�Z7. Jahrgang Ausgabe A Nr. öS. BezugSvreiS: B»rteliähruM.— I!�.mo>?md rollendem Eisenbahn- Material verlangt habe. Prag, 14. August. sTschechoNstwakisches Pretzburron.) Seit gestarn und heute gehe» die Enteutebcfaliuitgstruppea des tschecho- slowakischen Abstimmungsgebietes nach C b e r s ch l e s l e n ab. Und dann? Reserve für den Fall des EiWgroisenS? » Der Berliner K&rrofpcmiicnt d?--..International News Service", Vir. Frank Nasan, lutt M an den russischen Volkskommissar für aiisMrtige Angeiekanöeikcn. Tsddi-� t s ch e r i n. mit mehverltv Amragen gewandt und van ibm folsseniüe Antworten aur wleglvivlzlschüm Wege erdallen l M s s? a!t. lv. ühtgsifi- UnZ Legt jeder Wunsch fe.rr>� Pissen zu erobern. Wir werden Mstlterstandlich Polen? NtrÄchängigleit völlig respeS-vermp.'und daS polnische Voll hat. nichts van uns zu fürchten. Twb beulen wir nicht daran, die SowjetregirrungSkorm irgendeinem w'derstr«jb«ndeu Volke aufzuzwingen. Dk Rote Armee ist gut organisiert und aus- gezeichnet disziplinier. Es gibt bei iffir keine Plünderungen und keinen Weibcrtroh. Älle Behariptungen über Plünderungen und Brand-schatzungen durch die Rote Armee verdienen leinerl«: Glaub- Würdigkeit. gez. Tschits cherin. Das zwarte cmsfüchrlicha Telc-ckramm des ruuischen Außenminister s Hot folgenden Wartlaut: Üll o s l a u. 1 1. August- Die russische Regsivung bsichfiWigt nicht im m-indesisi,, Polen zu„reinigen*, sie wünscht ledigkich. sich Garamien gegen neue An- griffe zu verschaffen und verlangt deshalb die Herab sebung der polnisch:» HeereSstärke auf->0.000 Mann. Au gleicher Amt aber sollen die polnisch:» Arbeiter der OEganüsierien Gewerklchaften bewaffnet werde», uen Ruße und Ordnung aufrechtzuerhalten. Dies« Arbeitssrmiliz wird das Gegengewicht gegenüber den polnischen im- perialistischen Grotzgrundl�csitzern bilden. In der Bewaffnung der polnischen Arb:ster si-cht sich die Sowjerregierung die wirksamste Garantie zu verschaffen, indem sie darauf vertraut, in ibnen ein Vollwerk für den Friede» zu finde«. Dies ist ein gang neuer Ge- danke m der interna tioimlen PÄitik. Gleichzeitig mit der Bewaffnung der polnische» Arbeiterschaft wird die russische Armee aus Posen und vpn den polnischen Gren- zen zurückgezogen werden, wo nur Ali 000 Mann belassen werden sollen. Anstatt auf estre russische Okkupation verlätzt sich die Sowjet- regierung auf die bewaffneten polnischen Arbeiter zstr Aufrecht- erhaltung des Friedens. Polen wird Waffen und Kriegsmaterial behalten können, soweit die? für die obenerwäihnie Armee und für die Bewaffnung der Arbeiterschaft erforderlich ist. Der Rest mutz au Rußland ausgeliefcrt werden. Allen Familim, deren Angehörige als polnische Bürger im Kriege oder im Zusammenhang mit dem Kriege getötet, verwundet oder«rwerbSunsähig geworden sind, ist kostenlos und zu freiem Besitz Land zu überweisen. Dies und die Hauptpunkte, die, wie Sie sehen, ein Neubegrnn sind. Ihre Vor- mutungen über uns«« Generäle, die anzeMich die russisch« Legierung in der Hand haben, sind wahrlich alnurd. Wrder Brusttlow noch Kuropatkin üben eine Kontrolle über die Armee aus; sie ge- hören lediglich einer beratenden Körperschaft an. Generalissi- wus ist Kameneff. dessen Generalstabschef Lehodew. Der Oberkommandierendc an der Westfront, Tukhatscheivski, ist ein vortrefflicher 5lom w.uni st und junger Offizier. Die oberste nrilitänische Kontrolle liegt in den Händen de? revolutionären militärische Komitees der Front. Di« Rote Armee steht vollkommen iw. Dienste der Sowjetmacht. Sowjetrutzland hat am Verstriller Vertrag« keinen Teil und ignoriert ihn. Seine Deziehüngeu zu Palen und Teutschland ba- sieren auf seinen eigenen Grundsätzen, an erster Stelle auf der An- erkennung des Rechts der Selbstbestimmung und dem Wunsch««och Friede«. Solang« nicht ein allgemeines Abkommen mit Großbritannien er» zielt ist, hat Sowjetrutzland völlig sroie Hand im Orient. E.n- schränkungen nach dieser Richtung könne» einzig und allein durch «inen Vertrag oder ein anderes Abkommen beschlossen werden, Dann aber werden solche. Einschränkungen allerstreugstens inne- gehakten worden. �gez. Tschitscherin. Da sich, nach eine? Warschauer Meldung, nun auch die palnrslbs Regierung entschlossen hat, daS frühere russische An- gebot als. aufrichtig anzusehen, so darf man wohl hoffen, daß es) u m Frieden kommt: denn die von Tschitscherin jetzt werter geforderte Bewaffnung der polnischen G e w e r k- s ch a f t s m i t g l i.e d er. also doch der intelligenten und ernsten Arbeiter, kann einer Regierung nicht unannehmbar erscheinen, deren Vizepräsident der Organisator der polnischen Zozialistenüartei ist, zumal die U n a b h ä n g i g k e i t Polens so eindringlich zugesagt wird. Allerdings kann das ganze, so annehmbar klingende Pro- grainm Tichiticherins ein andeves Gesicht erhalten, wenn es wahr sein sollte, was WTB. aus Kopenhagen meldet. Ta- nach soll eine van der Leitung„Iswestija" veröffentlichte Verfügung der Sowsetregierung die Veranstaltung eines rück.- sichtslgsen M a> s e n t e r r o r s gegen die Großgrundbesitzer sowie gegen alle Polen, die an den Kämpfen gegen Rußland teilgenommen haben, befehlen, ferner die Beschlag- nähme aller landwirtschaftlichen Produkte und aller Waffen aar polnischen Bevölkerung, sowie die Einquartierimg roter Truppen in a l l e n Dörfern und Städten Polens zur Wiederherstellung der Ordnung. Die Uebernahme Polens durh das imssisthe Proletariat soll, wie es in der Bekanntmachung heiße, aui iede Wei'e gefördert werden. Ein besonderes Komitee soll eine schnell« und tatsächliche Kolonisation Polens vorbereiten. Das wäre nicht Unahhen-gigMt. sondern frsnidherrschäft- liche Versklavung! will Zrontrekb eingreifen) Die.Dena" will von absolut zuverlässiger Seite erfahren haben, batz Frankreich seit Mittwoch trotz oller vssiziösen Dementis große Trupvenmasso« in das besetzte Rheingebiel und nach Elsaß- Lothringen sende. Proletarische Gegenaktio». Di« Arbeiterschaft der Ratiborer Hauptwcrkstätte hielt Sonnabend früh einen Transport französischer Truppen an und setzte durch, daß der Zug auf ein totes Gleis gesetzt wurde, wo er unter Bewachung der Arbeiterschaft steht. Räch einer Meldung des gleichen Blattes wurden auch auf den Stationen Reusa. Tworkau und Annoberg Transporizüge angehölten. Der Allgemeine Gewcrkschastsbuuo Dan zig erklärt: Die Danziger Arbeiter sinden e« unter rhrer WLrde� zur Bekämpfung des russischen Proletariats den Polen S ch e r g e n- dienste zu leisten. Sie verpflichten sich, dasür zu iorgen. daß aus allen Dienststellen jede Aibeil verweigert wird, die Polen sür Kriegszwecke von Ratzen sein könnte. Dic auS Moskau zurückgekehrten französischen Sozialisten Lacht» und Kro sj a r d erstattete« in einer Pariser Volksversammlung. an der t0 000 Perionen teilnahmen, Bericht über ihre Reise. Sie traten sür den Anschluß an die dritte Jnter« national« ein. Zum Schluß wurde eine Tagesordnung an- genommen, in der sich die Versammlung mit der russi'chen Arbeiter- revolution solidarisch erklärt und sich verpflichtet, sich mit allen Kräften gegen«inen neuen. Krieg zu wenden, der die Aben- teurer unterstützen würde. Die Veriammlung forderte Anerkennung der Sowjetregterung. Polens Unterhändler. Die polnische Delegation für Minsk besteht aus den Unter- siaalSsekretären Tombski, Wroblewski und den Abgg. Barlizki (Soz.), Graf Skarbek lNationaldewokrat) und Gradski National- demokratl.— Die Russen sollen angeblich Journalisten nach Minsk zulassen-, amerikanische und englische Pressevertreter aus Warschau sollen bei der Abordnung sein. Die Kanipflage. S s I d a u wurde nach Kampf am 13. August abends von den Russen besetzt. Die Russen rücken kämpfend Modlin sNowo Georgiewsk) und L u b l i n näher. Der im Soldauer Abschnitt die Polen kommandierende französische Major T e st a r d versuchte bei Scharnau über die deutsch«Grenze zu kommen, er wurde aber nicht durchgelassen, sondern sollt« interniert werden. Darauf ist er verschwunden, soll aber spüre r in der Gegend von Usdau wiedergesehen worden sein. Inzwischen erging vou der Interalliierten Kommission Be- fehl, ihn fe st z u n e h m« n. Der finnisch-russischc Waffenstillstand für 31 Tage enthält die Abtretung KarelienS, und zwar .Mischen dem Ladoga-Tee und dem Finnischen Meerbusen und Bürgschaften bezüglich des Meerbusens zugunsten Rußlands. Rumänien. Di«, rumänische Regierung hat auf di« Sowjet-Note be- treffend Friedensvorschläge geantwortet, Rumänien sei n i ckpt im Kriegszustand mit Rußland, könne daher keine Friedens- Verhandlungen beginnen; der tatsächliche Fnedenszustand zwischen Rumänien und Rußland brauckie vür von Regierung zu Regierung anerkannt zu werden. Rumär-ien habe tu der Meinung, mit Rußland im Friedenszustande zu sein, sich beeilt, Vertreter zu der in Aussicht genommenen Londoner Konferenz zu entsenden. Daß nur Arbeit uns retten kann, ist schon mehr oder minder eine abgedroschene Phrase geworden. Jedermann weiß, daß die aus Deutschland mit seinem verlorenen Kriege ruhen- den Lasten nur von der deutschen Wirtschaft getragen werden können. Nur die Arbeit vermag unter.Ausnutzung aller ihr durch die moderne Wissenschaft gegebenen Hilfsmittel die Güter zu schaffen, die erforderlich sind, uni die Bedürf- nisse des eigenen Volkes sicherzustellen und um den Vcrpflich- tungen, die der verlorene Krieg nach innen und außen mit sich gebracht hat, zu erfüllen. Auch dieser Binsenwahrheit entsprang dann die Mahnung, doch alle Störungen der Produktion zu nieiden. Nur intensivste Warenerzeugung, nur Arbeit könne das deutsche Volk retten. Aber diese Mahnung wurde in erster Linie an die Arbeiter gerichtet, so oft und so häufig, daß in diesen eine Erbitterung um so mehr hochkommen mußte, als in dieser Mahnung der Vorwurf verborgen war. daß es am Arbeitswillen und der Lust fehlte, die Kräfte des einzelnen in den Dienst dex Gesamtheit zu stellen. Das Aufbegehren der Arbeiter gegen diese ihnen immer gepredigte Lehre ist dem nicht in Worte zu fassenden, nicht mit Tatsachen zu belegesiden Gefühl ent-- sprungen, daß es nicht die Schuld der Arbeiterschaft sei, wenn es mit der deutschen Produktion nicht recht vorwärts wolle. Wie berechtigt dieses in den Massen schlummernde Gefühl war, zeigen die augenblicklichen Tatsachen. Auch dort, wo Rohstbff, wo Kohle, wo ivillige Arbeitskräfte vorhanden sind, stockt die Produktion. Die Arbeitslosigkeit nimmt zu: immer mehr Betriebe schaffen bei verkürzter Arbeitszeit. Erhebliche Arbeitslosigkeit droht allch in den Gewerben, in denen augenblicklich von einer Arbeitslosigkeit nennenswerten Umfangs noch nicht gesprochen werden kann, denn auch in ihnen wird nur noch an vorliegenden Aufträgen gearbeitet, denn neue sind in den letzten Monaten nicht eingelaufen. Wir stehen vor einer Krise schlimmster' Art. Es ist, als wenn die Welt verkehrt sei, als ob ein Wahnsinn sie erfaßt habe. Die Wirtschaftsführung vermag der Schwierigkeiten nicht Herr zn werden. Sie kann nicht Rohstoffe, Arbeit und Kapital so vermählen, daß neue volkswirtschaftliche Werte daraus entspringen. Millionen und aber Millionen und in diesem Jahr über eine Milliarde werden für die Unterstützung der Arbeitslosen gezahlt, ohne daß niau es verhindern könnte, ihre Arbeitskraft- die sie zu be- tätigen den ernsten Willen haben, brach liegen zu lassen. Angesichts diesqr Verhältnisse wurde im Reichswirtschafts- rat der Antrag gestellt, die Mittel und Wege zu suchen, die eine Aendernng. des augenblicklichen Zustandes bewirken. Wochenlang hat der dazu eingesetzte Ausschuß des Reichs- wirtichaftsrats gearbeitet: das Ergebnis liegt in einem um- fangreichen, in den letzten Tagen vom Reichswirtschaftsrat verabschiedeten Bericht vor. Wie so vielfach, hat sich auch bei der Behandlung dieser Frage gezeigt, daß man ein Problem an irgendeiner Ecke nur anzufassen branchft um sofort neue aufzurollen, neue Fragen aufzuwerfen. So ist es denn kein Wunder, daß der Antrag, der die produktive E r w c r b s l o s e n f ü r- sorge behandelt wissen wollte, ein größeres Ergebnis ge- zeitigt hat. In den Verhandlungen des Reichswirtschaftsrats ist jetzt von Unternehmerseite ausgesprochen, die vom Unterausschuß gemachten Vorschläge gingen weit über das hinaus, was man bei Einsetzung dieses Ausschnsses als das Ergebnis dieser Beratungen erwartet habe. Das ist ün der Tat richtig. Es erklärt sich eben aus der Kompliziertheit unserer wirtschaftlichen Verhältnisse, die. ineinander verivoben und verfilzt, die Bearbeitung nur eines Teil- qebiets unmöglich machen. Die Behandlung eines solchen Teilgebiets würde kein anderes Ergebnis haben, als wollte nian nur die äußeren Stzmptome einer Krankheit beseitigen. Wir kommen um die Tatsache nicht herum, daß es sich um schwere Krankheitserscheinungen handelt, die an der Wurzel angefaßt werden müssen. All' die unliebsamen Erscheinungen, die schweren Nöte, die über unsere Wirtschast gekommen� sind, haben letzten Endes ihre Ursache in der vollständigen Unorganisiertheit und der hunderttausendfältigen Zersplitterung unserer Wirtschaft. Keiner der Wirt- schafter nimmt Rücksicht auf den anderen. Jeder a r- bettet nur nach P r o f i t r ü ck sn ch t en. und die Jntcr- essen der Allgemeinheit kommen dabei zu Schaden. So darf es denn' nicht wundernehmen, daß auck» die neuen Vorschläge recht klar zum Ausdruck bringen, daß dieses Gegeneinander und Widereinander unserer Wirtschaft nicht weiter getrieben werden darf, daß vielmehr systematische und klare Ordnung geschaffen werden muß. Das hat naturgemäß erregten Widerstand in d e n Kreisen des Reichswirtschaftsrats hervorgerufen, deren Interessen von solchen Maßnahmen. unter Umständen auch empfindlich, getroffen werden. Daß diese Kreise ihre Interessen vertreten,- ist menschlich � ver» ! stündlich, den Zwecken und Zielen des Reichswirtschaftsrat» ! entspricht eS jedoch keineswegs. Der Reichswirtschaftsrat ist zur Fortführung des Betriebes in Anspruch zu nehmen, der Betrieb enteignet oder einem Dritten verpachtet oder von diesem Dritten fortgeführt wird. Immer und immer wieder trat in den Ausschüssen des Wirtschaftsrats das Bestreben emer bestimmten Gruppe in die Erscheinung, ja nichts Durchgreifendes an den bestebenden Verhältnissen zu ändern. Natürlich wird eine durchgreifende Aenderung des heutigen unhaltbaren Zustandes die Gewinn- und Verd'ienstmöglichkeiten der bisherigen Stutz nieder unserer Wirtschaftsführung erheblich beschränken; aber damit wird der Allgemeinheit ein ganz eminenter Dienst erwiesen. Daher mutzten auch die Arbeitnehmer in den beiden Ausschüssen ein- mütig alle Vorschläge ablehnen, die die für verschiedene Ge- biete der Wirt'chaft vorgesehene gemeinwirtschastliche Regelung im Bericht gestrichen haben wollten und die eine Verewigung des bisherigen Zustandes zur Folge gehabt hätten. Im einzelnen die Vorschläge des Reichswirtschaftsrats zu besprechen, würde hier zu weit führen. Besonders betont sei noch, datz mit aller Deutlichkeit in den gemachten Vorschlägen gefordert wird, datz. wenn alles geschehen ist, um dieÄrbeits- losigteit zu verhindern, den arbeitswilligen Massen Arbeit zu schaffen, die Allgemeinheit zugunsten dieser Arbeitslosgewor- denen eintreten mutz. Daher doS Verlangen in den nunmehr angenommenen Anträgen, sowohl den Kurzarbeitern eine Eni- schädigung für die gefeierte Zeit zu geben, wie auch die Frist- begrenzung der Arbeitslosenunterstützung fallen zu laffen. Gegen das letztere wandte sich auch da§ Arbeitsministerium. Eine Erfahrung haben die diesmaligen Verhandlungen in, Neichswinfchastsrat gezeigt, datz nämlich die Hoffnungen. die man nanientliä» auf die V e r b r a u ch e r g r u p p e n im Reichswirtschaftsrat gesetzt hat, sich vielfach nicht verwirklichen werden. Es ist die Tatsache festzustellen, datz, freilich nicht alle. Vertreter der allgemeinen Konsumenten- inte r essen Arm in Arm mit den V e r t r e t e r U der Unternehmer des Handels, des Handwerks und der Landwirtschast gegen Anträge stimmten, die offensichtlich im Interesse der Allgemeinheit lagen. Aber immerhin, der Reiäiswirtschaktsrat hat— und es ist nicht zum wenigsten gerade den Arbeitnehmervertretern in ihn? zu verdanken— jetzt schon gezeigt, datz er ein Organ zur Wahrung der all- gemeinen Interessen in hohem Matze werden kann. Viel Aibeit erwächst den Vertretern der Ardeiter ans ihrer Tätigkeit an dieser Stelle, aber sie werden sie im Interesse des gesamten Volkes auf sich nehmen. Jetzt liegt es an der Regierung, die Nutzanwendung ans den ihr unterbreiteten Beschlüssen zu ziehen. Wie lange wird eS dauern, bis sie die gesetzlichen Grundlagen für die geforderten durchgreifenden Aenderungen den gesetzgebenden Faktoren zur Vorlage bringt? Embsrufimg ües Auswärtigen Ausschusses. Ein sozialdemokratischer Slntrag. Die Vorsitzenden der sozialdemokratischen Fraktion des Reichstags, die Genossen Scheidemann und Wels haben durch da? Bureau des Reichstages an den Abgeordneten Streieinann, als Vorsttzeniden des Auswärtigen AusschusseZ, das Ersuchen gerichtet, den Auswärtigen Ausschutz s ofortzn einer Tagungzusammenzu berufen, die angesichts der gespannten autzenvoliiischen?var natürlich selber ein begeisterter Anhänger de? imeingeickiränkben U-Boot-Krieges, bei dem Frauen und Kinder ersäuft wurden, der b e l g i- s ch e n A r b e i t e r d e p o r t a t i o i> e n, bei denen die Eltern von den hilflos zurückbleibenden Kindern weggerissen wurden, und aller sonstigen linmenschlichkeiten. die der deutsche Mili- tarismus als„Kriegsnotivendig'keit" beging. Natürlich gL- börte er auch dem Bund«„zur raschen Niederkämpsung Encv lands"(durch Hunger) an. Er bat als letzter das Recht, den moralisch Entrüsteten zu spielen. Sein Etlws steh-t auf der niederen Stufe: Unrecht ist nur. was der andere mir tut, nicht, was im dem anderen tue. Bei solcher sittlichen Unreif« ist es rreilich nicht verwunderlich, wenn der olldeittiche Professor und Arzt kaltlächelnd das Verhungern vonzeh. n bis sü ns zehn Millionen Deutschen empfiehlt. unter denen er selber natürlich nicht fein wird. O, sie lieben das deutsche Volk, die Herren Allöeut'chen! Ter Erfolg de» Wiesbadener Stretzenbahnerstreits hat sich be- reit» gezeigt. Ter Schaffner, der wegen des angeblichen Anstoßes an die Brust eines französischen Offiziers mit 6 Monaten Gefängnis und 1200 Mark Geldstrafe bestrast worden war, ist f r e i g e. lassen worden. Diese Bestrafung ist oie unmittelbare Ursache des Streiks gewesen. tedacht als ein Organ, zusammengesetzt aus den berufensten iachverständigen, die frei von Interessenvertretung nur die allgemeinen Interessen fördern sollen. Bei einer Körperschaft dieser Art bedarf es natürlich einer Zeit des Aufeinander- Einspielens. Diese Zeit hat der Reichswirtschaftsrat noch nicht hinter sich, und daraus ergeben sich Hemmungen und Stö- rungen, die auch bei der Verabschiedung der jetzigen Anträge in die Erscheinung traten. Die schärfste Anfechtung im Bericht des Unterausschusses fand die Konstatierung der Tatsache, datz in erster Linie die ungerechtfertigt hohen Rohstoffpreise und die durch nichts zu begründenden Produktions- und Handels- gewinne die Ursache der' zur Absatzstockung führenden Krise seien, datz demgegenüber aber die Höhe der Arbeitslöhne nur eine sekundäre Rolle spiele. Als Vertreter des Handels suchte der Abg. Keinath diese Feststellungen des Unterausschusses anzufechten und nachzuweisen, datz auch bei Löhnen, gegen die an und sür sich nichts einzuwenden sei, eine erhebliche Verteuerung der Produktion eintreten müsse, wenn andauernde Unterbrechungen in der Produktion durch Streiks usw. eintreten. Er verwies auf die Berliner Verhältnisse, in denen„beinahe ein halbes Jahr lang", an 162 Tagen gestreikt worden sei. In den weiteren Verhandlungen wurde festgestellt, datz die von Keinath ange- zogenen Zahlen absolut ungeeignet seien, ein zutreffendes Bild über die durch Einstellung der Arbeit erwachsenden Pro- duktiousschwierigkeiten zu geben, denn die Zahlen, auf die Herr Keinath sich stützte, waren so zustande gekommen, datz die v.er schiede»sten Streiks in der Zahl ihrer Tage zu- s a m m e n a d d i e r t worden waren. Und so kam nian denn in� Berlin zu dem Ergebnis, datz 1919 an 718 Tagen gestreikt wurde; es bedarf nur dieser Feststellung, um zu zeigen, wie absolut ungeeignet Ziffern dieser Art sind, die Verhältnisse zu erhellen. Das Bestreben in den beiden vereinigten Ausschüssen des Reiche-wirtschnftsrats, die den Bericht des Unterausschusses entgegenzunehmen hatten, namentlich von Vertretern des Handels, ging denn auch dahin, den Bericht so zu modeln. datz die Löhne als eine der wesentlichsten Ursachen der Preis- steigcrniig in die Erscheinung traten. Dagegen wandte sich mit aller Entschiedenheit die Hrbeiterseite, und es ist denn mit geringen redaktionellen Aenderungen auch der vorliegende Bericht gegen die Stimmen der vorher erlvähnien Interessentenkreise angenommen worden. Was wird in ihm gefordert? Zunächst Maß- nahmen, die einer Stillegung und dem Abbruch von Betrieben e n t g e g e n w i r k e n' sollen. Es soll nicht mehr in der Macht der heute für solche Matznahmen allein Zuständigen liegen, ob sie anL irgendwelchen Privatwirt- schaftlichen Gründen den Betrieb schließen oder fortführen. Dazu soll es der Entscheidung einer öffentlichen Stelle be- dürfen. Nun genügt es natürlich nicht, einen Zwang zur Aufrechtcrhaltung des Betriebes auszusprechen, sondern es mutz auch Vorsorge getroffen werden, daß die Fortführung des Betriebes yi ö g l i ch ist. Mangelnde Betriebsmittel, fehlende Rohstoffe usw. können einen solchen Zwang unmöglich werden lassen. Naturgemäß erwuchs daraus der Vorschlag, datz von öffentlicher Stelle Mittel zur Verfügung gestellt werden müssen. Datz das nicht möglich ist, ohne be- stimmte Kautelen, die den Untcrnchmergewinn, die Kapital- Verzinsung begrenzen. Schutzmaßnahmen zugunsten der Arbeiter usw., ist selbstverständlich. Und vor allem auch, datz die unter Zuhilfenahme solcher öffentlichen Gelder erzeugten Waren nicht die Ouclle neuer Verdienstmöglichkeiten für die Privatwirtschaft sein könnten, das liegt so klar auf der Hand, datz eS ein ziemliches Matz geschäftlicher Unverfrorenheit erfordert, dagegen Einspruch zu erheben. Das geschah aber ebensowohl gegen diese Vorschläge des Ausschusses, wie auch gegen den Vorschlag, daß den Unternehmern, die in böswilliger. Weise gegen die ihnen auferlegten Verpflichtungen verstoßen, oder eS ablehnen, die Hilfe der öffentlichen Stellen Das Trinkgeld. Eine zehnprozentige Schivindelgeschicht« von Theodor Thomas. Im Badeort Jahna war die Aufregmig ungeheuer. Man denke: Das Trinkgeld war abgeschafft worden. Ganzseitige Plakate ver- kündeten den Gästen: Trinkgeld verboten! Ts wird hiermit untersagt, den Angestellten Trinkgeld anzu- bieten: sie erhalten ausreichende und feste Bezahlung. Trinkgelder werden als entwürdigend zurückgewiesen, dafür erheben wir 10 Proz. Ausschlag. Die Verwaltung. „Dabei sind wir bloß die Dummen.* sagte Kommerzienrat Lipichü� zu seiner Frau.„Geben wir nicht extra was. werden wir nicht besser behandelt wie die anderen. Trinkgeld gibt einem erst die Möglichkeit, das Leben behaglich zu genießen in tausend Kleinig- leiten." Es war aber nichts zu machen, da« Personal blieb fest und unerschütterlich. Die Badeverwaltung machte dabei noch ein Extra« geschäft. Infolge der rapid steigenden Preise bekam sie bald statt 10 Prozent deren zwanzig. So standen die Dinge zu Frühjahr 1020. Zu Beginn der neuen Saison wurde natürlich wieder frisches Personal eingestellt, und da die 10 Prozent längst zum Warenpreis geworden waren, wurden neben der.natürlichen" Erhöhung wieder 10 Prozent zu- geschlagen. Diesmal aber wurden sie immer noch nicht auf der Rechnung besonders vermerkt. Nebenbei: es wurden die 10 Proz. tatsächlich zu 22 Proz. Im Juli 1020— das Trinkgeld- geben hatte sich doch wieder eingebürgert— fand die Verwaltung neben einer.angemessenen" Erhöhung aller Preise eS für ratsam, wieder einen Vorstoß in der Trinkgelderangelegenheit zu unter- nehmen. DaS Personal erbielt wieder eine Ablösung von wenigen Prozent, während die Rechnungen gleich darauf um deren zehn stiegen, denn die 22 Proz. waren längst überholt. D:e Hoteliers erzielten glänzende Erlraeinnahmen, die Preise kletterte» ichneller in die Höbe als das Barometer in den Hunds- tagen.H Die Gäste.verfeinerten" sich immer mehr. Kein Wunder. denn bei diesen Rechnungen konnten nur noch auserlesene Existenzen in Zahna Unterkommen. Es wurden nunmehr auf den Rechnungen besondere Vormerke angebracht: 10 Pro,, für Ablösung ter Teuerungszulage, so daß die Gäste wirklich glaubten, dieser Zuschlag sei der einzige. Sie bezahlten indessen nicht 10, sondern genau genommen 11 Proz. In Wirklichkeit haue sich folgende Preisentwicklung vollzogen: Preis des Zimmers om l. Mai 1010.... 20.— M. 10 Proz. Trinkgeldablönmg am 1. Mai 1019.. 2.—, 10 Proz. endgültige Ablösung om 1. Ott. 1010 2,20„ Teuerungszufchlag' am 1. Mai 1020..... 2.40. Ralürliche Preissteigerung Herbst 1010.... 7,20�, Natürliche Preissteigerung Frühjahr 1020.. 7.50 h Preis des Zimmers am 1. Juli 1020.... il.vn M. Wii-»nn werden wird, weiß man noch»ich:, aber sicher ist, daß die Preisbewegung noch nicht abgeschlossen ist. Vielleicht könnte jemand auf den Gedanken kommen, zu fragen: Wer der Dumme dabei ist? Neugierde. Seien wir froh, daß so etwas nur in Zahna vorkommen kann. Merkwürdig ist nur, daß trotz der enormen'Bewegung der Preise nach oben die Angestellten die Dummen find, da sie nicht die besten Geschäfte dabei machen. Die Herren von der Badeverwaltung haben vergnügte Gesichter. Wenn sich jemand über die hohen Preise beschwert, erklären ste mit Stirnrunzeln: .Die unerhörten Gehälter und Löhne, die treiben die Rechnungen so hoch." Die Gäste schimpfen über den Kellner, über das Zimmermädchen. über den Portier, über alles. Die sind schuld, daß man in Zahna so teuer wohnt. Aber so was kommt nur dort vor, wo anders ist das ausgeschlossen..._ Das Urbild des Wayzek. Kriminalfälle werden meisten» nur von Kolpor:ageschriflsiellern ausgenutzt, �um den Sensationshunget der Menge zu stillen; aber in einigen Fällen sind doch auch klassische Dichtwerke aus diesen Stoffen entstanden. Schiller, der eine Sammlung berühmter Kriminalfälle herausgab und darin einen lehrreichen Stoff zur Kenntnis de« MenfchenhsrzenS fand, hat im.Verbrecher aus verlorener Ehre" einen Kriminalfall dargestellt, und aus der Geschichte eines vielerörterten Verbrechens ist H. L. Wagners jetzt wiedergespielte.Kindes- Mörderin" entstanden, ein Stoff. der auch in Goethes „Faust" anklingt. Als ein dritter literarisch berühmter Äriminalfall tritt nun noch die Mordaffäre hinzu, die den Anlaß zu Georg Büchners genialem Drama. W o h z e k" gab. Ueber diesen Prozeß gibt auf Grund neu erschlossenen Material« Fritz Bergemann im neuesten Heft des.Jnselschiffe»" ausführlichen Auftchluß. Der Fall des lljährigen Friseurs Wohzeck. der die 46jäbrige Witwe des verstorbenen Chirurgen Woost. seine Geliebte, au« Eifer- sucht erstach, hat eigentlich nichts Besondere» an sich, und man fragt sich, weshalb dieier Mord die Oeffentlichkeit sowie die Ge- richte lange Jahre beschäftigen konnte und noch 12 Jahre später von Büchner sür fein Drama verwertet wurde. DaS allgemeine Interesse an dem Fall wurde dadurch geweckt. daß der Anwalt behauptete, Woyzeck sei gemütskrank, und eine Untersuchung ieineS Geisteszustandes beantragte. Diese heut« ja sehr häufige Maßnahme war damals eine Seltenheit, und die Sache wurde in verschiedenen Sireitschriften erörtert. Der Sachverstän- drge, der berühmie Hofral Claru«, kam zu einem negativen Ergebnis; darauf aber behauptete ein bayerischer Arzt. Dr. Maro, Woyzeck iei doch unzurechnungsfähig gewesen. und in einer weiteren Sneilichrif: nahm der bekonnte Psychologe Heinrorh Clarus gegen die Angnsse in Schutz. Diese Polemik zog sich noch bis >4 Jabre nach dem Tode des Mörders fort und fand ihren Ab- fchlu" in eurem 1838 ersiijieiieneir Aufsatz. Tie Bedenken gegen da» Gutachten von Ciarus brachten eS mit sich, daß sich die bereits auf den 13. November 1822 ange'etzie Hinrichtung WoyzeckS bis zum 27. Ananft 1824 verzögerte, an welchem Tage er dann ans dem Markiplay zu Leipzig die begangene Mordtal sühnen mußte. Büchner, der als Physiologe an dem Fall Interesse batte, wird baupliächlich durch die Frage der Zurech nungsfä h ig keit, die im Anschluß an Woyzeck« Tat von der Wissenschaft so viel er- örtert wurde, gefesselt worden sein. Die krankhaften Srschemnngen im Seelenleben de« FrreurS. die in den verschiedenen Schriften er- wähnt werden, so das Hören von Geisterstimmen und_bie merkwürdigen Visionen, sind von ihm verwendet worden. Sonst aber� hob er den Fall aus der Sphäre eine« gewöhnlichen ErfertuchtS- dramaS auf dje allgemein menschliche Höhe einer Luklage der vom Hnnger gepeitschten und in Schuld gehetzten Lrmut gegen dre Gesellschaft. vSlkifche Chrliebe. Professor Max v. Gruder- München an Projesjor Bumm-Berlin:«Ich halte es aber jür unabwendbar, daß w der einen oder anderen Weiie 10 bi« 15 Millionen aussterben. Ohne völkische Ehrliebe gibt eS übrigen» auch gar lein gesundes Gedeihen jür ein Poll." Die Sieb« zur Ehre, ein kräftiges Kraut; wo wächst dieie ieliene Blume? Herr Gruber in München verkündet eS laut: Sie sprießt nur auf völkischer Krume. Wenn wuchernd der Satte den Armen erdrückt für Gruber ist'S freundliche Schickung— und wenn eine Seuche die Menschheit zerstücke, der Völkische fiehl'S mit Erquickung. DaS ist erst die richkige allteutsche Art: Gehetzt zu Krieg und Verderben, vor allem die eigens Haut gewahrt, Proleten gibt'S reichlich zum Sterbe». Professor und Obergesundheitsrat. wie leuchtet dein Wirken und Wallen; wo Klio verzeichnet die Männer dex Tat, geziemt Dir ein Denkmal vor allenl __ Schlaraff. Mufikchronit. Die Konxertleitung Han§ Adler veranstaltet in der kommende» Saison ewen Zyklus von süns Abonnementskvnzcrten mit de»; Philharstionilchen Orchester an Montagen unter Leitung erster Dirigenten, u. a. Richard Strauß, OSkar Fried, Bruno Walter und unter Mitwirkung berühmier Solisten. Die Konzerte werden größere, setteu oder überhaupt noch nicht gehörte Werke brüigc», u. o. Gustav-Mahler-Feier, Schlachtsmjonie von Leckhoven und Lette von Berlioz. Srurmdübne»Zukunft» nennt üch eine Gruppe junger Schauspieler und Dichter, die der reoolulionären Kunst eine Gasse bahnen will smög« lichsl in die Arbeitcrmasses. Am 22. August um'/.t2 mir.ag» findet im Meislersaal. Kölbener Skr. 38, eine Programm ertlärung nebst Erläuterungen statt. Einsührende Worte spricht Alfons Latter. Die Akademie der Künste veranstattet eine Herbstausstellung die im Gegensatz zu'rühcren den in Grof. Berlin wohnenden Künstlern die Beschickung ermögticht. Maler und Bildhauer können je zwel Werke e n- senden, besonders soll das Porträt berücksichtigt werden. Ucber die Aus». nabme enttcheidet die AusstellungSkommiinon der Akademie. MI dieser Zmamnirwassung der ganzen Künstlerschasi lehrt die Akademie zu dem Prinzip zurück, nach dem ihre Ausstellungen in früheren Jahrzehnten ver- anskalte: worden siud. Ter Koiporteur der Nacktliteraiur. der«erlluer Verleger Wilhelm Lvrngräbcr, der die Freiheit de» Buches erotomainsch ausbeutet«, ist weg�i Geisteskrankheit unter Vormundichast gestellt worden..Der Retgen", Fach. organ jür Lustgents. und die svnjtigen Zwei— eiudeutiateiten werde« suu nicht mehr Stern ach in» Handwerk pfuschen. Nr. 4Sö» 37. Jahrgang 2» ��9 ��95!9Ä?�9 Soai>tag,1S.�i>glift1»2» GroMerlln Krieg öen Ratten. Vcrlin ist 31t einer Ratten st adt geWarden. In ungezählten Eremplaren treiben sich diese Nagetiere in der Groststad: umher. Die ungeheure Zunahme der Ratten ist auf die Ausstapelung von Lebensmitteln während des Krieges.uiriidzusühreri. Vov den Speichern aus kamen sie ans die Wohngrundstürke, in die Holzstapel und in den ikauschutt. Besondere Anziehungskraft auf sie übt auch die mangelhafte und teilweise ganz darniederliegende M ü I l b e s e i t i- gung. Aber auch die während des 5iriegs so stark zugenommene Kleintierzucht hat die Ratten.angelockt. Jetzt nisten sie überall. In den LeüenSmiltelmagazincn vertilgen sie graste Posten von Aahrungs» und Genustmitteln und machen andererseits graste Mengen nnqenicstbar, indem sie dieselben in gerade nicht sehr appetitlicher Weise beschmupen. In den Wohnungen benagen sie nickt nur die Möbel, nicht selten fällt ihnen auch das Schuhwerk zum Opfer. Wie sie in wirtschaftlicher Beziehung nur Schaden slifleii. so sind sie auch für die(tz e s u n d h ei t der Bevölkerung ecne groste Gefahr, spielen sie doch beispielsweise eine wichtige Rolle bei der Verbreitung der P e st. Obendrein sind sie häufig mit Trichinen behaftet und vetschlcppcn auch die Krankherts- cncgcr des Typhus und der Ruhr. 'Tie Bekämpfung der Ratten ist schon dadurch sehr erschwert, dost heispielsweve ein einziges Paar in einem Jahre mehrere h u n d e r l Junge zur Welt bringt. In Anbetrachr der grasten Gefahr' bat das Berliner M e d i z i n a l a m t nunmehr ein M e r k b l a tr herausgeben lassen, das eine energische Bekämpfung der Schädlinge empfiehlt. Ilm den Kamps erfolgreich zu machen, ist angeordnet worden, dast ans allen städtischen Grundstücken mit dem 16. August die Offensive gegen diesen Feind ergriffen wird. Nicht nur die Hausbentzer. sondern die ganze Bevölkerung wird aufgefordert, gleichfalls von diesem Tage an energisch den Kampf auszunehmen. Als besonders �virlsame Kampfmittel werden Phos- pbor und der Saft der Meerzwiebel in Form von Gislspeisen empfohlen. Arsenik und Strychnin sind erheblich gefäbrlicher, da sie lange Zeit haltbor sind. Bei Anweu- düng dic'er Methode isl grösttc Vorsicht am Platze, da die Ratten die vergifteten �veiscnbrockeii verschleppen, so dast sie auch Haus- steren und Kindern zugänglich werden. Bon giftigen Gasen k inu das K 0 h l en 0 x y d, das in besonderen Apvaraien erzeugt ivstd, in Gartcnanlagcn in Müll- und Düngerhausen mit Erfolg angewandt werden. Auch das S ck w e f e l 0 r p d ist sehr zu emp- sebleii, wckvn es auch wegen seiner pstanzem'chädigenden SSirlung nicht überall verwendbar ist. Die Anwendung von Bakterien- Kulturen ist auch für den Menschen nicht ganz ungefährlich, und sind daher bestimmte Botsichtsmastregln zu beobachten. Benutzt man Fallen, so must man mit groster Sorgsalt und Geschicklichkeit ver- sahrei.. da die Natten sehr vorsichtig und mißtrauisch stnd. Den Köder darf.Man beispielsweise nicht mit der Hand berühren, er must mit einer Zange oder dergleichen angesastt werden. Tie Fallen sind stets sauber zu halten und nach jedem Fang mit beistem ü a i s e r zu behandeln. Bon raitenfangenden Tieren tst besonders die Katze zu emplehlcn, auch der Igel soll gute Dienste leisten, während Hunde sie nur mit ihrem Gebell ver- scheuchen. Als allgemeine Mastnahmen ist noch zu empschleit, alle Wirt- schaff S- und sonstigen Abstille so aufzubewahren, daß die Tiere sie m'cht erreichen können. Ebenso auust dafür gesorgt werden, hast das Httis,, füll stets in g'eschlossciicn eisernen Behältern > uffiewahrt wird uud d ie Abtuhr wieder in geordnete Bahnen gelenkt wir d. Ferner must davor gewarnt werden. Ki'tiinchen und andere Kleinlicre in den Wohnungen oder auf Haus- 1■»udsrücken zu halten._ Ter Minister des Innern zu der Besoldung der Mngistrntömitgliedcr. Zu dem von bürgerlicher Seite provozierten Streit um die iVadl der besoldeten Mitglieder für den neuen Bcrlin-r Blagiftrat lun uit setzt das Ministerium des Innern in folgenden Auslassungen Stellung: Das Gesetz vom 27. April s?20 setzt, wie aus der Fassung der 11. 12 und des§23 Abs. 6 zweifellos hervorgeht, voraus, dast Ittchl i mttliche»0 Mitglieder des MaginralS der Stadt Berlin nur besoldete , s Segen öer Eröe. R 0 m a 11 von Knut H a in s u!'. S-ivert geht ins.Haus, er bleibt eine Ewi gleit weg und loinmt mit Geld zurück, mit viel Gelo.„Da sieh her, dos ist alles,, was er hat, meinst du, es sei genüg? Zäh! nach, er Imt das Geld nicht gezählt."—„Was hat der Vater gc" tagt?"—„Er hat nicht viel gesagt. Jetzt mußt dn noch einen Augenblick warten, ich zieh mir noch etivas an und komme mit dir."— ,.Tas darfst du nicht,' du mußt zu Bett gehen."—„To? Fürchtest du dich vielleicht, wenn du m der Tnnkellicit eine Weile allein im Stall bleiben sollst?" srasst Sivert mit einem schwachen Versuch zu scherzen. Er bleibt nur einen Augenblick iveg, kommt fertig an- gezogen zurück und bringt auch des Vaters Rucksack mit dem Mlintzvorrat mit.' Wie sie hinausgehen, steht plötzlich der Vater vor ihnen:„Was muß ich hören, du willst so weit fort?" sagt er.—„Ja," erwidert Eleieus.„aber ich komm? wieder."— ,�Jch will dich.nicht aufhalten," murmelt der Alte und kehrt um.„Glückliche Reise!" ruft er noch mit sonderbar heiserer Stimme, zurück und geht rasch seines Weges. Tic Brüder wandern zusammen den Weg hmunter, und nach einer Weile setzen sie sich und essen. Eleieus ist hungrig, er kann kaum ersattigt werden. Es ist die herrlichste Früh- lmgsvtacht, out allen Hügeln balzen die Auerhähne, und dieser heimische Laut macht den Auswanderer einen Äugen- blick verzagt.„Es ist schönes Wetter," jagt er.„Aber jetzt irnßt du umdrehen, Sivert."— So," sogt Sivert und gebt wei-er.— Sic kommen an Storborg vorbei, an Breidablick vorbei, die Auerhähne balzen auf dem ganzen Weg auf dem und jenem Hügel; es ist keine Hornmusik wie in den Stödten, nein, aber es sind Stimmen, das öffentliche Auf- gebot, das den Frühling verkündigt. Plötzlich hören sie den ersten Singvogel vom Gipfel eines Baumes,'er weckt auch andere, das ist mehr als ein Vogellied, es ist ein Lobgeiong. Tetz Auswanderer füblt etwas Heimweh in sich aufsteigen. etwas Hilflosas, er will noch Amerika, niemand ist io reit dazu wie er.—„Aber jetzt mußt du umkehren. Sivert." sagt er.—„Ja," erwiderte der Bruder,„da du es durchaus willst." Sie setzeii sicki am Waldrand nieder und sehen das Torf vor sich liegen, dem Kautladen. die Lände, Bredes Herberge. Beim Postschisf laufen Mensckun Hirt und her und machen sich zur Abreise fertig. sein dürfen. Diese Rechtslage bringt denn auch die AuSiührungsan- Weisung zum Ausdruck durch die Bestimmungen zur Ausführung des § 12. Was die Anfechtung eines etwaigen dieser Rechtslage ent- gegenlaufenden Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung be- lristt, so ist gegenüber der in Zeitungsartikeln vertretenen Auf- fafiung zu bemerken, daß es e i n e K l a g e der b ü r g e r I i ch e n Stadtverordneten gegen den Beschluß im Verwaltungs- streitversahren nicht gibt. Es könnte nur eine Beanstandung des Beschlusses nackt§ lö des Zuständigkeitsgesetzes vom 1. August 1883 (Gesetzsammlung Seite 237) in Frage kommen." Die Flucht inS Gefängnis. Durch laute Rufe:»Haltet ihn!" wurde gestern in den Nach- miltogslundeii das ll�oabiter Kriminalgericht alarmiert. Der Friseur Reinhold D ö tz e l. gegen den ein Strafverfahren wegen eines großen Seidendiebstahls am Hackeschen Markt schwebt, war zur Vernehmung dem Untersuchungsrichter vorgeführt worden. Die Sonne lochte auch gar zu verlockend durch das Fenster hinein, der Drang nach der Freiheit regle sich zu mächtig in ihm, im nächsten Augenblick tat er einen riesigen Satz und war zur Tür hinaus verschwunden. Es begann die übliche Hetzjagd, und Dötzel, der die labtiriiitarligeit Gänge des Moahirer KrnniiialgerichtS nicht kannte, lief auf's Geratewohl, was die Beine hergaben, bis ihm eine verbeißmtgSvoll osten stehende �ür, die in einen Gang hineinführte, enigegenwinkte. Er lief schnell hinein und saß— im Gefängnis, da er das Pech gehabt hatte, zufällig an die direkt nach dem Gefängnis führende Tür zu geraten. Ohne Widerstand zu leisten, ließ er sich dann abführen. Aufklärung des Raubüberfolles bei Storkow. Bor etwa einer Woche wurde auf der Landstraße Krausnick-Storköw ein schwerer Ranbüberfall verübt. Zwei Wegelagerer, die maskiert und mit Revolvern und Karabinern ausgerüstet waren, hielten dort das Fuhrwerk des Pferdehändlers Rosenheim aus Storkow an, obwohl außer dicsein noch drei andere Personen sich auf dem Wägen befanden und verlangten von dem Händler sein Geld. Als der Kutscher versuchte, die Pferde anzutreiben und zu fliehen, schössen die Räuber die Pferde nieder. Da ein Widerstand zweck- los ivar, sah sich Rosenbcrg gezwungen, feine Barschaft. 2 0000 Mark, den Räubern zu überlassen. Diese schwangen sich jetzt auf ihre Fahrräder und iagien davon. Auf der Flucht gab der eine der Räuber, aus die Verfolger noch mehrere Schüsse ab, und beiden gelang«S, zu enttommen. Da damit gerechnet wurde, daß es sich um Berliner Verbrecher handle, wurde auch die Berliner Kriminalpolizei mit der Aufklärung des llcberfalls beauftragt. Dem Leiter des Raubdezernats und feinen Beamten ist eo jetzt.gelungen, die Räuber zu ermitteln und festzuneh- m e n. Sie wurden in einer S ch a n l w i r t s ch a f t in der K u r- i ü r st e 11 st r a ß e überrascht und dingfest gemacht. Es hon- dclt sich um einen 38 Jahre allen Mechaniker Reinhold Pönig, der aus Roggow bei Belgard stammt und hier in der Kurfürsten- strahe in einem Pensionat wobn:e und.einen 20 Jahre alten Schlächter Gustav Schult e-- R a h d e aus Alten-Bochum, der sich wohnungs- und arbeitslos in Berlin umbertrieb. Außer dem Ucbcrsall bei Storkow haben beide noch mehrere ähnliche Räube- reien ausgeführt, so u. a. am 20. April ein Fuhrwerk bei Bclgaro überfallen. Beide werden beute wegen schweren Raubes und Pönig außerdem wegen versuchten Totschlags dem Untersuchungs- richier vorgeführt. Schatistelliing von Pilzen. Das städtische Medizinalaint. Berlin, Fischerstr. 39/12, Ecke Mühlendamm(gegenüber der Sparkasse), ver« anstaltet bis ans weiteres eine kleine Schaustellung eßbarer und glfliger Pilze der Uüigebung B.exlinS. Um eine verwirrende Fülle.zu bermeiden. ist auf die Borführimg nur häufig vor- kommender Pilze Wert gelegt worden. Die Besichtigung steht kostenlos täglich von' 8—.? Uhr jedermann frei. Im Interesse der Ergänzung verdordener Pilze ist erwünscht, daß Naturfreunde dem Medizinalamte Proben setbstgesundcncr Pilze zur Verfügung stellen. s Mord oder Selbstmord. Ein Mordgcrücht rief gestern nach- mittag ein Leich enfn nd im Tegeler See hervor. In der Nabe der Liebesiiifel landete man die Leiche eines Mannes, die mit einem 14 Pfund schweren Stein beschwert war. � Außerdem wies der Kopf de? Tolen eine Schußverletzung auf. Staats- anwalt Hagemann als Vertietcr des Chefs der Kriminalpolizei ent- sandte den Bezirksoberwachtmeister Onoos an den Fundort. Dieser stellte jedoch fest, daß es sich allerWabrickeinlichkeitnach nmeincn is e I b ft- m 0 r d handelt. Die Person des Tolen ist unbekannt. Er „Ich habe keine Zeit mehr, noch länger hier sitzen zu bleiben," sagt Eleseus und steht wieder auf.—„ES ist recht schade, daß dn so weit fortgebft," sagt sivert.— Eleseus erwidert:„Aber ich komme wieder. Und dann reise ich nicht bloß mit einem Wachstnchkoffer." Als sie einander Lebewohl sogen, steckt Swert dem Bruder ein kleines Ding zu, etwas, das in Papier gewickelt ist.—„Was ist das?" fragt Eleseus.— Sivert entgegnet: „Schreib'auch fleißig!" dann geht er. Eleseus macht. das Papier auf und sieht nach: es ist Ha s Goldstück, die zwanzig Kronen in Gold.—„Nein, das sollst du mir nicht geben!" ruft er dein Bruder nach.— Aber Sivert geht weiter, Er geht eine Weile, dann dreht er um und setzt sich wieder am Waldrand nieder. Um das Postschisf lier wird es immer lebhafter, er sieht, wie die Leute an Bord gehen. auch sein Bruder geht an Bord, und das Schiff fährt ab. Da reist Eleseus nach Amerika. Er kam niemals wieder. 12. Ein merkwürdiger Zug kommt nach Sellanraa herauf. pielleicht als Zug ein bißchen lächerlich, aber dock nicht nur lächerlich: es sind drei Männer mit ungeheuren Lasten auf dem Rücke», mit Säcken, die ihnen über die Brust und den Rücken herunterhängen. Sie gehen im Gänsemarsch und rufen einander Scherzworte zu,'aber sie haben schwer zu tragen. Der kleine Ladendiener Andresen geht als erster im Zug. übrigens ist es auch sein Zug: er bat sich selbst, Sivert von.Sellanraa und einen dritten, Fredrik Ström von Breidablick, zn diesem Zug ausgerüstet. Ein verfluchter kleiner Kerl, dieser Ladendicner Andresen, seine Schultern sind fast bis zur Erbe-gebeugt und seine Jacke ist ihm vom Hals heruntepgczerrt, aber er schleppt, er schleppt sein« Last. Er hat nicht einfach Storborg und den Kaufladen ge- kauft, dazu' hat er kein Geld. lieber wartet er eine Weile und bekommt dann vielleicht alles umsonst. Andresen ist kein unbraiickbaier Mensch, er hat einstweilen Storborg ge- pachtet- und betreibt den.Handel weiter. Er'.hat dey ganzen Warenvorrat durchge'ehen und da eine Menge unverkäuflicher Sachen vorgefunden, von Zahn- bürsten an bis zu gestickten Tischläufern, ja. bis zu kleinen Vögeln /auf-Dräbke'n.-die- /.Piep" sagten i wenn man sie an der richtigen Stelle-klemmte. Mit all diesen Waren ist er jetzt auf die Wanderschaft scheint nack bei ihm vorgefundenen Notgeld aus Breslau zu stammen. Die Leiche liegt schon etwa 4 Wochen im Wasser und ist ebenso wie die Kleidung sckon stark in Verwesung übergegangen. Der Tote mag etwa 20—30 Jahre alt gewesen sein und den besser- gestellten Ständen angehört haben. Er bat ein glalirasiertes Gesicht und trug schwarzen Cutaway. Tie Leiche wurde beschlag- «ahmt. Dem Zoologischen Garte» und zwei junge Edelmarder geschenkt- worden, die in seinem Aug«ntäs!g des allen Tierhauses am Kauze!-!- platz untergebracht sind, wo sie die Beiuchcr durch itire munteren Spiele und Kletterkünste erfreuen. Am Sonntag von ö Uhr nachm. ab Grotzes K 0 I! z e r l der Kapelle der Berliner Sich-erheitswebr unter Leitung ihres Dirigenten Musikdirektors Brase.. Das Aquarium ijt bis zum Eintritt der Dunkelheit gcösjiiet. Das nächste Städtische Ztolkskonzert des Philharmonische» DrcheiierS unter Leitung vo» Richard Hagel imdet am Montag, de» 1(5. August, in der Phllbarmonie, Bcrnburgcr Str. 22/23, statt. Bcgm» des Konzerts 8 Uhr. Der Vorperkaut z» den Volkskönzcrten findet statt in der Zentralstelle für Volkswohlfahrt. Augsburger Str.»31, in der Berliner Gewerkschastslommissio», Engeliiser 15, im Zigarrengeschäff Horsch nnd in dem betrcficndcn Konzertsaal. Die im Vorverkauf nicht untergebrachten Karten werden abends an der Kasse verkauft. Ter Ein- trittspreis beträgt 1 M. Kasjeneröffming 7 Uhr. Rciiklillnrr ElternbeiratSivahle». Tie Neuwahlen der für un- gültig erklärten Wahlen der Elternbeiräte an den Geineindeschulen 2, 6, 7, 15, 24, 20 und 37 sollen nach Mitteilung der Lokalpresse am Sonntag, den 20. September, vorgenommen werden. Unsere Parteigenossen werden sich auf eine» scharfen Wahlkampf ein- richten müssen. Die christlich-unpolitische Richtung wird nach all den Vorgängen, die sich in Neukölln seit den Januar- wablen in diesem Lager abge'pielt haben, den Wablkampf wieder im Zeichen des Kampfes um die Zleligion führen, die bekanntlich dem«Volle" erhalten bleiben muß. Die Partei- genossen der beireffenden Schulen müssen nun sofort ihre Bor« bereitungen treffen und den Wahlkampf aufs nachdrücklichste führen: für die weltliche Schule, für die Einheitsschule j— Unbekümmert um das Geschrei der Chrisilich-unpolitischen muß alle Energie daran gesetzt werden, daß der Ausfall der kommenden Neuwahl der Elternbeiräte unserer Partei einen vollen Erfolg bringt. Grost-Berliner Lebensmittel« Brotkarte:«Morgen». Berti«. In der Woche vom Molitag. 16. d. M, bis Sonnabend, 21. b; M'.. werden die Maoermilcykartcn der Serien l. Il und III mit je '/» Liter Aieiereibuttermilch bclietcrt. Der Preis beträgt 62 Pf. für de» hätbcn Liter. Die übrige Belieferung bleibt unverändert. Auf die Abschnitte 34» bis? der Berliner K artoftellarte dürfen 7 Pfd. Frübkartosteln abgegeben werden. Der Preis für diese Koriofieln ist aus 40 Pf. fe Pfund herabgesetzt.— Der Preis für 1 Pid. inländuche Früd- karloficlii der Ernte 1 920, die lusi die Abjchnitte 34 und folgende verieüt werden, dari ab 16. August 40 Pf. nicht Übersteigen. Schöncberg. Bis zum 17. August Voranmeldung sill- zusammen 250 Gramm Qaferflocken aus 40 und 41 der allgemeinen Lebensmittelkarte nnd 1 Paket seinste roie Grütze sowie ein Beutel Penners Banille-Sotzet» Pulver ans Abschnitt 52 der roten und grünen Schöneberger Bezugskarte. Ausgegeben werden 125 Gramm Liujen, 1 Beutel rote Grütze und 1 Beutel Soßenpulver. Friedenau. k> Pfd. Kartoffeln, 125 Gramm Nudeln. 125 Gramm GerstcnmtzhI. Arn Friedenaucr Nährniiltclkarte 500 Gramm Haferstocken. 500 Gramm Maisstocken. 125 Gramm Buchweizengrütze. 125 Gramm Zseizcniuchenmchl. Aumeldung vom 14. bis 17. Attzust, Abholung vom 24. bis 26. August. Zchmargenvori. Abholung vom 10. bis 22. August 125 Gramm Nudeln. 500 Gramm!nl. Marmelade, 1 Dose Bohnen mit Speck«engt. Heereskonscrven). 250 Gramm Morzentraiik. 125 Gramm Reis mx Kinder. geboren in der Zeit vorn 15. Auqnft 1908 ins zum■ 9. August 1911 gegen Bezugsschein. Ferner 500 Gramm aukb Gexstenmelst, ökt»Ärx Sagos 1000 Gramm Nudeln tur die.-',eit vom vi. August bis>,». Sept. an Kriegsbeschädigte..1 Tose Malzeisiralt an Einwohner über 65 Ighre. Ast» znmclden stnd vom 15. bis 13. August 125 Gramm Hajerfiocken, 500 Gr. Marmelade. Dahlem. 125 Gramm Nudeln, je 250 Gramm.tz>aferstockei> und ge. schälte Bobnen. 7 Pfd. Kartoffeln. Freiverlaul von Reis, Hülicnfrucht« nichl, ausl. Gcrftcnmchl, Graupenmchl. Leberivurfl in Tosen nur bei Koch. Lankwitz..250 Gramm Haferflocken Auf 09 nnd 40 2. Pakete Milch« süßipeiic. 250 Gramm geschälte Bobnen, 4 Päckchen Süßstoff. Drmpelbof. 7 Pfd. Kartoffeln, 250 Gramm weiße Bohnen, An Kinder im 5. und 6. Lebensjahre! 500 Gramm Buchweizeumehl. 1 Büchie dickflüfsigen Ratzertrakt, 1 Tmet Schokolade(100 Gramm), ff« Pfd. Kakao-. An Kriegsbeschädigte für die Zeit vom lO. August bis 15. September 500 Gramm Haferflocken. 500 Gramm Nudeln, 500 Gramm Maisflocken, 500 Gramm Buchweizenmehl. An Kinder vom 6. bis 13.-'Lebensjahre 1 Tafel Schokolade(100 Gramm), ff, Psd. Kakao. Ferner Anmeldung von 125 Gramm Haferflocken, 125 Gramm Maisflocken, 250 Gramm Linsen. gezogen, er will sie an die Grubenarbeiter jenseits des Berges verkaufen. Er hat von Aronsens Tagen her Erfahrung darin, daß Grubenarbeiter mit Geld in der Hand alles in der Welt einkaufen. Jetzt ärgert er sich nur darüber, daß er sechs Schaukelpferde, die Eleseus auf feiner letzten Reife nach Bergen einkaufte, zurückgelassen bat. Tie Karawane kommt iiz den Hofraum von Sellanraa herein, und die Männer legen ibrc Lasten ab. Sie ruhen nicht lange; nachdem sie Milch zu trinken bekommen und im Spaß ihre Waren ollen Leuten auf dem Gut angeboten haben, nvhmen sie ihre Lasten wieder auf und gehen weiter. Sie sind nicht bloß zum Scherz ausgezogen. In südlicher Richtung durch den Wald schivankcn sie mit ihrer Last weiter. Sie gehen bis zur Mittagszeit, essen zu Mitlag und wander» dann weiter, bis es Abend wird. Tann machen sie ein Feuer au, lagern sich und schlafen eine Weile. Sivert schläft fitzend auf einem Stein, den er seinen Lehnstuhl nennt. Ja. Sivert-versteht sich auf das Leben im Sedland. die Sonne hat den ganzen Tgg auf den Stein gebrannt und ihn zum drauf schläf-en gut geeignet gemacht.-Seine Käme- raden sind nicht so-erfahren und nehmen auch keinen giften Rat an, sie logen sich ins Heidekraut und wachen frierend und nieiend auf. Dann frühstücken sie und gehen weiter. Jetzt sangen sie an, die Ohren zu spitzen, ob sie keine Schüsse Iiöron, und sie hoffen, im Laufe des Tages auf Leute zu stoßen und an die Gruben zu kommen. Die Arbeit kann inzwischen wohl von der See her weit in der Richtung ouf Sellanraa zu vorgerückt sein. Sie-hören keinen Schuß. Sie gehen bis zur Mittagszeit und begegnen keinem Menschen. aber sie. kommen von Zeit zu Zeit an großen Löchern in der Erde vorbei, wo die Leute zur Probe gegraben haben. Wie hängt das zusammen? Es muß wohl io sein, daß das Erz ans dieier Seite des Berges gynz überaus reich ist, ech wird also im reinen, schweren Kupfer gearbeitet, und die Arbeit r rücken von der See her kaum vor. Nachmittags stoßen sie auf noch mehr Gruben, aber immer noch auf keine Menschn: sie geben weiter bis zum Abend und erblicken schon das' Meer unter sich, sie wandern durch-ein Oedland von verlassenen Gruben und vernehmen keinen einzigen Schuß. Tos ist doch gar zu merkwürdig. cibiW sie müssen noch einmal ein Feuer machen und sich wieder für die Nacht lagern. Sie ratschlagen: Ist am Ende die Arbeit hier zu Ende?. Sollen sie mit ihren Lasten wieder umkehren?„K-eirt'Gedanke!" sagt der Ladcndiener Andresen. lForts. folgt.) NenkiiNn. In der nächsten Koche gelangen gur?luZga?s Hafer« fllockcn auf Aljfchnitt.M und 32 der Kroß-Derliner Lebensmittelkarte. Ker« uer Verteilung von 375 Aramni Halerfabrikaten und Weiterbelicternng auf Abschnitt 53 der Ncutöllner Karenbezuglartc. �tartosselli werden nicht verausgabt. Brill. 500 Gramm Halcrstockcu, 500 Gramm Warmclade sür� Kriegs- beschädigte 500 Gramm Nudeln, für werdende Mutter und minder 250 Grs, nm Nudeln, 125 Gramm Zwieback, 100 Gramm Tee. Vlilchkartc Ii und C I und II 125 Gramm Zwieback. Ferner aus Grofz-Berlluer Lebensmittelkarte 1 Dose Malzextrakt, 1 Pfd. feine grillte Erbsen, 1 Pfd. Linsen, 1 Psd. Re!S, 1 Pfd. Bohnen, 1 Pfd. Sirup, 1 Schachtel Streichhölzer je Kopf, tiartofscin srcibändig jede Menge. Jobanniethal. Vom Freitag, 20. d. MtS., ab 250 Gramm Hafer- flocken, 500 Gramm Suppeumchl. Auf Abschnitt 501 Sonderausgabe. Alt-Glienirke. 250 tiiramm Kartoffelwalzmehl, 250 Gramm Rinder« talg, 500 Gramm Maisslocken, 500 taramni Haferflocken, 200 Gramm Mar- metadc, l00 Gramm Sirup. Aus Nährmittelkarten 250 Gramm Wetzen» griejt, 250 Gramm Kindergerslenmebl. Kinder im l, und 2, Lebensjahre erhalten aus die MUchkarte n I u. n II je 1 Paket.Kinderzwicback, Kriegs- beschädigte erhalten 250 Gramm Wc-zengriesz, 500 Gramm Buchweizen- grühe. Werdende Mütter erhallen aus die Wochenkarte 1 Palet Milchstch- speise, 250 Gramm Weizengrieß, 250 Gramm Krankenmebl. Treptow verteilt Kartoffeln markenfrei. Maismcbl auf Abschnitt iO der Groß-Berliner Lebensmittelkarte 125 Gramm. Buchwclzengrütze auf Abschnitt 0 der Treptower Lebensmittelkarte für Personen über 05 Jahre 250 Gramm. Lichtenberg. 7 Psd. Kartoffeln, Voranmeldung bis 18. August: 125 Gramm Graupen. Vom 17, bis 31. August aus Abschnitt 407 E. J, G. K der Lichtcnberger Lebcnsmitlelkarle in den Drogerien und Apo- thcken je 2 Päckchen Süßstoff. In slädiischen Verkaufsstellen ohne Marken« abgäbe Puddingvulver, VaniUenmiichzncker. Vanillculoxenpulver. Fn itästischen Fischhallen Heringe, Stück 1 M. und 1,35 M. Lebende Aale jeden Sonnabend Fischhalle, Frankfurter Allee, das Pfund zu 12, 14 und 10 M. Groß-Serliner partsinachrichten. Heute, August: Die Gcnofscu der L.— b». Abt. veranstalten ein Partciver- g n ü g c n in der früheren Boäbraueret. Da alles aiisgcbatcn fwinde, das Fest so bunt wie möglich zu gestatten, wird um allseilige rege Betelsj- gung gebeten. Tie Genosse» der 47. tt. 48. Z!bt. veranstalten ein mit Belusti« gungen aller Art und Kosten verbundenes Walds est. Abmarsch mit Musit 12'/, llhr Türkensliaße Ecke Schillerpark, Ticffpunlt für Nachzügler Iungsenihaide, alte Schießstände, am Spandauer Weg, Zahlreiche. Be- teiiigung erwartet Das Komitee, Gliarlotieuburg. Großes Wald fest. Sammelpunkt 1 llbr auf dem Sopbic-Cbarlotlcnvlatz 7.— 4. Gruppe. Treffpunkt mit Kindern pliiiktlich'■'1,12 Uhr bei Lux. Buchnauer Sir, 1.— 6. u. 7. Grupoe. Treff- punk 12 Uhr mittags im Gruppenkokol, Am Lübow 0, Von dort Abmarsch unter Mitwirkung des Wandolinenkiubs.Haibiiiscl". Morgen, IK. August: Äv. ZIdt. 7'/, Uhr Funktionäre. Betriebsvertroueuileute und Eltern- beiräie bei Rontdors, Petersburger Straße 80. lil». Ndt. 7'/, Uhr Sitzung der AbleilungSIcltung mit den Bezirks- sührern und deren Hestern bei Grünau Stahlhelmer Straße 3V. Ltciitvlln. 7>/, Uhr, 2. u.!!, Bezirk bei Schmidt, Spremberger-, Ecke Bürlneistraße, Vertammlung. Thema: Lrganisation und politische Lage Äcscrcnl Genosse Wenbcter. Zo-elslilem. löiihivehein fleußölln<5.?. D.). Den Mitgliedern die traurige tliachricht, daß uns.r Kenosse ükrmsWNünilieZ 58. Bez.. 7. Abt, verstorben ist. 240.5 Ehre seinem Andenken! Dir Beerdigung findet am Montag, den>0. August, nachmirtags 2 Uhr, vom Sarniiontrledhof, Hasen- Held« au- statt. Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand.§ Cuüpssseesofisit Eiirijer- walde LB.. E.G.!n.li.H. Einladung zur aaSerorl Ge!i.-¥ersainail||. NM Montag, den 23. August, abends s Uhr, i» der Aula Orr 24.(bern.. Schule, Hinter der Sarnisonkirche 2, III. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Ergänzungswahl ffir den Vorstand und Auffichtsrat, Rifgelclnnkauf u. Banaus- nihrung. IGWb 4. Anträge. 5. Verichirdencs. vor vorstand. D. Weivert. s. Driess. Achtung? Postbeamte? 8 Uhr VerlrauenZmännerüßung sm Jugend- heim. Lindenftraße 3, 2. Hos, links 3 Treppen. Alle Vertrauensmänner werden gebeten, der wichtigen Tagesordnung wegen recht zahlreich zu er- scheilien. Fm Verhinderungsfälle Vertreter senden. Der Postmerbeausschuß der<£. P. D. §rauenabxn)e, Montag, 1ö. August, abenös 7Vz Uhr. .sttt. Abt. bei Gillwald, Putbuser Straße 24. Genossin Weide:„So- ziale Hygiene". 84. Ab», bei Goldbach, Vinetaplatz 7. Genosse Meise:„Spa und seine tvirstchastlichen Folgen". 8G. Abt. bei Bärwalde, Schlegelstraße 8. Vortrag deS Genossen Puls. 4 4. Zlbt. bei Kersin, Panlstrage 00. Literarischer Vortrag: Genosse Kabelik. Rosenthal bei Petra», Hauptstraße 14. Vortrag der Genossin Kiesel. �ugenüveranftaltuNFSn. Zentraljugendbeim, Lindcnstr. 8, S. Hof, links, I Treppen: heute von 4 llhr ab: Bunter Abend. Verein Arbeiterjugend, Abt. Neukölln, veranstaltet beute sein diesjähriges W a l d s e st nachniitlagS 3 Uhr ain dem Ferienivielplatz„C" in 6er Königsbeidc. DaS Programm besteht aus Mandolinenkonzert, Rezitationcu, Prolog, Volkstänzen, Lieder zur Laute, Wettkämpien, spiele istiu. Die Festansprache wird der Bürgermeister Gen. eacholz-Nen- tölln baiten. Um 0 Ubr morgens und 2 Uhr mittags erfolgt vom Ring- bahnbos der Abmarsch zum Festplatz. Bnchholz. Am TienStaa. den 17. d. M., findet im Lokal von Hennig, Pasewaller Str. 50/57, eine Zusanimcnkunst jugendlicher Genossen und deren Eltern statt. Alle Jugendlichen von Buchholz find hierzu herzlich eingeladen.____ Vorträge, Vereme und Versommkungen. Ticdler des Rittergutes Mahlsdorf! Am Freitag, den 20. August, abends Tl., Uhr, Versammlung der Gemeinnützigen SiediungSgenosscn- schirst„Lichier.bergcr liiartcnbeim" t.®. m. b. H. in der Schulaula Lichten- bcrg, Markist. tt/12, sür sämtliche Siedler. Tagesordnung: Bortrag über „Haus- und Klcingarten-Obstbau und dejsea Anlage". Referent: Ober- garlner Hartman». Ausnahme neuer Mitglieder.— Lichtcnberger Sin'onie-Lrcitcslcr des Bolkschors iLeitcr Paul Kurz). 2>!onlag 8 Uhr Jahn-Realgymiiafium, Markstraße(Badnbos Rummelsburg).— Lichten- berger Bvlkschor tntchlpolililche Kunstvereinigimg), Leiter Paul Kurz. Mittwoch 3 Uhr Jahn-Rcalgymuasium, Marltjlraße(Bahnhof ÜiummelS. bu.rg)._ Sport. Im Sommer- Hürden- Ausgleich, Preise 48 000 M., Distanz 8300 Meter, dem Hauprereignis am heutigen Renrnage in Karls» holst, gellen als voraussichtliche Starler Eseadrvn 03(Teichmonu), Flamingo 01>�(Wurst), Eichwald 76(Lewicki), Radom 63'/, oder Sperber öS iKutulies), Laubiroich 65(Walter Müller), Hofgunst 61 iEdler), Heimchen 60(Bismarck). Foachmi 50(Leiv), Lceana 57>/z (Taager). Liftig 57(Streit), Somlo 57(Scholz), Schwerenöter 57(El. Ms aller Welt. Die JCpfer der Zeche Kaiserstuhl ll. Tortmund. 14. August.(TU.) Hiestern wurden die 30 B e r g 4 lc u t e der Zecke Kaiser stuhl II, die am Sonntag morgen auf so tragische Weise ums Leben gekmnmeli sind, zu Grabe gctra- gen.. Unter dem Geläute der Glocke» der ganzen Stadt setzte sich der Trauerzug um 4 Uhr von der Leichenlmlle aus in Bewegung. Erössnet wurde der Zug von Zahlreichen Vereinen und den Ver- tretcrn der städtischen Behörden, Beamten und Archeiteru. Unter dem Vorantritt der Geistlichkeit beider Konfessionen folgten die 8 Leichenwagen mit den 30 Särgen. Dicht hinter ihnen schritten die Belegschaft und die Huiterbliebenen. Ten Schluß bildeten wiederum zahlreiche Vereine und Llbordnungen. Etwa 40 Musik- kapcllen begleitetest den Zug, in dem etwa 400 Kränze mit- geführt wurden' Der Vorbeimarsch dauerte anderthalb Stunden. Eine große Volksmenge umsäumte die Strasten, die der Trauer- zug' passierle. Auf dem Nordfriedtof angelangt, wurden die 80 Särge von Knappen zu dem Mastetigrab getragen, wo die Bei- setzung um 6 Uhr erfolgte.__> Wegen Unterschlagung von 80 000 W. wurde der Leiter deh Schlachthofkasse in Bochum,.Sekretär Körb er, verhaftet. Eiiibruchsdiebstahl. In Gmünd drangen Einbrecher in die Sparkasse und erbeuteten Bargelder und Wertpapiere im Betrage von zwei Millionen Kronen. Abgcfangcnc Sowjetschätze. Nach einer Washingtoner Meldung haben die amerikanischen Zollbehörden ein aus Rußland stammendes Paker beschlagnahmt, das die Aufschrist trug:„An den Genossen Warten 5 Martens ist der sogenannte Botschafter Sowjet- rußlandS in den Vereinigten Staaten, von dem wir nicht wissen. ob die ihm wiederholt angedrohte Ausweisung schon bewerkstelligt ist. Da? Paket enthält mehr als 100 Diamanten, die der- mutlich aus dem chemaligen russischen Kronenjuwelenschatz stammen. Geschäftliche Mitteilungen. Kochen und Backen ist immer schon eine der wichtigsten Aufgaben derHauSsrciu gewesen, bildel aber beuie ein oft schwer zu lösendes l�empel. Bio erireulich ist es da zu hören, daß es der bochentwickesten NahrungS- mittelindustrie gelungen ist, ein Präparat herzilstellcn, daS für die HaiiS« fron in vielen Beziehungen große Erleichterungen schafft. CeikerS Milch- Eiwcigvulver, wie dieics ideale HiiiSmiltcl heigt, ist ein reinliches, nalur» iiches Eiweiß, also von wirklichem Näbrwcrt, nur mit dem Unterschied, daß es sialt aus dem Hühnerei aus der Milch gewonnen ist. Es bietet neben seiner Billigkeit— denn es ist in allen Lebensmillelgeschästen jür 70 Pf. pro Päckchen zu haben— noch die Portcile der praktischen und reinlichen Handhabung beim Kochen._____ NttteranSstchte» für daS mittlere Norddentschland biS Monrag mittag. Zeiiiocise dcitcr, tagsüber warm, meist trocken, bei schwachen, im Küstengebiet westlichen, sonst nördlichen Winden.___ Mgelsme AgAbszill kömiil. s>-crmlt laden wir die Mit- g.ied r de» Ausschusses zu der om Monlag. d. 23. Aagilftd. I., > deuos 7', Uhr, im I'intskcller I.U Copintck stattfinpendcn außerordeuttichen Ausschußsitzunq En. 147/6 Tagesordnung; Sl Aendcruna der§§ 1, 2. 3,4, 5, 10, II. 19, 20, 48, 72, 85, 87, 98, 100, 105 und 110 der llassensatznng. 2. iSesräslliches. Die Ausswußmitglieder er- liallcn noch vciondcre Einla- düngen. Copcntck. den 12. Aug. 1920. Set Vorstand. J- OHoJilckei. Borsiß ender. Zurüc» 8091) L'inycnli'ideir und Tu�erliUose Von l�el- l�dlse TU»ücK FraaensrztGr.Frankenslein L in ck sberger Str. 75(Alex.-PI.). Bon der Reise zurück 15 15 lUsa Plac/ek-Siarkc. Deniifiin. Tu.»Ihr. 52. Tel. Moabir 9230. MANsKsr�ANl:!! Tw Das sicherst. Mittel, da» LA Rauchen jganz od. teilw. Jj\fi eir.rustetl Wirkfi. ver- C bluffend. Auskunft ums. 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Neu aufgenommene Biiigllcder haben die Aufnahme- guilirmg inlizudrlngen Anträge zur außcrordcnilichen Mst- gliedkrversamniiung müssen bis zum 21. August in den Händen des Vorfißendrn lein, um bcriilifichiigi werden zu können. Es wird gedcicn, piiirliiich zu erscheinen. 297/7 Der Vorstand. SZ?-, SpezlQl-LshQndlunF-GZ kür II auf., Harn-, Linterleibsleirtcii, spez. vcrslicte Harnliiden. nerv. Schakche, IVurunterruchune, Saivarsan-Kuren, Licht- Behandlung, Hohensonne, Bestrahlangen. Getrennte Warjez, ssLöser", Müsizstr. 9, nahe Alexanderplatz. 9-1, 4-8. Sonntags 9 12."__ f-~ 3„>_ A«-»-f Dr. Skottlfdr Ocächlcclits-, OJJwZlitl- Xt- Hnvit«, Harn», Frauenleiden. hartnäckige Harnleiden, Ausschlag, nerv. Schwäche, geg. Lues Coivarcfln.kiirfMt K liitiintt»r«;»ir.h»'ntrprt. im nltesteruKlir- Abfä'lc, Brenn» 'stifte, Kontakte, Zahnatifte zum Tageskurs. �ascksiliier sowie alle anderen unedlen Metalle. ffietailkontor 'iöt'v W. John'loov Berlin SW.68, Alte«lakobstratte 138« Tel.. Mpl. 128 58. 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Moabit: Bilhrlmshavcncr Sir. 43, Geöffnet von 3— 6 Uhr. Wedding: MüUcrftr. 34o, Ecke Uirechlc. Stratzc. Geöffnet von 9—6 Uhr. Rofonthalee und Oranienburger Porstadt: Waitstr. 9. Ge» öffnet von 9—6 Uhr. thefnnhbrunaen: Bostianstr. 7. Geöffnet von 9-6 Uhr. Schönhanfer Vorstadt: Greifenhagcncr Str. 32. Geöffnet von 9—6 Uhr. ?:blrtsh»s: Speihmann, Aitzmarcksir, 4. Alt. Glienide, Falkenbrrg: S a l» m a n n. ssalkendera, Garten stadtstr. 10. Pa-mfchuleawcq: ffrau stöple. ssiefhofzstr. 179. Bernau, Röntgental. Zepernick. Schöndrück, Karow und Puch: Heinrich Brase Bernau Miihlenflr. 5. Biesdorf: JB. Sannebeta, Diktoriastr. 11. Pohnsdorf: Hortemann. EcnosfenfchaftZhau».Pa. radie». Buchholz, Blankenburg: W. P a s 0 r a Buchholz. Bahn. hossteatze St. Sharlottenhnrg l: Sesenheimer Strotze. Geöffnet von 9 bis 6 Uhr. Sharlottenburg II: Tauroggener Str. 14. Gbarlsitenburz III: Kaiserdamm 101, Geöffnet von 9— 6 Uhr, Sharlsttenbnrg IV! Rcgensdurger Str. 10. Sogersdorf: Schönderr, Landsderger Skr. 10. Tichwaldc, Schmöckwitz: Otto Krone, Eichwolde, Stuben. raudistraüe UIU. Erkner: Alberi Zernicke, Zriedrichstr. 21. Fichtenau, ff r e tz! i. Waldstr. 23. Zriedenan: Aheimtr. 27, Ecke Röuncbergstratze. XkedersdOrf-Petershagen: Ufte n mal, er, Pelershagen. Zfriedrlchshagen, Hirschqarteu: Hoi-mavn, ssriedrichs» Hägen, Kurze Strotze 1. Grünau: f? r a u z Klein, Fiiedrichstr. 10. Saleniec. Grunewald: Roack. Holcnfce. Äalharincnstr. 4, Gartenhaus vart. Kerzselh«: Martin Smolibowski. Hennigsdorf: Em m Ufa!, Rathenaustr. 7. Hcrmsdorf, Stolpe, Bergfelde, Bargsdorf. Kohenneuendorf, Blrlenwcrdcr: A. P i t t a ck, Hcrmsdorf. Berliner Sir. 124. Zodannisthal. Alwin Gammtfch. Bfsmarckflr. 8. starUHorft: Rrau Stanke. Henliaür. b�. vor» verum. Kaulsdorf:®. Schal,(Siefeftr. SO. Königtz-Busterbaufe». tzliederiehme: Fried rBauinann. Aönigs-Wusterhauicn, Liickenwalder Ztr. 5, Köpenick: Emil W i tz l e v. KIctzer Str. s(Laden). Ds> öffnet von 9—6 Uhr. Lichtenberg I, Zriedrichsfclde: Lichtenberg, Wartendergstr. 1. Geöffnet von 9—6 Uhr. Lichtenberg II, Stummelsdurg, Stralau: Lichtenberg, Box. Hagener Str. 62. Geöffnet von 9—6 Uhr.� Lichtenberg III: Frankfurter Allee 185, Laben.' Lichtenrade: Max Salzmann, Siedlung, Heimweg 8. Lichterfrldc-Ost, Lanlwitz: H. Wenzel. Lankwi». Karier- Billielm-Ltr. 3. Lickurrfelde-West: s ch a e r d e l Köhlerstr. 1. Madisdorf: E m i I'Zi a irf m. Lsmkeftr. 39. Madlow: Frau 2! c u: e r, Glafaivstr, l. Mariendors: A u a u st L e j v Ehouffecftr. 29. Marienfrlde: lrndi. Berliner S'e. 2. Renenbagea Wentzkc. Zieqelsir. 71. Rcnkölln: Ncckarstr. 2. Geöffnet von 9-6 Uhr. üleutöllr., Britz: Siegfrtedftr. 28/29. Geöffnet von 9—6 Uhr. Ntederichluemride:»arirampj. Brünen, lr. l0 II. Aiederichönhaufea, Nordend: G. Ecklliebener, Tres- lowstr. 14. Bowawe«: Karl Krohnderg. Eifenbahnstr. 10. Oranienburg: frriedrtch Siofor, Bernauer Str. 2. Obeelchöneweidc: Robert Baut, Mathildenstr. 5. Pankow: R i tz m 0 v n Mübicnstr. 70 Potsdam: M. B l e r I i ch, Schockstr. 23. Rahnsdart: T e! ch» r t Fo rüste. 7. Reinickendorl-Ost, Schönholz: Albert Wahle, Provinz- strotze 56(Laden). zieinlckendorf.ztofcnlhaf: Paul Elp et, Sdelweitzstv. z. Echm.arqendoef: 9! e h a b. Breite Str. 3. Schineherg: Beiziger Str. 27. Eröffnet mm 9— 6 Uhr, Senzig 1 Kriedewald. Ehausseestr. 54. Sieuiensstadi: Stein. Nonnenoamm-Allee 92 e. Südenbe: Ludwig, Halskeftr. 36. Tregliv: G s l, r i ck e, Schildhornstr. 12. Tegel, Boriigwaldc, Winenau, Oiriutckcndorf.ZScst, Waid- mannslust und Freie Scholle: Borsigwalde,?! dusch. strotze iO. Geöffnet von 9—6 Uhr. Teltow: Krüger, Schönow. Dorfstr. 9. Tcmpclbof: Kaifer-Wilhelm-Str. 13. Zempelhoi: Holz, Hndenzallern-Korfo 5. ; Trebbin: G ö r i n g, Bahnhofstr. 02. I tmirmo; Gramen<, Kieftiolzstr. 412, bor» 1 2t. ! Weitzenfee: Berliner Allee 6l. j Lildau-Hohcrlrhme: Rud. Lotto w. Wiltzelmsdagen, HeNenwinlel: Arthur Schietke, Mit- Helmohagen. Dernburgstr. 21. Kllmerssorf: Holsteinifckio Slr. 10. Al-lt-rsdorf: Schurbaum. Eichendamm 22. stedleadorf. Schlachtensee, glilolaslee: W e g n e r, stehlen- darf. Annastr. 10. stoutden, Micesdor!: Trust WInlerseld. stculhen. Kurfürstensti. 46. Zoffen: Aloert Stein. Mittenwalder Sir, 17. SäniNiche Literakir sowie alle miffenfchaftllchen Werk« werden geliefert. Sonntag» find die»cschist�Iollen gefchlole». 5Tr. 406 ❖ 57. Jahrgang 7. OeilagL öes Vorwärts Sonntag, 15. flugust102O Kriegsbeschädigte und Versorgungsgesetz. Ter RdchKZnnd der Krieg Zbeschödigben schreibt: (&:nc* bei setzten Gesetze, das die RationÄversomtmlnng zur Verabschiedung gebracht chat, ist das Reichsveesorgungszesetz, daZ die Ansprüche der Kriegsbeschädigte» und Kriegshin terb&e&en e n regelt. Es hat doch, odwohl es gegenüber dem alten Versorgungen recht erhebliche Verbesserungen bringt, nicht in allen Fällen die Zustimmung der Versorgungsberechtigten finden können. Ber- sammlungen von Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen hailran sich denn auch in der schärfsteir Weise gegen die nachteiligen Bestimmungen ausgesprochen. Auch der zweite Bundestag des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten, der Mitte Mai in Würzburg stattgefunden hat, nahm zu dem BersorguugZgesctz eingehend Stellung und brachte die Haltung des Reichsbundcs in einer einstimmig-gefaxten Resolution zum Ausdruck. Es wird dagegen Einspruch erhoben, daß nach den§§ 63 und 64 des Gesetjes das Ruhen der PersorgungSgobührnisse schon bei einem steuerpflichtigen Jahreseinkommen von Möhr als 5666 M. in Höhe von einem Zehntel beginnt. Diese Grenze müssen die Versorgungs- berechtigten als entschieden zu niedrig bemessen bezeichnsir. Sie bedeute: in vielen Fällen sogar eine Verschlechterung gegen- über dem bisherigen Rechtszustmch. Ein erheblicher Teil von Ber- sorgumflsiberechtörien bezieht dadurch niedrigere Versorgungsgebüihr- niffe als bisher. M:t Reste wird gegen die Eot f onnnen-grenze Stellung genommen, wenn man bedenkt, daß bei Anwendung der .Kürztmgsbestimmungen ein nm 166 Proz. erwerbsunfähiger, ver- beiradeter Kriegsbeschädigter mit zwei Kindern, der infolge außer- ordentlicher Willenskraft und Fähigkeiten nocl, ein steuerpflichtiges Faihreseinkommen von 5666 M. erreicht, mit Arbeitseinkommen und gekürzten Rentcubezügen, zusammen nicht einmal das Existenzminimum erreich!!. Aber nicht nur ans diesem Grunde, sondern auch deshalb, weit die K ü r z u u g s b e st i m in u n g e n außerordentlich nach- tcilig auf die ArbcitZfreudi gleit der Beschädigten wirken müssen, ist eine erhebliche Heraufsetzung der Ein- kommensgrenzc notwendig. Dringend ,wtlvendig ist es aber, zu prüfen, ob bei Herapssetzung der Einkommensgreuze die Bestim- mung der 88 63 und 64 überhaupt aufrcchterbalten werden können. Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß bei Fest- srymig einer neuen Einkommcnsgrenze, die den wirtschaftlichen Verhältnissen gerecht wird, zur Durchführung der KürzungSbestim- urnngen an Berwaliungskosten viel mehr Ausgaben erfouderlich sind, als durch die Kürzung der Versorgungsgebührnisse gespart werden kann. DeZhakb geht allgemein das Verlangen der Versor- gungsberechtigten dahin, die Bestimmungen hinsichtlich des Ruhens der Renten so lange aufzuheben, als sich die gegenwärtrgen wirtschaftlichen Ber- Hältnisse nicht gebessert haben. Es kommt noch das Bedeuten der Beschädigten hinzu, daß für die Bestimmungen iÄxr Ruhen der Reute die Beranlaguug zur Einkommeustcuer in Betracht kommt. Dadurch ist künftighin bei Nachuntersuchungen ohne weiteres aus sedem Rente, akt ersichtlich, welches Einkommen aus Arbeit den: Beschädigten zufließt. OS-� Wohl, im''ReichsversorguNgSgeseh vorgesehen ist, daß-bei der Be-' urieilung der Erw>v:bssähig!cit die Verdien st Verhältnisse keinen Maßstab bilden sollen, ist auf Grund der Erfahrung in der Rechtsprechung in der Sogal Versicherung das grundsätzliche Bedenken der BersorgungSberechtigten gerechtfertigt!, daß die E i n- kommensverhältnisfc zn einem unsozialen Maß- stabe bei der R e nt e n fe stse tz u n g werden. Die Be- schädigten haben ein Recht, auch dann eine entsprechende Rente zn erhalten, wenn sie trotz einer Beschädigung durch Auswand von außerordentlicher Energie in den Einkommensvc'rhältnissen hinter anderen Erwerbstätigen nicht zurückstehen. Große Beunruhigung bat die Schaffung einer sogenannten Ausgleichszulage-hervorgerufen, lieber das Prinzip, ob die sozialen Verhältnisse, in denen die Ve rs org ungsberecht igten bor dem Kriege gelebt halben, Berücksichtigung sinken müssen, braucht man sich so lange nicht zn unterhalten, als nicht für alle diejenigen, die der untersten sozialen Schicht angehören und für die nach dem ReichSversorgungsgesetz eine soziale Ausgleichszulage nicht gewährt wird, an Renienbezilgen nicht so viel gegeb.ü werden kann, daß damit das Existenzminimum erreicht wird. Es muß daraus hin- gewiesen, werden, daß die Bezüge der vollständig erwerbsunfähigen Kriegsbeschädigten noch hinter den Gehaltssätzen erheblich zurück- sleh.Nj, die in der Gruppe I des Besoldungsgesttzes vom 36. April 1626 vorgesehen und u. a. für die Soldaten der ReickSwehr maßgebend sind. Der Unterschied beträgt in der Ortsklasse A über 2666 Mark zuungunsten der 5t ricgsbeschäd igten. Der Umstaird, daß die Versorgungsgebührnisse der Hintevbliebenicu prozentual nach der Vollrente der Beschädigten bemessen werden, spricht außerdem noch gegen die Gewährung der Ausgleichszulage. Die Hmkerblstbeuen eines gemeinen Soldaten, die infolge der sozialen Stellung einen Ansvruch auf einfache oder doppelte Aus- gleichszulage nicht erheben können, werden es nicht verstehen, daß z. B. die Witwe eines Bergwcrksdirektors odcr eines OssizierS 56 Proz. mehr Rente erhält, weim erster en nicht das Existenz- Minimum gewährt toird. Die Voraussetzungen, die für die Ge- Währung der A usgleichszulage erfüllt sein müssen, können ferner unmöglich so abgegrenzt werdei:, daß damit jede Gefahr einer ungerechten Auslegung der gesetzlichen Bestimmungen be- seitigt ist. Insbesondere wird, sch eure erhebliche Belastung der Militärversorgungsgerichte und damit eine erhebliche Steigerung der BerwaltungSausgabe ergeben. Diese Aus- fllwen werden aber im Interesse der Versorgunzsiberccht igten und de? Reiches besser verwendet, wenn sie gleich den Versorgung?- berechtigten zufließen. Mit Entrüstung hat der ch>eits Bundestag des Reichsbundes davon Kenntnis genommen, daß der K 30 des Gesetzes offen gegen den Artikel 121 der Reichsverfassung verstößt. Im letzteren ist vorgesehen, daß den unehelichen Kindern durch die Gefetz- gebung die gleichen Bedingungen für ibre leibliche, seelische und gesellschaftliche Entwicklung zu schaffen sind, wie für die ehelichen Kttlder. Trotzdem ist im Reichsversorgungsgesetz vorgesehen, daß cur Beschädigter für uneheliche Kinder mir dann Kinderzulaqe erhalten soll, wenn sie vor Anerkennung der Folgen der Dienst- bsschädigung erzeugt worden sind. Andere nachteilige Bestimmungen, wie die über die Kapital- aSsindung für Boschädigte. die Ansprüche der Kriegsgefangenen. die Ansprüche der Hinterbliebenen auf Heilibehandlung und Berufs- ousbildung und die Gewährung einer Rente bei schwerer BeschM- gung ohne gleichzeitige Beeinträchtigung der ErwerbSfäh-igkeil konnien nicht die Zuftimmunz der Bersorgungsberechtigten und deren Orsvi'jcrtlonen sichten. Das Reichsversorgungsgefetz hat in den Reihen der Kriegsbeschädigten nicht voll dazu beigetragen, die! bestehend« Unzufriedenheit zu beseitigen. Dadurch, daß die Aus- i führungöbsstimmungen zu den 88 7, LZ Absatz 3 und 28, die der ReichSrät unter Zustimmung eines Ausschusses des-Reichstages zu erlassen hat, den Organisationen der Kriegsbeschädigten nicht recht- zeitig zur Beratung im Reichsausschuß der 5lriegsbcschädigtenfür-- iorge vorgelegt worden sind, dann ohne Mitwirken der Organisationen an den Reichsrat und Steichs'az gegangen sind, ist unter den Krisgsbeschädigtvn Verbitterung hervorgerufen worden. Die Ovganisat-ionen gaben sich der Hofftinng hin, daß durch ihre inten- sive Mitwirkung bei Erlaß der Aussührungsbestimmungen noch manche Härte gemindert werden konnte. Sie müssen das Ver- fahren des RefchsarAoits mirnstevilmn s, das trotz des Einspruchs der Organ-isatwnen die A-usführungsbestiinmungen zu den§Z 7, 25 und 28 an den Reichstag gebracht hat, als eine Kampfansage betrachten. Ter Reichsbund hat sich deshalb entschlossen, seine Ortsgruppen im ganzen Reiche zu Kundgebungen, die vor- aussichtlich in der ersten Woche des September stattfinden, aus zu- rufen. Durch die Kundgebungen soll eine Beseitigung der nach- teili-zen Bestimmungen des RaichsversorgungSgesetzes nn-d eine ent- scheidende Mstwiriung beim Erlaß der Ausführ-ungsbcstimmungen erreicht werden. ööhmische Reisebilöer. Von Heinrich Holek, Wien. Gmünd! Hier hat Dcutschösterreich ein Ende und wer weiter will, muß die Paß- und Gepäckrevision über sich ergehen lassen. Mit geübten Grificn angeln und wüblen deutickiösterreichischd und tschechische Finanzorganc in den Koffern und Tatchen nach zoll- Pflichtigem Gut und prüfen auch den Inhalt der Brieftaschen und Geldbörsen. Nach zweistündigem Aufenthalte geht die Fahrt um halb 6 llhr morgens weiter. Aber schon die Uhr der nächsten Bahnstation zeigt uns, daß wir um eine Stunde voraus sind, weil die Tschechen die„Sommerzeit' Heuer nicht mehr eingeführt haben. Wir freuen uns der so gewonnenen Stunde, die uiiS aber durch die Verspätung, mit welcher der Zug in Prag ankommt, glatt wieder perloren gegangen ist. Wenige Minuten vor 12 Uhr mittags traf er in Prag ein. ES war der letzte Sonntag des schon seit einigen Wochen währenden S okolfestes, zu dem die„Sokoln"(tschechische Turner) auch des Auslandes und selbst aus Amerika herbeigekommen waren. Die Stadt prangte im Festschmuck. Kreilich. so allgemein war diese Feststimmung denn doch nicht, dfnn die Not. in die der Krieg die breite Schicht der Arbeiterschaft gestürzt hat, hält noch immer an und dürfte sich wohl in uichts unterscheiden von dem Elend, in dem die� Arbeiter_ Deutschösterreichs leben. Hunger ist ein schlechter„rnaitre� de plaisir" und so mancher ältere Arbeiter dürfte sich gerade bei diesen Festivitäten an jene Verse voll bitteren und beißenden Spottes erinnert haben, mit denen vor mehr als zwei Jahrzehnten der Dichter I. S. M a ch a r den leeren und lärmenden.Patriotismus' seiner bürgerlichen Volksgenossen zu ihr«n großen Berdrusse an den Pranger gestellt hat. Der Geist des alten sahnenfreudigen Patriotismus, der sich an Aeußerlichkeiten Genüge leistet, lebt freilich noch immer, auch der Dichter Machar lebt noch und ist Gcneralinspektor der tschechoslowakischen Armee. Es weht ein starker antiklerikaler Wind in der Tschechoslowakei, und die liebe Geistlichkeit ist sehr beflissen und bereit, ihre Soutanen und Kutten»ach dem Winde zu hängen. Manche Piarrherrcn und Kapläne haben sogar einen anderen Berns ergriffen. Im All- gemeinen begnügen sie sich damit, ibre bisherigen Köchinnen zu hei- raten, und so den Grundstein zu einer tschechoslowakischen National- kirche zu legen, der es sicherlich an priesterlichem Nachwuchs nicht fehlen dürfte. In dem Kreisorgan der Raudnitzer Genoffen las ich eine Ankündigung eines' Massenmeetings, das am 6. Juli auf dem Gipfel des Rschip(Georgsberges) abgehalten werden sollte. AIS Redner waren die Genossen Dr. Soukup und Bechyne angekündigt. ES war ein überwältigender An- HM, als die Züge der Versammlungsteilnehmer von allen Seiten dem Berge zuströmten, der sich 45S Meter hoch aus dem weilen Flachlande einsam emporhebt. Unwillkürlich mußte ich an Gottfried Kellers prachtvolle Schilderungen denken, in denen er von den Ver- sammlungen der schweizerischen Eidgenossen berichtet. Es war dies eine Vollsversammlung im vollsten Sinne des Wortes: etwa 25 666 Menschen lauschten de» Reden zum Andenken an Ja- Hannes H u S. der im Kampfe gegen das sitlcnvcrderble Papst- tum einen martcrvollen Tod erleiden mußte. Vor das Konzilium in Konstanz am Bodensee geladen, wo er sich wegen seiner„Irr- lehren' verantworten sollte, wies er jede Zumutung, seine Lehren zu widerrufen, von sich. Er ward dafür zum Flammentod ver- urteilr und am 6. Juni 1413 verbrannt: seine Asche wurde in die Fluten des Rheins geworfen. Sein Tod war da« Signal zu den Hussitenkriegen, die ein einziger grimmiger Rachezng waren und bis zum Jahre 1435 dauerten. Natürlich versäumten die Redner nicht, die Gegenwart zu be rubren und zum Kampfe gegen Rom aufzurufen. Brausender Bei- fall umbrandete die altersgrauen Mauern der alten Kapelle, die dem heiligen Georg, dem Dracheniötcr. geweiht ist. Tief unten dehnten sich ringsum, soweit das Auge reicht, reifende Getreidefelder im Glänze der Julisonne. Von fernher im Norden grüßte die Ruine Hasenburg und der Tonnersbcrg herüber. Und dahinter im weiten Bogen zieht des Erzgebirges mächtiger Wall dahin. » R s ch e n s ch o v. Hier ist gut sein! Leider wird die märchen- bafte Ruhe durch die Automobile gestört, von denen täglich einige Dutzend nach oder von Karlsbad durch den Ort flitzen. . Bon hier an? hat der gegenwärtige Außenminister Dr. Benesch im ersten Kriegsjahre seine abenteuerliche Fluckn ins Ausland an« getreten. Von den Räubern, die nach den Gcscbichten, die sich das Volk erzählt, in den Tiefen der Pürglitzer Wälder voreinst gehaust haben, sind sicherlich keine mehr dort vorhanden. Dafür wimmelte es zu dieser Zeit von Zigeunern, von denen täglich einige Trupvs durch den Ort zogen. Auf meinen Spaziergängen geriet ich zweimal unier die Zi- genner und wurde beide Male den Inhalt meiner Zigarettentascve los. Sie ließen mich dann friedlich weiterziehen, nicht ohne daß mir vorher eine ihrer Seherinnen aus den Linien der Hand Ber- gangenheit und Zukunft verkündet hätte. Und sonderbar I Dreimal fast wörtlich dasselbe, so daß nur die Annahme bleibt, daß sie alle ein stereothpes Sprüchlein haben. Nach zweistündigem Marsche �in heißer Sonnenglut, der durch Feld und Wald nnd eine an schönen Aussichten reiche Landschaft führt, ist die Burgruine D s ch b a n erreicht. An den Abhängen sind im Laufe der Kriegsjahre Kohlenichächie angelegt worden und das Schnaufen nnd Aechzen der Fördermaschinen Uingl herauf zu den verwitterten Mauern der Burgruine. Gegen 11 Uhr nachts wurde ich in meinem Zimmer in L a u n durch den Gesang einiger Burschen geweckt.„Nasch tatitichku Masarpku, na swe djcli svolcbej' krächzten sie durch die Stille. Es ist dies der Refrain eines Liedes, das gegenwärtig in allen Gauen, wo Tschechen wohnen, er- klingt: ein Huldigungslied an den Präsidenten Masaryk. Die Melodie ist nicht hervorragend, ober noch besser als der Tert. Immerhin lebt in diesem Liebe ein starker republikanischer Geist, der nach jeder Strophe seinen Ausdruck in einem Kehrreim findet, der in freier UeberfetzvnZ etwa folgend ernuißea lautet: „Unser Väterchen Masaryk, verlasse Dich auf Deine Kinder! Wenn es gilt die Republik zu verteidigen, dann rnse uns und wir alle werden Mann für Mann im Chor ruien: Unser Väterchen Masaryk, aus Deine Kinder kannst Du Dich verlassen!' Selbst die Buben, die auf den Feldrainen die Gänie oder Ziegen hüten, stimnien diesen Sang an. Und das ist das Erfreu- tiche, daß das Volk die Republik als eine Errungen- s ch a f t schätzt, die sie nicht preisgeben will. Ein Trupp Legionäre, die aus Rußland zurückkommen und nun heimwärts in ihre Wohnorte fahren, bringt durch sein Er- scheinen das Gespräch ans die vielen Tragödien, die sich nun bei der Wiederkehr der Männer aus der Gefangenschast abspielen. Wenn das richtig ist, ivas die Frauen sich gegenseinq erzählen, dann müssen die Fälle, wo heimkehrende Männer ihre Frauen zum zweiten Male verheiratet vorfinden, sehr häusig sein. Auch soll es vorkommen, daß die Legionäre sick Russinnen mitbringen, obwohl sie ihre Frauen noch am Leben wissen. L a d o w i tz: Hier war es, wo ich als Zieglersohn den ersten und nachdrücklichsten Anschauungsunterricht über die Aus- Wüchse des Nationalismus erhielt. Es war i»r Jabrc 1807. zur Zeit, da in Prag die Studentenexzesse waren.? Eines Morgens kamen wir zur Schule— ich besuchte damals die tschechische Vereinsschule und fanden die Türen zertrümmert, die innere Einricknung der Schule zerschlagen und zum Teil im Bett des gerade wasserarmen Baches, der an der Schule vorbeifloß. Die Dentschnationalen hatten diese Kulturtat verübt. Bald ist D u x erreicht. Jenseits des Schloßteiches erhebt sich daS Wallensteinsche Schloß, das dem berühmten Abenteurer Casanova während der letzten Jahre seines buntbewegten Lebens eine Zufluchtsstätte war. Nun folgt Teplitz, das reizend zwischen dem Erzgebirge und dem Mittelgebirges gelegen ist. Hier ruht der Wanderer von Syrakus, der Dichter Joh. Gottfried Seume, dessen Lebcnsschicksäl ein Stück Kulturgeschichte ans den Tagen seiner tiefsten Erniedrigung ist, da deutsche Fürsten ihre eigenen„Laudeskiuder' für schweres Geld an England vorschacherten, das sie als Söldner in seinen Kolonialkriegen verwendete. * /- Tie dreiundeinhalb Millionen Deutsche, die nun seit dem Friedensschlüsse ihr Dasein als deutsche Tichechoilowalen führen, haben lhrer so erworbenen Staatsbürgerschaft noch leinen be- sonderen Geschmack abgewinnen können. Dabei braucht man die wirklich trostlosen Ernährungsverhälinisie, die in Deiitschhöhmen noch iinmer vorhanden sind, gar nicht in Betracht zu ziehen. Die deutschen Genossen befinden sich in einer recht heiklen Lage. Gegen- wärtig scheinen sie sich aber noch nicht klar darüber zn sein, was für ihre Politik maßgebend sein soll: die Muttersprache oder das Knurren des Magens. Die Politik der Muttersprache kann leicht die Position der Reaktion bewirken. Dabei ist das gegenseitige Verhältnis beider Völkerstämme getrübt durch den alten nanonalen Hader und die Tschechen haben nicht nur harte Schädel, sondern auch ein gutes Gedächtnis für Unbill, die sie während des alten Regimes erlitten (und ausgeübt) haben. Der alte Haß züngelt noch w�iier. Davon kann man mühelos jeden Tag eine Probe baben. So ging ich eines Tages mit einer deutschen Genossin in der Näbe von Rand- nitz spazieren. Zwei etwa 18 jährige Burschen, die nnS begegneten, fingen einige Worte meiner Begleiterin auf nnd äfften sie höhnisch nach. Wir scherten uns nicht darum. Als die Burschen etwa 86 Schritte hinter uns waren, rollten sie uns aus dein abfallenden Wege Steine nach. So blieb mir denn nichts weiter übrig, als den beiden Flegeln in ihrer(und auch meiner) Muliersprache zn sagen, daß sie eben Flegel find. Verdutzt und beschämt trollten, sie. sich von bannen. Dergleichen betrübende Szenen wären nicht möglich, wenn die. beiden Volksstämme, die doch schon seit Jahrhunderten neben- und miteinander leben, einander nur einigermaßen kennen lernten. So sehen sie einander nur durch die Brillen, die ihnen chauvinistische Agitatoren aufsetzen, gleichsam als Karikaturen. Aber was die Denker und Dichter beider Nationen geleistet haben, davon haben wohl die wenigsten Kenntnis. Der Deutsche kennt so wie der Tscheche die Literatur der Franzosen, der Engländer, Spanier usw. Aber wie viele Tschechen wissen etwas von Goethe, Kant oder Hum- boldt; und noch weniger Deutsche wissen etwas von Vrcklizly, Ne- ruda, Palazk'.i und anderen Lieblingen des tschechischen Volkes... Denn beide Völker haben bisher nur nebeneinander gelebt und sie tun es leider noch jetzt. * Als ich wieder nach Prag kam, war«S nicht mehr die fest- trunkene Stadt. Hastig und geschäftig jagten die Menschen anein- ander vorbei, gehetzt von den Sorgen des Alltags. Tic nationalen Kampf- und Jubellieder waren verklungen. Nur die wilden Nitor- nelle schaffender Arbeit klangen ans den Werkstätten und Fabriken und crstarben im Lärm der Straßen. WirtslHcrst vie Loge öer lanüwirtjchastlichen Maschineninöustrie. In den Betrachtungen unserer Wirrschaftspreffc über die ein- zelnen Zweige unserer Industrie wirv oft in mehr oder weniger geschickter Weise der Versuch gemacht, die weiten.Kreise» der Be- völkcrung bekannten U r s a ch e n d e r ungeheuren P r e i s st e i g e- rung des letzten Jahres zu verwischen und Gründe hierfür ins Feld zn führen, die zum größten Teil nur sekundärer Natur sind. In Nr. 174 der„Industrie- und Handelszeitung' vom 7. August stellt nun Ingenieur Nutzbau m Betrachtungen an über die Lage der landwirtschaftlichen M a s ch i n e n i n- ousrrie und kommt dabei zu Feststellungen, die teils recht inier- essant sind, teils aber auch den mit den Verhältnissen Verlranteir ein Kopsschütteln abnötigen müssen. Verständlich erscheint seine Stellungnahme jedoch, wenn maif» berücksichtigt, daß er Haupt- schristleiter des Organs der landwirtschafrlichen Maschinen- industrie ist und das von ihm zur Veröffentlichung benutzte Blatt die Wahrung der Interessen von Industrie und Handel wohl Haupt- sächlich zum Zwecke ba>. In der landwirtschaftlichen'Masch-wenindustrie waren d'e Preise nach einer Periode ausfälliger Zurückhaltung sprunghaft gesteigert worden nnd erreichten sehr bald eine Höhe, die nock, vor ganz kurzer Zeit für unmöglich gehalten wurde. Jeder geforderte Preis wurde vorher bewilligt, die Lieferung wurde in fast allen Fällen von einer wenigstens teilweisen Vorausbezahlung abhängig tfemacht. Ter weniger kapitalkräftige Händler oder gar kleine Landwirt war deshalb in vielen Fällen trov seines dringen- den Bedarfes nicht in der Lage, zu kaufen. Tiefe Zustände führten dazu, daß das Händlergeschäft in landwirtschaftliche» Maschinen einen nie geahnten Umfang annahm und die für die Allgmeinheit so überaus wichtige Maschine für den Landwirt ein viel begehrtes Spekulationsobjekt wurde. Anstatt dem dringenden?e- darf zugeführt zu werden, wanderten die Maschinen lvaggonweiie in die Lagerhallen und wurden dort ausgespeichert, versprach dock die Zurückhaltung bei der vorläufig weiter zu erwartenden Steigerung der Preise die besten Gewinnaussichten. Nun soll durchaus zugegeben werden, daß es voriviegend die neu in die Branche Gekommenen waren, die den Markt in dieser unheilvollen Weise beeinflußt haben; trotzdem-st auch öer sogen, legi- j (ime Handel nicht freizusprechen von einem grofcn Teile der Schuld an der Gestaltung der Tinge in dieser Form. Wie kamen die Preise zustande? Wenn es der �Vorsitzende des Verbandes der Fabrikanten ländu'irtschastiicher Maschinen und Geräte für richtig erachtete— und das geschah nicht selten—, dann wurden die Mitglieder durch dringendes lltundschreiben nach der Hauptstadt zusammengerufen, um zur Erhöhung der Verkaufspreise Stellung zu nehmen. Hier haiideltc man mm nicht etjva noch dem alten guten kausmäimischeit Grundsatz, daß für die Preisbildung m erster d'i nie die K a l! u la t i o n m a st g c d e n o ist, sondern als Er- gebnis einer manchmal recht kurzen Aussprache wurde einfach ein xbe liebiger Zuschlag uon soundso viel Prozent zu den bisher gülti- gen Preisen vereinbart. Tags darauf schickreri die Fabriken bereits die telephonisch von Perlin gemeldeten neuen Preise zur lwnntnis- nähme an ihre Kunden. Bei dieser Art der Preisbildung habe ich es mehr als einmal beobachten lönncn, dast Zuschläge festgesetzt worden sind, die auf Grund völlig falscher Berichte zu- stände gekommen waren und datier wenige Stiiiiden nach der Vereinbarung bereits wieder umge stoßen werden mußten. Also nur der Zufall sübrtc stier zur Normierung von Preisen, die mair ange- strebt Katte, die aber hinsichtlich ihrer Höhe auf Grund unzu- treffender VoranZsetznngen falsch bemessen worden waren. Ich lvill hiermit d>c volkswirtschaftlich so ungeheuer schädliche Art der verstanösscitigen Preisbildung beleuchten, um darzulegen, wie wichtig der Einfluß des K o n j u m c n t c n u n o d c S A r b c i t e r Z in diese» bedeutende» Fragen ist und wie notiocndig allein liiiter dem Gesichtswinkel dieser Tatsachen betrachtet otis Mitbestimmungö- recht aller Angelchrigen eines Werkes ist. lind eine weitere Frage von großer Bedeutung für' die Beur- teitung der wirtschaftlichen Stagnsttion ist die Art der Bchand- lung des Kunden durch den Fabrikanten. Mit jeder Meldung einer erfolgten Preiserhöhung war die unbedingte Per- ps'ichtnng der Anerkennung de? neuen Preise für noch auZzu- fuhren dp Austrage verbunden und selbst die wliua vecsuchte Auf- lehnung.dagegen unter HiiUveis aus fest geschlossenen Kaufvertrag f üdete zur u u b c d i n g t e n S t r c i ch ii n g des Auftrages, da man ja derartig mit Aufträgen bestürmt wurde, daß es auf den ciiizeliicu Kunden überhaupt nicht ankam. Also Preisgabe oller alten bewahrten kaufmännischen Grund- sätz c, auf Die der legitime Handel sonst so stolz war. TaS mußte natürlich zu Erscheinungen fish reit! wie wir sie im Exportgeschäft I>eobachten konnten und die unS so unerinestlichen Schaden eilige- bracht haben, daß das deutsche Ausfuhrgeschäft noch sehr lange dgran zu tragen haben wird. Daher trifft es nicht zu, daß nach den Ausführungen des Herrn Nußbaum die landwirlschasrlielic Maschinenindustrie«nie verkannt hatte, daß die Gruledbeoingung alles Absatzes die Kauf- traft des Konsumenten" wäre. Hätte sie dies bcadstct, dann lväre sie eher zu den früher üblich getoescnen Methoden der Preis- bildung zurückgekehrt und hätte nicht durch ihre Maßnahmen darauf stiugewirkt, daß sich der Zwischenhandel mit Maschinen nnd Geräten ü b c r s ä t t i g t e mid jetzt der Industrie auf lange Zeit dje Möglichkeit der Beschäftigung nimmst da der Bedarf des Per- brauckicrs tzurch die Händler gedeckt wird. Das häkle weiter ver- lundert, daß in de» iveiiigen Monaten eine lleberspannung unserer iiidustrielleic Hcistungosähigkeit eintrat und bewirkt, daß e me geregeltere V e r t e i i u u g der Rohstoffe hätte er- folgen können. Was aber weit wiclitigec ist— es hätte nicht dazu .geführt, daß eine vollständige Erschöpfung des Landwirts bewirtt wurde, der taufiinsähig wurde und in seiner Notwehr den Aus- gleich Durch Berteuerung seiner Erzeugnisse zu schaffen bestrebt war — einen Ausgleich, den ausschließlich Arbeiter, Angestellte und Beanite zu tragen hnttcir, da sie die hauptsächlichste«' Kreise der konsuuiierendcn Bevölkerung sind. Tic Folge hiervon waren die iaimer wieder notchendig werdenden Lohn- uiid Gehaltssorderungen, um de» Lebensunterhalt nur einigermaßen fristen zu können. Dach kaum waren diese bewilligt, traten dieselben Ursachen erneut auf und führten zu neuen Kämpfe». Die Nehauptung, daß man sich in der landwirtschaftstichen Maschinenindustrie einer zurückhaltenden Preispolitik befleißigt hätte, kann ich' nicht stützen. Vielleicht trifft das jetzt beim Abbau zu, früher lvar mau jedoch sehr„g r o ß- zügig" in dieser Beziehung und schreckte nicht davor zurück,»inner� balb 3 bis 4 Wochen auf eine vorangegangene Preiserhöhung von üO resp. 73 Proz. eine solche von l30 Proz. folge» zu lassen eine Maßnahme, die durch nichts gerechtfertigt lvar, außer durch das Bestreben, übermäßige Gewinne zu erzielen. Ohne weit gebe ude Mitbestimmuiig der Arbeiter und Ange- stellten bei der Preisbildung in den wichtigeren Industrien, de- sondert soweit die Ernährung des Volkes in Frage kommt, ist hier an eine Besserung der Zustände nicht zu denken und es wird mit eine der wichtigsten Aufgaben der Betriebsräte sein, sich hier maß- gebenoen Einfluß zu verschaffen und so teilzuhaben an einer im Gesamtinkeressc aller Volksgenossen liegenden günstigeren Entwich lung unserer Volkswirtschaft. Hans Pohl-Gelsenkirchen. Stabilssierung öer vüngemittelpreise. Wiederholt ist auch von sozialistischer Seite angeregt worden, die Preise für landwirtschaftliche Produkte nicht mehr durch Ver- billigung der Endprobukie sondern durch eine Förderung der land- wirtschaftlichen Erzeugnisse unter Herabsetzung der Pro- d u ktio nS tosten zu erreichen. Der jetzig« ReichSernährungS- minister hatte sich in einer Programmrede diese Forderung zu eigen gemacht. Jetzt scheint man wieder von diesem Vorschlag abzurücken. Das amtliche Telegraphenbureau meldet nämlich: D i e Preise für künstliche Düngemittel haben in- folge der gesteigerten Arbeitslöhne, Kohlenpreise, der Auslagen� für Rohmateriolien eine Hohe erreicht, die als nahe z» unerträg- l i ch bezeickmet werden muß und unter keinen Umständen überschritten werden darf. Das Neichsminisierimn für Ernährung und Landwirt- schaft ist mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln bemüht, eine Senkung der Preise für künstliche Düngemittel z u e r z i e l e n. Es gebt hierbei von der Erwägung aus, daß eine Senkung der Preise für künstliche Düngemittel eine wescnt- liive Borbedingung ist für eine Senkung der Leben?- mittelpreise. Leider mußten die Bemühungen dcZ Reichs- Ministeriums für Ernährung und Landwirtschaft bisher o h n e Erfolg bleiben, da die Steigerung der Kohlcnpreise, der Arbeits- löhne und der Preise der Rohmaterialien einen noch weiteren Fortgang genommen hat. Unter diesen Umständen wird daher für das laufende Wirtschaftsjahr mit einer Senkung der Preise für künstliche Düngeniittel, insbesondere für stickstoffhaltige Dünge- mittel, nicht gerechnet werden können. Die Bemühungen der zu- ständigen Stelle» müssen sich imier den obwaltenden Verhältnissen vorläufig daraus beschränken, eine Stabili- s i e r u n g der Preise für das lausende WirtschastSjahr zu erreichen. Es ist begründete Aussicht vorhanden� daß wenigstens nach dieser Richtung hin ein Erfolg erzielt wird. Die Beiiirchtungen, daß die Landwirte bei Anwendung von künstlichem Dünger zu den henlige» hohen Preisen Schaden er- leiden könnten, sind in jeder Beziehung unbegründet. Die Au?« lagen für künstliche Düngemittel werden bei der Berechnung der Gestehungskosten und der Festsetzung der Höchstpreise für die landwirtschafUichen Erzeugnisse aus der Ernte l'JLl entsprechende Berücksichtigung finden. Mit Rücksicht auf die Transportvcrhälknisse kann den Land- Wirten nicht dringend genug geraten werden, ihren Bedarf an tünst- lichen Düngemitteln schon jetzt mit tunlichster Beschleunigung ein- zudecken. Als Beihilfe gewährt zum Beispiel das Stickitofffyndikat bei Abnahme in den Sommermonaien sowohl eine Lagerbeibilfe, wie auch eine angemessene Zinsvergütung. Zu einer Zurückhaltung in dem Bezüge liegt daher keinerlei Veranlassung mehr vor. So sehr eS zu begrüßen ist, daß wenigstens eine Stabilisierung der Düngemittelpreise erreicht werden kann, so wenig ist«S verstand- licki, daß die angekündigte Senkung der Düngemittelpreise nicht schon vor der Herbstbestellung erfolgte. Die Düngemittel machen noch de» letzten Jndexberechnnngen des ErnöbrungsministeriumS etwas mehr als ein Sechstel der gesamten landwirtschaftlichen Ge- stehnngSkostcn mtS. Sie im Inland zu verbilligen, dürfte nach den riesigen Ausfuhrgewinnen, die die Kaliindustrie erzielt hat, und bei der starken Ausdehnungsfähigkeit der deutschen Stickstoffwerke, die eine Verbilligung des Stickstoffes ebenfalls auf dem Wege der Aus- fubr erreichen können, nicht so schwer fallen, wenn man ernsthaft an diese Aufgabe herangeht. DaS ErnähningSministerium hat durch den Aufschub dieser Aktion viel versäumt. ES sieht sich denn auch zu dem Versprechen genötigt, die Landwirte bei der Bemessung der nächstjährigen Erntepreise für ihre jetzigen Aufwendungen an Düngemitteln zu entschädigen. Einen Abbau der LebenS- mittelpreise brauchen wir aber bald.— Zu diesem Bedürfnis steht daS schon heute gegebene Versprechen, auch im nächsten Jahre bei der Feststellung der Gctrcidepreise.groß- zügig" ZU fem, in» schärfsten Widerspruch. Ursachen der Teuerung. lieber die Ii r fachen der Teuerung hat e§ in den letzten Verhairdlungen des R c i ch S>v i r t sch a st S ra t c S lebhafte AuS- cinandersctzungen gegeben. Dabei kam u. a. auch ein Brief zur Verlesung, den die Handelskammer Brandenburg a. Havel an den Ilnterausschuß zur Aerainng des Antrags Wissell gerickstct hat und dem wir folgende Stellen entnehmen: „Vor allem müßten die Preise f ü r Rohmaterialien nnd Halbfabrikate— daö gilt für unsere eisen- und stahl- verarbeitende Industrie— bedeutend herapgesetzt werden. Der geradezu ungeheuerliche Preisstand für die Robstosf- und Halbfabrikate in acht die weitere Tätigkeit fast aller unserer Betriebe, da unsere Industrie in der Hauptsache Fertig- Industrie ist, ganz unreutabe l." � Ter Brief weist ferner darauf hin, daß ein Meter Stab- eise« heute 2 5 M. kostet gegen EL P f. vor dem Kriege, was einer Steigerung von 5000 Proz. entspricht. Tie Folge davon ist, daß ein Fahrrad, das früher 200 91. kostete, heute nicht ivenigen als 1500 M. Herstellungskosten erfordert. Weiter heißt es: „Dabei ist zu beachten, daß heute das Entgelt für die Roh- Materialien und Halbfabrikate«tiva neu n Z c b n t e l der g e- samten Gestehungskosten ausmacht, während sur Arbeitslöhne usw. nur ein Zehntel zu rechnen ist." Der Bericht führt endlich an, daß vor dem Kriege die Ar- bcitslöhne, Gehälter usw. zu den Watcrialprcisen sich verhielten wie 1 zu 1, ivährend sie sich heute wie 1 zu S verhalten. Aus dem Brief der HandleSkammer Brandenburg geht cm- deutig hervor, daß auf weiten Gebieten der verarbeitci�cn Industrie mit einem Preisabbau nicht zu rcchncu ist, ebc iu den Grund- stuf fi ii d u str i en Preissenkungen erzielt worden sind. Tiese» Standpunkt haben auch die Arbcitcrvcrtrctcr ini ReichSwirtschasts- rat mit allem Nachdruck vertreten. Es mag dabei zugegeben lver- den, daß für diejenigen Industrien, die mit ausländischen Roh- stofsen und Halbfabrikaten arbeiten müssen und nicht selbst cxpor- tiercn. die Verhältnisse wesentlich anders liegen. Jedenfalls ist das Gutachten der Brandenburger Handelskammer ein schlagen- der Gegenbeweis gegen die Behauptung, daß in erster Linie die Löhne uns Gehälter an der Teuerung-schuld sind, eine Behauptung, für die sich autfallenderwcise die Vertreter des Hau- d c I s im RcichswirtschastSrat besonders nachdrücklich einsetzten. Zusammenschluß im Braugeiverbr. Die Engelhardt- Brauerei, Die erst kürzlich die Westfalia-Brauerei in Dortmund sich angegliedert bat. hat, vorbehalilich der Zustimmung der beiderseitigen Geiieralversammlungc», mit der Vereinigt e n St. Georgen-« n b Feldschlößchen-Brauerei A,-G. in Sangerhausen einen V e r s ch ni e! z u n g�s v c r t r a g abgc- schloffen. Es ist beabsichtigt, den Betrieb in Sanger hcmscn unver- ändert fortzuführen. Durch die Angliederung des Sangerhausener Nliternehmens lvirv das mittcideutichc Absatzgebiet der Engelhardt- Brauerei, die bereits in Halle und Merseburg eigene Betriebsstätten besitzt, eine kntsppechcnde Abrundung erfahren: das Aktienkapital per zli übernehmenden Brauerei beträgt 710 000 M., davon sind 105 000 M. Vorzugsaktien. Parteinachrichten. Ein Rcichsingendtag? Der Verband der Arbeitcrjugendvercine Deutschlands veron- staltet am üy. und LS. August d. J. seinen ersten Nerchsjugend- tag in Weimar. Es soll in diesen Tagen auch nach außen hin gezeigt werden, tva- in der Zeit nach dem Lirieg au- unserer Ar- beiterjugendbeivegung geworden ist. Aus allen Gauen Teutschlands werden Arbeitermädel und-jungen, werden die Mitarbeiter und Freunde unserer Jugendbewegung zusammenströmen. Am Sonn- abend, den 28. August, wird vormittags im Volkehaus eine Be- grüßungsfeier stattfinden. Am Nachmittag ivcrden unter sachver- ständiger Führung die historischen und Ilassischen Stätten besichtigt. Am Abend des Eröffnungstages, der zugleich Goethes Geburtstag ist, wird im Nationalihcalcr cine Goethc-Feier mit einem auser- lesenen Programm abgehalten. Der Sonntag wird ganz der Jugend gehören. Pormittag's und nachmittags loerden im Schloßpark zu Tiefurt auf den Wiesen Spiele, Wettkämpse und Tanze veranstaltet; es soll ein wirkliches Jugendfest werden. Abends sprechen vor der Jugend im Nationaltheatrr: Karl Aröger-Nürn- berg, W. Sollmann-Köln und I. Schult-Hamburg. Am Montag, den 30. August, findet im Anschluß au den Reichsjugendtag die Konferenz des Verbandes statt. Zur Beteiligung sind alle Mitglieder, Mitarbeiter und Freunde unserer Jugeudbelvegung eingeladeu. Der Fe st bei trag für jugend- liche Mitglieder beträgt 5 M., für Erlvachscne und Gäste 10 M. Für billige Untertunst und Beköstigung ist gesorgt. Anmeldungen zur Teilnahme mit Einsendung des Betrages sind zu richten an den Haupworswnv des Verbandes der Arbeiterjugendverein« Deutsch- lands, Berlin SW. K8, Lindenftr. 3. Von dort ist auch das Pio- gram m und der Anmeldebogen für das Quartier zu beziehen. 2 ahne 4 n. 7 M. mit TrieclenshaufeehuU 5 Jahre schrifkl. Garantie. Zahnziehen mit Betäubung bei Bestellung von Gebissen gratis. Kronen v. 30 Mk. an. Spez.: Zähne ohne Gaumen. Keine Luxuspreise. ahn-fnutis Katvani, Sanziger Strajte 1. Berlin€2 Breite Straße Veclruckte Schleierstofse tn Blumen-, Streifen-, Punkt- und neuen Phantasiemustern. Breite 70- NS cm f»l0-« r\so-J f>20 OAM GOSO de« Meter.. M.-/ JLjC 1> J&uia Veclruckter, baumwollener Musselin, Madapolam u.Satin in dunklen Phantasie- u. Dirndel--t Q60 QA25 OckTfO mustern, ca. 78=82 cm breit, d.mtr. 12, Zi\j jO RtäufelftoffcKgifÄC; 39� 64°' 70" 94" Berlin Ca Brüder- Straße u. Schottenmustern. Breite 118-120 cm, das Mlr. M weifte Wäschestoffe in besonders vorteilhaften Äuaiiidten, verschieden« Stärken, ca. 80 cm 1«)50 1/150 1/750 O/ISO breit, das Meter. M. 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KüniggrätzerStraOs .--8 u�: Geständnis. Berliner Theater Der letzte Walzer mit Hilde Wöraer. I'entrnl-Thcnter 2'; Die verscöwuntl.PaiilinE. Die Tribüne 8 uhr; Bunbury. Kleinen Theater. w;.: Die Kunstkritik Komische Oper ShV: Die Frau im Dünkeln. Lnstiipieliinu� Sfc DerungetreüeEckeliart Metropol-Thos�ter. u!': Im weißen Röss'l Neues Central.Thenter 7Ü.'? Die Dame Im Frack. heuen Oiierettenhuu» w. uhr: Priazessifl Friedl. Xcoch Volknthcater 7V, Uhr: kSmliie. ThaHn-Tlienter 7% u.: Hcliell die Tänzerin. Tli.ani Xollciidopfi»lat* 3*/" U.: Drei alte.Schachteln K Eine Kaelit im Paradies Wnllner-Theater Mittwoch, 18. Aug., /': Uhr; Die Frau im Dunkeln. Walhalla-Thea, er. 7V, u.s Die Internationale. Wiater-Öarten 1 Heute! 2 Vorstellungen I S'/s Uhr | Kleine Preise. J Kind. d. Hältte I THßhr | Variete-Spielplan{ Rauchen gestattet! Volksbühne Theater am Qfilowplatz. 3 Uhr: Fledermaus. 7VvUhr: üigkUUöriiebk Lesslng-Theater. SSommerNpicIcrlt Reieiishali.-Tiieater Täglich 71/, Uhr: I Stettiner Sänger Jfas ist wieder Qimlitötswörc Hesideuz- Theater. Stadtbahn Jannowitzbrücke. Untergrundbahn Klosterstr. Albibendticb 8 Uhr: Der jrrolie P.rkolxt Mmirals-Paiast 7V, U.: PHr« in St. Moritz " Circus Busch" Gebäude, Täglich 7'/? Uhr: Gr. Spezialität-Vorst. ? Pcrlas? 'Heute! |2 Vorsiellüngen� �NeueWelfN Arnold Scholz, Besenheide TSxllch Konzert timl Spezialit,» V urstellunx das gr. Varlcierprogramni 12 vollst. neucAltraktioncn u. a. The Langwy in ihren ihänomen. Lichtvisionen 'crlen-Grottc, Feuer und Flammen, Kampf mit den Wellen.— Im PicEen-Fesi- saal: QroiSerBall. Balaus Max n. Moritz KoiumandantenHtraUe 58-50. Seh!iitstes«.gröDt.8allhan$ gutä Sallmtesik. i Kein Welnzwaus i Meßhaus Hippodrom Bürobcdcrfsartikcl Papierwaren Verpackungsmat. Auskunft durch das MeSlaml Frankfurt a. M. Geschüftsstellc für Oroß-ESerlin W. S. CharlottenstraOe 56. 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Wolfhetm-Lauffenberg werden sich also eine ncne Partei gründen müssen.� Sie haben ja Uebung darin, und an ! i!?sradi?alen Erüppchen und Sekten herrscht sowieso empfind- l! l er Mangel, solange nicht jeder Querkopf seine eigene Partei hat. die Saarknechtung. llie deutsch» Regierung hat die Geschäftsträger in Sindim,; Vttiö mtb Rnm und den Botschafter beim Vatikan hcanftragt, die elui»erksamkeit der dortigen Regierung»,, auf die Vorgänge in, Zaargebiet zu lenken, sie ans den Ernst der durch die fran- z"'fische» U ebergriffe hervorgerufenen Lage und die n n» absehbare« Folge» der von der Saarregiernng im Saar- g-bict getroffenen wiastnahme» hin;,»»eisen. Bon franzSsischer Seile ist in den letzten Tagen der Vorwurf erhoben worden, daß der Streik im Saargebiet von deutschen Agitatoren inszeniert wurde, fflcrtwiirdigerweise wird auch der Versuch unternommen, den Streit mit der Verhaftung des (inzwischen entkanzmenen) Redakteurs Q l l in c r r in Homburg (Pfalz) in� Verbindung z» bringen. Aber van den bei Ollincrt beschlognahmien Dokumenten, die eine geheime Verschwörung gegen die Saarrogierung beweisen sollen, wird nur verraten, daß sie Abrechnungen über fünseindalb Millionen Mark deutscher Propagandagolder er halten. T'.ese �Tatsache ist allerdings befremdend, aber in sin�lli anderer» Sinne. cr-S'es der französische Pressedienst wahr- bc-eu mochge, Erstaunlich ist nämlich nur die Geringfügig- te-.t der Äumin». dichter für eine Reibe von Jahren deutschen S u l j u t z w e rf 8 n, im Saargebiete zur Verfügung gestellt wurde. T>nn an? di.efyp Fonds sollte nicht nur die notleidende d.g'ch» P re�?e unterstützt werden, er sollte auch zur Unter- st.tzuag des deutschen Schulwesen», de? deutschen Theaters itnd der adrigen deutschen Kultur-Jnstitnlionen dienen. Ein ver- bstitnivmöjjig lächerlich geringer Betrag, wenn man die Riese n- j n m e n in Betracht zieht, mit denen die französische h /». vaganda arbeitet, die eigene Schulen gründet, für die lein Be- <0";rfniS vorhanden ist und ganze Trulkereicn und Zeiiungen er- worden bot. ES fit eine bewußte Fälschung, wenn der Streit von französischer Seite als deutsche Provokation dargestellt vjvJ). Provoziert wurde allerdings, aber von Versone.n. die den r.' rßgcbende» fr a N'z Ö s i s ch e n Persönlichkeiten in der Saar- r- zierung nahestehen. Tie„Frankfurter Zeitung' hat festgestellt, daß die Regie riingekommissi�n den Streik selbst gewünscht hat. um Gelegenheit zu ftÄm, alle ibr mißliebigen Elemente ;/ Sztfw eis en. Hunderte Personen sind ausgewiesen, Hun- l; andere verhaftet worden und harren ihrer Aburteilung t» das völkerrechtswidrige Kriegsgericht. Unier den Ver- b-a sie»«« banden fich. soweit ne sich nicht durch die Flucht retteten, die Ange�lelllen fast sämtlicher Zeitungen. UebriaenS ist beinahe der g f.> tjA t e n Presse daS Erscheinen auf vier Wochen verboten So will man entgegen dem Friedens.cherirag' die gewalt- '/txt Annexion durch Frankreich vorbereiten. Darum hatte man bereits in sämtliche höhere Beamtenstellen verläßliche Aus- ! und er berufen. Mit Hilfe des neuen BcamtenftatutS sollte jebt die Beamten sckia st zu einem brauchbaren Instrumente der französischen Macktvolitik umgestaltet werden. Ter einzelne Btamte wäre nach Annahme diefeZ Statuts der Willkür der Saar- regwrung bollkommen schutzlos ausgeliefert geinescn. Da kein ai t-ereS Abwehrmittel mehr zur Verfügung stand, entschlossen sich die Beamten zum Streik. Dabei haben sie die stärkste Unterstützung bei den A r b e i- Ht. n gefunden. Denn das System, daS die Beamten politisch .zu entrechten sucht, ist auch im Begrisse. die Arbeiterschaft wirt- 'Rastlich wehrlos zu machen..Darin arbeiten Soorregrerung»nd französische Grul>enverwnlt»ng.Hand in Hand. Besonders berüchtigt ist u. a. der Erlaß der Grubenverwaliung, daß jeder Arbeiter, der länger als sechs Tage Vau der Arbeit ft-t bleibt, sämtliche Ver'orgungSansprüche verliert. � Die E rnbenverwaltung hat ferner Trennung der saarländischen Beraarbeiterorganisationn von der deutschen Zentrale erzwungen und die Arbeiterschaft verliert dadurch in allen ihren Bestrebun- gen ihren starken finanziellou Rückhalt durch die großen deutschen i>5-anis«tionen. wasür der Anicklnß an die lothringischen Berg- arbeiter keine vollwertige Entschädigung bietei. Auch durch die Ft-ankenlohnauszahluug wird die Arbeiterschaft' schwer geschädigt. Der Reichsregierung erwächst die Pflicht, beim Völkerbund energisch gegen die Astsichten Frankreichs zu proteitieren. Es wäre tief beschämend, nicht für Deutschland, sondern für die ge- samte Kulturmenschheit, wenn sie zuließe, daß in diesem Mpcht- und Rechthkonslikt die karte Faust französischer Militärs den Sieg davontragen würde. » Saarbrücke«, 14. August.(MTB.) Ter Belagerungszustand ist aufgehoben. Die Verhandlungen zwischen den Organisationen und der Regierungskommission' dauern an. Rettet unsere S!birier! Lp udv«. 14. August.(WTB.) Laut„Times" hat der Völkerbund eine Mitteilung von Fräulein Elsa Brand- st r o e m, die soeben aus Sibirien zurück, etrbrt»st, erhalten. ES heißt darin, wenn nicht schleunigst die Mittel zur Hcimfvbrung der Gefangenen beschafft würde«, so würde« im folgenden Winter LflsiOOsi 5s; o n n in Rußland und Sibirien infolge Elends und Hungers sterben. Tie Sowjetregierung habe die Ge- fungene« zwar für freie Bürger erklärt, doch sei die russische?e- Völkerung, unter der sie lebten, selbst von Hunger beimgesucht. DaS schwedische Rote Kreuz meldet, daß es eine Expedition «och Sibirien infolge von Hindernisse« auf russischer Seite aufgeben müsse. Der tschechoslowakische Nufterungsftreik. Prag, 44. August..(WTB.l. Räch Meldung de» Tschecho-Tlo- wakiichen Presicbureau« aus T r o p p a u wurde dort gegen eine Kundgebung' vor der E n t e n t e kommifsion im Zusammenhange mit der Mustetung Stellungspflichtiger Gendatmerie und Militär aufge- boten. Als die Zurückziehung der Truppen verweigert wurde, sei die Menge gegen sie vorgegangen. Hierbei wurde-ein Gendarmerie- Mbrücken üer Reichsregierirng. Ter preußische Minister des Innern Severing hat, wie die P. P. N. hören, in Verfolg seiner gegen die Orizesch ein- genommenen Stellung nunmehr auch den Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg angewiesen,.gegen die Orgesch durch Vcrbietnng und Auslösung vorzugehen. Halbamtlich meldet WTB.: Tie in der Presse ver- schiedcutlich wiederkehrende Behauptung, die Orgesch sei vor einer Stelle des RrichsministeriumS des Jnucrn anerkannt worden, entspricht nicht den Tatsachen. Tieje Anweisung des Ministers Sssieripg straft das Geschrei der reaktionären Presse. Lügen, die das Vorgehen Sörsingsjn Sachsen als„Elgenmächtigkeit einer unter- geordneten Stelle" hinstellen möchte. Wird Orgesch gutwillig abtreten? Nachdem die preußische Regierung dem Orgeschtreiben den gesetzlichen Boden entzogen bot, beginnt der wahre »Charakter der Organisation sich immer deutliclzer zu zeigen. Herr Escherich hat bereits in München vor versammelter reaktionärer Journaille ziemlich deutlich zu verstehen ge- geben, daß er auf alle Verbote pfeife, daß er ,chen Kampf aufnehme" usw. usw. Mit dürren Worten heißt das: Herr Estherich will seiner Auflösung wahrscheinlich mit demselben Mittel entgehen, wie vor ihm im März der Kapitänleutnani Ehrhardt, indem er sich auf seine Wasfenmächt stützt. Vielleicht sieht.Herr Escherich sich schon als Diktator an der Spitze Teutschlands, vielleicht hält er sich für den Mann, mit mehr Eriolg zu versuchen, was Herrn Lüttwitz miß- langen ist. Es ist lTezeichnend, daß die Presse der Deut- s'chen Volkspartei, also einer Partei der Reicl�s» regierung, Herrn Escherich lebliaft dabei ermuntert, wie ihr sa schon jüngst die„Tcutsclu! Tageszeitung" bescheinigte, daß� sie auch Kapp und Lüttwitz gegenüber eine„sehr er- mnnternde.Haltung" eingenommen habe. So schreibt die „Tägliche Rundschau": Hörfing wird in den nächsten Wochen merken, wieviel Per- zellan er zerschlagen l«:. das nicht mehr zusammenzukitten ist. Er sollte sich an das ernste Wort.des bayerischen Ministerpräsidenten Kohr erinnern, daß Bayern seine Reichstreue gegen jeden Feind von außen beweisen werde, daß es aber nicht gesonnen sei, sich dem versassungKwidrigen Tiktat der Radikalen Rorddeuischtands zn untcrioerfen. Im übrige,, ist Forstrat Esiherich auch keineswegs der Man.«, um vor Pressclärm und Hörsiugschen Hnsterieerlassen zurnckzu- »»eichen. Er ist nicht nur einer der besten Organisatoren des Reichs, sondern auch vielleicht die stärkste Willenskrast, über die wir verfügen. Und ex ist stark, weil er nichts für sich will und selbstlos der Sache dient. Er ist der Mann der erfolgreichen Tat neben den Wortemachern. Wenn die Umstürzler ihn deswegen hassen; die Seinen werden um so treuer zu ihm kalten. In dieser Art hat die Rechtspresie auch Herrn von Lüttwitz gepriesen, als sein Putsch losging. Wenn die „Tägliche Rundschau" jetzt Herrn Eicherich aufputschen wollte, die. Nachfolgerschaft Lüttwitzens zu übernehmen,— sie könnte nicht anders schreiben. Herr Escherich bat in München einmal wieder das Schreckgespenst eines dickst vor dem Aiisoruch stehenden bolfche- wistuchen RiesenaufstandeS an die Wand gemalt, gegen den die Regierung nichts tue. Genau io hat L ü t t w i tz s e n Unternehmen auch eingeleitet. Es sieht ganz danach ans. als wolle Herr Escherich, durch das Vorgeh:n der preußischen Regierung, in die Enge getrieben, sich auf Lütsivitzsche Art aus der Affäre ziehen. StaatSkommifsar»nb Oberpräsidium. Tie Pressestelle beim Magdeburger Oberpräsidium teilt mit' Alle Mitteilungen über angebtich- schwerwiegende T i f f e- rcnzen zwischen dem Maadevurger Oberpräsi- dcnten und dem Staatskommissar sür öffent- Ii che Ordnung und über ein angebliches Gegen einanderaroei- ten dieser Behörden bei der Aufdeckung der Magdeburger Spitzel- zentrale und ihrer Verbündeten Orgesch entbehren stder Grundlage. ES hat lediglick» eine rein sachlich« Meinungsverschiedenheit darüber bestanden, ob da 5 am ersten Tage beigebrachte Material ausreichend, war, um in Berlin bei den da- durch belasteten Mitgliedern Haussuchungen abzuhalten. Hierbei ist zu berücksschtigen, einmal, daß in Berlin kein Zlusnahmezu- stand mehr besteht, eine Durchsuchung also nur innerhalb der Schranken der Strafprozeßordnung stattfinden darf, und daß ferner das am ersten Tage vorgcmndene Material, den Zusam- Oberleutnant, der einem Mnnne seinen Revolver abnehmen wollte, erschossen nnd durch Schüsse der Gcudaimerie eine Person ge- tötet und sieben oder acht zum Teil schwer verwundet. Die Landesregierung hat über die Bezirke Freiwaldau und Jägerndorf das Standrecht verhängt. Es handelt sich auch hier wie in Asch um deutsche Randgebiete. Der mesopotamische �lufftanü. London, 14. August.(MTB.) Räch einer Reutermewung ans Bombay wurde die Bahnlinie von Bagdad nach der per. fischen Grenze am Morgen des Ist. August von Eingeborene« zer- stört. Eine von Bagdad abgesandte Kolonne stellte am gleichen Tage die Verbindung»vieder der. Tie„Times" weist daraus hin. daß sich fit dieser Gegend, notdöstlich von Bagdad, bisher noch keine II»- ruhen ereignet hätte», sondern»ur bei den arabischen Stämmen entlang des Euphrat, weit südlich von Bagdad. Nl-litariftifther Wutanfoll. Vor einigen Wochen veröffentlichte der„Vorwärts" die Kundgebung der„Offiziersvereinigung der deutschen Re- publik" zum sechsten Jahrestag des Kriegsausbruches. Die Kundgebung war im Geiste der V ö l k e r v e r s ö h n u n g und der Verabscheu ung des' Krieges gehalten. Da- mit hat sie den Zorn aller strammen Militanstcn beraus- gefordert, der sich nicht nur in Tageszeitungen, sondern auch tn dem angeblich ganz unpolitischen„Militär-Wochenblatt" austobt, wo ein.heldenhaft ononynter„Gerpmnikus" sich also zu der Kundgebung äußert:» Vollendeter Frrwa h n! Offiziere, Baieriandsverteidi- ger, die dem Staate das Gelöbnis der Treue und des Schutzes gegen innere und äußere Feinde geleistet haben, die dafür ihr« Gebührnisj« genießen, bekämpfen den menhang mit der Oraesch noch nicht so lückenlos feststellte, wie es in der Tat der Fall fit Fm übrigen werden die weiteren Ermittlungen im engsten EinVerne bmen m,it dem Staatskommissar, der feine volle Unterstützung zugesagt und geleistet hat, stattiinden ebenso«ne auch das Lberpräsidinm früher mit dem Staatskommissar bzw. dessen Magdeburger Ver- treter Hand in Hand gearbeitet hat. Tas„rührige" Wchrkreiskommants. Aus Dresden meldet WTB.: Nach Mitteilung des„Vorwärts war das W«hrkreiSkammando vom �.berpräsidenten Hörsing ersucht worden, im Geschäilszimemr. d'S angeblichen Leutnants Eger. der in Magdeburg an Gehsimmachenschafteu der Orgesch teilgenommen haben soll, eine Haussuchung vorzunehiuen. DziZ Wehrlreisiom» ma-.d» habe ooer nichts van sich hären lassen. Den zur Unter» stützung bei der Haussuchung vom Oberpräsidenteir entsandten Ve- auiltagteu hätten Offiziere erklärt, vom Wehrkreiskommando Weisung zu haben, den Zibilvehörden nicht Folge zu leisten, sondern nur der Militärbehörde. Hierzu teilt das Wehrkreiskommando 4 folgendes mit: Es ist richtig, daß Oberprasident Harsing das Wehr. kreiskomtnaiido ersucht bat, auch von militärischer Seite eine- Durchsuchung des Geschäftszimmers Egers vorzunehmen. Tiefem Ersuchen ist durch telegraphische Weisung des Wehrkreiskomman- dos an die zuständige Reichswetrbrigade IL. sofort ent- sprachen worden. Tie Untersuchung wurde auch unverzüglich eingeleitet. Ihr Ergebnis steht noch aus. Das iveit�re unmittelbar an das Garnison'ommandö Halle gerichtete Ersuchen des Ohe rpräfid sums, an der miliiimschen Untersuchung eine Zivilperson teihiehnien zu lassen, hat die NeichSwehrbrigade 16 nach zuständiger Prüfling als ungesetzlich abgelehnt. Dieser Auf- fqssung hat das Wehrkveiskommando nach den' hierfür bestehenden Bestimmungen z u g e st i m in t. übrigen ist die Angelegenheit auch höherer Entscheidung miterbreiiei worden. Hierzu bemerken wir: Es ist erfreulich, daß das Wehrkreiskommando wenigstens dann große Rührigkeit entfaltet, wenn eS gilt. Angriffe des„Vorwärts" zu dementieren. Wäre es in dar Angelegenheit Eger ebenso rührig gewesen, so würden wir wahr- schei Irlich schon die interessantesten Tinge wissen. Tatsache ist: Der erste Erfolg drr„Rührigkeit" d»s Wehrkreiskommandos bestand darin, daß eine Kiste mit belastenden Pavicren schleunigst aus dem Geschäftszimmer Egrrs verschwand und im Offizirrskasino versteckt wurde. Im weiteren gesteht das Wehrkveiskom mando selber zu, daß jede Mitwirkung der zivilen Polizeikommissare bei der Durch- suchlmg abgelehnt wurde. Die juristischen Vorwände ernst zu neh- inen, wird man uns hoffentlich nicht verpflichten' wollen. Nach einer Meldung des„Berliner Tageblatts" ist Eger nbri- gens mirilerweile aus der Haft entlassen worden. Spitzelleutnant Berger wieder verhaftet. Dresden, 14.. August. Zur Verhaftung des ehemaligen Ober- lentnants Berger teilt die Nachrichtenstelle dcr StaatSkanzlei n. a. mit: Die Regierung hat in einer am Donnerstag abgehaltenen Gesamtsitzung die Berichte des nach dem Vogtlande entsandten Konnnissars entgegengenommen und es einhell g für geboten er- achtet, daß das Tun und Treiben Bergers auss strengste' untersucht und restlos aufzetlärt wird. Sie hat ein. stimmig beschlossen, daß Berger sofort polizeilich fest Aufnehmen sei. Die Festnahme»st daraufhin erfolgt. Berger iH. dem Amtsgericht Ehemnitz.zugeführt worden. Weiter Hai die Regierung Auftrag gegeben, olle übrigen in die Angelegenheit verwickelten Personen, soweit sie der Regierung bis zur Stunde bkannt waren, festzunehmen. Am übrigen ist die sächsische Regie- rung hei der R e i ch S r e g i e r u n g vorstellig geworden, sofort eine unbedingte Gstvähr dafür zu schaffen, daß Rachrtchtenstellen nicht etwa zu irgendwelchen Luckipitzeleie« oder dazu gebraucht werden, einzelne Bevolkerungsschjchten zu volit»schen Aktion�« und Verbreche« aufzustacheln. Die in der Presse wiederholt geäußerte Nnterstellvng, daß die sächsische Regierung sich BergerS oder seiner Genossen bedient hälft, wird nachdrücklichst zurückge- wiesen. Wie die TU. erfährt, ist der in der Angelegenheit mehrfach ge- nannte Staatsanwalt M ü I c, der nicht im Dienste des Justizministeriums tätig, sondern oer Neichswebrbrigode. IS zuge- teilt war(was bat ein SiäotBrfnnjolt bei einer Reichswehphrigade zu tun? Red.), durch die Regierung sofort von seinem Posten ab- berufen worden. Ter Befehlshaber des Wehrkreises IV, Gene« rallcntnant v. C t o l g m a n n, hat zugesagt, daß die Vorgänge in der militärischen R a ch r i ch k e n st e l l e aus das ein. gehendste geprüft werden.:Von einer militärischen Prüfung verspreche« wir uns nicht das mindeste.) Mit dem gerichtlichen Et- mittfiingsberfahren gegen Berger tat das sächsische-Justizmini- stenum eipen besonderen Staatsanwalt beauftragt. 1 1"■» 1 i~urr— Krieg und greifen durch jammervolle hochbedenkliche Kundgebnuge n in die äußmre Politik des E taa- i es ein..• Wie stellt fich der Herr Reichsivehrminister zu departi- gen hocklgefährtichen politischen Kniivgehunzen? Was sagt die Re- gionrng zn solchen seltsamen Offizieren? Alle diejenigen ober, die ihre Ehre böber stellen als das Leben, die durchgehalten haben im Weltkriege, sehen mit Schmerzen diese Besudelung deutscher Ehre. Ste rücken ab von� Leuten, die sich Offiziere nennen und doch bei unseren e r o a: mungsloscn Feinden winselnd hausierest gehen. Weft ein Offizftr dem Staat das Gelöbnis der Treue abgelegt bat und von ihm seine Gcbrttznnsse empfängt, darf er picht grundsätzlicher Gegner des Krieges sein! Das schreiben dieselben Herren, die sich ibrc g r» n d s ä tz I i«> e Gegnerschaft g c g c n d i e R c p u b l t k stets v o-< behalten, auch wenn sie il?r das Gelöbnis der Treue leisten uud ihre G e b ii l, r n i s s e g e n i e ß e ul Wenn aber vollends ein militaristischer Draufgänger pazi- fistische Kundgebungen als„hochgefährlich" bezeichnet, so weiß man nicht, ob man den Mann übenbaupt noch ernst nehmen soll. Schließlich noch ein Wort zur„Besudelung der deutschen Ehre". Durch Kundgebungen reiner Menschlichkeit und edlen Wollens wird die deutsche Ebre nicht besudelt. Aber wir wollen Herrn Germanikus sagen, wer die deutsche Ehre wirklich besudelt hat: das w a r e n s e n e Q f f i z i e r e, die im Je l de u n d i m besetzte n Gebiet die B e- fehle zu Verwii stti ngen. Niederbrennen von Ortschaftein, Abhacken von Obstbäumen, Zerstörung von Brunnen,.zu Arbeite- deportationeu. zu Plünderungen usw. gegebe n h a b e n. Diese Herren dürften aber in ihrer politischen Gesinnung.Herrn Germanikus bedeutend näher stehen als der Ossiziersvereinigung der Republik. EewerWhostsbewegung Internationaler Lonüarbelterkoagreß. Am 17. August treten die Delegierten der in den europäii'cken Ländern bestehenden Landarbeiterverbände in Amsterdam zu einem Kongreh zusammen. Angemeldet haben sich bisher die Ber- bände von Dsutichland, Deutschösterreich, Dänemark. Schweden, Holland, England. Schotiland, Frankreich. Italien und T'checbien. Vom Deutschen Landarbeitervcrband sind die Genossen Georg S ch m i d t, Fritz F a a x und Emil W o l d t delegiert. Die Vorarbeiten zu dem Kongreß sind im Auftrag einer im Februar d. I. in Berlin unter Anwesenheit der Vertreter von Holland, Dänemark, Schweden, Holland und Deutschland abgehaltenen Vorkonferenz von der holländischen Organisarion getroffen worden. Als Beratungsgegenstände sind vorläufig vorgesehen: Die Errichtung einer internationalen Landarbeiter-Föderation(J. L. F.), Beratung der Statuten, Festsetzung der Beiträge. Bestimmung des Landes, in dem die I. L. F. ihren Sitz haben soll, Wahl des internationalen Sekretärs, Wahl eineS Exekutivkomitees aus vier Llitgliedern und dem Sekretär und Beratung der von den Orga» niiationen der Länder gestellten Anträge. Die Anträge beschäftigen sich mit der Durchführung sozialpolitischer Forderungen der Land- arbciter in den verschiedenen Ländern, mit der Schaffung emes Gegenseitigkeitsverbglruisses der Organisationen, Borbereitiing von Maßnahmen gegen Boykotts usw., mit der Frage der„ausländi'chen Arbeiter' in den einzelnen Ländern und mit dem Arbeitsprogramm des Internationalen Arbeitsamts des Völkerbundes. « Das zu errichtende Bnreou soll eine ständige Verbindung der angeichloffenen Landarbeiteroiganisationen beistellen, die Verhält- niffe in der Landwirtschaft der Länder überwachen, gemeinsame Aktionen i» Verbindung niit dem �.Internationalen GewerkschaftS- bund' vorbereiten. Der internationale Zusammenschluß der Landarbeiter ist ein Beweis für die wachsende Solidarität der Arbeiterklaffe aller Länder. Die Zentral Markthalle ein Mufterbetrieb? Am technischen Sinne stellt die Zential-Markthalle einen unter städtischer Aufsicht siebenden Beirieh dar. Dieser Beirieb zergliedert sich in eine große Auiabl keiner Betriebe. Die Inhaber dieser Be- triebe sind, mit wenig Ausnahme, oxganiiiert im Zweckverband der Berliner Südsruchigroßb>i»dler und der bisherigen Amtlichen Obst- und Gemüseverieilung ijetzi Firmen Plaumann, Wandel, Küpke u. Co.). Der Transportarberierverbanv hatte bis Ende Juni d. IS. mit diciei? Arbeitgeber- Organisationen und der Firma Emil I a n i l e iflr die in diesen Betrieben tätigen Arbeiter einen Tarifvertrag. Die Erneuerung dieses Tarssvertrages lehnten die Arbei7rieber ab und kamen auch dem Beschlüsse des Schlichtungsbilsschiiffes nicht nach, welcher be- sagle, daß die genannten Arbeitgeberorgasiisationen aebalten sind. bis 1. Juii mit dem Transporiarbeiterverband in Verhandlungen zwecks Abschluß eines Tarisvertrages zu treten. Dirrch den un- begreiilichen und durch keine Gründx gerechtfertigten Standpimkt der Unternehmer ist es der organisierten Arbeilerichast nicht möglich, die krassesten Mißstände in der Marktballe zu beieiiigen. Tie Arbeitericbafi hat sich nun an die verschiedenen behördlichen Stellen gewandt, um mit deren Hilfe in der Zeniralnlarktballe gc- ordnete Vetbäliuisse zu schaffen. Die Einstellung von Arbeitskräften, in der Hauvisache Aushilfskräfte. erfolgt unier Umgebung des Arbeitsnachweises. Dadurch ist jede Kontrolle unterbunden. Von den Bertranensleuten der Ar« beiierichaft sind eine ganze Reibe von Fällen festgestellt, wo diese Ausbilfskiäste spät abends, teilweise des Nachts gearbeitet»nd am Tage sich zur Kontrolle beim Arbeitsnachweis gemeldet haben. Es'schleiche» sich Elemente ein. mit denen die rechtlie.bende und organ'siene Arbeiterichaft nichts zu tun baben will, um nicht die zahlreichen Diebstähle auf ihr.Konto'etzen„i lasten. Die AibeftS« zeit eireicht in den meisten Fällen 12— lb Stunden täglich. Daß die organisierte Arbeiterschaft diele Durchbrechung des Achtstunden- tages ablehnt, ist seibstveiständlich und führt zu häufigen Differenren mit den Arbeitgebern. Das Trinkgeldunwesen steht in voller Blüte. Für das Abtragen der Ware vom Stand oder Waggon des EngroS- Händlers zum Klein- oder Zwischenhändler ist ein sooenannteS .Chausseegeld' oder Abiragegeld von 30 Pf. pro Zentner festgesetzt Dieier Satz wird in vielen Fällen überschritten und es hängt die schnellere oder langsamere Bedienung des Käufers von der Höhe des Abtragegeldes ab. Wer al'o wenig zahlt, muß warten. In dem abzuschließenden Tarifvertrag verlangten die Arbester auch eine Bestimmung ausgenommen, daß ihre Vertrauenspersonen daS Recht hätten, eine Kontrolle des Taragewichts beim Verkauf an' den Kkeinbcindler auszuüben. ES wird in de« Kreisen der Jnteresienlen davon gemunkelt, daß es in dieser Beziehung nicht immer so rein zugeben soll. Wenn nun die Arbeitgeber sich weigern, durch Abschluß eines Tarifvertrages und durch gemeinsames Borgehen mit der organi- fierten Arbeiterschaft die hier angeführten und noch weiteren Miß- stände zu beseitigen, so wirft die« gerade kein schönes Licht aus das Verhalten der Unternehmer. Leider gibt eS noch eine Anzahl unorganisierter Arbeiter in der Maiktballe. welche dem Bestreben ihrer organisierten Kolleaen kein Verständnis entgegenbringen und demzufolge mit schuld an iolchen skandalösen Zustände» sind. Der Lohn von 120 M. pro Woche, der in vielen Fällen in der Markthalle gezahlt wird, soll nicht durch Uebersiunden und Trinkgeld künstlich erhöht werden, sondern es muß von den Unternehmern verlangt werden, einen auskömmlichen Lohn zu zahlen. Bei dem gerade nicht gerinaen Prosit, welchen sie er- zielen, sind die Unternehmer wohl dam in der Lage. Wenn die Arbeiter der Markthalle sich ohne Ausnahme ihrer Organisation, dem Transportarbeiterverband, an« schließen, werden sie auch diese erreichen. Unternehmer-Tabotage«nd Demobilmachun,zSkommissirr. Vom Verband der Gasiwirtsgebillen wird nns geschrieben: Die praktischen Erlabrungen>eit Besteben der SchlichtnngsauS- schüffe zsiaen den Angestellten und Unternehmern recht drastisch, wie verschiedenartig Meie Ans'chnffe urteilen und wie meistenteils die Kläger nickt zu ihrem Recht gelangen. Wie stebt es nun z. B. mit Schiedssprüchen, wo der Unternehmer auf Wiedereinsiellnna und Entlchädianna vermteilt wurde. Kommen dieselben aiff Grimd des Betrieb>°rätegesetz?s oder einer der Verordnnnaen vom 3. Sep- tember 1019 oder 19. Februar 1920 zustande, so glaubt der be- treffende Arbeiter,»ein Recht gefimden m baben. Aber weit aeleblt! Handelt eS sich dabei„m Klaaen, wo mehrere Arbeitnehmer in Fraae kommen, io kann der Unternehmer, welcher vernrte'lt ist beim DemobilmachungSkommiffar daaegen Ein'prnch erheben. Diese In- stanz beleitiat dann öfters, mit einem Federstrich den betreffenden Schiedsspruch, ohne manchmal die näheren Umstände ,u kennen, welche beim SchlschtiinaSaiisschuß zur Fällung dieses Urteils führten. Hi»r ein treffendes Beisviel: Bei Beendimmg des letzten Sir-nks der aastltiMschastTichen Angestellten in Berlin wurde ein Lokal am Knrlihstendamm nicht wieder eröffnet und dement'vreckend die dort Belchgsrigten entlasten. Von vornherein lag vom Unternehmer die Absicht vor. den Singe- stellten einen Denkzeitel zu aeben, weil ste stck am Streik belerliat hatten. Auch der Schlichtlinasa»?ichiiß Erob-Berlin erblickte in dieser willkürlichen Schließung des Geschäfts eine Sabotage des Unternehmers. Der Geichästsinbaber wurde zur Wiedereinstellnng und Zablnng einer Entschädigung verurteilt, da bier nachweisbar eine Maßregelung der Slngestellten vorlag. Zum größten Erstaunen der An, gestellten bat der Demobilmachungskomniistar diesem SchiedSimich die Verbindlichkeit versagt. Dafür wurden folgende Gründe ange- führt: .Die Nachvrüsnng durch mich bat ergeben, daß der Aniraa- aeaner nur dicsenigen Arbeitnehmer entlasten bat. die intolge der Umstellung des Betriebe? übeiflüisig aeworden stnd. Zu iiiiter- suchen, ob eine Noiwendiakeit zur Umwandkung des Betriebe? vorlag, bin ich nicht zuständig. Da demnach der Antraasaegner negen die Bestimmung vom 19. S. 1920 nicht verstoßen hat, muß dem Schieds'prnch die Verbindlichkeit versagt werden.' Bei einer derartigen Streiffrag? ist in Zuknnst dem Herrn Demobilmachnnaskommisior zu empfehlen, auch den<5 74 de? Betriebsräleaesetze? zur Anwendung-n bringen. Durch dielen Paragraph ist der Unternehmer verpflichtet, bei Reduziernngen oder SiiNeaungen des Betriebs« den Betriebsrat vorher daraiik anfmerk- sam zu machen. Da dies in vorliegendem Fall? nicht geschehen ist. so konnte auch der Demobilmachungskommiffar diesen Schiedsspruch nicht nmwerken. Es besteht ferner eine UeberwachimoSabteiluna kür dos Gast- wirtsaewerbe. Dt? Beamten haben sedoch lediglich Festbellungen über Beschäktsanna Auswärtiaer Nichtbenutzung und Umaehnng de? Baritätischen Arbeitsnachweises»n treffen, aber keine Bekuaniste vollziehender Gewalt. Hier möchten wir dem Herrn Demobil- machungskommistar empfehlen, in Anbetracht der trostlosen Ver- hällniste aiik dem Arbeitsmarkte Remednr ,,, schaffen. Die Arbelter- nnd AngestelltenbetrsebSräte erkennen aus vor- stehendem, daß alle schönen Verordnnnaen hinfällig stnd. wenn den Beamten keine Gewalt zur AnSfübruna der verordnnnaen über- trauen wird. Geaen diese willkürliche Schließung der Betriebe gilt eS de» Kampf aufzunehmen. Aa die Besucher der Lokale von Potsdam und Umgegend! Nachstehende Lokale sind für Organisierte gesperrt: Caiä Sans'onci. Inhaber Schwarze, Caio Bismarck, Inhaber Vogel. Elystum, Am Borustedter Feld, SchützenbauS. Inhaber Schulz. Die Inhaber dieier Betriebe wollen ihre Kellner noch weiter durch das Publikum bezahlen lasten und erhtben zu diesem Zweck die 10 Proz. nack wie vor. Wir ersuchen, die Bezahlung der 10 Proz. strikte zu verweigern. Die in diesen Betrieben arbeitenden Kellner find Streikbrecher und werden von uns als Mitglieder nicht anerkannt. Der Inhaber des Casös Sanssouci. Herr Schwarze, erllärte am letzten Sonntage dem Publikum in seinem Lokale, daß er daraus verzichtet, linksstehende Gäste zu bewirten; bei ihm härten nur rechtsstehende Krerie Anipruch, bedient zu werden. Wir erwarten, daß dre Arbeiterschaft diesem Wunsche des Herrn Schwarze Rechnung trägt. In nachstehenden Betrieben ist die feste Entlohnung emgesuhrt: .Zum alten Fritz', Potsdam, Zinunerstr. 10 sJnh. Rbinow)..Bürger- Hof Alt-Glienicke', Jnh. Schmrdl. Bei band der Gaslwirtsgehnsen. Der Streik der Kinomusiker. In den vereinigten Kuckuck- Lichtipielen. Exzelsior» und Sternlichiipielen in Neukölln ist. wie der Dcuiiche Musikerverband mitteilt, der Streik am Sonnabend wieder ausgehoben worden, da die Forderungen der Musiker in der Hauptsache bewilligt worden sind. Berkehrsstreik in Hamburg. Hamburg, 14. August..(Eigener Drahtbericht des.Vorwärts".) Der Direktion der H o ch ba h n ge s e l l sch a st waren im Füll Lohn-forderungen überreicht worden. Lairgwierige Verhandlungen haben mit der Direktion,. dem Schlchrungsausschuß und dem DemobilmachungSkommiffar stattgefunden. Die Angestellren und die Organisation keße« kein Mittel urwsrsucht. um eine frvch- liehe Lösung herbeizuführen. An der Hartnäckigleu der Direktion und des AussichtsratS, die auch izicht das geringste Zirgestäudnis machen wollten, sch e i t e r l en alle Bemühungen einer friedlichen Einigung; daher wurde durch Uvabftrmmung mit ö07ö gegen 769 Stimmen beschlossen, am 12. August m den S r r«> k zu treten. Der Streik erstreckt sich noch WTB. auch aus die Straßenbahn und die A l st e r d a m p f e r. Holzarbeiter. Genieinllime Verlammlimc! der Gencmlvcrsammwnzs- delegierten, Bertraucnslevte und Betriebsläte sowie säinUiczer arbeitslosen Kollegen! Mittwoch, den 18. Auguft. abends S Nbr. im großen Saal acr .Neuen Dell", Hwenbeide. Tagesordnung: Die Entscheidung des Tari!- amteS, das?e> halten der Unlcinckmer und untere Aufooben in der jetzigen Kriie. Werülatt muß vertleicn sein. Delegicrien-, Verllauensmänncr- oder Ärbeilsloicniarle legitimiert. Mitgliedsbuch ist vorzuzeigen,-ohne dieies kein Zulrili.— Freitag, den?7. August, abends 6 Uhr, bei Kliem, Haienheide: Außerordentliche Ge n er a l ver i a m m l u« g. Tagesordnung: Die Betiiebsrätesrage und die Gewerkschaften sowie lns dazu gestellte» Anträge Ohne Mitgliedsbuch uns Delegiertenkaite.lern Zutritt.— Stock-»ud Peitfcheu-SIrbriter. Dt» Forrietzung der Brau- ajcnveisammlung vom 12. d. Mts. stndet mu Montar. den 16. August. uachmitlagS 4'Z Ubr in der.stönigsbanl'. Kroß« Fraichmtcr Str. 17, stall. ,'irntralvcrband der Bö'tcher, tSeinküfer und Hilfsarbeiter. Dienstag, de» 17. August, abends 6Y, Uln im gronen■Saal des Gewcrl- tchastshauies. Engeluser 1k>. Pollvcr ammlung. TageSoidnung: Unsere Stellungnahme zu dem Schiedsspruch des Schlichtungsausichusse� Portiers, Fahrstuhlsührer, Heizer. stSckchter und HauSreMiger Groh-Berlius. Dienolag. deir 17. August, nachmittags l';2 Uur. in den Zentralseslsälen, Alte Iaiöbüraiie 32. K:oße öfsenlliche Prolest-Veriainnv lunz. Tagesordnung: 1. Tie wirtschaslliche Lage in unlerem Berufe. Rcserent Kollege Otto Ortmann, 2. Tie ablehnende Haltung der Grund- besitzervereine zu unseren Forderungen. 3. Distujsion." 'Zeutralverbaud der Angesielltcu. Fachgruppe ll. Betriebsräte-, Obleute» und Funttionär-Versammlimg am Montag, den iS. Augull. abends 7 Ithr im Verbandshurcau, Bellc-Ällianee-Slraße 7/10.— Fack« gruppe 14 k.(Eisen-. Werszcug- und Moichinenbandel). Mitgliederv«.- sammlung am Dtenslag. den 17. August, abends 7 klvr im Ortsbureau, Bellc-Alliance-Slraße 7/10. Bericht über die Tarisangclegenbciten und Verschiedenes.— Fachgruppe 14 b.(Glübloiperiabrikationj. Milgl-ed«:- veriamtnluiiz am Dienstag, den 17. August, im Lerbmidsdnreau. Belle- Alliancc-Straße 7/10.— Fachgruppe 1l.(Holzhandel). OcneuUichc sammlung am Dienstag, den 17. August. adcndS 7:h llbr, in den Pracht- säten AU-Berlm, Blumenstraße 10. Der neue Tarisentwurs-— S'-Ti' gruppe 4 a.(Versicherungen). Mttglkederoer'ammlnn g am Dienstag, den 17. August, abends Uhr, im Dresdener Kasino, Dresdener Siratze SS. Verband der Porzellanarbeiter. Schilde! malcr, Dienstag, den 17. August, nachm. 5 Uhr, bei Wollschläger, Adaldertftraße 2l, Sranchcn- sitzung. Verband der Brauerei- und Mühlenarbeiter, Zahlstelle Berlin. Montag, den IS. d. Bits., abends 6 Uhr. Keneraloersammllmg im Gewert. lchastshanS, Engelufer 1ö(großer Saal). Emkritt gegen Vorzeigung von MilgliedSimch oder Karle. Trittscher ZLerlmeistcr-Berband. Bezirk 15. Papieroeraibeitende- Jndustrie. AnßerordenUich« Generaloci sammlung Dienstag, den 17. Au- gust, nachmittags 5 llbr,«chnltbeiß, Nene Iatobsiraße 24/rä. Branchenversammlungen lallen in diesem Monat aus. Betriebsräte der AnuchtSkarteu Herstelleoden Industrie. Ber- sammlung am Donnerstag, den 19. August, nachmittags 7 Uhr in der Schulaula. Albrechtstraße 20. Bericht der Zbommission über die Berbaird- lung beim Reichspoilniirnner. Beraniwortltch iiii den redatlionellen Teil! H. tzep-re-Hermsdort; iltr Anzeigen: ZH. Glocke. Berlin. Lerlaa: Borwäris-Verlag Ä. m. b. H.. Serlin. Druck: Lor- tvärls-BuSdnuterei u. Berlagsansialt Paul Singer u. So.. BsrU.r. Liasenstr. 3, Hierzu 2 Beilagen Verl and' Abteilung Berlin IV 9 Leipziger Straße U 1 1/ f e i n- Sdmiftmufier in reicher Auswahl Wasch-Bluse streiftem oder gemustertem Waschstoff in verschiedenen Ausfuhrungen.., aus weißem oder farbigem Schleierstoff, in verschiedenen Ausfuhrungen..... BlUSe aus Crepe de Chine, m verschiedenen Farben, Vorderteil mit Stickerei verziert........ BlUSe aus Palüetteseide, mit Handstich verziert, jugendliche moderne Form........... Mantefkleid reinwollenet Cheviot, mit farbiger Stickerei, Lack- ledergUrtet, in eleganter Verarbeitung pgoo 36°° 95°° 120°° 780°° Regen-Mantel imprägniert, Cover- Coat, offen und geschlossen zu tragen, mit GUrtel.. Staub Mantel Seide, imprägniert, diverse Farben, offen und geschlossen zu tragen.. Paillette-Kleid rercher farbiger Stickerei und Knöpfen garniert, moderne, jugendliche Form. 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