmäsiigen Möglichkeiten, die Entwaffnung durchzu- führen, zu verschaffen. Diese Eventualität war uns auch von feiten der Mehrheitsparteien angedeutet worden. Dann allerdings wären Tür und Tor der milita- ristischen Witlkür geöffnet worden. Dies ver- hindert zu haben, ist in der Tat das Verdienst der sozial- demokratischen Fraktion. Ihr weiteres Verdienst sind die Verbesserungen, die durch unsere Reichstagsvertrcter erreicht und die auch von den Führern der U. S. P.- Fraktion als solche— wenigstens unter vier Augen— anerkannt worden sind. Das ist der Erfolg unserer positiven Arbeit im Parlament, wäh- rend, nach dem Umfall der Unabhängigen, die bloße Dekla- mationspolitik nur zu Ausnahmebestimmungen geführt hätte. Darüber können alle einseitigen Dcrrstestnngen und ironischen Gänsefüßchen Causivs nicht hinwegtäuschen. Eauffy führt seit Monatigr in den Spalten der„Hu- manitch" einen Kleinkrieg gegen uns, den wir, teils aus Raum- Mangel, teils weil die Anwürfe zu unbedeutend oder zu albern sind, um eine Erwiderung zu lohnen, geflissentlich übersehen. Auch glauben wir, daß er innerlich nicht so schlecht über uns denkt, jedoch ans die Stimmung der leitenden Kreise seiner Partei Rücksicht nehmen muß. Wenn wir jedoch heute jenen tendenziösen Bericht über unsere Haltung zum Entwaffmings- gesetz ausführlich hcsprochen haben, so geschieht dies, weil er ein typisches Beispiel für die Art bietet, wie gegen uns im Aus- land und speziell in der französischen Partei die S-t i m m u n g gegen uns und zugunsten der Unabhängigen und Kom- munisten erzeugt und genährt wird. die Kälstberzunft. Noch lange wird üch die Oeffcntlichlrit beschäftige» müssen mit den Enthüllungen, die über die S p i b e l g e s ch ä f t r der verschiedenen kapitalistischen G c h e i m g e f e l l s ch a f t c n in den letzten Tagen erfolgt sind. Tie„VolkSstimmc" in Magdeburg, deren eigene Nachforschungen. die ersten Fäden für die weiteren Eni- hüllnngen fanden, ist in der Lage, über die Zusammenhänge der verschiedenen Organisationen Näheres mitzuteilen. Sie stellt fest. das, als gemeinsamer Geschäftsführer der„Tcntschkst Wirtschaftshilfe", ihrer kleinen Nebenstellen nnd der Pinkerton- Gesellschaft ein gewisser Otto Splittstößer in Berlin tätig ist, und zwar für die Pinkerton-Gesellschaft in der S ch e l l i n g- lt r a ß e 2, für die Wirtschaftshilfe in der Oranienburger S t r. C7. Fti der Leitung de? Pinkerton-NnternehmcnS sttzen weiter ein Herr v. Glllich, ein Major Bcrndt und ein Major Hoff- mann, alle« ehemalige Nachrichtenoffiziere, die auch der antidolfche- wistischcn Liga nicht unhekannt sind. Ferner üht darin da? che- malige Mitglied dos Berliner BollzugSratS Gerhard alias Dr. Gärtner, der als Lockspitzel hervorragende Dienste geleistet htzt. Tie„BolkSstimme" ist im Bcsstze einer Reihe von lehr inter- r,"Tanten Berichten der Wirtschaftshilfe, die sich rühmt, nur rein wirt- fchaftliche Nachrichten zusamwcngetragrn zu haben. Einer von diesen„rein wirtschaftlichen" Berichten enthält«iben v o l l k» n> m e- n« n � Plan ülicr'die Einteilung'der angeblichen Roten Armee lohne daF Rheinland) in Armeegruppen, Unter- kommvndos usw. Tiesem Berichte, ist die Bemerkung angcfüM, daß seine Ziffernangabcn aus dem„Oberkommando der Roten Armee in Halle" stammten nnd den BufstellungSlisten entnommen seien.' Tatsächlich entspricht dieser Plan in seinem Ausbau genau dem- jknigen, der kürzlich durch die..Magdcburgische Zeitung" veröffcnt. licht nnd dadurch, zum Anlaß wurde, daß> der ganze Spuk in die Luft flog. Die„Bolksstimme" veröffentlicht eine Liste von zunächst 17 N a m e'n, deren Träger diesen Zentralen al» Spitzel ge. dient haben. Außerdem sind auch eine Anzahl jüngerer Arbeiter U- l Vie/Zufgaben einer revolutionären Kunst. Von Hang B e n tz. Ich liege im Bett., Durch die halbgeschlossene Jalousie dringt Sommerlust in steten, schweren Wellen herein. Auf dem Tisch ein Petroleum>licht„ hellt mit gleichmäßig gelbem Schein die Wände des Zimmers. Große Schatten irgendwelcher Gegenstände auf dem Tisch sind seltsam gegen die Decke de? Zimmers gedreht. Ich sehe Bilder, dunkle Bücherreihen, vereinzelt aufblitzend einen Gold- schnitt, sehe alles gleichmäßig erhellt, flach und eben ohne sonder- Ikhen Eindruck. Müde sinken mir die Lider zu. Sieh! Das S«h- feld engt sich. Bücher. Bilder, Wände tauchen ins Dunkel. In das Licht aber kommt Leben. Mächtige Strahlenbündel schießen auf, fuchteln streifig umher, tasten goldslimmernd bis in mein Ge- ficht. Wenden größer, je mehr ich da§ Auqe schließe. Ein Vergleich drängt sich mir auf. NaturaliSmus-Expressia- nismuS. Naturalismus gibt unS die Dinge«ingewoben ineinander, wie das offene Auge sie uns zeigt. Expressionismus hebt das Ding aus dem Gewebe der anderen hinau», kristallisiert«S zur Besonderheit, zu eigenem, unabhängigem Leben. Und es quält mich der Gedanke, was diese Kunst geben kann der lechzenden Zeit. Zeit de» Verfalls ist es, eines noch nie dage- wesenen Krilturzusammenbruch». Zeit der Auferstehung, Amgong neuen Weltenbildes gleicherweise. Was die neu« Kraft schaffen muß, ist das Bild des Zeitmenschen. Wie keine andere Kunstrich- tung jemals ist der ExprefsionisnruS dazu geeignet. Den Stempel soll er aufdrücken unserer Zeit, aus der Menge kleiner Splitter ewiges Bild des heutigen Menschen fügen. Und wie sieht dieses Bild auS? Vcrsck Wommen hebt sich das Antlitz des arbeitenden, bitter ringenden Menschen, gebeugt, ein Reiner, unter dem Fluch vergangener Epoche, sich gleich fühlend unter Gleichen, iiefinnerst verbunden im Pulsschlag der Zeit. Vidi äußerlicher Tand ist uns verloren, grau und schwarz sind die Farben der Zukunft. Die Gesichter der Menschen haben sich geändert. Strotzende äußer« Gesundheit, frevelndes Hinwez- springen über mahnende Schlünde der Zeit bar sich �furchtbar ge- rächt. Grau, hager, fieberbaft sind die Gesichter, der Geist in Rätsel der Zukunft tief versenkt, weit hinabgelassen da? Lot in ver- borgcne Ströme des Zeitbewußtseins. Und über alle Stirnen hin. bleich, geisterhaft— srstheS, ganz.' ganz frühes Morgenlicht.-- Schenken kann uns auch die Kunst neues' Pathos, eingestellt wie keine ist sie auf hämmernden Pulsschlag der Revolution. Eine große Richtsäule haben wir in der russischen Literatur. Diese Literatur hat die Weisheit gehabt, die ung->heuren Glauben?- energiep ih-eS Volkes zum Auftrieb neuer Menschlichkeit zu nutzes Van jahrtausendalter Last des Dogmas befreit, hebt sie ewige Fackel deö Christentum» in die Nacht unserer Zeit. für Cpitzelzwecke geworben worden, um zunächst ganz harmlose Berichte über Bersammlungen und von den Arbeitsstätten zu liefern. Bei einige« von ihnen ist anzunehmen, daß sie nur aus Unverstand sich dazu hergegeben haben. Ihre Namen sind von der „Bolksstimme" den Gewerkschaft.'n mitgeteilt worden und werden zunächst nicht veröffentlicht. Dagegen steht fest, daß auS der Rc- daktio« der„Magdeburgischen Zeitung" der W-rtschastshilfe Be- richte geliefert wurden, ebenso auS der Redaktion der deutschnatia- nalen„Halbrrstädter Zeitung und Jntelligenzblatt". DaS Netz, das so gelegt worden ist, ist fo feinmaschig, daß es sehr großer Mühe bedarf, alle« Fäden pachzugehen. Wir werden in der nächsten Zeit noch wiederbolt auf diese Vorgänge zurückgreifen müssen. Inzwischen läßt daS Staatskommiffariat für die öffentliche Ordnung durch die Presse erklären, daß die Auf- deckung der Spitzelzcntralen auf Veranlassung hes Staatskommissars WciSmann selbst zurückzuführen sei. Die Durchsuchung der Ver- linex Bureaus habe er unterlassen, weil sie keinen Erfolg mehr versprach, nachdem die Presse vorzeitig der Oeffentlichkeit von der Entdeckung Kenntnis gegeben habe b?). Demgegenüber wird von zuständiger Stelle au» Magdeburg mitgeteilt, daß die Ermittlung nicht auf Berliner, sondern auf Magdeburger Veranlassung ongestcllt wurde«. Nachdem sich daS(zunächst von der„Volks- stimme" gesammelte! Red.) Material so weit verdichtet hatte, daß daS Zugreife» erfolgen mußte, ist der Staatskommissar in Ber- li» tclephonifch von den Vorgänge» in Kenntnis gesetzt und darum ersucht worden, Haussuchungen und Beschlagnahmung in den Berliner Bureaus ausführen zu lassen. Mach der Angabe iprr Magdeburger Stelleu fei die HcuSfnchung nicht mit Rücksicht auf die Presse abgclebnt worden, sondern«s fei erklärt worden, baß eS an einer rechtlichen Grundlage für die Haussuchung fehle. Der Widerspruch zwischen den beiden Angaben liegt auf der Hand. Tatsächlich hat der Sozialdemokrat Hör- sind in Magdeburg zugegriffen, in Berlin ist die Haussuchung aber nntrrbliebra. Lüttwitz spricht... Sein Präventivputsch. Die„Krcuz-Zeiiung" veröffentlicht einen ihr zuqe- gangcnen Brief des Gene als v. Lüttwitz, der zum größten Teil der nochnialigcn Rechtfertigung seines hochverräterischen Unternehmens gilt. Neues wird nicht gesagt, es ist�eine un- veränderte Zusammenstellung der Argumente, die wir hundert- mal jedes einzelne in alldeutschen Blättern gelesen haben. Natürlich bezeichnet es Liittirntz auch als sein Verdienst, daß er„die Radikalen früher zum Losschlagen gebracht habe". Die Generäle von 1920 sind genau dieselben wie von 1914. Wenn sie anfangen, geschieht daS immer nur, damit der andere nicht vorher anfängt. Prä- vent'vkneg, Präventinputsch... Wenn General v. Lüttwitz mit seinem Brief beweisen wollte, daß es keine Verdrehung und Klitterung gibt, deren ein altpreußischer General nicht fähig ist, so war der Brief überflüssig. Das wußten wir längst. Am Schlüsse seines Briefes schreibt Lüttwitz: Ich babi mich noch dem 17. März noch ciwn 8 Tage lim und in Bertin auigehotien. An mohgebenser Sl.lle war mein RufenibatlSort belannl.(Aver Herr v LüIIwiy war durch einige ,chnlani«nd Meuterer g schützt, Red. d. B.) Erst Ende Aprit bin ich in- Ausland gegongen, wert ich mich der zu eno.iiten. den langen U n t e r f u ch u n g s b a f t nicht auSleyen wollte. Sie bätie mich körperlich und seelisch heruntergebracht, und meine Verteidigung vor dem Richterstudl wiivde damit wesentlich b e- einträchtigt werden. jWenn daS nun jeder sagen wollte? R- ch. Vy Wie ich aber meinem Rechtsbeistnnd wiederholt geschrieben habe. bin. ich selbstverständlich bereit, zur Untersuchung zu erscheinen, wenn mir die Gewähr gegeben wird, daß die Gericknsverhandliing bald im Anschluß daran stausindet. Ich habe ihn gebeten dies beim Reichsgericht bekanntzugeben. Herr von Luttwitz ist wirklich allzu gnädig. Wir finden seine Bedingungen noch sehr milde, veijangt er doch nicht Bedingungsloses Beugen aber vor dieser Kunst, wie ich es häufig treffe, haben wir nicht nötig. Unser Volk ist wohl imstande, ewigen Werten neue Seilen abzugewinnen. Unser«.�gebildeten Klasion", allzusehr besessen vom Fieber alter, morscher Kultur, all. zuschr umengt von Zeiitlrchkeil, sind unfähig, neues Aufersteben mitzuerleben. Träger zu sein der neuen Zeit bleibt nur dem„un- gebildeten" Menschen der Arbeit. Unsere„Kultur" hat sich auf die Formel des Christentums festgelegt. Geschehen ist ihm bis jetzt nur Hohn. Wohl! Packen wir unsere Kultur bei dieser Bindung, fordern wir sie unaufhörlich, mit unerbittlichem, unablässigem Ernste zur Bezahlung dieses Wechsels auf. Sie wird sich zur Ein- kehr oder zur Bankrotterklärung entschließen müssen. Der Berliner Schubert-Chor in vberfchlesien. Seit dem 5. August befindet sich der etwa 186 Mann starke Berliner Schubert- Chor in Qberschlesien, um hier in verschiedenen Städten Vokal- konzerte zu geben und besonders die Arbeiterschaft sür den deut- schen Männergesang zu gewinnen. Das erste Ziel der Konzertreise war Oppeltz, wo das Konzert mit ungewöbnlichem Erfolge vor 8500 Menschen aller GesellschaftSichichten im Formschen Konzerigarten stattfand. Viele Hunderte bekamen keinen Einlaß und hörten auf den anliegenden Straßen zu. Der Schubert-Thor brachte hauptsächlich Volkslieder zum Vor- trag, von denen zwei russische Volkslieder in der Bearbeitung des Dirigenten Hermann S ch e r ch e n besonder« Beachtung fanden. Brausender Beifall lohnte jede Darbietung und steigerte sich zu begeisterten Zurufen, als der Chor am Schluß die„Jnternatio- nale" voraetragen hatte. Die Darbietungen de» ChorS sind von vollendeter künstle- rischer Reffe. In Hermann Scherchen hat der Chor einen eigen- Willigen Tirigenlen, dessen souveräner Führung er viel verdankt. Die oberschlesischen Blätter sprechen von einem Triumphzug des deutschen Volksliedes durch Ob'erscklesien. Trotz der Wohnungsnot gelang e?, in Oppeln den größten Teil der Sangesbrüder in Pri- vatquartieren unterzubringen. Die Berliner waren Bon dem Aufenthalt in Oppeln außerordentlich befriedigt. Nicht nur für die Sänger, auch für die Veranstalter der Konzertreise, den deutschen Arbeitersängerbund, den Allgemeinen GewerkschastSbund und den technischen Organisator der Konzerte, Dr. Wilhelm Zowc, bedeutet dieses erste Konzert einen wohlverdienten Erfolg. G— s. Zwei neue Lehrfilme. Di« Kulturabteilung de» U n i v e r- sutmsftlms, die mit besonderem Eifer den Lehrfilm pflegt, hat unter der Leitung von Praß Lampe, dem Vorsteher der Bild. stell« beim Zentralinstitstt für Erziehung unv Unterricht, zwei neue Filme herstellen lassen, die der Presse vorgeführt wurden. Beide sind von besonderer Eigenart und werden zur Vernn'chaulichung zweier ganz verschiedener Erdstriche beroorragend beitragen. Der eine Lehrfilm.bebaudelt die Lüneburg er Heide, diese in jeder Weise malerische und besonders geartete Landschaft, die auch in der Siedlung und Wirtschaft noch ihren besonderen Charakter einmal, daß für ihn die Kriegsgerichte wieder eingeführt werden und ihm nach der Gerichtsverhandlung der Rück- marsch über die Grenze freigehalten wird l. „Ireiheit" unö tzorthp-Hopkott. Vom Genossen Carl Lmdow, dem Verfasser des Aussatzes über den mißlungenen Boykott, wird uns geschrieben: „Mein Artikel in der AbendSausgabe deS„Vorwärts" vom lt. d. M. machte endlich auch die„Freiheit" darauf aufmerksam, daß so etwas wie ein Boykott gegen Ungarn bestand. Sie möchte ihr w oG> enlange» Totschweigen des Boykotts jetzt durch allerlei törichte Schwätzcreien vergessen machen. Ber- schwiege»« Waluheilen werden giftig, sagt Zaralhustra und, die , Freiheit" vom iL. d. Mis. ist ein lebendiger Beweis dafür. Ich habe»i dem Ariilel der Wahrheit die Ehre gegeben, und die Mit- schuld der deulichen Arbeiter Nicht ver'chwiegen. aber hätte die ganze Presse der U. S. P. nur halb soviel sür die Durchsiidrung des Boykotts getan, wie eine Ortsgruvpe des Teulicben Tran-porlarbciler« Verbandes, so wäre der Ausgang jedenfalls ein anderer gewesen. Wir Gewerkschaftsführer siiid gewohnt, nach j�der Niederlage den Ursachen des Mißerfolges nachzugehen, um ihnen beim nächsten Waffengang begegnen zu löirnen. Das halte ich sür notwendiger und zweckmäßiger, als lange Tolengeiänge anzustimmen und Ar« beiter gegen Arbeiter zu Hetzen, wie es die„Freiheil" beliebt, indem sie aus meinem Art kel etwas ganz anderes heraus- liest, als drin stebt. Aber ein Swelm gibt mehr ats er bat, und die Herren der„Freiheil" sind ebrenwerte Männer, da» find sie alle, alle ehrenwert... Im übrigen bestätigt die„Freiheil" in einer Zuschrift anS Oesterreich, auS eigenem weiß sie nichis dazu zu sogen, daß Ungarn auS den Nachbarländern(mit Ausnahme von Oesterreich) alles bekam, was eS brauchte und daß Oesterreich unter dem Boykott mehr litt als Ungarn. Die„Freiheil" macht inir gcwisselmaßen zum Vorwurf, daß ich von dem Abbruch des Boykotts überrascht wurde. Demnach hat sie gewußt, wie eS um die Wilkiamkeit des Boykotts bestellt war. Aber die„Freiheit" bat ihr Wissen für sich behalten und entpuppt sich so älS Kraft, die eine wirklich bewußte Schuld an der Niederlage des iillernalioualen Proletariats trägt." fiuch LuÜenöorff neutral. München, 12. August.(Eigener Drahtbericht deS„Vorwärts".) General Ludendorff, der zurzeit bei dem Erbgrasen F u g g e r?> Babenhausen unweit Augsburg weilt, sagte einem Vertreter der „München-Augsburger Abendzeitung", ffein Aufenthalt diene nur der Erholung, der er vor seiner Uebersiedlung nach München, wo er ein Landhaus gemietet habe, bedürfe. Ludendorff erklärte, er stelle sich auf den Boden, den die Regierung betreten habe. Um aber den NeutrolitätSstandpunkt wirklich wahren ßu können, sei Deutschland zu schwach; ohne bewaffnete Macht sei Deutschland nichts als ein' S P i e l b a ll zwischen der Entente und Rußland. Der Bolschewismus. werde' immer noch falsch beurteilt, auch von der Entente, die sonst eine Ver» Minderung der Reichswehr in diesem Augenblick nicht hätte fordern können. Ein Zusammengehen mit Rußland sei gewiß zu erstreben, ob ein solche» aber mit-, einem bolschewistischen Rußland möglich sei, müsse er bezwe-feln Diese Aeußerungen sind darum bemerlenSwert.-weil die fran- zpsischcn Imperialisten Ludendorff schon neben Trotzky sehen; übrigen» deutete auch der polnische Weltaufrus so waS an. Da? EntwafsnnngSgesstz in Kraft. DaS ReichSgcsetz über die Entwaffnung der Bevölkerung vom 7. August 1920 ist in der Nr. 169 deS ReichSgesctzblaltes vom 11. August 1920 veröffentlicht worden. DaS Gesetz ist mithin am 11. August in Kraft getreten. Die'D(e)»sträume des Reichskommissars befinden sich im Reich»- Ministerium des Innern, Am Königsplatz 6. Der Entwurf der Ausführungsbestimmungen, zu dem EniwaffnuiigSgesetz ist in Ar- beii. Der Entwurf wird in den nächsten Tagen mit den beteiligten ReichsressortS und sodann mit Vertretern der Länder� erörtert werden. Er bedarf alsdann der Zustimmung des vem� Reichstag gewählten Beirates. aufweist. DaS Auge schwelgt in schönen Heidebilderu; wer sich für die Entstehung des niedersächsischen Bauernhauses interessiert/ wird durch Trickbilder überraschend darüber ausgeklärt. Wie die Moore entstehen wird in gut gewählten Lebrbilcern vorgeführt. So wird der gange' Umkreis de- HeidegcbietS mit Land und Leuten vor uns lebendig und gibt nicht bloß flüchtige Unterhaltung, sondern ein- dringende Kenntnis. Bilder auS der afrikanischen Wildnis führt der andere Film vor, dessen Aufnahmen bereit- vor dem Kriege von der Afrikarcife Robert Schumanns herstammen.(Einzelne Teile daraus wurden berctts gezeigt.) Der große Wildreichtum Afrikas, besonders ,n den südlichen Savannen, ist hier ausgenutzt. Aufregende Jagd- und Fangbilder wechseln mit ruhigeren Szenen, die Lager- und Marschleben vorführen. Ter Charakter der Landschaft tritt deutlich hervor. Vor allem aber gewinn«, wir Einblick in das Leben der ostafrikanischen Groß- und Kleintierwelt; viele Tiere, die uns vom Zoologischen Garten her vertraut sind, können wir 'hier im freien Naturleben beobachten. Nilpferde, Antilopen, Zebra-, Elefanten, Hyänen sind einzeln und in TrupvS festgehalten. Ganze Schwärme von Pelikanen, Flamingos und Ibissen zeigen den unge- Heuren Reichtum an Vögeln. Schade, daß der Film noch nicht die Naturfarbe wiedergibt. Diese'aufflatternden Vogelwokkcn müßten unbergleichl'che ftarbenreize entwickeln. Leider endigt jede Fnhlunanabme mit dem Tier immer mit seinem Abschuß. Di« Filmaufnahme der Zukunft wird es lernen müssen, uns das Tier mehr in seinem Leben, vor- allem auch in ieinem Gruppenleben, in voller Intimität vorzuführen. Technisch ist man längst dazu sähig. Bilder von einer gleichzeiig unternommenen Fangexpedition Hagen- becks sind auf dem rechten Wege: den Menschen als Kameraden, liebevollen Beobachter und Züchier de- TiereS zu zeigen und nicht nur als seinen Herrn und Mörder.— r. Bon der Bolkskochschule Thüringen. Die Hauptversamm- l u n g der Voll-.hoch'ckiil? Thüringen fand am 8. August 1920 bei zahlreiche, Beieiligung.nicvt nur au- Tbüringen, sondern aurn au- Sachsen. Westfalen, Mähren. Dänemark und Schweden, sowie von 'den deutschen SrammeSaenossen in Polen in Jena stakt Besondere Freude löste die Berncheruna eines dänischen VoPsbochschulleiteiS au», daß Dänemark sich nicht nur nls Voibild für das deutsche Volksbochschulheim fühle, sondein daß die bodenständige und e'gcn« aniae Art des deutschen VolkehochschulwesenS auch umgekehrt starke Anregungen bieie und daß auch für d-s Thüringer Volk-hochsch»l- beim Dreißigacker bald Schüler aus.Däncmaik in Betracht kommen würden. Eine eingebende AuSsptache bchandelle namentlich die Frage der Frauenlehrgänge.__ Tbeatcr. Di- Eiilimffiihnmq der Operette:. Liebe im Schnee" in der Komischen Oper finde» am SO. August'„tt. Bücher über Moden und Frauen. so»!e alte Origlnalmodekupser bat antZglich der Modennwche da? Antiquariat S. Mcyer. Potsdamer- Straße 2r, im Schausenster ausgestellt. »Neunzehnlinndertnennzehn«, eine Zellschnmre von Toni Jmpe. k o v e n und Karl M a t h e t n, hatte den ibrer Autjühr»-g am Frank» surter Schauspielhaus einen stürmischen Lacheciolg Das tück, das den Schwank einmal in neuere Bahnen lenkr ik! eine licbenSlvü» dige Satire au> so ungefähr alles, was tm Jahre ISlg reif zur Satlre war. / L / wie foröern Das Saargebiet befindet sich im Zustande wrldesten Durcheinanders. Die Beamten haben zum Schutz ihrer Rechte die Arbeit eingestellt, dev Bclagerungs- zustand ist verhängt, die Eisenbahner werden mit Gervast zum Dienste veranlaßt, hisher jedoch ohne Erfolg. Mit sehr starker Verspätung gelangt endlich ein Brief in unsere Hände, der bereits am 7. August abgeschickt wurde und uns Nachricht bringen sollte von dem, um welche Dinge die'Beamten im Kampfe stehen. Wir setzen diese Forderungen in ihrer knappen Fassung, die so viel sagt, hierher, damit sie allen Deutschen bekannt werden: 1. Wir fordern für die Beamten und Arbeiter die Erhaltung � aller Rechte und Freiheiten, die am 11. Novrinbcr 1918 in Kraft waren. 2. Wir fordern, daß etwa in Deutschland eintretende Verbesserungen von der Reg'ierungskommission geprüft und iyr Caargebiet eingeführt werden., 3. Wir fordern, daß die Regierungskommisfion entsprechend ihrer wiederholten feierlichen Zusicherungen die Beamten und Arbeiter im Saargebiet jederzeit mindesten? ebenso gut stellt, wie ihre BerufSgenossetr im- ü b r i g e n Deutschland. 4. Wir fordern, daß die Regierungskommisfion- ihr Versprechen bezüglich der Ucbernahme und Beibehaltung der Beamten und Ar- beiter hält. S. Wir fordern die vollkommene Erhaltung der Beamten- und Arbeiterausschüsse, ihren Ausbau und ihre Entwick- lung nach den Grundsätzen, die in Teutschland in Geltung sind. 6. Wir fordern für uns das uneingeschränkte Recht, mit ' unseren deutschen Großorganisationen in Verbindung zu bleiben und mit den Großorganisationen anderer Länder jeder- zeit in Verbindung zu treten. T. Wir fordern, daß die Regierungskommission ihr Versprechen bezüglich der Anstellung von Ausländern im Staatsdienste hält. '8. Wir fordern die uneingeschränkte Einführung des Be- �triebspätegesetzes. 9. Wir fordern einen unabhängigen Richterstand, zu dem die ganze Bevölkerung Vertrauen haben kann. 19 Wir fordern die Beseitigung der letzten Reste der Militär- Herrschaft. 11. Wir fordern energische Maßnahmen gegen die Woh- nungsnot. 12. Wir fordern durchgreifende Maßnahmen zum Abbau der Preise für Lebensmittel und Gebrauchsartikel. 13. Wir fordern ausreichende Belieferung mit billigen Kohlen. 14. Wir fordern die Ausweisung der landfremden Wucherer und Schieber und strenge Maßnahmen gegen ihre einheimischen Genossep. IS."Wir fordern an den Zollgrenzen Erleichterungen für die Einführung von Lebensmitteln und Bedarfsartikeln aus Deutschland. 19. Wir fordern die sofortige Bildung einer Volksvertretung auf Grund allgemeiner, gleicher, geheimer und unmittelbarer Wahlen. 17. Wir fordern, daß die Regierungskommission bor dem Zu- sammentritt dieser Volksvertretung keine Verschlechterungen der am 11. November 1918 in Kraft gewesenen Gesetze und Verordnungen mehr vornimmt. Untei-zeichnet sind diese Forderungen von folgenden Or- ganisationen: Bcamtenbund des Saargebiets. Reichsgewerk- schaft deutscher Eisenbahnbeamten und-onwärter, Gewerk- schaft deutscher Lokomotivführer, Deutscher Eisenbahner- Verband, Gawerkschaft deutscher Eisenbahner und Staats- � bediensteten. Allgemeiner Eisenbahner-Verband, Fachgewerk- schaft der Eisenbahnfahrbeamten Deutschlands. Die„Regierungskommission", die im Auftrag des „Völkerbundes" den„Saarstaat" verwaltet, hat deck Beamten ein sogenanntes Boamtenstatut aufnötigen wollen, das sie recht- und schutzlos machen würde. In einem Aufruf, der vot Beginn des Streiks von den gleichen Organisationen ver- öffentlicht wurde, heißt es: Wo die Saarrcgierung alö Arbritgeber in Frage kommt, da verfolgt sie zielbewußt eine Metliode der vollkommenen Unterdrückung der Freiheit und deS Rechtes., Die Regierungskommisfion ist nach unserer Ansicht verpflichtet, ibr Amt im Namen des Völkerbundes und im Sinne der Völkerversöhnung auszuüben und nach den Grundsätzen der Freiheit und Demokratie für das Wohl der gesamten Saar- bevölkerung zu sorgen. Diese Ausgaben hat sie sich auch in ihren wiederholten feierlichen Proklamationen an die gesamte Bevölkerung zu eigen gemacht. WaS in den Verhandlungen mit ven Vertretern der Beamtenschaft zutage getreten ist, läßt alles andere erkennen. nur nicht das ein«, daß vie Regierungskommission auch wirklich " gewillt ist. diese Aufgabe zu erfüllen. Die Regierungskommission hat zweifellos die Macht, wir haben auf unserer Teile nichts, als unser gutes Recht.... Dementsprechend verweigern die Beamten ihre 'Arbeitskraft, Sabotage irgendwelcher Art darf jedoch nach dem Willen der Organisation nicht verübt werdekk. Zu der vom W. T. B. verbreiteten und auch im„Vor- wärts" wiedergegebenen Meldung, daß die Weichen aufge- rissen und E i s e n b a h n s i g n a l e z e r st ö r t wurden, wird uns berichtigend mitgeteilt, daß die Weichen und Sauste nach dem Verlassen des Betriebes durch das Personal ge- schlössen waren. Als nun der erst? Schnellzug Paris— Frankfurt d u r.ch französisches Personal g e s a h< ren wurde, wurden die Weichen durch die Durchfahrt einfach aufgeschnitten. Die französische B?satzung fährt inzwisckien fort zu versuchen, das Eisenbahnperional zum Dienst zu zwingen, indem man ihnen ein in französisch und deutsch abgefaßtes Schriftstück zur Unterschrift vorlegt. Wer nicht u n t e r' ch r e i b t. w i � d verhaftet. Wie man bört, sollen bis setzt drei Schaffner unterschrieben haben, die den genannten Schnellzug bedienen lind fahren helfen. � Ter Erfolg des Streiks. HavoS mektwt aus SaarP rücken: In der Tlreiklage bot sich im großen und aor.zen nichts geändert. Die'Führer der Ge» werkfchofteit suchen Verhandlungen zwi sehender RegierungS- kommission und der Haupistreikleitung herbeizuführen. Der Kam- mandierende General verösientlicht einen Anschlag, nach dem in Anbetracht der tadellosen Haltung der Bevölkerung des SaargebietS der P a tz z w a n g aufgehoben untr der Straßen- verkehr bis nachts 12 Uhr freigegeben wird. Die Zeitungen können unter Vorzensur«rstheinen. Ter �Bund der Bergarbeiter cm der Saar hat die Wieder- aufnähme der Arbeit beschlossev, weil seine Akuon nur al» Svmpathiestreik gellen''ollte. Inzwischen haben zwischen der Hauptstrerilcitung und der Regierungskommission zu Saarbrücken Verhandlungen stattgesuu-den. bei denen Präsident Rault allen Be- amten daS politische Koalitionsrecht zugestanden hat, nur für für alldeutsche Vereine nicht. Der General- sekretär der Regierungskommission, Maurice, versprach, daß alle' Unwrbcamten, die bisher Arbeiterorganisationen angehört haben, auch fernerhin in diesen Organisationen verbleiben dürfen unter der Voraussetzung, daß diese Organisationen kein« politischen Ziele verfolgen. Die Hauplstreikleitung erließ eine Kundgebung, wonach die Bewegung nicht das geringste mit den Be-. strebungen des H e i m a t d ie n ste S-. oder irgendeiner anderen politischen � Tendenz gemein hat.„Wir kämpfen einen rein fach- lichen Kamps, den Kampf um die Erhaltung unserer freien Volksenttvicklung, um unsere wirtschaftlichen, politischen und persönlichen freiheitlichen Rechte!" Der-wegen Spionageverdachts im Auftrage der Saar- regierüng verhaftete Redakteur O l l m e r t(Z.) aus Saarbrücken ist e n t k o m m e n.' Gewerkstbestüche Hetriebsrätezentrale. Aus Berliner Gewerkschaftskreisen wird uns geschrieben: Am Donnerstag fand im Lokal„Jugendsäle", Rosenthaser Straße 33, eine kombinierte Sitzung der Gruppenräte der Asa und der Zentrale in den Zellen statt. Nach eingehender Aussprache wurde einstimmig folgende Entschließung angenommen: „Die Versammlung beschließt: Die Zusammenfassung aller Angestellten- und Arbeiterräte in eine freigewerkschaftliche Zen- trale ist sofort vorzunehmen. Zu diesem Zwecke ist eine sechSgliedrige Kommisiio» zu wählen, die alle Vorarbeiten schleunigst gemeinsam mit den bisherigen Leitungen der Afa und der Zentrale in den Zelten vorzu- �.nehmen hat." Gewählt wurden auS den Reihen der Angestelltenräte: Wil- Helm Bernard und Siegmnnd Sußmann(Metallindustrie), Julius Jacubowitz(Handel). Aus den Reihen der Arbeilerräte: Reinhold Herrmann(Buchdrucker), Otto Lück(Metallarbeiter), Otto Kamer- meier(Städtische E. W.). Nach erfolgtem Zusammenschluß löst sich die Zentrale in den Zelten sofort auf. Die Legitiipativnskarten der Afa und der Zentrale in den Zelten behalten vorläufig ihre Gültigkeit. Die Angestellten- und Arvcitcrrnte werden aufgefordert, dem' Aufruf der Münzstraße zur Erfassung der Betriebsräte nicht, Folge zu leisten. Die Aus- gäbe der Legitimationskorten für die aus dem Boden des A.D. G.B. und der Afa Stehenden erfolgt in den nächsten Tagen. I. A.: Herr mann. Bernard. Raub am Clenü. Unter dieser Heberschrift schreibt der.NewyorkAmerican", es sei geradezu eine Schande für Amerika, daß das vollständig ge- brochene und halb verhungerte deutsche Volk itn Laufe des Jahres 599 Millionen Dollar in Gold zahlen müsse, um eine amerikanische Armee auf deulschem Boden zu unterhalten. Es wäre schon eine Gemeinheit von Amerika gewesen, von den Deutschen S99 Millionen zu verlangen, um sie in der eigenen Tasche verschwinden zu lassen. Aber dickse ungeheure Summe absichtlich zu vergeuden und die Deutschen zahlen zu lassen, sei eine kallblütige Grausamkeit. Es sei ein neurotischer Unsinn, über einen Bund des ewigen Friedens zu -eeden und ein hilfloses, hungerndes Volk zu berauben, indem man ihm eine Armee aufzwinge, die paradiere, Geld ausgebe und nichts lue. » WaS aber bedeuten die paar amerikanischen Didijionen, die sich überdies anständig benehmen, gegen die Verwandlung des f r a n z ö- i i s ch besetzten Gebiets in ein Riesenlager zur Ausbildung aller möglichen Speztallruppen, mit einer ungeheuren Belegschaft grüßten- teils farbiger Kuliurträzer, mit Ucbergriffen und Provokalionen ohne Zahl,. j. < Amerikanerexzetz. Montabaur, 12. August. In einer Festlichkeit der Arbeiter der Alassabrtk Wirges im Westerwald wurden am 24, April betrunkene amerikanische Soldaicn, die in das Festlokal eingedrungen und die Fiaüen belästigten, herausgeworfen und draußen verpliigelt. Der Zahlstellenvorsitzende des Giosarbeiterverbandes, Koopmann, wurde daraufhin verhaftet und vom amerikanischetr Kriegsgericht zu sechs Monaten Zwangshast uind 9999 M. Geldstrafe verurteilt. Der frühere Minister Dr. Koesler bemühte sich vergeblich, die Haftent- iassung des Koopmann zu bewirken. 2. oöer 5. internationale! Paris, 12, August(W,T,B.)'Die- Sozialistische Parter Frankreichs wird sich deninächst über den Versuch Ca cht ns und Frossards aussprechen, die Sozialistische Partei Frank- reichs zur Anerkennung der 3. Internationale zu veranlassen.„Da Vis sooialiste"(dem neneri Wochenblatt dex Renaudel-Gruppe) veröffentlicht einen energischen Protest einer Anzahl Sozialrslen, und zwar nicht der unbedeutendsten, gegen die Haltung Tiichins und Frossards. Zu den Unterzeichnern gehören Basly, Boncourl, Barthelemtz, Auriol, Varenne, Bedouee, C o n st a n t, Prevost und Renaudel sowie mehrere Vürgermeister größerer Genrniiden wie Toulon und Cette. Tie Unlerzeichner werfen Eachin und Frossard vor, durch tendenziöse Telegramme versucht z» haben, die franzö- fische Partei zum Anschluß an die 3. Jnlernalionaie zu bewegen, d. h, zur Anerkennung von Prinzipien, die in den drei Haupipunklen der Demokratie, der StZiidikaisorganisalion und der nalionake» Verteidigung eine Verneinung derjenigen Prinzipien seien� die die franzvsiichen Sozialisten bisher anerkannt bänen und denen die Unlerzeichner treu bleibe» wollten. Der 3, Jiilernätionale bei- zustimmen, heiße von der Partei den w i ch l i g.st e n Teil a b- l r e n n e p._ Die Räumung valonas. Bkailand, 12, August.(T, U,) Der„Secoio" erfährt aus Brndifi, daß dir Räumung Valonas durch die italienischen Truppen rasch vor sich gehe,' Sie beginnen mit dem Ausräumen-der Depots. Das Kriegsmaterial in Valona soll verkauft werden. Die letzten italienischen Soldaten sollen am 17. August die Stadt ver- wiien.-_ Streik im Vgtikan! Mailand, 12. August, iWTB.) Laut„Cofriere della Sera" sind die Angestellten des Vatikans zwecks Besserung ihrer Wirtschaft- iichen Lage in den Streik getreten. Die Angcstelllcn der vatilani- ichen Gärien haben beschlossen, nur einen Teil der Arbeiten bis zur Bewilligung ihrer Forderungen zu verrichten. In einer Polemik halte das Vaükanblatt„Osservalore Romano� letzhin geschrieben, wer dem Papst diene, brauche keine Organi- sation. Aber der Vatikan scheint gegenüber seinen Angestellten allzusehr auf dem Standpunkt zu stehen:„Du sollst nicht Schätze iammcln aus Erden I"_, Der beiitsckPstcrreichifch».Drahtvcrkehrstreik ist beendet. Am Freitag beräi der Kabrncttkrat über die letzten drei Forderungen; neun sind bereits angenommen, darunter die nach einmaliger Äei- Hilfe von 999 Kronen. Die Arbeiten der SozialisierlmgskommWon. lieber den Stand der Arbeiten der Sozialisierungskvmmission wird folgender halbamtlicher Bericht verbreitet: Die Kommission hat immittelbar nach ihrer unterm 13. April 1929 erfolgten Neiieiiibeiufung mit ihren Arbeiten begonnen. Sie bat sich durch Hinzutritt von fünfzehn Mitglieder� auf dr?i» undzwanzig Mitglieder ergänzt, Sie besteht zurzeit aus den Herren; Prof. Dr. Karl B a l l o d-Berlin, Friedrich B a l t r u s ch, Gesamiver« band der Christlichen Gewerkschaften, Berlin, Oberpräsident a. D. v, B a r o ck t- Bledau i. Ostpr., Dr. Adolf Braun, M. d, R,, Berlin, Adolf Cohen, Arbeitsgemeinschaft Berlin, Dr. Rudolf Hilfserding, Perlin, Otto HÜe, M. d. R, Essen a, d: Ruhr» Rittleiischeid, Heinrich Kaufmann, Griinau-Berlin, Karl K a rt t s i y, Charlotienburg, Direktor Hans Krönt er� Berlin, Dr. Robert K u c z y n s k i, Berti«, Prof. Dr. Emil Leder er, Heidelberg, Prof. Dr. Hugo Linde mann, Köln a, Rh,, Dr. Karl Melchior, Hamburg, Franz Neustedt, Gcwerkverein Hirich- Duncker, Beilin, Dr. Wolter R a t b e n a u, Berlin, Karl Friedrich v, S i e m e n S, M. d. R,, Berlin, Prof. Tr Joieph Schumpeter, Wien, Pauk U m b r e i t, Berlin, Dr. Theodor Vogel st ein, Berlin, Prof. Dr. Alfred Weber, Heidelberg, Georg Werner, Bund der technischen Angestellten und Beamten, Berlin, Rudolf W i ssell, M. d. St., Berlin. Mit den fachlickeck Arbeiten hat die Kommission sofort be« gönnen und hat m Unterausschüssen und Plenum in den verflossenen drei Monaten 82 mal getagt. Die zunächst in Angriff genommene Erörterung der Kohlen- frage ist abgeschlossen. Der schriftliche Bericht darüber wird im Lause des August der Regierung mitgeteilt und dann sofort der Oeffemlichkeit übergeben werden.(Verlag Hans Roberl Engelmann, Berlin.) Die Beratungen über die Zementwirtschaft gehen ihrem Abschluß entgegen, die über die K a l i w irt s ch a f t stehen vor ihrem Beginn. Die Arbeiten über di�,, Sozialisierung durch U e b e r n a h m e einzelner Wirtschaftszweige seitens der Gemeinden sKommunalisierung) waren Mitte Juli abgeschlossen. Die inzwischen gefaßten Beschlüsse des Slädtetages haben eine Wiederaufnahme der Beratungen über einzelne Punkte nötig gemacht. Der ab- schließeitde Bericht, der mit als Unterlage für das in Aussicht stehende. Gesetz dienen soll, wird nunmehr im September erscheinen. Tie weiteren Arbeiten der SozialtsierungSkommission sollen insbesondere auch der E i s e n w i r t s ch a f t, dem Wöhnungs» Wesen, sowie der besseren gemeiitwirlschaftlicken Ausgestaltung der bereits durch Verstaatlichung dem Privatkapital cnt- zogenen BelriebSzwerge(ReichSeisenbahn, RcichSpost) gewidmet sein. * In der letzten Sitzung des Reichstages am 6, August 1929 hat der RetchsarbeitSminister Dr. Brauns im Auftrage der Reichs- regierüng eine Erklärung zu der Frage der Sozialtsierung abgegeben, die um ihrer grundsätzlichen Bedeutung willen hier im Wortlaut mitgeteilt wird: Der Reicltswirtschaftsrat hat bereits in seiner Sitzung vom 24, Juli fast einstinimig sich aus den Standpunkt gestellt, daß die Kohlenwirlschaft nach g e m e i n w i r tss ch a s t l i ch e n Gesichtspunkten zu ordnen ist unter gl.nchzeitiger Heranziehung der Bergorbeiter und Angestellten' zu milver- antwortltchen Trägern dieser Wirtschaft. Ich bin nun er- müchtigt zu erklären, daß die Reichsregierung ebenfalls auf dem Boden dieses Beschlusses steht. Sie hap-den Herrn Reichs- wirts ch a fl S ni i n i st e r beauftragt, unverzüglich die Weiterverfolgung der Angelegenheit zu betreiben, sobald der im Laufe dieses Monats zu erwartende Bericht der SozialtsierungSkommission vorliegt, Art und Form der Sozialisieiurtg werden sich aus der Rottoeiidigkeit ergeben, die deuliche Kohlenwirtschast in der Richtung größter Produktioiisstcigmtng und Wirtschaftlichkeit zu entwickeln. Mit der Hervothebung dieses GesicblSPmtliec befindel sich die Retchsregierung cbensalls in völliger Uebereutstimmung mit dem Beschluß des Neichswtrlschaslsrats Vom 24. Juli. Gegen Sie§re!gabe öes Srotgetreides. Den P. P, N. wird von zuständiger Stelle geschrieben: Seit einigen Wochen wird durch Zeitungsnotizen versucht, unter unrichtiger Verwendung von Zahlen Stimmung gegen die öffentliche Bewirtschaftung des Brotgetreides zu machen. Dabei wird insbesondere der Zuschlag, den die Reichs- getrcidestellc dem Jnlanozmchlpreise zum Ausgleich für die teuren Auslandseinfuhren hinzufügt, den Kosten der Zwangswirtschaft hin- zugerechnet. Dies ist unrichtig. Ohne die Zwangswirt- schaft würden die Äetreioe- und Mehlpreise weit höher sein, als sie jetzt sind, denn der Jnlandsgetreidepreis würde bei der Uneptvehrliöhkeit der Getreideeinfuhr sich dem Aus- landspreise nähern, wenn nicht gleichkommen. Diese Verteuerung würde sich nicht, wie vielfach angenommen wird, nur. auf die Zu-, schußbezirke, die großen Sladte usw, beschränken, sondern würde sich auf das ganze Reichsgebiet erstrecken. Nur durch die Zwangs- Wirtschaft und die damit verbundene K o n t r o l�l e de r�E i n f u h r ist es möglich, zugleich mit großen Zuschüssen des Reiches den Getreide- und Mßhlpreis unter dem Auslands- preis zu halten. An der Zwangswirtschaft haben also rnchj �ur die Zuschußgcbiete. sondern auch die Ucberschußkrsise das größte Juteresse. Im neuen Wirtschaftsjahr wird der Zuschlag größtenteils von!>er Jnlandsgetreidepreiserhöhung aufgezehrt; die Kosten der Einfuhr sind»ur in ganz geringem Umfange berücksichtigt. Die Unkosten der ReichSgetreidestelle. d, h. die Kosten für die Zwangs- Wirtschaft selbst werden im neuen Wirtschaftsjahr durch starke Ein-- schränkung des Betriebes, der durch den Abbau besingt ist, weiter wesentlich vermindert werden und etwa 2.89 M,'für den Doppel- zeutner Getreide' betragen. Die ReichSgetreidestelle hofft, auch diesen Satz in Zukunft- noch erheblich vermindern zu können. Bei dieser Gelegenheit möge noch erwähnt werden, daß eine Erhöhung de» Vrotpreises nicht in Aussicht steht. Keinlrth gegen den Lohnabbau, Der einer Parlamentskorre- sponden» enlnoiuntene Bericht über die Verbatidlunoen im SieichS« torrtschaflSrät in unterer gestrigen Morgenausgabe, stellt die Rede des Abg. Keinalh so dar, als ob dieier Abgeordnete sich für den Lohnabbau ausgesprochen hätte, Herr Keinalh bittet uns hierzu iestzustellen, daß er ausdrücklich betont hat eine Herabsetzung der Löhne und Gehälter köiine angesichts der Kosten der Lebertehatiung mi ch't in Fragg kommen;.daher müsse eine Senkung der Waren- preise durch Verminderung der relativen Belastung der Judustrie- erzeugnisse erzielt werden, also durch Verbesserung der all- gemeinen Arbeitsverhältnisse, durch Stetgerung der Leistung und Verminderung der unproduktiven Ausgaben. Krise in der belgischen Leineniitdustrie. Eine ähnliche Krise wie in der be lg usch e» Baumwollindustrie beginnt nuumebr auch in der L e.i n e ni n d u st r te Platz zu greisen,' Verschiedene Fabriken haben ihre Arbeitszeit beträchtlich verringert und man bekürchtel, daß weitere zu gleichen Maßnahmen gezwungen werden. In. Gent- zählt man bereits eine Menge von Arbeirslosen. OewerMastsbsVegung Schiedsspruch für die Sinnenschiffahrt. Am 28. Juli d. IS. ist im Reichsarbeitsministerium ein Schieds« fpruch über die Enllohnung des Binnenschiffahrtspersonals gefällt worden. Diesen Schiedsspruch haben die Arbeitnehmer nunmehr angenommen, ebenso die Arbeilgeber für die Gruppen„Elbe, Lübeck und Oder"; dagegen haben die in der Gruppe„Märkische Wasserstraßen" vereinigten Arbeitgeber erklärt, sie niüßten den Schiedsspruch ablehnen. Sie seien durch den Wenbewerb der Eisenbahn und die ungünstige wirtschaftliche Gesamtlage so schwer in Mitleidenschaft gezogen, daß ihnen die Bewilligung von Zu- schlügen zu den Löhnen nicht möglich sei. Eine Erhöhung der Löhne würde sie zu einer weitgehenden Entlastung von Schiffs- Mannschaften zwingen. Dieser Einwand als Grund für die Ablehnung des Schiedsspruches ist schon deshalb nicht stichhaltig, weil die Arbeitgeber für die Gruppen„Elbe, Lübeck und Oder" mit den gleichen ungünstigen - Faktoren zu rechnen haben._ Zum Streik in der Dresdener Metallindustrie erhalten wir von der Verwaltungsstelle Dresden des Deutschen Metallarbeiterverbandes folgende Zuschrift: „Die in der Nr. 398 des„Vorwärts" aus der„Frankfurter Zeitung" wiedergegebene Notiz, daß in Dresden eine Anzahl �Betriebe streiken, da die Uebernabme de« Steuerabzuges von den Betriebsleitern verweigert wurde, ist irreführend. Nur in einem Betriebe, und zwar in'den„Elektromotoren-Werken" Heidenau, stehen 188 Beteiligte im Streik. Die Arbeiter dieses Betriebes hatten nachstehende Forderung der Betriebsleitung unter- breitet. Welche abgelehnt wurde: 1. Eine zehnprozentige Lohnzulage auf Stundenlohn und Akkord. 2. Restlose Bezahlung der Steuern ab 23. Juni 1929 von feiten der Firma. 3. Rückzahlung der bis jetzt von der Arbeiterschaft gezahlten Steuern als Prämie.. 4. Eine Prämie von 399 M. pro Kopf der Belegschaft. Diese Forderung ist von der Belegschaft aufgestellt worden, ohne daß die Organisationen zugezogen wurden, wie auch der Streik ohne Genehmigung oder Bewilligung seitens der Organisa- tionen erklärt worpen ist. Das Organisationsverhältnis im Betriebe ist folgendes: 99 Mitglieder der Arbeiter-Union, 29 Shndikalistey, 49 Metallarbeiter- verband, 48, welche sich auf Fabrik-, Bau-, Holzarbeiterverband, Hirsch-Dunckersche,'Heizer und Maschinisten verteilen. Der Streik wird von keiner Organisation geführt, wie auch die Arbeiter dieses Betriebes es bisher abgelehnt haben, zu ihren Versammlungen oder sonstigen Aktionen Vertreter der Organisationen hinzuzuziehen."'_ Ter Schiedsspruch für die Eisermöbel- und Trahtuetz- matratzen-�abrikantcn. Der Oberpräsident als DemobilmachungSkommistar für Groß- Berlin läßt der Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbände, OrtSkartell Groß-Berlin, nachstehende Verbindlichkeits- erklärung zugehen: Schiedsspruch vom 12, Mai 1920. Der Antragsgegner zahlt seinen Angestellten auf Grund des Schiedsspruchs vom 13. Dezember 1919 die Lohnsätze nach dem Tarif für die Angestellten der Berliner Metallindustrie. Auch die vom Verband Berliner MetaMndustrieller gewahrten Teuerungszulagen sind vom Antragsgegner für die Monate Februar und April in voller Höhe anerkannt. Bezüglich des MonatS März weigert er Zahlung der in diesem Monat erhöhten Teuerungs- zulagen. Diese Weigerung ist jedoch nicht gerechtfertigt. Wenn der Antrogsgegner die Berechtigung der Teuerungszulagen an sich anerkennt, so sind sie auch in der vom Verband Berliner Metallindustrieller als angemessen zu erachteten Höhe für ihn ver- bindlich. Unter Berücksichtigung der wirtsckiastlichen Verhältnisse der Angestellten erschien die Erhöhung der bisher gewährten Teuerungs- zulage im Monat März auch geboten und offenbar der Billigkeit entsprechend. Es war daher wie geschehen zu erkennen. Zum Tarifvertrag der Verficherungsaustenbeamteu teilt uns der Zentralverband der Angestellten folgendes mit: In unserem Bericht ist durch eine erfolgte unglückli-de Kürzung die Darstellung entstanden, als feien die dort erwähnten vier Punkte Zugeständnisse der Unternehmer, während sie in Wirklichkeit gerade umgekehrt Bedingungen darstellen, unter denen die Versicherungs- Unternehmungen alles auf die Festsetzung eines Mindesteinkommens der Akquisiteure glauben umgeben zu können. Irrigerweise ist auch in dem Bericht von einem Abzug der Spesen die Rede, statt von der Nichtberücksichtigung bei Anrechnung der Provisionen usw. auf das Mindesteinkommen. Wir möchten hierzu bemerken, daß der Bericht von vornherein die nötige Klarheit vermissen ließ. Zentralverband der Angestellten. Versammlungen am heutigen Freitag. 13. August. Fachgruppe 3a(Außen. handelsstellen): Oeffentliche Versammlung, abends 5 Uhr, in der Aula des Friedrich-Wilhelm-Gtimnasiums, Kochstraße 13.— Fachgruppe 14 o (Werkzeugmaschinenbau und Eisengießerei): Mitgliederversammlung, abends 7 Uhr, im Gesellschastshaus am Hackeschen Markt, Rosenthaler Str. 3S.— Fachgruppe 16c(Buchdruckerei- und Buchbindergewcrbe): Mitglieder- Versammlung im Verbandsbureau, Belle-Alliance-Str. 7/10.—Viktoria- Einnehmer: Abends 1tß Uhr bei Wille, Sebastianstr. 39. Deutscher Transportarbeiterverband. Reichsbetriebe und Ver- waltungsbehörden 1 Heute Freitag, den 13. August, abends 7 Uhr. im großen Saale des GeirerkschastsbauseS, Engeluier 14/IS: Vollversammlung. Tagesordnung: Bericht über die Verhandlungen vom 31. Juli und 2. August. Vollzähliges Erscheinen erwarten die Branchcnlcilungen. Gerichtszeitung. Das gestohlene Kind. Ein besonders frecher Diebstahl, durch den eine besorgte Mutter in große Aufregung versetzt worden ist, beschäftigte gestern die 7. Ferien-Strafkammer des Landgerichts I. Wegen Diebstahls, Kindesaussetzung bzw. Beihilfe war. die Frau Lina Damm und die noch nicht 18jährige Anna Weise angeklagt. Die in der Stromstraße wohnende Zfrau Hinz hatte eines Tages ihr in einem Kinderwagen vor ihrem Hause ruhendes 7 Monate altes Kind auf kurze Zeit der Aufsicht eines ihr bekannten achtjährigen Mädchens anvertraut. Als sie nach dem Kinde wieder sehen wollte, war der Kinderwagen mit samt dem Kinde verschwunden. Das Mädchen erzählte der entsetzten Mutter weinend, � daß zwei weibliche Personen an den Wagen getreten seien, sie bei Seite ge- stoßen hätten und dann den Wagen gefaßt und in aller Eile sich mit ihm entfernt hätten. Durch die in den Zeitungen über diesen sonderbaren Fall erschienene Notiz gelang es, die beiden Ange- klagten als die Täter zu ermitteln. Die Angeklagte Damm hatte in der Brunnenstraße das Kind aus dem Wagen genommen, ihm einen Keks in den Mund gegeben und es dann in einem dortigen Hause, in dem ein lebhafter Verkehr stattfand, vor einer Tür niedergelegt. Der Wagen intt den Betten ffk dann für»9 M. verkauft worden. Das Kind wurde bald darauf von einem Haus- bewohner vorgefunden und nach dem jiBgisenhause gebracht. Von dort ist es der Mutler wieder zugeführt worden, ohne daß eS glücklicher Weise gesundheitlichen Schaden erlitten hat. Da die Tatsache, daß es sich um ein von vielen Parteien be- w�hvtes Hau? handelt und dem Kinde auch etwas Nahrung und> ein Kissen als Unterlage mitgegeben war, das Tatbestandsmerk- mal der Hilflosigkeit" ausschloß, so erkannte das Gericht wegen der Kindesaussetzung auf Freisprechung. Im übrigen erachtete das Gericht den begangenen Diebstahl für besonders frivol und verabscheuungswert. Die Angeklagte Damm, die auch noch mehrere kleine Diebstähle ausgeführt hat, wurde zu 2 Jahren Gefängnis, die Weise wegen Beihilfe zu 4 Monaten Ge- fängnis verurteilt._ Jugenüveranftaltungen. Heute Uhr: Borsigwalde: Jugendbeim Kemeindeschule Tietzftraße. Vortrag: Ein russiches Ärcnzabenieuer.— Gesundbruilncn: Jugendheim 298. Gemeinde- schule, Jugendzimmer. Goienburger L trage 2. Mädchenabend.— Lichtenberg: Jugendbeim Partaue 19. Bortrag:„Sport und Arbeiterjugend."— Mahlsdorf: Jugendheim Gemeindeschule. Waldersee'traße. Mädcheuabend. — Strukölln: Jugendheim Rogatslraße 53. Vortrag: Darwinismus.— Riederschiiuhauten: Jugendheim 1. Gemeindeschule, Biankenburger Siratze 69/79. Mädchenabend.— Nordosten: Jugendheim Aula der Real- schule Pasteurstraße. Bortrag: Hemrich Heine.— Petersburger Viertel: Jugendheim Straßmannstr. 29. Distussionsabend.— Süden i Jugendbeim Jugendllubzimmer der Gemeindeschule WilmSstr. 19. DiSkussions- abend: Juqendschußsorderungen.— Treptow-Baumschulenweg: Jugend- heim Elsenstr. 3. Vortrag: DaS Erfurter Programm. Derantwortlich iiir den redattionellcn Teil: H. Lcpire.Hermsdorf; fllr Anzeigen: Z». Gl-ttte, Berlin. L erlag: Vorwärts-Verlag G.m.b.H.. Berlin. Druck: Bor- waris-Buchdruckerei u. Verlagsanlialt Paul Singet u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. i Hierzu 1 Beilage. üy sSitit... Wie der Continental-Pncurnatik seinen Weltruf durch seine Qua« lität begründete, genau so werden Continental- Absätze in einer Giunmirnischung hergestellt, die als die denkbar vollkommene erprobt wurde. Verlangen Sie daher bei Ihrem Schuhmacher (Sntinental � Absätze So gut wie Continental-Reifeo. Vlie vor dem Kriege steOen wir wieder unser„Urbin* aus Terpentinöl und ersrKlassigen Edel- wachsen her und bringen diese ganz hervorragende Gwaltfäf unterder Bezeichnung etrftn- Terpeiitlnölware in Posen mit Banderote in den Mandel. Oiest Fritafms-GlualitSt iit In allen Getrtiiftet» zuhaben. 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Der Beschluß des volkswirtschaftlichen Ausschusses dxs Reichs- tages, die Fleischkarte demnächst aufzuheben und die Kundenliste be- stehen zu lassen, ist auch von der Berliner Bevölkerung mit sehr gemischten Gefühlen aufgenommen worden. Namentlich in den minderbemittelien Kreisen hat diese Lockerung, der bisherigen Zwangsbcwirtschaitung des Fleisches mancherlei Bedenken hervor- gerufen. Vor allem wird wohl mit Recht befürchtet, daß durch die Regelung der Versorgung lediglich a»rf Grund der Kundenliste eine Gewähr dafür, daß jeder Kunde unbedingt das ihm zustehende 'Quantum auch erhältt, nicht ohne weiteres gegeben ist. Mit der Frage, wie die Fleischvcrsorgung Groß-Berlins nach Aufhebung der Flcischkarte am zweckmäßigsten zu regeln wäre, be- schäfligle sich gestern eine Konferenz von Vertretern der Viehgroßhändler, Kommissionäre und F l e i s ch e r m e i st e r, an der für die letzteren die Vorsktzenden der Wirlichaftsgenossenschasten der' einzelnen Groß- Berliner Schlächterinnungen und Vertreter der verschiedenen Gemeinden teilnahmen. In Vertretung des Dezernenten der Lebensmittel- Versorgung der Stadt Berlin war Stadtrat Stauf» erschienen. Auch ddr Direktor des Viehhofes war zu der Besprechung hinzugezogen. Während die Großhändler sich entschieden für die völlig freie Be- wirlschaftung des Viehs einsetzten, wurden von den Laden- fleischern Bedenken gegen eine völlige Lockerung der bisherigen Zwangswirtschaft erhoben. Die Fleischermeister b'clten insbesondere Maßnahmen der Gemeinden dahingehend für notwendig, daß jedem einzelnen Verbraucher der Bezug der ihm zu- stehenden Ration auch gewährleistet wird, und andererseits wurde anerkannt, daß eine gewisse Kontrolle der Geschäfte nicht entbehrt werden könne. Seilens der Vertreter der Fleischerinnungen wurde der Vorschlag gemacht, daß d!e Gemeinden Lieferungs- Verträge abschließen, die Durchführung dieser Verträge aber den Wirtschaftsgenossenschaften der Fleischerinnungen übertragen sollen. Tie Verteliuug und der Verkauf des Fleisches hätte dann drtrch die einzelnen Fleijchermeister auf Grund der besonderen Anordnungen des Magistrats zu erfolgen und die einzelnen Geschäfte würden sich den Benimmungen der Genossenschaften und damit auch deren Kontrolle zu unterwerfen haben. Die Fleischermeister sind der Ansicht, daß auch nach Aufhebung der Fleiichkarte gewisse Zwangs maß- nahmen der Gemeinden nicht werden zu umgehen sein, um eben jede/n einzelnen die unbedingte Belieferung zu gewährleisten und den Schleichhandel zu unterbinden. Die Besprechung hatte nur informatorischen Charakter; der Berliner Magistrat und auch die übrigen Gemeinden wollten sich zunächst über die Ansichten der'Vertreter des Fleischergewerhes unter- richten. Der Berliner Magistrat seinerseits wird sich demnächst eingehend mit der Frage der Regelung der künftigen Fleisch- veriorgnng beschäftigen und er wird dabei die mancherlei Bedenken und Befürchtungen, die bisher aufgetaucht sind, zu berücksichtigen haben._ DieBesprechtMgettübrrdieNettregelungdcrPolizeistunde, die gestern im Reichswirtschaftsministerium stattfanden und' an denen Vertreter des Reichsministeriums des Innern, des Auswärtigen iZmts, des Reichskoblenrats und des Polizeipräsidiums teilnahinen, wurden nach mehrstündiger Dauer ergebnislos abgebrochen, lieber die erforderlichen Maßnahmen zur Kohlen- ersparnis konnte zwischen den verschiedenen Behörden eine llebereinstimmung nicht erzielt werden. Jedenfalls trifft es einstweilen nicht zu. daß«ine Herabsetzung der Polizei- stunde demnächst eintreten wird. Dagegen muß mit anderen ein- schneidenden Maßnahmen zur Verringerung des Kohlenverbrauchs in Berlin gerechnet werden. Die Beratungen werden in den nächsten Tagen fortgesetzt._ Bahnhof Köllnische Heide. Am Montag, den 16. d. Mls. wird, wie bereits kurz mitgeteilt, an der Bahnstrecke Renkölln— Baums chulenweg eine neue Vorortstation, Köllnische Heike, als Bahnhof i. Klasse eröffnet. Da die Züge, die zunächst cm dieser Station halten, keine Packwagen führen, so wird nur der Personenverkehr eröffnet, während die Beförderung von Gepäck und Expreßgut vorderhand von diesem Bahrihof noch nicht stattfindet. Auf dem neuen Bahnhof tperdcn alle diejenigen Züge hakten, die vom Slldring(Friedenau-Wilmers- dorf bzw. Hermmmstraße) nach und von Grünau verkehren. In der Hauptsache handelt es sich hierbei um solche Züge, die aus« schließlich dem Berufsverkehr dienen, also in der Zeit zwischen 6 und 9 Uhr vormittags und 2 und 4 Uhr nachmittags gefahren werden. Besonders bequeme Fahrverbindungen erschließen sich von dem neuen Bahnhof nach Grünau einerseits und den Vorort- stationen des Siidringes andererseits. Die schon vor einigen Jahren fertiggestellte Vorortstation, die des Krieges wegen nicht eröffnet worden ist, wird nunmehr dem Verkehr übergeben. Ein Gefangener, der sich selbst entläßt.- Durch gefälschte Eni- lassungspapiere Hai'' es ein früherer Vizewachtmeister verstanden, selbst seine Freilassung aus der Militär-Arrestanstalt zu„der- fügen". Ein gewisser Otto Müller hatte als Äizewachtmeister bei seinem Truppenteil größere Unterschlagungen be- gangen, wegen der er zu einer längeren Gefängnisstrafe der- urteilt wurde. Zugleich wurde seine Degradierung'angeordnet. Müller hatte sich nun früher schon„für alle Fälle" Entlassungs- Papiere besorgt, von denen er, als er in die südliche Militär- AISk«eikkM!isMlkMmtnS.V.S. heute abend 6 Uhr, im„LchrervereinshanS", Alexanderstr. 41. Tagesorönung:«.Kriegsgefahr unö Neutralität''. Ref.: Genosse Richard Fischer. Alle Parteifunktionäre, Betricbsvcrtrauenslente, Ange- stellten- und Beamteuvertreter werden aufgefordert, vollzählig anwesend zn sein. Grüne Karten und Mitgliedsbuch gelten als Legitimation. Hezirksvorstanö. Arrestanstalt untergebracht worden war, auch bald Gebrauch machte. Er füllte einen Entlassungsschein aus, auf dem ange- ordnet wurde, daß der frühere Vizewachtmcsiter Müller vorläufig auf freien Fuß zu setzen sei, gab diesen miem zur Entlassung kommenden Mitgefangenen mit, der ihn in einem Umschlage ag die Gefängtzisdirektion in den Briefkasten steckte. Diese schöpfte denn auch keinen Argwohn, als die Freilassungsverfügung eintraf und setzte Müller in Freiheit. Diese benutzte der Freigelassene, um allerhand Diebstähle zu begehen. Zuletzt legte er sich auf den Gepäckdiebftahl an den Bahnhöfen. Hierdurch fielen ihm auch Ausweispapiere aller Art in die Hände, von denen einige auf die Namen von Studenten, eines Prokuristen usw. lauteten. Kam es nun einmal vor, daß er abgefaßt wurde, als er wieder mitz einem Gepackt davonziehen wollte, so legitimierte er sich dem Bestohlenen gegenüber als Student oder dergleichen, sagte, daß lediglich ein Versehen vorliege und diese glaubten ihm auch seine „ehrenwörtlichc" Versicherung in der Regel. Als jedoch jetzt ein Beamter ihn festnahm und er sich diesem als früheren Offizier und jetziger Student Otto Beth auswies, wurde der Schwindel entdeckt. Keine Gefahr für die Ferienkitiber in Ostpreußen. Nach den beim Jugendpflegeamt der Stadt Berlin vorliegenden Nachrichten sind die in den ostpreuhischen Grenzbezirken auf dem Lande zur. Erholung gebrachten Kinder außerhalb jeder Gefahr. Grenzverletzungen find nicht vorgekommen. Bei der deutscheu Grenzbevölkeruug selbst ist keine Unruhe vorhanden. Der Weg zur Siedlung. Vielfach ist heuie die Anschauung öerbreitet, daß das mit großen Erwartungen begonnene Sied- lungswerk infolge der heute maßlos gestiegenen Baukosten zum Scheitern verurteilt sei. Daß es heute sehr wohl noch möglich ist, ohne übermäßige eigene Geldopfer, selbst in nächster Nähe der Großstadt, ja sogar ohne Staatszuschüsse, ein eigenes Baus zu errichien, beweist ein Bericht im neuesten Heft der Zeit- schrtft„Die Volkswohnung"(Verlag Wilhelm Ernst u. Sohn, Berlin), den Regierungsbaumeister Gerhard Jobst über ein von ihm fertiggestelltes Wohn ha us erstattet. Das Haus steht in Kaulsdorf bei Berlin, ist in einfachster Bauweise als Fach- w e r k b a u ausgeführt und enthält eine Küche, zwei Stuben und einen breiten' Flur im"Erdgeschoß und ein geräumige? Boden- geschoß, in dem gegebeney Falls weitere Schlafgelegenheit ge- schaffen werden kann. Da?. Haus war vom Unternehmer als massives Gebäude mit Ziegeldach mit rund 69 00 M. veranschlagt. Diese Summe überstieg auch bei Berücksichtigung der öffentlichen Zuschüsse die Mittel des Ansiedlers. Er entschloß sich daher zur Selbsthilfe. Der Ansiedler hat mit seiner Familie alles. was nur irgend möglich war, selbst ausgeführt, und es ist ihm auf diese Weise gelungen, das Wohnhaus für eine Gesamtsumme von noch, nicht 16 SM M. auszuführen. Das Haus ist äußerlich ganz einfach gehalten, hat aber nach der Zeichnung �des Archi- tekten ein freundliches Aussehen erhalten. Jugendweihe-Lichtenberg und östliche Bororte. Unsere Jugend- weihe findet diesmal am 26. September in der Aula des Realgymnasiums Parkaue 10 statt. Zur Mitwirkung wurde gewonnen: das Berliner Vokal- tcrzett, sowie das Leitzring-Ouartelt. Frau Adele Schreibcr-Krieger hat die Weikicrede übernommen.> Anmeldungen werden bis zum 20. d. Mts. unter Bezahlung von 1,b0 M. Einschicibcgeld noch bei A. Baranowsky, Nieder- barnimstr, 4, Arndt. Skandinavischestr. L, und Gustav Kegel, Rittcrgutsir, 25, angenommen. Einladungskarten z«ni Preise von 40 Ps. sind ebenfalls uo� in den�Annahmcstellen zu haben. Groft-Berliner Lebensmittel- Charlottenburg. Die Zusatznährmittelkarten für stillende Mütter werden jetzt unmittelbar von den Säuglingsiüfforgestcllen ausgebändigt, die die Stillbcscheinigung ausgeben. Im August werden Zusatzlarten sür je 1 Pfund Gebäck(Zwieback oder Kets) und tSrietz verabfolgt. • Kaulsdorf. 100 Gramm Maisgriesi pro Perion zum Preise von 55 Psg. aus Abschnitt 18 der Lebensmittelkarte. 5 Pfund Kartoffeln pro Person zum Preise von 50 Psg. pro Pfund. Groß-Serliner parteinachrichten. Heute, 13. August: � Jungsozialistische Bereinigung(S. P. D.) Ortsgruppe O st e n. Ist, Uhr, bei Vorrath, Romintencr Str. 21: Vortrag über Wesen, und Ziele der Jungsozlalistcn und die Ausgaben der kopimenden Generation. Alle Parteigenossinnen und Genossen der 15.— 22. Abteilung, im Alter von 18—25 Jahren, sind besonders eingeladen, ebenso die Genossen der Arbeiter- fügend im Alter von 17— l8 Jahren und darüber.— Ortsgruppe L i ch t e r s c l d e. 71/, Uhr, im Jugendheim Aibrechtstr. 14g,: Diskuistons- abend.— Ortsgruppe Süden. 7'/, Uhr, im Zentraljugcndhcim, Vorwärtsgebäudc. Bortrag über»Was ist vom Erfurter Programm noch zu verwirklichen?' Morgen, 14. Austuft: Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer. Sonnabend, 5 Uhr: Sitzung im Zimmer 245 des Sladthauscs. Friedenau. Sommersest im»Restaurant Waldsrieden' in Dahlem. (Endhaltestelle der Steglitz-Dahlemer Grunewaidbahn.) Beginn 3 Ubr. Gemeinsame Kaffeetasel. Spiele sür Kinder mit Preisvprtcilung. Fackel- zug usw. Ernste nud heitere Vorträge). Tanzbeginn um st., 8 Uhr in» groszcn Saal. Zahlreicher Besuch wird erwarte!, Gäste sehr willkommen. Zur Deckung der Unkosten 50 Ps. Beitrag(Kinder frei). Bernau. 8 Uhr im Restaurant Rolhwald, Kaiserstr. 82: Bildungsabend. Vortrag über.Richard Dehme!'. Mitwirkende: Gen. Bierdücher und Birnbaum-Oberschönewcide. Sonntagsveransialtungen. Die Genoffen der Ä.— 8. Abt. veranstallen am Sonntag, 15, August, ein P a r t e i v e r g n ü gen in der früheren Bockbrauerei. Da alles auf- geboten wurde, das Fest so bunt wie möglich zu gestalten, wird um allseitige rege Beteiligung gebeten.— 47. Abt. Sonntag, den 15. August: Wald fest. Treffpunkt, mittags 12 Uhr, Türtenstratze, Ecke Schillerpark. Gäste willkommen.— Potsdam. Sonntag, den 15. August, vormittags 10 Ubr, ich Lokal Benecke, Elisabekhstr. 18: Funktionär- sitz un g. Am selben Tage Ausflug de? Wahlvereins nach den Jäger- schietzständen. Abmarsch 2 Uhr vom Lejssngplatze. Großes Preisschießen, Verlosung und Kinderbelusligung auf den Schießständen. Sport. Ovtimift, der Sieger im Preis der Stadt Hannover, hat bis-. lang 299 600 M. auf der Rennbahn verdient.— Der Hindernis- jockey Walter Müller wird künftig für Stall Bollensdorf reiten.— In Martendorf wird ein neues Totalisatorgebäude aufgeführt. Man plcknt auch hier einen 1VM M.-Schalter einzu- richten. Radrennen i« Treptow. DaZ Dauerrennen um den.Großen Presse- Preis" war das Rennen nur eines Fahrers: Appelhans. Alle seine Konkurrenten hatten unter wiederholten Radsckaden zu leiden. Dagegen waren die Fliegerrennen heiß umstritten. Be- sonders das Zweisitzerfahren fand lebhaften Beifall des Publikums.* Ergebnisse:.Großer Presse-Preis', 50 Kilometer: 1. Appeldan« 45 Min. 43 Sek., 2. Thomas 3070, 3. Weiß 4250, 4. Lewanow 7140 Meter zurück.—.Preis der Radwclt", 1000 Meter: 1. Oster- meier 1 Min. 31 Sek., 2. Häusler, 3. Tadewald, 4. Zlbraham, 5. Stolz.— .Preis der B. Z. am Mitlag', Prümiensahrcn über 15 Runden: 1. Häusler 6 Min. 27 Sek., 2. Sennecke, 3. Schulz, 4. Hiepel. 5. Münzuer. Segen öer Cröe. Roman von Knut Hamsun. 196) Jsak geht zum Schinied, und Eleseus setzt sich wieder. Mit Katrine spricht er das Notwendigste, aber nicht mehr, er unterhält sich lieber� mit dem Vater. Nein. Eleseus macht sich nichts aus den Mädchen, er ist einmat von ihnen schlecht behandelt worden, und jetzt will er nichts mehr von ihnen. Vielleicht bat er überhaupt nie einen Liebesdrang gehabt, der der Rede wert gewesen wäre, da er sich gar nicht um sie kümmert. Ein wunderbarer Mann un Ocdland, ein Herr mit zarten Schreiberhänden und ganz weiblichem Sinn für Staat und Regenschirm und Spazier- stock und Gummischuhe. Zurückgestoßen, umgewechselt, ein unverständlicher Junggeselle. Auf Miner Oberlippe will nicht einmal ein rechter Bart wachieiM Aber vielleicht hatte dieser Junge einmal gute Anlagen gehabt, war einmal von der � Natur ordentlich ausgesteuert gewesen, war aber dann in unnatürliche Verhältnisse gekommen und zum Wechsel- balg geworden. Ist er sv fleißig auf einem Bureau und in einem Kaufladen gewesen, daß all seine Ursprunglichkeit verloren gegangen ist? Vietteicht war es so. Jedenfalls lst er nun da, gewandt und leidenschaftslos, etwas schwachluh, etwas gleichgültig, und geht weiter und weiter auf seinem Abweg. Er könnte. jeden einzelnen Mann im Oedland oe- neiden, allein nicht einmal dazu ist er imstande. Katrine. ist daran gewöhnt, mit den Gästen zu scherze i, und nun zieht sie ihn auf, er wolle wohl wieder gen Süden zu seiner Liebsten?— ,�ch habe andere Dinge im Kopf." erwidert Eleseus.„Ich will Geschäfte machen. Verbindun- gen anknüpfet."—„Du mußt besseren Leuten gegenüber nicht so zudringlich sein, Katrine," ermahnt sie ihr Vater. O, Brede Olsen ist sehr höflich gegen Eleseus, ganz ungeheuer respekwoll? Das darf er auch wohl sein, es ist klug von ihm, er ist auf Storborg Geld schuldig und steht seinem Gläubiger gegenüber. Und Eleseus? Ho, ihm gefällt diese Höflichkeit, und er ist dafür gut und gnädig.-„Hochtoer- ehrtester!" heißt er Brede im Spaß und spielt sich auf. Er spricht davon, daß er wieder seinen Regenschirm vergessen Hab?.„Gerade in dem Augenblick, wo wir an Breidablich vorbeifuhren, fällt mir mein Regenschirm ein!" Brede fragt:„Ihr wollt wohl dieseu Abend bei eurem lieben Kaufmann ein Glas Toddy triüken?"— Und Eleseus antwortet:„Ja, wenn ich allein wäre! Aber ich habe meinen Vater bei mir."—. Brede tut ganz behaglich und plaudert weiter:„Uebermorgen kommt ein Mann hierher, dör wieder nach Amerika zurück will."—„Ist er zu Besuch daheim ge- Wesen?"—„Ja. Er ist vom Oberdorf. Er ist eine lange Reihe von Jahren drüben gewesen, aber nun hat er den Winter daheim zugebracht. Sein �Koffer ist schon mit einer Fuhr«- heruntergekommen, das ist ein Riesenkoffer."—„Ich Hab' auch schon daran gedacht, nach Amerika zu gehen," sagt Eleseus aufrichtig.—„Ihr?" ruft Brede.„Ihr habt das doch nicht nö�ig!"—„Ich bliebe wahrscheinlich auch nicht für Zeit und Ewigkeit drüben, ich weiß nicht. Aber ich Hab' schon so viele Reisen gemacht, da könnte ich auch diese einmal machen."—„Gewiß. Und man muß drüben in dem Amerika wüst Geld verdienen. Nehmen wir nur einmal den Mann an,'von dem ich vorhin gesprochen habe. Er hat jetzt im Winter droben im Oberdorf das eine Weihnachts- vergnügen nach dem andern bezahli, und wenn er zu mir kommt, so sagt er:„Ich will einen ganzen Kessel Kaffee haben und allen Kaffeekuchen, den du hast!" Ja, so sagt er. Wollt Ihr seinen Koffer sehen?" Sie gingen in den Gang hinaus und betrachteten den Koffer. Ein wahres Weltwunder, glänzte aus allen Seiten von Metall und Beschlägen, mit drei Schnappschlössern dran. noch außer dem eigentlichen Schloß.—„Diebssicher!" sagte Brede, wie wenn er den Versuch gemacht hätte. Sie gingen wieder ins Zimmer hinein,, aber Eleseus war still.geworden. Dieser Mann aus dem Oberdorf machte ihn völlig zunichte, der trat auf Reisen wie der größte Beamte auf, Brede war augenscheinlich ganz von diesem Menschen erfüllt. Eleseus verlangte noch mehr Kaffee und versuchte, auch reich zu tun, er verlangte Kuchen zu seinem Kaffee- und fütterte den Hund damit. Ach ja, aber er fühlte sich dennoch gering und niedergeschmettert. Was war sein eigener Koffer diesem Wunderwerk gegenüber? Da stand er, schwarzes Wachstuch, die Ecken verstoßen und weiß geworden, ein Hand- koffer— bei Gott, er wollte sich«inen prachtvollen Koffer kaufen', wenn er hinunterkam— paßt nur auf!„Gebt doch dem Hund nichts!" sagte Brede.— Aber Eleseus war wieder ein bißchen Mensch geworden und spielte sich aus.„Das ist einmal ein riefig fetter Hund!" sagte er. Von dem einen Gedanken kam er auf den andern, er brach die Unterhaltung mit Brede ab und ging in den Schuppen hinaus zu dem Pferd. Dort machte er den Brief auf,, den er in der Tasche hatte. Er hatte ihn nur eingesteck: und nicht nachgesehen, wieviel Geld er enthielt, er hatte solche Briese von Hause schon öfters erhalten, und es waren immer verschiedene Geldscheine darin gewesen, eine Beisteuer zu der Reise. Was war aber jetzt das? Ein großes Stück graues Papier, über und über bemalt von der kleinen Re- bekka für ihren lieben Bruder Eleseus, dabei ein Brieschen von der Mutter. Was sonst noch? Nichts-mehr. Kein Geld. Die Mutter schrieb, sie habe den Vater nicht mehr lim Geld bitten können, denn es sei jetzt von dem Reichtum, den sie seinerzeit für den Kupferberg bekommen hätten, nichl mehr viel übrig. Das Geld sei für den Ankauf von Storborg und seither für alle die Waren und für die vielen Reisen draufgegangen. Nun müsse er versuchen, sich das Geld für die Reise diesmal selbst zu beschaffen, denn das Geld, das jetzt noch da sei, müßten seine Geschwister bekommen, die dürsten auch nicht ganz leer ousaeben. Glücklübe Reis? und herzliche Grüße! Kein Geld. Eleseus hatte selbst kein Geld für die Reise, er hatte seine Ladenkasse umgekehrt, aber nicht viel darin gefuudeik'. Ach, wie dumm war er gewesen, er hatte erst neulich seinem Lieseranten in Bergen einen Geldbrief geschickt und einige Rechuurgen bezahlt. Das hätte warten können. Natürlich war es auch allzu sorglos von ihm gewesen, sich auf den Weg zu machen, ohne vorher den Brief zu öffnen, da hätte er sich die Wagenfahrt ins Dorf mit seinem elenden Koffer sparen können. Jetzt stand er da... Ter Vater kam vom Schmied zurück mit wohlgelungener Besorgung: Jenfine wollte morgen mit ihm kommen. Seht. Jensine war durchaus nicht querköpfig gewesen und hatte sich nicht lange bitten lassen, sie hatte sofort begriffen, daß man auf Sellanraa eine Hilfe für die Sommerarbeit, brauche. und hatte nichts dagegen, wieder zu kommen. Wieder ein glatter Bescheid. Während der Vater erzählt, denkt Eleseus über seine eigenen Angelegenheiten nach. Er zeigt dem Vater den Koffer des Amerikaners und sagt:..Ich wäre froh, wenn ich da stünde, wo dieser Koffer hergekommen ist!"— Und !der Vater erwidert: ,�za, das wäre noch nicht das l schlimmste,.(Forts, folgt.) s —.Ndols.Schulzr-ErinncrungZrenne»', Zw-ifitzerfabren über vier Runden i l. Schwcib-Kudelo 1 Min. 36 Scf., 2. Osiermeier-Abraham, • 3. Zenneckc-Tadewald, 4. Schulz-Ncinas. dreier Wanderbulid. Sonnta-,: Treffabrt nach Petei sdoi-fer See. Abf. Zonnobend 6 Udr nachm. Schief �Bhj. bis Fürflcnwalde, Sonnlag früh Abf. 5.33 Schilf. Bbs. bis ftürfleinvaide. Dort Zufammcnlrefscn mit der?rantt»irter OrtSgiupve.— Kinderwanderung nach HcrmSdorf. Kindt. T'cffpimll'i.8 Udr früb Sletl. vorortbbf.— Zirbeltcr-Nadfahrerbund „Zolidaritlil«. Onegruppe Berlin I. Abt. Ib. August Arbeilersporlseit . Sindien. Llarl vorm. 11 Ubr vülowslrake bei Wiemer, Gainmcistart 1 Ubr Siegessäule.— II. Abi. Start 10 Uhr ftontanebromenade 18.— A> deiter-Rabfalirerverein Graft Berlin. Sonnlag früh b Ubr Buckow, Märli'che Schweiz. Nachmittag 1 Ubx Müggelhort. Slart Mariannen- Platz._ Vorträge, vereine und Versammlungen. Mcpublikanischer Fübrerbuftd. Ortsgruppe Ncutölln. Montag. den 16. August, abends 7 Uhr, bei Wolf. Kirchhosstiaße, Ecke Wipperstratze, MitUwdeioeisammluilg.— Ncichsbund der Krirgobrschadigten. Be- zirt 3, Südoü. A.ontag, den 16. Auguil, 7'/, Uhr, BezlrlSoerlammlung in Sit uhmachcr» fitst säten, Stalitzer Strafte 126— Kriedrnsbund der Ärlcgslriinebmcr. BezukSgiuppcn Westen, Steglitj, ixriedeuau. WtlmerS- dori. Schöneberg. Gemeinsamer Kameradenabend heute 8 Uhr im Caie Auftritt, Potsdanlcr Str. 28 fNäbe'Potsdamer Blllckci. Referent: Kamerad Kail Peltcr.— Bcrein ioziaiistlscher A rzte. Sitzung am Montag, den 16. August, oben S 7'/, Uhr, im Deutschen Zahnärztehaus, Bülowstr. 104 tam Nollrndorlplatzs Tagesordnung: Die Rationierung der Aerzte. Uebcr die Abichastung der ZZ 218, 219 des Strafgesetzbuches. Gäste willkommen. — Bervand soztallstifchrr Lehrer. Morgen Sonnabend, 7 Uhr, Rat- Haus, Zimmer 109. Vollfitzung. fliis aller Welt. Zeppelin über Paris. ,L 72' hat bei feiner Reise don Mau- beuge nach OeurS Paris den angekündigten Besuch abgestattet. Das Luftschiff war von Flugzeugen begleitet. Seine Ankunft rief beim Publikum lebhafte Ucberraschung hervor, sein elegantes und sicheres Manöverieren erweckt? allgemeine Bewurtberung. Ruhr in Baden. In Malsch bei Karlsruhe sind innerhalb weniger Tage 1200 Personen an der Ruhr erlrankt. Die Zahl der Toten ist erheblich., Explosionsunglück in Dortmund. Im Reuen Martinwerk des Stahlwerls Hoejch explodierte im Marlinofen eine noch gefüllte Granate, die sich unter den dem Stahlwerk Hoesch zum Ein- schmelzen übergebenen, angeblich geleerten Granaien aus alten HeereSbesiänden befand. 11 Arbeiter sind verunglückt. Bei drei von ihnen besteht Lebensgefahr. Nach den bisherigen Ermittlungen trifft das Stahlwerk Hoesch keine Schuld. Einbrecher überall. Einbrecher haben dem historischen Schlaft H o b e n z i e r i tz bei Neustreliy, in dem die Königitr Luise ge- siorben ist. einen Besuch abgestattet. Das Schlaft ist seit dem Tode der Königin nicht mehr bewohnt und in demselben Zustande be- laffen worden. Die Einbrecher haben 12 Tassen und et» Schreib- zeug von sehr hohem Kunst- und Plelätswcrt, sogenanntes altes Berliner Porzellan, geraubt. Eine Klavicrsteuer haben die Eiadtverordueien von Hof- h ei m im Taunus beschlossen: b» R. jährlich für jedes Instrument. Gesthastliche Mitteilungen. Die Firma Kleiderwerke Buer Sohn bringt in der heutigen Rummer ein nngewöhnifcheS Angebot in Anzügen für die Einsegnung und den prak- tischen Gebrauch zur Veröffentlichung. Worauf besonders hmgcwiefen fei. Sriefkasten der Redaktion. CT:. 3. 12. Bemühen Sie sich um eine Lehrstelle bei einer Eisenbahn- «erlstätte: ev. könnte Jbr Sohn nach Beendigung der Lehrzeit eine staat- iiche Majchinenbauschule zur weiteren Ausbildung besuchen. Wetterantzftchten für das mittlere vlordbeutschland bitz Sonnabend mittag. Zeitweise heiter, etwas wärmer, meist trocken, bei schwachen nordwestlichen Winden. DU J APD! N* Co O.m b.tl. UPDINGEN'PH.. _ LADOCHELLE< coonac■ oiiPfNTc Miamv j �ammak mMtw Sie sernsl | Tiiea2er,LichtspKele efs.l C rmmmcm, ivo. irarT-r-ryrririarvrrrorj-ri» trrTcr�-�rr mMr�rtrr�\r¥vi btaAll. Schauspielhaus. »Operetten-Gastspiel) Die Stronwltwe. vliiSik von Leo Blech. CroSes Scliauspielhaus. 7: Julius Casar(37.Abt..5 Ab. SbfU'iV fcysistrata(5 A, 5. A. Deütsches Theater. L Uhri Weibstcufel. Kammerspiele. 8 Uhr: Notbrücke. Kleines Schaiispieliiaas. Fasanenstr. I(Nähe Bhf 6oo). 8 Uu Buchse dar Pandora. TheaterdesWestens 8 Uhr; Ehemal. Leutnant. Schlller-Thealer. 8[jhr; Rabenvater. Theater t. U KönlBsrStzerStraße �ubr: ßeständnis. Berliner Theater W Der letzte Walzer «-�fitml-Thenter �DleversehwraiLPaiillM. • Ol« Trlbtlne s uhr: Bunbury. Kleine« Tlienter. 7-/.U. Die Kunstkritik Koniinche Oper Unr: Die km im DunKglo. 7l/a idUHtstzpicilina» uh-r DerüncetreueEckeiiarl Illutropol-Xheatpr. u./j: Im weißen Ross'l .Neues Central.Theater u1;' Die Dame im Frack. Sieaoa 0(>erctteu)iaus 70, Uhr: Prinzessin Frledl. Keuea Vulkistheater 7', uhr: Familie. Thalin-Thenter 7'/, u.. Hotieit Die Tänzerin. Th.am\ oll endo rflplata a! Eine Kactit im Paradies Walhalla-Theater. t/, u.: Die InternaiionalB. Bose-Theater. T/t Uhr. Ein WalzertraniiK Admirals-Palast TVa Uhr: Die lustige Puppe, Circus Busch QebSudc. Täidich/ 2 Uhr- Gr. Speziali'.ät.-Vorst. ? Pcrlas? Volksbühne Theater am BUlowplatz. /■/»Uhr, Zlgeunerliehe Lessing-Theater.; Sominur Spielzeit Allabendlich 8 Uhr: t >n D.Giasd. Jungfrau Dentsclies Künstler-Theater Allabendlich 8 Uhr: Clubleute mit Max Adalbert« Trianon�Hieater. Bahnhol Prledrichstralie Allabendlich 8 Uhr: Hanoi Arnstadt In Untreu Sonntaf, 4; Der StörenfHed Besldenz-TfieäteF. Stadtbahn|annowltzbrUcke. Untergrundbahn Klosterstr. Allabendlich 8 Uhr: Der groBe Erfolg! Öls RascIMs Sonntag 4: Der gute Ruf. Casino-Theater Lothringer Str. 37.— Tgl.»/.S: Das gr. brOlfnungsprogramm mit dem neuen Schlager: Ruorp's sei. Witwe und„Anschlnß verpalit". Singspiel mit Viktor Utzek. V' lkstflmliche Preise. (t Tragödie einer Tänzerin mit Grit Heg es a und Hans MTlgrendorf Regle E,A. Dupont Gastspiel Wilhalen Hartstein In der Barleoke Je toller Je besser sowie der grosse Varie'6- Spielplan tJ�I Zier] Uozartsaal: 2. Woche! Die goldene Krone 1. Eennj Portls-FUn tut Sorte 1938;J1 n. o. gleich,!. Roman v. Olga WohlbrUck Hauptdarsteller: Kenny Porten Hsrtmann-- Thfmlg/ Vallentto Be(lo: Alfred Holm LeoPeukert im E. B.-Schwank 'Der Llebesschüler I, Joe D e e b s- Fl) m rm Hauptdarsteller KurtGBta Das Skelett des Herrn Markutlus Regle: Victor Jane». ssutseeeAsefcAaAAÄAi. Winter- Galten Täglich 7. 15 Uhr: Variete-Spielplan Rauchen cestattotl Apollo- I 7'/, Theater T'/J Dir. James Klein.' Paul Beckers lOssi OswaBda Im Lustspiel Kakadu und Kiebitz Theater a.Kotibuü.Tor : Moritzplatz 14814. Täglich 7»,, Uhr: Elite-Säuger. Vollsiändig neues Programm. Blüthgen-Konrert, Beginn 7 Uhr. Vorvk. U. 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Krämer.— Fernspr. Steph. KÄl. Heute Freitag, den 13, August, auBer Konkurrenz I Groüer Herausforderangskampf bis zur absoluten Entsctieidung: Anglio gegen Hans Schwarz Neger-Champion Weltmeister um den Extraprets von 15 000 M., davon däm Sieger 10 000 Mark, dem Besiegten 5COO Mark. Zur Deckung der hohen Spesen sind die Eintrittspreise Tür heute erhöht. <5cutc! SIT5t ItfST Cgjeum,_ -(Brcifsmolbct 61r. 25 Will-Epften» San Paul»: DfzMgtnKiUiiDüiI. 3 Schluß Fragenbeautwortung. Karten A 3. 4, 5 M. a. d. Adrndk. l»ot«ttsmer Str. 38 Ifurmstr.\1 Bruno Kästner Im Schauspiel Der Feuerreiter. Friedenau, Rhelnstr. I4| Reinh.SchOnzell Otto Gebühr im Drei Nachte. Aleznnderpl.-Pnssage Henny Porten in Kohlhlesels Töchter.{ Bandels-j Kasten- leiter- Karre n aller Art Transportgeräte■ Fabrik, CSpenicker Str. 73 u. 113. Zigarren Suche noch einige Dauer- abnehmer sllr Zigarren(keine Zigarillos) in der Preislage 420 bis 1450 pro Mille. 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Die Beerbiguag findet am Sonnabend, nachm 2", Uhr, auf dem Bartholomtiu». Frrcdhos. Dciftemsee. Fat- lenderger Strafte, statt. Zahlreiche Bctelligung er- wartet 284/12 Der Vorstand. Dr. Muskat, Orthopäd. Chirurg,«nsialt für Rdntgtn.«Hohensonne»., Aar- sürsteusfrafte�l 24.,urSck. Dr. meS. Mtoring Baut-, Barn-, Unterlelbsleid b.Männ.u. Frauen, Blutunters. Ir-valtdenstraße 35, Ecks Chausseestr, Stett. Bhf. Spr. Wochenlägllch 11-1,>/�-'f,7 Juckkrätze verschwindet in wenig. Tsgen d. Reichels KriStzakalsam, der auch in den hartnäckigst Fällen vollkommea sicher wirkt Fl. 7J0. Otts Reichel, Berlin 43, Eisenbthaslr. 4. Armeepistolefl os Parabellum r Mauser 9 Millimeter kaust und zahlt höchste Bretsß VI flfofrl Verl» SW, n.IJIwlAUt�ommanbamenitrwSf XgOOCIOOttJIMWUOOOP«»M�I Kupfer. Rotguß. Messing Zink... I sofort eisucht Mi htenes rou U— 2 Uhr rautajs oder 5—6 Uhr abends. 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