Nr.4H1� 37. Jahrgang Ausgabe B Nr. 93 Bezugspreis: B ett»ltäi)rLSO,— äJlu,numatlJW,—®t. frei ins Haus, voraus, ahlbar. Post- demg Mouallich 10,— Ml. erkl. ftu- itellungsgedühr. Umer Zlremband für Deutschland und Oesterreich lS�0 Ml. für das übrige Ausland dei iiiglich einmal. Zustelluno 21.50 M. Postoe- stellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tfchecho- Slowalei, Düne- Marl, Hsllaud,.uremdurg, Schweden und die Schweiz.— Eingetragen w die Bost-Zeitungs-Preisliste. Der.Vorwärts� mit der Sonntags. deilage»Noll u. Zeit� emcheini wachen- iüglich zweimal. Sonntags und Man- tags einmal. Telegramm-Adreste �Sozloldeenoterat Secliee**. Abend Ausgabe Vevliner Volksblstt � 20 Pfennig) Anzeigenpreis: Sie achtgespallene NonpareMezelle koftetll M.,TeuemngszuschIag50�» »Kleine Anzeigen-, das iett- gedruckte Wort I,— M. lzulüffig zwei fettgedruckte Worte), rebes weitere Wort SO Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort Sü Pfg. iedes weitere Wort 10 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen Mr zwei Worte. Teuerungszuschlag 50°/» Familien-Anzeigen für Abonnenten geile 4— M. politische und ge- «ertschasiliche Vereins- Anzeigen 5,— Ml. die geile ohne Aufschlag. Anzeigen für die u a chft e Nummer müssen bis S Ahe Nack mittags im Hauptgefchäst, Berlin SW. Z, Linden- ftraße 3, abgegeben werden, ffieöffuet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemokrattfcben Partei Deutfcblands Ueüaktion und Expedition: EW. öS, �indenstr. Z. irernivrecher: Zimt Morivplav. Nr. lS» SO— IStS?. Donnerstag, den IG. September 1920 vorwärts-verlag G.m.b.H., EW. öS, Lindenstr. 3. Fernsprecher: Amt Moritiplau, Nr. 117 äZ— 54. Um öen präjlöentenstuhl. Die Kandidatenliste. Paris, 16. September.(Havas.) In der PrSsidentenkrise ist zunächst die Frage, ob Millerand landidieren wird oder nicht. Anzunehmen ist, daß seine Kandidatur von seinen Freunden aufgestellt werden wird. Bon den Senatoren werden Leon Bourgeois, Jonnart, Ribot, Pams und Doumergue, von den Deputierten Peret, Leygues, Ca st ein au»nd Biviani genannt. Paris, 15. September. Die Agenee„Radio" meldet zum Befinden DeSchanels: Das, was heute morgen in der Presse ver. Sffentlicht worden ist, ist richtig. Die Gesundheit deS Präsi- dentcn der Republik ist mehr und mehr Schwankungen unterworfen. Deschanel wird zweifellos gezwungen fein, abzudanken. ES ist auch richtig, daß der Minister- rat sich am Freitag mit der konstitutionelle« Seite dieser Frage befassen wird. Paris, 15. September.(HavaS.) Anläßlich der Verschlechte- rung deS Gesundheitszustandes DeSchanels beschäftigt man sich in RegierungSkreisen mit den zu ergreifenden Matznahmen. Gerüchtweis« verlautet, Deschanel werde nach der Rückkehr MillerandS seine Demission einreichen. Man rechnet weiter damit, datz— daS Parlament im Laufe der nächsten Woche zusammentreten werde. Milleranö im Internationalen Arbeitsamt. Albert Thomas' Ansprache an Millerand. Genf, 15. September. Nach der Ankunft des französischen Ministerpräsidenten Millerand in Genf besucht« er den Direktor de? Internationalen Arbeitsamts Albsrt Tho- maS, der in einer Rode die Arbeiten des Amtes wie folgt dar« legte: Mit unserem ganzen Willen, mit aller unserer Energie und unserem vollen Glauben werden wir alles daransetzen, um die gesetzgebende Organisation, die der Völkerbund geschaffen hat, in Wirksamkeit zu setzen. Wir werden danach streben, datz die sechs Konventionen und die sechs P o st u l a t e der Konferenz von Washington und die drei Konventionen und die vier Postulat« der Konferenz von Genua ratifiziert werden und zu internationalem Recht ausgestaltet werden. Wir werden die Regierungen jetzt ersuchen, ittiS in unseren Anstrengungen zu unterstützen. die Einreise nach deutschlanü. Ein eigentümlicher Kabinottsbeschlnff. Wie wir von nnterrichteter Seite erfahren, ist auster den zwei Mitgliedern der russischen Grwerkschaftsdelegation, denen die Einreise bereits gestattet worden war, durch Kadi- nettsbeschl« st vier weiteren Mitgliedern der Delegation die Ecnehmigung zur Einreise erteilt worden. Die Namen dieser Mitglieder lauten: Lebedesf, Kisileff, Lawrentiew, Antoschkin. Dem dir Delegation be- gleitenden Hilfspersonal sowie sieben weiteren Mitglie- dern der Delegation ist die Einreise nicht freigegeben worden. Wir könncy diese Maßnahme der deutschen Regierung nur als eine Halbheit bezeichnen. Nadhbem man sich nun einmal zu dem Entschluß durchgerungen hat, sechs Gewerk- schaftsvertrcter hier zuzulaffen, stand u. E. nichts mehr im Wege, auch den übrigen sieben Delegierten die Einreise freizugeben. Die Maßnahme des Kabinetts wird un- nötig böses Blut erregen, und es sollte alles peinlichst ver- mieden werden, was noch einer Brüskierung Ruß- lands aussieht._ polnische Sozialisten in Riga. Warschau, 16. September. sTelunion.) Die polnische Friedensdelegation wurde kurz vor ihrer Abreise am Dienstagabend noch durch verschiedene Sachverständige ver- stärkt, darunter den Chefredakteurdersozialistischen Zeitung„R o b o t n i k" und den Borsitzenden der fozia- listischen Partei. In der Delegation sind alle politi- schen Parteien vertreten. Unter den Sachverständigen be- finden sich auch solche für die litauische, die ukrainische und ostgali- zische Frage, trotzde« die polnische Regierung ankündigte, daß auf der Rigaer Konferenz diese Fragen nicht erörtert werden sollen. Rußlands Minimalforderungen. Load»», 16. September.(Dena.) Der Korrespondent der „Daily Mail" in Riga telegraphiert seinem Blatte, datz er bei einer Unterredung mit den bolschewistischen Delegierten in Riga erfahren habe, datz die Sowjetregierung auf zwei hauptsäch- lichen Bedingungen für das Zustandekommen des Friedens mit Polen bestehen müsse. Es feien dies die Entwaffnung Polen? und die Schlietzung der Munitionsfabriken. Die Moskauer Regierung hat ihren Delegierten strengste Anweisung gegeben, von diesen zwei Minimalsorderungen nicht abzu- gehen. Der Korrespondent fügt hinzu, datz unter diesen Um- ständen die Rigaer Verhandlungen wohl schon in ihrem ersten Stadium zum Scheitern verurteilt sein würden. GioHtti empfängt die Metallarbeiter. Turin, 15. September.(Stefani.) G i o l tt t i empfing heute i« Gegenwart der Präfekten von Mailand und Turin die Bertrauensmänner der Metallarbeiter. Die Ber- Handlunge« werden morgen weitergeführt. Ernste Lage in Trieft? Laibach, 15. September.(WGEA.) Den Blättern zufolge ist dieLageinTriest immer noch äuherftgespannt. In den Stratzen werde immer noch geschossen, die Gefängnisse seien mit Verhafteten überfüllt. Militär durchziehe die Stratzen, auf denen sich nach 10 Uhr niemand mehr zeigen dürfe. (Laibach ist jetzt südslawisches Gebiet. Die slowenische Presse Hai ein Interesse daran, die Lage in Trieft pessimistisch zu schildern. Di« Red.)_ Die englische Streikgefahr. Einer Lösung entgegen! Amsterdam, 16, September..Telegranf" meldet ans London, datz die Oberleitung des Bergarbeiterverbandes Minister Hörne ersucht hat, sie zu empfangen, wozu Horn« sofort seine Einwilligung gab. Der Verband hat damit den ersten Schritt zu einem Vergleich getan. London, 16. September.(Dena.)»Daily Telegraph" glaubt melden zu können, datz die Grubenarbeiter ihre Forderungen aus folgend« Punkte e r m ä h i g t haben: 1. Aufrechterholtung der Kontrolle über die K o h le n i n d u st r i e, 2. Ernennung einer Kommission, die sich mit der Untersuchung der Arbeitsmethoden und der Arbeitsbedingungen in den Gruben und autzerdem mit der ProduktionSfrage be- schäftigen würde und 3. einen Aufschlag von 36 Proz. auf bisherige Löhne. Wie die»Hollandsch Niews" aus London berichten, gedenkt die Regierung nicht, entgegen dem Verlangen der Arbeiterpartei, das Parlament vor dem Ablauf der Ferien einzuberufen. Pastverweigernng für englische Arbeiter. Die englische Regierung hat beschlossen, den Arbeiterführern A d a m s o n und P u r e e l, die sich im Auftrage des Vollzugs- anSschusses nach Riga hätten begeben sollen, um den polnisch- russischen Friedensverhandlungen beizuwohnen, die Pässe zu verweigern._ bolschewistischer Ueberfall in llonüon. London, 16. September.(Hollandsch Rieuwöbureau.) Eine Bande von etlichen hundert Personen hat unter Führung eines bekannten BolschewistenführerS die Arbeitsbörse in London in dem Borort Harlesden gestürmt und besetzt, um dort bolschewistische Versammlungen abzuhalten. Es gelang der Polizei, das Gebäude wiederzu räume». Kamenews Geschäste mit Kronjuwelen. Amsterdam, 16. September..Telegraaf" meldet aus London: Dolomngstreet kietz der Presse eine ausführliche Erklärung zugehen. Darin wird hervorgehoben, datz die Regierung Beweise für die Teilnahme Kamenews an dem Verkauf der Dia- m a n t e n in Händen habe. Er habe seiner Regierung mitgeteilt, datz er für 46 666 Pfund Sterling Diamanten verkauft und di«S Geld dem»Daily Herald" überwiesen habe. Hierauf habe er Schritte unternommen, um eine weitere Summe von 46 666 Pfund Sterling aufzubringen, zum Teil durch den Verkauf anderer Diamanten; davon wollte er 16 666 Pfund dem»Daily Herald" aushändigen, Die Bezahlung geschah in Bankbilletten, die durch di« Hände des Sohnes Lansburys, des Cheftedakteurs des „Daily Herald", gingen. Die Regierung erklärt außerdem, datz Kamenew die Waffen still st andsbedingungen seiner Regierung für Polen dadurch abgeändert hat, datz er darin die Stelle wegließ, datz die Sowjetregierung auf der Bewaffnung der polnischen Arbeiter unter Kontrolle der Vertreter der Gewerkschaften Rußlands und Polens bestand, waS Kamenew durch das scheinbar unschuldige Wort„B ü r g e r m i l i z" ersetzt«, da er wohl wußte, datz die wesentlichen Bedingungen, die von der Sowjet- vegierung gestellt wurden, den Widerstand der englischen Gewerk- schaften hervorrufen würden. Die britische Regierung drückt ihr Bedauern darüber«ms. datz sie diese Tatsachen veröffentlichet mutzt«. Kamenew habe jedoch sein Versprechen, sich in England jeder direkten oder indirekten Propaganda zu enthalten, so klar gebrochen und die Er- klärungen. die er bei seiner Abreise abgegeben habe,- seien so i rre- führend, datz die Regierung zu diesen Enthüllungen gezwungen worden sei. Um das rote Serlin. Wie wir in der heutigen Morgenausgabe schon berichteten, haben die Deutschnationalen im Landtag den Antrag einge- bracht, das Gesetz über Groß-Berlin bis zu einem unbestimmten Zeitpunkt außer Kraft zu setzen. Der„Lokal- Anzeiger" gab in seiner Mittwochabendausgabe bereits der Auffassung Ausdruck, daß das deutschnationale Vorgehen� die Unterstützung des Zentrums und auch anderer bürgerlicher Parteien finden dürfte. Zurzeit läßt sich noch nicht übersehen, inwieweit diese Ver- mutung begründet ist. Nach der beispiellosen Hetze, die in dm letztm Wochen auch in den sogenannten liberalm Blättern gegen die sozialistische Mehrheit betrieben wurde, kann man an- nehmen, daß diesem deutschnationalen Vorstoß ein Frontal- angriff sämtlicher bürgerlichen Parteien folgen wird. Daß durch eine Aufschiebung des Gesetzes Groß-Berlin oder gar durch seine Aufhebung die bereits getroffenen Vermaltungsmaßnahmen der Gemeinden ins Stocken geraten müssen, weiß jeder. Heute werden bekanntlich nur noch die allerdringendsten Verwaltiingsaufgabm erfüllt und die Ge- meinden Groß-Berlins müssen fortgesetzt zusammmtreten, um über dringende Aufgabm von finanzieller Tragweite eine Ver- ständigung herbeizuführen. Das wissm jme Kreise, die sich zusammengeschfosim haben, um das verhaßte Gesetz Groß-Berlin zu Fall zu bringen, und die auf Grund der Wahlen vom 29. Juni sich ergebende sozia- lisfische Mehrheit nicht zur Arbeit kommm zu lassen._ Daß sie durch ein solches Vorgehm die Interessen Groß-Berlins mehr schädigen als dies je durch einm wie immer zusammmgesetzten sozialistischen Magistrat der Fall sein könnte, dürste jenen Dmtschnationalen und ihren Hintermännern nicht unklar sein. Die„Vosstsche Zeitung" beurteilt den Antrag der deutsch- nationalm Frakston mit der Miene des jovialen � Biedermannes, sie meint, daß er angesichts der Art, wie die Wahl' Vorbereitungen für den neum Magistrat von den beiden sozial- demokratischm Parteim betrieben worden seien, einer Stimmung in weiten Kreisen entspreche. Und über die.Stimmung in der demokratischen Fraktion der Laudesversammlung läßt sie sich mitteilen,„daß die starke Gegnerschaft" gegen dos Inkrafttreten des neum Gesetzes, die sich bei allen n i cht sozialdemokratischen Parteien zu zeigen beginne, die weite st tragenden Konseq nenzen nach sich ziehen könne. Diese Mitteilung bietet für uns nichts Neues. denn wer die Drohimg des Porsitzenden der demokrattswen Frakston, Herrn Otto, in seinem an die sozialdemokratische Fraktion gerichteten Schreiben richttg wertete, mußte mit solchen Möglichkeiten rechnen.> Das„Berliner Tageblatt" glaubt dagegen behairfiten zu können, daß eine Zustimmung zu dem deutschnationalen Antrag fiir die Vertreter der Deutschen d em okrati schey Partei unter keinen Umständen in Frage kom- men könne. Das Gesetz über die Berliner Einhests- gemeinde sei beschloffen und verabschedet, damit habe es seinBewenden. Im übrigen erhebt das Blatt gegen unsere Fraktion den Vorwurf, daß sie der unabhängigen Frakston nachlaufe und fich dadurch hilflos in eine Sackgasse verrannt habe. In dieser Rolle fühlt sich die soziald»mokrastse Verwendung des gesamten Heeres. guts in den Händen des Neichsschatzministeriums und der Reichs- treuhankgesellichaft. Von der letzteren wird mitgeteilt,� daß sich im Augenblick nichr sagen läßt, ob gerade diese Klappenschränke von der Reichstrcuhandgesellschaft der Postberwaltung zur Verfügung ge- stellt worden sind. Mordanschlag auf seine Geliebte. Wegen versuchten Mardes wurde in der vergangenen Nacht der Tischler Karl Dainat fest- genommen. Dainat unterhielt Beziehungen zu der 49 Jahre alten Witwe Emma Eck holz aus der Markgrafenstr. 20. Die Wiltve versuchte das Verhältnis jedoch wieder zu lösen, als sie gemerkt hatte, daß Dainat ein arbeitsscheuer Mensch ist. Er berschasfte sich nun in der vergangenen Stacht gewaltsam Einlaß in die Wohnung jener Geliebten, er zertrümmerte ein Hoffenster und stieg in die iin Erdgeschoß belegene Wohnung ein. Als die Witwe ihn zurück- wies, zog er die mitgebrachte Pistole un» gab mehrere Schüsse auf sie ab, durch die sie schwerverletzt wurde. Nach" barn, die durch die Schüsse aufmerksam geworden waren, eilten herbei und nahmen den Revolverhelden fest. Die hinzugerufenen Polizeibeamten mußten ihn, da er sich Verletzungen an der Hand zugezogen hatte, zunächst nach der Unfallstation in der Komman- dantenstraße bringen. Von dort wurde er nach Anlegung eines Notverbandes der Kriminalpolizei übergeben. Die schwerverletzte Frau wurde nach dem Urbankrankenhaus gebracht. Um seinen Führerhund bestohlen wuvde gestern der Kriegsblinde Josef Braunling er aus der Königgrätzer Str. 70. Das gestohlene Tier, das Staatseigentum ist, hört auf den Namen „Harras" und trug einen Maulkorb und ein Hälsband aus braunem Leder mit dem Schildchen des Roten Kreuzes, das ihn als Blindenführerhund kenntlich macht. Es ist ein 60 Zentimeter großer schwarzgelber Hund mit umgeklappten Ohren. Die vbcrschlesische Abstimmung. Der Tag der Abstimmung rückt immer näher, obwohl die Entente ihn noch nicht bekanntgegeben hat. Sobald dies geschehen ist, müssen die Abstimmungsberechtigten umgehend die Anträge auf Eintragung in die Wahllisten stellen. Die Vermittlung hierfür übernehmen die Ortsgruppen der Veremigten Verbände heimatstreucr Oberschlesier. Die Wähler werden daher schon jetzt gebeten, ihre Geburts- und Trauungsurkunde, soweit dieses nicht schon geschehen ist, den zuständigen Ortsgruppen z« übergeben, damit die Anträge vorbereitet werden. Vor polnischen Organisationen, die zum Teil unter ganz ähnlichen Namen, wie z. B.„Bund heimatstreuer Oberschlesier", arbeiten, wird ge- warnt. Kreisvertreterversaminlang Webding. Gestern tagte in den Prachtsälen des Nordens die erste Kreisvertreterversammlung des Wahlbezirks Wedding, um sich dem neuen Organisationsstatut ent- sprechend zu konstituieren. In einem sehr instruktiven Referat zeigte Genosse Georg Petersdorf die geschichtliche Entwicklung der. Berliner Parteiorganisation�. Der ehemalige 6. und 4. Kreis waren bekanntlich das Fundament, aui dem die spätere Berliner Partei- organisation aufgebaut wurde und von wo aus sie ihr Rückgrat, er- hielt. Im Hinblick auf die Notwendigkeit der Umstellung und An- Passung an das neue Groß-Berlin wies der Redner auf die mannig- fachen Aufgaben hin, die die Gesamtmitgliedschaft mit dieser Um- formung auf sich genommen hat. Die Ausführungen wurden mit starkem Beifall aufgenommen. Die Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: Drews, 1. Vorsitzender, Jobbke, 2. Vorsitzender, Köhn, 1. Schriftführer, Frieda Müller, 2. Schriftführerin. Zu Beisitzern wurden gewählt: Höhnisch, Datsck, Uckert, Petersdorf, Fuß. Ver- tretcrin der Frauen ist die Genossin Weide, Vertreter der Eltern- beiräte der Genosse Jähnichen. Die Frage, wie oft diese Vertreter- Versammlungen stattfinden sollen, wurde dahingehend geregelt, daß auf Antrag von vier Abteilungen der Vorstand verpflichtet wird, diese einzuberufen. Der gehobene Kampfesgeist, der dieser Ver- sammlung ein bestrnderes Gepräge verlieh, legt Zeugnis ab, daß im „wilden Norden"— eine bisher unrüttelbare Hochburg der U. S. P. — unsere Genossen mit den besten Hoffmingen in die zukünftigen Kämpfe hineingehen. Lichtenberg. Die Nachrichtenstelle des Lichtenberger Magistrats bittet, auf die Möglichkeit des Vorzugskartenerwerbs für die vom städtisches Volksunterhaltungsausschuh geplanten Volks- kunstabende aufmerksam zu machen. Die Vorzugskarten zum Preise von 3 M. gewähren dem" Erwerber die Sicherheit der Teil- nähme an sechs Volksunterhaltungsabenden zum ermäßigten Preise von 2,50 M.(statt 3,50 M.) für den Elnzelabend. Wie die Stadt- verordneten Gäbel, Köhler und Genosse Trinks in einem Aufruf an die Bevölkerung ausgeführt haben, sollen die Vorzugskartcn mög- lichst allen Bevölkerungskreisen die Teilnahme an den städtischen Kunstveranstaltungen ermöglichen. Die KartenauSgabe fu. a. Schulabteilung Rathausstr. 10, Baracke 2) findet nur bis zum 25. September statt. Ein großer Teil der Karten ist bereits verkauft. Es wird daher den Lesern unserer Zeitung der baldige Vorzugskartenkauf empfohlen Die ersten Abende am 27. und 28. Septbr, sehen ein Konzer! des BIüthner-Orchesters vor. Tnngeskundige der Arbeitsgruppe Gesundbrunnen, Abt. 33—36 U. 44— 40 und solche, die noch beiiiulrctcn gedenlen, treffen flch Sonntag vorm. 10 Uhr bei Krüger, Husfitenstr. 34. Hroß-Oerliner Parteinachrichten. Morgen. 17. September: Jnngsozialistische Bereinigung 2. P. T. Grosi- Berlin. 7 Ubr im großen Saale des LelneroereinShauies, Alexanderstr. 4t(Alexanda-platzt Kundgebung mit dem Tbema:„Tculichlands Zukunsl", die polilsiche», wirtschasllichen und iulturellen Ausgaben der(lugend. Redner: Reichs- kanster a. D. Hermann Müller, M. d. R., RcichswittschaitSminiilera.D. Wissell. M. d. 51., Pros. Dr. K. R a d b r u ch von der Nniversttät Kiel, M. d. R. � Es ist Pflicht aller Jugendlichen ohne Uliterjchied der Partei und des Alters, diese Kundgebung zu besuchen. Vorträge, Vereine unü Ver�ammlunoen. Slrbeiter-Samarirer Kotoniien Berlin e. V. Abteilung Meißensee. Prüfung der Kursusteilnehmcr strcltag, den 17., abends 7 Uhr, in dem Realgymnasium, Pistorulsstratze.— Freie Dchwiuimer(kharlotteuburg. Uebungsstunden von jetzt ab Krummeslrahe. Städt. Vollsbadeanslalt. Für männliche Abtig. Donnerstag von V«?— 8 Uhr srrserviert). Sonntag vor» mittag von 8—9 Uhr. Für weibliche Abteilung Mittwoch von st,L— 7 Uhr. EewerMastsbowegung Generalversammlung öer Holzarbeiter. Anschuldigungen gegen den neuen Bevollmächtigten. Am Mittwoch tagte in Kliems Saal eine Generalversammlung des Holzarbeitervevbandes. Sie nahm zunächst den Geschäftsbericht für das zweite Quartal entgegen, den der jetzige zweite Bevollmäch- tigte Böse erstattete. Er gab einen Ueberblick über die Lohn« bewegungen und besprach die zunehmende Arbeitslosigkeit im Holz/, Uhr in der Geschästsilelle.— Am Freitag, den t7. September, abends 71/, Uhr, Vertrauensmänneroer. sammiung in den Mustter-Fesliälen, Kaiser-Wilbetm-Stratze 31. „Deutsche Ailmgewerkschaft". Betriebsräte, Obleute und Funkttonäre Wrotz-Berlins. Am Sonnabend, den 18. d. MtS., nachm'Iß Uhr, findet im„Alten ASkanier", Anbaliklratze 11, eine Vollversammlung statt. Tages. ordnnng: Wabl der Delegierten zum Bettiebsrätekongretz. Stellungnahme zur Kommunalisierung der Kinotheater und Sozialisierung der Filmindustrie. Mitgliedskarte legitimiert. Deutscher W crkmeifterverband. Sämtliche AngesteMe der Wagen- bau» und Kaiosseriebranche versammeln sich am Freitag, den 17. September, abend» 7 Uhr im Schultheiß, Neue Jakobstraße 24/25. Wirtsthast Zum Kaffeekrieg. Das Reichswirischaftsministerium hatte folgende Verfügung er- lassen: „Im Einvernehmen mit Reichssinanzministerium wird der Kaffee- Einfubrverein wlderruflicki ermächtigt, bis auf weiteres 5 99 Sack Kaffee arbeitstäglich zur Einfuhr zuzulasien. Bevorzugte Behandlung bezahlter oder im Freihafen lagernder Mengen nicht zulässig. Beurteilung der Ein-uhranträge entsprechend früheren Grundsätzen nach Weltpreisloge zu erfolgen, um deutschen Ber« braucker niedrigen Weltmarktpreis voll zukommen zu lassen." Dagegen opponieren die Kaffee-Großhändler und R ö st e r und schreiben: „Wir betrachten die Verfügung als gänzlich verfehlt. Wir fordern nach wie vor volltommene Freigabe der Einfuhr für alle Kaffee-Einfuhrtirmen. Die Preise werden sich durch Nachfrage und Angebot alsdann in kurzer Zeit regeln und werden wesentlich billiger sein, als wenn nach B e r« liner Tbeorien gebandelt wird. Wir rufen der Berliner Re- gierung nochmals nachdrücklichst zu: ES fehlt Ihnen an der erforderlichen Ersah- rung. Sie handeln nach öden Tbeorien und schä- digen damit unser Voll und unsere Valuta. Wir verlangen, daß Sie Sachverständige hören, be» vor Sie undurchführbare Verfügungen erlassen." Bohnenkaffee ist ein L u x u s a r t i k e l: es ist wichtiger, Brotgetreide einzuführen als Bohnenkaffee. Richtig ist jedenfalls, daß, wenn nicht völlig freier Markt ist, die Verbraucher bei den außerordentlichen Verschiedenhelten der Qualität des Kaffees und der Preislagen von den Händlern leicht bewuchert werden können. Aber bei den hohen Preisen und der sich ver- schlechternden Valuta werden sich leicht H ä n d I e r r i n g e, die be» sonders kopitalkräfiig sind, bilden. Der Verein Deutscher Kaffee-Großhändler schreibt:„Bei allem guten Willen wird der Kaffee- Einsuhrverein Hamburg nicht in der Lage sein, 599 Säcke gleichmäßig unter sämtliche Antragsteller zu verteilen. Was soll der arme Einfuhrverein machen, wenn z. B. 599 Anträge an einem Tage vorliegen, was gan, leicht möglich ist, und sidj darunter sehr billige Lose von 299—599 oder gar 1999 Sacke befinden, die nur geschlossen gekaust werden können?" Daß die Verhältniffe, wie ja beute alle wirtschaftlichen Fragen, sehr schwierig liegen, steht außer Frage. U. E. dürste es hier nur einen Weg geben. Die zentralisierte Kaffee-Einsubr bleibt aufrechterhalten. Der Kaffee-Einluhrverein hat die Verpflichtung, nur Kaffee einer Durchschnittsqualität einzukaufen, oder den Kaffee zu einer Einheitsqualität ge- mischt an den Handel weiterzugeben. Dann kann den Ver» brauchern monatlich der richtige Kleinhandelspreis be- kanntgegeben werden und betrügerischen Manipulationen vorgebeugt werden. Bei unserer Not darf auf Feinschmecker keine Rücksicht ge- nommen werden, e» dürste ein Einbeitsbohnenkaffee wohl genügen, die Hauptsache ist, daß er zu erschwinglichem Preis auf den Markt kommt. Vom Verein Deutscher Ingenieure. Wir erhakten folgende Einsendung: Die geschäftliche Sitzung der Hauptversammlung des Vereins Deutscher Ingenieure findet am Montag, den 2 9. September, nachmittags 4 Uhr, im Ingenieur- haus, Sommer st r. 4a, nur für Vereinsmitglieder statt. Die Geschäfte des Vereins im vorigen Jahre brachten einen Verlust von 525 999 M. Er entstand dadurch, daß es unter- lassen wurde, für die in den Vereinszeitschriften erscheinenden In- serate die Selbstkosten genau zu berechnen und danach die An- zeigenpreise zu bestimmen. Die genaue Selbstkostenberechnung wiederum scheiterte eingestandenermaßen an der Unklarheit der Buchführung des Vereins. Außerdem sträubten. sich die verant- wortlichen Stellen dagegen, den Anzeigenpreis proportional mit der Zcitfckriftenauflag« wachsen zu lassen, wohl aber schufen sie einen Beamten- und Verwaltungsapparat, der jetzt m Millionen jährlich k o st e t. Zur Deckung der enormen Verlufte will der Vorstand jetzt den Mitgliedsbeitrag von 29 M. auf 79 M. erhöhen. So sollen die Mitglieder durch gesteigerte Beitragspflicht für die verfehlte Hand- habung de? Anzelgengeschäfts und für die ungesund« Entwicklung des Beamtenapparats aufkommen. Hiergegen aufzu- treten, bietet allein die Hauptversammlung Gelegenheit, deren Besuch allen Freunden einer gesunden Vereinsentwicklung empfohlen wird. Aufgabe der künftigen Letter des Vereins und seines Kurators wird es fein, dafür zu sorgen, daß der Verein wieder gesunde. Fusion in der Metallindustrie. An der Dresdener Börse ver- lauter, daß zwischen der R. Fr ist er A.-Ä. in Berlin und der Bronzewarenfabrik K. M. Seifert u. Co. A.-G. in Dresden Fusionsverhandlungen schweben. Parteinachrichten. Unser Aufstieg. Der AgiiaiionSbezirk Görlitz(Reichstagswohlbezirk L i e g n i tz) hielt am letzren Sonntag in Görlitz eine Bezirkskonferenz ab. Der Verlauf der zahlreich besuchten Konferenz war ein sehr erfreulicher. Allgemein wurde von den Delegierten die rege und erfolgreiche Tärigkeit des Bezirksfekreloriars anerkannt. Am 1. Qk- tober 1919 zählte der Bezirk in 176 Ortsgruppen 15 164 <11 595 männliche und 3559 weibliche) Mitglieder, am 1. Juli 1929 dagegen 339 Ortsgruppen mit 34 317<23 789 männliche und 5523 weibliche) Mitglieder. Sozialdemokratische Stadrverord- nete find in 49 Städten des AgrtationSbezirkeS vorhanden 366 (829 männliche und 46 weibliche). Diese 49 Städte weis-n außerdem 91 sozialdemokratische Magistratsmitglieder aus. In 255 Land- gemeinden haben wir 953 Gemeindevertreter<895 männl. und 58 weibl.). Die Zahl der sozialdemokratischen Geuieindevorstands- Mitglieder beträgt 255. In 29 Kreistagen sitzen 172 Kreisverlreter, im Provinziallandtag sind wir durch einen Genossen vertreten. Die Zahl der sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten beträgt 6, die der Reichstagsabgeordneten 3. Bildungsausschüsse bestehen in 17 Orten, Jugendausschüsse in 18 Orten, Kindcrschutzkommrssionen an 6 Orten. Für weibliche Mitglieder fanden besondere Zusammen» künfte in 18 Orten statt. Die Zahl der sozialdemokratischen Ge- meindevertreter ist in Wirklichkeit Höker, alS wie angegeben, da leider von 69 Orten die statistischen Angaben noch fehlen. Um die Agitation und Organisation noch mehr auszubauen und erfolgreicher zu gestalten, beschloß die Konferenz nahezu einstimmig, den jetzt be- stehenden Extrabeitrag von 59 Pf. monarlich so lange weiter zu erbeben, bis der vom Parteitag in Kasiel neu sestzuietzende Beitrag in Kraft tritt. Zum Parteitag in Kasiel entsendet der Bezirk 8 Delegierte, darunter 2 Genossinnen, die auch am Frauentag teilnehmen sollen. Unter Hinweis auf die Katastrophe in der U.S.P. bekannie die Konferenz in der vollen Ueberzeugung, daß die alte sozialdemo« kratische Partei bisher den richtigen Weg gegangen ist, daß sie auch serner. ohne Konzessionen nach rechts oder links zu machen, un» verrückbar auf dem Boden der Demokinrie ihre Ziele zu erreichen suchen muß. Berantw. für den redakt. Teil: Dr. Werner Pciler, Ctzarloitcnburg: für Anzeigen: Td Gloitr. Berlin. Bering: Lorwürls-Berwq®. m. d. Berlin. Druck:?gr, wäri�-Buchdruckerei u. Berlagsanslall Paul Singer u. Co.. Berit., Lindentir. 3. Große öffentliche Versaninzlunfl am Freitag, de» 11.»eplember 182C, im großen Saal der„Zleuca TOetl". S-senheide. Thema; Die Gewerkschaftsbewegung in Rußland. Nofermi Genosse Losoveky, Moskau, ffllßrcr der russischen Erwerkschafisdcleaatlon. Freie Aussprache! Zur Deckung ber Unkosten wird 1 Mark eryodcn.— Arbeiter uiid Arbeite. rinnen, B-triedsrüte und Vertrauensleute der Gewerkschaften, erscheint i» Massen. Ihr könnt euch in dieser Versammlung genau über die Verhältnisse in Nußland und Uber die Gcwork- schaktzdewegung informieren. verelalgie Selrlrl-srülezenkral« Itc'.n Metallarbrlkerverband. DerwailungssleNe»rafi-veriln. (»STOFFE für Herren-Anzüge, Ulster, Paletots, T amen-Kostüme, Meter 60.-. 100.-. 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