Nr. 444 ♦ 37. Jahrgang Msgabe A Nr. SS Bezugspreis: B ftteIlBI)tl.30,— aR!„menatUO,— 31!. fzti ins saus, voraus zahlbal. Poft- t>e?uq Monatlick 10,— Ml.«xkl-Zu- Stellung»gedühr. Unter Kreiudand für Deutschland und Oesterreich 16.10 HÜ™ für dos übrige Auslant bei taglich einmal. Zustellung 21Ü0 M. Vnlibe» ftellungen nekmen an Oesterreich, Ungarn, Tscheche-Zlowalei, Dane- «rar!, äolland,.u�emdurg, Schweden und die Schwerz.— Singetragen in die Pbst-eeitung,,Prei«Iiste. Der„Vorwäm* mit der Sonntag». beilage»Boll u. sleil� erschein! wachen- taglich zweimal, Sonntage und Man- tag» einmal. Telegramm-Adrefle »Iszioldeniotrat D erlin-, Morgen-Ansgabe berliner Oolkk>blstl sZSpksnnig) Anzeigenpreis Die achtgclpallene?!onvarell!e?eis» kost?, 3.— Vi., TeueriingSiluichlag 50%. »Sleine Anzeigen" das>eti- gedruckte Wart 1,— M. ljulässig sroei. iettged ruckte SSorttl. iede» weitere Wort SO Vig. Stellengesuche und Lchlasstellenan'eigen das erste Wort Sä Psg.'«des weitere Wort 10 Tig. Worte über 15 Buchstaben zahlen iiit croec Worte. Teueningszuschlaa äM'» ?amilicn-An, eigen für Olbonnenten geile 2,— M. politische and ae- werischaftiiche Bereins- Anzeigen 3.— Vit. die geile ehne Aufschlag. Anzeigen slir die nächste Ziummer müssen bis 5 Ähr naü mittag» lm dauvtgeschäst. Berlin SW S, Linden- stratze 3, abgegeben werden. Geössne: von 9 Uhr irüh bis 5 Uhr abends. ZentraJorgan der rozialdemokratifcben Partei Deutfchlands ReSaktion und Expedition: SÄ). 68. Zindenflr. 5. Zzernipreckier: Amt Morinvlav, Nr. KZ>SV— RZilU?. Dienstag, den 7. September vorwärts-verlag G.m.b.H., SN). 68, Lindenstr.Z. �ernivrecher: Amt ANorrpvla«. 0!r. 117i»3— k»t. Hetnebsräte unö Transvortkontroüe. � VerGeneralstre-k in Würsemberg � � � V � � � V G j Aus Stuttgart wird uns über den württembergischen Eine Versammlung der Eisenbahncr-BctricbSräte Berlins am Montagabend beschloß nach einem Bericht Dr. Kurt RosenfeldS vom RcichS-Kontrollausschuh und mehrstündiger Aussprache, sich hinter den am Sonntag veröffentlichten Aufruf der Spitzenorganisationen gu stellen. Sämtliche nach Polen bestimmten militärischen Transporte sind danach anzuhalten, dagegen die im Friedens- diktat vorgesehenen Transporte frei passieren zu lassen. Ein Antrag, alle Militär- und KriegSmaterialtransporte ohne Unterschied anzuhalten, wurde gegen weniae Stimme» a b g e. lehnt._ Der Kommuniftenftreich von Erfurt. Die Nachricht von der Vernichtung von Entente- Munition duräs Erfurter Eisenbahnarbeiter, die wir im Abendblatt besprachen, bestätigt sich leider. Durch Wolffs Bureau wird heute folgende amtliche Mitteilung darüber verbreitet: Am 3. September Haien Eisenbahuarbeiter auf dem Bnhnliof Erfurt einen mit Munition bclodenen Wagen aus einem vorschriftsmäßig angemeldeten Entente- nachsch ubzug abgehängt, obwohl auch dieser Wagen o r d- nungs mäßig kenntlich gemocht war. In B e r- Handlungen mit den Arbeitern erreichte die Eisenbahn- direktion dir Zusicherung, daß der Wagen mit dem nächsten Ententezug weiterlausen sollte. Trotzdem haben am 4. Sep- tembcr Eisenbahnarbeiter verschiedener Dienststellen den Wagen entladen und die Munition auf freiem Felde ver« t r a n n t. Der Rcichs-Lcrkehrsminister hat die Eiscnbahndircktion telegraphisch angewiesen, sofort alle bei dem Abhängrii und Entladen des Wagens und der Vernichtung der Munition beteiligten Ardeiter ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist zu entlassen und sie außerdem der Staatsanwaltschaft zur gesetzlichen Verfolgung anzuzeigen und für den der Eisen« bahnvrnvaltuiig etwa entstehende» Schaden haftbar zu machen» Beamte sind, soweit bisher festgestellt, an der Tat nicht be' teil igt. Die Anordnung des Vcrkehröministers ist eine Folge des disziplinlosen Verhaltens der Arbeiter. Die Eisenbahn- arbeiterschaft in Erfurt steht fast ganz unter unabhängigen und komniunistiscken Einflüssen. Die Arbeiter, die trotz der Verhandlungen ihrer Kommission aus eigenem heraus zu der wilden Maßregel griffen, sino augenscheinlich das Opfer kommunistischer Phrasenhelden ge- worden, von denen einer erst kürzlich in einer unabhängigen Versammlung zu Erfurt erklärte, man müsse es zum Krieg mit der Entente treiben. Wir nehmen noch immer an, daß ein Teil der beteiligten Arbeiter sich der Tragweite ihrer Handlungsweise nicht be- wüßt geworden ist, daß aber sicher die A n st i f t e r ganz Sühnebesuch in Dreslau. Breslau, S. September.(WTB.) Oberpräfident Zimmer hat bereits am 3. September den polnischen Konsul in Breslau aiisnesucbt. um ibm sein Bedauern über die Breslouer Die Unterredung fand in durchaus ver- Vorgänge auszudrücken. bindlicher Form statt. Gberfthlesische Willkürherrschast. Im Gegensatz zu einer früheren interalliierten Anordnung hat der französische Kreiskontrolleur von Gleiwitz den Amtsvorstehern für unpolitische Strafverfolgungen und Strafvollstreckungen im Auitrag der Slaatsanwaltslbaft die Einholung seiner vorherigen Genehmigung auferlegt. Auf polnisches Verlangen nnd mit Zustimmung der französ-ichen Offiziere bis zum General G r a c i e r hinauf mußte die neue Ab- stimmungspolizei M y s l o w i tz sofort wieder verlassen. Die blaue Polizei, die als Ersatz kam, mußte gleichfalls abziehen. In Lipin« geschah dasselbe. In Bogutschütz fand Sonntag abend eine Festlichkeit deui- scher Angestellter statt. Gegen 12% Uhr nachts drangen 40 bis 50 Polen ein und verursachten wüste Prügelszenen. Die neu« Ab- stimmungspolizert griff nicht ein. Brelmehr hat ein polnisch sprechender Polizist die Eindringlinge erst in das Hotel hinein. gelassen. Die zu Hilf« gerufen« französische Sicher- heitStvache erschien nicht. Entgegen der Vereinbarung gehören polnisch« AufstonbSführer den Bürgerwehren an. Wegen Aufbewahrung eingezogener Waffen sollte der Katiowitzer Polizeipräsident 15 000 M. Strafe zahlen. Da« inter- alliierte OfsizierSgericht hat ihn freigesprochen. Während der ganzen Verhandlung mußte er uuter Bewachung st e h e n. I« der Prinzengrube bei Lazisk haben die Polen 13 deutsch« Beamte abgesetzt und polnischen Besatz eingestellt. Die Wsrk- offen mit der Möglichkeit r ihnen, daß aus solchen eigen- mächtigen Handlungen der K �„fl ikt mit der Entente entstehen und so Deutschland«x den Krieg an der Seite Sowjetrußlands gerissen werden würde. Diese Elemente spielen- mit dem Feuer und es ist nur zu begreiflich, wenn sich gegen solche unverantwortlichen Kräfte die ganze Entrüstung des deutschen Volkes wendet. Wahr- scheinlich allerdings ist. daß die Entlassung und möglicbe Bc- strafung der beteiligten Arbeiter wiederum zu einer Generalstreik- Propaganda Veranlassung geben wird. Wir hoffen aber, daß sich die Mehrheit der Arbeiter aus solchen! Anlaß nicht in unbesonnene Bewegungen hineintreiben lassen wird, die schließlich mit einer Niederlage wie in Stuttgart enden müßten. Ganz anders stecht es allerdings mit der Frage, ob der R-eichsverkehrsminister gut beraten ist, wenn er die organisierteKontrolle der Waffen- und Munitions- transporte durch die von der Reichsregierung zugestandenen gemeinsamen Kontrollkommissionen der sozialisti- schen Parteien und der Gewerkschaften durch sein« Erlasse verbietet. Diese Erlasse haben die unbesonnene Handlung von Erfurt nicht verhindern können. Sie machen in dieser Zeit der Gärung überhaupt nicht den Eindruck, den früher einmal die Erlasse eines Breitenbach hervorrufen konnten. Der Verkehrsminister sollte sich deshalb Glück wünschen, daß ihm bei der notwendigen Kontrolle die erfahrenen Organi- j sationen der Gewerkschaften zur Verfügung stehen. Statt dessen lehnt er diese Mithilfe nicht nur ab, sondern sucht i�ie Gewerkschaften zu brüSPeren. �i� Folge ist led'glich, daß die kommunistischen unterirdischen Treiber bei den unaufge- klärteren Arbeitern desto größeren Einfluß gewinnen und die Gefahr, die durch die wilden Kontrollmaßnahmen herauf- beschworen wird, um ein Vielfaches vergrößert wird. Auch in Tilf it ist ein Konflikt wegen der Neutrali-täts- kontrolle zu verzeichnen, wenn man den Berichten bürger- licher Blätter Glauben schenken darf. Dort hat die Kontroll- kommission eine Sendung von lab Pistolen angehalten, die angeblich für die Memeler Landcspolizei bestimmt war. Ebenso einen für das Memeler Gebiet bestimmten Waggon Saatgetreide. Man spricht davon, daß das Memeler Gebiet wahrscheinlich zu Repressalien greifen würde, wobei eine Sperre der Milch- und Schlachwiehzusuhren in Frage käme. Augenscheinlich haben die Tüsiier Eisenbahner die Ueber- zeugung, daß sowohl die Pistolen, als auch das Saatgetreide in Wirklichkeit nicht für das Memeler Gebiet bestimmt seien, vielmehr lediglich zum Verichieben an einen der Krieg- führenden. Das Memeler Gebiet ist bekanntlich durch den Friedensvertrag von Deutschland abgetrennt und steht unter englischer Vormundschaft. Die Sperre der Zufuhr könnte also auch dort zu internationalen Konflikten fiibr-'n. Wir hoffen aber, daß sie vermieden werden. leiiung hat sich auch an General Le Rund gewandt, der jedoch ablehnte, sich in..wirtschaftliche Differenzen" einzumischen. Als die Werkleitung erklärte, daß sie dann die Grulbe schließen nnisse, erklärte Le Nond,„dann dürften Sie die Verantwortung tragen!" Der Vertreter der Werkleitung hat darauf erklärt:„Die werde ich tragen. Die Gesetz« befehlen mir die Schließung der Gruben, wenn keine bergbehördlich anerkannten Beamten da sind." Auf die Frage, ob die Kormnission bei der Schließung der Grube die deutschen Arbeiter schützen werde, schwieg Le Rand. Ein anwesender Italiener erklärte, daß eine Kompagnie Italiener nach Lazisk geschickt werde. Major O t t l e h hat einem deutschen Vertreter selber erklärt, daß eS unmöglich sei, von den Polen Waffen kerauSzubekom. men. Er hat hinzugefügt, daß nach feiner Ansicht die Abstimmung nicht stattfinden könne, bevor Sie Mafien tbgcgebe» sind. Unter diesen Uinständen ist die Besorgnis der deutschen Bevölkerung dauernd im Steigen, zumal das Gerücht Verbreiter wird, daß man in Paris mit der Wsicht umgehe, die Abstimmung überhaupt nicht stattfinden zu lassen. Nahrung findet dieses Gerücht z. B. in einer Mitteilung des„Dziennik Poznanski", wonach in Paris schon die Frag« aufgeworfen werbe, ob es nicht richtiger wä-r Obcrschlesien den Polen ohne Abstimmuns zu geben. Dieser skrupellosen Hetzerei der polnischen Presse ist die deutsche Presse OberschlesienS deshalb nicht gewachsen, weil sie infolge der polnischen Denunziationen von willkürlichen Verboten bedroht ist; so wurde wegen einer an sich unbedeutenden Notiz, die auch in polenfreundlichen Blättern gestanden hatte, ein deuffche- Organ verboten und erhielt auf seine Reklamation hin von dem zuständigen französischen Offizier lediglich zur Antwort, es genüg« in solchem Falle ein Verbot, und die deutsch« Zeitung könne es stch zur Ehr« anrechnen,'oah sie wegen ihrer größeren Verbreitung davon betroffen werde. Die„Schlesifche Zeitung" sdeutschn.) ist von dem interalliierten Kreiskontrolleur im Land, und Stadtkreis K a t t o- Witz bis auf weiteres verboten worden. Aus Stuttgart wird Generalstreik geschrieben: Der Generalstreik, der in Württemberg gegen den Steuerabzug geführt wurde, ist nach achttägiger Dauer zu Ende gegangen. Erreicht wurde lediglich, daß die Arbeiterschaft unterschriftlich den Steuerabzug a n- erkennen muß, den sie durch einen Generalstreik ab- wehren zu können glaubte! Uni dieses Resultat zu erzielen,>väre diese Aktion also nicht notwendig ge- Wesen, und schwere Schädigungen Tausender von Arbeiter- familien hätten vermieden werden können, wenn nicht ein Teil der Arbeiterschaft in Verkennung der einfachsten Tat- fachen sich durch n n abhängig- kpmmuni st is che W ortathleten seit Monaten in einen Zustand der Er- regung und Verärgerung hätte hineinsteigern lassen, der zu einer Entladung in irgendeiner Forin führen mußte. Die linksradikalcn Drahtzieher, die mit dem Gedanken de? politischen Räteshstems in Württemberg schon lange Hansieren gehen und im August versckriedentiicti in v»n ihnen„beherrschten" Betrieben solche Arbeiterratswahlen durchführten, benutzten die wegen des Steuerabzugs herrschende Rtißstimmung unter der Arbeiterschaft für ihre Zwecke. In einzelnen Be- trieben waren der Betriebsleitung mündlich und schriftlich tätliche Angriffe in Aussicht gestellt worden, falls sie auf der Turchiührung des gesetzlich vorgeschriebenen Steuerabzuges vom Lohn verharrten. Berhondlungen zwischen Unternehmern und Betriebsräten führten zu keiner Verständigung, auch der Regierung gelang es nicht, esti anderes Ergebnis zu erzielen. Daraufhin ließ diese am 26 August die Betriebe B o i ck> in Stuttgart und Feuer- dach, Daimler in Untebtürkheim und M a s ch' n e n- fabrik Eßlingen in Mettingen durch Polizeiwehr besetzen und gleichzeitig den Belegschaften mitteilen, daß die Betriebe so lange geschlossen bleiben, als die Durch- fü! rung des Steuerabzugs mit Gefahren für die Beamten des Betriebes verbunden sei. Zweifelsohne ein bisher beispiellose? Vorgehen einer Regierung Arbeitern und Steuerzahlern gegenüber, das nicht ohne Wirkung bleiben konnte. Weite Arbeiterkreise erklärten ihre Solidarität mit den von Regierung und Unternehmern gleichzeitig Ausgesperrten. Sofort setzten die radikalen Draht- zieher ein. Die Arbeiter sollten den Kampf, der nach ihrer Meinung natürlich nur mittels G e n e r a l st r e i k zu führen war. selbst; ohne die Gewcrkschaftsbonzen, führen. Man wollte, wie das in der Donnerstag-Nummer der Berliner „Roten Fahne" offen ausgesprochen ivird; die„Herrschaft der politischen Arbeiterräte" mit dem General- streik in Württemberg einleiten. Eine unkontrollierte Betriebsräteversaiumiung in S t u t t- gart ließ man in offener A b st i m m u n g den Streik für das ganze Land beschließen und die Leitung einem Aktionsausschuß übertragen, der sich aus Betriebs- raten und Vertretern der drei sozialistischen Parteien zusammenzusetzen habe. Ein entsprechender koinrnunistisch orientierter Generalstreik-Aufruf wor vorbereitet, er trug auch schon die erforderlichen Parteilinterschriften, als eine Vertraucnsmännerversammlung unserer Partei da- zu Stellung nehmen und aussprechen konnte, daß sie es ab- lehne, für einen Generalstreik die Verantwortung mitzu- übernehmen, an dessen Proklamierung mitzuwirken sie keine Gelegenheit und von dessen Notwendigkeit oder Zweckmäßig- keit im gegenwärtigen Augenblick sie auch noch nicht überzeugt sei. Dieser Widerstand erreichte, daß der Streikaufruf von dem Aktionsausschuß allein unterzeichnet wurde und die politischen Parteien nur als Beirat an dessen Sitzungen teilnahmen. Ausdrücklich erklärte unsere Vertrauensmännerversammlung ihre engste Solidari- tät mit den Ausgesperrten, appellierte auch an die Genossen, der Parole de? AkttonSauSschusses in der eingeleiteten Aktion Folge zu leisten, um diese zu einem guten Ende zu führen und die Arbeiterschaft vor größerem Schaden zu bewahren. Ihre endgültige Stellungnahme zum Streik dürfe im jetzigen Moment nicht auSschleggebend sein. Der Streik wurde proklamiert. Ssfvrt zviflte sich die Unzulänglichkeit der vom AktionSmiSschuß getroffenen Vorkehrungen. Eine Verbindung mit den übrige« Industrie- orten des Landes fehlte fast ganz, und eS dauerte verschiedene Tage, bis sie auch nur mit den wichtigeren bergestellt war. In Stuttgart selbst ließ die Durchfühung des Streiks viel zu wünschen übrig; weder die Stillegung aller Betriebe gelang, noch wurde die vom Aktionsausschuß für Geschäfte und Wirtschaften festgesetzte Betriebszeit beachtet, nicht einmal in den hauptsächlich von Arbeitern bewohnten Stadtvierteln und Vororten. Unternehmer und Regierung nahmen diese Tatsachen schmunzelnd zur Kenntnis, nicht minder die weitere, daß das vom Aktionsausschuß herausgegebene Mitteilungsblatt Tag für Tag Angriffe auf die Sozialdemokratie richtete, anstatt in diesen für die Arbeiterschaft bitterernsten Stunden die Einheit und Geschlossenheit über das Parteigezänk zu stellen. Nachdem die Unternehmer ihren Willen durchgesetzt und an Stelle des Aktionsausschusses die aus G e w e r k sch a s ts- Vertretern zusammengesetzte Verhandlungskonimission die Beilegung der Konfliktspunkte in Angriff nahm, nahmen die Unterhandlungen zwischen Regierung und Arbeiterschaft sofort ein anderes Gesicht an. Verhältnismäßig rasch konnte eine Verständigung erzielt werden, die bei Würdigung all der hier nur kurz gestreiften Umstände als verhältnismäßig gut bc- trachtet werden kann. Die wichtigsten Bedingungen der gs- troffenen Vereinbarung sind den Vorwärtslesern inzwischen ja schon mitgeteilt worden. Für denkende Menschen können sie keine Ueberraschung bedeuten. War es doch von vorn- herein klar, daß eine Landesregierung nicht selbständige An- Ordnungen über Aenderungen bzw. Aufhebung reichsgesetz- licher Bestimmungen treffen konnte. Mehrere radikale Wortführer ließen ja auch zu Beginn des Kampfes deutlich durchblicken, daß es ihnen bei der ganzen Be- wegung nicht um den Steuerabzug zu tun sei, sondern daß andere politische Ziele, eben die Propagierung des politischen Rätcsystems. verfochten werden sollten. Nachdem aber der Streik nicht den von ihnen gewünschten Verlauf zu nehmen begann, die Arbeiterschaft vor allem bei aller Miß- slimmung Ruhe und Ueberlegüng bewahrte, ließ man die politischen Ziele wieder in den Hintergrund treten und war damit einverstanden, daß die„Bonzen" entscheidend eingriffen und die Situation für die Arbeiterschaft einigermaßen retteten. Diese Feststellungen müssen auch an dieser Stelle gemacht werden. Sie sollen den Genossen des ganzen Reiches zeigen, welcher Schaden durch das Treiben gewissen- loser, überspannter Äemagogen innerhalb der deutschen Arbeiterschaft immer wieder angerichtet wird. Ziveifellos wird der Verlauf des württembergischen Generalstreiks wegen des Steuerabzugs Gelegenheit zu ernsten Auseinandersetzungen innerhalb der politischen und gcwerk- schaftlichcn Arbeiterorganisationen geben. Vor allem wird die Sozialdemokratische Partei nun aus ihrer seitber geübten Reserve dem unabhängig- kommunistischen Treiben gegen- über heraustreten müssen und den Genossen klaren Wein ein- schänken. Der Verlauf des Generalstreiks im übrigen Lande war sehr verschieden. Nach unseren Feststellungen um- faßte er außer dem Groß-Stuttgarter Jdustriebezirk die Orte Eßlingen, Kornwestheim, Leonberg, Ludwigsburg, Marbach. Mühlacker, Heilbronn, Neckarsulm, Backnang, Waib- lingen, Gmünd, Aalen-Wasseralfingen, Heidenheim, Göppingen, Kirchhcim u�T., Nürtingen, Metzingen, Reutlingen, Tübingen. Balingen, Schwenningen. Tuttlingen, die zum Teil erst am dritten und vierten Tag sich dem streik anschlössen. Als Orte, die durch Abstimmung eine Streikteilnähme ab- lehnten, sind bekannt geworden Ulm(6406 gegen, 1534 für, 141 ungültig). Wangen i. A., Fricdrichshafen und Schorndorf. Post und Eisenbahn waren während der ganzen Streikdauer überall im Betrieb, Gas- und Wasserwerke wurden, soweit die Belegschaften sich dem Streik angeschlossen, durch Nothelser im Betrieb erhalten. Verschiedentliche Versuche, den Verkehr zu unterbrechen, blieben ohne Erfolg. Die Angestellten beschränkten sich auf Sympathieerklärungen, arbeiteten im übrigen jedoch weiter. Darf man damit rechnen, daß die württembergische Arbeiterschaft aus dem Verlauf und dem Endergebnis dieses Generalstreiks die richtige Lehre zieht? Oder gelingt es den überradikalen Phraseuren in kurzer Zeit aufs neue, weiteste Kreise in Not und Elend zu stürzen? Sreie§lelsthwirtsthast! Die„Deutsche Tageszeitung", beunruhigt durch die Ab- lehnung der freien Fleischwirtschaft seitens der sozialistischen Parteien, versucht in einem Leitartikel die Forderung der Landwirte nach Aufhebung der Zwangswirt- schaff für Fleisch zu rechtfertigen. Diese Frage ist auch bei Der Stiefelputzer. Es ist merkwürdig, was das Schicksal manchmal für Witze macht. Dazu noch moralische. Ich komme vom Sladtbabnsteig Zoo herunter und überlege mir eben, mn welcher Straßenbahn ich weiterfahren soll. Da ruft es neben mir: „Stiefelputzen gefällig?* Hm. Ich hebe ein stummes Zwiegespräch mit meinen Kähnen an. Ergebnis: sie haben es nötig. Alsdann. Ich stelle meinen Fuß auf die Kiste des Mannes, der mich angerufen hat, und er legt los. Während er den Staub von den Hosen bürstet, denke ich: den Mann mußt du doch kennen! der Kopf, der Bart, die Augen — richtig! Er ist es. Der graue, öde Kasernenflur steht mir wieder vor Augen. Stiefelappcll. Vorgesetzte brüllen in Baß, Alt und Diskant. Haupt- sächlich in letzterem. Die Stiefel waren für den preußischen Drill- rekruien ungefähr dasselbe wie für Casanova die Weiber. Man durfte fich täglich stundenlang damit amüsieren. Jeden Tag vier- mal putzen und dreimal schmieren. Immer wieder den alten Speck herunterkratzen und auf neu polieren. Preußisches Stiefelleder, das den Schweiß von Generationen getrunken halte. Da hieß es wienern. Halli und hallo! DaS sei noch gar nichts, hieß es, die Friedensrekruten hätten mit Spiritus nachflimmern und die Zwecken mit Putzpomade auf Spiegelglanz bringen müssen. Immer feste Wichse druff.(In Berlin arbeitet eine Spezialabteilung des Kriegs- auSschuffeS für Oele und Fette. Heill) Dann der Appell. Vor mir steht der Korporalschaftsbulle, der Unteroffizier; seine Bartspitzen haben es erreicht, seine Augen sind rot unterlaufen. Er sprüht mir inZ Gesicht und schreit:„Du Schwein(beliebtes Ersatzwort für„Vaterlandsverteidiger". D. Verf.), das nennst du geputzte Stiefel?! Mensch, ich..." Es folgt eine versteckte Anspielung auf schwere Eingriffe in meinen körperlichen Organismus. Nachputzen. Wichse druff. Halli und hallo. Es war eine schöne Zeit, die große Zeit. Inzwischen ist sie wieder klein geworden, Wasser ist die Spree hinuntergeflossen, viel Wasser, und die Zeiten haben fich geändert. Jetzt hockt der brave Drillcngel von dunnemals zu meinen Füßen und ist eben mit heißem Eifer bemüht, den Kappen meiner Schmuckzillen das noir plus ultra von Feierlichkeit beizubringen. Alles für eine viermal geklebte Papiermart. Ich bin nicht einmal schadenfroh. So ist das Leben! würde Sudermann sagen. Putzen und putzen lasien... A. Z. Eine Kundgebung des UnterrrcktSministerS für Einstein. Der preußische UnterrichtSminifter Genosse Haenisch aar anläßlich der züngsten Vorgänge'olgenden Brief an Pros. Einstein gerichtet: Hochverehrter Herr Professor! Mit Enipfiirdungen des Schmerzes und der BeschäsuuiA habe ich aus der Presse ersehen, daß die von dpr Konferenz der Ernähr» ngsmmister zur Sprache ge- kommen, wo der Vertreter Sachsens gegen die Aufhebung der Fleischbewirtschaftung Bedenken äufzcrte. Die„Deutsche Tagesztg." macht sich ihre Sache nicht zu schwer. Das Fiasko der freien Fleischwirtschast in Baden ist nach ihrer Meinung nicht Schuld der freien Wirschatst, sondern Verschulden der Grenzbehörden, die ihre Pflicht nicht getan und große Fleischöerschiebungen aus Baden, insbesondere nach dem Elsaß, nicht verhindert haben. Während sie damit zugibt, daß die Zwangswirtschaft für Fleisch wenigstens eine gleichmäßige Vertei- l u n g der geringen erfaßten Vorräte herbeigeführt hat, stellt sie in demselben Atem die kühne Behauptung auf. die Zwangs- Wirtschaft habe die Verschiebung von Lebensmitteln nach dem Ausland nicht gemindert, sondern weit eher gefördert. Die „Deutsche Tageszeitung" verweist dabei auf Unterschleise, die sich bei den Getreideschiebungen im Osten herausgestellt haben, bat � aber offenbar dabei ganz vergessen, daß deutscher Hafer seinerzeit erst nach Aushebung der Hafer- bewirt schastung plötzlich an der Pariser Börse aufgetaucht ist. Ein Widerspruch ist es auch, wenn die „Deutsche Tageszeitung" meint, eine scharfe Grenz- k o n t r o l l e könne Lebensmittelverschiebungen unterbinden, während in der Zwangswirtschaft die Ausführungsorgane doch genau solche Menschen sind wie die Angestellten des Reichsbevollmächtigten für die Ueberwachung der Ein- und Ausfuhr oder anderer Grenzorgane. Das Malheur, das die freie Fleischwirtschcfft in O st- Preußen gehabt hat, wird von der„D. Tagesztg." mich leicht abgetan. Sie behauptet nämlich, daß die hohen Preise, die in O st p r e u tz e n für Fleisch gezahlt wurden, nur in den Bädern zustande kamen. Das Agrvrierblatt kümmert sich auch nicht um die Meldung, wonach der Landrat des Kreises Fischhausen sämtliche Fleischereien bis zum 4. Oktober zwangsweise geschlossen und die verschärfte Zwangswirtschaft wieder ein(, ührt hat, sondern behauptet schlankiveg, die Badegäste WÄUm„doch Wohl nicht ungünsti- ger eingekauft" haben, als die Berliner Hausfrauen. Schließlich, und das ist das wertvollste Eingeständnis, gibt die„D. T."- selbst zu, ohne Schwierigkeiten auch in der Preisfrage würde sich der Uebergang von der Zwangswirtschaft zur freien Wirtschaft schwerlich vollziehen. Obwohl es nach den bisherigen. Ersah- rungen wirklich schwer fällt, an den Lieferungswillen der Landwirte bei mäßigen Preisen ziz glauben, wollen wir ihre Versicherung gern hinnehmen, daß die Landwirt- schaft die Preisstellung für die Hauptlebensmittel in ertrag- lichen Grenzen zu halten bemüht sein werde. Wir wissen aber, daß diese Mühewaltung erfolglos sein wird, weil den Landwirten ebenso wie den Behörden mit Einfüh- rung der freien Wirtschaft das Preis st euer ent- gleitet und weil dann für alle irgendwie an der Lebens- Mittelproduktion und-Verteilung beteiligten Stände dieselbe Wucherfreiheit herrscht, die sich z. B. im Frühjahr d. I. auf dem Ob st markt trotz aller Wuchervorschristen durch- gesetzt hat. Dann aber wird es zu spät sein. Wir glauben nicht, daß es gelingen wird, eine gleich- mäßige Belieferung der Städte mit Fleisch dann noch herbei- zuführen, wenn alle Fesseln der Zwangswirtschaft gefallen sind. Wahrscheinlicher wäre das schon, wenn anstatt der will- kürlichen und plötzlichen Aufhebung der Fleischbewirtschaftung eine organisierte Wirtschaft, an der Produzenten, Verbraucher und Händler unter Mitwirkung der Arbeiter- schaft beteiligt sind, die bureaukratische Kriegsernährungs- Wirtschaft ablösen würde. Wir müssen daher das Experi- m e n t, das mit Naturnotwendigkeit bei der knappen Beliefe- rung mit Fleisch zu einem Ausschl-uß weiter Volks- schichten vom Verbrauch frischen Fleisches führen muß, entschieden Ablehnen. Kommt es gleichwohl, so bleibt es mit all seinen Folgen auf der bürgerlichen Regie- rung sitzen, die dem interessierten Urteil der Landwirte und gewisser Händlerkreise größeren Mauben beimißt als un- Ihnen vertretene Lehre in der Oeffentlichkeit Gegenstand gehässiger, über den Rahmen sachlicher Beurteilung hinaus gehen der Angriffe getoesen und daß selbst Ihre wissenschaftliche Persönlichkeit von Vev- ungkimpfungen und Verleuntdungen nicht verschont geblieben ist. Eine besondere Genugtuung ist es mir, daß diesem Vorgehen gegenüber Gelehnte von anerkanntem Rufe. u. a. auch hervorragende Vertreter der Berliner Universität, sich zu Ihnen bekennen, die nichtswürdigen Angriffe gegen Ihre Person zurückweisen und daran erinnern, wie Ihre wissenschaftliche Arbeit Ihnen einen unvergänglichen Platz in der Geschichte der Wissenschaft sichert. Wo sich die Besten für Sie einsetzen, wird es Ihnen um so leichter fallen, solch häßlichem Treiben keine weitere Beachtung zu schenken. Ich darf deshalb wohl auch der bestimmten Hoffnung Ausdruck geben, daß die Gerüchte nicht der Wahrheit entsprechen. Sie wollten jener häßlichen Angriffe wegen Beelen verlassen, das stolz darauf war und stets stolz darauf bleiben wird, Sie, hochverehrter Herr Professor, zu de» Zierden seiner Wissenschast zu zählen. Noch einmal:„Opfer des Orients". Der DerwaltungSrat der Bagdad-Babn-Ges ellschaft schreibt uns, daß die Aus- iührungen in dem Aufsatze„Opfer des Orients" von Heinrich Vier- bücher in der Abendausgabe vom 10. d. Mts., soweit sie von der Beschäftigung armenischer Flüchtlinge beim Bau der Bagdadbahn handeln, durchaus unzutreffend find. Die beschäftigten Armenier waren teils freie, teils vom Waffendienst beurlaubte Arbeiter, die gern und willig bei der Bagdadbahn arbeiteten, weil sie ihnen eine gut bezahlte Beschäftigung/ vollkommen ausreichende Verpflegung, ärztliche Behandlung und mehr als ortSüblickie Unterkunft bot. Die Erzählungen von Hunger, Bastonade, schlechter Behandlung und Leichenträgerkolonnen gehören in daS Gebiet der Fabel. Gen. H. Vierbücher bemerkt dazu:„Mit keinem Worte habe ich die deutsche Verwaltung des BahnbaueS angeschuldigt oder anschuldigen wollen. Wenn der VerwaliungSrat indessen glaubt, die Bastonade und die übrigen angeführten Mittel türkischer „Regierungskunst' in? Reich der Fabel verweisen zu können, so habe ich in meiner vierjährigen Tätigkeit als Dolmetscher in der Türkei zu viel davon erlebt, als daß ick mir daS erzählen ließe, und jeder der vielleicht SO 000 deutschen Soldaten weiß davon Bände zu berichten. Wir Deutsche waren eben viel zu schwach an Zahl, um den Scheusalen in türkischer Uniform entgegentreten zu können, und wenn die deutschen Beamten den Armeniern gegenüber auch alle Gebote der Mensch« lichkeit aufs beste beachtet haben, so konnten sie doch ihre Augen nicht überall haben. Wenn der Verwaltungsrat vielleicht die wahren Sterblichkeitsziffern der beim Babnbau beschäftigten Armenier in seinem Archiv haben sollte, so wird er sicher begreifen, daß man als Menschenfreund einmal zur Feder greift, um etwas zu schildern, was man jahrelang schweigend mit sich herumschleppen mußte. Der Wiener Theatcrstreik. Da die Verhandlungen zwischen den Wiener Theaterdirekloren und dem Personal gescheitert sind, ist der Streik zunächst in vier Theatern erklärt worden: im Deutschen Volkstheater, in den Kammersvielen. dem Theater an der Wien und im Reimund-Theater. Die Schauspieler forderten 3000 Kronen monatliche Mindesigage. die Chorsänger SOSO Kronen. Erhöhungen werden zwischen 3S und 130 Proz. verlangt. Der Direftorenver- tviderleglichen Tatsachen. Die bürgerlichen Parteien irnÄ ihre Regierung haben dann auch alle unangenehmen Folgen, die daraus entstehen können selbst zu tragen. „Ortsgruppe Chrharüt". Wie wir der Zeitschrift„Deutsches Heer", Organ de?.V er< bandes nationalgesinnter Soldaten"(Nr. 2 vom 25. August 1920) entnehmen, besitzt dieser Verband im Munster- lager eine Ortsgruppe, die sich„Ortsgruppe Ehrhardt� nennt. Daß sich eine Vereinigung aktiver Reichswehrongehöriger nach einem steckbrieflich verfolgten Meuterer titu- l i e r t, dürfte ein Höhepunkt sein, wie er selbst unter Geßler nicht zu den Alltägtichteiken gebört. Diese Ortsgruppe Ehrhardt bat sich nach dem Brricht des Ver« bandsblaties dadurch hcrvorgetau, daß sie in ihrer Mitgliedcrver- sammlung vom 11. August eine Resolution gegen die schwarz- rotgoldenen Reichssarben faßte. Auch sonst scheint der„Verband nationalgesinnter Soldaten� die Ausrechleihaltung der Ehrbardt-Tradition zu seinen vornehmsten Ausgaben zu rechnen, denn die Zeitschrift bringt zur Auslösung der zweiten Mariuebrigade(Ehrhardt) ein Gedicht, daS mit den Worleu�chließt: ichreiben erneut auf die Fahnen das Wort wir:„Ich Hab' es gewagt." Diese Verherrlichung und Neuankündigung der Ehrhardt- Meuterei durch einen in der Reichswehr wirkenden Verband gibt allerhand zu denken. An leitender Stelle ist man freilich mit der Ausmerzung verfafiungslreuer und republitanischer Elemente aus der Reichswehr so beschästigt, daß man für solche„Nebensächlich- leiten" keine Zeit finden wird._ vom Steuerabzug. Der Reichsminister der Finanzen hat die Gültigkeit des§ 11» der vorläufigen Bestimmungen zum Lohnabzug vom 28. Juli 1920 über Freilassung von Durchschnittsbeträgen vom Steuerabzug der. lämgert bis Ende September 1920. Der§ Id der vorläufigen Bestimmungen lautet: In Betrieben, in denen mehr als zwanzig Arbeitnehmer ständig beschäftigt sind, kann der Arbeitgeber im Einvernehmen mit der Berriebsvertretung bis zum 1. September 1920 an Stell« der gemäß§ 1 Abs. 1. 2 und 8 2 Abs. 3 freizulassenden Beträge die folgenden Durchsck-nittsbeträge vom Steuerabzug freilassen: 1. Bei allen in dem Betriebe ständig beschäftigten Arbeit- nehmcrn, die nich: dauernd von ihrer Ehefrau getrennt leben oder zu deren Haushaltung minderjährige Kinder zählen a) im Falle der Berechnung des Arbeitslohns nach Tagen ein Betrag von 12 M. für den Tag, b) im Falle der Berechnung des Arbeitslohns nach Wochen ein Betrag von 75 M. für die Woche, c) im Falle der Berechnung des Arbeitslohn» nach Mo» n a t e n ein Betrag von 300 M. für den Monat; 2. bei allen übrigen in dem Betriebe ständig beschäftigten Ar. beitnehmern a) im Falle der Berechnung des Arbeitslohns nach Tage« ein Betrag von 8 M. für den Tag, b) im Falle der Berechnung des Arbeitslohns nach Wochen ein Betrag von SO M. für die Woche, c) im Falle der Berechnung des Arbeitslohns nach M o � n a t e n ein Betrag von 200 M. für den Monat. Der zehnprozentige Abzug ist nur von dem Betrage vorzunehmen, um den der Arbeitslohn die in Abs. 1 bezeichneten Durchschnittsbeträge übersteigt. Bayerische OrdnongS-Orgie. Wie aus dem Blatt der beche» rischen Äönigspartei, dem„Königsboten", hervorgeht, gibt es m Bayern außer der„Orgesch" noch eine„Orla", eine„Or- zentz" und eine„Orheuh". Di« Namen rühren von den Geld- gebern, dem Kommcrzienrat Zentz, dem Millionär Heuß und dem Abgeordneten Kanzler her. lieber die Zwecke dieser Organisation- chen zu rescn, verlohnt sich nicht, sie gehen noch über die der Lrgesch hinaus. Wie lange noch, dann werden die Arbeiter diese AuSge- burtcn deS Orgoemus wildgewordeuen Spießertums in den— OrkuS befördern! band will nur 13 Proz.(bei Gagen von S— 6000 Kronen), bis 60 Proz. bei Gagen bis zu 3000 Kronen) und als Mindestgage nur 2300 Kronen bewilligen. Der Streik dürfle noch weitere Aus- dehuung annehmen, da die Direktoren keinesfalls weitere Zu- gestündnisie machen wollen. Dos Personal droht iium Teil mit der Uebernahme der Theater durch die Theaterangestellten. Tie willkürliche Gcschlechtsbcstimmung. DaS Problem der will- kürlichen Geschlechlsbcstimmung hat in Laienkreisen pbanlastische Hoffnungen und Vorstellungen erweckt und auch in Naturwissenschaft- lich aufgeklärten Köpfen spukt die Vorherbestimmung des Geschlecht» von Eiern und Kaninchen durch Auspendeln mit Hilfe eines Ringes unvermindert fort. Dabei sind dem exakten Naturwissenschaftler nur zwei Fälle sicherer willkürlicher GeschlechiSbestimmung bekannt, über die Dr. Köhler in der„Umschau" berichtet. Einmal handelt eS sich um ein am Meeresstrand lebendes wurmähnliches Wesen von Walnußgröße mit einem ca. 20Zentimeler langen Rüssel. DasMännchgn dieser Bonellia ist mikroskopisch klein und schmarotzt im Uterus deS Weibchens, wo auch die Befruchtung der Eier stattfindet, aus denen indifferente Larven ausschlüpfen. In Verbindung mit geichlechts« reisen Weibchen konnte man aus den Larven fast ausschließlich männliche, ohne diese nur weibliche Tiere züchten. Erstaunliche Erfolge hat auch Pros. Hertwig bei Fröschen erreicht, indem er durch Trennung des begattenden Männck-ens von dem eiablegenden Weibchen die Eiablage unterbrach und so eine Ueberreise der Eier erzielte, auS denen er 100 Proz. Männchen züchtete. Nach diesen vielversprechenden Anfängen find weitere Erfolge nicht bekannt ge- worden. Köhler ist aber der Ansicht, daß es fich auch bei Wirt- schastlich wertvollen Tieren und Pflanzen lohnen würde. Versuche zur willkürlichen Geschlechtsbestimmung anzustellen. Die große Volksoper, die inzwischen durch ihre 600 Derbekkellen bereits 1 Million Anteilzeichnungen erlangt hat, bietet auger einer Anzahl billiger Plätze in der Slaatsoper diesen Winter 6 große Konzerte in der Neuen Welt, 6 Opernabende im Marmorsaal sowie 5 Konzerte im Slüthner« saal mit hervorragenden Dirigenten und kkrästen. Orgelkonzerte. In der Kaiser- Wilhelm- Gedächtniskirche beginnen Donnerstag S Uhr wieder die regelmäßigen Orgelkonzerte von Fritz Heitmann. — Im Dom veranstaltet Waller Fischer Donnerstag 8 Uhr ein Orgelkonzert. Eintritt frei gegen Entnahme eines Programms. DaS Knnstgewerbe-Musenm wird vom 8. bis 30. September ür seinem Lichthos eine»onderaussteliung photographischer Ausnahmen veranflalten, welche Oberlehrer K. Hielscher während des Krieges in Spanien von Bauten, Landjchasten und Volk->!hpen gemacht hat. Eine Hochschule für Gartenbau. Für die llmwaudlung der Gärwer- Lehranstalt in Dahlem in eine Hochschule für Kartenbau tritt Dr. Tb. Pieisch in der„Schlesischen Zeitung" ein. Er macht geltend, daß an.restchls der Bedeutung, die der Gartenbau gerade in der bentigen Zeit sür die Er- »ährung des deutschen Volkes und sür die Ausgeitailung der Siedlungen gewonnen habe, auch die Stellung der ersten L-br-nitait des Staates auf diesem Gebiete gehoben und ihr ein geeignetes Gebäude für Lehrsäle und Sammlungen eingeräumt werden müsse. Hans Kyier iil vom Schutzverband Deutscher Schriftsteller au! den neu gelchaoenen Posten eines geschäiizsührenden Direktors b-rnsen worden. Eine Nene Goethe-Gesellschaft gründete sich am 28. August zu Berlin. Sie will sür einige Arbeilen wirken, die von der Goetheforschung nicht ernst genommen worden find. Hr. 444 ♦ 37. Jahrgang Heilage des Vorwärts vkenstog, 7. September 192� Erwerbsiosenfürsorge— Arbeitsbeschaffung. Von A l b i n M o h s. Erschreckend steigen in neuerer Zeit die Zahlen der Er- werbsloien. Amtlich wird ihre Ziffer mit 396 000 angegeben. Leider trifft diese Zahl nicht annähernd den wirklichen Stand. Die Ge samt summe aller Arbeitslosen dürfte weit mehr als das Doppelte ausmachen, an 800 000 heran- kommen. Amtlich gezäkflt sind nur die von der offiziellen Er- werbslosenfürfprge Unterstützten. Alle aus den verschieden- sten Gründen von dieser Unterstützung Ausgeschlossenen be- Völkern den Arbeitsmarkt gleichfalls, müssen also als Erwerbs- lose mitgezählt werden. Für Maßnahmen zur Erwerbslosen- sürsorge im weiteren Sinne ist deshalb die Zahl 800 000 zu- gründe zu legen. Wer täglich mit den Erwerbslosen zu tun hat oder viel- leicht selbst lange arbeitslos gewesen, kennt die Not, welche die Erwerbslosigkeit mit sich bringt, weiß, wie dringend hier Hilfe gebraucht wird. Abhilfe schaffen ist aber nicht so leicht oder einfach. Wie auf vielen anderen Gebieten, so wird auch auf diesem viel geredet, geschrieben und versprochen, aber nur wenig gehandslt. Tie unter den Erwerbslosen herrschende Erregung und Bitterkeit ist daher zu begreiflich. Sie brauchen eben Taten. Es nützt ihnen nichts, wenn sie immer wieder hören: Nur Arbeit kann uns retten! Mr sie in ihrer Allgemeinheit, klingt das wie bitterer Hohn, denn�sie w o l le n ja gerade Arbeit, dabei bat es nicht viel auf sich, wenn eine kleinere Anzahl Erwerbsloser der Arbeit geflissent- lich au? dem Wege geiht. Die Frage der U n t e r ft ü tz u n g Erweibsloser kann hier unerörtert bleiben. Sie komprt erst in Awerter Linie. B o r n e h m st e, sittlich e r h e b e n d st e, Volkswirt- schaftlich wirksam sie Erwerbslosenfürsorge ist die Beschaffung von Arbeitsgelegenheit. Dieser allgemein anerkannte Grundsatz darf nicht allein als solcher betrachtet, sondern er muß jetzt mit größter Energie und Beschleunigung zur Durchführung gebracht werden. An seiner Uebertragung in die Praxis sollten sich alle Personen und Stellen sofort und tatkräftig beteiligen. Das Gegenteil tritt nur zu oft in die Erscheinung. Unter unser aller Augen mehren sich tagtäglich noch die Betriebseinschrän- kungen und Stillegungen. Selbst Behörden stehen hierin nicht zurück. Sie üben Sparsamkeit am unrech- ten Platze. Arbeiterentlassungen und Betriebseinschränkun- gen sogar in Parkvcrwaltung, Straßenreinigung, Müllbesei- tigung, Bureaur-einigung und dergleichen, zu einer Zeit, in der Unsaubcrkeit, Ungeziefer, Rattenplage, Tuberkulose und andere ansteckende Krankheiten erhöhte Ausgaben zu deren Bekämpfung notwendig machen. Solches System mag wohl beguem erscheinen, ist aber keine Ausgabenverminderung, son- dern nur eine Ausgabenumstcllung. Zur Linderung und recht baldigen Beseitigung unseres wirtschaftlichen Elends müssen wir endlich aus falschen Maß- nahmen, vielen Erörterungen, Unterredungen und VerHand- lungen heraus zu praktischer und nutzbringender Arbeit kam- men, im volkswirtschaftlichen, sozialen und politischen Jnter- esse. � Viel Arbeit kann sofort in Angriff genommen werden, sich zeigende Hindernisse sind keinesfalls unüberwindlich. A r- beitsgelegenheiten, wohin wir nur blicken. Mangel an Wohnungen, Hausrat, Bekleidung, Nahrungs- Mitteln, Umstellung unserer Krafterzeugung, Anlegung neuer Talsperren, Staubecken. Ausbau der Wasserwege. Bearbei- tung von Brachland, Instandsetzung von Straßen, Parks, An- lagen, Häusern, Nutzbarmachung früherer Schießplätze, Ge- fangenenlager, Zerlegung von Kriegsmaterial, Tanks usw., Sammlung und Verarbeitung von Altmaterial, Eisen, Blech, Glas und anderem mehr, alles dies bietet sofortige Arbeits- gelegenheit._ Einige Beispiele hierfür herausgegriffen: Das massive StammlagervonZossen könnte sehr gut als Siedlung ausgebaut, mehr denn 800 Wohnungen mit der- � hältnismäßig wenig Geld und Mühe bald hergerichtet, manche' anders Arbeitsgelegenheit durch die Ansiedlung herbeigeführt werden. Gute Straßen, Parkanlagen, Kanalisation, Wasser- Versorgung, elektrische Beleuchtung, ungefähr 60 verschiedene Häuser, acht Kantinen, kleinere und größere Säle, alles be- reits vorhanden, sogar eine Freilichtbühne. Die Verbindung mit Berlin ist günsttg, in nächster Nähe des Lagers ließe sich noch eine Haltestelle der Eisenbahn anlegen, ohne haß hohe Kosten erwachsen. Das Zehrensdorfer Lager bietet gleichfalls' Wohngelegenheit, eventuell könnte die Bauernschaft ihre alten' � Besitzungen wieder beziehen, die die Militärverwaltung seinerzeit zu einem Truppenübungsplatz umwandelte. Die weiteren in dieser Gegend, Zossen— Wünsdorf, unbenutzt liegenden Lager wären sehr leicht für die Landwirtschaft und innere Kolonisation zum Nutzen für unsere Volksernährung freizumachen. Ein anderes Beispiel: Am Schöne b er g er Rathaus steht der halbfertige vierstöckige Bureaubau der Erd- ö l g e s e l l s ch a f t. Aus den verschiedensten Gründen liegt er seit längerer Zeit sttll. Im Grundriß ein Dreieck, umfaßt er drei Straßen mit 36, 40 und 20 Fenstern Front. Bei Fer- tigstellung dieses Baues als Bureauhaus würden sicher 300 Wohnungen, in denen zurzeit Bureaus untergebracht sind. frei. Schneller und mit geringeren Kosten wie Barackenbauten wären hier Dauerwohnungen zu schaffen. Ferner: In Marienfelde, gleich hinter den Daimler- Werken, zeigen sich uns über 100 Tanks, Kriegsbeute, Heeresgut, anscheinend herrenlos. Wind und Wetter, wie auch persönlichem Eigennutz ausgesetzt. Ihre schleunige Zer- legung und Nutzbarmachung hätte nicht bloß Volkswirtschaft- lichen Vorteil, sondern würde auch einer späteren Zertrüm- merung durch die allgewaltigen Sieger vorgreifen. Weiter: Auf vielen Lagerplätzen und Gleisanlagen in der Umgegend Berlins wie auch anderer Groß- und Mein- städte sehen wir große und Keine Lokomotiven, Eisen- bahnwagen, Kipploren und ähnliches Gut von Rost und Dieben benagt. Sind diese Transportmittel wirklich nicht mehr reparaturfähig, dann müßte ihre Abmontierung doch schleunigst'etrieben werden, damit alles wertvolle Ma- terial noch nutzbar gemacht wenden könnte. Alle Unternehmer Kagen über Mangel an Rohmaterial. Dieser ließe sich zweifellos leichter beheben, wenn man die ! großen Mengen Altmaterial, die vielfach herumliegen, besser sammeln und nutzbar machen würde. Ihre Samm- lung und Verarbeitung erscheint jedoch manchen Leuten nicht als genügend rentables Geschäft, und deshalb bleibt diese heute so unbedingt nötige Tätigkeit ohne gebührende Beach- tung. In Straße, Haus und Wohnung, aber auch in der Fa- milie starrt uns die Notwendigkeit von Ausbesserungs- arbeiten an. Ihre Ausführung systematisch betrieben. organisch aufgebaut und nicht noch weiter verzögert, würde große Kostenersparnis und viel Befriedigung auslösen. Au. Heizmaterial fehlt es in diesem Winter mehr wie in früheren Iahren. Gegebenen Anregungen ist nicht in erfor- derlicher Weise nachgegangen worden. Von einer Umstellung der Krafterzeugung ist nichts bemerkbar. An die Herrichtung von Oefen und Anlagen zum sparsamen Kohlenverbrauch wird immer erst bei Eintritt kühler Jahreszeit gedacht. Die Beschaffung von anderen Heizstoffen wie Kohlw ist ganz un- genügend, unsere Torfstichs und Braunkohlenfelder werden nicht ausgebeutet, wie die Zeitverhältnisse dies verlangen, Fundstellen nicht gleich zur Arbeitsaufnahme bereit gemacht. Beispiele der verschiedensten Art könnten noch massenhaft gegeben werden. Ist doch bei uns an Truppenübungs- und Schießplätzen sowie ähnlichem noch heute der alte Reichtum. Reichlich sind alber auch die Klagen über den Mangel an allen Lebensnotwendigkeiten, unfertige und verfallene Häuser, re- paratürbedürftige Transportmittel, unzerlegtes Heeresgut i und.Kriegsbeute, ungenutztes Altmaterial, ausbesserungsbe- | dürftige Straßen, zerrissene Kleider und dergleichen mehr. ! Diese Tatsachen sind der Regierung vollauf bekannt. Er- wägungen und Verhandlungen ziehen die positive ! Arbeit weiter in die Länge. Gründe hierfür werden verschre- dene angegeben, sie sind bekannt. Ihnen gegenüber muß aber daran erinnert werden, daß bei allen Menschen die Gebuld einmal zu Ende geht. Hungernde Massen lassen sich mit Ver- sprechungen schlecht abspeisen. Oder soll wegen der üblichen Ressortstreitigkeiten,' der altgewohnten Jnstanzenzüge, um die militärischen Einrichtungen für ewige Zeiten zu erhalten liebgewordene Lebensgewohnheiten nicht aufzugeben, vielleich: gar, um an sich schon reichen Leuten das Geschäft nicht unrentabel oder nur rpeniger lukrativ zu machen, das- Volk weiter darben? Man sagt, die Mittel fehlen. Für Unt-erstützun- gen müssen sie vorhanden sein, ohne daß dafür produktive Werte geschaffen werden. Sind doch in den letzten IsH Iah- ren allein für Erwerbslosenunterstützung mehr Gelder geflossen O-Yz Milliarden), wie für produktive Erwerbslosen- sürsorge bzw. Baukostenzuschüsse(1,1 Milliarden), ungerech- net anderer Unterstützungen. An brauchbaren Vorschlägen zur Abstellung der U e b e l hat es nicht gemangelt. Die Regierung würde aber gut tun, Vorschläge nicht bloß an sich herankommen zu lassen. sondern aus sich selbst heraus auch solche zu bringen. Wenn wir nicht für den Export arbeiten können, dann muß im Lande selbst für ausreichende und befriedigende Ar- beitsgelegenheit gesorgt werden. Auch hier gilt der Grund- satz, wer schnell Hilst, Hilst doppelt. Die zur Derzweiftung treibende Langsamkeit muß endlich beseitigt werden. Vor- beugende Maßnahmen gegen die weiter zunehmende Arbeitslosigkeit sind unbedingt geboten, wenn nicht anders dem voll- ständigen Ruin direkt in die Hände gearbeitet werden soll. Nirgends ist der Wahrspruch angebrachter wie hier: Der Worte sind genug gewechselt, nun laßt uns endlich Taten sehen! Groß'Jkrlm Naßnahmen zur Mhilfe öer Arbeits- losigkeit. Wie die„P. P. N." von gutunterrichteter Seite erfahren, bat die Abteilung„Arbeitsbeschaffung" des Landesarbeits- amts Groß-Berlin in Erwägung, daß recht viel Arbeits- gelegenheit geschaffen werden kann, wenn man mit Repara- turen an Häusern und Wohnungen beginnt, einen Antrag an die Erwerbslosenfürsorge und das Reichs- amt für Arbeitsvermittlung gerichtet, ihr einen Fonds von zirka zehn Milkionen Mark zur Verfügung zu stellen, um bei diesen Arbeiten, die sofort in Angriff genommen werden sollen, ungefähr 2 000 Arbeitslose in Arbeit zu bringen. Das Reichsamt für Arbeitsvermittlung hat diesem An- trage seine Zustimmung erteilt und die erforderlichen Mittel in der angegebenen Höhe bewilligt. Nach den Ver- Ordnungen der Produktiven Erwerbslosensürsorge lvird für jeden zu dieser Beschäftigung herangezogenen Arbeitslosen ein Zuschuß von 30 Mark pro Arbeitswerktag gezahlt, der Arbeitstag zu acht Stunden gerechnet. Es ist damit den Hauswirten und den Mietern Groß-Berlms eine günstige Gelegenheit geboten, notwendige Rcparaturarbeiten in und an den Häusern mit diesem Zuschuß ausführen zu lassen. Allerdings stellt diese Hilfe nur e i n en Teil der Kosten der Reparaturen dar, und werden wohl diese Arbeiten mit Rücklicht auf Material und vorgerückte Jahreszeit nur auf die Jnncnarbeit beschränkt bleiben müssen. Immerhin ist es ein Anfang zu den äußerst notwendigen Jnnenreparaturen, nach denen sich jeder Mieter sehnt, die je- doch nach der Meinung der Hauswirte der Kosten wegen nicht in Angriff genommen werden konnten. Die Anträge sind zu richten an die Abteilung„Arbeits- beschaffung" des Landcsarbeitsamtcs Groß-Berlin, Lützow- ufer 14, l. Der VerbeindSauS schuh Groh-Berlin b-schloh in seiner gestrigen Sitzung, die wahrscheinlich seine letzie war, sich an der vrodukiiven Erwerbslo'eniürsorge zu beteiligen. Es wurden Das Licht der Heimat. el Hon Auzufl Hinrichs. „Werd der Henker fertig mit diesen vertrackten Bauern- schädeln," schimpfte er. Seine Frau schob ihm einen Stuhl in den Weg und mähnte:„Christian!" „Nun ja," sagte er, gezwungen, stehen zu bleiben,„aber das ist wirklich eine Schande. Hat ihnen irgendein Windhund mobl wieder etwas vorgefchllvafelt, nun will wahrhaftig ein Aci» Dutzend junge Kerle aus dem Dorf ins Hannoversche. um in die Fabriken zu laufen." �„ v „Wenn es dich ärgert," meinte die Pastorin,„kannst du ihnen ja am Sonntag den Text lesen." „Ach— wenn das was hülfe." sagte en„Grad eben Hab ich noch den Folkers vorgehabt."— Meto, die beide Hände voll Geschirr hatte, blieb an der Tür stehen.~„Bist du hier nicht alle Tage satt geworden? frag ich.— ja, grbt er zu. Hast du hier nicht deine Freunde, deine Verwandten, deine Nachbarn? Ja? Willst du nicht tausendmal lieber draußen deinen Acker pflügen, als in einer muffigen Fabrik hocken? Ja! Weißt du nicht, daß du didi kreuzunglücklich fühlen wirst zwischen all dem fremden Volk, dem zusammengelaufenen Pack ohne Gott und ohne Heimat? Ja— ja ja, immer ja! Herrgott, sag ich, also laß die Pollacken allein in ihrem Schnaps verkommen und bleib hi-r!" Da guckt er mich groß an, nein, sagt er und läßt mick stehen! Dieser Dickschädel? Meta blieb mit ihrem Geschirr an der Tür stehen und vergaß das Hinausbringen. „Ist da? bei den Kaliwerken, wo sie jetzt so viel Leute brauchen?" fragte die Pastorin. „Ja. bei irgend so einer Buddelgesellschast." „Die verdienen dort doch eine Unmenge Geld," meinte die Pastorin und ihre langen Finger strichen nervös über die Tischdecke. „Die Landbesitzer, ja! Und die Aktionäre. Die schwimmen in Gold. Aber dafür hat man ihnen das fremde Volk ins Dorf gebracht, meist beimot-oses, hergelaufenes Pack� das säuft und rauft. Und dazwiicken wollen sie unsere Dorf- jungens haben— es ist eine Schande." „Sie Wollens ja nicht besser," sagte die Pastorin und wandte sich.„Meta, es ist durchaus nicht nötig, daß du hier herumstehst, tu deine Archeit." Mit rotem Kopf ging Meta hinaus. Auf Gut Dölsien waren früher einmal fremde Arbeiter gewesen, eine barfüßige, bunte und schmutzige Gesellschaft. Sie stellte es sich nach des Pastors Worten so vor. als wenn .Harm Folkers zwischen diese Menschen ziehen wollte. Nein, das sollte er nicht. Weshalb wollte er fort? Nur weil er arm war und zu stolz, von seiner Liebe zu sprechen? r Sollte der Voßbauer noch höhnischer, noch überlegener, nock spöttischer lachen können? O, wie dieser Gedanke sie quälte. Ihre Seele war angefüllt mit Bitterkeit, lieber ihrem ganzen Leben lag der Schatten der Armut. Solange sie auf dem Gut gewesen war, hatte die Sorge sie heimlich gepeinigt, jetzt hafte sie alles abgestreift, was heimlich war. Alle Welt sollte wissen, daß sie arm war— darum trug sie ihren Kopf so stolz wie die anderen. Auch Harm Folkers war arm— fo gehörten sie zusammen. Er, sollte nickt denken— er sollte stolz fern wie sie— niemand sollte über ihn triumphieren, ' niemand, am allerwenigsten der Voßbauer. Das wars— Trotz, Stolz oder etwas ähnliches— oder Lieb? zu Harm Folkers? Einerlei— er sollte nicht fliehen, nein, er sollte siegen über sie alle! Immer tiefer quälte sie sich in diesen Gedanken hinein, immer mächtiger wurde in ihr der Wunsch, ihn zu stützen— immer mächtiger ihr Wunsch,� nein, ihr Wille, ihr heiliger Wille, mit ihm zusammen zu stehen. Am nächsten Abend erwartete sie ihn draußen. Als er ankam, mit dem Arbeitsgerät auf der Schulter, müde von schwerer Arbeit, ging sie ihm entgegen. „Harm," sagte sie,„der Pastor sagt, daß du fort willst. in die Fabrik." „Ja," sagte er und wagte ihr nicht ins Gesicht zu sehen. „Warum willst du von hier weg?" „Ich weiß es nicht." �Doch, du weißt es sehr gut.'" Wollte sie sick über ihn lustig machen? Er sah trotzig auf, aber als er in ihr Gesicht sah, das sich frei und offen zu ihm wandte, las er in ihren Augen einen heiligen und ernsten Entschluß. „Ist es wegen meiner, Harm?" „Meta," feine Lippen zuckten,„warum sagen Sie das?" „sag du zu mir,.Harm. Ist es wegen meiner?" „Ich will nicht mein Leben lang als Tagelöhner herum- laufen!" „Lieber als Fabrikarbeiter?� „Ja!" sagte er. „Harm, das ist nicht wahr. Kannst du nicht eine kleine Stelle in der Heide kaufen oder pachten?" Er sah sie vor sich stel>en, jung und schön, aber in der Ferne tauchte ihm das Bild auf, wie sie im Arm des Voß- bauern tanzte. „Wenn ich fortgehe," sagte er bitter,„wen kümmert das?" „Mich!" Sie trat dicht an ihn heran.„Hast du mir nicht geholfen, Harm? Ich will nicht, daß der Voßbauer sagt, jetzt seist du davongelaufen!" „Meta!" schrie er auf, warf das Gerät von der Schulter und sah ihr ins Gesicht. Sie freute sich, daß er aufbäumte. „Wegen meiner, sollst du nicht fortlaufen. Lieber will ich mit dir in die Heide ziehen und arbeiten." Ihre schöne Gestalt stand ohne Scheu vor ihm, ihre Augen sahen ihn warm und leuchtend an, etwas Reines und Heiliges war um sie her. Sie lächelte ihn an, fast schmerzlich, da fühlte er dunkel 'dös ungeheure Geschenk, das sie ihm bringen wollte. Aufschluchzend tastete er nach ihren Händen, die sie ihm entgegenstreckte. „Meta— du willst mit— mit mir?" ,�a Harm, ich wills!" Einen Augenblick, als er sie umschlang, zückte sie zurück. Blitzartig schoß ihr etwas durch den Sinn: Musik, bunte Bänder und über der Menge ein spöttisch lächelnde? Gesicht ■— da aber tauchte ihr Blick in die guten, ehrlichen Augen bor ihn fest legte sie die Arme um seinen Nacken und küßte ihn. So wurde die schöne, stolze und vornehme Meta Heyen die Frau des armen Harm Folkers. (Forts, folgt.) £6•? w e i Millionen Mark?nr Anlegung don vier grI�eren Wir: liuNewegen im Grunewald bewilligt. In der Angelegenheit der Entziehung der Schankerlaubnis in den Verbands- sörstereien im Grunewald stellte sich der Ausichutz aus den Stand- punit des Forstunterausichusses mit der Maßgabe, daß die Schank» erlaubnis nach Verwendung der Izorhandenen Vorräte nur noch bis zum l. Oktober d. I. erteilt werde. Tie vom Hauptausschuß der Erwcrbsloseniüriorge Groß- Berlin eingesetzte Kommission hat beschlossen, dem am Mittwoch tagenden Hauplaussckzuß folgendes vorzuschlagen: Alle Erwerbslosen, die Zuschläge für Angehörige erhalten und am l. September d. I. während der zurückliegenden 6 Monate mindestens 8 Wochen volle Erwerbslosenunterstützung bezogen haben, sollen sofort 100 M, und sür jedes zuschlagsberechtigte Familienmitglied 10 M. ausgezahlt erhallen. A l l e i n st e h e n d e Ledige über 21 Jahre sollen 75 M. und wenn sie unter 21 Jahre alt sind, 60 M. erhalten. Ledige, die im Hausholt eines Ver- wandten leben und in die gemeinschaftliche Haushaltsführung auf- genommen sind, sollen die Beträge von 75 M. bezw. 00 M. als Vorschuß erhalten. lieber die Verteilung des event. verbleibenden Restes wird eine weitere Regelung vom Hauptausichuß getroffen werden, die alsdann vorzunehmende Auszahlung erfolgt ab 20. September d, I. Wshnunestausih unü �wangseinquartiening. Aus der interkommunalen Wohnungskonferenz. Die am Montag unter dem Vorsitz des Geschäftsführers des Wohnuiigsverbandes Groß-Berlin tagende Konferenz der Groß- Berliner Gemeinden und Wohnungsämter beschloß beim Wohnungs- verbandsau-schuß die baldige Errichtung einer Stelle für den Wohnungsaustausch nach auswärts zu bean- tragen, um den Wegzug von Berlin nach Möglichkeit zu e r l e i ch- lern. Der Zuzug nach Berlin bleibt auch im Austauschverfahren nur auf die dringlichen Fälle beschränkt. Es wurde ferner die amtliche Vermittlung auch im Woh- nungsaustausch innerhalb Grotz-Berlins für not- wendig erachtet, welche sich jedoch nur auf die alS dringlich anerkannten Fälle beschränken soll. Diese Vermittlung innerhalb Groß- Berlins soll aus praktischen Gründen vorübergehend bis zur de- finiliven Neuordnung des Wohnungswesens in der neuen Stadt- gemeinde Berlin dem bestehenden Berliner Wohnungsamt über- tragen werden. Endlich beschäftigte sich die Konferenz mit der Nachprüfung der für die Zwangseinquartierung bisher befolgten Nicht- linien und beschloß eine Reihe von Verbesserungen in der prakttschen Handhabung der Zwangswirtschaft. Tie Gastwirte gegen die Verkürzung der Polizeistunde. Gegen die beabsichtigte Verkürzung der Polizersturide protestierten gestern die Groß-Berlincr Gast- und Schankwirte, Saal- und Kondiroreibesitzer im Wintergarten. Der Borsitzende Paul L i t f i n faßte alle die Gründe zusammen, die die Gastwirte zu ihrer ablehnenden Haltung veranlaffen.Durch Sachber- ständige sei festgestellt worden, daß durch die frühere Verkürzung der Polizeistunde eine Ersparnis an Licht nicht erzielt worden sei. Im übrigen erkenne ja auch die Regierung an, daß ans wirtschaftlichen Gründen heraus eine Verkürzung nicht er- forderlich iei, sie lasse sich vor allem durch polit.sche Gründe leiten, durch Rücksicht auf die Bergarbeiter und die Entente. Man müsse der Regierung den Rücken steifen und ihr zurufen, sie möge'ich nicht von der Entente beeinflussen lassen.(Lebhafter Beifall.) In Anerkennung der Schwierigkeiten, in denen sich die Regierung be- finde, wollen d'e Gastwirte sich mit den durch die Bundesrats- Verordnung vom 11. Dezember 1916 ihnen auferlegten Beschrän- tungen abfinden, wenigstens für dieses Jahr. Aber gegen eine weitere Verkürzung der Polizeistunde um auch nur eine Minute müßten sie sich mit aller Macht zur Wehr setzen, da das Gast- Wirtsgewerbe durch die neue Beschränkung völlig zugrunde ge- richtet werden würde. In der Aussprache wurden Protesterklärungen von Gastwirts- verbänden in der Provinz zur Verlesung gebracht. E'n anderer Redner trat für Steuerverweigerung als Protest gegen die reaktionären Geheimräte in den Ministerien ein, während von einem weiteren Redner angeregt wurde, alle Gastwirtschaften so lange zu schließen, bis die Regierung sich zu Entgegenkommen bereit ffnde. Einstimmig wurde eine entsprechende Entschließung ange- nvmmen. Verhetzte Jugend. Am Sonntag abend veranstalteien die Mitglieder der„Pro- letarier-Jugenb" und der„Freien sozialistischen Jugend' eine.Demonstration', die anscheinend durch die Lungen- kraft der Teilnehmer die Berliner von der Bedeutung des„Juter- nanonalen Jugendlages', den diese Veranstaltung„würdig' ab- schloß, überzeugen sollte. Auch sie wurde von den jugendlichen . Politikern' beehrt. Gegen 6 Uhr kam der Zug, der eiwa 15 000 Teilnehmer zählte, von denen viele noch im schulpflichtigen Alter standen, am„Vorwärts'-Gebäude vorbei. Das war der gegebene Augenblick, um vor aller Welt Zeugnis abzulegen von den gewalligen Idealen, die diese Jugend erfüllen. Ein .Führer' pflanzte sich vor dem Hause auf und brüllte in seliger Erinnerung an den blutigen Bürgerkrieg des vorigen Jahres: „Hoch die tapfere„Vorwärts'-Beiatzung I' und wiederholte diesen Nut, so oft eine neue Gruppe vorüberzog, und gehorsam nahmen die Schäflein da« Blöken ihres Leithammels auf.„Nieder mir der S. P. D.!', angstbebeud vernahmen wir auch diesen Ruf. Doch die Gc'aKr ging noch einmal gnädig an uns vorüber. Man tat uns nichts. Ter Zug ging wcuer, man rrieb praktische Polilik, indem man die elektrische Bahn und andere Verkehrsmittel an allen Ecken zwang, ihren Verkehr einzustellen, bis die„Herren Jungens' vorüber waren. Sicher war mancher von dem„Erfolge' dieser„Demonstration' am Montag in der Schule so berauscht daß er einen recht schweren Kops halte. Oer RaubmorS an öer privatfekretärin Severin. Auf der Spur des Verbrechers. Die Raubmorde auf den Landstraßen in der Umgebung Berlins, die sich in der letzten Zeit wieder in erschreckender Weise gehäuft haben, lassen darauf schließen, daß es sich um einen Verbrecher handelt, der gleich dem Massenmörder Schumann auf den Land- straßen seinen Opfern auflauert, sie niederschießt, die Leichen auf die Felder verschleppt und dann ausplündert. Das letzte Kapital- verbrechen dieser Art, der Raubmord an der 35 Jahre alten Privat- sekreiärin Mariha Severin aus der Berliner Allee 89 zu Weißensee aui der Landstraße Melchow— Tuchen, weist auf die Spur eines Mannes, der um die Zeit des Mordes in der betreffeuden Gegend von verschiedenen Zeugen gesehen worden ist und der auch andere Frauen dort bedroht hat. Diese Frauen, wahrscheinlich Pilz sucherinnen aus Berlin, haben dieies Zusammentreffen mir dem Manne in der Gegend erzählt. Da eS kaum einem Zweiiel unterliegt,*~rß der Men'ch derselbe ist. der ganz in der Nähe des Tarnte» gesehen wurde» werden diele Kranen unter Hinweis auf die ausgesetzte Belohnung don 2000 M. dringend ersucht, sich bei dem Bezirksoberwachtmeister Lahmann in Zimmer 96a des Berliner Polizeipräsidiums zu melden. Werlvolle Anhaltspunkle zu weiiereii Ermittlungen gibt auch der Verbleib der der Er- mordeien geraubten Gegenstände. Nach den jetzt ge« machten genauen Feststellungen erbeutete der Mörder eine hell- grüne, lederne, breile, eckige HäuMaiche mir weißem Meiall- bügel, braunem Ledertragcrienien und einer besonderen Anße»- lasche, zwei goldene Damenringe mit in Platin gefaßten Brillanlen, von denen der eine zwei nichl ganz erbsengroße Brillanten und zwei kleine Rosen, der andere fünf fast erbsengroße Brillanten und niehrere kleine Spliiler trägt, ein mallgoldeucs Gliederarmband mit Sicherheitskenchen und eine tulasilberne Armbanduhr mit goldenem Zifferblait. Die llhr träar keine Rummer, doch hat der Verkäufer im inneren Deckel das Zeichen>S. 10 583' eingekratzt. Die Ermordete, die als Privatsekretärin bei einer hiesigen Bier- großbandlung beschäfiigt war, besaß in Neue Mühle bei Tuchen ein Grundstück, das sie erst kürzlich für 50 000 M. verkauft harte. Nach Abzug einer Hypothek über 20 000 M. halte sie 30 000 M. in bar ausgezahlt erhalten. Von dieser Summe hat sie 20 000 M. aus einer Bank eingezahlt. Wo die restlichen 10 000 Mark geblieben sind, bedarf noch der Aufklärung. Der Raubmord au dem 22 Jahre alten Dienstmädchen Ida Schulz, das bei einer Herrschast in der Friedrichstraße beschäftigt war, und auf dem Wege von Groß-Bchnitz nach Wachow ebenfalls erschossen, verschleppt und beraubt worden ist, hat noch nicht weiter aufgeklärt werden können. Für die Ermittelung des Mörders, der wahrscheinlich mit dem Mörder der Privatsekretärin Severin iden- tisch ist, ist eine Belohnung von 3000 M. ausgesetzt. Die dem Mädchen geraubten Sachen sind bisher noch nirgends aufgetaucht, Wer über dieses Verbrechen irgendwelche Mitteilungen machen kann- wird gebeten, sich bei Kriminalkommissar Werneburg im Zimmer 34 des Berliner Polizeipräsidiums zu nielden. verhsstete Räuber. Ter Herr„Revisor"— Tic neueste Ausrede! Zu einem Raubüberfall in der Teliower Siraße hatten sich drei junge Burschen im Schcuncnviertcl verabledet. Ein Kaufmann Hans Leschinsky lernie dort einen Matrosen Hans Habbel und einen Arbeiter Hans Pfeiffer, die sich ebenso wre er herumtrieben, kennen, und gewann sie bald dafür, mit ihm„ein Ding zu drehen', weil alle drei sich Geld verschaffen wollien. Leschiniky kennt eine Familie in der Teltower Srraße 38g, diirck seine Angehörigen. Er glaubte, daß dort viel zu holen jei und paßte eine Zeit ab, in ver das Tienslmädchen allein zu Hause war. Während seine beiden Spießaejellcn draußen Schmiere standen, sührte er sich als Revisor oer B e l e u ch l u n g S- ernrichtung ein. Zunächst untersuchte er zun! Schein die Leitungen in den Wohnzimmern und im Schlafzimmer und fand hier alles in Ordnung. Tann crklärie er, auf dem Flur noch nachsebeu zu müssen und yaniierle weirer herum. Hier ließ ihn das Mädchen allein und ging»ach der Küche. Bald folgte er der Ahnungslosen, fuhr ihr mit der Hand über das Gesicht und siel über sie her. Das Mädchen, das einen starken Cdloro- formgeruch wahrzunehmen glanbie und spä-er noch iiberliebel- keil und Kopnchn, erzen klagrc, schrie sofort laut auf. und verfolgte den falschen Revisor, als dieser jetzt cnifloh. An der Ecke der Belle- Alliance- und Dorckuraße gelang es. Leichuiily festzunehmen. Die Augustawache führte:hn dem Raubdezernal im Polizelpräsidium zu, dem er ein Geständnis ablegte. Am nächsten Tage ermittelten Beamte der Streire B auch die Spießgesellen im Scheiincnviertel und nahmen sie ebenfalls fest. Auch sie gestanden und alle drei wurden gestern dem Unlersuchnngsrrchter vorge'ührt, Leschinsky war mit einer scharf geladenen Pistole bewaffnet. Ertappte Einbrecher und Diebe versuchen es oft mit allen er- denklichen Ausreden. Eine ganz neue hat ein 19 Jahre aller Arbeiter Fritz Kanitz, der in der vorvergaiigencii Nacht in der Münzstraße von Bsamien der Sicherheitspolizei mit einem großen Bündel angetroffen wurde. Dieies Bündel enthielt ein ganzes Federbett mit Bezug, ein Kopskiffen, Hosen u. a, m. Der Er- läppte hat dies ohne Zweifel irgendwo gestohlen und war sicher auf dem Wege, die Sache» zu verschärfen. Er bestreitet das aber und will sich durchaus nicht strafbar gemacht haben. Wie er erzäbli, gehört er mir noch zwölf anderen Personen beiderlei Geschlechis zu einer anarcho-kummunistischen Gemeinschaft, die zum Teil in der Mulackslraße bei einem Dr. Goldberg und zum Teil in der Kurfürstcnstraße in Mariendorf wohne. Die Mitglieder der Gemeinschaft hätten sich jede» persönlichen Eigeniums eniäußert. Jede» Mitglied sei aber befugt. daZ gemeinsame Eigentum nach seinem Ermessen zu benutzen. Nur veräußern dürfe niemand etwas. Ihm habe eS nuu in dem Quartier in der Mulackslraße nicht mehr behagt. Deshalb habe er sich entschlossen es bei Nachtzeit zu verlassen und nach dem Mariendorfer Heim über- zussedeln. Wo sich die Quartiere befinden, will er jedoch nickt sagen. Der Bezug des Federbettes i't mit einem eingestickte».M,', ein anderer Bezug und das Kopfkissen sind E. S. gezeichnet. Die noch unbekannten Bestohlenen können sich im Zimmer 81 des Polizei- Präsidiums melden. Miftglückter Anschlag einer R-'iuberbande. Am Vordereingang der im Hause Mariemtraße Nr. 39 ge- legenen Wohnung des Luruspferdehändlers Specht klingelten Montag nachmittag, als sich Specht mit seiner Frau auf der Rennbahn in Karlshost befand, ein Mann und eine Frau, die dem Dienstmädchen erklärten, daß sie Herrn Specht in einer drin- genden Angelegenheit sprechen müßten. Sie taten sehr enttäuscht, als sie hörten, daß Herr Specht mit seiner Frau ausgegangen sei. Endlich baten sie das Mädchen, daß es sie einlasse, damit sie Herrn Spcchr einige Zeilen hinter- lassen könnten. Das Mädchen ließ sie dann auch eintreten und führte sie in das Speisezimmer. Als sie dort um Papier und Tinte baten, klingelte es an der Hintertür. Das Mädchen öffnete jetzt diese, und dor ihm stand ein fremdes Mädchen, das ihrfr sogleich einen heftigen Ausiritt machte. E- warf dem Dienst- mädchen vor, daß eS mit seinem Bräutigam Verkehr unterhalte. Es verbitte sich dieses und setzte hinzu, daß ein Verkehr mit ihm nicht ohne Folgen geblieben sei. Das Dienstmädchen sagte der Fremden, daß es ihren Bräutigam gar nicht kenne und schlug die Tür zu. Als es wieder nach vorn kam, war außer dem angeblichen Ehepaar von diesem noch ein zweiter Man« eingelassen worden. Ehe es noch seine Verwunderung darüber hatre Ausdruck geben können, fielen alle drei über das Mädchen her, warfen ihm eine Schiinge um den Hals und versuchten es zu würgen. Die Ucberfallcne fand jedoch noch Zeit� laut aufzu- schreien und um Hilfe zu rufen. Sie rief:„Fritz, Fritz, komm und hilf mir!" Dieser Ruf gall ihrem Bräutigam, der zufällig bei ihr zu Besuch war und sich i» der Küche bersteckt gehalten hatte, als es plötzlich unerwartet an der Tür klingelte. Fritz hattx zwar nicht den Mut, seiner Braut zu Hilfe zu eilen, rannre aber hin- unter und schlug dort Lärm. Die Räuber bekamen es nun mir der A n g st zu tun, ließen von ihrem Opfer ab und suchten das Weite. Einer von ihnen rannte die Treppen hinauf, das angebliche Ehe- paar hinunter. Auf die Hilferufe deS Bräutigams war auch der im selben Hause wohnhafte Detektiv W eitzmann aufmerksam geworden. Er eilte auf den j�lur und ergriff einen Mann, der an chm vorbeistürzen wollte. Dieser war einer der Räuber, zog jetzt seine Pistole und setzte sie dem Detektiv auf die Brust mit den Worten:--Latz mich los oder ich schieße!" Ehe er aber dazu kam. hatte ihm der Tetektw rasch die Waffe aus �der Hand geschlagen. Mit Hilfe zweier des Weges kommender Schutzleute wurde der Räuber und auch feine angebliche Ehefrau dingfest gemacht. Ebenso gelang es. den dritten Räuber, der sich aus dem Boden in ein: r Toilette eingeschlossen t-atte, ausfindig zu machen und.fest- zunehmen. Alle drei wurden dem Kriminalkommissar Lehnerdt vorgeführt, der in ihnen einen Kaufmann Walter Arhailzen» der bereits seit Monaten wegen eines großen Juwelenrauües g e- sucht wurde, und seine Braut, eine gewisse Rühle erkannte. Ter dritte Räuber ist ein stellungsloser Bankbeamter Lambcck. TaS Mädchen, das an der Hintertür geklingelt, scheint mit den Raubern nichts zu tun zu haben. Bei einer Durchsuchung der Wobnung des Pferdehändlers wurden dort zwei Knebel vorgefunden sowie ein ganz kleines Lcinwandstickchen, das mit Aether getränkten Sand enrhielt, und eine Brennschere, deren Enden zu Dietriche« umgearbeitet sind. Da die Bande außerdem auch noch eine Dreysepistole m:t sich führte und die Rollen auch sehr gut verteilt waren, so wäre de? Anschlag auch sicher geglückt, wenn nicht das Mädchen zufällig siiwT Bräutigam bei sich gehabt hätte. Robert Hascheck, ein in der Berliner Parteibewegung bekannter braver Genosse, ist im'Aller von 72 Jahren in seinem Wohnort Rosenthal nach langem schweren Leiden am Sonnabend, den 4. September, verstorben. Bereits unter dem Sozialistengesetz war Hascheck als junger Genosse sür die Partei im dritten Berliner Reichs- tagswahlkreiie täiig, den er auch auf dem Parteitag vertrat. Einige Zeit bekleidete er das Amt eines Kassierers für Groß-Berlin. Vielen Draggsalierungen der Polizei trotzbieiend, ist er der Partei b:s zu seinem Tode treu geblieben. Als Gemeindevertreter war er der Anwalt der arbeitenden Bevölkerung, und als lolcher erwarb er sich i« Roieiilhal hohe» Ansehen. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 8. September, nach- mittags 4''z Uhr. auf dem neuen Gemeindefriedhos in R o s e n t h a l i statt._ Verloren wurde eine braune jnchtlederne Brie Hasche mit über 100 M. Bargeid, Beitragsmarken aoin Zentraloerband der Auge- ilclltcn. sowie FllNilitmür-AuSwMs, Ausweis der BelricbSrätc-Zenlinle und Mitgliedsbuch vom Zcniraloerband der Angestellten, laulend au> den Aomen Kari Semmel, sowie zwei loeiter« BelriebSräle-AiiSweiie aus die Namen Karl Schmidi und S l a l-z e n b e> g. am 4. September»>i Zuge Zoologischer Karlen— Bellevuc.?er ehrliche Finder wird gcbcien, die Tasche liebst Inhalt bei Karl Semmel, Berlin. Lübecker Slr. 16, abzugeben. Arbeiter- und SiahrvngSfragen in Schöneberg. Tie Schöneberger Stadtverordnetenversammlung. gab gestern dem neuen Tarifvertrag der G em e i n d e- arbeiter. der am IS. Juli mit Geltung vom 1. April, in Start getreten ist, ihre nachträgliche Zustimmung. Tic durch ihn ver- ursachien Mehrausgaben von l'A Millionen Mark sür 1920 sollen in den HauShaltplan eingestellt werd n. Zugestimmt wurde auch den vorgelegen Vereinbarungen über das Mit- b e it i m m u n g s r e ch t in Arbeiter und nichlständigen Ange- stellten. In der Debatte über diese drei zusammen erörterten MaziftratSvorlagen klagte Jatzow lNeuc Fraktion), das Be- triebsräregesetz k-abe die NeidungSflächen noch vermehrt. Es habe die gehosfte Steigerung der Arbeitsleistungen nicht ge- bracht, diese seien sogar noch geringer geworden.(F r i tz sch(So.'.'-: Wer soll Ihnen denn das glauben?) Kaspar(Soz.) antwortete enif diesen Herzerserquß des Arbeitgebers Jatzow: Die Reibungs- flächen haben sich nicht vermehrt. Die Arbelisleistungen haben z. B. im Kohlenbergbau des Ruhrgebietes zugenommen. Herr Jatzow steht auf dem.Hcrr-iin-Hause"-Stondpu.nkt. Wir be. grüßen das Betriebsrälegesetz. Aber wir halten es für noch nicht weitgehend genug und fordern Ausbau. Das soll Ihnen nicht gelingen, den Arbci'er in das S k l a v e n j o ch zurückzu- drängen! Auf eine Bemerkung Jatzow-, daß der Tarif den ge- lernten Arbeiter zu wenig vor dem ungelernten bevorzuge, er- widerte Wilberg(U. Soz.), der Lohn des gelernten Arbeiters wie des ungelernten bleibe noch unter dem Existenzmiliimuin. Eine Aufrage der sozialdemokratischen Fraktion, die Auskunft über die vom Magistrat unternommenen Schritte zur Linderung der Arbeitslosigkeit forderte, wurde von O b st(Soz.) begründet. Er stellte fest, daß der Magistrat in letzter Zeit die Arbeitslosigkeit durch Entlassungen noch verschärft bat. Die Dezernenten der einzelnen Verwaltungen scheinen eine Ehre darin zu suchen, recht viele Arbeiter entlassen zu können. Arbeitsgelegenheit ist schon noch vorhanden, wenn man nur nicht so darauf ausginge, Arbeit» kräste zu jparen. Vor allem aber muß der Magistrat durch Notstand sarbeiten die Arbeit Sgelegenhei: vermehren. Stadtbaurat Wagner antwortete, die Stadt lasse jetzt Arbeiten für 70 Millionen Mark ausführen, bei denen 1900 Personen beschäftigt seien. Weiter seien in Aussicht genommen Ausbesserungen der Siraßen, Fortsetzung der Regulierung der Kolonnenstraße, Instandsetzung öffentlicher Ge- bäude. Rigolen im Kleingartengebiet, Ausbau von Dachgeschossen, Herrichtung deS Spielplatzes am Priesterwog, Fortsetzung der Ar- besten am"Gemeinfthastebahnhof. Die Kosten werden sich auf r.ech 14 Millionen belaufen, wovon 2A Millionen durch Reichszuschuß gedeckt werden sollen. Jatzow(Neue Fraktion) empfahl, in erster Linie die Herstellung von Wobwunyen ins Auge zu fassen, �lieber einen diesbezüglichen Antrag von ihm soll in, der nächsten Sitzung verhandelt werden. Von den übrigen Fraktionen nahm niemand das Wort. E'.ne andere Anfrage der sozialdemokratischen Fraktion betraf die schlechte Beschasfenheit deS Brotes und mabnte den Magistrat, aus Abhilfe zu dringen. Dr. Bend in er lSoz.s wies in der Begründung darauf hin, daß solches Brot schon zu GcsundheitSschädigungen geführt hak. Schöneberg ist in dieser Frage von Groß-Berlin abhängig, und Groß-Berlin hängt von dem guten Willen der Landwirte ab. Die aber erfüllen ihre Pflicht gegenüber den großen Städten in keiner Weise. Getreide ist auf dem Lande noch in Masse vorbanden— nur wird es im Schleich. Handel vertrieben. Leider fehlen gegenüber der Mangelhaftigkeit der Ablieferungen wirksame Zwangsmittel. Ein Teil der Schuld trifft aber auch den Lcbensmittelverband Groß-Berlin, dem Lässig. keit vorzuwerfen ist, und ebenso den Magistrat von Schöneberg, der auf den Verband nicht energisch genug einwirkt. Dazu kommt, daß im Lebensmittelspeicher das Mehl schlecht gelagert i st und muffig wird. Auch fehlt die Kontrolle der Bäcker über die Verwendung von Slreckungsmitteln. In Vertretung des abwesenden Lebensmit'.eldezernentcn des Magistrats antwortete Dr. A l t h a u s, der Magistrat habe sich schon an die Reichs» getreidestelle gewendet und der LebenSmittelverband sei bei der Reichsregierung vorstellig geworden. Die Mehllagerung rühmte er als vorzüglich. Lach mann(Dnat. Vp.) gab--- natürlich!— der Zwangswirtschaft die Schuld. Er empfahl geringere Ausmahlung.(Zuruf: Dann hästen Sie im Februar nicht? mehr zu essen!) Wer Geld gehabt hat, hatte auch zu essen.(Zurufe: Aah, Aah—!) In der weiteren Debatte antworteten diesem Redner die Unabhängigen Wilberg und Peter söhn und unser Genosse E r d m a n n. Im Schlußwort erklärt« Genosse Dr. B e n d i n e r die Auskunst des Magistratsvertreters für durch- aus u n b e srie d i g e n d. «Srost-Bcrkiner Lebensmittel. Lankwitz. 500 ffiiarnrn Roggcnmetl(28), 250 ffirarnrn gesch. Bohne« 1,29), 125 Gramm Reisstärke(30), 350 Gramm Mllchjüßjpetse(31). Die Umformung öer Sicherheltspolize;'. Auf dem am Sonntag in Berlin abgekmltenen Veriretertag deä ZLirischafisvcrl'andes der Sicherhcitöpolizeibeam�n(Preußischer Landesverband) wurde das Ergebnis der Beratungen der Regie- rungskommission über die Umformung der Sicherheitspolizei bekanntgegeben und besprochen. Nach dem von der Kommission aufgestellten Leaanisationsplan ist das erste Dienst- fahr des Beamten lediglich der Ausbildung gewidmet. Dann tritt er als Ilntcrwachtmeister in den Cxekutivdienst, wird nach awei Jahren Wachtmeister und nach weiteren vier Jahren Ober- Wachtmeister. Bis zu diesem Dienstarade sind die Beamten auf Kündigung angestellt. Tann lönncn sie nach bestandener Prüfung— die Kenntnisse werden in einer Polizeifachschule er- warben— Haupiwachtmeisicr, Polizeileutnant oder Polizeikom- missar werden und sind lebenslänglich an'.stellt. Das Bestehen emer zweiten Prüfung ermöglicht den llebergang vom Exekutiv- zum Verwaltungsdienst.— Es wurde betont, daß nach diesem Plan für den Aufstieg in die höheren Beamtenstelle» »•cht mehr dse?,ahl der zurückgelegten Dienstjahre, sondern der Nachweis der Fähigkeit maßgebend ist. Ter Grundsatz:„Freie Aabn dem Dücktigen" sei also hierdurch anerkannt. Ob er auch in der PrariS durchgeführt werde, sei allerdings die Frage. UebrigenS fei der Lrganisationsplon der Kommission kein endgültiger, sondern er solle die Grundlage für weitere Verhao.dlungen abgeben. Mit Rücksicht darauf, daß»ach dem Abkommen von S p a die Sicherheitspolizei bis zum L2. d. M. ausgelöst und eine einheit- liehe Polizei eingerichtet werden muß, wurde verlangt, daß bei i ss'ser Umformung die Existenz der bisherigen Sicherheitspolizei- dcamten nicht ge schädia t werde und daß die Regierung alle den S-cherheitSbeamten gegenüber eingegangenen Verpflichtungen er- füllen soll. Ferner wurde die Forderung vertraten, daß Offiziere. .chie keine polizeilichen Fachkenntnisse haben, nicht mebr in die oberen Beamtenstellen eingestellt weckten. Für die weitere Beratung de? Organisationkplans wurde die Hinzuziehung von Fachleuten verlangt. Es wurde auch d-r Wub'ch ausgesprochen, daß die militärische Bezeichnung„Wacht- meister" bcseitiat und die verschiedenen Dienstgrade bezeichnet werden mit Polizeischüler? Polizeianlnärter, Polizeimeister, Polizei- cbermeister. Haup'polizeimcister. Eine Kommission wurde eingesetzt, die alle zur llmfor- mimg varlieaenden Anträge und Forderungen bearbeiten und der Regie-" gSkom misston dieselben unterbreiten soll. Die Vcreinhcitlichnnst der Pokizei. Am. 3. September be'chäftigte fidi in einer be'onders einberufenen Sitzung der aus Vertretern der Landsägerbeamten aller preußi'Äen Provinzen bestehende Gesamtvorstaud des Preu- sti schon Gendarmerievereins, e. P.. mi> der Vereinheitlichung der Polizei. Zu der Sitzung waren außer Vertretern dcS Ministeriums deS Jn'-ern, des Ehe»?>der Landsägerei und der bäbereti Land- jägerrcauiten(frü deren Gendarmerieofs! ziere) der mit der Auf- ck-llung des Planes der Einhe!'svol>zei bea'.'ftragte Ministerialrat Dr. Abeog eingeladen i:nd erschienen. Letzterer entwickelte im großen Rahmen seinen Plan und brachte dabei-um Ausdruck, daß die lmfondeven Rechte der Landsägerei auch bei einer Ei"beziehung in diesen Plan bestehen bleiben sollten. S ne Zusammen ig, ssung mit der übrigen Polizei sei nur in den höheren Dienststellen in Aussicht genommen. Nach längerer Besprechung wurde van dem Gesamtvorstande «inst'MMtg eine Str'chl'eb"no. r-T-i.t e>?'g".t. daß t. eine völlige Verfchmelzuia der Lardsägerss mit der Polizei ein? gän''"b verfehlte ll�ißnabme darstelle, zu der '-e preußischen Landjäger�eamten niemals Ihre Zustimmung geben 'Znnten. Eine derartige Maßnahme könne auch nickst im Interesse d-z Staate? liegen, weil sie e'-" Eln-ich-'una beK:»iaen würde. die sich in scher Beziehung b? w ä h r t habe, deren Beamte auch t-n'?r den schw-eriasten Verhältnissen alleicst ibv Vilicht restlos erfüllt und sich das voll? Vertrauen der Behörden und der Bevölkerung erwarben ntd rr halten l. litten. 3. Daß m:ck> hst»- Notwendigkeit e uer Hineinbeziehun» der Landsägerei in den Plan einer EinheitSpoltzei nickst er- kcnnbar sei und es bielmehr vollkommen ausreichend erscheine. wenn die im Ministerium de? Innern auf Gr-nd eingehendster Bera'ungen bereits fertiggestellten Pläne einer Neuordnung der 52cjnHfVf'*T'*t'71 rrtft 3. Daß ab'r, wenn die Hinencheziehuniz trotz der fchwerw'eaend- stcn Bedenken an? Gründen des StttastiwohlcS fih nickst vermeiden lassen die Land-ä-erei verlangen müsse, daß sie als besondere Gruppe der Voli-ei best d bliebe, da die anders gearteten Verhältnisse auf dem Lande bewndere Ausgaben mit ssch brächten und Beamte erkordm-ten, dB für ihr Amt �be- sonders vorgebildet, besonders zuverlässtg und ielbständig sein müßten. Namen.ckich müsse de- besonderen Stellung der Lgndjäaerei auch nach außen bin durch beiostde-e ltn'.ierm und Abzeichen und durch entsprechende Einstufung in die Besol- dungSgruppen Rechnung getra-en we? den. Auch müsse trn- b'dingt durch Anstellnna von aus der Landjägerei hervoraegangenen Regierung?, und Landjägerrätcn bei �en ßlegwrungen, den Overpräsidien oder dem Ministvrium des Innern für ein?. sachtcchni'che Vertretung.Sorge getragen werdan, wie d-es auch s-üver seitens des Ministeriums des Innern bercils zugestanden war._ WLrtsiHcrft Beratungen des Volkswirtschaftlichen Ausschusses. Der Volkswirtschaftliche ck uS'chuß de» Reichstages be- faßte sich mit der K o n j u n k t u r g e w i n n a S g a b e in der Leder- und Schuhindustrie und im Anschluß daran mit dem Gezetzentwurs betreffend die Einziehung von Geldbeträgen bei K r i e g s o r g a n ,- sationen. Am Dienstag wird der Ausschuß in Aniveienheit des ReichSwirtschastsminiiters die g r u nd sä tz l- ch e n Fragender Aushebung der Zwangswirtschaft in der Industrie und im(�cweroe besprechen. Hierbei wird auch ein deutschnationa.er Antrag einer gründlichen Erörterung unterzogen werden, durch den die Reup--- rcgierung ersucht weiden soll, die in der Erhebung der A u?Ju,?t' abgaben zurzeit liegende Abschnürung der industriellen Au. subr schleunigst zu beseitigen, um dem Anwachsen der Arbett-ckoiig-eit vorziibeugen. Der Mittwoeb soll einem Antrage Ledebour die Erwerbslosenfürsor.ge gewidmet sein. Man nimmt an. daß die gesamten Gegenstände einschließlich einer großen Anzahl von Petitionen spätestens am Tonnerstag durchberaten sein werden. Nach der Rückkehr des Reichsernährnngsministers von der Konze- renz von Siresa soll dann über die Getreide- und Flei ich- bewirt schaftung in Verbindung mit einem Bericht des Mi- nisters über die Ernährungskonferenz beraten werden. Hcreinziehung des Auslandskapitals. Der Vorgang der Ueberfremdung wird von unß mit oller Aufmerksamkeit verfolgt. Es handelt sich hier um eine Er- scheinung der freien Verkehrs- und Weltwirtschaft, an der nicht nur das Unternehmertum, dessen eigenes Kapital nicht ausreicht, sondern auch die Arbeiterschaft stark interessiert ist. Die Vertreter des kapitalistischen Wirtschaftssystems haben den Standpunkt ver- treten, daß stark« kapitalistische internationale Verknüpfun- gen in hohem Maße Gewähr für die Aufrechterhaltung eines dauernden Frieden? böten, eine Auffassung, die sich mit dem Aus- hrnch des WelÄviegeS als falsch erwiesen hat. Und auch heute ver- treten die bürgerlichen Blätter h»n Standpunkt, daß die fremden Kapitalisten an der Er Haltung der Lebensfähigkeit der deutschen Wirtschaft so stark als möglich interessiert werden müssen. Auch die Forderung, alle Schutzzölle m beseitigen und dem Freihandel in der Welt zum Siege zu verhelfen, gründet sich auf der Erwartung, daß durch den völlig freien Handel die wiri- schaftlichen Beziehungen zwischen den Völkern der Erde sich so stark verknüpfen und die Völker wirtschaftlich so stark voneinander ab- hängig werden, daß die Lösung von Konflikten nicht mehr mit mili- tärischen, soudern nur noch mit friedlichen Mitteln wird erfolgen können. Eine kapitalistische Interessengemeinschaft zwischen den Kapitalisten der ganzen Erde besteht gegenüber der Lohn- arbeiterschaft auch dort, wo es zur Bildung von Arbeit- geb.'rverbänden noch nicht gekommen ist. sie entsteht von selbst da- durch, daß die Kapitalrente sich aus der Spaunung von Selbstkosten zum Verkaufs- oder Marktpreis ergibt. Und dennoch wissen wir, daß innerbakb dieser Interessengemeinschaft aller Kapi- talisten die schärfsten Gegensätze sich herausbilden; denken wir nur an den Gegensatz zwischen dem Rüstungskapital, das an dem Bau von Kanonen und Panzerschiffen interessiert ist, und dem Handelskapital, das in der Weltwirtschaft arbeitet und durch den Krieg zur Vernichtung kommt. Auslandskapital kann einem Wirtschaftsvokk zum Aufbau der eigenen Wirtschaft wohl erwünscht sein, als Mittel und Werk- zeug. Aver damft begnüg! sich das Kapital ja nicht, es will nichl wirtschaftlichen Zwecken dienen, ohne selbst die Macht, die Ver- fügungSgewalt an sich zu reißen, sich das Monopol zu schaffen, das allein die höchstmögliche Ausbeutung gestattet. Es ist also ein sehr großer Unterschied, ob Auslandskapital herein- gezogen wird in ein Land mit„freier" Wirtschaft, in dem ohne weiteres die Möglichkeit gegeben ist, daß das Auslandskapital Monopole schafft, die von Ausländern geleitet werden, die auf die heimische Wirtschaft also nicht die geringste Rücksicht zu nehmen bratichen. oder ob das Auslandskapital als Mittel und Werkzeug van fest organisierten Wirtschaftszweigen aufgenommen wird. Für den Aufbau einer organisierten Wirtschaft, und ohne diese ist Deutschland nicht lebensfähig, ist das Entstehen von ausländischen Unternehmungen eine bedeutende Erschwerung, ja vielleicht eine unüberwindliche Hemmung. Im Augenblick steht das Eindringen des holländischen Margarinctrusts im Vordergrund des Interesses durch die Gründung der' deutschen JurgenSwerke A.-G. in H a m b u r g. Stammgesellschaft des Unternehmens ist die Anton Jürgens Vereenigde Fabriken A.-G. in Nymwcgsn, hie besonders während des Krieges einen großen Aufschwung genommen hat Das Kapital dieses Unternehmens belauft sich auf 60,5 Millionen Gulden. Am Schluß des porigen Jahres war die Gesellschaft bei 83 Gesellschaften beteiligt, und zwar bei 63 Fabriken und 18 Handelsunternehmungen. Die erstcren beschäftigen sich mit der Erzeugung von Pflanzenöl. Mir- gorine, Seifen, Kerzen und den dazu erforderlichen Rohstoffen. Die Neugründung in Deutschland faßt nur dr verschiedenen Interessen der holländischen Gesellschaft zusammen. Zu ihr gehören u. a. die M o h r- M a r g a r i n e f a b r i k G. m. b. H. in Bahrenfeld und Altona. An einen Zusammenschluß zu- Wirtschaftsgemeinschaften au? eigener Initiative der deutschen Unternehmer in so großem Mai'.stab, wie die wirtschaftliche Not und die verzweifelte finanzielle Lage es erfordern, ist nicht zu denken. Tie Eigeninteressen der Unternehmer stehen so stark im Vordergrund, daß ohne Zwang den Interessen der Volksge- samtheit die gebührende Geltung nicht verschafft werden kann. Die starke Einnistung ausländischer Monopole in unseren Wirtschafis- körper führt ja auch zu einer Vernichtung der freien deutschen Wirtschaft, aber in einer Form, in der wir Sklaven a u s l ä n d i- scher Kapitalisten werden. Dem deutschen Kapitalisten mag diese Losung gleichgültig sein, aber nicht dem deutschen Arbeiter. Jnter- nationale wirtschaftliche Verknüpfungen der Völker und starke gegenseitige Abhängigkeit sind sicherlich eine gute Gewähr für den Weltfrieden, aber nur dann, wenn in der WiotichaftSeestaltung und Führung nicht das Interesse von Kapitalistengruppen, sondern die LebcnSinteressen der Arberter von ausschlaggebender Bedeutung werden. Das Eindringen des AuSlandskapitals in unser»,„frei e" Wirtschaft brrgt Gefabren in sich, die heute schon kaum mehr ab- zuwsud:» sind. Sicdlerslhiile. Am l. Oktober wird in Worpswede bei B'r e ni en r.ii Lehr.mnr in praktischer SiedlringZiätigksn beginnen. Tie S-rdlerschnle will die Mitglieder auf Grund der Selbftbilke zu einer Ael Logen eine nickafi zuiammeiischließen. Einer der Schöpfer dieser Orgaiiitatio» ist der Gavieuarchiletr Leberecht Miage. dessen„Soiinenhof" ei» Mist u garten, der ein geicklossenes Schulbeispiel für die siedlerische Selbstveriorgung sein soll eine Art Fortsetzung der Aibeitsschule Heinrich BogelerS ist! dazu komnil noch der Moorbof, ein etwa 15 Morgen großes Lluwesen, das als eigent« liche Siedler'cknle ausgebaut werden soll. Die Kaffeeverteucrimz der letzten Zeit wird boffentlich dadurch wieder gem'lsert werden, daß bis zu 360 Sack tägl ch wieder ein« geführt werden dürfen. Grosi.-Serkmer PartemacdnckMn. Achtung. Mitqliedrrversommliiiiaei!! äöJtr verwette» die Parrejgeii ossen dac. i etttige Jnierat des Pezrrtcverdandes beircssend die morgigen Mitgliedcrversamiiiliingen. Heute.?. Zcptcniliev: Jnngsozialistische Nerelutaung<2. P. D). Ortsgruppe Lichten- berz: Tj, Uhr bei Schleukwich, Simplono.r. 12. Vortrag über:„Volks- wliljchast'.— OrtSiruPpc Tempelbof: 7'/, Uhr bei Vuse. Derder-Itrage, Ecke Kaiser-Wilhelm-Tlraijc. Vortrag über:.Reichsciiiloiumziiieiiei«.— Ortsgruppe Osten: 7'/, Uhr bei Bombe, Slraßmannstr. 7. Lescabcnd .Erfurter Programm II. Teil". Das Programm coil. die Erläuterungen sind initznbringen.— In allen Veranstaltungen sind(Säite willkommen. (5bnrlott?nb»rg. 4. Gruppe. 7'/, Uhr Zablabcnd bei Huber, Kaiserin-Augusta-Allcc g-r. NeutöU». 9. Abi. 7'/. Ubr Versammlung, Krells Fcstsäle, Hermann- itraße, Ecke Schierkeslraße. Ztellungnabme zum Bezirks- und Parteilag. Wahl der Delegierten zum Bezirkstag und zur Krelsv-rlreler-Versammlung. Ntorgcn, 8. September: ZU. Nbt. 71;, Ubr im Königstädtischcn Realahmnasium. Elisabetb- stratze 37 /5L, Versammlung. Vortrag des Genossen Dr. Lohmann über: ,Stc erwägen". Zschöneberg. 7'l, Uhr Abteilungs-Bersammliingen. 1. bis 4. Abt. in der CommeniuSschuIe, Frankenstrase 7. und 8. Abt. im Zeicheniaal, Schule Feurigstrage, neben der Feuerwache. S. Abt. im Restaurant Burghoi, Haupistr. Sä. Donnerstag, 7ft, Uhr: 5. und 6. Abt.>«n Zeichensaal. schule Feurigstraße, neben der Feuerwache. Tage-ordnung: 1. Beticht vom Bezirkstag. 2. Wahl der Abirilungsvorstände. 3. Ausstellung der Kandidaten für den Kreisvoriiand. 4. Wahl von Delegierte» zum auher- ordenilichen Bezirlstag am 12. September. Lichterfrlde. 8 Ubr Mitgliederversammlung in der Aula des Schiller- KhmnasiumS, Berliner Straße. Taqcsorenung: 1. Die Resor-n des Er- surtcr Programms Referent: Kenoise Kurt Heinig. 2. BereinSangelezen- heilen. DaS Ericheinen aller Mitglieder ist criorderlich. Stralau. 7>/, Uhr Versammlung. Wichtige Tagesordnung. Um 7 Uhr VorstandSsiyung bei Bollenbach. Trcpiow. Zahlabend in iolgcnden Lokalen: Bezirk t bei Ebeet. Krachslr. 1; Beziik 2 bei Banse. Kifth-Izitr. 9; Bezirk 3 bei Kläbcr, Plesser Straße; Bezirk 4 bei Golze; Bezirk 6 bei Schieweg. Baumschulen- weg. Bezirk ß bei Kebbardt, VaiMischiilentkraße, Ecke L.äpenicker Land straßc: Bezirk 7 bei Haß. Baumschulcnslr. 72. V r i ii, 7'/, Ubr Milglledervelianlmiuiig in der Aula der Kemeindc- schule, Bürgerstr. 23. Thema: Parteitag in Kassel. Rejerent: Genoffe Emil Kniet. Lüchtenborg. Uhr Z�itgliederversammlmtgen. 2. Viertel: Aula der Schule Kronprinzenstraße. Res: Beuosswi Todeiihqzze,!/ 3 Viertel: Zeichensaal der Schule Holteistraße. 4. Vierte!: Lokal von Polonzeck, Haupistr. 85: Mitglieder des Warenbauies sind beionderS eingelabeu. G Viertel: Lokal von KurkowSki, Psarfftr. 74. Ja allen Versammlungen Wnbl der Nbteiilmpslcitnngen. Stellungnahme zum Parlenag. Wahl der Deleoierlen zum BesirkStag. Reiniliendorf-Ost. 7 Ubr in der Aula kee Realgymnasiums, Bcrncr Straße, anßerordenll. Keneralversamm-ung. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zur Neu-OraaniiatioN. 2. Neuwahlen dcS Vorstandes. 3. Wahl der Delegierten zum nnßcrordcntlichen Bezirkstag Kroß-Bcrlin am 12. September 1920 und evtl. Anträge zu diesem. 4. Wabl der Delegierten zur KreiSverweterkonscreaz des 29.»BeziitS und Vorschläge lur den Kreisvor- stand 5. Kommunatiragen, st. Verschiedenes. Um G Uhr im selben Rnimie Fimktionärsiiiilng. zu der die Funkitonäre vollzählig und pünktlich erscheinen wollen. Mitgliedsbücher iiiitbringen. Rciaickendors-Böest. Ubr Mitgliederversammlunq in der'Aula der 5. Yicmcindeschulc, Sluguite-Bittoria-Allee 3S. Thema: Politische Lage und die'Aufgaben des Parteitags zu Kassel. Referent: Genosse Täuberl. Wcisteniee. 7h. Ubr Mitgliederversammlung in der Borussia-Brauerei, Berliner Alice 21t.'Thema: Die Ausgaben deS Parteitags zu Kassel. Referent: Genosse Häui'Ier. Tegel. TU Ubr Mitgliederversammlung in der Aula der Gemeinde- schule Tresckowslraßc. Thema: Parteitag in Kassel. Referent: Gen. Israel. Hermsdorf. 71l, Uhr Mitstiederveriammlung im Lokal von Schwartz, Höhnower Str. 5. Thema: S cdlnngssragen. Referent: Genosse Burg- Hardt. Halensee. KarlSborit. Tlt Ubr Mitglicderversainmillng. Thema:„Das neue Mieterrecht". Referent: Genosse Dr. Holz.- Oderichiiucwride. 7>/„ Uhr Mitgliederversammlung im Lokal„Zum Landsturmmann". Thema: Parteitag zu Kastel. Resereni: Ulrich Rauscher. JostanniStbal. 8 Uhr Mngliederversammlung im Lokal von Wieland kWaidkakert, Kaiscr-Wilhclm-Str. 1. Thema: Die inlernationale Lage und der Partcilog in Kassel.:Iieserent: Genosse Dr. Zechlin Frtedrichsstagcn. 7>/, Uhr spricht in Sch'.ödeis Festsälen ssrühcr Eonrad), Friedrichslr. 132, Dr. Ncstricplc über:„Rußland und die Räte- diktalur". Biichholz. Mitgliederversammlung bei Höckel. Pasewalker Straßc. Vortrag des Genossen P. Voigt:„Sowjet-Rußland i'.iid wa". Rosenthat. 7ftz Uhr bei Petram, Hauptstraße, Milztiederoersammlung Neuivahl des 1. und 2. Vorfitzendeii. Berna». 8 Uhr im Renaurant Bellevue: Fraiienlescabend. Hoheii-Nrucudors. 8 Uhr Miiglicderve:ia!nn>liiiig bei Marlen, Berliner Str. 91. Tagesordnung: Stclllingnahme zum Partei- und Bezirkstag. * Taubstummen Sektion. Die Zahlabende finden am 8. und 9. September, abends 7 Uhr statt, und zwar: t. Zahlstelle� Lothringer Str. Sä, Ecke Gormannftraße, Rcitanrant Berkheim,»m 9. Scplembct. 2. Zahl- stelle: Lützowitr. 95, Ecke Potsdamer Straße. Restauraul Schneider, am 8. September. 3. Zahlstelle: Petersburger Str. 86, Restauranr Buchbolz, am 9. September. 4. Zahlstelle: Alexandrinenstr. 57. Restauraul Schwinge, am 9. September.— Am lt. September in HavertandS Festsälen, Reue Fliedrichstraße 35. großer SommernachtSball, zum Besten der Arbeitslosen, verbunden mit Verlosung von Ledensmitteln. Billetts h, 2.95 M. bei den Mitgliedern crbältlich. Vlankeuburg. Donnerstag, den 9. September. 7'/, Ubr, im Lokal von Ecke, Dorsstr. 2: Mitgliederoersamnuung. Referent: Gen. Mawscheck. �.hemu: Steiicisragen. Wahlkreis Friedrichsbaiit. Elternbeiräte! Nach Kon- ftituierung des FraitionsoorstandeS sind innimebr sämtliche Nnsragen und 'Anregungen an den Fraltioiisvorsitzenden Genossen stieppenhagen, NO. 18, Höchstestr. 4, zu richten. Hm alle? Veit. Spftlstölien in Bad Rrichcnhall. Daß das bekannte Bad Reichenhall ei» bayerisches Monte Carlo geworden ist, darüber belehren uns die..Münchener Neuesten Rackricksten". Es wird darin ausgeführt, daß der Stadtrat von Reichen hall die dortigen Spieltlnbs entgegen den reicksgesetzlichen Vorschriften konzessiv- n i e r t und dies mit der schleckten Finanzlage der Stadt begründet habe. Mittlerweile hat sich auch'ckon ein Schieber- und Spieler pnbliknm aus alleri Ländern ui dem Bade finge- ■. runden. Die Bankhalter für das Roulet:efpiel im„Cafe Thal- f r i e d" hat man sich aus E p a verschr'eben. Verluste bis zu itäOOO M. sind an der Tagesordnung. Auch internationale Diebe mischen ssck in die Spielergesellsck'aft Es gibt iews Spielklnbs in Reichenhall, von denen einer den Namen„Alpina Sportklub" führt. Noch ein Platindiebstahl. In der Nacht zimt Sonntag wurde •n der Landwirtschn'tlicken Versuchsstation Braunschiveig ein ungemein dreister Diebstahl auSgekübrr. Außer den Poilieveck- und Bant« biichern ncl den Dieben iür etwa eine halbe Million Mark Platin »i die Hände. Dieies war in einem Mauerschrank verschlossen; die Einbrecher haben den S ck r a n k h e r a u s g e r i s s e>H und ihn mit seinem Inhalt fortgeschafft. Wl-gen Beleidigung der schwarzen Feanzosen wurde der In- Haber der Mainzer Slereotvp-eanstölt Borger, Herausgeber einer Plaftenkorresponderch für kleinere Zeitungen, vom franzöfifchen Militärgericht Mainz zu dra Monaten Gefängnis und SstR) M. Geldstrafe verurteilt und sofort in Haft genommen. Sport. Rennen zu KarlShorst. 1. Priemel- Hürdenrennen. Picij« 10 OX) M. sst-O Bieter. 1. 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Ecke Kolhftr. der Waschfrauen soll eS beiß hergegangen sein. Die allgemeine Unzufriedenheit unter den Ääschsrauen, heroorgerusen durch die vorhandenen schlechten Behren'str. 54. I Sonntags: 2 Vorstell, j Nm.S'.'.U.: Kleine Preise.! Theater a.Kotlbus.Tor Tel.: Moritzplatz 14814. Abends 71/2 und Sonnlag nachm. 3 U.: Rehes Ppogpaiam! Rose-Tleiter. 7V. Uhr; _ Die Ratten. Caslii-Tkciter Lothrlncer Str. 17.— T|l. 8/48: Das /»r. Eröffnunjßjii mit dem neuen bchla�er: Programm Knorp'i sel.ffltwe und„AnsdiiaC.erp»»4". Singspiel mit Viktor Litzek. Sonntg. 3'/,: O.hrlder Zorn. Circus Busch G.kS»«». 3'/- S.uataj 71/, Qr. SpezIalltSt.-Vorst. In beld. Vorst. I Kln4frei! Ää ,??o«enth>al«R PI ßE!Elislia!l.-TliEatEr Abends 7'/, und Sonntag 9!m,3 Auf der BotriebSräte-Versammlurm ■ Waschmittel, machte sich in erregten Worten der Referentinnen Lust. Radikale Elemente schlugen sofortigen Streik aller Waschfrauen vor. Bei der Diskussion über diesen Punkt wäre es bemahe zur Priigeiei gekommen, da eine Vertreterin der Hausfrauen und einige Waschfrauen gegen einen sofortigen Waschfrauenstreik waren. Es dauerte einige Zeit, bis sich die Gemüter beruhigt hallen. Eine Vertreterin der gemäßigterin Abteilung des.Waschfrauenverbandes- erklärte, das Mistel gesunden zu haben, um eine'friedliche Einigung zwischen Wasch- und HauSsrauen zu ermöglichen. Lautlos folgte jeder der Anwesenden ihren Ausführungen. Einige der wichtigsten Punkte ihrer Rede waren solgende: „..... und so schlage ich vor, das samose neue B o r a r i l- Waschpulver allgemein in den Betrieb einzusühren.- Nachdem man sich in der anschließenden Diskussion über daS neue B o r a x i l. Waschpulver unterhalten hatte, tnsbesonder» über seine große Reintgungskrast(als besonders demeikenswert wurde noch hervorgehoben, daß das neue Boraxitwaschpulver weder Hände noch die Wäsche nngreiie), wurde solgende Resolution angenommen: „Die Versammlung der Betriebsräte der Waschfrauen beschließt: Nachdem durch das Belanmwerden des neuin Boraxilwaschpuivers ein Streik der Waschfrauen nicht nötig wurde, wird ab heute beschlossen:„Jede Waschfrau hat sich einzig und allein des B oraxils zu bedienen. Ferner ist jede Walcharbeit verboten, wenn die Hausfrau nicht Boraxil anwenden will. Wird eine Wäscherin dabei betroffen, ihre Wäsche ohne Boraxil zu waschen, wird dieselbe aus dem.Waschfrauenverband- ausgestoßen.- Nach Absingung der„Waschsrauenhhmne- trennte sich die Versammlung. Nachdem dieser drohende Streik einzig und allein durch das Boraxil vertnieden wurde, Ist es Pflicht jeder Satts:rau, nur noch Boraxil zu oerwenden. Es ist in fast allen Drogen-, Seifen- und Kolonialwaren- geschästen zu haben. / Die Fabrikanten sind: Krisch Gesellschaft m. b. H-, Berlin 8W. 68. I Dukates-Träiirlng gestempelt 150 Mk. an » iü5„„ inkTi-uxussteuer. Jeder Ring ist fugenlos aus massivem Golde hergestellt bei voller Garantie für Feingehalt! Jede Größe am Lager. G. Alb. Thal j Erste« Berliner Spezlal. i geschfift für Trauringe. i C. 19, Seydelstr. 5 (Spittglmärkt) Eigene Fabrikation. MetairÄ"8 >iaw Grüner Weg 80 zahlt höchste Tagespreise für Knufer, Messing, Blei, Zink etc. Stettincr Sänger Nachmittags halbe reise. Winw-Ggllsn Täglich 7.15 Uhr; tfariete-Spieiplai! Rauchen gestaltet! iAdmirals-Palastl 7,;jD.iüst.Pnü38 pl Potsdamer Str. 38| w Schwarzwaldmadel g außerdem das Lustsp ei Die Berliner Range 3. Sireich.' die ideale Haarwasche von anregender Wirkung auf Haare und Kopfhaut. — Einzig in Qualität— In einschl. Geschäften zu haben. Joh. Röthel, Seifen- u. 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Geschäftsführer- mit Verwaltung und Agitation vertraut. Mindestens 5 Zahv Veroandsmitglied. Auf dem Boden der Stuttgarter Verbands� GensralveH'an-.mlnngsdeschlüsse stehend. Refleitier: wird nur auf l. Kraft. Bevorzugt werden solche Kollegen, welche angeführten Postei. bereits betleidet haben Gehalt nach der auf der Stuttgarter Geveraloersammlunj f 101/15* Bruch-Platin bis ISOM.-GoIdbis3;>l.,-Silberbis I.ZOM. Wolisoön& Neumann, Unter den Linden 14". 9 Öls 5. beschloffrnen Lohnskala. Ersuche unter Angabe der bisherigen Tätigfeit In de Azheittcbcfflegung mit Niederschrift sowie die Aulgaben eine, I. Geschästsliihrers sind bis 10 ccotcmbcc mit der Aufschrift „Bewerbung" au ki> Traotst, Stettin, Gustav-Adoll-Str. 9 zu richten. W »Kommunismus als fibgangsnüttel/ Eine Stimme auö dem Hintergründe. Tie große Auseinandersetzung um Moskau in der llnadhängigcn Partei wird jetzt von der Reich tkonfereriz in die Be-- y.zl&t und Ortsorganisationen ver.'egt. Vor den Berliner Funklio- nären haben Crispien und Däumig ihren Zweikampf sortsetzen müssen. Nach den beiden Referaten ist dann beschlossen worden, cmi nächsten Donnerstag die Debatte forfzuspinnen. Die Berliner Funktionäre zollten Däumig besonders lebhaften Beifall, als er erklärte, daß er, das Mitglied des Reichstage?, noch genau so Antiparlamcntarier wäre, als er es je gewesen. Sein Kampf gehe dahin, dem Parlamentarismus so schnell wie möglich das Genick zu brechen.„Tagt den Genossen", rief Däumig den Funktionären zu,„daß sie nicht aus Gefühl zur Dritten Jnter- nationale kommen sollen, daß sie sich ganz anders'umstellen müssen, persönlich und organisatorisch. Sagen Sie ihnen, daß es dann vorbei ist mit dem geruhsamen Hindösen in der Partei, dem Beitcagszahlen und Flugblattverbreiten l" Die meisten Unabhängigen werden allerdings mit Freuden sich dar Moskauer Internationale anschließen und allen Bedingungen unterworfen, wenn es dann vorbei sein soll mitBcitragS- zahlen und Flugblattverbreiten. Rosa Luxemburg hat ja schon bor dem Kriege erklärt, daß die größte Stoßkraft nicht be: den p'Iichtbewutzten BeitragSzahlcrn, sondern bei den unorganisierten Massen liege. Däumig stellt das jetzt als Ideal der neuen Jnter- nationale auf und er wird sicher alle bereit finden, ihm zu folgen, die nicht gern Beiträge zahlen, aber desto lauter mit Redensarten umzugehen wissen. Die„Frecheit"berichtet von der Auseinandersetzung in der Generalversammlung in der U. S. P. G ro ß- L e i p z i g s. Dort haben einige Delegierte starke Angriffe gegen die„Leipziger Volts- zsitung" gerichtet, dt« mir noch ein Abklatsch der„Freiheit" und deren Schreibweis: von den rechtssozialistischen Blättern nicht mehr zu unterscheiden sei. Ein Beschluß wurde auch in Leipzig noch nicht gefaßt; er soll erst erfolgen, nachdem in allen Bezirken und Orts- vereinen die Frage diskutiert und dann in einer großen Mitglieder- Versammlung Crispien und Däumig ihren Ringkampf vorgeführt haben. Die„Freiheit" glaubt jedoch aus dem Veclauf der Versammlung schließen zu dürfen, daß die große Mehrheit der Delegierten auf dem Standpunkt des„Unannehmbar" gegenüber den Moskauer Bedingungen stehe. WaS die F ü h r e r in schönen Artikeln und schönen Reden über die Moskauer Bedingungen sagen, mag sehr lehrreich sein. Für die Außenwelt ist aber wichtiger, welches Echo dies« Darlegungen bei der Masse der unabhängigen Mitglieder hervorruft. Einen Be- leg dafür liefert die„Freiheit" in gleicher Nummer. Sie sieht sich genötigt, eine Zuschrift des Herrn Karl Schröter aus Kalfberge ab- zudrücken, der glaubt,„im Sinne der übergroßen Anhänger der U. S. P." sagen zu können, daß sie sich kolossal enttäuscht sehen in der Erwartung, von den aus Moskau zurückkehrenden Führern eine zufriedenstellende Botschaft zu erhalten. Er ist besonders enttäuscht über die„Worte der einzelnen Führer, die jetzt ihre Wut gegen den Bolschewismus loslassen". Dagegen ist er höchst zufrieden mit Däumig, der jeden Kotau vor Moskau machen will. Doch lassen wir Herrn Schröter einmal selbst reden: „Hinweisen möchte ich auf den letzten Kampf, in welchem das deutsÄe Proletariat eng zufammengelAjlossen gegen die Kapvisten kämpfte und unser Ziel, die Aufrichtung der Diktatur des Prole- tariats, oder besser gesagt Entfachung dcz Brandes zur Wcltrevo- lutixm, leicht erreichbar war. Wenn dort die Genossen Crispien, Dittmann und Hilferding an der Arbeit gewesen wären und hätten sich nicht vor der Reaktion in ein Versteck verkrochen, sondern hätten der Ar- Heiterschaft den richtigen Weg gezeigt, so wäre es heute nicht nötig, einen Selbstmord zu verüben, um der 3. Internationale angeboren zu können. Mit der Kritik gegen Genossen Hilferding und Crispien will ich «S für heute genug sein lassen, aber ich kann nicht umhin, den Worten des Genossen Wilhelm Dittmann scharf entgegenzutreten. Wenn er in seinem Artikel die Not und das Elend der deutschen Auswanderer in einem solch verabscheuenden Ton erläutert, so möchte ich ihm entgegenhatten, doch mit der Wahr- heit gegenüber den russischen Zuständen etwas genauer umzug.'licn. Wenn Crispien und Hilferding in ihren Artikeln schon versuchten, uns von der Sowjetregieruirä Rußlands abzuschrecken, so unterstützt nicht mir Dittmann. diese Worte, sondern g:ht noch weit darüber hinaus. Wenn von der deutschen Reaktion der deutsche» Arbeiter- schuft der russische Bolschewismus schon schwarz an die Wand ge- malt wird, so geht Dittmann über diese weit hinaus und versucht den beuftchen Arbeitern den russischen Kommunismus als Abgangs- mittel einzugeben. Genosse Dittmairn. glaube nur nicht, daß mir du allein Er- sahrung von den Zuständen in der Sowjetrögierung Rußlands ge- macht hast, sondern auch ädere sind in der Lage, dieselben besser schildern zu können, welche inersterLinieernen ehrlichen Charakter besitzen.... Hinweg mit allen, die unS in der Entwicklung zur int er- nationalen Verbrüderung bchindern." Vielleicht wird mancher-der unabhängigen Führer, die ihre ganze Agitation gegen die alt« Sozialdemokratie mit dem„Verrat" bestritten haben, den die Sozialdemokraten an der Arbeiterklasse verübt hätten, doch ein wenig angst und bange, wenn sie die Schreib- Übungen solcher„fllassenkämpfer" wie Schröter lesen oder gar ähnliche Reden über sich ergehen lassen müssen. Es ist wirklich zum Weinen, wenn man bedenkt, daß das Schicksal der deutschen Ar- beiderbewegung im ganzen abhängig sein soll von der Zustimmung oder Ablehnung von Leuten, die eine so große politische llnkenntmS mit einer so großen Anmaßung verbinden wie dieser Herr Schrmer. Di« alte Sozialdemokratie allerdings verzichtet weder auf da? Beitragzahlen noch auf da? Flugblattverbreiten noch auf da? Lernen. Sie hält nach wie vor es für die größte Aufgabe de: Arbeiterschaft, ihre Zahl zu verbinden mit einem immer steigenden Matz de? Wissen? und der Erkenntnis. Das letztere allerdings ist etwas, von dem sehr viele Unabhängigen und Komma- nisten nichts wissen mögen. Deswegen fürchten sie, um mu Schröter zu reden, daß ihnen der„russische Kommunismus a's Abgangsmittel eingegeben" werden möge. Sonar Law unnachgiebig. Poris, 6. September. Wie„Journal" aus London meldet, bat Bonar Law dem Generalsekretär der Gewerkschaften, der von der Regierung die Freilassung des Bürgermeisters von Cork verlangt hat, mitgeteilt, die Freilassung sei unmög- lich, die Gerechtigkeit müsse ihren Lauf nehmen. Bonar Law führ!« aus, der Bürgermeister sei der Führer her sog. irischen republikanischen Armee gewesen, die erklärte, den Krieg gegen die Streitmachi der Krone zu führen. Schrift- stücke, die sein Hetzen zum Aufruhr bestätigten, hätten zu seiner Verurteilung geführt. Er hät�e einfach erschossen werden müssen, aber man habe schon mildernde Umstände walten lassen und ibm sogar alle VorzugSrecb« eines polftifchen Ge- fangenen eingeräanü. Er Habs sich von Anfang cm geweigert. Kahrung zu sich zu nehmen, und scheinbar geglaubt, so in Frei- fceit gesetzt zu.werden. Wenn nian aber einen Gefangenen wie ihn in Freiheit setzen würde, einen Lufrührer. der als Führer einer Bewegung gelle, die als bauptsächlichste Mittel Mord und Gewalt gebranckte, dann sei das ein Verrat an den loyalen O s f i z i e r e n, die'ich pflickitbewußi für die Aufrechterhaliung der Ordnung eingesetzt hätten. Es sei sicher, daß sein Znstand, den er ailS vollkommen freiem Willen verursachte, viel Svmpathie hervor- rufe. Aber die Laxe der Familien der ermorderen irischen P o l i z e i b e a m t e n sei ebenso bedauernswert. Die Politik der Regierung in dieser Angelegenbeit sei vom ersten Augenblick an klar und eindeutig gewesen, und wenn der Oberbürgermeister im Gefängnis sterbe, treffe em Teil der Verantwortung die- j e n i ge n, die durcki wisderholtes Ersuchen uin Gnade die lieber- zeugung ermöglichten, daß die Regierung von ihren Beschlüssen abgehen würde. Lloyd George hat von Luzern aus erklärt, daß er sich nicht in den Lauf der Gerechtigkeit ratschen könne. Der Zustand des Bürgermeisters ist so schlecht, daß er keinen Laut mehr von sich geben kann Sonntag wurden ihm zum zweiten Male die Sterbesakramente gereicht. Man glaubt nicht, daß er den Montag überleben wird. Bewaffne:« Sinnfeiner zerstörten im Telephonam.! von Cork die drahtlosen und telegrapbischen Einrichtungen. Gericht sgebäude und Polizeiwache in Mount Malich(?) wurden eingeäschert. und Polizeiwache in Mount Malich(?) wurden eingeäschert. Etwa 1000 Sinn feiner brannten das Gerichtsgebäudc»nd die Polizeikascrne in Dkount Mellick nieder. Der Küsicnschntzposten von Fanad Head ist von bewaffneten und mit Bomben versehenen Banden überfallen worden. Nach zwei- stündigem Kampfe wurde der. Posten überwältigt und der Waffen und Ausrüstung beraubt. Nach einer anderen Mel- düng Hai eine Gruppe von Sinnfeinern. die englische Militär- uniformen getragen haben sollen, die Kascrnenan- lagen von Belleck genommen und in Brand gesteckt. Die amerikanischen Freunde Irlands haben ihre Versicherungen bei den britischen Gesellschaften als Protestmaßnabme g e- kündigt und auf amerikanische Unternehmungen übertragen. Am Freitag sind angeblich in New"Jork auf diese Weise für 7 Millionen Policen übertragen worden. polen, Litauen, Wränge!. Königsberg i. P r., K. September.(MTB.) O ertliche Kampfbnndlungen zwischen Litauern und P o l e u in der Nähe von Suwalki dnucrn an. An der polnischen Nordfront«nd im Zentrum geringe Kampftä»igkeit, nordöstlich von Brest-Litowjk, am Bug, südlich Woldawa und südöstlich Cholm, in Galizieu Kämpfe. In Abwehr des polniichen Vormarsches scheinen litauische Truppen über die vom Obersten Rat gezogene Grenze Polens vor- gedrungen zu sein: ein befristetes polnisches Ultimalum fordert ihre schleunigste Zurückziehung. Infolge dieses Bernabe« Kriegs- zustandes reist die polnische Abordnung zu Schiff nach Riga. Litauen lehnt ab! Die litauische Antwortnoie an Polen lehnt die Zurückziehung der litauischen Truppen ab, und zwar an» folgenden Gründen: 1. die freiwillige Abtretung eine» schon in der Gewalt des litauischen Staates befindlichen Territoriums wäre eine Ver- letzung der Neutralität gegenüber Rußland, 2. die litauische Regierung erachtet es für unmöglich, ein GeMt, das sie alz uwumstritien zu Litauen gehörig betrachtet, einer fremden Okkupation zu überlassen. Die in Ihrem Telegramm vom 2. September bezeichnete Grenzlinie ist unter ganz besonderen Bedingungen, ohne Teilnahme der litauischen Regierung und ohne deren Zustimmung bestimmt und niemals von ihr aner- kanni worden. Die litauische Regierung, die von versöhnlichem Geiste bewegtest und wünscht, Konflikte zwischen den litauischen und polnischen Truppen zu vermeiden, hatte in ihrer Note vom 27. August der polnischen Regierung vorgeschlagen, eine D e m a r- kationSlinie festzulegen; dio. Polen aber beantworteten weder die Note, noch beendigten sie die in Kowno an- aefangenen Verhandlungen. Sie haben vielmehr litauische Truppen bei Augustowo angegriffen sie zurückgedrängt und sind tief in litauisches Gebiet eingedrungen. Die litauische HeereS- lertung wurde gezwungen, diesen Einfall zurückzuweisen. Da die litauische Regierung weiteres Blutvergießen aufzuhalten wünscht und Polen den Beweis ihrer friedlichen und freundlichen Politik ihm gegenüber geben möchte, schlägt sie vor. die Feindseligkeiten sofort einzustellen und Delegierte, die mit den nötigen Vollmachten versehen sind, zu entsenden, um eine Demarkationslinie zu be- stimmen. Die Delegierten können sich in Mariampol treffen. Nach Feststellung einer Demarkationslinie wäre die litauische Regierung sofort bereit, in Verhandlungen zur Lösung aller strittigen Fragen einzutreten. Die litauische Regierung nimmt als Basis dieser Verhandlungen die schon kürzlich auf der Konferenz von Riga von den litauischen Delegierten bestimmten Punkt« an. » Nack einer Londoner Meldung dehnt sick die l i t a u i s ch e O f f e n s i v e aus breiter Front zwischen G r o d n o und Suwalki aus. Die litauischen Truppen haben die Curzonlinie ohne vor« herige Kriegserklärung überschritten und eine polnische Kavallerie- division angegriffen, wobei sie sebr viel Material erbeuteken. In einem polnischen Funkspruch an den Völkerbund wird alle Schuld Litauen zngeichchäen und ein Vertragsabschluß Litauens mir Moskau gegen Polen behauptet. Dem Ablransport der internierten Russen durch den Korridor soll Polen zugestimmt haben. Begleilung: 4 Proz. Reichswehr mit Pistolen. Tie Pose»er Bewegung gegen Kongreßpolen soll darauf zurückgehen, daß den Posener Polensührern die jetzige Warschauer Regierung nickt genug deutschlandfeindlick ist. Anderer- seils verkündet die Moskauer„Prawda". daß die Sowjet-Negierung in Turkestan nicht genug' bolschewistisch sei, was vielleicht einen russischen Einmarsch rechtfertigen soll. Laut„Daily Telegraph" soll Wrangel Odessa genommen haben. Nach Warschau hat er eine Abordnung zur Vereinbarung gemeinsamen Vorgehens geschickt. Tie„N. Westpr. Mitt." berichten zu der Hinrichtung des Studenten Fritz Bäcker: Bäcker hatte sich vor einiger Zeit zum Besuche seiner Eltern nach Graudenz begeben. Vor seiner Abreise übergab ihm einer seiner Freunde einen g e s ch l o s s e- neu Brief mit der Bitte, denselben der deutschen Postverwal- tung zur Weiterbeförderung zu übergeben. Bäcker nahm den Brief an sich, ohne sich von dessen Inhalt überzeugt zu haben. An der Grenze wurde Bäcker untersucht, wobei man den Brief fand. Bäcker wurde dem Militärgericht wegen Spionageocrdachts zuge- führt.... An den Graudenzer. Anschlagsäulen sieht man Anschläge in polnischer Sprache, auf denen die Namen von 39 Deutschen, die wegen angeblichen Verrats militärischer Geheimnisse hingerichtet wurden, verzeichnet sind. Der als Führer der„deutschen Arbeitsgemeinschaft" in Grau- denz bekannte Rechtsanwalt Partikel ist wieder mit verschiedenen anderen Deutschen in strenger Haft. Alz Grund wird angegeben, Partikel habe mit den Bolschewisten in Fühlung gestanden und danach gestrebt, falls die Russen Graudenz besetzen sollten, Bürger- meister dieser Stadt zu werden. Warnungvor�uswanSerimg nach Rußlanö! Die gegenwärtige Wirtschaftskrise, die sich nichi nur auf ein- zelne Orte und Bezirke, sondern über das ganze Reich erstreckt, läßt es begreiflich erscheinen, daß deutsch- Arbeiter nach DetätigungS- Möglichkeiten außerhalb der deutschen Grenzen Umschau halien und den Entschluß fassen, auszuwandern, um der Not und dem Elend der Arbeitslosigkeit zu enifliehen. Als das Land der Sehnsucht, in dem sie Lohn und Brot zu finden hoffen, wird von vielen Arbeitern Rußland b:trachtet. Ganz besonders sind eS politisch und gewerkschaftlich orgaivisierte Arbeiter,, die. geleitet von ihrer Sympathie für Sowjet-Rußland, sich dieses Land wählen, in der Hosftiung, dort das zu finden, wa? ihnen in ihrer Heimat versagt ist: durch eigener Hände Arbeit sich die Möglichkeit zum Leben und eine EristenZ für ibre Familie zu schaffen. Zugleich leitet sie aber der Wunsch, ihren Gesinnungs- und Klassengenossen in Rußland am wirtschaftlichen Aufbau ibrcs Landes behilflich zu sein. Dieses Sehnen deutscher Arbeiter nach Arbeit und Er.stcnz und ihre Sympathie für Sowjet-Rußland wird von gewissen Ele» manten auszubeuten versucht, indem sie aus selbstsüchtigen und eigennützigen Motiven Auswandercr-Organisationen ins Leben rufen und die Not dcr Auswanderungslustigen noch da- durch ausbeuten, daß sie diese zum Eintritt in diese Organisationen verleiten und Beiträge von ihnen erheben. Das geschieht mit der Vorspiegelung, daß ihnen dadurch die Auswanderung und die Schaffung einer Existenz in Nußland erleichtert wird. Wir halten es für unsere Pflicht, die Arbeiter vock diesen falschen Freunden und ihren Organisationen, auch wenn sie diesen einen noch so sympathisch.klingenden und auf Täuschung be- rechneten Namen geben, zu.warnen. Eine Auswanderung nach Rußland kann zurzeit gar nicht in Frage kommen. Selbst von russischen Vertretern ist schon wieder- holt sehr eindringlich vor Einwanderung in Rußland gewarnt worden. Denn noch hat � sich die russische Arbeiter- republik gegen die kapitalistischen Feinde fast der ganzen Welt zu wehren, so daß es ihr gar nicht möglich ist, ihren wirtschaftlichen Aufbau zu fördern; ausländischer Arbeitskräfte bedarf sie also nicht. Dazu kommen die Ernäbrlrngsschwierigkeitcn infolge des Krieges. Erst dann, wenn Rußland vor diesen Feinden Ruhe haben wird, wird es sich der friedlichen Arbeit, dem Aufbau seiner Wirt» schaft widmen können. Dann aber wird auch die Zeit gekommen sein, wo die russische Regierung selbst Arbeitskräfte fordern wird und wo die Auswanderung nach Rußland otMnificrt werden kann. Dazu wird eS aber keiner privaten Organ i fem onen bedürfen, sondern diese Organifiernng wird von der russischen Regierung selbst mit Hilf« der deutschen politischen und wirtschaftlichen Organi» sationen vorgenommen werden können. Wer sich also vor Enttäuschungen bewähren will, der gehe jetzt nicht nach Rußland, sondern warte, bis die Zeit dazu gekommen ist. Darum warnen wir die Arbeiter noch einmal eindringlichst vor alle» privaten AuswanderungS-Organisationen, welchen Namen sie auch immer tragen mögen, denn sie dienen nur der Spekulation und der Gewinnsucht ihrer Gründer. Die Gewerkschaftskommission Berlin? und Umgegend. G. S a b a t h. die italienische»Sozialisienmg'. Mailand, 6. September.(W.T.B.) Die Metallarbeiter haben beschlossen, die Beschlüsse der Judustriclleu bis zum 10, d. Mts. abzuwarten. Alsdann soll eventuell die Besetzung der Fabriken in ganz Italien erfolgen. Der Sonntag ist ruhig verlaufen. Die Negierung verhält sich neuiral. In den besetzten Fabriken wird militärische Berteibigung organisiert. Der„Avanti" fordert die Sol- datcn aus, keincssalls aus diese Verteidiger zu schießen, Tie Fchljustiz. Im Haupiausschutz der Preußischen Landes- vecsammlung beschäftigte man sich bei der Beratung des Justizetats vornehmlich mit der infolge dex steigenden Kriminalität ungeheuer gewachsenen Arbcitsüberbürdnng der staatsanwaltschaft- lichen und richterlichen Behörden, und beriet über die Mittel zu ihrer Abhilfe, die natürlich ihre Begrenzung finden in der s ch! e ch- ten Finanzlage des Staates. Von seDialdemokratischer Seite wurden viele Urteile, die im Verlaufe der Märzunruhen — auch von ordentlichen Gerichten— gefällt Worden sind, als Fehlurteile bezeichnet, und die Hoffnung ausgesprochen, daß das Amnestiegesetz in durchaus versöhnlicher Weise geband- habt wird. Zu einem von sozialdemokratischer Seite vorgebrachten Fall, daß ein Breslauer Richter zwangsweise die Eidesleistung nach der religiösen Formel durchsetzte, versprach der Minister Unter- snchung und Einschreiten. DaS ReichSwchr-Hakenkreuz. In Bad Cranz Ostpreußen) er- schien vor einiger Zeit am Strande die Kampfwagengrvppe W-a l d a u, tollte dort unter erheblicher Beunruhigung der Kurgäste herum und badete dann in einem Einheitskosrüin, bestehen� aus weißem Badetrikot mit großem, an der Brust a u f g e> nähtem Hakenkreuz. Da ein Photograph die Gesellschaft in verschiedenen Gruppen aufgenommen hat, so sind wir:n der Lage, Herrn Geßlcr, falls er es wünscht, den Hakenkreuzkult seiner Untergebenen jederzeit an der Hand bildlicher Darstellun- gen zu beweisen. Rassereines Rowdytum. Der Kyffhäuserbund der Vereine beut- scher Studenten(V. o. St.) hat beschlossen. Juden und jüdischen Verbindungen keine Genugtuung mit Waffe mehr zu geben.— Das Umgekehrte hätte man als„jüdische Feigheit" be- zeichnet. Bon einer Reise im besetzten Gebiet, die zu Besprechungen zwischen dem ReichSichatzminister Räumet, dem Präsidenten Ti r a r d von der Rheinlandkommission und dem General De. goutte führte, erwartet man eine Milderung der unerträglichen örtlichen Besatzungslasten. Nur keine positive Arbeit! Die Saarbrückener Unab- hängigen laben mit 136 gegen 11 Stimmen bei 7 Enthaltungen den Eisenbahncrsekretär Thamcrns ausgeschlossen, weil er die Wahl zum Stadtrat durch die liberal-demokrati'ch-sozialdemokratifchc Mehrheit angenommen hat. Drei U.-S.-P.-Sia.'tverordnete, die dabei mit- getan hatten, verfielen dem gleichen Los. Völkerbund gegen Pahwirtschaft. Am 5. Oktober soll ein vom Völkerbund einberufener Ausschuß, in dem auch wir besiegten Staaten 2. Klass« vertreten sind, über die Abschaffung des Patzunwesens und die Herstellung normaler Reiseverhältnisse beraten,— Vielleicht hat man sich überzeugt, daß der Bolschewi?- muS auch ohne Paß über die Grenzen komm!, Die deutsch-italienische Ernährungsko.iferrnz in Stresa hat am Montag begonnen. England und Frankreich sind gleichfalls ver» treten.> Wiedergutmachung. Wegen der Verhaflnng der deuiicke» Uebrr« leltungslommistare in S ck w e tz Kol das Auswänige Amt die Be- sirafung der schuldigen Bcamlen verlaugi. Ueber die Verhaflnng deS Ueberleilungskommisiars in Thorn liegt eine amlliche Mel- düng noch nicht vor. Arbeiterräte in der Tschechoslowakei. Nachdem da» Berg- und Hüttenrevier von Kladno, der Hauptsitz der tschechischen Kommunisten, vorangegangen ist, wird jetzt auch in Brünn ein Bazirks- arbeiterrat gewählt.. GZWsrMostsbeVegung Ter Hamburger �ischcrstreik. Einer Meldung der„Tena" zufolge Bat der Magistrat der Stadt Aiiona am Sonntagabend die teckniscBe NatBilfe ausgefordert, ,!nl>rere zurnckockebrle scbweibeladcne FiilBdampfer zu eniladen. ?!e leaniiiche Noihilse kam der Ausiordeiung nach und die Arbeit na m emcn guien Forigang. Wie verlaruct, schweben zurzeit Er- wägnugeii, ob nicht das Eniladen von heiingekeBrten Fischdampfetn als leben Slgichtiger Betrieb anzusehen sei, da durch das liegenbleiben der Ladungen täglich viele tausend Zentner von ?: iwcn, dm für die Ernährung der Bevölkerung unbedingt not- w udeg sind, dent Verderben ausgesetzt werden. Terror oder christliche Nächstenliebe? Z?om Zentralvcrband der Fleischer, Ortsverwaltung Berlin, er- halten wir tolgende Zuschrift t An- dem Magerviebhos in Friedr-chs- selde bei Leelin iind die Vichtieiber im Christlichen Nahnings- und Gettutzmittelindusirie-Arbeitel verband organisiert. Ain 1. September d. iX wurden troy des siädtiichen paritätischen Arbeitsnachweises für Treiber Aushilfstreiber bei dem christlichen Gewerlschaftsjekretär bestellt. Tavon hörten auch arbeitslose Treiber vom Nachweis und ringen naw Fricdrichsselde huianS. Als dieselben iingc'äbr eine Stunde acarbeiict haticu. kanten rn Aibeit siebende christliche Treiber vom Berliner Vieh- und Schlachtbot, w eiche verkürzt arbeiten, auer ihren vollen Wo wen lohn erhallen, und sprawen mir dem wnsilichen Betriebsrat. Tarauf wtirde den Aibettsloirn eiötfnct, dag sie weiter arbeiten könnten, wenn sie sicb der christ- licb u Keiperischasi answliesictt.. Tieies Anerbieten lehnten die Arbc!tslo>en ab. Hieraus erklärte der chtiiiliche Betriebsrat, daß sie mu sreigewetkschaftlich Orranisierien niwt zuiammen arbeiten könnten. Tie Arbeitslo>en wurden entlassen und die Cbrittlichen vom Berliner Vieb-»na Swlawihos beiwästigt, trotzdem dieselben in Beilin tdren vollen Wochcnlohii crbalte». Was lagt das Landesamt für AtbeitSbeichaffung und das Neig, samt sür Arbeiisvermittelung zu dieier chttstlichen Taltil? Ter Slrei? in der Stickercibranche ist noch nicht beigelegt. Die Arbeitgeber heben zu ihrem ersten Angebot nur-'ehr geringe Lobn- zugestaudniss.- gemach?, mit der Bedingung, daß die Streikenden innerhalb dre er Tage diese n-cdrigen Lolncrhöhungen als genügend annehmen, sonst würden sie gar nichts bekommen. Im Lause des erkannt Bat, ist noch fraglich. Die Streikenden lehnten das An. e, bieten d:r Arbe'tgeb.-r ob'und beschlossen, einmütig im Kampfe at�-rbarren. und sollten die Arbeitgeber die setzt bestehende Be» triebssle.re ausheben, so trollten sie nicht den Lockrufen der Chefs Fora[eisten.— Also, Stickereiorbeiter. übt volle Solidarität, ge- ss'losi'on uno e-nmütiz tobt Ihr den Euch aufgezwungenen Kamps mrig-tnommen, wenn Ilr Cure bis' r schlechte Lage nicht noch wstter rcrlchlechtern wo'l-t dann kann es nur heißen: Geschlossen ivaueriampsen bis zum endgültigen Siege! -Buchdrucker. Bei der Wab! der vier Beisitzer zum Verbands- vorstand erhielten die Kollegen Barth, Brünner, Pölich und Niesebeck Gewählten stehen auf dem Boden praktischer die Mehrheit. CctoerkschafiSarbeit. Arbeitsaufnahme in Hanau. Ter Hanauer General- stre t k an dem etwa Ii! Ti Arbeiter beteilig- waren, ist beendet. T:e Arbeit wurde am M on!a gmorgen in a''en Beirieben wieder au'oen.onimen. Maßregeliinoen dürfen nicht erfolgen. Eine Be- '-zv-hlung der Streiktag« findet n-chr' statt. Seur.ubend, vsn i iitirr, vdind» 8 Uhr, entschkck I.ach langem. i schwerem Lecden möin i imiigs! gellklier Mann, unser au.er'Na'rr. Schwie- l geracner. Eroh- uns Ur- I.iioi-aue: l-lSl/ti zksdert INI roltinsi.e» 72. Lkbeus- iahee. Mes?,clat im Na- j j inen der Siuterblieaeneu I ! i'.eib»!, ItU an f j Therese paicheck qb. Reichel i j Berliu-Na,'.nhal I, ii 9. 21). f Ärinz.Heii.clch-Lir. 36 I Die Beerdigung find« ! am Süttmoii,. den 8. Ery.! > innber, nachm, Uhrl l f da., der L.'ichendaüe des i > nruen Ärmelndi-Fri-dha,-.,! f Zlasenthal l, aus»an. Streik der Harburger Hafenarbeiter. Die Harburger Hafenorbeiter nahmen am Sonntag nachmittag zu dem Schiedsspruch des Schlichtuugsousschussss Stellung und beschlossen ihn abzulehnen und Montag in den Streik zu treten. Alle Verbandlungen zur Beilegung des Streiks in der H a m- burger Fischerei sind bisher gescheitert. Auf Verau- lassung des TemobilmachuogSkommissorS finden nochmals Perband- lungen statt._ Notleidende Beamte. In einer unhaltbaren Lage befinden sich die Beamten der ehe- maliaen staatlichen Rüstungsbetriebe, soweit ste nicht auf Zivil- diensivertrag in d'ic jetzige NeichSivcrk A.-G. übernommen wurden. Man hat sie von oben herunter gänzlich im nnklaren gelassen, zu welchen Bedingungen ihre Aufnahme erfolgen könnte, und� sie haben deshalb zum großen Teil nicht auf ihre Beamteneigenschaft ver- zichtet. Nun erhalten sie. da ihre Besoldungsverhälinisse nicht ge- regelt sind, einstweilen G e h a l t S v o r s cd ü s s e, die in keiner Weiie zum Leben ausretwen. Aus Erfurt wird uns berichtet, daß Verheiratete S 0 0— Sv 0 M. m o n a t l i ch erhalten, wovon noch der Steuerabzug gemacht wird. In kurzer Zeit stehen sie vor der Entlammg aus reii Abwicklungsstellen, in denen sie einstweilen noch Beickästigiing finden. Dann sollen sie mit einem Wartegeld van etwa 400 M. monatlich leben. Ein Teuernngszuschlaa dazu steht noch nicht fest. Man versucht die Leute nun als Beamte nach dem Osten zu schicken und verletzt wieder andere Beamte aus ent- lernten Bezirken in ibrcn derzeitigen Wabnort. Es wird aller- böchite Zeit, daß in diele ziel- und plaulaien Beomienverschiebungon Ordnung gebracht witd. Sie kosten dem Staat ein schweres Stück Geld und schassen unter den also Hin- und Hergelchabenen steigende' Erbitterung, weil sie sehen müssen, daß jede Dienststelle obne Emvernehmkn mit anbeten arbeitet. Daß man, ebe irgendwo neue Beamtenstellen geschaffen werden, erst einmal jene Leute unter- bringt, die bereiis im vorgerückten Alter stehen und denen gegen- über das Reich Ve pflichtimgen hat, sollte eigentlich lelbitversiändl'.ch sein. Leider ist oft das Gegenteil zu beobachten, weshalb es an« aebrackit erscheint, das Augenmerk der zuständigen Stellen aus diese Verhältnisse zu richten._ Rechtsverbindliche TarifvertrLze. Der' zwischen der Arbeitsgemeinschaft freier Argestelltenverbande, Oriskartell Groß-Berlin, dem Bund der Technischen Angestellten und Beamten, Gau Brandenburg, dem Deutschen W-rkmeistervexband, dem Zentral- verband der Angestellten. Bezirk Groß-Berlin, der Tischlerinnung zu Berlin, der Freien Vereinigung der Holzindustriellen in Berlin und dem Verein der Fabrikanten für Lodeneinrichtungen und Kon- tormöbel am 10. März 1920 abgeschlossene Tarifvertrag zur Rege- hing der Gehalts, und Anstellungsbedingungen für die kaufmän- nifchen und technischen Angestellten und die Werkmeister in der Holzindustrie ist für das Geb'et des Zweckverbandes Groß- Berlin mit Wirkung vom 1ö. August ab für allgemein verbindlich erklärt worden. Die allgemeinch Verbindlichkeit erstreckt sich nicht auf Arbeitsverträge, für die besondere Fachtartfverträge in Geltung sind. Der zwischen dem Deutschen Werkmeisterverband. Ec chäftsstelle de? Bez rkS X. t» Berlin, und der Gesellschaft sür Chirurgieinechanik in Berti» am 80. April 1920 abgrschlossciie Tarifvertrag ist mit Wirkung vom 20. Funt d. Je. sür das Gebiet Groß-Bcrltn sür ver- omdlich erklätt. Die allgemeine Verbindlichleit eisttcck: sich nicht aus die Betriebe der dem Verband Berliner Metallindusiriellcr an- geichlossenett Firmen. Der Hwricheu dem Zentralverband der Fleischer (Sektion Darm-, Häute« und Feitbianche» i» Berlin und der Aibeit- geber- Vereinigung im Darmgewerbe Groß-BerlinS obgeichlosieiie. vom 1. April 1920 ab gültige Tarisverirag ts: plcichsalls für die Orts- und Geiiieiiidebeziike Groß-BerlinS vom 1. April ab für allgemein verbindlich erklärt. Mit dem gleichen Zeitpunkt tritt die allgemeine Verbindlichkeit des ab 18. September 1910 gkiktigen Tarifvertrages nebst Nachtrages vom 20. Februar 1V20 außer Kraft, Holzarbeiterverbnud. Mittwoch. 15. Sepember. abends 6ll, llhr, in Kliems Feitsäleii, Haienheide 14/15, ordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: l. Bericht vom zweiten Quartal. 2. Wahl von drei An» gestellten und Bestätigung der Ersatzwahlen zur Ortsverwalwng. 3. Weiter» beialung und Bclchlnßiassung über die Vorlage der Reorganisationskom» Mission, i. Antrüge, die bis zum 1. September eingegangen find. Zentralverband der Angestellte«. Fachgruppen 8 und 9(Export und Import, Lederindustrie und Handel). 7. September, abends 5V, Uhr, Klubhaus, Qhmitr. 2.— Fachgrupve 17 I(Butter, Kolonialwaren,� Delikatessen usw.). 7. Sepember, abends 8 Uhr, Sophien-Säle, Sophien» firaße 17/18. Bund der technischen Angestellten und Beamten. OrtSverwaltunz Berlin-Südwesten. Versammlung Donnerstag, den 9, September, um 7V, Ubr im Restaurant»Zur Bierglocke-'(Hallesches Tor). Referat: Wirtschaftskrise und die technischen Angestellten,(Jng. schütz). Delegiertenwahl zum Gautag. Verschiedenes, Betriebsräte der Lithographen nnd Steindrncker. Mittwoch, 8, September, nachmittags 5 Uhr, im Graphischen VerewshauS, Alexandtinenstr, 44, Sitzung, Der Fraktionsvorstand. Deutscher Werkmeiiterverband, Berlin 7. Dienstag, 7. Sept., abends 6'ii Uhr, im Patzenhofer, Turm- Ecke Stromswaße, Monats» Versammlung. Gewerkschaftsnnterkommission Tempelhof— Marieudorf— Ma. riensclde. Heule V,8 Uhr bei Becker, Tempelhos, RwgbaHnftr. 8, wichtig« Sitzung. Erscheinen aller Mitglieder dringend notwendig. Wetteraussichten für das mittlere Norddentschland bis Mittivoch mittag. Fortdauernd kühl, zeitweise heiter, jedoch überwiegend bewölkt, mit wiederholten Regenschauern bei frischen Nordweftwinden. Bcrantw, für den redntt, Teil) Dr. Werner Petfer, Thyrlottendura: für tlnzeigent Tli. vilockc, Deriin. Lerlagi Lorwärts-Vcrlag G.m.b.H., Berlin. Druck:«ov» wärts-Buchdruckerei u. Lerlagsan»att Paul Singer u. So., Berltti, Lml>«nftr.S. Hierzn 1 Beilage. i�-7S7----- W.-ZS 50 Jahre Fabrikationserfahrung, der Welt» ruf des Namens„Continental" und die ausschließliche Ver» Wendung bester RohstoflFc bürgen für die Güte des ntal Pneumatik 8roO-Serlio SGzia'deBifikrallscIie Partei Deulscliianüs Berlin NW, 40, In den Zelten 23. li�ileUrsaRiffllungen in Berlin am Mwoch, dto 8. Stptcmfccr, abends 7 öi)r. Rieuerlvirnim. Bezirk Roseuthal.( Ani Sonnabend, 4. Sfvt,( ! verstarb nach lange»:, schwe-» > renr Leldeu der Genosse, SsMM; j im Atter von 72 Jahren 5 Ehr? seinem Andenken! t Seine Ruhestätte findet er t ] auf Dem neuen Gemeinde-- fcb&Hof in Rojcnthai i* i- BMetzv.ngsfeiertichkt'it? j finoci am iOUitbo-ii, 8.6cpt., ü | nachmittags 4'. Uhr. statt, f Z32BBSn umiMHmiammwwfm � öeuiMjer Pollcrband. j Bezir.s verein Gr.-Berlin. i Am 3 Septem ber oerstarb j tun. er liei er Kollege, Der? | Äiaarerpot'.er ÄBgnst Grahlow Die Cinäfchening finde![ ar.i Mittwoch, den 8. teo- 1 renider, nachnnttag» 2 Uhr, f im Stomotorium Gericht». S fteafie statt. r-rc Vorftand.| 0. 51.; Paul©ral)(. I C-�■ iicmöcpathE�a t!«»!!. slciiere l-no.gc, oh-e liiiwprilz., ohne Beruiss. opiac.i'.i u iu 4-7.oonnt.u>-i hfi a?■iolioaschör.h. 4» Btrlin miCJ Obctueettr, ll.T.Lichtb. Aus■'.inff u. Bioscbüre eratis. Sperlalarzi £>r. med..(oeb�a f .ür liotii-, liän.-, Frauen:., j ScnwäciA.* ii�h. scunelLl sich-k. sch:nerzJ. ohne? Bdrjissi Blut- u harn| t/.i'Mrs-ch(Fäden i.Hain)| ■fV-tr'vinj-jcfp f."! eegenüd. I �• i luJu.I. Oi»Panopik.| 5 Ff. �7 �e'?enüt> r) uuitioaH.üU ol, Raitiaus S ij, i. r ijl. Sonnt, i �-> i„UI-".r.n, 1.-Übt. Dchu'.au'a, Anauststr SS 2. AVI. Ougcnichtim, Lindenftr. 3, II. Hof llnfs, 3 Treppen. Rest Gen Kabelttz. 3. u.«. eifct. Nalionathof,»üirnftr. 37..Da« Parteiprugramm". Ref. Sen. Barth. S. u. Ij. 51b». Boctdrauetc!, Fldictnstr. 2/3.„Potttische Lage und der Parteitag m Aassel". Ref. Gen. iöeümann. Pliicherfäle, BIticherstr. SI.„Da» neue Stadtparlament-'. Ref. Gen. Dittmee. rllave. Aichtelte. 29. TbleUungsveesammiung. Retchenteraer tot, Reichendergee Str. 147.„Der Parteitoa". Ret. Gen. Echwoiinsti. Schuianla. Aelchenbcrgcr, Ecke Förster Straße.„Eozialpotttlsche Gesetzgebung". Res. Gen. Peile. 11. Pelsker, Eiiorijftr. II. Ref. Den. Bruns. 12. 2>i»!. Echutaulu. Wranqelstr. 123. 13. Avi. Glieüng, Wasfertorsir. 33. 14. itbt(äcaittfidiaricliaus, Engeluser 16, Saal 5.„Religion und Hultur". Ref. Den. Scknnah!. 15. übt M.irlnehai,■J)!arfit»Itr. IS.„Pac kliag in Staffel". Ref. Gen. Dhoina. Itt."Ivi. Aiila der II. chandwerierschuie. Andrcasfir. 1. ir. Avt. Schulaula. Sohenlodeitrafie Ist. . Z.!Ko;. Schulaula, Litauer 61c. 18. Re! Gen. Böhni-Schuch. »?.'.->01. Klidn, Schreireefle. V3„Mliltoerbrennung". Ref. Gen. Wildegan«. 20. tibi. Sc.: ilaula. Eckertfir. 16.„Politische und wittschasiliche Fragen". Ref. Gen..sto«le. 22. lUbt. Etcfieiis. Lcnd-dtrger Allee'.6t. Rei. Sen. Meise 23. HOL Aula der»iinigstlidtifchen Oberrealschule, Pasteurftr. 46 46.„Die polilifche Lage". Ref. Gen Siermg. 24. II*!}. Echtilaula, Ehrijtdura.-r Str. 14. ! 25. üibl. Sa ulaula. Elifabettfir öS 39.„Steuerfragen". Ref. Gen. Dr. Lohmann. 2V. ilhl. Biira.erheim, Alte Schönhauser Slrafie 23/24. Rest Gen. Dr. Stticnier. 22. Aul. Schitiauta, Ruppiner Str. 48. Ref. Gen.-JjdÄtl 28. 9161, Schulaula, Schöndauscr Allee 166 3. 2:1 Stbl. Echuia-ala, Danziger Str. 23. Ref. Gen. Stlingler. i.'/O. Abt. Schulaula, Pappe! alle e 41/42.„Zieue Siriegsqe:ahr". Ref. Gen. Stliih». 51. Stbl. Schul a la, Schoufltcgcr Straß» 7.„Eicueriragen". Ref. Gen. Maluscheck 32. Sjstt. Schulaula, Grel-enfiageucr Str. 63,39.„An/ckuge der deutlchen Ardetterbiwegung". Re:. Gen. Dr. Schütte. 35. Abi. Schulaula Draui/str. N. Ref. Den Vendiner. 34. 2>Ut. Schitlaula. Bernauer Straße 89/90. Ref. Gen Horlitz. 35. Slbt. Stetiger, Suifitenitr. 34. Res Gen Wulchick 36. Abi. Stehler» Frstiät/. Tieckstr. 24. 3S. Abk. Epreediele, Slrrchftr. 13.„Die Rohstoffversorgung der Well' 6g.".Übt. Verger. Levetiow- Ecke Iaaowll.-ahe.„Ermtlec Programm' 49. Abk. Schmidt, Wicielsir. 17. 41. Sibt. Arminttls-FestsSie, Bremer Str. 73.„Rußland und die deutschon Arbeiter", Gen. Umlaut. 42. Abt. Schulaula, Tegeler Eirahe 20. 43. Stdt. Meyer, Pantstr. 82. Ref. Gen. Brückner. 44. Avt. Schulaula, Priuzenallee 8 Res. Gen. Bahlke. 45. Abi. Sac'epclot, Schwddeustr. 14 13. ■!■/■. Adi. Schulaula. Ptaniagenstrage 1349. Ref. Gen Fendel. 42. Abt. Schulaula, Lütticher� Sir. 47,-4«. Ret Ge» Streu!, iger. 4S. 5!bl. Schutaula. Olener Str. 5/6.„Souatdeinokratie und Pazifisinu»". Ref. Gen. Pastor Frante. ScliwcrSiZrigen.Druppe: Paul Reimer, Stommandaittenstr. 4«. Ref. Gen. Hennicke. Am Donnerstag, den N. Tept., abends 7 Nhr: 21. Abt. Etyfi.um, Landsberger Allee 41. Ref. Gen. Stnief. Am Freitag, den Iv. Sept., abends 7 Nhr: 37. Abt. Artushof, Pertederger Str. 26.„Di» internationale Lage". Ref. Gen. Dr. gechlin. Tagesordnung in allen Versammlungen: Stellungnahme zum Parteitag in Kassel und Wahl der Delegierten zun» Bezirkstag. Um zahlreiches, pünktliches Erscheinen ersucht Ver Vorstand* z OjMveti-'.r-. �.14..'. � ii> Mnaw Res Gen. Twardi) Res. Gen. Heller. Res. 234,13 gesctimack voll ßestreitt, in Kammgarn uns CKeviot. Alle Gröben»Ind vorrSstg. SS©5£H früher 125—140 jetzt M. 8� HöSCH früher 825... jetzt M. 230 hSOSCil früher 225... jetzt M. i| iiiOS€I5 früher 385— 400 jetzt M. 2S9 I365CI3 früher 250... jetzt M.» i.0; fit OSCHS früher 475... jetzt M. 42d GimiiiiiiiiinSel 425 Bflle• BasenC �er• iV'eL�e mid Wois-üKtcrKielfliinj iclir tsUli�I Keine Filialen mehr Nur C�aarsee-Straüa 29-30 Nur nmm MnniMffe für Leillia- lüorldiDütf nnd Umgegend. Am Mittwoch, den IS. September, nochmltlog» 6 Ahr, im Lata! o#n Max Streiter, Betllti'tftaHcnöorf, ChLnsseefir. 22: Außerordentliche ZlusschnWimng der Vertreter der Llebeltgebet und Verstchetten. Tages-Ordnung: 1. Etfatzwadl de» Au»schutz- oor/chenden. z. Besch uh assung über den Tarilverlrag und eventl. Aendeiung der Kß 2. IS, 27 und 39 de: Dienstordnung. 3. Verschiedene». Etwaige An lagen oder Be- schwetde», bei denen Emfichl- nabme in die Stasfenatlen et- sordktlich ist, sind dl« spij:esien« den 13. Seplemoee d. I. dem Barstande schristlich einzu- reichen. 148, iv Berlin-Mariendorf. den 4. September 1920. Oer»asseaoorftand. Aug. Leip. Vorfitzeuder ?rol. vdsjes zurDck. lo84b Allgemeine Ctt»» krankenkassc, Neukölln. kasfenlotal: Meichfelstr. 3. Die Herren Bcrlreter der Ardeilgeder und Bersicherlen werden hiermit zu der Augerordeutiichea AuSschuhfttzung ain Miltwoch. bski IS Sep- temdcr 1920, abends 2 Ahr, im Sasseniota!, Saeal- paffage ZIr. 11 2. Tinge, eingeladen. 14311 Tagesordnung: 1. Befchlnßsaffung ü'.'cr Aendc- rung der, ienflordnung nach Mafigabe de» zwlicheu dem Bei bände der Augestellten und de n Bcrband der Siran- t.nkafsen adgejchwffenen Tarstoerirage». 2. Beschlutzfasfung über Aende- rung der Satzung. 8. Berfchiede, e». Neukölln, den 6. Septdr. 1926. Der Sassettvorstand. M. Heinrich, Borschendcr. Die den Herren Vertretern zugesandte E /iladung dient ai« Legltimalia» und ist beim Ein- teilt in da« Bersammiungs- lokal vorzuze.ge». Bniriige und Beschwerden, bei denen die Einfichinahme i» die Siastenakten ersorderlich ist. sind drei Tage oarher dem SiassenvorstiUtd bekanntzugeben. Ppiecknc" Sfmpk-� l�onVersmUesj zum krwasn vae�eg�mScsi-m�eckenzum «irklivsien ssmeoeni -i-mp'-i in überstchihcher, die M5gijChkeit. l nen. durch �flrIlW e.nen lür u«* und � lescnfonck 5fll;ehen Zuband iu schallen Prel»4nK.undmTe0.rUnS«usJt8. Buchhandlung Vorwarte ' Berlin SW 68, LMenstr. Zähne. 4aMn?, Tellzahlanz-B Kronen iszz.k'wmden .• iL». Zahnzicbea mit Einspr. hocBlt 311«chmerziind. Umarb.schlechts.Qeöisse-Rep. er StrJS, Hochb. Sprecht 9-7, Zahnarzt W o 1 1»ok. Poudamer SlrJÜ, t