Nr. 430* 37. Jahrgang Ausgabe � M.7S Bezugspreis i V ertellilk>r>.!>0,— M!«mona!I.!0.-»Mt, frei ins Saus, vormis zahlbar. Poil- de-�uq Monatlich 10.— Mi« exkl. Zn- slellungszeoiihr. Unter Kreuzband kür Deutschland und Oesterreich 16, JO Sit« für Co« tibriae Ausland bei täglich einmal, gustelluno 21.50 M, Voitbe- iiellungen neämen an Oesterreich, Ungarn, Tschecho-Sloroalei, Däne» mart, Holland, äu�emdurg, Schweden und die Schweis--- Cingeiraaen» die VoIK?eittma»-PreisIiste. Der»Vormört«� mit der Eonntaa»- deilage.Doli u. fielr" erscheint woenen- «glich zweimal. Sonntage und Achn- tag» einmal Tel eg ramm-A drelse �Saztaldemakrat Verlin-. Sonntags Ausgabe ZZerliner Volksblstt (söPfemig�) SlnzeigenpreiS: Die achtgespalt-ne Zionvoreille,eil» toiteiZ.— M., Truertingszuschsag 50°/» »chlolne sUnzeige«", da» lett» gedruckte Wort l.— Dl. tzuläiiig zwei sittged nickte Wortes, /»de? veirer, Won 60 Psg. Ei�Iengesuche und kchsakslcUenan,seigen de« erste Wort 65 Psg.!ede» weitere Won«0 P'g. Worte über>5 Puchstaden»ählen siir »mei Wone. Teuerung»�, schloa 50°» ffomilien-An? eigen sjir Abonnen»«» Feile 2,— M„ ooütilche»nd ae» werkschastliche Verein«- Anitigen S,— Mi. die Feile ohne Zlukschloz. Anzeigen sür die n ü ch 0 e Siuiiim« müssen bi» 6 Ahr nachniittag» im Hauotgeschiltt. Berlin S3B68, ltiuden» KraZe 3. abgegeben werden. Geölf»«! oou S Uhr srüh bi» 5 Uhr abend«. Zentralorgan der fozialdemokrat» fcben parte» Deutfchlanda Neüaktion und Expedition:€553). 6$, Lindenstr. Z aentiDrerficr; Amt Mortvpia«. Sir. I»t i>«—»ä»«7. vorwärts-verlag G.m. b. h., SW. öS, Lindenstr.?. Fernsprecher: Amt Aioritiplatt, Nr. 717;>!?— iU. Rujfifthe Gegenoffensive. Königsberg i. Pr.1 28. Aug. lWTB.) Schwache polnische Kavallericabtcllungcn habcii die G r c n z c südlich von Lyck besetzt und stehen bei Angustowo in Fühlung mit den Litauern. Ter polnische Nordslügcl und das Zentrum haben mit ihren Hauptkräftea die Linie Grajew?— Ossowjec— Bialystok nicht überschritten. B c i B i a l h st v k m a ch t s i ch erheblicher bolscheluistischcr Gegendruck gel- tcnd; das Eingreifen neu cingetroffencr bolschewistischer Kräfte wird bemerkbar. Tic Umgruppierung der Polnischen Nordfront und des Zentrums dauert an. Der am Freitag auv der Gegend L o m s h a hörbare Gcscchtslärm bestätigt, daß dort noch stärkere bolschewistische Kräste v o r Händen sind. Freitag und Sonnabend sind keine Grcnzübertrittc erfolgt. Tie Polen schanzen in der Linie Graiewo— Kolno mit der Front gegen Ostpreußen, um sich gegen einen Durch- bruch der Internierten s?) zu schützen. Lestlich van Brest- L i t o w s k dauern die Kampfhandlungen an. In G a l i z i c n stößt die polnisch« Entlastungsosscnsive für Leinberg auf starke erfolgreiche bolschewistische Gegenangriffe im Ouellgebiet der Zlota Lipa. Rotterdam, 28. August.(WIB.) Nach einer Londoner Meldung haben die polnische« Heere jetzt de« größte« Teil von Ethnographisch- Polen erobert. Im Norden harrt nur ein ziemlich kleines Gebiet südlich von Litauen seiner ,,Bc- freiung-. Bon Brcst-Litowsk bis an die galizische Grenze füllt die polnische Front ungefähr mit der E u r z o n- L i n i e zusammen. In Galizic» aber halten die Polen ei« ziemlich großes Gebiet außerhalb dieser Linie besetzt, einschließlich des Gebietes von Lemberg, welches der Oberste Rat Rußland(soll wohl heißen: der Ukraine! Red.) zugesagt hat. Aus der Umgebung de? polnischen Außenministers wird schon die Erlangung des weitaus überwiegend ukrainisch-jüdischcn Ost- galizlens als Fiicdensbedingung genannt. Polnischer Bericht. Warschau, 27. August. Nordfront: unverändert. Z e n: r u m s f r o n t: An der Grenze Preußens ber- mehrte sich unsere Beule um 4 Geschütze, 30 Maschinengewehre, beträchtliches Kriegsmaterial und Borräte. Dem geplanten An- griff auf B r e st- L i t o>o s k zuvorkommend, gingen wir zur Gegenaktion über. WO Gefangene, 12 Maschinengewehre, 4 Lastautos wurden erbeutet. Der Kommandeur der b7. Sowjetdivi- sion und dessen Stabschef fielen. Süd front: Oestlich Lemberg schwer« Kämpfe. Russischer Bericht. MoSkau, 27. August. Die Kämpfe um B r e st- 2 i to W s k dauern an. Bei Lemberg dauern die Kämpfe an, wobei wir Gefangene erbeuteten und 13 Maschinengewehre. Im Krim. Abschnitt hartnäckige Kämpfe._ tvilna litauisch. W i l n a, 28. Angust.(Elia.) Der Abzug aller bewaffneten Bolschcwistcn erfolgte am 25. August abcndö, während die nn- bewaffneten Angehörigen der Roten Armee sowie die Dienststellen Wilna biS S-nnadend abend 8 Uhr verlassen wollten. Freitag wurde verordnet, daß von jetzt ab die Verwaltung der Stadt und des Land- krriseS Wilna allein der Litauischen Nationalprrsamm- lung und den von ihr eingesetzten Verwaltungsorgane» zukommt! gleichzeitig wurde über die Stadt nn» den Landkreis Wilna der Kriegszustand verhängt. Freitag erfolgte die endgültig« Besetzung WilnaS durch die litauischen Truppen. Ter Jubel der blumen- streuenden Bevölkerung war unbeschreiblich, abends wurde auf dem Gcdiminberge die litauische Fahne gehißt, Darauf verkündeten Ll> Kanonenschüfle die Befreiung der litauischen Hauptstadt. Wir wünschen dem jungen Litauen dauernde Freiheit und Unversehrtheit._ ßrieüensschluß in Gberschlefien. Ein gemeinsamer Aufruf der deutschen und polnischen Parteien und Gewerkschaften Oberschlesiens teilt die bereits bekannten Einigiingsbediiigungen und die paritätische lieber- wachung ihrer Durchführung mit. Er schließt: Laßt darum ab von allen Gewalttaten, legt die Waffen nieder, kehrt zu Eurem Tagewerk zurück! An erster Stelle unterzeichnet für die Deutschen: Dr. Urbane! und Pfarrer Ulitzka. Für die Polen: Korfanty. Eine Abwehr üer p. p. S. Die Polnische Soziali st is che Partei ersucht uns um Aufnahme folgender Erklärung: Gegenüber dem in der„Freiheit" vom 2». August abge- brückten Aufruf der Kommunistischen Arbeiterpartei Polens stellen wir fest, daß die Polnische Sozialistische Partei den Krieg gegen Vowjctrnßland stets bekämpft und verdammt hat, das; nach Ansicht der polnischen regierenden Kreis- dieser Krieg kein imperialistischer Krieg war, nicht den Zweck hatte, irgendwelchen Boden, dessen Be- völkerungsmajorität nicht polnisch wäre, zu erobern, sondern im Interesse der Sicherheit Polens das Selbstbestimmungsrecht du nichtrussischen Randvölker zu wahren, daß jedoch die Polnische Sozialistische Partei auch einen derartigen Krieg verurteilt, weil sie den Krieg nicht als ein Miitel zur Schlichtung völkerrechtlicher Streitigkeiten betrachtet. In dem Augenblick aber, wo Sowjet- ruhland in das eihnographifche Polen eindrang und die Nnab- hängigkcit Polens in der Weise lvahrcn wollte, daß es Polen der Herrschast der von ihm eingesetzten Sowjets unterworfen wollte (siehe die Reden SinojeivS u- a, die Tanziger Korrespondenz vom Fveitaa in der„Freiheit"), waS also tatsächlich die Annexion Polens durch Ruhland bedeutet, mußte die Polnische Sozialistische Partei gegen die furchtbare fremde Invasion sich wenden- Internierungen der Komuninistcn in Polen, wie sie auch in England und Amerika während des Krieges vorgekommen sind, bat die Polnisch« Sozialistisch« Partei stets öffentlich auis schärfste verurteilt und sür deren Freilassung sich eingesetzt. Sie konni« aber wenig erreichen, weil die Polnischen Bebörden diese Mahregel nicht als eine politische, sondern als ein« militärische bezeichneten. Der in Polen bestehende Ausnahmezustand ist kein anderer, wie er in allen Staaten während der Kriegsbedrängnis verhängt wird, was übrigen? ebenfalls von der Partei verdammt wird. Es ist vollständig auS der Luft gegriffen, daß im Zusammenhang mit dem Kriegszustände oder sonstigen politischen Maßregeln während der anderthalb Jabre des Bestandes ges neuen polnischen Staates das Blut des volntschen Arbeiters in den Straßen polnischer Städte geflossen wäre. ES kamen nur vor vielen Monaten bei infolge van Lohnforderungen entstandenen Arbeit er an sammlungen einmal in Lodz und einmal in Posen infolge des Verschuldens niederer Organ: Schießereien vor. welche einige Menschenopfer zur Folge hatten. Di« Zcnlralregierung. ha iasolgeoesien die schuldigen Organe ihres Amtes entsetzt, u. a. den Polizeipräsidenten von Posen- Ter Aufruf trägt die Ausschrift:„Helft Sowjetrustland!" Nun bittet die polnische Negwrung. Sowjetrußland seit dem 22. Juli um einen Waffenstillstand und um Frieden und Innn ibn nicht erlangen. Auch kann der Frtedensschluh jeden Augenblick erfolgen, wenn Rnßlgnd Polen keipe Bedingungen stellt, die dessen Ilnabhängiakeit tatsächlich verletzen. Polen seinerseits tvürdc sicherlich) keine einzigie Forderung mifsicllen oder bei ihr beharren, welche Rußland in irgendeiner Richtung verletzen oder in Kukunft das sreundnachbar- liche Verhältnis zwischen Rußland und Polen stören könnte. Nach Georgien. Die Georgische sozialdemokratische Partei hat eine Reihe hervorragender Vertreter der Internationale zu einer Studienreise nach Georgien eingeladen— um ihnen zu ermöglichen, sich aus eigener Anschauung ein Urteil über die Lage und Leitung eine? nichlbolschewisiischen, zur Verwirklichung des SözialismuS hinstrebendcn Staates im Orient zu bilden, die sich aufdrängenden Vergleiche mit Sowjetrußland anzustellen und Schlüsse zu ziehen. Es beteiligen sich an der Studienreise Ramsay Macdonald, A. Tom Shaw und S n o w d e n, Van- dervelde, de Brouckäre und H n h s m a n S, Ren au bei, Paul Axelrod. Mit besonderer Wärme erging die Einladung an Karl K a u t S k y und Eduard Bernstein. Bernstein hat die Reise infolge dringender Arbeiten auf einen späteren Zeitpunkt verlegt, Kautsky geht mit, Genossin Luise Kautsky begleitet ihn, außerdem auch der russisch« Journalist Genosse O I b e r g als Uebersetzer. Er wird dem„Vorwärts" auS Geovgien berichten. Die Genosse» aus den Ententestaaten gedenken in Georgien in etwa 14 Tagen ihr« Aufgabe zu erledigen. Karl und Luise KautLky werden dort längere Zeit verbleiden— so wünschen und hoffen«S wenigstens die gccrgische» Parteigenossen. Im Auftrage der Georgischen Sozialdemokratie begleitet der georgische Genosse A ch m et e l i die aus Deutschland abreisenden Mitglieder der©tudicnkommission bis nach Rom. Sibirier-tzeimtransport gesichert. Bon der deutschen Fürsorgestcllc in MoSka» ist eine Sonder- kommission unter Leitung des Herrn Friedrich Schäfer nach Sibirien abgereist, um den ordnungsmäßigen Abtransport der Kriegsgefangenen auS Sibirien sicherzustellen. Der erste Transport aus dem Lager Kransk ist bereits in Deutschland eingetroffen. Weitere Transporte sind auf dem Wege nach Moskau begriffen. Anfangs September findet in K o n, n o unter Teilnahme des Jntcrnatinalcn Roten KreuzkomitecS eine Zusammenkunft zwischen einer deutschen und einer russischen Kommission statt, um den Ab- tranSport auf dem Landwege über Litauen herbeizuführen. Ein Tclegiertcr beS Internationale» Roten KreuzkomiteeS befindet sich bereits in Kowno, um die Vorarbeiten zu treffen. Neuer Halkankrieg. Im serbifch-albanischcn Grenzgebiet tobt der Bandenkrieg. Ver- bisches Militär ist in dem montenegrinischen Adriahafen Antivart ge- landet worden. Serbien hat die Vereinigten Staaten aufgefordert, Vertreter für dir alliierte Kommission zu ernrnnen, die über den Streit zwischen Albanien und Südslawien eine Untersuchung anstellen soll. Ein äbnlicheS Ersuchen wird auch an England, Frankreich und Italien gerichtet«erden.'____ Pcrsie« hat wegen der Morde an deutschen KonsulatSbeamten in TäbriS Entschuldigungen angebracht und Verfolgung der Schuldi» gen in Aussicht gestellt. Steuerstreik. Stuttgart, 28. August.(Eigener Drahtbericht de? „Vorwärts".) Eine Versammlung der Stuttgarter Be- triebSräte hat gestern abend mit großer Mehrheit den verschärften Generalstreik beschlossen. Auw Abwehr gegen die von der Regierung im Verein mit den Arbeitgebern getroffenen geschäfts- und verfassnngS- widrigen Maßnahmen, wie die Schließung und die militärische Besetzung der Werke Daimler, Bosch und Maschinenfabrik Eßlingen, wurde der verschärfte Generalstreik beschlossen mit dem Jiel: 1. die sofortige Zurückziehung der Truppen, L. sofortige W'cder- cröffnung der Betriebe zu gesetzlicher Arbeit, 3. die Zahlung der ausgefallenen Arbeits- und Streiktage, 4. Verhandlungen mit der Regierung wegen des Steuer» abzuges. Der Streik ist in der Industrie allgemein. Es fährt keine Straßenbahn, die Gas- und E I e k t r i z i t ä t S, werke sind stillgelegt, so daß die Morgen- zeitungen nicht erscheine» konnten. Eisenbahn und Post sind in Betrieb: der größte Teil der Läden ist noch offen. Ter Streik dehnt sich über ganz Württem» berg, insbesondere aus die größeren Ortschaften Eßlingen, Fcuerbach, Heilbronn, Ravensburg usw. au?. Nähere Nachrichten über den Umfang des Generalstreiks im Lande liegen zurzeit nicht vor. Es sind noch keine Zwischenfälle vorgekomnr.'n. Di« Betriebs, bi« nicht mitmachen wollten, wurden hierzu gezwungen. Tie Zfczchrichten, di« aus Württemberg vorliegen, sind n'.cht vereinzelt, Sie sind umso ernsthafter und bedroh» lichcr. als aus gleicihcm Anlaß auch in anderen Gegenden Teutschlands es zu Arbeitseinstellungen gekommen ist. In Hanau haben, wie an anderer Stelle zn lesen ist, die Ge- meiiidmrbciter vom Magistrat die Unterlassung des Steuerabzuges gefordert und, da dieser sich weigerte. die städtischen Betriebe stillgelegt. In Stuttgart liatten, wie erinnerlich, die Arbeiter der industriellen Großbetriebe eben- falls zunächst gegen den Steuerabzug demonstriert. Dc, die Direktionen sich auf gesetzliche Bestimmungen beriefen, sind sie, wie der bürgerliche Draht zu melden wußte, von einem Teil der Arbeiter bedroht und in ihrer Eutschlußfreiheit behindert worden.� Daraufhin haben sie die Betriebe geschlossen und die jetzt sozialistenreinc württemocrgischc Regierung hat die Fa- briken mit betvaffneter Macht besetzt, um sie vor Sabotage zu bewahren. Die weitere Folge ist jetzt der verschärfte General» streik, von dem im obigen Telegrcmiin zu lesen ist. Für die württembcrgischen und besonders die Stuttgarter Arbeiter scheint es sich jetzt um eine grundsätzliche Frage zu handeln. Es liegt nahe, daß sie in der Besetzung der Großbetriebe durch Polizeimannschaften eine offene Provokation ihrer Arbcitergefiihle erblicken, daß sie in ihr eine einseitige Stellungnahme für die kapitalistischen Privatunternehmungen und gegen die Arbeiterinteressen sehen. Augenscheinlich wollen sie durch ihren allgemeinen Ausstand den Anfängenweh. r e n und für die Zukunft vorbauen, daß die einseitige Bevor- zugung der Untcrnehmennteressen nicht auch in der deutschen Republik Platz greift, wie in Zeiten des Kaisertums. Insofern wiirden die württembergischen Arbeiter sicher die Sympathie ihrer gesamten deutschen Klassengenossen sin- den. Aber man darf nickst vergessen, daß die Bewegung aus- geht von der Ablehnung des Steuerabzuges. Und hier scheint es sich doch um eine Bewegung zu handeln, die in der Gesamt- arbciterschast sehr verschiedenartige Beurteilung erfährt. Bon kommunistischer und halbkommuuistischer, d. h. unab- hängiger Seite wird gegen den Steuerabzug eine planmäßige Agitation geleistet. Indem man den Arbeitern einredet, daß sie die Gewalt hätten, die Steuer zu verweigern, will man praktisch das Deutsche Reich in seiner gegenwärtigen Verfassung dem völligen Bankerott entgegentreiben und hofft so zu er- reichen, was durch Mittel der lieber, zouguiig nicht zu erreichen wäre, an Stelle der demokratischen Republik das russische Sowjet- system einführen zu können. Ganz zweifellos haben diese im- verantwortlichen Kräfte bei ihrer Agitation ein sehr gewich- tiges Scheinargument zur Verfügung. Sie operieren nickst un- geschickt mit der Tatsache, daß die von der deutschen Rational- Versammlung beschlossenen, außerordentlich scharfen und tief- greifenden Kapitals- und Vermögenssteuern immer noch nicht erhoben werden und daß der Anfang mit der neuen Steuer- erhebung gerade bei den Arbeitern und Angestellten gemgcht Werde. Dazu kommt, daß die zcbn- oder mchrprozentigen Ab- ziige tatsächlich denjenigen am schwersten treffen, der von seiner Hände Arbeit leben und die Familie ernähren muß. Trotz allem aber ist diese Agitation gegen den Steuer- abzug nichts weiter, als ein bösartiger, grober Unfug. Denn jeder Mensch, der mit gesunden Sinnen behaftet ist, weiß, daß kein Staatswesen ohne regelmäßige Einnahmen existieren kann. Man weiß auch, daß die deutsche Republik mehrere Mo- nate hindurch die neuen Steuern nicht hat erheben können. weil die Vorbereitungen gesetzgeberischer und verlvaltungs- technischer Art noch nicht vollendet waren. ES ist also schon ein erheblicher Zwischenraum entstanden, wahrend dessen die Ter Generalstreik in Stuügctri und Württemberg richtet sich ganz augenscheinlich in der Hauptsache gegen die dortigen Regierungsmaßnabmen, in denen die Arbeiter eine Bedrohung ihrer Rechte erblicken. Aber darüber hinaiis sollten die augeichlicklich in Deutschlaill) verantwortlichen Stellen in ihm ein Flanrmenzcichen sehen, das ihnen zeigt, wie gefährlich es ist, den Anschein zu erwecken, als wenn die Steuererhebung nur bei den Arbeitern Platz greife. Mit aller Beschleunigung soll- ten sie endlich auch die Erhebung der verschiedenen Kapitals- und Vermögenssteuern durchsetzen. Nur dadurch wird eine Bc- ruhigung der Arbeiterschaft wieder eintreten, die in ihrer Mehr- heit nicht daran denkt, das deutsche Reich zu sabotieren. « Tie Lage im Streik. Stuttgart, 23, August.(WTB.) Der erste Dag des General- st-r e i k s ist bis zum Abend in der Hauptstadt des Landes ruhig verlaufen. Stuttgart ist ohne Licht, hat aber Wasser. In den: Vororte Untertürkheim besetzten heute morgen etwa Igg junge Arbeiter der Daimler-Wcrke den Bahnhof, wurden aber von der Polizciwehr wieder vertrieben. Etwas lebhafter ge- staltete sich die Erstürmung des zwischen Stuttgart und Ludwigs- bürg gelegenen Bahnhofs Korn w est heim durch Arbeiter der Siegleschen Schuhfabrik. Auch diese wurden durch Polizeiwehr vortrieben und zwei von ihnen gefangen nach Stuttgart abgeführt. In Heilbronn wurde der einfache Generalstreik mittags zum ver- schärften Generalstreik zugespitzt. In Ravensburg ist gleichfalls der Generalstreik ausgerufen, ebenso in Friedrichshafen, wo aber in den größeren Werken die Arbeiterschaft bei der Arbeit verblieb. Gcgen Abend besetzten Mitglieder des Aktionsausschusses der Strei- kenden in Stuttgart zahlreiche Läden und Wirtschaften und verlangten unter Androhung von Gewalt die Schließung für den Sonntag. Die Regierung ist Herr der Lag«. Die Krankenan stalten und der Bahnhof in Stuttgart sind mit elektrischem Licht versehen. Die Ernährung der Bevölkeruirg ist bis jetzt ungestört. Auch die Abendblätter konnten nicht erscheinen, desgleichen ist die Fertigstellung der Morgenausgabe für Sonntag unmöglich. Für Montag ist das Erscheinen einer einzigen Zeitung im Auftrage der Regierung unter dem Zusammenwirken sämtlicher bürgerlichen ZcitungSverlage vorgesehen. Setriebsrat gegen Cntentegebot. Der Betriebsrat der Reichswerst Kiel teilt niit: Auf der Reichswerft lagern noch ca. 230 Flugzeugmotore, die nach dem Friedensvertrage für"ihren bisherigen Zweck un- brauchbar zu machen warm. Es war nun geplant, diese zu S t r a ß e n b a h n m o t o r c n umzubauen, um die hohen Werte, pro Stück ca. 160 000 M., nicht zu vernichten. Die Jlück(Interalliierte Kontrollkoinmission für Luftfahrwesen) Hat dieses kurzer Hand ab- gelehnt, weil angeblich die vorgeschlagene Aenderung keine ge- r.ügende Garantie biete, daß diese Motore nicht wieder als Flugzeugmotore verwendet würden. Die Jlück bestand infolgedessen darauf, daß entweder die Motore auszuliefern oder zu zerschlagen sercu. Alle Verhandlungen haben bisher keinen Erfolg gezeitigt. AIS Termin für die Beendigung der Zerstörungsarbeit ist der 81. August d. I. festgesetzt. Hier wird also, im Geiste von Versailles allerdings, den Arbeiten! zugemutet, Lüerte zu zerstören, die dem Aufbau der Wirtschaft und damit der Verminderung der Arbeits- l o s i g k e i t dienen sollen. Der neuaufgenommene Trieb- wage n ba u der Werft müßte aufgegeben und die Arbeiter dieser Abteilung zum Teil entlassen werden, wenn die Forderung durch- geführt wird. Der Betriebsrat hat die Belegschaft aufgefordert, die Hand dazu nicht zu bieten. Es sei jede Garantie gegeben, daß die Motore nur zu Kulturzivecken benutzt werden. Der Betriebsrat wendet sich weiter an die Solidarität der deutschen Arbeiterklasse und an das interalliierte Proletariat. Dem Betriebsrat und der Arbeiterschaft der Reichslnerft, die sich so entschieden für die L-ebensnotwendigkeiten der dent- schen Volkswirtschaft einsetzen, wird es nicht verborgen sein, daß letzter Linie alles vorn guten Willen der weltbeherrschen- den Entente abhängt, wenn man es nicht'— nationarbolsche- wistisch— zu neuem Krieg treiben will, der erst recht alles vernichtet. Hoffen wir nach Darlegung des Sachverhalts auf die E i n f i ch t der Entente, daß Deutschlands Ruin auch Frankreichs und Europas Verderben ist. Bis zur Beeinflussung der Handhabung des Friedcnsdiktats durch die Entente- Sozialisten ist noch ein weiter Weg!... Gegen öie NationaütätenverHetzirng! Folgender Aufruf geht uns zu: An die Arbeiter in den deutschen Industriegebieten! Kameraden und Arbeiisbrüdcr! In jüngster Zeit bemühen sich reaktionäre Elemente, innerhalb der Arbeiterschaft den Ratio- n a l i t ä t c n k a�n p f zu entfachen. In Versammlungen und Presse werden insbesondere die deutschen und die polnischen Ar- bester gegenseitig verhetzt und cS wurde sogar schon zu Gewalt« tätigkeiten gegen die Angehörigen der anderen Nation auf- gefordert. Tie Bölkcrverhevung ist überall für die politische Ac- aktion da? Mittel, ihre stark ins Wanken geratene Macht zu stärken. Tie organisierte Arbeiterschaft muß, als Trägerin des Gedankens des wirtschaftlichen und politischen Fortschritts und des Völkerfric- dcnS, stets und überall die nationalistische Verhetzung b c k ä m p- fe n. Wenn die Arbeiterschaft sich oer Völkervcrhetzung nicht euer- gisch entgegenstellt, wird es zu weiteren blutigen Zu- s a m m e n st ö ß e n kommen, wie wir sie in Lberschlesien leider innerhalb der Arbeiterschaft zu beklagen haben. Kameraden und Arbeitsbrüder! Laßteuch nicht fürvie Zwecke der politischen Reaktionäre mißbrauchen, sondern tretet, getreu dem Beschluß des Juternalionalen. Berg- arbesterkongresscs zu Genf, für die Völkerverbrüderung ein! All,: Arbeiter, deutsche wie polnische, sind aufeinander ange- wiesen und genötigt, brüderlich zusammenzuarbeiten, wenn wir die unS allen geschlagenen Kriegs wunden heilen wollen. Kameraoen und Arbestsbrüder! Beherzigt unsere kamerad- schaftliche Mahnung und tretet den Völkerverhetzern, wo sie auch ihr verbrecherisches Handwerk treiben, einig und energisch ent- gegen. Rur der Friede unier den Völkern verbürgt uns eine bessere Zukunft. Verband der Bergarbeiter Teutschlands. I. A.: Fr. Husemann. Gcwerkverein christlicher Bergarbeiter Teutschlands. I. A.: H. Jmbusch. Polnische Berussvereinig�ng, Abteilung Bergarbeiter. I. A.: Kolpacki. Gewerkverein der Fabrik- und Handarbeiter H.-D., Abteilung Bergarbeiter. I. A.: Schrei. Kabinett und �rbdtslosenfrage. In der Kabincttssitzung am Sonnabend gab der Reichs- arbeitsmimster Dr. Brauns Bericht über den Stand der Arbeitslosen frage lind im Anschluß daran über Verhandlungen, die im ArbeitSministsrium mit Vertretungen der Erwerbslosen und der Äommunalverwaltungen, vornehm- lich von Groß-Bcrlin, im Laufe der letzten Woche gepflogen worden sind. Ueber die einschlägigen Beschlüsse des 5labinetts wird in den nächsten Tagen im Volkswirtschaft- l i ch e n Ausschuß des Reichstages noch näher verhandelt werden.___ Da? ewig Mißveeftanöene. Der ReichSminister des Auswärtigen, Dr. Simon?, ist Sonn« abend morgen in Berlin eingetroffen. Während seines Aufenthaltes in der Schweiz hat der ReichSminister eine Anzahl von Vertretern der Presse empfangen. Bei der Wiedergabe der Unterhaltungen, die nicht fixiert worden sind, haben sich, wie wir feststellen können, eine Reihe von Irrtümern und Mißverständnissen eingeschlichen. Gelegentlich der politischen Aussprache im Aus» schuß für auswärtige� Angelegenheiten wird der Minister Anlaß nehmen, sich auch über die in diesen Interviews berührten Angelegenheiten näher zu äußern. Staatskassen und leider«uch die Gemeindekassen leer blieben. Endlich und einmal m u ß dach der Anfang gemacht werden, um für die demokratische Republik die laufenden und regelmäßigen Einnahmen zu schaffen, die erforderlich sind, um die dauernden Verpflichtungen erfüllen zu können. Das neue große Steuer- systeni enthält, wiis die Arbeiter zumeist übersehen, ja auch die sehr wesentliche Bestimmung, daß die Gemeinden ihrerseits keine selbständigen Steuern mehr erheben kön- neu, daß sie vielmehr im wesentlichen angewiesen sein werden auf die Rationierung ihrer Bezüge durch die Reichsfinanzoer- waltung. Würde die Verweigerimg der StciierMhlung allge- mein werden, das heißt, würden sich die kapitalistischen Kreise auch nur mit einem Schein des Rechtes auf die Arbeiter und Angestellten berufen können, um die ganze Steuerwirtschaft zu sabotieren, so lväee praktisch nicht nur das Reich lahmgelegt. sondern auch die Einzelstaaten und die Gemeinden. Es könn- teu keinerlei Ausgaben mehr geleistet werden, sei es für kul- turelle, fei es für soziale und andere Zwecke. Keine Erwerbs- losenunterstütziing. �kein? Armenversorgung könnte mehr Platz greifen, wenn die Stcnerverloeigerung bis in die letzten Kon- sequenzen fortgesetzt Würde. Daß die» in der Absicht der Mehrzahl der Arbeiter liegt, können wir nicht annehmen. Die überwiegende Masse der Ar- bester und Angestellten bat sich noch bei den Reichstagswahlen für die sozialdeinokratische Partei Deutschlands entschieden, und deuriit zuin Ausdruck gebracht, daß sie die Sabotage der Reichs- und Staatseinrichtungen nicht will. Diese Mehrheit wird auch heut? sicher weit abrücken von jenen Kreisen, die die Notlage der Arbeiter lediglich zu demagogischen Zwecken ausnutzen wollen. Es war von jeher ein Ruhmesblatt in der Geschichte der deutschen Arbeiterschaft, daß sie rechtzeitig gelernt hatte, Oprer für ihre eigene Sache zu bringen. Oft liaben uns biir- gerlich« Parteien öffentlich durum beneidet, daß die Sozial- demokratie und die Gewerkschaften sich stützen konnten auf die opferwillige Bereitschaft der Arbeiterschichtcn, die hinter ihnen standen. Tie deutsche Republik i st eine Sache der Arbeiter. Angestellten und Beamten. Kapitalistische Schichten haben sich unter dem alten inonarchischen System sicher twü wohler gefühlt als unter dem republikanischen. Es kann nicht Aufgabe der Arbeiter selbst sein, zuerst das Fundament der neuen Republik zu untergraben. Außer rein politischen Erwägungen aber sollte ein? ein- zig? volkswirtschaftliche sie auch davon überzeugen, daß die neue Reichsemkommensteiler und die Form ihrer Einziehung •war eine nngmlmtc ist, daß sie aber doch das Richtige trifft. Denn es liegt auf der.Hand, daß die hohen Stenerbstläge. die den Arbeitern. Angestellten und Beamten abgezogen Uxwden, im Laufe der Zeit doch wieder in Form von Lohnregulierungen in irgendeiner Weise ersetzt werden und damit in die Be- t r i eb su n ko st e n aufgehen werden. So betrachtet stellen sich die Lohnabzüge für Steuerabzüge lediglich dar als der Um- weg, ans dem die Steuer an der Onelle der Prodnk- tion erfaßt wird. Keine geschäftlichen Kniffe können d i c'? Struerbetröae dem Reiche vorenthalten. Durch sie wirö die Produktion zweifellos in außerordentlich erheblichem Ilm- fange herangezogen, aber das ist nicht die Schuld der steuer- erhebenden Revnblik. sondern die allgemeine und kaum erträg- Pch? Last, die der glorreiche Weltkrieg durch den Frieden von Versailles uns hinterlassen hat. Bei ruhiger Neberlegung werden sich also die Arbeiter sage" müssen, daß die Waffe der Stenerverweigerung ein sehr zweischneidiges Schwert ist und sich unter Umständen mit voller Schärfe gerade gegen die Arbeiterschaft selbst wenden kann. Tie Arbeiter werden deshalb zweifellos den Agitatoren, die ans sebr durchsichtigen Gründen sie zu Unbesonnenheiten verleiten wollen, scharf ckuf die Finger sehen. Streiks sind in Zeiten der wirtichostlichen Depression ja mimer gewagte Mittel gewesen. Streiks lediglich zu dem Zwecke, um den.gesetzlichen Steuerabzug zu verhindern, können zu mehr werden, nämlich. zu ein-'n Fehler. Und Fehler hat die Arbeiterschaft in der setzigen Zeit doppelt peinlich zu vermeiden.' Es wirö eine Zeit kommen... Von Ernst S ch Ii r. Cs«irci«ine Zeit kommen, «t» werden alle hlenlcben lächeln und lelblt der Schmerz wird lächeln. Denn niemals ift ein Grab To tief, darinnen nicht«in tichtfchein fällt, da» tlcfrte Dunkel wird erhellt, da» Licht glüht auf, die Seele fühlt, dal drinnen nur die Doffnung schlief. Wenn erst der sslenlch das CClettaU ahnt, da» ihn umspannt, umfängt, in dem er wie im sichern Scholle ruht, dann hört das blinde Wollen auf, des Kreislaufs Segen nimmt ihn bedeutsam auf, 6a ist in jeder 6rde ein Samenkorn gesteckt. Sinkt kommt der-finger: Werde I Dann wird die Erkenntnill erst gewecht, Bis dahin rast der Kampf, der jedem eingegeben ift. Doch immer vollere Scharen entringen Rd> dem vollen Grab und gehen im Lieht und schauen nur mit Graulen in die schwindelnde Ciefe hinab. Das aber ift das Zeichen, daß eine neue Zeit beginnt s Ghrfurcht im Kreislauf und ein Rändereichen hilfreich und stolz. 6a wird eine Zeit kommen, da werden alle Wenfchen lächeln und lelblt der Schmerz wird lächeln. Der nicht geniatzrezelte Anton von Werner. Zu der Ent- scrnnng eines GemäldeS Anton von Werners an» der N a t i on a I- galerie, vir verschiedenen Berliner Blättern zu einer Polemik Anlaß gab. wird den„P. P. R." von zuständiger Stelle mitgeteilt: Vor längerer Zeit wurde ein Bild Anton von Werners.Im Etappenqnartier" abgehängt. Die Entfernung des Bildes geschah nicht mit Rücksicht auf Benicher aus den Ententestaaten. Das Wernersche Bü-o(ausgezeichnet durch perfekte Stiefelmaletei) ist im Rahmen der allgemeinen Umordnung der Bilder und aus Platz- mangel als eins der weniger künstlerisch bedeutenden Biloer von Werner bvrläufig abgenommen worden. Politische Gründe haben dem Beamten, dxr dies veranlaßt«, abfslut ferngelegen, und das KMuLminrjterüil» jhat von dgr ganzen Anlegenheit erst durch die Randbemerkungen gewisser Berliner Blätter erfahren. Ueberdies hängen in der Rationalgalerie verichiedene andere Bilder, vie viel eher auf die Angehörigen der Enteniekommissionen..aufreizend" wirken könnten. Quäterspeisung und Körpergewicht. Tie von den Quäkern durchgeführte Speisung deutscher Kinder, die mit ihren 000—700 Kalorien im halben Liier sehr zioeckniäßig zusammengesetzt ist, wird ihre segensreich« Wirkung ans die Gesundheit der deutschen Jugend nicht verfehlen. Doch darf man sick über die dabei zu er- warlende Getv i cht szu nähme der Kinder nicht allzu großen Hoff- Nungen hingeben. Bei den Ergebnissen muß auch die Jahreszeit in Betracht gezogen werden, denn gerade in der ersten Sommer- Hälfte, in der die Speisung bisher durchgeführt ivurde, nehmen Schulkinder stark- an Körpergewicht ab. Dies ist z. T. auf Wasser- verlmt bei der reichlicheren Bewegung der Kinder im Freien, z. T. auf Wärmestaniing bei der heißen Witterung zurückzuführen. Ties« Tatsache betont Pros. Schlesinger in seinen Untersuchungen über Quäkerspeisung und Kürpergeivicbt, die er in der„Westdeutschen Aerzie-Zeinmg" mitteilt. Tie Speisung vertnrchte an der allgemein zwischen April und Juni beobachteten Geivichtsabnahme der Kinder nicht viel zu ändern. So zeigten von 59 im Mai und Juni, untersuchten Volksschülern, die nicht an der Speisung teil- nahmen, 20 eine Abnahme bis zu 1 Kilogramm, 11 keine Acnde- ruilg und 20 Gewichtszunahme. Bei den Kindern, die an der Spei- snng teilnahmen, wiesen von 38 9 eine Gewichtsabnahme auf, 13 zeigten keine Verändernng und 13 eine GewichlSzunahme. Gün- itiger waren die Ergebnisse der Speisung bei den Kindern dcS Mittelstandes. Während die Nichtgespeisten innerhalb der Deob- gchtungsperiode im Durchschnitt 100 Gramm zugenommen hatten, betrug die Zunahme bei den gespeisten Mittelschülern und Mittel- schüterinnen durchschniltkich 400 Gramm. Am besten waren die Resultate bei den älteren Knaben und Mädchen, von denen eine große Anzahl in den wenigen Wochen 2— 3 Pfund zugenommen hatte. Diese Verschiedenheit der Wirkung bei Volksschülern und Mittel- schülern ist daraus zu erklären, daß bei den Kindern des Mittel- standes die Oiiäkerspeisniig als Zulage zu�dex bisherigen Kost zur Geltung kommt, während sie bei den Kindern aus Arbeiter- kreisen in der Regel als Ersatz des häuslichen Mittagessens an- gesehen werden. Mehr Stickstoff— mehr Brot. Vor dem Kriege würben nach einer Mitteilung des Landwirtschaftsmiuisteriums in der deutschen Landwirtschaft 210 000 Tonnen Stickstoff verbraucht. Die in Deutschland vorhandenen Werke sind nach der augenblicklichen Lage imstande, ailljährlich zusammen 310 000 Tonnen zu erzeugen, der- mögen aber nach weiterer Besserung der Verhälinisse diese Menge auf insgesamt 520 000 Tonnen Stickstoff jährlich zu steigern. Wie die drei bekannte» Autoritäten auf dem Gebiete der Stickstoffindu- strie, Dr. E a r o, Pros. Haber und Direktor Sohn, als Mit- arbeiter in der soeben herausgegebenen Schrift„Aus Luft durch Kohle zum Stickstofidüngev— vomStickstofsoünger zum Brot und reich, liebet Rahning"(Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg) ausführen, sind die Hilfsmittel vorhanden, um das gesteckte Ziel zu erreichen. Werben diese 520 000 Tonnen Sttckstoff im Jahre wirklich erzeugt und in den Acker gebracht und wird gleichzeitig dafür Sorge ge- tragen, daß neben diesen Stickstoffmengen 1 000 000 Tonneu Kali und vorläufig wenigstens 300 000 Tonnen PhoSphorsäuee jährlich der deutschen Landwirtschaft zur Verfügung steten, dann kann soviel Getreide, Fleisch und Fett erzeugt und die chemische Er- zeugung soweit gesichert werden, daß die Ernährung unseres Volkes wisset genügend wird. Die Erreichung dieses Zieles erfordert allerdings, daß die jahrelangen Bemühungen des Preußischen Land- toirtschaftSministcriums um baldige Fertigstellung der noch im Bau begriffenen Stickitofswerkc und mii ausreichende Belieferung der Kunstdüngerfabriken mit Kohle, Koks und Schwefelsäure nunmehr voll verwirklicht werden. Es trifft nur zu sehr zu, wenn Staats- sekretär Dr. Ramm in dem erwähnten Buche ausführt,„daß unsere Ernährung dann eine hinreichende und reichliche sein kann, lvenn eine Quell«, die deutsche Stickstoffqucillc nämlich, so reich als möglich fließt". Musikpflege iil Schweden. Eine Vertretung der schwedischen Musikerschaft, unter Führung des Präiidcnten des Schwedischen Mustkerverbanbes und der Nordischen Musikerunion haben zum Stu- diiiai der Organisations- und sozialen Verhältnisse des Deutschen Musikerverbandes sowie der Einrichtung der hervorragendsten künstlerischen Musikinstitute Berlin und Leipzig besucht. Schweden ist durch die Grüubung von aroßen Orchester» aus dem besten Wege, sich eine achtniiggebietende Stellung ans dem europäischen Kumt- markt zu erobcrm. Mit unseren hervorragendsten Dirigenten sind Verträge abgeschlossen._ linker Gedicht stammt von Ernst Schur aus der Sammlung:„Die steinerne Stadl". Die Sammlmiii ist lange vor dem.Krieg erschienen, und ihr Dichter isi inzwischen auch gesiorben. Aber vieles von dem, was er darin gcsiallctc, scheint erst henie recht zu uns zu sprechen. 1 Tbcater. Dom Mittwoch ab siedelt die Operette„EineRachtim Paradies" vom Theater am Nollcndorfplatz in das Komödie n- Hans über. Ein Vortrag? thcater. Im kommenden Winter finden im S ch i l l e r I a a I allabendlich Dorteagsabendc ernsterer sowie heiterer Art und Dichterabende slatt. Bereits zugesagt haben u. a. Karl Ettlinger, Cäsar Fleiichicn, Emil Kühne, Resi Langer, Joses Plaut, Marcell Salzer, Jakob Wassermann. Schall und Ranch im Großen Schaulpielhau? eröffnet am 1. Sep- tembcr seine iicnc Sviclzeit und wird weiter die politische Satire und die beilcre Kleinkunst Pflegen. Eine Anzahl neuer Dichter und Komponiilcn sind zugezogen. Das Septemberprogramm'bringt das Monodrama„Die Kulisscil der Seele" von Evrcinosf, einem Vertreter der jungen russischen Literatur. Die Symphonie der Tausend im Großen Schauspielhaus. Im kommenden Winter wird Guslao MahIerS VII!. Symphonie im Grogen Schauspielhaus zur Aufführung tommen. Das Thema des Tages. Pros. Schleich wird im Herbstquarlal der Lessinghochschule das Thema:.Gibt es Vcrjüiigungs' im Blülbncrsaal bebandeln. Tie Volksbühne als Retterin. Das Königsbcrger Stadt- theater. das srühcr d:e Oper pflcgle, aber im Krieg zum Lazarett wurde und jetzt zwei Jahre wieder spielte, stand vor dem Zusammenbruch, da die Stadt die nötige Unterstützung nicht gewähren kann. Durch die Ver- Pachtung an den Verein Volksbühne ist die Bühne gerettet worden. Ei» Teil der Plätze wird frei verkaukt, der größere ist de» VollSbähne». Mitgliedern vorbehalten. Opernaussührungen sind vorläufig unmöglich. Im Braunsdiweiger Schlosse wird die Errichtung eines Kammer« spieltheaters geplant. Str. 430 ❖ 37. Jahrgang 2. Heilage öes Vorwärts Sonntag, 20.�ugllft?020 Sesiechungsverfuche beim Wohnungsamt. Untersuchungen über die Bestechlichkeit der Beamten. Das Charlottenburger Wohnungsamt hat sich verdientermaßen mit dem Thema: Bestechungen und Bestechlichkeit bei den Wohnungsämtern beschäftigt und in seinem Bereich U n t e r s u ch u n g e n angestellt, inwieweit von einer Bestechlich- � keit der Beamten die Rede sein kann. Wie' das Wohnungsamt nun mitteilt, hat sich bisher nicht feststellen lassen, daß irgendeine Wohnungszuweisung in Charbottenburg auf Bestechung beruht oder daß überhaupt ein Beamter des Wohnungsamtes einer Bestechung zugänglich gewesen ist. �.Dagegen ist festgestellt, daß einige beim Wohnungsamt be- schäftigte Hilfsarbeiter ohne Beamteneigsnschajt ihre dortige Tätigkeit dazu mißbraucht haben, um Geschenke oder sonstige Zuwendungen von Wohnungsuchcnden entgegenzu- nehm e n oder gar zu f o r d e r n. Cs handelt sich hier um Fälle von versuchtem oder vollendetem Betrun, da diese Hilfsarbeiter auf die Entschließungen des Wohnungsamtes bei der Zuweisung von Wohnungen keinerlei Einfluß hatten. Selbstverständlich find die Schuldigen sofort aus dem städtischen Dienst entfernt und der gerichtlichen Bestrafung zugeführt worden. Außerdem aber haben die Wohnung suchenden in einer Reihe von Fällen versucht, die mit der Bearbeitung ihrer Gesuche betrauten Be- amten durch Zuwendungen von Geld, Lebensmitteln und son- fügen Vcrmögensvorteilen zu bestechen. Diese Bestechungs- versuche sind nach den angestellten Ermittlungen in allen Fällen erfolglos geblieben. Angesichts der Gefahren für die öffent- lichc Moral, die auch in derartigen Bestcchung-versuchen liegen, und zur Wahrung der Ehre seiner Beamten, hat der Charlotten- burger Magistrat beschlossen, von seht ab auch alle derartigen Be- stechungsversuche der Staatsanwaltschaft zur strafrechtlichen Ver« solgung zu übergeben und außerdem in allen Fällen unter Be- Zeichnung der Schuldigen durch die Presse bekanntzumachen. Im übrigen muß erwartet werden, daß jedermann, dem es mit dem Schutz unserer össentlichsn Moral ernst ist, und dem über Bestechungen oder ähnliche Pslichiwidrigkeiten bei den Wohnungsämtern etwas bekannt wird, dies an zuständiger Stelle zur Anzeige bringt, aber nicht in allgemeinen Redewendungen und anonym, sondern unter genauer Mitteilung des Tatbestandes, unter Eintreten mit seiner Person, so daß der Behörde die Ver- folgung des Schuldigen auch tatsächlich ermöglicht wird.— Wir sind ebenfalls wie das Charlottenburger Wohnungsamt der Meinung, daß die Haupksch»Id bei solchen Vorkommnissen das wohnungsuchende Publikum selbst trifft, das durch jede auch noch so harmlos gemeinte Zuwendung eine Korruption großzieht, unter der die Allgemeinheit später schwer zu leiden hat. Wer sich zu einer Bestechung bereit findet, verdient dieselbe Strafe wie der, ver sich bestechen läßt. SeSan-Schulfekern verboten! Der Kultusminister hat folgende Verfügung erlassen: Jede Schulfeier am Sedantage hat zu unterbleiben. Am ersten wie am zweiten September ist r e g e l m ä ß i g e r Unter» r i ch t durchzuführen. Es war wirklich an der Zeit, daß diese? Verbot einer Feier erfolgte, die nach der Katastrophe eines verlorenen Krieges bei der einsichtigen Jugend nur lächerlich und bei der verhetzten Jugend nur weiter aufreizend wirken mußte. In konsequenter Befolgung des Verbots ist es aber notwendig, daß den unentwegten Hetz- aposteln an diesem Tage gründlich auf'die Finger gesehen wird. Kartoffeln für Arbeitslose. Der Berliner Magistrat hat zur Verteilung an die Berliner Arbeitsibsen. 1 8 Zentner Kartoffeln bereitgestellt. Die Arbeitslosen haben sich in der Zeit vom Montag, den 80. August, bis Sonnabend, den 4. September, bei Abholung ihrer Unter- stützung die Berechtigungsscheine zum Empfang der Kar- toffeln anzufordern. Jeder Arbeitslose erhält auf Antrag einen Bon aus Lieferung von Kartoffeln. Aus diesen Bon wird ver- merkt, wieviel Angehörige der Arbeitslose Bezugsbc- rechtigt ist jeder Arbeitslose, ob ledig oder verheiratet, wenn er Arbeitslosenunterstützung bezieht und mindestens 4 Wochen erwerbslos ist. Diejenigen Arbeitslosen, die ihre Unierstützung bei den Gewerkschaften erhalten, müssen ebenfalls die Bons aus der Geschäftsstelle anfordern. Tie Verteilung der Kartoffeln beginnt am Montag, den k>. September, und endet am Dienstag, den 7. September, in der Zeit von 8 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags Hezkrksselbanö Groß-öedw S. p. v. öffentlich!! Volksversammlungen TageSordlinng: Mnffii!- MsiWe«-®0S ltt lMM AMW? Ticnstag, den 91. August, abends 7 Nhr. Verlin: Brauerei Vatzeuhofer.Tnrm-EckeStromstraße. Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee ry 11. Berliner Bockbranerci, Chausseestr. kl. Berliner Vereins- und Konzertsäle, Komman- dantenstraße 53/59. AndreaS-Fcstsäle, Andrcasstr. kl. k-'harlottenburg: Großer Saal des Volkshanses, Rosinenstr. 3. Wilmersdorf: Aula der Hindenburg- Oberrealschnle, � Park 36. Lichtenberg: Jahn-Realgymnasium, Marktstraße. Referenten: Erwin Barth, Louis B r u n n e r, Heilmann, Franz Klühs, Ulrich Ran scher. Sicking, Friedmch Schlegel, Dr. W. Z e ch l i n. Mittwoch, den k. September, abends 7 Uhr. Aenkölln: Kliems Festsäle, Hasenhcide 13. Rcinilkendors: Hartmanns Braiterei,Scharnwebcrstr.l61/lVl. Degcl: Lokal Strandschloß. Cöpenick: Im Stadtthcater. Referenten: Dr. B e n d i n e r. Marie I n ch a c z, Ulrich R a n s ch e r, Dr. W. Z e ch l i n. Genossen! Genossinnen! Eeschemt zahlreich. Ter Bezirksvorstand. See- Ernst Willi in folgenden Verteilunqsstcllen: Eldenaer Str. 87(Viehhof), Schwedenstr- 15(Omnibusdepot), Wathstr. 22(Omnibusdepot), Garten sie. 14(O mniüusdepot), Marienburger Str. 41-46(Omni- busdcpot). * Der Hauptansschuß der Erwerbslosenfürsoirge hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, mit der Auszahlen? �r einmaligen Beihilfe sofort zu beginnen und?!war am Mittwoch, den 1. September. Es wird also in allen Groß-Berliner Ge- me inden die Auszahlung erfolgen, soweit die Gemeinden laut ge- setzlichen Unterlagen dazü in der Lage sind. Ter Hgupta-usschuß ist der Meinung, daß die Bc'fteilu.qg unbedingt beginnen muß, ob- Wohl die Reichsregierung noch, erwägt, ob der Kreis der Bezugs- bereäbtigtcn erweitert'wird und die Summe, die zur Verteilung gelangen soll, noch erhöht wird. Die Gemeinden können also vor- läuffg nur das auszahlen, wozu sie gesetzlich' die Handhabe be- sitzen. Alle anderen Erwerbslosen werden erst dann an die Reihe kommen, wenn die Regierung ihr.? Erwägungen abgeschlossen hat und die notwendigen Mittel noch besonders dazu bereitstellt. Bekanntlich erfolgt die Verteilung nur an diejenigen Erwerbslosen, die in der Zeitz vom 18. August bis 18. Februar 1020 mindestens 20 Wochen erlverbslos sind und Unterstützung beziehen und min- destens für einen Angehörigen Zuschläge erhalten. Alle anderen bleiben vorläufig nvcb unberücksichtigt, da die Gemeinden an diese Erwerbslose nicht Zahlen dürfen. Es erhallen obenangosührte Erwerbslose für den Antragsteller, ob Frau oder Mann, 200 M.. für jeden Angehörigen 20 M. als einmalige vorläufige Akontozahlung. Die saure und die siiffe Milch. Der Unterschied zwischen sauer und süß, der dem Fleisch- konscrven- und Milchhändler Georg Kunze in Chemnitz-Altendors anscheinend nicht ganz klar war, ist diesem teuer zu stehen ge- kommen. Auf dem Anhalter Güterbahnhof gingen dieser Tage unter?iachnahme nach und nach 7 2 K i' st c n ein, die sämtlich von K. nach Berlin gesandt worden, und zwar an verschiedene Emp- fänger. 60 Kisten, die ebenfalls in mehreren Sendungen ein- gingen, sollten an einen„Lebensmittelgroßhändler" Koch in der Münzstraße 18 ausgeliefert werden. Nach den Frachtbriefen sollte sich in allen Kisten„bombierte saure Magermilch in Dosen" befinden. Da aber der Betrag der Nachnabme für die offenbar verdorbene Ware zu hoch erschien, schöpfte die Güterabfertigung und die Ueberwachnngeabteilung der Eisenbahndirektion Berlin Verdacht und meldete die Sendungen dem Lebensmittelverband Groß-Berlin. Koch, der wohl von der Beschlagnahme gehört hatte, wollte nun die Kisten trotzdem diese bereits sichergestellt, wenn auch noch nicht beschlagnahmt waren, abholen. Auch hierbei hatte er noch Pech und wandte sick» in der Unkenntnis der Person an einen Ueberwachungsbeamtcn des Anhalter Güterbahnhofes. Die 72 in Berlin eingegangenen Kisten beschlagnahmte jedoch der Lcbensmittclverband, sie enthielten bei der Prüfung nicht„saure Magermilch", sondern die beste kondensierte Milch, die durch die Beschlaanahme nunmehr den Berliner Krankenhäusern zugute kommt. Der Empfänger erleidet durch den sonderbaren „Irrtum" des Absenders einen Schaden von 30— 35 000 Mark. Zur Obcrschlesienknndgebung am heutigen Sonntag fordert auch der Berein heimattreuer deutscher Westpreußen alle sein« Mitglieder auf, sich restlos zu beeiligen.— Wenn auch die S.-P.-D.-Organiiakion sich nicht offiziell beteiligt, so stellt sie ihren oberschlesifchen Mitgliedern die Teilnähme frei; Gen. Heilmann hat eines der Referate mit ihrer Zustimmung übernommen. Versuchter Tiamantenraub. Ein schwerer Raubüberfall wurde gestern auf eine Kontoristin in der Belle- Alliance-Stratze verübt. Das Mädchen sollte für eine Fabrik, bei der es beschäftigt ist, eine Kassette wegtragen, in der sich für 120 000 MarkDia» ma uteri befanden. Aus dem Flur des Hauses Belle-Alliance- Straße 70 fielen plötzlich zwei Männer über da? Mädchen her, entrissen ihm die Kassette mit ihrem wertvollen Inhalt und liefen damit davon. Die Ueberfallene rief jedoch um Hilfe und herbei- eilenden Leuten gelang es, die Räuber z u stellen und ihnen ihre Beute wieder abzujagen. Die Verhafteten, die der Kriminal. Polizei übergeben wurden, sind Zwei Arbeitslose namens Menke und K r oeh n. Zwei Fuhren Ticbrsbrntc beschlagnahmte die Kriminalpolizei hei einer Frau H. in der K a st a n i e n a l l« e. Beamten war eS ausgefallen, daß dort ein Mann mit großen Paketen ständig auS- und einging. Sie forschten weiter nach, sielen dann plötzlich über- raschend in die Wohnung ein und trafen dort einen Händler Otto Krüger, einen gewerbsmäßigen Hci?!er und Einbrecher, der von der Staatsanwaltschaft I schon längere Zeit gesucht wurde. Er hatte nach und nach ganze Stapel von Wäsche st ücken und Kleidungsstücken verschiedenller Art in die Wohnung der Frau H., seiner Geliebten, gebracht,, alles Diebesbeute, die er zum T-il selbst gestoblen. zum Teil anderen Einbrechern abge- nommen hatte, um sie für diese zu verschärfen. Krüger und seine Geliebte wurden festgenommen und dem Untersuchungsrichter vor. geführt, Frau H. dann jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt. Wo- her die gestohlenen Sachen, zwei Wagenladungen voll, stammen, ließ sich noch Nicht feststellen. Sie liegen im Zimmer 81 dcS Polizeipräsidiums zur Ansicht aus. Die Wäschestücke sind durch- weg A. K. und E. K. gezeichnet. Verband der Kommunalbeamten. Die für heute morgen an- gekündigten Massenversammlungen der Kommunal» beamten und Angestellten finden programmäßig statt. Di« Ber- Handlungen zwischen Ministerium und Kommunalbeamtenschaft haben noch nicht zu einer Erledigung der Differenzen geführt. Briestosche verloren. Em Partcigcnolie hat am Freitag leine Briel- taicke verloren. Enthaltend seinen W o ch e n I o h n w Lohntüte. einiaeS loses tkeld, Quittungen über eingezahlte Beitrüge an die Produltio-Kenossen- schait sür Metall- und L>olzbearbe!tung Kroß-Berlin, ein Lichtbild usw. Der ehrliche Finder wird gebeten, es abzugeben an H. Heinrich, Waidmannslust, Platanenstr. 5.— Das Bluthncrorchefter veranilaltet am Freilaa. den 3. Sevtember, abends 71/, Nhr, in der Reuen Weit einen Volls-Wagner-Abend. Dirigent:' Paul Scheinpilug. Solist: Konzertmeister Lambinon(Viol.). Vs Mit öer Etappe. Von Scholem Alechem. EineS Tchses kam David Leib zu mir und erzählte mir eine lange Geschichte: Jln Geißen wurde eine Konditorei ein- gerichtet, und zwar gehörte sie Reb Solomon Rädomyfler. Reb Solomon Radomysler ist ein Anhänger des Sadvgurer Rabbi, ebenso wie ich, und fein seliger Vater Bcni Tellcrlekcr, Gott Hab ihn selig, gehörte auch zu den Anhängern des Sadagurer Rabbi. Aus diesem Anlaß wollte David Leib, daß ich Reb Salomvn Radomysler aufsuche und bei ihm erwirke, daß er David Leib in seiner Konditorei anstelle., ,Was für eine Stelle kannst du eigentlich bekleiden?' fragte ich ihn, und er erwiderte;.Gleichviel, toelche Tt.lle, wenn es nur eine Stelle ist.'.Stehlen sollst du, bis du ver- schiinmelst,' versetzte ich und fragte: ,Was verstehst du eigent- lich?'.Was ich verstehe?' sagte er,—.Alles: Ich kann rech- neu, Bücher führen, schreiben, was nur zu schreiben ist!...' .Wie?' rief ich, ,wo bast du denn das alles gelernt?'.Von selbst.' erwiderte er und zog einen Bogen Papier heraus, den er niir gab, daniit ich Reb Solomon seine Handschrift zeige. Kurz imd gut, er hat mir so lange zugesetzt, bis ich ihn zum .Kuckuck verwünschte und mich auf den Weg zu Reb Solomon Radomysler nach Geißen aufmachte, und zivor... wie sagte doch Hamern Iwanowitsch?... auf Schusters Rappen. Als ich bei Reb Salomon in Geißen ankam, wurde ich gar nicht vorgelassen..Warum nicht?' fragte ickp Wenn ich nicht in einer wichtigen Sache käme, dann hatte Reb Solomon keine Zeit, erwiderte man mir. es müßte schon eine geschäftliche An- gelegenbeit sein und dann sollte ick mich ins Kontor bemühen. Ich überlegte mir die Sache. Pfui! Die ganze Angelegen- beit paßte mir nicht... Was sind das für Redensarten: keine Zeit? Geschäftliche Angcllzgcnheiten... Kontor... Zwischen uns, den Anhängern des Sadagurer. aibt es nicht solche Faren!— ,Gcht.' sagte ich zn dem Angestellten,.und sagt Reb Solomon, daß ich, der rote Veril aus Teplik. in einer sehr wichtigen Angelegenheit zu ihm gekommen bin, nicht ge- rode geschäftlich.— aber ich möchte ihn sofort sprechen, denn ich habe keine Zeit!' Do sagte man mir: ,Reb Salomon betet, er hat eben mit dem Vorgebet begonnen.' ,So. dann ist das etwas anderes!' erwiderte ich..Vorgebete verrichte ich auch, beim Vorgebet ist es erlaubt, von anderen Dingen zn sprechen und{ogar Geschäfte abzumachen.' Aber er war ein reicher Mann, vor dem man Respekt haben muß. Wenn ich ein reicher Mann wäre, hätte die ganze Welt vor mir Respekt... Kurz und gut, ich setzte mich�also hin und wartete. Ich war- tete eine Stunde, zwei, drei Stunden, noch dazu draußen, vor der Tür. Es nahm kein Ende. Ich sah Menschen hinein- gehen und herauskommen, hin- und hergehen... Aus der Küche brachte man Sankovare und allerlei gute Sachen... Da dachte ich mir: Tic Sache taugt nicht!... Man soll mich so bei der Nase herumführen das paßt mit ganz und gar nicht.— Ich überlegte nicht lange,— sollte ich auf die Ehre warten, gerufen zu werden?— öffnete die Tür, trat inZ Zimmer und begrüßte Neb Salomon:.Friede mit Euch, Reb Salomon!' .Friede mit Euch,' erwiderte Reb Salomon. .Woher seid Ihr,' .Ans Teplik,' antwortete ich.Erkennt Ihr mich nicht? Ich heiße Beril. Wir waren früher beide in Sadagnra.' ,Es kann sein,' sagte er, xcher ich kannte Euch damals nicht und kenne Euch jetzt auch nicht. Mein Augenlicht ist nämlich schwach.— ich will es Euch nicht wünschen... Ich war bei Dr. Mandelstamm, der mir eine blaue Brille verschrieb und mir verordnete, nicht zu lesen und zu schreiben und den Sonnenschein zu vermeiden...' ,Ach,' dachte ich. mir, ,Ncb Salomon. Ihr macht mir etwas vor,' und ich sagte zn ibm:.Hört mich an. Reb Salomon, es handelt sich um folgendes: Ihr kennt doch Bcni?' .Was für einen Beni?' fragte er mich. ,Bem Tellerleker ans Teplik.' sagte ich..Nein,' sagte er, ,ich höre diesen Nomen zum erstenmal.'.Was taugen die faulen Ausreden, Reb Solomon?' sagte ich,.Ihr konntet ihn sehr gut, wir haben zusammen bei Sadagnra Wein getrunken und bei dem Nobbiner auf dem Tisch herumgetanzt und uns sogar auch geküßt. Beni ist bereits im Jenseits, Friede seiner Asche, er ftt vor kurzem gestorben... Euch wünsche ich ein lange- Leben...' Als Reb Salomon das Wort.gestorben' gehört hatte, war er mit einem Mole wie verwandelt. Tie reichen Leiste müssen wohl große Angst vor dem Tode haben!... Er sagte also zit mir: .Was wollt Ihr eigentlich von mir?' .Was ich will? Ich will nur den Wunsch eines Toten erfüllen. Der genannte Beni Tellerleker. Ehre seinem An- denken, rief mich iind einige andere Juden wenige Stunden vor feinem Tode zu sich und erzählte uns folgendes: Er sei mehrere Male- bei Euch in Geißen gewesen und wollte mit Euch etwas besprechen, aber er wurde nicht vorgelassen. Da. er ein bescheidener und schüchterner Mensch und nicht zu- dringlich war, so machte er kehrt und ging wieder nach Hause. Jetzt, da er eine Wanderschaft antrete, von der man nicht zurückkehrt, nehme er von jedem besonders Abschied und bitte, zuerst dem Wunderrabbi und dann Glich einen Gruß auszurichten und Euch zu bestellen, daß er auf Euch baut, daß Ihr seine Wilwe und seine Waisen nicht verlassen und für sie sorgen werdet.' ,Was kann ich für sie tun?' fragt� er mit einer Be- wegung, als wollte er in die Tasche greifen. Da dachte ich mir: Ein Almosen will er geben? Almosen gibt man nur bei einem Begräbnis! Psui! Ich sagte ihm rund heraus, er solle dem ältesten Sohn, David Leib/ in seinom Geschäft eine Stellung verschaffen. Wenn ein reicher Mann da- Wort.Stellung' hört, erschrickt er zu Tode. .Woher soll bei mir eine Stellung frei sein? Wo soll ich sie hernehmen? Bei mir ist alles besetzt,' sagte er. .Das könnt �hr einem anderen erzählen, nicht mir,' er- widerte ich, ,zu mir dürft Ihr nicht so reden... Ihr müßt Beins Sohn ohne Widerspruch aufnehmen.... Er kann rechnen, Bücher führen und schreiben, was man braucht... Und nun laßt mir einen Schluck Schnaps und einen Imbiß geben, weil ich heute noch nichts im Munde hatte.' Kurz, loa- soll ich Euch lange erzählen, die Sadagurer sind unter- einander sehr vertraulich,— er versprach mir, David anzu- stellen. Ich begab mich wieder nach Hause und schickte David Leib zu ihm. Er kam nicht gleich an, sondern mutzte noch lange Zeit warten, weil Reb Salomon— wie er ihm sagte—, über die Anstellung mit sein?i>i Sohn Iossel sprechen mußte, der zurzeit abwesend war. Als Reb Josse! kam, war Reb Salomon fort. Aber schließlich wurde er, David angestellt, und jetzt ist er dort unentbehrlich." �„Kassierer ist er," bemerkt? Henich und erklärte in seiner Sprache, was das bedeutet: Er babe mit Geld zu tun. das heißt, er nimmt Geld ein und gibt Geld heraus." „Ich danke dir. daß du uns erklärt hast, was.Kassierer' bedeutet, sonst hätten wir es nicht gewußt," sagte zu ihm der rote Beril und näherte sich dabei dem Etappensuhrer, den er bei der Jacke zog und weckte. „He. Lawrij, in die Erde mit dirl Wir wollen langsam weitergehen. Lawrij folgte ihm, erhob sich langsam von der Erde, hielt die.Hand vor die Augen und blickte zum Himmel, wie hoch die Sonne wohl stehe: Rmn nahm er seinen Stock, zählte die drei Arrestanten und begannen, weiterzumarschieren. (Schluß folgt.) Sarlrn sind zu haben im Zigarrengeschäft Harsch, Engelufer 15, Orchester- Bureau, Lützowstr. 76,.Vorwärts", Lindenslr. 2,.Freiheit", Brcitestr. 8/9, und an der Abendkasse.■ Im Zoologischen Garten ist jetzt in den Fasanenzehegen allerlei �unggejiügcl ans der interessanten Entwicklungsstus« zu sehen, wo man ichon merkt, was aus den Küken werden will. Heule sei hier be- sonders aus junge Rebhühner ausmerkjam gemacht, die unter der sorgsamen Führung einer Haushennc von der sür diesen Zweck sehr bewährten, ganz eigentümlich' haaisedengen Ncgcrbühnerrasse sehr gut gedeihen, ferner aus junge Psauen, denen jchon die Kopszier sprießt, und die bereits ansangen, die nolze Hallung ihrer Eltern einzunehmen,— Heute findet großes Kon- zeit der Kapelle der Berliner Siwerheitswehr unter Leitung des Musik- direklors Brate von b Uhr nachmittags statt. Das Aquarium ist jetzt Sonntags von 9— 6, in der Woche von 9— 7 Uhr gcöisnet. In den Schauburg-Lichtspielen rollt die erste Episode.Der geheimnisvolle Schatten" des damit begonnenen Iudex- Zyklus über die Leinwand. Dieser anS der sranzösischen Fabrikation stammende Film stellt den Kampf gegen das internationale Hochstaplertum dar. Von Regiefeblerm nicht ganz frei, sindet er bei dem größtenteüs aus Sensation eingestellten Publitum nicht volle'Anerkennung, Diese Scharte wehr Harry P i e l in dem Abenteuerfilm„Die Lustpiraten" wieder aus, Dicicr durch landschaftliche Reize gekennzeichnete Film gewinnt besonders durch die sast zur Sensation gesteigerten sportlichen Leistungen Harry Picls, der übrigens persönlich Gelegenheit yatte, durch brausenden Beifall belohnt zu werden. Den ech un bildet der Schwank„Die k c u s ch e I o i n c t t c inhaltlich weniger fesselnd, erreicht er jedoch durch den schlagfertigen Humor Otto H e r r I i n g s die volle Ancrkcntiuug des Publikums, Bezirksbildungsausschuft Groft-Berlin. Die Einzcichnungslisten zum Abonnement sür die j ü n s g r o g e n F e il k o n z e r t e sind heraus- gegeben und liegen bei allen Abteilungskassiercrn aus. ES finden statt: 26, September 1929, mittags l2 Uhr: Richard- straus>-Ronzert, Neue Welt 7, Rovcmoer 1920. vorm, 1t„ Beetboven-Konzcrt. 26. Dezember 1920, nachm. 2'l2, Wcihnachts-Kouzert, Alte Gornisonk. 16. Januar 1921, vorm. II„ Wagncr-Liszt-Konzcrt, Neue Welt 13. März 1921,„ 11. Mahler-Konzert. Der Besuch aller fünf Konzerte kostet 17,50 M. Einzeichnungen werden auch aus dem Burdau des BezirksbildungsausschusseS, Lindenslraße 3, 2. Hos IV, Zimmer 10, angenommen,(Geöffnet von 9—4 Uhr, Donnerstags von 9—1 und 4—7 Uhr.) Die Liften werden am Mittwoch, den 1, September d, I,, geschlossen. Für die bereits eingereichten Listen können die Eintrittskarten schon jetzt aus unserem Bureau tu Enrpjang genommen werden. Am Sonntag, den 19, September 1920, abends 7 Uhr, im Festsaal des Stadthauses, Eingang Klosterstrasje: 1. Ein führ ungsabcnd zum LI i ch a r d- S t r a u K v n z c r t, Vortrag und Demonstrationen am Klavier: Dr. Kuttmann. Eintritt 0,75 M. Karten sind bei allen Abteilungs- lajsicrcrn in den Bildungsausschüssen der Vororte, bei Harsch, Engelujcr 15, in der Buchhandlung Vorwärts, Lindensir, 3, und im Bureau des Bezirks- büdungsausschusses, Lindenstr. 3, zu haben. T d c a I e r v o r st c I l u n g e n: Für die Aufführung des sozialen Schauspiels.'Verflucht sei der Acker" von Srarosson und Nespictal am Sonntag, den 5. September, nachmittags 3 Uhr, im Zcnlral-Thcalcr. Alte Lakobslrave, und Bernhard-Roic-Theatcr, Kroge Frankfurter Straße, sind noch einige Karlen aus dem Bureau des LildungsauSschusscs, Lindenstr. 3, zu haben. Eintrittspreis cinschlicjstich Garderobe und Thealcrzettei a M. 3,30. Nuniänitche Staatsangehörige, die die Amnestie ans sich an- gewendet wissen wollen, müssen fpateitcns bis 1. September d, I, nach Rumänien zurückkehren. Sie müssen sich bei der Miiiiürmifjion, Leipziger Platz 3, unverzüglich melden, lim den Text des betreffenden Erlasses sowie Au-lunst und Uluerstütznng zur Heimbesörderung zu erhalten. Zlcbcitcr- Samariter- 5ioloi:nen Berlin c. B..'Mitte— Hallesches Tor. Konstituierende Abteilungsveriammlung am Montag, den 30, August, 7 Uhr, m der Schule Annenstr. 2(an der Prmzciiftragch. Vollzähliges Er- scheinen dringend erbeten. Ter Kreistag Teltow beschloß in seiner Sitzung vom 28. August die Beteiligung an einer zu gründenden gemeinnütztgen Baugesellschast zur! Bebauung der westlichen Hälfte des Tempel ho je r Fel-� d e s. Die Beteiligung soll erfolgen, falls die Gesellschaft sonst! nicht zustande kommt. Tie Regelung der G e h ä l t e r der Kreis- bcamten und Festangestellten, des Ruhelohnes und der Hinter-! bliebeyenversorgung wird vorlagegcmäß beschlossen.— Für die so-' Hale Kriegsbeschädigten- und Kriegshinterbliebenenfürsorge wird' der auf den Kreis entfallende Anteil bis zur Höhe von 12 000 M. lgstsilligt. Ter Zuschlag zur Grunderwcrbsstcucr wird mit rück- chirkender Kraft vom 4. Oktober 1!>l9 ab auf V* vom Hundert erhöht.— Für den neu zu wählenden Kreistag wird die Zahl der Abgeordneten aus 40 festgesetzt, wovon auf den Wahl- VerLand der Städte 16 und auf den Wahlbezirk der Landgemeinden 24 Abgeordnete entfallen. Die Wahlen für die Landgemeinden werden am 26. Scpjember d. I. stattfinden. Von der Fraktion der S.P.D. wird angeregt, die Zahl der für die Kandidatenlisten erforderlichen Unterschriften auf 15 herabzusetzen. Der Landrat stellt die Erfüllung dieses Wunsches in Aussicht. Groh-Bcrliner Lebensmittel. Brotkarte»Halm". Berlin. Vom 30.'August ab dürfen V l e r d e f I e i s ch und Pferde- flcischwaren. iowcit der Abichnitt 5 der Pserdesteischkaete bereits beliefert ist, ans Abichnitt 6 der Pscrdeslcrchkaite abgegeben und entnommen werden, Die allst einen Abichnitt cntsallendc Menge beträgt 250 Gramm,— M i l ch b e l i e s e r n n g. Bis aus weiteres wird am die B I- und B Ii- Karten je 1 Liter Vollmilch verausgabt. Die übi igc BeAcsernng bleibt wie bisher.— Vom Montag. 30. Auguit, bis Sonnabend, 4. September, wer- den die Magcrmilchkarten der Serien 7. Il und III mit je Liter Meicrcibuttcrmilch zum Preise, von 62 Pj. jür den halben Liter belleiert. — kDie tür die Zeit vom 30. August bis 26. September zum Fleischbezuge berechtigenden Abschnitte 48 bis 51 der Grojj-Berliner Lebensmittelkarte können in Berlin in der Zeit vom 30. August bis l. September bei den zuständigen� Brotkommissionen gegen Bezugscheine aus Hajerflockcn oder Teigwar en in doppelter Höhe der Fleijchkarten nmge- tauscht werden. Der Beziig der Ware ersolqt wie bisher aus den bc- kannten besonders kenntlich gemachten Geschäften. Zum Ilmtausch be- rechtiat sind diejenigen, die sich auf Grund der Bekanntmachnna des Magistrats vom 10. Oktober 1913 bei ihrer Brotkommiision zur Eintragung in die Liste gemeldet haben oder nacht, ägiich von der Abteilung iür Fleilchversorgniig zum Umtausch zugelassen worden sind. Wer die?ln- Meldung ohne sein Verschulden(z. B. infolge Kraiikbeft oder Abwefcnbcftj versäumt hat, kann den Ilmtausch ebcnjalls an den genannten Tagen von 8—1 Uhr im Bureau sür Fleischversorgung, Neue Friedrichstr. 1, Zimmer 7, bewirken. Ycharlottenbnrg. Einmachezucker Psund aus Eharloitenburger rote Nahrungsmittclkarte. Kartoffelstärkemehl 125 Gramm. Gcriteniabri- tate 125 Gramm. Reis 500 Gramm. Haferflocken. Reis 500 Gramm. Haferflocken 500 Gramm. Kartoffeln 7 Pfund. Süßstoff 5 Brieschen für Haushaltungen bis 3 Perionen, 8 Briefchen für Haushaltungen über 3 Personen. Scltöncberg. Voranmeldung sür eine Dose Einhcits« oder Mumme- Malzextrakts aus Abschnitt 5t der(Kigendlichenkarte. Ausgegeben werden ucbeu den üblichen Rationen je 3 Pstind Kartoffeln auf 57, 5>8, 59 der roten und grünen Schönebcrger Bezugslarte; ohne Voranmeldung Psd. Aus- landSzuckcr und 125 Gramm Graupen. Friedenau. Aus Grosi-Bcrliner Lebensmittelkarte: 125 Gramm Reis, 125 Gramm Nudeln. Aus Berlin-Friedenauer Nährmitlclkarte: 250 Gramm Haferflocken. Dahlem. 125 Gramm Nudeln. Für Fugendliche: 250 Gramm Haser- flocken, 2 Päckchen Süßstoff. Einmachczuckcr gelangt voraussichtlich im Lause des September zur Ausgabe. DeitU'ellios. 7 Pfund.Kartoffeln, 125 Gramm Maisflocken, 250 Gramm weife Bobnen. Anmeldung von 125 Gramm Reis, 125 Gramm Linsen aus Lebensmittelkarte des Kreises Teltow. Neukölln. Verteilung von 375 Gramm Einmachezucker(Auslands- zucker) zum Prelle von 5,55 M. durch die mit dem Zuckerverkaus beaus- tragten slädlischen Verkaussstcllcn, Konsumvereine und Kleinbandelszeichäste bis zum 15. September aus 41 der Kroß-Bcrliucr Lebensmittelkarte sür Neutölln. Brist. 509 Gramm.Haferflocken, 500 Gramm Marmelade. 250 Gramm �k'unsthontg, 250 Gramm Sirup. Für Jugendliche eine Dose kond. Mager- milch. Für Kriegsbcichädigtc 500 Gramm Buchweizengrütze, 50Gramm Tec. Für Perfonen über 60 Fahre 1 Dose kond. Magermilch. Für Kinder und werdende Mütter 250 Gramm Buchweizengrütze. 125 Gramm Zwieback. 1 Tose Malzextrakt in, 100 Gramm Tee. Änj Milchlarte B und C I n. II 125 Gramm Zwieback. Auf Groß-BcAiner Lebcnsmittellarlc 1 Dose Malzextrakt. 1 Pfund grüne Erbssn,! Pinnd Linsen, 1 Pfund Reis, 1 Psund Bohnen, 1 Schachtel Streichhölzer je Kopf, 5 Psund Kariosieln. Lick tenberg. Anmeldung bis 34. Auguit 375 Gramm Zucker. Fn den städtischen Vcrkausshallen 1 Pinnd Weizengrieß sür Kinder, die am 1. Juli 1918 und später geboren sind, aus Vollniilchkarie X I und A II im Monat September 1 Psund Kindcrgerstenmehl. Aus Lichtcnbcrgcr Lebens- miticlkarte 3 Päckchen Milchsüßipcise. Reinickendorf.'I, Psund Fruchtmarmclade. 1 Piund.Kartoffeln gegen Abitemplunz des Abschnitte? 28 der Reinickendorjer AuSwciskarte. Ällt-Glienirte. 125 Gramm Nudeln, 250 Gramm Niudcrlalz, 500 Gramm Haferflocken, 500 Gramm Marnrelade. lOu Gramm Sirup. Zknf 'AährmUleltartcn 250 Gramm Kindergerilcnmchl, 250 Gramm Sago. Kriegsbeschädigte erhallen 500 Gramm Maisflocken, 500 Gramm Graupen. Werdende Mütter erhallen 500 Gramm Eercalmehl. 250 Gramm Sago, 500 Gramm Maisflocken. Aus 171 der Alt- Glienicker Lebensmittelkarte 10 Psund Kartoffeln. Groß-Ser!me? parteinachrichten« Hc»te, 29. August: 2.-8. Zlbt..Kassierer und Biidungsausichuß. Schlußabrechnung vom Sommersell. Ebenfalls Thcatcrkartenausgabc für 1. Gruppe. Morgen, ZO. August: Frauen der 13. u. 14. Abt. Besuch des Erholungsheims KI.>Beeren. ASiabrt mittags 12� Anhalter Bahnhos. Treffpunkt bis'/,! Uhr vor dem Lahnhof. 7. Zlbt. 7'iz Uhr Funktionärkonserenz bei Sauer, Ecke Bergmann- und Bärwoldslraßc. 6' Uhr daselbst Vorstandsfttzung. Wahlkreis Dicrgarren. 3. und 4., 37.— 41. Mt. 7 Uhr: Sitzung der Ablcilungsvorstünde bei Trümpcr, Flensbnrger Straße 3. Pünktliches Erscheinen nötwendig. Achtung! Polizeibcamtcn- Werbeansschuff I 7 Ubr öffenlliche Versammlung der Bcamten der grünen, blauen und Krinrinal-Pclizei in der schulaula. Arangelilr. 128. Neukölln. 9. Abt. 70, Uhr Sitzung sämtlicher Funktionäre bei Schulz, Emscrslr. 27. Wichtige Tagesordnung. ßrauenabenöe 7V2 II. Zlbt. bei GeiSler, Skalitzer Straße 59. Referent Genosse Lehrer Meise:»Die Frau und der Sozialismus". 20.—"22. Abt. bei Rahnsdorf, Petersburger Straße 86. Referent Genosse Puls:„Religion, Staat und Kirche". Treptow bei Ktäber, Plesserflr. 8. Rest Genossin Ziels. Bauulichutenweg bei Haß, Baumschulcnstr. 72. Rescrentin Genossin Riedger. Nicderschöneweide bei Rethel, Grünauer Straße 8: Dehme!- abend. Vortragende Genossen Vierbücher und Birnbaum. Pankow bei Laiigenhausen, Florastr. 73. Res. Genossin Wochenheim Sport. Znili Blumenthal-Fagd rennen. 4200 Meter, 20 000 91-, gelten als varaussichlte Starter: Feierabend 59'„(H. Teichmann), Duse 54'/, (eiiclau), Onix 56(Scholz), Ostrv 66'/,(X.), Wehrpflicht 58(X.), Hutten 58 (Gädickc), Sonntagsmädel 66'/,(Lcwieki), Drachenkops 56(Janlo), denen Der schlcsicr 51(X.) sich als zweiselhaster Starter anschließt. Mus alier Welt. Ein Opfer der Beduinen. Mailänder Blätter veröffentlichen ein Telegramm aus Jerusalein, wonach der italienische Major Levy-Bianchim, der der zionistischen Mission angehört, im Verläufe eines Angriffs der Beduinen gegen einen Eisenbahnzug bei Beirut ermordet wurde. Laustphochwasser. Infolge des anhaltenden mehrtägigen Regens führten die Neiße und ihre Nebenflüsse Hochwasser. Die Neiße stieg in Görlitz von Freitag nachmittag bis Sonnabend nach- mittag von 1,60 Meter bis 2,45 Meter. Von Zittau wird ein weiteres Steigen des Wassers gemeldet. Hochherzige Tat deutscher Kriegsgefangener. Vom Reichs- arbeitsniinisterium wird mitgeteilt: Im Gefangenenlager von Albertville in Savoyen haben Ostern 1619 die deutschen Kriegs- gefangenen eine Sammlung zugunsten deutscher Kriegs- beschädigter veranstaltet. Regierungsrat Dr. Jürgensen, Hamburg, bat jetzt dem, Reichsausschutz der Kriegsbeschädigten- und Hintcrbliebenenfürsorge als einstweiliges Erträgnis dieser Osterspende den Betrag von 19 790 M. übermittelt, wofür herzlichster Dank ausgesprochen wird. Rettunzsarbcitcn auf Zeche„Präsident". Es wurde festgestellt, daß die am Dienstag verschütteten Zimmerhäuer sämtlich noch am Lebpn sind. Jin Lause des Donnerstags gelang es, einen der Verschütteten bis zur Brust freizulegen. Mit jden beiden anderen wurde eine Verbindung erjielt, die' es ermöglichte, den Leuten Nahrung zuzuführen. Die Jlettungsarbeiten sind mit den größten Schwierigkeiten verknüpft, da es noch nicht möglich gewesen ist, die starken W a s s e r z u f l ü s s e abzudämmen. Man hoffte, die Verunglückten noch im Laufe des Sonnabends lebend bergen zu können. 4 44 1! 4 k* ffk/a«* r\— l � k f Karierte u. gestreifte Stoffe Neue Phantasie-Karos undSlreikenin geschmackvollen Parfcen- stellungen, Breite 89— 149 cm............ das Meter Glatte, gestreifte und karierte Köper- und Lodenstoffe- mit farbigen Noppen, Breite 139 cm.... das Meier ] t/1 Hl Schwere tuch- u. chcviot- mCiiClL'C kJLUJliC artige Stoffe in gemischten Farbentönen, verschwommenen Karos, Streifen und im Herren- stoffgcschmack für Jacken-Kleider, Br. 105— 140 cm, d. Meter Einfarbige Stoffe SSr rS: Vi'ollbatiste. Popeline, Köper- und Kreppstoffe in allen neu- zeitigen Farben Breite 80— 140 cm......... das Meter Leichte und klare Ge- k3Cn Warze OtOlie webefür Kleider, Blusen, Kostüme, Röcke und zum übergarnieren, Alpaka für Kleider, Mäntel, Schürzcnu.Herren-Jacketts, Breite 89-149 cm, d, Meter 29 70 55 34 30 25 M. 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M. rcrschicd I nach längerem kranken» I lagcr das Mitglied unseres I Beirats, Herr Verwaltungs» | direktor 147/17 | H. Dannefcldt j Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet I am Montag, den ZU. August, I nachm. 4 Uhr, aus dem I Alten Schöncberger Fricd- I hos, Hauptstr. 46, statt. Der Dorslanv j des Verbandes der Srankenkassea i Grob'Berljns. I W. Ahrens, Borfitzcnder. Von der Reise zurück S.-B. Dr. Ostrodzkl. Von öer Reise zurück Zahnarzt Dr.örbach 9—2, 4—6, außer Sonnabend nachm. und Sonnlag.'h/20 Von der Reise zurück Dr. med. Freymann CharloCenburg, 17/16 Knobeladortkstrasse 4. Ersucht wird Karl Weiss, Buchbinder von seinem Onkel Karl Meissner in Amerika. Zu erfragen bei tfianner, Landsberger Allee 68. Der Gteckdries vom 4. 6. lg gegen den Jäger Erwin Bolz, geb. 26. 2. 66 zu Glogau, ist er» Udigt. Ziaumdurg a. S., 24. S. 20. Gericht Reichs a>.»Brig. 16. 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Bichtlze Qrgani- falionäangclegenlciten. 5» Anbetracht der mfdjtiteu Tagesordnunz muß jede Arbeitsstelle»ertrele» sein. U3/1S Die JejirkuverciiiSleitung. t2i SSWl a. ntm. Gmeib? z> SeM. iülgM. lI?!zKkU!i!Z!i!iSSZö SLr!iliMSeM.Wi!5lr.k Einladung aujterordentltchen Atovkaa, den ti. September, ueends 7 k, Ußr, iin Listilngszimmar der Nasse, bihrinstc. Vorderhaus 1 Tr. Tagesordnung: Deschiußsasstmg iiocc den Am Moni«,,,»en».»«m. »emdcr d.s.,«»,«»,. A?r. fü'.dct im iicieu�min N»f. livcltn C, Rosen Sir. 11/12, eine aujterordsoMchs M!«Mekfl!«Kim Mit sstgind.Te.eserlnunq It.tt: 1. Beratung u. Beschlnß'sssung über die ASilNSerun.»er Dienstsrdnun. sltr»>e An- gestellten.»r«ß-»erlks abgeschlosssnm T.ris») L. Verschiedene». It7,. Di» Herren Vertreter im Ausschuß werden ersucht, Mtzt» reich zu erscheinen,»ie ju.f faubie Lcgi!im»Ii»n ist am Eingan» vorzuzei»en. Oer verstand. S- 2b: A. Pollin, Vorsitzender. AlsttaslekWe ».semmteMeTeliie zv Znlt». Mtwzstr»!,» 24. .'.Äe Allgemeine OrtSkrankenknfse Berlin-Weißenfee. »n Zreita,. den 10. Sem- •emker 1920,«den»,»' Uhr, fnbet im Restaurant.Zum «erliner Hos» zu Berlin- Weißense«, Aiitonplatz, ein« anfterordentliche MWWW statt mit folgender Tagesordunng: 7. Bericht de» Borsttzenden. Z. Beschlußfaflung stder Arn- derung der M St Abs. I, Fister, und£i Abs. 4 der Stoffensakungen. 3. Wahl von 2 Iahresrech- nungsprllfern(1 ArbeUgeber, L Arbeitnehmer). 4. Wahl von je l Ersatz- mann für dieselben. 5. Deratung und Beschluß- fastung Uber den neuen Taris. vertrag. v. Äasscnangelegenheitcn. Zum Eintritt berechtigt sind nur die mit einer Segitsmattou »ersehenost Ausichußmilalieder. Der in der Ausichurs,»una I am 12. Juli 1910 deschioffene' 6. Nachtrag iu den aasten- satzungen ist durch da. Ober- versicherungsaillt Eroß-Berlin genehmigt worden und tritt mit dem heutigen Tage in St-att. 147/18 BerliN-Weißeniee, den 26. August 1920. Der Vorstand. Sraeoe, Vorsitzender. Zu»er»m Dien» 7. SMeiember 1929, 6»Hr. im««sfrnLü.'ol, Mlngflr. 24, staistindenden Ansschnßsitznng werden die Herren Vertreter der Ardeitgebcr und Mitglieder eingeladen. 147/12 Tagesordnung: 1. Bericht über den Tarifner» trag»»m IS. August 1920 nn» Beschlußfassung über Abänderung der Dienst- »rdnilug. 1. Bericht lldcr den Stand der «ewtefrage. 3. Verfchiedeues. Verlin, den 28. August 1920. Der Verstand. Max S u t[che, Vorsitzender. lUmMiietäll Ortskr«ukcl«kitiffe der Buchbinder und verw. Gewerbe zu Berlin. Einladung ZU»er gm»iensiag, den 14. Schtiewder 1»M, abends 7 Uhr, im»ewertschast-tzau-, Sngelnsec Ii. Saal 3, stattfindenden zwischen den, Verband der Kranienkasten im Bezirk des Oberoersicherungsaints Oroß-Berlin und den, Fen- traloerband»er Angcstellleii im Bezirk Eroß-BerUn ab- geschlostenen Tarisoerlraq! Abänderung der Dienst- ordnuna; Verschiedenes. Dertin-Friedenau, 23. Aug.>920. Ackermann, Ullrich, Vorsitzender Schriftiuhoer. Ä war Das sicherst. Mittel, das M» Rauchen ganz od. teilw. B» einzustell Wirkg. ver- � blüffend. Auskunft ums Institut Englbrecht, München R6» Kanuzlnerstr. Q Korpulenz Fettleibigkeit beseiiigan Br.Hifftsuer's ges. gesch. Entfelfangs- Tablett. Vollkommen unschädl. u. crfolfreichsces MiUel I ohne Einhalttn einer 1 Diät. Keine Schilddrüse.{ Leicht bekömmlich! Broschüre auf Wunsch! I Elrfani.-Ap(t)i3l!(,((i1liiSW Lelpzltiritr.74fCitkalffil.) Aimeepistolsn oe Parabeiiüiu i* Maussr 9 Milünister auftcrsrdentlichen touft und zahlt höchste Preise MWSWiiz..... WIHstft* Sertuisw, n.L'ICüc,-; <>Zkomn'andantenitr.3S werde» die Vertreier der Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Ausschuß hiermit eingeladen. Tagesordnung: >. Verlesung des Protokolls. 2. Arnderung der Dienstord- nung. 147)19 3. Verschiedenes. Der verstand. Ä. Sottssmann. Vorsitzender. Fr. Leeie, Echristfiihrer. Flaschen Sekt.... 1,30 Rotwein. 0,60 50 wie s&mti and. Wrinnasch fette Zeitsi|Süw' Pelerinen u.BozensMäntel wg am uger Unser Geschäft ist geöffnet von 8 Uhr früh bis t Uhr abords ununterbrochen Einladung WZeMtAM tMW WMMlS ÜMsWIle». II!!! s 7° velZWWli All- Nies Sek vmiMe UMiWk ÄWKttle G. m. b. H. (NenvkllNgSM LkkA). Die Geiellichaft ist beim Amrsgericht Aielenzig eingetragen und betreibt den Brauntohielibergdau und die Brikettlabri- tation. Der umlangreiche Bergivcrtsbesitz ist in den Grund- buchern von Laugenfeid, Trebow und Königswalde gcrichtiich eingetragen. Die bcrgamilichen Verleihungsurtunden sind in den Jahren 1859 bis 1879 erleilt. Die Gesellschaft vereinigt 3 einzelne Bcrgivcrksgcrechtiame zu einem Großbetrieb. Für die Adbaufähigteii, da in der Hauptsache Tagebau■betrieben wird. und die Tranovortfählgkeit einer großen Kohlenförderung liegen die denkbar besten Voraussetzungen vor. Die Leitung des Berg- werksbeiriebev liegt in den Händen erfier Bergfachleut». Die Gesellschaft gibt Anleite h M. 1000,— rms den Inhaber lautend au», die durch hypothekarische ibiniragung in den Gruiibbllchern sichergestellt sind und mit mindestens ö% garantiert verzinst werden. Die zu erwartenden Dividenden hürfien jedoch vor- aussichtlich bedeutend höher sein. In der ordentilcheu General- Versammlung hat jeder ge-eichneie Anteile ä M. 1000,— eine Stimme. Die Umwandlung der Gesellschaft in»ine Atften- gcscllschaft und Einssihrung der Aftien a» der Börse ist geplanl Mit den Gesellschafter», geichncr» von Geschälisantcilen tönnen evtl. Kohleiilieferungsvertriige abgesdilosten werben. Kohlen- proben stehen zur Berftigung. Nach Adschätzung erster Eachver- ständiger beträgt der Wert des Bergwcrtsbesitzes M. 2 500 000, das bisher gezeichnete Kapital beträgt M. 390 000 und wll auf M. 1200 000 erhöht werden. Proipette, z-ichnungsschcinc ver- sende! die Firma Robert Fricke, Bankgeichäst, Berlin EW. 68, Friedrichstr. 213, gegründet 1903. Feichnuugcn und Gu:'ahluugen tönnen dortsclbst provisionslrei während der Geschäftszeit von 9—3 Uhr vorgenommen werden. 1617b Bereinigte Beutnörtliifie WenKerle i ffi. m. b. r>. Kartoffeln! Für Fabriken und Arbeitervereine offeriere lieferbar Herbst pommersche Spoifakarfostrln I waggonweise, verlade auf 40 pommersche» Elaiwne». Kein Gtadtgroßhaiideispreis, sondern nur der Groß- Handelspreis der Berladcgcgend, weld)er weft billigcr ist,\ kommt zur Anrechnung. VeftfteaWer SueifEfdrtoffel-Stogöeitrieö (CSfn Teinpclburg l. ZZoni. Dertreler: Franz Jahnke, E/olfenüüttcl. Fernfpr. 237. 17,1| Geld: Verdienst durch eine xute Idee.— Wegweiser durch klauser Sc Co., Berlin SW 13, Priedrichstrafie o• Kuck's* höhere Piivatschule u. Vor bereitungs-Anstalt. Auch Abendkursus. Pension Nürnberper Sir. 2, am Zoo. Sclilafner eichenes, mit lLO m breitem Schränk I 4500, mer HR. WWW 4250,—, eichene» Herrenzimmer mit großer dreiteiliger Bidliolhet 4650.-. Gebell». gaimnir-UMa—,«BdienBjO. 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Dahgr Mußten die für das frühere Heer und die Marine arbeitenden ehe- maligen Heeres- und Marinebeteiebe mit einem Schlage ihre Produktion einstellen. Es entstand nun die Frage, was aus den mit Staatsmitteln unterhaltenen Betrieben werden solle. Es gab zwei Wege. Entweder die umfangreichen ehemaligen .Heeres- und Marinebetriebe an Privatunieniehmer zu verkaufen oder sie mit Reichsmitteln auf Friedensarbeit umzustellen und-nach privatwirtschaftlichen G r u n d s�ä tz e n weiterzuführen. Die Nationalversammlung hat in'ihrer Sitzung vom 22. Lltober 1919 beschlossen, das letztere zu tun. In dem Beschluß der Nationallversammlimg wird u. a. gesagt: „Die Betriebe sind so auszubauen, daß sie die U n k o st e n Decken und eine angemessene Verzinsung und Di�lgung des Anlage- und Betriebskapitals er- möglichen. Betriebe, bei denen dies erreicht werden kann, dürfen nicht geschlossen oder eingeschränkt werden." In der Ergänzung zum Entwurf des H a u s h a l t p l a n e s für das Reichsschatzministerium für das Rechnungsjahr 1919, Kapitel 2 e, Titel 2 beißt es „Die Hauptverwaltung der Reichsbetriebc ist der Abteilung III iReichsschatzministerium) angegliedtrt. Ihre Aufgabe besteht , darin, solche Heeres- und Marinewerkstätten, die sich wirt- s ch a f t l i ch und einträglich gestalten lassen, für das Reich zu betreiben." Di? Nationalversammlung hat dadurch zunächst die Grund- sätze festgelegt, nach denen die ehemaligen Heeres- und Marinebetrisbe, soweit sie der Hauptverwaltung der Reichsbetriebe unterstellt wurden, umgestellt und weitergeführt werden-sollen. Der Hauptverwaltung der ReichSbetribbe wurden unterstellt die gesamten technischen Werkstätten in Kassel, Erfurt, Lippstadt, v'aue, Siegburg, Spandau, PZolfgang, die Torpedowertstatt in F.'iedrichsort, Rüstringen, die Reichswcrft Kiel und die.bayerischen technischen Institute in Amberg, Dachau, Ingolstadt, Reichertshofen und München. Diese umfangreichen und ursprünglich nur für die Herstellung von Kriegsgerät eingerichdcten Werkstätten nach den Wünschen der Nationalversammlung umzustellen, ist für die mit der Leitung be- anftragte Hauptverwaltung der Reichsbetriebe eine unerhört große und in der gesamten Industrie bisher einzig da- stehende Aufgabe.'. Die Kritiker in der Presse und in V e rfämmlungen mögen den besten. Willen haben, daran mitzuwirken und die Interessen der in dni Werken beschäftigten Arbeiter und Angestellten zu fördern und zu schützen; und jeder d'er Kritiker glaubt natürlich, daß, wenn seine Ratschläge befolgt würdcn, die Schwierigkeiten und'Hemmnisse bei der llmstellung mit Leichtigkeit zu überwinden wären. Nach den von mir gemachten Erfahrungen in der Hauptverwaltung der Reichsbetriebe sowohl, wie in den Werkest, habe ich aber die Heber- zeugung gewonnen, daß sich Außenstehende so wenig wie die große Mehrzahl der in den Wersen Besöhästigten eine klare Vorstellung mrchen können von den ungeheuren, kaum zll überwindenden Schwierigkeiten, die mit der Urnftxllung und Neuorgani- sation der Werke verknüpft sind. Vergleiche mit einem an Ilm fang ähnlichen Konzern der Privatindustrie, die sich gleichfalls nach Be- endigung des Krieges von der Kriegs- zur Friedensarbeit umstellen müssen, können nicht gezogen werden, weil die Voraus- sctzungen, die in der Privatindustrie für die llmstellung vorhanden sind, in den ehemaligen Heeres- und Marinebetrieben fehlen. Die privat industriellen Betriebe haben mehr oder weniger eine bestimmte Stammproduktion, ihre Zeichnungen, Modelle usw.. gute kaufmännische und technische Organisationen und ein mit der Privatwirtschaft vertrautes, geschultes, kaufmännisches und technisches. Personal, überwiegend auch noch alte geschäftliche Verbindungen aus der Zeit vor dem Kriege. Die Deutschen Werke hatten zwar umfangreich: Werkstätten, einen großen, speziell für die Herstellung von Kriegsgerät eingerichteten Maschinenpark, aber keine Stammproduktion, keine Zeichnungen, kein für die Privatwirtschaft geschultes technisches und kaufmännisches Per,- stonal, keine Austräge, um die große Zähl der in den Werken tötigen Angest: Ilten und Arbeiter beschäftigen zu können. Für die Deutschen. Werke A. G. mußten djese für jedes nach privatwirtschafllichen Gesichtspunkten geleitetes Unternehmen ersten und unbedingt notwendigen- Voraussetzungen erst ge- schaffen werden. Da es sich hier um 14 verschiedene, im ganzen Reich zerstreut liegende Werke handelt(das Werk Plaue ist am 1. April 1929 an das ReichsvcrkohrSminifterium abgeg'.ben), galt es nach einem emheitlichen Plane zu handeln. Die Hauptverwaltung älS Zentralstelle hatte für jedes | Werk die geeigneten kaufmännischen und technischen Leiter zu bestellen. Diese hatten die Verpflichtung, nach den von der Haupt- Verwaltung aufgestellten allgemeinen R.chilimen die einzelnen Werke neu zu organisieren. Taß es recht gär; leicht gewesen ist. für diese wenig angenehme Arbeit immer die geeigneten leitenden Petsönlichke.iren zu. finden, durfte für die Kenner der Verhältnisse klar-sein.- Tiefe innere organisatorische U,mst:llung der Werke nach privatwirtsti, astlichen Grundsätzen ist ganz wesentlich gefördert. Neben dieser inneren Neuorgamsadion sind die Hauptvcr- waltung und auch die leitenden Herren der einzelnen Werke ftcber- hast bestrebt, für die einzelnen Werke passende Fabrik akions- Programme aufzustellen und geeignete Aufträge hereinzuholen. Auch hier ist und mußte nach- ganz bestimmten einheitlichen Plänen gearbeitet werden.-Nach dem Beschluß der Nationalversammlung ist die Hauptverwaltung dem Reich gegenüber dafür verantwortlich. ob und wie die einzelnen Beiriebe so ausgebaut werden können, daß sie die Unkosten decken und eine angemessene Verzinsung und Tilgung des BetriebSkaipitals ermöglichen.- Es ist deshalb nicht möglich, jedes einzelne Werk nach eigenem Ermessen sein Fabri- kationsprogramm aufstellen zu lassen. Diese straffe Zentra- l i s a t i au mag in manchen Fällen als unbequem empfunden wer- den, ist aber zur Durchführung des von der Nationalversammlung aufgestellten Programms unerläßlich. Die bisher in den einzelnen Werken ausgeführten Aufträge können allgemein nicht als feststehende Fabrikationsprogramm« gelten, müssen vielmehr�, von einigen Ausnahmen abgesehen, als söge m.u nie Füllarbeiten betrachtet werden. An einem festen Fabrikationsprogramm, das allen Werken dauernde und lohnende Beschäftigung sichert, wird unausgesetzt gearbeitet, kann aber nicht vor Jahresfrist durchgeführt werden. Trotz aller bei der Aufitellung geeigneter Fabrikationszweige bestehenden Schwierigkeiten sind in den einzelnen Werken nicht zu verkennende wirtschaftliche Resultate erzielt worden., In welchem Tempo die Produktion der Werke stieg, er- sieht man daraus, daß z. B. das Reichstverk Spandau bereits : m Juni mehr als das D r e i ß i g s a ch e- an Fertigproduktion herausgebracht hat, als im Januar dieses Jahres. Auf der anderen Seite konnte das anfängliche Verlustkonto des Spandauer Werkes in den letzten vier Monaten Monat für Monat bereits mehr ab- gedeckt werden. Einzeln« Werke werden-bereits im ersten Bilanz- jähr ohne Verlust- arbeiten. Gewiß sind die bisher erzielten Resultate noch keineswegs befriedigend und ausreichend, um sämtliche Unkosten zu decken und Verzinsung dcs Anlage- kapitals schon jetzt zu ermöglichen, beweisen aber mit aller Deut- lichkeit, daß trotz der ungewöhnlich schlechten Weltwirtschaftslage und der Ungunst der Verhältnisse, unter denen die Deutschen Werke A. G. zu arbeiten gezwungen sind, alle Kräfte angespannt werden mußten und jeder einzelne seine volle Schuldigkeit getan hat. Wenn trotz alledem immer und immer wieder Gerüchte verbreitet werden, daß die Leitung der Deutschen Werke A. G. gar nicht.die Absicht habe, die Werke rentabel zu gestalten, vielmehr die Absicht bestehe, die Werk« her-unterzuwirtschaften, um sie dann zu billigen Preisen in die Hände der Privatindustrie zu spielen, so liegt die Vermutung sehr nahe, daß diese Gerüchte ganz absichtlich von interessierter Seite-verbreitet werden, um bei den Arbeitern und Angestellten immer wieder neue Beunruhigung her- vorzurufen und die Deutschen' Werke A.' G. in.der Oeffentlichkeit zu diskreditieren. Die Angestellten un!», Arbeiter sollten solchen Gerüchten keinerlei Bedeutung beimessen und sich nicht stän- big durch Gerüchte von Schließung der Betriebe beunruhigen lassen, da unzweifelhaft solche' Gerücht« von Personen syitematisch verbreitet werden, die ein sehr starkes Interesse an den Miß- erfolgen des Unternehmens haben. Bei der Haupwerwaltung sowie bei allen-leitenden Personen der Werke ist zweifelsohne, der eiserne Wille vorhanden,.die Aufgabe zu lösen. Ein Wort noch zu der die Arbeiter und Angestellten besonders interessierenden Sozialpolitik. Auch in der Lohn- und Sozialpolitik ist eine völlige Umstellung von dem bisherigen in den Werken üblich gewesenen militärischen System und die Anpassung an die Lohn- und Sozialpolitik der Privatindustrie dringend notwendig geworden. Ich verstehe es durchaus, wenn die Angestellten, uind Arbeiter von den Reichs- betrieben verlangen, in der Sozialpolitik führend und vor- bildlich zu wirken. Ob diese durchaus berechtigte Forderung verwirklicht werden kann, hängt im wesentlichen von der g ü n- st igen Entwicklung der Deutschen Werk« A. G. ab. Er- forderlich ist aber auch, daß sich die Arbeiter und Angestellten als Industriearbeiter und nicht mehr als Staats» arbeitet betrachten Arbeiten Hauptverwaltung, Ang«stellte und Arbeiter gemein- fand an der Lösung der ihnen gestellten großen Ausgabe, dann ist noch den bisherigen Erfahrungen begründete Hoffnung vorhanden, daß das gesteckte Ziel erreicht werden kann. Sollten aber außerhalb der Haupiverwalwng und der Wcrksleitung Personen versuchen, absichtlich oder unabsichtlich diese Betriebe etwa der Pri- v a t i n d u st r i e in die H ä n d ö z u s p i e l e n, so mögen sie sich aas�aKra-r-ijccs gesagt seilt lassen,'daß diese ihre Absicht bei den Arbeitern den äußersten Widerstand auslösen wird. Wichtige volkswirtschaftliche Jnteyesstn' stehen auf� dem Spiel. -Hibcn wir Erfolg, dann- sind alle-bisherigen Meinungen und Auf- assungen, daß das i'ieich niicht'in.der Läge ist, privat- w i r t j ch a f lh i ä- c Unternehmen führen zu können, schlagend widerlegt.■, ..\ Verbcmößwg öee Ganköeaüttm, Im Sitzungssaal der Börse eröffnete der Allgegieinö Verband d c r deutschen Bankbeamten am Sonnabend seinen vierten Verbandstag,.-. Nach dgc Eröffnung durch den zweiten Vorsitzenden Scholz- Verlin begrüßte Alina-Wien den- Verband stäg namens des österreichischen Verbandes der Bank- und Sparkassenbeamten.-Seine' Rede war getragen von dem Ausdruck der Solidarität mit deü- reichsdeutschen iiollcgen und dem Wunsche der. Vereinigung Deutsch-Oesterreichs mit Deutschland.— Ma n d e I i k- Prag teilte in seiner Begrüßt n.'anspräche mit, daß in der Tschecho-- Slowakei das deutsche Element in der Organisation der Bank- beamten vorherrsche chnd die Tschechen, sich derselben angeschlossen haben.— Weitere Begrüßungsreden hielten B i e r i- Zürich, Dr. Pfirrman« namens der- Afä» S o h l i ch für den Bund de! technischen Beamten. und Angestellten, Bublitz. für den Zen- tralverband der Angestellten. Den Geschäftsbericht erstattete der, Geschäftsführer, des Verbandes, Benno Marx..Er betonte, daß der Verband gegen das in den Großbanken perkör'perte kapitalistische Unternehmertum einen harten, Kamps für die Interessen-der Llngestell.ten zu führen hat. Er verwies darauf, daß die Großbanken planmäßig darauf ausgehen,� den Angestellten die Ausübung der Rechte, die ihnen das Betriebsräte gesetz gewährt, zu erschweren, ja unmöglich zu machqu Der Verband wird natürlich in dem Kampf für das volle Mitbe- stimmungsrecht der Angestellten nicht, nachlassen. Die Hauptpunkte der Tätigkeit des Verbandes waren gerichtet auf die Schassung einer, Ei nheitsorgani sation aller BaNkange- stellten u'nd den Abschluß eines Reichstarifs. Die langwierigen Verhandlimgen mit Lem Deutschen Bankbeamten- verein haben nicht zur Schaffung der Einheitsorganisation geführt. In den beiden Organisationen stehen sich grundsätzliche Auffassungen gegenüber, die sich nicht vereinigen lassen. Der Deutsche Dank- beamtenverein vertritt den Harmoniestandpunkt, während der Wer- band aus dem Boden der freien Gewerkschaften- st-ebi., Wenn' eine Einhe-itsorganisation zustande kommen soll, dann kann das nur a u s s r c i g e w c r k s ch a f t l�i ch e r Grundlage geschehen., Der Redner schilderte die aus der..Tarifbewegung hecvorge- -gangenen Streiks und betonte zum Schluß unter stürmischem Bei- fall, daß der Verband seine Kämpfe für die Interessen der Bank- beamten in voller Solidarität mit der klassenbe- wußten Arbeiterschaft führt und daß der Kamps in letzter -Linie der Beseitigung der kapitalistischer und der Errichtung- der sozialistischen Gesellschaft gilt, Stolpe- Berlin sprach als Korreferent.zum Geschäftsbericht. Er griff den Vorstand, namentlich Marc und Emonts, wegen ihrer Haltung in der Streikbewegung an. Emouts machte er■ den Vorwurf, er habe in' der vorjährigen Bewegung, aiistatfidie ftci gewerkschaftlichen Instanzen anzurufen, auf die Hilfe der Kommunisten. gerechnet/eine Tätigkeit zugunsten der Kommunisten betrieben,, was, zu seiner Verhaftung führte.'Diese habe auf- di-e BattkhiJvchrch., die zürn Streik bereit ch-welen seien,-'so c nt:n u t i g e n d gew'mt. daß sie nicht mehr fütchen Kampf zu haben gewesen wären und der � Erfolg der Bewegung deshalb,.ausgeblieben sei. Wenn--es die Führer verstanden- hätten, die-Bankbeamten aller. Richtungen, zü- sammenzufassen. dann würde, es gelungen sein,' den Reichstarif durchzudrücken. Der Redner foddert, daß Emouts nicht wieder in den Verbandßvorstand gewählt werde.- Der Verlmnd- müsse eine freie Gewerkschaft, sein, aber eiste solche, in er sich alle Ban'k- angestellten sammeln können- Die Diskussion, die sich bis spät abends hinzog, drehte sich. um -die Strefttgktik und um Organisationsfragen. Jugenüverünstattungen. Heute, Liisi August: Nbt. Neukblsi: beteiligt sich am Waldscft m Lankwitz lach trifft sich um'u 1 Mir nm Ningbakmhos Nciilölln.— Kisiijaswnfl erHause«. Heule nachmittag-! Uhr im„Alten Schistzenhaus" sSzeSborn): Soinmcrsesl unter Mitwirkung des Gesangvereins„Freie Sänger', Vorjührungen der Jugend— Gelangsoorträze— Brrloiung-- SluS würfeln— Tan;. Eint-itt 2,— M. pro Person(iull. Tanzt. Die'.-ibleiluu---n werden gebeten, ihre Wanderungen nach hier zu verlegen und sich zahlreich au dem Fest zu beteiligen. Hefchästliche Mitteilungen. Die bekannte Vutzmode-Firma Aug u st e M ü n z e r, Markgrafen- klraße L8, zweites Haus von der Leipziger Strage, lädt zur zwanglosen Besichtigung ihrer Alodellhut-Ausstcllung ein. Wir verweisen aus das Inserat in-dieser Nummer. — i- y Wetter» ussichten kür daö mittlere Norddcutschland bis Montag mittag. Ziemtich kühl uiw meist bewplkt, im Westen zeitweise i leichte, im Osten stärkere Ncgcusälle. nordwestlichen Winden. 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TVzuÄit-aeiöelberg Morgen: Nathan der Weise. Thalia-Theater 7v. u.: Hoheit die Tänzerin. Th.am Xolleudorfplatz 3Vz Uhr; Der Juxbaron. u'? Eine Haclit im Paradies Theater des Westens 31/a Uhr: Russ. Gastspiel. u! Der ersten Liehe ooIilZeit WaUner-TUeater Uhr: Sie Frau im Dunkein. Walhalla-Theater. Sonnt, keine Nachm.-Vorst 7V, Uhr; Heimat. Morg.7'/;: Die Internationale. ' Ctrcus Busch" Gebäude. Täglich 7',, Uhr: Gr. Spezialhät.-Vorst. Mont. 30.; Schluß d. Saison Volksbühne Jßmowpi. 3 Uhr; Fledermaus. 7'/; uhr: Zigeunerliebe Lessing-Ttieater. Allabendlich 7>/z Uhr: Iis 7än2erln (Ueopoldine Konstantin, A. Haase, Hermann Thirnig.) Deutsciies Künstier-THeater Heute bis Dienstag 8 Uhr; Letzte Aufführungen Clubleute mit Max Adalbert. Mittwoch, z. I. Male, 7 Uhr: DieScheMtmosreise Musikalischer Schwank. Inszenierung: Victor Palfi mit Mnx Adalbert und Trude Hesterberg. Casino-Theater Lothringer Str. 37.— Tgl. 8/48: Das gr. Erölfnungsprogramm mit dem neuen Schlager; Ksorp's sei. 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Uhr: Konzert d. verein.Vorpahlschen Mand.-Gitarre-Chöre (Ges. Frl. Betty Hoffmann). Billetts in den mit Plakaten bel.Handlungen u.Abendkasse Theater am Hsllendorfplatz Eröffnung der Wintcrspielzeif:: Leitung: Hermann Haller 7 Uhr Ab Freitag, den 3. September allabendlich 7 Uhr „Wenn Liebe erwacht..." Ausschneiden! tKS'ÄS'ÄiS.t gültig vom 3. bis 15. September für 1—6 Personen; Nur Wochentags. n»■ r>t"z~ II. Rang Tribüne 5.— M. I.Rang..... 10.— M- rTClSC der rlätzs: Ii. Rang....... 6.— M. I Rangbalkon 12.— M' - II. Rangbalkon. 7.— M. Parkett-Faut.. 15.— M. Die Lustbarkeitssteuer ist in diesen Preisen einbegriffen. Vorverkauf täglich v. IOV2—• Uhr und am Tage der Vorstellung v. 6 Uhr ab. « Potsdamer Str. 38 fey Turmstr. 12 Der Sprung ins Dunkle Regie; Ernst Reicher Hauptrolle; Stella Harf I Friedenau, Rheinstr. 14? ! ZirkusWolfsohn�i 1 Alexanderpl.'PassageS jOpr Backligie ti lle Tänzerin. SS Eintritt frei. |Adi-Haus Taubenstr.34— Ztr. 1052 j Lewerri/ Franz Ronahn Paul Matihett Lotti Janowski 5ilerfha Loewe/ Theo D'orl Iroin Black/ Eugen Älack Lucie Driburg Ann! Lehmann |4. Liebans Meisterquart. Hans Wilh. Bachmann Adolf Lleban Erstkl. Küche, ff. Weine Alocca, Tee, Schokolade Beginn 7 Uhr. Eintritt frei. Theater a.Kottbus.Tol Tel.: Moritzpiatz 14814. Täglich 7>/z Uhr: Elite-Sänger. Vollständig neues Programm, Blüthgen-Konzert, Beginn 7 Uhr. Vorvk. U-lVi, 4-6 U. ReicliSl!sll.-TtieateF Heute nachm. 3 Uhr u. abds. 7'/2 U.: Siettiner Sänger 3?ttdimittaps!ia!6? Komödlenhaus SBÄS.® Öperettengastsplele: Walter Bromme. Ab Mittwoch, den 1. September, täglich TVa Uhr: Eine Haelil im Paradies Operette von Walter Brompie. liefer IDflma! bei voileu Eäusem u Tbeater a. Hollsniiorfpiatz gesehen. Ausschneiden, v Sondervergünstigung für die Abonnenten des„Vorwärts". Gültig für 1—6 Personen vom 1. bis 15. September (außer Sonntags). {Preise der Pliltze: II. Rang Balkon.... 5 IM. I. 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Joffe, Die erste proletarische Revolution und das internationale Proletariat./ Jaqueg Sadoul, Der Geist der Revolution./ Angelica Balabanoif, Die Oktoberrevolution und die ooutisenen Streiks in Westeuropa./ G. Tschitscnerin, Die irter- » nat;.na!e Politik zweier Internationalen. I N. Rjasanow, Die Gründung der Ersten Internaiicrale., J. Marchlewslji(Karski), Polen und die Weltrevoimion-/ N. Lenin, Oekonomik und Politik in der Epoche der Diktatur des Proletanais usw. Korrespondenzen. Dokumente der Internationalen Kommunistischen Bewegung. Von der Tätigkeit des Exekutivkomitees. Helden und Märtyrer der proletarischen Revolution. Berichte und Chronik. Illustrationen: Karl Marx(unbekanntes Bild. 180 Selten.' Preis Mk. Bestellungen nehmen entgegen! Buchhandlung der K. P. D., Neukölln, \Varthestr.69: Arbeiterbuchhandlung, Berlin, Annenstr. I! Buchhandlung A. Seehof& Co., Berlin, Auguststr.bd; Buchhandlung Carl Hoym Nachf., Hamburg, Admiralltätsstr. 19. 1611b Kermes in Lonöon. Eimm längeren Bericht über die Londoner Verhandlungen des Reichsemährungsministers wegen der Ernährungshilfe für die Bergarbeiter ist zu entnehmen: Minister Mae C u r d y würdigte vollkomm an die von Hermes dargelegten Schwierigkeiten, die sich für die Aufstellung des Er- nährungspre>gramms aus der noch nicht erfolgten Regelung der Vor schutzfrage ergeben, und erklärte sich bereit, auf die be- schleunigte Regelung hinzuwirken. Hermes betonte, datz Deutsch- land neben der Einfuhr von Nahrungsmitteln auch auf diejenige von Rohstoffen für die Landwirtschaft Gewicht legen müsse, um die heimische Erzeugung zu fördern� Dies wurde vom englischen Ernährungsminister durchaus anerkannt. Die englisch-deutsche Ernährungskonferenz war beiderseits vom Willen zu positiver Zusammenarbeit getragen und veroient als erster Versuch eines persönlichen Gedankenaustauschs Beachtung, zumal die anderen nächstbeteiligten Mächte Kenntnis von den Verhandlungen genommen haben. Die auf der Konfe- renz behandelten Fragen werden voraussichtlich Gegenstand weiterer Beratungen sein, an denen hoffentlich die bisher nur i n f o r m a- tarisch vertretenen Staaten tätigen Anteil nehmen werden. Der Sürgermeister von<5ork. Albgeordneter Genosse O'Grady schreibt Lloyd Geovge, es gäbe keine Verständigung zwischen Grotzbritannvcn und Irland, wenn der hungerstreikende Bürgermeister sterben mützte. Havas meldet: In Belfast wurden zahlreiche Häuser in Brand gesteckt und geplündert. Eine Zivilperson wurde getötet, mehrere verletzt. In Dundali wurden zwei Warenhäuser in Brand gesteckt; bei dem Feuer sollen drei Angestellte verbrannt sein. Vor dem Gefängnis von Brixton(in dem der Bürgermeister hungert) versehen über 1000 Polizeibeamte, darunter 300 zu Pferde, den Sicherheitsdienst, um weitere Zusammenrottungen der Menge zu verhindern. Ein Soldat eines englischen Regiments wurde boi einem Ueberfall getötet und mehrere andere verletzt. Aus Rache hat das Regiment die Stadt Dueenstown geplündert, der angerichtete Schaden ist bedeutend. Netvhorker Dockarbeiter haben die Verladung von vier Dampfern verweigert, die derselben Gesellschaft wie die„Baltic" gehören, weil dieses Schiff seinerzeit sich der Ueberführung hxs (wegen Frenfreundlichkeit heruntergeholten australischen) Erzbischofs Mannix von Bord der Baltic auf ein englisches Kriegsschiff nicht widersetzt habe. Kampforganisation öer K. p. D.? Polizeiliche Feststellungen zum WeistcnseerZnsammenstost Von zuständiger Stelle erfahren die P. P. N.: Wie bekannt, wurde in der Nacht zum LO. August d. I. ein Beamter der Sicherheitspolizei, der Wachtmeister Schwedowski, in der Grellstratze unter eigenartigen Umständen erschossen. Die umfangreichen Ermittlungen des Berliner Polizeipräsidiums, welche in der abgelaufenen Woche die Festnahme einer grösseren Anzahl von Personen sowie zahlreiche Durchsuchungen und Beschlagnahmen erforderlich machten, haben jetzt zur völligen Aufklärung des Verbrechens geführt. Mitte August wurde der K a m p f o r g a n i s a t i o n(K. O.) der Kommuni strichen Arbeiterpartei Deutschlands reuve� dazu ein hohes ideales Streben, �das war, was die Veranstaltung des eisten Tages kennzeichnete. Reges Leben herrschte in Weimar; weit über 1000 Jugendliche ans allen Gauen des Reiches haben sich eingefunden. Am gestrigen Sonnabend, dem Geburtstag Goethes, fand im großen Saale des Weimarer Volkshauses die Begrüßungsfeier statt. Mit Be- geisterung wurde ein Begrüsiungstclegramm des Reichspräsidenten, Genossen Ebert, der selbst jahrelang Vorsitzeuder der Zentral- stelle der Arbeiterjugend Deutschlands war, entgegengenommen und einstimmig beschlossen, ihm ein Danktelegramm zu senden. Der Feier wohnten bei Vertreter des Thüringiichen Staates, der Stadt Weimar und anderer Behörden, serner der Genosse Voogd als Vertreter der holländischen Arbeiterjugend. Der Parteivorstand hatte die Genossen Bartels, Frau I u ch a c z und R y u e ck zur Tagung entsandt, die der Jugend herzliche Grütze überbrachten. Die Erörssnungseier wurde stimmuusgsvoll eingeleitet von einem Chor Hamburger Jugendlicher. Der Vorsitzende deS Verbandes der Arbeiterjugendvereine Deutschlands, Staatssekretär Genosse Heinrich Schulz, rief sodann in seiner Be- g r ü tz u n g s r e de den aus allen dentschen Gauen erschienenen Burschen und Mädchen ein herzliches Willkommen zu. Er�eriu- nerte daran, datz in Weimar der Grund gelegt worden ist für die junge deutsche Republik. Es ist noch nicht alles gut in Deutsch- land, viele Lücken bestehen noch. Da setzen wir Aelteren Hoffnung auf die Jugend, datz sie besser macht, was schlecht ist, prüft, ver- wirft �jtnd neu aufbaut. Im alten Deutschland wäre eine solch« V«ranftaltnng nicht möglich gewesen. Der Jugendparagraph des ReichSvereinsgesetzeZ wurde mit voller Schärfe einseitig gegen uns angewandt. Die Jugend soll keine Politik treiben im Sinne der Alten. Sie ist nicht um der Alten, sondern um ihrer selbst willen da. Sie soll ihr eigenes Leben gestalten, ihre Jugend nützen. Es wäre eine Versündigung an der Jugend von 14 bis 18 Jabren, wollten wir sie mißbrauchen für Parteizwecke. Frei gewählte Belehrung, Jugendfreude und Lust, ftisch-fröhliches Wan- dem auch in geistig-weltanschaulicher Beziehung, Suchen nach einem politischen Ziel, damit sollen die Jugendjahre ausgefüllt sein. Wir versammeln uns auch hier in Weimar nicht, um Po- litik zutreiben, sondern um uns gegenseitig ins Auge zu blicken und darin die gleichen seelischen Triebkräfte zu suchen, die uns alle beseelt, um uns mit�ü»,.i�der zu messen im deutschen Weit- kämpf ftir das Gute, Wahre und Schöne und Begeisterung soll die Hände ineinander legen zu einem neuen Rüttli-Schwur: Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, in keiner Not uns trennen und Gefahr. Weimar, wo dieses Wort entstand, ist unser Rüttli. Deutschland war zur Zeit unserer Größen i» einer ähnlichen Lage wie heute, ein Spielball fremder Willkür. Dennoch, oder vielleicht deswegen, erwuchs ihm die Kraft, nach innen zu schauen und ein gewaltiges Reich des Geistes zu errichten. In jener Zeit, als Deutschland außerordentlich schwach und hilflos war, da schuf es das Menschheitsideal, das Streben nach Humanität und Universalität, hier wirkte ein Herder, ein Schiller,«in Goethe. Und hundert Jahre später, als Deutschland wieder am Boden lag, da ward Weimar die Wiege für ein neues Deutschland, das uns zur höchsten Kultur, zum Sozialismus führen soll. Hier liegt die große Aufgabe, die der Jugend harrt und die sie erfüllen wird. Namens der Weimarer und Thüringer Genossen hieß Staats- rat Genosse Ru d o l p h(Weimar) den Jugendtag willkommen. Sodann sprach, von stürmischem Händeklatschen der begeisterten Jugend unterbrochen, der Genosse Voogd(Amsterdam) und über- brachte die Grüße der holländische» Jugend. Für den Gedanken der internationalen Solidarität ist die Jugend besonders empfänglich und sie wird, wenn man es wieder versuchen sollte, die Kriegssackel zu entzünden, e i n tausendfaches Nein ertönen lassen. Nach der Feier fand eine Kranzniederlegung am Goethe-Schiller-Denkmal statt. Zu einem großen Zuge formiert zog die deutsche Arbeiterjugend nach dem Denkmal vor dem Nationaltheater. Voran war von Jugendlichen ein großer Lorbeerkranz getragen mit der Auffchristt„Dem Ewigjungen die deutsche Arbeiterjugend." Es war ein Ereignis, das unvergessen sein wird, jils unter dem Klange des Liedes:„Mit uns geht die neue Zeit!" die kampffrohe Arbeiterjugend bewies, wie sie unseren großen Meister ehrt. Mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die deutsche und internationale Arbeiterjugend, sowie auf die junge deutsche Nepublft schloß diese eindrucksvolle Kundgebung. erregend ist. Tah der Polizeiwidrigen Dummheit der K.-A.-P.-D.-Lentc, die einen toölz verherrlichen, und die blöden Spitzelputsche in Kothen, Zittau usw. als revolutionäre Heldentaten feiern, alles mögliche zuzutrauen ist, wollen wir nicht bestreiten. Trotzdem scheint auch bei dieser ganzen Sache das Svitzelelement seine Hand im Spiele zu haben. Es bleibt auffällig, daß die K.-O.-Leute zur Waffenabholung an einen Ort gelockt werden, wo gar keine Waffen sind, und daß zu gleicher Zeit die Sicherheitspolizei von diesem Unter- nehmen benachrichtigt wird. Das sagt genug! Es scheint aber, als soll die ganze Sache von gewisser Söitc weniger gegen die abenteuerlichen Gestalten der K. A. P. D., als gegen die durchaus legale O r- ganisation des Republikanischen Führer- b u n d e s ausgenutzt werden. Der Bericht selber betont zwar, daß eine Verbindung zwischen dem R. F. B. und der K. O. n i ch t f e st g e st e l l t ist, bauscht dann aber eine rein persön- liche Bekanntichast. die anscheinend zwischen einigen Mit- gliedern beider Organisationen bestanden, und die zur Weitergabe der Falschmeldung von dem Waffenlager geführt hat, ganz erheblich auf. Der Republikanische Führerbund lehnt jede Geheimbündelei auf das ent- s ch i e d e n st e ab, er steht auf rein gesetzlichem Boden, sein Ziel ist die Durchdringung der st a a t l i ch e n Wehrmacht mit republikanischem Geist. Natürlich kann eine Orgauisation, deren Mitglieder nach Zchntausenden zählen, keine Kontrolle über die persönlichen Beziehungen jedes ein- zelnen Mitgliedes führen. Wir betrachten es daher als illoyal, wenn das Polizeipräsidium die Organisation als solche in eine Angelegenheit zu verwickeln sucht, mit der sie nicht das geringste zu tun bat. Dadurch wird den reaktiv- nären Gegnern der Organisation in den Kommandostellen der Reichswehr usw. nur ein neuer Anreiz zu Maß- regeln ngen geboten. Denn wie wir diese Stellen kennen, werden sie die Feststellung des Polizeipräsidiums, daß eine Verbindung von Organisation zu Organisation nicht besteht, geflissentlich außer acht lassen. Gfsizierselüoraöo in �eblenöorf. Der Zeiitralverband der Angestellten schreibt unS: Idyllisch liegt an Zehlendorfs Grenze das Dienstgebäude der Rei chöeu: schädig>i ngskom miss on inmitten alter Bäume und Gärten. Nicht weniger idpllisch geht es aber auch im Dienstgebäude selbst zu. Zwar wachsen dort im Innern keine Bäume, und doch wird etwas sorgsam behütet und großgezogen, ein neue» Lssiziersgeschlecht. Man sollte meinen, in einer Ritler- Akademie zu sein, Bataillons-Kommandeure, Majore, Hauptleute, Leutnant», in Hülle und Fülle, als ob die zu verrichtende Tätig- keit militärische Vorkenntnisse erfordert. Da kam der neue Teil- tarif und siehe, die gewöhnlichen Angestellten kamen in Gruppe 1 bis 3� die Herren Offiziere in der Mehrzahl in die höchsten Gruppen des Tarifes. Was gedenkt die Regierung gegen die'e ganz ungerechtfertigte Bevorzugung zu tun, die so weit geht, datz gegen die Bestimmung deS Demobilmachungskommissars Mann und Frau voll beschäftigt werden, er G?af und Referent, sie Gräfin und Nnreauangestellte! Das Ganze spielt sich unter den Augen eines Personalchefs ab, der als früherer H ä u p t l i n z des Verbandes zur Bek'äiupsu*41 d er Sozialdemokratie und als jetziger Regierungsratv«� Militärbeflissenen anscheinend die Grundsätze der Republik beibringen soll. Für erhöhte Getreideablieferung. Die großen landwirtschaft- lichen Arbeitgebervereinigungen und Genossenschaften wenden sich mit einem Aufruf an die Landwirte, der zur erhöbten Ge- treidcablieferung auffordert. Sie begründen dies« Forde- rung damit, datz der Reichsiaasausschutz die Aufhebung der Fleisch- bewirtschaftung von der Schaffung einer Getreidereserve von zmii Millionen Tonnen bis zum 1. Oktober abhängig gemacht kxll. Wir halten die völlige Aufhebung der Fleischbcwirt- schaftung nach wie vor für ein gefährliches Experiment, das unsere Genossen nicht mitmachen werden. Im Interesse der Volks- ernährung, ftir da» die Landwirte in ihrem Aufruf starke Worte finden, wünschen auch wir eine Erhöhung der Ablieferung. Mutzte sie aber durch die Aussicht auf Wucherpreise für Fleisch erkauft sein? Kontrolle der Waffentransporte. In den am Sonnabend früh erschienenen Aufruf für Arbeiter, Angestellte und Beamte Berlins und der Provinz Brandenburg hat sich in der ersten Zeile ein sinn- entstellender Fehler eingeschlichen. Es mutz nicht heißen?luf- trag, sondern es mutz heißen: Entsprechend dem Auf- rufe usw._ Wittfdya� Ertrag und Vertcilnug der Ernte 1919. Im Ernte jähr 1919 wurden nach amtlicher Darstellung geerntet 121540000 Zentner Brotgetreide. Die amltiche Schätzung betrug l47 160 914 Zentner. Der Bedarf der Selbstversorger betrug 37 440 000, der Bedarf für Saalgut 21 480 000, für die BersorgungSbereStigten in selbstwirlschafteuden Kommunal« verbänden waren abzuziehen 21 200 000 Zentner. Die Ablreserungs- Pflicht an die Reichsgetreidestclle umfaßte 41420 000 Zentner. Demgegenüber war der Bedarf der Reichsgetreide- st e l l e für die Versorgungsberechtiglen in nicht selbstwirt- schastenden Kommiinalverbänden 51 200 000 Zentner, für Heer und Flotte 1 086 040 Zentner, für Betriebe 2 826 820 Zentner. Es verblieb demnach ein Fehlbetrag von 13 722 860 Zentner. Bon dem Ablieferungssoll an die Reichsgetreidestelle in Höhe von 41 420 000 Zentner waren bis August d. I. 37 334 300 Zentner ab- geliefert. Der Fehlbetcog von 13 722 860 Zentner gleich 686143 Tonnen wurde durch AuslaudSeinf uhreu gedeckt. Tie amt« liche Schätzung ist um rund. 4 330 000 Zentner niedriger als der von der ReicbSgetreidestelle angenommene Ernteertrag. Unter Berücksichtigung de» amtlichen Ernteertrages würde sich der Feblbetrag um rund 4 380 000 Zentner erhöhen.— Andere über Ernteertrag und-Verteilung verbreitete Nachrichten, in denen behauptet ivird, es seien große Mengen von Getreide nicht erfaßt und ins Aus- land verschoben worden, entbehren nach dieser Darstellung der Grundlage. Ucbcrwnchung der Häute-«nd Lederpicise. Das Reichswitt- schaiisministerium hat sämtliche PrersprüfungSstelleii angewiesen, die Häute- und Lederauktionen in Den tschland zu überwachen, um Preistreibereien namentlich auch durch Zurück- Haltung von Waren entgegenzütreten. Die Besserung der Berkehikslage der Eisenbahnen. Die zwangs- weise Beförderung auf dem Wasserwege wird nach einer der Handels- kammer zu Berlin vorliegenden Mitteilung der Eisenbahnvenvaltung vorläufig nicht mehr gefordert, weder lür Eil- und Frachlslückaiiter noch für Wagenladungen. Die Sendungen tönnen ohne Rücksicht auf den Empfangsort bei der Ecienbahn zur Beförderung angenommen werden.— Da die Verpflichtung zur Beförderung gewisier Güter auf dem Wasserwege der BerkehrSnot entsprungen war, ipricht die Aufbebung dieser Verfügung für eine wesentliche Ver- besserung der Eisenbahnverkehrslage, die mil der Krise und ihren Folgen— Verringerung des Warenumlaufes— im Zusammenhang stehen dürfte. Schwerindustrie und Schiffswerften. In letzter Zeit macht sich innerhalb der Schwerindustrie für Schiffswerften ein reges Juier- esse bemerkbar. Die Phönix-A-G. für Bergbau und Hüttenbetrieb hat neuerdings von 4 Millionen Marl neu auszugebender Aktien der Reiherstieg Schiffswerften und Maschs- nenfabrik A.-G. in Hamburg 3 Millionen übernommen. Das Kapital der.R e i h e r st i e a" beträgt nach der Erhöhung 10 Millionen Mark. / SelverMastsbolvegung Sie Srachensaat geht auf! Die Berliner Holzarbeiter hielten am Freitag eine außer- ordentliche Generalversammlung in der Brauerei KLnigs�idt ab. Die Anhänger der Nätezcntrale in der Münzstrage haben eine Protestbewegung gegen die Verwaltungsmit- g l i e d e r in Gang gebracht, die in der Berliner GewcrkschastS- kommission für ein Zusammengehen der Betriebsräte mit den Gewerkschaften geredet und gestimmt haben. Sie erklären das als einen Verrat am revolutionären politischen Rätesystem, auf das sich«bei den Wahlen zur Ortsverwaltung alle Kandidaten verpflichten mußten. Durch die Protestbewegung soll gleichzeitig die revolutionäre Gesinnung der Berliner Holz- arbeiter gefördert werden, wie die Diskussionsredner sagten, d. h. der Einfluß der Nätezentrale in der Münzstraße auf die Gewerk- schaftcn soll gestärkt und der Kampf gegen den Gewerkschastsbund gegen seine Leitung, seine Einrichtungen und Beschlüsse verschärft werden. Vor Eintritt in die Tagesordnung ging«in Antrag ein, zwei andere Mitglieder mit der L e i t u n g der Versammlung zu be- auftragen, da die beiden Vorsitzenden parteiisch wären. Es wurde mehrmals abgestimmt und erst nachdem schon ein Redner «ine Stunde zur Sache gesprochen hatte, die Annahme des An- trage? festgestellt. Die beiden Borsibendcn Siegle(U. S. P. D.) und Zirkel . GloSe. Perlin. ivertag: Aorw-lrtS-Berlag G.m.b.H., Berlin. Druck: Bor- warw-Buchdruckeret u. 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