Nr. 445 ♦ Z7.�ahrgtmg Ausgabe B Nr. SS Bezug Svre»S» ? ecteliäftrl.SO,— JJlu.monatl.l#,—®tt frei ms»aus. ooraue abibat. Poft- oejug Monatlich 10,— Mi. sxN. fta- teUungsciebüht. UmeiRmubonb füt ötutidilantr und �efterrtidi 18/0 Mi. lic Das abncit Auslank oet täglich einmal. Suftedunc 2150' Poliae- t»Hungen nettmen an Oesterreichs Ungarn, Tfchecho-SIowaiet, Dane- narr,'zollano..utemdurg. Schweden md»te Sthtttei*.— Llngetraaen m die Post» etiung»»Pret»!lst«. er.Borwärts� mit der Sonata as» sllage.Boll tl.?eit� ertchetnt wochen- alidt ttseim.t Sonntag» uni> Montags"mmol Abend Ansgabe Teieqramm-Adreffe� : oilaldemofta! Berlin" (20 Pfennig] Berliner Volksblntt Zentralorgati der rozialdemokratifdien parte» Deutfcblands Anzeigenpreis j Di« achtgelpaltene Nonvareilleaeile loste i S.— M., Tencrungszirfchlag 50°/» .Sletae Anzeigen", da» tetl- gedruckie Wort I,— M.(zulässig zwei lengedrttckte Wortes, ,ebes weitere Wort 60 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen da« erste Wort 85 Pfg. ,ede.äl»«— I.'»»«7. Dienstag, den 7. September INÄO Vonvätts-Verlag G.m.d. h., SÄ). b8, Lindenstr. 3. Kemsprecher: Zimt Morinvlat«. Nr. 117 83— S4. Englifther Gewerkfthastskongreft. rt m st e r d a m, K. September.(Reuter.) In PortSmouth .llurde heute der GewerkschaftOtongreß eröffnet. Zu- liegen sind stsisi Delegierte, die S'A Millionen Mitglieder vertreten. Das UntcrhauSmitglied Thomas hielt als Präsident eine An- spräche, in der er den drohenden Kohlen st reit nicht erwähnte. Der Kongreß nahm eine Entschließung an, in der die Frei- lassung des Bürgermeisters von Cork gefordert wird. I.•€». Thomas' Eröffnungsrede. Amsterdam, 7. September.(WTB.) Einer„Telegraf'-Meldung juicLg« eniivarf Thomas zu Beginn se.ner Rede ein p e s s i- mistisches Bild über die allgemeii« Lage. Er sagte: Der europäische Friede kann nur zustande kommen, wenn alle Länder, die am Kriege teilgenommen haben, bereit sind, den Vertrag in einem anderen Geiste anszulegen, als demjenigen, in dem er aufgestellt wurde. ES kann nicht de- stritten werden, dag die Arbeiterbewegung der öffentlichen Mei- nung Ausdruck gegeben und den Wunsch der Staatsmänner der- eitelt hat, die England selbst auf die Gefahr eines Krieges hin in die imperialistische Politik auswärtiger Mächte (gemeinsam mit Frankreich. Die Red.) hineinziehen wollten. Unsere Gegner wissen, daß unser einziges Ziel war, einen Krieg mit Rußland zu verhindern. Bisher ist es uns geglückt doch die Gefahr ist noch nicht vorüber und kann wicht vor- über sein, solange kein vollkommener Friede mit der russischen Re- gierung geschlossen ist. Thomas hob dann hervor, daß das Vor- gehen bezüglich Rußlands keine Billigung d�S RätcshstemS bedeute, und er betonte das Recht des engdtschen Botke», feint eigene Regierungsform zu wählen. Wenn daS russische Volk das Sowjetsystem wählt, so ist das seine Sache. Thomas stellte weiter die Fordcvunq aus, daß Polens Unabhängig. keit gewahrt bleiben müsse. Zum Schluß sprach er über die finanzielle und industrielle Lage. Er sagte, der kommende Winter werde wahrschemlich der schwierigste sein, den man seit Jahren erlebt habe. Tausende seien bereits arbeitslos, und es sei klar, daß das Jndustrieleben einer Krisis entgegengehe. Es seien Zeichen dafür vorhanden, daß in mehr als einem Zweige der In- dustrie Schritte getan würden, um die Interessen der Kapitalisten zu konsolidieren. Ich glaube nicht, sagt« Thomas, daß die Ar- beiter den Kampf um des Kampfes willen wollen. ES ist im Gegenteil unser« Pflicht, nicht einen Konflikt zu provozieren, denn der industrielle Friede ist ebenso nötig w i« der internationale Friede. Andererseits muß man«S sich deutlich klar machen, daß die Aufopferung und Anspannung von Jahren, durch die die Arbeiterklasse ihre gegenwärtige Stellung er- reicht hat, nicht verloren gehen darf. Wir werden bereit sein, nicht in Gruppen, sondern als Masse jede Herausforderung anzunehmen, die gegen die industrielle Freiheit und unsere wirtschaftliche Emanzi- pation gerichtet ist. * London, 6. September.(Reuter.) Der Präsident der söge- nannten Irischen Republik, Griffith, hat m einem Telegramm au Wilson dessen Jntrrveution zugunsten de? Bürger. meisterS von Cork erbeten. Riga verschoben� Di« Geburt des russisch-polnischen Friedens gestaltet sich ' Himer schwieriger. Schon konnte man glauben. nach den beiderseitigen Erklärungen, daß die Wiedereröffnung der Ver- Handlungen bereits übermorgen erfolgen würde, Die von Tschitscherin gestellten Bedingungen(Immunität, Ehiffre- verkehr usw.) schienen erfüllt. Jetzt hat er nach einer T.U.- Meldung aus Warschau neue Bedingungen funken- telegraphisch gestellt: die Immunität solle sich mich auf das Hilfspersonal der russischen Delegation erstrecken und die Gesamidclegation müsse zusammen wohnen können. Tie Polnische Regierung hat versprochen, bei der lettischen Regierung für die Erfüllung auch dieser Bedingungen ein- zutreten. Eine neue Verzögerung fft jedoch hierdurch unvermeidlich geworden. Ob diese neuen Forderungen mit den Meldungen zu- sammenhänaen, wonach sich die russische Nordarmee wieder organisiert habe und eine neue Offensive vorbereite, sowie mit der Zuspitzung des litauisch-polnisehen Konfliktes, von dem die Russen die Nutznießer zu sein hoffen, lassen wir dahingestellt sein. Tschitscherin über die FsriedenShinderniffe. Moskau, 7. September(Meldung des Hollandsch Nieuws- bureaus.) T s ck> i t s ch e r i n gewährt« einem englischen Korre- spondenten eine Unlerreoung über die allgemeine politische Lage. Jn erster Linie verteidigte er die Politik der Sowjetregierung bei den Friedensverhandlungen, wobei er daraus hinwies, daß, seitdem Sowjetrußlano die Fordecungen über die Errichtimg ein« Ar- beitermiliz hat fallen lassen, kein einziges Hindernis mehr für den Frieden bestehe und daß der Frieden leicht zustande kommen könne, wenn nur die englische Regierung die Sowjet- oiplomatie unterstütze, wozu sie in Uebereinstimmung mit ihren eigenen Erklärungen verpflichtet sei. Jedenfalls kann Tschitscherin sich nicht vorstellen, daß die britische Regierung in der Frage der Grenzregulierung von dem in der feierlichen Erklärung des Obersten Rates festgestellten Grenzlinie einen anderen ' Standpunkt einnehmen könne. Eine Erklärung Englands in dieser Richtung würde im gegenwärtigen Augenblicke von höchstem Werte sein, da Polen von Frankreich unterstützt werde und sich . unzweideutig weigere, daS gutzuheißen, was tatsächlich bei den Friedenspräliminarien bereits angenommen warfen war. Es könne keine andere Lösung der territorialen Fragen geben, als die Unabhängigkeit der Ukraine und Weißrußlands zu gewähren. Auf die Frage, ob die Sowjetregierung den Polen die For- derung stellen werde, ein Referendum in diesen Gebieten ab- zuhalten, antwortet« Tschitscherin, das ukrainische Volk habe bereits zweimal durch Vermittlung der Sowjets seinem Willen Ausdruck gegeben und auch Weißrußland habe dies bereits zweimal getan. Tschitscherin erklärte, wir ziehen ein Referendum durch Vermittlung der Sowjets vor.(!) Bezüglich Ost- galizienS erklärt« Tschitscherin, Galizen sei für S«vj»irußland von kein«m besonderen Interesse. Hierüber bestehe aber eine groß« Meinungsverschiedenheit zwischen England und Frankreich. England weigere sick deutlich, Lemberg an dir Polen zn geben, während die polnische Regierung, unterstützt von ! Frankreich und vermutlich von den französischen Pe- troleuminteressenten, darauf bestehe, C stgalizicn zu er- ! balten. Tschiischerin würde eine deutliche Erklärung der englischen Politik auch hierüber begrüßen und eine solche Erklärung würde viel dazu beitragen, Polen zu bewegen, Gegenvorschläge«inzuleiten, wodurch das größte Hindernis bei den Friedensverhandlungen weg- fallen würde. Vor einer nenen Russenoffenfive? Paris, 7. September. Havas meldet aus Warschau: Die polnisch-litauischen Feindseligkeiten sind so gut ! wie beendet. Die Friedensverhandlungen sollen unverzüglich in M a r i a m p o l stattfinden. Aus Nachrichten auS verschiedenen Quellen geht hervor, daß die B o l s ch e w i st e n dabei sind, ihre Streitkräfte im Norden wieder zu ordnen. Die Angriffe, ! die dir Russen im Süden vorgenommen hatten, hatten lediglich den Zweck, die A u f m e rk s a m k ei t der polnischen Heeresleitung von der russischen Neugruppicrung im Norden abzulenken. �rontberichte. Paris, 6. September.(WTB.) Ein Moskauer Funk- sprach vom 4. d. M. meldet: An der Westfront bei Brest- L i t o w s k dauern die Kämpfe an. In der Gegend von W l a d i- mir-Wolyusk haben unsere Truppen nördlich von Grubochow ein« starke feindliche Abteilimg geschlagen und mehrere tau- send Gefangene gemacht. Sie vernichteten das zweit« pol- nffche Infanterieregiment. An der Südwestfront brachten unsere Angriffe einen feindlichen Vorstoß zum Sche!t«irn. Der Feind ttnitde nach Westen zurückgeschlagen. In der Gegend von H a l i c z verfolgen die roten Truppen den Feind gegen den Dnjestr. Im Krim-Abschnitt heftige Kämpfe. 14 Werst südwestlich Achzynsk wurde eine feindliche LandungscfeiluTtg in das Meer zurückgeschlagen. Im Süden wurden isolierte feindliche Gruppen von uns vernichtet. Warschan, S. September.(WTB.) Frontbericht. L i- tauische Truppen, die von Bolschewisten unter- stützt wurden, setzten ihre Angriffe auf unsere Truppen fort und drangen vorwärts in der Richtung auf S n w a l k i— A u g u st o w o. Durch einen plötzlichen Angriff auf Kamieviec-Litewski zerstreuten unsere Abteilungen eine Sowjetbrigade, nahmen 71X1 Mann ge- fangen und eroberten drei Kanonen. An der Bugfront wurden neue feindliche Angriffe abgewiesen. Eine bolsche- wistische Abteilung wurde bei Wlodawa durch die Freiwilligen- abteilung des Generals Blachowicz in eine Falle gelockt. An der übrigen Front lokal« Angriffe. Kein finnisch-r«sfischer ftriede*? Stockholm, 6. September.(MTB.)„Stockholm« Dazhlod" meldet»uS HelsingforS: Die finnische FriedenSdclegation ist auS Dorpat nach Helfiniffors zurückgekehrt. ES ist unsicher- ob die Friedensverhandlungen mit Rußland wieder aufgenommen werden.. — �— Die Einverleibung Noröschleswigs. Kopenhagen, S. September.(WTB.) Bei der heuti«e» Volksabstimmung über den Gesetzesvorschlag zur E i n V e r- l e i b u n g der nordschleswigschen Landesteile in Dänemark wurden nach einer vorläufigen Aufstellung für den Vorschlag 616 964 Stimmen, dagegen 19 726 Stimmen abge- geben. Dadurch sind die durch die Versajjvwg vorgeschrieben«»» 46 Prozent der Stumnen erreicht. Gstpnußisihe Stimmungen. NuS K ö n ig s b e r g in Pr. wird uns göschrieiben: � Die politische Stimmung in Ostpreußen ist von jeher um ein paar Grade.kontinentaler" gewesen als die„im Reich". ! Durch die Absperrung, durch die den Friedensvertrag tagtäg- lich verletzenden polnischenQuälereienimKorri- ; d o r, hat sie in)er letzten Zeit sich geradezu von der allge- ! meinen � politisch-n Bewegung in Deutschland a bge- (schlössen. Bü'gertum und Arbeiterschaft haben unter der � Polnischen Korridorpolitik gleichmäßig gelitten. In allen Klassen ist man drrch die Warschauer Nadelstichpolitik allmäh- 1 lich so zur Polenseindschaft erlogen worden, daß die b o l s ch e- w i st e n f r e u n dl i ch e Stimmung, zumal zur Zeit des Vormarsches der russischen Kavallerie zur ostpreußischen. ( Grenze, geradezu erstaunlich verbreitet war. Als vollends 'deutlich wurde, daß die Bolschewisten strengste Weisung hatten, an den Grenzen stehen zu bleiben, gab es zwar bier und da wohl auf der überradikalen Linken enttäuschte Gesichter. In den Herzen des Bürgertums aber, auch des gemäßigten, und in der ländlichen Herrenschicht war damit die schwerste»Hemmung gegen bolschewistische Sympathren be- siegt: die Furch, vor dem anrückenden Rnssenheer den Linksradikolen im eigenen Land ausgelie- fert zu werden. Man ließ die Rechspresse nach Verstärkung des Militär- schutzes, Legalisierung des wilden Selbstschutzes rufen, meinte aber vor allem: Schutz gegen Polen. In ostpreußischen Zei- tungen waren Versprechungen bolschewistischer Unterführer zu lesen, die die Wiederherstellung der Grenzen von 1914 als ruffischs Kriegsziel im polnischen Krieg« begcichieten. Kein Wort schränkte die Bedeu-tung solcher unmaßgeblichen, fach- unkundigen Aeußerungen ein. Daß mindestens die siuw- gäbe des Korridors die unmittelbare Folge eines bol- schowistischen Sieges sein müßte, steht außerhalb der engen Zirkel der Berufspolitiker eigentlich für jedermann in Ost- Preußen feist. Mögen auch in Memel und Danzig Franzosen und Engländer stehen, die Bolschewisten an der Grenze waren zahlreicher als die Ententcgarnrsonen in den neutralisierten Gebieten. Rußland ist näher als Frankreich und England, und nicht zuletzt durch die antibolschewistische Agitation er- scheint es unvergleichlich stärker, gleichsam dämonischer. So wäre in Ostpreußen zurzeit der militärischen Erfolge der Bost schewisten der Gedanke auf wenig Verständnis gestoßen, daß bei der bolschewistischen Lösung der Korridorsrage das Ge- benseligerdenndasNehmen sein könnte. Nicht aus der äußersten Rechten und der äußersten Linken, sondern auch im gemäßigten Bürgertum wäre dort oben im abgetrennten Osten solch ein Gedanke nur als Zeichen der verwerflichen „schlappen" Stimmung im Reich erschienen. Der Blick in die Welt westlich des Korridors ist gehemmt. Es ist kein Zufall. daß Kapp nirgends so geringen Widerstand fand, wie in seiner ostpreußischen Heimat, daß August Winnig nie aufge- hört hat. dort eine Rolle im öffentlichen politischen Leben zu spielen. Ruhige politische lleberlegung wird es in der ge- quälten Heimat der reinen Vernunft nicht leicht haben, sich allgemeine? Gehör zu verschaffen. Wichtig für die ostpreußische Stimmung war auch der verhältnismäßig recht gute Eindruck, den die bol- schewistischen Soldaten machten. Die Angehörigen der Roten Armee spS-ren natürlich für ihre Person ver- hältnismäßig wenig t>ofc den Ernährungsleiden im inneren Lande, wenn sie auch im Gespräch manches davon zu erzählen wissen. Sie sind, meist mit alten russischen Uniformen, im ganzen gleichmäßiger uniformiert als die Polen und gut be- waffnet. Insbesondere die reichliche leichte Fe Idar- t i lle r i e mußte auffallen. Di« übergetretenen Bolschewisten erzählen lachend:„die hat uns Denikin nach Ruß- land mitgebracht". Die Kämpf«, die zum Teil von deutschem Gebiet aus zu bepbachten waren, werden von allen sachkundigen deutschen Beurteilern auch als Beweis für die taktische Tüchtigkeit der neuen Fübreischickt angesehen. In dieser spielen übrigens ehemalige Unteroffiziere der Zaren- armee eine allgemein anerkannte Rolle auch als Korpsführer, Divisionsführer usw. Für solche Offiziere, denen die Re- gierung nicht traut, scheint es noch heute eine Art von O ch- rana ganz nach Art der zaristischen Geheimpolizei zu geben. Wenigstens wissen intelligente, kritisch gestimmte Rot- gardisten zu erzählen, daß solche Verdächtigen gelegentlich ganz„still" verschwinden. Die Gesinnung der Truppen ist natürlich nicht einheitlich. Man muß vor allem die aus- gehobenen Russenkadres von den internationalen Formatio- nen unterscheiden. In den internationalen Regimentern scheint«ine ganz geschlossene bolschewistische Stimmung zu herrschen. Sie bestellen hauptsächlich aus Letten, Ungarn und auch aus Deutschen. Diese sind teils zurückgebliebene Kriegsgefangene, teils auch heimlich über die Grenze ent- wichene Leute sehr verschiedenen Schlages: abenteuerlustige Berufssoldaten, von denen mancher auch schon einmal gegen die Bolschewisten gekämpft hat, neben Ueberzeugungskommw- niste», die aber nicht tmmr? die befseren Soldaten sein wägen. Sfls besonders fanatische Kommunisten Feiten allgemein die Ungarn. Während eines Teiles der Kämpfe kamen auch geschlossene Chinesenformationen der Grenze nahe. Welche Vorstellungen von dem Sinn der Sache, für die sie kämpfen, mögen wohl in ihren Köpfen lebendig sein? Schon. die Anschauungen der Russen über die Verhältnisse in Deutsch- land und in Westeuropa sind meist recht wunderlich: die bot- schewistischen Soldaten sind jedenfalls geneigt, sehr viel brei- lere Kreise für Mitkämpfer zu halten, als die Moskauer Führer. Mag die Gesinnung in der Roten Armee nicht einheitlich und vor allem wenig geklärt, weil wenig aufgeklärt, sein, so fehlt doch anscheinend jeder Defaitismus. Ganz anders steht es bei den Polen. Bei ihnen gibt es militärisch zweifel- los sehr hochwertige Truppenteile: Vor allem diejenigen .Hallertruppen, die in Sibirien gekämpft haben. Die Haller- truppen sind kampferprobt, auch gut bewaffnet. Die neu ausgehobenen jungen Jahrgänge dagegen können, soweit sie gute Waffen haben, damit nichts anfangen. Sie sind zum Teil nur wenige Wochen lang ausgebildet worden und an der Front dann ganz hilflos geblieben. In solchen Formationen herrscht verständlicherweise eine sehr üble Ssimmung. In ziemlich breiten Soldaten'kreisen dürfte diese Stimmung noch wachsen angesichts der Z�rsprechungen, die die polnische Regierung den Soldaten gemacht fw,l, und der Hetze, die sofort, wenn die militärische Lage es irgend erlaubt, die Blätter der Rechtsparteien gegen die Erfüllung der Versprechungen schon laute treiben. Das sich die Wage haltende parlamentarische Stärkeverhältnis der hürgerlich-nationalistishen und Groß- orundbesitzfreundlichen Gruppen einerseits, der Bauernpartei und der Sozialisten andererseits läßt die Besürchtungen nicht ungerechtfertigt erscheinen, die solche Presstogstation vielfach erregt. Eines der.Hauptmittel, mit denen de nationalistische Reaktion in Polen arbeitet, die gegenseitige Verhetzung zwi- schen den Nationalitäten, die sich in der letzten Zeit vor allem in schweren Ausschreitungen gegen die Judm ausgetobt hat, wird für die nächste Zukunft doch gerade durch den Krieg etwas an Bedeutung verlieren.' Denn in ten nach Deutsch- land übergetretenen Teilen der Armee ist eigentlich von einem Gegensatz zwischen den jungen polnischen Sauern und etwa den jüdischen Rekruten wenig zu spüren. Macht die Regierung Witos-Daszynsü ihrerseits nicht ibre Friedensversprechungen und die von ih: erneuerten Land- Versprechungen wahr, so kann diese Polenarmee großenteils vielleicht einmal der Vortrupp des Bolschewismus werden, selbst wenn sie denselben Bolschewismus militärisch geschlagen bat. Freilich werfen in Osteuropa schon Teilerrolge und Teilmißerfolge die Stimmung sehr leicht um. Deutschnationtzle EntentesMe. • Die Dentschnationalen behaupten gerne von sich, daß sie „das Vaterland über die Partei" stellten. Wer sich vom Gegentei'l überzeugen will, der möge einen Blick in die heutige Morgenausgabe der„Kreuz-Zeitung" oder des„Reichsboten" werfen. Beide Blätter bringen einen Artikel, dessen Zweck ist, die Entente davon zu überzeugen, daß Deutschland sehr wohl imstande sei, die höchsten finanziellen Lasten zu tragen, die ihm die Entente aufzuerlegen gedenkt. Ein englisches Finanzblatt„Financial News" hat vor kurzem einen Artikel gebracht, der darlegt, daß Deutschland keineswegs so leistungsschwach sei, wie es von sich behaupte. sondern daß die Leere der Staatskassen Teutschlands lediglich eine Folge der„sozialdemokratischen Lodder- und Korruptions- Wirtschaft" sei. Damit findet das deutschfeindliche Organ die begeisterte Zustimmung der beiden konserva- tiven Blätter, die mit unendlichem Wohlbehagen svalten- lang di? durch keinerlei Sachkenntnis getrübten Darstellungen des englischen Blattes abdrucken. So erhält beispielsweise folgender Satz des englischen Organs restlosen Beifall: „Um hiiTtderttousend korrumpierte Beamte im Dien st z u halten, wird die Rationierung der Vorräte, hie sich längst als irnztoecfmäßig herausgestellt bat, aufrechterhalten. Die Das Naftermeffer. Eine Fabel von Leonardo da Vinci. Der große Maler Leonardo hat in der Fülle seiner Auf- zeichnunoen auch einige Erzählungen hinterlassen. Kurt Zocze von Manteufsel gibt in seinem.Knnslbrevier- über den Meister iVerlag von Hugo Schmidt, München) iolgende Fabel wieder. Das Rasiermesser kam eines Tages aus der Handbabe heraus. die ihm als Scheide dient, stellte sich tn die Sonic und sab diese sich auf seinem Leibe spiegeln. Dadurch wurde es stbr stolz, begann zu überlegen und sagte zu sich: Soll ich wirklich wieder in die Bube zurückkchren, die ich soeben verlassen bade? Sichsrlich nicht; da seien die Götter vor, daß so berrliche Schönbeit sich zu solch niedriger Sinnesart bekenne. Welcher Wahnsinn wäre es, wenn ich mich herabließe, die ein- geseiften Bärt« der rohen Bauern zu schaben und ein gemeines Handwerk zu üben? Ist dieser Körper zu solchen Werk bestimmt? Rech, sicher nicht. Ich werde mich an einen berswckten Ort zurück- zielen und dort in bchaglichcr Ruhe mein Leber verbringen. So verbrachte es mehrere Monate in seinem Versteck. Als es eines Tages wieder ans Tageslicht stieg und auS seiner Scheide hervorkam, da bemerkte es, daß es wie eine rostige Säge aussah und daß seine Haut nicht mehr m der Smn« glänzte. Zu svät bereute es den nicht wieder gut zu machenten Sckmden und sagte zu sich: „O, wieviel besser wäre es gewesen in der Hand des Barbiers, meine nun verlorene schöne und scharfe Schneide zu üben! Wohin ist jetzt meine glänzende Oberfläche? Sicher hat sie der böse und häßliche Rost zerfressen." Solches geschieht den Köpfen, die die Tätigkeit mit dem Nichts- tun vertauschen. Sie verlieren tme jenes Rasiermesser die Schärfe ibres Geistes, und der Rost der Unwissenheit zerstört sie. Der strafrechtlich verfolgte„preußische Engel". Wie der Ober- dada� mitteilt, ist gegen die Veranstalter der Dada-Ausstellung, die im Juli in Berlin stattfand, reichsministeriell Strafantrag gestellj worden wegen Beleidigung des Offizierkorps dirrch eine an die Decke gehängte Figur,„Preußischer Engel" genannt. Er stellte das ■— dadaistisch gesehene— Verhältnis der Mannschaften zum Os- fizisrkorps während des Krieges dar. Gefunden wurde bei einer gegen den Oberdada Baader vorgenommenen Haussuchung ein Brief des Oberdada an die„Deutsche Tageszeitung", auf deren Denunziation das Strafversahren eingeleitet wurde. Der Schluß des Briefes lautet: „Wir stehen aus dem Standpunkt, daß die Dinge nur gebessert werden können, wenn wir rücksichtslos und«rnb die Wahrheit sagen. Fleischkarte hat sich längst als Humbug erwiesen; trotzdem gab Groß-Berlin vergangene Woche Log(XXI M. für die Herstellung einer neuen Fleischkartenserie aus." Dagegen, daß hier hunderttausend in der Lebensmittel- Versorgung beschäftigte Beamte ohne Unterschied als„korrnm- piert" bezeichnet werden, hat bezeichnenderweise keines der beiden„patriotischen" Blätter ein Wort des Widerspruchs. Es gebt ja gegen die verhaßte Zwangswirtschaft, da nimmt man schon—„das Vaterland über die Partei"— eine Beschimpfung pflichttreuer Beamter hin. ebenso wie die sonstigen hanebüchenen Uebertteibnngen und Unwahr- Heiken, die diese beiden Sätze enthalten. Tie Beamten sollten sich das merken. Ebenso begeistert wird von den deutschnationalen Blättern die Behauptung des englischen Blattes übernommen, daß in- folge der Verschwendungssucht der sozialdemokratischen Regie- rung der diesjährige Etat einen Fehlbetrag von 3» Milliarden Mark aufweise. Ja, ist denn der„Kreuz-Zeitung" und dem „Reichsboten" die Tatsache verborgen geblieben, daß wir nun schon seit mehreren Monaten eine bürgerliche Regierung haben, die ja längst, wenn di» sachliche Möglichkeit bestände, der angeb- lichen„Verschwendung" hätte Einhalt tun können? Aber diese Blätter scheinen wirklich den Regierungswechsel verschlafen zu haben, fonft könnten sie unmöglich schreiben: „Wir dürfen uris also nicht wundern, wenn die Entente daraus die Folgerungen zieht, vor allem die, Deutschland müsse, wenn es ein geeignetes Ausbeutuugsobjekt fein solle, schleunigst vor den Einflüssen der korrupten Sozialdemokratie gerettet werden. Für die Sozialdemckratie allerdings ist die? Urteil vernichtend; denn sie hat dem deutschen Volke fortgesetzt eingeredet, nur eine sozialistisch-demokratiscl-e Regierung genieße das Vertrauen der Entente! Dieser Schwindel, der schon in Spa als solcher enthüllt wurde, fällt nun gänzlich in sich zu- sammen." Außer dem„Reichsboten" und der„Kreuz-Zeitung" dürfte wohl jeder Mensch in Deutschland wissen, daß in Sva keine sozialdemokratische, sondern eine rein bürgerliche Re- gierung mit der Entente verhandelt hat! Doch zur Hauptsache! Dem obigen Zitat gehen noch fol- gende Sätze voran: „Es unterliegt keinem Zweifel, daß dieser Zustand(der finan- ziellen Erschöpfung Deutschlands, Red.) in erster Linie durch die Lodder- und Korrupiionswirtschatt unter dem neuen System ber- beigesührt ist, die der Engländer hier so rücksichtslos schildert. Nichtig ist serner, daß trotz der trostlosen Wirtschaftslage Deutschland? unsere Regierungen immer weiter so gewirtschaftet laben, als hätten sie unc-'schäpfliche Kassen hinter sich" Damit wird die Ansicht des englischen Blattes voll be- stätigt, daß Deutschland sehr wohh wenn es nur wollte, die unsinnigen und phantastischen Summen auf- zubringen imstande sei, die von den geld- und räch- gierigsten unserer Gegner jetzt ausgesonnen werden. Bestätigt aus Gehässigkeit gegen die Republik von Blättern, die sich d e u t s ch n a t i o n a l und patriotisch nennen.„Das Vaterland über die Partei!"_ „wir gehen nicht in üie Sklaverei". Luise Zieh gegen Moskau. Etwas verspätet bringt die„Freiheit" noch einen Artikel von Luise Zietz zu der Debatte über die 21 Moskauer Unter- werfnngsvunkte. Mit den allerscbärssten Ausdrücken lehnt Luise Zietz diese Punkte ab. sie sieht in ihnen„eine brüske Kampfansage, ein ungeheuerliches Diktat". dessen Annahme man nur„Sk la v e n s e e l e n" zumuten kann, während freie auftecht? Menschen diese Punkte„zornig oder hohnlachend zurückweisen" werden. Die Punkte zei- gen die„grenzenlose M e n s ch e n v e r a ch t u n g", von der Lenin erfüllt sein muß. Weiter heißt es: „Nicht willenlose Sklaven der Moskauer, son- deru gleichberechtigte Kampiesgenossen wollen wir sein. Wir unter- werfen uns keinem Dikiat, woher es auch kommen mag. Das Hariliri überlassen wir den Adeliaen Japans.... Darum reißen wir jeder Heuchelei die Maske vom Gesicht. Was echt ist, kann durch uns nicht zerstört werden. Der Oberdada." Ein gnlrs. zeitgemäßes Thema für die Verteidigungsrede der Verklagten! Storm bat einst inmitten einer kleinlichen deutschen Kultur die berühmten Verse geschrieben:„Zuzeiten sind erfrischend wie Gewitter gchdne Rücksichtslosigkeiten." Das Recht auf das Aus- streuen solches Goldes wird man sich beute weniger als je verkürzen oder rauben iassen. Beim Xtrfticchcr. Heiß brennt die Sonne herab, der Wind ist endlich r.alb Osten herumgegangen, so daß ichönes Dauerwctter zu erwarten ist. Da ist die Zeit gekommen, sich das nötige Heiz- maieiial'ür den Winter zu besorgen, sofern man über ein Slückchen Land veriügt. das in seinem Innern Tori beherbergt. In der Umgegend von Berlin gibt es solche Parzellen genug e Mitwirkung baben u. a. zugesagt; Edwin Fischer, Pros. Fried- beia. Waldemu' Lütschg, Kammersängziiu Lula Mfliz-Gmeiner, G-org A. Walter, Prof. Flesch. das Klinalerguarvlt. Aüred Wsttenberg, Alexander cieovdollcr, Pros. Prill, Fritz Heitmann, Walter Dwrenski. der Berliner Domchor, der Beiliner Lchrcrgeiangvcrein, die Kammccmustkocrcinlg'.lNg der Staatsoper, daS Llütdnerorcheiier. Neues von Francs. Unter dem Titel. Z o e s i S* ericheint im Bei lag Franz äanistaengl in München ein neues Weck von R. H. Francs. das eine Euiführung In die Sejetze der West darstellt Sotschafter-Meisheit. Au? Pari? wird gemeldet, daß die Botschafterkonfe- r e n z am Aivntag die in drei Noten von der deutschen Regierung gemachten Anregungen abgelehnt hat. Es handelt sich erstens um das Ersuchen, eine besondere Garde zur Be- ioachung der in Ostpreußen übergetretenen Russen bilden zu dürfen, zweitens um den Vorschlag einer unparteiischen Kommission in Oberschlesien, drittens um den Vor- schlag, die Kompetenz des amerikanischen Mitgliedes der Kom- Mission für die Verteilung der Flugtonnage, Hines, anzuerkennen. '» Tie Vertreter der Entente in Berlin haben von der Reichs- rcgierung verlangt, daß sie mit allen Mitteln eine Rückkehr der nach Ostpreußen übergetretenen Russen zur russischen Armee verhindere. Die Reichsregierung hat geantwortet, daß sie s e l b st das größte Interesse daran habe, diese Russen zu entwaffnen und festzuhalten, die Mittel dazu seien aber außer- ordentlich beschränkt und die Entente habe bisher weder einer Zu- stimmung zur Ausstellung ocr Orts schutzwehren Ostpreußens erteil noch auf den Antrag wegen Verstärkung der Reichs- wehr in Ostpreußen geantwortet. Die Vcrircier der Entente er- kannten die sich daraus ergebenden Schwierigkeiten an und erklärten, dan die Botscharterkonferenz in den aller- nächsten Tagen über diese Anträge entscheiden werde.(Nach der vorstehenden Meldung ist aber die Entscheidung bereits gestern, und zwar im ablebncndem Sinne gefallen. Die Red.l Wo bZeibt Makaouahs SchZöeÜ Das Genfer Blatt..La Feinlle". eines der wenigen West- schweizer Organe, die ihre geistige Unabhängigkeit gegenüber der siegreichen Entente zu betonen wagen, druckt folgenden Brief e'nes Lesers ab: „Geehrte Redaktion! Wir bitten S e dringend, Ihre Leser über das Schicksal des be- rühmten Schädels des Sultans Makaouah zu beruhigen, den die Deutschen laui Artikel 246 des Versailler Vertrages inner- I-ach sechs Monate nach Inkrafttreten des Friedens seiner Britischen Majestät auszuliefern hatten. Diese Frist ist seit dem 16. Jult abgelaufen, und weder das Reutersche noch das Walfische Bureau haben sich hierüber geäußert. Machen sich da wieder hinterlistig« Widerstände seitens des Bcliegien geltend? Das darf man wohl annehmen, und in diesem Falle erscheinen„Strafen" unerläßlich. Küer wäre ein Eingreifen der Senegalesen gairz besonders am Platze. Hochachtungsvoll P. S." Ob dieser Säfäbel tatsächlich abgeliefert wurde, ist uns nicht bekannt. Aber s e l b st wenn diese wichtige Klausel des Vertrages erfüllt worden ist, iver garantiert dafür, daß es auch der echte Makaouah-Schädel war, den unsere Be- bürden herausgaben. Eine Besetzung des Ruhrgebiets erscheint uns unerläßlich. Keine»Schutzhaft" in öer Schweiz. Bern» 6. September.(WTB.) Der Bundesrat beantragte in der Bundespersammlung, sie möge das von über 62 006 gültigen Unterschriften begleitete Jnitiativbegehren ablehnen, nach lue Ich ein in die Bundesverfassung ein Artikel aufgenommen werden solle, daß der Bund die Pflicht habe. Schweizer Bürger, welche die innere Sicherhci! gefährdeten, unverzüglich in Schutzhaft zu nehmen. Der Bundesrat gebt dabei hauptsächlich von der Er- wägung aus, daß die Sckmtzhast ein zu einschneidender Eingriff in die Freiherr der Bürger sei und.den d e m o- kratischen U e b e r li e fer u n g« n des Landes nicht ent- spreche. Georg Davidsohn bestreitet in einer Zuschrift an die„Tägliche Rundschau" die gegen ihn erhobenen Vorwürfe der Korruption und Schieberei. Bei der Vermittlung des Angebots für Herrenanzüge babe er betont, daß es sich nur um einen„Gewinn nach Pfenni- gen" handeln dürfe. Wir haben zu dem Inhalt der Angriffe keine Stellung genommen und die Erwartung ausgesprochen, daß sie sich als unberechtigt erweisen mögen. Nichtsdestoweniger bleibt die Tat- fache bestehen, daß sich an Davidsobn das alte Sprichwort bewahr- bettet hat:„Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein". Gegen die Wahl politischer Arbeitcrräte hat sich die Landeskon- ferenz der Unabhängigen Württembergs nach einem Referat von K o e n e n ausgesprochen, weil in der jetzigen Zeit die politi- schen Arbeirerräte neben der Vollversammlung der Betriebsräte kein Betätigungsfeld hätten. Schwache viehbelieferung! Großbetrieb in Fricdrichsfclde.— Schwarzschlächtcrei. Ter Betriebsrat vom städtischen Schlacht--' und Viehhof gibt uns über die recht sanderbaren Verhältnisse in der angeblich io knappen Berliner Viehbelieferung folgende interessante Dar- stellung: In der Eingabe des Magistrats von Berlin an den Volkswirt- schafclichen Ausschuß des Reichstages vom Mittwoch, den 1. Sep- tember weist der Magistrat mit Recht ans die schwache Belieferung mit Vieh hin und sucht die Ursache in der Zurückhaltung des Viehes durch die Viehhalte-r zu finden. Das dürfte zum Teil«itreftend sein. Aber was uns Betriebsräte in Erstaunen setzt, ist das: Sollte der Berliner Magistrat keine Ahnung haben von dem Magerviehhof in Friedrichsfelde? Dort sind seit Wochen A u f t r i e b« zu verzeichnen, cm die der Berliner Viehhof nich, im Entferntesten heranreicht. Auch konnte sich der Betriebs- rat davon überzeugen, daß bei weitem niwt alles Nutz- und Mager. vieh war, sondern ein ganz erleblicher Teil Schlachtvieh. Das Vieh wurde durch einen Aufkäufer aus Dber chlelien gekauft; auch trat, was zum mindesten verwunderlich ist, die R e i ch s s l e i s ch st e 1 1 e als Käufer auf. Des weiteren kaufte die VEbverteilung des Krei- ses Nied�rbarnim am 2. September IK'C ISO Rinder. Am 3. Sep- tember 1020 wurden von einem Ina aus Ostpreußen sechs WaMous mit 102 Stück Großvieh und 65 Schafen nach dem Borlmer Viehhof dirigiert, die restlichen 32 Waqgons fanden den Weg nach F r i e d r i ch s f e l d.. Außerdem können wir nachweisen, daß eine einzige Viehle nmissionärsicnia in d?r Woche vo n 23. August bis 23. August 1020 durcy den Beikauf von Großvieh, Schweinen und Gänsen einen Verdienst von 40 000 M. erzielte. Weiter wurde in Erfahrung gebracht, daß ein erheblicher Teil des Anftnehes an Kroßvieb und Schweinen in unmittelbarer Nähe von Berlin, wie FrieBricksielde, Lichtenberg, Neukölln, Weißensee und Reinickendorf zur Abschlachtnng gelangt., Wenn es den Betriebsräten auch noch nicht geglückt ist, die Schwarzschlächter aus frischer Tat zu ertapven, so weiß man doch. daß iür jedes Stück Großvieh, das cur T ch w a r z s ch l a cki u ng kommen soll und von einem oder dem andvren Treiber glücklich vom Viehhof heruntergebracht wird, 100 bis 200 M. gezahlt werden. Wenn diese Zustände fortbestehen, ist die Befürchtung am Platze, daß für Berlin noch nicht einmal für die ersten 4 Wocften der freien Wirtschaft so-»iel frisches Fleisch zur Verfüguizz steht, btu Konferenz öer Groß- Der Stellungnahme zur Reichs-Frauenkon- ferenz und zum Parteitag in Kassel diente eine Kon- ferenz der sozialdemokratischen Funktionärinnen von Groß-Bcrlin, die unter starker Beteiligung am Montagabend im„Rosenthaler Hof" tagte. Erste Referentin war Genossin Todenhagen. Sie sagte unter anderem: Das Ergebuts der Retchstagswahlen Istst uns alle enttäuscht, insbesondere enttäuschte es die Männer in bezug auf die politische Bewährung der Frauen. Manche unserer Männer haben gcsagi: Hätten doch die Frauen das Wahlrecht noch nicht gehabt! Wie liegen die Dinge: Ein Recht, sich politisch zu organisieren. baben die Frauen erst seit 1908 und ihr Wahlrecht ist allerjüngsten Datums. Wo die Männer in einem halben Jahrhundert nicht ge- lernt haben, das Wahlrecht richtig zu gebrauchen, da kann man das von den Frauen erst recht nicht erwarten. Auch ein großer Teil der Männer bat bei den Reichstagswahlen versagt. Tie Indifferenz ist eben bei Männern und Frauen gleichmäßig verteilt. Falsch ist es. wenn unsere Genossen behaupten, die Frauen würden in der Bewegung bevorzugt. Rednerin führt mit Bezug auf Mandats- Vergebung Beispiels an. 1920 waren von 58 870 politisch organi- siertcn Parteimitgliedern 11481 Frauen, d. h. 19,5 Proz. Die jetzigen Sladtverordnetenwahlen haben aber den Frauen bei den Mandaten nur einen Anteil von 9 Proz. gebracht. Bei den Reichs- tagsmandaten sind wir allerdings mit 33 Proz. beteiligt. In un- serem Programm wird gefordert die Abscharfting aller Gesetze, die die Frauen gegenüber dem Manne benachteiligen. Ich bin für Ein- setzung der positiven Bestimmung: Herbeiführung der gleichen Rechtsfähigkeit mit dem Manne und der wirtschaftlichen Befreiung der Frau. Es kann z. B. nicht gerade werbend unter den Hand- lungsgehilfinnen wirken, wenn unter der verflossenen Regierung, in der sich auth Genossen befanden, ein Erlaß herauskommen konnte, der bei den Äauimannswahlen den Frauen zwar das aktive, nicht aber da? passive Wahlrecht gab. Die Ungleichheit in der sozialpoli-" tischen Gesetzgebung hat man auch noch bei der Angestelltenversiche- rung. Redncrin geht auf die Wobliahrtspflege ein, die auch auf die Tagesordnung des Frauentages:n Kassel gesetzt worden ist. Sie beleuckuet die Bedeutung der Woblfahrtspslege, die sie zugleich kritisch würdigt und von der sie sagt, daß ihre Uebernahme in die öffentliche Regie für uns nur eine Frage von Jahren sein dürfe. Und bei der Ausübung der sozialen Fürsorge dürfen wir nicht ver- gessen, daß wir Sozialdemokratinnen sind. Zum Ausbau der Wohl- sahrtspflege muh unter Programm, das hier ein« Lücke hat, ganz bestimmte Forderungen aufstellen, die ein für allemal den Genossen und Genossinnen, die im Dienste der Sache stehen, binden an ganz bestimmte Auffassungen. Dann referierte Genossin Bohm-Schuch, die speziell über den bevorstehenden Parteitag zu sprechen hatte. Auch sie begrüßt, daß diesmal die Reichs-Frauenkonferenz dem Parteitage vorangeht. In der Theorie, führte sie aus, sind wir Frauen gleichberechtigt, in der Praxis sind wir es nich:. Nirgends, auch nicht im Partei- leben. Wir wollen keine Vorrechte. Es steht die Entwicklung des deutschen Volkes au: dem Spiel. Die Partei, der es gelingt, das großen:wicke!ie Gefühlsleben und damit da? Verstandesleben der Frauen zu gewinne«, die wird die Zukunft haben. Diese Idee ist nicht stark genug in unfern Reihen verbreitet. Hier heißt es für uns, Schritt für Schritt das Terrain zu erobern. Aber es heißt mit jeder einzelne kaufen kann so viel er null, geschweige für die spätere Zeit. Vom Preis sei gar nicht erst geredet. Wir müssen den Bete lebSräten die Perantwortung für diese Darstellung überlassen, hoffen aber, daß der Berliner Magistrat schleunigst seine Aufmerksamkeit den Dingen zuwendet, die außer- halb der Mauern des Schlacht- und Viehhofes zieuilich ungehindert vor sich zu gehen scheinen. voller Houbetrieb auf öer Norö-Süöbahn. Die von der Stadt Berlin vor dem Kriege in Angriff genom- mens Nord-Südbahn soll nunmehr, nachdem der Baustoffmangel etwas behoben Uverden konnte, mit Hochdruck weiter geführt werden. Nach der Freigabe des Zementes ist es dem städtischen Tiesbauamt gelungen, ein kleines Zementlager in Rüdersdorf zu erwerben. Hierdurch sollen die Bauunternehmer in den Stand ge- setzt werden, die in Angriff genommenen Strecken so schnell als möglich zu vollenden. Vor allen Dingen handelt es sich hierbei um den südlichen Teil der F r i e d r i ch st r a tz e, wo schon in der nächsten Woche mit dem Acionieren der Tunnelsohle begomien werden � soll. Zwischen der Puttkamerstraße und der Handclsstätte Belle-Alliance ist allerdings noch ein sehr schwieriges Bauwerk auszuführen, und zwar die Herstellung eines Pfahlrostes zur lleberbrückung eines nur wenig tragfähigen Baugrundes. Die Köpfe der einzeln singe- rammten Pfähle werden nach dem Rammsn in eine schwere Eisen- betonplatte eingebettet, aus welche die Tunnelsohl« gelegt wird. ES handelte sich hierbei um die Kreuziung der Bahn mit einem alten, längst zugeschütteten Wasserlauf, der„Grüne Graben",� der früher vom Kupfergraben her in den Schafgraben, der Vorlauter des heutigen Landwehrkanals, führte. Die Sirecke bis zur Tel- tower Straße hofft man. einschließlich der Kreuzung mit dem Land- wehrkanal, im Lauf: der nächsten neun Monate herzustellen. Die Strecke mit dem unsicheren Baugrund im südlichen Teil der Fried- ricksstraße wird im Rohbcku erst später fertiggestellt werden können. Auf der ganzen Strecke arbeiten bereits die ersten Staffeln der Wasserhaltungen zur Absenkung des Grundwasserspiegels. Die Endstr�kc der städtischen Nord-Südbahn, von der Teltower Straße bis Hermannplatz, soll als Los 7— 9 demnächst öffentlich ausgeschrieben werden. Von dieser Strecke ist vom Lose 8 bereits ein Teil der Schachiarbeiten in der Gneisenaustraße als Notstands- arbeiten bis zum Grundwasser ausgeführt worden. Nunmehr soll auch der Rest der Arbeiten vergeben werden. Damit werden also die Neuköllner Untergrundbahnen in absehbarer Zeit auch den An- schluß an die Berliner Bahn erhalten. Ist das— Mieterschutz? Mieterschutz soll ja wohl eine Hauptaufgabe der Miet- einigungsämter sein. Bei manchen Entscheidungen von Mieteinigungsämtern muß man sich aber sehr fragen, wo da der Mieterschutz bleibt. DaS Mieteinigungsamt zu K ö n i g S w u st e r b a u s e n hat kürzlich eine Entscheidung gefällt, die auf die Obdachlos- machung eines Mieters hinausläuft. Die Familie, deren Oberhaupt im Kriege siel, und deren einziger Sohn im Kriege ein Bein verlor, so daß ein vom Vater in Schmöckwitz betriebenes Nestanraiionlgeschäft nicht weitergeführt werden konnte, wohnt seit März 1918 in Eichwalde, dicht an der Schmöckwitzer Grenze. Der damalige Eigentümer veräußerte im Winter 1919/20 das Grundstück und kündigte dabei der Familie zum April 1920; doch genehmigte da- zustänidige MieteinigungSami Königswusterhausen die Kündigung nicht, weil eine andere Wohnung nicht zu haben war. Später wünschte der neue Eigentümer, ein auS Lissa nach Neukölln versetzter Steuersekrejär, dieion Mieter und auch einen anderen in dem Hause wohnenden Mieler loszuwerden, um Platz für feine eigene Familie und kür seine jetzt ebenfalls hier cingetroksencn Schwiegereltern zu erhallen. Mit Zustimmung der beiden Mieter wurde schließl-ch die Kündigung vom Mieiein igung?- amt bestätigt; aber e- war ihnen zunächst noch nicht möglich. Er- satzwohnungen zu beschaffen Beide wurden vom neuen Eigen- tümer aufgefordert, zum l. August zu räumen. Sie wurden dann nochmals vor das Mieteinigungsami geladen— und nunmehr er- berliner Genofflnnen. auch, ohne Zagen vorwärts zu geben, und was wir erkannt haben, energisch zu verrreien. Bei aller Anerkennung für die Dedeulung der Wohlfahrtspflege verkennt Rednerin nicht, daß für Empfan- gende wie für die Ausübenden eine gewisse psychologische Gefahr gegeben ist, und sie betont, daß es ihrem Gefühl widerspreche, Wohl- lätigkefl so zu üben, wie eS bisher gehandhabt wird. Die Hebung der Wohlfahrtspflege darf nur in einer Weise geschehen, daß si« als ein Schritt auf dem Wege zur sozialistischen GejellschaslSord- nung erscheint. Was die Programmrevifion angeht, so müssen dst Genossinnen auf dem Parteitag« dafür sorgen, daß auch die Frauen in der Dearbeitungskommisfion ausreichend be- teiligt werden. Durch den Krieg und unter den Folgen des Krieges Hai sich da? Verhältnis der Wirtschaftspolitik zur allgemeinen Po- litik verschoben. Die Wirtschaftspolitik ist in den Vordergrund ge- drungen und sie wird auch weiter da? Destimmende sein. Hierbei möchte ich auch betonen, daß wir die Frage der R ä t e, insbesonder« die der wirtschtfilichen Räte, nicht mit einer Handbewegung aoiun können, fondern un? damit eingehend beschäftigen müssen. Her- vorragende Aufmerksamkeit müssen wir der Iugendorgani- s a t i o n schenlen. Rednerin erwähnt bei der Angelegenheit, daß der„Vorwärts" die Frauenagitation und olle Fraueninteressen nicht so vertritt, wie es die Genossinnen wünschen könnten und müßten. Von dem für>en Parteitag fälligen Bericht vom internationalen Kongreß in Ems erwartet Rednerin, daß«r Aufklärung bringen möge über die Gründe, die unsere Delegierten veranlaßte, dem deutschen SchuMekenntnis in der angegebenen Fassung zuzustim- men. Sie ist de' Meinung, daß Schuld am Kriege alle beteiligten Reiche gehabt heben und daß es widersinnig sei, wenn auf einem Kongreß die Schuld einem Lande zugewiesen werde. Es enlspannsi cheine lebhafte Diskussion, an der zahlreiche Ge- noffinnen tsilnaimen. Unter anderem sprachen die Genossinnen Schmidt, Eittnger, Pluskat, Weiß, Wachenheim, Scheibenbuber. Als Dolegieitinncn zum Frnnentag in Kassel wurden die Ge- nossinnen W a ä e n h e i m, Frieda Müller, Scheiben- huber. Hopp! und Scholz gewählt und es wurde be- schloffen, als Delqnertinnen zum Parteitag dem Groß-Beriiner Be- zirkstag, der ditse Wahl vorzunehmen hat, die" Genossinnen Scheibenhubir, Scholz und Hoppe zur Wahl vorzuschlagen. Einstimmig angenommen wurde folgender Antrag: „Der Parteitcg wolle beschließen, je nachdem e» ziveckmäßig für die Bezirke erschent, von den. Frauen den gleichen Beitrag wie für die Männer zr erheben, ihnen dafür aber die„Gleichheit" obli- gaiorisch zu lieserr. oder aber die„Gleichheit" den Tageszeitungen als Wochenbeilage beizulegen." Ferner gelangle folgender Antrag zur Annahme:„Die Frauen- konserenz von Groz-Berlin beauftragt ihre Dclegiertinnsn. auf dem Frauentag in Kassil dahin zu wirken, daß Mittel und Wege aus- findig gemacht werten, die eS ermöglichen, daß die ihren H a u S- halt ohne fremde Hilfe versehenden Freren als werte- schaffend und werteer haltend für das Volksganze vo» der Gesetzgebung anerkannt werden und ihnen gleich den andern freien Berufen eine Vertretung im Reichswirtschafts- rat zugestanden wird." teilte daS Mieteinigungsamt dem Eigentümer die Erlaub- nis, gegen sie die Räumungsklage einzureichen. Der eine Mieter hat inzwischen eine neue Wohnung gefunden, der andere aber sucht immer noch Ersatz. Wird er in der Räumungsklage ver- urteilt, so kmun er sich auf die Straße setzen lassen— dank dem Eingreifen des Mietcinigungsamtesl Schutz hat dem- nach nicht der Mieter gefunden, sondern der Eigentümer, der durchaus in sein eigenes Haus hineinziehen will. Ein ähnlicher Fall wird aus dem MieteinigimgSamt Steglitz gemeldet. Auch dort ist eine in Eigentümer, der s->>n s-ny- bewohnen will, die Genehmigung zur Räumungsklaze erteilt worden. Do entscheiden MioteinigungSämter, migeachtet der Anord- nung des Wohlfahrtsmini st erS, daß einem Hauseigentümer auch in feinem eigenen Haus« nur durch das Wohnungsamt«ine Wohnung zugeteilt werden darf. Ein RäumungSurteil kann zwar nicht vollstreckt werden, bevor das Wohnungsamt den obdachlos gemachten Mieter eine andere Wohnung nachgcwiefon hat. Aber selbst wenn da- möglich wird, fallen dem auf die Straße gesetzten Meier die Mühen und Kosten eines beschwerlichen und teuren Umzugs zur Last. Sollen die Mieteinigungsämtsr nicht auch darauf hinwirken, daß u n. nötige Umzüge vermieden werden? Das scheint in Ver- gessenheit geraten zu sein._ Die Gasvergiftungen in Berlin laben ein« Ausdehnung er- langt, die zu einer öffentlichen Gefahr iverden kann. Auch aus den Vororten werden täglich mehr DergiftungSfäll« genieldet. Am Sonntag wurde die Berliner Feuerwehr u. a. nach der Herms- dorfer Str. 11 alarmiert, leider zu spät; als die Samariter der Wehr dort eintrafen, war die Frau schon t o t. In der Bärwald- straße 6 und Nosttzstr. 62 waren die Bemühungen der Feuerwehr- männer von Erfolg. Zwei weibliche Personen mußten aber nach dem Urbankrankenhaus geschafft werden- Fe ner wurden Löfcftzüge wegen Gasvorgiftunge,, nach der Schonenschan Str. 5, nach dem Temvelhoier Berg 2. Sck'lvedenfrr. 11, der Schönhauser Allee 152, Nostocker Str. 13, Ackerstv 157, Marian nenstr 4 alarmiert,, wo sich Personen beiderlei Geschlechts mit Odas vergiftet hatten. Wegen einer Gasexplosion rückte der 7. Zug nach der Niaaer Sir. 83 am Sonntag mittag ans. Durch die Exprosion war ein« Wand zwiscken einem Laden und einer Wohnung eingedrückt, mehrere Wände beschädigt worden. Dor enistanoene Brand konnte auf das Erdgeschoß beschränkt werden. Tie Entstehung wird auf Fahrlässigkeit zurückgeführt. Unterstüviliig für hilfsbedürftige Mieter. Der Mieter- verein des Groß-Berliner Westens Hai sich in einer Eingabe an die Magistrate von Wilmersdorf, Schöneberg»nd Char- lottenburg mit dem dringlichen Antrage g. wandt, einen �Fonds zu schaffen, um der hilfsbedürftigen Mieierschaft des bürgerlichen Mittelstandes, insbesondere den Beamten, Witwen, kleineren Hand- werkern usw. bei dem Einkauf der Heizmaterialien für die nächste Heizperiode ausreichende Unterstützung gewähren zw können. Die heimoitrene» Cberichlesser. Orl ignippe Etarlotlenburg, ver- anftallen am Tonncistag. den 9. d. M!§., abends 1lß Ufir, in der /Ulla der Technischen Hochschule eine P rote lt Versammlung gegen die Berg-woliigune ibrcr Hcimai duich Polen und Franzosen. Es sprechen Ehesrcdaklcur Nuschle und Pfarrer W i n d o l p h. Groß-Herüner parteinachrichteK. Heute, 7. September: 37. Abt. 7 Nbr: Sitzung der Funktionäre und BettiebSvertrauens- leute bei Dobrolat, Swinemünder Str. II, Ecke Aekonaplatz. Morgen, 8. September: Mariendorf. 71/, Ubv: Gemeinsamer Zabiabend. Tbema: Unsere Stelluno zur Desebung der Magistrat-Zpo'tcn im Veiwaltungsbezirk 13. Obcrichönrwoide. Tl. Uhr: Mitgliedervcrl»mmlung im Vereins- haus. Schillert) romenade. TazeSordnmig: Die Politische Lage und Slellunz- nahm- zum Parteitag«. Res. Genosse Ulrich Rauscher. /Ebarloilenbiirg. 79, Uhr Veizammlungen in den bekannten Lokalen in sklgciiden Be-ir.en: 1., 2.. 3.. 4.. 5. Gruppe. L. bis 18. Gruppe. Frei- tag. den 10. Sept., abends 7'/. Uhr, 6. u. 7. Gruppe. Tagesordmmg: Der nächste Parteiteo. Dcgel. 7 Ohr: Fablabend in der Schulaula Trestowlt atze. Vortrag. Nioderschönhanse». Zahiadend in de» belanuten Lokalen. Wichtige Tagesordnung. GsVerMastsbewegung Soziale prfocge aus eigener Kraft. Tie Folgen dcS Krieges machen sich bei der Bevölkerung de? niebcrschlesiichen Bergbanrevieiö gcmr beionder? bemerkbar. Hungei- blockate und stark verlängcrle Arbcii?j>clt während des Krieges haben es zuwege gebrocht, doh nichl nur die iiübcren Erlolae in der Bekämpfung der Volks'euche. der Tuberkulose, zum Siillncnid kamen, sondern daß to.ar ein erichreclenver Ruck, ang der Volks- geiundheit zu verze chnen ist. Unterernährt und tuberkulöse- verdächtig ist ganz bclonders die Vollsschustilgeiid. � Slaä) trei.'.'.rzt- tichen Feststellungen wurden in einzelnen Cutschasleil des K.eiies Waloenburg SS P r o z. der unierstlchtcn Arbeiterkinder tuberkulös, tuberluloseverdächtig oder stark unt-rernäbrt befunden, Tie Gesiindhelt dieser Aermsten ist auf das ernstha'tcste gefährde:, wenn nickl die soziale Fürsorge eingreist. Mit Hilfe der Industrie. arberterfchaft, die nach besten Kräften sich an der Aufbringung der eriorderlichen Mittel beteiltgte. find in: Kreise Walderburg in diesem Jahre eine ganze Anzahl Walderholungsbeinie zur Unterbringung von tuberkuloseverdächtigen Kindern enlstande», vcn denen einige bereiis in Betrieb genommen worden sind. Die finanzielle Sicherstellung des Betriebes der Baldheimstätten hat nun die.Jndustrieardeilerschaft des Waldenbrrger Ber�bali- revierS selbst in die Hand genommen. Eine Bctriebkräle-Konferenz beschloß, vorbehalllich der Zustimmung der Belegt'chcften der Zechen, ein Jahr lang alle Monaie und ,n den folgenden Jahren all- Jahre eine Siunde länger zu arbeiten und aut der Bezahlung dieser.W o h l f a b r t s ü b e r st u n d e" zuzüglich des den Unter- nchmern durch sie erwachsenen N-ingewinnS ein Kipital, einen so- genannten.Wohlfabrts'onfS' zu bilden, besten V-rwaliung durch einen von der«rbeiterschart und den Angestellte, ,u wäbleiiden Ausschuß ertolgi.?a der Ertiag einer einzigen WohlfobrtSübei- stunde ciwa 200000 Mark beträgt, hostt die klrbeitcrschaft. au' diese Weise mehrere Millionen zusammenzubringen und durch die Zinsen der Summe die Unlrballung. Unler« stüyuiig sowie den weiteren Aul bau der Waldbeimstätien und anderer Einrichtungen der sozialen Fürsorge im Kreise Waldenburg sicherzustellen. Eine grnze Reihe von Belegschaftiveriomniliinaen babcn bereit?' stlttlgesunden. mit dem Ergebnis, daß der Beschluß der BcttieöSräie einstimmig gutgeheißen wurde. Auch eine Betricbsräle-Kcnserenz der Eisen- babner und E.scnbahubeamlen hol sich den Besiiluß der Jndlisliic» arbeiterschafl zu eigen gemacht. Durch diesen cinmüligen Beschluß haben di« Arbeiter und An- gestellten des Waldcnburger Jndustriegrbiets erneur bewiesen, daß sie Opfer zu bringen pewillr sind, um aus eigener Krafl die sozialen Nöien der Arbeilerschafr zu lindern. v!e ßtitmat öss Delnobümachungskommiftars. Zu einer Entscheidung des SchlichtungsauS'chusscs. wonach An. gestellte, die aus einer Firma ausscheiden, noch Anspruch auf die durch Tarifvertrag festgesetzlen Gehälter erheben können, hat der Temobilmachungskommisiar Stellung genommen. Er kommt zu der Auffassung, das;«in derartiger Anspruch unberechtigt sei und eine Verbindlicherklärung eines derartigen Schiedsspruches nicht er- folgen könne. Auf eine Anfrage des Ange st eilten d erbau» d es des Buchhandels, Buch, und Zeitungsgewer- bes. Ortsgruppe Grcß-Berlin beim TemobilmachungZkommissar, ob diese Entscheidung generell auf alle Fälle dieser Art Anwendung finde oder ob eS sich nur um einen besonders gelagerten Fäll handle, wurde folgende Antwort gegeben: Tob �r. D. M. II. 83 326. Zu Ihrem Schreiben vom 17. Juli 1320 betreffend Nach- zablunge» von Gehaltscrhöbungen an bereits ausgeschiedene An- gestellte bemerke ich, daß ich es grundsätzlich ablehnen muß, auf Grund der Darstellung lediglich der«inen Partei ein Urteil über eine Streitfrage abzugeben, zumal ich mich auf diese Weise in meiner Stellungnahme festlegen würoe, wälrcnd mir nach Fällung«meS Schiedsspruches durch d«n Schlichtungsausschuß dieselbe Frage bei einer Entscheidung über die Verbindlicherklä- rung vorgelegt werden kann. Ich sehe mich daher nicht in der Lage, Ihre Anfrage zu beantworten, Tie Antwort des DemobilmachungSkommissars hat bei der an- fragenden Organisation geradezu Befremden erregt. In der An- frage waren zwei Beispiele angeführt, die darlegten, welche Härte die generelle Entscheidung in d'rartigrn Fällen bedeuten würde. Zu diesen beiden Beispielen, nickt bestimmten Fällen, war die SteBaingsnak.me erbeten worden. Aus dem Bescheide des De- mobilmachungskommissars gebt unzweideutig hervor, daß man wohl selbst dte Unmöglichkeit der Anwendbarkeit der Entscheidung auf alle Fälle einsieht, um eine bestimmte Stellungnahme sich aber berumredet. Es wäre zu wünschen, daß der Temobilmachungs- kommissar einmal zu der Frage ber Nachzahlung von Tarif- gebältern an ausgeschiedene Angestellte eine eiiideuHge Stellungnahme bekunden würde. Dadurch bliebe viel Erbitterung unter den Angestellten erspart. Die geradezu drakonische Entscheidung, Ausgeschiedene vom tariflichen Schutz miszuschließen, ist wirklich nicht dazu �angetan, der Verordnung vom 23. Dezember 1S18 über Tarifverträge Autorität zu verschaffen. Eine Behörde wie der Demobilmachungskommistar sollte sich aber als oberster Schützer des Sin n e s dieser Verordnung zeigen und nicht mit juristischen Spitzfindigkeiten die Verordnung ignorieren. Tie Entscheidungen müssen aus der Praxis für d e Praxis gegeben werden, so nur kann sich der Temobilmachungskamn'ssar vor dem Odium, eine reaktiv- näre Behörde zu sein, schützen. Psftbeamtenfthaft unö Mitbestimmungsrecht. Unter den fortschrittlich gesonnenen Beamten ist eine heftige Erregung entstanden, weil die Regierung in dem nun endlich her- ! ausgebrachten Gesetzentwurf über Beameenräte den Beamten das Mitbestimmungsrecht versag: bat. Di« Haltung deS Staatssekretärs Lewald gegen den Deutschen Beamtenbund, All- gemeinen Deutschen Gewcrkschaftsbund nnid den Deutschen GeWerk- schaftSbund bat den Beamten deutlich gezeigt, dag die Absicht be- steht, trotz§ LI Abs. 2 des Betriebsrätegesetzes, der ausdrücklich Verhandlungen mit den Vertretern der wirtstbaftlicben Vereinigungen der Arbeitnehmer vorschreibt, die mittlere und untere Beamtenschast in das alte HörigknlSverhäitws zu versetzen. In einer Vollvermmmlung babcn die Groß-Bcrliner Post- beamtenausschüsse schärfste Verwahrung gegen die Haltung des Staatssekretärs Lewald eingelegt: die Beamtenausschüsse im Re che werden aufgefordert, sich sofort diesem Vorgehen anzuschließen und geschloffen sich hmter den Deutschen Beamtenbund zu stellen. Die Vollversammlung bat außerdem beschlossen, die etwa 200 zählenden PostbeomtenauSsdnisse von Groß-Berlin zur gegenseitigen befruch- tenden Arbeit in 10 Gruppen zusnmmenzusaffon. Der Zusammen- schluß und die Gruppenarbeit sollen, um eine Zersp'itterung der Kräfte zu verhüten, in engster Gemeinschaft mit den Berufsorgani- sationen erfolgen. Den Beamtengcwerkschmten selbst erwächst damit ein Stamm von tüchtigen Mitcrbmtern auf dem fpez'ellen Ge- biet des BeamtenrätewesenS heran, sAlle beamtcrstreundlichen Zci- tungen werden um gcfl. Abdruck gebeten.) Tin Sie?ln?estMen H?oft-Ser!ins. Seit Dienstag, den 31. August, befinden sich die Berliner Rohr- leger und Helfer im Streik, Von der Kollegen schaft der Gesund- heitsindustrie, die iu Afa-Ver bänden organisiert ist, wird als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt, daß sie jede Sircrkarbeit, auch solche, die ihr vielleicht in irgendeiner umkleideten Form angeboten rst, strikt venv.igert. Die Kolleginnen und Kollegen dieser Branche wissen, mit welcher Unternehmerschaft Arbeiter und Angestellte eS hier zu tun haben. Es ist eine Unternehmerschaft, in der sich Scharfmachertum und Unklugheit in seltener Weise mischen. Alles muß geschahen, um in entsprechender Weis« die streikenden Kollegen der Handarbeitcrschaft zu unterstützen. Jeder Kollege, vor allem Mitglieder von Betriebsvertretungen und Verbandsfunktionäre, müssen darauf achten, daß Streikarbcit in keiner Form geleistet w:rd. Wo es dennoch gcfchiehr. ist sofort der unterzeichneten Geschäftsstelle Mitteilung zu machen, die im Einvernehmen mit der Streikleitung dann das weitere veranlassen wird. Die in großen Bei rieten, Fabriken und dergleichen beschäftigten Bctr cbSrohrleger und Helfer, die auf Grund eines besonderen Tarifvertrages arbeiten, üben ihre Arbeit rechtmäßig auS. Der Streik rst den Rohrlegern und Helfern aufgezwungen worden. Die gesamte Arbeitnehmcrschaft muß die Streikenden unterstützen. Wir erwarten von allen Mitgliedern der Afa-Ver- bände vollste Solidarität. Alle zweckdienlichen Angaben sind zu richten an die Geschäfts- führung des OrtSkartellS Groß-Berlin der Arbeitsgemeinschaft freier Anyestclltcnvebbände, SW. 61, Belle-Allian«e-Str. /10. Bund der technischen Anzeiiellten und Beamten. T e m v e!- b o s. Heute, Dienstag, abends 7 Uhr, im Restauranl Kurjurä, Mitglieder- ocrsommlmig,— Spandau. Abends Ist, Uhr, im Holet zum Stern. Potsdamer Str. 3ö, Mitgliedervcrummlung,— Nord weil II, Abends 7'� Uhr, im ArtuShof, Perleberger Str, 26, Milglicderverfa nmlung.— W e i tz e n i e e. Abends 7 st, Uhr, im Spatenbiän. Bcrtnie Allee 2-12, FachqrnppcnanSslbugsibung der Metallindustrie in der UieichäslSuclle des Bundes, aoends 6st, Uhr, 'Am Mittwoch, den 8, S eptember: feachg>rii peiweiiamnimng der Ci enii'chen Fn- uitrie im Nordischen Hof, itnoatidennr 126, abends 7 Ubr. Mitgliederoeisammlungen: döpentrk, ab-ndS 7st, Nor, im Ratskeller; Norden 11, abends 7st, Uhr, im Kiemen Schultheiß, Äalanien- Allee rll Arbcitgebcrverband für ostdeutsche Kleinschifsahrt. Zu dbiger Notiz in Nr. 441 des„Vorwärts" vom 4. September erhalten wir vom Verband der Privat fchiff«r eine Zuschrift, welcher wir folgendes entnehmen: Es ist nicht richtig, daß durch die zwischen dem„Arbeitgeberverband für ostdeutsche Kleinschiffahrt" einerseits und dem Deutschen Transportarbeiterverband sowie dem Zentral- verband der Maschinisten und Heizer andererseits getroffenen Ver- einbarungen nunmehr die Lohn- und Arbeitsbedingungen für min- destens 9S Proz. der Schiffsbesatzungen einheitlich geregelt seien und nur zwölf kleine Unternehmer der Märkischen Wasserstraßen den Schiedsspruch nicht anerkannt hätten. In Wirklichkeit sind ganze Gruppen der Kleinschifsahrt auf der Oder, der Elbe und den Märkischen Wasierftraßen zu den Beratungen überhaupt nicht her- angezogen worden, so daß sie gar nicht in die Lage kamen, die ge- nannte Vereinbarung anzuerkennen oder nicht anzuerkennen. Auch unser über 2000 Kleinschiffer umfassende Verband der Privatschiffer, dessen Mitglieder nahezu 4000 Bootsleute und Steuerleute beschäftigen, fand keine Gelegenheit, sich als Lrgani- sation bisher mit der Regelung der Lohnansprüche der Schisfsbe- satzungen zu beschäftigen. Erst am 4. d. M. war es dem Vorstand des Verbandes der Privatschiffer möglich, sich auf Grund von Zei- j tungsmeldungen mit der Angelegenheit zu befassen. Der Vorstand j hat beschlossen, angesichts des Umstandes, daß er sowie die Mitglie-- der des Berbardes ohne Hinzuziehung zu den Verhandlungen vor I vollendete Tatsachen gestellt worden sind, für seine Mitglieder die über ihre Köpfe hinweg getroffene Vereinbarung n i ch: anerkennen könne. Obwohl die Berechtigung der Forderung der Mannschaften nicht geleugnet werden kann, stößt deren Erfüllung durch die Klein- schiffahrt auf große Schwierigkeiten, weil diese sich im gleichen Augenblick, wo ihr Lohnerhöhungen auferlegt werden sollen, aus allen Stromgebieten unaufhörlichen Frachterniedrigungen gegen- übergestellt sieht. Genostenschaftliche Cigenproöuktion. Zu dem Beiiäu über g e n o s i e n i ck a f l l> cd e Eigen- probnilion der amerikanischen Gewerkschaften (Nr. LL1 des.Vorwärts" vom 6. 8.) ien.el uns Genosse Kophun folgenden Ausruf an die Mitglieder der deu scheu Gewerk'chaslen: «Das Vorgehen der amerikanischen Gewerkscha ten ist recht instrnknv für den Weg, den wir auch ni Deutschland zur Förderung der Soziaiisieruna einschlagen iolllen. Im Lande der praktischen'Amerikauer wartete man nicht aui die nnwadrschciiiliche E-nncht der Kapitalisten in die Unhall« barkeit der hohen Raniiiuktnrgowinne, ioiidern man ichim sri'ch und itöhlich zur Scldsthllse. d. h die Gewertichaneil der Arbeiter machten große Einkäufe von Bekleidungsstücken zwecke p r o f i t l o s e n Verkaufs an ihre Mitglieder, ja sie kauslen sogar Tcxtilfabrilcn und prodlinerlen ielbü'ür ibie Mitglieder. Reiche Mittel standen ilrac» allerdings aus ivien Sneilsouds zu Gebote, Man erreichte durw dieic ganz einfache uns n mcr; loie Maßnahme und unter Ausschaltung der Gesetzgedunge Maschine, daß sich die Mitglieder der Geweilschanen u, Prellen bekleiden kannten, die 8 0— 6 0 Proz. unter den Marktpreisen lagen. Das Venabren sollte. m äbmicher Wetie auch iokort in Deutschland an cwandt lv rden. Möglich wäre da Fch will nun durchaus nicht da'ür einlrclen. daß auch unsere Gewer 'chaiien sich ebenso wie die amerikaniichen in Produklions- ur Kon'»:» ienosscnschasien umwandein und'0 ibre Streilsoiids, die si init Rücksicht auf etwaige Lohnkämpfe beiiammeiihaltcn münen schmälern oder doch zum mindesten festlegen sollten. Aber die Gewerkschailen könnten ibre Mitglieder zu Zwangs- Mitgliedern der bestehenden Konsnmgenosien 'ch asten machen und dann die Koniilmbewegunq weiter dadurch fördern, daß sie eng mit jenen Genossenschasleii zusamnicn- arbeilen, sei es durch Kapttalbeteiligung— soweit Milte, da'ür übrig sind— sei es durch Entienden von Dele- g i e r t e n in den Aufsich tSrat der Kaniumgenosienschasten Da der weitaus überwiegende Teil der Bevötkerun. Teutschlands Arbeitnehmer und der weitaus größte Tel der Arbeitnehmer wiederum gewerkschaftlich organisieil ist, so würde diese Bedarsdcckungs- Genossenschaft der ar- beitengen Bevölkerung eine ungeheuer große wiitschafi- liche Macht werden. Sie wäre befähigt, die gesamte Privat- konkurrenz aus dem Felde zu schlagen— zumal sie ohne privat- kavitalistischen Profit arbeitel und ihre P:odulle somit ganz erheb- lich billiger als Privolunternebmer den Koninmenteir zuführen würde. Infolge ihrer Billigkeit würden sie auch noch die übrigen Kreise der Bevölkerung als Kunden gewinnen und somit praknich die gesamte Lebensbedarfsdeck nng monovolisieren. In der Organisation der Konsumgeiiosienichasten wäre sbcionders bei einer Beteiligung durch die Gewerkschaften) selbstverständlich Gewähr gegeben, daß nur die reinen Konsumenten- und die reinen Produzcntcn-7. Lchallplatten, Grammophone, taust, repariert Pietsch. Stre- litzerstraße 47.» Lpezralist: Ehesachen. Erraisachen.lüetichtovertrelunq, Ncukälln. Berlinerftrafte 102 sH-rmannviah). 126« EruicrbstäUge Zraiiencr- tobten, wo« die Frau im öffent- lichen Leben dedeuten tann durch di» Broschüre.Frauen- len*(2.75 M.1 Buchhand- ardenstratze 2. Angstgefühl verliert man al» äffenilickier Redner, wenn man vorher Frist Müller«„Kunst der freien Rebe- liest.<2,40 M> Buchhandlung Borwär!«,»in- denstraß» 2. Steuerfragen stnd Ihnen noch ein Rätsel? Wiüells„Führer durch das Reichseinkommen- steuergesest" sll MI löst st» alle. Buch HBorwäst«, LindenstrafteZ, Jahrgang 1884 1888 und 18Ä. Leder gebunden. vertaust. Angebote unier v. 3 Hauvtehvedilian.Borwästs». Welcher Beamte hätte lein Interesse am Besoldungsgelest? Die Steintopssche Schriit„Gas muh der Beamte vom Beamten- deioldungsgesest wissen?* tiär! über alle« aus.(2,40 M.) Buch- Hand I.Borwärt,, Linden strafte 2 »n»stst»»,»rel Graft» Franl- kurter Siraft« 87.«8»' Möblierte» Zimmer sucht Sandwerter in Eharloltenburq, sofort oder t. Okioder. Off. 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