Nr. 422» 37. Fahrgang Ausgabe A Nr. 74 Bezugspreis: S ertelsährl. M.— M!.mona!> 10.— M!. frei ins Haus, Boraus zahlbar. Post- bezug; Monatlich 10,— Mt. ntURn- stellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich IS�V Mh. für das iidrige Ausland bei täalich einmal. Zustelluua 2150 M. Itsltbe- fiellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tscheche-Slowakei, Dane» marl, Holland, curemburg, Schweden und die Schweiz.— Eingetragen m die Pos!» Rütings, Preisliste. Der„Vorwärts" mit der Sonntags. beilage„Boll n-Keit" erscheint mochen- täglich zweimal Sonntags und Mon» tags einmal Telegramm-Adreffe: „SozialOemotcal öctila". �orgen Ausgabe Verlinev Oolksblott (ZVpkSNSiZg) Anzeigenpreis: Di« achtgeloaltene Nonoareillete'.le toite.Z,— M.,Teuerungsiuschleg 5'�/» »tileine AnzeigaU". das'cit» gedruckte Wort I,— M. lzuläsug zwei lettgedruckte Wortes, ledes weitere Wort 60 Ctg. Stell engemche und Schlassiellenanzeigen ,das erste Wort 65 Pfg. ,edes wettere Won tv Psg. Worte Uber 15 Luchslaben zählen>ür zwei Worte. Teuemngszmchlao 30°> Familien-Anzeigen für Abonnenten Feile 2,— M„ oolititche«nö- ge- werkschastlich» 1 ereius• A»>eigen 3,— Mk. die Feile ohne Aufschlag. Anzeigen für die u ä ch lt e, Siummer mUssen his 5 Ahr nachmittags»n Hauvtgeschätt, Berlin SW SZ, Linden» ltratze 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr iruh bis 5 Uhr abends. Zcntraiorgar) der rozialdcmokrati feben parte! Deutfchlands Ueöaktion und Expedition: EW. öS, Lindenstr. Z. / iFernsvrecher: Am» Morittvlnk, Ar. lllil»0— 151»7. Mittwoch, den 25. August 1Ö20 Vonvärts-Verlag G.m.b. h., EW. vL, Lindenftr. Z. Ferniprocher: Am« Moritivlati, Nr. 117 5Z— 54. fin öie ömtfthe MbeiterMsst! Am August haben die Arbeiterorganisationen die deutsche Arbeiterschaft auslirrufcn, zur Sicherung strengster Neutralität und zur Bekämpfung der Konterrevolutionen alle W a f f e n- u n d M u n i t i o n s t r a n« p o r t c zu kon- trollicrcn. Ties� Kontrolle muß nach wie vor auss strengste durchgesührt werden, um so mehr, als jetzt sogar ans Teutschland über Holland Waffen und Munition liach Polen zu transportieren versucht wird. Tic Organisationen haben die unterzeichnete Kommission zur Erledigung der sich hieraus ergebenden Fragen eingesetzt. Tic von uns mit der Regierung über die Kontrolle der Trans- Porte geführten B e r h a n d l u n g/ n haben ergeben, das; volle Einmütigkeit in dem Willen besteht, alle ncutralitäts- widrigen und für ungesetzliche Zwecke(Orgesch, Einwohner- wehren usw.) bestimmten Transporte zu verhindern. Auf Eirund der von dem Entwaffnungskommisiar zu erlassenden Bestimmungen werden die Arbeiterorganisationen schien- ii i g st K o n t r o l l i n st a n z r n schaffen, die die Gewähr für den Transport nur zulässiger Sendungen bieten sollen. Bis zu dieser Regelung sind alle verdächtige» Traüs- Porte anzuhalten. Eine Ausnahme bilden alle auf Grund des Fricdrnsvcr- träges erfolgenden Transporte der Entente, die nachweislich für Ententctrupprn bestimmt und als solche kenntlich gemacht sind. Können Zweifel an der Zulössigkeit eines Transportes durch die am Orte zuständigen Behörden nicht behoben wer- den, so hat die örtliche Kontrollkommission den Bcschwcrdcfall der R c i ch s k o m ,n i s s i o n, z. H. des Genossen Grast- mann, Berlin SO. Ist, Cngelufer Ist(Ecwerkschaftsbnnd), zu melden, die für schnellste Erledigung deS Falles Sorge zu tragen hat. Für den Allgemeinen Deutschen Gewcrkschaftsbund: G r a st m a n n. Für die Sozialdemokratische Partei Teutschlands: Franz Krüger. Für die Unabhängige Sozialdemokrat. Partei Teutschlands: Tr. Kurt R o s c n f c l d. Für den Deutschen Eiscnbahnrrvcrtzand: B r u n n e r. Für den Teutschen Transportarbcitcrvcrband: Bender. Für den Hauptbetrirbsrat der Eisenbahnen: , Ä l i b o r. Entwaffnet Euch Ter Reichspräsident hat solgenden Aufruf erlaffeu: An das deutsche Volk! Tas Gesetz über die Entwaffininli der Bevölkerung ist in fieaft getreten. Die erforderlichen ersten AnSfsihrnugsvorschriftrn sind mit Knstiminung des Reichstagsbcirats festgesetzt. Gebote» ist es jetzt. das deiitschc Volk' auf die schwere V e d e n t n n g des Gesetzes hinzuw, eisen. Die Berpstichtungen, die wir durch den Friedens. vertrag und die Berrinbarniigcn von Zpa kjäben übernehmen müssen, verlangen das Eiitwaffiiuiigsgcsctz. II» a b s c h K n r sind die Folge», wenn die Entwaffnung nicht gelingt. An alle Volks- gcnoffcn geht dir Forderung, dir Waffen licrausziigebe». Wer sein Vaterland nicht aufs neue infolge der Nichtersjllung des Friedens- Vertrages in schwere Gefahren stürzen will, darf sich drr Forderung der Waffcnabgabc nicht entziehen. Die V c f o I g u u g der Vorschrrstcn, die zur Tilrchsühruiig der Waffrnadgabe erlassen werde», ist gebicterischc Rotwendigkeil: die Enlipaffnung der Br- völtcrung ist für uns Zwang niid gleichzeitig pcbcnsfrage. Die Wnfscuabgnbc wird g l e i ch m ä st i g iind unparteiisch gegen jeden durchgeführt wrrdcn, mag cr in seiner politischrn Slnschaunng rechts oder linkS stehen. Wer säumig ist, wer wider- willig bleibt, bcn muß die schwere Strafe»cS nnS im Zpa-Abkommcn abgefordertei: Gesetze« treffe». Wir ninssrn durch die Tat de» festen Willen zur Erfüllung der übcrilominrnr» Pftichie» beweisen, sonst drohen uns neue schwere Velastungen, die unser gesamtes Wirt- schastsleben vernichten würden Berlin, den 2k. August 1920., Ter Rcichsprästdcnt. gez. E d c r t. flez, Fchrcnbach,,' Programm öes Entwaffnungskommiffars. Bor den Berliner Pressevertretern führte der Reichskom- miffar für Zivll-Entnxzfrnuiig, Tr. Peters, am Dienstagmtttaz u. a. aus: Außer den im Gesetz vorgesehenen Ausnahmen von der Entwaffnung gibt es keine. Wir wollen aus der Wild-Weu- und Ledcrftrumpsromantik herauskomme», in der Manche glauben, i'ach ihrem Willen müsse regiert werden uikd diesen Willen könn- tcn sie durch Waffengewalt durchsetzen. Tie Abschafsuirg dieses Zustandes wirdchiel Mißtrauen beseitigen. Roh gewattsames Bor- gehen würde zu schweren Erschütterungen führen, zunächst sollen die friedlichen Mittel, restlos ausgeschöpft werden. Tie Maßnäh- men sollen';_> in strengster Objektivität, pclroffcn werden. Die freiwillige Abgabe soll vom lö. September bis l, November erfolgen. Alle Waffen- und Munitionslager sind für jedermann anzeigepflichtig.' Der' Reichskommissar will diese Anzeigen gegebenenfalls durch den Eid bekräftigen lassen Auch Vereinigungen unterstehen der Anzeigepfticht., Die Orgefch, wenn sie Waffen hat, ist zu entwaffnen. Die rechtliche Zuläffigkeet kndespolizeilicher Maßnahmen nachzu- prüfen, �isi Sache der Gerichte. Auch B e u t e w a s s c n sind abzu- liefern, ebenso Jagd Waffen—-natürlich nicht die der Forst- deamtcn oder beanilctcn Feldhüter. In isoliert gelegenen Gc- Höften und Gemeinden erfolgt die Entwaffnung erst, wenn dort hie Sicherheit gewährleistet ist. Abgeliefert werden kann bei j e d c r (nicht nur der Mohn-) Gemeindebehörde. Landes- und Bezirkskommisfar worden bestimmt werden, besondere Behörden werden nicht errichtet.> E» miist schnell gehen? das Gesetz ist befristet und Tpa fordert es. Für schnelle Abliefe- rung werden Prämien gegeben,»ird zwar für die Zeit vom 15. September bis 10. Oktober 100 M. pro Gewehr, nachher 50 M. und für.die letzte Zeit pichts, nur Straflosigkeit. Nach dem 1. No- vcmlber treten die Strasdrohungen ein, das Gesetz läßt für die Zeit nachher A n z e i g c p r ä m i en zu. In erster Linie wird durch würdige 2g erbe arbeit,, für die Ablieferung gewirkt werden. Dr. Peters will beweisen, ddß-cr v o II 1 o m m e n objektiv zum Wohle unseres nieder- getretenen Volke? arbeiten will. Die abgelieferten Waffe» werden kreisweise in kurzen Zwi- schenräumen eingesammelt und in den Betrieben des Reichsschatz- amlcs auf l'lrbeitswcrkzcug verarbeitet werden. .Ueber später anzuwendende Zwangsmittel wird erst zu reden sein, wenn die friedliche �Aktion nicht zum Ziel führen sollte. Der Entwaffnungs-Trümmerhausen muß beseitigt werden, wenn wir vorwärts kommen sollen.- � Mit Jeden»—, wen» es sein mph auch gegen Jeden, objektiv von früh bis spät! das bezeichnet Dr. Peters als sei» Motto. �' Keine Ausnahme für Grgefch. Das N e i ch S k a b i n c l l bal sich mit der- Behandlung der Organiiation Eschetich besaßt. Die Reichsregicrung war einmütig der Ansicht, daß bieser Organtsation keine Ausimhuiedehandlniig zu gewähren sei. und daß der ReichSkommiffar für die Entwaffnung die Angebörige» dieser Organisation bei Durchführung der Elilwaffnung schon nul Rücksicht aut den Friedensvertrag und die Abmachungen von Spa nicht anders zu beHändeln habe als andere Staatsbürger. Zu dem Verbot der Organisaliou Eickcrich durch die preußische Regieluug Stellung zu nehmen, lag bei dem föderalistischen Ebarakrer des Reichs für die Noichsrcgierung kein Anlaß vor, da die Handhabung des BereinS- und Bertämmlungsrechis in den Händen der Länder liegt, und es den Beteiligten freisteht, über die Rechtmäßigkeit des Verbots eine gerichtliche oder verwaltungSgerichtliche Enlscheidung herbeizuführen, Alinfk vor üem Abbruch � London, 24, Angnst. sHollandsch Nieuwslmrcan.l Der Korre- spondent des„D a i l tz Herald" in Minsk meldet vom 2,'i. Au- gilfi: Die heutige Sitzung hat gerade noch eine» f o r m c!- lcn Abbruch der Verhandlungen vermiede». Die polnische?lnt- wort ans hie rnssischrn Virdingungen bcstrftt darin, dast von samt- lickien rnstischen Fordrrungrn nur eine einzige, nämlich-die der Teinobilisatiost angenommen werden sollte und die Annahme dieser Fordrrnng noch an die Bedingung der(Gegenseitigkeit geknüpft w»mr Tie Pole» erklärten ferner, dast sie unter drr Temobilisation auch die Stillegung der gesamten (t r k c g s i n d„ st r i e verständen. Ter Vorsitzcnde der russischen Friedcnsdelegation erwiderte, dast die Erklärung der Polen in dieser Form nicht diskutabel sei, da Rustland noch andere 0) c g n e r habe. Innerhalb drr Besprechung über die militärischen Fragen, die also beiderseits als undiskutabcl angesehen wur- den, besprach man auch die grvgrgphischen Fragen. Hier stand die sog. Enrzonlinie zur Erörterung, serncr beriet man die Anregung de« Völkerbundes, Pn fserstaaten zu gründen. Ter all- gemeine Eindruck ging»«hin, dast diese Sitzung dir letzte sein wird.— Der Sonderberichterstatter, des»M a n che st e r Guar- d i a n" in Minsk meldet weiter, dast dir Polen nur die Forderung nach einer Trmobilisation angenommen hätten, jedoch vrr- langten sie dir Elsrnstahnlinie V i a l» st o f— G r a j e w», was von russischer Seite natürlich als undiskutabel erklärt wurde. Ferner rrtlürten die Polrn, dast die Verteilung von Land sowie die Zuweisung von Vieh und fserden rinr innerpolnische Angelegenheit würr. Tie Fordrrnng sei eine Einmischung der Russen in dir inneren Angelegenheiten Polens nnd eine Verletzung der in Minsk nnter dem Eindrnck' der polnisch«» Siege ihre Forde- tionslinie entsprechend der strategischen Lage. Das blutige Spiel im Osten. ' Von A. G r i g o r j a n z. Wer kann tagen, ob die gegenwärtigen Erfolge der Polen auf dem Kriegsschauplätze von entscheidender Bedeutung sind? Das ist eben dos Wunder, das noch iviincr wieder Rußla-nd bietet: scheinbar besiegt ist es- u n b e s i e g b a r. Wie weit sollen, wollen und können die Polen vorrücken? Mit jedem Schritt, den sie von nun an weiter tun. vernichren sie nur die Gefahren für sich selbst. Gelingt ihnen der unwahrschein- liche und nach der derzeitigen Lage der Kricgsoperationen aussichtslose Fall, b trächtliche Teile der russischen Heere zu vernichten, so werden.nni so rascher neue Kämpfer zu den russischen Fahnen� eilen, und neue russische Armeen werdest mit um so größerer Begeisterung den Krieg gegen die Eindringliche wieder aufnehmen. Der Sieg' macht den Sieger blind für alles, was Maß bedeutet und, seiner Ansicht nach, den errungenen Erfolg schmälern könnte. Auf beiden Seiten, bei den Bolschewik! so- wohl wie bei den Polen, herrschen noch immer allein die Gesichtspunkte der nackten Gewalt vor, welche Verkleidung ihnen auch immer gegeben sein mag. So wie die Bolschewiki, solange ihr schneller Vormarsch gegen Warschau andauerte, bestrebt waren, die Verhandlungen mit den Polen hintanzu- halten nnd sie bis zum Weißbluten zu bringen, scheinen jetzt umgekehrt die Polen eine dilatorische Taktik zu befolgen, um die erzielten Ersolcze voll auswirken zu lassen. Nur Wenige in der Welt, verbohrte Fanatiker des Mili- tarismus und Riickschrittler, gönnen den Polen das Gelingen ihrer militärischen Absichten, lim so zu empfinden, braucht man ja nicht Bolschewik zu sein. Der dreiste, von langer Hand vorbereitete Feldzng Polens gegen Rußland— trotz-. dein gewaltige nichtpolnische Gebiete ans„friedliche" Weise von ihm schon früher annektiert wurden und es Hände voll bei sich zu tun hätte, da das Volk unsäglich.perarint ist— hat vor allem dazu geführt, daß sich die allgemeinen Sym- pathien ans'Rußlands Seite schlagen. Bei einem-Teil der Arbeiterklasse spitz Ire dabei der llnistand mit, daß man in Sowjet-Rußland den Träger des Sozialismus, das Land sieht, in welchem ihre Klassengen offen die Regietuligsgeivaltnii Händen haben. Diese Ansicht ist verkehrt und kann nur ans die große llnkeiintnis über die russischen Zustände zurückgeführt werden. Das- iinperiallsiische, eroberungslüsteriie Polen hat also einen Anschlag � auf Rußland gewagt. Tas totgesagte, er- schöpfte Rußland sammelt seine Kräfte und in einem wuchtigen Anlauf wirft es den Angreiitzr zurück,»ersetzt ihm einen schweren Schlag nach dem anderen und vertreibt ihn ans den Gebieten, die ihm, also dem polnischen Eroberer, nie ge- hören können. Diesen Hergang verfolgte die gesamte Intcr- nationale und, ob bolschewistisch oder antibolsckzeivistisch. nahm sie von dem- Sicgrslanf der russischen Heere, als dem Sieg der Gerechtigkeit, mit einer gewissen Befriedigung Kenntnis. Wie weit sollte aber der«üegenstoß geführt»Verden?- War es zur Erreichung des Kriegszieles»otweiidig. den Angriff ans Warschau zu unternehmen? Im Gegenteil. Wer sich' erinnert, Witz katastrophal die Stininiiing in Polen' in den letzten Wochen war. wird zugeben müssen, daß die bloße B e d r o h n n g Warschaus eine größere psiichologische Wirkung ausübte, als e-Z die Einnahme der Hauptstadt je hervor- zurufen vermöchte, und daß dadurch das Ziel, dem Krieg ein Ende zn bereiten, viel eher erreicht werden konnte. Die Sowjet-Regiernng hat es unttzrlassen, ihre großen niilit-ärischen Erfolge in dem Sinne anSziiiiiitzen, um den Polen unzweideutig und fest vorzuschlagen. Frieden zu schließen. Sie hat das ebensowenig getan wie seinerzeit das kaiserliche Deutschland aus der Höhe seiner Erfolge. Sie hat, ebenso wie das osflzrelle Deutschland von damals, sich nur mit Redensarten über ihren Friedeiisiuillen begnügt, anstatt Tatsachen ans dem Wege zum Frieden zu scl>iffen. Das ist allerdings eine, eigenartige Kriegs-! und Friedenspolitik einer angeblich„sozialistischen" Regierung. Die landläufige Begründung eines immer iveitergehenden Vormarsches— die Bestrafung des Angreifers und das Ziel der Sicherung— hört sich sehr schön im Munde der Imperialisten und Annexionisten an. verfehlt über ihren Zweck, da gerade der' Weltkrieg den Wert' derartiger Argumente auch den politisch Unerfahrenen klar vor Augen geführt hat. Die Schuldigen am Kriege Zverden ine bestrast. Auch die für die Polen so harten Friedensbedi�.gungen der bolschewiki� enthalten nichts und können nichts enthalten, was nach Bestrafung der ivirklich Schuldigen aussehen würde. Jede der- artige„Bestrafung" ist nichts anderes als vermehrtes Leiden � der n n b c in i t t e l t e n Klassen der"Bevölkerung. Sie sind ' es, die in der Hauptsache Opfer an Blut zu erleiden haben. Die Teuerung, die Requisitionen, alle mit der militärischen Besetzung und- später mit der Liquidierung der Kriegs- folgen verbundenen Entbehrungen und Drangsalierungen haben in ihrer ganzen Schwere die besitzlosen und arbeitenden Massen misziikosten. Nichts anderes ist es mit der sogenannten Sicherung des Sieges. Erinnern wir uns doch dessen, daß alle deutschen Eroberungspolitiker mit Entrüstung es von sich wiesen, fremdes Land erobern zu wollen. Has alles sie nur einstecken wollten, �anz Belgien, ein Viertel Frankreichs usw.. war ja ausschlieblich und allein uir die Zwecke der„Sicherung" nötig. Warum sollte die Sicherung des Friedens ausgerechnet durch die Einnahme Warschaus erreicht worden sein? Die Sowjet-Regierung hat ja in keiner Weise versucht, durch Verhandlungen vor der erstrebten Einnahme der pol- nischen Hauptstadt die gewünschten Sicherungen zu erlangen. Dabei hat daS deutsche und das internationale Proleta- riat zu bedenken, daß das polnische Proletariat nicht teilnahmslos dem Lauf der Dinge zuschaut. Die Pol- nische sozialistische Partei, die größte und ein- flutzreichste Partei deö klassenbewußten Proletariats Polens, hat in mehreren feurigen Ausrufen daS polnische Volk und darunter die polnische Arbeiterschaft aufgefordert, daS Land, die Heimat gegen den vorrückenden Feind zu ver- teidigen. Sie hat noch mehr getan. Trotz der Abneigung, an einer bürgerlichen Regierung icilziinehme», hat sie ihren an- gesehensten Führer Jgnaz Daszyinski, dessen Name der ganzen Fnteruationalc bekannt ist, ins Ministerium entsendet, in welchem er Vizepräsident de6 Ministerrats ist. Und dieses Ministerium ist daS Ministerium der nationalen Verteidigung. Vergegenwärtigt man sich all diese Momente, erinnert man sich, was es heißt, daß der Krieg noch immer rast, so gibt es für alle, die einen Ausweg auS dem Arrwahn der Gegenwart suchen, vor allem aber für- den internationalen Sozialismus nur eine Parole: Schluß mit dem Kriege! Der Friede muß sofort geschlossen werden! Mit Sympathien und Antipathien ist nicht viel zu erreichen, auch ich habe keine besonderen Sympathien für Polen und zweifle sehr an einer wirklichen Abkehr der Polen /von ihren bisherigen RsgierungS- morhoden. Aber ebenso ivic Rußland mit seiner inneren Entwicklung selbst fertig werden muß, ebenso muh auch Polen vor allem sich selbst überlassen bleiben. Der internationale Sozialismus hat abvr die gebieterische Pflicht— unbeschadet der jeweiligen Wendung des Kriegs- glucks—, alle» daranzusetzen, seinen ganzen Einfluß da- für zu verwenden, daß der Geißel der leidenden Mensch- heit, dem Krieg, so schnell wie nur möglich ein Ende bereitet wird. Die verschobene Kiste. Eine Erklärung des Wehrkreiskommandos IV. Wir erhalten folgende Zuschrift: Der„Vorwärts" schreibt in„Nr. 406'vom tS. August 1920 in der Angelegenheit de» LeulnanlS E g e r unter der Ueberschrift .Das rührige Wehrkreiskommando": .Tatsache� ist: der erste Erfolg der„Rührigkeit" de» Wehr- kreiSlommandos bestand darin, daß eine Kiste mir belastenden Papieren schleunigst au» dem Geschäftszimmer Egers verschwand und im Offizierkasino versteckt wurde." Da» Wehrkreiskommando IV stellt demgegenüber fest, daß weder das Wehrkreiskommando, noch nach den bis- herigen Feststellungen eine der ihm unterstellten D te n st st e l l c n irgendwie mit der Beiseiteschasfung einer Kiste mit Papieren auS dem Eger chen Geschäftszimmer euvaS zu tun basten, lieber das verschwinden der fraglichen Kiste erfuhr da» Wehrkreiskommando erst durch die Veröffentlichung bei„vorwänS". Inzwischen halte die untersuchunglührende Dienstsiell: die Er» mittlungen nach der Persönlichkeit bereit» eingeleitet. �die die Kiste beiseile zu schaffen versucht hat. Von feilen des Behrkrelskommändos.' Der Cöef de« GeneralstabeS. Daß das Wehrkreiskoininando IV selber etwas mit der Beiseiteschaffung der Kiste zu tun gehabt halte, haben wir weder behauptet, noch behaupten wollen. Wir hielten uns nur für verpflichtet, nachdem das Wehrkreiskommando in einer früheren Zuschrift die Promptheit seines Eingreifens hatte dartun»vollen, auf die— auch durch obige Erklärung be- stätigte— Tatsache hinzuweisen, daß vor diesem Eingreifen der Angeschuldigte noch Gelegenheit hatte, das belastende ---------| i i ii i■■ i Die Schilfinse!. In einem Waldsee schwimmt sie. die menschenvergeflene Schilf» insel. Gerade, daß mal ein windve-schlagener Schmetterling sich auf das grüne Eiland verliert. Er setzt sich aus einen schwanken Rohrmast, und sein grüngoldenes Boot Ichaukelt in den blanken Waldseewelleu. Wenn ich ein Maler wäre, ober ein ganz geicheiter, wie reich würdet ihr sein mit der einsamen Schil'infel in eurer Stubel Dann könntet ihr mitten im lauten Werklag— und immer, wen» ihr wollr— vor meiner kleinen Insel euch eine tiefe Stunde erträumen. Dann hättet ihr auch all' die silbernen Taler und goldenen Dukaten der Wasserrosenblüien. Die kleine Mücke, die eben im Abendglast summie, bekämt ihr auch dazu. Und wenn ihr richtig hrffen lönnt, ist es ja gar kein« Mücke. E» ist eine feine, so Wunderseine Gottesgcigc, die vor der Schilf» insel fingt,— Wir brauchen eine Insel— oll«— auf die wir un« mit«nsern Sehnsüchten relleu, eine ganz einsame Insel, zu der der Not- und Wutschrei dieser Zeit nicht dringt, Wir müssen wieder lernen. �Gold zu münzen auS den gelben Kieseln am Wege. Unsere Äuge« müssen wieder güiig blicken lernen und weich sein wie Schmelz von Faller- slügeln. Unier laubgcwordenes Herz muß hellhörig werden und ' sich einen Ton einfangen von irgendeiner der lausend Wunder« geigen des Schöpfers und mutz ein Lied daraus spinnen: daS große Lied der Liebe.._____________ Franz Mahlk«. . Der Entdecker de; Heliums. Der englische AstronomN o t m a n L o o k y e r ist im Wer von 84 Kahren gestorben. Er war zunächst Beamter dcs�engtischen Aric� S in ini sterium s, beschäftigte sich aber in seinen Mußestunden mit. der Beobachtung der Sonne. Bei dem Stud'um der totalen Sonnenfinsternis im.Fahre 1863 entdeckte er in der Atmosphäre der Sonne ein Gas, dem er den Namen Helium beilegte. Dieselbe Beobacttiing hatte übrigens zu gleicher Zeit der französische Astronom Jaunsen gemacht. Viel« Jahr« hindurch glaubte man, daß dieses..Somrenelemem" auf der Erde nicht vorbanden sei. bis es fast SO Jabre nach der Enideckuma William Rani sah auch beim Erbitze» gewisser Mineralen nachwies. Durch diese Entdeckung trat Lookher wieder>n den Pordergru.id und konnte sich nun ganz der Astronomie und vor allem der Er- forschung der Sonne widmen. In auSgedehnten'Reisen machie er aus der ganzen Erde seine Beobachtung«» bei Somienfinstcrnissen, und sein« Methode der Sownenbeobachiung schuf mit die Grundlage für die nähere Erforschung' der_ Sonne. Aus seine Veranlassung wurde das Observatorium für Sonnenphnsik in South Kensingwn begründet, und er war durch 28 Jahre der erste Direktor dieser Anstatt. Eingehend bat sich auch der Gelehrte mi: der Erklärung des geheimnisvollen Denkmals von Slonehenge beschäftigt und die Behauptung aufgestellt, es sei in Urzeiten angelegt worden, um den Stand der Sonne in bestimmten Zeitpunkten festzustellen. Materia! beiseite zu schaffe«. Wer tlf» gewarnt hat, ist rmS nicht bekannt, aber die Ermittlungen �des Wehrkreiskommandos XV werden es doch herausbringen? Waffenteansporte unö Arbeiterorganisation An der Spitze dieses Mattes ist der Aufruf abgedruckt, den die gewerkschaftlichen Organisationen in Gemeinschaft mit Ver- treietn der Sozialdemokratischen Partei und der Unabhängigen aus Grund der am Montag abend mit der Regierung gepflogenen Per- Handlung veröffentlicht haben. Am Diendtog fand nochmals ein« Konferenz von Mitgliedern der beiden sozialistischen Parte'.en. des Geloertschaftsbunde«, des Deutschen Eifenibahnerverbande», de» TransportarbeirerverbandeS und de» ZenrralbetriebßrateS der Eisen- bahn«r statt, die sich mit d«n Vereinbarungen beschäftigten, die am Tage vorher mit d«r Rejchsregierung- getroffen waren. Di« Kon- serenz hieß diese Bereürborufigen gut und beschloß, den heute ab- gedruckten Ausruf zu veröffentlichen. Alle« wettere wird auf dem Organisationsweg«' bekanntgegeben. In der Sitzung erschien auch der Polizeipräsident Genosse Dübbring aus Königsberg, der die überraschende Erklärung abgab, daß er über den aus dem Stettiner Bahnhof angebaltenen Waffentrans- Port nicht ganz richtig informiert worden seu Die KönigAberger Sicherhettspolizei bedürfe nur der Gewehrmunition und der Aus- rüswngsgegensiände. während die in dem Zuge mtt angehalten« schwere Munition, Geschütze und Handgranaten noch au» früheren Bestellungen stammte«, ober nach den Abmachungen von Spa nicht mehr für die Sipo in Frqge kämen. Die Kmuerenz beschloß deshalb, d.-ii Eisenbahnern zu empfehlen, den angehaltenen Zug so- weit abtransportieren zu lassen, als nicht die schwere Munition in Frage tommt. Dies« soll weiter von der Beförderung audge- schlössen bleiben. i Die L.-5.-Korrespondenz erzählt von einem unliebsamen Zwischenfall, der sich am Montag nachmittag auf dem Steltiner Bahnhof ereignet hat. Noch Mttveilungen sollte dort aus Grund der Vereinlarungrn zwischen dem'Ministerium des Innern und den Eisenbahnern die schwere Munition, wie Minen-werfer usw. aus dem Zuge ausgeladen werde». Ein Betriebsrat des Stettiner Bahnhofs, der nicht rechtzeitig informiert war, forderte darauf den Führer der Entladungsmann sehest der Sipo auf, die Arbeit ein- stellen zu lassen.', Als dieser sich pflichtgemäß weigerte, ließ der Betriebsrat eine Lokomotive vorfahren, um den Zug von der Laderampe fortziehen zu lassen. Der Führer der Sicherheitspolizei ließ da» fitileis von mehreren Beamten sperren und drohte, auf die Maschine Feuer eröffnen zu lassen, wenn sie tatsächlich den Zug fortziehen würde.. Soweit ist es glücklicherweise nicht gekommen, vielmehr wurde eine vorläufig« Einigung erzielt und schließlich ist heute auch der Betriebsrat des Sleliincr Bahnhofs davon icherzeugt worden, daß die weitere Entladung des Zuges im Sinne der oben erwähnten Abmachungen liegt. Ter Porsall zeigt aber, wie außer- ordentlich borsichtig auch die gewerkschaftlichen Organisationen und die neugeschaffenen Kontrollkommissionen zu Werke, gehen müssen, um unangenehm« ArischenfWe zu verhindern. Ententezuge in Deutschland. Es fährt wöchentlich regelmäßig ein Materialtransport für die Entente- D o n n e r« t a g» von Mainz nakb Dan zig und von dort mit Teilen weiter nacv M e rn e l. Es Handel: sich bierbei nicht um einen geschlossenen Zug. sondern um zirka 6—10 Wagen. Außerdem fahren ie nach Bedarf etwa viermal wöchentltch Nachschubzüge für die Enteute nach O b e rf ch l e s i e n. von diesen Zügen werden für Danzig oder Memel bestimmt« einzelne Waggons in KotlbuS abgeteilt und an deutsche Güterzüge angehängt. /* öesthweröen der Sipo. Da» Kommando der Sicherheitspolizei hat an d!« FraktionI» vorstände der Preußischen Landesversammlung eine Eingabe ge- richtet, in der eine Anzahl materieller Beschwerden vorgebracht werden. Tie Sicherheitspolizei beklagt sich über Bernach« lässig ung durch die preußische Regierung. Dichter- Wundcrknabe, Fätschcr, Selbstmörder. Anderthalb Iabrhundeite sind verflösse», seitdem am 25. August 1770 Thoma« Chätterton, eine dcr tuetinilhf igst«« Gestalten der Weltliteratur. durch Selbstmord endete, tit? Sohn eine« armen Künstler« am 20. November 1752 in Ärfflo, geboren, besuchte der geniale Knabe die Armeii'chule und schrted. elf Jahre alt, bereit« eine Satire auf einen abtrünnigen Methodisten und trat mit vierzehn Jahren in den Dienst eine« Notar« in Bristol. Daneben icyre er die seit seinem elften Jahre mit Leidenichast betriebenen historischen und antiqua- tischen Studien fort, und dies setzte rbn in den Stand, die Hand- schritt eine« von ihm fingierten Dicht?:« Rowtit) herzustellen, der im 15. Jahrhundert gelebt haben sollte. Unter dem Namen dcr ..Geldett Rolle' bewahrt noch heute da« Bratsche Mitseuin in London da» Hauprstück dieser von Chatterton mir täuichender Virtuosität gefertigten Nachbildungen mittelalterlicher Manuskripte. durch deren Veröffentlichung er sein« Zeitgenossen mr freudigsten Bewunderung hinriß, die sie dem armen obskuren Bristoler Schreiber voraussichtlich nie gezollt haben würden. Freilich erkolgte der Druck dieser angeblichen Rowlehschen Dichtimgen, d<« selbst noch in einer Ausgabe von 1782 als solch« erschienen, erst nach Chatterton« Tode. Denn der anfänglich zur Herausgabe und zum Druck in seiner eigenen Druckerei getiefte berühmte Schriftsteller und Kunstkenner Sir Horoce Walpole hatte sich schließlich doch zurückgezogen. Ein neuer Gönner. denThaiierton gewonnen hatte, der Lordmayor Beckford in London, auf dessen Veranlassung der Siebzebnsährixe eine Geschichte Eng- land» und.Londons ichreiben wollie. war im April 1770 gestorben. So stand der kaum dem Knabenalter Entwachsene im großen London fremd und von jedem HiliSmitiel entblöß: da. Zu stolz. um zu betteln, nahm er seine Zuflucht zum Gifttrank. Daß man nach ieinem Tode ferne groß« dichterische Begabung erkannte, daß man Walpole die größten Vorwürfe machte, das Genie hilslo« gelassen zu haben, änderte nicht« mehr. Daß'buch die„Fälschung" Cbattertons milde zu beurteilen ist. wenn überhaupt in diesem Fall, wo«ine künstlerische Absicht vorlag, von einem Vergeben die Rede sein kann, mag die Tatsache erweis. n. daß in jener Zeit derartige literarische Fälschungen geradezu Brauch waren. Horaee Walpoie selbst gab einen Roman als llebersetzung heran» und bekannte sich erst in der zweiten Auflage zur Verfasserschaft. Ein noch größerer . Fälscher" war Chatterton» berühmter Zeitgenosse Macpherson, der leine Dichtungen rür Werke Ossian« au»gab. Hier, wie in zahl- reichea anderen Fällen ist die Grenze»wi'chen autechtbarer Fälschung und berechtigtem Kunssmitlel lehr schwer zu zrehon. Chatlerton» Leben. ist verschiedentlich dichterisch behandelt Word«». Tic Filmvperrtte t„D«S Kußver&vt". Der Not» film d« Herren Czerny und Springefeld will die lange und vergeblich an- gestrebte Vereinigung von Film und Musik bring«»: will, wa« bis- ber an Film und an Operette getrennt marfchi»rt«, unter«inen einzigen Oderbesehl bringen und damit siegen.(Die technisch« Neuerung besteht darin, daß man die Direftionsstinrme am Fuße des Film« mit reproduziert bor und dadurch dem Orchesterleiter die Möglichkeit gibt, die lteberemsiimmung herzustellen.) Da» Experiuienl ist, nach her Vorführung des.Kußverboi»' im Ufa- Palast am Zoo, nur halbwegs gelungen. Zweifellos ist hier die Musik de» Orchester« nach Takt, Stimmung und Einteilung ganz Im Eingange der Schrift wird darani hingewies»«. daß da» Verhältnis zwischen Beamten im Offizier»- und Unteroffiziersrang, da« durch den Kapp-Puisch stark gelitten hat. sich in letzter Zeit ge-- bessert Hab«. Trotzdem ist die Stimmung in der Beamtenschaft aller Dienstgrade keine zufriedene, weil die Landesverirernng es an der nötigen Fürsorge für die jung« Organisation habe fehlen lassen. Obwohl dt« Sstherhartspolize! schon seit über einem Jahr be- stehe, ist fr« s«t«n» der Landesversammlung noch nickst rn den Etat aufgenounnen. Bei der vor kurzem erfolg»«» Erledigung des Not- etars hätte sich dabei die Etatksierung der Sicherheitspolizei wobl ermäglichen lassen.. Die neu« BesoidtwigSreform ist auch noch nicht m Kraft getreten, Wetter beklagt die Denkschrift, daß die Versprechungen bezüg- lich einer besseren Unterbringung und einer wohn- licheren Ausstattung der Kasernen nicht erfüllt wor- den sind. Eine Anzahl'von Beamten hat-nicht einmal Stichle, in mehreren Kasernen hat nicht jeder Veam!« sein eigenes Spind. Noch schlechter stehe es mft der Bekleidung, Nur zu mmm kleinen Teil haben die Beamien einen zweiten Dienstanzug. Das Fehlen e:nes eigenen Krankenhauses wird bcfonder- be- klagt. Nicht«in Lazarett ist bis jetzi von der Reichswehr der Sicherhsitspottzei übenviesen word-n. Schließlich fuhr» die Tent- schrift noch an, daß di« Frage der Aer! orgung der aus der Sicherheitspolizei ausscheidenden Beamten noch völlig. ungeklärt ist. Die Denkschrift macht dann noch emtz« positive Borschläze. twe cirägeei. Beschwerden leicht abgeholfen werden könnt». Wir sind der Ansicht, daß da» von Major 5iaupl.sch unterzeichnete Schriftstück errfite Beachtung erheischt, sowohl aus allzeme.nen Gercchtigktiti- gründen, wie auch au» der besonderen Erwägung, daß materielle Mißstände erfahrungsgemäß. zum Ausgangspunkt reaktiv- närer Wühlereien gemacht werden. Mecklenburg löst Sipo auf. Wir werben erinnert, baß' die Auflösung der-Sipo" kür g a ir.z Deutschland durch Enleniezebol bis End««cvlimber vorg?« schrieben ist. Wäre.sie von allen deutschen Regierungen gleich- zeitig angeordnet und die« bekanntgegeben worden, so wäre das gewiß sinnreicher gewesen. Wir ballen es aber für selbstver- ständlich, daß gerade so bewährt r e p u d l i k tr« u e Beamie wie die der Mecklenburger„Sipo" restlos in die an ihre Siellck tretende Ordnungkpo!i«i übernommen werden. Auch die sozialistische Regierung Araunschweig? hat ge- zwnngenermaßen die Luflöiung der Sicherheitspolizei verfügt. Gotha veeveigert ö!e Sprengung der Landssversammlung. Gotha,?ti August.(Eigener Trahtbericht de»..vorwärts".) Nachdem tu der heutigen Sivung der Laabesverfammlnug die b ü r» g e r l i ch e» Partei«», die Ausdehnung de» Reich»atnitestiegesetz«» auf da» Land Gotha abgelehnt hatte«, legten die u»abhS»gigt» Mitglieder ihre Mandate nieder und machte» dadurch di» Versammlung beschlnhunfähig. Ob Neuwahlen ausge- schrieben«erden, hängt von den lebten Etetschlietzuugeu d«r Landesversammlung und Landesregierung ab.. Gotha, 24. August(Eigener Dr�chfibericht de»„Vorwärts".) Di« LonÄeSregierung stellte den von den ftühersn uncckchänglgen VottSbeauftragtsl berufenen General-Schulinfpeklor I a k o b i zur Disposition, weil ein weiteres gedeihliches Zusaurmenorbeiwn mit ihm nicht zu«rwaroen ist. Zwifchen seinen Auffassungen und denen der Regierung bestanden zu groß« Widersprüche. Zur Ermäßigung de» Steuerabzuges. Der Abg. Keil verweist i» einer Anfrage auf den im 10. Ausschuß der Nationalbersammlung abgelehnten Antrag seinar Partei, den Steueriaris in den Slitien bis zu 15 000 M. in der Werte zu mildern, daß mir einem Satz von o Proz. statt mit 10 Proz. begonnen werde. Er richier an die Reichtregierung die Anfrage, ob sie bereit sei, dem Reichsiag bei seinem Wiederzusammeniritt eine Milderun gdes Einkommen st euertarif« für di« kleinen Einkommen vorzuschlagen. organtich mit dem Inhalt.der Szene zusammengewachsen� die Musik von Ailbout und Springefeld fließt zudem wirklich hübsch dahin in den geschickt variierten studentischen Weisen. Aber der Kern der ganzen Frage ist ungelöst geblieben: Wenn auch die' Mundbewegungen der Sänger und dtr Textklänge'noch bester zueinander stimmten, so blieb« doch immer die unangchme Situation, daß der Gelang von anderen Gegenden herschallt, als die Spieler vermuten lassen, daß die spielende und singende Sou- brette zwei berschiedene Gestalten sind, daß Bewegung. Mimik, Tanz auf der Leinwand hier niemals ideal mit dun gesungenen Wort zusammentreffen. Der registrierende Notenstreffen unter den Bildern stört durch seine gelassen-monoione Bewegung. Und da» Ver- schieben, selbst um die Breite einer Biertelnote, irrtiert den Musiker. dessen Auge durch die vielen Striche und Köpfe dauernd geirennt bleibt. Ich glaube nach diesem geschickten Versuch überhaupt nicht mehr an die Filmoperette. Lassen wtt'« bei ihrtr Isolierung. h.«. Das märkische Wandertheater gefährdet. Während rn Heidel- berg lürzlich vom Verbände deutscher Wanderbühnen kräftig für die nützliche Wanderbühnensache gewirkt wurde, läßt man in Berlin da« dewährr« märkische Wandertheater an Mangel von Mitteln hinsiechen. Die Gesellschaft für Volksbildung war nichi mehr in der Lage, den neuerdings wieder verdoppelten Fehlbetrag zu decken. Ei muß also, wenn nicht noch im legten Augenblick der Staat eingreift, die Bühne geschlossen bleiben. Do« Kultusministerium toll bereit sein, einen Zuschuß zu leisten. Aber über Besprechungen hinaus ist noch �nichts gediehen. Es wird ein Zuschuß von 60—100 000 M. erforverlich sein, um den Betrieb zu sichern und dadurch vielen Gemeinden in der Provinz den Genuß eine» Theaters zu ermöglichen. Der Notschrei der Wanderbühne verdient weithin gehört zu werden, eh« e« zu spät ist. Die Tttzsoniekonzerte der Kapelle der Staotsoper rntter Leitung ron Wühclin i-urtyäügl-r rinden stall am t. und 37 Ott. 19. November. v. Dez. 12. Ja».. 0. und 25. Febr., 11. und 9». März, 6.«aril. Außer den Klassikern gelangen linsomsche Werke von Bradms. Rich. Ttrauß, Makler, Bruckner, Ttchailowsty, Dvorllk, Schönberg, Büttner, Schillings, Haueegger usw. zur Aiissubrung. S Zlheareevo«stell niigen für 20 M. fTitzvlah einschließlich Aarde- robe und Steuer) veranstaltet der Vollskrast-Bund im kommenden Winter. Di« tlufsührungen finden Montagabend« im Neuen volkslbealer statt Es werden gespielt:„Ter Biberpe!,"..Nora".„Pettlle« von Tyrns",.«Suig ttahnrei",.Donna Diana" n a. Vorverkauf bei dl. Wertbeim. Ein deutsche« Gpvrtparlnment. Der dentlche Reichseusschuß für Leibesübungen hat au( den 2o. September nach Kassel«inen Kongreß ein. berufen, der den ersten versuch eines deulichen Besundheits« und Svott- barlamevt« darstellen wird. Turn- und Sporitteiie werden ihr« Sriah-' um gen austauschen über eine neuzeitliche Gellaltung de« Sport« SS stnd Referat* geplant über die Schaffung eine« selbständigen Amte« für Leibes- Übungen, über hie Spietplatzftag«, über die Anforderung von Müteln für sportliche Zwecke tm Hautdalt der Gemeinden u. a. m. Ansteigen der«ebnrtenziffern in shrankreich. Di« Aabrisstatistik über b e Bevölkeiungsbewegung in Frankreich im ftahre 191» zeigt ein merkliches Ansielgen der Geburtsziffcrn an. Die Zahl der Sfje'chliejzungen hat sich gegenüber der Vorkriegszeit sast verdoppett Di« Sterblichkeit war normal. Die Ziffern laute»: i&a 864 Eheschlieeuuaeu. it» 879 Geburleu und 686 69» TodeSsälle. Nr. 422 ❖ Z7. Jahrgang SeiZkge öes VsrWÄrts MMwoch, 25. August 1H2S GM-Aerüu Der Schrei nach üem Gatten! Eine Straßendeznonstmtion der Laubenkolonisten. Die angekündigte De-mvnitration der Lwubenkolonstten Groß- Berlins fand gestern gegen Abend unter sehr starker Beteiligung statt. Von elf S a m ni e l p I ä tz e n � in Berlin, Scbönebcrg, Wilmersdorf, Ternpelhof, Treptolv, Obersckiöneivcide, ieöpenick, Frbedrichsfelde, Lichtenberg, Pankow, Reinickendorf zogen die I Scharen der Demonstranten nach den Rathäusern der betreffenden Gemeinden. In den Zügen marschierten' Männer, Franc r und Kinder, manche ausgerüstet mit Geräten, d'e zur Bearbeitung des Laubenlandes gebraucht werden. Mitgeführt wurden zahlreiche, zum-Teil mit Blumen und Früchten geschmückte Plakate, die auf den. Zweck der Veranstaltung hinwiesen. Man las da z. B.:„Lauben- kolonien sind die besten Volksparks"„Wer im> Garten arbeitet, sitzt nicht in der Kneipe."„Unsere Laubenwohramg ist gesünder als die Berliner Kellerwohnung."„Schafft Klelnhaussiedlnngen jenseits der Laubengartenzone!" usw. Die Ansprachen in den Versammlungen forderten Schutz für di e' L a u b e n k o l o n i e n, die in' Gdfahr sind, ibre Ländereien den Kleinhaussiedlungen überlassen zu müssen. Neben dem er- nährungswirtschaftlichen Wert der Laubenkolonien betonten die Redner auch, deren Bedeutung für Gesundheit und Sittlichkeit des auf gartenlose Mietskase-rnen angewiesenen Großstädters. Hauptsächlich wird folgendes verlangt: Ein L a u b e ng a r t e n g ü rt e l um Groß- Berlin soll als 'D a u er e i n r i ck t u n g� geschaffen, rechtlich den öffentlichen Grün- flächen gleichgestellt und gartentechnisch im Sinne öffentlicher Volks- Parks surchgebildst werden, wobei aber der Zweck, nach wie vor iu erster L-nie unsere Ernährungswirischaft zu stärken, gewahrt bleiben soll. Die Deckung des Bedarfs an S a n b e n gär t en für die gartenlosen Wohnungen muß den Kle inHaus siedlungen vorgehen. Das Laubenland ist- nach der Bevölkerungszahl zu berechnen und in diesem Umfang durch Beschlagnahme, nötigen- ialls auch durch Zwangspachtunq und Enteignung zu sichern. Die 'Bsbauuugspläne sind umzuarbeiten im Sinne der Forderung„Zu jeder Wohnung ein Garte n". Bessere und billigere Ver- kebrsmsttel mch weitgehende Fahrvreisermäßigungen für Garten- si edler müssen das Laubenland leichter erreichbar machen. In den Versammlungen wurde eine Entschließung vorgelegt und an- genommen, die den Verband der. Laubcnkolonisten Berlins utzd Um- grgend' und den Zentralverban'd der Kleingartenvereine Deutsch- lande beaustraat, durch ihre Vorstände bei allen zuständigen stellen des künftigen Groß-Berlin und seiner bisherigen Einzelgemeinden, bei der preußischen Landes- und deutschen Reichsregierung und deren Pärlamentcn vorstellig zu werden und die dben angedeuteten Forderungen zu unterbreiten. In Berlin versammelten sich auf dem Neuen Markt die von vielen Vereinen der Außenbezirke und der Vororte abgesandten Deputationen. Au? allen Himmelsrichtungen zogen sie heran, begleitet von drei Musikkapellen. Auf dem Platz bot. der Wald von geschmückten Plakaten und bunten Vereinsstihnrn ein farbentroheS Bild. Von dem Sockel des Lutherdenkmals aus sprach. Steinweg, der Vor-' , sitzende des Verbandes der Lanbdnkolonisten. Unter lebhaftem Bei- fall wurde auch hier die Entichließung angenommen, Dann setzte sich der mächtige Zug unter Musik in Bewegung nach dem benach- harten R.atb ans. Eine Abordnung begab. sich zu dem Magistrats- dezernentcn Stadtrat Hintze, dem Steinweg und Albrecht dle Forde- rangen vortrugen. Hintze versprach Unterstützung. Er betonte aber die lltotwendigkeit, Land auch für Wohnhmlssiedlungcn bereit- ' zustellen._ Die bsse Konkurrenz. Trci Einbrechcrbanden im Wettbewerb. Die beiden großen Juweleneinürüche, die jetzt die Kriminal- Polizei beschäftigen, der bei C a s a l t a in der Passage und bei Marcus, Unter d:n Linden, sind trotz der eingehendsten Er- mitklungen noch nicht' aufgeklärt. Die Nachforschungen ergaben jedoch, daß es außer den noch unbekannten Tätern auch' noch andere Einbrecher gerade' aus diese beiden Geschäft« abgesehen hatten. Die Kriminalbeamten wandten ihre Aufmerksamkest besonders auch den Lokalen. zu, in denen allerhand lichlscheue Gäste jzu verkehren pflegen. Hierbei ermittelten sie eine Reihe von Männern, die sich wohnungslos oder unangemeldet in Berlin auf-t hielten, um hier unterzniauchen, weil sie wegen anderer Straf- taten gesucht wurden. Bei der Gegenüberstellung ergab sich nun, daß diese Verhafteten .zwei Parteien angrihörten, die beide Juweleneinbrüche ge- plant hatten. Bei Ca falsa wollte man nach den bereits festgelegten __________________ wvvMwr________________ Plänen durch eine Seitenwcmd in die Geschäftsräume eindringen. Die Pläne sollten ursprünglich von einer größeren Gesellschaft ge- meinfam ausgeführt werden. Die Mitglieder trennten sich dann aber und jede Partei hafte nun,, ohne daß die andere davon etwas merken sollte, die Absicht, der anderen die Einbrüche zu„ver- stoßen", d. h. ihr zuvorzukommen und sie aus cizeue Faust im kleineren Kreise für eigene Rechnung zu erledigen. Bevor jedoch eine von beiden dazu kam, griff eine unbekannte dritte Partei ein und schnappte beiden die Einbrüche und. die Beute weg. Als diese Dinge bei der Gegenüberstellung ans Licht kamen, gab es auf beiden Seiten recht verdutzte Gesichter. Beide Parteien gaben ihre vereitelten Absichten zu. Eine Spur der wirklichen Einbrecher haben die Ermittlungen noch nicht ergeben. Mitteilungen, die dazu dienen können, werden unter.Hinweis auf die hoben Bc- lvhnungen von insgesamt 33 000 M. im Zimmer K2a des Polizei- langung eines ausreichenden Siedl ungsgeländeS in der Potsdamer Forst unternommen werden. Eine Charles-Richet-??eranst»ltung. Der Friedensbund der Kriegsteilnehmer, Bezirks verband � Gioh-Bcrlin, veranstaltet am Donnerstag, ,den 2S. August cr., abends 7 Uhr, in der Aula des . Kaiferm-Auguste-GLmnaliums, Charlottcnburg, Cauerftr. 36,' zu Ehren des an diestin Tage selneg siebzigsten iSeburtstag begehenden bekannlen stau» zö lisch en Pazisiiten Charles Richek eine pazifistische Feierstunde. Es werden sprechen: Prof. Dr. P c r g e r Pfarrer Bleier und Rasenberge r- Koch. Eintritt, jür Mitglieder frei. Gäste zahlen 1 M. «Wtz. VMM'« Am Sonnabend, den 28. Angnst, abends T", Uhr, in Habcrlands Festkälen, Großer Saal, Neue Friedrichstr. 35: Wgmeike Mtäm- üO KMUm-MklMMseMz. Tagesordnung: Bericht über die politische Lage sowie die Neutr/rlitäts- crklärung Teutschlands und die Stellung der Beamten und An- gestellten.hierzu. Referent Genosse Max Groger. Bericht über die Tätigkeit des Reichsbeamtenbeirats. Referent Genosse Max Gronefeld t. BezirkSverband Groß-Berlin. Beamtensekretariat. Präsidiums Nach wie vor«ftgsgeugenommen. Der Einbvucki bei Casalta kann nur von Leuten verübt sein, die mit der Oertlichkeit der Passage genau Bescheid wissen. * An der B ah n steigsperre schwer bestohlen wurde gestern eine Dame, die um 8 llhr vormittags mit dem D-Zug vom Stettiner Bahnhof abteisen wollte. Während sie an der .Sperre auf ihren Bruder wartete, stellte sie ihren Coupekoffer einen Augenbti� aus der Hand und neben- sich. Als sie nach kurzer Zelt ihn-wieder an sich nehmen wollte, sah sie zu ihrem Schrecken, daß er ihr unter den Augen gestohlen worden war. Sie'Machte An- zeige, aber die sofort eingeleiteten Ermittlungen blieben ergebnis- los. Der braunlederne Koffer, der öl) mal 30 Zentimeter groß- ist, war und blieb verschwunden. Er enthielt für 100000 Mark Schmucksachen, darunter ein goldenes Armband mit weißen Perlen, zwei Broschen mit Bvill-cmten, eine Halskette- mit 350 Perlen, ein Piatinarmband mit Brillanten und Rubinen, u. a. m. Die Perlenhalskette hat ein goldenes Schloß mit Brillanten und Rosen. Sie ist für drei Schnüre eingerichtet, von denen' aber-sine fehlt. Außer den Schmucksachen befanden sich in denn Koffer zwe» 'Auslandspässe aus die Namen Hildegard und Erna Krause. Die Bestohlene setzt'für die Wiederbeschafsuug des gestohlenen Gutes eine Belohnung von 10000 Mark aus. Der größte Teil der Goldsachen ist französische Arbeit und trögt den ffanzöstschen Staats- stempel. Mitteilungen nehmen Herr Kurt Gebert. in der ÜSar- schauer Str. 26 und die Kriminalpolizei im Zimmer 98, Haus- an ruf 549, entgegen,. Für Nadfahrer ve'.vokcllc Straßen. Die zrinehmenden Straßen- nnsälle, denen neuerdings zahlreiche Radfahrer zum Opj.er ge- fallen sind, lassen erkennen, daß die Bestimmungen der Straßen- polizeiverardnimg bezüglich des Verkehrs mit Zweirädern außer- ordentlich häufig übertreten werden. Die Straßenordnung ver- bietet das Fahren und Führen von-Zweirädern in folgenden Straßenzügen: Vom Brandenburger Tor bis zur Kaifer-SAilhelm- Brücke, ferner Svittelmarkt, Leipziger Straße, Leipziger Platz, Potsdamer Platz. Potsdamer Straße bis einschließlich zur Pols- damer Brücke. Ebenso ist auch dgs Kreuzen der Plätze untersagt, während das Kreuzen der Straßen im Zuge anderer Straßen ge- stattet ist. Es ist beabsichtigt, daß die Beamten der Verkehrspolizei, denen die-Ueberwachung des Verkebrs in diesen Straßen obliegt, die Uebertreter der Vorschriften feststellen sollen. Richtigstellung. Der Verfassen des Artikel?„Groß-Berlins Grünflächen Politik" in unserer gestrigen Morgenausgabe bat versebentlich den Märchenbrunnen des FriedrichShains in den Humboldthain verlegt. Es handelt sich selbstverständlich nur um ein Versehen, was hiermit richtiggestellt sei. Kasernen für Wohnzwecke? Um der Wohnungsnot in P o t s- dam abzuhelfen, hat die Sozialdemokratische Fraktion dem Stadt- Parlament einen Antrag unterbreitet, in dem der Magistrat ersucht. wirh, beim. Reichswehrministerium wegen Ueberlassung von Kasernen vorstellig zu werden. Ferner sollen Schritte zur Er- Sport.' Das Dauerschwimmen des Arbeiter- Tchwiui niversins Tegel. da? am Sonntag stattfand und die Strecke von Tcgelort bis Tegel zu durchschwimmen war. wurde Gon folgenden Krcisvereinen bestritten: Freiheit, Falkenhagen, Weißensee, Hennigsdoff, Charlottenburg.' Die Resultate der 3300 bis 4000 Meier längen Strecke sind: Männer: t. Freiheit tKießler Alleingang) in 64 Min. 14 Sek, 2. Falkenhagen 4(5 Mann) in SS Min. 25 Sek., 3. Weißcnsce(5 Mann)- in 53 Min- 52 Sek., 4. Char- lottenburg(5 Mann) in 63 Min. 22 Sek. Damen: 1. Weißenice ksüns Damen) in 70 Min. 35 Sek., 2. Tegel(5 Damen) in 73 Min. 4Z Sek. Jugend: 1. Cbarlottcnburg(5 Mann) in 63 Min. 45 Sek.. 2. Tegel (5 Mann) in 71 Min. 35 Min. Omnium in Treptow..Die Rennbahn Treptow wird am kommenden Sonntag, den 23. August, mit ibrem. erstklassigen Programm auswarten. Die Hauptnummer des Tages bild-t das klassische Rennen.Omnium", welche- in zwei Borläusen über.je 30 Kilometer und einem Endlank über gleichfalls 30 Kilometer führt. Es sind zu diesem Rennen 6 Daucriahrer engagiert- Dem Kölner Dauerfahrer Christian Müller werden sich Otto Pawte, Jean Weiß, Fritz Hossmann und Franz Krupkat gegenüberstellen, während' mit dem ß. Fahrer noch die Verhandlungen schweben. Skarabae ist aus der Fahrt- von Köln nach Hoppegarlcn verunglückt, indem er sich eine Schulte: Verletzung zuzog-— Bann wart iü voü dem Rcnnsiallbcsitzcr Robitschck an einen Herrn Schaechter weiterverkauft worden. Groß-Sedmer partemachnchken. Heute, 25. August: 2. Abt. 7,/j Uhr Mitgliedcrvcrsammlnng Jugendheim. Vortrag, de? Redakteurs Klubs: Die letzten politischen Ereignisse. 4. Abt. Gemeinsamer Zohlabcnd 71/j Uhr im Nationalbof. Dülow- straße 37. Tagesordnung: Referat des Genossen Weber über dle politische Lage und Bericht vom Bezirkstag. 5. Abt. Zahlabend in den bekannten Lokalen. ö. Abt. 7ff,.llbr Zahlabend�in solgenden Lokalen: Wanke, Lankwitz- ftraße- ö; Simon, Belle-AIIiance-Str. 30: Fodtte, Fidicinstr. 3S; Höring, Friescnstr. 23; Schuster, Willibald-AlexiS-str. 17; Khschti, Noftizstr. 12; Sadcinski, Waricndorser Str. 6; Weidner, Noftizstr. 63; Kramer, Fürbringer st ratze 36; Schult, Mariendorser«tr. 5. IU. Abt. 7 llhr Zahlabeud in folgenden Lokalen: Dartz, Lausiber Straße 52; Hebcstrcit, Reichcndergcr Str. 127; Minnig, Forster atr. 36; Mai, Reichen berger. Ecke illatiborstratze. 25. Abt. 7!i2 Uhr Zahlabgnd in d.cn bekannlen Lokalen. 31. Abt. Zahlabend: Bezirke 1 und 2 bei Busch.- Schivelbeiner Straße 40; Bezirke 3, 4, 6, 3, 12 und 15 bei Fürst, Seeiower atr, 18; Bezirke 5 und 7 bei Meißner. Schivelbeiner Str. 34; Bezirke 8, 10 und 11 bei Goldfchmidt, atolpische, Str. 36,; Bezirke 13 und 14 bei Hahn,, Finn- ländischc Str. 10.' r 1 32. Abt. 7�z Uhr Zahlabcnd bei Blessin, Stargarder Str. 3, mid bei Katter. Gleimstr. 45,, ktti. Abt. Zahlabcnd in den bekannten Lokalen. 33.— 36. und 44—45. Abt.(Arbeitsgruppe Gesund. brunnen— Rosenthaler V o r st a d t). Sangeskundige Genossen. die gewillt sind, einem neu zu gründenden Geiangschor beizuireten, werden gebeten, ihre Adresse beim Genossen Max Köhn, Hussitenstr. 34, v. 2 Tr.. mitzuteilen. 3K. Abt. 7-/2 Uhr Zablabend in den bekannten Lokalen. 39. Abt. 7 uhr bei Berger, Ecke Levetzow- und Jagowsttaße, Dis- lussionsabend. 43. Abt. 7 Uhr Zahlabend bei Mover, Pankstr. 82. 44. Abt. Zablabend Bezirk 805, 806 und 813 bei Kerfi», Pankstr. 60. Alle übrigen Bezirke im Klassenzimmer der" Schule Kristiania-, Ecke Freien- walder. Straße. 45. Abt. 7 Uhr Zablabend bei Pose, Koloniestr. 15.-' 46. Abt. Zablabcrtt in den bekannten Lokalen. 48. Abt. Zahlabcnd in den bekannten Lokalen. Sozialistische Schülericktion ftlrost-Beriiu. S\V 68, Lindcnstr. 3, Zcntraljugcndhcim. Leseabcnd, I- Vorstand der Arbcitsgcmeiu�chaft sozialdemokratischer Lehrer, nachm. 5 Uhr Sitzung im biatskellcr, Königstraße. Tagesordnung: Arbeitsplan für das Winterhalbjahr. .Hohen- Neuendorf. 8 Uhr' Mitgliedermfammlnng im Lokal von Schufita. Ruhwaldstr. 46. Vortrag des(sicn. Mdise über die politische Lage. Erscheinen aller Mitglieder erwmtet. Parteifreunde haben Zutritt- Morgen, 26. August:- Inngsozialistische Bereinigung(S- P. D). Die Ausgabe des Werbematerials sowie der Eintrittskarten für unsere- große Kundgebung rrsolgt am Donnerstag 7 Uhr im Saal der Juristischen Sprechstunde.'Alle Ortsgruppen müssen vertreten sein. Die Sammellisten sür die Reichs.' konfercnz sind bis spätestens Miitwoch dem Genossen Wegner, Eulerstr: 8, zw übermitteln..• Lichtenberg. Sitzung der Elternbeiräte! Gesangssaal des Cäeilicn- Lyzeums, Rathausstrdße: Fortsetzung des Vortragszyklus. Die'Ausbildung des Körpers. Rcserent: Genosse Lehrer O. Laatzig- Aussprache. bj Mit öcr Etappe. Von Scholem Alechem. T i e E t a p p e s c tz t s i ch i n B c w e g u n g. Bis zu dem Tage, an dem sich unsere Geschichte- ereignete, ja bis zum letzten Augenblick, glaubte der Teplik-er Millionär, Tchalom Beer. Tepliker ans Tcplik, nicht, daß mctn ihn per Etappe nach Geißen schicken würde. Während her ganzen Zeit bemühte er sich, machte schriftliche Eingäben und nutzte alle stitte Beziehungen aus. aber IZlissetski setzte seinerseits alles mögliche in Bewegung, damit unser-Tepliker Millionär den Spaziergang von Teplik nach Geißen mitmache, und zwar auf Schnsters Rappen „Du wirsff schon gehen,— mit deinen eigenen Füßen", sagte zu' ihm Haman Fwanowitsch nach seiner Art halb russisch, halb jiddisch. Wie zum Trotz war es ein Heller, warmer Sommertag. Wie eft: Bräutigam vor der Trauung kam die runde, feurige Sanftenkligel fröhlich wie ein Held hervor, um die große Himmelreise anzutreten, alle mit ihrem Glanz zu bestrahlen und ihre Wärme aus alle herabzuMden. Niemand sollte der Hitze entgehen, während die Sonne brannte und die Erde wie ein Kalkofen erhitzte. Die Geschäftsinhaber verließen ihre Läden, die Handwerker ihre Werkstätten, die Lehrer ihre Schulen �—, alles vannte, zu schauen, wie der reichste Mann der Stadt mit der Etappe ffortgeführt wrrde. Während die Tepliker Juden den Millionär betrachteten, wie er mit her- abgelassener Nase dastand, flüsterten sie einander zu, daß man daraus eine Lehre ziehen müsse. Aber in ihrem Innern frohlockten sie und empfanden eine tiefe Befriedigung. Mit- leid hatten sie nur mit dem roten Beril und den: Jüngling Henich. Für den Reichen wurden-geflkochtene Strietzel, gebratene Enten und alle möglichen anderen Vorräte für den Weg her- beigeschleppt! für den roten Berit brachten seine Frau und Kinder Brot, Fische, Kartoffeln und ein Bund jungen Knob- lauch. Nur Henich bekam nichts für den Weg mit. Da schau- ten fremde Leute einander an, spendeten aus Mitleid ein paar Groschen und kauften ihm ein Brot und etwas Fifche und Zwiebeln. Alle diese Speisen wurden dem Etappensührer übergeben, der sie fröhlich entgegennahm und versprach, daß alles unversehrt unberührt bleiben'werde. Nun erschien Hanum Jwanowitsch ans seinem Balkon und befahl dem Etappensührer, loszumarschieren. Der Zug setzte sich in Bewegung, und'hinter ihm her ganz Deplik. Die Etappe bestand aus Lawrij Sotsti, einem zottigen Geschöpf mit einem zottigen Pelz und einer hohen zottigen Mütze! in der Hand hielt er einen großen, astreichen Knüppel, der an einem Ende mit einem dielen Holzknopf, am anderen mit einem spießartigen Eisenstück versehen war. Die gebra- kenen Enten und die gesalzeneu Fische nahm erjinter einen Arm, das Brot, die Strietzel und die übrigen Sachen.unter den anderen. Tie Dienstpaftiere versteckte er unter seinem Brusthemd. Der Zug marschierte im schnellen Tempo los, viel schneller, als man glauben könnte, weil nämlich unsere Arrestanten große- Eile hatten, der Stadt den Rücken zu kehren. Sie baten Lawrij Shtskft er möge doch die Gassen- jungen sorttrcibcn, die- sich nicht scheuten, den Zug bis jen- seits der Mühle zu begleiten.__. Lawrij erhob, seinen langen Stock mit der eisernen Spitze. und im Niff zerstieben die Gassenjungen und die Zuschauer wie eine aufgescheuchte Vogelschar. Als die Etappe nun allem auf freiem Felde zurückblieb, lief sie nicht mehr mit solchem Eifer, sie verlangsamte den Schritt und begann sehr bald mit dem Führer zu verhandeln, ob sie sich nicht ein wenig auf das grüne Gros niedersetzen und Atem schöpfen dürfe. Der Führer Lawrij S.otski war kein schlechter Mensch. Er gewährte die Bitte sofort, um so mehr, als er mich selbst ausruhen, sehr gern fineü Imbiß nehmen und von den ge- bratenen Enten kosten wollte, deren Geruch ihm während des ganzen Weges die Nase gekitzelt hatte. Von den jüdischen Strietzehn hatte er bereits im Gehen kleine Stückchen abge- bröckelt und gefunden, daß sie sehr gut schmeckten. Auch von den Fischen hafte er. gekostet, die mit Knoblauch ausgezeichnet mundeten.'Da die Arrestanten vorangingen und der Führer ihnen folgte, konnten sie nicht sehen, daß er kaute, nur wenn sie sich umdrehten, bemerkten sie es.und flüsterten es sich ein- ander auf jiddisch zu... „Der Bauer läßt es sich gut schmecken/' sagte de Reiche und betrachtete Lawrif, wie er gerade ein Stück vom Strietzel abbrach und in den Mund steckte..,? „Sag wenigstens„unberufen"," ulkte der rote.Bpril, wi gewöhnlich:„ich kann bei allen Heiligen schwören, daß wenn ich ihn ansehe, ich selbst Appetit bekomme. Was meinst du. Henich, hast du noch nicht Herzweh?"_._ Der Jüngling Henich schluckte den Schleim, wie ein Ochs beim Wiederkauen, und stammelte: „Behaupten kann ich nicht gerade, daß ich hungrig bin, ..>. aber trotzdem möchte ich gern etwas zu mir nehmen, wenn ich nur etwas- hätte." ,�Jch habe ja alles, es ist alles da." sagte der Reiche und blickte zu dem Führer hinüber. „Wenn es keinen Schnaps gibt, so heißt das bei niii nicht, daß„alles da ist","tzntgegntte der rate Beril und wie- derholte es auf russisch langgedehnt, damit der Bauer ver- stünde, was er meinte. „Nicht wahr, Lawrij, ohne Schnaps ist genau so wie ohne Zähne!" rief er dem Führer.zn. „Ganz recht," erwiderte der Führer vollkommen ernst. Man redete so lange hin und her, bis man beschloß, daß einer der Arrestanten, und zwar Henich, der Jüngling, der der jüngste war, nach der nahegelegenen Stadt Gronow, die höchstens ein paar Werst entfernt war, hinüberspringen und eine Flasche Schnaps holen solle. � Die beiden Arrestanten Schalem Beer aus Teplik und der rote Beril, garantierten sür ihn, daß er nicht ausreißen würde. Man setzte sich also mitten im Feld auf einer Anhöhe unter einem Baum ans den Rasen: die beiden Arrestanten begannen ein Gespräch, während der Führer den Blick auf den Weg nach Gronow ge- richtet hielt.(Forts, folgt.) 20. Zlbt. Sonntag, den S9. August: �ainilienauZflug nach Frted�ichstiagen. Trefnynkl morgens S'/j U!ir Bahnbof Fricdnchshagen, Sliagenbahii Schöneicher VormiltagS Besichtigung des Wasiermerle«; ?>'achzügler 1 Udr ParadieZgarlcn Nahnsdor'. Nachmittags Aclttpiele der Kinder nfw. Teilnehmerkarten beim AbteilungSoorsiand und bei Lenz. Slrasimannstr. 8, und den BezirkSsührern. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Lichtmelde. Ter Zk abiverein veranstaltet am Sonntag ein S o m m c r j e st in den Lichterjelder Fc'lsälen, Zcblendorler Strahe 5. <>>artenkonzert, Kinderbelustigungen, Hai, S-ZachS. Spiel«, Volkstänze uiw, sollen zum guten Selinoen des Feile« beitragen, F-stantang 3 Uhr, Spende» zur Verlosung rönnen abgegeben werden beim Genossen Hovoe, Lichterseide, Hindenburgdamm 128. Sämtliche Parteigenossen, auch die der Aachbarorte, werden um recht rege Beteiligung ersucht. Jugenüveranftaltungen. Glosie« Waldfest am Sonntag, den 2v, August, der Arbestsgemein- schalt Lanlwit-Maiiendort-Marienfeldc-Tinipelhos in Lichtenrade. Trenpunlt um V,2 Uhr Bahuhos Ltchtenradc. Testnchmerlarte 0,ö0 Vi.' Heute, SS. August: Cöpeoick. Bahernhos. Rudower Straße, Distu'sionsabend: Sander» erlebni'je.— Lichtenberg. Parka ue 10. Vortrag; Werdegang der Luch- druckerkimst.— Prenzlauer Vorstadt. Schule Seneselder Str. 6f7. Leleabend:.Heinrich Heine,— RoientlxUer Vorttadr. Schule Bergstr. d6, Diskussionsadend: Reichsjugendtag in Weimar.— Südost. lRcichcnberger Viertel) Schule iStogauer Str. 12/16. Vortrag: Sexuelle-Hygiene.— Wilmersdorf. Lberrealschule Seepark. Vortrag. Vortrage, vereine unö Versammlungen. Verband sozialistischer Lehrer und Lehrerinnen. ErtSgruvpe N e n k l n, Donncrskag, den 26. August, lldends 7> Uhr, Anzengruber» klame. Schulkino und Lehrsiirn. Gen, Böse.— Rcichöverciniguug ehemaliger»riegSgefangencr. Ortsgruppe B erl i n-Tr«pro w. Alle ehemaligen KriegSgetangenen von Treptow imd BaumsSuIenweg wer- den ersucht, zu der am Tonnerstag. den 26. d, M. fnichl Biiltwoch), abds. 7 Uhr, im Lokal van A. ftirmic, Grätzilraße 11, staNsindeuden autzerordent- lichcn Gcneralvcrsammlmig zu erscheinen. 'Wetteraussichten iür da« mittlere Rorddeutschland bi« Donnerstag mittag. Ziemlich kühl, vorwiegend bewölkt, im Küstengebiet weil- verbreitete, sonst mehr vcremzclte Negcnjälle bei mägigen aordwestlichenVinden. SM Krieae sfeßen wir wi6d«r unser.Urbin' aus Terpentinöl und ersTKiassigen Edel- Wftchsen her und bringen diese ganz hervorragende OLualifar unterder Bezeichnung r�rn- T�penUnölware A in PoSen mfr Bstndepole dA in den handel. czH�Ey ___ Am Mittlvoch, den IL. August, verstarb Schlagcmfall Herr/ durch erneu 1627b Heinrich Rose im Alter von 68 Jahren..Ich verliere in dem Evt- schlafenen einen fleißige» und treuen Mitarbeiter, we man ihn selten findet. Werde dem Heimgegangenen ein treues Andenren bewahren H. Nusshmum. Stockfabrik, Beffelstr. 10. Am 22. August verschied Brach langem, schwerem Lei- J den unser langjährig Mit- « arbeite r, der EchnstseAer MliI Klamm Im S6. Lebensjahr•. Wir metoen sein Andenken Iii Ehren halten, 01c Setzerkollegcu uer Bachdruckerel H. S. Hcrraann& Co., ABieilung �Düring-'. Die Einäscherung findet «Iii Donnerstag, mittags 1 Uhr. im Lreinatoriüm iSerichistraße statt. in blülten, Gckäs und Beinen. D» Schwer» Fälle in 15 Ta�. beseitigt werden, hieiübcrjin- antastbare Hesteifplge bestehen und Referenz (»▼alldenstr. 106 von 9—3. Jaeoim SpeziaJarzt Dr. nied.V/ockeDftJl Friedriclistr.lü ÜTAT& irotmt. 11—1. Simhiiis, Horn-, Kr.usnieidew BiUtunterfuch. erchnell», sichere. i chmerzio i eH e>, ig, ohne Jerufesiörung. Teiizahig.» ör. med. Mtermo Haut-, Harn-, Unterieioeltid n.Männ.u. Frauen.Biuiunters. 'nvalidenstraße 55, Ecke Ihansseesir, Stett. bhi. Spr. Viichentäglich Jl-l, ! Runzein scharf: üllge. Krähen- > süße. Stinnauen«erschwwde» einzig nur nach biologisch. Per- fahren durch /zufübrung nenei!. dem narürlichen Hauisett innig oenmmdter szeNsubiiani„Reichel« homogenen Lecstbinhaui» Nährstoff" Urem« TVlana"-. Erfolge über Ermatten. M. und 14 53. Otto Retchol, Beritu 43. Eisenbahnstraste Oieo« nt.�-Qualittt lit In»hen Letthcrien lu haben FabriK; Urban u 1 e m m, Char i»f senkirg. Alatheus Schmidt& Ca., Weinkellereien Haupthureau Pi, Petrussir. 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Setshtei Die Wahrheit A Di« Gewerkschaft», und Parteiführer der Sozialdemo- ! r a t i e und der Unabhängig'«» in Kattowitz geben nach» 'olgende gemeinsam festgelegte authentische Tarstellung der Ereignisse in Oberschlesien: Andauernde französische Truppenverschisbungen, angeblich zu Manoverziveckm, erweckten den, Eindruck einer perschleiertsn lsiransporfbewegung nach Polen. der rege frcm- zostsch« Lastautsvertehr«rregre Verdacht. Am Sonnal'end, den 14. August wunden französische MtlitärtranSporte von Oderbeqz üosr SRatibor nach Gleiwitz, also in der Richtung nach der polnischen Grenze, umgeleitet. Der Betriebsrat der Eilei'bahner erhielt vom Trantpsrtfvhrer zweideutige Auskunft. Infolgedessen wurde nicht nur dieser Transport, sondern auch die nachfolgenden in R atibor und an anderen Zwischen noiionen angehalten.� ES tum dahej bereits zu bedrohlichen Situationen, da ein französischer TranKportleiter seine Mannschaften schütz fertig machen lieh. Deshalb beschlossen am Sonntag, den IS. August, die Eisenbahner, keinen Zkraniport ohne-völlig Karen Ausweis durchzulassen. Für den Dienstag setzten die Parteien und die Gevxrkschaften Per- fammlungen an, um eine strikte Innehalning der Neutralität durch- zusetzen und gleichzeitig zu verlangen, dafe jeder Hebert ritt Beajttffnettx Polen über hie Grenze verhindert werde. Denn die» polnisch«» Ueherfälle auf deutsche Veranstaltungen 'n Oberschlesie» hatten sich in den letzten Tagen sbnehm vermehrt. Deswegen sollte der unbedingte Wunsch nach Frieden und Ruh« i». Lberschlesieiz dokumentiert werden. Zu der vorbereiteten Äon- ferenz waren alle, mahgebenden Arbeiter-, Angestellten-� und Be- amtenorganis ationen geladen, darunter mich die christlichen und Hirsch-Dunckerschen Gewerkschafterl. Ein stcbenstündiger Demon- strationsstreik war mit den Versammlungen verbunden. Trotz eine» Korfanttzschen TwohaukrufeS setzte der Demgnstrationsstreij Dienstag muttag, Punkt 12 Uhr, ein und- war abesids 7 Uhr mtt dem Wlockenschlag beendet. Die gesamte bürgerliche BevSlke- rimg erklärte sich ohne jede Abrede solidarisch, ünd alle Geschähe schlössen, trotz der vorhergehenden polnischen Boakottdrohung. Ge- mäsi der Instruktion haben cht« Redner in den Versammlungen nirgends auch nur die geringsten Angriff«- sei eS auf die interalliierte Kommission oder auf die Polen gerichtet; sie haben lcd-qlich die erst am gleichen Tage gegenüber dem deutschen Volks- a.stimmungskommissar Fürsien Hatzfeld abgegebene NeutratitLtSerkliirung de» General» Le R»«d niitgeteilt und Kontrvllinstanzen für die Bahntransporte gefordert. In allen Versammlungen haben die Redner ausdrücklich zu unbe- dingt« Ruhe und Ordnung gemahnt. Di« NeutralitätS. Demonstrationen haben denn auch nirgends zu Zwischenfällen ge- sithrt— mit A'uSnahme von Kattowitz. Zier hatten die Franzosen schon um 8 Ubr nachmittag» 150 Meter vor dem Gebäude der Interalliierten Kommission Ka- vallerie ausgestellt, die von der Menge zunächst ledigl'ch auS Neu- p erde umdrängt wurde, da in Kattowitz iranzösische Kavallerie bisher unbekannt war. Warnungen der Behörden und Gewerk- schaftsvertreter, von vornherein Militär«lt blanker Wesse aufzustellen, verhallten ungehörig die Straße wurde nicht frei- gegeben. Infolgedessen nahm d« DemonstrationSzug«inen anderen Weg. Es' war jedoch eine Menschenmenge zurückgeblieben, die sich vor den Truppen staute uz�d durch Wortwechsel mit ihnen in immer größere Erregung.geriet. All» eZ dann zu einem Zusammen. stoß mit zwei französischen Soldaten kam. die vom Bahnhof kamen, ging die Kavallerie mit ungefähr zwanzig Reitern- zur Attacke über und schlug mit flacher Klinge ein. Tie Menge und die Reiter waren bald in den engen Siratzen eingeklemmt, so dah die französische Abteilung nach etwa zehn Minuten Kebrt mach:e und ein gestürztes Pferd zurücklieh. Nach diesen anscheinenden Erfolg lieh sich di« erregte Meng« von den Ordnern n-cht mehr zurückhalten. Es mutz jedoch ausdrücklich bemerkt werden, daß einzelne noch unbewaffnete Franzosen nicht angegnffen, viel- mehr bereitwillig durchgelassen wurden; die Erregung richte.e sich nur gegen die Truppe mit der blanken Waffe. Ängssicht» der Erregung b« Mass«, in der sich fetzt hauptfächlich ehemalige Kriegsgefangene und junge Burfchen befanden, forderte das EewerkschaftSbureau abends VjS Uhr den Oberst DIanchard auf. die Kavallerie zu entfernen und die übrigen Truppen zurückzuziehen, wa» auch geschah. Je- doch war die Erregung der Menge nicht mehr zu dämmen, seit- dem aus dem Gebäude der Kommission heraus ein Offizier hatte auf die Masse feuern lassen und nachweislich zwei Hand« nuteten geworfen worden waren, wobei«S zu dem traurigen Irrtum kam, datz ewe von ihnen au< dem Haui« des polnischen Arztes Dr. M i elitzka geworren worden wäre. Die.Meng« sandte m das Gebäude der Kommandantur eine Deputation von zunächst vier, später etwa zehn Mann, die die Entwaffnung der Truppen for- derte. Ein Organisationsvertreter war nicht dabei, dafür mehrere Leute mit Verwundetenabzeichen und drei junge Burschen, von denen auch einer angetrunken gewesen si'ein wag. Die Franzosen, die mit ihnen verhandelten, schienen völlig ratlos Li sein. Erst um HU Uhr abends rief Oberst Blanchard die Ge- wkekschoftSvertret« zu Hilfe, um zu vermitteln. Die unverantwortliche» Element« liehen sich ab« von den Arbeiterführern nichts sagen, sondern er. klärten sie für„schlapp". Der französische' Kommandeur sagte aus- drücklich zu.- datz der Offizier, der auS dem Haus« habe.sch'.etzen lassen, vor Gericht gestellt werden sollte. Die Forderung. auf Gut- -waffnung konnten sich die Gewerkschaftsführer nicht zu eigen machen,'sie machten fedock als gebetene Vermittler den Vorschlag, die etwa 400 Soldaten sollten ihre W-mm unter einer besonderen WaSe im Saifte zurücklassen und sich selber von der Sicherheits- Polizei in die Kaserne geleiten lassen. Der französische Militär- befeblsbab« beharrte jedoch dabei, datz«S weder mit der Ehre. noch mit d« Sicherheit der Truppe vereinbar sei, die Waffen abzulesen. Während dieser Verhandlung kamem neue Gestalten von der Ltratze heraus, die zum Teil ganz unsinnige Forderungea stclltsn, z. B., datz. die Truppen mit erhobenen Händen abmarschieren sollten. Wir wiesen solch« verrückten Forderungen- energisch zurück, verliehen dann aber, da unser VermiftlungSvorschlag abgelehnt Man das Hau» zugleich mit der unverantwortlichen Deputation, wobei wir noch einmal feststellten, datz nur durch die Postierung des vielen Militärs auk der Strohe die unglückliche Lage entstanden wäre. Beim Verlassen de» HaüseS suchten wir die M'ng«� zu beruhigen, in dem wir sagten, datz kein Soldat mehr auf die Ätrahe kommen werde. Ein großer Teil der Leute ging nach Hause, aber eS blieben noch Tausend: auf den' Straßen, und in der Dunkelheit begann eine Schießerei, die bis morgen» s Uhr andauerte. Am folgende» Morgen kam es nachmittag» zu einer Menschen. aeff am mlum g vor dem polnischen Plebiszit- Kommissariat, in dem pol-ssische HüfSmanr'-basten au» Beuchen waren und wo nach einer am Vormittag gefallenen Aeuherung des Nationalpolen Schablitzki Waffen liegen sollten. Während die Menge im weiten Halbkreise um daS Hau» stand, drohten die Polen au» den Ken- stca» mit Handgranate« und fingen plötzlich an, damit ans die »er Gberfthlesien. .Straß« zu werfe». Dadurch wurde eine Anzahl von Personen mehr oder minder schwer verletzt. Es entspann sich dann ein reyol- rechtes Feuergefecht zwischen der herbeigerufenen Sicherheitspolizei und den Polen, welche die Räumung des Hauses abgelehnt hatten. Da die Polen an einem Fenster und auf einem Balkon auch M«- fchiucnßewfhre aufstellten und bis abends H9 Uhr nicht zur Ein- siellung des FeuorS zu zwingen waren, wurde in den unteren Räumen des HouseS Strohfeuer angelegt, und«st nach starker Rauchentwicklung kam da» rasende polnische Feuer zum Schweigen. Die Sicherheitspolizei drang nun in da».Haus ein und nakm die dort beftnMichen Polen fest. Der Rest wurde bei einem Flucht- versuch über die Dächer gefaßt. Die Sicherheitspolizei konnte die Verhafteten, nicht davor schützen, daß sie von der erregten Menge zum Teil erschlagen oder schwer verletzt wurden. Daran schlössen sich die bedauerlichen Nngrifse unverantwortlicher erregrer Trupps auf die„Gazeta Ludowa' und andere nationalpolnifche Geschäfte und Restaurants. Während also am ersten Tage lediglich, der Gegensatz zu den Franzosen in die Erscheinung getreten war. waren die Ereignisse des zweiten Tages ausschliehlich vom. »tttisttolen Gegensatz zwischen Deutsche» und Pol,» beherrscht. Di« Franzosen haben sich am Mittwoch um ihre Aus. gab«, die Ordnung aufrechtzuerhalten, überhaupt nicht gekümmert. sondern sich völlig p af ki v verhalten. Sie waren/ bis abend» 7 Ubr in der Kommandantur geblieben und dann in weitem Bogen um das umkämpfte. HauS in ii-re Kaserne gerückt. Der von ihnen verhängte Belciigerungsznstand wurde überhaupt nicht durchgeführt, so daß der allgemeine Eindruck entstand, ei werde ein falsches Spiol getriebsn lund die Franzosen glaubten, die Polen würden dank ihrer Bewaffnung'die Oberband gewinnen. Erst am. Morgen des Donnerstags erschienen die französischen Panzer zu to» auf den Srratzen. Ve feuerte»»»hllai ff» die Fenster bineln und feuerten auch auf die Arbeiter, die friedlich zu ihrer Arbeit gingen. Sie verwandelten das Theaiergebäude. in«ine Festung. Sie Hobe» das deutsche Plebisssit-Kommissariat aus, obwohl es in kerner Verbindung zu den Neutralitätsdsmonstrationen vom Dicns- tag stand. Zur strengsten Durchführung de» Belagerungszustandes haben Vertrauensleute der Gewerkschaften mit Armbinden in den Abendstunden geheifen, das Publikum von den Stratzen zu bringen. Gegen Abend fand bei General Gracier jene Unterredung statt, i» der un» die bevorstehende Verhaftung angedroht wurde. Die Rode Vraciers konnte lediglich als sine Heraus- fordtrung der erschienenen Partei-- und Gewerkschaftsführer wirken. die ebenso wie der anwesende Polizeipräsident, der Vertreter des Bürgermeister» und der Kommandeur der GichercheftSpolizet, Ge- nsral Hoffmann, alle» in ihren Kräften Stehende getan haben, die Zusamnienstohe sowohl mit den Franzpsen wie mft den Polen zu verhindern. Lediglich das kopflose, einerlei ob crnS Unklugheit oder Absicht herausfordernde, dabei völlig widerspruchsvolle Verhalten der. sranziisischen Militärleituig hat im Gegensatz zu allen übrigen Ortschaften in Kattowitz die geschilderten Ereignisse zur Folge gehabt. Ter Freitag fand dann de» ganzen Oststreifen der oberschlefischen Ewenzgebiete von pol- nifchen Fnsurgenten besetzt, die sofort die Mle Ppmpathie der Franzosen fanden. Wir stellen daher Iffentlich fest: � 1. Den ganzen BsrzSngen lag nicht» andere» zugrunde olZ der einfache Wille zur unbedingte» Neutralität und zur Erhaltung von Ruhe und Friede» im Lande. 2. Die allgemeine Besorgnis über die bedroht erscheinende Neutralität Oberfchiesiens hat zu sronta»en Kundgebungen au« an solchen Orten geführt, die von den Gewerkschaften über die geplante Demonstration nicht benachrichtigt werden waren, z. B. in Leobschüb. Kofel, Lublinih, Tarlowitz usw. 3. Die Tatsache, daß überall dort, wo bei der De»»nstration kein Militär aufgestellt wurde, der Berlauf ruhig war, liefert deu klaren Beweis, datz kein» deutsche Organisation irgendwelche Putschab sichten im Schilde führte. 4. Die Borgänge haben darüber hinaus aller Welt bewiesen, datz c» im Gegensatz zu den Pole» auf deutscher Seite weder eine Waffenorgauisation noch überhaupt Waffen in nennenswertem Umfange gibt, den» sonst hätte keine Macht der Welt verhindern lönneu, datz sie jetzt angesichts d-i polnischen Aufftandes in die Erscheinung getreten wäre». 5/ Tie von Korfanty gestützte Auffassung der Franzosen, datz ?S sich bei der Demonstration, um eine b o ls ch rw i st i s ch e Be- wegung gehandelt Hobe, wird durch die ganze- Entstehung der De- monstration, wie auch durch den vorstehend geschliderten Tatbestand der weiteren Ereignisse, eindeutig widerlegt. 6. Wir halten eS endlich für unsere Pflicht, zu erkläre», datz die deutsche Sicherheitspolizei sich über alles Lob erhaben gezeigt und sich in jeder Weise bewährt hat. Gleiwitz, den 21. August 1920. H auSke, M. d. L-, Parteisekretär. karger, M» d. M., GewerkschaftSsekretär. Lauschner, Stadtverordneter, Parteisekretär. »Gerhard Speil, Stadtverordneter, GewerkschaftSsekretär. Sürgerwehrsn in Gbeesthiesten. Kattowitz, 24. August.(WTB.j In Katipwiy Stadt und Land ist unter dem Vorsitz des französiichen Hauptmanns Alanne eine .Oualistziecungsftomrnission. bestehend au» drei Deutschen und drei Polen gebildet worden, die die Organisation von Bürger» wehren in Angriff nehmen soll. Tie Zusammensetzung dieser Bllrgerwehren soll nach der Srärke der Noroualitäten auf Erund der letzten Gemeindewahlen erfolgen. Di« Slärke der BLrgerwehr soll der Slärke der Sicherheitswehr enisprechen. Zu den meisten Landkreisen ist nun auch die Stadt R iz b n i i in die Hand der Polen gefallen. ES wird berichtet, daß die Auf- ständischen beim Erscheinen französischer Truppen die' Waffen ver- stecken, worauf man sich verbrüdert. Die Italiener dagegen sollen streng und gerecht borgehen. Jedenfalls find bisher irgendwelche Verhaftungen von Bandenführern usw. nicht gemeldet. Der italienische Oberst Pesenti hat den Pole» im Smed- kreif« Rhbnik ein Ultimatum auf sofortige Waffenablieftrung gestellt, widriger.ralls er sich gezwungen sehen mühle, die aller- schärfsten Mahnahmen gegen die Banden zu ergreisen. Der Verband der Bergarbeiter Deutschlands protestiert mit allem Nachdruck gegen die Vergewaltigung der ober« ichlestichen Bevölkerung durch zum Teil landftemde polnische be- waffnele Banden und ersticht die Interalliierte Kommission, die deutsche Regierung und die oberichlesischen Behörden, ungesäumt für ausreichenden Schutz zu sorgen. Angesichts der polnischen Auf- srandsbewegung sei da» vereinbarte Ueberschichtenatt»»»»» zurzeit «cht»nrchznfihreu. j > Wirkung in öie Zerne. Bochum, 24. August. sEigeeter Dva-Htbevicht de»„Vorwärt>5".) Im rheinisch- westfMfchen Industriegebiet macht sich eine steigende Erregung gegen daS radikale Polen tum bemesssiiar, die in einer van mchoeren imsiend Personen bes uchien Protcstoer- sammlung ihren Ausdruck fand. Es würden Resolutionen ango- Nammen, in denen die Ausweisung der. radikalpolnischen Assi- ta-lor'n und der Sokolisten sowie aller nach der Revolution einj'» wanderten Polen, scharfe Kontrolle des polnischen UmzuaSguics, Beschla�nahrnc der polnischen Bank- und Sparkassen guch-abcn zuni Austausch der deutschen Guthaben in Polen, polizeilich« Kontrolle der polnischen Versammlungen und das Verbot polnischer Umzüge und Provokationen verlangt wurden.(Do peitscht ein Ratimiasi». müs den andern auf!) Aoinische? NeutrslitZLsbruch in Gstpreußz'N. Alle»st ein. 24. Auzust.(WTV.» Di-.Mensteinrr Zsltung" meldet: B-i Groß-Leschienen, KrriS LrtelSSurg, drangen polnische Truppen einige Meter über dir Grenze und entwaffneten bereit» übergetretene Russe». Nach einer Mitteilung au« Koslau haben die Polen am 22. August m S-ldau und Jllow, je einen Deutschen-au« unbekar.nten Gründen- r s ch, s s- n. Wie das„Allensteiner BoikSblotft' meldet, wurden in Löbau der deutsche Superintendent CzaSnq und alle Deutschen, die geflüchtet waren und zurllckgekehrt sind, »erhafret! Ruffen übergetreten. Königsberg j. Pr., 24. August.(WTP.) Alle Maß nahmen z-u.n Schutze der Grenze sind geftoffen. Reichswehr. SicherheiKpolizei, aufgebotener Selbstschutz und fteiwillige Helfer aus der Pevölkc- rung sind eingesetzt, um die Massen der Uebergetretenen zu ent- waffnen, zu inwfnieren und zu bewache» Al» JniternierungSlaiger dient bis zum Abtransport da» Lage? Arys. Best» der: Zwischen- fälle haben sich bi» jetzt nicht ereignet. Die getroffenen Maß- nahmen bieten jede Gewähr für die Durchführung de» zur Wahrung der Neutralität Nötigen. 24 000 Russen sind bis jetzt übergetreten. KöliigSborg, �4. August.(S8TB.) Dem westlich der Linie Chorzele—Mlawa abgeschnittenen?. russischen Kavallertekorps jst der Durchbnich eine« gröszeren Teile» gelungen.. Der Uebertritt rufst- scher Truppenteile verstärkt sich..- Da die Reich»- und Sicherheitswehr nicht ausreicht, sind on der Grenre die Oriswehren aufgerufen und sollen bewaffnet werden. Die Russen kampieren im Freien. Die Entente ist um Schiffsraum zu ihrer Abbeiörderung au» dtr Nähe de» Kriegsschauplatzes ange- gangen worden. Da sie uns bisher nicht einmal den Schiffsraum kür die 100 000 Geichenk-Milchkühe au» Amerika geliefen hat, dürfte sie noch weniger Eile damit haben, diese Russen wieder nach Bol- schewistien zu befördern. Der polnische Noroflügel drängt den zurückgehende» Resten der vierten bolschewistisch«« Lnnee scharf in der Richtung auf Kolno nodh. DaS Zentrum hat nach Vcrnichiung starker Teile der bolfche- wisliichen 15. Armee Lomsha erreicht und befindet sich im Vormarsch vor Bialhstvk in nördlicher Richtung. In der Gegend von Brest» Litowsk und Tholm vergebliche Gegenangriffe der Volichewisten. Auch in(Balisien haben die polnischen Tuipven den Vormarsch aufgenommen und den Vug nördlich und östlich von Lemberg über- schritten. Polnischer Bericht. Warschau, 24. August. Nach harten Kämpfen haben wir PraSnvsch und Mlawa besetzt und die letzten Rückzugs- linien für, die.panikartig flüchtenden feindliche» Truppen ab- geschnitten. Dadurch wurde das Gros �„ vierten. Sowjet- arme« und das ganze dritte russische Kav. lleriekorps einge» kch k.o s f S n�Tie ungebeure Beute kann noch nicht gezählt werden. Wir habt» Soldau besetzt umd dadurch die Bolschewisten von Norden her abgesperrt. Der Narewfluh siiSlich. von Bialystok ist über- 'chriiten. Feindliche Abteilungen, die bisher in der Gegend von Lemberg operierien, befinden sich in vollem Rückzug und werden von unseren Truppen scharf verfolgt. Wir nähern uns der B u g l i n i e. Der Feind hat sich von Stry zurückgezogen. Dls Werkstatt der Verieumöer. Die IV. Fevienftraskaanmer des Landgerichts I, wird sich am Freitag wieder»rit einer Anklage zu beschäftistn haben, in der es sich um die Verleumdung handelt, daß Genosse Scheidsmann' für die Ermordung Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs eine Prämie von 100 000 M. ausgelodt habe. Diesmal richtet sich die Anklage gegen den ehemaligen Leiter des' Berliner Sicherheits- diensteS Erich Prinz. Der Angeklagte hatte dem Rechts- onwalt Nübell, der als Vertreter der Sklarzschen Prozehgegn-er Material gegen Sklarz sammelte, ein Heft mit Mitteilungen über die Tätigkeit des Hchnrich Sklarz im Polizeipräsidium überbrackst und dafür 1500 M. erhalten. Er bot dann auch dem RechtS- antvolt ein angebliches Schriftstück mit der Unterschrift Scheide- manns an, das die Auslobung der 100 000 M. enthalten sollte, und verlangte dafür d00 bis 600 M. Er hatte aber keinen Erfolg, da der Rechtsanwalt Nübell das Schriftstück alz Fälschung er- kannte. Die Fälschung dieser Urkunde bildet den Gegenstand der Anklage in Gemc-inschaft mit verleumderischer Beleidigung des Genossen Scheidemann. Zu der Verhandlung sind ein« größere Anzahl Zeugen geladen. die Zersetzung öer A. S. p. Der BesirlSleiier B e i l s ch m i d t des Deutschen Eiienbabner« verbände» für den Bezirk Halle hat on den Porteivorstand der U. S. P. in Holle ein Schreiben gerichtet, in dem er seinen AuS- tritt au« der U. S. P. erklärt. Er begründet diesen Schritt damit, daß die jetzige Politik der U. G. P. olle bisherige müh- selige Arbeit der Arbeiterbewegung zunichte macht. DaS Vorgehen gegen k trö b el wie gegen K a u t» k y habe gezeigt. welchen Weg die U.$. P. zu gehen gedenkt Alle diese Ereignisse haben ihn schließlich zu der Ueberzeugung gebrocht, datz da« Be- stehen der unabhängigen Parteiorganisation die gesunde Fortentwicklung der Arbeiterbewegung in Frage stellt. Genosse B e i l j ch m i d t ist wieder der S. Ä. D. beigetreten- Lekts Nachrickten. Banditen im. Ruhrrevier. In Recklinghausen wurde ein verwegener Straßenraub und mehrfacher Mord mittags um lü Uhr durch vier maskierte Räubsr verübt. Auf der Horneburger Straße wurde ein Zechen- subrwerk der Zeche Efcher-Lippe, das mit zwei Millionen Mark Löhnungsgeldern aus der Stadt kam. von vier m a»- ktert sn Banditen, die im Auto herangefahren kamen, sb.'r- fallen. Die Räuber schössen den. Kutscher und zwei Bezlei: Mannschaften nieder und raubten zirka«ine Million. Sie ens-ampu unerkannt im Auw, bisher fehlt jede Spur von ihnen. parteinachn'chten. Spaltung bcr Poalc-Zion. Nach l4tägiger Debatte besckiloß die Wiener Welttan'erenz der ziomstisch-sogialistischen Organisationen den Anschluß an Moskau. Daraus verließen die Verlreier der „Rechten" aus Nordamerika, England, Argentinien und eines Teils von Palästina(103 von 358 Stimmen) die Konferenz. U.-S.-p.-Räte. Im vergangenen Winter hat die Berliner Organisation der U. S. P. sich ein neues OrganisationSstatut gegeben und ihm tobten doch damals die Räteschlachten— besondere Nätekommüsioncn sür die einzelnen Distrikte eingegliedert. Im allgemeinen ist man wohl der Meinung, daß Räte, wie ja schon das Wort sagt, mit ihrem Rat und ihrer Erfahrung befruchtend auf- die Dinge einwirken sollen, für die sie als„Rat" gewählt wurden. Wenn das auch im gewöhnlichen Leben gilt, so doch noch nicht bei Revolutionären reinsten Gepräges. Nach der Dar- stell ung, die der Unabhängige Max Srwers in einem Artikel in Nr. 33 deS �.Arbeiterral" über die Tätigkeit oder, richtiger ggfagt, Untätigkeit dieser U.-S.-P.-Räle gibt, sind sie ein wunder- bares Beiwerk der Organisation der U. S. P. Siwers beurteilt diese Räte so:\% Per Kommission lag nun die Pflicht ob, die Äufgaben der kommenden Betriebsräte zu beleuchten über das, was wir von ihnen, verlangen. Aufklärung und Anregung in die Parteilreise hineinzutragen. Dieser Aufgabe ist fast leine der örtlichen Kommissionen gerecht geworden. Das lag daran, daß sie sich größten- teils aus Genossen zusammensetzten, die nicht befähigt waren, Aufklärung zu geben, sondern selbst solche erwarteten, die enttäuscht und entmutigt wurden, wenn ib n en ni ch t g l e sich a l l e s' fe r ti g und mundgerecht vorgesetzt wurde, weil s i e n> ch t b e g r i f f e n, daß eigene Gedankenarbeit er st den wirklichen In- halt ihrer Tätigkeit schaffen konnte. Wir leiden nun einmal an dem Zustand, daß das Gros der Arbeiterschaft zu wenig eigenes Denken ausbringt, und hierin will ja/ gerade der Gedanke, der im Reorganisationsplan stecht, Wandel schaffen. Er Ivill die Aktivität erhöhen, den Kreis der Mitarbeitenden und Mitbestimmenden unbegrenzt vergrößern. Mitbestimmen kann aber nur der, der.daS alte Uebel voll sich stößt, das Denken— anderen zu überlassen. Bei soviel geistiger Spannkraft ist c§ kein Wunder, wenn die kritisierten Räte von vielen Unabhängigen selbst als ein höchst übet- flüssiges Anhängsel ihrer Organisation angeichen werden. Mit lebhafter Freude wird übrigen? auch da?„Gros der Arbeiterschaft"— in diesem Falle der organisierten unab- hängigen— das Siwerssche Urteil über seine Denkfähigkeit begrüßen. In den offiziellen Proklamationen der U. S. P. klingt es freilich anders: da ist die Masie der erleuchtete Geist, der mit rc- volutionärem Feuer die Organisation befruchtet. Internationaler Metallarbeiterkongreß. Kopenhagen, 20. �August. sEig. Ber.) Der 8. Kongreß des Internationalen Metall- a r b e i t e r b u n d e s ist heute hier im Sludentenhaus zusammen- getreten. Seit 1Sl3 das erstemal wieder. Die vorläufige Präsenz- liste weist neben dem Juternationaleii Bureau 53 Delegierte aus 12 Ländern auf, die insgesamt 218l)eiterverband. Rollkutscher, Speditions- arbeiler usw. Frcilag, 27. August 1920, abends 61/, Uhr, im Lokal von Bocker, Weberstr. 17: Versammlung. Mitgliedsbuch legittmiert I T-erband der Fabrikarbeiter. Donnerslag, 26. August 1920, abends 7 Uhr: Versammlung aller in den Sauerkohlsabriken und Gurleneinlege- rcicn beschäsligten Kollegen und Kolleginnen im Gewerlschastshaus, Engel- uscr tö(Saal 9). Tagesordnung:„Urijere Tarisbewcgung". Verantwortlich für den redaktionellen Teil: H. Lepirc-äermsdorf: sür Anzeigen: TU. Glocke, Verlin. Verlag: BorwLrlS-Vcrlag G. m. b. H., Verlin. Druck: Vor- wärls-Buchdruckerei u. Veriagsaiestalt Paul Singer u. Co., Vertut, Luidcnstr. 3. Hierzu 1 Beilage._ aU'jUMIEU.igl'N-tgJWMlIMIWI I g ii KX«aoooanua:x«*orjr.xKPULajiJU-- ocjaccccc ccoocoticot.'x. od oc r-coaoc Großes Seiiaiispleihaiis. TVj Uhr: Lysisträta i I0.A.,5.A.1 Dorm.: Lyslslrala ni.Abt..5.A.) Frt.: Lysislrala(12. Abt, S.A.) Deutsches Theater. 8 Uhr: Floh im Panzerhaus. : Kammerspiele. 8 Uhr: Weibsteufel. Kleines Sctiauspieltiaai Fasanenstr. 1(Nähe Bhf. Zoo). 8 U.: Büchse der'Pandora. Schüler-Theater. Letzte Aufführung 8 Uhr: Rabenvater. Theater!. d. KSaiggrätzerStraße »/jS Uhr; Berliner Theater I�Der letzte Walzer C'enttFal-Theater uvi DieversctraiLPauiine. Dentgches OperrUiaa» 7u.: HoitaiisErzatiliiatp l>i»! Tribüne 8 Uhr: Bunbury. Priedr.-Willieimst.Tb. Vit Uhr; Bac. Kleinem Theater. iv. u.: Elise Lensing. KomiHf.he Oper vi, uhr: Liebe imUchnee. Sonnt, nehm. 3'/.: Liebe im Schnee. Premieren-Besetzg. Lu-itHpielbaus �vBeningetreiie Eckebart Jfetropol-Theater. Weeen Vorbereitung zur Premlere heute geschlossen. Neues Central. Theater u';- ßie Barne im Frack. Nene» OperettenhauM Geschlossen. In Vorbereitung, Die Csikosbaroness.! Xcuc« VolkNtheater! � uhr. üoffDiiag auf Segen. Sehlller-Theat. Oharl. Eröffnung der Winterspielzeit Dienst. Nathan d. Weise. Thaila-Tlienter 7v. u.: Hobeit die Tänzerin. Th.am XolicndorTpliUK uv? Elne'Uacht im Paradies Theater de« VTesten» u? Der ersten liebe goldne Zeit. Wailner-Theater Ünr; Die Frau im Dunkeln. WaShalla-Theater. 7v. u.: Die Inlernatiflnale. Bariets- Gass Volksbühne - Theater am Bülowiplatz. 7v.uhr: Zigeanerliebe Lessing-Tlieater. BoinineMspielze-it Aliabendlich 7V. Uhr; Dis Tänzerin (Lcopoldinc Konstantin, Haase, Hermann Thlmig.) Deuisehes Kilnsiler-Tiieater Allabendlich 8 Uhr; Clubleute mit Max Adalbert. Rose-Theater. V/t Uhr: Der Gral von Liixenilnirg. Residenz-Theater. Stadtbahn jannowitzbrllcke. Untergrundbahn Klosterstr. Allabendüch 8 Uhr: Der große Erfolg lüs Rasclilüiffs Sonntae 4: Der gute Ruf. frianoa-Theater. Bahnhof Frfedrichstraße. Allabendlich 8 Uhrc liansi Arnstadt in Untreu Sonntag 4: Der �torenfried Berliner Theater. Donnerstag, 26. August, t/»8 Uhr: Zum Ä0O. Male: NWWll Operette von Inliu» Brammer u. Alfred iSrllnwald. Musik oon Oskar Straus. Lasino-Theater lothringer Str. Z7.— Tgl.' S- Das gr. Eröttnungsprogramm mit dem neuen Schlager: Ksiorp's sei. Witwe und„Anschlifl! verpaßt". Singspiel mit Viktor Litzek. Sonnig. ZV,: Gebrüder Zorn. iAdmirals-Palast Juh'i'D.lust. Puppe Circus Busch' Gebäude. Täglich 7»/, Uhr:" Gr, Spezlalüät.-Vorsf. ? Perlas? Reiciishall.-Tiiealer Täglich VI, Uhr: Stettlner Sänger Sonnt. 29.8.: 1. Nachmitt. Vor Stellung z. halb.Preisen. 12009 StrauS- iedern zu verkauien, ca. V« Meter lang, Stück 1 M., 2 M., 3 M., 5 M.: da. Vs Meter lang 5 M., 10 M., 13 M 25 M. Muster gegen Nachnahme. Hesse, Dresden, Scheffel«tp«(Se. Armespistolen ns Parabellum i* Mauser 9 Miliimeter tauft uttb zahlt höchste Preise 11/ fliplüfl Berlin SW, li.lllcIIlc,KomtnandanIenstr.3g Theater a.Kottbus.Tor Tel.; Moritzplatz 14814. Täglich 7 V, Uhr: �Elite-Sänger. Vollstäridig neues Programm. Blflthgen-Konzert, Beginn 7 Uhr. Vorvh. I I-IV> 4-6 U. Crouicttffrostc 53-54 L. und M. Lee Walter Pintus Hartle und Eitra und das große Barietö» Programm. Winter- Gailen Täglich 7.1S Uhr; Variete-Spielplan .Rauchen gestattet! Ham{Jurg-Amerika-Lini8sHtmbeopr«4nst Personen- u. Frachtdampferverbindung von und nach den Hordseebädern u.F.sbjerg Abfahrt von Mamburg(St. Pauli Landuni�sbrüCKej i vin Tätlich nach Cuxhaven, Helgoland, Sylt im. Anschluß nach Antrura, Wyk/FBhr u. SüdsfrandFShr. Nach Esbjerg(Dänemark) am 28. August. U 4. und 8. September. Nach Norderney jed. Freitag u. Sonn abend mit unseren Dampfern, je d. Dienstag u. Donnerstag mit den Dampfern d Nordd. Lloyd, in direktem Anschluß an die von Hamburg u. Sylt kommenien Dampfer (am 31./8, und 2. 9. kein direkter Anschluß in Helgoland) Jeden Sonnlag 7°° vm. Tagesfatirlen nach Cuxhaven und Helgoland Werktags Tagesf