Nr. 433 ♦ 37. Jahrmti$ Ausgabe B Nr. 7» mtjMaWrei* t « etteliaort.«,—«i�anntatl.*».— HRl feei ms öaus. ootaus-ahlb«rr> Psw »esns Aonollich W,— 311, et IL Zu- -iellungsqebithr. UntetRreosbuaiJ fü: Lemschland and Oeftettetd) 18�0 II!, für das übrige Aus!cmd Bei iüglich etnntol. Zuftelluno 2150 0!. follio- fteaungen nehmen an Oesterreich, il»garn, Tschecho» Siowatei. Lüne- mar!, öollanB,.»remdurg. Schmeben und aie Schweis— imgeteogen in We Paü- ieitiings- Preisliste. ver.PorrnSris�«t, der Svnrang», betlage.Volt a. Zeit* erichemi tooeben- äglich zweimal©enntage mtb Mimtags einmal. letegtaana-Sbttflr jSojiaiOcmareat»seit»-. Abend Ansgabe berliner Oolksblstt � 2L Pfennig Kt�etgesprst» l Sie ochigeipaitene Ronvarewezeile loiteii,— M, Tenernngsz>»on 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der Ibzialdemokratifcben parte» Deutfcblanda Kedoftion und Expedition: EW. 6$, Lindenstr. Z. aemftirerfier: Amt Morixvlati. Str. 15190—15197. Dienstag, de« Bl. August 195SO Vorwärts-Verias G.m.d. y., EW. HS, Lindenftr. S. Kernsvreclzer: Amt Moritipla», Nr. 117 53—54. Irantreichs Joröemngm für Sreslau. v e r l i«. 21. Au gup. tt,(L) Heute atttteg wir» Ur fr««. zMische Note, welche die Korderuuge» Frankreichs wegen der vrrSlauer Vorgänge enthält, in Berlin überreicht werden. Wie wir hären, wird das Kabinett heute nachmittag zusammentrete«,«m sofort zn dieser Note Stellnng z« nehme«. Paris, 31. Anynst.(Hollenchsch NieutiMnieum.) Der deutsche Boischnfter in Paris. Mäher, hat dem Auswärtigen Amt mit» geteilt, daß er die Leitung der Botschaftergesichäfbe wieder über- Nomonen habe. Poläologne, der Generalsekretär de» Aus- wärtigen Am!S und Stellvertreter des AuhenmnristcrS, hat dem deutschen Botschafter bekarentoogebcn, welche Entschädigung Frankreich für die Zerstörung de» französischen KonftrlatS in BreHla» verlangen wird. BreSlauer Ttandal. Brest an, 31. August. Hiesige« Blättern zufolge hat der Ne- gierungSpräsident für die Ermittelung der Personen, die als Rädelsführer, Teilnehmer oder Plünderer bei de» jüngsten Bor- gäagen im polnischen»nd franzSfische, Konsulat in Betracht kommen,«in« Belohnung von KOOS M.««»geseHt, deren Verteilrmg unter Ausschlag de» Rechtswege» vorge- nomme« werden soll. Pari», 31. August Der Berfhwr Derichterstatter de» �SunmuT berichtet über eine Unterredung mit dem franzöfl scheu Kanfnl in Breslau, T« r d e r. Dieser Hatte den Eindruck, doch dt« BreS lauer Marnftfianten tatsächlich alz Arbeiter verkleidete Sin- d« n t e n sowie von Lockspitzeln angeworbene Arbeitslose waren. Oberpräsident Zimmer habe bei Besichtigung der Ber- Wüstungen im Konsulat entrüstet anzgerufen:.Ah, diese Vandalenl* Als der Direktor de» Metropolhotels der Menge mitteilte, der Konsul sei abwesend, derlawgte» die Mant- festanien die AuÄieftrtrng der Kra» de» KonsnIS; diese rettete sich über eine Hintertreppe. Die polen in Angustowo. Warschau, 31. Aug« st.(TU.) Amtlich«« Heeresbericht vom 30. August: Unsere Abteilungen marschierten am 2S. d. M. unter dem Jubel der Bevölkerung in Augnstow» ei«. Litauische Abteilunge«, mit denen«nsere Truppe» zusammentrafen, beobachteten eine freundschaftliche Neutralitilt.(Bergl. den lit. Generalstabsbericht.) Unsere» Angriffe« im Abschnitt B i a l h st« k hielt der Feind nicht stand, sondern zog sich»ach Osten zurück. Unsere Abteilungen besehte» Sokolka, Grodek und N a r e w. Bolschewistische Abteilungen, die nn» im Räume vou Mala Narewka energische« Widerstand entgegenzusetzen versuchten, worden»erstrent«nd in die Flucht»ejagt. Im Abs chuitt Brest. Lttowsk herrscht Ruhe. In de, Gegend von Zamose setzte» unsere Abteilnnge« den Angriffe« Bndjrnnis starke« Widerstand entgegen. I« Abschnitt Sstlich Lemberg kein« ver- Hinderung. Feindliche Angriffe anf Zadwrrze und Pohorylce wnr- de« abgeschlagen. Im Räume von Ztzdaezvw»nd Zhoworow wird daS Gelände durch»nsere Truppe« von kleine« feindliche« Artillerieabteilungen gesäubert. S««« o. Litauischer GenerakstabSbericht vom 30. August. Im Süde» Zusammenstäße litauischer Truppe«. teile mit de» Polen; diese besetzten Angustow». Grodn» ist noch in russischer Hand. Die polnischen Gegenvorschläge. Moskau, 30. Angust.(Durch Funkspruch.) Di« polnischen Gegentwr schlage zu den ernzeknen Punkten der FriedenSbe- dingungen besage» unter anidevem: Zu Punkt 1, Die SowjÄregierung nnch die llnabhängigkeit, SÄbständigkeft«nd Souveränität der polnischen Republik aneo dewkon, wer« diese sich m ganz Europa verwirklicht, weist Polen, als«in echt deurolratisches Reich, schon lange Hertz ersehnt hat. Die Vorschläge bezüglich ver Ergänzung de» Heeres durch Arbeiter. nrLizen würden einen völligen llmstnrz der Bast» der Souveränität und der Nichteinmischung in die innerem Angelegenheiten Polens herbeiführen und können als solche überhaupt nicht in Betracht gezogen werden. Entsprechend dem vorhergehenden Ereignissen kann die polnische Regierung unter seine» Umständen zu einer einseitigen Verpflichtung der Temobilisätion ihre Einwilligung gebe«. Da» einzig richtige wäre, datz beide Seiten gleichzeitig denwhilifieren,»nd zwar sofort nach l>em FricdsnSschlutz. Warschau, 31.«vgust.(TU.) Da die p» l n i s ch e Regie- ruug»ach de« bisherlze« Erfahrungen weitere Berhandlunge« i« Minsk als anSsichtstlost ausehen mutzt«, erhielt ei« Teil der p» l- »ischen Delegation die Anweisung, zweck? mündlicher Be- richterstattung«ach Warschau znrückznkehre«. Di« Miusker Berhandlunge« sind dadurch bis aus weiteres «uterhroche«. Nach der Abreise der poluische» Delegierten find auch dir Sowjetoertteter, mit Ausnahm« von Zmidowicz,«ach MoLIi« zurückgekehrt, Vrangel ßestblagen. Londo», 91. Angust. K a m e«« w teilt« mtt, datz die La«- dungStruppeu des Generals Wrangel im Kuban- gebiet vollständig vernichtet worden find. Di« roten Truppe» hätten ihre Verbindungen abgeschnitten und fi« um- ringt. Die Regierung des General» Wrangel fei nur noch Herr über die Krim. London, 30. August. In einem Funkspruch an Kamenew sagt Tschitscherin: Unser Vormarsch gegen General Wrangel dauert fort; im ganzen Gaubernement Taurien zieht fich General Wrangel gegen die innere Krim zurück. Sein« Lage wird kritisch, Parist, SO. August.„Daily Herald' beröffenMcht nach Stock- holmer Berichten Einzelheiten über ei» angebliches Abkommen des Generals Wrangel mit der ftanzöfischen Regierung. Hierzu be- richtet Hava», General Wrangel habe der franzöisischen Re- gierung lediglich Zusicherungen gegeben, die fich auf eine demokratische Regierungsform sowie auf die Einhal- tung internationaler Verpflichtungen Rntzlands beziehen.(Die Hauptsache für Frankreich find immer die„inter- nationalen Verpflichtungen", nämlich die 20 Milliarden, die das alte Frankreich dem Zaren gepumpt hat'? und die die Boischewisteu nicht anerkennen wollen.) Die fkanöinavifthe Minifterkonfersnz. Stockholm, 30. August.(Svenska Telegrambhran.) In der von der skandinavischen Ministerkonferenz auSge- gedenen amtlichen Mitteilung heißt es u. er, datz volle Ueberein- stimmung über sämtliche Beraiungsgegenstände herrschte. In der Konferenz fand«in Meinungsaustausch über eine Reihe von Fragen der äußeren Politik statt, u. a. über die Handels- beziehungen mit Rußland und die Ersatzansprüche sowohl gegen dieses Land, als auch gegen die Länder der früheren österreichisch-ungarischen Monarchie, und über die i n t e r n a t i o- nale Regelung des Luftverkehrs. Verschiedene wich- tig« den Völkerbund betreffende Fragen waren ebenfalls Gegenstand der Beratungen. Man war sich darüber einig, daß»re außerhalb des Völkerbundes stehenden Staaten baldigst in den Bund ausgenommen werden müßten. Die Konferenz hat ferner über die geplante Einsetzung einer Kommiissiou deS Völkerbundes kennen. Es ist sewstverstänolich, datz Polen' fem irmerpolitisches!sur Einschränkung der Rüstungen beraten. Die Kow Leben ganz selbständig ohne Eimnisehung anderer Staaten organisieren kann. Zu Punkt 2 macht Polen folgenden Vorschlag: Keiner der Staaten braucht die Äriegskostenzu ersetzen. Die polnische! Delegation betont, daß das polnische Element weit über die vorge- schlagen« Grenze und über die Ostgrenze Polens reicht. Die Kraft dieses Elements muß unbedingt in Betracht gezogen werden. Gleichzeitig halten wir es für unsere Pflicht, dem Volke, das das Territorium zwischen den beiden Staaten bewohnt, in seinen politischen Angelegenheiten freie Hand zu lassen. Zu Punkt 3. Die Absicht, Polen die Verpflichtung der Heeresderminderung aufzuerlegen, wird als eine Ent- Würdigung des polnischen Volkes kategorisch zurückgewiesen. Ruß- land folge augenscheinlich mit vollem Bewußtsein der Politik Peters des Großen und Katharinas II., einer Politik, welche dieselben For. derungen stellt« und zu dem Verbrechen der Teilung führte. Es setzte uns um so mehr in Staunen, weil es doch der Welt bekannt ist,'daß das Sowjeiregime den Militarismus cruf die höchste Entwicklungsstufe gebracht hat und nicht die geringsten Ab- sichten zeigt, seine eigene Wehrmacht zu beschränken. Zu Punkt 10 Polen b-ihält sich das Recht vor, allein an der Grenze«in Heer von 200 000 Man« zu halten. Für Pole» wird es dann erst möglich fem, an hie D«nobilifcaiou zu serenz sprach die Hoffnung aus, daß diese Kommission, selbst wenn die Meinungen über die Grundsätze für ihre Zusammensetzung auseinandergehen sollten, ohne Verzug in Tätigkeit trete, dann eine feste Grundlage für eine Uebereinkunft geschaffen werde. Der DürgermePer vonm wäre, wie dessen Apostel vermuten.„So wie die Dinge bisher lagen," heißt es in dem Aufsatz,„wird m. an uns nicht zumuten, in den Russen die «orbilder der Gewerkschaftsbewegung und insere Lehrmeister zu sehen. Wir lehnen es rickte und entschieden ab. uns unsere Taktik, sei es von Ruß- land, sei eS von Gompers, vorschreiben zu lassen." Der gleichen Auffassung dürften auch die deutschen Gewerkschaften sein. Diese Art, wie die Russen für ihre Ideen werben, muß geradezu abstoßend auch auf jene wirken. die mit den deutschen Gewerkschaftsmethoden nicht völlig ein- oerstanden sind. Gewiß gibt es auch in Deutschland perverse Aaturen, die mit Inbrunst den russischen Stiefel küssen. Wie es unter dem alten Regime bei unseren Machthabern zum ernten Ton gehörte, nur in tiefer Ehrftircht nach Rußland zu Dicken und im Zaren den Hort aller Reaktion zu verehren, o gibt es jetzt Revolutionäre, die alles Heil von Mos- a u erwarten. Dieses Wettkriechen hat die russischen Machthaber übermütig gemacht, die neum Machthaber wie die alten. Demgegenüber gilt es die eigene Würde zu wahren. Wir wollen die Russen gern nach ihrer Fasson selig werden lassen. Wir würden es für beide Teile als nützlich begrüßen, wenn recht bald wieder wirtschaftliche Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland ange- knüpft würden. Wir würden es auch gern sehen, wenn zwischen den sozialisüschen Parteien ebenso wie zwischen den Gewerk- schaften aller Länder freundsckpstliche Beziehungen unterhalten würden. Wer gerade im Hinblick auf die internationalen Be- Eichungen der Gewerkschaften ist es besonders noftvendig, daß nan es jedem Lande überläßt, die Form seiner rganisation und die Methode der Kampfesführung Dlbst zu bestimmen. Die gewerkschaftliche Internationale ist >-r denkbar als eine Demokratie, ein Verein gleich- Dostojewski im Lilöe feiner Tochter. Die bereits angekündigte Biographie Dostojewskis von seiner Achter ist jetzt erschienen und stellt sich als die Grundlage für j«e ■■eitere Erforschung der Leben sg«schichte des großen Russen dar. Hin« gewaltige Fülle von neuen Tatsachen, die uns die Persönlich- lsrt des Schöpfers der.Brüser Karamasow" in einem ganz neuen Licht erscheinen lassen, ist hier zusammengebracht. Freilich ist alles in temperamentvoller Weise mit dem astzu nahen Blick des Kindes sehen, und die objektive Forschung wird zu diesem Miniaturbilde erst wieder die nötige Entfernung gewinnen müssen. Das Bild, daS die Tochter uns van dem dämonischen Enkhüller -er russischen Seele zeichnet, ist ic-n dem. wie«s uns aus seinen Briefen entgegentrat, grundperschieden. Nichts ist hier von den �nigen Klagen um Gels, von dem furchtbaren Ringen mit Not nnd Elend, das die Bekenntnisse an seine Freunde erfüllt. Die Tochter erzählt uns vielmehr von seiner beständigen Freundlichkeit, seinem kindlichen Vergnügen an den kleinen Annehmlichkeiten des •."glichen Lebens, von seiner rmendlichen Liebe für sie und ihren 'einen Bruder Fjodor. Freilich wird man von der Erziehuu.gS- 'nnst dieses genialen Kiniserdcn. stellerS nicht gerade viel halten, •cnn man hört, daß er den Zkinsern Schiller, der auf ihn mit ' t Jahren einen gewaltigen Eindruck gemacht' hatte, vorlas und sehr erstaunt war, als die Sieben, und Sechsjährigen dabei ein- ichliefen. So enttäuscht war er,'saß er ihnen mehrere Monat« hindurch nicht wieder vorlas. Dann aber wählte er russische Volks- r ählungen und Sagen, die bei den Kindern mehr Anklang fan- den. Die größte Ueberraschung werden die Füge bereiten, die die ■Pere Eleganz und den Komfort schildern, deren Dostojewski be. :rvfte. Wir waren bisher gewohnt, diesen Gestalter einer neuen 'nireren Welt für ganz unempfindlich gegen die Außenwelt zu Balten. Nun hören wir. daß er sehr großen Wert auf Kleidung .••'.d Umgebirnq legte. Die Tocktcr erspart uns keine Einzelheit seiner Morgentoilette; sie schildert, wie er im Bad, das er unbe- dingt jesen.Morgen, mich bei den größten Scktvierigkeiten haben mußte, ein kleines Liedchen sang, immer dasselbe; wie er stets ein ..schöne? weißes Hemd" und einen sauberen gestärkten Kragen krug; wie er sogar in den Tagen der furchtbarsten Armut nur beim feinsten Schneider arbeiten ließ. Sämtlich« Möbelstücke in seinem Ardeittzrmim mußten ganz genau an derselben Stell« stehen, und er wtoe sich nie an die Arbeit gesetzt baben, wenn ein Stuhl an einem falschen Platz gestanisen hätte. Alles ging bei ihm in? tlebertriebene, so auch sein« Reinlichkeit und seine Ordnungsliebe. Viel Neues erfahren wir über daS Verhältnis Dostojewskis m seinem Stiefsohn Paul oder Pascha, dem Sohn seiner ersten Frau Maria Dmitrjewna Jssojew, die er während seiner Verban- mmg in Sibirien heiratete. Der Junge war ein Taugenichts, der sen Stiefvater nach Möglichkeit ausbeutete, wie andererseits sein ganzer Stolz darin bestand, der Sokn des großen Dimers zu sein. Freilich liegt ein ausgesprochener Haß in der Schilderung de? Stiefbruders, wie überhaupt in dem Buch der Tochter alle, mit deaen Dojwjetoöki nicht gut stand, sehr schlecht fortkommen. Tur- berechtigter Mitgsieder. Der Bolschewismus verwirft die Demokratie, er schwört auf die Diktatur und seine gewerkschaftlichen Kundgebungen atmen diesen Geist. In der gewerkschaftlichen Welt wird wohl nirgends Neigung vorhanden sein, sich unter die Herrschast der russischen Diktatur zu be- geben. Außer— doch lassen wir die deutschen Unabhängigen lieber sich selbst dazu äußern. verhanüiungen in Württemberg. Stuttgart, 31. August.(Eigener Drahtbericht des„Bor- wärtL".) Am Montag dehnte sich der Streik weiter auS auf sie Orte Göppingen, Eisenheim, Nvttwcil und Nürtingen, In Stntt- gart seyte dir Technische Nothilfe Gas- und Elektrizitätswerk wieder in Betrieb. Tie Wasserversorgung war überhauvt nicht gestört. Die Organe der Zentrumspartei und deö Banernbundes sind erschienen, ebenso ein gemeinsames Nach- richtcnblatt der bürgerlichen Presse unp der Regierung. Einzelne größere Kaufhäuser wurde» im Laufe des TageS durch Streikende zum Schließen veranlaßt. Die Mehrzahl der Geschäfte und Wirt- schasten war geöffnet. In der allgemeinen Situation trat eine gc- wisse Entspannung ein. Die Sonntag vormittag zusammen- getretenen Betriebsräte des Groß-Stuttgartrr JndustriebezirkS beschlossen, unter dem Druck der Verhältnisse die Forderung der Ber. Weigerung des Steuerabzuges fallen zu lassen, wenn die Regie. rung über die anderen Forderungen mit sich verhandeln lasse. Die Regierung rrklärte sich hierzu bereit. Heute, Dienstag, vormittag« Mll Uhr sollrn dir verhaud. langen zwischen Aktionsausschuß, Regierung und Unternehmer- Vertretern beginnen. Bersuche der Kommunistischen Partei, die Anbahnung der Verhandlungen zum Scheitern zu bringen, wurde» von der Mehrheit der Betriebsräte abgelehnt. Im übrigen er- eigneten sich keine Zwischrafille. Post und Eisenbahn sind nach wie vor in Betrieb. Entlarvter Grgesch-Schwinüe!. Sie ist auch für Ostpreusten verboten. Das Telegramm ber ,Lielegraphen-Union" über bie an- gebliche Anerkennung ber Orgösch in Ostpreußen, das wir im heutigen Morgenblatt besprachen,-hat sich, wie wir sofort vermuteten, als der übliche O r g e s ch- S ch w i n d e l und Bluff erwiesen. In der„Deutschen Tageszeitung" wird dieser Sckiwindel in einer noch etwas größeren Aufmachung fortgesetzt. Von zuständiger Stelle wird durch die P. P. R. hierzu bekanntgegeben: Durch die.LTP") wird ans Königsberg eine irreführende Notiz veröffentlicht, deren Ueiberschrift darauf hinweist, daß die Orgesch für Ostpreußen anerkannt worden sei; auch die matzgeben- den Stellen in Ostpreußen hätten sich, sa wird behauptet, davon überzeugt, daß„Eschcrich im Einklang mit seinem bekannten Pro- gramm nur dem Wohle des Ganzen dienen will". Ohne uns aus weitere Auseinandersetzungen mit dieser tendenziösen Notiz«in- zulassen, stellen wir fesh daß die Orgesch für Ostpreußen weiter verboten bleibt. Nach dieser Mitteilung ist klar, daß die treudeutsche Orgesch ganz systematisch die Beschwindelung der Oeffentlich- keit betreibt. Orgesch, Schieber a. Eo. 'Zu der Berichtigung deS KaprtänleutmmtS Mathy schreibt unser Gewährsmann: Der§ 11 des Preßgesetze« ist eine wunderschöne Einrichtung, man kann auf Grund desselben immerhin eine Berichtigung bean- spruchen; daß aber eine Berichtigung die Wahrheit enthält, daS ist nach dem Gesetz nicht nötig. So.berichtigt" auch Kapitän- leutnant Mathy. Wir berichteten, daß in der.Kapp"-Zeit in Neu. stettin unter dem Kapitänleutnant M. eine sogenannte Nachrichten- abteilung florierte mir e'rer großen Anzahl als.Kriminalbcamt« für innere Angelegenheiten" tätiger Geheimagenten. Da? hat Mathy nicht berichtigt, weil das eine feststehende Tat- fache ist. M. berichtigt ferner, daß er auf Privatdienstvertrag angestellt sei; daß er.für innerpolitische Angelegenheiten" ange- genjew erscheint als ein lächerlicher Snob. Die Gesialt Dostojewskis selbst aber offenbart sich im Bilde der Tochter in ihrer ganzen rührenden Größe und Schönheit, rn ihrem umerschütter- lichen Glauben inmitten der Qualen eines zerrissenen Lebens, in ihrer Güte und in ihrer Verträumtheit. Schlechte Zähne— ein Merkmal des Menschengeschlechts. Di« ZahnkarieS, heute unbestritten die am häufigsten auftretende unter allen Krankheiten des Menschen, erhält dadurch«in« besondere Be- deutung, daß sie geradezu als ein„Charakteristikum des Homo sapiens" angesehen werden muß. Zwar wurden auch Tier« von dieser Krankheit befallen, aber immer nur solche, die mit dem Menschen in direkte Berührung gekommen und jedenfalls von ihm angesteckt worden sind. An wildlebenden Tieren ist ZahnkarieS bis jetzt noch nie beobachtet worden. Ist diese spezifisch-menschliche Krankheit, an der mindestens 90 Proz. aller Menschen leiden, von Uranbeginn unS auferlegt oder ist sie erst allmählich erworben worden? Diese und verschiedene andere mit der Zahnfäule zu- sammenhängenden interessanten Fragen behandelt auf Grund der neuen Forschungen von M. v. Lenhossek Dr. M. SchipS in der „Naturwissenschaftlichen Wochenschrift". Di« ältesten Schädel, die wir bis jetzt vom Menschen kennen, haben gesunde Zähne. So wurden in der reichen Fundstätte von Ueberresten des Neandertalmenschen, der Krapina-Höhle, 27b Zähne gefunden, die alle frei von Karies waren. Der älteste, sicher nach- weisbare Fall von Karies ist an einem 1871 in Nagysap im Graner Komitat gefundenen Schädel festzustellen. Danach ist der zu Be» ginn der jüngeren Steinzeit in Europa auftretende kurzschädlige Mensch der erste Träger und Vermittler der ZahnkarieS. Der Mensch hat also die schlechten Zähne erst allmählich bekommen. Nun nimmt man allgemein an, daß jedenfalls diese unsere Vorsahren vor Jahrtausenden weniger an schlechten Zähnen litten als wir. Die Beobachtungen, die diese Ansicht unterstützen, beruhen �aber auf Fehlern. Von den 1199 Schädeln auS der Zeit der Völker- Wanderung und der Römerherrschaft, die Lenhossek untersuchte, wiesen über 89 Proz. Infektion durch Zahnfäule auf. Die schlechten Zähne waren also damals schon ungefähr so weit verbreitet wie heute. Ein Unterschied in bezug auf daS Geschlecht ließ sich schon bei diesen historischen Schädeln nicht feststellen. Wohl aber ergab sich die heute vielfach beobachtete Tatsach«, daß die unteren Zähne weniger erkranken als die oberen. Alle die Hypothesen, nach denen die schlechten Zähne eine Folge höherer Kultur sein sollen. Jind also falsch. Auch der„Raturmensch" besitzt nicht bessere Zähne als wir, sondern die Naturvölker baben im allgemeinen schlechte Zähne, und bei den australischen Urbewohnern, die zu den primi- tivsten Menschenrassen gehören, hat man ein sehr stark«? Auf- treten von Karies beobachtet. Wenn man behauptet hat, daß die Tierzähne vor denen deS Menschen durch Größe und Kalkgebalt ausgezeichnet sind, so entspricht dies nicht den Tatsadjen. Man kann nur annehmen, daß die dem Menschen r-entümliche Disposition zur Zahnkaries«ine RückbildungSerscheinung ist, wie ja überhaupt der ganze Kauapparat des Menschen im Vergleich zu den Säugern sehr schwach entwickelt ist. stellt ist, darüber schweigt er sich ans. Ferner soll der Pferdehandel.nicht unter seiner Leitung" getrieben worden sein. Das ist von uns auch nicht behauptet worden. Wir haben berichtet: .Die ehemalige Nachrichtenabteilung unter Kapitänlcutnant M. hat, wie einwandfrei feststeht, einen schwunghaften Handel mit ihren Pferden gelrieben und die dabei vereinnahmten Gelder sind zwischen Mathy, einem Leutnant a. D. Itoeseler, einem bc- reits verhafteten Feldwebel Graumann und mehreren Soldaten der Nachrichtenabteilung geteilt worden." Da? sind Tatsachen, die kein« Berichtigung aus de: Welt schaffen kann. Vielleicht aber hat M. ein schwaches Gedäch:- nis, dann werden wir ihm auf Wunsch die Namen der Bauern in Eschcnriege und Klingbeg tDörfer im Kreise Ncustcttin) und die von ihnen beim Pfcrdetausch gezahlten Summen nenne». Dicsc Gelder haben die gcschäftcmachenden Untergebenen an die Offiziere Mathy und Roeseler abgeliefert und dann von diese» ihre« A�t- bekommen. Erinnerungen an Seöan. Das HeeresveroröiruniZsblatt veröffentlicht nachstehende Kundgebung des Chefs der Heeresleitung, Generalleutnants v. S e e ck t: .Wir gedenken heute des TageS von Sedan, der Taten unserer Väter und Vorgänger vor 59 Jahren. Nicht lauter Festesjitbel ziemt in dieser Zeit der schweren Not. Wir begehen den heutigen Tag: j« dem stolzen Bewußtsein, der Väter wert gsvesen zu sein, in der stillen Hoffnung aus Deutschlands Zukunft, m dem besten Willen, den Geist, der einst nach Sedan uns über hundert Schlachtfelder des Westens und Ostens führte, in der Reichswehr und im Boll lebendig zu erhalten." Vom„Geist der hundert Schlachtfelder" sollte man rn Deutschland doch nun wirklich genug haben. Auf allen Straßen sitzen die Kriegsinvali-den, Millionen Frauen und aber Millionen Waisen sorgen um die nächste Zukunft, da das Reich nicht in der Lage ist, ihre Nöte ganz zu heben, in die der Krieg sie durch Verlust ihrer Ernährer gebracht hat. Jn� dieser Zeit hält der„Chef der Heeresleitung" es für nötig, ausgerechnet des Sedantages in amtlicher Kundgebung zu gedenken I Sie haben nicksts gelernt und schon alles wieder vergessen.— Goethe, Schiller und das Hakenkreuz. Der Post ins Stammbuch. Die„Post" hat sich über unsere Feststellung der Schön- dung des Goethe-Schillerdenkmals in Weimar so schwer geärgert, daß sie hierüber die Begriffe verwechselt und sonderbarerweise von einer„Kulturschande im Vorwärts" spricht. Schnicrzlich ist ihr, daß wir nicht das Verbrennen des Hakenkreuzes,„sondern nur die Entfernung des Kran- zes" als Kulturschande zu bezeichnen uns erlaubten,— wobei das Wörtchen„nur" auf hübsche Vorstellungen von.Kultur" in der„Post"-Nedaktion schließen läßt. Dabei philosophiert sie folgendermaßen: .Wie Goethe und Schiller sich zum Hakenkreuz verhalten würden, kann man nicht genau sagen(II Red. d..Vorwärts"). Darüber aber, daß sie sich— wenn sie könnten— jede Ehrnng durch die international« revolutionäre Sozialdemokratie entschieden verbitten würden, kann wohl kein Zweifel bestehen." Die„Post" hätte klüger getan, auch hierbei hinzuzufügen, daß man das„nicht genau sagen" könne. Unglücklicherweise begibt sie sich auf das Gebiet des Zitierens. auf das wir ihr— wenn auch unter Berücksichtigung des Ataummangcls— gern folgen. In seinen Gesprächen mit Eckermann sagte Goethe einmal etwa folgendes: .Wir haben zwar in den letzten hundert Jahren ganz tüchtig kultiviert; es muß aber noch viel geleistet werden, bis man von uns sagen kann, es sei lange her, daß wir Barbaren gewesen." Und in einem anderen Gespräch äußerte Goethe: »Auf den untersten Stufen der Kultur werden Sie den Nationalhaß am stärk st- n finden." Das entthronte Barometer. Es gibt Leute, die im Barometer ein zuverlässiges Weiterorakel erblicken und von ihm unfehlbare Auskunft darüber erwarten, ob am näclsstcn Tage die Sonne uns lachen oder ein Regen irns in melancholische Stimmungen hüllen wird. Aber gerade in diesem Sommer sind diesen Anhängern ves Barometers schwere Enttäuschungen nicht erspart geblieben. Es ist manchmal gerade so. als ob sich dieses würdige wissenschaftliche Jnstru-ment über die Bertrau-nsseligkeit der Menschen lust g mache, denn das Gegenteil von dem tritt ein, was man von dem Glase ab- gelesen hat. Um in unserer an trüben Erfabrnngen reichen Zeit solchen weiteren Barcmeier-Enttäuschungcn vorzubeugen, bat der englische meteorologisch« Dienst eine Warnung erlassen, daß man den Registrierungen des Barometers bei der Beurteilung der Wetterlage nichl zu viel Wert beimesse..Wir können das Weiler nicht bestimimen," heißt es hier,„indem wir besondere Arten der Witterung mit besonderen Erscheinungen deS Luftdruckes in Zusammenhang setzen. Die Angaben, daß bei der und der Höhe schönes Wetter, bei einer anderen„veränderliches" oder„Regen" eintreten soll, stich durch die Wissenschaft nicht zu rechtfertigen. Früher nahm man an, daß nasse Luft leichter ist als trockene und daß sich deshalb die Stärke deS Luftdruckes durch den Stand des Barometers auS- drücken läßt. Di« moderne Meteorologie aber schreibt Veränderungen des Luftdruckes„einer gemeinsamen Tätigkeit des Windes, der Erdumdrehung urch des Widerstalchos der Erdoberfläche" zu, und man nimmt auch an, daß die LustdruckverhSltnisse mit vor- läufig noch wenig erforschten elcktro-magnetischen Erscheinnungen zusammenhängen. Mit diesen Fortschritten der Wissenschast kann das arme Barometer nicht gleichen Schritt halten, und so verliert eS denn immer mehr von seinem Nimbus und wird sich darein finden müssen, bald ganz zum.alten Eisen" geworden zu werden. KinoS in städtischen Theatern. Der Plan von Frankfurt a. M., dem Defizit der dorfigen städtischen Bühnen durch Veranstalttinz von NachmtttagSfilmauffiihrungen in denselben Häusern zu begegnen, greift um sich. Für Breslau wird eben derselbe Plan angeregt. Der Frankfurter Bürge rouSschuß läßt keine Einwände gelten, daß nämlich die Proben der städtischen Bühnen und die Vorbereitungen zur Abendaufführung durch den frühen Beginn deS Nachmittagskinos beeinträchtigt werden, daß e? unmöglich wird, die Bühnenhäuser, die nachmittags vom Kinovublikum gefüllt sind, genügend für den Abend zu lüften, daß das städtische Kino die Steuerkrnft d«S PrivatkinoS schwächen würde und daß vielleicht oie Heranbildung eines von der Stadt versorgten KinopublikiimS die künstlerische Erziehung dieses Publikums für den städtischen Theaterbesuch gefährden könnte. Theater. Am Deutschen KitnNIer-Theater muh die für Mittwoch anqetetzte Erslaussübrnnq de? SchwankS»Di« ScheidungS- reise" aus Donnerstag verschoben werden. Gine.Zeltschrift für soziale Knnstpflege« mit dem Titel.BolkS- bahne" rnivr die Berliner VolkSbübne vom September d. A. an heraus- neoeben. Die Hette dieser neuen, billigen Zeilschrist sollen die breiten Massen mit den Fragen der Kunlivolilil vertraut machen und sür dl, Schöplimgen wahrer Kunst interessieren. Neben Abhandlungen wird Ii« auch dichterische Beiträge eulhatteu. Beide NuSivrüche sollte sich die„Post' merken. Schiller zu zitieren, ist uns mit Rücksicht auf die Ueberfülle seiner von wahrhast freiheitlicher Gesinnung zeugenden Worte aus Gründen der Raumnot nicht möglich. Zur SichersteUung der üeutschen Ernährung. Rom, 31. August.(Stefani.) Unter dem Vorsitz des General- kommissars für die Verpflegung, S o r i, wird am 2. Sepetmber in Streia der Ausschutz zusammentreten, der beauftragt ist mit der Abfassung der Einzelbestimmungen für den Vorschuß, den Italien Deutschland zur Ernährung der Be- völkerung als Gegenleistung für die nach den Spaer Ab- machungen auferlegten Kohlenlieferungen leisten wird. Attolico, der volkswirtschaftliche Attache in New Aork, und G t a n n i n i, der Führer der Handelsdelegation in London, werden Italien vertreten. Repub!l5an2r fliegen! Wer sie anspuckt, bleibt! Wir berichteten am 26. über das Austreten deZ Kompagnie- führcrs der 1. M.-G.-K. R.-J.-R. b, Potsdam, von Graven- stein, der vor Republikanern ausspuckt, uno hatten erwartet, daß derselbe wegen seines Verbaltens zur Rechenschaft gezogen wird. Das ist bis heute nickst gesribeheti, dagegen ist der Freiwillige Leutnant, der sein Recht als Republikaner zu verteidigen suchte, am Freitag ohne jede Kündigungsfrist entlassen morden. In oem Befehl, der die Entlassung ausspricht, wird gesagt: Leutnant ist wegen grober Pflicbtverletzung und weil er die Ossizieve des Regi- ments als.reaktionär« Gesellen" bezeichnet bat, sofort zu entlassen.(Notabene. Tie gleichen Herren, die vor Republikanern ausspucken, fiiblen sich jetzt ourch die Dezeicknung.reaktionär" be- leidigt.) Dabei hat Leutnant die Offiziere des Regiments nicht als reaktionäre Gesellen bezcicbnet, er hat den Fall nur zur Kennt- nis der Oeffentlichkeit gebracht. Tie Entlassung ist sofort ausgeführt worden, und zwar auf folgende Art: Ohne Gebühren und ohne Papiere ist Leutnant durch von Unteroffizier vom Dienst zur Kaserne hinauSgeführe wovoen uud darf sie Kalerne nicht mehr be- treten. Er liegt also ohne jede Mittel auf der Straße. » Ein zweiter Fall spiÄte sich ebenfalls in Potsdam am 17. d. M. ab. Beim leichten Artiltcriercgiment 3 war ein Ange- höriger vom Gericht zu sieben Wochen mittleren Arrests verurteilt worden, weil er„durch feine Gesinnung Mißstimmung in die Truppe gebracht hat". Auch dieser Mann ist Angvhöriger des Republi. konischen Führerbundes. Eine Entlassung toinwe vom Gericht nicht ausgesprochen. Nach Vcrbühung der Strafe wurde dieser Angehörige ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist auf die Straße gesetzt. Dieser Mann wohnt im besetzten Gebiet, kann nicht zurück uns hat jetzt keine Unterkunft. Nach einem Befehl dürfen Entlassungen von HeereSangehöri. gen. die i'ren Wohnsitz im besetzten Gebiet haben, nur dann er- folgen, wenn durch den entlassenden Truppenteil dir Einreise- erlaubnis eingeholt ist. Darum hat man sich nicht bekümmert. Der Soldat der Reickswehr soll durch das neue Gesetz völlig rechtlos gemacht werden— er darf nicht wählen, darf nur mit Er- laubnis feiner Vorgesetzten einer Vereinigung angehören, muß sich aber gefallen lassen, daß er von seinen Vorgesetzten dem Ver- hungern preisgegeben wird.— System Geßlerl Sie flnö es nicht gewesen. Vom Krupp-Grusonwerk in Magdeburg erhalten wir folgende Zuschrift: „Die Behauptung,«S stände fest, daß große Geldsummen durch Listensammlung in Kreisen Magdeburger Industrieller für die sogenannte Spitzelzentrale gesammelt worden sind, ist, so- weit das Krupp-Grusonwerk in Frage kommt, un- richtig. Das Krupp-Grusonwerk hat weder selbst noch durch ver. antwortlicke Angestellte Geldunterstützungen an die Spitzel- zentrale gezahlt. Die BelMiptung, Aktmann nnd Ziesenitz hätten u. S. auch mit Herrn Dr. Lötz vom Kr:lpp-Gruson!verk in Verbindung ge- anden, ist unrichtig. Herr Dr. Lötz erklärt demgegenüber, daß n bis heute weder Altmann noch Ziesenitz kennengelernt noch cmalS mit ihnen in ivgendwelcher Verbindung gestanden hat." Das Werk legt weiter Wert auf die Feststellung, daß Dr. Lötz nicht Direktor, sondern nur Assistent, und auch nicht Syndikus des Arbeitgeberverbcmdes sei. Wir nehmen von der Berichtigung Notiz mit dem Bemerken, daß einzelne Irrtümer hinsichtlich beteiligt« Personen nicht die Aufmerksamkeit ablenken können von der Ungeheuerlichkeit des SpitzelsumpfeS, wie er in Magdeburg aufgedeckt wurde. Was die Gtldquellen anlangt, so liegen die Adressen der Geldgeber bei den Akten. Frankreich rniS Moskau. 5?oiiS, 31. August.(Hollandfch Nieuwsbureau.) In d« so- eben erschienenen Nummer des.Bulletin Communiste", dem offi- ziellen Organ der Dritten Internationale für Frankreich, werden die Bedingungen für den Anschluß der französischen Sozialistenpartei an die Moskauer Fnternatio- n ale veröffentlicht. Sie umfassen 18 Punkte. Es soll eine ge- Heime Organisation geschaffen werden, deren Aufgabe eS ist, die Revolution vorzubereiten. Me Sozialisten müssen die Ver- pflichtung übernehmen, sich in allen Punkten den Grundsätzen zu unterwerfen, die ihnen von Moskau von der Zentral- organisation zugehen. Die Zentralorganisation st mit den weitestgehenden Vollmochten ausgestattet. Die Anhänger der Dritten Internationale müssen eiserne Disziplin»»«sprechen. Die sozialistische Partei muß ihren Namen in.Kommunistische Partei" umändern. Ferner sollen die Sozialisten, die sich der Moskauer Internationale anschließen wollen, alle Reformisten.hinaus- werfen", denn die kommunistische International« habe der ganzen bürgerlichen Welt und allen sozialdemokratischen Parteien, die Sie Arbeiterklasse verraten, den Krieg erklärt. Lieber mit deutschlanö... Pari?, 8,. August.(TU.) Trotzki hat in einer Ansprache a« die nach der polnischen Front abgehenden Truppen gesagt: Man be- schu'digt uns Deut' Alands Handlanger zu sein. Diese Beschuldigung darf uns N'chl aus der Fassung bringen. Wir wollen lieber mit Deutschland zusammenarbeiten, um da? i m- perialistische Europa zu verrichten als mit den Re- gierungen der„freien Länder" befreundet sein. Wir können leichter den deutschen tnipenal.stisch n Wühlerelen Widerstand leisten al» dem JmperioliSmaZ Atonkr-ich-;. England» usw. Moskau gegen Wien. Wien, 31. Augusi.(«Frankfurter Zeitung".) Die Arbeits- gemeinschaft revolutionärer Sozialdemokraten, die innerhalb der österreichischen Sozialdemokratie organisierte Gruppe bei linksstehenden Sozialdemokraten, hat, wie die kommu- nistisch«.Rot« Fahne" mitteilt, als Antwort auf ein Be- grüßungstelcgramm an den Moskauer Kongreß der Dritten Jnter- nationale eine Zuschrift erhalten, tn der üb« die Minist« Renner, Bauer. Adler und ander« der Stab gebrochen und di« Gruppe aufgefordert wird, d« Kommunistischen Partei als der einzig legitimen Vertretung der Weltrevolution in Oesterreich beizutreten. Der Krieg in Kleinaflen. London. Nach einem Bericht deS KriegSanrteS lassen Meldungen aus Mesopotamien«kennen, daß sich die U n- ruhen in dvS Gebiet von Munteftk hinoin ausgedehnt haben. Die Lage am Schatt el Hai ist kritisch. In der Nachbarschaft von H i l l a h ist ein« umfangreiche, England feindliche Bewegung im Gange. D« Widerstand der Stämme'm Nordosten von Bagdad ist noch immer erheblich. Die Araber haben K i f r i ein- geschlossen. Der Gehilfe des dortigen Regienrn-zsoertreterS wurde gefangen genommen. Eine Kolonne au» Chanikin hat di« Garnison von Garaghan entsetzt. Smyrna. De Griechen ziehen ihre Truppen für eine neu« Offensive zusammen, deren Ziel, wie berichtet wird, U s ch a k ist. Bedtv!e?:de türkische Streitkräfte werden zum Widerstand zlosammengczogcn. Ein Feldherr. Di« Wiener Kommisston zur Erhebung m i l i. stärischer Pflichtverletzungen vevöffontlicht jetzt ihre, größtenteils erschütternden Berichte. Liest man sie, so fragt man sich vergebens, was w Deutschland auf diesem wichtige Gebiete bisher geschehen ist. Dem Generalstaatsanwalt wurde u, a. auch die Beschuldigung gegen den Generaloberst, ehemaligen Erz- Herzog Josef Ferdinand wegen Diebstahls überwiesen. Es liegt die Beschuldigung gegen den ehemaligen Erzherzog vor, sich rechtswidrig Kriegsbeutestücke, ein r«qmri«teS Gespann samt Wagen, ein Pferd, kirchliche Einrichtungsgegenstände und kunstgewerblich« Stücke angeeignet zu haben. Unrecht Gnt... Der ebemalige deutsche Passagierdampser Imperator war von der englischen Regierung der amerikaniicken Regierung zusammen mit 6 anderen Dampfern zur Heimichaffung von Truppen zur Verfügung gestellt worden. Da die amerikanische Regierung bisher die Dampfer der engl'scken Regierung noch nicht wieder zurückgegeben hat, hat die englische Re« gierung nunmehr nach Washington eine EntschädigungS« forderung gesandt._ GroßSerlw Das Saü im Kanal. Wasscrballspixlc im Engrlbccken. Dem Berliner Wassersport bietet sich seit einif',r Zeit Gelegenheit, sich auch auf dem innerhalb Berlins gelegenen Kanalnetz zu betätigen Di« durch den Magistrat und die Wasserpolizei u- folgte Freigabe der Kanäle wird nicht nur von den Sportvereini- gungen dankbar begrüßt, sondern findet auch durch di« sich an den Stellen einfindenden Zuschauer volle Anerksnrmng. Es ist bedauerlich. daß da? Badevcrbot an den dazu geeigneten Wasser- Plätzen nicht früher aufgehoben wurde, da diese Maßnahme, ab- gesehen von einer Steigerung des allgemeinen Interesses für den Wassersport doch zum mindesten ein« bedeutende Entlastung der ohnehin schon in geringer Anzahl geöffnetem städtischen Bade- anstalten bedeutet hätte. Obgleich auch an diesen Wasserplätzen di« Freigabe für nicht organisiert« Wasserfreunde erfolgt«, eignen sich die Kanäle nicht für Reinigung des Körpers, da sie zumeist Schlamm mit sich führen und auch durch sonstige schmutzige Zuflüsse stark verunreinigt werden. In bei Regel verlassen die Wassersportler, die von der Benutzung der Kanäle Gebrauch machen, da« Wass« schmutzig« als sie voch« beschaffen waren. Eines besonderen Zuspruchs von feiten der Wassersportv«einigungen erfreut sich das am Michael- k i r ch p l a tz gelegene, durch den Landwehrkanal gebildet« Engel- decken. Jeden Dienstag und Donnerstag in den Abendstunden finden sich etliche Sporwereinigungen ein, die dem„Wasserball- spiel" huldigen und dort unter dem Beifall der Zuschauer ihre Kämpf« austragen. Die Mannschaften werden infolg« der an- strengenden Spieltätigkeit alle 20 Minuten ausgewechselt, was jedesmal ein stürmisches LackM der Zuschauer zur Folge hat. Da Umkleideräume nicht vorhanden sind, benutzen die Spielteilnehmer die Hausflur« der in der Nähe gelegenen Häuser für ihre Ber- Wandlung. Beim Verlassen des Wassers müssen sie, um ihren Um- kleideort zu«reichen, die Straß« passieren, was notür. lich im.Vadekostüm" geschieht und dah« imm« höchst originellen Eindruck«weckt. Die oft zwei Stunden anhaltenden Spiele finden d« Sicher- heit wegen unt« Aufsicht der Wasserpolizei statt, die ständig ein Motorboot zur Beaufsichtigung an den betreffenden Ort entsendet. Des« Maßnahme ist im Engelbecken durchaus er- forderlich, da bei einem eventuell eintretenden Unglücksfall das RettungSwerk vom Ufer insofern behindert würde, da eine Böschung an diesem Teil deS Kanals nicht vorhanden ist. Im allgemeinen kann«in« Hebung deS Wassersports nur begrüßt werden, und«S wäre erfreulich, wenn die Wünsche der Wasserfteund« auch weiter. hin bei den maßgebenden Stellen di« erforderliche Beachtung finden würden. D. yiwyitfa in Plötzensee. TaS Thema der Verbrccherbckämpfung. Die im Jiu-Jitsu-Kampf, der bewährten japanischen Verieidi- mgsmethode, durch den Jiu-Jitsu-Meist« und Polizeiinstruktoar cich Rahn ausgebildeten Beamten des StaaiSgefängnisseZ Plötzensee legten dort vor Vertretern deS Justizministeriums und verschiedener Staatsanwaltschaften ihre Prüfung ab. Nach einer einleitenden Ansprache des Direktors der Plötzenseer Slrafanftalt, in der dieser besonders die Direktaren der anderen Gefängnisse Berlins und Umgegend, di« sick gleichfalls eingefunden hatten, auf den hohen Wert dieser Verteidigungsmethode hinwies, zeigten die ausgebildeten Gefängnisbeamten, wie sie fortan in der Lage sind, sich gegen Ueberfölle Gefangener, wie diese gerade in der letzten Zeit häufig vorgekommen sind, erfolgreich zu schützen. Herrn Rahn, der bereits die Beamten der Sicherheitspolizei und der Kriminal- Polizei ausgebildet hat, soll auch di« Ausbildung der Beamten der übrigen Gefängnisse übertragen werden. » Bei dies« Gelegenheit ließe sich erwähnen, daß auch wir die Einführung dieser Kampfmcthode aus einem besonderen Grunde für wünschenswert halten. Sie wird hoffentlich dazu führen, den Revolver, der in der letzten Zeu bei der Verfolgung von flüch- tigen Verbrechern Wieb« elne sehr hervorragend« Rolle gespielt hat. in den Hintergrund treten zu lassen. Wir denken dabei zunächst an den gestern mitgeteilten Fall des Kutschers Karl Grothe, d« im Begriff zu fliehen, von einem Polizeibeamten kurzerhand niedergeschojsen wurde.(Inzwischen ist Grothe ge- starben.) Wenngleich niemand in dem getöteten Verbrecher ein sehr nützliches Mitglied der menschlichen Gesellschaft bedauern wird, so geht es �och nicht an, einem Wehrlosen ohne weitere? eine Kugel nachzusenden. Ohne weiteres, denn daS dreimalige, aus der Kriegs- technik übernommene»Halt" ändert daran nichts. Wir hoffen sehr, daß die Angelegenheit eine sehr gründliche Untersuchung nach sich, ziehen wird, in der festgestellt werden mnß. ob dem schliß- lustigen Polizeibeamten gar kein anderes Mittel mehr übrig blieb, den Flüchtigen zum Stehen zu bringen. Denn um Notwehr kann es sich nicht gehandelt habcu. Unnötiger Strafeifer. Die Gaswerke der Stadt Berlin find rasch bereit, fgen säumige Zahler mit d« Strafe ein« Absperrung des ases vorzugehen. Uns wird«in Fall bekannt, be: oem die eil- fertige Anwendung dieses Zwangsmittels wirklich nicht nötig ge- Wesen wäre. Benutzer von©a&aaimnaien müssen bekanntlich bei d« Abholung d« eingeworfenen Groschen den infolge wiederhol'« GaSpreiserhöhungen sehr erheblichen Fehlbetrag an den Ge.o- büchsenentleerer nachzahlen. Ist mal nicht so viel Geld zur Hand, so wird der Rest an die Nevi«inspekiion gezahlt. In dem er- wähnten Fall wnrde der Automat am 13. August entleert, wobei nacktk-.uzahlet'd« 16,80 M. in Rest blieben, weil die allein anwesende 75 jährige Greisin kein Geld bei sich hatte. Schon am 24. August. nach elf Taaen, kam man zu der Schuldnerin, um das Ga? abzusperren.' Auch das Versprechen, am nächsten Tage daS Geld zu zahlen, half nichts. Ohne daß vorher noch eine Mahnung erfolgt wäre, wurde die GnSabspeming ausgeführt. Für die Wieder- aufhebung d« Sperre mußten 6 Mark gezahlt werden. wurde durch den Stre sendet em Genosse unS zur STcnnin: nahm« einen solchen Kettenbrief, der dort in Masse verbreitet Nur" und auch semer Frau von einem Anonymus zugegangen ist. � Wisch lautet: Kettenbrief. Ein alteZ Gebet. Herr Jejil, ich flehe dich an, erlöse mich von allen Uebc- und lasse eS uns Wohlergehen. Amen. DeseS Gebet«hielt ick zur Abschrift. ES ist ein altes Gc- bei aus Jerusalem. Wer eS erhält, soll eS neun Tage lang an einen lieben Menschen, jeden Tag einen, ohne Unterschrift schrei. ben. Derjenige, der es erhält und nickt weitergibt, wird von Unglück verfolgt. Wer aber dw Kette nicht unterbricht, wird am neunten Tag« ein« große Freude erleben und von Sorgen und Schmerzen befreit sein. Also: Wer es nicht weitergibt, wird von Unglück verfolgt! Leider fehlt eS nicht an Einfältigen, die ans diesen Blödsinn hineinfallen und sich beeilen, den Kettenbcief weiterzugeben, um dem.Unglück" zu entgehen und sich die„großr Freude" zu sichern._ Der Förstereiausschank weiter genehmigt. In der Angelegenheil des WirtickasisbelriebeS in oen Förstereici S a u b u ch t, E i ck k a m p und W a n n s e e. den d« ForstauSscku' de» Verbünde» Groß-Berlin au» verschiedenen Gründen zum l. S,t'- lember untersagt hatte, criabren wir von zuständiger Seite, daß tu VerbandSleilung mit Rücksicht auf die von den Förstereien aixu- schafften Vorräte die Erlaubnis zum Ausschank von Kass"- und alkoholfreien Getränken bis auf weiteres ver- l ä n g e r t hat._. Rur ein Schulrat für Groh-Bcrlln. Auch der Berliner L e h r e r v e r e i n hat sich dafür ausgesprochen, daß Groß-Bcrlin nur einen Schulrät erhalt. In der Sitzung vom 27. August ha! er beschlossen: D« Berlin« Lehrerberein erklärt, entsprechend seinen Beschlüssen au» dem Jahre 1910 und den Schuiforderungen des Deutschen Lohrerv«einS, sein Einverständnis zu der Stellung- nähme der 18. Kommission der Kroß»Berlin«r Lehrervereine in der Frage der Wahl nur eine» ObersäiulratS für die Stadigemeinde Berlin. Bei der Neuordnung der Schnlverwältung erscheint es vor allem wichtig, den organischen Zusammenhang deS gesamten Schul- wesen» im Sinn« der EinheitSschulsorherung� suherzu stellen. Für die Abzweigung de» Fach- und ForobildungsschulwescnS und deS hoh«en Schulwesen» liegt ein besonderes VerwaliungSbedürfniZ nicht vor. Gegen da» Radfahrverbot, daS in Berlin für einzelne Straßen und Plätze immer noch gilt und kürzlich durch das Polizeipräsidium in Erinnerung gebracki wurde, wendet sich in einer Zuschrift nn unS ein Radfahrer. Er tuilr die mit als Grund angegebene Sorge um dt« Sicherheit der durch den Straßenverkehr gefährdeten Rad- fahrer für unnötig und sieht in dieser Begründung nur einen Vor» wand, der ew« behördliche Abneigung gegen die Radfahrer be- Mänteln solle. Wir schlagen vor, daß vom Polizeipräsidium einmal veröffent- licht wird, wieviel Nadfahrunfälle auf den für Nadfahrer noch ge- sperrten, aber verbotswidrig von ihnen befahrenen Straßen und Pläyen zur Kenntnis der Behörde gelangt sind. Man wird dann selber beurteilen können, was von der Angabe zu halten ist, daß solche Unfälle sich i» der letzten Zeit gemehrt haben. Die Straßenbahn begnügt sich. D« AuisicktSrat der Großen Berliner Straßenbahn trat gestern im Direkiionsgebäiile am Leipziger Platz zu einer Sitzung zusammen, in der allgemeine Verwaltungsangelegenheiten und die wirtschaftliche Lage de» Unternehmen» eingehend erörtert wurden.— Gutem Vernehmen nach liegt eine Verantassung zu einer weiteren Tariferhöhung gegenwärtig nicht vor. Hindeniurgschwert und Rcsteverwcrtung. Der LiStenberger Magistat hat beschlossen, das Hindenburgschwert und die Mörser in der Möllendorrstraße gegenüber dem Rathaus durch die Parkverwaltung entfernen zu lassen. Ferner wurde einem Vorschlage zugestimmt, der die Umarbeitung de» verwendbalen Fahnentuches ver Schulverwaltung zu Fahnen in den nenen Reichsfarben und die Verwendung der Nahmen der K a i s e r b i l d e r für andere Bilder vorsieht. Sport. Freie Cckiwi««« Eharlottendnrg. Monatesstzung Mittwoch, t. September, abend»'/,8 Uhr, VollShau». Vortrag über.volkstümltchri Schwimmen". Rejerent: Gen. Martin,»Freiheit", il. W. B. u. a. Goldene? Rod von Berlin. Da? bedeutendste und populärste Rad- rennen Deutichlond» kommt, wie alljährlich, am Sonntag, 5. Sept., nachm. 8 Uhr, auf der Olnmpia. Radrennbahn zum AuStrag und bat die den'ba? best« Vesetzung erhalten. ES starten: der Weltmeister Piet Dicke nt- mann, Willi Appelhan», Emil L e w a n o w, Walter S a w a I l, Franz K r u p l a t. Da» Rennen sllbrt über die Strecke von tüv Kilo- meter in zwei Läusen von je 50 Kilometer, Auster den Geldpreisen von 35 060 M. erhält der Sieger und Schrittmacher de» Eteaer» die Goldene- Rad-Medaill«. GewerMastsbewegung die Diktatur ües Proletariats. AuS den tagtäg-lich in der„Freiheit" veröffentlichten Richtlinien der Mostauer Internationale über ihre Aufgaben gegenüber den politischen und wirtschaftlichen Prvblemen tritt rmmer klarer der Grundsatz hervor, an Stelle de» bisher gepredigten Diktatur des Proletariats nunmehr � die nackteste Diktatur über das Proletariat treten zu lassen. Früher berefts ist an anderer Stelle darauf hingewiesen worden, welcher politischen Selbstentsagung sich die Mitglieder der Organisationen befleißigen müssen, wenn sie das Vergnügen haben wollen, der kommunistischen Jntev nationale angeschlossen zu sein. Aber nicht genug damit, daß die politisch Organisierten Kadavergehorsam zu üben haben, daß den Preßorganen der der Moskauer Internationale angeschlossenen Parteien der Leninsche Maulkorb umgebunden wird, auch die Gewerk» schaften, Genossenschaften, kurzum alle für die Befreiung der Arbeiterblasse geschaffenen Organisationen müssen nach dem Willen der Moskauer unter die väterliche Leitung der kommunistischen Diktatoren gebracht werden. .Heute z. B. heißt eS in den Veröffentlichungen der„Freiheit" über die Richtlinien für Gewerkschaften und Betriebsräte: S. Di« Aufgabe de? Kommunisten besteht darin, sowohl die Gewerkschaften als auch die Betriebsräte mit dem gleichen Geist entschlossen«» Kampfes, mit Erkenntnis und Verständnis für die besten Methoden diese» Kampfe», d. h. mit dem Geisties Kam» muniSm u» zu erfüllen. Indem fi« diese Aufgab« ausführen, müssen die Kommunisten die Betriebsräte und die Gewerkschaften tatsächlich der Leitung der Kommunistischen Partei unterordnen und auf dies« Weise«in Massenorgan der Proletarier schaffen, die Basis für ein« mächtig« zentralisiert« Partei de» P ro l e t a r i a t», die alle Organisationen de» proletarischen Kampfe» umfaßt, sie alle denselben Weg führt zum Sieg der Arbeiterklasse durch Diktatur des Proletariat» zum Kommunismus. Vielleicht mögen die Moskauer Methoden im eigenen Lande bei den durch zaristische Schuld in Unwissenheit und Dummheit erhaltenen Massen angebracht sein, in einem Lande wie Deutschland aber, wo sich durch jahrzehntelangen Klassenkampf die Arbeiterschaft kraftvolle gewerkschaftliche und politische Organisationen mit bestimmter Arbeitsteilung geschaffen hat, wird man sich für die angestrebte Diktatur über daS Proletariat bestens'bedanken. der Niedergang der postkarteninüuftrle. Wiederholt haben wir auf die katastrophalen Wirkungen auf- merksam gemacht, die die erhebliche Erhöhung der Portosätze für die Postkartenindustrie mit sich brachte. Di« früher blühend« Industrie mit vielen Taufenden beschäftigten Arbeitern liegt fast ganz darnieder, Tausende von Berufsangehörigen sino arbeitslos. In einer gemeinsamen Eingabe an das Reichspostministerium hatten am< August die Tarifämter der graphischen Berufe auf die Notlage hingewiesen und um Herabsetzung der Postkartentaxe von 30 auf IS Pfennige ersucht. In der Antwort de» Postminister« vom 22. August kommt zum Ausdruck, daß«ine Herabsetzung de» Porto» für Post/arten dem Reiche«ine Schmälerung der Einnahmen bringen würde, die bei der mißlichen wirtschaftlichen Lage de» Reiche« nicht zu rechtfertigen wäre. Di« Auffassung de» ReichSpostminifierium» erscheint un» ak» eine durchaus irrige. Denn, wenn durch die 100 prvzentige Er- höhnng de» PortosatzcS der unter dem alten Satz von lö Pfennig sehr umfangreiche Versand von Ansichtskarten durch das Publi- kum fast ganz unterbleibt, so entstehen dem Reiche trotz der Erhöhung kein« Mehr-, sondern Mindereinnahmen. DaS erhoffte und dringend benötigte PluS verwandelt sich in ein Minus. Ja.«S erwächst dem Reich« sogar ein doppelter Schaden. Neben der Mindereinnahme an Portogobühven muß das Reich an die erwerbs- loZ gewordenen Postkartenarbeiter und»arbeiterinnen ungeheure Summen Srwerbslofenunterstützung auszahlen. Ob durch«ine Ablehnung der Portoermähigung die finanziellen und wirtschaftlichen Interessen deS Reiches in geeigneter Weis« gewahrt werden, daS z» beurteilen, dürft« nach dem Gesagten nicht schwierig sein._ Allgemeinverbindlicher Tarifvertrag. DaS ReichSarbeitSministerium hat den Tarifvertrag für die Handelshilfsarbeiter im GlaS- und Keramik-Grotzhandel vom IS. Mai 1920 für daS Gebiet deS Zweckverbandes Groß-Berlin für allgemeinverbindlich erklärt. Die Verbindlichkeit beginnr mit dem 1. April d. I._ DaS Erstarken der Organisationen. Der Malerverband schloß das zweite VicNeljahr mit 54 520 Mitgliedern ab und bat jetzt die 55 000 bereits überschritten. Sein Verbandsblatt, der.Verems-Anzeiger", erscheint in einer Auflage von 58 000.— Di« schlechte Lage deS Malergewerbes ließ keine sprunghaft» VorwärtSentwicklung zu, wie sie andere, in dieser Hin- ficht günstiger gestellte Verbände erlebten. Doch ist der Stand bei Kriegsausbruch(47 230 Mitglieder) längst überschritten. Äuch die Vermögenslage des Malerverbandes ist durchaus günstig. Die große Aussperrung im Melergewerbe im Jahre 1913 hatte den Kassenbestand von 2 232 000 M. auf 720 100 M. herab- gedrückt. Diese Summe blieb auch über den Krieg hinweg erhalten. Ende 1919 waren dagegen bereits wieder 1009 332 M. und am 1. Juli d. I. 2 009 778 M. vorhanden. Eine seit Mai durchgeführte Beitrags- und UnterstützungSrefoim wird die Entwicklung zu günstigen Finanzverhälmlssen voraussichtlich weiter vorwäclstreiben. Bund der technische«»«gepellte«»nd Beamte«. Mitglieder. Versammlungen am Mittwoch, den 1. Sept. Nordost: abends Tj, Uhr im KreisSwalder Hof, Greifswalder Str. 43.— Westen: abends 7'/, Udr im Nationalhos, Bülowstr. 37.— Angestellte der Gesundheitsindustrie: abends 7 Uhr im Nordischen Hos, Anvalidenstr.— Lichterselde-Zehlendorj: abends 7'/, Uhr im Rest. Hillmann, Lichlerjelde, Hindenburgdamm 93a.— Wilmersdorf: Donnerstag, den 2. Sept., abends 71/, Uhr, im Augusla- hof, Auguslaitr. 1. Deutscher Werkmeiperverband. Bezirksverein Berlw-Lichtenberg. Monatsversammlung Freitag, den 3. Sept., abend« 7 Uhr, im BercinS- lok"' ctnoirpromenade 2._ Mirtsthast Borbildliche GeoossenfchaftSarbeit. Die Organisation de» Verbrauchs ist für die Ge- samtbevölkerung von großer Wichtigkeit; möglich ist diese Organisation unzweifelhaft für jeden Verbraucher. Also darf die konsumgenossenschaftliche Arbeit in einer Kleinstadt ol« Maßstab dafür dienen, was erreicht werden könnte, würden alle Berufenen dem Beispiel der Kleinstadt folgen. DaS Städtchen Lauscha in Thüringen ist durch seine Glas- äugen« und Christbaumschmuckindustrie weltbekannt. Sehr be- merkenswert ist aber auch die Arbeit der Bewohner der Stadt am genossenschaftlichen Aufbau. DaS Städtchen hat rund 0000 Einwohner, die Genossenschaft zählt 1555 Mitglieder; da» ergibt, daß wohl r est lo» die ge samte Einwohnerschaft zu ihr gehört. Der Umsatz in den ersten sechs Monaten diese» Jahres beträgt 3.4 Millionen Mark oder pro Mitglied 2200 M.; auf da» Jahr ergibt da» rund 4500 M. pro Mitglied. Allerdings führt die Genossenschast auch Rohstoffe für die Hausindustrie, die einen großen Umsatz ausmachen. Allein der Umsatz im Schnittwarengeschäfte be- trägt im Durchschnitt pro Mitglied in sechs Monaten 800 M. Der Geschäftsanteil wurde auf 200 M. erhöht. Durch bare Nachzahlung erhöhte sich der Bestand der Geschäftsguthaben im letzten Halbjahr um 50 988 M. oder pro Mitglied um 35 M. Wieder auf da« Jahr umgerechnet, eine Zunahme von 70 M. pro Mitglied. Am Schlüsse der sechsmonatigen Geschäftsperiode wurden nach reichlichen Ab- Schreibungen dem Reservefonds 10 208 M., dem Baufond» 10000 M. überwiesen oder pro Mitglied 13 M. Machen wir un« die Arbeit, ein wenig zu rechnen: 70 M. Ge- schäftSguthaben mehr per Jahr und 20 M. mehr Reserven, in Summa 90 Mark mehr Eigenkapital pro Kopf de» Mitgliedes, würden bei 2.5 Millionen Mitgliedern des Zentral- verbände? per Jahr 240 Millionen Mark Zuwachs an eigenen Betriebsmitteln bedeuten I Welch' unermeßlicher Kräfte- zuwach» wäre«S in einem einzigen Jahre für unsere deutsche Bewegung, wenn überall die Lauschaer Grundsätze An- Wendung fänden!_ Der Mittellandkanal. Sachsen, Thüringen, Braunschweig, Anhalt, Oldenburg und Bremen beantragen beim Reich die als- baldige Inangriffnahme de» Kanalprojektes auf der Grundlage der Sü dlinienführung. Der Weltbankier Amerika. Nach einer Zusammenstellung einer amerilaniichen Zeititrifl sind die Bereinigten Staaten Gläubiger von 15 Mächten, unter denen sich in erster Linie die früher un« feindlichen Länder befinden. Di« Forderungen der Ver- einigten Staaten beliefe« sich am 1. Juli 1920 insgesamt auf 11,845 Milliarden Dollar— nach den legten Devisenlursen den Dollar zu rund 50 Mark umgerechnet, also auf annähernd 000 Milliarden Mark—, davon sind 2,247 Milliarden Dollar in Amerika begebene Anleihen, 9,598 Milliarden Dollar Barvorschüsse und ver- schieden« Kredite. Unter den Schuldnern steht an erster Stelle Großbritannien mit 5,004 Milliarden Dollar. eS folgt Frankreich mit 3.342 und Italien mit 1,050 Milliarden Dollar, so daß diese drei Staaten allein% der amerikanischen Forderungen zu tragen haben. Diese Summen stellen nur einen kleinen Teil laiigfristige Anleihen dar. in ihrer Mehrzahl sind es Barvorschüsse und lausende Kredite. Wirtschaftliche Vereinsmeierei. Die Industrien der Städte München-Gladbach, Rheydt und Umgebung haben sich zur gemeinsamen Förderung und Vertretung ihrer Interessen zu einem Verein„Jndustriewohl" zuscunmengeschlossen. Damit soll der Gedanke einer Selbstverwaltung der Jndustriewirt- schaft auf territorialer Grundlage vrakiisch verwirüicht werden, ohne daß die Tätigkeit der Handelskammern, der Fach- verbände, der Arbeitergemeinfchaften dadurch berührt wird.— Die Unternehmungen täten besser, den Schwerpunkt ihrer Wirt- schaftlichen Organisation auf räumlicher Grundlage in die demnächst zu bildenden Bezirkswirtschaftsräte zu ver- legen, anstatt zu der Unmasse von Jnteressentenverbänden noch neue hinzuzufügen, die neben den anderen herlaufen. Man sieht, daß die behördliche„Ueberorganisation" nichts ausreicht, um dem wirtschaftlichen BereinSbedürfnis gewisser Kreise gerecht zu werden. Soziales. Gemeinde-Einkommenstener. Durch eine Verordnung vom 20. August 1920, beröffentli-bt in Nr. 178 des Reilliö-Gesctzblatts, wird bestimmt, daß Gemeinden (Gemeindeverbände) Einkommeiisteuern im Rahmen des Lande«- recht? noch bis zum 80. September 1920 beschließen können, soweit diese Steuern zur Deckung von Umlagen erforderlich find, die von weiteren Kommunalverbänden zur Befriedigung von Be- dürfnissen des Rechnungsjahres 1919 vor dem 1. Juli 1920 beschlossen worden find. Die Verordnung ist mit Wirkung vom 1. April 1920 in Kraft getreten. Für Preußen gilt daneben noch da? Gesetz über die Erbebung von Nachtragsumlagen für daS Steuerjahr 1919 vom 8. Juli 1920 (Prcutz. Geietzi. Nr. 34). Danach dürfen Gemeinden(Gemeinde- verbände) die vor dem 1. April 1920 für das Steueijabr 1919 be- schlössen«» direkten Steuern auch nach dem 1. April 1920 erheben. Der Z 0 dieses Gesetzes bestimmt, daß in ollen Fällen direkte Steuern für das Steuerjahr 1919 nur erhoben werden dürfen: 1. wenn bis zu dem genannten Zeitpunkte die Veranlagung bekannt gemacht ist, 2. soweit nach den bestehenden Vorschriften Nachveran» lagungen zulässig sind._ Bus aller Welt. Elsässerfreuden. Straßburg ist als Kongreßstadt Mode geworden in Frankreich. So tagte vor kurzem ein wissenschaftlicher Kongreß. Wie da ge- arbeitet wurde, verrät der„Elsässer Kurier"(Nr. 172). Schon am Nachmittag nach der stark besuchten Eröffnungssitzung fanden wir in den meisten Sektionen kaum ein halbes Dutzend Teilnehmer. Am DienStagnachmittag hatte die Sektion für Unterricht eine öffentliche Sitzung anberaumt und durch die Presse und Mauer- anschlag zu regem Besuch aufgefordert, um die Frage der Ein- h e i t s s ch u l e zur Diskussion zu stellen. Die Sitzung wurde mit sLstündiger Verspätung eröffnet mit einem Dutzend Teil- nehmern, wovon 4 auZ dem Innern und 8 aus Straßburg. In der Sektton für Landwirtschaft sahen öfter» außer dem Präsi- denten 2— 3 Zuhörer zu den Füßen deS vortragenden. Die Straßburger„Freie Presse" berichtet von der Ge- denkfeier auf dem Schlachtfeld von Wörth: Ein Bauersmann blieb, was im Elsaß nicht ander? üblich ist, mit dem Hut auf dem Kopf« stehen, im Gespräch mit einem Nachbarn, während ein militärischer Vorbeimarsch stattfand. Mit blanker Degen- spitze stieß ein Offizier nach dem Kopfe de? Bauern, ohne indessen sein Ziel zu erreichen. Ein zweiter Offizier kam zu Hilf« und ihm gelang«S, ebenfalls mit dem Degen, den Gegenstand des Anstoße» von dem Kopf« des Bauern, der glücklich einer Verwun- dung entging, herabzuschlagen. Das sozialistische Blatt behauptet, dies« Sorte von französischen Offizieren hätte Deim- ling-Manieren. Es hätte näher gelegen, daß die„Freie Presse" diese neuen Manieren zu Ehren des französischen Generals Fetter, der letzthin im Eisenbahnzug Ohrfeigen austeilt«. Fetter-Manieren genannt hätte. In allen größeren elsässischen Städten und Ortschaften fanden dieser Tage groß« Versammlungen und Kundgebungen gegen den Krieg statt, veranstaltet von der sozialistischen Partei. Nach der Mülhauser Versammlung bildete sich ein Umzug, an dessen Spitze ein französischer Soldat mit einer roten Fahne zog. ES kam dabei zu einem Zusammenstoß mit den Gendarmen. Tags darauf regnete eS Verhaftungen von Teilnehmern der Kundgebung, dar- unier ein Redakteur des„Republikaner"(früher„Mülh. Vztg."). Di« Zeitung teilt in Fettdruck mit: Hente morgen gegen �>9 Uhr wurde unser Redaktionskollege Hovald»erhaftet«nd ge- kettet, wie ein gemeiner Verbrecher abgeführt. Kerker, Kette»»nd Kasernen, da« Wahrzeichen und Symbol republikanischer Freiheit!" Der Vorstand der sozialistischen Partes in Mülhausen erklär:, daß der Umzug sich in der friedlichsten Form abgewickelt hätte, wenn die Gendarmerie nicht tn einer Weise aufgetreten wäre, die der in der französischen Republik garantierten Freiheit Hohn spricht. Der„Republikaner" schreibt:„Pfui, für«ine solche, vom Roy:- liSmu» verseuchte Republik! Press«, Gendarmerie und Behörde haben sich zu einem Komplott zusammengeschlossen, um dem Mül- hauser Proletariat«inen Vorgeschmack de» w»ißen Schrecken» im reaktionären Frankreich zu geben." Es fällt immer wieder auf, daß regrerungSgegnerische Blätter von Zeit zu Zeit weiße Stellen aufweisen, wenn sie ihren kritischen Bedürfnissen allzusehr die Zügel schießen lassen wollen. Die Nr. 184 de? Mülhauser �Republikaner" zeigt in einem Bericht von 18 Zeilen über den Demonstration-zug der kriegSseindlichen Ar- beiter 8 auS dem Satz herausgemeißelte Zeilen, die offensichtlich auf Befehl der Zensur unterdrückt worden sind. Uebrrschwcmmungen in Oesterreich. Infolge deS anhaltenden Regens find einige Nebenflüsse der Donau, wie die Traun und die Enns, über ihr« Ufer getreten und baben weite Flächen Land überschwemmt und auch einige Ortschaften, darunter S t e y e r. teilweise unter Wasser gesetzt. An Wohnungen und Kulturen wurde großer Schaden angerickiet. Die Blätter melden aus Gmund, daß der RaihauSplatz, ein Teil der Esplanade und die Traunpromenade unter Wasser stehen, doch sei daS Wasser im Sinken begriffen. Beim Rudern ertrunken. Fünf Schweriner Ruderer unter« nahmen eine Sportfahrt nach Bad Kleinen. Gegen abend traten sie trotz der Warnung von Insassen eines Segelbootes die Rückfahrt an. Hinter der Insel LiepS wurden sie von den voran- gefahrenen Seglern wiederum gewarnt und sind anscheinend umgekehrt. Montag morgen wurde bei der Goldburg das Boot kieloben treibend aufgefischt. Anscheinend haben alle fünf Ruderer den T o d in den Wellen gefunden. VerkchrSstrcik in New Jork. Die Angestellten sämtlicher Tram- bahnlinien, Hoch« und Untergrundbahnen New Uvrls, haben die Arbeit niedergelegt. Der Streik hemmt den Ge!chSslSzang außerordentlich. Berantw. für den redalt. TeU: Dr. Werner Peiser, Tharlottenbur�: für Anzeigen: xh E!l»tc. Berlin. Beclaa: VorwärtS-Vcrlag G.m.b.H., Berlin. Druck: Lor- würtd-Buchdruckerel u. BerlagSanflall Baul Singer u. Ta.. Berlin. Lrndenklr. 3. Elektro-Motore Leiwnge-Dynmno-Driiht». In» srallat.-Mat»rial lauft laufend Elettrinnech�gentr»«. fAler. «7SZ). 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