Nr. 458 37.Jahrgang Ausgabe A nr. 92 Bezugspreis: Berteljährl. 30,-t, monati.10,-. frei ins Haus, voraus zahlbar. Post bezug: Monatlich 10,- Mt., erfl. 8u. rellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich 16,50 wt., für das übrige Ausland bei täglich Pnmal. Zustellung 21.50. Boftbefellungen nehmen an Desterreich, Ungarn, Tschecho- Slowakei, Dänemart, Holland, Luremburg, Schweden und die Schweiz.- Eingetragen in die Boft- Zeitungs- Breisliste. Der Vorwärts" mit der Sonntags beilage Bolt u. Zeit erscheint wochentäglich zweimal. Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: „ Sozialdemokrat Berlin". Morgen- Ansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 30 Pfennig Anzeigenpreis: Die achtgespaltene Nonpareillezetle tofte t3.-M., Teuerungszuschlag 50% „ Aleine Anzeigen", das fette gedruckte Wort 1, M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 60 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 65 Pfg., jedes weitere Wort 40 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 50%. Familien Anzeigen für Abonnenten geile 2, M., politische und gewerkschaftliche Bereins Anzeigen 3. Mt. Die Seile ohne Aufschlag. Anzeigen für die nächste Summer müssen bis 5 Uhr nad mittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.3, Linden straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Expedition: SW. 68, Lindenstr. 3. Ferusvrecher: Amt Morisplas, Str. 15190-15197. Mittwoch, den 15. September 1920 Neue Russenoffensive. Paris, 14. September.( Hollandsch Nieuwsbureau.) Die Pariser Ausgabe der„ Chicago Tribune" veröffentlicht einen angeblich aus Moskau aufgefangenen drahtlosen Bericht. Danach soll die neue russische Offensive gegen Polen begonnen haben und die polnische Armee sich auf Brest- Litowsk zurückgezogen haben. Die Rote Armee soll bereits Kusniza und verschiedene andere Städte südwestlich von Grodno besetzt haben. Die polnischen Angriffe in der Gegend von Opalin sollen vereitelt sein. Der russische Heeresbericht vom 13. September abends meldet: In der Gegend 22 Werst südöstlich von Grodno lokale Gefechte mit günstigem Verlauf für die roten Truppen, die verschiedene Pläne erobert haben. In der Gegend von Bialystok, Brest- Litowsk und Wlodawa dauern die Gefechte fort. Am Bug ist der Feind wiederholt durch Gegenangriffe zurückge= worfen worden. In der Gegend von Lemberg dauern die heftigen Gefedte fort. Bei Rogadno haben die roten Truppen mit Erfolg gekämpft. In der Gegend von Halitsch hat der Feind wiederholt vergebliche Versuche gemacht, über den Dnjestr zu gelangen. In starkem Gegensatz zu diesen Berichten steht der aus Königsberg durch WTB. verbreitete Ragebericht; vielleicht ist er schon überholt. Er meldet: Um Genf. Die italienische Presse sieht als grundlegendes Resultat der Besprechungen die Feststellung an, daß die beiden Regierungen in Zukunft in aller Form darauf verzichten, eine gemeinsame außenpolitische Front herzustellen. Das Verhältnis zwischen den beiden Ländern ist vielmehr als ein freies 3usammen arbeiten gedacht und als gegenseitige Unterstübung von Fall zu Fall. Aber Daily Chronicle" meldet, die englische Regierung habe borgeschlagen, die Genfer Konferenz am 24. September abzu halten, und Deutschland hat den Vorschlag angenommen. dasselbe Regierungsblatt schreibt später: Wir bedauern, hören zu müſſen, daß zu den Konzessionen Italiens an Frankreich auch die Aufopferung der Konferenz von Genf gehört. „ Daily News" sagt, Deutschland habe diese Verzögerung Vorwärts- Verlag G.m.b. H., SW. 68, Lindenstr. 3. Fernsprecher: Amt Moritplas, Nr. 117 53-54. Erzbergers Erinnerungen. 11 Im Verlag der Deutschen Verlagsanstalt Berlin- Stutfgart ist dieser Tage das mehrfach angefündigte Memoirenwerk Erzbergers erschienen. Diese Erlebnisse im Weltkrieg" schildern auf annähernd 400 Seiten den Ablauf der geschicht lichen Ereignisse vom Ausbruch des Krieges bis zur Annahme Tätigkeit, die der Verfasser in diesem Zeitraum ausgeübt hat, der Friedensbedingungen von Versailles. Die politische Tätigkeit, die der Verfasser in diesem Zeitraum ausgeübt hat, Friedensunterzeichnung, muß in ihren verschiedenen Abvom Annexionspropagandisten bis zum Befürworter der schnitten sehr verschieden beurteilt werden, die große WandFriedensunterzeichnung, muß in ihren verschiedenen Ablung, die sich mit ihm im Sommer des Jahres 1917 vollzogen hat, kommt in seiner Darstellung nicht zum Ausdruck. Begreiflicherweise! Denn diese Wandlung war die Folge nicht eines inneren Ringens um eine höhere Weltauffassung, sondern nur einer geänderten, richtigeren Einschätzung der Seriegsaussichten. Erzberger geht darüber vorsichtig hinweg, er hat fein Bekenntnisbuch, sondern ein Tatsachenbuch geliefert. Sehr vieles, was Erzberger zu erzählen hat, ist in seinen bzw. Aufgabe der Konferenz nicht zu Unrecht als einen Treu- Hauptzügen bereits bekannt, aber seine Darstellung wimmelt bruch angesehen. Die Frage der Entschädigung war der wichtigste von interessanten Randzeichnungen, die den großen Gang der Punkt auf der Spa- Konferenz, und die Deutschen haben ent- Ereignisse illustrierend begleiten. sprechend den Vorschlägen der Alliierten einen eigenen Plan, über wenn er die Sorglosigkeit des Auswärtigen Amtes im Jult So gleich zu Anfang, die Bezahlung der Entschädigung vorgelegt. Dieser Plan wurde 1914 schildert und den Ausspruch eines Referenten- just nun nicht besprochen, weil die Zeit dafür auf der Konferenz nicht ienes von Frankreich vom 27. des Schicksalsmonats wiedervorhanden war, und die Genfer Konferenz wurde vorbereitet, gibt: Nächste Woche reise ich bergnügt in Urum diese Frage zu besprechen. Die Brüsseler Konferenz, die laub ab." Aus weiterer Entfernung erkennt man die bis zum 24. September hinausgeschoben werden muß, müsse jetzt großen Zusammenhänge, aus der Perspektive unserer Aemter zustande kommen, ohne daß sie über irgendeine der von den gesehen nimmt sich der Kriegsausbruch fast wie ein FerienAlliierten versprochenen Informationen verfügt. unfall aus. Einigung über Eilvese. " Die litauisch polnischen Kampfhandlungen im Gebiet von Suwalfi dauern an. Im Abschnitt Grodno- Njemen wurden örtliche Angriffe der Bolschewisten abgewiesen, des gleichen wiederholte stärkere bolschewistische Gegenangriffe nordIm Oktober 1914 waren nicht weniger als 27 Propaöstlich von Brest- Litowst auf Stepanti. Im Anschluß an die er= gandastellen im Gange, die jede nach ihrer Weisheit und folgreichen Kämpfe der Polen nach der Ueberschreitung des Zwischen der Hochfrequenzgesellschaft, der französischen Verwal. Laune die Wahrheit im Ausland" verbreiteten. Herrn ErzBug im Abschnitt Cholm setzten weitere Abteilungen aus der tung und der Telefunkengruppe wurde eine Vereinbarung ge- berger fiel die Aufgabe zu, diese regellose Tätigkeit in einer Gegend von Grubeschow über den Bug und besetzten Ort- troffen, nach der die Franzosen mit einem Barbetrage von etwa 3entralstelle für Auslandsdienst" zusammenschaften westlich von Wladimir- Wolynsk. Westlich von 31 Millionen Mark für ihre Optionsrechte abgefunden werden zufassen. Als Leiter dieser Stelle hat er dann in die VerNowel wurde Maziejow von den Polen besetzt. An der Gnila Lipa südlich von Lemberg haben nach Heranführung von Ver- und dafür das Recht der Mitbenukung der deutschen Patente im zweigungen der internationalen Kriegspolitik tieferen Einstärkungen Gegenangriffe der Bolsche wisten ein- Auslande erhalten. Die Hochfrequenzgesellschaft und die Telefunken- blick gewinnen fönnen, so daß er aus Nom und Wien, aus gruppe werden nunmehr für Eilvese in einer neuzugründenden Ge- Sofia und Bukarest, aus Litauen wie aus Armenien viel Laut Nachrichten der französischen Provinzpresse ist von Ma r- sellschaft zusammengehen, an der außer der Hochfrequenz- Maschinen- Interessantes zu erzählen weiß. Die österreichische Raiserfeille ein täglicher Dampferverkehr mit der Krim organi- A.-G. die deutsche Telefunkengesellschaft für Ueberseeverkehr beteiligt familie findet an ihm einen warmen Verteidiger. Man ersiert worden, der hauptsächlich Kriegsmaterial und Truppen für sind. Hinter dem Unternehmen steht die Finanzgruppe der Commerz- fährt bei dieser Gelegenheit, daß ein von Oesterreich abzudie Bedürfnisse der Wrangelarmee befördert. Die tschecho- bant. Gleichzeitig ist eine Patentvereinbarung auf pari- schließender Sonderfrieden schon im April 1917 einen warmen ilobatischen Gewerkschaften erwägen die Mittel zur Durch- tätischer Grundlage in der Weise zustande gekommen, daß die Befürworter hatte in dem Grafen West arp, der da führung der Neutralität ihres Staates; aber wir fürchten, auf dem Deutschen gewisse französische Erfindungen in Deutschland und die meinte: Vom deutschen Standpunkt aus würde er es für gar Weg Horthy- Ungarn- Karpathenrußland- Polen werden sie nich! Franzosen gewisse deutsche Erfindungen in Frankreich benutzen dürfen. nicht bedenklich halten, wenn Wien einen Sonderfrieden schließe, dann höre wenigstens die ewige Rücksichtnahme auf, biel machen können. und man könne allein frisch und fröhlich weiterfriegen. Es geht nichts über die Schläue eines deutschnationalen Politikers. gescht. Ein längerer Artikel der Deutschen Allgemeinen Zeitung" weist aus dem Versailler Diktat die volle Berechtigung Deutschlands nach, auch den Nordostseekanal neutral zu erhalten. Nach einer Kownower Meldung wäre der Waffensti IIstand zwischen Polen und Litauen in Kraft getreten. Italiens Industriekrise. Verramschung unserer Schiffe. Im Auftrage der englischen Schadenersakkommission beginnt der Verkauf der von Deutschland ausgelieferten Handelsschiffe an englische Reeder. Wie der Premierminister im Unterhause angegeben hat, handelt es sich um etwa zwei Millionen Tonnen Schiffsraum, b. h. 42 Bassagierdampfer und etwa 106 Frachtschiffe, zum Teil um Schiffe, die den Ruhm deutschen Schiffbaues über alle Meere getragen haben. Den Reigen soll nach der ,, Daily News" der 52 000- TonnenMailand, 14. September.( WTB.) ( WTB.) In der Versammlung dampfer, Bismard" eröffnen( der aber unseres Wissens in Hamder Vertreter der Arbeiterverbände wurde Sonntag nachmittag die burg noch im Bau ist). Ferner werden zum Verkauf gestellt ,, Imbom Sekretär des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes, Daragona, perator" ,,, Kaiserin Augusta Viktoria"," Zeppelin" ,,, Prinz Friedrich borgelegte gemäßigte Tagesordnung angenommen, die be- Wilhelm",„ Bremen" u. a. m. Die erste Ankündigung des Verkaufs sagt, es sei nicht möglich, das bisherige Verhältnis der Unternehmer hat dereits ein Massenangebot an Offerten hervor zu den Arbeitern aufrechtzuerhalten. Bielmehr gelte es im Bunde mit gerufen. den technischen und intellektuellen Elementen die allmähliche Sozialisierung der Schwerindustrie und die Ueberführung der Fabriken in direkte Arbeiterföderationen mit Hilfe der sozialistischen Partei zu erreichen. Hierdurch soll die Metallarbeiterbewegung zu einer gewerkschaftlichen Bewegung mit ausschließlich wirtschaftlichen Zielen ge macht werden. Die Leitung der weiteren Bewegung übernimmt der Allgemeine Arbeiterbund. Die sozialistische Kammerfraktion ersuchte den Ministerpräsidenten und den Kammerpräsidenten, die Kammer einzuberufen. Nach einer Radiomeldung aus Rom haben 3000 Mailändische Industrielle eine Tagesordnung angenommen, in der sie die Indu striellen auffordern, die Bedingungen des Arbeiterverbandes abzulehnen und den Kampf bis aufs äußerste zu führen. Oberschlesien. Ein Korfanth- Aufruf bezeichnet die Nachrichten über Deutschen verfolgungen als unwahr. Leider kommt gleichzeitig die Meldung, daß in Radzionkau der Landjäger Golla, der Vertrauensmann des Verbandes heimattreuer Oberschlesier, von unbekannten Tätern erschossen worden ist. Regierungskrise in Prag. Höchst ungünstig beurteilt auch Erzberger die Protlamation der polnischen unabhängigkeit am 5. November 1916. Er teilt die Auffassung derer, die meinen, durch diese Proklamation sei die Neigung des damals noch zarischen Rußlands, zum Frieden zurückzukehren, radikal autsgerottet, den russisischen Bis- ans- Ende- Kriegern der innere Sieg bereitet worden. Für die Richtigkeit dieser Auffassung erbringt er mancherlei Material. So erzählt er, das weltbekannteste Mitglied des polnischen Adels" habe ihm damals durch einen Mittelsmann sagen lassen:„ Haben denn die Herren in Berlin und Wien an einem Tage Kopf und Nerven verloren, daß sie die einzige Friedens möglichfeit so brutal niederschlagen?" In der Tat war es ein vollkommen Kopfloses Beginnen, schon während des Krieges vorwegnehmen zu wollen, was nur der Frieden bringen konnte. Erzberger beDer weitere Leidensweg der Friedensbemühungen, die durch den unbeschränkten U- Boot- Krieg zerschlagen wurden, wird dann ausführlich dargestellt. Die Darstellung deckt sich im großen ganzen mit den Ergebnissen des parlaDie Polnische Berufsvereinigung und der Polnische Zentral- mentarischen Untersuchungsausschusses, wird aber durch berufsverband erlassen einen Aufruf, der sich mit den neuerlichen manche Einzelschilderungen stärker belebt. Gerüchten über einen„ Butsch" beschäftigt. Der Aufruf mahnt zur ſtätigt, daß der unbeschränkte U- Boot- Krieg von allen AbWachsamkeit und warnt vor kommunistischen und alldeutschen Agi- teilungen des Auswärtigen Amts einmütig abgelehnt wurde; tatoren. Den Bergarbeitern würden in Gemäßheit der Mittel die Referenten der politischen Abteilung hatten sogar bebie Streiftage bezahlt werden. Von Ruhe und Sicherheit ist schlossen, ihre Aemter niederzulegen, falls der Plan der Obersten Heeresleitung Beschluß würde, aber Zivilverstand Oberschlesien noch entfernt. galt eben nichts, solange der Säbel regierte. Die Eisenbahner Oberitaliens haben verschiedentlich den Bestätigung findet durch Erzberger auch die Behauptung, Transport von Polizei und Militär verhindert. daß sich im September 1917 im Anschluß an die Note des Verfügungen Giolittis an die Behörden mahnen zu ge= Prag, 14. September.( WTB.) Im Exekutivausschuß der Papstes gewisse Friedensaussichten ergaben und daß damäßigtem Vorgehen. Gegen Sabotage der Verkehrsmittel soll ent- tschechischen Sozialdemokratischen Partei erklärte der Vorsitzende, daß mals England auf dem Weg über den Vatikan Deutschland 3 schieden eingegriffen, aber das Militär bis auf Pioniere und dergl. die Situation ein weiteres Verweilen der Bertreter Stellung in der belgischen Frage zu ergründen verin den Kasernen gehalten werden. der Sozialdemokratie in der Regierung nicht gesuchte. Die Regierung hatte damals den Reichstagsparteien In Turin soll es Straßentämpfe gegeben haben, ft atte. Auch die Minister der übrigen toalierten Parteien werden das Versprechen gegeben, daß sie sich dem päpstlichen Nuntius nachdem die Arbeiter Fabriken infolge Bedrohung mit Artillerie wahrscheinlich ihre Entlassung einreichen. Ein Beamtenfabinett wird gegenüber dahin erklären werde, daß fie die Unabhängigkeit bis zur Bildung einer neuen Regierung die Geschäfte führen. Belgiens nicht antasten wolle. Dieses Versprechen hat sie Es handelt sich um Gegensäze zwischen Sozialdemokratie und nicht gehalten, der entscheidende Brief des Reichskanzlers Bürgertum in Steuer- und Ernährungsfragen. Die Agitation der( Michaelis) an den Nuntius enthielt gegen alle Abrede die noch nichts erklärt werden Parteilinken, die gegen jede Soalition( aber auch start sowjetistisch Erklärung, daß über Belgien ist) mag mitspielen, und feststehen wird überhaupt eine Regierung in fönne. Der militärische Wille hatte sich eben auch in diesem Brag so lange nicht, als der Nationalitätenstaat sich weit mehr Alt- Falle als der stärkere erwiesen. österreich als die Schweiz zum Vorbild nimmt. geräumt haben. D'Annunzio mehrt sein Reich. Seine Truppen befeßten die Inseln Arbe, Cherio und Veglia; das Regierungsmilitär ging über. Irland. Dienstag früh ist der Postzug, der die gesamte englische Post für Dublin und Cork enthielt, überfallen und die Bost weggenommen worden, Die Borniertheit der herrschenden Kreise ist in der schen Politik erkennen ließ. Das Ausland wußte von da an, wie ich dem Auswärtigen Amt sagte, daß es um Deutschlands militärische Lage nicht günstig stehe.... akute Gefährdung des deutschen Heeres. nehme. Wir brauchen nicht zu betonen, daß uns Herrn Strefe inneren Politik natürlich womöglich noch größer als in der äußeren. Als ein kleines Beweisstückchen unter vielen darf manns Liebeswerben falt läßt, zumal er mit einer recht ansehnlichen Gegenforderung kommt: der Auslieferung eine Bemerkung des Kabinettschefs v. Valentini aus Anlaß der Bildung des halbparlamentarischen Kabinetts Hert- Doch es sollte noch schlimmer tommen. Staatssekretär von Preußens an eine überwiegend bürgerliche Koalition ling gelten. Dieser neue Hofmarschall v. Kalb erklärte da- Hinge, der am 29. und 30. September 1918 im Großen Haupt- nach Muster der von ihm erstrebten Reichsregierung. Einige mals einem Vertrauten, die Hauptsache in jenen Tagen sei es quartier weilte, teilte von dort aus telegraphisch mit, daß Wien Heiterfeit aber muß es erwecken, wenn das demokratische gewesen, den Kaiser in guter Stimmung zu er- und Konstantinopel eröffnet werden solle, Deutschland sei bereit, B. T." diese Stellungnahme als etwas ganz Neues, als einen halten, die ganze Parlamentarisierung sei doch nur ein Präsident Wilson anzubieten, auf Grund seiner 14 Punkte über so- politischen Fortschritt( in seinem Sinne) buchen will und mit Mummenschanz für ein paar Monate, nach dem Kriege werde fortigen Waffenstillstand und Berufung einer Friedenskonferenz| Genugtuung vermerkt, daß Stresemann an dem Hinzutritt der Kaiser allein regieren, wie er es für richtig halse. nach Washington zu verhandeln. Mitten in die Regierungskrisis der Sozialdemokratie in die jetzige Regierung, keinen Anstoß Die glorreiche Majestät selbst erklärte den Abgeordneten fiel die Wirklich, ganz überraschend! Sat denn Herr Streje. - unmittelbar nach der Annahme der Friedensresolution des Reichstags sie werde beim Friedensschluß den Feinden am 1. Oktober sind mir im Auswärtigen Amt eine ganze Reihe mann jemals Anstoß genommen? Bielleicht gelingt es dem B. T." noch sich zu erinnern, wie sofort nach den Reichstags Geld und Rohstoffe wegnehmen und nachher als Herr des von Depeschen aus dem Großen Hauptquartier vorgelegt worden, wahlen die Herren Dr. Heinze und Stresemann fast Kontinents mit Frankreich den„ zweiten punischen Krieg" die alle in der Forderung Ludendorffs gipfelten,„ daß unser Frie- Friefällig die Sozialdemokratie um Eintritt in die Regegen England führen. Jene Unterredung bei Helfferich am densangebot sofort hinaus müsse“;„ heute hielten die Truppen noch, gierung ersuchten. Vielleicht fällt dem„ B. T." auch ein, daß 20. Juli 1917 war nach Erzberger„ der tiefste Spatenstich zum was morgen geschehen könne, sei nicht vorauszusehen“;„ man fönne Herr Dr. Heinze seinen Auftrag zur Kabinettsbildung dem man Sturz des bisherigen Regimes"." Ergraute Abgeordnete, mit dem Friedensangebot nicht bis zur Bildung der neuen Regiewelche vom parlamentarischen System bis dahin nichts wissen rung warten, es fönne jeden Augenblick ein Durchbruch erfolgen". Reichspräsidenten zurückgab, weil er ihn nach der Weigewollten, sprachen an diesem Abend offen aus, daß das seit- General Ludendorff erklärte,„ achtundvierzig Stunden könnten sie rung der Sozialdemokratie, in sein Kabinett einzutreten, füt aussichtslos hielt. Herrn Stresemanns Erklärung hat herige System Deutschland ins Unglück stürzen müsse." So Armeen nicht mehr warten, alles komme darauf an, daß das also an der politischen Situation seit den Reichstagswahlen hat Wilhelm für das parlamentarische System gewirkt und Angebot spätestens Mittwoch nacht oder Donnerstag früh in den nicht das mindeste geändert. schließlich für die Republik. Händen der Entente sei. Nur wenn es dem Prinzen Max gelinge, Wenn im übrigen sachlich noch besondere Gründe not in der Nacht noch die Regierung zu bilden, könne bis zum nächsten wendig waren, um die Sozialdemokratie von jedem Eintritt morgen gewartet werden." Dasselbe ließ Hindenburg dem Vize- in das jetzige Kabinett fernzuhalten, so genügten die kata. tangler von Payer mitteilen. Am 2. Oktober wurde den Partei- strophalen Wirkungen, welche die Aufhebung führern durch einen Major aus der Obersten Heeresleitung Vortrag der 3wangswirtschaft auf dem Gebiet des Ernäh über die militärische Lage gehalten, die sich in wenigen Tagen rungswesens zu zeitigen beginnt. Gegen den Widerspruch grundlegend geändert" habe; so mußte„ die Oberste Heeresleitung der Sozialdemokratie hat die jetzige bürgerliche Reichsregie den ungeheuer schweren Entschluß fassen", zu erklären, daß nach rung die letzten Dämme gegen eine völlige Ueberflu menschlichem Ermessen keine Aussicht mehr bestehe, dem Feind den tung Frieden aufzuzwingen. Entscheidend für diesen tragischen Aus- Wuchergang seien einmal die in unerwartet großen Mengen auftretenden Tanks und restlos entscheidend sei schließlich die Ersatzfrage geworden. * Anschließend sei auszugsweise die Darstellung wieder gegeben, die Erzberger von dem militärischen 3usam menbruch entwirft: Besonders das Jahr 1918 war reich an Illusionen auf militärischem Gebiete. Das deutsche Volk wurde allgemein irregeführt mit dem Schlagwort, daß die„ Reserven von Marschall Foch" durch die deutsche Offensive verbraucht seien. In der ersten Hälfte des August erhielt ich plötzlich aus dem Großen Hauptquartier eine eingehende Schilderung der Sachlage, in der es entgegen allen amtlichen Meldungen hieß: „ Frische und unverbrauchte Armeen, wie die amerikanische. treten trotz aller gegenteiligen Behauptungen der deutschen Presse in ständig wachsender Zahl einem Volt gegenüber, welches jetzt vier unendlich schwere Kriegsjahre lang geblutet und gehungert hat. Es hat auch keinen Sinn, so lange Krieg zu führen, bis wir aus Mangel an Menschen und Hilfsmitteln auf Gnade und Ungnade die Waffen strecken müssen. Dann werden uns die Sieger demütigen, wie noch kein Volk gedemütigt wurde: wenn die heutigen Führer erklären wollten, sie seien zu Verhandlungen mit den Gegnern bereit, so würden sie drüben einfach ausgelacht. Wir brauchen eine von einer ansehnlichen Mehrheit der Volksvertretung getragene neue Regie= rung, die sich grundsätzlich zu Verhandlungen mit ziemlich weitgehenden Zugeständnissen bereit erklärt. Diese Aussichten sind gewiß nicht schön und doch sind sie noch günstig im Vergleich zu denen einer bedingungslosen Waffenstreckung. Baldiger Friede ist nicht mehr ein frommer Wunsch, sondern die Voraussetzung für unsere weitere Existenz." ,, Unsere letzte Menschenreserve ist verbraucht. Der Feind ist durch die amerikanische Hilfe in der Lage, seine Verluste zu ersetzen. Die Fortseßung des Krieges muß daher als aussichtslos aufgegeben werden. Keine Zeit darf verloren gehen. Jede vierundzwanzig Stunden tönnen die Lage verschlechtern." Diese in der Hauptsache nicht mehr neue, aber alles bisher Bekannte unterstreichende Darstellung wird freilich die Deutsch nationalen nicht hindern, morgen wieder zu erklären, der Krieg sei„ nur durch die Nevolution" verloren gegangen. Kettensprenger Stresemann. Für den Eintritt der Sozialdemokratie in die Regierung. Herr Stresemann, der Führer der Deutschen Volkspartei, beschäftigt sich in der Zeitschrift„ Deutsche Stimmen" mit der Frage des Wiedereintritts der Sozialdemokratie in die Ne-gierung, den er von ganzem Herzen wünscht, denn ,, Von roten Retten macht euch frei allein die Deutsche Volkspartei." Stresemann schreibt u. a.: Solche Worte hatte ich allerdings aus dem Großen Hauptquartier noch nie zu hören bekommen. Noch Mitte Juli 1918 hatte Ludendorff, wie mir Staatssekretär von Hinze erzählte, diesem auf die Frage, ob er sicher sei, mit der jezigen Offensive den Feind endgültig und entscheidend zu besiegen, mit einem bestimmten Ja" geantwortet; am 13. August mußte allerdings Ludendorff Herrn von Hinze mitteilen, daß er diese Sicherheit jetzt nicht mehr habe". Tags darauf hat Hinke auf Grund dieser Rücksprache in Anwesenheit Hindenburgs und Ludendorffs erklärt, daß ihm beide Herren die Kriegslage dahin umschrieben hätten, daß wir den Kriegswillen unserer Feinde durch kriegerische Handlungen nicht mehr zu brechen hoffen dürfen und daß unsere Kriegführung sich als Ziel seßen muß, durch eine strategische Defensive den Kriegswillen des Feindes allmählich zu lähmen". Der Kaiser zog daraus die Schlußfolgerung, es müsse auf einen geeigneten Zeitpunkt geachtet werden, wo wir uns mit den Feinden zu verständigen hätten". Der Reichskanzler sah als einen solchen Moment den Zeitpunkt nach den nächsten militärischen Erfolgen im Westen an. Auf Vorschlag des Kaisers wurde dann eine Propaganda. tommission gebildet, die das deutsche Volk mit einer Redeflut überschüttete und deutlich eine Schwenkung in der deut-| Sorge getragen. Der Strudel. Von Paul Enderling. Das Lokal ist sauber. durch Jetzt unseres Ernährungswesens und Schiebertum zerstochen. wo sich die Folgen zu zeigen beginnen, die sich im Winter vielleicht zu einer Katastrophe auswachsen werden, lädt man uns freundlich ein, die Verantwortung für das mit zu übernehmen, was gegen unseren Widerspruch geschehen ist. Der gefälschte Mordbefehl. Im Anschluß an unfere Meldung über die Wiederverhaftung des Erich Prinz, des Fälschers des Scheidemannichen Mord befebis, hatten wir eine Darstellung der Vorgeschichte gegeben, bei der auch die Beziehungen zwischen Prinz und dem verantwortlichen Redakteur des„ Berliner Lokalanzeiger" Dr. Specht beleuchtet wurden. Von seiten des genannten Blattes geht uns nun eine Erklärung zu, wonach die übrige Redaktion des„ Lolalanzeiger" von den Beziehungen des Herrn Dr. Specht zu Prinz feine Kenntnis gehabt hat, insbesondere auch nicht von der Empfeh lung, die Dr. Specht dem Prinz an den Reichstagsabgeordneten Bruhn mitgab. Nach Art und Form, wie uns diese Erklärung ge macht wurde, haben wir keine Ursache, an ihrer Richtigkeit zu zweifeln. Selbstmord der Hildegard Plaumann. Wie wir von zuverlässiger Seite erfahren, hat die Tänzerin Hildegard Plaumann, die Geliebte des Prinz, auf deren Zeugnis hin er am Dienstag verhaftet wurde, gestern im Rotain „ Wenn sie( die Sozialdemokratie) in die jetzige Koalition rausch Selbstmord begangen. Die Pl. war nach dem, was wir eintritt, so würde damit ein vernünftiger Ausgleich über sie haben in Erfahrung bringen können, eine willensichwade der Kokainsucht verfallene Person, auf die Bring einen suggestiven zwischen Bürgertum und Sozialdemokratie ge- Ginfluß ausübte. Nachdem sie ihre Aussage vor dem Staatsanwalt geben sein. Sie würde einen vollberechtigten Anspruch gemacht hatte, war sie selber um die Verhaftung des Prinz sehr haben können auf den Einfluß, der ihr zahlenmäßig nach ihrer besorgt, weil sie seine Nache fürchtete. Am Mittwoch sollte sie Fraktionsstärke zukommt, nicht mehr und nicht weniger. Immerhin ihm gegenübergestellt werden. Vielleicht hat die Furcht vor dieser bliebe das bürgerliche Element in dieser Koalition Begegnung sie in den Tod getrieben, vielleicht hat auch nur die führend, durch das Schwergewicht seines gegen Aufregung des vergangenen Tages in Verbindung mit übermäßigem wärtigen Einflusses. In der praktischen Politik hätte man Rataingenuß irgendwelche Wahnvorstellungen in ihr erzeugt, die fie eine Verständigung anzustreben, die schließlich auch bei der zu der Tat veranlaßten. bisherigen Regierungspolitik durch Fühlungnahme mit der So= zialdemokratie tatsächlich durchgeführt worden ist. Näme dann auf Grund von Neuwahlen in Preußen eine gleiche KoaIttion zustande, so wäre auf dieser Grundlage für eine Stetigkeit der Verhältnisse im Reich und in dem führenden deutschen Staat - ja. Er ist draußen." " Haber Sie gesezt?" „ Gustav• mein Mann „ Und Sie nicht?" „ Ich hätte das nicht ausgehalten. ,, Darf ich hier Plaz nehmen?" Die Flaschen und Gläser auf den Regalen spiegeln sich wohl zu haben, mit dem sie reden kann. gefällig in den Spiegelwänden hinter ihnen. Der Bierapparat, auf dem Gambrinus thront, ist bligblank. Alles eine gewisse Wohlhabenheit auch die rundliche Wirtin trotzdem das Lokal nur klein ist. Doch den Hauptraum siehst du gar nicht, wenn du von der Straße eintrittst, um dein Bier oder den Kognak zu trinken, der etwas nach Karbol schmeckt: Der Hauptraum ist das„ Billardzimmer" nebenan. Das unförmliche Möbel steht verhangen auf seinen vier kurzen Beinen da und stört eigentlich nur. W Diese Spannung!" Sie ist offenbar froh, jemand Bitte. Wenn Ihr Mann nachher nur nicht eifersüchtig wird." Sie wird bitter:„ Der hat feinen Sinn dafür. Der hat bloß Sinn für Wetten... Ach nein, ich will ihn nicht schlecht machen. Es ist der beste Mann von der Welt. Aber sowie es ans Wetten geht, ist es mit ihm vorbei; Ein Jahr sind wir verheiratet. Was hat er da nicht verspielt! Alles. Und er ist nicht zu halten." ,, Keine Energie?" Sie antwortete mit einem Achselzucken. Ein Schwarzbärtiger nimmt am Nebentisch Platz. verbreitet, daß ein Transport der von Amerika gestifteten 2500 Noch keine Milchkühe in Sicht! In der Presse ist die Nachricht Milchfühe bereits nach Deutschland unterwegs sei. Wie die " P. P. N." hören, ist an feiner der in Frage kommenden Stellen eine derartige Nachricht eingegangen. Der erste Transport wird voraussichtlich erst Anfang Oftober abgehen können. andere, weiß ich ja!! Einer von die Herren Pferde muß ja schließlich gewinnen!" Alle ohne Ausnahme gehen mit einem Achselzuden über ihn zur Tagesordnung über. Die junge Frau geht hinaus, um ihm" entgegenzugehen. Kaum ist sie draußen, kommt durch den hinteren Eingang ein blasser, junger, gutgekleideter Mensch. Der Es ist„ Gustav". Schwarzbärtige begrüßt ihn:„ Na, Gustav, wie steht's mit dem Edelweiß?" Gustav winkt müde ab:„ Verloren". wetter!" „ Ja“.„ Donners Das„ Donnerwetter" wiederholt sich bei den Anwesenden. Sie alle haben mehr oder minder auf den Favoriten gesetzt und verloren. Die allgemeine Entrüstung gibt Gustav wieder Mut: " Den Jockey, den Hund, der mir den Tip gegeben hat, haus " Ihr Gustav ist ein Kerl wie' n Pfund Wurscht," meint er ich zusammen, daß er in feinen Sarg mehr paßt." gemütlich. Sie ist gar nicht ärgerlich. Sie steht auf und begrüßt ihn familiär. Ich höre, wie er sie nach der Höhe ihres Wetteinsatzes fragt. „ Gestern war doch Ultimo," ist ihre einfache Antwort. Er schlägt mit der Faust auf den Tisch.„ So ein Leichtsinn. Das ganze Monatsgeld!" „ Ja, d. h. das für den übernächsten Monat. Es ist der letzte Vorschuß. den er kriegt." Wozu das Zimmer dient, zeigen dir die Dugende von Sportblättern, Rennjournalen, Traberzeitungen, die auf Tischen und Stühlen herumliegen: hier ist ein Sammelpunkt all der Wettbegeisterten, die auf Hoppegarten, Karlshorst, Ruhleben, Weißensee und Grunewald schwören. Aber sie bleiben nicht im Lande und wetten hier redlich, ihr Ehrgeiz geht weiter. Wo in der weiten Welt Gäule über die Rennbahn' preschen, findet ihr Schicksal, ihr Erfolg oder Pech fiebernde Anteilnahme, stürmische Begeisterung oder leidenschaftliche Angriffe, je nach dem, wen der Totalisator als Sieger nominiert und was der Buchmacher auszahlt. Nach langem Inquirieren gibt sie zu, daß auch ihr Letztes von Ich habe mich hierher verirrt, just an einem Tage, wo der Sparkasse abgehoben ist. Denn:„ Mal muß das Glück ja kommen draußen vor den Toren Berlins das große Rennen ist. Der und dann ordentlich. Und diesmal ist es sicher. Der Probegalopp Politik und der Literatur müde, greife ich nach den Sportblättern von„ Edelweiß" und die guten Tips. Nein. Es ist wirklich Unsinn, und versuche mich in die Geheimschrift hineinzulesen. Tausende daß ich mich so aufrege." Jezt lacht sie wieder ihr helles MädchenPferde, mit den ulkigsten Namen, galoppieren so an mir vorbei. lachen von einst. Die alte Gewohnheit, mit bestimmten Namen bestimmte Vorstellungen von der Eigenart des Besizers zu verbinden, stellt sich ein, schrumpft aber schnell in sich zusammen. Denn schließlich sind es doch nur Vierfüßler, wenn sie auch„ Kassandra" heißen. Ein langer Mensch in reduzierter Kleidung nähert sich mir mit verschmittem Gesicht. Er will mir einen„ Zip" verkaufen. Uebermorgen Hannover". Todsicher. Sie können ein Vermögen verdienen. Wenn er so todsicher ist, setzen Sie doch!" " H „ Kann ich denn?" Er zeigt ein leeres, gähnendes Portemonnaie. Ich gebe ihm ein paar Groschen, um ihn los zu werden. " Früher hatte ich das nicht nötig," flüsterte er, nimmt dann aber das Geld und verläßt, ohne zu danken, das Zimmer. Ich bleibe nicht lange allein. Eine junge Frau, die mir schon im Vorraum auffiel, nähert sich. Ihr schmales Gesicht muß mal hübsch gewesen sein, jetzt ist es von Sorgen durchfurcht. „ Dies Warten ist entseglich," sagte sie nervös. Das Rennen muß doch schon zu Ende sein. Und es steht soviel auf dem Spiel." ,, Wieviel habt Ihr denn im ganzen gesezt? ,, 600 Mart." " Soviel hatten Sie noch?" Sie zögert mit der Antwort:„ Gustav hat noch was geborgt." Er pfeift höhnisch durch die Zähne. Geborgt? Aus der Portotasse?" " Sie überhört es. Denn sie stürzt sich auf einen neuen Gast, dem das Rennbillett noch am Westenknopf baumelt und fragt nach „ Edelweiß". Er weiß nicht. Er hat sich schon beim ersten Rennen ausgegeben und für die anderen feinen Sinn. Das Spiel wiederholt sich bei jedem neu Hinzukommenden, Sie fragt immer ängstlicher, als ob von der Antwort Leben und Tod abhinge. Das Lokal füllt sich. Es wird eifrig debattiert. Heftige Flüche werden ausgestoßen. Einer hat etwas gewonnen und zahlt eine Lage Rognat für das ganze Lokal. " Sein Freund lacht. Du brauchst ja nicht zu wetten." Alle stimmen ihm bei. „ Dann fahre doch nicht hin." „ Das habe ich auch probiert. Da war ich aber ein paar Wochen lang direkt frank. Und beim nächstenmal stand ich auf dem Bahnhof und ließ einen Zug nach dem andern abfahren. Und beim letzten sprang ich doch noch im Fahren auf... Aber nun hat's geschnappt," schließt er plöglich und läßt sich schwer und müde auf einen Stuhl nieder. Die trostlose Verzweiflung sieht ihm aus den Augen. Blöglich flopft ihm jemand auf die Schulter: seine Frau. Wie sie sein entgeistertes, freidebleiches Gesicht sieht, weiß sie alles. ,, Gott!" Weiter sagte sie nichts. Aber der Menschheit ganzer Jammer faßt einen an, wenn man es hört.. Sie hocken nun neben mir und beraten alle Möglichkeiten, wo Geld aufzutreiben ist. Aber sie finden feine. Und es klingt das böje Wort von der Kassenrevision, die für morgen bevorsteht! Endlich gehen sie, müde und gebrochen. Vielleicht gehen sie ihren legten Weg und die Selbstmordchronik Berlins verzeichnet mit dürren Worten einen neuen Fall. Ihr Fortgehen wird in dem anwachsenden Tohuwabohu nicht beachtet. Bumal gerade ein grüner Junge auf den Tisch springt und alle einladet; er hat auf den Außenseiter gesetzt, der heute durchs Ziel gekommen ist und über 500 m. für seine 10 M. be fommen. Alles jubelt. Alles ist vergessen. Alle schwören wieder auf den grünen Rasen und die Zauberkraft der Tipp. Man muß nur Glück haben! Und, wer weiß, das nächstemal-- das nächste mal... Wo dieses Lokal liegt? Der Schwarzbärtige lacht über all den Eifer.„ Ick Halte Es liegt im Norden, Osten, Westen, Süden Berlins und in les mit' n Schah von Persien: daß ein Gaul schneller looft als der seinen Vororten! Es liegt an hundert Stellen! machen, also eine Arbeit zu leisten, die das Landesökonomiekollegium bisher leisten sollte, aber nie geleistet hat. Dieses verzopfte Institut dürfte jetzt endlich verschwinden. Das neue Landwirtschaftskammergesetz. Mitglieder vertreten sein wird. Die Aufgaben der Hauptlandwirt der Säße der neuen Reichsbesoldungsordnung heranzaholen fucht, Von unterrichteter Seite wird den" P. P. N." geschrieben: Wirksamkeit der einzelnen Kammern dem ganze Lande nutzbar zu schaftskammer werden zusammenfassender Natur sein. Sie hat die muß folgendes gesagt werden: In dem großzügigen Agrarprogramm, das der Landwirtschaftsminister Otto Braun bald nach Antritt seines Amts als das Biel feiner Tätigkeit bezeichnete, nimmt das neue Landwirtschaftstammergesetz einen bedeutungsvollen Platz ein. Die Preußische Bandesversammlung wird es bei ihrem Wiederzusammentritt auf dem Tische des Hauses vorfinden. Es bringt für die berufsständische Vertretung der Landwirtschaft grundlegende Aenderungen von höchster Wichtigkeit, ja, man kann sagen, daß erst durch dieses Gesetz eine berufsständische Vertretung der Landwirtschaft im wahren Sinne des Wortes geschaffen wird. der 34= Segen der freien Wirtschaft. Kartoffelnot in Hannover. = Die Demokratische Fraktion der Nationalversammlung war es selbst, welche den Weg hierzu geebnet hat. In Voraussicht dessen, was für die armen Kappisten zur Erleichterung ihrer bedrängten Lage alles kommen wird, wurde von sozialdem 0= fratischer Seite seinerzeit die Aufnahme einer Bestimmung in das Besoldungsgeset verlangt, durch welche die Kapp Ver brecher- soweit sie Beamte sind von der Besoldungs- und Pensionserhöhung ausgeschlossen werden sollten. Gerade die De. Am gestrigen Dienstag weilte eine Abordnung der Groß- motraten waren es, die diesen Antrag scharf bekämpften betriebe und der Konsumgenossenschaft von Hannover in Berlin, und auch zu Fall brachten. Wir möchten deshalb dem„ B. T." um die maßgebenden Stellen auf die besorgniserregende Ent- empfehlen, sich über diese Frage ganz besonders mit der Demowickelung in dieser Stadt aufmerksam zu machen. Die Arbeiterschaft ist fratischen Reichstagsfraktion auseinanderzusehen. nicht mehr in der Lage, ihren Kartoffelbedarf zu erschwinglichen Preisen einzudecken, da von den freien Aufkäufern auf dem Lande 40 bis 60 Mark für den Zentner geboten und bezahlt werden. Auf der anderen Seite steht die Tatsache, daß den Kreisen Die Diktatur über das Proletariat. Das alte Landwirtschaftskammergesetz, das bisher in Kraft war, stammt aus dem Jahre 1894, also aus einer Zeit, in der der Gedanke berufsständischer Vertretungen noch neu war. Wie weit es hinter der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung zurückgeblieben ist, zeigt nichts deutlicher als die ammensetzung Landwirtschaftskammern. Die Wiener ,, Arbeiterzeitung" veröffentlicht einen ausMitglieder der Kammern konnten in der Hauptsache nur Grund- Celle und Osnabrück von den Landwirten die Lieferung von Kar führlichen Brief, den ein Wiener Genosse von einem alten besitzer werden( Eigentümer, Nußnießer und Bächter), ferner toffeln 3 16,50 Marf pro Zentner zugefagt ist. Die Land- russischen Sozialdemokraten aus Moskau erhalten hat, der Beamte landwirtschaftlicher Vereine, endlich Männer, die wegen wirte erffären vielfach, daß sie eigentlich mit einem Preis, der unter ein grelles Licht auf die Verfolgungen wirft, denen die nichthrer Verdienste um die Landwirtschaft die Wästbarkeit erhalten der Reichenorm von 30 M liegt, zufrieden sein tönnten, berfaufen bolichemistischen Barteien unter dem Sowjet- Regime ausgehatten. Unnötig zu sagen, daß die beiden letzteren Kategorien naturgemäß aber die Kartoffeln denen, die sie am höchsten bezahlen setzt sind, sobald sie versuchen, öffentlich Opposition gegen die Dekorationsstücke waren. herrschen Bolschewifi zu machen. Darin heißt es u. a.: Der Schwerpunkt lag und liegt heute fönnen, und das sind nicht die Hannoverschen Arbeiter. noch beim Grundbesit. Und zwar vorzugsweise beim Groß- In dieser verzweifelten Situation wird nun in den Betrieben Besonders viel böses Blut hat die Massenversammlung ge= grundbesit. Denn die Wählbarkeit war an ein Mindestmaß den Plan propagiert, die Arbeiter sollten zur Selbsthilfe greifen und macht, an der 4000 bis 5000 Arbeiter teilgenommen haben, und die des Grundsteuerreinertrags gebunden, das je nach der Provinz Requisitionszüge auf das Land organisieren, bei denen von der Buchdruckergewerkschaft einberufen worden ist. zwischen zwanzig und fünfzig Taler schwankt. Schon dieser Zensus ein Zentner Kartoffeln mit 15 m., aber auf keinen Fall Diese Gewerkschaft war eine der wenigen, in denen die Leitung in bewirkte, daß die Masse der Kleinbauern niemals als Vertreter höher, bezahlen wäre. Diefe Idee findet bei den den Händen unserer Parteigenossen lag. In dieser Versammlung ihres Standes in Betracht kommen konnte. notleidenden und mit Recht entrüsteten Arbeitern hie und kamen in Gegenwart von englischen Delegierten Noch stärker wird dieses Uebergewicht des Großgrundbesitzes da Anklang. obwohl obwohl klar ist, daß solche Requisitionszüge alle sozialistischen Parteien zum Worte, zum erstenmal seit andertdurch das bisherige aktive Wahlrecht verschoben. Die Wahl der ungesetzlich wären und zu schweren Zusammenstößen führen müßten. halb Jahren; auch Tschernow, der Führer der SozialistenKammermitglieder erfolgt nicht etwa direkt durch die berufstätigen Besonnene Arbeiten müssen diesen Plan auch schon deshalb ab- revolutionäre, bekam das Wort- das Präsidium bestand aus Landwirte selbst, sondern auf dem Umwege über die Kreistage, lehnen, weil seine Ausführung zu einer Einschränkung der Pro- Antibolschewifi, obgleich er illegal lebt und steckbrieflich verfolgt deren ländliche Abgeordnete einzig wahlberechtigt sind. Nun weiß duktion im nächsten Jahre und damit zu noch größerer Not führen wird. In der Versammlung waren bloß 2000 bis 3000 Bolschewiki man ja, wie die Kreistage bis zur Neuordnung des Jahres 1919 müßte, da fein Landwirt mehr anbauen wird, als er selber braucht, und sie verwandelte sich in eine imposante Demonstration zustande gekommen sind. Sie wurden in drei Wahlverbänden ge- wenn er seiner Habe nicht mehr sicher ist. gegen den Bolschewis mus. Tschernom gelang es auch wählt, durch die größeren ländlichen Gutsbesitzer, die Landgemeinden Warnungen vor unüberlegten Handlungen werden aber nur diesmal, zu entschlüpfen; das war natürlich mehr, als die Bolscheund die Städte. Die letzteren scheiden bei der Wahl der Land- dann etwas nügen, wenn zugleich der tatsächlich vorhandenen wiki ertragen konnten. Die Engländer wurden für Oppor wirtschaftskammern aus. Es bleiben also Großgrundbesizer und schweren Notlage abgebolfen wird. Da sich die Reichsbehörden im tunisten und Agenten des englischen Imperialis. Bandgemeinden. Und damit war dem Großgrundbesize, der ja auch Hinblick auf die gegenwärtige Lage der Gefeßgebung für ohnmächtio mus erklärt, wir für bezahlte oder vielleicht auch unbezahlte Agenin den Landgemeinden das herrschende oder wenigstens das be- erklären, wünschen die Hannoverschen Arbeiter die Einberufung ten von Lloyd George. Die Buchdruckergewerkschaft wurde aufgestimmende Glement darstellte, die ausschlaggebende Macht gesichert. des Reichstags, damit er durch Wiedereinführung der Zwangs- lüft, die ganze Leitung verhaftet. Es regnete nur so Verhaftungen Man sieht, das alte Landwirtschaftskammergesetz war so zuge- bewirtschaftung Wandel schaffe. Leider aber war es und Dekrete, die die Versammlungs- und Redefreiheit vollständig schnitten, daß die Kammern weniger eine Berufsvertretung der gerade die Reichstagsmehrheit, die im Volkswirtschaftlichen vernichteten. Landwirtschaft, als vielmehr eine Interessenvertretung Ausschuß gegen die Stimmen der Sozialdemokraten die Auf- Uebrigens hat sich die Lage unserer Partei, abgesehen von einides Großagrariertums werden mußten. Ausgeschlossen hebung der Zwangsbewirtschaftung beschloß. Die Folgen dieses Be- gen Dußend Neu verhafteten, dadurch nur wenig verschlimbom Wahlrecht waren die kleinen Grundbesizer und die schlusses beginnen sich in Frankfurt a. M., Hannover und anderen mert. Auch bisher hatten wir keine Möglichkeit, auch nur Bandarbeiter, denen damit fede Einflußnahme auf die Kam- Orten zu zeigen, und es ist zu fürchten, daß das nur ein Vorspiel ein elendes Wochenblättchen oder ein paar Bro= mern verschlossen blieb. Das neue Gesetz schafft nun gründlichen st von dem, was für den Winter bevorsteht. schürchen zu drucken oder freie Versammlungen Wandel. Es bringt vor allen Dingen das gleich e, direkte und abzuhalten. Und in den Sowjets ging es auch nicht besser zu. Bei den letzten Neuwahlen der Räte im Februar und März hatten geheime Wahlrecht für alle Berufsangehörigen sowie das Die Reaktion widersetzt sich der Entwaffnung. wir in Odessa, Nikolajew, Chartow, Jekaterino. Verhältniswahlsystem. Der Besitz ist also nicht mehr entscheidend, sondern gleichberechtigt stehen große und kleine Besizer und die Landarbeiterschaft nebeneinander. Allerdings wird in drei Gruppen gewählt: die beiden ersten Gruppen bilden die Inhaber der landwirtschaftlichen Betriebe, die dritte umfaßt alle übrigen Berufsangehörigen Aber der Unterschied zwischen den beiden ersten Gruppen liegt nicht mehr in der Größe der Befizung, sondern in der Arbeitsleistung, in der Intensität der Bewirtschaftung, wodurch das bisherige Vorrecht des Großagrariertums gebrochen wird. Mit dieser Demokratisierung des Wahlrechts für die Landwirtschaftskammern ist ein großer Fortschritt erzielt. Außer dieser Reform von grundsätzlicher Bedeutung bringt das Landwirtschaftskammergesetz noch manche andere wichtige Neuerung Zu erwähnen ist, daß den einzelnen Landwirtschaftskammern drei Fachkammern angegliedert werden, eine für Fischerei, eine für Forstwirtschaft und eine für Gartenbau. Damit werden auch biese zur Bodenkultur gehörigen Gebiete der Berufsvertretung eingegliedert. Ferner soll eine Hauptlandwirtschaftskammer gebildet werden, in der jede Einzelfammer mit einer bestimmten Anzahl Erfurt, 14. September.( TU.) Der Landesverband des Re- slaw, Moskau. Tula, Samara ,, Homel, Smolenst, gierungsbezirks Erfurt, in dem die Wahlvereine, der Bund der Witebsk usw. große Erfolge. Man muß berücksichtigen, Landwirte und die Kreisbauernschaft organisiert sind, daß die Wahlen nicht geheim, sondern öffentlich sind, daß die erklärt in einer Entschließung an den Erfurter Regierungspräsi- Wahlinstruktion den Kandidaten der Regierungspartei alle erbentdenten, daß er nicht gewillt sei, auf Abgabe der Waffen seitens der lichen Begünstigungen bietet, daß die Regierungspartei alle Machtländlichen Bevölkerung hinzuwirken, solange nicht Gewähr für mittel des Staates zur Verfügung hat. Trozdem haben wir in eine restlose Erfassung der Waffen gegeben sei, die sich noch in den vielen Städten fünfzig und mehr Prozent aller Stimmen Händen der Umstürzler befinden. in der Arbeiterfurie erhalten. Was war das Ergebnis? Gleich in der ersten Sigung der neugewählten Räte wurden unsere Frak tionen aus den Räten ausgeschlossen, und zwar unter den unsinnigsten Vorwänden. In Taschkent, weil die„ ungari schen Menschewiki" die Kommunisten berraten haben". In Nifolajew, weil unsere Genossen nicht für Lenin als Ehrenpräsidenten des Rates stimmen wollten, usw. Diefe hunderte Kanäle nehmen eine Unfumme schwerverdienten oder leichtsinnig beschafften Geldes in sich auf und führen sie dem unentrinnbaren Strudel zu, in dem jährlich unfruchtbar, zwecklos, fulturwidrig, Hunderttausende Mark Vermögen und Ehre von Existenzen versinkt, die die faszinierende Fata Morgana mühelosen Reichtums blind und besinnungslos gemacht hat.... Mit dieser faulen Ausrede wird die Reaktion wohl bis zum St. Nimmerleinstag die Herausgabe ihrer Waffen verweigern. Die Regierung wird nun zu zeigen haben, daß sie die Waffen auch gegen den Widerstand dieser Organisationen herausbekommt. Deutsch nationale Judenreinigung. Danach kann die deutsche Arbeiterschaft ermessen, vor Auf dem Deutschnationalen Parteitag für interpommern welchem Regime sie durch die Festigkeit bewahrt geblieben ist, forderte der Reichstagsabgeordnete Wulle die einheitliche Zu, die die Sozialdemokratische Partei und nur sie allein sammenarbeit zwischen Deutichnationalen und Deutschvölki gegenüber den Propheten der sogenannten Diftatur des ichen( dem extrem- antisemitischen Flügel). Ein Antrag in diesem Proletariats allen Schmähungen zum Troz bewiesen bat. Sinne wurde angenommen. Ebenso wurde in der Juden'rage ein schärferes Vorgeben verlangt und beschlossen, daß kein Jude, Juden abkömmling und mit Juden Verwandter ein Parteiamt bekleiden dürfe. Man begreift immer mehr, warum Herr v. Heydebrand sich so von der Partei zurückgezogen hat. Eine Strammsteh- Schule. In die Lichterfelder Kadetten- Anstalt ist nach dem Theater. Im Theater in der Königgräßer Straße ist die Erstaufführung von Goldonis Lustspiel Mirandolina" mit Elie Heims Weggang Dr. Kariens der altpreußisch- militaristische Geist wieder und Heinz Salfner für die nächste Woche festgesetzt worden.- Hans a Beingezogen. Fünf von sieben Oberinspektionen sind, wie„ B. T." mann vom Deutschen Theater wurde vom Wallner- Theater für Gilberts mitteilt, früheren Offizieren unterstellt, denen sich die Lehrer Oberette " Der Geiger von Lugano". deren Uraufführung Ende dieses unterordnen müssen. Die Schüler müssen zu allen Mahlzeiten komMonats stattfindet, verpflichtet. Frizzi Massary tritt von heute ab pieder täglich in Straus' Der letzte Walzer" im Berliner Theater auf. pagnieweise antreten. Wenn der Vorgesetzte sichtbar wird, wird Großes Schauspielhaus. Die Abonnenten der Spielzeit 1920/21 Achtung" gerufen und stramm gestanden, dann wird in werden nochmals darauf hingewiesen, daß das neue Abonnement Gruppenfolonnen zum Eßfaal marschiert. Vorher, nachher bereits am 8. September begonnen bat und zwar mit der 1. Abteilung 1. Siben Denton Die Direktion, bittet, Säulenanschläge und Zeitungs: große Meldung usw. usw. Der Geschichtsunterricht ist ganz inserate hinsichtlich der Reihenfolge der Abonnementsvorstellungen genau byzantinisch. Das Beste aber ist, daß der Staat jährlich zu beachten, damit ein Verfallen von Abonnements billetts auf den Kopf jeden Schülers 4000 M. zuzahlt, bei über infolge Versäumnis der Vorstellungen vermieden wird. 800 Schülern also mehr als drei Millionen. Dabei sind Im Großen Schauspielhause wird am 18. September Hofmannthals " Die Moskauer Zentral- ,, Brawda" berichtete am 2. und 3. September über die Kontroll- und Säuberungsaktion. die Ende August unter der Parteimitgliedschaft vorgenommen wor= den ist. Die Parteimitglieder mußten zur Registrierung und Prüfung persönlich vor besonderen Ausschüssen erscheinen. Von den etiva 3000 Parteimitgliedern in Moskau sind 1960 zur Registrierung erschienen. Von ihnen wurden 145 aus der Partei ausgestoßen, 26 zu Mitgliedschaftskandidaten degrabiert und von den Kandidaten wurden 101 zu Mitgliedern erhoben. Freiwillig haben 26 Mitglieder die Partei verlassen, meist nach Angabe der„ Prawda" aus religiösen Vorurteilen oder aus Antisemitismus. Die Mehrzahl der Ausgestoße nen, unter denen sich 26 Arbeiter und 58 Intellektuelle befinden, waren während der großen Werbewoche Anfang 1920 aufgenommen worden. Ausgestoßen wurden Mitglieder wegen Bruch bon Parteidisziplin,„ Desertion kommunistischen Bosten", Trunksucht, Schiebertum und völligem Unverständnis für die Ideen des Kommunismus. der Selbst in Moskau haben die Brüfungen einen auffallenden Tiefstand der politischen Entwicklung der Parteimitglieder erSpiele pesmann zum ersten Male( außerhalb des Abonnements) nach Mitteilung des„ Berliner Tageblatt" 30 Proz. der Schüler geben. Seiten war eine Antwort auf die Frage zu erzielen, was mit Moissi, Gertrud Epsoldt, Raul Lange, Dieterle und Kühne gegeben. Söhne von Rittergutsbesigern und Fabritanten, die Worte Internationale, Kapitalismus, Sozialismus, Imperia Die Sozialistengesetz- Gedenkfeiern, die zum 1. Oftober überall in Leuten, die weniger als alle anderen auf staatliche Unterſtüßung lismus u. a. bedeuteten und weshalb die Sowjetregierung die Deutschland von der Arbeiterschaft veranstaltet werden, ziehen auch Paul angewiesen sind. Es wäre gut, wenn sich die Preußische allgemeine militärische Ausbildung der werktätigen Bevölkerung Baders Sozialistengesetzdrama„ Das Gefek" zur Mitwirkung heran. In Landesversammlung einmal mit dieser Anstalt beschäftigen angeordnet habe. Der Artikelschreiber in der„ Prawda" führt verschiedenen großen Städten( z. B. Hamburg, Magdeburg) werden Auf- würde, auf der Junker und Schlotbarone ihren Nachwuchs auf führungen angekündigt. Wir kommen Nachfragen nach dem Werk mit dem tosten des großmütig zahlenden Staates militarisieren lassen. Hinweis entgegen, daß der Text des Stückes, das in Berlin viele Aufführungen erlebte, im Magdeburger Verlag Pfannkuch u. Co. erschienen, das Ausführungsrecht vom Verlag„ Erfolg", Berlin SW. 11, Bernburger Straße 15, zu erwerben ist. Der Reichsausschuß der akademischen Berufsstände hält am 19. September, vormittags 10 Uhr, im Rheingold eine Vertreterversammlung ab. Die Sturmabende beginnen heute, abends 7 Uhr, in der Kunst: ausstellung Der Sturm, Potsdamer Straße 134a. Rudolf Blümner trägt expressionistische Dichtungen von August Stramm u. a. vor. Herwarth alden spielt eigene Tonwerke. Bernhard Shaw wurde nach dem„ Petit Parisien der Propagandadienst für den Bergarbeiterstreik übertragen. Die Bergarbeiter haben damit eine Straft zur Hilfe gewonnen, deren Stimme im Stampf um die öffentliche Meinung Englands immer von Bedeutung gewesen ist. Sie hat Ernsthaftes zu sagen, wird von allen ernsthaft angehört, ist eine Weltstimme. Der„ Berliner Tonkünstler- Berein veranstaltet in diesem Winter mehrere Kammermusikabende mit neuzeitlichen Werken, die von der Jury, zu der die namhaftesten Berliner Musiker gehören, aus den eingereichten Kompositionen ausgewählt sind. Das 1. Konzert am 21. September im Bechsteinsaal bringt Neuheiten von Joseph Haas, May Butting und Egon Kornauth. Große elektrische Stationen find neuerdings in Rußland gebaut worden, eine weit im Norden in Welifif- Uftfug, eine andere bei Tula. Beide bersorgen vor allem die Sowjetfabriken ihres Gebiets, dienen aber auch dessen anderen städtischen Bedürfnissen. Der Bau der Tulastation war( laut Rosta- Meldung aus Kristiania) in 6 Monaten vollendet. Herr Sönksen. Die Milde, mit der gegen den Berliner Oberpostdirektor und Sappisten öntsen verfahren worden ist, war im„ B. T." scharf fritisiert worden. WTB. verbreitet jetzt eine längere offiziöse Verteidigung der getroffenen Maßnahmen. Nachdem ausgeführt worden ist, daß die Versetzung Sönksens für ihn finanzielle Nachteile gehabt habe( dafür brauchte er aber auch nicht zu arbeiten! Die Red.), heißt es weiter: Die Einstellung des Disziplinarverfahrens erwies sich als notwendig, weil im Laufe der Untersuchung sich wesentliche, in seinem damaligen Gesundheitszustand begründete und bis auf die Kapp- Tage zurückreichende Milderungsgründe ergaben, die durch ärztliche Gutachten nachgewiesen waren. Merkwürdig, wie der Stapp- Butsch todkrante Leute für fünt Tage ferngesund gemacht hat! Nach Hauptmann v. Kessel, Hauptmann Aulod, erweist sich jetzt auch Oberpostdirektor Söntsen als Todkranker, derselbe Herr, der am Tage des Putsches aufgeblasen wie ein Frosch ins Reichs postministerium fam, um dort schneidig die Kiste für Herrn Kapp zu schmeißen. Dem„ B. T." aber, das sich an sich mit Recht beklagt, weil man für Herrn Söntsen eine pecht hohe Pension unter Zugrundelegung bittere Beschwerde darüber, daß die Aufklärungsaktion, die schon drei Jahre dauere, Vorträge, Schulen, Bücher, Zeitungen, Propaganda, so erfolglos geblieben sei. In der Delegiertenversammlung des Moskauer Parteibezirks wurde beschlossen, die Säuberungsaktion auch weiter zu verfolgen. An die sozialistischen Mitglieder des Reichsstädtebundes. Bürgermeister Stoll in Lauenburg a. Elbe ladet alle sozialistischen Teilnehmer an der Tagung des Reichsstädtebundes in der Zeit vom 21. bis 22. September in Weimar in seiner Eigenschaft als Vertrauensmann zu einer Vorbesprechung ein, die eine Stunde vor Beginn der offiziellen Tagung im Kongreßsaal stattfindet. Die Drgesch" bestohlen. Aus Kassel wird gemeldet: Ein Einbruch mit politischem Hintergrund wurde Sonntag in den Geschäftsräumen des durch den Bolizeipräsidenten der Provinz Hessen- Nassau aufgestellten Jungdeutschen Ordens der heifischen Abteilung der ben gegen das Verbot eingeleiteten lage weg beziehen, sind Drgesch" verübt. Sämtliche Akten der Orgesch", die sich auf restlos gestohlen worden. " Die Regierung ist schuld! Das spüren jetzt auch unfere schwedischen Genossen bei den Wahlen. In 16 von den 56 Wahlkreisen haben sie gegen 1917 bisher 17 379 Stimmen und 6 Mandate verloren; ähnlich geht's den Liberalen. Die Rechte gewinnt. Gewerkschaftlicher Zusammenschluß in der Slowakei.[ Abendblatt angegeben, welche Gründe wir für ausschlaggegend halten Gewerkschaftsbewegung Am 5. und 6. September fand in Breßburg der Kongreß der und finden für unsere Auffassung auch eine Bestätigung in den Gewaltsame Absehung des Arbeitslosenrates. deutschen Finanzlage, Vermehrung des Notenumlaufs usw. Wir haben eine weitere Verteuerung der Lebenshaltung, dagegen eine Erleichterung des Exportgeschäfts zu erwarten. 2000 nene Wohnungen an der Ostsee. Gewerkschaftsorganisationen der deutschen und magharifchen Arbeiter Börsenzeitungen. Starte Nachfrage nach Devisen infolge des großen schaft aus der Slowakei statt, die bisher in einer Sonderorgani- Einfuhrbedarfs. Angst vor der Zwangsanleihe und Hamstern sation unter dem Namen„ Unia" organisiert waren. Die Organi- der ausländischen Wechsel als sichere Kapitalsanlage vor den Zur Wahrnehmung der Interessen der Arbeitslosen fation zählt 40 000 Mitglieder, von denen etwa 23 000 landwirt- Zugriffen der Steuerbeamten. Ferner soll New York systematisch Berlins besteht seit längerer Zeit ein aus den Kreisen der schaftliche Arbeiter find. Verhandelt wurde slowakisch, magyarisch europäische Devisen abstoßen, die Verschiebung der Genfer Kon Arbeitslosen gewählter Arbeitslosenrat. Wie aus den ganzen und deutsch. Gegenstand der Beratungen bildete der Anschluß ferenz und ein neues Diktat der Entente, Verschlechterung der Verhältnissen erklärlich, erwählten die Arbeitslosen zu ihren an eine einbeitliche Organisation in Prag. Vertretern Leute allerradikalster Gesinnung, zumeist Anhänger wurde einhellig beschlossen, die gegenwärtige Verwaltung zu er der K. A. P. D. Aber auch sie konnten natürlich den radikalen mächtigen, den Anschluß an die Prager Verbände zu beraten und Forderungen der Arbeitslosen nicht gerecht werden. Von gleichzeitig die Liquidation durchzuführen. bestimmter Seite wurde in Arbeitslosenversammlungen Berichtigung. In einer Notiz„ Drganisations zersplitterer an gegen die besoldeten Arbeitslosenräte fräftig Stimmung der Arbeit" in Nr. 438 war von dem Reichstagsabgeordneten Wie eine Korrespondenz mitteilt, beabsichtigen fast alle an der gemacht, da sie angeblich nicht fähig seien, Dr. Höfle behauptet worden, daß er als ehemaliges Mitglied des Ostsee gelegenen Gemeinden noch in diesem Herbst mit der Um die Interessen der Arbeitslosen wahrzunehmen. Die Räte", Deutichen Beamtenbundes gelegentlich des Kapp- Butsches gegen die wandlung von Sommerwohnungen( die bisher an Badegäste die offenbar nach Ansicht ihrer Genossen in ihrer Pfründe das Arbeitsniederlegung der Postbeamten gestimmt hätte. Dazu teilt bermietet wurden) in Dauerwohnungen zu beginnen. Mit als erste K. A.P.distische Klassenbewußtsein verloren haben, beant- uns Dr. Höfle mit, daß er an der entscheidenden Sigung des Deut diefer Gemeinden hat Saßnig 200 000 m. für die Heizbar worteten die Angriffe mit der Beschuldigung, daß die Hezze schen Beamtenbundes, in der über den Generalstreit beschlossen machung solcher Wohnungen zur Verfügung gestellt. Schäßungsvon Leuten ausgehe, die erst recht nicht fähig seien, die Arbeits- wurde, überhaupt nicht teilgenommen habe, da er um diese meise dürften im Verlauf dieses Herbstes auf diese Weise an der Zeit in Süddeutschland war. Er habe später öffentlich Ostseeküste rund 2000 Wohnungen hergestellt werden. Iosen zu vertreten und nur versuchen, persönliche Vorteile für erklärt, daß er den Generalstreit durchaus billige, Auf die Umwandlung der zu Hunderttausenden in Bade sich herauszuschlagen. da der geleistete Gid den Beamten verpflichte, die Verfassung gegen und Kurorten während acht Monate im Jahr leerstehenden Verlegungen zu schüßen. Wohnungen in Dauerwohnungen ist wiederholt hingewiesen worden.. Werkschulausstellung. In Verbindung mit der Hauptver- Das Leerstehen dieser Wohnungen ist sicher eine höchst unwirt sammlung des Vereins deutscher Ingenieure wird vom 17. bis ich aftliche Erscheinung, aber die Lösung hat eine besondere Nur Rentner fämen als Wohnungsmieter in 24. September im Lichthof der Berliner Technischen Hochschule eine Schwierigkeit. Werkschulausstellung durch den Deutschen Ausschuß für Technisches Frage, da an diesen Pläzen die Wohnungsinhaber als Geld Schulwesen veranstaltet. Die Ausstellung zeigt die Einrichtungen ausgeber, aber nicht als Geldverdiener, als Konkurrenten der der Werkschulen und Lehrlingswerkstätten der mechanischen In- Geschäftsleute benötigt werden. Ein Zwang, alle Rentner dustrie, sowie Arbeiten der Lehrlinge aus Werkstätten und Werk- in die Kurorte ansiedeln zu können, läßt sich nicht aus Auch die Flüchtlinge übervölkern heute die schulen. Ferner werden systematisch aufgebaute Lehrgänge zur üben. praktischen Ausbildung der Maschinenbaulehrlinge ausgestellt sein. weil sich ihnen dort noch am ehesten eine Eristenzmöglichkeit bietet. Wohl aber könnten zahlreiche Behörden und Korporationen, Achtung, Bauarbeiter! deren Sitz nicht unbedingt an eine bestimmte Stelle gebunden ist, in die Bäder und Kurorte verpflanzt werden, auch viele Vereine, Verbände, Syndifate usw. ihre Bureaus dorthin verlegen. Der jezige Zustand, daß Hunderttausende von Wohnräumen leer stehen, zwingt jedenfalls zu einer planmäßigen Ums stellung. Nur ernstlich wollen muß man! des Gestern vormittag ereilte die beamteten Räte ihr Schicksal. Ein Demonstrationszug Arbeitsloser zog zur Klosterstraße, wo der Arbeitslosenrat in den Räumen der Erwerbslosenfürsorge seinen Sitz hat, und verlangte stürmisch die Absetzung der vermeintlichen Renegaten. Da diese freiwillig der Aufforderung zum Verschwinden nicht folgten, wurden sie schließlich gewaltsam aus den Diensträumen entfernt. Ueber die Bedeutung der Arbeitslosenräte kann man sehr verschiedener Meinung sein. Ein wirklich sozialistisch geschulter Arbeiter wird als beste Vertreterin seiner Interessen auch bei Arbeitslosigkeit immer noch seine gewerkschaftliche Organisation betrachten, die täglich und stündlich den Kampf um die Besser- Die vom Bauarbeiterverband verausgabten Sammellisten für stellung der Berufskollegen führt. Die Ganzradikalen sehen den Wiederaufbau des Leipziger Volkshauses find unverzüglich im freilich in den freien Gewerkschaften konterrevolutionäre Ge- Bureau Deutschen Bauarbeiterverbandes, Engelufer 15, bilde, die man nicht fördern, wohl aber mit allen Mitteln 3immer 53, abzuliefern. Deutscher Bauarbeiterverband, Bezirksverein Berlin. bekämpfen darf. Und darum glauben wir, daß in diesen Streisen nicht eher Vernunft einkehrt, bis einer nach dem Angestellte der Gesundheitsindustrie. Donnerstag, den 16. Sepanderen abgewirtschaftet hat. tember, abends 8 Uhr, in den Konzertfälen, Kommandantenstr. 58/59, Ver ſammlung aller in den Afa- Verbänden organisierten Kolleginnen und Kollegen der Gefundheitsindustrie. Tagesordnung: Ablehnung oder Annahme des Schiedsspruchs? Die Funktionäre der Branche müssen bereits um 6 Uhr zur Entgegennahme wichtiger Informationen erscheinen. Zentralverband der Maschinisten und Seizer, Bezirk Lichtenberg. Sonnabend, den 18. September, 18 Uhr, Scharnweberstr. 60: Mitgliederversammlung. Bund der technischen Angestellten und Beamten. Mittwoch, den 15. September: Charlottenburg II: abends 7%, Uhr, in der Gemeindeschule, Bestalozziftr. 40: Mitgliederversammlung. Fachgruppenbersammlung 1 f: Elektrotechnik( Schwachstrom), abends 7%, Uhr, in den Musiker Festsälen, Kaiser Wilhelm Str. 31.- Versammlung der Verfrauensleute im Brauereigewer be: abends 7%, Uhr im Zentralverband der Angestellten. Streit der Industrienngestellten in Anhalt. Dessau, 14. September.( Eigener Drahtbericht des„ Vorwärts".) Langwierige Verhandlungen zwischen der Landesarbeitsgemeinschaft der Angestelltenverbände und dem anhaltischen Arbeitgeberverband haben sich zerschlagen. Die Angebote des Arbeitgeberverbandes genügen den Angestellten nicht, so daß selbst die Vermittlung des Staatsrats für Anhalt den heute ausgebrochenen Streit nicht verhindern konnte. Es sind schon im Ausstande die Angestellten von Dessau und Roßlau, insgesamt annähernd 2500 An gestellte. Falls es nicht zu neuen Verhandlungen fommt, steht die Ausdehnung des Streits über ganz Anhalt bevor. Damit ist auch die Gefahr einer völligen Stillegung der anhaltischen Industrie verbunden. Es steht indes zu erwarten, daß noch einzuleitende Verhandlungen diese letzte unabsehbare Folge verhüten werden. Streit im Kurz-, Galanterie- und SpielwarenGroßhandel. Städte, 6000 M. flatt 2300 für eine Tonne Raps. Eine höchst unerfreuliche Tatsache für die Beschäftigung möglichkeit der deutschen Delmühlen ist die Aufhebung der Bewirtschaftung der inländischen Delsaaternte, die früher wenigstens zu 2, vom Reichsausschuß erfaßt wurde und auch in diesent Jahre mindestens 50-60000 Tonnen gesichert hätte. Der Uebernahme preis war für 1920 auf rund 2000 m. pro Tonne fest gefeßt. Das Del aus der inländischen Ernte würde sich für den Reichsausschuß auf etwa 6,50 M. gestellt haben und dieser gegenüber den Weltmarktpreisen billige Einstandspreis hätte die Gesamt bestände des Reichsausschusses und damit zugunsten der Allgemeinheit die Fettnahrung berbilligt. Die Freigabe der in ländischen Delsaaternte batte zur Folge, daß die Preise für die Saaten sprunghaft anzogen und Deutscher Transportarbeiter- Verband. Sektion II. Betriebsräte heute franto Verladestation 6000 Mart für Raps und Betriebsobleute aller Branchen. Donnerstag, den 16. September, abends 6%, Uhr, allgemeine Bersammlung, im Lokal Englischer betragen gegenüber dem festgesetzten Uebernahmepreis von Hof, Alexanderstraße 27c. Tagesordnung: Der Betriebsrätekongreß und 2300 M. Die Preissteigerung von 3700 m. pro Tonne oder von 185-222 millionen Mark auf die oben die Wahl der Delegierten. 16. September, abends 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Restaurant. Ber- gemeinheit Deutscher Sutarbeiter- Verband( Putzbranche). Donnerstag, den geschätzte Menge fließt zum Schaden der Allsammlung der Bugmacherinnen. Wirtschaft Weitere Abschwächung unserer Valuta. Nachdem die den Arbeitgebern vom Zentralverband der Angestellten gestellte Frist zwecks Anerkennung des Schiedsspruches ergebmistos abgelaufen ist, machen die Angestellten von ihren gewerkschaftlichen Machtmitteln Gebrauch. Zunächst ist eine Gruppe des Arbeitgeberverbandes, nämlich der Kreis um die Firma Es fofteten in Mark am: H. Schubert, Alexandrinenstraße, seit Montag früh stillgelegt 100 holländische Gulden worden. Einen Erfolg konnten die Angestellten bereits buchen, da 100 dänische Kronen cine bedeutende Firma den Schiedsspruch für sich anerkannt hat. 11 14. 9. 1852, 813, und des Reiches der Landwirt schaft und dem Handel zu. Die Wirtschaftsgesellschaft der deutschen Delmühlen hat zwar versucht, die unberechtigte Preistreiberei deutscher Raps tostet heute trotz seiner geringeren Qualität mehr als indischer Raps hintanzuhalten, indem sie ihren Gesellschafter verpflichtete, einen Preis von 4500 m2. frei Ent ladestation nicht zu überschreiten, jedoch hat diese Maßnahme bisher die erhoffte Wirkung nicht ausgelöst, wenn sie auch wenigstens ver hindert hat, daß der Preis infolge der gegenseitigen Kon furrenz der Mühlen noch höher getrieben wurde, als er heute steht. Bei der Freigabe der Delsaaten hat sich die im leßten Jahre beim Hafer gemachte Erfahrung in vollem Umfange bestätigt. Bei der Schlesischen A.-G. für Bergbau und Zinkhüttenbetrieb in 920, Lipine ist eine bedeutende Transaktion im Gange. Es handelt 25,53 sich dabei um eine Verschmelzung des gesamten Fürst 25,03 Hendel von Donnersmarckichen Privatbesizes, der Gruben und 20,06 ütten, mit der Schlesischen Gesellschaft in Lipine. Die 82,90 diesbezüglichen Verhandlungen sind, wie die Brest. 8tg." hört, bereits zum Abschluß gelangt. 22. 7. 6. 8. 1371,40 1539, 645,65 705, 856,40 901, 1211, 648,15 705, 810, 148,20 152, 181, 698.20 765, 24,08 25,401 23,78 24,15 23,98 24,40 84,721 84,60 630,65 685,60 835, 40,25 46,67 60, 339,35 355, 410, 152,40 168, 207, 319,65 333,35 377, 223,35 235,25 100 schwedische Kronen 100 norwegische Kronen Achtung, Betriebsräte! Heute, 3½ Uhr, im Moabiter Gesell- 100 finnische Mark. schaftshaus", Wiclefstr. 24, Versammlung aller Betriebsräte 100 Schweizer Franken der Metallindustrie. Tagesordnung: 1. Der kommende 100 österr. Kronen( altes) Reichsbetriebsrätefongreß 2. Aussprache über die neue Arbeits- 100 deutsch- österr. Kronen 100 ungarische Kronen ordnung. Zutritt nur gegen Vorzeigung des Gewerkschafts100 tschechisch- flował. Kronen ausweises' und der Betriebsrätelegitimation. 7 1hr bei Schulz, Am Königsgraben 2: Versammlung aller 100 spanische Besetas Betriebsräte des Deutschen Bekleidungsarbei= 1 amerikanischer Dollar terverbandes( Schneiderverband). Tagesordnung: Stellung 100 belgische Franfen. 1 englisches Pfund nahme zum Betriebsrätefongreß und Wahl eines Delegierten. Eintritt nur gegen Vorzeigung der Mitgliedstarte und 100 französische Franken. Ausweis der Betriebsrätezentrale oder der 100 italienische Lire Näteorganisation der S. P. D. Ohne Legitimation fein Alle Ursachen des scharfen Weichens der deutschen Valuta sofort Eintritt. zu erkennen, ist kaum möglich. Wir haben bereits im gestrigen Hermann.Tietz 244, Damen- Bekleidung KinderKinder- Bekleidung und ca. 3 Jahre warme Stoffe, ...... Von 92º an " Holländischer Auftrag für Krupp. Nach einer T.-U.- Meldung hat Holland zum Gebrauch für Java 37 2okomotiven von Krupp gekauft, der die amerikanischen Lieferanten unterbot. Verantw. für den redatt. Teil: Dr. Werner Beiser, Charlottenburg; für Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Verlag: Vorwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Bor wärts- Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. Hierzu 1 Beilage. Ausstellung neuer Damen- und Kinder Bekleidung Blusen und Unterröcke aus dunkelblauem Baumwoll- Flanell, mit farbigem Paspel 5950 garniert, offen und geschlossen zu tragen... Bluse aus blaugrün- schottischem Stoff, Kragen und Manschette 7850 mit Tresse garniert.. Bluse and millelfarbigen Streifen aus welchem warmen Baumwoll- Flanell in hellen 7650 8950 Mädchen- Wintermäntel 7800 Bluse 60 cm leng, von 14500 Knaben- Pyjacks aus farbigen Winterstoffen, für Wollene Mädchen- Kleider Kleider in grosser Tanzstunden- Kleider besonders billig Pelzmäntel für Damen, besonders preiswert Fuchskragen von 195.00 an Kleiderröcke Stolen.... aus kräftigen 5900 6900 Jackenkleider... reus dunklen 26500 39000 59000 Nachmittags- Kleider...... 590°° 790°° 975°° Tanzkleider Mädchen.... 49000 52500, 590°° Helle Flauschmäntel 590° 790°° 97500 Wintermäntel stolen.... aus dunklen 17500 19800 29000 Astradhanrimmer- od. Mäntel........ 675°° 950°° 125000 Krim Seidene Plüschmäntel in allen Preislagen Strumpfwaren Damenstrümpfe Baumwolle, gewebt, schwarz Baumwolle, gewebt, 1075 Damenstrümpfe schwarz........... 1150 Mako, gewebt, 1650 Damenstrümpfe schwarz..... Damenstrümpfe eine Welle, gewebt, 2550 reineWelle, schwarz Auswahl Spezial- Trauerabtellung Stock Maßanfertigung in kürzester Zeit, auch von zugegebenen Sloffen Herrensocken Baumw., gewebt, farbig 875 Herrensocken Baumwolle, gewebt, fein975 Herrensocken Baumw., gestrickt, meliert 1050 Herrensocken weldie Qualitat....... 1450 Wellgemischt, meliert, Kinderstrümpfe in allen Grössen und Preislagen Wolle plattiert und reine Wolle, schwarz Bluse aus guter Paillette- Seide, reich mit imitiertem Handstich verarbeitet, fesche Form 15850 Unterrock aus Baumwoll- Velours, mit hohem plissierten 4650 Ansalz... Garnierung in verschiedenen Farben..... Unterrock aus gutem Halbtuch, Ansatz mit Blenden- 7450 Unterrock aus Trikot, mit plissiertem schottischen 5450 74.50 Unterrock aus Schapp- Seide, hoher Ansatz mit Säumchen- 12150 Volant Garnierung Trikotagen alle 5500 Herrenhemden makofarbig, Herrenhemden wollgemischt, alle Grössen. Grössen. Baumw., meliert, ge56°° Herren- Beinkleider Strickt, alle Grössen 2350 Baumw, meliert, la Herren- Beinkleider Qual, alle Grössen 24.00 Jacke u. Beinkleid, Herren- Garnituren farbig, alle Grössen 4850 Baumw., Damen- Schlupfhöschen. 2850 Damen- Reformhosen rine, alle Gröss. 4500 Damenhemdchen plattiert, natur. 1950 Arm Wolle Kinderleibhöschen wollgemischt, und Kindersweaters in allen Grössen und Preislagen 45$ ❖ 5?. Jahrgang Heilage öes Vorwärts MÄwsch, 15. September 192� Parteigenossen! Auf Grund des Organisationsstcituts der Partei beruft °er Parteivorstand den nächsten Parteitag auf Sonntag, öen IS. Oktober, abenös S Uhr, Nach Kassel(„Stadthalle") ein. Als vorläufige Tagesordnung ist festgesetzt: t. Bericht des Parteivorstandes: a) Allgemeines. Referent: Wels. b) Organisation und Kasse. Referent: Bartels. 2. Bericht der Kontrollkommission. Referent: B r ü h n e. 3. Bericht der Reichstagsfraktion. Berichterstatter: Hilde- b r a n d. 4. Bericht vom Internationalen Sozialistenkongreß in Genf. Referent: Meerfeld- Köln. 5. Die Wohnungsfrage. Referenten voraussichtlich Paul Hirsch und E n g l e r- Freiburg. 6. Das Parteiprogramm. Referent: Dr. Adolf Braun. 7. Anträge. 8. Wahl des Parteivorstandes, der Kontrollkoinmission und des Ortes, an dem der nächste Parteitag stattfinden soll. Parteigenossen l Wir fordern Euch aus. die Vorarbeiten für den Parteitag, besonders die Wahlen der Delegierten und die Stellung von Anträgen, rechtzeitig zu'bewirken. Die ll n t räge der Parteiorganisationen müssen spätestens am 17. September im Besitze des Parteivorstandes sein, wenn sie nach den Bestimmungen des Organisationsstatuts veröffentlicht werden und in der ge- druckten Vorlage Aufnahme finden sollen. Die an den Partei- dorstand einzureichenden Anträge find, jeder für sich, auf ein besonderes Blatt Papier zu schreibe». Nur eine Seite des Papiers darf beschrieben werden. Den Anträgen beigegebene Begründungen können nicht veröffentlicht werden. * Am 9. Oktober, vormittags 10 Uhr, findet in Kassel (»Stadthalle") eine � � Reichsfrauenkonferenz Vorläufige Tagesordnung: 1. Die politische und organisatorische Wirksamkeit der Frauen in der Partei. Neferentinnen: Gen. P f ü l f und R ö h l. 2. Wohlfahrtspflege und Jugendwohlfahrt. Referenten: Genossin Bios und Genosse C a s p a r i. Zur Teilnahme berechtigt sind ans jedem Partcibczirk 1�-2 Delegierte, die weiblichen Delegierten zum Parteitag und die weiblichen Mitglieder des Reichstags. Sofern männ- liche Genossen von ihrer Bezirksleitung mit Mandat versehen werden, sind sie zur Teilnahme an der Reichsfrauenkonferenz berechtigt. Die Bezirksleitungen werden dringend ersucht, dem Parteivorstand die Namen der gewählten Delegierten unter genauer Adressenangabe möglichst bis zum 2ö. September witzuteilen. damit ihnen das Mandat, die Vorlagen und sonstigen Mitteilungen zugestellt werden können. « Wegen Wohnungsbeschaffnng müssen sich die Delegierten beim Lokalkomitee melden: Adresse: C. Struve, Kassel, Spohrstr. 6. Berlin, den 26. August 1320. Der Parteivorstand. GroßÄrM Volkspark am Äehensee. Eine gärtnerische Sehenswürdigkeit. In C k> a r l o t t'e n b u r g ist nun auch die zweite Parkanlage am Lietzensee fertiggestellt. Diese Anlagen sind Notstandsarbeiten, die bereits während des Krieges geplant und zum Teil auch schon begonnen worden waren. Durch diese Anlagen ist Charlottenbnrgs denen Parks und Schmnckplätze seit einigen Jahren durch ihre außer- ordentlich künstlerische Eigenart auffallen, um eine seltene Schönheit bereichert worden. Der alte Witzlebenpark war dem Publikum bisher der« schlössen geblieben, ein kleiner Teil in der Nähe der neuen Kant- straße neben dem inzwischen abgebrochenen Sommerrestanrant von Sonncmann war allerdings schon vor Jahren den Kindern als Spielplatz geöffnet und ein weiterer Teil, auf dem jetzt die blockhaus- Die Waffeneinsammlung. Heut? beginnt die Frist der freiwilligen Wasfcnablicfcrnng. Selten ist ein Gesetz unter so schwerem Druck zustande gekommen wie das Entwaffnungsgesetz. Versailles und Spa haben Reichs- regierung und Reichstag gezwungen, dieses Gesetz zu erlassen. Die Nichterfüllung der Kohlenablieferungspflicht und. die Nichterfüllung der Entwaffnungspflicht setzen Deutschland der großen Gefahr einer erweiterten Besetzung deutschen Bodens aus. Jclder Deutsche muß seine gesetzliche Psticht erfüllen und Sie1 Waffen abliefern. Der Entschluß dazu ist ihm leicht gemacht»vor- den. Das Gesetz sichert jedem in der Zeit vom 15. September bis zum 1. November Abliefernden völlige Straffreiheit wegen unbefugter Aneignung dex Waffen und wegen Zuwiderhand- lung gegeu die bisher erlassenen Vorschriften über die Waffen- abgäbe zu. Nach dem 1. November ist die Zeit der Freiwilligkeit vorüber und der harte Zwang und die Schärfe des Gesetzes werden Platz greife» und den treffen, der sich der Wasfcnabliefernngspflicht entzogen hat. artige rote Holzkirche steht, konnte gegen ein festes Jahresabonne- ment von früh bis abends täglich als Sommerfrische benutzt werden, indessen,' das herrliche Gelände war doch zum größten Teil der Allgemeinheit entzogen. Der Spaziergänger sah sehnsüchtig hinter die Gitter und über die Zäune hinüber, nach den alten Eichen und Rüstern, er wußte die Stellen, wo Jasmin und Akazien blühten und dufteten, er'wußte von dichten Holuuderbnschen, die ganz von weitem zu Pfingsten ihre weißen Blnmengesichter zeigten, und in den kurzen Sommernächten schlug in manchem Jahr die Nachtigall; wer die Nistplätze kannte, hörte sogar den scheuen Kückuck rufen. Aber alles dies ganz von weitem wie ans einem verwunschenen Märchenwald. Die mächtigen Baumbestände, die die tanggrünen Wasser des Lietzensees umschlossen, sind nun gelichtet worden, um eine Park- anlage zu schaffen, die zu den gärtnerischen Sehenswürdigkeiten Groß-BerlinS gehört. Wo es anging, hat man die uralten, schattigen Bäume stehen lassen und die Schönheit des großzügig angelegten Witzlebenpasks erhalten. Neu und praktisch sind die runden Plätze init den einfachen Bänken, die unauffällig dem Ganzen eingegliedert sind, neu sintz auch die schmalen und breiten Wege, die man geschickt dem Gelände angepaßt hat, dessen hügelige Hänge hin und wieder an alte Wallgräben erinnern. Indessen nichts erinnert an die dunkel- grünen, langweiligen, immer ein wenig verstaubt wirkenden Anlagen früherer Jahrzehnte: hier gibt es Farben, viel bunte Farben, die in reinen Tönen zusammenfließen und große Blumenbeete dar- stellen, auf denen die schönen alten Staudengewächse aus Urgroß- multers Garten wieder zu Ehren kommen. Am Wasser stehen die zweifarbigen Schwertlilien mit den scharfkantigen Blättern unter den elegischen Hängeweiden, es gibt Riesenbeete aus buntem Phlox. Steinnelken zeigen ihre zierlichen Blütenbüschel, und die hohen Goldruten glänzen metallisch. Zwischen Schilf und Rohr lugt ein kleiner Anlegesteg ins Wasser hinein, im Grase tummelt sich eine Hühnerschar, die zum kleinen Försterhaus gehört, das halb versteckt hinter den Akazien steht. Die Straße ging früher einmal daran vorüber, jetzt liegt eS tief im Tal. Vor Jahren wurde die Straße aufgeschüttet, vor Jahren, als sie noch ein schmaler Waldweg und der Lietzensee ein schlammiges Gewässer war, in dem die Unken konzertierten. Wer erinnert sich noch daran? Der Lietzensee hat Toilette gemacht, im Witzlebenpark steht noch manch' ein Baum, der ihn von früher her kennt. Da ist z. B. der efeuumspolmene Eichenstumpf, sein Nachbar war ein kleines, inzwischen abgebrochenes Borkenhäuschen mit einem Belvedere. Belvedere und Borkenhäuschen sind dahin, dafür gibt es schöne, neue Brückenbogen, im Park und Rosengänge und Sonnenwiesen. Sehr gut fügt sich dem Gelände die alte Sandsteinfigur ein, die früher in den Anlagen der Schloßstraße stand, eine antikisierte Frauengestalt auf einem Empiresockel, im Bolksmund„Lenore" geheißen. Man Ijat diese„Weiße Frau" in den neilerstandenen Park entführt, ihre rhythmischen Bewegungen passen sich den Linien diese? großen Gartens an. ihre tragischen Gebärden stimmen zn den sil- brigen Trauerweiden, die den alten, bielfach umgestalteten Lietzensee umkränzen, der einst ein adliger Besitz, jetzt ein Teil des schönsten Volksparks geworden ist. Die Sauräte für Groß-Serlin. Der 25er-Ausschuß beschloß in seiner gestrigen Sitzung zunächst das Siedlungs- und Wohnungswesen vom Hoch- bau zu trennen. Als Dezernent des Hochbauamts wurde der bisherige Baurat Ludwig Hofsmann ohne Widerspruch ge- wählt. Als Kandidaten für dos Tiefbaudezernat standen sich gegenüber die Stadtdanräle Krause, Hahn- Neukölln, B e u st e r, Leiter des Wohrningsverbandes, und Herr I e n s ch. Getvählt wurde mit 14 gegen 11 Stimmen Stadtbaurat Hahn, nachdem dieser sich dem Ausschuß vorgestellt und über seinen Bil- dungsgang sowie seine bisherige Tätigkeit in großen Umrissen Vor- trag gehalten hatte. Die Wahl des Verkebrsdezerncntcn wurde noch bis zur nächsten Sitzung vertagt. Vorgeschlagen wurden für diesen Posten die Herren Pros. Giese und Oberingenieur Adler von der Großen Berliner Straßenbahn. Die Vertreter der Deutschen Volkspartei traten deS« halb für Vertagung der Wahl ein, weil erst Erkundigungen darüber eingezogen werden sollen, ob Herr Adler, der O este rrei cki e r ist, für diesen Posten überhaupt in Frage kommen könne. Hoffenllich steht Herr Adler nicht irgendwie in verwandtschaftlichen Beziehungen zu dem bekannten Sozialisten Friedrich Adler. Die Besetzung des Dezernats für Maschinen- und Wärmetechnik wurde gleichfalls vertagt. Vorgeschlagen wurden hierfür u. a. die Herren Konrad Müller, Direktor des siädüschen Fahrparks, Bergassessor Herten und Wasserwerksdirektor Kühne. Die Herren Müller und Herten sollen zur nächsten Sitzung, die für Donnerstag im Anschluß an die Stadiverordnetensitzung anberaumt ist, geladen werden. Tie Wahl der Vorsitzenden der Bezirksämter. Wie wir hören, hat setzt zu der Frage, wie die Borsitzevden der Bezirksämter und ihre Stcllverlreler gewählt werden, auch der Oberpräsident Stellung genommen. In den Ausführungs- Bestimmungen zum Gesetz vom 27. April d. I. ist zu 8'23 ausdrück- lich bemerkt, daß bei der erstmaligen Besetzung des BezirlSamls Das Lichl der Heimak. 13) Bon August hlnrichs. Eines Tages, so glaubte er fest, würde irgend etwas Wunderbares in sein Leben treten. Aber Moor und Heide blieben leer. Nur, daß einmal im Winter Männer kamen mit Meß- stangen, Karten und langen Leinen. Die waren auff des Voßbauern Heide tagelang beschäftigt, kleine Pflöcke einzurammen und Pfähle aufzusetzen. DaS dauerte ein paar Wochen, dann blieben sie aus, und die Heide lag wieder ein- jam unterm Schnee. Aber dann, an einem Frühlingstage— Dicrk sollte bald seinen ersten Schulgang antreten— war das Wunder leibhaftig da. Ein jäher, gellender Pfiff riß ihn frühmorgens aus dem Haus, ein dumpfes Dröhnen erschütterte draußen die Luft, er rannte erschrocken herum und sah plötzlich auf der Heide ein Ungetüm stehen, ein riesiges Ungeheuer, schwarz und groß, das mächtige Rauchwolken in die Luft stieß. Er wollte zu den Eltern ins Hans flüchten, aber als er sich umwandte, standen sie beide hinter ihm vor der Türe und sahen nach dem schwarzen Ding hinüber. „Mutter." schrie er auf und wollte unter ihre Schürze flüchten,„was ist das?" Sie lachte ihn nicht aus, sie nahm ihn bei der Hand und hielt ihn krampfhaft fest. „Das— das ist— der Voßbauer," flüsterte sie und sah starr hinüber. Da, jetzt bewegte sich das Ungetüm, pustend und grollend, kroch langsam vorwärts und stieß zischend wechc Dampswolken von sich. „Ja, lütten Dierk— das ist ein Dampfpflug, sagte Harm und legte ihm die Hand auf den Kopf. Und dann standen sie alle drei still da auf ihrem eigenen kleinen, mühsam hergerichteten, dürren und unfruchtbaren Anwesen und sahen zu, wie das große Ungeheuer langsam und schwerfällig, aber sicher und unaufhaltsam weitertroch und hinter sich'eine tiefe Furche aufaebrochenen Landes zu- rücklicß. Eine seltsame Beklommenheit erfaßte sie. Drüben liefen Arbeiter herum und eine helle Stimme, bei deren Klang Meta zusammenzuckte, gab Befehle. Da schüttelte Harm den Kopf, nahm seinen Spaten— wie lächerlich klein ihm der jetzt plötzlich vorkam— und meinte:„Ja— dagegen kommt man Wohl nicht an." Meta wollte auffahren, aber sie sagte nichts, warf nur den Kops in den Nacken und ging stumm ins Haus. Dierk aber blieb, fest ans Haus gedrückt, stehen und alle Wundergeschichten aus dem Moor wurden ihm plötzlich leben- dig, so unerhört und gewaltig erschien ihm das, was er hier zum ersten Male in seinem Leben sah. Unablässig kroch das schwarze Ungetüm über den Boden und fraß, ein riesiges, unersättliches Tier, den braunen Pelz von der Heide. Wie eine große offene Wunde blieb die Erde bloß und zerbrochen hinter ihm zurück. Tag für Tag hörte Meta das Summen und schwere Schütter» herüberdröhnen— sie glaubte es nachts im Schlaf zu hören und warf sich unruhig hin und her. Immer, wenn sie draußen war, mußte sie hinübersehen — eine ungeheure Fläche war das, die da umgebrochen wurde. „Ist das nicht verrückt, die ganze Heide umzuwühlen?" fragte sie Harm,„was will er damit?" Was mag er wollen? Ein Teufelskerl ist das!" Da begehrte sie auf:.„Ach was Teufelskerl— verrückt ist er! Kann er das bearbeiten? Was soll da wohl wachsen? Wir quälen uns doch schon die ganzen Jahre hier ab und haben wir je eine gute Ernte gehabt? Mehr als wir kann er doch auch nicht machen!" „Ja," sagte Harm,„ich weiß nicht, woran es liegen mag," und seine Stimme klang ganz mutlos.„Er soll uns in Ruhe Tassen," fuhr Meta heftig und unvermittelt ans, daß Harm sie verwundert ansah. Ließ er sie denn nicht in Ruhe? Kein einziges Mal war er wieder auf ihren Hof gekommen, aber obwohl sie ihn nur von weitem sah, peinigte seine Gegenwart sie und machte sie ganz unruhig. Sie ertrug es nicht. Nein, sie ertrug es nicht. Eines Nachts fuhr sie im Bett hoch und sogte es laut vor sich hin. Sie grübelte— was ertrug sie nicht? Daß er da war, in ihrer Nähe? Ach, das war es ja nicht. Aber daß er schaffte, wagte, große Pläne hatte— und daß sie hier stillsaß und zusehen mußte, das war's. Ja, kühn war es, daß er sein Geld da hineinsteckte. Das ganze Dorf schüttelte die Köpfe und die meisten lachten ihn aus. Seit Jahrhunderten, Jahrtausenden war da nichts ge- wachsen, konnter er hier ettvas herauszaubern? War die Saat nicht verloren, die da hineinkam? Was hatten sie nicht schon für Arbeit mit ihren paar Aeckern! Weiß Gott, wenn sie sich nicht übermenschlich quälten, kam nichts heraus. Und vorwärtskommen, wie sie gehofft hatte? Sie lachte bitter auf. Aber er hatte ja studiert, und sie hatte wohl einmal ge- hört, daß man mit künstlichen Düngemitteln die Erde der- wandeln könnte. Aber Harm und sie, sie hatten es beide nicht gelernt. Ach— warum mußte sie hier stilliegen! War denn keine Hoffnung, jemals in die Höhe zu kommen? Nein, gar keine Hoffnung! Eine große Angst überfiel sie. Aber sie wehrte sich: sie wollte nicht, sie durfte nicht aufhören zu hoffen, ihr Kind war ja dw?' Da stand sie leise auf und beugte sich über den schlafen- den Dierk. Und plötzlich mußte sie beten:„Lieber Gott, laß ihn nicht umkommen in der Enge, mach' ihn nicht zu be- scheiden, gib ihn: Mut und Kraft, daß er auch einmal etwas wagt." Dierk sah mit dem unbewußten Scharfblick des Kindes, daß seine Mutter sich quälte und daß die große Maschine aus der Heide daran schuld war. Heimlich schlich er in den Deepengrund, versteckte sich hinter einen: dichten Ginstcrbusch und wartete, bis das machtvoll grollende Riesending in seiner Nähe vorbeirasselte. Wie pulmp und unbeholfen es heran- kam— er haßte es, ja, er hatte eine Wut darauf. Jäh nahm er einen Stein und schleuderte ihm den ans den eisernen Leib, aber der Stein prallte ab und fiel machtlos zur Erde: selbst der Schall von dem Aufschlag wurde vom stählernen Getöse verschlungen. Er stand noch verdutzt, da packte ein großer Mann in langen Neiterstiefeln ihn in: Nacken und hob ihn lachend hoch: der Voßbauer hatte ihn beim Kragen. „Junge," sagte er,„was kannst du vergrellt kucken: gefällt dir das Ding nicht?" „Nein," sagte Dierk und strebte von seinem Arm wieder auf die Erde herunter,„und meine Mutter mag es auch nicht leiden." „So, so," sagte der Voßbauer und dachte:„also einen solchen Zorn hat sie immer noch auf dich." Er sah den Jungen an und fand dasselbe tiefe, leuchtende Braun in seinen Augen wie bei der Mutter. Da faßte er ihn, fast wider seinen Willen, mit einer rauhen Zärtlichkeit bei der Hand und sagte: „Komm, soll ich dir das Ding mal zeigen? Kannst sogar drauf sitzen, wenn du Lust hast." Aber der Junge riß sich los und schrie heftig:„Ich will aber nicht, hörst du? Ich will und will das nicht." Wie er mit den Füßen stampfte! Genau wie die Mutter, als ihr stolzer Mund zum Küssen gezwungen wurde. Ein jähes Verlangen nach ihr riß den Voßbauern hin, er packte ihren Jungen— ihren— und hob ihn hoch: es zwang ihn etwas, diese kleinen zornigen Lippen zu küssen. Im Nu hatte er einen Schlag mitten ins Gesicht. „Ich will nicht, du. Und das schwarze Ding da, das schlag ich dir kurz und klein, wenn ich groß bin." Der Voßbauer sah ihm nach, wie er fortlief. Er lachte auf, aber es klang hart und gezwungen. Dann drehte er sich nm und ging hinter dem Dampfpflug her, der weiter seine Furche zog. unbeirrbar, zäh und unerbittlich, und mit dem stählernen Messer den Leib der Erde zerriß. (Forts, folgt.) Heute 18 Uhr: der Magistrat den Vorfizenden und dessen Stellvertreter, die uns erst jest mitgeteilt wird, der in den 60 er Jahren stehende Bezirksversammlung die übrigen fünf Mitglieder wählt. Metallichleifer Hermann Bison aus der Cuvrystraße so schwer, Mahlsdorf. Schule Walderseestraße. Vortrag: Was ist Kommunis Der Oberpräsident hat nun in einem auf Anfrage er- daß er nach einem Krankenhaus gebracht werden mußte, wo er mus. Prenzlauer Vorstadt. Schule Senefelder Str. 6/7. Vortrag: gangenen Bescheide ausführlich dargelegt, wie diese Vorhoffnungslos darniederlegt. Der Unfall ereignete sich an Ferdinand Lassalle. Rosenthal. Schule Kastanienallee. Vortrag: Are schrift der Ausführungsbestimmung durch die Entstehungsgeschichte einer mit ungefähr 1000 Umdrehungen pro minute laufenden beiter und Bürgersport. Tempelhof. Ryzeum, Germaniaftr. 6/7. Buchholz. des Gesezes gerechtfertigt und außer 3 weifel gestellt wird. Schleifscheibe, die aus unaufgeklärter Ursache zerplate Boutrag Die Stellung der Sozialdemokratie zur Kirche. Der eigentliche Beweggrund der gefeßlichen Vorschrift in§ 23 ist und dabei den Arbeiter schwer am Kopfe verlegte. Die Schuld 7 Uhr im Lokal Becker in der Lindenstraße. Alle Mitglieder müssen erPotsdam. Freitag Gemeindeschule, Berliner Str. 19. Bunter Abend. das Streben gewesen, die zahlreichen, in den einzelnen Groß- foll den Betriebsleiter ad bush treffen, der trotz wiederholter scheinen. Neuausnahmen finden statt. Berliner Gemeinden beschäftigten erfahrenen Personen, die Vorstellungen der Arbeiter die Anbringung von Schußbei Inkrafttreten des Gefeßes verwendbar werden, wenigstens teil- vorrichtungen unterließ. So wird im Interesse des weise für das neue Gemeinwesen weiter nugbar zu machen. Dies Kapitalismus mit Arbeiterleben gespielt. würde nicht möglich sein, wenn die einzelnen Bezirke die Wahl nach ihrem Belieben vornehmen. Nur der Gesamt- Magistrat ist in der Lage, die verfügbaren Kräfte in angemessener Weise auf die Befe zu verteilen. # Das nächste Sädtische Volkskonzert des Philharmonischen Orchesters unter Leitung von Richard Hagel findet am Donnerstag, 8 Uhr, in der Brauerei Königstadt, Schönhauser allee 10/11, statt. Borverfauf in der Zentralstelle für Volkswohlfabit, Augsburger Straße 61, in der Berliner Gewerkschaftskommission. Engelnfer 15, im Bigarrengeschäft von Horsch und in dem betreffenden Stonzertsaal. Aus aller Welt. Blatternfälle in Wien. erlegen, ein Fall ist noch zweifelhaft, die anderen Kinder befinden sich bereits wieder außer Gefahr und geben der Geneiung entgegen. Die Pflegerinnen waren sämtlich geimpft und bei ihnen ist die Krankheit nur in einer ganz leichten und gefabriosen Form aufgetreten. Sie sind fast vollkommen wiederhergestellt. Es ist gelungen, jede Ansteckungsmöglichkeit hintanzu halten. Anlaß zu Besorgnissen ist nicht mehr vorhanden. Am 17. Auguft wurde in das Wiener Rudolfinerhaus. ein Säugling gebracht, der nach einem chirurgischen Eingriff an Der Brandenburgische Provinziallandtag. Blattern erkrankt ist. Das Kind war aus Schönabrunn bei Dienstaa mittag trat der Provinziallandtag im Landeshause Der Moralunterricht in Reinickendorf. Auf Veranlassung der Prellenkirchen an der ungarischen Grenze gebracht worden und A seiner 49 Tagung zusammen, der letzten in feiner jetzigen Reinickendorfer Schuldeputation werden seit dem April d. J. die- trug zweifellos bereits die Krankheitsfeime in sich. Weder die Be Zusammenfeßung. Die Abgeordneten aus allen Teilen der Mark ienigen Kinder, die vom Religionsunterricht befreit sind, einem der aleiperionen noch der Arzt, der ihnen ein Begleitschreiben mit waren zahlreich erschienen; auch der Reichswirtschaftsminister Neuzeit entsprechenden Gesinnungsunterricht zugeführt. gegeben hatte, machten bei der Aufnahme des Kindes in das Dr. Schola wohnte der Versammlung als Vorsitzender des Um den zahlreichen Anfragen aus den Kreisen der interessierten Spital Mitteilung, daß in Schönabrunn Blatternfälle vorgekommen In der kurzen Zeit, die zwischen der Aufnahme des Provinzialausschusses bei. Nach dem Ausscheiden der Vorortfreife Elternschaft über die Art und Weise des Moralunterrichts Antwort waren. zum 1. Oftober werden Neuwahlen für die ganze West werden zu lassen, hat sich die Arbeitsgemeinschaft der Lehrer, die Kindes in das Spital und den ersten Kennzeichen der Gr provinz zum Provinziallandtag stattfinden, der dann auch einen diesen Unterricht erteilen, entschlossen, mit einigen aufklären frantung an Blattern lag, hatte die Krankheit sich bereits auf neuen Provinzialausschuß zu wählen hat. den Vorträgen an die Oeffentlichkeit zu treten. Der erste vier Pflegerinnen und acht andere, im selben Spitals Der Oberpräsident Dr. Maier bielt eine furze Ansprache, Vortrag für den östlichen Ortsteil hat bereits stattgefunden. Für pavillon untergebrachte Säuglinge übertragen. Alle Erfianften in der er zunächst auf die Tatsache des Ausscheidens den Westen Reinickendorfs findet der Vortrag am Donnerstag, den wurden sofort in das Franz- Josefs- Spital gebracht, so daß jede von 2 Millionen Einwohnern mit 70 Broz. der Pro- 16. d. M., in der Aula der 5. Gemeindeschule statt. Thema:" Nach Weiterverbreitung der Krankheit im Rudolfinerhaus ausgeschlossen vinzialsteuerkraft hinwies und ausführte:„ Der Provinziallandtag welchen Grundsäßen wird an den Volksschulen Reinickendorfs der wurde. Von den erkrankten Kindern sind zwei der Krankheit in seiner gegenwärtigen Zusammenießung bat danach nur eine Moralunterricht erteilt?" Referent Herr Lehrer Kunkel. In Lebensdauer von wenigen Wochen. Die Preußische Staats- einem zweiten Vortrag, der am 22. September im Osten, am 23. regierung hat Sie, troßdem noch einmal zu einer Tagung zusammen- im Westen stattfindet, wird Herr Lehrer Busack über den Aufbau berufen, weil nicht aufschiebbare Vorlangen des Provinzialausschusses und die Stoffe des Lehrplans sprechen, der dem Moralunterricht dringend der Beschlußfaffung barren. Im Vordergrund Ihrer Be- zugrunde liegt. Das Thema: Die weltliche Schule" wird Herr ratungen steht die Vorlage über die Neuregelung der Be- Lehrer Meiser am 29. September im Osten, am 30. in der Aula soldung und Veriorgung der Bamten und Ange- der 5. Gemeindeschule behandeln. Beginn aller Versamm stellten der Provinz. Die Vorlage über Beschaffung von Iungen% 8 Uhr. Eltern und Lehrer sind eingeladen. Nach den Betriebsmitteln durch Aufnahme eines vorübergebenden Kredits Vorträgen finden freie Aussprachen statt, die zur Klärung der bon 60 Millionen duldet im Interesse der Aufrechterhaltung Frage des Moralunterrichts beitragen sollen. der Verwaltung gleichfalls feinen Aufschub. Auch die Vorlage über Erhöhung der zur Förderung der Stromversorgung der Provinz bewilligten Kredite und Beteiligung der Provinz an der Darlehnshilfsaktion für die Kleinbahnen, sowie die Vorlage über die Erwerbung des Blindenheims in Königswusterhausen sind wichtige Angelegen Zum Borsigenden wurde wieder Abg. Genosse Dr. Borchardt ( Charlottenburg) zu Stellvertretern die Abgg. Oberbürgermeister Dominicus und Landrat Dr. Kleiner gewählt. Ueber die Vorlage zur Neuregelung der Beamtenhefoldung erstattete Abg. Kämmerer Scholz( Charlottenburg) eingehend Bericht. Für die nach staatlichen Grundiäßen, aber nicht nach Berliner Muster er folgende Neubesoldung sind 8,5 Millionen erforderlich. Genoffe Siedler Brandenburg beantragte, die Sigung zu vertagen, weil die Besprechung dieser Vorlage in den Fraktionen noch heiten, die schleuniger Beschlußfaffung bedürfen." nicht habe beendet werden können. Die Beratung wurde dementsprechend auf Mittwoch 10 Uhr vertagt. Achtung, Metallarbeiter- Beiriebsräte! Die heutige Versammlung in der Wiclefstraße findet nicht um 3½½ Uhr, sondern um 6 Uhr ftatt. Das Betriebsräte- Sefretariat. Folgenschwere Handgranaten- Explosion. Der Kampf gegen die deutsche Schule. Eine Deputation unferer deutschen Genossen in der Tschechoslowakei beichwerte sich bei dem Volkshochschule Groß- Berlin( Zweigstätte Neukölln). Am Unterrichtsminister Gen. Habrman darüber, daß bis 1. August Sonnabend beginnt die Volkshochschule Groß- Berlin nebst Zweig nicht weniger als 614 deutiche Schultlaffen und 35 deutsche eröffnet, und zwar für die Veranstaltungen an den Arbeitsstätten wurde aus höher organisierten in niedriger organisierte, also bei stätten ihre dritte Lehrperiode. Der Kartenverkauf wird am 15. Schulen geschlossen wurden. Eine ganze Reihe von Schulen in ne u fö I In wie folgt: Rathaus, Voltsbildungsamt, Bimmer 218, ipielsweise fünfflaffige in vierflaifige, bierflassige in dreiflafſiae uſw. wochentags 10-1 und 5-7 Uhr, Sonnabends nur 10-1 Uhr. Ge- verwandelt. Nach dem 1. Auguft wurden weitere 140 Schulklassen schäftsstelle der Freiheit", Nedarstr. 3, wochentags 9-4 Uhr. Ge- gesperrt. Der Unterrichtsminister erklärte, er werde darauf hin schäftsstelle des„ Borwärts"", Siegfriedstr. 28, wochentags 9 bis wirken, daß die Expofituren und Notschulen erhalten bleiben und daß 4 Uhr. Buch- und Schreibwarenhandlung Freudenreich, Brit, feine höher organisierten Schulen in niedrigere umgewandelt werden. Hannemannstraße, Ede Pintsch- Allee, wochentags 9-6 Uhr. Fer- Vor Auflaffung einer Klasse oder Schule werde mit der Bewohnerbeiden ersten Vorträge einer Reihe. Für die hiesigen Borkurse ner an den Abendkassen der Lehrstätten, jeweils vor Beginn der schaft des betreffenden Ortes das Einvernehmen gepflogen werden. ( Deutsch und Rechnen) sowie die fremdsprachlichen Kurse( Französisch, Englisch, Russisch und Spanisch) erfolgt später genauere Ankündigung. Spandau. Eine Ausgabestelle der Zeitungs- Zentrale ist in der Wasserstr. 5 bei Preuß errichtet worden. Der Vorwärts" fann jetzt von dort aus bezogen werden. Die Zustellung erfolgt durch Botenfrau. Wir bitten, eventuelle Bestellungen direkt in der Ausgabestelle abzugeben oder an den Verlag, Berlin SW, 68, Lindenstr. 3, einzusenden. gelöst werden, da sie doch jetzt als verantwortliche Partei mit an der Regierung beteiligt ist." Berichtigung. Unser Bericht über den außerordentlichen Begeflärten Gründen in der Maikäfer Kaserne eine Hand- der Parteivorstand und der Bezirksvorstand jetzt tun, Am Dienstag mittag ereignete sich aus bisher noch nicht auf- girtstag läßt den Genossen Brolat sagen:„ Wir verlangen, daß granaten. Explosion. Der 28jährige Wachtmeister Lippe wurde was sie versprochen haben." Er legt Wert darauf festzustellen, daß fofort getötet, während der 23jährige Unterwachtmeister er folgendes ausführte:„ Wir haben als Partei zu verlangen, daß Stenzel schwer verwundet ins Garnisonlazarett Scharn die Versprechen, welche die Deutsche Volts partei während horststraße geschafft werden mußte. Die beiden Beamten gehörten der Wahlbewegung gemacht hat, unter allen Umständen von ihr eindem Zuge der Sicherheitsabteilung Wedding an, die am Montag Bereitschaftsdienst hatte, und aus diesem Grunde mit Handgranaten ausgerüstet wurde. Gestern mußten diese Waffen wieder abgeliefert werden, und die beiden waren gerade dabei sie zu fortieren, als plöglich eine furchtbare Detonation ertönte, die das Zimmer verwüstete und für die Beamten so verhängnisvoll wurde. Seitens der vorgelegten Behörde ist sofort eine Untersuchung eingeleitet worden. Da Unterwachtmeister Stenzel gestern aber noch besinnungslos war, fonnte seine Vernehmung bisher noch nicht erfolgen. Lokalen. Groß- Berliner Parteinachrichten. Heute, 15. September: Sharlottenburg. Der Leseabend wird auf Montag, den 20. Sep. tember, 7, Uhr, verlegt. Friedenau. Zahlabend 7%, Uhr für alle Bezirke in den bekannten Bolitit und Stenographie. Ein recht ihäbiges Gebaren legten wieder einmal die Unabhängigen des Arbeiter Bortrag:" Staat, Kirche und Schule". Gen. Bose. Neukölln: 7, Uhr, 4. 5 1.: Bez. 46 u. 47. Präkel, Roseggerstr. 17. 9. Abt.: Bez. 88, stenographen Vereins Stolze Schrey an den Tag. 89, 90, 91. Strüger, Emjer Str. 86. Bez. 86, 87, 70, 92. Adam, Emser Wie befannt sein dürfte, find fämtliche Anhänger der nicht ganz Straße, Ede Bodeftraße: Die politische Lage", Gen. Gerstenberger und radikalen Richtung hinausgegrault worden. Der frühere zweite Heitmann. Vorsitzende des Vereins, Karl Baltosée, Berlin, Zorndorfer Weißensee. 7, Uhr in der Borussia- Brauerei, Berliner Allee 211: Straße 39, der den radilalen Rummel auch nicht mitmachen wollte, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Stellung zum Parteitag; Wahl wurde ebenfalls hinausgeworfen. Er beabsichtigte nun einen von Delegierten und wichtige örtliche, kommunale Angelegenheiten. Wildau. 8 Uhr Zablabend im Grünen Baum. Stenographie Anfängerkurius abzuhalten unabhängig von dem radikalen Arbeiterstenographenverein, um Arbeitern anderer Morgen, 16. September: Richtung einen billigen Stenographieturius zu ermöglichen. Der Kursus ioДte 10. September, abends 7 Uhr, Gemeindeschule Straßmannstr. 6 beginnen. Als der Lehrer zur festgelegten Zeit erichten, um den Unterricht zu beginnen, hatten sich bereits fünf Mitglieder des unabhängigen Arbeiterstenographen vereins vor den Klaffentüren postiert, um alle Teilnehmer des Freitaglurfus für sich abzufangen. Sie ließen feine Mittel unbersucht und brachten selbst irreführende Plafate an. Die raditalen Maulbelden, die erst alles aus ihrem Verein herausschmeißen, was ihnen nicht radikal genug ist, scheuen sich also nicht, Andersdenkende für ibre Zwecke einzufangen und unsere Leute von dem Kursus abzuhalten. Der Kursus soll nunmehr bestimmt am Freitag, den 17. September, in der Gemeindeschule Straßmann straße 6 beginnen. am Auf der Strecke Potsdam- Berlin hat die Eisenbahndirektion Berlin für den Winterfahrplan vom 1. Oktober d. J. ab folgende Züge neu eingelegt: Berlin Potsdamer Bahnhof ab 9.05 Uhr, Wildpart an 9.48 Uhr vormittags; Wildpark ab 10.35 Uhr, Berlin Potsdamer Bahnhof an 11.19 Uhr vormittags. Als Stichtag für die Gewährung der einmaligen Beihilfe an langfristige Erwerbslose hat der Wohlfahrtsminister den 1. September d. J. festgesetzt. Regelmäßig dürfen also nur diejenigen Erwerbslosen aus der einmaligen Beihilfe von den Gemeinden Zuwendungen erhalten, welche an diesem Stichtage bereits acht Wochen Erwerbslosenunterstüßung erhalten haben. Ein taubstummer Straßenräuber wurde in Neukölln auf frischer Tat ertappt und festgenommen. Als ein Sekretär N. angetrunken die Steinmetzstraße in Neukölln entlang ging, näherte sich ihm ein Mann und fiel ihn, ohne ein Wort zu sprechen, an. Es gelang ihm auch, dem Angetrunkenen die Brieftasche mit 600 m. zu entreißen. Dann ergriff er die Flucht. Der Beraubte rief um Hilfe und Beamte der Sicherheitspolizei, die in der Nähe waren, eilten herbei, verfolgten den Flüchtigen und ergriffen ihn. Er wurde wegen Straßenraubes dem Untersuchungsrichter vorgeführt. 18 Defen gestohlen. Vor den Dieben ist nichts mehr sicher. alles, selbst wenn zum Abtransport Fuhrwerke benötigt werden, wird gestohlen. So brachen Diebe in ein Stellwert auf dem Bahnhof Grunewald ein und stablen daraus 18 Kanonenöfen, 5 Küchenherde und dazu noch drei Kannen mit je 50 Kilogramm feldgrauer Delfarbe. Die Sachen waren Eigentum der Märkischen Heimstätten- Gesellschaft. 23.. 24., 26. n. 28. bis 32. Abt. Der Sängerchor hält ausnahmsweise heute 8 Uhr seine Uebungsstunde bei Blessin, Stargarder Straße 3, ab. 10. Gruppe im Rotal Edmann, Scharrenstraße. Charlottenburg. 7%, Uhr. Abteilungsversammlung der 8., 9 und 13. Gruppe. 7 Uhr bei Jentsch, Kaiser- Friedrich- Straße. Vortrag: Steuerfrage und Bericht von den Bezirkstagen. geladen. Zehlendorf- Nikolassee. 7 Uhr, Lindenpark, Zehlendorf, Berliner Straße 8: Vertreterversammlung des 10. Kreises. 1. Wahl des Kreisvorstandes. 2. Anträge. 3. Verschiedenes. Bit dieser Versammlung sind außer den Delegierten und je acht Mitgliedern des Vorstandes der einzelnen Drisvereine auch die Bezirks-, Kreis- und Gemeindevertreter ein. Um 8 Uhr im selben Lofal, Mitgliederversammlung. 1. Die Geschichte der Wahlvereine von Zehlendorf und Nicolassee. Referenten: die Genossen Krefeler und Kirschstein. 2. Die Vereinigung beider Wahl. vereine zu einer Abteilung. Versammlung, in der auch Gäste eingeführt werden können. Niederschöneweide. 7 Ubr, bei Räte, Grünauer Str. 8: Mitglieder Genosse Dr. Kallmann spricht über Sozialismus und Bolschewismus. Die Vorwärts"-Leser sind besonders eingeladen. Lichtenberg. 7, Uhr, Mitgliederversammlungen. 1. Viertel: Rogen tafino, Snorrpromenade; 5. Viertel: Wartburg, Frankfurter Allee. Tagesordnung: Wahl der Abteilungsleitungen. Stellungnahme zum Parteitag. Wahl der Delegierten zum Bezirtstag. Pankow. 7 Uhr: Deffentliche Bersammlung bei Lindner, Breitestr. 34. Thema: Sozialismus oder Bolschewismus.. Referent: Dr. Nestriepte. Bildungsveranstaltungen. Bezirksbildungsausschuß. Der Mordversuch an Bela Khun wird Anfang Oktober das Wiener Schwurgericht beschäftigen. Des Giftmordes angeklagt ist ber 19jährige Student Ladislaus Gireth aus Budapest. einer internationalen Bande, wurde auf dem Wormser HauptDer Berliner D- Zugdieb Offy Rawie, anscheinend das Haupt bahnhof festgenommen. Großfeuer im Hamburger Hafen. Gestern abend furz nach 7 Uhr entstand auf bisher unaufgeklärte Weise in den Deutichen Kohlens und Kofswerfen am Indiafai ein Feuer, das in furzer Zeit gewaltige Ausdehnung gewann. Der Schaden wird auf anderthalb Millionen grundlos. Was wären das für Arbeiter, die die Produktionsangegeben. Anscheinend liegt Brandstiftung vor. Hoffentlich ist die Vermutung eines Zusammenhangs mit dem Syndikalistenstreit stätten vernichten! Das nichtabgelieferte Flugzeug. Auf dem Gut des ehemaligen Tilſiter Landrats v. Schlenther war vor einiger Zeit ein von deutschen Truppen im Jahr 1919 zurückgelaffenes Flugzeug aufgefunden worden. Deswegen verurteilte jetzt das französische Kriegsgericht in Memel den Kämmerer Rebfkowitz zu einem Monat Gefängnis mit Strafaufschub, den Oberinspektor Aichmoneit zu einem Monat und 100 Franken und Herrn v. Schlenther zu zwei Mo naten und 500 Franken bei sofortiger Verhaftung. Bombe im Konzert. Nach einer Habasmeldung aus Barce Iona ist dort während eines Konzert eine Bombe, die unter einen Sessel gelegt worden war, explodiert. Es wurden 18 Perionen ver legt, von denen zwei gestorben sind. Ueberhaupt scheint die Verbrechen und Terrorwelle, die dem Bölferblutsturm folgt, auch Spanien wieder einmal zu ergreifen. Sport. Die leichtathletischen Meisterschaften der Sicherheitspolizei Berlin, verbunden mit offenen Wettbewerben, werden heute und morgen nachmittags 3 Uhr auf dem Blag des S. C., Charlottenburg, ausgetragen. am Sonntag mit einem großen Programm auf. Das deutiche Der deutsche Steher- Derby. Die Olympia- Rabrennbahn wartet Steher- Derby, das über 100 Kilometer in zwei Läufen von 40 und 60 Stilometer ausgefahren wird, hat mit Appelbans, Salbow, Thomas, Sawall und Hoffmann eine brillante Belegung erhalten. Auch die Fliegerrennen, an denen u. a. Stabe, Sennecke, Schwab, Häusler sowie der Holländer van Engelen und der Italiener Carlo Messori teilnehmen, versprechen sehr interessant zu werden. 19 Wilmersdorf- Schmargendorf. Am tommenden Sonntag vers anstaltet das Arbeiter Sport Kartell auf den Turn- und Spielpläßen der Freien Turnerschaft in der Württembergischen Straße( zwischen Fehrbelliner Straße und Olivaer Plaz) sein zweites Arbeiter Sportfest. Antreten zum Festzug mittags 1 Uhr am Kaiserplag, Abmarsch mit dem Musikchor der Freien Turnerschaft" pünktlich 11 Uhr zum Festplatz. Dortselbst Konzert der Turnerkapelle Gesangvorträge des Wilmersdorfer Männerchors"( M. d. D. A.-S.-B.) Massenfreiübungen, boltstümliches und Geräteturnen, Ring- und Boytämpfe, Staffetten und Fußballspiel der Freien Turnerschaft"( M. d. A.- L.- u. Sp.-B.) Radballspiel, Kunst- und Schulreigen der Wilmersdorfer und Schmargendorfer Radfahrer( M. d. A.-R.-B. Solidarität") Schach- Wettkämpfe der Wilmersdorfer und anderer Gruppen des Arb.- Schachbundes Reigen und Voltstänze, Spiele und Lagerleben der Arbeiter- Jugend Wilmersdorf und des A.-W.-B. Die Naturfreunde" Kaffeeküche. Eintrittspreis: Vorverkauf: Er wachsene 1 M., Kinder 0,30 M. An der Kasse: Erwachsene 1,50 M., Kinder 0,50 M. Vorverkauf auf dem Turnplag und bei den Mitgliedern. Arbeiterschachspiel. " P Sonntag 10 Uhr im Festsaal des Charlottenburger Rathauses, Berliner Straße 72/73, Konferenz der örtlichen Bildungsausschüsse, der Berliner Bildungskommissionen und der außerdem schriftlich eingeladenen Genosfinnen und Genossen. Tagesordnung: 1. Wesen und Grundlage der sozialistischen Bildungsarbeit. Referent: Genosse Dr. Franz Diederich. 2. Parteischule Volkshochschule. Referent: Sekretär Albert Horlik. Theateraufführungen. Sonntag, 26., 3 Uhr, Die Beber", von aus chusses, Lindenstr. 3, II. of IV, 3immer 10. Geöffnet von 9 bis Gerhard Hauptmann. Eintrittskarten à 3,30 M. im Bureau des Bildungs- Anfänger tostenlos Unterricht in Pragis und Theorie. Lehrtrittskarten für den ersten Einführungsabend ist sehr start, die in den Abteilungen bisher noch nicht verkauften Karten sind daher sofort zurück4 Uhr, Donnerstags von 9-1 und 4-7 Uhr. Die Nachfrage nach Einzugeben. Jugendveranstaltungen. 7 Uhr im Zentral- Jugendheim, Lindenstr. 3, II. Sof, 3 Tr. l. September Mädchenkonferenz des Vereins Arbeiter Betriebsunfall in der Schraubenfabrit von Sudicatis in Lichten- ingend Groß- Berlin. Alle Abteilungen müssen vertreten sein. berg. Am Freitag nachmittag, turz nach 4 Uhr, verunglückte, wiel Die erwachsenen Mitarbeiterinnen sind eingeladen. Arbeiterschachspieler! Der freie Schachverkehr des Berliner Arbeiter Schachtlubs findet jeden Sonntag vormittag von 9-1 Uhr im Lokal von Prasser, Michaelfirchstr. 29 a, statt. Für mittel und Schachliteratur steht zur Verfügung. Am 3. Oktober findet der Beginn des Meistertourniers für 1921 statt. Gäste sind bei allen Veranstaltungen des Klubs willkommen. Bei genügender Beteiligung wird ein Gästetournier ausgeschrieben. Anmeldung zur Mitgliedschaft sowie jede gewünschte Auskunft erteilt der Spielleiter. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Donnerstag mittag. Beitweise nebelig, sonst größtenteils troden und bielfach heiter, in den Mittagsstunden mäßig warm, in der Nacht zum Donnerstag wieder ziemlich fühl Vorträge, Vereine und Versammlungen. Friedensbund der Kriegsteilnehmer. Bezirksgruppen Süden und Südwesten: Heute gemeinsamer Stameraden- abend im Restaurant von Banger, Urbanstr. 9. werden. Bezirksgruppen Nordosten, Dsten und Zentrum: Heute gemeinsamer Kameraben- übend bei Beters, Große Frankfurter Straße 242. Deutscher Arbeiter Theaterbund. Freitag, 28 Uhr, spricht in einer öffentlichen Versammlung im Stargarder Vereinshaus, Stargarder Str. 3, Genosse H. Gert, Bundesredatteur, über: Aufgaben des Deutschen Arbeiter- Theaterbundes. Alle Theater- und theaterspielende selligkeitsvereine sind hierzu eingeladen. Werder. Freitag, 8 Uhr, im„ Schmarzen Adler" Versammlung mit dem Thema:„ Die Voltsbühne“. Briefkasten der Redaktion. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage füge man einen Buchstaben und eine Nummer bei. Briefliche Auskunft wird nicht erteilt. Eilige Anfragen trage man in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, 1. Sof var terre links, vor. Schriftstücke und Verträge sind mitzubringen. W. 2. 28. Wohnungsverband Groß- Berlin, NW 23, Klopstodstr. 24, oder Stadtbaurat Hoffmann( Stadthaus). G. 100. 1. Adresse wie vors stehend. 2. Feuerbestattungsverein für Groß- Berlin; Verein der Freidenker für Feuerbestattung, SW 68, Oranien tr. 83/84;" Feuerbestattungsverein Flamme", SW 11, Anhaltstr. 6. G. P. 100. Maßgebend ist der Miets vertrag. Wenn Sie nach diesem die Zahlung übernommen haben, so dürfte Sozialdem.Bezirksverb. Berlin S. P. D. 20. Abteilung. Unser Mitglied Hermann Hilger 8orndorfer Str. 13, ift am 12 Geptember nach langem Leiden verstorben. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung erfolgt am Donnerstag, 16. September, nachm. 4 Uhr, auf dem Auferstehungsfriedhof, Weißensee. 160-16 Rahlreiche Beteiligung erwartet Der Borstand. Danksagung. die Wir find all denen, meinem lieben Mann die legte Ehre erwiesen haben, besonders Herrn Schnitte für seine troftreichen Worte, überaus großen Dank schuldig. Dr. 137/ 19a Frau Bela Boigt Brüsseler Str. 21. med. Griltering Haut-, Harn-, Unterleibsleid b.Männ, u. Frauen, Blutunters Invalidenstraße 35, Eck Chausseestr., Stett. Bhí. Spre Ata -O Idas Berlangen Ihres Bermieters berechtigt sein. 5. 36. Wenden Sie| Bon dem übrig bleibenden Betrag find 10 Broz. zit entrichten. 2. Wie zu 1. sich an die Gemeindebehörde des Drtes, in welchem sich das Grundstück 3. Nein. 3. 3. Machen Sie dem Demobilmachungsausschuß Mitteilung. befindet. 3. 31. Nein. Der Entwurf kann von der Deutschen Gesell- W. 1. 95 M. 2. Nach der Lebensstellung der Mutter. 3. Ja. 4. Bis chaft zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit", Königgräker Str. 28, bezogen zum 16. Lebensjahre. G. R. 1920. Ja, Sie können aber auch zur 3. 12345. 1. Verordnung vom 12. 2. 20. 2. Sarl Heymanns Aufrechnung schreiten, sofern Sie Gegenansprüche haben. D. P. 40. Verlag, Mauerstr. 43/44. 3. Heiratsurkunde, 4. Unseres Wissens nein. Nicht bekannt. Benden Sie sich an die Hauptfürsorgestele, Boßft. 6. Berlin, Leipziger Platz 13. 5. Die zum Quartalsschluß. Wyf- Föhr 85. Preuß. Heeresabwidelungsamt, 5. G. 56. 1. Gläubigerschutzverein für Polen and Litauen, Charlotten G. S. 100, Drosjen. 1. u. 3. Solange der Vater burg, Grolmannstr. 36. 2. Wenn Ihr Mietvertrag noch läuft, find Sie lebt, steht Ihnen nichts zu. 2. Ja;% nach dem BGB. und 1, nach dem zur Zahlung der 30 Proz. nicht verpflichtet. A. 23. 1000. Nein. varen. 5. u. 6. Bum Nachlaß. 7. 3meifelhajt. 8. Der unterliegende Teil. 9. Ja. 2. K. 39. 1. Beantragen Sie beim Gericht unter Ueberreichung einer früheren Erbrechte. 4. Ja, wenn sie noch beim Tode der Mutter vorhanden K. B. 82. Zentralfteйe für Siedlungswesen, W. 8, Sägerstraße 13. ( Reichsgef.- Bl. S. 999) aufgeführten Düngemittel bergestellt und abgefeßt 2. Die Zahlung müssen Sie leiſtert. H. B. 99. Es dürfen nur die in der Verordnung vom 3. 8. 18 Sterbeurkunde und des Hinterlegungsscheines die Eröffneng bes Testaments. @ch. 305. 1. Rain. 2 Fordern werden; die Herstelluna anderer bedarfen der Genehmigung des Reichs- Sie den zuviel gezahlten Betrag zurüd. Eventuell müssen Ste Magen. fanzlers. B. 10. Der ortsübliche Tagelohn ist gleichbedeutend mit dem T. b. 30. Sa. Forst A. B. 100. Dagegen lagt sich leiber nichts durchschnittlichen Tagelohn, also dem wirklichen Arbeitsverdienst, dessen Höhe machen. Werden Sie nochmals beim Mieteinigungsamt verstellig. 23. natürlich verschieden ist. R. K. Landesversicherungsanstalt Branden: t. 612. 1. In der bisherigen Klasse oder Lobnituse. 2. Nein. 3. und 4. burg. F. N. Zweifelhaft. Unseres Erachtens nein. Im Klagewege 205 a besagt, daß versicherungsfreie Ehefrauen, Töchter ufw. der Versicherten 6. 3. 14. Sie können die Auszahlung verlangen. 2. H. 20. Anspruch auf Wochenbeihilfe haben. Nr. 96. 1. Wenn Ihr KrankheitsWenden Sie sich an die dortige Hauptfürsorgeſtelle für Kriegsbeschädigte. fall vor dem Infrafttreten der neuen Grundlöhne eingetreten ift, so haben Für die Berechnung der Abfindungssumme ist die Höhe Ihrer Rente maß- Sie feinen Anspruch auf die erhöhten Leistungen. 2. Krankengeld steht gebend. et. 23. Zunächst müssen die Ausführungsbestimmungen ab. Ihnen nur zu, wenn fein Hausgeld gezahlt wird. 3. Beantragen Sie gewartet werden. Ihre Veröffentlichung wird wohl in Kürze erfolgen. Uebersendung des Krankengeldes durch die Bost auf Ihre Kosten. B. M. 1. Die Altersrente wird nicht gekürzt. E. S. 41. 1. Falls. 1. Beim dortigen Bersorgungsamt. 2. Ja. 23. 150. 1. Ja. ein Lohntarif nicht besteht, fommt für die Naturalbezüge ein Betrag von 2. Zweifelhaft. Wählen Sie den Klageweg. C. F. 20. 1. Nein. 2. Ja. 125 M. in Anjak, so daß das Gesamteinkommen in Ihrem Falle 205 M. Phi. Telefunken. 1. Nur„ minderjährige Kinder". 2. Bei Jahreszahlen, beträgt. Hiervon fommen in Abzug: das Eristenzminimum( 125 M.) und die mit 2 Mullen endigen, find die beiden ersten Stellen maßgebend. Sind die Bersicherungsbeiträge, soweit sie von dem Mädchen zu tragen sind. diese durch 4 teilbar, so ist das Jahr ein Schaltjahr, sonst nicht. reinigt und scheuert alle Geräte aus Porzellan, Emaille, Holz, Metall, Glas, Stein, Marmor usw. Bestes Scheuerpulver für Haushalt, Gewerbe u. Industrie. Vorzüglicher Herdputz Ueberall erhältlich. Henkel& Cie., Düsseldorf 99 Fabrikanten von ,, Sil und Henkel's Bleich Soda. Brillanten Perlen, Platin. Gold Bruch kauft ,, Veritas" Jägerstr. 10. Soeb.erschien: Vor1900Jahr.! Wochentäglich 11-1, 15-17 Das Christusproblem gelöst! Wer war Jesus Christus? Spez.- Beh. 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Kein Denkender wird das Werk unbefriedigt aus der Hand legen Preis Mk. 6,50 und Mk. 1,10 fr. Nachnahme. Gr. Bücherkatalog gratis. Albrecht Donath, Verlag, Leipzig 42 Schönes und reines Gesicht erhalten Sie in kurzer Zeit durch meine Spezialmethode. Sommersprossen, Pickel, Mitesser, Leberflecke, Warzen, Gesichts- und Nasenröte, lästige Haare, schlechter Teint usw. verschwindet bald. Auf Wunsch Blutuntersuchung. C. Weissert, Invalidenstr. 147 1, Ecke Bergstraße. Kragen Muffen Mäntel Viele Jahre in Kliniken und Krankenhäusern tätig gewesen. Zahlungserleichterung! Sprechstunden: 10-12 u. 4-8, Sonntags 10-1. Auskunft kostenlos Pelzhaus CBUCO Nuteisen jeder Art: Leipziger Str. 58 Töbel Bar oder Teilzahlung bei kleinster Anu. Abzahlung zu bedeutend herabgesetzten Preisen Schlafzimmer Wohnzimmer Herrenzimmer Speisezimmer Bunte Küchen Einzelne Möbel Liefere auch n. auswärts. Lagerung kostenlos. Möbel- Cohn Gr. Frankfurter Str. 58 5 Min.vom Alexanderplatz. Filiale: Badstr. 47-48. 5 Min. v. Bhf. 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Herr Georg Heinrich, Baumschulenweg, Baumschulenftraße 29, 11. Cungenleiden geheilt. 8. Frau E. Blödorn, Copenia, Auguste- Bittoriastraße 24. Herz-, Leber- n. Mierenleiden wiederholt gebelfert. 4. Herr A. Ensle, Restaur., Charlottenburg, Suttenftr. 12. Chronischer Miitelohetatarrh geheilt.- 5. Frau Grünberg, WeiBenfee, Lindenallee 3. Von fawerem Asthma befreit. 6. Frau M. 3affe, Berlin, Nollendorfftraße 10, I. Rheumatismus geteilt. 7. Herr C. Chrhardt, Gr.- Lichterfelde, Ringstraße 52a. Chronisches Hüftgelenkleiden wiederholt er folgreich behandelt. 8. Frau. Hodorff, Berlin, Rolberger Str. 28/29. Jerven- n. Knochenhautentzündung geheilt. 9. Frau Preuß. Bantom, Dameronstr. 54. Lungenbluten in vier Tagen vollständig geheilt. 10. Frau E. Herzmann, Schöneberg, Feurigstraße 61. Elternbe Fiftel nach Blinddarmoperation geheilt. 11. Herr E. Ritter, Friedenau, Sponholzstraße 56. Ben Kniegelenfleiden geheilt. 12. Frau Rohrmofer, Berlin, Breslauer Str. 1. Mites 15 jähriges Herzleiden geheilt. 13. Herr M. Außner, Reiuidendorf- West, Antonienſtr. 3. Aiefervereiferung geheilt. 14. Frau H. Hagel, Sachfenhausen bei Oranienburg i. Mart Unterl.Blutungen u. Nervenleiden geheilt.-15. Frau Ww. Fritschler, Berlin, Marienburger Straße 48. Darmgeschwulst geheilt. 16. Frau des Herrn Inspektors D. Heinrich, Berlin- Friedrichsfelde, Magerolehhof. Von Geb.- Rnidung geheilt. 17. Herr Erich Bod, Berlin, Havelberger Str. 15, Bon Nieren- und Blafenleiben, Wafferfucht, allgem. großer Schwäche geheilt. 18 Frau Restaur. Hering, Berlin, Schönhauser Allee 87. Bon Basedowscher Acantheit geheilt. 19. Frau E. Popp, Berlin- Lichtenberg, Gärtnerftr. 10. Bon chron. Leiden, Herzschwäche und Berstopfung geheilt. 2. Herr H. Schlabig, Berlin, Caprivi Straße 24. Bon Gesichtslupus geheilt; vorher mit Rabium erfolglos behandelt. 21. Herr. Hellwig, B.- Borgwalde, Ernststr. 25. Bon Magengeschwulst, Berftopfung und Nervenfchwade gebeilt, 22 Herr Milchhändler Edert, Berlin, Greifenhagener Straße 26. Bon gichtisch- rheumatischen Schmerzen in Bein und Fußgelent geheilt. 23. Herr Gastwirt G. Michaelis, Charlottenburg, Ballstr. 87. Bon chronischem Leber. leiden und Gelbfucht geheilt. 24. Frau M. Knorr, Berlin- Lichtenberg, Scharnweberstr. 62. Bon Herzfchwäche, Leberanfchwellung geheilt. 25. Gohn Baul des Weichenstellers Herrn Wilhelm Haffner, Berlin- Westend Beamtenhaus. Bon schtberem Beinleiden gebelit. Bein sollte abgenommen werden. Briefliche Original- Anerkennungen von uns geheilter Batienten stehen im Wartezimmer ber Anstalt auf Wunsch zur Einsicht! Getrennte Behandlungsräume für Damen und Herren! Sprech und Behandlungszeit: 8-1, 4-7 Uhr, Sonntag und Feiertag: 9-1 Uhr. Sellanstaltsbefizer Professor P. Mistelsky approbiert im Ausland Berlin SO 16. Brückenstraße 10b am Bahnhof Jannowitzbrücke.