kk. 451 ♦ 37» Jahrgang Kusgabe B Nr.7L BezsgSpreiS, B->ÄI<ährl.S0.— nu Hau», voraus ablbcr. Poft» ??iU8 Monallich 10,— Mk» exkU Zu» >telluugsgedühr. Unter Kreu�baud für Demschtand und Oesterreich 16,60 Mk., für das übrige Ausland bei täglich «inntaL ftulleGuno 21.50 N.«»übe. Stellungen nebinen an Oesterreich, Ungarn, Tscheche- Slowakei, Däne» Wart, Holland, �uhemburg, Lchweden «ttd die Schweiz.— Eingetragen in die Bosi'teitungs-Preisllsti. Der„Vorwärts� mit der Sormtog»* beilag,.Volk a. Zeit« erichewt Wochen- dgiich zweima!. Sonntags und Mon- tag»-inmai. Teiearamm-Adreste: ..Vozinldnnroerort Dartkin�. Abend-Ausgabe f. Berliner VolKsblkltt ( 2© Pfennig) AnzeigsttpreiS: Me achtgefpaiteue Nonpareillezeile kostet».— M.,TeuerlMg»znschlagS0°/i>. .Sloinr Unzaigou-, das iett- gedruckte Won t— M. lzuISisig zwei tettgsd nickte Worte), jedes weitere WvN M Pfg. Stellengesuche und Schlafst«IIenanzeig-n das erste Wort Sil' Pfg. jedes weitere Won 40 Pig. Worte über 15 Buchstaben zählen siir zwei Worte. Teuerlingszuschlag 50°/o. Familten-Anzeigen für Abonnenten Zeile 2,— R« politische und ge- werlschaftsiche Lerrins- Anzeigen ?,— Mk. die Zeile ohne Aufschlag. Anzeigen sstr die nächste Rumister mästen bis 8 Ahr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Linkenstraße S, abgegeben werden. Deästnet »o» 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends. Z>» GroH-Stuttgart, Estlingen und Nethlingen. Andere Btädte wie Mtsl, Friedrichshafen, Schramberg, Schwenningen Zehnten den Generalstreik a b. l K» st und Risrnbahn haben vormale» Verkehr. In Stuttgart sind Gas- und Stromzufuhr seit Sonnabend eingestellt, ebenso Strahenreinigung usw. Heute soll die Schließung der Verkaufs-- isiden und Wirtschafte« durchgeführt werden. Die Ver- » n t w o r t u n g für den Generalstreik trägt ei» A k t i o n s- Komitee der Betriebsräte. Die Gewerkschaften und die sozialistischen Parteien wirkten bei der Streikprokla- mativn n ich t mit. Verhandlungen zur Beilegung des Streiks werden ununterbrochen geführt. Die Regierung ver- "angt in erster Linie die bedingungslose Anerkennung des gcsetz- lich vorgeschriebenen Steuerabzugs. Die radikale Rich- tnng des Aktionskomitees, bzw. deren Hintermänner, setzen Poll- tische Forderungen an erste Stelle. Die Steuerabzugs- frage spielt nur eine untergeordnete Rolle. Ernstere Zwischenfälle ereigneten sich bisher nicht. Zeitungen erscheinen an den Streikorten nicht, dagegen ein Mitteilungsblatt des Aktionskomitees. Heute, Montag, traten die Belegschaften der Asch öcM Kampf» Ans Oberschlesien liegen zurzeit keine beunruhigenden Meldungen vor. Der verschärfte Belagerungszustand soll am Dienstag wieder aufgehoben werden. Die deutschen und polnischen Parteien bereiten nach einer TU.-Meldung ein Weiß- buch über die Vorgänge in Oberschlesien vor. Das polnische Kriegsministerium bestreitet, wie zu erwarten war, die Teilnahme polnischer Truppen an dem Aufstand; die angeblich amtlichen Erklärungen des polnischen Generalstabs seien erfunden. Zwischen Kongreßpolen und ortseingesessenen Polen soll es in Myslowitz zu Streitigkeiten und Schlägereien gekommen sein; der Verkehr zwischen den französischen und italienischen Besatzungstrnppen soll sich nicht rei- bungslos vollziehen. Auch das war zu erwarten. Äin Zwischenfall in Kattowitzlk B.€>. Kattowitz, 80. Angust. Am Sonntagn achmi ttag um 1 Vn Uhr umstellten zwei Kompagnien Italiener und eine Kompagnie Franzosen das PollNeipräsidium mit einem doppelten Kordon. Während die Italiener dle äußere Wsperrung durchführten, drangen die Franzosen' unter Mitführung leichter Maschinengewehre und Handgranaten, Bexten und Brechstangen in das Gebäude ein. Sämtliche Bureaus wurden besetzt und durchsuchte Tie Polizeibeamten durfton das Präsidium nicht versassen; mit erhobenen Händen mußten sie antreten und sich durchsuchen lassen. In den Zimmern-wurden die Schlösser samt. Uicher Türen, Schränke und Schveibtifche erbrochen und die Akten in allle Winde zerstreut. Die Schriftstücke, die die Eindringlinge nicht lesen konnten, wurden beschlagnahmt. Vorgefundene Waffen, * Karabiner, Revolver und. Säbel wurden für„verfallen" erklärt. Auch das persönliche Eigentum der Beamten wurde nicht respektiert. Mehrere Portokassen sind geplündert woroen. Nach zuverlässiger Schätzung beträgt der durch die Haussuchung entstandene Schaden mehr als 20 000 M. Für die Durchsuchung beS Polizeipräsidiums wnrdf, die verlautet, als Grund angegeben, daß die Polen von einer de u t sch e n U m st u rz bew eg u ng Kennt. niS erhalten haben, über die im Kattowitzer Polizeipräsidium de» lastendes schriftliches Material oorliegon sollte. Infolge der Zer- störungen ruht der Dienst in einzelnen Abteilungen des Polizei- - Präsidiums. Ein« Bestätigung der Nachricht vvn amtlicher Seite liegt zurzeit nicht vor. Der' polnzsche VormarjH beenöst-? Warschau, 29. August.(Till) In unterrichteten militärischen Kreisen wird erklärt, daß mit der Vertreibung der Bolschewiften aus dem Ostzipfel Galizig-'.s die militärischen Operativ- nen zunächst ihr Ende erreicht, haben.' Die oberste, Heeresleitung hat nicht die Absicht, ihre OFfensitw fortzusetzen, falls nicht besondere Umstände sie dazu zwingen. Man will sich zunächst darauf beschränken, alle Verteidigung Ist ellen auszubauen, um einem Angriff des Feindes gegenüber ge- rüstet zu sein. Da immerhin noch mit einer längeren Dauer des Krieges gerechnet werden muß, nimmt die Mobilisierung und die Ausstellung weiterer Freiwilligenformatio- nen ihren Fortgang. � Meldungen. über Kriegsmüdigkeit der Truppen und Desertion gehören, wie so viele andere, in das Reich der Fabel. Warschau, 80. August.(TU.) Amtlicher Heeresbericht vom 29. August. Unsere Truppen säubern das Gelände westlich der Linie Grajewo-Assowicze-Walistok-Brest-Litowsk. Von unseren Sturmtruppen wurden die vom Feinde besetzt' gehaltenen Ort- kleineren Betriebe zur Arbeit an, fanden in vielen Fällen jedoch die Eingänge geschlossen. Wir hatten schon gestern in unserem Leitartikel bcrrcmf hingewiesen, daß der wiirttsmbergischM Arbeiterschaft die Berpflichtung erwachse, den Streikagitatoren scharf auf die Finger zu sehen. Ihisere Vermutung, daß die Steuerabzugsfrage halb beiseite gestellt und durch Politische Gesichtspunkte ersetzt werden würde, wird durch unseren heutigen Dvahtbmcht in vollem Umfange b e- stätigt. Wenn die württembergische Regierung die Aner- kennung des Steuerabzugsrechts fordert, so stehen ihr hierin die durch Beschluß der Nationalversammlung rechtmäßig in Kraft getretenen Gesetze zur Seite. Andererseits darf die württembergische Regierung/die bekanntlich eine rein bür- gerliche ist, sich nicht ins Schlepptau der reaktionären Kreise begeben und durch militärische Besetzung von Gebäuden sowie andere Maßnahmen, die im einseitigen Interesse der Aw b e i t g e b e r liegen, die Arbeiterschaft provozieren. Es darf unter keinen Umständen der Eindruck entstehen, als ob die bürgerliche Negierung Württembergs unter militärischem Schlitz den Abbau der Revolution betreibe und der Arbeiterschaft ihre Rechte zu rauben beabsichtige. schaften Sokolka, Lozinka, Orzeszkowo, Czachy, P o d l o r e und N o s ch o w i c z e genommen. Längs des Bugs sind örtliche Kämpfe im Gq.nge, die für uns' günstig verlaufen. Dabei wurde Horodlo eingenommen. Die Reiterarmee Budjennis ist in die Gegend von Z a m o s e vorgedrungen. Unser Gegenangriff ist im Gange. Kämpfe inOstgalizien verlaufen günstig für uns. Wir haben hier mehrere Ortschaften eingenommen.• Die Krisdensfrage. Die Nachrichten über dem Gang der Waffenstillstands- und Friedsnsverhandlungen in Minsk sind verworren uns wider- sprechend. Die Polen beklaMn sich andauernd, daß von bolsche- wMscher Seite ihre Funkenverbindungen mit Wauschau gestört werden, �während die Bolschewisten behaupten, die Funkenstation Warschau fei zu schwach, um Meldungen von Minsk entgegenzunehmen. Da sich die polnische Regierung außerioem durch einen Aufruf des Oberkommandos West der russischen Armee verletzt fühlt, in dem die polnischen Delegierten in Minsk als Kund- s'chafter und Spione bezeichnet werden, faßt sie in einer Sitzung des Rats der Nationalen Verteidigung vom 25. August den Beschluß, folgenden Funkspruch an Tschitscherin zu richten: „Im Hinblick auf die unerträgliche Lage unserer Delegation in Minsk und mit Rücksicht auf den geradezu unglaublich unsere Delegation beleidigenden Aufruf des bolschewistischen Obersten Heereskoinman-dos West halte ich einen sofortigen Wechseldes V e r h a n d lungsortes für unbedingt nötig und schlage, das Einverständnis der lettischen Regierung vorau-sgesetzt, Riga bor." Sapieha. Inzwischen hat Tschitscherin seinerseits, wie aus London gemeldet wird, die polnische Regierung gebeten, die weiteren Bär- Handlungen in' einer Stadt Estlands abzuhalten. Das wich- tigste Resultat der Verhcnwlungen ist in einer Note des polnischen Ministers des Aeußern festgelegt, in der es heißt: . Die polnifchc Frirdensdelegation hat am 27. Angnst die russischen Friedensbedingungen abgelehnt, weil sie gegen das Selbstbcstimmungsrecht der Völker und gegen die von Rußland ancrkanntr Souveränität Polens sprechen und ein« Ein- nsischung in die innere Politik Polens darstellen. Litauen bleibt neutral. Mewel, 29. August.(Till) In einer Untervdung, die der Ber- liner Vertreter des„Memeler Dampfboots" mit dem litauischen Gesandten in Berlin, Herrn G n i l i u s, hatte, teilte der Gesandte mit, daß die litauische Regierung in dem rusfisch-palnischen Krieg auch fernerhin unter allen Umstänoen neutral bleiben werde. Die litauische Außenminister habe heute folgendes Tele- g r am m an den polnischen Minister des Aeußern ge- richtet: Ich habe die Ehre, Euer Exzellenz mitzuteilen, daß in dem Kriege zwischen Rußland und Polen Litauen auch fernerhin strikte Reutralität beachten wird. Um mögliche Z u s'a m m e n st ö ß a zwischen Polen und Litauen zu vermeiden, schlägt Litauen Polen vor,'den Truppen Befehl zu erteilen, die litauische Grenze nicht z u ü b e r s chr e i t e n, die'durch litauische Truppen geschützt werdet Für das alte Gouvernement Su- Kalkt, wo die Grenzen Litauens noch nicht endgültig festgelegt sind, schlügt die litauische Regierung eine Demarkationslinie vor, die e>twa von Grahpwo über Anguswwo nach Sztabin verlisuft. Die antiklerikale Tschechoslowakei. Im September tagt in Prag eilt deutscher Freidenkerkongreß. Die Regierung gewährt Fahrpreisermäßigung und den Professoren uns Lehrern Urlaub. Wenigstens ein Unterschied zwischen dem tlchschoswwaUschen Steil- und dem habSbuxgischen A l t österreich, das solche Kongresse hinderte. O, VorWärts-Verlas G.m.b. H., SlV. HZ, Linüenstr. 3. Ferniprecher: Amt Moritzplatz. Nr. 117 53— 54. Serlin für Gbersthlrsien! Kundgebung der Obecfchlesier für ihre Heimat. Die von den Groß-Berliner Oberschfesiern am gestrigen Sonntag venanstaltete Kundgebung für das Recht der Deut- scheu in Oberschlesien und gegen die Gewalttaten der Polen fano sehr starke Beteiligung. Viele Tausende von Männern und Frauen füllten den Lustgarten» wo an sechs Stellen die Redner verschiedener Parteien sprachen. Unier diesen waren �Abg. Laverrenz(Deutschnationale Volkspartei) Generalsekretär Benihin(Deutsche Volkspartei), Pfarrer Windolph(Zentrum), Abg. Riedel(Demokratische Volkspartei), Abg. Heilmann(Sozialdemo- kratische Partei) und andere. Genosse H e i l m a n n, der von der Domireppe ans sprach, sagte einleitend: Wenn heute auch Sozialdemokraten an dieser Kundgebung teilnehmen, so tun wir das mit aus dem Grund, in Berlin ähnliche Vorfülle wie in Breslau zu vermeiden und ♦asür zu sorgen, daß die Demonstration ruhig und gesetzlich abläuft.(Beifall.) Redner schilderte dann die Zusammenstöße in Kattowitz und den daran anschließenden Ausstand der Polßrx im ganzen Grenzgebiet, der lange vorher organisiert worden sei. Sein Hinweis aus das Verhalten der interalliierten Kommission wurde von Rufen der Eni- rüstung begleitet. Schließlich sei oie deutsche Bevölkerung Ober- schlesiens zur Verzweiflung getrieben worden— sie, die keine Waffen hatte.(Zuruf: Wer die Polen hatten welche!) Der polnische Imperialismus will eine Gewaltherrschaft auf- richten, um die Abstimmung zur Komödie, zu machen. Wind uns noch Oberschlesien mit seiner Kohle und seinem Erz ge- nommen, dann steht Misere Industrie still und Deutschlands Wirt- schaift ist verloren. Auch um der Kultur willen mutz Oberschlesien bei uns bleiben.(Lebhafte Zustimmung.) Der polnische Staat geht auf Krieg und Eroberung aus. Er hat die deutschen Arbeiterorganisationen brutal, zertrümmert. Für die Deutschen Oberschlesiens fordern wir Schutz und Abstimmung?- freiheit. Wir werben alles tun, Oberschlesien bei. Deutsch- I a n d z u h a l t e n. Es lebe das deutsche Oberschlesien!(Stürmischer Beifall.) Die Redner verlasen folgenden durch Funkspruch übermittelten HUfernf ber vberschlesifchen Arbeiterschaft: Genossen! Kopf- und Handarbeiter! Noch flackern die Flammen des zusainmenHebrochenen Weltkrieges. Das Haß- . und' Rächegeschrei will nicht verstummen. L-aum haben wir mit dem friedlichen Aufbau begonnen, um das Elend und den Jammer durch unserer Hände Arbeit aus der Welt zu schaffen, da.bricht in unserer Heimat der Bruderkampf aus. Ober- ' schlesisch-polmsch sprechende Mitarbeiter, von Fanatikern des imperialistischen Polen verhetzt, erheben die Hand gegen den deut- schon Mitbruder. Grenze n.los er Haß gegen uns wird von den Leuten auf ihr Banner geschrieben, Morße, unerhörte Greueltaten und Grausamkeiten gehen von ihnen aus. Es hat den Anschein, als ob auch unser Jmmstriegebiet Oberschlesien den Jammer und das Elend des Verzweiflungskampfes kennen lernen soll. Wir haben ihnen die Hände vergeblich zur Ver- söhnung entgegengestreckt» wir haben sie gebeten, abzulassen von ihrem wahnsinnigen Tun. Es scheint vorgeblich zu sein. Der Haß wird immer größer. Die Verzweiflung unsener Mitbürger und Genossen greift immer mehr um sich. Niemmio bringt uns Hilfe und Rettung../ Wir Huben keine Autorität mehr, an die wir uns noch wen- den lönnen, niemand'will uns jetzt helfen. In unserer Verzweiflung wenden wir uns an das Gewissen unserer Arbeitskollegen in der ganzen Welt. Mit- arbeiter und Genossen, vergeht nicht: von unserer Hände Arbeit" hängt im kommenden Winter das Schicksal Europas ab. Wir wollen arbeiten, wir wollen Frieden haben, aber wir wollen uns nicht d-arch de» grenzenlosen politische» Haß vernichten lassen. Darum bitten wir Euch, helft uns in unserer Verzweiflung, helft uns, solange noch Aussicht quf Rettung vorhanden ist! Helft uns! Helftuns! Allgemeiner deutscher Gewerkschastshund(freie Gewerkschaften). Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbände'(Afa). Deutscher Gewerkschaftsbund(Christliche Gewerkschaften). Gesamtverband deutscher Angestellten-Gewerkschasten. Hirsch-Duuckersche Gewerkvereiwe,' GewerkschaftZbund der Angestellten(GDA). Von allen Rednern wurde eine gleichlautende Resolution vorgelegt und einstimmig angenommen: „Wir in Berlin versammelten. Oberschlesi er geben unserer Empörung Ausdruck über die. jüngsten Vorgäiige in Oberschfesien. Völkerrecht und Friedensvertrag sind schmählich gebrochen worden! Die zwischen den Parteien ip Oberschlesien schwebenden VerHand- hingen chaben gestern in Kattowitz zur Unterzeichnung eines Auf- rufs geftihrh der Lösung und Sühne anbahnen soll. J» Würdi- gung, aber auch in Ergänzung dieses Aufrufs halten wir folgende Maßnahmen für unÄilätzlich:,. 1, Wir verlangen restlose Entwasfuug der politischen Banden, schärfste Ahndung der begangenen Verbrechen, Ausweisung strafrechtlich nicht faßbarer, aber geistig mitschuldiger Urheber, inSbe- sondere der bekannten polnischen Jnsurgentenführsr. Ihre Pläne für eine gewaltsame militärische Besetzung. Oberschlesiens durch Pole» sind seit Monaten in den Zeitungen aufgedeckt. Trotzdem bleiben diese Führer völlig unbehelligt und können ihr verbreche- risches Treibest unter den Augen der Eutentekomm ission fortsetzen. 2. Wr verlangen fernst die Wiederherstellung der Ordnung, He Gowährleistung der Arbeitsmöcilichkeit für die arbeitswillige Hersck>leiische Arbeiterschaft, die Wiedereinsetzung der vertriebenen Behörden. Die von den Posnischen Banden vertriebenen, gcptün- »erten, inifchandelten Landsleute, insbesondere die Hinterbliebenen >er von polnischer Jnsurgentenhanld Ermordeten müssen polnischer- !ortS entschädigt werden. Die geplante Abstimmungswetzr darf keineswegs eine polnische ttampftruppe werden mit dem Ziele, durch Einschüchterung und Bedrückung der oberschlesischen Bevölkerung eine freie Abstimmung unmöglich zu Stachen. Csanz Oberschlesien steht unter dem Eindruck, daß die fran- jösische Besatzung auf polnischer Seite steht und teils offen, teils »erstickt den polnischen Aufstand begünstigt. Die aus Obcrschlesien »emslsteten Vorgänge lassen diese Auffassung als berechtigt er- icheinen. Wir hallen deswegen die Wiederkehr von Ruhe und Ordnung, sowie eine auf dem freien Selpstbestichmungsrecht der Bevölkerung aufoebcmte Abstimmung nur dann für möglich, wenn »Bs französische Besatzung Oberschlesiens, zu der die Bevölkerung nun einmal kein Vertrauen hat, abgelöst wird und durch Truppen >er anderen in Oberschlesien vertretenen alliierten Mächte er- etzt wird. Wir heute in Berlin werslantmelten Oberschlcfier entbieten , unseren oberschlesischpn Brüdern und Schwestern in ihrer Not unseren herzlichen' Gruß. Wir geloben, treu zu ihnen'zu stehen und am Tage der Abstimmung nicht zu fehlen." Nach Schluß der Versammlung traten die Teilnehmer zu einem 'angen Demonstrationszug zusammen, der durch«Unser ?en Linden" und Charlottenstraße marschierte. In ihm wurden uiele Plakte getragen, die auf Oberschlesiens Not hinweisen.»Helft »en bedrängten Oberschlesiern!"„Oberschlesier, haltet treu zur Heilstat!" mahnton sie. Auf andere las man:»Nieder mit der Vor- gewaltigung Oberschlesiens I"»Nieder mit dem polnischen Terror!" Der Zug vermied das für Demonstrationen gesperrte Gebiet, dessen Zugänge durch Sicherheitspolizei besetzt waren. Auf dem Belle- allinaceplatz löste er sich auf. Von Zwischenfällen ist nichts bekannt zeworde«. Eine verhwöerte Tannenbergfeier. Heidelberg, 30. August.(TU.) Der„Verein nationaler Soldaten" wollte am 27. August abends an der Bismarcksiiule bei Heidelberg eine Tannenbergfeier und eine Hinden- st» r g. E h r u n g veranstalten. Eine Stunde vor Beginn rückte unter Vorantragen roter Fahnen ein m e h r e r e tausend Ar- bester zählender Zug zum Philosophenweg und hißte auf der Bismarcksäule die rote Fahne. ES wurden Ansprache» gegen die Kriegshetzer und besonders gegen die Orgesch gehalten. Tie Versammlung der nationalen Soldaten konnte infolgedessen nicht stattfinden., Wii» sind im Augenblick nicht in der Lage, die Nichtigkeit borstehender Meldung in ihren Einzelheiten nachzuprüfen. In jedem Falle aber finden wir es sehr über fl ü's si g. heute noch Gedenkfeiern an Tsnnenberg u. ä. m. zu veranstalten. Wenn der„Verein nationaler Soldaten" keine weiteren Auf- gaben zu erfüllen hat, als in chauvinistischen Erinnerungs- feiern z-u schwelgen, so beweist er damit, daß er eine jener vielen Organisationen ist, die in der Republik nichts zu suchen haben. Das Verhalten der Arbeiter steht in einem erfreulichen Gegensatz zu dem unschönen Vorbilde nationalistischer Gruppen, deren Versammlungen meist mit vielem Nadan und schlimmerem— siehe Breslau— zu enden pflegen. Was wohl Bismarck zu der roten Fahne gedacht haben magJ t>k Krise in der iL€L p* D. Wie eine Berliner Korrespondenz von angeblich zuverlässiger Seite erfährt, dürfte die K r i s i s in der U. S. P. D. in Kürze ihre Lösung finden. Am gestrigen Sonntag hat eine Sitzung der P r e ß k o m m i s s i o n der Partei stattgefunden, in der be- schloffen wurde, daß die Gegensätze, die sich aus den Beschlüssen! der Moskauer Dritten Internationale für die beiden großen Strömungen in der Partei ergaben, bis auf weiteres keine öffentliche Erörterung erfahren. SchJagfahne, Schilkdocken... Von Martin Feuchtwanger. .Kein Gerinaever als Abderhaldon bat es gesagt:»Alllc Milch, die Deutschland hat, ven Kindern zu geben, ist ein Gebot der Stunde. Wer die Milch den Kindern entzieht, versündigt sich am > deutschen Volk." In allen Zeitungen stand es zu lesen, auf Plakaten war. es verkündet. Alle haben es gelesen, alle wissen es. Alle nickten dazu sehr ernsthaft; denn alle haben ein gutes Gewissen. Trotzdem haben die Kinder in den Großstädten keine Milch. Vor dem Kriege kaufte man für einige Groschen einen Liter. In der Molkerei konnte jeder soviel haben als er benötigte. Nun hat der Krieg die Kühe verschlungen. Der Krieg hat viele Menschen da- hingerafft. Viele Pferde sind ihm zum Opfer gefallen. Aber unter den Küchen muß er noch ganz anders gühaust haben. Man ' könnte es verstehen, daß ein Viertel der Kühe verschwunden ist, ein Drittel, die iHälfte. Aber daß es so gut wie gar keine Milch mehr gibt— es hält ja schwer, die Milch für Säuglinge und Kranke aufzutreiben—> das will dem braven Bürger nicht in den Kopf. Daß es schlechte Menschen gebe, die die Milch an sich reißen, -scheint unwahrscheinlich. Denn wenn der Satz ertönt:»Wer die Milch den Kindern entzieht, der versündigt sich am deutschen Volk," dann stimmen ihm alle bei, all«.,.. * Man muß an allen Ecken und Enden sparen, wenn man sich die Sommererholung�reise gestatten will. Ist es nach unsäglichen Mühen gelungen, dann wird man in den Alpen für die Entbehrungen reichlich gelohnt. Milch, Butter, Eier, Käse in reichen � Mengen; der Magen lacht und die Mippen verschwinden. Und in den kleinen Kaffees und Koitditorcicn in den Gebirgsdörfern gibt es die schönste Schlagsahne. Janwhl, Schlagsahne. Schlagsahne und goldgelbe Schillerlocken, mit süßer Schlagsahne gefüllt, dunkel- braune S-chokoladekrapfen, mit süßer Schlagsahne gefüllt. Wer ißt diese Schlagsahne, die Schilletlocken, die Schokolalde- krapfen? Alle, die ins Gebirge gehen. Alle,� die sich, nach monatelangem Ringen die Gelder für die Sommerreise erspart haben. Alte Männer und geckische Jünglinge, Backfische, würdige Ma- tronen, beleibte Hausftauen, dürre, ältliche Jungfern, Demimon- dänen, Kinder, Schieber, ehrliche' Kaufleute, Beamte, Lehrtr, Handwerker.. Auch vereinzelte junge Arbeiter sieht man, Nieter, * Dreher, Schlosser, die sich die llkeise mit großen Entbehrungen er- kauft haben. Sie alle kommen in die kleine Konditorei, machen runde Augen und dann setzen sie sich hin, ohne was zu sagen, und essen Schlagsahne, Schillerlocken, Schokoladekoapsen.-.>■ » In dem Zügen, die von München und Stuttgart nach Nord- deutschland rollen, tauchen die Wirtschaftssorgen wieder auf. Wie die Korrespondenz weiter hört, soll in kürzester Frist eine Konferenz von Parteidelegierten ans dem Reich zu- sammentreten, wo die Moskaner Kongreßteilnehmer über den Verlauf der Moskauer Besprechungen Bericht erstatten sollen. Diese Parteikonferenz der U. S. P. D., die wahrscheinlich in Berlin zusammentreten dürfte, wird nicht öffentlich sein- Es ist jedoch beabsichtigt, das Protokoll über die Debatte, die sich über die Haltung Crispiens und D ä u m i g s ergeben wird, zu veröffentlichen, um dann die Stellungnahme der beiden Gruppen im ganzen Reich festzustellen. Wir müssen natüvlich der Korrespondenz die Verantwor- rnng für die Richtigkeit dieser Mitteilung überlassen. Aller- dings hat es viel Wahrscheinlichkeit für sich, daß die U. S. P. beabsichtigt, die Krise in der oben erwähnten Weise zu„lösen"; dadurch nämlich, daß sie jede öffentliche Dis- k u s s i o n über Gegensätze in der> Partei u. n t e r d r ü ck t. Ob die Arbeiterschaft, soweit sie der U. S. P. angehört. sich diese Methode gefallen lassen wird, steht allerdings aus einem anderen Blatte.' Jedenfalls wäre, diese Art von Lösung— echt unabhängig. Hfnr EMS �Zeußerlichkeit! Ob U. S. P. oder st. P. D.... Die Prophezeiung der„Leipziger Volkszcitrmg", daß sich niemand in der II- S. P. finden wiirdtz, der für die Annahme der Moskauer Bedingungen einstehen würde, bewahrheitet sich immer weniger: schon hatte Ernst Daum ig, der Parteivor- sitzende, gleich am ersten Tage djeser Illusion des rechtsunab- hängigen sächsischen Organs ein jähes Ende bereitet. Nunmehr hat auch Wilhelm Koenen im Hallcschen„Volksblatt" seine Zustimmung zu den 21 Moskauer Punkten ausgesprochen. Er hat sich unter anderem damit abgefunden, daß sich die U. S. P. fortan„Kommunistische Partei Deutsch- l a n d s(Sektion der Dritten kommunistischen Internationale)" nenne,„was ja am Ende nur eine Aeitßerlichkcit ist". Man müsse dann die andere kommunistische Partei auffordern, unter Fortlassung das Zusatzes„Spartakusbund" sich der neuen K.�P. D. anzuschließen. Uns scheint allerdings, daß dieser Schritt eher einem Aufgehen der U. S. P. in den Spartakus- bnnd gleichkäme, als umgekehrt. Aber auch dies wäre„ja am Ende nur eine Aeußerlichkeit", die neben der großen Tatsache der allgemeinen Kapitulation vor Moskau in der Tat nur nebensächlich wäre.' Gegen Däumig, also indirekt auch gegen Koenen wendet sich der Chefredakteur der„Freiheit" Rudolf Hilferding in der Sonntagsnummer seines Blattes und wirft ihm vor, aus dem grundsätzlichen Kampf der Ideen und Programme eine Personensragezu machen und„einen Fall Kautsky" zu konstruieren, der offenbar gar nicht bestehe, da, wie Hilfer- ding bemerkt und wie schon seit Jahresfrist in eingeweihten Kreisen bekannt ist, Kautsky die bestimmte Absicht habe, Deutschland zu'verlassen und nach Wien zu übersiedeln, womit sein Austritt aus der U. S. P. fteiwillig vollzogen wäre. Hilferding wendet sich scharf gegen den Terror, der über den nächsten Parteitag und über die ganze Mitgliedschaft der lll. S. P. durch die Moskauer Bestimmung verhängt worden sei, daß jeder Delegierte, der gegen die Bedingungen der Kom- munistischen Internationale Stellung nehmen würde, dem Ausschluß verfiele. «... In Westouropa ist diese„eiserne iniliiävische Disziplin", diese Organiscftionsform, die die Masse der Mitglieder dem Diktat der Leitung bedingungslos untcvwirst, eine blanke Unmög- lichkeit! Das lassen sich einfach sozialistisch geschulte Arbeiter- Massen nicht gefallen; in kürzester Zeit wäre eine solche Orgcmi- sation, sei es durch die Rebellion oder durch die Teil- n a h m s l o s-i gcke i t dA Mitglieder vernichtet. Die Ueber- -tvcrgung dieser russischen Formen wäre einfach eine Tollheit. ! Die Bestimmungen über die Organisation allein machen die Mos- kcmer Bedingungen ünannehmb a r." Es muß Hilferding-— im Gegensatz zu Crispien— zugestanden werden, daß er nicht die Bekanntgabe der russischen Bedingungen abgewartet hat, um seinen antibolfchewistischen Standpunkt zum Ausdruck zu bringen. Allerdings war auch seine Politik, wenn schon in einem milderen Maße als d>e Crispiensche, im letzten Jahre stark opportunistisch. Denn er hat es geduldet, daß die„Freiheit" tagaus tagein Ansichten vertrat und Hetzen mitmachte, die gegen seine eigene 'Ucberzcngung gingen und nur das eine Ziel verfolgten! in der Lobhudelei der Bolschewiki und in der Verächtlich« machung der von der Sozialdemokratischen Partei hochgelpl- tenen Demokratie nicht hinter der K. P. D. zurückzu» bleiben. Der Spaltungs- und Zcrfallsprozeß in der U. S. P., der nunmehr in ein akutes Stadium getreten ist, wird zweifellos noch zahlreiche Artikel beider Richtungen veranlassen. Schon jetzt aber kann gesagt werden, daß diese Auseinandersetzung wenig neues bringen dürfte. Tie jetzige Stellungnahme der Koenen, Crispien, Däumig, Hilferding war bereits mehr oder weniger bekannt. Vielleicht hören wir im Laufe der Diskussion von einigen interessanten Bekehrungen in dem einen oder in dem. anderen �Sinne, die eine Registrierung lohnen werden. Aber auf die Entscheidung des kommenden U. S. P.-Partcitages allein kommt es an, um zu wissen, ob die nnabbängige So' zialdcmokratie aufhören wird zu existieren oder ihre über- flüssige, unlogische und schädliche Existenz zwischen zwei Stühlen fortfristen wird. Der Kampf um Moskau. Stürmische Versammlung im Zirkus Busch. Die K. P. D.(SpartakuSbunb) hatte ihre Anhänper zum Sonntag nach dem Zirkus Busch geladen, um den Bericht ihres Delegierten Dr. L e wi über oen 2. Kongreß der Moskauer Jnter- nationale entgegenzunehmen. Der Wohl 6000 Personen fassende Zirkus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Der linke Flügel der Unabhängigen und Anhänger der K. A. P. D. bildeten das GroS der Teilnehmer. In gut einstündiger Rede schilderte der Referent, wie nur die Kommunisten dazu auSersehen feien, das Rätsel der Weltrevolutio« zu lösen. Keine K. A. P. D. und kein« U. S. P. D. werden das vollbringen, wenn sie nicht auf den Boden der Moskauer Be- dingungen treten. Erst wenn alle Proletarier sich zu dieser Lehre bekennen, kami der Klassenkampf gewonnen werden. Einen großen Teil seiner Ausführungen verwandte oer' Redner, um sich mit den Ideologien" der U. S. P. und K. A. P. D. zu he- schäftigen-. Erst wenn die Massen, die zur U..ia Goethe längst entfremdet. Um so mehr ist die Arbeiterklasse die Trägerin der neuen Welt und rr.'t ihr die Arbeiterjugend die Gestalterin der Zukunft, die Berkänderin jenes reinen geheilig- ten Menschentums gcworen, das er einst gelehrt hat. immer das Gleich?: so wie liw in Weimar— dieser Stadl de? Bürgertums— k c i n e�s ch w a r z- r o t- g o l d e n e F a h n e auf- treiben steh— dieses Symbol der jungen deutschen Republik, die hier»ercssiuf--■—.?o i o; sich noch hier keine Hand, um das Andenken Goethes zu feiern. Ein Gefühl der Scham, aber auch der Erb t crung stieg in uns aus, als wir die Kuride von der Denkmalsschändung vernahmen. Jedes Gefühl em- vörte sich gegen d'ese Roheit des Geistes und ein Gedanke flog im Nu durch die Reihen der versammelten deutschen Arbeiterjugend: „Nun gernde!" Schnell entschlossen, wie D? Jugend ist, wurden im Tiefurther Park, in de?_ morgens nt kröb'ichem Appell gezogen war, von frischen Mä.Lnden Eicbenklänze gebunden, währenddessen zimmerten einige Hamburger Jungen schnell ein Hakenkreuz zusammen, dieses Symbol alldeutscher Borniertheit, Dann ging? im feierlichen Zuge durch die Siadl, voran die Kranze und dann das Hakenkreuz. Vor dem Denkmal GoethcS und Schillers fand das Schicksal, das es verdiente. Ein Feuer wurde angezündet und darin das Symbol des nationalistischen Geistes verbrannt. Hei, wie züngelten da die Flammen empor und wie schnell verschwand das Zeichen schmutziger Gesinnung in den lodern- den Gluicn. Es wird für alle Teiln Hmer wolst ein starkes» vielleicht das stärkste Erlebnis überhaupt bleiben, als die Jugend ihren grossen Borb-rlonern den selbsigevundenen E'chenkranz darreichte und dabei das Lied:„Ruf Sozialisten, schlicht die Reihen"' aus tausend jungen Kehlen brausend in die Lüfte stieg. So ehrte die Arl'.stii iiwc i"-!>. Stiller, und alle Hakenkreuz- träger haben sie daran nicht hindern können. Was sonst der Sonntag brachte, bilde! Höhepunkt und Schluß der festlichen Veranstaltung des Reichssugendtages. Ter Vormittag wurde im Tiefurt her Park verbracht. Bei Sviel und Scherz gingen schnell ein paar glückliche Stunden dahin. Mit Spiel und Gesang wurde ein eigens vom Genossen Müller- Magdeburg geschasserves Festspiel ausgeführt, ebenso eine Szene aus Schillers„Räubern". Den Abschlnss de- Tages bildet« am Abend eine große Fcstverfammlung im Nationalilienier, e.er b rgerlichen Welt ist i im der die Genossen S o l l m a n n- Köln, B r ö g e r- Nürnberg und Sch u l t- Haniburg sprachen. Sollmann sprach über die Ju- gend und ihre Rechte und bmckie die Fovderuuzen der Jugend an Staat und Gemeinde zum Ausdruck. Brausende- Beifall belohnte Hente, 30. Nugnft: Frnvrnadend der SV. und 32. Abteilung 71/, Uhr im Fugend« zlmmer der(Äememdcschute Pappxl-Allee 40lil. Vortrag über:.Die ,äim>tie zur Schule." Referent Lehrer Genosse Krenhizer. Anschließend Hakenkreuz sein Ll-tussion und Parteifragen. Zahlreiches Erscheinen ist erwünicht» Gäste herzlich willkommen. Morgen, Sl. August: L.— 8. Abt. Kassiere, und BiltmngSaiitjchuß. Schlußabrechnung vom Sommersest. Ebenfalls THeaterkar-tenan-Zgabe für die Gruppe. Schluß« somtnlung der Listen für die Sericnkonzerte IS20/llp, abends 8 Uhr bei G. Keusn-P Hagelber-er Straße. 7. Abt. Ve strtsMhrer zur AbreSmma bei Bogel, MitteMvalder Str. 16. 84. Abt. 7»/, Uhr bei Günther, Etnisibnrrer Str., Ecke Wtnsftr. Vorsteher« uno Griipperstüdieiiitzung. Crfcheinen aller dringend notwendig. AriedrichSbagen. Tic Peerd-gmig unfcrer Genossin Miele findet am Diensiag naanniuag 4 Ubr statt. Tic Teilnehmer ixeffe» sich um'/,t Uhr im Lokal von Otto, Koch-, Ecke Wilhcluiltraße. Sck rnetera. 7 Uhr Mitgliederversammlung vhlcmdschule, Kolonnen« straße Ws2<. T�geSoidnuna: 1. Stev.unona ane zun: Parteitag. Auf- ! slellung der Kanditalen, Lkabl von Delerierten zum Bczirlstag. 2. Vortrag ]„Neutl atität, Cdcrjchtcsicn und Regierung." Si' ihn, als er als eine dieser Forderungen die GowäHning eine» jährlichen Wanderurlaubs für die werktätige.Zeigend bezeichnete. Genosse Vröger prägte in seinem Referat das Wort:„Die Ju- gend ist nur ein Anfang und kein Enibc." Alle Kultur wächst in Freiheit, nicht durch Zwang. Die neue Kultur kann nur auf dem Boden einer neuen G e m e i n i ch a s t erwachsen. Die Arbeiter« jugond hat die hohe Aufgabe, diele Gemeinschaft zu schaffen. Genosse Schult- Hamburg sprach über Jugend und Sozia lis- mus und betonte, daß der Sozialismus nickst ein rein materielles Streben sei, sondern ein neues Ideal, das Ideal des höckcktcn und hehrsten Menschentums. Mit dieler eindrucksvollen Kund- gebung schloß die Veranswlwng. deren Bedeutung und tiefen Sinn der Jugendgenosse W e st v b a l- Hamburg in einem ku�en be- geisterten Schlußwort den Jugendlichen nochmals ins Herz schrieb. Am heutigen Montag haben die eigentlichen geschäftlichen Konferenzen des Reichsjugendtages der Arbeiterjugend be- gönnen. Daumig Des Märchen vom klelnen und den Siebenmcilenstiefel». Der kleine Däumig stahl, so stehl schon in der Fibel, dem Rieicn, ols er schlief, die Siebennteitenniebel. Ilnd als der Brüder Schar bis Lchlenberg gewankt, da war Klein-Däumig schon. in Moskau angelaugt. Wer dielen Lanier sieht, dem stockt vor Schreck der Odem: Da" Kerlchen über'pringt ja ganze Zeitpcrioden! Was rennst du so voran, es kommt ja keiner mit, Armeen marschieren nicht im Siebenmeclentritt. Der große Ledebour mußt' selbst vor Neid erblassen: „Wo hast die Sriedel du im Jänner 19 lassen? Da schoiiiest du die Haut, Dein Mut schien ganz Verrauchich Der Däuirng lacht:.Grad' da Hab ich die Stiebe! braucht." Mich. o. L i n d e n h e ck c n. bei der Firma Werner u. Pfleiderer in der Kocksstr. 60/61. Neber- aus groß ist auch die Zahl der W o h n u n g s e i n b r ü ch e. So stahlen Einbrecher bei einem Oberstleutnant öi. in der Motzstraße Tcppiche und Silkicrsachen ii» Werte von 63 000 M.. bei dem Obcringenieur R. am Platz am Neuen Tor für 60 000 M. Tcppiche usw.. bei einer W'tw? Sch. in der Hardenbcrgslraße für nicht woniger als 160 000 M. Tafelsilber, Perserteppiche nnd Brücken,' bei einer Wi.ive K. in der Sophienstraße für 20 000 M., für eben- � soviel bei einem Kaufmann U. sti der Sck, räderst raße. Auch der Magistrat von.Eharlottcnburg blieb von den Einbrechern nicht verschont. Durch einen Kellevcinbruch stahlen sie diesem für ungefähr 20 000 M. Leitungsdraht. , Wpsrt. Maffenkundgcbung Grost-Bcrklnpr 5?ominunaibeamten. Die Diff>----- bemuten rechts, d:e hinsichtlich oer�Auslegung de- Gemein'de- zwischen den gewerkschaftlichen Organisationen der Gemeindobeamten und dem Preußischen Ministerium des Innern entstanden srnld, führten cm gestrigen Sonntagvormittag auf Veranlassung der beteiligten Organisationen zu zwei Protest- Versammlungen, an oenen etwa 10 000 Personen teilnahmen. Es lvurden sowohl in den Germaniasälen als auch im Lehrerveveins- Haus Ver'ammlungen abgehalten, die beide so zahlreich besucht waren, daß mehrere Nebenveranftaltui:gen abge. allen werden mußten. Als Hauptredner sprachen in den Versammlungen Stadtrat Dr. F r a n k e n st e i n-Steltiu, Verbandsdirektor Stadtrat a. D. E h r m a n n- Berlin, Houplgeschäftssührer Häßler- Berlin unv zu der �-age der Ueberführuiig der DaeuerangZtellten in oa- Be- amten Verhältnis Gelberceber P re u ß e r-Essen und Angestellter Hu m m ek-Köln. Unterstützt wurde die Kundgebung vom GeWerk- schastsbund der Ko ni mu na lbca m ten und Angestolllen Preußens,: vom Aentralverband der Preußisckien Provinz albeamtcn und vom I Reichsveroand der Krcisbeamien. Tiefe Organisationen harten Vertreter aus allen Landesteilen entsandt. Von allen Rednern wurde daraus hingewiesen, daß die vom Preußischen Ministerium des Innern am 2. Angust 1030 erlaben« und am 16. d. M. vor- offentlicht« AuSführungsanweisung zum Gesetz vom S. Juli, be-! tr.ffend die vorläufige Abänderuna verschiedener Bestimmungen\ des Gemeindebechntenrechts(Besoldungsgesetz) den Willen der Preu- ßischen L-a n des ver sa n: nck u ng s» Voliere. Es wurden in allen Versammlungen einstimmig zwei Ent-. s ch l i e ß ii n g e n angenommen, in denen die Forderungen unter- i strichen wurden. Die in Frage kommenden gewerkfchastlichen Or-! yanisationen wurden beauitragr. die Angelegenheit weiter zu der- folgen. Hinsichtlich de- Besoldungsgesetzes wurde der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die Fraktionen der Landesversammlung dir Sabmierung des Gesetzes nicht dulden werden. Wie lange soll denn die 5?rau noch warten?! Gegen die Verbandskrankenkasse der Eisenbahn richtet sich eine uns zugegangene Beschwerde. Am 20. Januar d. I. stacH ein Eisenbahnwerkstätieliarbeiter D., der jahrelang ig der Hcuiptwerkstatl Berlin II gearbeitet hatte. Die genannte Kranken» kasse war verpflichtet, das der Witwe statutengemäß zu- stehende Sterbegeld sobald wie möglich auszu- zahlen. Das ist aber bis heute noch nicht geschehen! Eine Ar- be terfvan, die Witwe wird,»artet doch sehnsuchtsvoll auf jeden Pfennig, um die Unkosten so eines Sterbe falles decken zu können. Trotz wiederholter Nnfvage seitens der Witwe sowie des Werk- meisters, bei dun d'r Verstorbene gearbeitet hatte, hat man die Be- dauernktoerte bis setzt vergeblich warten lassen. Durch wiederholte Einsendung von Papieren an sie Kasse find ibr auch noch erhebliche Ausgaben entstanden. Seit dem Tode des?Nannes sind nun be- reits volle sieben Monate verstrichen, aber die Witwe muß noch immer um ihr Geld betteln. (Yros'scner bei den-AlbatroSwerken in Isobnnnisfhul. Gestern gegen 1 Uhr nackt- wurde die Neuköllner Feuerwehr von den Albatros- Werken Johannisthal zu Hilfe geruien. Gleich nach der Meldung wurde«in Autozug entsandt. Bei Ankunft der Wehr war e- mit Zuhilfenahme von zehn Strahlrohren gelungen, ein untergebrannt. Den zahlreich erschienenen Nackcharfeuerwehven ivcrr es mit Zuhilfenahn« mit zehn Strahlrohren gelungen? ein Weitergreifen des Feuers ans die Fabrikgebäude zu verhindern. Die Eutstehungcursnch? konnte bisher nicht festgestellt wenden. Ez ist möglich, daß Brandstiftung vorliegt. „Scbrer nnt> tveworkschaft-, über dieses Tbema spricht Richard Müller inoizen abend 8 Uhr in der Aula der 8./3Ü.©emeindeschule. Gip-str. 23a. Rennen-n KnrISHorst, Tonnrrstaq, tZt). Angnft. 1. Anna« t a l« H ü r d e ii r e n n c n. II OVO ck... 2100 Meter. 1. Larissa(Lewickiß 2. Liidowika(Saaaer), 3. llllcdardus tHerßer). Tot. Sieg 16:10, Pl. 11, 13, 18. Ferne: ueje»: Feiinp(i), Siltard igest, Poesie, Dolde(wegen Labinbeit zurückgezogen.— Karlen platz- Jagdrennen. 11 000 Mark, 3100 Meter. 1. Das Puppcrchen in. Pelzerj, 2. vierzehnte �v. Bcrchem), 3. Ribisel IDostls. Toi. Sieg 37 10, vi. 17, 17.— Fre« d e r s d o r i« Jagdrennen. 1 1 000 M.. 3000 Meter. 1. Sind iLewickij, 2. Landral lTeickunanni, S. Wiliberta(Saager). Tot. 72, Pl. 16, 13, IS. Unpi.: Länlchenn(4.). Friedensbote. Rose:. dorn, Wasreghem. — BIumcnthal-Jagdrcnnen. 2>l 000 M, 4200 Meter. 1. Dir.e (Slleimii, 2. Onii:(Tbaiec-c), 3. Drnchcickovs(Jnnko). Tot. 4ö, PI. 20, 26.. Nnpl.: Leopard Der Cchiesier, Feierabend(ges.i T a o t a t«H ü r d en« rennen. 13 tzib M., 2800 Meter. 1. Schwerenöter(Tbalccke), 2. Gold- sec!c(.K. Scho z), 3. Miiiin:ox(Kinfinacr). Tot. 154, Pi. 27, 13. 25. Unpi.: Dein bardt(i.\ SaNiPoli II(gef.i, Kapitalist, Knecht Nopp-echt. Friedens« taube Orkus.— B ö tz! c c- I a g d r e n n c n. 11«Xw M.,- 4000 Meter. 1. Donnerte:! kR. Dilgetidorff), 2. Schipper(v. Pelzer), 3. Meerschaum (K. v. Wencrbegen) Toi. 29. Pl. 10. 10. Unpl.: Landdrost.— Preis der Müa gel'iStticl M., 1800 Mcier. 1. Freundlich(Hellebrandt), 2. Mineftch kPreiiik»). 3. Metronom(Scholz). Tot. 120, Pi. 28, 33, 33. Unp!: Doinidnc»-(4.', Da'.»j Lama. EoübuS, Btumenlönigin. Radrennen tv Treptow. Das O in n i n in, Dauecrcnnen in drei Läusen über>c o Kilomeler. 1. Laus: 1. Kruvlat 27 Min. 18 Sek., 2. Epr. Müller« Cötn li'SO, 8. Friti»«« Hannover 1460 Meter zurück. 2. Lauf: 1.»es 28 Min. 2V Sek., 2. Pawle 550, 3. Hojjmann 4610 Meter zurück/— En dl ans: 1. Krupkat 26 Min. 42 Sek., 2. Chr. Müller 560, Weiß 2010 Meter zurück. Bruno« Dem ke» E r i n n e r u n g s r e Ii ne n 80 �äometeri 1. Fritsche 28 Min. 15 Sek., 2. Pawle 2560, 3. Hofimann 2770 Meter zurück.— H a il p t s a h r e:, 1000 Meter: 1. Areud, 2. tibrabam, 3. van Engelen(Amsterdam), 4. Stoiz, 5..OänSlcr.— Prämiensahren, 15 Runden: 1. Häustzr, 2. Pelir, ! 3 Schulz, 4. Kntz-r, 5. Behrendt.— Borgabesahren, 1200 Meter- 1 Abraham(10), 2. Kudcla(20), 3. Behrendt(SO), 4. Schulz(60 Meter Borgabe)., m, �K!»nb um B rlin», Straßenrennen über 223,7 Kllomeier: 1. Paul öokl: 7 Ltd. 50 Min. 5 Sek., 2. Ävwll-Wien, 3. Papcnsuß, 4. Pfifter, K. Biedt. Tic Meisterschnkt von Berlin, ein Straßenrennen,� daS über 274 Kilon cler sübrte, wurde am Svnnlag von Werger in 9 irtd. 46 Min. vor Nagel und Düwel geivonn.c):. Siiugic.u.pfe in der Schlostbranerci Schrneberq. Der Heraus» sordcriiiigslamps Sasl— rchwarz inuzlc am Sonnabend der nnmnsi'.gcn Witterung wegen aussallen. Er gelangt am Dienstag'bestimmt bei jeder Witterung zum Auslrag. Am Somitag siegte zuerst Hochdane» im EnlschcidungKtamps über De Zouza nach 46 Min. durch Schult erdrehgrui.. Das oaraussoigcnde eiste TiefseU zwiichrn den Weltmeistern schwarz il::d Weber,«di harniöcköger Standkai>s, blieb nach zwei Gängen«ncrisaztzoe,!.� Auch Nitzler- Pinetzu konnten beim därauilalgenden Kamps in den vor» geschriebenen 20 Minuten ein Rcmltat nicht herbeiführen..Heute findet der Enlscheidiingskamps Ritzlrr— De Souza stall. Im Revamhekumpf treffe«' sich Pinetzki und Weber, außer cm rinot.Hochdanen gegen Schwarz. Tonntä-iliche Einbrecher-Streifzüge. Die nächiliche Unsicherheit in Groß-Berlin charakterissert sich am deutlichsten durch di« immer wachsende Zahl der Einbrüche. Besonders die Nach: zum Sonntag und auch den Sonntag selbst benutzen die Einbrecher am liebsten zu ihren Streifzügen. Auch gestern wurden wieder eine ganze Re.be von Einbruchsdieb- stählen� gemeldei. So stahlen Gefch-äftseinrecher bei dem Uhrmacher Otto Schwandt in der Poisdamer Straße 36 für 4 6666 Mark Uhren, Ringe und Broschen, bei der Firma Gustav Rahn in der Stettiner Straße 35 für 5 6666 Mar! Schuhwaren und Leder, bei der Firma Wilhelm Schräder in der Skalii.r Str. 132 für 36666 Mark Lederwaren, in der Hermannstr. 35 bei A. Schubert für 15666 Mar? Herren- und Damenschuhe, in dem Geschäftshaus„Romeo" in der Büunnenstr. 13 für 16 6 6 6 Mark Schuhwaren, bei Gu sÄe in Alt-Moabit 115 für 1 5666 Mail pbotograp bische Apparate, in der Joachimsthaler Straße 63 bei Grützmacher für 46666 Mark Uhren, bei der Firma Ernst Ladewig in der Müllerstr. 179» für 16666 Mark Kolonial tu aren, am Grünen Weg 9 bei der Firma Max u. Tschach für 12666 Mark Lederwaren, bei der Firma M. Sinasohn in der Turniftr. 35 für 7 666 Mark Pelze usw. Bureaueinbrechr. die es bauptsächkich auf die toue- ren Schreibmaschinen abgesehen haben und denen es an einigen Stellen gelang, bis zu 6 Schreibmaschinen auf einmal zu stehlen, erbeuteten in der gestrigen Nacht wieder zwei Maschinen SeAix?s?erbKnS Groß-Ser!in S. Z). S. Hffsntlzche Volksversammlungen Tagesordnung: MlkßlWk- ReksMe«- im fi?f m'm Beelersag? Tienötag, den 31. August, abends 7 Uhr. Verlin Brauerei Piitzenhofer, Turm- Ecke Tlromstraße. Brauerei Köliigstadt, Schönhauser Allee 16 II. Berliner Bockdrancrei, Chansseestr. 64. Berliner LcreiuS- und Kou�rrtsäle, Komma«- dantenstrasse 58/?N. AndreaS-Fcstsäke, Nndreasstr. 61. s'sihiirsotfenbnrjf:(tzroßer Saal des VolkShnitseS, Rosinenfkr. 3. Wilmersdorf: Aula der Hindeuburg-Overrealschuie, See- park 36.>„ Lichtenberg: Iahn-Realgymnasiam, Marktltrasie. Refereuten: Erwin Barth, Louis B r u n n e r, Heil mann, Gustav Heller, fxranz Klühs, N a n s ch e r, Willi S i e r i n g, Dr. W. Z e ch l i n. Mittwoch, den 1. Scptcn'bcr, atzendS 7 Nhr. JJcvfcfln: KlicmS Festsäle, Hasenheide 13. Reinickendorf: Har»l?an!tSBra!le"ci,Scharnwcberstr.Iv1/164. Lokal Ttrandschloß. Im Stadttheater. Dr. B e n d i n e r, Marie I u ch a c z, Ulrich Rauscher, Dr. W. Z c ch l i n. Genosse»! tbekiosslnneii! Erscheint Zahlreich. Ter Bezirksvorstand. Grnst Ulrich ?egel: Cöpenick: Referenten uji&b Die Avkunst ö?? Gewerkschasten. Die Vorgänge in der letzten Generalvevsammlung der Der- litter Holzarbeiter verdienen die vollste Arrfmerbsamikoit aller go» werksthaftlich organisierten Genossen. Kurzerhand wurden dort d:e beiden Bevollmächtigten Siegle und Zirkel a�ge säest, weil sie m der Rätefraze die für einen Gewerkschaftler eigentlich seldswcr« ständliche Anschauung vertreten, daß die Betriebsräte nur in m-g- stem Zusammenschluß mit den Gewerkschaften eine für die Ar- hcitcrschaft fruchtbare Tätigkeit ausüben können. Von vornherein wollen wir scharf betonen, daß unS tmt den beiden albgesägten„Bonzen" keinerlei Sympathien verbinden. S:e sind von ihren früheren Zirjublern mit denfokben demagogi- scheu Mitteln abgehalftert worden, die sie gegen die alte Berliner Leitung des Holzarbeiterverbandes angewandt hatten. Es sind also nicht die Personen, sondern es ist das gewerkschaftliche � Prinzip, mit dem von�dicsen neuesten Geeverkschaft-rvvolutwriären Schindluder getrieben ivird. Die Frage, um di« es sich handelt, ist die, ob die Gewerkschafts» dewegung in der Zukunft eine s e l o st ä n d i g e n t s ch e i d e n d e i Arbeiterorganisation sein soll, oder ob sie unier das Dil-, tum der Moskauer Sowietzentrale gestellt werden, ob sie in der Zukunft nur em unselbständiges Anhängsel der, Generalge wältigen der Kommunisten darstellen soll., DaS Verlangen der 3. Jnlernutionale, llnterordnur.g aller ge-k werkschafttzchsn und genossenschaftlichen Organisationen unter die Allmacht des Zentralkviiiilecs der 3. Internationale, wird in den jetzt veröffentlichten Beschlüssen offen ausgesprochen. In den»« Grundsätzen, die„die Gewerkschaftsbewegung, die Betriebsräte uro die 3. Internationale" behandeln(„Freiheit" vom 28. d. M.) h.eßt es im Punkt 7,„daß die Kommunisten bestrebt sein müssen, p:.h Möglichkeit eine volle Einheit zwischen den Gewerkschaften tzind der Kommunistischen Partei t. einstellen, die Gewerkschaften der trisitzss- lichr» Leitung durch die Partei, als Loctrupp der Arbeiterrcoelu- tion, uiiterzuordiien. Zu diesem Zweck müssen die Kemmueißen übeuill in den Gcwerkschasten und Betriebswerken kommu- nistische Fraktionen bilden, mit deren Hilfe sich der Gewerk» schaftsbewcgnng bemächtizeu und sie leite»". In den Punkten 5 und 6 wird kühl erwogen, unter welchen Umständen die Kommunisten sich die Führung aneignen können, und wann sie, falls das nicht gelingt, die Gewerkschaften zu spalten haben. Dieses ofseicherzige Bekenntnis zur Vernichtung der deutschen Gewerkschaften, die in jahrzehntelanger mühseliger Kleina rbc-t Stein auf Stein errichtet wurden, ist so frevelhaft, daß die Leitungen der Organisationen Maßnahmen treffen müssen, die die Zcr- trümmerung der Organisationen verhindern. Wie das zu machen ist, muß in den Beratungen sorgfältig erwogen werden. Wir scheuen uns aiber nicht, es offen aiiszusprechen, daß man gegebenenfalls auch vor den schärfsten Mitteln, dem Ausschluß der Organi- s a t i o n s z e r st ö r e r, nicht zurückschrecken darf, um die solbjtän- dge Gewerkschaftsbewegung zu erhalten. Die nächsten Wochen und Monate werden nicht nur in der U. S. P. zu schweren inneren Krisen führen, auch die Gewerkschaften werden in den Mahlstrom hineingezogen werden. In ihren Ver- saminlungen wird in gleichem Maße der Kampf für oder gegen Moskau ausgefochten werden. Sorgen wir dafür, daß nach dem Verebben der Schlacht nicht ein Trümmerfeld übrig bleibt. verbanSstaz See Sankbeamten. Die Diskussion, die sich an den Geschäftsbericht anschloß und um Sonnabend bis 11 Uhr nachts währte, nahm auch noch de» Sonntag in Anspruch und endete um 8 Uhr abends. Im Mittelpunkt der oft lebhaften und scharfen Auseinander. sc Hungen stand die Frage: Für oder gegen Emorcts. Doch e-Z handelte sich nicht lediglich um eine Personenfrage, sondern in der Hanptsache um gegensätzliche Meinungen über die Taktik des V e rbandsvorstandes, als deren treibende Kräfte Emonts und Marx gelten. Die Opposition gegen diese Taktik wird hauptsächlich von den Mitgliedern in Süd» und Westdeutschland sowie von einem Teil der Angestellten der Deutschen Bank in Berlin getragen. Gegen Emonts wird geltend gemacht, daß er als hervorragend tätiger ibertreter der politisch radikalen Richtung, der die Hilfe der kommu- nistischen Partei für den Streik der Bankangestellten gesucht habe, nicht gceigrwt zum Führer der Bankbeamten sei. Die Gegner der Rich- tung Emonts bekennen sich zwar zum Prinzip der freien Gewerk- schafft fordern aber, daß der Verband eine parteipolitisch neutrale Haltung einnehme, da man mit einer radikal sozio. listischen Politik die Mehrheit der Bankangestellten nicht gewmnen könne. Man solle sich auf den Boden der gegebenen Verhältnisse stellen und eine Taktik befolgen, durch die der Verband zu einem Sammelbecken für alle Bankangestellten werden könne. Unter der jetzigen Leitung werde der Verband ein sozialistischer Verein aber keine freie Gewerkschaft werden. Aus diesen Grün» dm wird verlangft daß Emonts der Verbandsleitung nicht ange- hören solle. Die Redner der anderen Seite, die sich hauptsächlich auf die Mitgliedschaften Berlin, Hamburg. Leipzig und Dresden stützen, traten mft großer Wärme für EmontS und die von ihm vertretene Taktik ein. Sie sind der Meinung, daß der Gedanke des Klassen- kampfes, wenn er auch einstweilen noch keinen Anklang bei der Mehrheit der Bankangestellten finde, rückhaltlos vertreten werden müsse. Anders lönne man den Kampf für die Interessen der Ange- stellten gegen das Bankunternehmertum nicht mit Erfolg führen. Den Gegnern Emonts wurde bedeutet, sie seien die Verfechter rück- schrittlicher Ideen und sie würden den Verband dahin führen, wo der Deutsche Bankbeamtenverein stehe, also auf einen Standpunkt,! den der Verband entschieden bekämpfen müsse. Emonts habe sich als gewerkschaftlicher Führer so gm bewährt, daß ihn der Verband nicht missen könne, auch sei die Opposition gar nicht in der Lage. einen vollwertigen Ersatz für Emonts zu stellen. Emonts, der sich in längerer Rede verteidigte, betonte, er habe nicht als Gewerkschaftsführer die Hilfe der Kommunisten ange- rufen und nicht gegen die gewerkschaftliche Neutralität verstoßen. Freiwillig trete er nicht zurück, denn es handele sich nicht um seine Person, sondern um ein Prinzip. Nach Schluß der Diskussion verlas ein Delegierter aus Württemberg eine Erklärung, welche besagt, auch die Württemberg!- scheu Kollegen ständen auf dem Boden des Klassen- kampfes, sie könnten es aber nicht verantworten, mit anzusehen, daß der Verband einer demagogischen Leitung ausgeliefert werde. Da es ihnen nicht möglich s-ä, auf diesem Verbandstag praktische Arbeit zu leisten, so würden sie den Verbandstag der- lassen. Diese Erklärung und der Abgang der Württemberger hatte einen ungeheuren Tumult zur Folge. Durch Abstimmung wurde festgestellt, daß von den dt) Tele- gierten 31 die Geschäftsführung des Vorstandes billigen. Gegen den Vorstand wurde nur eine Stimme abgegeben, d-re übrigen Delegierten enthielten sich der Stimme. Sn Sieg öer Vernunft. Hamburg, 30. August.(Eigener DrcrhtHericht des„Vor- ivärts".) Am gestrigen Sonntag hat die NeuwaU der Ham- burger Ortsverwaltung des Metallarbeiterverbandes statt- gefunden. Mit großer Mehrheit ist die paritätische Liste: Petersen- Wagner gewählt worden. Es wurden ins- gesamt 11 985 Stimmen abgegeben. Davon entfielen auf die paritätische Liste im Durchschnitt gerechnet 7898 Stimmen, wohingegen die U.-S.-P.-Liste nur durchschnittlich 4191 Stimmen auf sich vereinigen konnte. 27 Sfimmen waren un- gültig, 4 zersplittert. Die Diktaturapostel haben eine ent- schiedene Niederlage erlittem_ Deutscher Transportarbetter-Verband. Seflton II,«rettertrag er. Plaharbeiter und Kutscher aus allen Fcurnier. und Nutzholzdandlungen Groh-BerlinS. Montag, den 30. August 1920, abends 7 Uhr, im EngliiÄen Hos, Alexandcrstr. 27v: Branchenversamm- l u n g. Tagesordnung� I. kerichterstatwng über Torisverbandlung und Stellungnahme zur Kündigung.— Chemische Branche. Dienstag. den LI. August, abends 7 Uhr, in Wilkcs Festsälen. Sebaftianfw. 39: Grosse Branchenversammwng aller Untergruppen. Mitgliedsbuch bzw.-karte legitimiert. Betriebsräte für das Friscurgrwerbe. 3t. August, abends 8 Uhr. Eliiabeibftr. 30. Verantw. für den redatt. Teil: Dr. Werner Pctscr, Charlottenburg: für Anzeigen: ZÄ. Glocke. Berlin. Verlag: Vorwäris-Lerlag G.m.b.H., Berlin. Druck: Bor» wärts-Buchdruckerei u. AerlagSansialt Baut Singer u. Co.. Bcrlia. Lindcnltr. 2. "e�sIljemoZii'St. Verein j !, leSrildZdszensS.p.v.) l Slnt Freitag, den 27. j I August, starb nach langem, t K.v-r?m Leiben unsere Wanzen und Motten nebst Brut vernichtet radikal Pfeifferol j öeuofp.n Emma Keks. Wir verlieren eine brave I Gcnosstn. Sie war ihrem ! Ä!a»ne in jeder Lebenslage I eine treue Begleiterin»nd i!'.?n Kindern ein» liebe- j I voüe Mutter. Ehre ihrem«ndenfent Der Vorstand. jDi« Gemeimievertr.-Frkt. j Me Beerdigung findet! 5 Du ustag, den 31. August, j i nachm. 4 Uhr, von der> ! Leichenhalle dro Friedrichs-» < Hagener Kirchhofes, Schul- I fträsse, aus statt. mmd 245/9 Ueberau erhSitlich. Ueberall erhältlich. 6. Nachtrag zur Satzimg der Aligem. Orts- MenkassefflrZetileiiiior! mi iiffitjepd vom 21. Mai bis 22. Ostober 1913, 1 beschlossen tu der Sihung des! i Ausschusses von 30. Züut 1920. § 20— stehe Z.Jicjro. 5. Nach Msrlisarid Sassaus Todestag am St..%psi und Nr. 2 wird ge- erhält folgende Am Freitag, den 27. i verstarb nach langem, sck rem Leiden meine innigst- geliebte Frau, unsere yer- zensgutc Mutter Imm iieke geb. Pohl Im 39. Ledrnsjahre. Dies zeigen tieibetrübt an Sans Micke nebst Kindern. Friedrichshagen, 28. Aug. Brnno-Wille-Etraste k. Die Beerdigung findet am Dienstag. 31.Auanst, nachm. 1 Uhr, von der Leichenhalle des zriedrichshagenerFried- ' ofes, Echuistr» aus statt. Am 28. d. M. verschied nach langem, schwerem Leiden unser Genosse Älüia&ilcr Woyttoilal Er rnbe sanft! Wahlverein der S. P.®. Berlin-Schmargendorf. Beerdigung: 31. d.M., nach- I mittags 4 Uhr, ab Leichen- I balle hiesigen Fnledhof«. IMtiard Kopp und Eermaim Ratz werben um Angab« ihrer Adresse «beten an Csustav Kopp, Gut lahlw-h, Krei» Teltow. 1637b strich-: Fassung: Krankengeld in Höhe des. halben Grundlohnes für jeden I Arbeitstag, wenn die Krankheit j i den Versicherten aibeilsuniähig I macht: es wird vom ersten ! Krankheitstage ab gewährt. Das Krankengeld beträgt: '~ � 1,00 M. 2,00, 3,00. 4,00, 5,00. 6D0. 7,50. 9,00. 10,50. 12,00. 13,50. 15,00, Im 5 S4a— stehe 4. Nachtrag — Abs. 1 letzter Satz wird die i stahl 5000 gestrichen und dafür 15000 gesetzt. Im h 53— stehe 1. Nochtrag— Abs. 1 steil« 3 wird die stahl 0,20 gestrichen und dafür 0,60 gesetzt. gehlendorf, den 23. Juli 1920. Der Votftaai der«llgem. Orlstennfmlaff« für gehlendorf«nd Umgegend. tu.| Kühl. Genehmigt. Charlottenburg, den 11. August 1920. Dieven derfr.Ober- j hebammeauderge- burtshllflich. Klinik ' der Charitä, Berlin, , rrau Anna Hein, tausendt. erprobten i Menstrual-Tropten dürfen keiner Frau| |!eWen.FlascheM,25, i PulverM.l>.',Versand diskret p.Nachn.von 1 FfaoÄEDaHeiii�S;! Bln. ILO, Potsdamer, Sfr.Tiida.i.Etk Prospekt grri.S Gross- Berlin. gez. allen» et Ausfertigung. Nr. II. B. K. 521/20. Borstehender 6. Nachtrag im Auszüge wird hiermit ver- LffeMlicht. Er tritt am Montag, den 30. August 1920 in Kraft geHiendorf, den 27. August 1920 Set Ooeston# de» Allgem. Ortskrankenlasse für Zehlendorf und Umgegend. R. Richter. vr. meÄ. KkSteriag Haut-, Harn-, Umerieidsieid. b.Männ.u. Frauen, Blutunten InvalldenstraBe 35, Eck Chausscestr, Stett. Bhf. Spre Wochentigllch 11-1, empfehlen wir Arbeiter-Programm. Meine Assissen-Rede....... Die Wissenschaft u. die Arbeiter Offenes Antwortschreiben.... Die indirekte Steuer und die Lage der arbeitenden Klassen.... An die Arbeiter Berlins...... Lieber Venassungs wesen..... DerLassalle'sche Kriminalprozeß Der HochverratsprozeS wider Ferdinand" Lassalie....... Die Agitation des Allg. Deutschen Arbeiter-Vereins und das Versprechen des Königs v. Preußen Der tote Schulze gegen den lebenden Lassalla........ Herr Bastiat Schulze v. Delitzsch Die Feste, die Presse und der Frankfurter Abgeordnetentag. Heir Julian Schmidt, der Literarhistoriker............. Franz v.Sickingen(Histor.Drama) |k .M. 2,40 3,60 3,60 1,20 3,60 3- 2,40 1.20 1,80 3,60 7,20. Imi vzrMiew Biopaphiss üiser yerditiand Sassatis Ed. Bernstein: Ferdinand Lassalle u. s. Bedeutung f. d. Arbeiterklasse M. 5,40 Q.Brandes; Ferdinand Lassalie. Eine kritische Darstellung seines Lebens ........... M. 7,20. gä Teiiirxhliin};. Sj Kronen ISM.Plomben I SO. Zahnziehen mit Einspr. höchst an scnraerzlind. Umarb.schlechts.Gedisse.Rep. Zahnarzt Wolf sof. Potsdamer Str.SS. Hochb. Screchz.<5-7, Wanzentod............ Ii Fl. S.75, 5.50, 9 und 11 M. 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