Hr. 442» 37. Jahrgang Ausgabe A Nr. 84 Bezugspreis: V irteIjShrI.ZV.— Ml»monatl.1<),— M!. sr:i ms Haus, voraus zahlbar. Poft- bezttg: Monatlich 10,— Ml. ejfURu- ftellungsgedühr. Unter Kreuzband für Demschland und Oesterreich 16�0 Mi. für das übrige Ausland bei täglich einmal. Zustellung 21.S0 M. P-istde- stellungen nebmen an Oesterreichs Ungarn. Tschecho-EIoioatei, Däne» Marl, Holland, uuxemdurg, Schweden und die Schweiz.— Eingetragen in die Post-Zeitungs-Preisliste. Der.Vorwärts� mit der Sonntag»- beilage.Boll u-Zeit" ericheini wachen- täglich zweimal. Sonntags und Man- tag» einmal. Tetegramm-Adreste: �Sozloldemotrat Berlin-. Sonntags-Ausgabe Devlinev VolksblQtt (�30 Pfennig� AnzeigeitpreiS: D-e adjtgeipaltenr NonvoreMe.'eNe koste! 3— M.. TeuernngSzuschlag 50 Anzeig tas rtt» gedruckte Wort M. tzulä>s:a zwei fettgedruckte Worre».'edes weitere Wort 60 Vfg. C,».'klenoe'nci>e und SchlaffteUenanzeigen das erste Wort 65 Pfg�'edes weitere Wort Pfg. Worre über 1.5 Buchstaben Labien kür zwei Worre. Teuer, lngsnifch'a'i ssa'nilien'Anxe.gen für Abonnenten Zeile 2.— M., polin, che und werkjchastliche Perems- An-eiaen 8.— DU. die Zeile ohne Ausschlag. Anzeigen für dü nächste aimv.ir.w müssen bis 5 Ahr nad mittags im Hauptgeschäft, Berlin SV 5. Linden» ftratze 3. abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends. �entralorgan der rozialdemokrattrchcn partci Deutschlands Neöaktion und Expedition: Sw. 08, Lindenstr. Z. aernivrecher:«int Moritivla«, Nr.»S» 9«— IS»»7. Sonntag, den F. September vorwärts-verlag G.m.b.H., SV). öS. Lindenstr.Z. iyernwre�er: Amt Moriüvlnn, Nr. S4. ........................ n Rußlands Verhandlungen. Paris, 4. S-iPtember. Nach einer Radiomeldung aus War- schau hat der polnische Minister des Auswärtigen crNärt, er rechne mit dem Abschluß des Waffenstillstandes zu Anfang nächster Woche. Die Delegation wird am 7. September nach Riga gehen. Moskau, 4. September. fFunkspruch.) Dir polnische Tele- gation hat Minsk am Areitag verlassen, um sich nach Vrcst-L>towsk zu begeben. In der AbfchiedSsihung am Donnerstag wurde von beiden Seiten bestätigt, daß zur Beschleunigung der Ber- Handlungen die Berlcgung des Bcrhandlungsortes nach einem neutralen Lande angebracht sei, was eine Mortsehung der Ber- Handlungen, nicht aber einen Abbruch derselben bedeute. Sowjetrußlanü unü Rumänien. Moskau, 4, September. e rg wurden bei Busk und Jirlejow unsere Abteilungen an der Linie des Bugs und der Gnila Lipa wiederholt angegriffen. Die Angriffe wurden unter erheblicher Mitwirkung der Tanks abgewiesen. Längs des D n j e st r beiderseitige Erkundungs- tätigkeit. Russische Mobilisierung. Die Petersburger„Krasnaja Gazeta" schreibt: Wenn die Mobilisierung, sich auch weiterhin in demselben Tempo entwickelt, so werden wir sehr bald Zeugen großer und siegreicher Ereignisse an der West- und Südfront werden. Die zeitweiligen Erfolge der Polen regen die imperialistische Entente zu einem neuerlichen Kampf gegen Sowjetrußland an. Unser erster Sieg wird zweifellos diese Stimmung ändern und die Niederlage der Schlachta wird auch auf die französischen Staats- männcr unmittelbar wirken. Dieser Sieg über die weißen Paus, sowie über den zaristischen Baron Wrangel ist die nächste Aufgabe der russischen Sowjetrepublik auf ihrem Wege zum kommunisti- scheu Aufbau. Die Bolschewisten verbreiten Berichte über fürchterliche Juden- Verfolgungen der polnischen Truppen; serner folgenden Befehl eines Wrangel- Hauptmanns, der in Aleschki angeschlagen vorgefunden worden sei: Befehl 4ö9. Die Juden helfen wieder den Bolschewiken. Ich werde jeden Juden, den ick erwische, aushängen lassen. Gewehre und Munition, welche von den Bolschewiken aus- geteilt wurden, sind sofort in meinen Stab zu bringen. Wer Gewehre versteckt, wird gehängt. Sämtliche roten Soldaten, die in der Stadt geblieben sind, haben sich innerhalb 5 Stunden bei mir zu melden. Gez.: Hauptmann Sakon ischin. Zum Rapport. Der Oberkmnmissar von Danzig, Sir Reginald Tower, geht nächste« Montag nach Pari? irnd von dort aus nach London. Sprien französisch. Beirut, 3. September.(Havas.) Am 1.September ist durch General G o u r a u d der„Staat" Großlibanon proklamiert worden. Der Sitz der neuen Regierung soll Beirut sein, die Nationalflagge zeigt die französischen Farben mit einer Zeder im weißen Streifen. London, 4. September.(WTB.)„Daily Mail" zufolge liegen an amtlichen Stellen in London Nachrichten vor über Gerüchte. nach denen 20 900 Araber sich für einen Angriff gegen das von den Franzosen besetzte Damaskus konzentrieren. �wing-Selyien. Brüssel, 4. September.(Meldung des Hollandsch Nieuws- burcau.) Der„Standard" hat von einem Tiplomatc» vernommen, daß Ministerpräsident Delacroix im Besitz eines vernichtenden Dokuments«der die belgisch-französischen Beziehungen ist, durch dessen Brröffentlichung die Gegner von Drlacroix sofort zum S ch w e i g e n gebracht werden könnten. Man will es aber nicht wagen, daS Dokument zn veröffentliche», weil es ein furchtbares Echo in ganz Belgien wecke» würde. Das Dok»mc"t würde be- weisen, daß ein unerhörter Druck auf die belgische Regierung ausgeübt worden ist, so daß sie nichts andrrtzS tun konnte, alS das militärische Abkommen zu schließen. Bekanntlich haben unsere belgischer. Genossen scharf gegen den Geheimvertrag protestiert._ Srüsieler Konferenzhoffnungen. Paris, 4. September.(WTB.) Ter Mitarbeiter der>>Jnfor- mation" in Madrid hatte mit dem Generalsekretär der Madrider Handelskammer, Gonzo las, Mitglied des Sekretariats der Brüsseler Finanzkonferrnz, eine Unterredung, in der dieser erklärte, die Kon- ferenz werde durch die praktischen Lösungen von Bedeutung sein, die man vorschlagen werde, um eine all ge meine Preisher- absetzung, eine Intensivierung der Produktion und eine Normalisierung der öffentlichen Finanzen durchzusetzen. Die Frage des Wechselkurses erheische gebieterisch eine Lösung. Die plötzlichen und ständigen Schwankungen seien für die Länder, deren Währung entwertet sei, ebenso schädlich wie für die, deren Währung bei solchen Gelegenheiten steige. Es werde dadurch un- möglich gemacht, genaue Warenpreise festzusetzen. Man wisse noch nicht, ob die Konferenz die Durchführung einer großen internatio- nalen Anleihe ins Auge fassen werde. Skeptiker meinten zwar, die Beschlüsse der Konferenz würden die Teilnehmer nicht v c r- pflichten, aber es sei zweifellos, daß die mit starker Majorität von de� internationalen Delegierten gefaßten Beschlüsse einen un- leugbaren moralischen Wert haben würden. Der englische Riefenstreik. London, 4. September.(WTB) ES scheint jetzt, daß der Arbeiter- Dreibund keine Bermiitlungsversuche in der Kohlenkrise unternehmen wird. Man erwartet, daß der G e w e r k- schaftSkongreß, dessen Parlamentsausschuß gegenwärtig in PorlSmouth beisammen ist, sich mit dieser Aufgabe befassen wird. Ncbrigcns soll nächste Woche ein„neuer Generalstab" der Arbeiterschaft gebildet werden, dem 30 Vertreter der verschiedenen Industriezweige angehören sollen, und der, falls der Gewertschafts- kongreß mit seiner Vermittlung lein« Fortschritte erzielt, die Ber« mittlung übernehmen soll._ Um den sterbenden Sürgermeister. London, 4. September.(Reuter.) Die Kräfte des Bürger- meisierS von Cork nehmen immer mehr ab. A d a m f o n, Bevin. Smillie, Lansbury und andere haben noch- mals an Lloyd George und die Regierung das Ersuchen ge- richtet, den Bürgermeister von Cork freizulassen. In Lon- don ist eine Meldung eingetroffen, wonach der Papst nach der Messe �rm Mittwoch im Vatikan in der Kapelle zurückblteb, um ein Sterbegebet für den Bürgermeister von Cork zu verrichten. Rotterdam, 4. September. Reuter erfährt, daß die f,T an« z öft sch« Regierung G a va n Duffy, den sinnfeiiiischen Dele- gierten für Paris, ersucht hat, Frankreich binnen 24 Stunden zu verlassen. Amsterdam, 4. September. Nach einer amtlichen Dubliner Meldung wurden in der Woche vom 28. bis 31. August in Belfast 20 Personen getötet und 279 verwundet. Von den Opfern sind 145 Protestanten und 134 römisch- katholisch. London, 4. September. WTB. Die Küstenwachstatian Bon- m a h o n, 12 Meilen von Waterford, wurde in die Luft gesprengt. Rotterdam, 4. September. WTB. Ter Oberbürgermeister von New Jork, Hyland, hat an Lloyd George die dringende Bitte gedrahtet, die Kriegsziele �er Alliierten und Assoziierten nicht dadurch zuschandcn zu machen, daß der heldenhafte Bürgermeister von Cork weiter in Gefangenschaft bleibt. die Krise der U. S. p.• Die Reichskonferenz der Unabhängigen ist zu Ende ge- gangen, Beichlüsse wurden nicht gefaßt. Erst in drei Mo- natcn soll e i n P a r t e i t a g entscheiden. Bis dahin.werden die beiden Richtungen, die durch den Mund ihrer Wortführer verkündeten, daß in einer einheitlichen Partei für sie beide kein Platz sei, im Nahmen einer gemeinsamen Organisation nebeneinander oder, richtiger gesagt, gegeneinander arbeiten. Das bedeutet, daß die zweitgrößte sozialistische Partei Deutich- lands gelvissermaßen nur noch als Provisorium weiter be- steht und im Zustande der inneren Lähmung einer ; ganz ungewissen Zukunft entgegengeht. Am 11. Juni d. I. richtete Genosse Hermann Müller an den Vorsitzenden der U. S. P. Crispien die Aufforderung, seine Partei möge sich gemeinsam mit der Sozialdemokratie an der Bildung einer neuen Reichsregiernng beteiligen. Crispien lehnte dieses Angebot, ja selbst die von Müller ge- wünschte Unterredung ab und schrieb jenen hochfahrenden Brief, der in dem Satz ausklang: Ergibt sich aus der Entwicklung der Revolution die Notwendig- keit einer sozialistischen Regierung, so kommt für die II. S. P. als Uebergang nur eine rein sozialistische Regierung in Betracht, i n der sie die Mehrheit hat, den bestimmenden Ein- f l u ß aus üb t und in der ihr Programm die Grund- läge der Politik bildet. Heute, noch nicht drei Monate später, ist offenkundig ge- worden, daß es eine einheitliche U. S. P. gar nicht gibt, daß diese Partei gar nicht weiß, in welcl)er Rickstung sie ihren„be- stimmenden Einfluß" ausüben soll, und ihr Programm, das die Grundlage der Politik bilden sollte, löst sich in Nebel auf. Damit aber sind auch erst die Gründe ganz klar geworden, aus denen jene schroffe Ablehnung erfolgte. Die Ist S. P. lehnt jede Art einer bestimmten Politik ab, die sozialdemo- kratische wie die kommunistische, weil ihr die Klarheit und die innere Geschlossenheit fehlt, die dazu notwendig ist, um über- baupt eine bestimmte Politik zu treiben. So war es. und so ist es geblieben. Schon vor wehr als einem Jahr ließ Breit- scheid in seinem„Sozialist" den Klageruf erschallen:„Wir haben überhaupt keine Politik!" Heute schreibt Sepp Oer- ter in der Braunschweiger„Freiheit": UnsereParteiwird allmählich nicht mehr ernst genommen, weil sie ihre politische Haltung nach Tagesmeinun- gen einrichtet, weil sie ihre politische Stellungnahme bestimmen läßt nichtvon eigenen Grundsätzen, sondern von der kritischen Haltung, die a n d e r e Parteien gegen die U. S. P. und ihre Poleiik einnehmen. Den Anhängern der alten Sozialdemokratiickzen Partei ist es menschlich gewiß nicht zu verdenken, wenn sie angesichts der Vorgänge in der U. S. P. eine gemisse Genugtuung emp- finden. Denn sie können sich heute rühmen, mit klarem Blick die komniende Entwicklung der linken Nachbarpartei voraus- geschaut und vorhergesagt zu haben; selten haben sich politische Prophezeiungen so rasch und so genau erfüllt, wie es hier geschah. Dadurch sind auch viel Vorwürfe, die gegen uns er- hoben wurden, entkräftet, ist viel Unehrlichkeit, mit der gegen uns gekämpft wurde, enthüllt worden. Es bedarf heute auch gar leiner agitatorischen Ausschlachtung der neue- sten Vorgänge, es genügt die bloße Wiedergabe der Tatsachen, um Hunderttausende von Arbeitern erkennen zu lassen, wie grenzenlos sie von einer skrupellosen Demagogie getäuscht und irregeführt worden sind. Heute stehen die ruhmredigen Agi- tatoren der II. S. P. nackt und bloß da. es zeigt sich, daß sie unserem Programm kein eigenes Programm, unserer Politik keine eigene Politik entgegenzustellen haben, ja daß selbst ihre vielgerühnfte Partei als einheitlicher, aktionssähiger Körper gh r e S l e i st u n g einer Kuh 1790 Liter. Unter Einrechnung der Zeit des Trockenstehens ist demnach der TagcSertrag im Durchschnitt 6 Liter, wobei für Trockenstchen 60 Tage angenommen sind. Dast diese Rechnung stichhaltig ist, beweisen folgende AbliesemngSzcchlen aus dem Kreise Rügen: ein Besitzer von 33 Kühen lieferte in den 3 besten Mo- naten des Jahres 25 263 Liter, auf die Kuh 255 Liter, einer mit 67 Kühen 32 340 Liter, also auf die Kuh im gleichen Zeitraum 160 Liter, einer mit 58 Kühen aus die Kuh 197 Liier, einer mit 46 Milchkühen pro Kuh 125 Liier und einer mit 20 Kühen je Kuh 205 Liter. In derselben Zeitspanne erhielt die Molkerei von D r e i kuhaltern folgende Mengen: 197, 57 und 34% Liter je Kuh. Ein Landwirt mit 11 Kühen bringt es zur gleichen Zeit auf 53 Liter pro Kuh. Daneben liefert noch ein Dreikuhhalter 16 Liter, während ihn ein Zweikuhhalter mit 56 Liter Monatsabliescrung beschämt. Die Vergleiche ließen sich endlos anstellen und würden Bilder entrollen, die begreiflich machen, warum es keine Milch für da» breite Publikum im der Stadt gibt. Der Verbraucher muß wissen. was er zu tun und von den Behörden zu verlangen hat, er muß beurterlen, ob das die Ergebnisse einer wirklichen Zwangs. Wirtschaft sind oder ob es sich nur um„Proforma"- leistungen handelt. Ist es auf der einen Seite erfreulich,'daß ein gewisser Prozentsatz seine Schuldigkeit bei der Milchablieferung tut, dann ist das Versagen der Wnigen um so unerfreulicher und unentschuldbarer. Sind aber schon die oben erwähnien Sommer- resultate eines großen Teiles der Lieferanten so kläglich, wie mag es erst im Winter werden und wie mögen sich die Verhältnisse gestalten, wenn in den Viehbestand kontrollos und frei eingegriffen werden kann. Dann wird wieder der stäbtische Verbraucher sich damit abfinden sollen: kein Fleisch und keine Milch zu bekommen, anstatt eines von beiden. Die paar sicher- gestellten Gramm AuSlandfleifcheS sind ein Augenpulver: man wird eS aber satt, sich Sand in die Augen streuen zu lassen, wenn man weist, daß eine nicht zu Bruch gswirtfchafdete öffentliche Er- fassung mehr bieten könnte als sie leistet. Richtiger ist es, au» dem Fundament eines Systems keine tragenden Steine zu brechen, als fortwährend den Bau zu lockern, bis schließlich unter dem Druck der Begehrlichleit alles zusammenfällt. Will man unS und dem gesamten arbeitenden Volke beweisen, dast d:e Bewirtschaftung des Siaates überflüssig geworden ist, dann mag man es uns vorher mit ausreichenden Rationen zeigen, daß es wahr ist— leine!- wegs früher! cATIä BERLIN C Sfrandautr Str. 16 Gegründet 1815 BERLIN C König$tr. 11-14 Keiöung Seiöe u. Samt vamen-hüte Decken KWid au« kariertem ltiachen Stoff, Ä-250.- Samtkleid, Lindckner Köper- Velvet mit Samtbd. ßOC gamiert. V<6 O•" Bio.. 45°» bw. ÄÄ' 125OB bw ÄS1Ä13500 R°.k KZÄ-.SS00 M«t.i siÄf293M Pclzwaren j j Alaska- u, KreuzfücKse- I 675.-bi.2109.-j : Pelzmäntel 1 3 900.- bi. 45 000.-1 •«■(■•■MllltlllMMMIdiilMMIMI 1 1 Ii I>••"••'••••••••ill Halbseiden. Serge grau, für Jackeofuttar OQOG Mtr.................« Crepe de Ckine CO Art c«. 100 cm...... Mtr. 30� TT£. in großer Farben- a auswahl ca. 85 COT Q AftA Mtr................. OiJU Seiden-Kasdimir Aonß ca. 100 cm...... Mtr. 1/ U Lmdener Köper- V elvet achwarz und farbig ip:.0cm 8400bi.21ö00 Ripp-Velvet farbig. 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Theater I. d. MniggrätzerStraße 3 Uhr: Geständnis. vi, u.: Banineister Solness Montag bis Sonntag: Baumeister Solneaa. Montag, 13.; Erdgeist. Koraödienhans 3 Uhr: Der Biberpelz. VtB: Ein« Nacht Im Paradies. Berliner Theater Uhr; Wie einst im Mal. iß Uhr: Der letzte Walzer C en tral- T h e ater L�DietereeftwunlPsuline. JDentselies Opernhan« m/j uhr: Der Prophet. Frledr.-WlIhelniHt.Th. vi, uhr: Der blonde Tramn. Kleines Theater. VI, U.: Die Pfarrhauskomödie u/fr; Die Plarriiaiiskomödie Kl. Sehsnsplelliaua. u/? Der Floh im Panzerhans Komische Oper V/, Uhr: Liebe im Schnee. n Uhr: Liebe im Schnee. liostsplelhaus VI, Uhr: Jugend. 7*/. Uhr; Arnold Pieck In Zwanjcselnquartlerung, Ketropol-Theater. uJollandwelbchen Neues Central.Tlieater N Die Dame Im Frack. Ntanes Oper�ttenhauH 7v. u.: Die Csikosbaroness. Xenes Tolksttaeater Ti/, uhr: Der Biberpelz Sehlller-Theat. Charl. i 3 Uhr: Der Meineidbauer.| �Nathan derWeise Thalia Theater i u.; Hoheit die Tänzerin. mn XoUendurfplatz - Uhr: Der Vlelsellchte. 7 uhr; Wenn Liebe erwacht Theater de« Westen« I 3�/«: Raub der Sabinerinnen.! u7? Der ersten Liebe goliZeli Wallner-Theater � &U Uhr: Eine Ballnacbt.| uhr: Die Frau im Dunkeln. Walhalla-Theater. 3i/2 Uhr: Kasernenluft. ji/g Uhr: Heimat. I Rose-Theater. VL Uhr Die Ratten. 3 Uhr:. Götz von Berlichingen j 71/3 Uhr: Eine Landpartie. Verwickelte Geschichte. Mtg.7: Käihchen von Heilbronn Lessing-TheatefT 3 U. Frau Warrens Gewerbe. Allaben lieh VI 2 Uhr: Vis 7ä?tm*!n (Leopoldine Konstantin.) Deutsches Künstler-Theater 3 Uhr. Pygmalion. Ailabendiich l/aB Uhr: DleScheldungsreise Inszenierung: Victor Palfl, mit Max Adalbert und _ Trude Hesterberg."~ Residenz- Theater. Untergri]ndh.*2bn Kföster�tr. Äh Die Freundin. Von Hermann Supermann. Regie: Alfred Rotter. Durieux, Toelle, Albers. Bildt, Biensfeldt, Vaflentin.. Sonntag 4: Der Störenfried Theater am MoHeodorfpiatz Eröffnung der WinterspielMif:: Leitung: Herman Haller 7 Uhr Allabendlich: 7 Uhr „Wenn Liebe erwacht.. In Szene gesetzt von Operette Lackten nach Musikleitung; Max Roth Herman Haller Trianoa-Theater. Bahnhof Friedrichstraße Allabendlich 8 Uhr; Hansl Arnstadt und Paul Otto in: Grete Freund Erik Wir! a. fi. Lori Lsax Gottfr.Bwppertz v. Schönthan u. Koppel- Ellfeld von Herman Halter und Rideamus Musik von Eduard Küuueke Bühnenbilder: Emst Stern. Tänze: Robert Negrel i C'alre Waldoff Carl Gsppert Agni Wiike iizzi Schütz AuQ«2hnClden I fofüorvergünstigung lür die Al.U2tSVll.lClUCll i Aöornenten des„Vorwärts" gültig vom 3. bis 15. September für 1—ft Personen. Nur Wochentags. I. Rang..... 10.— M. M. I Rangbalkon 12.— M 7.— M. Parkett FauL. 15.— M. Preise der Plätze: 11: Rani Tn.b""! 1-- . IL Rangbalkon. 7.— Die Lustbarkeitssteuer ist in diesen Preisen einbegriffen. Vorverkauf täglich v. lOVa— lUhr und am Tage der Vorstellung v. 6 Uhr ab. Sonntag, SichÄufö»Der Vieigeiiebte". Sonntag 4: Der gute Ruf. Untreu Casmo-Theater Lothringer Str. 37.— Tgl. s.8: Das gr. Eröffnungsprogramm mit dem neuen Schiacer: Knorp's sei. Witwe und„Anschlufl verpaßt". Sjngspiel mit Viktor Liuek. Sonnig. 3'/,: Gebrüder Zorn. Zoo Vi, i 3>/, logischer garten. Heute am 1. Sonntag Lim. zooSWiSOMk. Nachmittags: Groß. Konzert Aqnnrlnm. 1 7'/, Theater 7'/,! Dir. James Klelo. lEröffnungsprogramml Gastspiel | d. internal preisgekr.| Meister- Detektivs Hannussen ] m. sein. einz. dasteh 1 Experim. u. Vorführ. 1 ISCarrasj d. best Akrob. d.Welt Tegethoff Schwed. Illusionist Im. nie gez Darbietung � INadameLanräl | d. toifkühne Schönh.| 4 Eitners Drahtseit-Luftakt. 2 Planks Korn. Rollschuhakt Bonita Berol iugendl. Tänzerin Chong.Ling n. Bon chines. Pafodisten. | Edlem. Nicki d rätselhafte Redn r 1 i Sonnt 3'/, U hat jed. l ! Erwachs. 1 Kind frei. I Theater a.Kottbus.Tor :L: Moritzplatz 14814. Abends Vi, und Sonmagnachtn. 3 D.t Heues Pmgranini! Reichshall/Theater Abends VI, und Sonntag Nm.3 Stettlner ler Rachmlttog« Halbe Preise. LüiiüIiiiiiöAzücli Im großen Schanspö-Ihaus Bh,Friedr!ci>str. Tel.Nord.8043 Dir. Hans v. Wolzogen. Das gr. September- Progr. mh Kulissen d. Seele v. Nik. Nikoiajew. Evreinoff. Hauptroll.: Hermann Thimig, Rod. Forster-Larrinaga. A. Flügel: Kpmstr. Spollanskl. Konz. Vorv.AWertheim Beg. u. Tagesk. v. 11-1. 81, Ballhaus Utax u. Moritz KommanfJantenatraße 58-59. Schönstes n.griiHt.8aIlhaus gute Sallmusik. Kein Welnzwang SehloHhrauerei Schöneberg Hauptstr 121—132. Dir. E Krämer.— Fernspr. Steph. 1691. Heute, Sonntag, den 5. September. Unwiderruflich. EetZtCF Tag. Per Konkurrenz. Winter-Garten Es haben noch zu ringen: Hochdanen-Plunlaud gegen SchWäTZ, Weltmstr. Ritz ler- Württemberg gegen Pinfitzki-SchSneberg Beide Kämpfe bis zur absoluten Entscbeldnng. Falls die Zeit nicht ausreichen sollte, soll die Emscheidung durch Punktwertung herbeigeführt werden. Nach den Ringkämpfen Proklamierung der Sieger und öffentliche Preisverteilung. Zur Verteilung gelangen sechs wertvolle Ehrenpreise und Geldpreise im Gesamtwerte von 15 000 Mark. Theater a. Roscnthalo r PI. Saison-Beginn: Donnerstag den 16. Sept. Gastspiel "T in, i([sikUMail und das große Programm- Sonnfacj 2: Vorstellungen. 1. Preis. i:: «OCO Mark 4000, 20-0. 4. Preis, 5.„, 6.. 1500 Mark 1000. 500, Bevorzugte ©oftftstten Berlin» find die Tonndors-Betriebe Ed. Arno Toimdorf> cinsev'üesiMcnl Unter den Linden 44 u. Friedrichstraße 87 Bornehmes Wein- und Bier-Ztestaurani Gepflegte echte Biete Cpezialit.: Pilsner Urquell Gelellschaftszimmer Mittag- u. Abendmustk Unter den Linden 5S Kaffee- Diele- Bar Abends Wein-Reftaurant Nachm> u. Abd.-Konzerte c: Kapell. Uschmann~ Eigene Wiener Bäckerei! Aaffee-gubereitung nach Karlsbader ArL MA Die Preise werden von der derllhmlen Filmschau Spielerin Frau Ulli Flohr überreicht. Bei ungünstiger Witterung finden die Kämpfe Im Saale statt. Beginn der Ringkämpfe punkt 8 Uhr, I Potsdamer Str.72• Hochbahn Bülowstr« Die Glocke nach dem Gedicht von Kriedr. v. Schiller m. Gesangseinl. berühmter Opernsänger. Dazu Uranltührung i Frank Norton».VÄtm« Ziclka's irpreieo-Saal Leipziger Str. 101 102 Ecke Friedrlchstr Abends 8»/, Uhr: Margot Sokolowska Adolf Voigt Annl Treutner Mario Costa Werner Goldmann Tänzerpaare: Leni öt Egon Sozska& Valee Geschw. Riechert Vorzflgl. Küche Kein Weinzwang Nachmlttagsi TANZ- Vorführungen Künstlerische Unterhaltung. KONZERT. j kMM Sehenswerter Sammergarte» Arrangeur: Blumenschmidt. Berlin. Allseitig gerühmt« Verpflegung. CAFi TIVOLI CHAUSSEE. STRASSE 25 Heute sowie jeden Abend ab 7 Uhn Srich Carow Deutschlands bester Universal• Exentrlk. Kapellmeister und Schauspieler. Germania.Prachtsäle Kar] Richter. Berlin N. 4, Chausseeslraße 110. ütonntap;, den 5. September, Gr. Eröffnungss Soiree jder Holtmanns Norddeutscheti Sänger. Beginn des Konzerts 5.30 Uhr „ der Vorstellung 6„ Nachdem Pamillen.Kränzchen-EM Im weißen Saale von 4 Uhr ah: 1 Großer Ball bei gutbesetztem Orchester. | Eintritt frei. RBSC iAdi-Haus Taubcnstr.34— Ztr. 1052 rww Küthe Blank Hans Brückner Elena Scholz Walter Plntus Emmi Dirsihs Hans Mathes Hella Bella Adolf Lleban 5'dl Llebans Meisterquarl Verkaufen Sie»lebt», bevor sie unser Gebot hären Erstkl. Küche, ff. Weine Mocca, Tee, Schokolade Bejplnn 7 Uhr. 1 Eintritt rel. allerhöchste Preise.-�StB 101/13 Bruch-Platin bis 1S0M.•Goldbis32M.,-Silberbis I.20M. Wollsoho& Heumann, Unter den Liichn U". 9 bis S. Tanz-Institut I. Ranges Frau Clara Qeißler, Steglitz Fernruf; Steglitz 2248. Schloßstraße 121. Neue Unterrichtsku'se für Anfänger« Fortgeschrittene, sowie Schüler höh. Lehranst. beginnen Anfang Oktöber in Charloitenburg, Wi mersdorf,• Lichterfelde- Ost, Friedenau, Schön berg, Steglitz und Pankow. Privatunterricht jederzeit in meiner Wonnung Prospekte bitte kostenfrei anzufordern. 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September, nachm. 2 Uhr 7 Rennen. Staatl. Akad. Hoclischula für Musik, Cbarlottenbnrg, Fasanenstr. 1. Direktor: Prof. Franz Schreker. Stellvertretender Direktor; Professor Dr. Schflnemann. Beginn des Winterhalbjahres 1. Oktober tB20. Anmeldungen unter Angabe des zu studierenden Hauptfachs sihd schriftlich bis spätestens 24. September an das Bureau zu richten. Den Abteilungen für Kompostion u. Theorie. Gesang, Orchesterinstrumente, Klavier und Orgel sind angegliedert eine KapellmeiSierschule, Chorschule, Orchesterschule, Opernschule und Opernchorschule. Die Vorlesungen und Uebungen, sowie die Teilnahme am Hochschulchor sind auch Hospitanten zugänglich. Näheres durch das Bureau. 84/8 4m H Teilzahlung, B Kronen ISM.PIomoen � 1.5V. Zahnziehen mit Einspr. höchst an schmerzlind. Umarb. schlecht s-üeOisse.Rep Zahnarzt W o M sof. Potsdamer Str.55. Hochb. 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Ardeiter-, Wirtfchafts., soziale Fragen. 6. Vruktlsch« Batlciarbeif.— vereinsmeseu. 7. Sprech- unb Aedekechnlk. Lehrer und Redner sowie Rednerinnen aller Parteien sind hierfür gewonnen.— Preis für den ganzen Lehrgang 75 M. für den gnklus 30 M. 182/13 Unterkunft wird für angemessenen Preis besorgt. W-» Näher« durch: Sekretariat de» Ttafionaloctbanbe» deutscher Jeanen und Hlännec «aslar. Oberer Tristweg SO. ßeHin Qm% Wallsh* 1d ßardinenhatis Bernhard Sdnmti Platin-, Gold-, Silberbruch Quecksilber. Zabngeblsse bis 3500 M. Stiftezähne 12 bis 78 M., Brvnnstiite bis 300 M.— Wir zahlen Schubert,"TbÄsI?; und Johüi, Chtuseeestr. uo, vorn I, Portal 1,• Illödel jeder Art, Suherst gllnstig.solangeVotrai zum Teil bt« 50 0/0 e r m ä h i g t. Besu» lohnend, kein Kauf- zwang. Lagerung bi« t. 10. 20 kostenlos. Neugebauer, Charlottenburg, wUmersborfer Sir. 12t Eckt Schillerstraß«. Kein Labe«. Handwagen mit und ohne Federn In ver schied. CröBe u. Austührung, Großes Lager. Mäßige Preise. 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September 1�2� Wirtschaft Untcrnchmcrtnm und Sozialisierung. � Tic nächste Nummer der Zeitschrift, die„Deutsche In- duftrie", bringt einen Artitel aus der Feder der Direktors HonZ Krämer unter dem Titel„S o z i a l i s i e r u n g", den wir als aufrechtes Bekenntnis zum Sozialisierungsgedanken von Unter- nehmer seit e nachstehend im Auszug wiedergeben: Ich hoffe das Recht zu haben, als Mitglied der„an keine Auf- träge gebundenen" SozialisierUngskomniission an die gesamte deutsche Untcrnechmerschaft die dringende Bitte zu richten, dieien Bericht mit jenem Ernftt und jener Gründlichkeit zu prüfen, die deutschen Fachmännern ebedem eigen war und hoffentlich für alle Zeiten sein wird. Nur jetzt, in diesem gefährlichsten Augen- blick der� deutschen Wirtschaftsgeschichte, keine Erplosion von ein- zelnen Toblagnwrtern, kein Auskramen von abgebrauchten Gemein- Plätzen I Nur jetzt kein die Hände bindendes, glimmende Funken zu hellem Feuer entfachendes„prinzipielles" Nein! Nur jetzt kein eigensinniges Beharren auf„bewährten" P r i n- z i P i e n, kein„stolzes" Niemals! Wer auf Teutschlands Wieder- geburt rechnet— und welcher deutsche Arbeitgeber und Arbeit- nehmer hegt diese Hoffnung nicht im tiefsten Grunde seiner noch so verbitterten Teele!—, der muh in diesen Tagen die Zähne zu- saimnenbeihen, muh mit tiefster Gründlichkeit zwei- und dreimal prüfen, was gefordert wird, und dann ruhig und sachlich, aus dem Born des Wissens und der Erfahrung schöpfend, Kritik üben— Kritik, die auck dem grimmigsten Gegner Achtung abnöligt. Wenn einst die Protokolle der vielen Verhandlungen der Sazialisierungskommission verössentlicht werden, wind es sich zeigen, wie iveit die Meinungen der Mitglieder auseinanderklaffen, wie hart die Gedanken gegeneinander stießen, wie alles Rüstzeug zünftiger Bolkswirtschaftslehve und prallt ischer Wirtschaftskunde aufgeboten wurde, tun aus dem wesenlosen Begriff„Sozialisie- rung" den faßbaren Begriff einer„Gemeinwirtschaft" heraus- zuschälen; jener Begriff, unter dem sich Tau sende„alles". Hundert- taufende„nichts" zu denken gewohnt waren, für den es hundert Umschreibungen, aber nicht eine richtige Deutung gab. Jetzt endlich liegen Dokumente vor, Unterlagen für eine gründ- liche Prüfung der Frage, ob auf dem wichtigsten Gebiete der deut- scheu Urproduktion eine Anpaffung an die Forderung von Millionen möglich ist, ohne dauernde Schädigung der Volkswirtsckaft in ihrer Gesamtheit, ohne Minderung der Produktion, ohne Lähmung der Stoßkraft der Führer, ohne Gefährdung unserer ganzen Zukunft. Von der faktischen nicht allein, nein, viel mehr noch von der tak- tischen Klugheit der deutschen Wirtschaftler hängt es ab, ob der Weg. den wir nun betreten, aufwärts oder abwärts führt; her- aus ans dem Sumpfe, der uns jetzt zu ersticken droht, m u tz er aber führen! Was jetzt riesenhaft vor uns sich ansteckt, darf nicht, wie schon so oft. zum Stacherobjekt politischer Geschäftemacher werden, darf nicht berufsmäßigen Kämpfern mit Wort und Feder allein über- lassen bleiben. Die Welt sieht anf euch, deutsche Wirtschafter, in den kommenden Wochen, denn jenes Land wird der endgültige Sieger sei», das zuerst versteht, seine Wirtschaft der Neuordnung der Tinge anzupassen. Betricbsstosfwirtschaft. I m R ei chsw i rtscba fismi niste vi um fand, einer Lokalkorrefvondenz zufolge, eine Sitzung von Vertretern aller Benzin und Benzol verbrauchenden Kreise statt. Das Ministerium wollte die Verbraucher darüber hören, ob und in welcher Weise die Zwawiswirtschaft für Betriebsstoffe aufgehoben oder gelockert wer- den Wune. Ein großer Teil der Verbraucher, mit besonderem� 'ÄSsßdNlck die Motorkahrzeuginduftriellen und' das Personenkraft-' jahrfö werbe, traten für völlige Aufhebung der Bewirtschaftung des Benzins ein. Di-e Neigung, auch Benzol dem freien Verkehr zu überlassen, war beträchtlich geringer. Man befürchtete, daß das Benzol nicht den Verbrauchern zufließen würde, die darauf aus technischen oder volkswirtschaftlichen Gründen Anspruch hätten, und daß die Freilassung des Benzcls ein Emporschnellen des ohne- hm schon hohen Benzolpreises zur Folge Kaben wüvde. Auch für Bmzin erlolgte die Zustimmung fast allseitig unter dem Vorbehalt, daß eine strenge Preiskontrolle stattfinden müsse. Der Regierungsvertreler ließ keinen Zweifel darüber, daß die Ein- fu h r? o n t r o l I e fiir Benzin jedenfalls aufrecht- erhalten bleiben müsse. Tie lieberschichten im Ruhrbcrgbau. Im Rubrkohlengebiet ist seit dem Absckilüß der neuen Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber- und Arbeiincbmerverbänden die Zabl der an den Ueberichichten sich beteiligenden Bergleute auf etwa SO Prozent gestiegen. Hroß'�erlln Verbesserungen in öer Crwerbslosenfürsorge. Das Reichsarbeitsmini st erium hat neuerdings einige bemerkenswerte Entscheidungen aus dem Gebiet der Erwerbslosen- fürsorge getroffen. Im Einvernehmen mit dem Reichsfinanz- Ministerium hat es festgestellt, daß die Erwerbslosenünterstützung zu den nach Z 12 des Reichseinkommensteuergesetzes steuerfreien Bezügen aus öffentlichen Mitieln zu rechnen ist. Ferner hat die Reichsregierung beschlossen, Anträgen, die die beteiligten Stellen in letzter Zeit mehrfach an sie gerichtet haben, statlzugeben und die Unterstützung, die die Gewerkschaften im Falle der Arbeitslosigkeit vielfach an ihre Mitglieder zahlen, künftig nicht mehr auf die öffentlichen Erwerbs- Seamte unö Angestellte öer Reichs- unö Staatsbehoröen unö Institute. Große Versammlung Dienstag, den 7. September 1920, abends 7 Uhr, in der Aula des Dorotheenstädtischen Gymnastums, Dorotheenstraße 12. Tagesordnung: 1. Das Beamtenratcgesetz und Rück- blick auf die Entwickclnng des newen Arbeitsrechtes. Ref.: Gen. Dr. Georg Flatow(Ref. im Reichsarbcitsministerium). — 2. Diskussion. Beamte und Angestellte l Geheimratsarbeit will das Be- amtcnrätegesetz verschandeln. Beweist, daß Ihr Euch den An- spruch auf eine gesetzmäßige, wirtschaftliche Vertretung nicht nehmen laßt. Sorgt für Massenbesuch. Der S.-p.-D.»Werbealllsfchuß öer öeamten unö ssneesteUten öer verwaltungsbehöröen. losenunterstützung anzurechnen.— Ausnabmen von der Befristung der Erwerbslosenünterstützung auf 26 Wochen dürfen auch für gewisse Gruppen von Erwerbslosen erteilt worden. Zur Bewilligung solcher Ausnahmen ist für Groß-Berlin der Ober Präsident ermächtigt worden. Dagegen hat sich der Reichsarbeitsminister nicht damit einverstanden erklärt, daß die Bewilligung von Ausnahmen lediglich von den Fürsorgeaus- schlissen ausgeübt wird. Sondern dieie haben für diejenigen Einzel- und Grnppenfälle, in denen sie eine Fortgewährung der Erwerbslosenunterstützung für angebracht halten, alsbald die Ge- nchmigung des Oberpräsidenten einzuholen. Keine Wrangel-Agentur in Berlin. Von zuständiger Seite wird der„Dens" mÄgeteilt: Die Mel- düngen über die Errichtung einer Wrangel-- Agentur in Berlin entsprechen nicht den Tatsachen. Der angebliche Leiter Rittmeister E i b e n h o r st- P a w 1« k ist weder von dem russischen General Wrangel bevollmächtigt noch in seinem Auftrage nach Deutschlaud gereist.. Er hatte in Berlin eine gewisse Rolle ge- spielt. Eib:nborst-Pawlek, dessen wirklicher Name nur Pawlek ist, stammt aus Oberfchlefien und war während des Krieges zu den Vesatzungstruppen in die Ukraine gekommen, wo er jedoch keine Offiziers st ellung bekleidete. Während des Rückzuges der deutsch:« Truppen aus der Ukraine blieb er in Eharkow, wo er später bei den Bvlschcwiften als Kommissar tätig war. Er mußte jedoch nach kurzer Zeit flüchten und tauchte in Sinseropol in der Krün auf. Von dort ist er nach Deutschland gekommen und hat in Berlin versucht, Ansiedler für die Krim zu werben. Da man jedock) bald erkannte, mit tvem man es�zu tun hatte, wurden seine Bemühungen bei den zuständigen Behörden abgewiesen. Geldmittel stehen Pawlek in keiuer Weise zur Verfügung, und er muß als politischer Abenteurer und Geschäfte- macher betrachtet werden._ Achtung, GrwerbSlosenrat! Aus den Kopf der bezugsberech- tigten Kavtofselempfänger kommen 3 Pfund. Ein Pfarrer, der— Ungehorsam„anordnet". Aus B e e s k o w berichteten wir in Nr. 116, daß der Pfarrer Jäger im Konfirmandenunterricht seinen Zöglingen gesagt habe. sie brauchten am„Sedantag" nichr zur Schule zu gehen. Jetzt erfahren wir, daß er selber als Berussvormund dieien Rat, der dem Sedanseierverbol des Kultusministers widerspricht, in die Tat umgesctzi hat. Für ein der Schule kern gebliebenes Mündel von ihm tvurde folgender„Entschuldigungszenel" av- gegeben: Berussvormundschaft BeeSkow. Da das Preußische Kultusministerium durch die Verfügung des Schulhaitens am 2. September 1926, dem ö6jährigen Jubiläum von Sedan, dem vaterländischen Enrpfinden weiter Volkskrciie ins Gesicht schlägt, ordne ich als gesetzlicher Verlreter des MiindctS Gertrud Raschle hiermit an, daß diese zur Erinnerung des großen Tages unserer deutschen Geschichte am 2. September 1926 den Schulunterricht nicht besucht. Hoffentlich gibt es in Beeskew noch viele andere deutsch empfindende Eltern, die ebenso handeln. (gez.) Jäger, Pfarrer. Die Begründung, die der Herr Pfar�r da gibt, zeigt unzweideutig, daß er bewußt gegen das iuttuSminislerielle Verbot hau- delte. Gegen ihn wird unverzüglich mit einer Straffest» s e tz u n g vorgegangen werden müssen, weil er sein Mündel ohne genügenden Grund den: Schulunterricht fernge- d a l t e ck hat. Weiter mutz ihm aber auch die Vormundschaft über ein Mündel genommen werden, das bei dem Herrn Pfarrer einer erziehlichen Beeinflussung dieser Art ausgesetzt ist. Die Stadt Berlin, die dort ihre Waisenkinder untergebracht bat, wird schleunigst die nötigen Schritte zu tun haben, sie seiner Ge- walt zu entziehen. Tie Neuköllner Schnellbahnbauten. Die Notstandsarbeiien in Neukölln sind nunmehr ans fast die ganze Sirecke der für den Bau zunächst in Aussicht genvinmencn Untergrundbabnstrecken in Angriff genommen worden. Tie ganze Berliner und Bergstraße bis fast an die Ringbahn hin ist eine Baugrube geworden, die, mit einem Bohlenbelag abgedeckt, mit Hilfe von Feldbahnen ausgehoben wird. In der Nähe des Hermannplatzes sind die Schachtarbeiten fast völlig be- endet, während weiterhin, in der Nähe des Rathauses mit dem Ausschachten der Baugrube begonnen wird. Auf der ganzen, elwa 2'/z Kilometer langen Strecke sind außer dem Gemeinschaflsbahnhof Herimannstraße noch drei weitere Bahnböfe geplant, die ebenfalls schon in Angriff genommen worden sind. Es sind dies die Bahnhöfe„F u ld a st r a ß e" zwischen der Fulda- und Boddin- straße, der Bahnhos„S t e i n m e tz st r a tz e" zwischen der Steinmetz- und Goethestraße und endlich der Bahnhof„Süd ring", dessen einer Ausgang direkt unter der Babnüberftihrung der Bergstraße vor dem Eingänge zum Ringbabnhos Nenlöllii zu liegen kommt. Hwr konnten die Arbeiten noch nichr in Angriff genommen werden, weil die Stadt Neukölln bei der Eisenbahnverwallung eine Abänderung der Eisenbahnbrücke verlangt hat, deren Pfeiler der neuen linier- grundbahn im Wege sind. Die hierzu erforderlichen Bauprojekte werden zurzeit geprüft. Ebenso auch die Linienführung der ganzen Anschlutzftrecke, die bis zur Stunde auch noch nicht genehinigl ist. Da es sich um Notstandsarbeiten zur' Beschäftigung zahlreicher Arbeitsloser handelle, haben die Aufsichtsbehörden keinen Einspruch gegen die Inangriffnahme des Baues erhoben, trotzdem eine end- gültige Genehmigung noch nicht vorliegt. Ein neues Kapitalverbrechen! w Das Verschwinden eines Schwerkriegsbeschädigten beschäfligt die Kriniinalpolizei, ohne daß es bisher gelungen ist, eine Spur vost dem Vermißten zu finden. Anfangs vorigen Monats erhielt der 37 Jahre alte Arbeiter Franz Schröter aus der Marienihal-r Straße 26 zu Berlin-Treptow."ein Mann, der im Kriege ein Be.u verloren bat, auf Grund einer Anzeige in einem Provinzblatl den Besuch eines Fremden, der ihm mineilte. daß er in Schwachen- Walde in der Nähe van Berlinchen eine Wirlichait zu verkaufen habe, wie Schröter sie suchte. Der Kriegsbeschädigte fuhr am 7. August mit dem Besucher vom Schlcsiichen Bahnhof ab, um die Wirlschaft zu besichligen und steckte seine Militärpapidre und etwa S166 M. ein, um unter Umständen gleich einen Vertrag ab- schließen zu können. Seit der Zeit hat er nichts mehr von sich hören lassen. Wahrscheinlich ist er auf dem Wege, der von Ber- linchen aus in etwa einer Stunde nach der Wirtschaft hinführen sollte, von dem Fremden ermordet und beraubt worden. Das ist um so eher anzunehmen, als er wegen seines kvrper- lichen ZustandeS bei einem Ücberiall keinen nennenswerten Widerstand Das Licht der Heimat. 5] von August Hinrichs. Aber Dma saß da, ergeben und schmerzvoll. lächelnd, wie eine Frau, die viel Leid erduldet hat:„Das nützt ja alles nichts, Meta, dazu sind wir viel zu schwach. Ich bin ja so glücklich, daß er wiederkam!" „Tcks versteh ich nicht." „Ja. das ist aber so. Seit der Schulzeit wußte ich, daß ich den Voßbauern heiraten sollte, weil die beiden Höfe zu- sammen sollen. Und wenn ich Ubbe noch dazu lieb habe, da kann ich doch zufrieden sein, nicht wahr?" „Aber muß er dich nicht auch lieb haben?" „Ach Meta, man muß nicht zu viel verlangen." „Wenn ich nicht die einzigste wäre für einen Mann, die allereinzigste— nie würde ich ihn nehmen können." „DaS Hab ich früher auch wohl gedacht, aber das allein genügt ja nicht." „Tis ist das allererste, was man verlangen soll." „Könntest du einen Mann heiraten ohne Hof— nur, weil er dich lieb hat?" „Ja— und ich wäre noch stolz darauf!" Sie stand da, hoch aufgerichtet und erglühend in ihrem Eifer, schön � im Feuer ihrer Ucberzeugung. Diua sah sie lange von der Seite an, dann fragte sie:„Weißt du. was die Leute sagen?" „Rein, darauf hör ich nicht." „Sie sagen, daß Harm Folkers ganz krank nach dir ist!" „Krank nach mir?" „Ja. Er hat bis jetzt nie mit einem Mädchen zu tun ge- habt. Aber hast du nicht bemerkt, wie er dich ans der Hochzeit angesehen hat? Ich glaube wirklich, daß er dich unmenschlich lieb hat." � „Das ist Gerede," sagte Meta ärgerlich.„Er hat überhaupt nicht mit mir getanzt." „Ich weiß. Sein Vater ist nur ein Heuermann, und da rst das für ihn ein Unglück, wenn er dich lieb hat. Deshalb tanzte er nicht. Oder, könntest du einen Tagelöhner heiraten?" „Das ist doch alles nur Gerede," sagte Meta unwillig. „Siehst du— das könntest du nicht! Nicht wahr?" „Das sag ich ja nicht." Könntest du das tun?" „Ja, das könnt ich! Aber einen Menschen, der mich nicht achten wollte— nie, nie, niemals!" „Ach Meta, man kann nicht alles so haben, wie man möchte!" „Soll man sich wegwerfen oder verkaufen!" „Sei nicht so hart." „Kannst du einen Menschen lieben, wenn du weißt, daß er dich nur deshalb nimmt, weil du zufällig einen großen Hof ebben sollst?" „Quäl mich doch nicht, Meta!" „Einen solchen Menschen verachte ich'" „Sag das nicht." „Ja, lieber einen Tagelöhner!" �„Ich wollte, ich wäre auch so stark wie� du." „Dazu braucht man doch nicht stark zu sein, nur ehrlich." Dina saß still. Langsam kamen ihr die Tränen wieder, da stand sie auf und faßte Meta um. „Vielleicht ist dies mein Unglück— aber ich kann nicht anders— wirklich nicht." „Du mußt selbst wissen, was du tun willst." „Ach Meta, könnten wir nicht Freundinnen sein?" Meta sah aus sie niedek, auf dies armselige Mädchen mit dem kleinen, schmalen Gesicht, das noch immer weinte. Waren sie nicht beide ein paar Opfer, die sich in Schmerzen wanden? Beide mißhandelt und in ihrem Heiligsten zertreten von einer brutalen und rüch'ichtslosen Kraft? Sie beugte sich herab und küßte Dina anf den Mund. Dann sah sie ihr lange nach, als sie über den Kirchhof zurückging, immer noch ein wenig zu- sammengeduckt und scheu. Diese also hatte der Voßbauer gewählt! Nicht, weil er sie liebt, nein, nur weil sie das einzige Kind aus dem großen Hof war. Der Ekel stieg ihr auf und bitter empfand sie, wie erbärmlich die? alles war. Als sie nachher in der Nähe der Straße arbeitete, ging einer mit Hacke und Spaten an ihr vorbei und grüßte— ernst und gemessen. Das war Harm Folkers. Gut und treu sah er sie an, und doch so ehrlich bötoiindernd, daß sie leise rot wurde, als sie wieder grüßte. Sie bückte sich wieder aus ihre Arbeit, bis ihr der Rucken weh tat. Und als sie sich auftich- tete, strich sie sich das Haar aus ber Stirn und sagte fest: „Ja— lieber einen Tagelöhner." Die Abendsonne warf einen goldenen Schimmer über sie, wie sie aufrecht im Felde stand. Ihr Haar leuchtete und auf ihrem Gesicht glühte der Stolz ihres reinen Herzens. Lieber einen Tagelöhner— das ließ sie nicht wieder los. Je mehr sie an den Vohbauer dachte, desto glühender haßte sie ihn. Seine Gestalt, die groß und schön vor ihrem Auge stand, sein Lachen, seine �Stimme, alles reizte sie jetzt und forderte sie heraus. Immer wilder bäumte sich ihr Stolz gegen ihn anf. Sein Bild war in ihre Seele gebrannt, sie wollte es löschen mit ihrem Haß. Seine Küsse quälten sie noch jetzt. Wie selbstverständlich er herrschte, forderte, gebot — gehorchten ihm nicht alle? Aber sie nicht, nein! Sie fetzte ihm einen andern entgegen, der besser und größer war, weil er arm war— Harm Folkers! Sie verglich, und weil sie den einen herabsetzte, erhob sie den anderen. War der nicht tausendmal besser, edler und stolzer? Er liebte sie— in, jetzt fühlte sie es aus allem, was er getan hatte.� Wie stolz er war, weil er sich zurückhielt, wie edel, da er nichts erwartete, wie vornehm, da er keinen Versuch machte, ihr zu nähen. Er war arm, aber wahrhast ritterlich. Er wuchs ihr zu einem Helden'heran, weil ihr Herz nach einem Helden schrie. Sie sah ihn Abend für Abend vom Felde kommen. Sie wartete auf ihn und ließ ihn vorüber- geben, ohne daß er sie hinter der Hecke sehen konnte. Er suchte über den Pastorsgarten hin, er ging langsamer, um sie vielleicht noch im letzten Augenblick auftauchen zu sehen, er wandte den Kaps noch, wenn er längst vorbei war er liebte sie! Aber nie würde er es wagen, ein Wort von feiner Liebe zu sagen, weil er zu stolz dazu war. Nie— bis sie selbst es ihm erlaubte. Was war der Voßbauer gegen ihn? «o hob ihre Liebe ihn empor. Ihre Liebe? Ja— sie liebte ihn— sie wollte ihn lieben. Das Bild des Voßbauern brannte in ihrer Seele, sie stellte ein anderes hinein, das alles überstrahlen sollte. Gut, daß er seinen Meister gefunden hatte; gut, daß Harm Folkers da war. Und Harm Folkers war krank nach ihr! Welches Glück, so geliebt zu werden. Eines Abends sah sie, daß der Pastor mit ihm sprach. Der redete heftig auf ihn ein und schien in Zorn zu kommen. Harm Folkers aber blieb gleichmütig und ruhig. Es freute sie, daß er sich auch von dem nicht einschüchtern ließ. Als sie nachher in der Wohnstube den Tisch abräumte, rannte der Pastor im Zimmer hin und her und streckte den Bart noch wester vor als sonst, wie immer, wenn er erregt war. (Forts, folgt.) leisten konnie. Der Räuber hat ganz nach dem Plane des berüch- tigte H e ii n i g gearbeuet, der sein Opfer»acb dein Grunewald lockie und dort erschog. einem Plane, der dann späler schon wieder- bolr von anderen Verbrechern nachgeahmt worden ist. ES ist. auch möglich, das; er, um die Poll, ei irre zu führen, den ahnungslosen Knegsoeichädigten in Wirklichkeit gar nicht nach Berlinchen und dort weiter, sondern nach einer ganz anderen Gegend verichlevpt, dort ermordet und beraubt und die Leiche irgendwo vergraben hat. iviitteilnngen, die zur Aufklärung des wahrscheinlichen Kapital- Verbrechens dienen können, nimmt die Nachrichtensainmelstelle über Vermißte und unbekannte Tote beim Berliner Polizeipräsidium ent- gegen. Schröter trug einen dunklen Entlassungsanzug, schwarze Schnürschuhe und einen grauen Filzhut. Er ist nntrelgroß und kräftig, Hai dunkelblondes Haar und ebensolchen Schnurrbart, dunkel- braune Augen, ein spitze« Kinn und lückenboste Zähne. Der un- bekannte, vermutliche Mörder ist etwa l,6ö Meter groß und schlank, hat ein friiches Gesicht und trug einen umgearbeiteten Militär- rock mit hohem Kragen, eine schwarzgestreifte Hose, einen grauen seilzhut und braune Schnürschuhe. Er mag etwa 23 Jahre alt ge- wesen sein._ Wieder einer der Alten! Trauernd steht wiederum die Charlottenburger Parteigenossen- scgaft an der offenen Gruft eines ihrer Bestenl Hermann K a s p a r.. ern alter Partei» und Arbeitsveteran, ist nicht mehr I Gen. Kaspar, der schon in frühster Jugend für die sozialistische Idee gekämpft und seit langen Jahren der Partei angehörte, ist in der Oeffentlichkeit weniger bekannt geworden. Seine Aufgabe war eS, die Kleinarbeit für die Partei zu verrichten. Was der alte Kämpe mit unermüdlichem Fleiß und effernem Pflichtbewußtsein bis zur letzten Stunde für unsere Partei leistete, sollte ein An- sporn und Vorbild allen jungen Genossen sein. Kaspar, der bis zu seinem fast vollendeten 73. Lebens» jähre in seinem Berufe als Maurer tätig war und so noch im bohen Greisenalter für seine Familie sorgte, ist bei der Arbelt o u f dem Bau einem Gehirnschlag erlegen.. Die Char- I ottenburger Parteigenossen werden sein Andenken stets in Ehren halten! Alle Parteigenossen, die dem Verstorbenen in seinem WirkungS- kreiie kennen gekernt haben, werden gebeten, an der Beiietziingsteier in Stahnsdorf am Dienstag teilzunehmen. Treffpunkt mittags 1,80 Bahnhof>Charlottenburg. PilzauSstellung im Märkischen Museum. Vom Mittwoch, den 15.. bis Mittwoch, den 22. September, werden im Märkischen Mu- seum die einheimischen Speisepilze und ihre ungenießbaren oder giftigen Doppelgänger zur Schau gebracht. Die Ausstellung ist täglich von 1t> bis 3 lihr zu besichtigen. Am Dienstag, den 7., und Donnerstag, den S. September, abends 7 Ubr, wird Herr Roman Schulz im Vortragssaal des genannten Museums über Erkennungszeichen, Nutzen und Schaden der wichtigsten Pilz« sprechen und diese i» naturgetreuen Lichtbildern vorführen. Da in diesem Jahre große Mengen von Speisepilzen gesammelt werden können, ist der Besuch der Vorträge und der Ausstellung zu emp- fehlen. Der Zutritt ist unentgeltlich. In der Pilzausstellung deS MedizinalamteS, Fischerstr. 39—42, bietet sich für alle Pilzfreunde zurzeit Gelegenheit ein Riesen- exemplar der krausen Glucke zu bewundern. Das Ge- wicht derselben beträgt über 11 Pfund, sie wurde bei Joachims- t a l(Uckermark) gesunden. Die Gartenscadtsieblung Staaken nicht bankerott. Zu der Mel- dirng einiger Berliner Blätter, daß de« Gartenstadtsiedlung Staaken ihren Bankerott erklärt habe, erfahren wir, daß dies nicht den Tat« fachen entspricht. Die Genossenschaft befindet sich zwar in keiner ich zu glänzenden Lage, wie das heute wohl dem größten Teil der Siedlungen geht, zu irgendwelchen Beunruhigungen liegt c«sr nach unseren Informationen kein Anlaß vor. Große Berliner Straßenbahn. Vom 6. September d. I. ab verlchren wegen Bauarbeiten an der Kreuzung der Ckarlotten- Ecke Zimmerstraße die Wagen der'Linie 17 bis aus weiteres in beiden Richtungen durch die Zimmer-, Pnnz-Albr�cht- und König- grätzer Straße. Vom gleichen Tage ab fährt der erste Wagen der Linie 19 nicht mehr 6,13 Uhr, sondern, vielfachen Wünschen ent» sprechend, bereits 6,19 Uhr ab Hermann- Ecke Sleinmetzstraße. Ein? gefährliche Bande von Gcldschrankeinbrechrrn, die mit un. gewöhnlich wirksamen Mitteln arbsitet, treibt jetzt wieder ihr Un- wesen und erbeutet hier und dort sehr große Summen. In der vergangenen Nacht ist sie auch in Berlin in einer Art aufgetreten. wie sie hier noch wicht vorgekommen ist, allerdings ohne Erfolg. Die Einhrecher drangen aus dem Grundstück Neue Kömgstr. 65/66 durch die Toilette in das Kontor der Butterhondlung von V a l e n t i n ein und machten sich mit einem ganz modernen S a u�e r st o f f g e b l ä s e an einen Geldschrank heran. Um den Feuerschein�, der bei dieser Arbeit mit einem Gebläse entsteht, ab- zudämpfen, bauten sie um dem Panzerschrank vingsherum eine Wand aus Kisten auf, die sie mit vieler Mühe au« den Neben- räumen herbeischleppten. Dieses Gehäuse dcckten sie dann mit einer ausgehobcnen Tür ab. Dje Ritzen verstopften sie außerdem noch mit sacken und Kleidungsstücken, so daß auch kein Schimmer durchdringen konnte. Dann setzten sie ihren Apparat an und schmolzen ein Stück von 29 bis 25 Zentimeter im Geviert heraus. Aber die Schicht Mischen den Panzern aufzumeißeln gelang ihnen trotz ersichtlich vieler Mühe nicht. Ebensowenig vermochte ge den zweiten Sablpanqer hinter der Betonschicht zu bewältigen. Jetzt versuchten sie einen zweiten Schrank aufzuknabbern. Aber auch an ihm mühten sie sich umsonst ab. Es wird vermutet, daß diese Bande auch in den Kassenräumen der Vulkanwerft in Stettin mit ihrem � Sauerstoffapparat di- eisernem Türen bewältigt und 1 499 999 M, erbeutet bat. Auch dieser Einbruch, für deren Aufklärung bis zü 159 999 M. Belohnung ausgesetzt find, wird in Berlin vom Kri- mip-alinspektor Vonberg bearbeitet. Er nimmt alle sachdienlichen Mitteilungem im hiesigen Polizeipräsidium entgegen. Zwei Schiebungen sind durch die EisenbahnüberwachungSab- teilung der Berliner Direktion ausgedeckt und die Waren selbst be- schlagnahmt worden. Anfang der Woche trafen für die Firma ©ehr. S t ollw e r ck, Berlin, vier Kisten mit Chemikalien von der Firma Pharmakon in Frankfurt(Main) ein. Bei der Prüfung der Kisten stellte es sich heraus, daß sie tatsächlich Zucker enthielten. Der Zucker wurde zunächst beschlagnahmt, aus Veranlassung der ZuckerverteilungSstelle aber wieder freigegeben und der Firma auS- geliefert. Sonnabend kam nun eine weitere Sendung von„Che- mikalien", wieder vier Kisten mit zusammen 433 Kilo- aramm Zucker, vom gleichen Absender an den gleichen Emp- fänger, die nunmehr aber vom Lebensmittelverband beschlagnahmt wurde Die Frankfurter Fabrik hat den Zucker zur Herstellung von Pillen zugeteilt bekommen und macht damit anscheinend Schis- bergeschäfte.— Im zweiten Falle wurde einem Händler M a j u s aus der Sophienstraße 19 3 Kisten mit kondensierter Milch be- schlagnahmt, die hier ebenfalls unter falscher Deklaration einge- führt werden sollten. Auch diese Sendung, die einen erheblichen Wert darstellt, ist beschlagnahmt worden. Dos nächste Städtische Bolkstonzert des VlütlmerorchestcrS findet am Dienstag, 7'/, Uhr, in den„German, a>älen', Chausseeslr. NO, N, statt. Karlen im Zigarrengeschäft Harsch, Engeluser 1ö(»Gewertschastsliaus''), Orchesterbureau, Lützowstr. 76,„Vorwärts", Lindenstr. 2,.Freiheit", Breite- straße Sjg und an der Abendkasse. Im Berliner Aquarium sind mehrere, jetzt nur schwer erreichbare Erzschleichcn eingetroffen und in zwei kleinen Terrarien im 2. Ttockweck uniei gebracht, ein: inertwürdige Eidcchsenart, die der sußlosen Blindschleiche lehr ähnelt, aber durch vier winzige, nur schwer bcmcrlbare Füßchen mir je drei Zehen ausgezeichnet ist.— Im Zoologischen Garten kostet heute, am ersten Sonntag im Monat September, der Eintritt l,S0 M. während de» ganzes Tage» und ohne Altersunterschied, während sonst an Sonn- und Wochentagen der Eintrittspress vom t. Sepiember ab 3 21!., für Kinder unter zehn Jahren die Hälste beträgt. Von 3 Uhr nachmittags ab grotzes Konzert der Kapelle der Berliner Sicherhestswehr unter Musik- direktor Braß. Filmvorträqe der Treptow-Sternwarte. Seule nachmittag 3 Uhr, „Im Lande der Schwarzen". 5 Uhr:„Mit Ozeandampser von Bremen nach lßew Hort". 7 Uhr:„Christoph Columbus". Dienstag, den 7. Sept.. abends 7 Ufr:„Gibt es ein Leben auf dem Monde"(Vortrag mit�ahi- reichen Lichtbildern von Dir. Dr. Archenhold). Mittwoch, den 8. Sept., abends Tl, Ubr:„Unsere deutschen Häfen".(Vortrag mit Lichtbildern von Herrn Prwatdozent Dr. Spclbmann). Mit dem großen Fernrobr wird bei Ilarem Wetter nachmittags die Venus und abends Ringnebet in der Leier oder Doppelsterne beobachtet. Neukölln. Elternbeiratswahlen. Di« Wählerlisten für die Er- satzwahlen der Elternbeiräte liegen noch bis einschließlich den 11. September aus. und Mar für die 2. und 29. Gemeindeschule im Schulhause Boddinstr. 52/56, 6. und 37. Gemeiiideschule�im Schulhause, Mariensclder Weg 72/74, 7. Gemeindeschulc im Schulhause. Mahlower Str. 29/39, 13. Gemeindeschule im Schulhause, Lessing- straße 38/39, und 24. Gemeindeschule im Schulhause Schillerpromenade, in der Zeit von 19— 12 Uhr vormittags und 4— 6 Uhr nachmittags. Pflicht aller sozialdemokratischen Eltern. ist es. die L.sten einzusehen und sich ihr Wahlrecht zu sichern. Unsere Parteigsnoffen haben die Ausgabe, für dies« Wahlen die eifrigste Agitation zu entfalten, damit wir für die Partei einen vollen Er- folg buchen können. Der glänzende Sieg unserer Partei bei den Elternbeiratswahlen in Hamburg mutz uns Neuköllnern Partei- genossen ein Ansporn sein, im Wcchlkampfe alles daranzusetzen, der alten Soz ialdemokrati schen Partei einen neuen Ruhmeskranz zu flechten. Weltliche Schule in Neukölln. Der Magistrat bat die Absicht, für die Schüler, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, vom 1. Oktober d. I. ab besondere Unterrichtsila ssen ein- zurffchen. Um möglichst bald einen Ueberblick über die Zahl der in Frage kommenden Schüler zu erhalten, können Eltern, die ihre Kinder diesen weltlichen Klassen zuweisen lassen wollen, bei dem Rektor der zuständigen Schul« bis zum 11. September d. I. den Antrag auf Befreiung ihrer Kinder vom Religionsunterricht vom 1. Oktober ab stellen. Bei den Schülern, die zum 1. Oktober neu eingeschult werden, kann der Antrag aus Befreiung vom Religionsunterricht bei der Anmeldung erfolgen.� Schüler, für die dieser Antrag erst nach dem 11. September erfolgt, können aus schultechnischen Gründen nicht mehr für die weltlichen Klassen be- rücksichtigt werden. Bei Schülern, die bereits vom Religionsunter- rieht befreit sind, ist ein neuer Antrag nicht mehr er- forderlich._ lSrost-Berliner Lebensmittel. Brotkartenstichwort: Acbre. In dieser Woche gelangen zur Verteilung in: Berlin je 199 Gramm ausl. Büchsenfleisch und amerik. Speck. Aus die flltagermilchkarten der Serien I und II'/, Liter Buiternnich. Ab heule: auf A I-Karlen 1 Liter. A II Karten 1 Liter, B l-Karien'/j Liter und B II°Karlen'h Litei. Die übrige Beiieierung bleibt unverändert. Cbarlotteiiburq. 599 Gramm Reis(334), 600 Gramm Haserflocken (835), 509 Gramm Reis(337), 599 Gramm Haserflocken(338).— Kriegsbeschädigte, die 30 Praz. und mcbr erwcrdsunsäbig find, erkalten sür den Mouar September: je 1 Pfund Teigwaren, Graupen und 2 Pfund in» ländische Hajernäbrmitici.— Im Monat September erbalten die schwangeren Frauen vom vierten Monat ab 2 Pfund Teigwaren, l Piund Zwieback und 2 Pfund ausländischen Weizengrieß, vom vierten bis einschließlich sechsten Monai 3 Büchsen kondensierte Milch mit Zucker, die stillenden Mütter I Pkund Gebäck und 1 Pfund ausländischen Weizengrieß, die Kinder im t. Lebensjahr 759 Gramm inländische Hasernäbrmittel, die Kinder im 2. Lebrnsjabr 599 Kranvn mländilche Hiierrnihrmittel.— Die Fürsorgestell« für Kriegsbeschädigte gibt an Schwei iriensbeichädigte(29Piozc>it und darüber) und an lungenkranke Kriegsbeschädigie Bezugsmarken für Swmalz aus. Diese Karten können bis 6. Sevtember d. I. in der Fü> sorgestelle im Stadtschloß. sür lungenkranke Kriegsbeschädigte im Cecilienhans, Berliner Str. 137. an den Sprechtagen zwischen 9 und 1 Uhr in Eurpiang genommen worden. Schöneberg. Voranmeldung sür 125 Gramm Maisfabrikaie(43), 259 Gianim Kuusthouig(69). Ausgegeben werden 1 Dose EmheilS- oder Munime-Malzexlrakl(51 der Jugendlich entarte). Steglitz. Anmeldung von 259 Gramm Haserflocken. Verteilung von 125 Gramm Zwieback oder 125 Gramm Zwicbackbruch oder 125 Gramm Keks, 259 Giamm Weizenmebl. Nährmittel sür Krieusbeichädigle. Böiimerodorf. 125 Gramm Gerslengrauven oder Gerstengrütze(429). Voranmeldung für l Päckchen Kakao- Milchjußipcis-(12). Für Kriegs- beichädigte 4 Pfund NübrmiUel, 1 Büchse Kondensmilch Für werdende Mütter 4 Pjand Nährmittel. 59 bis 299 Giamm Trockenganzei, 1 Doie Malzexirakt, 3 Doicn Kondensmilch. Für stillende Mütter 2 Pjund Nähr- mittel, 59 bis 299 Gramm Trockengan ei, 1 Dose Malzextrakt. Lichrerfelde. 375 Gramm Zucker(S4>, 4 Päckchen Süßstoff CSS), 2 Pfd. Ku-dergerstcnmebl und 1 Päckchen Zwieback aui die graue Hase» flockenlarl« sür Kinder bis zu 2 Jahren. 2 Pjd. Haserflocken aus die Miltelstück« der August- Milchtaiten A I, A II, B I, B II, C I und C II. Für 69jchhrige und darüber 2 Psd. Haserflocken(13). Tatzlei». 259 Gramm Nudeln(42), 2 Päckchen Süßstoff(C). Lteutailu. Malzextrakt sür Kinder, welche in der Zeit vom 1. Juli 1319 bis 89. Juni 13t8 geboren sind. Temipelhof. 125 Gramm Linsen(43). An Kinder im 1. und 2. Lebensjahr: 759 Gramm Kaisers-Oito-Kitidernahrung, 459 Gramm Zwieback. An hoffende Müller: 599 Gramm Krieg, 599 Gramm Haser- slocken, 599 Gramm Maismehl, 1 Dose Malzcxtralt. An stillende Mütter: 599 Äiramm Grieß, 599 Gramm Maismevt, 1 Dose Malzextrakt. An alte Leute von 69—79 Jahren: 259 Gramm Buch weizenmebl, 125 Gramm Zwieback, 1 Tose Malzexlralt. An alle Leute über 79 Jabre 259 Gramm aust. Grieß, 259 Gramm Teigwaren, 259 Gramm Zwieback. Anmeldung: 25V Gramm Kunstbonig(25). Britz. 599 Gramm Haseiflocken, 599 Gramm Marmelade, 259 Gramm Kunsthonig, 12b Giamm Teigwaren(59/, 375 Gramm AuSlandscinmache- zuckcr(35). Für Jugendliche 1 Dose kond. Magermilch(35/. Für Kriegs. beschädigte 599 Gramm Weizenmehl, 59 Gramm Tee(27). Für Kinoer und werdende Mütter 599 Grc mm Weizenmehl, 125 Gramm Zwieback, 1 Dose Molzextrall la(37). Für werdende Mütter 199 Gramm Tee. Lichtenberg. Letzte gcmemdüchr Kartoffelverleiimig sür die Zeit 6. bis 14. September aus Abschnitt 501 6., j., G,£., S., 10 Pjund lofscin. 1 Dose Malzexlralt 503 S. und K. Alt-Gliciiicke. 500 Gramm Maisflocken, 250 Gramm ReiZ(172). 250 Gramm Rindertalg, 250 Gramm Haserflocken(173). 500(Sraiftn Marmelade, 100 Gramm Sirup(174). 250 Gramm Nudeln, 259 Gramm Klndergerstenmehl(32). Für Kriegsbeschädigte 500 Gramm Haserflocken, 599 Gramm Sago(19). Für werdende Müller 250 Gramm Küchenmehl, 500 Gramm Haserflocken, 250 Gramm Sago(6). 7 Psund Kartoffeln. vom Kar- Hroß-Serliner parteinachrichtea. Mvrgen. 6. September: Achtung, Parteifunktionäre! Bezirksführer. BetriebsoertraueuSleute, Elternbeiräte usw. Funktiouär-Konfercnzen in folgenden Lokalen: S. Abt. 7>/z Uhr bei Schirm, Charlottenür. 7/8. 3. und 4. Äbt. 71/, Uhr bei Richert. Sleinmetzstr. 36a. 10. Abt. 7 Uhr bei Wolf, Zorsler Str. 44. 11. Abt. Vi, Uhr bei Geister, SkrUper Sir. 53. 12. Abt. 7 Uhr b-i Sentschel, Wrangelstr. 195. Abrechnung. 13. Abt. 7 Uhr bei Ende, Luisenuser 21. 12. Abt. 71/, Uhr bei Schwarz. Llankenieldestr. 19. lk. Abt. 71/, Uhr bei Sch/nlert, Rüoersdorjer Str. 3. 17. Abt. 7 Ühr bei Murrxr, Caprivistr. 8. !£. Abt. 7 Uhr bei Ticdilc, Litauer®ir. 5. SSI. Abt. 7>/, Uhr bei Pfeiffer, Hausdurgjtr. 2. Lö. Abt. 7 Uhr bei Enpipr, Gounowstr. 13. 2«. Abt. 7'/, Uhr bei Anmarm, Rykcltr. 2. St. Abt. Vi, Ubr bei(Kotdschmidl, Stolpische Str. 36. 3a. Avt. 7 Uhr bei Grohn, Milastr. 5. 34. Abt. 7 Uhr bei OSiglo, Straliunder Str. 11. 35. Abt. 7 Uhr bei Krüger, Hussilcnftr. 34. 36. Abt. 7'/, Uhr bei Bar Walde. Schlegelflr. 8. Die Partei- Programme können aopedolt werden bei Möbius, Ackerstr. 6/7. 37. Ab». 7 Uhr der G. Hübner. Wilsnackcr Str. 34. 38. Abt. 7�/, Uhr bei Trümper. Flensburger Str. 3. Die Bezirks- sührer mit Büchern zum Vergleich der Abteilungskarthotel schon um 69, Uhr. 44- Abt. 7 Uhr bei Llebsch, Birten str. 44, Ecke Wilhelmshaoeaer Str. 42. Abt. 7 Ubr b-i Behrens, Tegeler Str. 22. 4». Abt. 7 Uhr bei Schade. Kösliner Str. 3. 45. Abt. 7 Ubr bei Pose, Koloniestr. 15. 4«. Abt. 7 Ubr bei Fuchs, W-ddingstr. 5. 454. Abt. Die Funkiionärkonserenz fällt au?. Nenköllu. VI, Uhr in der Aula des Realgymnasium?. Kaiser- �'�Lichtenberg. 7 Ubr im Lokal von KurkowsU. Psarrstr. 74. Mitglieds- buch und grüne Karte mitbringen. � Trcptow-Baunnchulenweg. 7 Uhr bei Kläber, Plesser Str. 8. Achtung Genossinnen! S-st Ubr im Rosentbaler Hof. Rosentbaler Striche 11/12. G r o ff- Berliner F r a n e n- K o n f e r e» Xagesord. nung: Frauenkonferenz und Pattcitag in Kassel. Srefercntluueo: Gr». Bobm-Tchuch. M. d. R.. und Ge«. Dodeubagen. Mttgl,eds- buch legitimiert. Mit Rücksicht auf die Funktlonarkonferrnze»»» den Abteilungen wird pünktlich begonneu. Stadtbezirk 10.(Zehlendorf, Dahlem. Nikolassee. Wannsee). 7'/. Uhr Sitzung der Vorstände aller WaÄoerewe in Zehlendort im Lokal Lindenvark, Berliner Straße 8. Tagesordnung: Stellungnahme zur Kreis» organiiation._ �„,, Jungiozialistische Bereinigung(Z. P. D.). Gruppenlonieren, 7 Uhr im Saal der Juristischen Sprechstunde. Lindenstraße 3..lrbeitSauS- schuß 6 Uhr im ,Vorwärts"-Mebäude Sitzung._— f1' Ortsgruppe Treptow im Jugendbeim, Elsenstrgs>e 3/4. Nabe Rmgbahnhos Treptow eröffnet. Vorlrag über die jungiozialiitische Bewegung.� Wilmersdorf. 7'/, Ubr Mitgliederveiiammlung in der Hmdenburg- schule. Eeepark. Referent: Gen. Häußler. Thema: Politische Lage und Aus- gäbe des Partestages. Friedenau. Frauenleseabend VI, Ubr in der Luisenschule. Gaßler. straße. Tagesordnung u. a Bericht über die O.tzäketspeisuug unserer Kinder. Reserentin: Genossin Dietrich. Bericht übe:: jiie �lebeSgabenve» teilung. Ersatzwahlen zum Vorstand.. Weiffensee. 7>/, Uhr bei Stärke, Charlottenburger straße. Sitzung des erweiterten Vorstandes. » S. P. D.-Fraktiou des BerdandeS foz. Lehrer. DiwStag 7 Uhr wichtige Sitzung in der Schule Hinler der Garnisonkirche. 27. Abt. Dienstag 7 Uhr Sitzung der Parteifunktionäre bei Dobroh- law. Arkonaplatz 44. Abt. Dienstag 7'/, Uhr Parteifunktionäre bei Kerfin, P-rnkstr. 69. öttöungsveranstaltungen. Bezirksbildungsausschusi. Festkonzerte. Die Ablieferungsftlst sür die Abonnemmtslisten wird auf Wunsch unserer Genossen bis Donnerstag, den 16. Sev- tember. verlängert. 26. September 1329, mittags 12 Ubr: Richard- Slrauß-Konzert. Reue Welt: 7. Novcmber 1329. vorm. 11 Uhr: Beethoven. Konzert, Neue Welt: 25. Dezember 1329, nachm. 2'/, Ubr: BeibnachlS. lonzert. Alte Garniiankirche; 16. Januar 1321, vorm. 11 Ubr: Wagner. Liszt-Konzert. Neue Welt; 13. Mär, 1821, vorm. 11 Uhr: Mabler-Konzert, Neue Welt. Der Besuch aller süns Konzerte kostet 17,59 M. Einzeichnungen werden noch ans dem Bureau des Bezirksbildungsausschuffes, Linden- straße 3, 2. Hai IV, Zimmer 19. anaenommen.(Geöffnet von 3— 4 Uhr, Tonnersiags von 8-1 und 4-7 Uhr.) Für die bereits eingereichten Listen sind die Karten aus dem Bureau in Empfang zu nehmen. 1. Einsübrungsabend zum Richard-Strauß-Kon- z e r t am Sonntag, den 13. September, abends 7 Ubr, in der Festhalle des Siadihauses, Klosterstr. Vortrag und Demonstrationen am Klavier: Dr. Guttmnnn. Eintritt 9,75 M. Karlen sind bei allen Abteiiungs. talsiercrn und in den Bildunzsausichüssen der Bororte, bei Harsch. Engel» uscr 15. in der Buchbandlung.Borwäris. Lindenitr. 2, und im Bureau de» Bezirksbildungsausichuffes, Lindenstr. 3, zu haben. Tbcaieroorstellungen: Erslauffübrung des sozialen Schauspiels „Verflucht iei der Acker" von Starolson und Nesvital am Sonntag, den 5. September, nachm. 3 Ubr, im Zentraltoeaier. Alte Jakobstr. 31/32, und Rose-Theater, Gray« Frankfurter str. 132. Karten und noch im Vorraum des Theaters ju baben. Die Verlosung beginnt pünktilch um 2 Uhr nachm. Cintlsttspieis einschl. Garderobe und Theaterzettel 3,39 M. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Republikanischer Führerbund. 3. Bezirk(Norden). Dienstag, Wolliner Str. 86: Mitaiiederoersammlung. Ericheinen jedes Mitgliedes tioiwenhig.— Bezirk 7(Norden). Montag, 7ll, Ubr, bei Strauß, Pappet- alletz 25: Versammlung.— Bezirk 11(Moabit!. Montag. 8 Uhr, Sntz- wedel'lraße 13: Versammlung.— Reichsbund der Kriegsbeschädigten. Bez. Norden. Montag, 7>/, Uhr, Patzenhoser Brauerei(großer Saai), Chaussccslr. 64: Lezirksversammlung.— Bezirk 3i(Osten). Montag, 7 Uvr, Aula der Handwerkerschule, Andreasstr. 1: Bezii lsversammiung. — Bezirk 12(Osten). Dienstag, 7 Uhr, in der Biehhossbörse, Eidenaer Straße 37; Mstgliederversam muing.— Ethisch-sozialistische Arbeit- gemeiuschaft(Esa). Monlag, 7 Uhr, in der Aula der 22. Gemcindeichulc, Beilin W., PaUasftr. tö: Oeffenllicher Vortrag der Frau Maria Krisch« über„Wiedergeburt der Erotil".— Arbeiter-Samariter- Kolonnen Berlin(e. B.). Abt. Eö Pen ick: Montag 7 Uhr im Lokal von Stippe- tohl, Eöpenick. Schönlinder Str. 5: Abteuungsversammlunz. Neue Mil- gliever und Kursusleiinehmer werden ausgenommen. Soziales. Zum Gcsetzentwurf über Arbeitslosen-Versicherung. Die Deutsche Gesellschaft zur Bekömpfung der Arbeitslosigkeit hat in einer an de» Herrn Reichsarbeitsminister gerickteten Eingabe zu dem unlängst veröffentlichten Entwurf der Arbeitslosen- Versicherung Stellung genommen. D-e Eingabe wendet sich>dagegen, daß die Arbeitslosenversicherung den Krankenkassen angegliedert werden soll, die den Verhältnissen des Arbeilsmartles völlig fernstehen. Sie tritt dafür ein, daß Mittelpunkt der Arbeitslosenver- sicheruna diejenige Stelle weriden soll, die die beste Uebersicht über den Arbeitsmarkt besitzt und Maßnahmen zur Verhütung der Ar» bitslosigkeit durchführen kann. Veantragt wird daher, daß die Arbeitslosenversicherung straff an die ArbeitsnachweiSorganisation angegliedert werden soll, wie dies z. B. mit gutem Erfolg bei der englischen Arbeiislosenversicherung geschehen ist. Sport. Im Hohenlohe-Oehringen-Nennen, 60 000 M., 2400 Meter, gelten als voraussichtliche Starter Skarabae 64(Zimmermann), Tulipan 58(Janek), Bannwart 54(O Müller), Friedensfürst 54�(Rasterrberger), Rosenritter 58(Dyhr), Laland 51 (O. Schmidt), Einspruch 40(Polgar), Leichtsinn 40(X).— Der Jockey L e w ick i wurde wegen seines unachtsamen Reitens aus Eichwald von der Obersten Rennbehörds mit 800 M. in Strafe genommen. öriefkasten der Reüaktwn. gelier Kt den Briefkasten bestimmten Anstage Wae man«inen Buchstaben und eine Nummer bei. Briefliche Auskunst wird nicht erteilt. Eilige An- Irageu trage man in der Juristischen Evrechsmnde. Andenftr. 3, 1. Pos parterre links, vor. Echriftstilcke und Brrtriige stnd mitzubringen. H. D. Stettin. Die UntcrhatlSrente ist un'etes Eiachtcns ausreichend. Tie Möbel lönnen Sie zurückverlangen. Einen Shescheidungsgrund können wir aus Ihrer Sachdarstellung nickl entnehmen.— E. W. 101. Der Ehemann ist im Recht. Erben sind er und das Kind. Der Vater bleibt der geietzlche Vertreter des Kindes.— W 193. Ja, Sie müssen die Rechnungen bezahlen.— R. S. 100. Die vereinbarte Kündigungssrist gilt, sosein der Tarifvertrag nichts anderes bestimmt.— Stein 100. Es gibt nur den Klageweg. Wollen Sie diesen nicht beschreiten, so müssen Die die Angelegenbeit nach Ihrem Ermessen regeln.— B. N. 12. Nur mit Genehmigung des Vorwundschaitsgerichts.— B. 24. t. Den Eltern slebt die Häljls des Nachlasses zu. Die Hausbaltungsgegenstände gehören zum Voraus und gebühren dem Mann. 2. Ebenfalls die Hälfte. 3. Ja; Nach- laß- und Erbichastssteuer. 4. In diesem Falle kämen als Erben nur Vater und Kind in Betracht. 5. Eine Wiederoerheiratung des Mannes ist ohne Einfluß aus die erbrechtltchen Bestimmungen.— O. Sch. 18. Der Der- mieter bat die Wohnung instand letzen zu lassen.— D. tt. 32. 1. Nein. 2. Die Hülste des geietzllchen Erbteils. S. und 4. Nein.— H. SO. Ja. Sie bedürfen natürlich der Genehmigung der Aufsichtsbehörde.— H. S 1. Wabricheinlich bandelt es sich um denjenigen Teil der Steuer, der der Ge- meinde zusteht. Erkundigen Sie sich vor der Zahlung beim Umjatzsteucramt.— A. B. 100. Ja, wenn Sie im gesetzliiben Güterslande leben.— R. L. 24. 1. Entlohnungen sür Arbeiten, die über die regelmäßige Arbeitszeit hinaus geleistet werden, bleiben vom Abzüge bis auf weiteres stet. 2. Ja. Kr. 442 ♦ 37. �ahrgattg 3. Seilage öes Vorwärts Sonntag, 5. September 1920 EewerMastsbewegung sSiehs auch 4. Seite Hauptblatt.) Lachgewerkschast nichttechnischer Eiseubahnbeamter. Die früheren Verbände der Eisenbahnaisistenten, der Bahnhofsaufs eher und Unterassistenten, der Kanxleibeamten im Eisenbahn- dienst und der Eisenbahnbeamtinnen hatten sich am 1. September in Berlin zur Gründungsversamintutuj zusammengefunden. Erschienen waren etwa IVO Vertreter der über 60 000 Mitglieder zählenden Verbände, ferner waren als Gäste- zahllose Vertreter der im Reich bereits ins Leben gerufenen Fachbezirke und Fach- orlsgr uppen der Gewerkschaft erschlenen. Zur Beratung der vor- gelegten Satzungen wurde eine Kommission aus b Mitgliedern be- stellr. Nach Erstattung des Geschäfts- und Kassenberichts erfolgte die Neuwahl des Vorstandes. Sie ergab als 1. Vorsitzenden Eisen- bahnasststent Ruch-Lichtenberg b. Berlin, 1. Schriftführer Eisen- bahnassistent Witzell-Berlin, 1. Schitzmeitzer Eisenbahnassistent Wernor-Berlin-Baumschulenwog. Hervorzuheben ist, daß der Haushaltsplan, der einen jährlichen Mitgliedsbeitrag von 120 M. vorsah, nach kurzer Debatte zur Annahme gelangte, wodurch die Gewerkschaft auf einen jährlichen Etat von 6 000 000 M. kommt. Nach den geplanten Rückstellungen sollen die zu schafsenden Wohlfahrts- und Sterbekasseneinrichtungen usw. in großzügigster Weise aus- gebaut werden. Seitens der Sastnngskommission berichtete der Gsneralfekretär Giaubrecht, daß die Satzungen sich eng anlehnen an die Satzung der Reichsgewerlschast deutscher Eisenbahnbeamten und -anwärter. Durch Erweiterung der Aufnahmebestimmung ist die Aufnahmefähigkeit aller im Lohnverhältnis mit einer nichttechnischen Beamtentätigkeit beschäftigten Personen festgestellt. Die Fachge- werkschaft ist der vorgenannte« Reichsgewerkschaft angeschlossen. Betriebsleute der Zimmerer. Am Dienstag, den 7. d. M., nachmittags 3 Uhr. findet im „Gewerkscbaflshaus", Saal 3, eine Vertrauensmänner- sitzung sämtlicher in Fabrik-, Theater- und Baubetrieben be- schäftigten Zimmerer statt. Tagesordnung: 1. Wahl eines Delegierten zum Betriebsrätekongretz; 2. Ver- schiedenes. Achtung, Vertrauensleute! Laut Beschlusi der letzten Vertrauensmännerversammlung soll von jedem Betrieb ein Bericht über den Beschäftigungsgrad, die Höhe der Löhne, Zahl der Lehrlinge und deren Löhne und die Organisationszugehörigkeit eingereicht werden. Kameraden! Pflicht eines Vertrauensmannes ist es, um- gehend einen Bericht an uns einzusenden. Feder Betrieb mutz in der Vcrtrauensmännersitzung vertreten lein. Mitgliedsbuch legitimiert! Zentralverband der Zimmerer Deutschlands, Zahlstelle Berlin und Umg. Deutscher Transportarbeiter- Verband. HandelSarbeiter aus allen Betrieben der Branche der Engroskonieklion und Bekleidungsindustrie Am Montag, den 6. September, nachm. stzb Uhr, im Mewerkschaftsbaus, Engelmer 14/15(Saal t), Branckenversammiung. Tagesordnung: l. Vor- trag des Kollegen Farwig: Deutschlands Wirtschaftslage und der Weg zur Rettung. 2. Stellungnahme zu unseren Lohnforderungen. 3, Bericht von der öniichen Generalversammlung, 4. Branchenangclepenbeiten— Branche Einzelhandel! Am Montag, den 6. September, abends 7'/, Uhr, in der Nnions-Braucrei, Haienbeide 22/31, groger Saal, Branchenversammlung. Tagesordnung: 1. Warum müssen wir uns bereit halten? Referent: Kollege F. Pollmcier. 2. Unsere Stellung zu der Tarifkündigung de« Arbeilgeberverbandes im Einzelhandel 3. Diskussion und Beschlujjsäsfung. 4. Die Bezirksgruppen-Einlcilung und Wahl von Bezirksgruvpenlcitern. 5. Verschiedenes und Branchenangclcgenheitcn— Handelshilssarbeiter und -Arbcilcnnnen der Grnppen Bodenleder, Schuhfabriken, Schubgrohhandel und fleinledcrwaren. Am Dienstag, den 7. September, nachmittags 5 Uhr, bei Schulz, Am Königsgraben 2, Branchenversammlung, Tagesordnung: 1. Kündigung deS Tarifs. 2. Branchenangelcgcnhciten, 3. Bericht von der örtlichen Generalversammlung.— Sektion I. Montag, den 6. September, nachmittags 5 Uhr, bei Stolz, Holzmarktftr. 4, Ver- trauensmänner-Versammlung der Gruppe 8 /Damenwäsche, Schürzen, Kons.-Weihwaren). Dlenstag, den 7. September, nachmittags 5 Uhr, bei Witte, Poüstr. 29, Gruppenverjammlung der Gruppe 4(Woll- Wirk u, Trikotagen).. Dienstag, den 7. September, nachmittags 5 Ubr, bei Witte, Poslstr. 29, Vertrauensmänner-Versammlung der Gruppe 3 /Samt und Seide). Mittwoch, den 8. September, nach nillagS 4'/, Ubr, in der Aula, Schule Neue Friedrichstrage, Hinter der Garnison- lirche, 2. Aufgang rechts 3 Treppen, Gruppenversammlung der Gruppe S sKurzwaren, Tülle, Spitzen, Posamenten). Donnerstag, den 9. September, nachmittag? 5 Uhr, bei Witte, Poslstr. 29, Vertrauens- männer-VersammIung der Gruppe 2 lLeinen, Baumwollwaren). Deutscher Holzarbciter-Verband, Berwaltuugsstelle Berlin. In der Zeit vom 6. bis 9. September finden Mitglieder- und Branchen- Versammlungen statt. Die Kollegen werden ersucht, auf Handzettel und Bekanntmachungen genau zu achten, da diese Versammlungen Stellung nehmen zur ordentlichen Generalversammlung. A. E. G. Brunnenstroste. Am Montag, den 6. September, nachmittags 3 Ubr, Fraktionssitzung bei Krüger, Husfltcnstrage. Erscheinen aller ist erforderlich. Der Obmann: Herzseid. Zentralverband derAngestellten. Fachgruppe 12(Tiesbau-Gewerbe): öffentl. Versammlung, Montag, den 6. Sept., abends 7�/, Uhr, Rosenthaler Hof, Roientbaler Str. 11/12.— Fachgruppe 17 IIa /Zigaretten-Industrie): Mitgliederversammlung, abends 7>/. Uhr. Musikersälc. Kaiser-Wilhelm-Str. 31. — Fachgrupve 10 I u. II(Fachgruppen- und Sektions-Vorstände): abends 7 Uhr, Verbandsbureau(Roter Saal), Belle-Alliance-Str. 7/10.— Fachgruppe 10. Wegen der zahlreichen anderen Veranstaltungen deS Zentral- Verbandes der Angestellten in diesem Monat sällt die September-Fach- grupvenversammwng auS. Die nächste Versammlung findet gleich Ansang Oktober statt.— Fachgruppe 13c(Chemischer Großhandel): Betriebsräte- Versammlung, abends 71/s Uhr, Verbandsbureau, Belle-Alliance-Str, 7/10. — Fachgruppe 15a0 ir.biso00 bedruckt das Meter M. Br. 78-100 AAA00 cm. Meter 50 bisZUif N»,,. w... i 5ßr.85-90 tm jfifOOO KT�OO in geschmackvollen Farbenstellungen für Kleider, Röcke und Blusen d-, Meter M. bis 11 D Weiße, elfenbeinfarbene«nd fckwarze 55� AaittpdiKaKp Neuzeitige glatte und gekreppte reinseidene Gewebe. 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Anträge zurDeneralverfamm- luna, über bie Beschlüsse gefaßt werben sollen, müssen dem Bot- stände gemäß K 4S de» Genossen- schaftsgesetzes so rechtzeftlg eingereicht werden, daß sie Z Tage vor dem Generalversammlvngs- termin bekannt gegeben werden lännen. 1676b Oer Vorstand. Zoeoby. Schnei dr-nus. Schäfer. Hgeioeine ßtls-fitmiMDflc ?Nl!llMll»mM Die Vertreter der Arbeitgeber und Versicherten im Ausschuß werben biermil gemäß K SO Absatz 1 der Satzung zu einer Austerordentlichen AMMW am Montag, den Iii. September, abend»?>/, Uhr, nach dem Restaurant„Schultheiß-, Berlin-Bilmersdorf, Berliner Straße 3.7, ergedenst eingelaben. Tagesordnung: 1. Befchtußtassung Über den neuen Tarifvertrag für die An- gestellten der Tasse. 2. Aende- nmg der 88 2, 8. 16, 22, 27 und 30 der Dienstordnung. 3. Verschiedene». Beschwerden und Anfragen, welche Akteneinficht erfordern, müssen drei Tage vorher dem Borstanb schriftlich eingereicht werden. Berlin-Dilmersdorf. 8. Septbr. R. Engelhardt, Vorsitzender. 7SNL-SNLMut Benhotd tzorn. I-ockouer str.15 Oktooerbezlnnen Anlönzet kurse. sowre tür moderne Pänre Anmeldungen erbeten Oranlenstr. 120. Margarete Zorn, ehem. Kgl. SoloiaaiMim Achtung! Betriebsräte. Achtung! Der Eintritt zur Versammlung am DieDAtBg ist nur gestattet bei Vorzeigung des Betriebsausweises(nieht der Legitimationskarte) und des Quittunasbuches.______.t�v Ortsttonfeniajfe Oer SlhWN n.»erw. Gewerbe zu Berlin Die in ber Ausschußsipung gm 26. April b. I. beschlossene 7 Abänderung beritafienfaiiung, betresseno bie 88 2, 17, 18. 27, 31, 32. 46 und 74, ist unterm ia August b. I«. vom Ober- versicherungsamt Groß-Berlin genehmigt und tritt, soweit da» Gesetz nicht«inen früheren Termin bestimmt hat, mit dem heutigen Tage in.grast. 148/7 Druckeremplare ber Abänderung tonnen im gassendureau in Empfang genommen werben. Berlin, den 0. Sept. 1320. Set Socstanb. ?. Bolzt», Borsitzen der. Rod.»trtiger, Echriltsührer. Mm. Otts-firnnicn- WeMevSlMveM WW. Hiermit labrn wir bie Mit- glieber des Ausschusses zu der am Montag, den 13. Septbr., abend» 7 Uhr, im Ratskeller Eäpentck lagenden Austerordentlichen tliisIMBng et». 148-8 Tagesordnung: 1. Aenderung derDienstordnung für die Angestellten der Nasse gemäß den Bestimmimaen des Tarifr-rtrages zwischen dem Ara..(eniassenverband und dem Verbände der An- gestellten. 2. Geschäftliches. Die Ausschußmitglieder er- halten noch besonder« Einla- düngen. Set votslaab. _ Otto Nickel, Vorsitzender. Spezial-Schandlung. haut-, yatn-, Jraoentefben. Sonlfatstat St. weise« cheilanstalf. Lei! Arzt: St.». Hahn, pofsbemet Stt. 109. 3—7. Sonnt. 11—1. Prospekt frei.• Bluten t Binsen t Arbeiter auf bessere Seiden- blusen erhalten dauernde Beschäftigung bei Vorlage von Prodearbeit und Legitimation. Zwischen 9— I. Wölfl A Kroner. Aronenftr. 11. 16126 Bekmmtmachung. Berliner Stadtsynode In Demäßheit des§13 Ablaß 1 des.ssirchengesetzes vom! 26. Mai llvö(st. G. u.«. VI. E. 31) wird bterwit zur öffrnt-. I lichen stennlnis gebracht, daß nach dem z' aushaltsplan der Berliner Stadtsynode auf Grund des am ä. Juli 1920 nrchen- eulsichtlich und am 17. Auqust>929 staalsauMchtlich ge- nehmigten Umlagedcschlnsscs dieser Synode vom 17. Juni 1929 für das Rechnungssaht 1920 Ltt Prozent der für da» Rechnungssnht 1919 an den Staat entrichteter Einkommensteuer vom Eleuerlatz 21 M. autwärt» notUinftg als.ssirchensteue: erhoben werben. Als Maßstab bei der enbgOIHgen Heranziehung zur Kirchensteuer für 1929 dient die Reichseinkommcnfteuer. Die endgültige Heranziehung ersolgl, sobald die Veran- laguna zur Reichseinfommensteuer für 1929 durchgeführt ist. Dabei werden bie auf Grund der vorläufigen Heranziehung entrichteten Kirchcnstenerdettäge in Anrechnung gebracht und nwa zu viel gezahlte zurückerstattet. Es toltb botanf hingetoiesea. bost für 1C20 bei der enbgSlfigen Oetanlagnng nlfil ettoa ein Znseylag von 26 oom Hnnberk, sondern ein erheblich nlebttgrret Anschlag erhoben metben wirb. Di- Hebung erkolgt in zwei Halbjahre« benräaen. von denen der erste am 1. Juli 1929 und der zweite am 2. Januar 1921 j jällig ist. Die Zahlung der ersten Rate hat innerhalb zwei Wochen nach Empfang der Veranlagungsbenachrichtigung, die der zweiten Rate zwei Wochen nach dem 2. Januar 1921 zu erfolgen. Sine Abholung ber flltchenftetier durch Sfenet- zthebec findet nicht stakt Berlin, 2. September 1929. 996D Der geschaftSfülirende Ausschuß der Berliner Stadtsquode. Qaenbiet, a|_ A fTf- Dr. 8 k o 1 1 1 für Oeschlecb«»- i' � � Haut-, Hnrn-, Frauenleiden hattnäcklge Harnlelt"«», Ausschlag, nerr. Schwäche, geg Lues komb. Salvarsan-Kurcn, Slutuntersuchungen, Im IlteatenKur- Dlr.: Löser senior WurRoseutbaler Str. 69-70 + Harnleiden, Hautleldcn jea Vlll USllOV'.C Arti glgnr bewährte Spezial- benan il„ welche Rückläl.e ausschließt. 5uj. Praxis. Homoop. Institut H a r d e r. Frledrichstr. II2b. 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Bus aller Welt. •fic Heimkelir brr Gcfnngkncn. Bis cinschlietzlich 31. AuMst 1320 wurde» über die Ostsee beimbesördcrt: Aus Deutschland 44 503 Russen, aus Rußland 38 409 Heimkehrende aller Rationalt-. täten, Karunter 1 12 4 8 Deutsche. Berhaftung des früheren Dresdner Tchlosskommandantcn. Die Dresdner Abendblätter bringen die aufsehenerregende Verhaftung des Schloß kämtnandanlen des Dresdner Schlosses� aus der Revo- lutionszeit Frieß. Sr hat eine Reihe von�B e t r ü g e r e i e n und Schiebungen, unter anderem mit Salvarsan, verübt. Auch andere Straftaten werden ihm zur Last gelegt. Frieh wurde auch seinerzeit mit dem Diebstahl der beiden blauen Meißener P o r- zellanbasen in Verbindung gebracht. Tie Untersuchung darüber ist im Gange. Das erste Schiff unter tschechischer Flagge hat am 24. August W I ad i w o st o 5 verlassen. Das Schiff verdrängt 3000 Tannen, heißt„Lcgje" l Legion), wurde von der Bank der tschechischen Legionen angekauft und soll den Verkehr zwischen Trieft und dem fernen Osten besorgen.— So kriegt Shakespeare doch noch halb recht, her Böhmen ans Meer verlegte. Hungersnot in Algier. Die Gerstenemfe Algier ist voll- ständig mißraten. In Rio Salado ist es bereits zu Hungers- unruhen gekommen, denen nur durch Eingveäfen sranzösischer Truppen und Gendarmerie ein Ende gemacht werden tonnte. Polnischer Menschenraub. Anfang Juli begab sichf die Be- sißerstochtcr Marie Sche nd el aus Baruowen nach So Ida u zurück, wo sie in einem Geschäft tätig gewesen war. Am lv. Juli erhielten ihre Angehörigen aus Lautenburg ein Telegramm, aus dem hervorging, das- das Mädchen von den Polen nach Lautcnburg geschleppt worden war. In Aussicht gestellt wurde tbre Frei- lassung, sosern die Familie sich zur Zahlung eines Lösegeld'» von 3333 M. bereit erklärte. Den Angehörigen gelang es, diese Summe zusammenzubringen. Am 13. Juli fubr die Mutler d.'s Mädchens nach Soldau, um ihre Tochter zu ermitteln und mit Hilfe des Lösegeldes zu befreien. Sie wurde jedoch ebenfalls fest- genommen. Ein Versuch zur Befreiung der beiden Frauen konnte nicht mehr gut unternommen werden, da der russische Vormarsch der polnischen Gewaltherrschaft ein Ziel setzte. Als die Rüssen einzogen, hatten die Polen bereits ihre Gefangenen abtranspor- tiert. Seither fehlt von Marie Schenkel und ihrer Mutter jede Nachricht. Nur Zwangslandunz? Wie die Hapag miiteikt, ist da? F l u g« zeug Amsterdam— Hamburg»i Oldenzaale nicht b e- schädigt, sondern nur ivegcn Nebel zum Landen ge- zwnngen worden. Es wird die Fahit nach Homburg heute fortsetzen. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland vis Montag mittag. Zunächst zlemlich tiüde und tülü Jhit locil Bcidvcitcteu, im ftüftcngcbiclc vielfach starten Negensällen. Später im Westen zeitweise aufklarend. Polst ormdbet arbeitet zu billigem festen Preis gut auf Holzinvbel poliert, arbeitet auf. Möbelfabrik W. Dittmar, Molkeumarktsäbigtc!i einer aroglm tloblenjöiderüüg liegen die denkbar besten Voraussebungen vor. Die Leitung deS Bergwerlsbeiriebes liegt in den Händen erster Bergiachieuie. Die wefestschast gibt Anteile ä..M. tvlo,— auf den Inhaber tautend au»,. die durch bovothelarische Einlragung in den Grundbüchern st r ergeftcllt find und mit mindestens garaniierl verzinst werden. Sie- zu erwartenden Dividenden düislen jedoch voraussschtlich bedeutend höber fein. In der ordentlichen stieneralvezianimlung bat jeder gezeichncic Anteil ä M. 1000,— eine Stiinn t. Die llmwandlnng der Gefellschatl in eine Aliiengefellichasl und Einsübrung der Aliicn an der Börse«st oepiant. Mit den Gesellschaftern. Zeichnern von GischästS- a>r!e!lcn können evll. Zkoblenlieterungsverträge abgeschlossen werden. Koblenproben sieben zur Bersügung. Nach Abschätzung eistcr Sachverständiger betrögt der Wert des Bergwerk»- besttzes M.'4 500 000,—, das bisber gezeichnete Kapital beträgt M. 000 000.— und soll aus M. 1 250 000,— erhöht werden. Projpclic, Zeichnungsscheine versendet die Firma Robert Fricke, Bankgeschäft. Berlin SW. KS, F r i e d r i ch st r a st e 213, gegründet 1903. Zeichnungen und Einzahllmgen können dorticlbsl provisionsfrei während der Gclchästszeit von 9— 3 llhr vorgenommen werden. 25°/„ der gezeichneten Beträge sind sösorl einzuzahlen, der Rest nach Vereinbarung. Vereinigte Nenmarkische Kohlenwerke G. m. b. H. i»?tb aller tVrt veräen nscd äen neuesten dto- Vellen In erstklassi»{ gcr Ausfübrunz ■wie neu umgepreßt. Hutfabrik I W. C. LANGE Elsasser Str. 54 [ Nähed.Friedrichstr.| lkM Beistand, mäßige Preise, Teil- zatilung, Ehe-, Alimenten-, Strafsachen. Steuern, Gnadengesuche, Landgerichtsrat Dr. v. K i r c h b a c h, Gesellschaft m. b. H., Alexanderstraße 45(am Alexanderplalz, gegenüber Tietz)(9—7) Glänz Erfolge! 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Das Finanzministerium hatte außer den drei deutschen gewerk- schaftlichen Spitzenorganisationen, die Beamte organisieren, näm- lich dem Deutschen Beamtenbund, dem Allgemeinen Deutschen Ge- Werkschaftsbund und dem Deutschen Gewerkschaftsbund, noch einge- laden den Bund höherer Beamter, den durch Absplitterung vom Justizbeamtenbund kürzlich gebildeten Bund der Justizbeamten Preußens und den Bund der Militäranwärter. Die Ladung des letzteren hätte sich erübrigt, weil sein Vorsitzender Mitglied des Gütachterausschusses des Deutschen Beamtenbundes ist. Die Zu- Ziehung der anderen Verbände widerspricht dem Standpunkt der Spitzenorganisationen, der dahin geht, durch gewerkschaftliche Zusammenfassung der gesamten Beamtenschaft eine ein- heitliche. durchgeprüfte Stellungnahme herauszubilden. Tos spart Zeit und Kräfte für alle Beteiligten, sowohl für die Beamtenschaft, als auch für Regierung und Parlament. Der Verhandlungsleiter kennzeichnete als Zweck der Einladung die Entgegennahme der Beamtenwünsche in Gegenwart der Mitglieder des Be- soldungsausschusses der Preußischen Landesversammlung. Eine Verhandlung sei nicht angängig. Die drei genannten Spitzenorganisationen ließen durch den Vorsitzenden des gemeinsamen GutachterauSschustes Verwahrung gegen die Zuziehung von Splitterorganisationen einlegen und ferner erklären, daß sie wahrscheinlich nicht erschienen wären, wenn sie gewußt hätten, daß die Regierung nicht verhandeln, sondern die Beamtenschaft nur hören wolle. Der größte Teil der Abgeordneten stellte sich entschieden auf die Seite der Spitzenorganisationen; der Verhandlungsleiter fand sich jedoch nicht bereit, den gleichen Standpunkt einzunehmen. Darauf verließen die Vertreter der Großorganisationen den Ver- sammlungsraum. Ihnen schlössen sich die Abgeordneten der sozial- demokratischen, der demokratischen und der unabhängigen sozia- büischen Partei an. Die Sitzung mit den Zurückgebliebenen wurde a gebrochen. Wie wir erfahren, soll in den nächsten Tagen eine VerHand- lung über die Einstufung zwischen dem Besoldungsausschuß, der Laudesversammlung und den Vertretern der drei genannten Groß» organisationen stattfinden. Der Finanzminister soll eine Beteili- gung in Aussicht gestellt haben. Jinanzmmifter-Konferenz. Zurückhaltung in Besoldungsfragen verlangt. Darmstadt, 4. September.(WTB.) Am 3. und 4. September fanden hier unter Vorsitz des Relchsftnangministers Dr. W i r t h Besprechungen der Finanzminister der großen Staaten statt. Es wurde über den Entwurf einer Abänderung des Reichs- b o f o I d u n g s g e f e tz e s sowie über den Uebergang der Steuerderwaltun g aus das Reich berhandÄt. Gegsw den Entwurf wurden wegen der Rückwirkung auf die Besv-dungsord- nung der einzelnen Staaten, nicht unerhebliche Bedenken geltend gemacht. Anerkannt wurde, daß die Staaten mit ihren Besoldungs- gesetzen nicht über das Reichsgesetz hinausgehen dürften, ferner daß man in Besoldungsfragen mit äußerster Borsicht und Zurück- Haltung vorgehen müsse, um die Finanzlage des Reiches vor völligem Zusammenbruch zu bewahren. Die Vreslauer Borgänge. Der Regierungspräsident hat die auf die Ermittelung der bei den Vorgängen am 23. August Be- teiligten ausgesetzte Belohnung von 3300 M. auf 15 000 M. erhöht. Ungarn schickt einen Gesandten, den Exminister b. Emich, nach Berlin. im Lande weiter als das Ziel, das ihrem Wege aufgerichtet ist. Aufgerichtet in dieser von Zerrissenheit und Zertrümmerung starrenden Zeit! Ueber diese drückende Gegenwart hob der Weimarer Jugendtag stark empor. Man vergaß sie einmal inmitten dieser sannigen Hoffnung, die dort aus kräftigen Wurzeln empoctrieb. Es war das Leben, das nicht verderben will, das junge Leben, das, aus sich selbst sich testigend, mutig sich erhebt, um der Zukunft -u sagen, wie sie wachsen soll, dem Menschen und der menschlichen Gemeinschaft zum Heil._ frd. »Tas Hollandweibchen" im Metropoltheeter. Der Erfolg dieses Gefellschaftsabends mit obligatorischer Musikbegleiwng von Emerich K a l m a n, dem Komponisten der„Czardasfürstin", war den Per- sonen, nicht dem Werk zu danken. Die Menschen, die viele hundert Mark bezahlt hatten, kamen bei einem Werke, das kaum hundert österreichische Kronen wert ist, kaum auf ihre Kosten, aber ein Erfolg der Stare blieb zu verzoichnen. Im Ernst: die Partitur ist bis auf ein flottes Pfeiflied, einem holländischen Tanz und«in Traumlied des zweiten Aktes leer von eigeijen Tönen, frei auch von durchschlagender Kraft. Die Noten sind flach hingeworfen, man hört fast nur Melodie und Baß, nichts Zwischentöniges, nichts Uebergangszartes. Die Lustigkeit, auch der da capo-Beifall hatten etwas Krampfhaftes, und die Stimmung des Hauses�schien lediglich gctragen von der Sehnsucht nach den Thealerlieblingen. Von diesen blieb Frau Dux vollkommen zarte, beste Oper, sie sang ihre schönsten und klarsten Kopftöne, spielte lieblich und tanzte dezent; man hörte im Saale immer wieder sagen: ja, aber die Massarh— und zuckte die Achseln. Wer so ist die Partie weder angelegt noch durchführbar. Den Charme und die Lustigkeit des Abends be- stritten vor allem der fröhlich-echte Fritz Werner, der Spiel- gewinn des Abends; neben ihm Kühner mit wenig dankbaren Liedern und der immer noch lugelrunde und berlinisch geladene Thielscher. Kapellmeister Seidel-Winkler nahm die Sache sehr ernst, fügte sich aber allmählich in die Bewegung des Stoffes voll- kommen ein. Der Inhalt? Tie Geschichte von dem Bräutigam, der zur Hochzeit nicht erscheint, die theoretisch getraute Braut, in die sich am holländischen Strand der Prinz verliebt, usw. Ausstattung und Kostümierung sowie Regie waren vortrefflich. X. 8. Verflucht sei der ilcker. Dieses Arbeiterdrama, das unser Genosse Franz Starosson geschrieben hat, geht beute als Ausführung des Bildungsausschusses in zwei Theatern in Szene. Im Rose- t h e at e r wird es sür die Arbeiterjugend ausgesührt. im Zentraltheater (Alte Jakobstrafe) für die Erwachsenen. Karten 3,30 M. leinschl. Zettel und Garderobe). Verlosung um 2 Uhr. Ter Phvsiker Eugen Goldsteiu, der sich aus beengenden äußeren Verhältnissen berautarbeitete und immer mit geringen technischen Mitteln Bedeutendes als Experimentator geleistet bat. vollendet heute in Schöne- berg sein siebcnzigslcS Lebensjahr. Fast alle seine Arbeiten liegen aus dem Gebiet der elektrischen Entladung und besasseu sich mit den da- bei auslreienden Leuchterschetnungen. Im Laboratorium seines großen Lehrers Hclmboltz gelang ihm 183ö bei der Beobachtung der Durchleitung von Eleklrizität durch llark evakuierte Röbren die Entdeckung einer be- sonderen Art von Strablen. die er K a n a l st r a h I e n nannte. Sie haben u. a. sür die Ersorschunq des Ausbaus der Atome Bedeutung gehabt. Die Zeitschrist.Nalurwisjeujchaste»' widmet diese« Kämpjer der Wijl'euschast ein Sonderheft. Der Kampf um i Stresemänner drohen mit der Kabinettsfrage. Am Sonnabend vormittag hielt der Parlamentarische Beirat beim Entwaffnungskommissar feine zweite Sitzung ab. Reichskommissar Dr. Peters teilte zunächst mit, daß die Kom- missare der Länder bereits ernannt seien. In einer gemeinsamen Sitzung mit rhnen sei volle Einigkeit über die Ausführung des Ge- setzes erzielt worden. Sodann wurde nach kurzer Erörterung die zweite Ausführung sbe st immung beschlossen, die unter den Begriff Militärwaffen auch die Armeepistolen mit er- faßt. Bei Beratung der dritten Ausführungsbestimmung, die jede Art der Beförderung von Militärwaffen, mit Ausnahme der sür die interalliierten Truppen, für die Ententemächte, zur Zerlegung und Verschrottung und für die Reichswehr und zum Tragen von Waffen berechtigte Beamtenschaft bestimmten, verbietet, erklärte Dr. Peters, daß nach dem Erlaß des Entwafsnungsgeseves das Berschieben von Waffen einen sehr großen llmfang, anscheinend auch nach dem Auslande, angenommen habe. Sogar durch In- serate wurden Waisen zu kaufen gesucht. Hier müsse mit allen Mitteln eingegriffen werden. Deshalb seien nach der Aus- führungsbestimmung die für den Transport zulässigen Waffen ge- nau zu bezeichnen. Die Kontrolle hierüber soll ausgeübt werden von einem Referenten des Eisenbahndirektionsbezirks und dem Ob- mann des Eisenbahner-Betriebsrats. Abg. Brüninghaus(D. Vp.) wendet sich scharf gegen die „Nebenregierung" der Eisenbahner und Arbeiter, die mit den ver- fassungsmäßigen Zuständen nicht in Einklang zu bringen sei.— Abg. Rosenfeld(IL Soz.) bekämpft diese Ausführungen.— Genosse Girbig verlangt, daß dem Schiebertum scharf entgegen- getreten wird. Die Waffentransporte der Entente müssen sicher- gestellt werden, damit keine außenpolitischen Folgerungen entstehen. Alle nicht ordnungsmäßigen Waffentransporte müssen streng be- straft werden. Hierzu muß man sich der Hilfe der Eisen- b a h n e r und Transportarbeiter bedienen, wenn man den beabsichtigten Zweck erreichen will.— Abg. B e r n d t(D. Vp.) hält es mit den Bestimmungen des Betriebs rätegesetzcs nicht für ver- einbar, daß der Obmann der Betriebsräte zur Kontrolle heranzu- ziehen sei.— Abg. Rosenfeld(II. Soz.) kritisiert scharf den be- kannten Erlaß Groeners, der im Widerspruch stehe mit den Vereinbarungen, die zwischen der Zentralstelle und der Reichs- regierung getroffen seien. Dieser Konflikt werde von der Arbeiter- schaft ausgekämpft werden.— Ein Vertreter des Reichs- Verkehrsministeriums verteidigte den Erlaß. Die Eisen- bahn-Verkehrsordnung schreibt vor, daß sämtliche ihr zur Beförde- rung übergegebenen Gegenstände befördert werden müßten.— Genosse Stelling betont den Rednern gegenüber, die über die „Nebenregierung" wettern, daß den Eisenbahnern und Ar- beitern nur Dank zu spenden sei. Sie hätten mitgeholfen, die Neutralität Deutschlands zu wahren. Die Ausführungsbestim- mung sei notwendig, weil man vor kurzem erst wieder im Walde von Kleinen(Mecklenburg) 30 Maschinengewehre und 30 000 Schutz Munition vergraben gefunden habe, die doch nur aus dem Bahn- weg« dort hingeschafft sein können.— Abg. H e n ni n g(Dnatl.) spricht von de-r Diktatur des Proletariats, die die Sozialisten jetzt wieder ausrichten wollten. Er beantragt, auS der vom Reichskommissar zu erlassenden Anweisung die Koniroll« durch die Betriebsräte zu streichen; ferner die Aufnahme einer Bestimmung, nach der das unbefugte Anhalten und Hemmen von bereits kontrollierten Transporten strafbar ist.— Abg. Maretzky (D. Vp): Es dürfe keine Nächgiebigkeit geben, sonst würde die Staatsautorität immer mehr geschädigt. Redner droht, daß die Deutsche BolkSpartei die Kabinettsfrage bei Ablehnung dieser An- träge stellen werde. Ter Reichskommissar erklärt, daß er bei Annahme der Anträge, die nicht in die Ausführungsbestimmungen hinein- gebären, die Vorlage zurückziehen werde.— Genosse Giebel weist darauf hin. daß die Stellung der Kabinettsfrage der Deutschen Volkspartei uns völlig kalt lasse. Die Mitwirkung der Arbeiterschaft liege in der Richtung der Ausführung dieses Gesetzes. Auch wir wünschen, daß einmal kontrollierte Waffen sendungen nicht auf seder Station wieder durchsucht werden.— Abg. B e r n d t (Dnatl.) behauptet, daß die Arbeiter nur Sonderrecht« für sich be- Ansprüchen; die Bürgerlichen hätten keine Lust, sich majoristeren zu lassen. Die Anträge Henning werden zurückgezogen; da- gegen stellt Henning den neuen Ä n t r a g.„daß die Obleute der Betriebsräte nicht bom Reichskommissar allgemein als Mitglieder der Kontrollkommission bestimmt werden dürfen. Die Kontrolle und Entscheidung ist vielmehr lediglich den Organen der Regierung zu übertragen. Wie weit diese in d-r Ausführung auch Arbeiter«Äs ihre Hilfsorgan« hinzuziehen, muß diesen überlassen werden." Englischer Protest in(dberschlesien. Nach einem Kattowitzer Bericht des B. 8.-Korr. konnte man in den letzten Wochen deutlich verfolgen, wie die Polen von Tag zu Tag immer heftiger gegen die englischen Kreiskon- trolleure und die italienischenBesatzungstruppen Stellung nahmen. In B e u th e n erregen die Maßnahmen des englischen Kreiskontrolleurs, Major O t t l e y, den Unwillen der Polen. In Tarnowitz wurden unverhüllte Drohungen gegen den dortigen englischen Kreiskontrolleur, Major Cassels, laut. In den Landgemeinden äußerten die Polen ganz ungeniert, daß sie seine Absetzung erzwingen und dann gegen die Städte'vorgehen würden. In Oberschkesien gibt es insgesamt 17 Kveiskontrolleure, zu denen noch die Stadtkontrolleure, z. B. in Kattowitz, Beuthen und Gleiwitz, kommen. Von diesen Beamten sind 5 Engländer, und von diesen haben die Kreiskontrolleure von Tarnowitz, Groß-Strelitz und Beuthen ihr Rücktrittsgesuch eingereicht, weil sie die einseitige Begünstigung der Polen durch die Franzosen nicht mehr mitmache« wollen. Während die englische Regierung das Abschiedsgesuch der Kontrolleure von Tarnowitz und Groß-Strelitz genehmigte, lehnte sie das des Majors Ottleh rn Beuthen ab. Ottleh hat auch der Ausgrabung der 10 ermordeten Deutschen in Josephstal beigewohnt und ließ sich von den zuständigen Behörden eine Anzahl Photo- graphien Ermordeter überreichen, um diese als Beweisstücke pol- nischer Brutalität nach London zu senden. Major Ottleh erfreut sich wegen seiner Gerechtigkeit großer Beliebtheit. Der in Krakau erscheinende..Jllustrowamh Kuryer Codziennh" („Täglicher illustrierter Kurier�) hat schon am 28. August mit- geteilt:„Die Gemeinden des Beuthener Kreises wandten sich an die Interalliierte Kommission mit der Forderung, den alliierten Kreiskontrolleur für den Kreis Beuthen, den englischen Major Ottleh, seines Postens zu entheben, da er bei der Aus- Übung seiner Tätigkeit sich der polnischen Bevölkerung gegenüber feindlich gesinnt gezeigt hat, während er die Deutschen b e- vorzugte. Er steht unter dem Einfluß des Beuthener Land- rats." $*. Bei Przelaiia wurde Freitag abend wieder die Leiche eines ermordeten Deutschen aus dem Grenzfluß Brinitza gezogen. Em polnischer Grenzsoldat, der au dem jeuseitigeu Ufer Entwaffnung. Der Antrag wurde gegen die Stimmen der Deutschnationalen abgelehnt. Dagegen wurde gegen die Stimmen der Sozial- demokraten und Unabhängigen eine Entschließung angenom- m e n. die besagt, daß der Beirat von den Erklärungen des Reichs- kommissars Kenntnis nimmt, ncuh welcher Transporte, die den Aussührungsbestimmungen des Gesetzes genügen, von U n b e- fugten weder angehalten noch kontrolliert werden dürfen. Unsere Genosien stimmten gegen diese Resolution, weil die wichtigen Erklärungen des Reichs koinmifsarz über die M i t w i r- kung der Betriebsräte bei den Kontrollen nicht mit auf- genommen worden sind. Die Ausführungsbestimmungen fanden sodann ohne Wände- rung Annahme. Ter dänische Munitionsdamvser. In der Holtenauer Schleuse bei Kiel wurde, wie schon im Abendblatt kurz mitgeteilt, der von Frankreich kommende d ä» nische Dampfer„Dorris" angehalten und ihm die Weiter- fahrt nach der Ostsee verweigert, weil er 1000 Tonnen Mu- n i t i o n und Wasien, die für Polen bestimmt sind, an Bord hat. Das Schiff mutzte auf der Reede vor Anker gehen und wird von den Beamten des Wasserfchutzes bewacht. Eine Sitzung der Vertreter des Kieler Gewerkschaftskartells, der in Frage kommen- den gewerkschaftlichen Organisationen und der sozialdemokratischen Parteien Groß-KiclS beschloß, die gesamte Arbeiterschaft des Ka- nalbetriebs aufzufordern, jegliche Arbeit, die dem Transport von Kriegsmaterial dient und gegen die Neutralität verstößt, zu ver- weigern und dem Internationalen Gewerkschafts. b u n d von dem Transport von Kriegsmaterial durch den Nord- cstsee-Kanal Mitteilung zu machen. Uebt Solidarität! Arbeiter und Angestellte Berlin-Brandenbnrgs! Unserem Aufrufe vom 28. August, betreffend die Kontrolle der Waffen-, Munitions. und TruppcntranS- Porte, hat die Arbeiterschaft»n erfreulicher Weise Folge geleistet. Eine ganze Anzahl von Transporten mit Kriegskonterbandc sind angehalten worden. Eine Bollmacht ist der unterzeichneten Kom- Mission bisher verweigert worden. Nicht genug damit, ist noch eine Verfügung des Reichsverkehrsministers Grüner ergangen, durch welche jede Mitwirkung der Arbeiterschaft bei der Kontrolle ausgeschaltet wird. Verhandlunge», welche daraufhin seitens der Arbeitervcrtreter eingeleitet wurden, sind sowohl vom Reichs- verkehrsminister als auch vom Reichskanzler abgelehnt worden. Die unterzeichneten Vertreter der Arbeiterschaft Berliu-Branden- burgs halten ebenso, wie die Reichskommission für ganz Deutsch- land, nach wie vor an ihrem Aufruf fest. „Bleibt wachsam!" Mit diesem Ausrufe wendet sich das Exekutivkomitee der Juter- nationalen Transportarbeiter.FSderation an die Arbeiterschaft her ganzen Welt. Bleibtwachsam! ruf-n auch wir der Arbeiterschaft Berlin- Brandenburgs zu. Berwcigert auch weiterhin jeglichen Transport von Kriegsmaterial! liebt proletarische Solidarität! Auskunft über alle zweifelhaften Fälle wird erteilt sowie Mel- düngen werden entgegengenommen bei Hermann Müller, Berlin, Schicklerstr. 5/6. Kontrollkomnnssion für Berlin-Brandenburg. Für die U. S. P. D., Bezirksverband Berlin-Brandenburg: Brühl. Für die S. P. D., BezirkSoerbanb Grosi-Bcrlin: Häusler. Für die Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend: S a b a t h. Für die Provisorische Betriobsrätezentrale: W e g m a n n. Für die Betriebsräte der Sozialdemokratischen Partei: Reinknccht. Für den Eisenbahnerverband, Ortsgruppe Berlin: Uhlich. Für den Transportarbeiternerband, Bozirksverwaltung Groß-Berlin: Klose. Für den Bezirksbetriebsrat der Eisenbahner: Marci. ...........' Wache stanid, rief einigen Dorfbewohnern höhnische Be- merkungen über den Fund zu. Die Leiche des Mannes weist fürchterliche Verletzungen auf. Die Leiche des Lehrers Skrobek, die ebenfalls bei Przelaika gelandet und beerdigt worden war, wurde exhumiert und nach Michalkowitz gebracht, wo die feierliche Beifetzlmg' statt- finden soll. Preußens Staatsbergwerke. Im Haupiaus schütz t> et Landesversammlung wurde der Berg Haushalt beraten. Dabei nahmen die Be- triebsverhältnisse im Recklinghauser Bezirk großen Raum ein. Eine Reihe angeblicher Mißstände wurde von der Regierung nicht derart aufgeklärt, daß der Ausschuß sich damit zufrieden- geben konnte. Auf Antrag der Sozialdemokraten wurde einstimmig die Einsetzung eines Unterausschusses beschlossen zur Untersuchung der Verhältnisse an Ort und Stelle. Annahme fand ein sozialdemokratischer Antrag, wonach auf die Reichs- regierung eingewirkt werden soll, damit eine ausreichende Be- lieferung der Bergarbeiter mit Lebensmitteln, insbesondere mit Kartoffeln, erfolgt. Ferner ersuchte der Ausschuß auf Antrag der Sozialdemokraten hin die Regierung, alsbald einen Gesetz- entwurf vorzulsgen, der die Befugnisse der Sicherheits- männer und A r b e i t e r a u s f ch ü s s e auf die Betriebs- r ä t e bzw. deren Ausschüsse überträgt. Nach einem gleichfalls angenommenen Zentrumsantrag sollen schließlich die Berg- bebördeit angewiesen werden, in Beschwerdesachen der Bergarbeiter mit den Führern der Bergarbsiterorganisationen zu v e r h a n- dein und überhaupt im Verkehr mit den Bergarbeiterorgalnsatio- neu dieselbe Stellung einnehmen wie die Regierung. Defenssvmassnahmen gegen Merges. Hannover, 4. September. (WTB.) Zu den Drol?ungen des Kommunistensührers Merges, daß mit Hilfe der im Gefangenem lager Hameln internierten Russen leicht etwas unternommen werden könne, erfahren wir, daß von den Behörden alle Vorkehrungen getroffen war- den sind, nm solche Unternehmungen zu verhindern. Ein Anlaß zur Unruhe besteht also nicht— Uns scheint, daß die törichten Renommistereien des K. A. P. D- Marine 3 Merges viel zu ernst genommen werden. Keine französische Polizistengewerkschaft. Ter Verwaltungsrat des Syndilais der französischen Polizeibeamten hat beschloffen, der dringenden, gerichtlich zuge st eilten Aufforderung der Regierung zur Auslösung des Syndikats zu eatsprechen. OewerWhQfisbswegung (Siehe auch 3. Beilage.) Oer Staatsanwalt für Stinnes. Durch eine Bemerkung in einem im November v. I. im Kor- responden�blatt des Gewerkschaftsbundes erschienenen Artikel fühlte sich die Direktion der Zeche Mathias Stinnes in Welheim(Ruhrgebiet) beleidigt. Auf Antrag der Direktion erhob die �Staatsanwaltschaft im ö ffentlichen Interesse A n kla g e gegen den Verfasser des Artikels, Steiger Werner, den Geschäftsführer der Abteilung Berg- bau des Bunde? der technischen Angestellten und Beamten. Die betreffende Bemerkung ging dahin,«in Steiger sei unter Angabe eines nicht zutreffenden Grundes entlasien worden, weil man chn als Obmann des Betriebsrats habe loS werden wollen. Die Entlassung war die Ursache eines Streiks der 4000 Mann zählenden Belegschaft der Zeche. Später hat sich allerdings herausgestellt, dag der angegebene Entlassungsgrund tatsächlich vorlag, doch blieb die Belegschaft bei der Meinung, wenn es sich nicht um den Ob- mann des Betriebsrats gehandelt hätte, würde aus dem angeführten Grunde keine Entlassung erfolgt sein. In der Verhandlung, die am Sonnabend vor der 8. Straf- kammer des Landgerichts I Berlin geführt wurde, beantragte der Staatsanwalt 100 M. Geldstrafe.— Das Gericht erkannte auf Freisprechung mit der Begründung, an sich sei die Be- merkung beleidigend, aber der Angeklagte habe als Gewerkichaftssekretär in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt, denn er sei für ein Mitglied seiner Organisation eingetreten. Da« er die an sich unzutreffende Angabe wider besseres Wissen gemacht habe, sei nicht erwiesen. Angesichts dieser Sachlage muff eS Befremden erregen, daff die Staatsanwaltschaft Anklage im öffentlichen Interesse erheben konnte, anstatt eS der Stinnes-Direklion zu überlassen, gleich jedem anderen Staatsbürger auf dem Wege der Privatklage Genugtuung zu suchen. Vom Kampf der Berliner Stockarbeiter. Seit 6— 8 Wochen führen die Berliner Slockarbeiter den Kampf gegen den Uebermut der Unternehmer, die Lohnarbeit in dieser Branche zu beseitigen. Von den zirka 800 Besihäsligten arbeiten 320 nur in Lohn und rechnet man hinzu, daff jeder Akkord- arbeiter neben seinem Akkord pro Stunde 3 M. Teuerungszulage erhält, so kommt man zu dem Ergebiiis, das fast zwei Drittel in Lohn arbeiten. Hier arbeiten nun die Unternehmer mit den schäbigsten Mitteln, um in allen Betrieben die Akkordarbeit einzu- führen; sie fragen nickt danach, daff der Reichstarif noch bis zum 16. Februar 1921 besteht. Mitte Juli wurde in vier Lobnbetrieben die Arbeitszeit auf 24 Stunden verkürzt und dann zirka 70 Arbeiter entlassen, weil sie sich weigerten, Akkordarbeit zu leisten. Alle Be- mühungen und Verbandlungen scheiterten, indem die Arbeitgeber beteuerten, nur die schleckte Konjunktur sei an allem Schuld. Eine Beschwerde an die Freie Vereinigung der Holzindustriellen, Abt. Stockfabrikanten, ergab folgende Antwort: «Auf Ihren Brief vom 23. Juli, betr. die Stockfabrik B.& K., teilen wir Ihnen mit. daff es unzutreffend ist, daff die Firma ihren Arbeitern angeboten habe, weiter in Akkord zu arbeiten. Die tatsächlichen Verhältnisse liegen vielmehr folgendermaffen: Infolge des aufferordentlich plötzlichen Umschlages in der Konjunktur(lies aber nur in den Lohnbetrieben C. R.) hat die Firma B. ck K. keine Aufträge mehr, da diese!von der Kundschaft abbestellt worden sind. Die Aufträge find, da sie bereits überfällig sind und längst geliefert hätten sein müssen, abbestellt worden. Die Firma B.& K. hat also tatsächlich im Augenblick nichts zu tun. Infolge dieses schlechten Geschäftsganges hat die Firma ihre Arbeiter entlassen, bat denselben sogar 14 Tage vorher gekündigt, um den Arbeitern Gelegenheit zu geben, sich evtl. andere Beschäfti- gung zu verschaffen." .O, Ihr gutherzigen Unternehmer." O, welche? Mitleid für die armen Slockarbeiter, deren Frauen und Kinder spricht aus Eurem Herzen, wenn man Euer Rundschreiben vom 12. Juli 1920 liest. Da heifft eS unter anderem: .Kollegen, wir müssen die Betriebe unterstützen, welche die Lohnarbeit beseitigen wollen, und haben wir beschlossen, daff in der Zeit vom 12. Juli bis 16. August in keinem Betriebe Arbeiter eingestellt werden dürsen." Ein anderer Beschluff besagt: für jeden Fall sind pro Arbeiter 600— 1000 M. Strafe zu zahlen. Kollegen, macht die Augen auf, fragt die Unternehmer, ob dieses Rundschreiben ihre Vertragstreue dokumentiert. Kollegen I Vor Jahresfrist hieff es.Arbeitermangel" in der Stockindustrie, und wir haben die Industrie wieder auf die Höbe gebracht, den Unternehmern Gewinne verschafft,— heute sollt Ihr geknechtet und durch Hunger in den Abgrund gestohen werden. Die Branchenversammlungen in der Königsbank am 12., 10. und 23. August haben Euch den Weg gezeigt. Wir haben Verbindungen angeknüpft mit Italien, Schweiz und Holland. Zirka 60 Kollegen haben sich schon einzeichnen lassen, welche bereit sind, Berlin zu verlassen. Alle Vermittlungen, um wieder geordnete Verbältnisse zu schaffen, sind gescheitert. Die Antwort der Unternehmer vom 12. August ist Euch in den Versammlungen vorgetragen worden. Wann wird der Schiedsspruch des Tarifamtes in unserer Branche durchgeführt? Oder erklären sich die Stockrabrikanten mit den Holzindustricllen solidarisch, indem am 1. Oktober er. angefangen werden soll, die Löhne abzubauen? Ist die Konjunktur so schlecht, daff Arbeiter entlassen werden müssen? Wir sagen nein! Die Firma B. u. K. wurde beim SchlichtungSausschuh ver- klagt; das Urteil lautet: Die Firma wird verpflichtet, sämtliche 14 Kollegen sofort wieder einzu st ellen und für den entgangenen Arbeitsverdienst die Entschädigung von 1 6 0 9 2 M. zu zahlen. Am nächsten Tage wurden olle Arbeiter wieder eingestellt und arbeiten heute noch. Eine andere Firma arbeitet verkürzt, es ist aber genügend Arbeit vorhanden, um voll zu arbeilen oder Leute einzustellen, sie darf es aber nicht, da der Beschlutz der Unternehmer sie daran hindert. Ein anderer Unter- nehmer gebraucht ebenfalls Arbeitskräste, kann aber nicht einstellen, da sich am Arbeitsnachweis nur Arbeiter befinden, welche in anderen Betrieben die Akkordarbeit abgelehnt haben. Unter solchem Vertrage müssen die Stockarbeiter Berlin? arbeiten! Was wird die Organisation tun, um die Stockarbeiter von diesem Vertrage zu befreien? Der angedrohten Aussperrung der Stockarbeiter sehen wir ruhigen Bluts entgegen und hoffen auch, daff die gesamten Holz- arbeiter unseren Wegen verständnisvoll ihre Zustimmung geben werden._ Gewerkschaftsmitglieder! Das Lustspielhaus, Berlin SW., Friedrichstr. 238, hat uns für Freitag, den 10., und Sonnabend, den 11. September, für die Vorstellung. Zwangseinquartierung'(mit Arnold R i e ck in der Hauptrolle fLustipiel von Arnold Auerhachjl Karten zum Eintrittspreis von 7 M. zur Verfügung gestellt. Die Karten können vom Montag, den 6. September, ab werktäglich nachmittags von 4t/z— 7 Uhr in unserem Bureau, Engelufer 16, 1 Treppe. Zimmer 16, entgegengenommen werden. An die Arbeiterschaft in den Buchbindereien! Entsprechend den zentralen Verhandlungen in Leipzig, nach welchen die Arbeitgebervereinigung ihren Mitgliedern empfiehlt, ab 3. September ohne Vorbebalt nach dem Eisenacher Lohnabkommen zu zahlen, wird die Arbeiterschaft in den Buchbindereien aufgefordert, die Teuerungszuschläge entsprechend dem Eisenacher Lohnabkommen einzuschreiben. Ueber Nachzahlung usw. wird Auskunft am Montag, den 6. September, nachmittags 6 Uhr, im Saal 9 des.Gewerksckafts- Hauses", Engelufer 16. gegeben. Die Vertrauensmänner sämtlicher Betriebe werden aufgefordert, unbedingt in dieser Sitzung zu er- scheinen! Die Ortsverwaltung des Buchbinderverbandes. Zum Streik der Mostrichmüller. Wie bekannt, befinden sich die Mostrichmüller der Firma Karl Kühne, Weinessig-, Mostrich- und Konservenfabrik, Berlin. Brunnen- straffe III, und ebenfalls derselben gehörende unter der Firma Keil, Memcler Str. 8, geführte Betrieb wegen Lohnforderungen seit dem 12. August im Streik. Die Firma bleibt nach wie vor auf ihrem Standpunkt, den go» lernten Arbeitnehmern in ihrem Betriebe zweierlei Löhne zu zahlen, bestehen. Während andere gelernte Arbeitnehmer einen Stundenlohn von 6,30 M. erhalten, will man den Müllern nur 4,76 M. zahlen. Verhandlungen der Orgoniiotionsvertreter und der Obleute der genannten Betriebe mit der Firma waren erfolglos. Die Organisation wurde von den Streikenden beauftragt, den SchlichtungSauSicknff zur Vermittlung und Fällung eines Schieds- spruckeS anzurufen. Da die Firma versuchen wird, Mostrich von Hamburg, Leipzig und Danzig zu beziehen, werden die dortigen in den Mostrich» mühlen beschäftigten Arbeiter besonders aufmerksam gemacht und gebeten, jegliche für Verlin bestimmte Anforderung erst nach- zuprüfcn und eventuell der Ortsverwaltung deS Brauerei- und Mublenarbeiterverbandes, Berlin, Mulacksiraffe 10 I, Kenntnis zu geben. Arbeiterfreundliche Blätter werden um Abdruck obiger Notiz gebeten. Die Ortsverwaltung. Erfolgreicher Streik im Zelluloid-Grosthandel. Der sechsiägige Streik hat damit sein Ende gefunden, daff der Arbeitgebcrverband vollkommen gesprengt ist. Die Verhandlungen wurden direkt mit den bestreikten Firmen geführt und endigten mit restloser Anerkennung der Angestelllenforderungen. Im Zelluloid- Groffhandel wird nunmehr nach dem gefällten Sckledsipruch ge« zahlt, ebenio wird die Nachzahlung der Differenzen rückwirkend ab 1. M a i vorgenommen. Maffregelnngen finden nicht statt, Streiktage werden nicht be- zahlt/ Die Arbeit ist wieder aufgenommen. Achtung, Steinsetzer und Berufsgenossen! Für den Tarifbezirk Groff-Berlin sind laut Vereinbarung mit den Arbeitgebern folgende Lohnsätze ob 4. September zu zahlen: Steinsetzer pro Stunde 7,— M., Steinschläger pro Sluude 6,90 M.. Rammer pro Stunde 6,70 M., Arbeiter 6,— M. Hilfsarbeiter mit nicht 3 monatiger Beschäftigung im Steinsetz- Hoch- oder Tiefbaugewerbe 5,70 M. Tie Löhne im Z 6 Ziffer 1 b und c Ziffer 2 und die Akkord» löhne für Steinhauer werden entsprechend diesen Lohnaufbesserungen gleichfalls erhöht. Diese Lohnabrede soll btS zum 31. Dezember 1920 in Geltung bleiben. Gleichzeitig verweisen wir darauf, daff unsere regelmäffige Mit» gliederversanimlung jeden 2. Montag>m Monat in der.Harmonie", Jnvalidenstraffe 1, abends 7 Uhr stattfindet. Verband der ver. Steinsetzer(Pflasterer) u. Berufsgen. Deutschlands, Filiale Berlin. Stnck- und Gipsbaubranche! AngesickiZ der auch in unserem Berufe steigenden ArbeitSlosig» keit ist die Sektionsleitung mit den Arbeitgebern in Verbindung getreten, um gemeinsam mit diesen über eine eventuelle Verkürzung der Arbeitszeit zu beraten. Es wurde vereinbart, daff von Montag, den 6. September, ab die Arbeitszeit 40 Stunden die Woche be« tragen soll; als Ausgleich dafür sollen nach Möglichkeit vermehrte Arbeitskräfte eingestellt werden. Die Versammlung der Stuck- und Gipsbaubranche machte sich dieie Vereinbarung gegen drei Stimmen zu eigen, brachte aber zum Ausdruck, daff der durch die Verlürzung der Arbeitszeit verrtngerle Lohn für die Arbeitgeber kein Anlaff werden darf, später bei voller Arbeitszeit die Löhne abbauen zu können. Die arbeitenden Kollegen verzichten jetzt trotz der erheblichen Notlage nur im Interesse der Arbeitslosen aus den höberen Lohn. Die Arbeitszeit regelt sich also vom 6. September wie folgt: Montag bis Freitag Arbeitszeit 7 Stunden. Anfang 8 Uhr, Mittag 12— 12'/, Uhr, Feierabend 3'/, Uhr. Sonnabends Arbeitszeit fünf Stunden, mit einer'/zstündigen Pause. Anfang 8 Uhr, Feierabend 1 Uhr. ES werden also 39'/, Stunden gearbeitet und 40 Stunden bezahlt. ES wird nun erwartet, daff sich alle in der Stuck- und GipS- baubranche beschäftigten Kollegen daran halten. Tie Sektionsleitung. Tcnnitw. für den redatt. Teil! Tr. Werner Petfcr, Charlottenburg! für Anzeigen: TV. Glatte, Berlin. Verlag: Borwärts-Verlag G.m.b.H., Berlin. Druck: Vor- Wärts-Buchdruckerei u. Lerlagsanftall Paul Singer u. Co., Berlin, Llndenitr. 3. Hierzu 3 Beilagen. Jt-lDortheinx J-UtsfiteUuriQ Jicz/O l\tnunhiHc Billiger Verkauf GesteppteFilzkappe cpoo In modernen Farben...... O O Sammetglocke wem, mit op00 farbiger Filzgarnitur...... vsO Kleiner Sammethut-inproo mit bunter Stickerei...... I O BrettOn klein, mitsammetrand und farbigem Filzblendenkopf.. I Kleiner Gleckenhut-iQcoo aus KunstplUsch mit Filzgarnitur. I«tLO Backfischkappe mit ppoo farbiger Filzgarnitur, moderne Form D O Moderne Hutformen aus KunstseidenpIDsch, handgearbeitet.... 126,00 98,00 Abgepaßte Schleier In vielen Farben, mit Goldborden und Chenilletupfen...... Taffetband ca. tl cm breit, In vielen modernen Farben... Billigerverkauf Straußpompon schwarz, 075 die neue Mode........ O Strauß besatz weiß und prs Meter\J ws00 A schwarz... Großes Flügelbando ncoo aus Birkenhuhnfedern, mod. Farben w Federlaub dreiteilig, In mod. 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