Nr. 467» 37. Jahrgang Nusgobe L Nr. öH Bezugspreis: B ertiliB!!rl.SO,— 2Rt frei ms saus, ootous»oijibai. Posr- dezilg Monatlich 10,— M!. exkl. Au- irellungszedühi. Unier Kreiuband Mi Deutschland und Oesterreich l6,'v Mi. ffix das ubngc Ausland aei chglich einmal. Auitellund ZISV■St Vvlibe- (teDunflen Neimen an Oesterreich, llnzam, Tschecho-Slotvalei, Dane- mart, öollano.-uremdurq, Schweden und die Schwenu— Sinaeteoaen in die Dost» enunqs, Preisliste. Der.Vorwärts' mit der Sonntags» ietiage»Doli u. Aeit� ericheim wochen- iigilch zwelM«! Sonntags und Montags-nimai Telegramm-Adreste: Sozialdemokrat SeeHa". Abend Ansgabe BcHlitct Volksblatt (20 Pfennig) Anzeigenpreis: Sie achtgefpaitene AonpareMezeile testet«.— M., Teuerungszuschlag 50»/«. »»leine««zeigen-, das sett- gedruckte Wort L— M.(juläjpg zwei «ertgedruckte Worte). ,edes weitere Wort«ovPfg. Stellengesuche und Schlaistellenanzeigen das erste Wort 65 Dkg. jedes weitere Wort 40 Pia. Worte übet 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. 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Wenigstens meldet hier der polnische Heeresbericht S o ch o c i n und P l o n s k als den Brenn-, Punkt der Schlacht: Städte, die nych vor der starken Feste Zcowo Georgiewik liegen. Daß die Vorteile, die die Polen hier errungen haben wollen, das Schicksal Warschaus aus halten, ist allerdings nicht anzunehmen. Im einzelnen wird gemeldet: Paris. 15. August.'Der Sonderberichterstatter des„Mattn meldet aus Warschau vom Sonnabendabend, die große Schlacht um Warschau habe be g o n n e n. Dk erste Phase sei wegen des Persagens eines polnische« Regiment? nicht gut ge wcse«. Eine wichtige Position bei R a d z i m i n habe aufgegeben werden müssen, aber im Laufe des Tages habe das Gleichgewicht wiederhergestellt werden könne«. Dir Stellung fei mit grohcu Bcr- lüften für die Rote Armee wiegergenommen worden, und die pol- nischc« Truppen hätten einen für die Gesamtverteidigungslinie wichtigen Erfolg erzielt.. Dos Schicksal der Schlackit werde i« etwa vier Tagen entschieden sein. Warschau, 16. August.(TU.) Polnischer Heeresbericht vin» 15. August 1920: Die Aktionen unserer Nordatmer verlaufen günstig für uns. Die Zahl dex Gefangene« zrhjjht sich in der Gegend von Sochociu auf 690. Wir erbeuteten 1ZQ Mu- »itions- und 89 Proviantwageu. Die Haltung unserer Kavallerie, die auf diesem Abschnitt nur aus Freiwilligen besteht, ist bei diesen Kämpfen besonders hervorzuheben. I m R a h o» W ä r sch a« griff der Feind am 14. d. M. hartnackig de« Abschnitt E i g reo— Radepmin— Olunten— Lesniakowiena an. Die Kämpfe um Radcpmiu waren besonders erbittert. Der Ort wechselte mehrere Male seine Besitzer. Am 15. d. M. war Radycmi« endgültig von unserer Abteilung besetzt. Auch bei C h o l m und Hrubbiescow haben unsere Truppen Erfolge gehabt. Bei Hrubbiescow sind 11 Maschinengewehre und ansehnliche Mn- nitionsvorräte in unsere Hand-e gefallen, außerdem mußte der Feind mehrere Geschütze und Maschinengewehre im Bug versenke«. Wir nahmen 169 Bolschewistcn, darunter einen Stabschef, gefangen. Im Süden wnrden die Orte Sohol und Brody i« aller Ordnung geräumt, wobei wir sämtliches Eisenbohnmat:rial fortschafften. Maffenflncht aus Warschau. London, 16. Lugnft.„Daily Erpreß" meldet aus Warschau, daß mindestens 399 999 Einwohner die Stadt ver- lassen haben. Tie französische und die englische Militärmifsion befinden sich noch in der Stadt. Der deutsche Gesandte in Warschau. Graf Oberndorff, ist mit den Chefs der anderen fremden Missionen ans Warschau in »Bdjseitiing eines Vertreters des polnischen MmisterwmS des Aeuhe- ren in P o s e n eingetroffen. Einmarsch in den Korridor. Neidenburg, 15. August.(Dena.) Im Laufe des heutigen Vormittags haben die russischen Truppen Soldau verlassen. Die Vertoallüng wurde von einem provisorischen Komiioe, an dessen Spitze der ehemalige Bürgermeister Stachel steht, übernommen. Mit der Bildung einer Einwohnerwehr wurde begonnen. Ein Auf- ruf der Sowjetbehörde an alle Flüchtlinge, sofort in ihre Heimats» ort« zurückzukehren, hat bereits den Erfolg gehabt, daß ein grotzer Teil der Geflohenen zurückgekehrt ist. Ucbor griffe haben sich die russischen Truppen nicht zuschulden kommen lassen. Durch Soldau zog heute eine ganze russische Division, welche ausgezeickmet ansge. rüstet war. Sie führte 36 Kanonen, viel Train, hervorragendes Telephonmaterial und eine Anzahl von Autos mit sich. Lauten- bürg, Strasburg und Löbau sind besetzt. Die 12. russische Division stößt über Lautenburg gegen Graudcnz vor und hebt dabei die letzten Polennester an der deutschen Grenze aus. Die 16. russische Division marschiert a u f Th o r n. Es ist anzunehmen, daß sowohl Thorn wie Graudenz einen längeren Kampf nickt werden aushalten können. Die polniscken Behörden bereiten überall ihre ~'cht vor. Ortswehrcn für Dstpreuhen. Königsberg, 15. August. Der Oberpräsideut erläßt iuen Aufruf an die BcvSlkeruug Ostpreußens, in de« er zum Zchutze der Heimat und zur Wahrung der Neutralität die Bil- nung von Grenz, und Ortswehre« genehmigt. Alle Tckicktr» der Bevölkerung solle« in-diesen Wehren gleichmäßig ver- retcn fei». Tic Verhandlungen. London, 15. August.(Hollandsch Nicuwöbureau.)..Sl tan ehester Guardian" erfährt, daß die Aussichten auf ein Gelingen der Ver- Handlungen in Minsk nicht günstig seien. Die Polen hättm noch die lleberzeugung, dah sie noch nicht geschlagen seien(!) und durch eine Fortsetzung deS Kampfes ihre Stellung verbessern können. Die polnische Friedensabordnung habe den Auftrag erhol! en, die Forderung, daß Polen sich ganz oder teilweise ent» w a f f n e n solle, nicht anzunehmen. Der Londoner Korrespondent des„Temps" meldet, daß die russischen Bedingungen für einen Waffenstillstand und Frieden, die den polnischen Delegierten vorgelegt werden, weit entfernt von den Umrissen der Bedingungen seicn, die Krassin und Käme new am 12. August Llohd George übergaben, Die tatsächlichen Bedingungen, besonders für Polens Entwaffnung und E r- zeugung von Kriegsmaterial feien streng. Die Sosvjeb- regierung ahme die hauptsächlichsten Bedingungen des Ver- failler Vertrages Punkt für Punkt nach und sie werde Polen behandeln, wie die Alliierten Deutschland behavdelten. Die Sowjetregierüng werde Polen zwar bessere Ostgrenzen geben, als Lloyd George sie plante, aber für die Erfüllung des Wunsches, daß Polen den Korridor behalte, bestehe keinerlei Sicherheit. Tie Neutralitätsfrage. belschäftigt nach wie vor die Oesfenitlichkeit in hohem Maße. Die französisch« Regierung scheint einzusehen, daß ihr Wunsch nach einer hewasfnelen Jnteroention nicht gerade sehr günstige Aussichten aus Verwirklichung hat. Sie schickt ihre Organe vors» um auf dsm Wege der Auslegung den Rückzug vorzulbereiten. So läßt sie den„Temps" schreiben, die französcho Regierung habe die polnische Regierung nicht aufgefordert, die Frie- deusbedingungen der Bolschewisten zurückzuweisen, sie habe sich lediglich daraas beschränkt, den sehr natürlichen Wunsch auszuisprech u, daß die Friedensbedingungen, die man . annehmen tollte, die politische Unabhängigkeit Polens und seine ethnographische Integrität nicht berührten.- Und weiter heißt es. Äenspwenig, chie die englische habe die französische Regierung ge- plant, Truppen gegen die Rote Avme« zu senden. Militärisch würde es gefährltch sein, ein Expeditionskorps zwischen ein feindseliges Teutschland und Rußland zu schieben, politisch aber widersinnig. denn die französische Politik beruhe daraus, dem Vertrage von Versailles Achtung zu verschaffen, das heißt, a m Rhein Wacht zu halten. Wen» Fraylreich Pole« zu be» schützen hätte, so müßte dies im Westen und nicht im Osten ge- schrhen.— Wenn das etwa heißen soll, daß Frankreich seine bis- herige Ostpolitik aufzugeben beabsichtigt, so Jkönnen wir das nur begrüßen. Wir müssen aber gestchen, daß eS uns nicht recht verständlich ist, wie Frankreich die polnische Sache am Rhein ver- teildigen will. Die proletarische Aktion zugunsten der Neutralität übt auch weiterhin einen hoilsamen Druck aus die Regierunyen au« und bleibt ein wertvolles Dokument für di« Aktivität und Einigkeit der internationalen Arbeiterschaft. So schreibt die„Daily Mail" über die Londoner Konserenz:- „Die gestrige Arbeiterkonfersnz in. London war vermutlich die einigste, b e d« u t u n g s v o l l st e und wichtigste politische Versammlung der Kräfte der Arbeiterklasse, die u u- sere Geschichte j« erlebt hat. Nur zwei Tage waren dazu verwende: worden, die Versamurlung einzuberufen, und mehr als tausend Delegiert« waren zugegen. Zum ersten Male seit dem Kriege waren alle Richtungen der Arbeiter. ichaft vertreten. Am bemerkenswertesten'war es, daß keine Opposition, kein Gezänk, kein« Kriterien und kein« Der- stimmung kam. Es war nichts als vollständige und be- geisterte Einmütigkeit zu bemerken." Daß diese Einmütigkeit über die Grenzen der Nationalität hrnausgeht, beweist der Beschluß des englischen Aklionsvats, den Vorsitzenden A d a m s o n und das Mitglied G o s l i n g nach Paris zu senden, um mit den Vertretern der Eonfederativu generale du travail und den ftanzösischeu Sozialisten zu beraten. Das Bureau des Internationalen Gewerk sch afts- b u n d e S wird am 19. August in Amsterdam zusammentreten. nm die durch den r ussisch- polnischen Krieg getroffene Lage zu über» prüfen. In der Wrangelangelcgenbeit, in der Frankreich ein« langatmige Note an die Regierung der Ver- einigten Staaten geschickt hatte, um zu beweisen, die Anerkennung Wrangels sei im Interesse der Bekämpfung des Bolschewismus un- bedingt nötig, bereitet das Washingtoner Staatsdepar- tement seine Antwort vor. Es wird sich mit den Grundsätzen der französischen Note einverstanden erklären, ohne sich im Augen- blick der Anerkennung Wrangels anzuschließen. Damit dürfte sich auch eine Auslassung des„Echo de Paris" erübrigen, die diplo- inatifohe Kreise Washingtons angesichts der antibolschewistischen Politik Frankreichs und Amerikas und der„bolfchcwistenfreund- llchen" Politik Englands daS Ende des Völkerbundes und eine Umgestaltung der Entente veraussagen läßt. Munition für Wrangel angehalten. London, 16. August.(Reuter.) Der englische Aktionsrat hat ein Telegramm des Sekretärs der zweiton Internationale, HuhS- mans. erhalten,� in dem dieser mitteilt, daß französische Munittonssendungen für Wrangel bereits in A n t» Werpe» eingetroffen sind, wo sie von der belgischen Regierung wegen der Weigerung der Arbeiter, Munition zu befördern, an-- g i ha l t e n wurden. Gberschlesien und wir. Bon Nikolaus Osterroth. Das Schicksal des deutschen Volkes wird in Oberschlesien entschieden. So wenig diese Provinz in der Vergangenheit im deutschen Volke genannt wurde, so wichtig ist sie für unser künftiges Leben. Unsere Wirtschaft hängt in ihrem Umfang ganz von unserer Kohlenbasis ab. Von unserer Friedenssörderung an Steinkohle im Betrage von 191 Millionen Tonnen enstamm- ten 43 Millionen Tonnen aus Oberschlesien. Unsere Kohlen- Wirtschaft ist aber durch, den Weltkrieg aufs, furchtbarste de- einträchtigt worden. Unsere Förderung ging zurück auf 116 Millionen Tonnen im Jahre 1919 und von dieser reduzierten Fördermenge fällt die Steinkohlenerzeugung des Saarreviers und der Pstalz mit 13 Millionen Tonnen aus, so daß uns von der Jahresförderung des Jahres 1919 nur noch 163 Millionen Tonnen für unsere wirtschaftlichen Zwecke ziw Verfügung standen. Nun sollen wir nach dem Abkommen von Spa zunächst monatlich 2 Millionen Tonnen, später 2,5 Millionen Tonnen abgeben. Unser Kohlenverbrauch wäre dadurch um weitere 2,i Millionen Tonnen jährlich eingeschränkt, so daß uns für den wirtschaftlichen Selbstverbrauch nur noch 79 Millionen Tonnen zur Vekfügung stünden, wenn es uns nicht gelänge, die Kohlenförderungen über die Jahresproduktion des Jahres 1919 hinaus zu steigern. Im Jahre 1919 förderten wir in Oberschlesien annähernd 33 Millionen Tonnen. Die augenblickliche Fördermenge Ober- schlesiens beträgt je Arbeitstag ungefähr 116000 Tonnen! 36 Proz. unserer Gesamtförderung und 41 Proz. der uns nach dem Abkommen von Spa zur Verfügung bleiben- den Kohlenmengen stamm enalsoausOberschlesien. Wird Oberschlesien dem deutschen Wirtschaftskörper entrissen, so fehlt, uns mehr als der lebensnotwendigen Kohlen für die deutsche Industrie. Der Verlust Oberschlesiens würde uns um reichlich 4 Millionen Arbeitsloser bereichern. Aus diesen nüchternen Zahlen ist zu ersehen, was Ober- schlcsien für das deutsche Volksleben bedeutet. Diese Zahlen müssen uns aber auch anspornen, das Menschenmöglichste ein- zusetzen, um Oberschlesien bei der deutschen Republik zu er- halten. Die ostpreußischen Abstimmungsgebiete, der West- preußische Korridor mit Danzig, Nordschleswig, über die in der deutschen Presse so ungeheuer viel geschrieben wurde, be- deuten trotz ihrer relativen Wichtigkeit wenig gegenüber Ober- schlcsien. Behalten wir Oberschlesien nicht, so können wir fernerhin keine 66 Millionen Menschen innerhalb der deutscheu Grenzen ernähren. Die deutsche Industrie würde schnell ab-- sterben. Die entstehende Arbeitslosigkeit würde furchtbar auf die mühsam erkämpfte Lohnhöhe der Arbeiter und Angestellten drücken. Wir müssen heute infolge des Rückgangs der landwirt- schaftlichen Erzeugung für ein Drittel unserer Bevölkerung die Lebensmittel vom Auslandsmarkt einführen, wozu noch der Gesamtbcdarf an Kleidung und Wäsche für das ganze Volk kommt. Wir müssen die Einfuhrmenge bei dem schlechten Stande unserer Valuta über das Acht- bis Zehnfache des Weltmarktpreises hinaus bezahlen, weil die deutsche Industrie bei dem Zusammenbruch unserer Kohlenwirtschaft und dem Versiegen unserer übrigen Rohstoffqnellen nicht mehr in der Lüge ist, aus Kohle und Eisen vollwertigeZahlungsmittel zu schaffen, umunsercn Eiufuhrbcdarf durch eine entsprechende Warenausfuhr zu be- gleichen. Könnten wir von heute auf morgen unsere Kohlen- und Eisenerzeugung um ein Drittel steigern, so könnten wir eine gewaltige Ausfuhrindustrie entwickeln und svürdcn da- durch in den Stand gesetzt sein, die notwendigen Lebensmittel-- und Bekleidungsmengen zum Weltmarktpreis zu beziehen. Wir würden dann auf dem Weltmarkt um das Acht- bis Zehnfache billiger kaufen und der Lohn würde damit eine ungeahnte Steigerung Ji> er Kaufkraft g e w i n n e u. Wir würden aus dieser Steigerung der Pro- duktion auch die Mittel gewiimen» um den Friedensvertrag erfüllen zu können. Leider sind wir nicht imstande, unsere Kohlenförderung von heute auf morgen in dem erforderlichen Maße zu steigern� um dieses' wirtschaftliche Lebensziel zu er- reichen. Wir werden fünf Jahre brauchen, bis wir die tech- nischen Vorbedingungen geschaffen haben zur ausreichenden Steigerung der Kohlenförderung. Wird uns aber Oberschlesien aus den Händen gerissen durch die Gleichgültigkeit des deutscheu Volkes, so hören wir einfach auf. als Jndustrievolk zu existieren. Wir würden in Teutschland bald die gleichen wirtschaftlichen Zustände haben, wie die Balkanländer. Unsere Industrie müßte ver- fallen, unsere Transportmittel würden verkommen, die ver- brauchten technischen Anlagen könnten nicht erneuert und noch weniger erweitert werden.' die Großstädte würden veröden und in 36 Jahren Ruinen fein. Die Menschen würden ein- ander buchstäblich die Haare von: Kopf fressen, weil die In- dultne. nicht mehr imnande>väre, 17 Millionen Industrie- arbeiter beschäftigen zu können. Die Arbeiterfamilien müßten verelenden, unsere sozialen Einrichtungen würden verkümnlern und der blühende deutsche Volks körper würde unaufhaltsam zu Grabe flehen. 60 Millionen Menschen in unseren engen Grenzen können nur existieren, roenn das deutsche Volk ein Industrievolk bleibt. Wir hatten im Frieden eine jährliche Bevölkerungszunahme von 900000 Menschen. Sie konnten nur existieren, weil unsere Jndustriewirtfchaft Dank unserer Rohstoffquellen fortgesetzt erneuert und e r- wettert werden konnte und Oberschlesien trug zu diesen wachsenden Lebensmöglichkeiten in reichem Maße bei. Geht Obcrschlesien verloren, so bedeutet das das Todesurteil für die Lebenden und die Ungeborenen. Es bedeutet aber auch das Todesurteil für die Arbeiter- bewegung und die sozialistische Vormacht der Welt. In wenigen Monaten werden die Würfel fallen, ob Oberschlesien deutsch oder polnisch sein soll. Eine polnische Wirtschaft würde keine deutsche sein. Ein Polen, das von einem Kranz wirtschaftlich versinkender Völ- ker umgeben>väre, würde nicht leben und nicht sterben können. Ein selbständiges Polen kann sich nur behaupten an der Seite eines wirtschaftlich gesunden und lebensfähigen Volkes. Weil wir als Sozialisten Polen ein staatliches Eigen- leben gönnen, wünschen wir, daß Obcrschlesien nicht verschüttet wird unter den Ruinen Mitteleuropas. Wenn jeder Deutsche, der in Oberschlesten wohnt oder dort geboren ist und im Reiche wohnt, nu� eine leise Ahnung hat von der Bedeutung Oberschlesiens stir die wirtschaftliche Lebensnotwendigkeit des deutschen Volkes und bei der Ab- stimmung die Mekkapilgerschaft nach Oberschlesien nicht scheut, so ist Oberschlesien nicht verloren und das deutsche .Volk wird leben können, trotz alledem. MeSer mit öer Wahrheit! Eine volksparteiliche Vertuschungsaktion. Die Energie, mit der das Magdeburger Oberpräsidium in den Spitzelsumpf der Orge.sch hereingeleuchtct hat, ist den Reaktionären furchtbar in die Glieder gefahren. Sie suchen jetzt mit allen Mitteln dem Genossen Hörsing in den Arm zu fallen und ihn an der Fortführung seiner Tätigkeit zu verhindern. Der deutschvolksparteiliche Abgeordnete Dr. K u- I e n k a ni p f f hat an den Staatskommissar für die öffentliche Ordnung, Herrn Dr. Weiß mann, folgendes Telegramm geschickte Untersuchung in Angelegenheit Nachrichtenstelle Magdeburg wird von sozialistischer Seite hier ganz einseitig geführt. Im öffentlichen Interesse ist parteilose Klärung unerlätz- lich. Beantrage sofortige Hersendung eines unparteiischen bevollmächtigten Untersuchungsbeamtem Ob Hörsing die Untersuchung einseitig unparteiisch führt, mag man am besten danach beurteilen, daß er schonungslos auch die Verbindungen der Spitzelzentrale zu einzelnen s o- zialdem akratischen Parteimitgliedern aufgedeckt hat. Infolgedessen ist der Parteisekretär N e ß l e r, obwohl er anscheinend nur leichtgläichig und zu vertrauensselig gehandelt . hat, bereits seines Amtes enthoben und aus der Partei aus- geschlossen worden. Ein solches Vorgehen»kann man doch wirk- lich nicht parteiisch nennen. Was Herr Dr. Kulenkampff haben will, ist etwas ganz - anderes als eine unparteiische Untersuchung. Er will eine Untersuchung haben durch jene berühmten Weißmannschen Kommissare, die, wenn es gegen rechts geht, immer u n- begreiflicherweise zu spät kommen. � Herr Ku- lenkampff wünscht eine Untersuchung, bei der die Schul- digen rechtzeitig gewarnt werden, das Ma- terial vor der Haussuchung beiseite ge- schafft wird usw. usw. Wir sind sehr gespannt, was das Staatskommissariat für die öffentliche Ordnung auf. Herrn Knlenkampffs Ersuchen erwidern wird. Ferner hat Herr Dr..Kulenkampff noch folgendes Telegramm an den Reichs- kanZler gerichtet: Oberpräsident Hörsing erläßt unter dem 12. August eine Verordnung, welche die Orgesch verbietet und Angehörige, poZktijche Phrasen. Von dem unheilvollen Wort-Alktzholismns war jüngst an dieser Stelle die Rede, von dem FatischiSmus, den die Worthelden treiben. Daß die Phrase von jeher von der Politik untrennbar gewesen ist. wird jeder aufmerksame ZeitungSIeser schon selber be- merkt haben, nur der Inhalt wechselt. In früheren Zeiten hörte man allenthalben:.Die Fahne des Fortschritts muß hochgehalten werden", oder auf der anderen Seite:.Das Vaterland ist in Ge- fahr".(Wenn z. B. auf irgendeinem Gebiete eine Konzession an den Zeitgeist gemacht werden sollte.) In neuerer Zeit sind eS vor allem die.nationalen" Parteien, die mit Schlagworten um sich werfen. Der Bolschewisten-Schreck liefert ihren Rednern reiökeS Material, da? aber nur auf urteilslose Zuhörer Wirkung ausüben karnu Wichtiger sind aber Redewendungen, wie die nachstehend verzeichneten, da sie in einem gewiffen Biedermannsgewande auftreten, daS harmlose Gemüter über die Falschheit des Ausdruckes hinweggetäusibt. So z. B. die oft gehörte Beteurung: „Wir haben alle geirrt, aber das Beste gewollt"(noch vor kurzem von v. Kardorff im Reichstag vorgebracht). Das klingt bieder, ist aber total falsch. Durchaus nicht.alle" haben geirrt, aber den Andersdenkenden war da« Reden und Schreiben verboten. Klang es doch im Reichstag vom Präsidentensitze herab, wie einst zur Zeit der Sozialistenverfolgung: Ueber Thema(d. i. Kriegführung) darf nicht geredet werden. Und da? Beste gewollt? Da? klingt sehr fragwürdig in dem Munde eines Anhängers der Rechtsparteien, die u. a. das Dreiklaffenwahlsystem erhalten sehen wollten. Also die Phrase ist brüchig— ist aber eine Phrase, die den Verstand einschläfern soll. Weiter:.Die Schwierigkeiten perkenne ich nicht; aber sie sind dazu da, um überwunden zu werden." Naja, aber auf die Methode kommt es an— freiheitlich oder reaktionär. Oder:.Die Fragen stellen, heißt sie beaniworten." Wird meist im Brustton der Ueberzeugung vorgetragen, ist aber trotzdem nicht immer richtig. Denn auf den Beweis ist das Gewicht zu legen, nicht auf die Fragestellung, die meist auf Parteitaktik bvruht. Schließlich noch eins au? neuester Zeit: Der.Riß im Bürger- tum"— besonders beliebte Phrase in den Reden und Organen der Dentsch-Nationalen. Als ob ein demokratischer Bürger nichts Besseres zu tun hätte, als wieder dem Junker den Steigbügel zu halten! Die Wut, baß weite Kreise des Volkes, wie die Demokraten und die Zentrumsandänger wenigstens politisch von den Reaktionären abgerückt sind, kommt in der Klage über den.Riß" deutlich zum Ausdruck. Also aufpassen, wenn solche Töne laut werden— meist ist das scheinbar so Natürlich« nichts anderes als ein ausgeklügelter — Bluff. Werber und Freunde mit 5 Jahren Gefängnis bedroht, sofern nicht Zuchthausstrafe venoirkt ist. Die Orgesch ist seit Monaten der Reichsrcgierung bekannt und wird als Schutzorganisation betrachtet. Ich be st reite die oberpräsidiale Kompetenz und e r h e b e P r o t e st. Herr Dr. Kulenkampff sollte seinen Ruf als Jurist nicht so leichtfertig aufs Spiel setzen. Er dürste wissen, daß Hörsing als Staatskommissar zu dem Erlaß voll berechtigt war, im übrigen hat die Reichsregierung soeben erst bekanntgemacht, daß sie die Orgcsch niemals anerkannt habe. Im übrigen gibt es gegen die Orgesch nicht nur eine rechtliche Handhabe, sondern eine ganze Reihe: den Erlaß des Reichspräsidenten vom 30. Mai und vor allem das E n t w a f s n u n g s g e s e tz, das den Herren rechts immer noch ganz unbekannt zu sein scheint, sonst würde es wohl auch die„Deutsche Zeitung" kaum fertig bekommen zu schreiben: Herr Hörsing ist sogar so weit gegangen, unter Verletzung der Verfassungsbeflimmungen jede Beteiligung an der Organisation Escherich unter schwer« Strafen zu stellen, deren Berhängung nur auf- Grund des Ausnahmezustandes möglich wäre, der auf Be- treiben desselben Herrn Hörsing für die Provinz Sachsen seiner- zeit aufgehoben wurde. Es ist geradezu unbegreiflich, daß weder die Rcichkrrgicning noch die preußische Staatsregierung diese grobe Gtseliesverletznng bis jetzt geahndet habe«. Also weil Hörsing die strafbare reaktionäre Putschorgani- sation aufdeckt und grobe Ungesetzlichkeiten verhindert, mutz er bestrast werden. Wenn es um ibre Macht gebt, so schrecken die Reaktionäre vor keiner Perversian des Rechtsempfindens zurück. Ter Schutzmann, der den Verbrecher festnimmt, ist ihnen ein guter Mann. Aber der Schutzmann, der den reak- t i o n ä r e n Verbrecher festnimmt, gehört an den Galg e n I Die Reichstvehtzbrigade 4(Magdeburg) sendet an die Presse eine längere Recht fertigungserklärung über ihre Verbindungen mit der Spitzelzentrale Altmann, Schaper, Ziesenitz. Wir wissen aus Erfäkrung, was solche Erklärungen militärischer Stellen wert sind. Diese aber trägt Pen Stempel der Unglaubwürdigkeit schon durch ihre eigenen Widersprüche an der Stirn. Die Erklärung der Brigade sucht es so hinzustellen, als sei der Brigade die Spitzclzentrale vom Oberpräsidium Magdeburg selbst empfohlen worden. Wie wir vom Oberpräsidium Magdeburg er- fahren, beruhen alle dahinzielenden Behauptungen auf einer ganz gröblichen Verdrehung der Tatsachen. Die Weichselgrenze. Wähnend die Russen in den Korridor einmarschieren und auf diese Weise vor die Bersailler Bestimmungen über die ehemalig deutschen Ostgebiete ein Fragezeichen setzen, hat der Oberste Rat in Paris sich bemüßigt gefühlt, das klare AdstimmungZcrgsbnis in den Kreisen Marientvcrder und Allenstein einer„kleinen" Korrektur zu unterziehen, indem er das rechte Weichselufer im Gegensatz zum Äbstimmungs- ergebnis lind im Gegensatz zu dem Sinn des diesbezüglichen Paragraphen des Friedensvertrages Polen zusprach. Man wäre versucht, das eine Ironie des Schicksal spielenden Obersten Rates zu nennen, wenn die Angelegenheit nicht für Deutschland und die Abst-mmungsgebiete so bitter ernst wäre. Die angeblichen Gründe, die den Obersten Rat zu seiner „eorriger-la-korturie"-Politik veranlaßt haben, sind in einer langen, an die deutsche Frisdensdelsgation rn Paris gerichte- ten Rote niedergelegt. Wir haben nicht Raum, sie mit allen Einzelheiten zu veröffentlichen. Wir glauben, daß die Ent- scheid ung lediglich ein Akt des Wohlwollens Polen gegenüber ist, eines Wohlwollens, das auf andere Weise zu dokumentieren, die Entente sich nicht imstande fühlt, und das angesichts der drohenden Lage keineswegs das ist, was es sein soll:einPflasteraufdieWunde. Die deutsche Regierung hat gegen die Entschei- düng des Obersten Rates selbstverständlich feierlich Protest erhoben. Es heißt darin: Purzcllangeld. Hoffnung, wieder Münzen aus Edelmetall mit einem überall geltenden und anerkannten Eigenwert zu er- hätten, ist für uns in weite Fernen gerückt, wir werden uns noch auf lange mit Ersatzstoffen begnügen müssen. Als solches ist das Papier zwar seit langem im Gebrauch: aber wir alle emvfinden die Mängel, die diese schmutzige, so leicht beschädigte Flut mit sich bringt. Das Papiergeld ist infolge seiner außerordentlich raschen Abnützung niebt nur unverhältnismäßig teuer, sondern es bildet sich ein« gewisse Gefahr in hhgteikscher Beziehung, da infolge seiner Saugfähigkeit alle Krankheitserreger an ihm haften. Es sind verschiedentlich Versuche gemacht worden, das Papier durch einen besseren Stoff zu'ersetzen. Viel beachtet wurde dabei das Angebot der staatlichen Vorzellaninanufaktur Meißen an das Reichsfinanz- Ministerium, Münzen aus einer porzellanähnlichen Masse herzu- stellen, Die Borzüge dieses„PorzellangeldeS" erörtert Max Adolf Pfeifer in der„Dekorativen Kunst". Die Probemünzen, die vorgelegt wur- den, bestehen aus sog. Böitgvr-Steinzeug und sind so hart, daß von einer Abnutzung im Verkehr keine Rede sein kann. Dg ihre Ober- fläche mattglänzend und böllig dicht ist. können Schmutz und Bazillen nur sehr schwer daran haften und lassen sich durch einfaches Waschen leicht entfernen. Die Steinzeugmünzen sind nur' zer- störbar, tvenn sie absichtlich mit einem harten Werkzeug' zerschlagen oder mit großer Wucht flach auf Steinboden geworfen werden. Da das Relief der Münzen nicht über die Stärke des Randes hervor- ragt, lassen sie sich aufeinanderschiästen und in� Rollen verpacken. Die Größe der Steinzeugmünzen ist der der früheren Edelmetall- münzen gsnau astgepaßt; auch die Dicke ist bei den größeren Werten dieselbe, bei den kleineren ist sie etwas größer. Das Gewicht ist be- trächtlich geringer als bei den früheren Edelmetallmünzen. Bei den Stemzengmünzen ist die Gefabr der Nachahmung geringer als bei jever anderen Münzart. Da die Herstellung des Bött�er-Siein- zeugcs seit seiner Erfindung im Jahre 1710 immer wieder versucht, aber nie wirklich gelungen ist, so kann man rubig von einer Unmög- lichkeit sprechen, diese Münzen nachzuahmen. Die Steinzeugmünzen werden wie jede Metallmünze durch Prägung mit einem Stahl. stempcl erzeugt und bieten daher für die� künstlerische Gestaltung alle die Vorteile, die die früheren Metallmünzen besaßen. Tatarennachricht— dir Geschichte eines Ausdrucks. Di« Be- zeichnunig„Tatarennachricht" für sine aufsebene rvcgend«, aber falsche Botschaft ist bei uns gang und gäbe, doch weiß man nicht, weshalb gerade die doch durchaus nicht als besondere Lügner be- kannten Tataren als die Träger solcher Schwindelnachrichten be- zeichnet wevdcn. Mit den alten„Tawrenzeiwngen", durch die die deutschen Ordensritter«ingehende Nachrichten über die Tataren erhiÄten, hat das Wort auch nichts zu tun, wie Fr. Babinger im „Neuen Orient" ausführt. ES handelt sich vielmehr um emen ganz bestimmten Vorfall aus neuerer Zeit. Während der Belagerung von Sebaftopol, als alle Welt auf den Fall der berühmten Festung wartete, brachte am 2. Oktober 18ö4, also mehr als elf Monate vor dor wirklichen Eroberung der Festung, eine TraHtme&ung aus Bukarest folgende Botschaft:„Sewastopols Fall wird bestätigt. Nach einer zweiten von den Alliierten gewonnenen Schlacht beschossen - „Der Friedensvertrag sieht für Polen lediglich«in Strom» aufsichtsrecht vor, das in keiner Weise die Begründung zu territorialen Gebietsansprüchen geben kann. Das Recht der Ueber- wachung und Aussicht über den Strom bat mit der Souverän i- tat iiter die östliche Stromhälftc und das Ufer nicbt das m i n d e st e z n t u n. Es wäre ein Widersinn, die Bevölkerung eines Landstreifens zur Abstimmung über ihr künftiges Schicksal aufzufordern, wenn von vornherein feststehen soll, daß ihr Schicksal ohne Rücksicht auf die Absttmmung negativ entschie- den werden muß. .Die' deutfcbe Regierung erhebt hiermit feierlichst Ein- s p r u ch gegen die Entscheidung des Obersten Rates. Sie muß es ablehnen, irgendeine Verantwortung für die sich etwa aus diesem Spruch ergebenden Folgerungen zu übernehmen; sie kann diese Eni- scheioung nicht anerkennen, da sie mit den Bestimmungen des Friedensvertrages nicht vereinbar ist; sie wider- spricht ebenso sehr dem Selbstbestimmungsrecht der Völker, wie den wirtschaftlichen und geographischen Notwendigkeiten des Lanves." Die Entente Meist wahrscheinlich selbst sehr gut, daß sie mit der von ihr verfügten Lösung Zustände schafft, die cm- haltbar sind, und es hat fast den Anflug des Tragikomischen, daß es die B o l s ch e w i st e n find, die hier den Schlußstrich unter eine Rechnung setzen, die von vornherein verfehlt mar. Deutftbtlanö, Rußlanü und Polen. Keine Einmischung Rußlands in die dcntsch-polnischcn' r* Vezjehungen. Das Pariser„Journal" hat in einem Artikel vom 14. August behauptet, daß die �SoMjetregierung in die Friedens- und' Waffenstillstandsbödingungen mit Polen eine Klausel zugunsten Deutschlands einfügen wollte, um die We st grenz ePolens zu verändern und den Tan- ziger Korridor zu berühren. Hierzu veröffentlicht in der„Humanite" nach der„B. Z." K a m e n e w folgende Er- klärung: 1. Di« Sowjetregierung hat weder mit Deutschland noch mit anderen Ländern«in Abkommen geschlossen, sei es direkt, fei es indirs kt, gegen Polen gerichtet. 2. Die Bedingungen für den Waffenstillstand und für die Frie- demsprÄiminarien enthalt?« nichts, was die Beziehungen zwischen Pole» und Deutschland oder dcren Grenzen betrifft. 3. Die Sowjetregierung verwirft als unwürdig jeden Ge- danken daran, daß ihr Sieg über die polnischen Imperialisten dazu benutzt werden könnte, den Militarismus in Teutschland oder in irgendeinem anderen Staate zu stärken. Dto Sowjetregierung werft die Absichten deutscher Militaristen ebenso heftig zu- rück wie die der französischen. Die Absickst der fvanzösifchen Boulevard-Presse ist natür- lich, die Bevölkerung an ein„deutsch-russisches Komplott" glauben zu machen, um Frankreich einen Vorwand zu geben, feine Entschädigung für die polnischen Niederlagen a m Rhein zu suchen. Z» unserer Notiz„Revolverjournaliften"(„Vorwärts Nr. 387) schreibt uns Herr Friedrich W a g n e r, daß er in der Zeit, a's die Schmutznotiz gegen unsere Genossen im„Kleinen Journal" er- schien, v e r rm.niiter:uan eingehende Verhandlungen über die zukünftige Gestaltung der Statistik dcs-Deutschen Reich es statt, an welchen nbben den Vertretern der beteiligten Reichs- und preußischen Ressorts Reichs-, Landes- und Städte- statistiker sowie Vertreter der Wissenschaft, Industrie und Land- Wirtschaft teilnahmen. In der Besprechung wurde allgemein betont, daß der Statistik mit Rücksicht auf die Fragen des Wiederaufbauet eine besondere Bedeutung zukomme. Di« großen neuen Anforderungen, die an sie hc-rantreten, wurden eingehend durchgesprochen. Dabei wurde erörtert, inwieweit zur Vermeidung von Doppelarbeit und zur Verringerung der Kosten die Statistiken von Körperschaften und Verbänden für die Reichsstatistik nutzbar gemacht werden können. Besonderer Wort wÄrde darauf gelegt, die statistischen Er- gebnisse möglichst schnell und in leicht faßlicher Form der Oefsentlichkeit zugänglich zu machen. Man war sich öaritber einig, daß angesichts der außerordentlich gestiegenen Kosten aller statistischen Erhebungen durch Zurückstellung dar weniger drin- genden Arbeitsgebiete nach Möglichkeit Ersparnisse erzielt werden müssen. Aus der anderen Seite wurde jedoch mit allem Nachdruck betont, daß die Durchführung der großen wichtigen Aufgaiben im Statistisch:«-ReichSamt(Preis-, Lebenshaltung-, Lohn-, P r o d u k t i o n s st a t i st i k usw.) an der Kosten frage nicht scheitern dürfe. Unseres Erachtens sind Ersparnisse an allen anderen Stellen angebracht als in der Statistik des Reiches. Wenn die Wirtschaft- liche Berichterstattung und Kritik heute so im argen liegt, so ist neben anderen Umständcu das Versagen der amtlichen S t a t i st i k, die mit ibrer Schwerfälligkeit ohnehin sehr stark hinter den Ereignissen' herhinkt, daran schuld. Zu begrüßen ist das Be- streben, die Statistiken von Verbänden und Körperschaften bei der Bearbeitung der I&ichsstaHstii mit heranzuziehen. Allerdings ist dabei erforderlich, daß die Fehlerquellen der privaten Statistiken, bi« ja meist Aufstellungen von Interessenten sind, vermieden wer- den. Würde man sich aber dazu verstehen, die Reichsstatistik modern und großzügig auszugestalten, vor allem aber auch auf manchem Gebiete zu rascherer Arbeit zu bringen, dann würde man der In- dustrie und dem Handel einen Dienst erweifon, der es rcchtfertigen würde, diese Kreis« an der Kostenaufbringung zu beteiligen. Tie Aufhebnvg der Kartoffclbrwirtschaftung. Der Reich»rat stimmte in seiner öffentlichen Sitzung vom Donnerstag der Aufhebung der Zwongtwinschaft tür Kartoffeln zu. Die näheren Be- stimmungen darüber sind bereits bekannt. Nur die sächsische Re- pierung erhob Widerspruch, vor allem in der Besürchlung, daß später einzelne Länder sich durch Ausfuhrverbote den Zuschußländern gegenüber abschließen würden. Dieses Bestreben ist bereits in den Ausschußberatungen zutage getreten. Vetroleumbewirtschaftung. Am 14. August fand im Reichswirt- schaftsmin'sterium ein« Beratung mit den Vertretern der Länder über das System der künftigen Petroleumbewirtschaftung statt. Seitens einer Reihe von Vertretern der Länder wurden er- bebliche Bedenken gegen die Aufhebung de» bestehenden Karten- zwanges geltend gemacht. Am 20. August wird die Beratung fort- gesetzt werden._ GroßSerüu Der Srohenöe Vinter. Wie steht eS um die' Berliner Kohlenversorgung? Der Betriebsrat für die Kohlenversorgung Berlin» beim Berliner Magistrat sendet uns mit der Bitte um Veröffentlichung folgenden Aufruf, der in der Frage der Kohlenversorgung Berlins im kommenden Winter Klarheit fordert: „Wir. der Betriebsrat der Kohlenversorguwg des Magistrats, wir klopfen mit Fäusten und Füßen gegen die uns verschlossenen Tore der Kohlendeputation und rufen de» Bürgern Berlins ein laute-„Helft uns" zu. Warum rufen und pochen wir und warum geben wir in die Oefsentlichkeit? Wir haben im vergangenen Jahr wie kein anderer die Kohlennot kennen gelernt. Wir haben die Bürger Berlins tagtäglich zu Tausenden im schlechtesten Wetter nach Kohlenkartcn anstehen sehen, wir sahen sie tagtäglich vergeblich zum Kohlenhändler laufen., Zu uns kamen Verbraucher und Händ- ler mit ihren Besähwerden und- die waren beiderseits nur zu be- rechligt. Durch das Zusammenarbeiten der verschiedenen Zweige unserer Dienststellen kennen wir die Entstehung der Fehler. Aus unserem Erkennen und Wissen heraus baten wir, zu den Verband- lungen der Äohlendeputation zugelassen zu werden, doch aus prin- zipiellen Bedenken heraus verschloß man sich unserer Bitte. In einer ausführlichen Denkschrift legten wir fest, was und wie zu ändern sei— das war im März. Im Mai erweiterten wir die ersten Ausfühungen und die Kohleudeputation— schweigt. Auf uns aber, die wir verantwortlich sein sollten, fallen zi»erst die Schmähungen der Verbraucher. Wir lehnen jede Verantwortung ab, so lange uns nicht die uns nach unserer Meinung zustehenden Rechte der Mitberatung auch zugebilligt tverdyi. Wir wissen, daß wir der Anarchie zutreiben, wenn die Brennstdffnot nicht sofort geregelt wird. Wir und die Verbraucher, zu denen wir ja auäb ge- bören, wollen wissen, wie diese nach unserer Meinung wichtigste wirtschaftliche Frage von der Kohlendeputation geregelt worden ist. Wir wollen wissen, wo die Kohlen geblieben sind, die der Stadt zu- standen und die sie nicht bekommen bat. Der vergangene Winter war ausnahmsweise milde; wir müssen aber mit einem strengen Winter rechnen und uns dementsprechend vorsehen. Fabriken über Fabriken werden geschlossen werden, die Arbeitslosigkeit wird weiter zunebmen. Sollen wir bei der zunehmenden Lebensmittelteuerung noch frieren oder ist Sorge getragen, daß wir wenigstens zu er- schwinglichen Preisen eine warme Stube haben werden? Daß die Kohle nickt ausreicht, steht fest. Sind nun wenigstens die nötigen und greifbaren Erfatz-Brennstoffe in ausreichender Menge und zu welchen Preisen vom Magistrat beschafft worden? Wir wollen aber keine beruhigende Phrase, sondern feste kontrollierbare Mengen und Preis« wissen. Das müssen wir als Verteiler wissen, und das muß jede Haushaltung wissen. Können wir im Haushalt noch sparen zum Nutzen der Industrie und was hat darin die Deputation getan? Wie ist die Belieferung der Krankenhäuser sicher- gestellt? Können wir unsere öffentlichen Badeanstalten im Winter der Behölkerung zur Verfügung stellen? AuS hygienischen Gründen sst das dringend notwendig; der ärmeren Bevölkerung gegenüber ist es ein Muß. Die Beantwortung all dieser Fragen in breitester Oefsentlichkeit tut not. Wird die richtige Lösung nicht gefunden, d, h. können im kommenden Winter die notwendigen Heiz- sioffe Koblen. Koks. Solz und Torf nicht in genügender Menge und Güte und zu Preisen, die dem Verdienst auch der Aermsten«nt- sprechen, zur Verfügung gestellt werden, dann werden die Stapel- platze geplündert. Solche Plünderung wäre dann zu versieben. Und wenn sich der Magistrat mit Maschinengewehren oder ähnlichen Enirichtungcn wehren wollte, so wäre dies ein ungeheures Ver- brechen an der ihm anvertrauten werktätigen Bevölkerung.— Wir und seder muß sagen dürfen, wa» er für da» Wohl des Staates für da» Richtig« hält, sofern es Sinn hat. An euch, ihr werktätig schaffenden Kopf- und Handarbeiter, wenden wir uns in zwölfter Stunde, helft uns in allem, was wir unternehmen, um den Winter zu einem erträglichen zu machen. Stellt euch in dieser wichtigsten Frage hinter uns; damrt helft ihr euch, der Stadt und dem Staate." Wir geben diesen Aufruf ebenfalls mit dem Wunsche wieder, daß er die entsprechenden Instanzen bewegen sollte, in dieser wichtigen Frage eine klare und erschöpfende Auskunft zu geben. Die sichere Sprache des Betriebrsates scheint fast daraus hinzudeuten, daß' er über Ding« unterrichtet ist, die bei seiner Mitbsra- tung eine bessere und vielleicht etwas weniger bureaukvaftsche Regelung hätten erfahren können. Eine ganze Familie ermoröet. Ein Sohn als mutmaßlicher Täter. Ein furchtbarer Famil'enmord hat sich in der Nacht zum Sonntag in dem kleinen Dörfchen Zernitz lPriegnitzf, unweit von Wusterhausen a. d. Tosse, abgespielt. Dort ist der Strotzenbau- arbeiter und Eigentümer Albert S t r o g a l i mit zwei Söhnen und seiner Tochter anscheinend von einem dritten Sohn« ermordet worden. Die Bluttat fft hervorgerufen worden durch Feindschaft zwischen dem ältesten Sohn und dem mutmaßlichen Mörder, dem 21jährigen Arbeit?« Paul Strogali, der jedoch bis heute noch die Täterschaft leugnet. Heber das entsetzliche Ver- brechen gehen uns folgende Mitterlungen zu: In der Nähe des Bahnhofs Zernitz belvohnt seit Jahrzehnten der Straßenarbeiter Strogali ein kleines Anlvesen, da- er mit seinen vier Kindern, einer 27jährigen Tochter und drei Söhnen im Alter von 25, 21 und 13 Jahren bensirtschastete. Zwischen den beiden ältesten Söhnen war es in den letzten Monaten zu einer offensichtlichen Feindschaft gekommen. Die beiden jungen Leute bewarbeu sich um ein junges Madchen im Ort, das seine Neigung jedoch dem älteren Strogali geschenkt zu Häven scheint. Der 21jährige Paul wandte sich nun an den Vater, der den jungen Menschen, der sehr jähzornig sein soll, aus dem Haus« wies und ihm dieses solange verbot, bis et von seinen Beiverbungen um das junge Mädchen abgelassen habe. Am Sonnabendabend sähen Nachbarn, daß Paul Strogali sich in dem väterlichen Hause zu' schaffen machte, daß er das Anwesen dann aber gegen 6 Uhr nach- mittags verließ. Er erzählte Nachbarn, daß er eine Festlichkeit in einem nahebeleyenen Dorfe mitmachen wolle. Am Sonn tag früh gegen Uhr klopfte nun der Nachtwächter des Torfes Zernitz an dem Fenster der Schlafstuibe des alten Strogali, um ihn zu wecken. Als er aus wiederholtes Klopsen keine Antwort erhielt, betrat et da» HanS. Hier hört« er«in lautes Stöhnen. Im Bett in einer großen Blutlache lag der alte Mann mit f e i n e m K i n d e, beide in den letzten Zügen, mit z« r t r ü m- inerten Schädeln und klaffenden Wunden am Kopf. Der Nachtwächter rief laut um Hilfe und rannte dann noch dem Dach- boden, wo der älteste Sohn des Strogali schlief. Auch er lag blutüberströmt auf seinem Lager und gab nur noch schwach« Lebenszeichen von sich. Jetzt betrat der Beamte das Zimmer der Tochter. Auch sie war ermordet worden. Das Mädchen saß halb ausgerichtet in den Kissen mit durchschnittener Kehle. Es wurde im Zimmer des alten Strogali ein schwerer Hammer gefunden, an dem sich Blutflecke befanden. Der Mörder mutzte die männlichen Mitglieder der Familie damit im Schlaf erschlagen haben, sofort wurde die Staaisanlvaltschaft in Neuruppin benach- richtigt. Es fiel auf, daß der zweite Sohn Paul strogali am Tage zuvor den Nachbarn erzählt hatte, daß er in der Nacht zu Sonntag nicht in Zernitz sein werde und daß er betont hatte, er werde wohl erst am Sonntagvormittag wieder dahin zurückkehren. Den Nach- barn war auch der Zwist im Haufe Strogali bekannt. Gegen 11 Uhr vormittags erschien Paul Strogali im Festanzug vor dem Väter- lichen Haus« und hört« nun, was geschehen war. Der junge Mann zeigte keine Bestürzung, betonte jedoch, daß sicher ein Raubmord vorliegen müsse. Erst als der Untersuchungsrichter eingetroffen war und den Paul Strogali durch geschickt« Zwiia�entragen in die Enge trieb, gab der junge Mann zu, daß er mit seiner Familie in Feindschaft gelebt habe. Er will in der fraglichen Nacht zu einem Erntefest in einem Nachbardorf gewesen sein und dort getanzt haben. Soweit sich feststallen läßt, ist Strogali auch tatsächlich dort gewesen, hat sich aber um Mitternacht vom Tanzboden entfernt. Paul Strogali wurde von dem Untersuchungsrichter in.Haft genommen und nach dem Gefängnis in Neuruppin /übergeführt. Bei seiner heutigen Vernehmung leugnete er nach wie vor, die Tat begängen zu haben._ Mord«nd Brandstiftung i« der Brandenburgftrahe. Wegen eines mutmaßlichen Mordes und einer Brand» stiftung wurde heute vormittag die Berliner Feuerwehr und die Mordkommission der Polizei nach der Brandenburg- stra ß e 4 alarmiert. Dort stand der rechte Seitenflügel in großer Ausdehnung in Flammen. Tie Feuerwehr mußte mit mehreren Schlmichleitungenü über die total verqualmten Treppen und zwei mechanische Leitern angreifen, um die große Gefahr für die an- grenzenden Gebäude zu beseitigen. Bei der Löschung mqckten Feuerwehrmänner des 1. und 11. Löschzuges eine grauenhafte Eni- d eckung. In einem kleinen, früher fest verschlossenen, jetzt voll- ständig ausgebrannten Bodenverschlage fanden sie eine verkohlte weibliche Leiche an einem Tische sitzend, der dann zusammen- brach. Die Leiche hatte einen fe st geschnürten Riemen mit einer eisernen Schnalle um den Hals. Die vorläufigen Ermitt- lungen ergaben, daß die Leiche die seit Freitag vormittag vermißte Ehefrau des in Gera(R. ä. L.) weilenden Klempners Thom ist. Der Schwiegervater Klempnermeister E. Thom rekognoszierte die Frau als seine Tochter, ebenso der Sohn der Ermordet-n, der 18 jährige Kurt Thom, der das Feuer gemeldet batte uitd später unter VerdachtSgründen festgenommen wurde. Der Bodenraum, in dem die Leiche gefunden Ivurde, gehört nicht der Familie Thom, sondern anderen Mietern. Er liegt unmittelbar am Treppenaus- ftattg und Eingang zum Boden des Seitenflügels, der von acht Mistern bewohnt wird. Der Schwiegervater gab an, daß seine Tochter seit Freitag vermißt wird und daß die beiden Söhne, der 18 jährige Kurt und der 18 jährige Emil, bei ihm Unterkunft ge> funden baben. Daß seine Tochter ermordet sein müsse, hat er gleich vermutet, weil auch wertvolle Schmucksachen, ein« Brillantbrosche, eine goldene Uhr v. a. Sachen fehlen. Unbegreiflich ist eS, daß man die Frau bei dem Verkehr in dem Hause drei Tage lang trotz alle» Suchens nicht hat entdecken können. Unaufgeklärt ist ferner, wie die Frau m den Raum gelangt ist und daß sie dort in sitzender Stellung beharrt bat. Der Richten, mit dem sie erdrosselt worden ist, ist ein schmaler lederner Riemen von kaum 50 Zentimeter Länge, der fest zugeschnallt wa-r. Ob ein Kampf mit der hageren 46jährigen Ecmorverten staitge- funden hat, muß die Untersuchung ergeben. Gegen die Mictstetup?. Die Arbeitsgemeinschaft der Groß-Berliner M i e t e r v e r e i n e hat sich in einer Sitzung mit der Bekanntmachung des ReichSarbeits- Ministeriums über die Mietsteuer eingehend beschäftigt. Von dem Gedanken ausgehend, daß die Mietsteuer nichts weiter fein wird alz eine neue unerträgliche Belastung gerade der unbemittelten Schichten, ohne daß dadurch so viel Mittel aufgebracht werden können, daß die darniederliegende Bautätigkeit in vollem Umfange unterstützt werden kann, hat sich die Arbeitsgemeinschaft der Groß- Berliner Mieterverein« an den wirtschaftspolitischen Ausschuß de» Reich-wirtschaftSrats, an das Arbeitsministerium und da» preußische Wohlfahrt-ministerium mit einer Entsckiließung gelvendct, in der schärfster Einspruch gegen den Versuch erhoben wird, durch ein Miet- steuergesetz die Kosten einer Förderung der Bautätigkeit l Baukosten- zuschlage) ausschließlich auf die Schultern der WohmingSmieter zu legen. Verkehrswünsche für den Berliner Norde«. Die schlechten VerkehrSderhältnisse im Norden Berlins sind schon öfter» Gegenstand verschiedener Beschwerden getvefcn. Die Errich- tung neuer Autobuslinien in Berlin, über die wir kürzlich berichteten, läßt nun die Bewohner des Nordens hoffen, daß man auch, ihrer gedenkt. Man schreibt uns dazu: Zu meiner großen Freute habe ich von der Errichtung neuer Autobuslinien gelesen. Vielleicht könnte man uns im Norden auch mal bedenken und ein« Linie einführen, etwa die Seestraß« errt- lang über Bahnhof Beusselstraße nach Moabit resp. nach Bahnhof Jungfernheide oder nach Schöneberg. Diese Linie müßt« sich wirk- lich bezahlt nwchen. Da sind einmal morgen» und abends die der- ichiedenen Fabriken in Moabit und bei Tage die Kirchhöfe in der Seestraße und Plötzensee. die diese Linie sehr rentabel machen würden. Warum wird übrigens»'cht eine Straßenbahnlinie von Gesundbrunnen über Seestraße, Müllerstcaße bis oben nach Moabit oder Charlottenburg geführt? Tie Linie 3 fährt Gerichtstraße, Moa- bit, Stromstraße, Lützowplatz usw., die Linie 5 Gefundbrunnen über Wedding nach Moabit, Charlottetibucg usw.. die Linie 8 ebenso, Ge- sundbruimen über Wedding nach Moabit, Charlottenburg usw. Tie Linien 8 und 3 im Norden die gleiche Strecke. ES wäre angebracht, eine dieser Linien über Gesundbrunnen, Exerzwrstraße, Seestraße, Müllerstraße, Wedding zn führen, dann hätte man wenigsten» Ge- lgenheit, direkt nach Moabit zu kommen, in der Nähe der Beussel- straße. Tie Linie 24, die die Müllcrstraße entlang nach Moabit fährt, kommt kaum für Moabit in Betracht, da sie die Rathenower Straße entlang und dann nach dem Brandenburger Tor fährt. GrSüere Schiebungen in Edelmetallen bei einer Berliner groß» industriellen Firma sind zur Aufdeckung gelangt. So ist unter anderem am 15. Juni d. I. eine Sendung von 6 großen Kisten im Werte von zirla 73 000 Mk.' auf Grund eines gefälschten� Be- stellicheines einer auswärtigen Firma dem Spediteur Meißner, Quitzowstr. 2/5, überwiesen worden. Von hier ist die Sendung am 17. Juni von einem Mann, der sich Karl Berg'er nannte, und angab, im Austrage der auswärtigen Firma, deren Vertreter er sei, zu handeln, mittels einspännigem Geschästswagen abgeholt worden. um sie nach dem Anhalter Bahnhof zu befördere Da» Fuhrwerk war von zwei Kutschern, einem älteren und einem jüngeren, be- gleitet. Es war ein sogenannter Fouragewagen mit gebogenen Soitenbrettern und Hinterer Klappe. Da die Kisten auf dem er- wähnten Bahnhof nicht angekommen, sind, so ist anzunehmen, daß der angebliche Berger dieselben unterwegs nach einem anderen Be- stimmungsort geleitet hat. Ter angebliche Berger war zirka 32 Jahre alt, 1,62 Meter groß, schlank, blaß, trug hellblonden Schnurrbart und ebensolches nach hinten gekämmte» Haar. Be- kleidet war er mit bräunlichem Rockanzug mit� abgerundeten Ecken und nrodefarbenem Filzhut. Tie beiden Kutscher wollen sich bei guter Belohnung auf der Hauptstelle diese? Blattes melden. Ungültige Briefmarken. Die in den Händen de» Publikums noch befindlichen Marken der früheren Wertstufen zu 2, 2%. 3 und IVi Pf. verlieren mit dem Ablauf des Monats August ihre Gültigkeit. Sie können zum Freimachen von Postsendungen nur noch bis zu diesem Zeitpunkte verwendet werden. Ein Umtausch solcher Marken nach dem 31. August findet nicht statt. Die Toziolisicrang do». Kable und Stab! wird Bergassessor Alfons Harten(der stöbere Tbdllen-Dircktor) in einem Vortrag de» Bundes . Neue» Vaterland morgen 1lfi Ubr in der Leibnst.Oberrealschule. Schiller- ttrar.e 126/127(Knie), mit gänzlich neuen Votschlägen behandeln. Karten zu 2 M., für Gewerkschaftsmitglieder 1 M. Groß-Ssrliner parteinachrichten. Morgen, 17. Angust: Ebarlattenburg. 7'/, Uhr im Bolksbatis«: Mitgliederversammlung des DablvereinS. Vortrag de» Genossen Richard Fischer über:.Kriegs- gesabr und Neutralität-. Wichtig« Bekanntmachunzen erfordert vollzähliges Erscheinen der Mitglieder. Arbeitsgruvpe Nordoften-Zentrum. 7 Ubr im Gesangsiaal des Lyzeums, Greifswaider Strage SS/S6: Versammlung der Eltern» d eiräte. Neserent: Genosse Bahlke. Sport. Die Lereiuiguug Treptower Ncun�ahrer deransialtete gestern ihr zweites BeretnSrenncn. Da» gut gewählte Programm umfaßte drei Dauer- und vier große Fliegerrennen. In allen drei Dauer- rennen fand Wißmann nichts zu schlagen; er gewann diese vorm Start bis durchs Ziel. Abaeichen von dem Zweisitzerbauptfahren, das die Mannschaft Schulz-Krahner gewann, gmgen auch aus dem Fliegerrennen die nach Papierform besten Fahrer als Sieger hervor. Ergebnisse: Hauptsahren, 1000 Meter: 1. Häusler 1 Min. 50 Set. 2. Münzner, 3. Hahn, 4. Ki atner.— tO-Kilometerrennen mit Motorjübrung: 1. Wißmann 9 Min. 61 Set., 2. Przhrcmbel 160 3. Nanjokat 510, 4. N-inaS 3780 Meter zurück.— Tandem» bauptsabren, 6 Runden: 1. Schulz> Krabner 3 Min. 17 Sek., 2. tzäusler-Münzner, 3. Hahn-Mliller. 4. Amort-Schöllner.— 16- K i I o- meterrennen mit Motorführuna: 1. Wißmann 14 Min. 4 Sek., 2. Naujolat 450, 3. Neina« 870. 4. Przhrcinbel 2340 Meter zurück.— Prämtenfabren, 5 Kilometer: 1. Hitptl 7 Win. 15 Sek., 2. Wieg and, 8. Nadlitz, 4. Vinzelberg, 5. RadomSki.— 25-Kilometerrennen mit Motarsubrunq: 1. Wißmann 24 Min. 66 Sek., 2. Naujakat 730, 3. NeinaS 810 Meter zurück; Prztnembel aufgegeben.— Australisches Versolgungsrennen: Sieger: O. Tietz nach zurückgelegte« 4,360.Kilometer in 6 Min. 41 Sek. vor Häusler, Hahn, Müller. Ringkämpfe in der Schloßbranerei Schöncberg. Bei den Kämvfen am Sonnabend siegte Pinetzki über Hawlnschek im Entscheidungskampf nach einer Gesamtzeit von 58 Min. Der darauf folgende Kampf zwischen Schwarz und De Souzä blieb nach 20 Min. nnentichicden. Beim darauffolgenden Enttcheidungskampf siegte Petitjeon über Reibet nach 46 Min. Bei den Kämpfen am Sonntag siegte der Neger De S o u z a über den sich gut ver- teikchgten Schachschneider durch Untergriff von hinten. Interessant war dann der Kampf zwischen Enkien und Hawlitsibek. Trotzdem Hawlitschek seinen Gegner durch Schulterdrebgrtff auf beide Schultern bringen konnte, mnßte der Kampf als unentschieden ab« gebrochen werden, da der eiit'cheidende Griff nach dem Schlußsignal erfolgte. Zum Schluß siegle Hochdanen nach kurzem aber interessanten Kampf nach 6 Min. durch Hüfteschwung.— Heute wird der EnticheidungSkamvf Hochdanen- Rttzler fortgesetzt, außer- dem ringen Naber- Pinetzki und im Entscheidungskampf Petiljean» Eliksen. Renne» zn KarlSborst, 15. Angnft. 1. D ah Iis- Hürden» renn en. 16 000 M.. 3000 Meter. 1. Anrus(Tbiel), 2. Berber(Gram- Bauer), 3. Puppi(Walt. Heuer), 4. Lausbub /ScholzV 6. Schützling(Mihan), Patella(Penndors) ges. Tot.: Sieg 78:10. PI 30, 17.— 2.31 n( ö ng e r- Jagdrennen der Hengste. 16 000 M., 3000 Meter. 1. Muco« (Lewickl), 2. Enzion(Esser). 3. Satrap(Morl?), 4. Ländrat(Teichmann), 5. Gebieter(Buchholz), 6. Ladro(Einsinget). 7. Rosendorn(Scholz), 8. Landvagt(Walt. Müller). Tot.: Sieg 18:10, PL 13, 18, 16.— 3. Haselhorst er Jagdrennen. 33 000 M.. 4400 Meter. 1. EiderS Glorie(Bismarck). 2. Äitty(Lewicki). 8. Oftrh(gibr). Tot.: 13: tO.— 4. Sommer-Hürden- Ausgleich. 48 000 M., 3600 Meter. 1. ES« cadron(Teichmann). 2. Lceana(Lewicki). 3. Helmchen(Bismarck), 4. Laub- srosch(Walt. Müller), 6. Sperber(KnkulicS). 6. Hosgunsi(Edler). 7. Joachim (Leist), Flamingo(Butst), Samlo(Scholz). Listig �Streit). Schwerenöter (Heideniann). Tot.: Sieg 24: 10, PI. 13, 20, 19.— 6. Preis von « ch i l d h o r n. 22 000 M.. 8400 Meler. 1. Wardar(Dyhr). 2. Dufe (Sitelau), 8. Manchen(Ackermann). 4. Magier(Streit). 6. Polka(Ein- fing er), 6. Döb-rltz(Äegener). 7. Feldherr II(Stolpe), Fuflanella(Gorsler). Mißmut(Edler) angeh. Tot.: Steg 62: 10, PL 21, 42, 89.— 6. 91 n- sänger- Jagdrennen der Stuten. 16 000 M.. 3000 Meter. 1. Irene(Stielau). 2. Note(Heideniann). 8. Wiliberta(Saager). 4. Lau. icherin(Dvhr), 6. Shbtlle(Edler). 6. Mondsichel(Lewicki), Maja(Mithahn). Tot.: Sieg i 14; 10. Pl. 27, 15, 24,— 7. Spreewatd-Flachrennen. 22 000 M., JCOO Meter. 1. Defizit(lit.istenbei ger). 2. Eattbus(Kaiser). 3. ailadat(O. Müller), 4. Eiselrurm tistajper), 6, Anemone(TarraS). +6. Habemut(Sleumann), siv. Spreewatd(Grütz). Furchtlos(Tbalecke), Feierstunde(Posch), Mackensen(Olejnik), Blumenlönigin(Esser). Vesper (Rupprecht), Lulu(Thetlen). Steinberger(Scholz). Tob: Steg 26: 10. PL 13, 22, 16. GewerMQstsbswegung Äeberschkchteo-�bksmmen in Gberschlesiea. Zur Durchführung des Abkommens über eine StSige- rung der Kohlenproduktion fanden am Sonnabend in Kattowitz unter Mitwirkung des Geheimen Regierungs- rccts Dr. Boden st ein vom Reichsarbeitsministerium und des Herrn Osterath vom. Reichswirtschaftsmrnisterium Verhandlungen zwischen den Arbeitgeber- und Arbeitnehmer- kommissionen des Bergbaues statt. Sie hatten das Ergebnis, daß. nach-mehrstündigen eingehenden Besprechungen Richtlinien für d>en Abschluß eines Ueberschicht» abkommens festgelegt wurden, welche nunnrehr den beiderseitigen Organisationen bzw. den Bezirkskonferen- zen der Bergarbeiterverbände zur Zustimmung vorgelegt werden. Es ist zu hoffen, daß auch die oberschlefischen Bergleute schon in der allernächsten Zeit den wirtschaftlichen Nöten durch erhöhte Kohlenförderung Rechnung tragen. Verkehrsstreik in Hamburg. Die Angestellten der Hamburger Straßjenbahn, Hoch- und Untergrundbahn und der A l st e r- d a m p fe r sind am Sonntagmorgen wegen Lohnforderungen in den Ausstand getreten. Die staatliche Stadt- und Vorort- bahn hält den Betrieb aufrecht. Pretest gegen Entlastung von postangestellten. Der ReichZpostminister hat durch Verfügungen vom g. Fe- firuar und 2. März 1920 angeordnet, daß die bei der Post seinerzeit eingestellten Aushilfskräfte entlassen und durch geeignete weih. .liche Arbeitskräfte ersetzt werden sollen. Gegen diese Verfügung protestierte am Sonntag eine vom Betriebsrat des Postscheckamts einberufene stark besuchte Versamm- lung. Außer Vertretern der mit Entlassung, bedrohten Arbeits- kräste sprachen Vertreter der beteiligten Gewerkschaften und je ein Vertreter der ErwerbSlosensürsorge und des Arbeitsnachweises der Stadt' Berlin. Di« beiden Letztgenannten betonten, von der Post- Verwaltung müsse verlangt werden, daß sie die Verordnung be. achte, daß zugunsten der Erwerbslosen diejenigen zu entlassen seien, die nicht auf Erwerb angewiesen sind, vor allem die G e< Heimratstöchter und die in letzter Zeit zahlreich eingestellten 16. bis 17jährigen Mädchen. Einstellungen dürften nur durch den Arbeitsnachweis borgenommen werden. Die Angestellten Wöhren sich entschieden gegen den Borwurf der Unfähigkeit, womit iTre Entlassung begründet wird. Ter Bor- Wurf ses gänzlich unhaltbar. Die 800 bi' 1000 jungen Mädchen, die seit dem Erlaß der Verfügung beim Postscheckamt eingestellt wur. den, seien keineswegs fähig, die ihnen übertragenen Arbeiten zu verrichten. Es sei unverantwortlich, daß Familienväter und Kriegsbeschädigte diesen ungeeigneten, aber billigen und fügsamen Arbeitskräften Platz machen sollen. Die Versammlung verlangte, daß die Neichsregierung die Ver- iügungen des PostministerS rückgängig macht, daß der Postminister den in der Presse gegen die Angestellten erhobenen Vorwurf der Unfähigkeit widerruft, daß die Demobilmachungsverordnung betreffend die Entlassung der nicht auf Erwerb angewiesenen und der von auswärts zugezogenen Personen durchgeführt wird, daß die Personen, die seit dem 1. llanuar 1920 ohne Vermittlung des' städtischen Arbeitsnachweises eingestellt wurden, entlasse» werden und nur die auf Erwerb angewiesenen im Betrieb ble'iben und die freiwerdenden Stellen durch den städtischen'Arbeitsnachweis mit Arbeitslosen und Kriegsbeschädigten besetzt werden, daß die sogenannte Posthclserbeschasfungsstelle ausgehoben und umgewan- delt wird in eine Ausgleichs stelle unrer Mitwirkung der Angestell- ten und Arbeiter und daß den Angestellten das Mitbestimmungs- recht bei allen Einstellungen, Entlassungen und Versetzungen zuge- standen wird.' Gewerkschaftswitglreder. Für Freitag, den 20. und Sonnabend, den 21. August hat uns die Direktion des„Rssideyz-Theaters" Karren zum Ei n. heitspreis von 6,50 M.(Plätze, die sonst 25— 45 M. kosten, in entgegenkommender Weite für die Vorstellung.Die NaschoffS'" von H. S u d e r m a n n zur Verfügung gestellt. Die Karten können von Montag, den 16. August nach- mittags von 4V4— 7 Ubr in unserem Bureau, Engeluser 15 1, Zimmer Nr. 15. entgegengenommen werden. Ueberstundeu-Abkommen mit de« Binnenschiffer«. Am 7. August fand in Duisburg im Börsensaal unter Vor- sitz des ReiäBkommissars Mehl ich eine � Verhandlung des Reichs- arbeitsministeriums mit dem Teck- und Maschincnpersonal der Rhein- und Kanal Fahrzeuge swlt. Sie bezweckre Herbeiführung eines Ueberstunden-Abkommens, um die Erfüllung des Spa-Ab- kommcns zu ermöglichen und die Kohlenversorgung Süddeutschlands zu sichern. � Die Arbeitnehmer sind Willens, die Mehrarbeit von zwei Ueberstunden pro Tag während der Fahrt zu leisten, trotzdem sie beute schon 12 Stunden fahren. Sie haben aber auch weiter keine Zweifel darüber aufkommen lassen, daß sse auch nicht eine Stunde länger arbeiten, wcmr ihre barcchtiglen Forderungen wieder nicht beachtet werden. Wenn die Regierung die die Binneiischiffer inter- essiercnden Fragen baldigst einer gründlichen Erörterung unterzieht und die Wünsche und Forderungen des Personals ihrer Erfüllung entgegenführt, ist die Arheitssreudigkeit der Binnenschiffer sicher zu verzeichnen. Versagen die betr. Instanzen, dann kann eines Tages das Verkehrswesen zum Erliegen kommen. Das getroffene Ueberstunden-Abkommen hat folgenden Wortlaut: 1. Die Parteren halten an der in den Tarifverträgen festge- setzten Regelung der Arbeitszeiten. Nacht- und Sonntagsruhe �eit. Die zu leistende Mehrarbeit des Schiffspersonals ist eine freiwillige und entspringt dem Bedürfnis, der zeitigen Not des Landes abzu- helfen 2. Die Arbeitnehmer der Rbein- und Kanalschiffahrt erklären sich bereit, an Wochentagen während der Fahrt 2 Stunden lieber- arbeit zu leisten. g. Neben dem tariflichen Zuschlag erhalten die an der lieber- arbeit beteiligten Arbeiter im Monat 4 Pfund Fett zu dem ver- billigten Preise, zu dem es die Bergleute erhalten. 4. Die Einzelheiten der Durchführung regelt ein AuSsöbuß, in dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichmäß-g vertreten sind. Der Ausschuß soll serner die damit' zusammenhängenden Fragen und die in der Entschließung des Deutschen TranSportarbeiicrverbandcs vom 1. August 1920 niedergelegten Forderungen prüfen.� um dem Reilbsarbeitsministerium bzw. dem Reichskommissar entsprechende Vorschläge zu machen. 5. Die Vereinbarung soll Geltung haben für alle Mitglieder der beiderseitigen Verbände. 6. Dieses Abkommen tritt am 16. August in Kraft, falls bis zum 13. August die Zustimmung der Arbeitgeberverbände einge- gangen ist. Es kann von jeder Partei am 15. jeden Monats zum Schluß des Mcküats gekündigt werden. Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben das Ueberstunden-Ab- kommen angenommen._ Immer langsam voran! Nach 7Stägigen Verhandlungen zwischen den Vertretern der Reichspost- und Telegraphenverwaltung-und'den-'Organisationen der Telegraphenarbeiier, Vorarbeüer und Handwerker aus dem ganzen' Reiche einschließlich Bayerns und Württembergs wurde ans 24. Juli im Reichspost Ministerium endlich-der lange- ausgestellte Tarifvertrag abgeschlossen. Heute' aber hat dieser Vertragsabschluß für die Arbeiterschaft noch keinerlei vrektisib: Frlgen gezeitigt. Diese erhält vielmehr ihre alten. Lohnsätze, deren Unzulänglichkeit von der Behörde ausdrücklich zugegeben worden ist. weiter. den Oberpostdirektionen und den Avbeiterorganisationen ist bisher noch nicht einmal offiziell Mitteilung von dem Bertragsabichluß gemacht worden. Das bat in den Kreisen der Arbeirer und Hand. werker die Besorgnis hervorgerufen, daß»ich die Jnkrafffeyung des nesten Tariis noch lange hinauszögern wird und daraus wieder- um ist eine große Erbirrerung unier den Beteiligten entstände. i. Die Organisanoiisleilungen haben infölgedessen Mülle und'Not, ihre"Kollegen und Mitglieder von der Anwendung- der ichärfsten Druckmittel zurückzuhalten. Wie lange sie dazu in der Lage sein werden, ist eine offene Frage, de in die Arbeiter mit ihren Fa. mrlien können mit Rocht nicht begreifen, weshalb die Reichspost- Verwaltung ihren einmal' übernommenen Verpflichtungen nicht nachkommt._ Berbäud der Buchbinder. Mittwoch, den 18. August, nachmittags 4 Uhr, bei Wäblilch. Etaiitzer Str. 22: Branchenveriammlunq aller in der Rabmcnbranche Veichäktigien des Buchbinje: Verbandes. Tagesordnung: Enlscheidung des Demobstmachungskommissars betr. Erhöhung der Stunden- löhne in der Holzrahmenbranche. Tcuricher �rauiportarbeiterverbaud. sBczirk Eroß< Berlin.) Texrilbranche. Handelshilssmbeiter und Arbeilerinucn der Gruppe III Samt und Seiden. Nachm. 5 Uhr. im Cola! von Witte, Poilslr. 28: Giupvenoerfammlung. Tagesordnung: liniere Cobnoerhält- niste tTaiiikündigung).— Handclsbilisarbrtter und-Arbettermnen der Gruppe II aus aPen Betrieben der Herren-, Knaben- und Bunchen- konicklion. Mittwoch, den IL. August, uochm. ö Uhr, im Lola! von Witte, Poslstr.-'9: Kruppenoersammiung. Deutscher Transportarbeiter-Verbund. Hondelshilfsarbeiter und -Arbeiterinnen. Mustermocherinnen aus den Kuizwaren-.' Tüll-, Svitzen-, Posamenten- und Besatzarlikel-Engrosgeschäften I Dienstag, den 17. August, 4>/z Uhr. in der Schule, Neue Fncdrichstraize 2. Himer der Karnisonlirche: Eruppenvcrsamwlmig. Tagesordnung: Die kommende Lohnbewegung. Mus aller Veit. Eisenbahnunglück i« Gleiwitz. Lattowitz, 15. August.(Amtlich.) Am 14» August, lOVz Uhr abends, stieß auf dem Rangierbahnhof Gleiwitz die fünfte Rangiermaschine mit der sechsten Rangier- Maschine zusammen. Das Personal der sünflen Rangietmaschine, das versuchte, durch Umlegen der Steuerung und Gegen- dampf den Zusammenstoß zu verhindern. wurde durch den inzwischen erfolgten Anprall von der Lokomotive geschleudert.. Ob hierbei nichr die Möglichkeit gegeben war, den Regler zu schließen, oder ob der Regler durch den Anprall sich selbsttätig gelost hat, muß durch die Untersuchung festgestellr. werden. Nach dem Zuiammenprall setzte sich die jünfre Rangiermaichlne I rückwärts in schnelle Bewegung und prallte auf den auf Gleis 61 Ost abgestellten französischen Militärzug. Hierbei wurde ein französiswer Soldat getöret, sieben wurden ver- letzt. Drei Wagen und die Lokomotive sind beschädigt. Die Unter- sucknmg ist noch im Gange, hat aber ergeben, daß es sich nicht um einen Sabotageakt handelt._ Der drahtlose Anruf auf der Straße. Das drahtioie Telephon ist nun zum ersten Male in den Dienst der ZeilimgSberichlerstatlung gestellt worden. Die Redaktion der.Daily Mail' erteilte duich Veimiltlung der Marconistation in Ehclmssord einem ihrer Berichterstotler, der sich.Irgendwo in London befand", eiven Auftrag, den dieser prompt erledigte. Der Reporter führte einen handlichen Kasten mit sich, in dem sich der VerstärlungSapparat beiand. Außerdem trug er in der Westentasche einen kleineu Auf- nabmeappaiat iür die drahtlosen Wellen und führle«in gewöhnliches Telephon mit sich. Berantwortlich slir den redatllonellen Test: K. Lcptrr-Sermedorf: liir Anzeigen: Tb. Glocke. Berlin.-Bering: SortoSm-Serlasr«:«! i. H.'. Serltn. Druck:?or- wörts-Bulbdruckerej u. Verlagsonslolt Vmil Singer it. Co., Berli.l Lindenllr. Z. VIe von öer fr.Ober- , Hebamme änderte- 1 burtshilfiicb. 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