Nr. 41 8<-37. Jahrgang Ausgabe M Nr. 72 Bezugspreis: V trteliäbrLSO.— OTt�monofl.lO,— 3Rt. frei ms öaus, voraus rahlhar. Pofr- demg Monarli» l!>.— Mi. erki.?>u- itellunasyeoütir. Un:er Kreuzband für Deutschland und Oesterreich 16,."0 M!. für das übrige Ausland dei täglich einmal. Zustellunv 2150'i'.?>vst Bestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tschecho- Elorraiet, Dane- mar!, stolland,-uremdurg. Schweden und die Schtvetz.— eringetraaen in die Post- reimna«- Preisliste. Der.Varn-arts" mit der Sonntag» betlage.Pol! tt-Keit� erichenst wachen- taglich ztoeimal Sonntags und Man- tags»mmai Telegramm-Adreffe .Sozialdemokral Berlin" Sonnwgs-Ansgabe berliner Oolksblott (ZS�fsnnkg) Anzeigenpreis: Die ochtgewaltene Zionvareillezeile koste. S,— W.TeuerungszuMog 50°/». .Kleine Anzeigen", das trtt- gedruckte Wort I,— M.(zulaslig zwei lettgedruckie Wortes, sedes weitere Wort 60 Pfg. Stellengesuche und SchlassteUenanzeigen das erste Wart sz PIg. sedes weitere Won 40 Pig. WoNe Uber 13 Buchstaben jßlsltn für ttvet WoNe., Teuerunaszukchlog 50°/� lgamilien-Anteigen kür Abonnenten geile 2,— M. politische und ae- werkschastliche Vereins- Anzeigen S.— Ml. die geile oluie Aufschlag. Anzeigen für die nächste Zlummer müssen bis i Ahr nachmittags trn pauptgeschiift. Berlin GW 88, Linaen- ftrahe 3, abgegeben werden. Gebffnet von 0 Uhr irilh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der fosialdeniohrati fehen parte» Deutfd�lands Reüaktion und Expedition: Slv. b8, Lindenfltr.?. Xerntpreeiier: Amt'viortttplatt. Nr. 15190—13197. Sonntag, den 2Z. August Vonvärts-Verlag G. m. b. h-, SW. b8, Lindenftr. Z. ifCritsDrechert ülrnt Mortl-vla«, Nr. 117 53—34. Schützt Gberjchlesien! Die deutsche Oberschlesiennote weist auf das Vordringen der Insurgenten hin, die sich aus der ortsangcsesscnen Bevölkerung polnischer Nationalität rekrutieren und durch uniformierte Polnische Soldaten verstärkt sind. Die Bildung b e- waffnetcr Banden aus der ortseingesessenen Bevölkerung läßt sich mit dem Friedensvertrag ebensowenig vereinbaren, wie die Anwesenheit ortsfremder bewaffneter Elemente./ Nach Zeitungsnachrichten soll in einem Bericht des Herrn Ge- neral le Rond bemerkt sein, dast die deutsche Regierung die Ausschreitungen untcrstllht habe. Tie deutsche Regierung kann nicht glauben, daß derartige Aus- führungcn sich wirklich in dem Bericht einer so hohen und ver- «ntwortlichcn Stelle befinden. Sollten von anderer Seite solche Behauptungen aufgestellt werden, so wäre dies / eine frivole Verleumdung. Die Beschuldigung ist handgreiflich unwahr. Gerade in den letzten Wochen hatte es sich die deutsche Regierung mit. Rücksicht auf die in Spa übernommenen, nur mit Anspannung aller Kräfte er- fällbaren Verpflichtungen angelegen sein lasicn, auf eine Ber- mchrnng der Kohlenförderung in Oberschlcsicn durch Uebcrschichten hinzuwirken. Sie hatte allen Grund anzunehmen, baß die obcrschlesischen Bergarbeiter im allgemeinen Interesse sich einsichtsvoll dazu verstehen würden. Eine Steigerung der Kohlen- förderung wäre aber in einem insu r e- blieben wie jetzt in Velbert und Kothen, wenn nicht' der gegenrevolutionäre Putsch ihnen die erregten Massen form- lich in die Arme getrieben hätte. Erst die Gegenrevolution konnte aus der Spielerei einer Verschwörung eine große all- gemeine Volksbewegung machen. Wenn nun die Reaktionäre ans Grund von Velbert und Kothen nach der Erhaltung der Orgefch schreien und die Notwendigkeit ihrer Existenz aus diesen Ereignissen be- weisen wollen, so etflöfsn wir, daß der Verlauf diese? beiden Revolutiönchen gerade dio volle Iteberfliisjigkeit der O.rgesch erwiesen hat. Wäre etwa durch eine auf dem Plan erscheinende Orgesch das Feuer irgendwie schneller und mit geringerem Schoden ausgetreten worden? Tos G e- genteil läßt sich ohne weiteres behaupten. Ein Teil des unkontrollierten, armierten Spießertums wäre nicht recht- -eitig zu seinen Waffen gelangt, ihre Waffenlager wären min willkommenen Arsenal für die Putschisten geworden. Ter andere„schneidigere" Teil aher hätte nach Art der Marbur» gcr Studenten wurch blinden Uebereifer, wildes Schießen und Erschießen/ losgelassene Racheinstinkte usw. nur d fe Erregung der gesamten Bevölkerung auf- gepeitscht und.das bewirkt, was glücklich vermieden wurde, nämlich daß breitere Massen sich der Bewegung angeschlossen hätten, Tie Art, wie jene Putsche von den dazu berufenan Sicherheitsorganen ohne jede Orgesch kurz und schmerzlos erstickt wurden, ist der beste Beweis für die U e b e r f l ü s s i g k e i t der Orgesch. Freilich: der in Angst gejagte Spießbürger wird solcher ruhiger Ueberlegung nicht so leicht fähig sein und sich um so inniger an Orgesch klammern, je greller und je blutrünsti- ger die klugberechnende Rechtspresse ihm die jüngsten Putsch- eseleien darstellt. Hätten die Revolutionsspieler in Velbert, Köthen, Zittau usw. auch nur ein Gramm politischen Ver- stau des besessen, so Hütte n sie sich sagen können, daß von diesen Röstern aus unmöglich die Rätediktatur über Deutsch- land proklamiert werden könnte. Zum Teil sind sie freilich von gewissenlosen Drahtziehern angelogen werden, aber es zeugt auch nicht von politischer Reife, wenn man sich s o p l u ni vbe l ü ge n läßt. Das eine jedenfalls mußten sich dir Urheber jener Streiche von vornherein sagen, daß sie sachlich nichts erreichen, aber den ertrinkenden Orgeschleuten die rettende Planke zuwerfen würden. Der pntschlüsterne Scheinradikalismus hat sich wieder einmal als ärgster Feind der Arbeiterklasse, als ihr Verräter an d i e Gegenrevolution erwiesen. Das Cnöe öer Efeielei. Spitzelmache in Köthen. Dessau, 2l. August. �Eigener Drahibericht de?.Vorwärts')- Der kommunistische Putsch in jtöthen ist losch zn Ende gegangen. Als Organisator und Rädelsführer ist ei» Oberleutnant Dr. Berg laha!> festgestellt worden. Der bis dabin unbekannte Mann tauchte plötzlich arn Freitag in einer kommunistischen Versamm- l»ng auf, wo er er-ähtte, nach einem von Magdeburg einlaufenden Telegramm würde in ganz Deutschland die Räterepublik ausgerufen s!>. Am Freitag abend 11 Uhr ist auch tatsächlich ein solches Telegramm bei der Kommnnistischeil Partei eingelaufen iMagdeburger, Sitz der Spitzelzcntrale!) Darauf wurde für die Nacht der Putsch organisiert und um 2 Uhr wurden durch Bewaffnete die öffentlichen Gebäude besetzt und durch. öffentlichen Anschlag :>ie Räterepublik p r o k l a in i e r t. Bahn- und Postverkehr tvurden unterbunden und allenthalben wurden bewaffnete Posten auf- gestellt. Als am Pormittag einigen Beteiligten Zweifel an den Mitteilungen des Dr. Berg aufstiegen, fuhren zwei Mitglieder der K. A. P. D.»ach Halle und von dort nach Dessau zur Regierung. Dort und hier erfuhren sie. dah sie irregeleitet seien. Darauf baten sie, von ciiiem militärischen Eingrelsen abzusehen. Reichs- wehr und Sicherheitspolizei waren jedoch bereits unterwegs nach Kothen. Aber noch vor ihrem Eintreffen ist' es offenbar nach Eingreifen des unabhängigen Parteisekretärs in Halle zum Ende dsbS Ä u f st a» d c s gekommen. Mehrere von den Aufständischen festgehaltene Personen sind freigelassen worden und die ordentlichen Behörden sind wieder in ihren Aemtern. Die erforderlichen Mastnahmen zur Ausklärung des' PutscheS und zur Festnahme der Rädelsführer, sowie zur Einziehung der Waffen sind im Gange Der in der Nacht eingesetzte VollzugSrat hat sich a n f g e l ö st. Wahrscheinlich befinden sich dir Organisatoren ans der Flucht, wozu sie sich auch einiger Automobile bedienen dürften, die sie sich unrechtmästig angeeignet haben. Die Draht- zieher in Sicherheit, die geprellten Arbeiter die Opfer— das typische Ergebnis der Lockipitzelei! Gewißheit. Wie große Riesensärge stehen in allen Landen ernste, schivere Häuser: die Hallen der Arbeit; Särge aus hartem Stein, Särge aus Stahl und Eisen, Särge au» Glas— Fabriken. Wie große Totcnkerzeu recken Schlöte ihre Leiber an- klagend nach oben, qualmend, düstere Schwaden über Licht und Freude breitend. Wie dumpfe Totenklagen raunt der Klang gebändigter Metalle, wie Orgelweisen rauscht der Rädersang, wie Stöhnen quillt es aus den Werken, wie Schreien qualvcrstörtcr Seelen steigen heulende Signale in den HimmelSfrieden, wie Schluchzen, »ntcrdrücktes Weinen zuckt der Dampf in harten Rohren, wie bittre Tränen stießen heiße Wässer iu Kanäle. Qual, Angst, Verzweiflung, Trauer, Sorge— Fabriken— Särge! — Und keine Hoffnung? Wie zages Ahnen einer Helle blitzt der Funke, wo die Härte der Metalle sich klingend schlägt. Wie drängende Sehn- sucht brennen Glutcii, eingedämmt in schwarze Mauern, tief- versteckt, doch atmend, lebend! Wie heißes Warten flackern offene Feuer, leuchtend, wärmend, wie sichere Hoffnung steigen Riesenlohen aus den Schloten— ans den Totenherzen, überstrahlen Häuser— überstrahle» Särge mit dem Widerschein der Flammen, mit Licht, mit Hoffnung? Wie jauchzende Gewißheit glüht daS Firmament, erhellt vom Strahle taufender Hochofenbrände, die schwelend, flammend dunkle Nacht perdrüngeu und das weite Zelt der nächtigen Schatten in einen leuchtenden Bogen des Triumphes verwandeln. Licht, Helle, Glanz— Frieden, Glück! Gewißheit, wie der Flammcnschein die schwarzen Bilder scheucht, die dunkle Nacht erhellt, die düstre Totenfeier funkelnd in das Kleid, des Lichtes badet, so strahlend licht stehst Du in nnsre Herzen eingebrannt, Gewißheit des SiegrS, Gewißheit des Glückes! Alexander Seidel. Ferrnccio Nnsoni an die Musikhochschule berufen. Die aka- dcnrische Hochschule für Musik arbeitet mit Merlcnstiefeln und holt in eine'.« Hahre nach, was drei Aahrzehnlc und mehr persäumt. Köthen von der Reichswehr besetzt. Kothen, 21. August. Wie TU. meldet,. sind zwei Bataillone Reichswehr aus Dessau und Zerbst um s-bö Uhr in Köthen eingerückt und haben die Stadt und den Bahnhof kanvpfloZ be° setzt. In der Sta-dt herrscht vollkommene Ruhe. Die>«- plante Verhängung des Belagerungszustandes über Stadt und Kreis Köthen i st unterblieben. « Mannheim, 21. August kEigener Drahtbcricht de?.Vorwärts'). Für beute war hier der Generalstreik angekündigt, weil zwei F e l d d i e b e seit längerer Zeit in Untersuchungshaft sitzen, obgleich für sie K a u t i o n angeboten wurde. GewerkfcbaftSmitgjieder waren gestern bei der Staatsanwaltschaft in Darmstadt, um die Freilassung zn erlangen, die jedoch abgelehnt wurde. Im letzten Augenblick gelang es heute früh besonnenen Elementen, den Streik zu verhindern. Frankfurt it. M, 21. August.(Eigener Drahtbericht de?.Vorwärts'.) Die Sicherheitswehr besetzte beute nachmittag die öffentlichen Gebäude. Hierdurch entstanden die tollsten Gerüchte. Es bandelte sich jedoch um VorbeugungSmaff- n a b m e n gegenüber dem für heute in ganz Deutichland(von irgendeiner Lockfpitzelzentralel Red. d. V.) angekündigten Kommunistenputsch. In Frankfurt ist alleS ruhig geblieben. Die Nausiß voller Waffen. Die„Märkische BolkSstimine" in Kottbus vcröffcntlicht sensatio- nelle E n t h ü l l u 7, q e n über daS Treiben deS LandbiindeS und der Zcitfreiwilliqrnformativn in der Nirdcrlausitz. Der Land- bur.d hat in KottbuS und anderen Städte» der Riedcrlausitz alle Zeit- freiwilligenorganifationen in seinen Dienst gestellt. Diese sind in Kompagnien, Zügen und Gruppen eingeteilt. Die Mitglieder leisten auch Spitzeldirnstr. Sie werden als Arbeiter in die Betriebe geschickt, um bei Unabhängigen und Kommu- nisten herumzitspitzeln und Berichte z» liefern. Sie treiben sich in Lokalen umher, wo sie Anschlusi an linkSradikalc Elemente suchen und diese aushorchen. Ein Zeitfreiwilliger erhielt den Auftrag, nach Berlin zu reifen und sich dem Ksmmunisteiiführer Dr. Levi gegenüber als Kommunist onSzugeben. Mit der Spipeltätigkeit in engem Zu- sammenhang steht ein reicher Kurierdienst mit Berlin und Halle. Bezeichnend für den Zusammenhang der Kottbnser Zeitsrei- milligenorganisatirn mit der Berliner Zentrale und dem Geist, in dem sie geleitet wird, legt folgendes Schreiben anS der Zeit der Regie- rnngSbildung. als man den Liiiksputsch alS Anlaß zu einem reaktiv- närcn Blutbad ersehnte, Zeugnis ab: J.-Rr. 6. Heinrich Bigdor 5, Berlin, den 23. Juni 1920. An den Landbund Cottbus! .Der Putsch ist bestimmt geplant(Gemeint ist der Kommunisten- putsch. Rcd.). Beginn in den nächsten Tagen. Geld fast aufgebraucht. Agenten bereits auf halbe Ration. Nicht lange hinausschieben. Unterschrift ZentralhauptSureau B. TZ. Gegenmaßnahmen: Engster Znsammenschluß aller Bürger und Bauern. Für dcn Ort größte Borsicht. Möglichst in Gruppen schlafen, wie eingeteilt. Strengste Selbstdisziplin. Auch der Schein des Beginns von Unruhen darf keinesfalls von unserer Seite anS- gchew Vertrauenswürdige Leute werben.(Qualität, nicht Quantität.) Für dcn Alarm sind folgende sechs Punkte auf- gestellt: Alarmbercitschast— Quartierstubcn. Sofort in Jnfantcriekaserne kommen. Gleich Radpartie. Ausrüstung auch möglichst Fahrrad: Uniform. Rucksack. Einfache Verpflegung. Für den Ort KottbuS bestanden Gcheimpläue, nach denen für den Fall, daß cS losgeht, gehandelt werden soll. Bon besonderer Wichtigkeit erscheint dcn Rcchtsbolschewistrn die Besetzung der sozialdemokratischen Organisation. Das Haupt- quartier der Zeitfreiwilligen befindet sich im Bureau des Land- bundes. Tort sind hauptsächlich ein junger Mann, namens Zöllner, und ein ehemaliger Leutnant v. Bentheim tätig. Bon dort ist ein Netz über die ganze Niederlausitz gespannt zu dem Zweck, das platte Land zu bewaffnen. ES werden reguläre Appells abgehalten, i» den einzelnen Bezirke» befinden sich besondere Ber- PflcgnilgSoffizierc und Zahlmeister, und es sind ungeheure Summen, die das reattionäre Großkapital, insbesondere die Großgrundbesitzer, wurde: den Geist eines vom Zentrum des Reiches in die Welt hin- ausklingenden Rufe? zu wecken, von der überragenden Bedcu- tung unserer Kunst. Nun ist zu Schröter, Schumann und Pfitzner auch Busoni als Leiter einer Kompositionsmeisterklasse berusen worden. Wenn das Wort erlaubt ist, so tanu man Busoni den Klassiker der Modernen nennen, den einzigen sestumrissenen Mu- sikcrkopf großen Stils, der sich aus dem Problematischen heraus- gefunden hat, als Schassender wie al- Reproduzierender. Er ist voll von Ideen, deren verwegensten und voreiligsten— wie die von der Verwertung der Vierteltöne in der Musik— immer noch gescheiter sind als die polternden'«-chriften gegen seine Aesthetik. Mit brennendem Eiser sucht er'daß Neu«, ein echter Eroberer der Kunst, und seine Konzerte, die er in den neunziger Jahren in Berlin dirigierte, sind in herrlicher Erinnerung geblieben. Er ist Hefe für jede Musikzeniral«, ist Geist und Feuer/ Geboren zum Führer durch seine umfassende Allgemeinbildung, wird er auch in der Hochschule ein neuer Magnet für die Jugend und für das Aus- land sein, wobei es nicht des ironischen Beigeschmacks entbehrt, daß sich hier nun zwei so polemische und s« gegensätzliche Naturen wie Busoni und Pfitzner austobe n sollen. Ll-ls Pianist hat Busoni die große starke Linie des Virtuosen; sein Bach- und Liszt- spiel aber steht in der Kraft und Herbheit der Darstellung einzig da. Von den Kompositionen des bijährigen, in Florenz geborenen Meisters— mütterlicherseits hat er deutsches Blut— sind die Musik zu Turandot, die Olper„Tie Drautwahl" und die UbonU- isia contrapunctistica am bekanntesten gewordeil. Schillings be- reitet seine Oper Arlechino für die nächste Saison vor. K. S. Der Zöjährige WctterzptluS. Die Meteorologen sagen siiv die kommenden Jahre einen bedeutsamen und erfreulichen WittermigS- Umschwung voraus. Man stützt sich dabei auf die Entdeckung des Wiener Professors Bruckner, der im Jahre 1890 mit seiner Zyklenthcorie hervortrat. Danach verläuft die Witterubng in Zyklen von 35 Jahren, in welchem Zeitraum die eine.Hälfte trocken und warmer, die andere dagegen nasser und kälter ist. Der letzte Halb- zykluS, der sirockenes und warmes Wetter bxachte, siel in die Jahre 1836 bis 1902. Wer alt genug ist, erinnert sich noch an die prackit- vollen strahlenden heißen Sommer, die wir in den letzten Jahreid de- 19. Jahrhunderts hatten und empfi idet den Gegensatz zu dxg meisten kühlen und regnerischen Sommern, die uns im 19. Jahrhundert beschert waren. Wir dürfen nun aus Grund der Druckner- schen Zyklentheorie hoffen, daß dte Zeit der„verregneten Sommer' vorbei ist und daß wir in den nächsten 17 oder 18 Jahren wieder eine gute Sommerwitterung erhalten werden. Selbstverständlich gibt es auch Ausnahmen; so fies z. B. in die vergangene warme Periode auch ein so kaltes Jahr wie das von 1891. Aber im allgS« meinen ist die Theorie de». Wiener Gelehrten durch unser« Er- iakrungen und weitere Forschungen bestätigt worden. Er bediente sich zum Beweis seiner Anschauungen hauptsächlich aus Bericküe.über die europäischen Weinern!en. die sich viel« Jahrhunderte hindurch nachweisen lassen. Noch deutlicher werden die Wirkungen dieses merkwürdigen Witterungswechsels in einzelnen Perioden durch Län. der bewiesen, in denen die Gegensätze sehr scharf hervortreten, wie z. V. durch das Wetter in Indien und China, In Indien macht sich ausgegeben haben und die sie nicht umsonst verpulvert haken möchte«. Von den im Dienst des Landbundes Stehenden nennt die„Märkische Volksstimme"«. a. einen Hauptmann R ö w e, der sich im Scnftcnbergcr Gebiet als ein Kommunist Riem cy er ausgebe» soll AlS ihm am 9. Juli der EntwaffnungSbcschluß von Spa bekannt winde, äußerte er mehrfach:„Jetzt werden wir alle Bolschcwifte» Von dem lichtscheue» Treiben dieser Geheim- organisation gibt ferner ein chiffriertes Telegramm aus Berlin einen Begriff, in dem es sich um die Verschiebung von zehn schweren Maschinengewehren handelt, inid das znsammeir mit dem entsprechenden Schlüssel im Besitze der„Märkischen Volks- stimme" ist. Wir überall, so besteht auch in KottbuS ein enger Zusammen» hang der rechtsputschiftiichen Organisationen mit militärischen Stellen. Die Zcirfrciwilligcn gehen in der„republikanischen" Kaserne aus und ei» und stehen in besonders guten Beziehungen zum Major Buchrucker, drin früheren Kommandeur des Bataillons Franz in Kottbus. Mit militärischer Hilfe erfolgte am 4. Juni d. I. abends von der Kott- buscr Kaserne ein W af f c n t r u n s p o r t nach de» um- liegende» Dörfern von Guben. Hierbei wurden bemerkt ein Leutnant it. D. Böttcher, V-zrfcldw-bcl' Matteck, Leutnant a. D. Linde, Leutnant n. D. Hahn, Feldwebel Kopetzky und andere. Der unsaubere Zusammenhang mit der Reichswehr geht scriier daraus hervor, daß Kottbnser Zeitfreiwillige im Besitze von mit dem Stempel des Rcichswchrbataillons versehenen Miliar- fahrscheinen waren. In der letzten Juniwochc sollten ad Berlin nach Kottbus zwei Waggons mit Waffen gehen, die für den Landbund bestimmt waren und am Dienstag, dcn 29. Juni, abends, voni Kascrnenhof nach Werben sStzrcewald) geschafft werden sollten. Bezeichnet wäre» dir Wagen mit W. Z. 13 908 iind K. B. K. 70 504 und trugen den grmcinsamcil Vermerk Essen. Die Herrschaften schienen aber infolge der Wachsamkeit der Kottbnser Parteigenosse» ein Haar in der Suppe gefunden zu haben, denn diese Schiebung ist wenigstens in der ursprünglich beabsichtigten Form nicht erfolgt. Infolge der langen unheilvollen Tätigkeit des Laudbnndcs steckt die Niederlanlitz aber voller Waffen, ähnlich wie die Gegenrevolution in Bayer» und in Pommern bewaffnet ist. Klub öe? Meuterer. Zu den dielen„Harmlosigkeiten', an denen es im Zeitalter der Orgesch nicht mangelt, zählen wir folgendes Inserat in der Zeil» schrift„Mirischiffs': Vcrriuigung ehem. Sturmsoldatcn der 2. Marinebrigade l Ehrhardt). Alle ehem. Sturmioldaien. die während des BesiebenS der 2: Marinebrigade altiv oder zeitweise bei dcn Slurmkompagnien Dienst getan haben, und die gewillt sind, den alten k n a r s ch e n(I) Stur'msoldatengci st weiter doch zu halten, werden aufgefordert, der Bereinigung ehemaliger Siurmsoldaten beizu- treten. Näheres ist dann auf direktem Wege zu erfahren. Es wird geberen, die Adressen umgehend an Leutnant z. S. Brandt, StabSzug, Schiffsstammdivision der Nordsee, Munsterlager, cinmienden. gez. von Killinger, Kapitänleutnant und Vorsitzender. Also ein Klub der Meuterer in aller Form, zur �orlzüchtung des MeuIerergeisteS. Was meint der Staalskomnsissar für die öffent- liche Sicherheit dazu?___ „Ter Kampf in der Schule." Ter Aufsatz unter dieser Ueber- schrift von Dr. Paul bestreich(Nr. 412 de?„Vorwärts') bringt uns eine Zuschrift des Lehrerkollegiums der Fürstin-Bismarck- Schule, in Charlottenburg ein, aus der wir die wichtigsten Be- hauptungcn wiedergeben. Die Herren betonen, daß sie sich päda- gogischen Reformern gegenüber stelZ geneigt erwiesen bätten, wenn sie auch nicht gewillt wären, sie kritiklos einzunehmen. Der Di- rekwr habe nie die von ihm verfügte Amtsverschwiegenheit dazu benutzt, einen Kollegen mundlqt zu niackien. Privattonferenzen zum Zwecke der„Unschädlichmachung der unruhigen Rcforiner' hätten niemals stattgesunden. Möglicherweise seien private Be- sprcchungen des Kollegiums gemeint, die verschiedentlich ohne Zu- tun des Direktors und selbstverständlich ohne ihn abgehalten wur. den, äber nur von dem Wunsch diktiert waren, die gestörte Einig. keit' wiederlerzustellen.— Ties dt« wc'enklichsten �Punkte der Zu- schrift, die sich als Berichtigung gibt. Wir registrieren sie mit dem Bemerken, daß für dcn„Börwärts" jetzt die Sache vorläufig er- lcdigt ist. Für uns kam es daraus an, allgemeine Mißstände an einem konkreten Beispiel zu erläutern. Die Auseinandersetzung hat leider von diesem sachlichen Gebiet auf das persönliche hinüber- gewechselt. Da wird es Zeit, daß wir Schluß machen. Gesandter von MutiuS Hai in Paris die Leitung der deutschen Friedcnsdelegaiion übernommen.__ die Wirkung der Trockenheit durch furchtbare Mißernten bemerkbar, imd wirklich litt in der Zeit von 1895 und 1901 das Land an einer Reihe von schweren Hungersnöten. In China wieder find es die Wirkungen der naycn Jähre, die durch Ueberschwemmungen Not bervorrufon, und in dem nassen Häkbzyklst? des 19. Jahrhunderts kam es in China zu Hungerrevolten, die in dem bekannten Boxer- aufstand gipfelten. Die tiosercn Ursachen für die Brucknersche ZykluStheoric zu ergründe», ist bisher der Wisseuschaft noch nicht gelungen. Ein Vorkämpfer deS Plattdeutschen. Paul W r i e d e. Mit- gründer und langjähriger Leiter der heute 3000 Mitglieder zählenden niederdeutschen Vereinigung„Quickborn" in Hamburg und ihrer Zeitschriften, vollendete sein 50. Lebensjahr. Wriede� hat mit Umsicht und Tatkraft für die Geltung der plattdeutschen Sprache und ihrer Dichtung gekämpft. Für die Zeitschrift„Quick- dorn" wie für das UnterhaltungSblatt„Plattdülsch Land un Waterkant' wußte er tüchtige Mitarbeiter heranzuziehen. Die „Quickborn-Bücher' der genannten Vereinigung sind zu der weiteswevbreiteien niederdeutschen Bücherreihe geworden. Von den neueren plattdeutschen Dichtern, die Wriede� unermüdlich zu fördern, sucht, sind Fritz Staaenhagen, Gorch Fock und Rudolf Kinau zu nennen. Als Sammler volkstümlichen niederdeutschen Sprachgutes ist er besonders durch sein Ouickbornbuch„Jplaü- deutsche Kinder- und Volksreime" bekannt geworden. Christliche und andere Nächstenliebe. Soll man seinen Nächsten lieben, weil wir als Brüder alle aufeinander angewiesen sind und er uns wieder helfen wird, wte wir ihm Helsen? Oder aber ohne alle Rücksicht darauf? Und ist das letztere oder das erstere der wahre Ehriswsgcdanke? Diese Frage wird von einem Mitglieds religiöser Sozialisten im Anschluß an den Aufsatz„Fröhliche Wis- senschaft" in Nr. 408 aufgeworfen und dahin entschieden, daß Dr. P. Gerhardt zu unrecht seine Auffassung der Solidarität als Jesu«' Lehre auffaßt, die vielmehr eine rein selbstlose und aus- opfcrungSfreudigc Liebe predige. Mag sein. Aber erinnert diese Kontroverse nicht an den Streit um die Äantsche Ethik: Neigung oder Pflicht? Tie Staatsiheater eröffnen die neue Spielzeit am Sonntag, den 29. August, mit.Tannhäuser' imOpernbause; im Schaut viel- Hause wird nachnsittagS 2'/, Uhr als 1. Volksvontellung zu cvmähifltcn Preisen.Minna von Barnbelm' gegeben. Der Vorverkauf beginnt am Donnerstag, dcn 26. Auznsl. Bühnenchronik,©ans 23 ah mann will aus dem Deutschen Tbeatcr austcheiden und sich ausschließlich der Gastspiel, und Filmtätigkelt widmen. Die Gesadren, die für Watzmanns bereits lehr manieriert gewordene Kunst daraus entstehen, sind offensichtlich— aber, wie es scheint, unver- «eidlich. DaS Potsdamer Schauspielhaus wird nach dem Beschluß der Stadtverordneten nicht die Garantiesumme von 232 000 M. erhallen. Im Lessiuq-?1iuseum beginnen die regelmäßigen DonnerStagS-Ver- anstaltungen am 26. d. M., 7Y, Uhr. mit einem Vortrag von Dr. HanS Knudien über.Konrad Gkhos". Es folgt eine Theateraujjühruug der Elhoj-Szene« aus Gutzkows»Zopf und Schwert". Nr. 41$ ♦ST. Fahrgang 1. Seilage öes Vorwärts Sonntag, 22. August 1420 wünsche öer Verkehrsbeamten. Die VerkehrZbeamtcn haben bekanntlich an die Rogiernnz und den Reichstag das Ersuchen um eine andere, gerechte ce Eingrup- Pierung in die ReichSbesoldungSordnung gerichtet. Dies Verlangen stützt sich auf folgende drei Tatsachen: Erstens wimmelt dl« Grnppeneintcilung der Vesoldungsobd- tmng von Ungerechtigkeiten. Sie zu beseitigen, war in der Ratio- nalvcrsammlung.nicht mehr möglich. Deshalb erhielt für die Ein. gruppicrung' der Regierungsentwurf vorläufige Geltung. Wie nicht anders zu erwarten, haben dabei die„höheren" Beamten ihr Schäfchen ins Trockene gebracht. Auch andere Beamtcnklassen, wie z. B. die Ministerialsekretäre, konnten, an der Quelle sitzend. ganz nett für sich sorgen. Unv schließlich haben auch die Reichs- finanzbemntcn eine verständliche Bevorzugung erhalten. Dock, was darüber war, das war vom Ucbcl, und die BerkehrSbcanttcn haben jämmerlich abgeschnitten. Zweitens haben Kabinett und Reichstag die grundsätzliche Höherbewertung deS VcrkchrSpersonalS anerkannt. Da die '�ingruppicrungsfrage nicht gelöst wurde, kam diese Höherbewer- tung zunächst in einer pcnsionsfähigen Zulage für die Betriebs- beamten der Eisenbahn zum Ausdruck, die nach einem Beschluß des Reichstags auch auf andere gleichgcartete Beamten auszu- vehnen war. Diese Höhcrbcwertung gründet sich auf die Verant- Wartung, die mit dem Berns verbunden ist. die Gefahren, die er für Leib und Leben in sich birgt und die schnelle Abnutzung, welcher der Beamte in ihm ausgesetzt ist. Als Provisorium hat Sie Zulage, die Anerkennung der gerechten Ansprüche in sich tragend, wohl genügen können. Für die Dauer wird sie weder � der Sache noch den Beamten gerecht. Die richtige Eingruppierung der VerkchrSbeamtcn wird sie ablösen müssen. Drittens endlich kommt bas Vorgehen der Länder in Betracht. Entgegen den Versicherungen ihrer Vertreter haben sich bekannt- lich die Länder beim Aufbau ihm BesoldungSordnungcn nicht an die ReichSbesoldungSordnung gehalten. Sie haben, offenbar im Hinblick auf das glänzende Geschäft, welche« sie mit der. Abgabe ihrer Eisenbahnen und Posten an das Reich machten, ihre Beamten ein auch zwei Stufen höher in die Desoldungsordnung einrangiert. Es ist verständlich, wenn sich die bisherigen einzclstaatlichen Ver- kehröbeamtcn nicht stillschweigend bamit abfinden, daß sie. weil in den Dienst de« Reichs getreten, plötzlich bedeutend geringer be- soldet werden als die mit ihnen bisher gleichbesoldeten Landes» beamten, ohne daß sich deren Qualifikation auch nur im geringsten geändert hätte. Ferner ist eS verständlich, daß diese Verkehrs- beamten leichten Herzens erklärt haben, in den Landesdienst zurück- zutreten, wo sie bessere Besoldung erhalten. Nicht selbstverständlich ist eZ aber, daß man— wie eS geschieht— den bisher schon im Reichsdienst stehenden Beamten zumutet, dieselben Dienst» wie lüe einzelstaatlichen Verkehrkbeamten bei teilweise höherer Ouali- fizierung gegen«in« erheblich geringere Bezahlung zu leisten. Und unbegreiflich ist es, wie man die Einheitlichkeit der ReichSverwal» tung bei so unterschiedlicher Behandlung der Beamten durch- führen will. Es ist klar, daß diese Vorgänge unter den ReichSpostheamtcn und den bisher preußischen Eiscnbabnbcamten diese sind die Leidtragenden— eine maßlose Bitterkeit herdorgcrriscn baben. E n» Bitterkeit, die durch groß« Pcrsonalschicbangen der Länder, mit dem Ziel ibren in den RcichSdienst übertretenden Beamten einen besseren Platz in der ReichSbesoldungSordnung zu sichern, und durch andere ungerechte Bevorzugungen verschieden«« Beamten» grupven auf das höchste gesteigert ist. Aus diesen Vorgängen resultieren die Forderungen der Ver- kehcSbeamten, die kurz vor Dpa unterbreitet wurden. Damals er- klärten die Regierung und ihre Parteien, die Sache nach Spa ins Reine bringen zu wollen. Und der Reichsfinanzminister legte dem Rciebsfag eine Denkschrift über diese Vorgänge vor und verlangte eine grundsätzliche Stellungnahme der gesetzgebenden Körper- schaften, ob und inwieweit diesen Ansprüchen der Beamten nach- gegeben werden kann. Der Hauptausschuß des Reichstags hat sich dann eingehend mit dieser Frage befaßt. Das Ergebnis war eine Entschließung, d-.e besagt, daß„sich der Reichstag grundsätzlich da- mit einverstanden erklärt, daß bei der eingeleiteten Nachprüfung de» NeichSbesoldungsgesetzeS die Folgerungen aus den Lande?» befoldungSordnnngen und der Einstufung der Rcichsfinanzbeamten gezogen werden, soweit dies mit dem einheitlichen-Aufbau der ReichSbesolungSordnung vereinbar ist, und die sich ergebenden Vor- schüsse gezahlt werden". Hiernach sollte man annehmen, daß die Reichs regiming dem am 6. September zusammentretenden Unterausschuß des Reich»« tags solche Vorschläge unterbreiten würde, die geeignet sind, end- lich Gerechtigkeit, Ruhe und Zufriedenheit zu schaffen und den einheitlichen Aufbau des Reichs beamtentums durchzuführen. Doch weit gefehlt! Die erste Unterlag« des ReichsfinanzministeriumS für dt« kommenden Verhandlungen, ein gehcimrätlicker Referenten- Vorschlag, ist weit von diesem Ziel entfernt und stellt teilweise die Dinge auf den Kopf. Gewiß! Die Postboten werden in Gruppe II aufgeführt; die Eisenbahn- und Postfefaffner, Rottenführer, Rangierer, Weichenwärter stehen unter Gruppe III. Die Oberschaffner(Eisenbahn und Post) und die Gehilfinnen bringt der Entwurf in Gruppe IV. Die Zugführer, Rotten-, StationS-, Wogen- usw. meister, die Telegraphenwerkführer bei deit Post u, a. finden sich in Gruppe V wieder. Das ist etwaS; aber das ist auch alles! Die Kernfrage de» ganzen Besoldung; und PersonalproblemS für die Verkehr«- beamten, die Assistenten- und Sekrctärfrage bleibt ungelöst. Die Vctrieböassistcnteir sollen zusammen mit den Oberschaffnern in Gruppe IV bleiben, womit beide Klassen nicht einverstanden sein dürften. Bei den Assistenten in Gruppe V ist nicht zu ersehen, welche Beamten damit gemeint sind, und nicht weniger rätselhaft ilt die Sachlage bei Gruvpe VI(Sekretäre). Eine erklärend sein sollende Bemerkung zu Gruppe VI besagt, daß dies die„bisherige Bcsol-dungsklasse 21 und ähnliche; bisherig« Amtsbezeichnung „Betriebssekretäre" in V" sind. Klar geht hieraus nur hervor, daß die im April d. I. geschaffenen„BetriebSsekretäre" ihr kurzes Dasein glücklich beendet haben, und daß z. B. die gerechte For- derüng oer mittleren Postbeamten mit einer Fackprüfung, ebenso wie alle ihnen gleichwertige Beamten in Gruppe VII eingereiht zu werden, nicht in Erfüllung gehen soll. Ja, man glaubt es den Postbeamten sogar bieten zu können, diejenigen mit zwei Fach- Prüfungen teilweise auch in Gruppe VI einzureihen. Um aber einen Ausgleich zu bieten, wenn auch nicht bei den Leidtragenden, wagt e-S der Entwurf, vorzuschlagen, den größten Teil der höheren Beamten eine, auch zwei Gruppen hinaufzusetzen. Muß dies nach Vorstehendem nicht wie ein Schlag in« Gesicht der Beamten der unteren und mittleren Gruppen wirken? Es ist gut, daß sich am Montag die Vertreter des Verbandes deutscher Post- und Telegraphenbeamten(der mittleren Gruppen) in Berlin zu einer Tagung versammeln. Di« Beamten, die sich an? allen deutschen Gauen dort zusammenfinden, kommen in einer geeigneten Stunde.-Si« werden Gelegenheit haben, zu dem Unrecht, das in an in Begriff ist, ihnen anzutun, Stellung zu nehmen, und sie werden sich entscheiden müssen, ob sie den Kampf um ihre gerechte Sache aufnehmen und durchführen wollen oder nicht. Eigenartig ist'S, wie eS diesen Beamten ergangen ist. Mit den mittleren Beamten aller DeHörden haben sie alles gemein, �Vorbildung, Ausbildung, Prüfung. Diätariat. Nur bei der An» stellung sind sie nickst würdig, wie jene behandelt zu werden. Sie müssen erst eine bei keiner anderen Behörde geforderte zweite schwere Prüfung ablegen, um— und noch nickst einmal all«— die Grundstellung der anderen gleichwertigen Beamten zu er» reichen. Die zweite Prüfung, d'« für andere da» Tor zum Auf» stieg in besser besoldete Stellen ist, für da? Gros der mittleren Postbeamten ist sie der Beweis für ihre Mindcrbewcrtung— ihr Verhängnis geworden. Gelingt es den Postbeamten nicht, das Joch der Forderung einer zweiten Prüfung für die Erreichung der Normalstcllung gleichwertiger Beamten von sich abzuschütteln, iocr- den sie es trotz der sogenannten Personalreform, die ihnen nichts brachte, noch mehr als bisher erlühen, daß andere Beamtcnklassen über sie hinauswachsen. Vorbedingung zur Erreichung dieses Ziels ist allerding» Ge» fchlossenheit aller mittleren Postbeamten und Solidarität mit allen, welche am gleichen Strang ziehen. Es ist erklärlich und entschuldbar, daß bei dem Durcheinander, welches der Umbau der Reichsverloaltung mit sich bringt, auch Wünsche und Ziele von Organisationen und ihren Gruppen durcheinander geraten sind. Jedoch jetzt liegt der Weg klar! Einmütigkeit muß zum Ziele führe� Zerrissenheit aber zur Katastrophe für Deamie und Organisation.. Ter Reichstag hat seinen einmütigen Willen kund- getan, den Beamten— auch den Postbeamten— das zu gewähren, was Rechtens ist und was sich aus dem Borgehen der Länder ergibt. Das Ncichsfinanzmin-isterium glaubt den Beschluß auf seine Weise auslegen und die VerkehrZbeamwn bis auf« Blut reizen zu können. Noch ehe der BesoldungSguSschuß zusammentritt, heißt eS deshalb für die beut sehen Verkehrs beamten. dem Reichs finanzmini- sierium zu zeigen, daß ei hier auf Granit beißt. Das iveitere mag man dann dem Ausschuß überlassen. Willi Steinkopf. Sport. Im Haupt-Jagdrennen, Ehrenpreis und 100 000 M.(1200 Meier), dem HaupiereigniS de» heuligen Renniage« in Karls Horst, gellen als voraussichtliche Starter: Rosenriller KS(Dyhr), HanS- Wurst 65(Weber), Marmolala 65(Walt. Mullerh Corsar KS(Edler), Spreewald 65(Nash), Der Sogenaunie 65(KnkulieS), Feldherr II 65(H. Teichmann), Sieinberger 65(Scholz). Quertreiber 65 (Jznienyi). Ski-�rockenkiirle beginnen wieder am Donnerstag, den 2. September abends 8 Ubr, i» der Mitlelickul« in Schöneberg. Meldungen an den Bor- sitzenden de« Berliner Schneeschuh-KlubS, Georg Neulirch, Martin-Lutder- Straße 32, der genauere» mitteilt. Mus a!!er Welt. Himmelblaue Menschlichkeit. Tie„Frankfurtcr Zeitung" be- richte'.: Seit einiger Zeit versammeln die Franzosen gegenüber dem am Rheinufer gelegenen großen K e h I e r K r a n k c n h a u s e etwa 100 Trommler und Trompeter, die in den frühesten Morgenstunden und- nachmittags von 2 bis 5 Uhr ihre Ue-bungen abhalten. Die Leitung des KranIcuhauseZ wurde unter Hinweis auf die schwe- ren Nachteile für die Kranken beim französischen Kommandan- ten vorstellig. Der Erfolg besteht darin, daß die Musikbande sich noch näher am Krankenhausc aufstellte und die..musikalischen Uebungen" noch früher am Morgen abgehalten wurden. Die „Frank-fu-rter Zeit»« g" meint, jeder, der wisse, wa? die Morgen- stunden für Schwerkranke, z. B. nach Operationen, nach Pein- voll durchwachter Nacht bedeuten, könne sich einen Begriff von den täglichen Qualen der unglücklichen Kranken machen.— Unter len von den Franzosen Ausgewiesenen befindet sich auch ein Assistenzarzt der Bezirk?- und Pflegeanstalt in Homburg. Beim Roten Krcnz in Mannheim hat er die Erklärung abgegeben, daß er mir deshalb ausgewiesen sei, weil er sich kürzlich über die mangelhafte Vier pflegung in der Anstalt beschwert hatte. Von französischer Seite wurde ihm erwidert, es handle sich doch nur um Geisteskranke und er solle froh sein, wenn diese Leute eingingen: die Hauptsache für ihn fei doch, daß er eiat!» mäßig angestellt sei.— UebrigenS haben sie aus dem Saargsbiet nach Aufhebung des Ausnahmezustandes und der Zeitungsverbote ein« Masse deutscher Redakteure binnen 48 Stunden heraus» gelchmissen. Kampfstättcn zu Kricgsdcnkmälern erklärt. Durch Verfügung de» Generalkomm issarZ für- Elsaß-Lothringen werden die Gipfel deS HartmannZwciler Kopfes, des Lingekopfes und de» BuchenkopfeS, um si« vor jeder Enttveibuirg zu schützen, zu Kriegs- denkinälern erklärt. Desgleichen werden auf Veranlassung der Verwaltung der geschichtlichen Denkmäler im Elsaß und Lothrin. gen die sehenswerten Unterbauten der Plattformen, auf denen die Ferngeschütze aufgestellt waren, die von Hampont und ZilliS- beim auS Nancy und Belfort beschossen, ebenfalls in ihrem jetzige« Zustand gelassen. Die Sehnsucht nach der Schweiz. AuS Ehur wird gemeldet. daß in Fürstenau ein vierzehnjähriger Knabe angekoinmenjei, der ohne Geld und Ausweise von Wien zu Fuß über Steinoch. Landeck und Albula nach Fürstenau gegangen war. Cr hatte mit anderen Wiener Kindern nach der Schweiz reisen wollen, war aber zurückgewiesen worden. Bauernburschen bogiehen Sommerfrischler mit Milch. Eine Wiener Beamtin, die zur-Wiederherstellung ihrer Gesundheit einige Wochen im Genesungsheim in Wopsing war,«zählt der „Arbeiterzeitung", daß sie mit einigen anderen Wienerinnen bei einem Spaziergang in der Nähe deS Schlosses Hernstcin von Bauernburschen arg beschimpft wurden. Die Burschen riefen den Wienerinnen zu:„Weana�Bagasche, auSg'hun- g e r t e, schauiS, daß weiter keinmiS!" Schließlich gingen die Bur- scheu auf die Mädchen zu und begossen sie mit Milch. Offenbar hatten sie sie erst von den Kühen, die in der Nähe wei- deten, ße molken._______ önefkasten der NeüakNon. fifhet lllr fc«n Bneflasten bestimmten»Introc>e tilge mon einen Buchstaden nno eine Nummer bei. Briefliche Auvtunft wird nicht erteilt. Eilige An- trauen trage man in der Juristischen Svrechstunde Lindenstr. 8, l. bot var- terre links, vor. SchriftstlWe und vertriige find mitmbrinaen M. 551. 50. Der jlädliiche Gewrrbeiaai unterdäll eine NcbungS- wcikslälte in der Slratzmannslr. tz: dort ersolgt eme gewerbliche Weiter- bildima(aber keine rigenlliche Lehre). Dircllor Frauendienst. X 20, Chrislianiastr. 116». Wetterausstchten kür das mittler« 5Morddeu»schlaiid bt» Montag mittag. Vielfach heiter,'aber»och ziemlich kühl und verändcr, lich bei mäßigen südlichen und ftidwesUichen Winden. 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Tlialla-Tlientcr" h 7',. u.: Boheit öle Tänzerin. Th.am �iollcnilorfplnrr, 3Vj U.; Drei alte Schachfein u.'? Eine Baeht im Paradies Thenter de, Westen« vi Der ersten Ließe goldne Zeit. VF allncr-Theater ulir: Die Frau im Dunkeln, Walhalla.Tlicater. v/, u.: Die Inlernatlonale. logischer Arten. Täglich: AQUARIUM i eö f t n e t bis zur Dunkelhei t. Eintritt frei.| lAdidlausl [ Taubenstr.34— Ztr. 10S2] j Lewerri/ Franz Ronahn j Paul Matinett B I Olli JanowsKl, S iertha Loewe/ Theo n'or| Siom Black/ Eugen Machj Lucie Delburg . Annl Lehmann, Llebans Mcisterquar!.| Hans Wilh. Bachmann Adolf Lieban Erstkl. Küche, ff. Weine t Mocca, Tee, Schokolade f Beginn 7 Uhr, 1 Eintriit frei. I Ssllliaus Utax u. Moritz IToniinanüacitcnstraße 58-53. sMönstesn.grellt. Ballte I Ms gute SaSItnusib. i Kein Welnzwanc, Ijclterwagen u. alle and Transoortgerätc liefert blillgst Großer Vorrat. Georg Wagner, CÖpenlcker Str. 71. Kein Ladengeschäft Hose-Theater. 7«/, Uhr: Der Erat von LiiiEmtiarg. Residenz- Theater. 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Wäbrend nock über die anläßlich der Aufhebung der Zwangs- wirlscbast für Fleisch zu treffenden Maßnahmen beraten wird, um die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, zumal der Reichs« tag selbst einer Aufhebung der Zwangswirtschaft nur unter der Voraussetzung zugestimmt hat, daß eine Reserve von 2 Mill. Tonnen Brotgetreide bis zur Aufhebung der Bewirlslbastung vorhanden ist, scheinen, wie der Berliner Magistrat nsttteilt, die beteiligten Körper- schaften zur Selbsthilfe greifen zu wollen und die Belieferung der Städte eigenmächtig zu unterbinden. Heute ist auf dem städtischen Viehhof nur ein ganz geringer Bruchteil des ion« siigen Auftriebes, nämlich 1S1 Rinder eingetroffen, so daß die Fleischversorgung der Berliner Bevölkerung völlig in Frage gestellt ist. Die Arbeiterertlährungskowmisftö» bei den Gemeinden Groß-Berlins hat fich gestern im Berliner Rat« bau» mit der Frage beschäftigt, welche Folgen die Aufhebung der ZwangsbewirtiÄaftung des Fleisches für die Bevölkerung der Groß- städte haben würde. Die ungünstigen Erfahrungen, die bisher mit den freien Schweinemastvertrügen gemacht wurden, und die Tat« fach� daß bei neuen Angeboten eine enorme Heraufsetzung de? jetzt schon 720 M. pro Zentner Lebendgewicht betragenden Preises gefordert wird, zeigt deutlich, wohin wir kommen, wenn die Zwangsbewirtschaslung übereilt aufhört. Eine Steigerung des Verbraucherpreises von 2— 3 M, pro Pfund würde sicher eintreten. Der Ernährungsausschuß ist deshalb nur dann für Ab« schluß von neuen Verträgen, wenn die Reichsregierung dafür ein« tritt, daß die Erfüllung der Verträge durch Vertragsstrafen sichergestellt wird und wenn der jetzige für die ärmere Bevölkerung schon außerordentlich hohe Preis nicht überschritten wird. Neue Verträge unter anderen Voraussetzungen abzuschließen muß die Stadtverwailung ablehnen, weil sie die Verantwortung gegen- über der Bevölkerung für höhere Preise nicht übernehmen kann und will. Es soll noch einmal versucht werden,' mit dem Reichs« ernähruiigsMinisterium zu verhandeln. Anch das Groß-Berliner Ladeufleischergewerbe spricht sich in einer Eingabe an den Magistrat gegen die Auf« Hebung der Zwangswirtschaft aus. Es heißt in der Eingabe u. a.: Wir, Vertreter Groß- Berliner LadenfleifchergewerbeS, erblicken in der vollständig freien Wirtschaft für Vieh und Fleisch eine schwere Gefahr für die Versorgung der Groß-Berliner Bevölkerung und außerdem eine nickt zu unterschätzende Gefährdung vieler kleiner Existenzen unseres Gewerbes. Wenn auch einerseits der Schleichhandel dadurch be« seitigt würde, so ist andererseits mit Sicherheit anzunehmen, daß in der freien Wirtschaft ohne besondere behördliche Maßnahmen sicher sehr hohe Preis« für Fleisch im Kleinhandel bezahlt werden müßten. Wir erinnern noch an die Zustände aus dem Berliner Bisb- und Schlachthof und in der Berliner Engros-Marklhalle, die im Frühjahr IStb ein Eingreifen der Behörden notwendig machten. Läßt man da« vollständig ireie Spiel der Kräfte zu, so sieht da« Groß-Berliner Ladenfleischergewerbe mit schwerer Sorge in die » Ziikunst und muß jede Verantwortung für die Entwicklung der Dinge ablehnen." » In Groß-Berlin bleibt die jetzt auSgegebeue ReichSfleischkarie aus Grund besonderer Genehmigung bis zum 2g. August in Kraft. Für die folgende Zeit werden die K u n d« n l i st e n beibehalten. Zur Sicherang der Belieferung des Publikums soll eine weitere Kontrolle aber auch vom 30. Aiigust ab ausgeübt werden. Um diese zu ermöglichen, ohne daS Publikum mit einer neuen Karte zu be« lästigen, wird daher bis auf weitere« die Susgabe von Fleisch a u f Grund der alten Lebensmittelkarte erfolgen. Die- jenigen Mschnitte der Lebensmittelkarte, auf die Fleisch verabfolgt worden darf, worden rechtzeitig vorher vom Magistrat aufgerufen werden._ Itefmn Abonnenten im Südosten, ZeitungsauSgabestelle Laufiver Platz(Böhm) konnte leider infolge einer Differenz zwischen Austrägerinnen und.Zeitungs-Zentrale' der„Vor- wärt?" Freitag abend und Sonnabend nicht zugestellt werden. B] Mit öer Etappe. Von, Scholem Alechem. Wie kommt eS. daß unser Beril sich so wichtig tat?... Weil er nichts zu fürchten brauchte?... Er braute wirklich Rosiuenwein, den er in Flaschen füllte und seinen Bekannten zum Sabbatabend lieferte. Davon lebte er. Aber es war ein Wein mit Ach und Weh und ein Leben mit Ach und Weh. Der Wein war kein Wein, und das Lehen war kein Leben. Nur damit die Leute etwas hatten, den Segensspruch zij sagen, dafür war der Wein gut genug und immer noch besser als einfacher Schnaps. Und Beril hatte immerhin eine Be- schäftigimg, die ihm etwas einbrachte, wenn_ auch nicht viel mehr als das Salz zum Brot. Besser als nichts! LH, weh, wie viele Juden gab es in Teplik, die nichts taten und nichts verdienten/ nichts verdienten und nichts hatten, wirklich gar nichts. Jene unwürdigen Juden, die nicht arbeiteten und nichts verdienten, beneideten den roten Beril, der wie ein Magnat lebte, jeden Sabbat Fisch und Fleisch hatte, die Kinder zur Schule schickte und anständig kleidete, eine Ziege hielt und— das alles von den bißchen Rosinen, die er zu Wein zermanschte. Da schrieben sie einen Brief an Plissetzki, der mit folgenden Worten begann: „Do wir stets für dre Regierung Jntereffe haben, und da eS zum Nachteil der Regierung ist, wenn jemand ohne Kon- zeision Geschäfte macht, und da der rote Beril mit dem lahmen Bein seit so vielen Jahren ohne Konzession mit Wein handelt und derselbe rote Beril den Wein selbst anfertigt und die Fabrikation von Beril stammt und so weiter..." Mit dem Selbstbewußtsein eines armen Mannes ist nicht zu spaßen. Je ärmer einer ist. um so selbstbewußter ist er auch, schlimmer als der reichste Mann. Ich hörte selbst, wie ein armer Mann sich mit einem anderen auseinandcrseßte: „Wie kannst du dich mit mir vergleichen, du räudiger Kerl? Du besitzt noch ein paar ganze Schuhe und ein Stück Mantel... ich habe nicht einen Schimmer davon/ Die Differenz ist nach Rücksprache eines OrganisattonS- Vertreters mit den Austrägerinnen beigelegt und wird die Zustellung heute wieder erfolgen. Drohende Einschränkung der Stromversorgung. Nachdem schon in letzler Zeit d'e Slädnichen Eleilriziläiswerke über eine außerordenikich unzurexbende Kohlenhelieierung m klagen banen. hat sich namentlich bunb die Verhöilniffe in Oberichleiien die Lage so verschlechtert, daß die Kohlenvorräte nur noch für ganz wenige Tage auSrelchen. Wenn nicht alsbald durcki energisches Emarcifen der Reichsbebörden geholfen wird, itt mit emee starken Einschränkung in der Stromversoraung der Industrie für den Beginn der nächsten Woche zu rechnen. Die Folge davon würden weitere erhebliche Arbeiterenilaffungen sein. Was die« bei der heutigen geivannten Lag« aus dem, ArbeilSmarkr zu bedeuten Hot, liegt auf der Hand. Es muß daher für eine beschleunigte Partei- unö Gewerkschastsmitglieöerl Durch den Aufruf vom 18. d. MtS. ist der Oeffeutlichkeit die Einberufung des ersteu freigewerkschaftliche» Betriebsräte« Kongresses zum 5. Oktober bekanntgegebe«. Die Zahl der Delegierte» wird etwa 1100 betrage». ES ist beabsichtigt, vor Zusammentritt deS KougreffeS jedem Delegierten möglichst ein gutes Kogi« zu besorgen. Partei-»nd Gewerkschaftsmitglieder, die i« der Lage sind, gegen entsprechende Entschädigung Delegierte vom 4.-7. Oktober aufzunehme«, werden ersucht, dieses«nttr An« gäbe ihrer genauen Adresse und Zahl der Aufzunehmenden mit dem- Vermerk:„Unterkunft" sauf dem Briefumschlag) au die Gewerkschaftliche BetriebSräte-Zenttale des Allgemeine« Deutschen GewerkschaftSbnndes sA. D. G. B.)«nd der Arbeits» gemeinschaft freier Angestellten-Berbände sAfa), Berlin 80. 16, Engelnfer 15, lV, bis zum 1. September mitzuteilen. Kohlenzufuhr aus anderen Gebieten zur Deckung des Ausfalls gesorgt werden, selbst wenn, was zu hoffen ist. die Arbeit in den oberschlefischen Gruben in den nächsten Tagen wieder auf« genommen werden sollte._ Arbeitsbeschaffung für die Groff-Berliner Erwerbslosen. Vom ArbeitSministerium wird mitgeteilt: In den Verhand- lungen, die am gestrigen Sonnabend im ReichSarbeitSministerium unter dem Vorsitz des Ministerialdirektor« Siefarl, unter Beteiligung eine« Vertreters des preußischen Ministeriums für Volkswohlsohrt mit Vertretern der Erwerbslosen statlsanden, wurde die Einsetzung einer Kommission zur Beschaffung von Arbeit für die Erwerbs- losen von Groß-Berlin und Potsdam beschlossen. Der Kommission sollen Vertreter der Gemeindeverwaltungen und der Erwerbslosen angehören. An den Verhandlungen tollen Vertreter des R-ichsfinanzministeriumS, de» ReichSwirtschastS« Ministeriums, de» ReichSarbeitSministeriumS und des Reichsamt« für Arbeitsvermittlung, sowie der preußischen Ministerien für Handel und Gewerbe und für BollSwohltahrt teilnehmen. Die Kommisston wird am Montag, den 2S. d. MtS. im ReichSarbeitS- Ministerium zusammentreten._ Der Kreistag Meöerbarnim, der gestern unter dem Vorsitz des LandratS Genossen Schlemminger zusammentrat, beriet unter anderem über die Festsetzung der Zahl der KreiStägSabgeordneten. Dazu lag»in Antrag Dr. N e u m a n n auf Aendsrung der WahlbezirkSeintei« lung vor, der die Wahlbezirke nach den natürlichen Verkehrswegen (Dahnlinien) geregelt wünscht. Nach erfolgter Eingemeindung der Orte, die zu Grotz�Serlin kommen, bleibt für den RestkreiS eine durch die Volkszählung von 1910 festgelegte Zahl von 112 821 Einwohnern übrig. Die Zahl der zu wählenden Abgeordneten beträgt 41. Davon entfallen auf die Städte Oranienburg 5, Der« nau 3, Liebenwalde 1 und Mtlandsberg 1 Abgeordneter, die laut Kreisordnung durch die Stadtverordnetenversammlung gewählt werden. Außer Erkner, Herzfeld«. Hohen-Neuendorf, Kalkberge, Rüdersdorf, Tasdorf, die außer dem letzten Ort, der 2 Abgeord- nete zu wählen hat, je 1 Abgeordneten zu wählen- haben, wählen bis übrigen Landgemeinden in 8 Wahlbezirken 24 Abgeordnete. Er sagte dies mit solchem Stolz, daß ein Rotfchild tief gedemütigt wäre, wenn er dabeigestanden und es gehört hätte. Haman Jwanowitsch betrachtete inzwischen die..Apparte- ments" Bertis des Roten, die aus drei Zimmern bestanden, das heißt aus zwei Alkoven und einer Küche. Sämtliche drei Räume waren mit Betten vollGestellt. und die Betten mit Kindern besetzt. Die Kinder waren halb angezogen, halb nackt. nämlich vom Hals bis zum Nabel waren sie angezogen, vom Nabel abwärts waren sie nackt, selbstverständlich auch barfuß.. Für dieses halbnackte, barfüßige Gesindel war der„Prisicw" eine willkommene Person, eine ganz neue Erscheinung. Sie waren nicht faul, sprangen aus den Betten, schlichen sich lang« sam zu dem feinen Herrn, sahen ihm ins Gesicht, betrachteten die goldenen Knöpfe und befaßten die' Franse seines Säbels. Plissetzki führte unterdessen ein Gespräch mit dem roten Beril. das wir hier wörtlich wiedergeben: Plissetzki: Wie man mir über dich berichtete, sollst du schönes Geld verdienen? Beril: Unberufen, gebe Gott, daß eS nicht schlimmer werde. Für besser gibt's keine Grenze. Plissetzki: Warum gehen deine Kinder nackt und barfuß? Beril: Damit sie besser wachsen. Plissetzki: Und was machst du mit dem Geld? Beril: Ich tue, was der Talmud uns lehrt. Plissetzki: Der Talmud? Was lehrt euch der Talmud? Beril: Der Talmud lehrt uns, das Geld in drei Teile zu teilen: ein Drittel— in die Erde, ein Drittel bar halten, ein Drittel ins Geschäft stecken. Plissetzki: Ich sehe, du bist ein lustiger Kauz. Beril: Was habe ich für Sorgen? Was fehlt mir und was habe ich? Sag mir lieber, hochverehrter Herr, was haben dir die Juden über mich berichtet, und was droht mir nach deinem heutigen Besuch? Plissetzki: Wenn du alles wissen willst, wirst du schnell alt werden. Zeig mir einmal alle deine Schränke, ich muß eine Untersuchung bei dir vornehmen. Vielleicht finde ich bei dir außer Wein noch andere Sachen? Beril: Ach. mit dem größten Vergnügen! Wenn du etwa Wertpapiere, Gold oder Silber finden solltest, so soll die Hälfte mir, die Hälfte dir gehören. Plissetzki: Du hast Humor, ist eS Galgenhumor? Die Wahl findet am 19. September statt. Der Antrag Dr. Neu- mann wurde abgelehnt. Di« Wahlbezirkseinteilung nach dem Beschluß des KreiSauSschusseS angenommen. Bei der Vorlage über die Besoldungsordnung für die Beamten und Angestellten des Kreises bemängelt« Abg. sch o« f- Oranienburg(II. S. P.) die über die staatlichen Sätze hinausgehend« Besoldung der Bau- melster des Kreises. Der Vorfitzend« betoute, daß der Kreit'.ag bereits früher beschlossen habe, die Besoldung der Berliner Rege« lung anzupassen. Später werde dZerdingS der kleinere RestkreiS nicht in der Lage sein, derartig« Summen für erne groß« Beamten- schaft zu zahlen. Man werde daher sehen müssen, möglichst we! Beamte nach Berlin abzugeben. Die Besoldungsordnung wurde daraus einstimmig angenommen. Ohne Erörterung bewilligte der Kreistag«in« Dienstauf- Wandsentschädigung für den L a n d r a t von 9000 M. für daS Halbjahr vom 1. April bis zum 30. September d. I., nach- dem der Landrat erklärt hatte, daß auch die neue staatlich« Be- foldungSordnung für die Landräte derartig niedrige Gehälter fest- fetze, daß die Inhaber diese Stellen ohne eigenes Vermögen nicht ausfüllen könnten. Als'Amtsvorsteher für de» Amtsbezirk Buch wurden der �Gemeindevorsteher Kroniker-Zepernick und an dessen Stelle der Dreher Paul Kant, für de« Amtsbezirk Grafen- brück der Gemeindevorsteher Hennig-Marienwerder, als Amtsvor- steherstellvertreter für den Ämtsbezirk Birkenwerder der Kauf- mann Max Fersenheim-Borgdorf, für den Amtsbezik Erkner-Forst Otto Zwietaich-Werlse« gewählt. Den Schluß des Kreistages bildeten Auseinandersetzungen über Anschuldigungen gegen verschiedene Bürgermeister im Kreise, so gegen den Bürgermeister Witte in Wittenau und Dr. AI- brecht in Liebenwalde wegen der LebenSmittelwirtschaft. Ebenso brachte der Abg. Schoos(IL S. P.) die Beschuldigungen gegen den Oranienburger Bürgermeister Dr. H e i n n zur Sprache, der wegen deS Märzputsches vom Amte suspendiert worden ist, und bean- tragt«, Dr. Heinn auch vom Amt« als Vorsitzender des Meischver- soryungSverbandeS zu entbinden. Laudral Schlemm inger erwi- derte, daß bisher keine Veranlassung vorliege, Dr. Heinn auch vom Amte des Vorsitzenden de? Fle ischve rbandeZ abzusetzen. t- -.Die Zeitungen gehen uuS gar nicht S an!" Die vom.Vorwärts' u»d anderen geilungen gebrackne Nach- rlchr über den Umtausch von demnächst ungültig werdenden Briefmarken und Postkarten i-b-int noch nicht bis zu allen Postämteua gedrungen zu- sei«. Ein Leier meldet un«. daß er auf dem Postamt 74 in der Brmmsberger Straße ab- gewiesen wurde, al« er 7i/,-'Pfg.-Karten und 2�-Pig-Marken umtauschen wollte. Aus«in» fffrage de» Beamlen, wer denn da« ge» sagt habe, daß Karten wad Marlen umgetauscht werden sollen, führte er jene ZeilungSnachricbt an. Der Beamte aniwortete ihm kurz:„Die Zeitungen gehen uns gar nichts an I' Der Herr scheint nicht zu wissen, daß solche, ZeitungSmel düngen fich auf amtliche Veröffentlichungen der betreffenden Verwaltungen stützen. Bielleicht sorgt die Postberwaltung künftig dafür, daß ihre Au- ordnungen zuallererst zur Kenntnis aller ihrer Beamten gelangen, d amit de« Publikum unnötige Scherereien erspart bleiben. Ferner wird zu der'llngültiakeiiSerklärung der vriesmarken mitgeteilt: Die Nachricht Uat die Meinung erweckt, daß auch Post» karten mit�dem Auf»ruck von 7l/j Pfennig un» mit den mt- sprechenden Werten erg< tnzt, ihre Gültigkeit verlieren. Nach einer Veriügung de« ReichSpctstmimsteriumS ist dies nicht der Fall. Di« Postkarten zu 7'/, und 1ö Pf. mit b lauviolett em und rotviolettem Wertstempel werden jettr wie ewaige andere Bestände schleunigst durch Auskleben ergänzt, Der Ha hgesang vnn der Kanzel. DaS märtische Süädtchen W r iez en. so schreibt«an m». hatte vom 10. bis 18. so inen großen Tag. Oberpfarrer Jung feierte die Wiederkehr de» Sieges von St. Privat und Grav-iott« durch Heraushängen ei ner großen schwarz-weiß-roten Fahne. Oder sollte eS doch au« Linlatz der von der T. P. D. einberufenen Be- amttnverkammlung g« Wesen sein? Jedenfalls zeiate die im Anschluß an da« Referat deSi Genossen Gronefeld geführte Distusilon, daß diesem prächtige« Geistlichen nichts ferner liegt, als da» wahre Christentum, dessen«ertteter er fem soll..Ich wollte, jeder könnte so hasten wie ich.'»Die Jugend muß mit dem Schwerte erzogen werden; Sport und Spiel, die jetzt getrieben werden, sind groß n Unfug.' u. dergl. mehr sind Ausiprüche, die. bei diesem GolteS'amnn an der Tagesordnung sind. E» vergeht keine Predigt, Arir/brede, Taufe, in der er nicht gegen die sauber« Regierung wettert� und mit Schmähungen gegen die Republik zu Felde zieht. Wo er chrfftliche Skächstenliebe säen ioll. da sät er Haß und in einer Form, die einem großen Teil keiner Schäfchen � Beril: Man, fem. Niemoub weiß, wem der morgige Tag gehört. Im heißt es: Tue Buße, einen Tag vor deinem Tode. Da aber kein Mensch weiß, wann der Tode»- engel ihn bei drr Kehle packt, so... An dieser Stelle unterbrach ihn der Polizetlnttnont; er rief die Schutz keuts herein und befahl, den Juden einzusperren. Als Beril das hörte, erstarrten' seine Glieder; im ganzen Hause erhob sich ein lFammern,«IS ob man einen Toten heraustragen Würde. In Tep'flif wurde die Sache selbstverständlich sehr bald bekannt: maig erzählte sie sich an allen Enden, und die Leute liefen aus oHen Straßen herbei, um zu sehen, wie man noch einen Juden, ohne Grund WS Gefängnis abführte, das heißt, man hatte tmn Grund bereits erfahren. Wie wäre es auch in Teplik mog'lich gewesen, etwas nicht zu erfahren, besonders alz man bemerfte, daß Haman Jwanowitsch eine Flasche Wein unter dem Arm trug. Man hätte nur gern gewußt, wozu er verurteilt w erden wurde, zu einer Geldstrafe oder zu Gefäng- mS? Hierfiber zerbrachen sich die Tepliker Juden die Köpfe und«npfaviden mit dem armen Beril viel mehr Mitleid als mit dem reichen Scholem Beer. Aber sie konnten ihm nicht anders helf en, als nur mit ihm seufzen. Noch ein Verbrecher. Haman Jwanowitsch machte sich an diesem Tage noch aus eine andere Art an die Tepliker Juden heran, und eS gelang ihm, ein«' Juden zu erwischen, der eigentlich nichts verschuld« hatte. Die Sache trug sich folgendermaßen zu: In TZeplik gab es einen Zungen Mann, Henich, d« einen älteren Brud« namens David Leib hatte. Dieser David Leib wollte vo« d« Musterungskommission einen Schein für seinen Bruder»langen, d« nach Davids Aussage und laut den Po» Pieren, dge er einreichte, noch nicht achtzehn Jahre alt war. Aber es �genügte nicht, daß ein Jude Papiere vorlegte: zur Feststellung des Alters mußte die betreffende Perftm selbst m Augenschegn genommen werden Plissetzki erhielt also eines Tages ein Dokument, da» er Henich zustellen sollte: da er jeden Auftrag sofort auszuführen vstegte, schickte er einen Schntzmann hin, der den Jnnoling' direkt curs dem Bett heranschleppte.(Forts, folgt.) aus dem Gottesdienst vertrieben bat. Tinmfitig kam zum BuSdrui, df!!5 sich dieser Mann ausgezeichnet zu einem deulschnaiionalen Wnn�erredner eigne, zu dem er die Fähigkeiten in der Praxis er- wieien dar. Bedauerkicki ist, daß feiten? der Bevölkerung diesem Treiben tatenlos zugesehen wird, trotzdem eS jeden anständigen Menschen anwidert, mit in der Diskuision zum Ausdruck kam. WiederberbeiiSaffung der Akten eine Belobnung von tOOS M/ enS und siweri Verschwiegenheil zu. Wer kann wohl ein Interesse daran gehabt haben, diese Akten verschwinden zu lassen? Eine Straßcndcmonstrativn der Laubenkolonisten findet am Dienstag gegen Abend in Berlin und den Vororlen statt. Sie will dafnr eintreten, daß der Berliner Bevölkerung das»ölige Laubenland in erreichbarer Nähe vorbeballen und sichergestellt wird. Tie Führung bat bei der Dcmonstraiion der Verband der Laubenkolonisten Berlins und Umgegend, dem jetzt 86 000 Mitglieder angehören. Bezirksbildungsausichiis? Oros�Berliu. Die Einzeichnungslilten zum Abonnement slir die s ü n i g.r o g e n F e il-k on-z e r t e sind heranZ- gegeben und liegen bei allen Abteilung-Zkassicrern aus. Es finden statt: 26. September 1920, mittags 12 Uhr: Richard- Strautz-Konzert, Neue Welt 7. November 1930, vorm. 11. B«etboven-K.oiizcrt. 25. Dezember 1920, nachm. 2'/,„ Weihnachts-gonzert, Mte Earnisonk. 16. Januar 1921, vorm. 11'„ Wagner-Liszt-Konzerl, Neue Welt 13. März 1921,, 11.. Mahler-Konzert,, Der Bestich aller süns Konzerte kostet l7/>0 M. Einzeichnungen werden auch aus dem Bureau des BeziiksbildungsauSschusses, Lindenstraße 3. 2. Hos IV, Zimmer 10. anaenommen. sMeöffuet von 9— 4 Uhr, Donnerstags von 9—1 und 4—7 Uhr.) Die Listeii we' den am Mittwoch, den 1. September d. I.. geschlossen Für die bereit» eingereichten Listen können die Einlrittskarten schon jetzt aus unserem Bureau in Empfang genommen werden. LOGO M. Belohnung. Am Donnerstag abend, gegen«/,11 Uhr, wurde in Linie 62(Anbänger) ab Tanziger Soasje bis Endstation Weinen see eine g e l b b r a ii n e Aktentasche, entbaltend wichtige 05eschäsls> Papiere, liegen gelassen. Aus den Wiedel ei halt der Papiere hat der Ver< lierer. wie auS dem Jiiseratcuteil ersichllich, eine Belohnung von 2000 M. ausgesetzt. Im Berliner Aquarium find�jetzt zwei sehr eigenartige brasilianische Fischsormen im Bedäiier 39 des 2. Stockwerks neben den Koralleutröschen uiitelgebiacht. Der Mcsseraal, ein naber Verwandier des bekannien ciek- Anmcldung deutscher Vermögen m Pole«. Der Reichsverband krischen Zitteraals, Hai mit unseren heimischen Aalen nichts zu tun. Er Mtschutz in Berlin. Potsdamer Str. 75. ersucht mitziiieJen daß 1 fällt besonders dadurch aus. daß er sich nur mit Hilse einer von vorn nach sich die Nachricht über die Anmeldung dsutscher Vermögen'beim bmlen oder umgekehrt verlausenden Wellenbewegung der sehr langen ............"—'- o.— Bauchflvsse bel stabariiq gerade gcdaltenem Korper gleichmapig gut vor- wqrts und rückwärts bewegt. Der Sch litzkiemcnaal ist dadurch ausgezeichnet. dag er nicht wie andere Fstche zwei ieiitilbc Kieinenössnungen. bat, sondern die Kiemen liegen in einem Sack, der sich nach der Unterseite in emen Schlitz'öffnet.— Im Zoologischen(Karlen fvielt beute von 5 Ubr nachmittiioS ab, die Kapelle der Berliner Sichcrheitswebr unter Miisih dircktor Brases Leitung. Eintritt 2 M., Kinder unter zehn Jahren die Häljle. Die Waffenverschiebunge« in Weihensee. Den maßgebenden Stellen der Berliner Polizei ist eS noch nicht gelungen, Licht in die dunkle Waffenverschiebungsoffäre» in Aeißeniee, die einem Sicherbeitsbeomten das Leben loitele, zu -bringen. Der Mörder des Wachtmeisters der Sicherheitspolizei S ch w e d o w s k i konnte noch nicht ermittelt werden. Die Möglich- ieit eines weilverzweigten K o m p l o l ts icheml durch die Aus- -agen veiterer ILverbattelen Personen bestätigt zu werden. Wie well jedoch kommunistischeOrganisaiionen an derWaffenverschiebung deteiligl sind, dürften erst weitere bevorstehende Berha'tungen ergeben. Es ist ebenialls noch nicht llar. ob diese mysteriöse Affäre einen rein politischen Anstrich hat. Die polnische Ableitung des Polizei- vräsid, unis be'chäfiigi sich zurzeit mit der Autklärung. Der von .den Bahiibeamie» angeschossene und dann in Polizeigewahl>am ge- nommene Aibeiter Kinger icheini den Feststellungen nach weder an »er beabsichtigten Waffenverschiebung noch an der Ermordung des Schwedowsky beteiligt zu sein. Die Babnbeamlen nahmen an. daß Krüger beabsichtigt habe, in Eisenbahnwagen lagernde Lebeusmiitel zu eniwenden, da er sich in nicht eUoulxer Weise dem Bahnkörper »äberle. Der Verdacht gegen Krüger läßt sich anicheinend nicht aus- rechterhalten da Kriniiiiaikommissar Dr. Riemann schon am Talort war. als Krüger den Rückenschuß erhielt. Es dürfte seiner Frei- "iiing nach genauen Feststellungen nichts mehr im Wege stehen.. ReichsauSg-leichsamt nicht bezieht auf die Anmeldung deutscher Vor mögen in Polen. Die in Deutschland wohnenden Gläubiger, die Forderungen nach Polen hoibcn, haben mit dem RieichSausgloichS- imt nichts zu tun. Zu der Auffindung der Giftstoffe, die auS dem Laboratorium des Professors Lewin in der Ziegelstraße gestohlen wurden, er- fahren wir weiter,, daß alle bisherigen Nachforschungen nach dem Dieb erfolglos geblieben sind. Wertvolle Angaben wird wahrschein- lich die Dame machen können, die den Karton mit den Giftstoffen in der Untergrundbahn gefunden und abgeliefert hat. Sie übergab den Karton dem diensthabenden Bahnsteigschaffner des - Untergrundbohnhofes Leipziger Platz, der eS in der Eile der- säumte, die Persönlichkeit der- Finderin zu notieren. Diese wird gebeten, sich im Zimmer 89 des Berliner Polizeipräsidiums zu melden, ebenso alle Personen, die am Donnerstagabend in dem von Bismarckplatz nach dem Leipziger Platz fahrenden Zug einen Mann mit dem groß:» Karton beobachtet haben. Ein schwerer AutomobUraub beschäftigt die Berliner Krimi- - nalholizei. Zwischen Kiel und Neumünster wurde ein Kraft- Wagenführer auf offener Strecke von dem Insassen des Wagens hinterrücks überfallen und g«.knebelt. Nachdem der Fahrgast sodann den Chauffeur von dem Wagen,«ine Kraft- droschk« mit der Nummer I P 727 im Werte von 80 000 Mark her- untergeworfen hatte, ließ er ihn hilflos fliegen und jagÜ mit dem geraübten Automobil davon. Nach den bisherigen Ermittelungen hat er die Richtung nach B e r li n. eingeschlagen. Er wird wahrscheinlich versuchen, ihn hier zu verkaufen. Es handelt sich u meinen dunkelrot gestrichenen Wagen mit zwei Reserbereisen. Er hat 18/24 PS. Das Fahrgestell trägt. die Nr. 8108, der Motor die Nummer 8363. Vor Ankauf des Wagsens wind-sjewarnt. Mitteilungen sind an Kriminalkommissar Lehnert im Zimmer 30 des Berliner Polizeipräf diums zu richten. Tier Räuber ist nach der Beschreibung des Überfallenen Kraftwetzzenführers etwa 1,70 Meter groß, schmächtig und bartlos und' kttug einen hellen Anzug -und einen weichen Hut. Den Vater um 50 000 Mark vestohle».. Der 15 jährige Schl-os- serltzhrling Bruno Dzialoiczinski stahl feinem Vctter, einem Hotelbesitzer aus der Kcmrtstratze 159 zu Sharlottenburg.«ine braune Ledertasche mit Kvoi Blechkassqtten, in« über 50 000 Maef enthielten. Der Bursche nahm außerdem noch drei Bank- büchec und acht Sparkassenbücher über zuscwiwen 3000 Mark, eine flgche goldene Herrernihr mit Doppelkapsel, feine silberne Herren- ahr mit goldener Uhrkette, eine goldone Tm-msnuhr, einen goldenen und zwei silberne Dcunenringe, ein Prrar goldene Ohrringe mit S im. liste ine und eine goldene Vorsteäpiadel mit unechten Brillanten mit. Der ungeratene Sohn war mit' einem glsichaltöigen Burschen namens LaSko bsi einem Meister ist der Magazin stratze in der Lehre. Mit diesem ist er zusammen durchgebrannt. ES wird angenommen, daß die jugendlichen Durchl trennet ins Gebirge oder an die See gefahren sind, um dort die„K-ckvaliere" zu spielen. Auf die Srmiitel-ung der gestohlene« Sachen ist eine Belohnung von 3000 Mark ausgesetzt. Mitteif wngen find an die Charlottenburger Kriminalpolizei zu richten. Verschobene EisenbahnwaggouS. Ein Bguliner Metallwerk hatte im Dezember v. lZ.. Januar und Mai d. I. zwei Waggons Kupfer bzw. Aluminium auf dem Güterlfahnhof Ruhleben an Firmen nach Süddeutschland aufgegeben, diu aber an ihre« Bestimmungsort nicht angelangt sittd. Die Knimi.nalpolizoi Berlin- Steglitz hat festgestellt, daß ein Waggon Kupfer und ei» Waggon Aluminium in Steglitz und ein Waggon Kupsezi! auf dem Görlitzer Bahnhof ziy: Entladung gekommen sind. Asitzf dem Bahn. Hof Ruhleben sind die Waggons wahrscheinlich von ungetreuen B a h n b s a m t e n. die sich von Schiebern haben bestechen lassen, „umgezettelt" worden. Der Verblcib je eines Bfaggons Knpfer und Almnirwum ist von der Kriminalpolizei Berlin»Steglitz bereits festgestellt, dagegen war der Verbleib eines- Waggz' ns Kupfer, der a-m 10. Dezember 1919 aus dem Gärlitzer Bahnhof e ntladen wordin ist, nicht zu ermitteln. Der Waggon war cm eine Firma Groß- Pitsch, Berlin HO. 26. Oranienstr. 83, adressiert, bis- nicht existiert. — Unter Zufichernng einer Belohnung werden diefgnigen Spedi- teure bzw. Fuhrloute, die di-eseu Waggon obgefahpcm haben, um 'Nachricht an Pplizeiinspektor Priebe, Steglitz, Rah l saus, gebeten. Ein aufsehenerregender Aktendiebstahl ist bei bei Berliner Stadli ynode verübt worden. Unsere Leser erinnern sich der Affäre des Direktors Oebmke vom Bureau der Sladtshnode, dem man un s i ttl i ch e Verfehlungen gegenüiier weiblichen Angehörigen eines Angestellten nachsagte und de,c dann mit reichlicher Pension in den Ruhestand abgescholien wurde. Im Zusammenhang mit jenem Fall Oehmke stand das Borgeheu des Geschästsijjhrenden Ausschusses der Stadlsynode gegen Beamte und Angestellte, die sich an der Au�ileckung und öffentlichen Eeörlerung beteiligt halten. Aus einer Bekaamtmachung des GeschäiiSführenden Ausschusses erfährt man jetzt, dnß die Akten über das Versahren gegen den Beamten Gerth sowtie über die Penstonierunq des Direktors Oebmke au« einem Sckre.rk vermutlich Busch— Tnrrasani. KommissionSrat Bu>ch hat den bekannten Zirkics mann Hans Stosch-Sarrasani sür ein G a st l v i e I im Berliner Zirkus Busch mit seinem gesamten Tiermaterial und Arlistcnpersonal verpflichtet. Hans Sloscb-Sarraiani bat sich entschlossen, diesem Rufe Folge zu leisten und seine Auslandspläne auf das kommende Frühjahr, zu verichicbcn. Um sein Dresdener Monumenlalgebäude nicht ohne zirzensische Schauspiele zu lassen, hat er seinerseits Frau Paula.Vusch, die Tochter des ZsrkuS>A lmeistcrS, gebeten, die eriolgreichsten ihrer in Berlin ausgesüdrten Pantomimen in Dresden zu inszenieren und persönlich darstellcrsich mitzuwirken. Der Zirkus Buich wiid also bei Sarrasani zu Kaste in Dresden sein und eine»Saison der zirzensischen Festspiele' absolvieren. Grost-Berliner Lebensmittel. Brotkarte„Nacht". Eiiarlottenburg. Kaitoffeln 7 Pfd. Mit Rücksicht aus die größeren Eingänge ist den Kleinhändlcin bis aus weiteres geilatlet, neben der Wochermenge van 7 Pfd.. soweit der Vorrat leicht, Kartoffeln in belieiiiqer Menge abzugeben. Hascrflockcn 250 Gramm, Einmachczucker'/, Psd, Reis 500 Gramm. Kartoffeistärlemchl 125 Gramm, Gcrstcnsabrikate>25 G ainm, Reis 600 Gramm, Haierflocken 500 Gramm, Süßstoff 5 Brieschen aus Haushaltungen bis 3 Personen, 3 Bne-chen ans Hausdaliimgen über 3 Personen. Kriegsbeschädigte erhalten.für Monat August ze 1 Psd. Teigwaren, Graupen und 2 Psd inländ. Hasernährmittel. Im Mona, August erhalten: die schwangeren Frauen vom 4 Monat ab 2 Pfd. Teigwaren. 1 Psd. Zwieback und 2 Ps. ausl. Weizengrieß, vom 4. bis einschl. 6 Monat 3 Büchsen kon- dcnsierte Mllch mit Zucker. Die- stillenden Mütter erhallen 1 Pfd. Gebäck und 1 Ps. ausl. Weizengrieß. SchSncberg. Bis 24. Angtsst Voranmeldung sür 125 Gr. Kraupen auf 42 der allgemeinen Lebcnsmitteliarte. Ausgegeben werden in der nächsten Woche neben den üblichen Rationen 1 Psd. Gcrstenmehl, ferner 250 Gramm zuckergcsütztc Marmeiade. 250 Gramm Haseisiocken sowie ein Paket s/nste Rote Grütze und 1 Beutel Peuners Banilleit-Saucenptilvcr. lem. 250 Gramn, Hascrslocken.' Für Jugendliche 250 Gramm Buch/eizcngllltze, soweit der Vorrat reicht, 2 Päckchen Süßstoff.- i ?an!wtv. 350 Gramm Haseislockrn. 350 Gramm Milchsüßspeise, 250 Grq�rm geschälte Bohnen, 500 Gramm Gerstenmehl. Neiilölln. Fortsetzung der Verteilung von Haserslocken auf Abschn. 31 unl 32 der Groß-Berllner Lebensmilleikarie sowie aus Abschn. 58 der Neu- kö/ner Warenbczugskarte Ferner Ausgabe von Bonbons an Kinder im � er von 6 bis 14 Jahren in den Könsitürengeschäjten, in denen die An- eldung ersolgt ist.- Brist. 500 Gramm Haferflockest, 250 Gramm Kunsthonig. Für ciegsbeschädigte 50 Gramm Tee. 1 Dose kond. Magermilch. Für Kinder und werdende Mütter 2 Dosen kond. Magermilch, 25o Gramm Haferflocken aus Miichkarle B u. C I u. II, 1 Dos« tond. Magermilch, 2oO Gramm Haierflocken. Gegen Vorlegung des BerUii-Britzer Ausweises 1 Dose Malz- Extrakt, 1 Psd. grüne Erbsen, 1 Psd. Linsen, 1 Psd. Reis, 1 Pfd. Lohnen. 1 Pfd. Shrup. Lichtenberg. 7 Psund Kartoffeln. Voranmeldung bis 25. August 125 Gramin Haserflockcn., Reinickendorf.'/, Pfd. Haferflocken, 7 Psd. Kartoffeln. Alt-Glienicke. 250 Gramm Küchenmebl. 250 Gramm Rindertalg, 500 Gramm Maisflocken, 500 Gramm Marmelade, 100 Gramm Syrup, 250 Gramm Hascrslocken, 250 Gramm Sago. Kriegsbeschädigte erhallen 500 Gramm Zerealmehl, 500 Gramm Graupen. Werdende Mütter er. halten 250 Gramm Sago. 350 Gramm Krgnkenmehl, 250 Gramm Buch- weizengrütze. Aus Kartoffelkarten 10 Psd. Kartoffeln. Sroß-Serliner parteinachrichtea. Heute, 22. August: 80. Abt. Familienausslug nach Friedrichshagen.Rabnsdors. Treffpunkt vormittags 9 Uhr ui Friedrichshagcn, am Bahndos, Haltestelle der Straßenbahn, sür Nachzügler nachmittags 1 Uhr in Rahnsdorf, Rest. ParadieSgaricn. Vormittags Besichtigung des Wasserwerks, nachmittags Kindcrbeiusiigungen im Walde, Kaffeekoche». Gäste, Kinder und Erwachsene, herzlich willkommen.- Teilnehmerkarten bei den BeziriSsührern. Eharlottenburg. In der 1. Gemeindeschule, Pestalozziitraß«. in der Zeit von 9—4 Uhr � W ah I der Elternbeiräte. Die Liste der S.P.D. lautet: H e y r a t h. Morgen, 23. Augusts 2. Abt. Funktionärsiduilg: 7ll, Uhr bei Schirm, Charkottenstr. 7/8. — Im Jugendheim. Lindenstr. 3: Frauenabend. Rcserenlln:- Genossin Todenhagen. Thema: Zweck und Ziele der Wohlsahrtspfleg« Um zahl- reiches Erscheinen wird gebeten. 0. Abt. 71/, Ubr bei Hölle, Bergmannftr. 69: Leseabend. 8. Abt. Bezirkssübrersitzung: si,8 Uhr bei Koltermann. Gräfestr. 4L. 10. Abt. 7 Uhr bei Wolff, Forster Str. 44: Sitzung sämtlicher Be- zirkssührer, Betriebsräte und Vertrauensleute. 25. Abt. 7 Uhr bei Eichler. Gollnowstr. 13: Sitzung der Partei- sunllionäie und Betriebsvertrauensleute »1. Abt. Funktionärkonscrenz: 71/, Ubr bei Goldschmidt, Stolpische trage 36.— Abends 7li, Uhr m der Schulaula, Schönflicßer Str. 7: Franen-AgitationSversammlung. Ref.: Gen. Meise Jede Genossin muß eine Belanntc zu dieser Versammlung einsühren. 35. Abt. 7 Uhr bei Krüger. Hussttenslr. 34: Sitzung der Partei- sunitionäre und BetriebSvertraucnsleute. 36. Abt. 7I/i Uhr bei Bärwalde..Schlegelfte. 8: Funktionärsitzung. 4L. Abt. 6 Uhr bei Behiend, Tegeler Str. 22: Sitzung der Be- mittels Nachschlüssels gestoblen worden sind. Der Suss/hüß setzt für I lriebsvertrauenSleutc und Funttionäre 48. Abt. 7 Ubr bei Grunewald. Kameruner Str. 19:. Sitzung der Parteijunktwnärc und Betriebsoertrauensleute. S.-P.-D.-Aktiv nsans'chust der A..E.-G. 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MW 1 aus dem Leben a.beraten. 1618h I Im tiefsten Schmerze Lenl ROchel geh Roll«, Neukölln, Weserttr. 207, den IV. Aug it IWD. Die Beerdigung findet Dienstag, 2t. Auer,, Z>/, Uhr, auf d. Emmaus-Fnedhof, Neukölln, Hermannstr.,«tat, Kriegsanleihe wird zum Kurse von 84% In Zahlung genommen. E. V. 1891. den Tod- Segel-Klub„Fraternitas"4! Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unseres lieben Sportgenossen Hugo Rüchel anzuzeigen.— Wir verlieren in Ihm eines unserer| eifrigsten und rührigsten Mitglieder, ts war ihm leldei nicht vergönnt, die inweihung unseres Klubhelms zu [ erleben, uir welches er so überaus tätig war. Sein Andenken werden wir stets In Ehren halten! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 2« August, um ZV, Uhr, aui dem Emmaus-Pnedhoi, Hermann- straüe, statt. Inigi'| Um reae Petcllleung ersucht Der Vorstand. waaamsammsm-------- Nach lonaem qualvollen Selben verschieb am AkOluq, voemittaqe 9';, Uhr, mein herzensguter, tteubefotgtec Gatte, unser lieber Pater, Bruder, Schwager und Onfet 1617b Hertmann Grändorf im il. Lebensjahre. Die, zeigen äiit der Bitte um sttlie Teilnahme im Namen aller Hinter- Mtebenen tiefbetrübt an Ella GrSndarl geb. Wlnge, Herbert Qrändort. Di« Sindscherting findet am Mittwoch, 25. August, nachmittag» i Uhr, im Krematorium, steahe, statt. (Sjecicht- Spezialarzt Dr. med. Kochen dir Haut-, Harn-, Prauenk, Schwäche. Beh. schnell, sicher, schmerzl. ohne Berufsst., Blut- u. Harn untersuch(Fäden i.Harn) FrieiiPiclisir.fiUifop'ik. MnlBStr.SB-ÜUÄ Spr. 10-1, 4->/,7, Sonnt- 10-1. Teilzahl. Separ.Damenzim »D» Homöopath Bi|3 Inst.(190S). Sichere Eriolge, Ohne Einspritz., ohne Berufsst. Sptechst. 10-1 u. 4-7. Sonnt. 10-1 Vplpr Hohenscbönh. In Berlin nllcä Oberscestr. tl.T.LIchtb. Auskunft u. 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Seine Zlufgabe sei. zu entwaffnen, wer Waffen hat, ob das die Organisation Escherich eder ein Kegelklub sei. Er sei mit Reichs Polizei minister und nicht Reichs Vereins- minister. Er habe also die Auflösung der Organisation Efchcrich nicht in seiner Kompetenz. Er ist innerlich überzeugt, dast die Enrwafrnung erfolgen müsse, selbst wenn die Entente dazu nicht zwingen würde. Als erster Redner aus dem Beirat sprach der Genosse Stelling. Er hält eS für selbstverständlich, das; nicht mit gc. panzerter Faust vorgegangen werde. Es muß alles darangesetzt werden, die Waffenablicfcrung auf friedlichem Wege zu erreichen. Dazu ist aber erforderlich, daß gegen die Organisation Escherich und gegen ähnliche Organisationen mit aller Schärfe vorgegangen wird. Steht doch nach der eigenen Angabe der Organisation Escherich fest, daß sie mindestens zum Teil bewaffnet ist. Hier muß mit aller Entschiedenheit vorgegangen werden, nach- dem eine wüste Hetze gegen die prcufiischcn Obrrpräsidcnten> eingesetzt hat, die gegen die Orgesch vorgegangen sind. Ab. Dr. R o s e n f e l d fU. S. P.) unterstützt durchaus diese Auffassung. Er erkennt die Leitungen des preußischen Ministers des Innern an. Er möchte gern die Stollung des Reiebspolizei- Ministers zur Orgesch kennen. Er vormißt in den Ausführunas- bestimmungen die Zuziehung verschiedener Bevölkerung s t c i l e bei der Entwaffnung.> Reichskommissar PeterS: Die Organisation Eschcrisch fällt unter die Bestimmungen der Au-führungSöesttmmungen, soweit sie Waffen hat. Es ist aber nicht möglich, eine auf alle Fälle passende Bestimmung in die AussiihrungSanordnung einzu- fügen, denn man könne die von dem Oberpräsidenien von O st- Preußen geschaffene Grenzschutzorganisation nicht ebenso Ireffcn, wie Organisationen im Lande. Auch die AblieferungS- Pflicht kann nicht einheitlich geregelt werden Man kann nicht vor jedem Gemeindehaus Massen von schwerer Munition abliefern und dort aufbewahren lassen. Es kann Fälle geben, wo diese Munition von sachverständigen Personen abgenommen werden muß Die Waffen müssen abgeliefert werben, ob die Organisation von Herrn Esch er ich oder von einem harm- losen Kegelklub kommt. In Preußen dürften die Regie- rungspräsidenten zu Bezirkskommissaren ernannt werden. in den kleinen Bundesstaaten wird man Landeskommissare einsetzen. Tie abgelieferten Waffen müssen zum Gebrauch un- tauglich gemacht werden. Ein sächsischer RegierungSverireter erklärt, daß seine Landesregierung die allergrößte Aufmerksamkeit den.Organisa- tionen nach dem Muster der von Escherich geschaffenen widmet. Die letztere werde in Sachsen aufgelöst. Abg. R ö s i ik e idnat.) erklärt, daß eS ein Bruch der Koalitionsfreiheit sei, wenn gegen die Orgesch vorgegangen werde. Das sei eine g e- werkschaftlicke Organisation(!!): Das Vorgehen gegen sie sei unglaublich. Mit Entwaffnung habe das nichts zu tun. Abg BrünighauS(D. Vp.) ist völlig eines Sinnes mit Röficke. Sehr söbarf wendet er sich gegen da» Vorgehen des preußischen und sächsischen Ministers deS Innern gegen die Orgesch. Er protestiert gegen das Vorgehen der preußischen Behörden, die im Widerspruch mit Verfassung und R e i ch S g e s e tz e n stehen sollen. Dr. Fischer sDem.) ist in vielen Dingen gleicher Meinung wie die beiden Rechtsparteien. Abg. R o s e n s e l d erklärt, daß im R e i ch S st r a f g e s e tz- buch genügende Grundlagen für die Versolgnng der Orgesch als bewaffnete Haufen im Sinne des§ 127 vorliege. Die Vertreter Braun schweigs und Badens erklären, daß in ihren Ländern eine Wirksamkeit der Organisation nicht f c st g e st e l l t sei. Sollten aber ähnliche Organisatwnen auf- treten, so werde mit aller Schärfe gegen sie vorgegangen werden. Abg. G i r b i g(Soz.i stellt fest, daß Escherich die Bewaffnung seiner Organisation selbst zugestanden habe. Für den Charakter einer gewerkschaftlichen Organisation liege bei der Orgesch nicht der min beste Anhaltspunkt. Wenn aber die Orgesch als angebliche Gewerkschaft bewaffnet sein darf, dann sind alle Gcwerkschaften zu bewaffnen. Tann ist für uns die Bewaffnung aller Arbeiter eine selbst- verständliche Forderung. Abg. Henning lDnat. Vp.) weist auf den Z 12-1 der Reichs- verfassung hin, die das volle Vereinsrecht auch der Orgesch sichert. Diesem Standpunkt widerspricht Abg. Rosenfeld, der auf die Strafbestimmungen hinwies, die für alle bewaffneten Organisationen gelten, die sich obne Genehmigung der Regierung bewaffet haben. Abg. Adolf Braun>Soz.) erklärt, daß der preußischen und sächsischen Regierung aller Tank gebühre, denn sie habe sich an das Entwaffnungsgesetz gehalten, als von einer Tätig- keit des ReichSkoinmissars auch nicht die Spur zu be- merken war. � Reichskommissar Peters weist auf die Schwierigkeiten, die die Durchführung eines solchen Gesetzes mit sich bringt, hin. Hier- auf wird in die Spezialdebatte eingetreten. Eine Reihe von An- trägen der beiden sozialdemokratischen Parteien werden abgelehnt. Dagegen wird gegen die beiden sozial- demokratischen Parteien� und gegen den Einspruch des Reichs- kommissars von allen bürgerlichen Parteien ein Antrag Dr. Rae- sicke angenommen, der verlangt, daß die allcinliegcnden Güter und Dörfer nicht sofort zu entwaffnen, sind, dam't sie nicht her in Waffen starrenden Umgebuna schutzlos preisaegeben sein. Ferner wurde noch festgesetzt, daß Mitglieder von Organisationen, deren Vorstand oder Leitung bereits zur An- Meldung der Waffen verpflichtet sind, nicht ihrerseits noch einmal eine besondere Anmeldung zu erstatten haben sollen. Auf Vorschlag Stellings und Rosenfelds wird im§ 6 eine Bestimmung, die die Einwohnerwehren bevorzugt, gestrichen. Der Ausschuß erteille in später Abendstunde den AuS'ührungS- bestimniungen seine Z n st i m m u n g. • Das EntwaffminySsesch ist setzt nicht nur in Kraft, son- denn— zur Beruhigung tzer„Deutschen Tageszeitung" sei es festgestellt— auch in W i r k s a m k e i t. Der Rei�sksm- missar hat die Möglichkeit, die Entwaffnung sofort mit Klug» heit und Geschick vorzunehmen. In bezug auf die I ä n d I i ch e Entwaffnung hat ihm zwar der Ausschuß durch den oben hervorgehobenen Beschluß freilich stark die Hände gc- luuden, einen Entschluß, für dessen Annahme die-Verant- owrtung in erster Linie die Demokraten trifft, deren demokratischer Instinkt anscheinend völlig. ver,.k�cht" ist. Trotzdem hat der Entwaffnungskommissar noch Gelegenheit, seine Unparteilichkeit zu beweisen. Wir werden ibn nach seinen Taten beurteilen. Reaktionäre Gedächtnisschwäche. Abwechslungshalber behauptet die„Deutsche Tageszeitung" am Sonnabend einmal wieder, haß die Orgesch dine unbewaffnete Organisation sei. Dabei hat sie am Freitag selber geschrieben, baß Herr Escherich sich bereit erklärt habe, d.e Waffen im Besitz der Organisation beim Entwaffnungskommissar anzumelden; ferner hatte sie sich darauf berufen, daß ein Teil der Organisation un- bewaffnet sei, woraus logisch hervorgeht, daß ein anderer Teil WaffeU hat. Aber verlange einer vom Ochsen mehr als Rind- fleisch I Bajuvnrisch-reaktionärer Größenwahn. Eine hiesige Depeschenagentur berbreitbt aus ungenann- t e r Ouclle, in der man aber unschwer Herrn Escherich selber erkennt, die Nachricht, daß man in Bädern arg verschnupft sei, weil die preußische Negierung in Sachen Orgesch den gegen- teiligen Standpunkt einzunehmen wage wie die bayerische.(DaS tut übrigens auch die sächsische, w ü r t t e in b e r g i s ch e, braunschweigische usw. Regierung). Dieser Zustand wird als unleidlich bezeichnet und ReichSexekution gegen Preußen ge- forder t.— Wir wissen wohl, daß Herrn Escherich das Ideal vor- schwebt, von München aus Deutschland zu regieren, aber einstweilen besteht denn doch noch keine bayerische Diktatur, der sich das gesamte Reich unterzuoridnen hat. Trohkp in Minsk. K»pe«hazen, 21. August.(Dena). Em Moskauer Funk- spruch gibt eine Rede Trotzkys wieder, die dieser in Minsk soeben vor den Sowjets' gehalten hat und in der er trotz der gegenwärtigen Mißerfolge unverkennbare Zuversicht zur Schau trägt; „Unsere Truppen mußten vor Warschau mit ihrem Bormarsch ein- halten. Dadurch wird aber der Gang der Ereignisse in keiner Weise geändert. Die polnische Front besteht gegenwärtig aus zwei Teilen,. nämlich aus einem militärischen und einem diplomatische», und besitzt zwei Mittelpunkte, in Warschau und in Minsk. Die Verhandlungen in Minsk sind von außerordentlicher Wichtigkeit, da sie sich unter dem Einfluß einer großen Arbeiterbewegung abspielen." Großbritannien mache gegenwärtig eine Krise durch, wie eS keine gleiche in der Weltgeschichte gäbe, da sich dw Arbeiterschaft in den Gang der Verhandlungen einzumischen wußte. Was die Wrangel-Frage anlangt, so habe Rußland einst- weilen den Bormarsch zulassen müssen. Aber bald werde er einen Stoß erhalten, der seine Weiterbcwcgiiiig unmöglich mache. Ueber daS Schicksal und die Zukunft der russischen Sowjet- republik entscheide man nicht in der Krim, sondern an der p o l n i- schen Front. Selbstverständlich wird Moekau alles tun, um da? Schlachten- glück zu wenden. Essoll M u n i ti o n S m a n g? l jein, der die Russen auch schon zur Aufgabe des armen Soldauer Landes ge- nötigt bat: Soldau ist Sonnabend früh von Polen besetzt worden; ihre Patrouillen haben bereits Jllowo erreicht. Der Rückzug der nördlichen Teile des russischen Nordflügels über M l a w a ist in Ordnung erfolgt, jedoch scheinen noch stärkere Kavallerieabteilungen nördlich von Eiechanow im Rückmarsch zu sei». IZördlich von Cjechanow und westlich von Pultusk nur geringe Fortschritte de« polnischen Offensivstoßes. Das polnische Zentrum erreichte auf der ganzen Linie den Bug. Ruflijche Hegenerfolge! Moskau, 2l. August. lHollandsch NieuwSbureau.) General» stabSbericht vom 20.: Südöstlich von Cjechanow haben wir den Feind zurückgeworfen und stehen IS Kilometer vor Eiechanow. Unsere Truppen haben Luka und Radzymin geräumt. In der Gegend von Cholm und Partschew konnten wir weitere Fort- schritte erzielen. In der Gegend vo» Bulschaisch sOstgalizien) nimmt der Kamps für uns einen g n n st i g e n Verlauf. Eine Drohung an Tolver. Der.Matin" droht dem englisch-völkcrbundlichen Oberkommissar für Danzig. der Kommandeur der franzöfischen Kriegsschiffe werde ihn schon über sein« Bersailler Dikratpflicht belehren, polnische KriegstranSporle durchzulassen I Westpreußens Hilferuf. In einem Artikel„Was sagt A m e r i k a?" schildert die sozialdemokratische„Tanziger Volksstimme" jenes weit- geschichtliche Unrecht, das in Versailles an den jetzt losgerisse- nen Ostdeutschen verbrochen wurde. Wir entnehmen dem sehr eingehenden Artikel, den wir hierdurch der Beachtung durch die nordamerikanische Regierung und Arbeiter- presse empfehlen, folgende Sätze: Wir Westpreußen wurden im borigen Jahre eben durch die Teilnahme Amerikas bei den Friedensverhandlungen um unser vorher anerkanntes Recht der Selbstbestimmung ge- bracht. Wir hatten erwartet, daß das amerikanische Volk dos Wort seines Präsidenten erfüllen würde, daß allen Völkern der Welt die Freiheit gegeben würde, über sich selbst zu bestimmen. Uns allein wurde dieses Recht verweigert. DaS Volk Ame- rikaS, so groß geworden durch den Gedanken der Freiheit, den eS «inst im Augenblick der Bedrückung als kostbares Gut festhielt. und jung geblieben durch den Mut, der frei von Formeln an jede? Menschentum herangeht, wird diesen Schrei hören und aufnehmen «ls Ruf au? tiefster Not, der in der Fremd« zu helfender Tat der Freund schon erstand. Niemals ist eS zu spät einzusehen, daß ein Irrtum begangen wurde, ein sSmerzlicher Fehler in eine sonst löbliche Rechnung sich einschlich. Und niemals zu früh kommt der Augenblick, da geschehene? Unrecht gut gemacht wird nicht durch Pomphafte Gebärde bedauernden Wortes, sondern durch die alles wieder ins recht« Maß rückende Tat. So glauben wir fest: da? Volk Amerikas wird verstehen, wie wir hoffend und mutig über das Wasser, das uns trennt, sehen und auf den Ruf warten, der von drüben in unser altes Europa zu den Staaten des Völker- «bundeS klingen wird: Hier litt daS Recht Not, hier gebt dem Volke sein Recht! Wilson ist noch Erklärung seines Arztes wieder gesund: dos Volk Amerikas, das die Weltkriegskrankbeit nie gleich schwer zu tragen halte wie wir, mag diesen Notschrei nicht itngshört verhallen lassen!_ Die �orthp-Gefahr. Wien, 21. August.(W.T.B.) Rahe von WienerNenstadt wurde Freitag abendS bei der Leithabrücke ein von einem ungarischenFlieger- offizier gelenktes mit schweren Kisten deladenes Lastautomobil von der Gendarmerie angehalten und der Polizei übergeben. In den Kisten soll sich Flieger- nnd Artilleriematerial befinden. Die Erregung der Bevölkerung ist durch diesen Fall im Zusammen- hang mit dem Borfall in Prellenkirchen noch gesteigert. Eine große Versammlung in Wiener Neustadt forderte die Bewaffnung der Arbeiterschaft. Die Garnison hat verschärften Dienst. Prag, 21. August. Da? Tschechoslowakische Presscbureau meldet au? Bukarest: In den Beratungen dez Ministers de» Aeußern Dr. B r u e s ch mit dem rumänischen Minister des Acnßern Take JoneScu und dem Ministerpräsidenten General AvrreScu wurde ein Einvernehmen in allen die Tfchecho. flowakei und Rumänien betreffenden Fragen sowie auch bezüglich der Neutralität im russisch-polnischrn Konflikt und bezüglich der Beziehungen zu Ungarn erzielt. Dadurch sind die Berein, barungcn, welche mit Südslowien getroffen wurden, v e r. voll ständigt worden. Es wurde das absolute Einver. nehmen zwischen den beide» Staaten rn den gleichen Fragen wie mit Südslawien festgestellt. Noch ein deutsche» Land losgerissen. Am Zt. Juli wurde von der tschccho- flowakischen Republik die Umgebung der nieder. österreichischen Stadt Gmünd, ein Gebiet mit' 10 000 Einwohnern, besetzt. Dadurch sind auch die dortigen Organisationen von der deuischöiterreichischen Partei und den Wiener Gewerkschafts- verbänden losgerissen worden und mußten nunmehi! Anschluß an die proletarischen Organisationen in der tschecko- slowakischen Re- publik suchen- Der erste Beschluß ihrer Konferenz war ein Protest gegen den Völkerschackter der Entente.— Dicht an der deutschen Grenze bei Odcrberg lag bisher die Gemeinde Oderfurt. Sie heißt fortan— P r i d o z und dieser Name ist gleichzeitig für.un- übersetzbar" erklärt. Wirtsehljlft LebcnSmittelhandel im Postscheckamt. Wir erhallen vom BeamtenauSscbutz des PosticbcckamtS zu den Milteilungen im.Vorwärts" Nr. 300 folgende Einsendung: Es entspricht nicht den Taisachen, daß der Lebensmittel- auSsctmß Millionenumjätze in Zigarren. Holz uiw. macht. Die dem Ausschuß zur Verfügung gestellleu Mittel sind nicht mehr und nicht weniger gefährdet als bei allen gleich- artigen Unternehmungen. Weiter entspricht eS nicht der Wahrheit, daß der Betriebsrat im LebenSmittelauSichuß nicht vertreten ist; vielmehr sind drei Milglieder des BeamtenausichusseS und ein Mitglied de» Betriebsrates zur Kontrolle im L. M. A. Das Mitglied deS BeiriebsraieS ist sogar dasjenige, welches an« icheinend die schlechte Buchführung machen soll. Ferner sprechen wir dem Betriebsrat, der ja von ungefähr 3000 Kopien nur die Hältte zu vertreten hat(die andere Hälne ist beamieieS Personal nnd wird vom Beamtenausschuß vertreten) das Recht ab. die Leitung de» LebenSmirielallSichusieS zu übernehmen. Dies kann nur gemeinsam mit den Beamten erfolgen. BeamlenauSschuß deS Postscheckamts. KaininSki. Schulze. Dazu ist zu bemerken� Wie offenkundig feststeht, hat der Betriebsrat gegen die Geschäftsführung des Lebensmittelausschusses Einspruch erhoben und bei den zuständigen Ministerien eine genaue Piüfung seinpr Geschäftsgebarung beantragt. Es bedeutet also einen Eingriff in ein ichwebendeS Verfahren, wenn der BeamtenanSschiiß zugunsten deS Beschuldigten Stellung nimmt, wozu ibm übrigens auch die fachliche Kenntnis abgeht.— Das Recht, den LebenSmittelausschuß allein zu leiten, hat der Betriebs- rat nie für sich in Anspruch genommen. Die Erklärung ist umso befremdlicher, als sie tatsächliche Un- Wahrheiten enthält, wie ans dem uns vorliegenden Material ein« deutig hervorgeht. Der Umsatz des LebensmiitelauSschusieS beziffert sich nach den uns vorliegenden Angaben tatsächlich aus Millionen. Eine korrekle Buchführung durch den Betriebsrat ist erst nach dessen Eingreifen, nicht aber vorher eingefübrt worden� Sie bestand z. B. damals, öl« der Leiter des LebenSmittelauS- schuffeS sich an einem unerlaubten Zuckergeschäft beteiligte, Ivofür er später mit 300 Marl Geldstrafe bestrast wurde, noch nicht. DaS sind Teile eines Tatbestandes, den eine Beamtenvertretung mit dem Mantel christlicher Nächstenliebe unter Verdrehung der Talsachen zu decken versucht. Wir überlassen die Beurteilung diese? Verhaltens den Beamten,-die diese Vertretung gewählt haben. Aber wir erheben schärfsten Protest gegen die Bevormun- dung des Betriebsrates durch unkontrollierbare Elemente« die daraus spricht, daß eine Rücksrage der Redaktion an den Be« triebSrat wie schon andere Schrifistücke vorher von unbckanmer Seite.versehentlich geöffnet" worden sind. Wer RiiSlandSfordmingen hat, muß sie sofort beim RcichS- auSgleichSnmt anmelde», wenn er schwerer Beilrasung entgehen wcll. Weitere Zunahme deS Banknotenumlaufs Nach dem vor- liegenden Ausweis vom 14. August zeigte die Entwicklung deS Z a h I u n g S m i t: e l u m l a u f S ein ähnliches MId wie in der Vorwoche. Der Banknotenumlauf stieg um 401,4 Millio» nen Mark auf SO 401,9 Millionen Mark, während der Ilmlauf an DarlchnSkass enscheinen um 97,3 Millionen Mark aus 13 192,7 Millionen Mark sich verminderte; an pa- piernen Zahlungsmitteln(Banknoten und DarlchnSkassenschcinen zusammen) mußten also diesmal 304,1 Million Mark neu in den Verkehr gegeben werden werden(gegen 254,0 Mil- lionen Mark in der Vorwoche). In der entsprechenden zweiten Augustwoche der Jahre 1917 und 1918 beliefen sich diese Beträge aus 70,7 Millionen Mark und 231,9 Millionen Mark, wahrend daS Jahr 1919 in demselben Zeitraum aus den im vorigen Ausweis bereits erwähnten besonderen Gründen einen Rückfluß von 442,8 Millionen Mark zu verzeichnen hatte. Die Bestände der Bank an Gold, Scheidemünzen und Reichskassenscheinen weisen keine nennenswerten Veränderungen auf. Ausfuhrverbot für unbelichtcte Filme. Der ReichSwirtschaftS- minister hat mit Wirkung vom 29. August die freie Ausfuhr von unibelichteten Filmen aufgehoben. Ausfuhrsendungen, für die bisher eine Ausfuhrbewilligung nicht erforderlich war, dürsen ohne Ausfuhrbewilligung über die Grenze gelassen werden, wenn sie spätestens am 20. August zum Versand aufgeaeben sind. Die Rcichsstellc für Obst nnd Gemüse ist so gut wie ausgehoben, ihre weitere Tätigkeit beschränkt �sich aus die Abwicklung der lau» senden Geschäfte, insbesondere die Erledigung der beim Ober- schiedSgerichl anhängigen Sireitigkeiten. Die Aufgaben der Ge- schäftSabteilung beschränken sich auf die Durchführung der Liqui- dation. Zusammenschluß der Weserwerften. Gleich den Werften der Oder, der Elbe und des Rhein? haben sich jetzt auch die der oberen und unteren Weser zu einer Gruppe des Verein? der F l u ß- schifsahrlS werften Deutschlands zusammengeschlossen. I.# Der deutsch-atgmtinische Funkverkehr dürfte bald aufgenommen werden. Siemens- Schuckcrt hatte von der argentinischen Regie- rung Konzessionen erhalten zur Herstellung und Betrieb radiotele- graphischer Stationen. In Argentinien hat sich eine. Compania Radio-Telegrafia Argentina gebildet, an der die Deutsche und die Dresdner Bank sowie die Gesellschaft für drahtlose Tclegraphie be- teiligt sind. Da die zur Betriebsausnahme erforderlichen technischen Geräte in Deutschland bereits fertiggestellt sind und es nur noch deren Aufstellung in Argentinien bedarf, dürfte die Verbindung in nicht zu forner Zeit ein« Tatsache sein. OewerMostsbewegung Tarifvertrag und ausgeschiedene Arbeitnehmer. Unter bietet Ueßerfdjrift erschien am 6. August im»Berliner Tageblatt" ein Artikel, auf Grund dessen die Arbeitgeber es der- suchen, gewesene Angestellte um einen Teil ihres Gehaltes zu bringen. Die Ueberbäufung der Schlichtungsausschüsse, bielfach auch Verschleppungsmanöver der Aibeitgeber, bringe» es mit sich, dast fast jeder Tarifvertrag zum endgültigen Abschlug lange natb seinem eigentlichen Inkrafttreten gelangt. Bisher hat dies beide Parteien »stchl sonderlich geängstigt, weil die Differenzen sämtlichen Arbeit- nehmern für die Zeit ab Beginn des Tanfes nachgezahlt wurden, selbsibelständlich auch solchen, die ihre Stellung inzwischen geändert halten.— Jetzt wird bie�ach die Nachzahlung an in, zwischen au-Zgeschievene Angestellte unter Bezugnahme auf den er- wähnte» Artikel verweigert, mit der Begründung, daß eS sich um einen rückwirkenden Tarif bandele. In Wirklichkeit handelt es sich gar nicht um einen Tarif mit rückwirkender Kraft, d. h. um einen solchen, der sich auf rückwirkende Abmachungen stützt, sondern um Abkommen, die nach Ablauf des alten TarifeS in Kraft traten. Beispielsweise: Der alte Tarif war abgelaufen Ultimo Mai. Der neue Tarif beginnt am l. Juni, wurde ab- geschlossen am 1. Juli. Er ist nicht rückwirkend, sondern 30 Tage nach Beginn getätigt. Diese technische Ber« zögerung übt keinen Einflust auf den Beginn deS TarifeS als sotchen auS. Rückwirkend wäre derselbe Tarif, wenn beispielsweise die Gehaltssätze rückwirkend ab 1. Mai vereinbart worden wären; dann könnte die llebereiitkunft stattgefunden haben, daß Angestellte, die inzwischen ausschieden, für diesen Monat nicht die nachträgliche Vergütung zu beanspruchen hätten. Beginnt jedoch der Tarif ordnungsmäßig am 1. Juni, so liegt wahrlich kein Grund vor, für die Juniarbeit den Angestellten, die sich später veränderten, weniger Gehalt zu geben als den gleichen Angestellten, welche in ihrer Stellung verblieben. Die Tarifoerhandlungen im Sankgewerbe. Der Reichstarif für die Bankbeamten ist nunmehr nach langen Verhandlungen vor dem Schiedsgericht zustande gekommen. Beide Parteien haben sich bis zum 3l. d. MtS. darüber zu erklären, ob sie den Tarif annehmen oder nicht. Wie wir erfahren, stehen einer endgültigen Verständigung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern jedoch insofern noch einige Schwierigkeiten entgegen, als versehent» lich— durch einen Irrtum der unparteiischen Schiedsrichter— in dem Schiedsspruch einige Bestimmungen enthalten bzw. fort- gelassen wurden, wodurch sich für die Arbeitnehmer gewisse Ber« schlechterungen gegenüber früheren Schiedssprüchen ergeben. DieBank- beamienorganifationen sind natürlich nicht geneigt, diese Ber- schlechterungen, denen sie nicht zugestimmt haben und niemals zu- gestiinml hätten, hinzunehmen. Wahrscheinlich werden die beiden Bankbeamtenorganisationen, der Allgemeine' Verband und der Deutsche Bankbeamtenverein, ihren Mitgliedern empfehlen, dem Reichstarifvertrag unter dem Vorbehalt zuzustimmen, daß die in ihm irrtümlich aufgenommenen Benachteiligungen ausgemerzt werden. Die Entscheidung über Annahme oder Ablehnung werden die Banlbeaniien im Reiche durch Abstimmungen fällen. Die Stellungnahme des ReichSverbandeS der Bankleitungen zu dem zu» standegekommeneu ReichStarifverirag ist noch nicht bekannt geworden. Sollten die Arbeitgeber: dem Schiedsspruch zustimmen, die Arbeit- nehmet aber ihn nur unter dem angedeuteten Vorbehalt annehmen, so würde dem NeichSarbeitsminitierium die Aufgabe zufallen, eine Besprechung der Parteien zur Beseitigung der Differenzen herbei- zuführen. Für den Fall der Ablehnung seitens einer Partei würde ein vertragsloser Zustand entstehen, da daS geltende Provisorium am 3l. August abläuft. Tie Vcrmittlertätigkeit des Neichsarbeitsministeriums. Die Zentralleitung des Deutschen BeklerdungSarbeiierverban- deS schreibt uns: Eine Veränderung in der Auffassung seiner Auf- gaben auf dem Gebiete der Schlichtung von Lehndifferenzen scheint bei dem Reichsarbeilsministerium eingetreten zu sein. Der Deutsche Bekleidungsarbciterverbaud ist in der Lage, dafür mit den ent- sprechenden Belegen dienen zu können. In der UniformlieferungS» schneideret— eine Branche, in der die Uniformen für die Reichs- «isenbahn- und Postbeamten hergestellt werden— wurde im Monat März d. I. ein Reichstarif abgescklosven. Es war dies die erste Lohnregelung der Lohnverhältnisse überhaupt in dieser Branche, und infolgedessen konnte bezüglich der Stundenlöhne nicht die Höhe wie in der Herrenmaßbranche erreicht werden. Es wurde, um zunächst\ einmal eine Grundlage für die Stundenlöhne zu erhalten, verein hart, daß zur Berechnung der Arbeiten die niedrigste Stundenlohn klaffe der Herrenmaßschneiderei minus 10 Proz zu gelten habe. In Berlin beispielsweise beträgt der tarifliche Stundenlohn für die niedrigste Klasse der Herrenmaßschneiderei 5,00 M.. während nach den Vereinbarungen der Stundenlohn der Unrformlieferungsschnei- der nur 4,77 M. beträgt. In einer Reche anderer Städte ist die Differenz noch grösser. Diese starke Differenz in den Stundenlöhne» sollte ausgeglichen werden, weSlalb der Deutsche Bekleidungsarveiterverband die Be stimmungen des Reichsrarifvertrags über d'e Stundenlöhne am 1. Juni kündigte Di« am S3. und 24. Juni in Erfurt stattgefundenen Verhandlungen führten zu keinem endgültigen Ergebnis und es kamen die Arbeilervertreter überein, das ReichSarbeitSmini sterium als vermittelnde Instanz anzurufen. Das geschah in eim gehenden Darlegungen bereits am 26. Juni d. I. Am 12. Juli schrieb der ReickBverband der llniformlieferungSfabrikanten an das Reichsarbeitsministerium, daß neben ihm noch zwei Arbeitgeber- organi'ationen zu den Verhandlungen in Betracht käme». Auf eine Anfrage bei uns teilten wir mit, daß wir Einwendungen dagegen nicht zu erheben hätten. Da nun aber am 14. August noch keine Einladung zu Verhandlungen an unS ergangen war, fragten wir nach dem Stand der Tinge und erhielten am 19. August diese Ant wort: Der Reichs arheitsminiiter. Berlin NW. In Verfolg meiner Schreiben r»m 0. und 21. Juli 1920 teile ich ergebenst mit, dass der Reichsverband der UniformlieferungS fabrikonten die in Anregung gebrachte Verhandlung vor dem ReichZarbeitsministerium über eine Neuregelung der Löhne a b gelehnt hat. In geivöhnlichez Deutsch übersetzt besagt die Antwort, daß in folge der Stellung der Fabrikanten eine Verhandlung zwecklos ist. Damit ist zum Ausdruck gebracht, dass da? ReichSarberismimsterium keine Machtmittel gegenüber den Parteien besitzt, um sie vor sein Votum zu zitieren. Es bedarf u. E. ei- er entsprechenden Aende- rung bzw. Ergänzung des Schlichtungsverfahrens, wonach dem Reichs- arheitsministerium mindestens die Befugnisse der Schlichtungsausschüsse zuerkannt werden. Es handelt sich ,n dem biet geschilderten Falle um eine für die A r b e i t e r s ch a f t d e s g a n z e n Reiches in Betracht kommende Angelegenheit, wofür kein SchlichtungsauS schütz als zentrale Instanz zuständig ist. Durch die neuerdings von dem Reichsgrbeitsministerium ein genommene Stellung in feiner Vermittlertätigkeit ist das Pertrauen der Arbeiter'chaft zu ihm keineswegs gewachsen. ES kann die Ver mutung entstehen, daß das Neichsarbe'isministerium nur dann ein greift, wenn es sich darum bändelt, einen Druck mrf die Parteien zur Beilegung von grösseren Streiks auszuüben. Unseres Erachtens so llaber doch vor Ausbruch von Streiks eine Vermittlung über nonimen und eine eventuelle Einigung herbeigeführt werden. Tie Anbahnung der Vermittluna kann aber nicht von de« Zustimmung der einen oder anderen Partei ablängig gemacht werden, sondern es müssen Bestimmungen getroffen werden, wonach die Parteien zum Erscheinen berpflichtet sind._ Ncaktiongre Zustände in den Telbstverwaltunstskörpern Man schreibt unS vom Zentralverband der Angestellten: Die neu gegründeten AussenhandelSfiellen, die zum Teil schon seit meb reren Monaten bestehen, sahen sich erst dann verptlichtet, Betriebs Vertretungen wählen zu lassen, nachdem die Orgaiii'ation Beschwerde beim ReichSkommissar erhoben bat. Wenn man ihm glaubt, daß die Beiriebsratkwablen»nbeeinilußt von den GeschäslSIeiiungen in diesen sogenannten SelbstverwalluiigSlöipern vorgenommen werden könnten, so irrt man sich. Einzelne Bevollmächtigte des Reich?» kommisiarialS versuchen mir allen Mitlein der Trohung und Einschüchterung, die Wahlen m ibrem Sinne zu beein- flussen. ES ist aber nicht nur bei diesen Drohungen geblieben, sondern. man hat auch schnell zu Maßregelungen ge« griffen. Den Auseinandersetzungen vor dem SchlichtunaSa»?- schütz dagegen geht man gern aus dem Wege, indem man de» be- treffenden Gemaßregelten gleich hohe Abstandssumme» anbietet. Auch die Anbahnung zum Abschluß eineS TansverirageS ist von einzelnen besonders reaklionären Herren in den Autzenbaiidelsstelleil znrn Anlaß genommen worden, mit Entlassung und Schließung der Stelle zu drohen. Wir hoffen, daß bei den bevorstehenden Tarifverhandlungen die Mehrheit der Herren Reichsbevollmächtigten mir uns der Ansicht sein wird, daß gerade in den SelbstverwaliunaSkörpern unserer Industrie die Rechte der Arbeiinehiner nicht mit Füßen getreten werden und daß sie ihren Einfluß dahingehend auibieien werden, derartige Uebergriffe einzelner in die gehörigen Schranken zurückzuweisen. Gewerkschaftsmitglieder. Das Residenz- Thealer hat uns in entgegenkommender Weise letztmalig für Freitag, den 27., und Sonnabend, 23. August, Plätze zum EinheilSpreiS von 6,50 M(sonst 25—45 M.) iür die Vorstellung»Die RaschhoffS"(Lustspiel von H. Sudernianii) rur Verfügung gestellt Die Einlaßkarten können vom Montag, den 23. August ab, werktäglich nachmittags von 41/o— 7 Uhr, in unserem Bureau, Engelufer 15 1, Zimmer 15. entgegengenommen werden. Zersplitterungsversuche. In einem Teil der Presse der Unabhängigen Partei findet sich eine Notiz unter der irreführenden Ueberichnfl»Reichskonferenz deS ZentralverbandeS der Angestellten". In dieser Notiz wird davon Kenntnis gegeben, daß liinf Privatpersonen eine Konferenz einbe- rufen. Die Einberufet der Konferenz bezeichnen sich als»Opposition des Zentralverbandes der Angeftellien". Zu bemerken ist, daß von den sünf llnterze-chnen, drei überhaupt nicht Mitglieder des Zentralverbandes und die andern beiden durchaus nicht befugt sind. ReichSkornerenzen von ZentralverbandSrnilglredern einzuberufen. Die ganze Sache stell! nichts wie eine grobe Irre« fühning dar, die nur den Zweck verwlgt, Zeriplitteruna'".die Kreise der sreigewerkschaftlichen Angestellten zu kragen. Wir sind überzeiiat, daß die ireigewerlschaftlich organisierten Angestellten diesen Plan durchschauen werden und sich von den ZeriplilierungS« absichten einiger Ouernlanien und unklarer Köpfe fernhalten. Plcnarvcrsammlung der Gewerkschaftskommission. Der Ausschuß der Berliner Gewerlschaftskommission ladet die Delegierten zu einer Plenarveriammlnng am Montag, den 23. August, abends b>'z Uhr. im Saal l des Gewerkichaftsbauses. Engeluier lv.«in. Auf der Tagesordnung steht Bericht über die Beiricbsräictrage. Die Organisationen werden ersucht, dafür zu sorgen, daß alle Delegierten erscheinen. Berband der Brauerei- und Mühlenarbeiter. Dienstag, den 94. August, abends K llbr, im Gewrrkt'chastshanS, Engeluier 15(großer Zaali: Generawcriammlung. Fortietzung der Tagesordnung. GastwirtSgehilfe». Settiönsversammlungcn! Scllion I(Hotel- inid Neinlellner). Mittwoch, den 25. August, nachmittags 31/, Uhr, im Cnie Stern, Oranienburger Tor.— Sektion II tReslcinraiionSkelliicii. DienSiag. den 24. August, vormittags g'/, Nbr, im Easä Eldorado. Beuth» Ecke Kommandantenstiaßc.— Settion III lCase-Angestelltei. Mittwoch, den 25. Nugult. vormittag« 10 Uhr. im Cgie Stern. Oranienburger Tor.— Seklion IV(Köche). Dienstag, den 24. Auguit, nachmittags 4 llbr, im Aichingerhaus, Friedrichklraße 72 a.— Sektion V(Hoteldiener, Zimmermädchen). Freilag, den 27. Auguit. nachmittags 5 Uhr, im Caso Stern, Oranienburger Tor.— Seklion VI und VII irnnnlichcs.HiltSversonnl und weibliche eingestellte). Dienstag, den 24.?>.. uist, abend« 7 Ilhr, im Enle Stern, Lraniendurger Tor. TageSordnnng in allen Versammlungen: Stellungnabmc zu den' Statuten der Einbeitsorganisation. Wabl de, Delegierten zum PcrbandSlag. AuSiprachc über den neuen Tarijentwurs. Ohiio Mitgliedsbuch oder Karte lein Zutritt! Biichbiiidervorband. VertrancnSIeule der in Buchbindereien und GeschästSbuchsabrikcn beschästigien Buchbinder und Luchbindereiarbeileilnnen 1 DicnSIag, den 24. August, nachmittags ff, 5 Uhr, im Saal 3 des Gewerl- ichastsbauics. Engetuser 15: VerlrauenSmännerkonsereuz. Deutscher volzarbeiterverband. Musikinstrumenten« arbciier! Montag, den 23. Auguit, nachmittags 5 llbr, in den »AndreaS-Festsälen-, AndreaSilrage 2t! Branchenversammlung.— Am Donnerstag, den 26. August, 5 Uhr nachmittags: Lersaminlung der Verliaucnsleutc sämtlicher Betriebe. Für den Osten und Norden bei Merkmann. Große Franlsurtcr Straße 16; sür den Südosten und Neukölln im»Neichenberg er Hof", Reichenveraer Straße 147. Angestellte in de» Wagen- und Karosieriesabriken! Montag. den 23. August, abends 7 Uhr. im Kesellschastshaus am Hackeschen Marli. Roscnthalcr Straße 36(Iugcndsäle): Versammlung. Tagesordnung: Bericht über die Verhandlunge» vor dem SchtichtungSauslchuß. Teuticher Transportarbeiterverdand. Handclshilssarbciter und -Arbeiterinnen der Gruppen 4 und 5, aus den Betrieden der Hüte-, Mützen» und Peizenwaren-Branche l Dienstag, den 24. August, abends 6 Uhr, im Lolai von Karl Wille, Postsir. 23: Sehr wichtige Gruppen- Versammlung.— Kruppe 2. Baumwolle, Leinen und Fulterstvsse. Montag, den 23. August, nachm. 5 Uhr, tn der Schulaula, Hinter der Karntson- tirche; Kruppcnversammlung.— Gruppe 4. Wolle. Wirk, und Trikotagen. Montag, den 23. August, nachm. 6 Nbr. im Lokal von Witte, Poslstr. 23: Gruppenveriammiung.— To uierSIag, den 26. August, abends 6 Uhr, im großen Saal der..lugendiäle", Rosenthaler Strage 36: Branchen- Versammlung der Tcxtilbranche. Ztzabrikarbeiterverbnud. Montag, den 23. August, nachm. 5';, Uhr, in den. Sophlensälcn". Sophienstr. l6: Branchenversammlung der techn. Kummiarbeiler Kroß-Bcriiiis. Tagesordnung: Stellungnahme und Wahl von drei Tclcgicrleti zur Reichskonsercnz. Geschäftliche Mitteilungen. Die Neuköllner Großhandelsgesellschast m. b. H. bringt In ihren ncucrössnclcn Filiolcn preiswerte Lebensmittel zum Verlaus. Wü ver- weisen aus das heulige Inserat. Beeanirvorllich liir den redaMoncllcn Teil: H. Lepere-Serrnsdori: iür Anzeigen: Xfl. Glocke. Berlin. Verlag: Vorwärtö-Verlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Vor- wäcts-Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul«inger u. Co.. Berück, Lrndentw. 3. Htrrzu 2 Bellagen. SM» l ähns 4 n. 7 M. mit TrieilcnsUautsohuH 5 Jahre schriftl. Garantie. 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